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Advent in Vorpommern Arbeitsmarkt im Aufschwung Altstadtsanierung Stralsund


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Liebe Leserinnen & Leser,

„Kinder, wie die Zeit vergeht!“ war der Satz, mit dem Großmutter am Weihnachtsabend zum gemütlichbesinnlichen Teil überleitete, Gemeinsam hatte man gegessen, den obligaten Kirchgang absolviert. Die Geschenke waren ausgepackt und gebührend bestaunt. Wir Kinder probierten die neuen Spielsachen aus, während die Großen sich bei einem Glas Punsch darüber unterhielten, dass gerade eben doch noch Sommer gewesen sei und nun das neue Jahr schon wieder vor der Türe stehe. Jahr für Jahr das gleiche Ritual, das unmerklich begann, sich schneller und schneller zu wiederholen. Heute scheinen die Monate nur so dahin zu fliegen und schon wieder ist Weihnachten. Ein Vorgang, der sich auch in vielen Facetten unserer Region wiederfindet. Die Zeit fliegt nur so dahin, während wichtige Projekte nicht voran kommen, auf der Stelle zu stehen scheinen. Projekte, deren Realisierung für die Entwicklung Vorpommerns so unendlich wichtig wären. Sie bleiben hängen im Gestrüpp unterschiedlicher Interessenlagen, werden gebremst durch Ängste vor Veränderung und Erneuerung. Und nicht selten muss sich das Gemeinwohl den persönlichen Interessen Einzelner unterordnen – mit unguten Folgen für das Ganze. Aber es gibt auch Dinge, die auf gutem Wege sind, Fahrt aufnehmen. Mehr und mehr wird der Umgang mit unseren östlichen Nachbarn zur Selbstverständlichkeit. Polnische Firmen gründen neue Niederlassungen in Deutschland. Enger und enger wird die Zusammenarbeit im Bereich Wissenschaft und Forschung. Und es bedarf keiner hellseherischen Fähigkeiten um zu prognostizieren, dass Stettin sich in wenigen Jahren wieder zum wirtschaftlichen Oberzent-

rum der Region entwickeln wird. Das Projekt der längsten Seepromenade Europas, die Promenade zwischen den Kaiserbädern und Swinemünde zeigt, dass zwischen den Nachbarn ein Stück Normalität eingekehrt ist. Auch für uns, das Team von Land&Leute, ist das Jahr im Flug vergangen. Ein Jahr lang haben wir Sie nun mit unserem Magazinprojekt begleitet. Sie als Leser mit vielen Beiträgen unterhalten, informiert und auch zum Nachdenken animiert zu

VORWEG! haben, macht uns Freude. Auf die vielen positiven Kommentare zu unserer Arbeit sind wir stolz. Und nicht zuletzt haben wir auch durch Ihre Anregungen viele neue, spannende Projekte für das kommende Jahr geplant. Für die vor uns liegenden Feiertage und den Jahreswechsel wünschen wir Ihnen eine gehörige Portion Entschleunigung, Muße zum Genießen mit Verwandten und Freunden und Zeit um Kraft für die nächsten zwölf Monate zu schöpfen. Frohe Weihnachten und einen guten Start ins Jahr 2011! Claus E. Schwarz als Herausgeber, Henri Dörre als Chefredakteur mit dem Team von Land&Leute


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Die Schnelllebigkeit des journalistischen Betriebes ist fast schon sprichwörtlich. Was heute noch aktuell ist, kann schon morgen völlig überholt sein. Auch in der Redaktion von Land&Leute gilt das hin und wieder. Trotzdem ist das ganze Team stets bemüht, Interessantes aus der Region und darüber hinaus sorgfältig aufzubereiten. Denn wir wissen: L&L sind eigentlich Sie, die Leser! Ohne Ihren Zuspruch, Ihre Treue, aber auch Ihre konstruktive Kritik wären wir heute nicht da, wo wir sind. Dafür möchten wir Ihnen, liebe Leser, Freunde und Geschäftspartner von L&L an dieser Stelle unseren aufrichtigen Dank aussprechen. Wir sind uns sicher, auch im kommenden Jahr wieder Spannendes, Informatives und Unterhaltsames für Sie bereit zu halten und verabschieden uns aus dem zu Ende gehenden Jahr 2010 mit einem herzlichen Dankeschön! Frohes Fest und besinnliche Feiertage!

Ihr Team

rger, , Strolch, Claudia Be ke dt Ra e ik He r. n. v. l. na Heidenreich, Claus E. Schwar z, Ja i Dörre Anja Mirasch, Henr


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inhalt: 3 6

Vorweg Grußwort OB Dr. König

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Grußwort OB Dr. Badrow

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Kieshofer Moor II

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Deserteure unterm Hakenkreuz

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Advent in der Region

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Weihnachtsmenü

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Aus Alt mach‘ Neu

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Erfolge auf dem Arbeitsmarkt

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Förderpreis an Zahnmediziner

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Kunstprojekt für Kinder

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Gesundheitszentrum ALCEDO SPA

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FINANZA 2010

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Interkulturelles Wohnprojekt

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LEADER

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Neues Tourismuskonzept

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Landpartie des Monats

Edle Stiftung

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Corinna Wohlfeil im Gespräch

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Einsatz in Greifswald Kleine Entdecker

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Wirtschaftsrat Rügen

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Landrat Drescher im Interview

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Supersudoku

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Leserbriefe

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Veranstaltungen

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Kommentar

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Liebe Bürgerinnen und Bürger, fast wie im Flug ist das Jahr 2010 vergangen. Ein Blick zurück am Jahresende, gepaart mit etwas Zeit und Muße, offenbart zum einen eine kritische Distanz zu den Dingen, die sich in den letzten zwölf Monaten ereignet haben, lässt aber überhaupt erst überschauen, was alles passierte in diesem Jahr und Spuren in unserer Stadt hinterließ. Die im vergangenen Dezember eröffnete Stadthalle erfreut sich regen Interesses. So mancher Veranstalter hätte den Weg nach Greifswald ohne die Stadthalle gar nicht erst gefunden. Baumesse, Kongresse des LeibnitzInstitutes und anderer Wissenschaftseinrichtungen, Konzerte, Theateraufführungen, Bälle, Empfänge wie der zum 100-jährigen Bestehen des Friedrich-Loeffler-Institutes auf dem Riems; all das wäre in diesem Umfang bis vor einem Jahr in unserer Stadt so nicht möglich gewesen. Das Friedrich-Loeffler-Institut, das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit auf dem Riems, hat die Entwicklung Greifswalds über Jahre entscheidend mitgeprägt. Höhepunkt des Jahres 2010 waren die 100-Jahr-Feier der Gründung des FLI und vor allem auch die Einweihung des Institutsneubaus im Oktober. Mit einer Investition von rund 260 Millionen Euro entsteht hier das modernste Laborgebäude zur Erforschung gefährlicher Seuchen. Mit enormem Tempo wird gebaut. Gut ein Jahr nach dem Richtfest wurde bereits mit der Einrichtung der Hochsicherheitsloboratorien begonnen. Im zeitigen Frühjahr wurde die Bahnparallele auf voller Länge in Betrieb genommen. Die Ziele, die mit dem Bau dieser Verkehrsanlage verknüpft wurden, sind umfänglich erfüllt: der Verkehr

wird kreuzungsfrei geführt, die Innenstadt und die Fleischervorstadt sind vom Durchgangsfernverkehr entlastet. Die Fettenvorstadt ist enger an die Innenstadt herangerückt, die Entwicklung des einst grauen Stadtteils kann sich sehen lassen! Wartezeiten und Staus aufgrund geschlossener Schranken gehören der Vergangenheit an, auch das trägt dazu bei, die ehrgeizigen Klimaziele der Stadt zu erfüllen. Zahlreiche Aufgaben waren in diesem Jahr zusätzlich zu erledigen. Rund 6,3 Millionen Euro konnten aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung über den Plan hinaus in Greifswald investiert werden. Vorrangig die Kinder sind Nutznießer dieser Baumaßnahmen. Es wurden Schulen, Kindertagesstätten und Sporthallen saniert. Nachhaltig konnten damit die Bedingungen für den Unterricht und die Betreuung der Jungen und Mädchen verbessert und pro Jahr mehr als rund 120.000 Euro an Betriebskosten eingespart werden. Besonders hervorheben möchte ich die gelungene umfängliche Sanierung des Friedrich-LudwigJahn–Gymnasiums, Haus II und die Ausstattung der Lehrräume mit modernsten Unterrichtsmitteln. Erstmals baute die Stadt einen neuen Kindergarten; 60 „Kleine Entdecker“ sind in ein wunderschönes Gebäude in die Gützkower Straße gezogen. Liebe Bürgerinnen und Bürger, in wenigen Wochen wird die Bürgerschaft das neue Leitbild für Greifswald mit hoffentlich breiter Mehrheit bestätigen. Dann sind für die Stadtentwicklung neue Ziele definiert, die in den nächsten Jahren zu erfüllen sind: Die Universitäts- und Hansestadt Greifswald soll in folgenden Stra-

tegiebereichen voranschreiten: - Wissenschaft & Wirtschaft - Universität - Bildung & Fachkräfte - Gesundheit - Kultur und historisches Erbe - Lebensqualität - Umwelt & Klimaschutz - Regionales Zentrum und Vernetzung Gestärkt werden soll vor allem auch die Außendarstellung Greifswalds. Greifswald hat in den vergangenen Jahren solide gewirtschaftet. Belohnt wurde das mit dem Abbau von Schulden und des strukturellen Defizits. Nichtsdestotrotz hinterlässt das Krisenjahr 2008 noch heute seine Spuren. Im Oktober musste eine Haushaltssperre erlassen werden. Von dieser einschneidenden Maßnahme waren Investitionen jedoch nicht betroffen. Trotz aller Sparbemühungen wird es 2010 nicht gelingen einen vollständigen Haushaltsausgleich zu erreichen. Auch das kommende Jahr wird wieder von Sparbemühungen geprägt sein müssen, Sparbemühungen, deren Sinn und Aussichten mit Blick auf die vor uns liegende Gebietsreform sehr stark relativiert werden. Die Universitäts- und Hansestadt Greifswald soll nach dem Willen des Landes im kommenden Jahr


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ihre Kreisfreiheit verlieren und Teil des Großkreises Südvorpommern werden. Wir werden gegen dieses Gesetz klagen und ich hoffe, gemeinsam mit den anderen klagenden Städten und Landkreisen diese Reform, die eben keine Vorteile – nicht mal solche finanzieller Art – mit sich bringt, nicht Realität wird. Gelingt dies nicht, wird Greifswald als kreisangehörige Stadt massiv in seiner Handlungsfähigkeit beschränkt an überregionaler Bedeutung verlieren.

Was wünsche ich mir persönlich? …, dass Stadt und Universität im kommenden Jahr gemeinsam das 555. Universitätsjubiläum gestalten. …, dass die Arbeitslosigkeit weiter sinkt. …, dass künftig wieder mehr junge Menschen in unserer Stadt und der Region eine Zukunft finden können.

Für die Zukunft der Verwaltung wünsche ich mir, dass wir den Umbau des alten Postgebäudes zu einem modernen Verwaltungssitz realisieren können. Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Start ins Jahr 2011 Ihr Oberbürgermeister Dr. Arthur König


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Optimistischer Ausblick nen Haushalt, die Investitionen oder auch die Fördermittel, die wir einwerben konnten. Vor allem Besucher, die nicht so häufig in Stralsund sind, stellen die positiven Veränderungen fest. Darüber freuen wir uns natürlich sehr.

Besonders das Vertrauen bereits ansässiger Unternehmen in den Standort hat hier einen hohen Stellenwert. Dass hiesige Firmen weiter investiert und dem Standort die Treue gehalten haben, ist ungemein wichtig für uns.

L&L: Wie schätzen Sie angesichts

L&L: Sie betreiben die Wirtschaftsförderung ja sehr aktiv. Setzen Sie dabei bestimmte Schwerpunkte?

der noch nicht gänzlich überwundenen Wirtschaftskrise die Aussichten für das kommende Jahr ein?

L&L: Herr Dr. Badrow, was war für Sie in diesem Jahr besonders erfolgreich und wo hätte es gerne anders kommen dürfen?

Badrow: Natürlich gibt es bei großen Vorhaben immer ein paar Schwierigkeiten, aber meinem Eindruck nach gibt es nichts, das wirklich hätte anders kommen sollen. Im Wesentlichen haben wir alles, was wir uns als Baustelle vorgenommen hatten, auch gelöst. Bei den noch nicht gelösten Dingen sehe ich es einfach als Aufgabe, die noch aussteht und nicht so sehr als Fehl oder Rückschlag. Grundsätzlich bin ich mit dem Jahresverlauf zufrieden. Das möchte ich auch an meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weitergeben. Sie haben wirklich gute Arbeit geleistet und waren eine Basis für die Erfolge. Ich nenne nur beispielhaft den ausgegliche-

Badrow: Ich sehe es durchweg positiv. Ich bin immer davon ausgegangen, dass Stralsund – mit Ausnahme der maritimen Wirtschaft – von der Krise kaum betroffen sein würde. In der Tat haben wir nach der Krise sogar mehr Arbeitsplätze als vorher. Auch die Volkswerft ist auf einem guten Weg. Wir bauen in Stralsund seit gut 700 Jahren Schiffe und ich bin mir sicher, dass wir das auch in Zukunft tun werden. Die Chancen überwiegen meines Erachtens. L&L: Haben Sie dabei etwas Kon-

kretes vor Augen?

Badrow: Einerseits sind das natürlich die Attraktivität der Stadt und die Möglichkeiten des Gesundheitstourismus‘, andererseits sehe ich auch Potential im Werftbereich durch Spezialaufträge. Darüber hinaus wird das maritime Gewerbegebiet, das wir übrigens während der Krise erschlossen und entwickelt haben, neue Firmenansiedlungen begünstigen.

Badrow: Wir haben eine ganze Menge unterschiedlicher Betätigungsfelder, wichtig ist aber vor allem, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Unternehmen auch weiterhin investieren und Menschen in Arbeit bringen. Das wird die Stadt natürlich fördern. Beispielsweise wird derzeit das alte Ordnungsamt saniert und für einen Hotelbetrieb hergerichtet. Gerade touristische Anbieter haben schließlich eine erhebliche Bedeutung in Stralsund und der Region. Das kostet sicher viel Kraft und es wird auch Zeit brauchen, bis sich ein messbarer Erfolg einstellt, aber wenn wir hart arbeiten – und das tun die Beschäftigten –, werden wir über kurz oder lang erste Ergebnisse sehen. L&L: Städtebaulich hat sich Stral-

sund hervorragend entwickelt. Welche Bereiche stehen für 2011 im Fokus?

Badrow: Es gibt viele Projekte, aber besondere Bedeutung hat das Quartier 17, also der Bereich


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um den Rathausplatz. Da wird viel investiert. Wir setzen für die Sanierung der Häuser in der gesamten Innenstadt durch private Bauherren einiges ein. Natürlich gibt es auch öffentliche Investitionen, wie z. B. den Ausbau und die Modernisierung der Feuerwehr. Ebenso gehören unbedingt das Landständehaus sowie die Ossenreyerstraße 1 – die zukünftige Welterbeausstellung – dazu. Es geht aber nicht nur um die Altstadt. Auch außerhalb des historischen Zentrums wird sich in den kommenden Jahren einiges bewegen. Zu nennen sind hier die nächsten Bauabschnitte des Küstenradweges von Devin bis nach Parow. Und ich freue mich schon auf den Strand im Freibad und die Schiffsanlegestelle in Devin. L&L: Die Kreisgebietsreform ist

vorerst beschlossene Sache. Welche Veränderungen kommen auf Stralsund zu?

Badrow: Das bedeutet vor allem, dass wir Aufgaben abgeben. So werden unter anderem die Sozialaufgaben an den neuen Landkreis abgegeben. Wir müssen dabei aber bedenken, dass die Bevölkerungszahl des Landes insgesamt abnimmt. Daran muss sich auch die Verwaltung im Sinne der Effizienz orientieren. Die Zusammenlegung von Landkreisen ist insofern ein sinnvoller Aspekt. Die Landräte und der Oberbürgermeister sowie einzelne Arbeitsgruppen sitzen regelmäßig zusammen, um sich bestmöglich auf die neuen Aufgaben

vorzubereiten. Ziel ist dabei immer die beste Variante für den Bürger! Wir als Stadt Stralsund im geografischen Zentrum des neuen Landkreises sollten auf keinen Fall die Chancen unterschätzen, die sich durch eine Zusammenlegung ergeben. L&L: Sie pflegen schon seit Jahren

gute Kontakte zu unseren Nachbarn im Ostseeraum. Welche Impulse, welche Projekte sind da im nächsten Jahr zu erwarten? Badrow: Vor allem in den Bereichen Musik und Kultur gibt es einen regen Austausch. Auch wirtschaftlich zeichnen sich bereits interessante Kooperationen ab, was sich in beiderseitigen Förderprogrammen ausdrückt. Hinsichtlich der Erneuerbaren Energien und der Nutzung der Ostsee erwarte ich ebenfalls eine weitergehende Zusammenarbeit. Der gesamte baltische Raum ist für uns ein wichtiger Faktor.

Beispielsweise unterhalten wir gute Kontakte nach Trelleborg in Schwe-den und Ventspils in Lettland. L&L: Herr Dr. Badrow, zum Abschluss noch zwei etwas persönlichere Fragen. Wie gestaltet sich bei Ihnen das Weihnachtsfest? Worauf freuen Sie sich im nächsten Jahr besonders?

Badrow: Ich fahre mit meiner Familie ins Erzgebirge zu meinen Eltern und Schwiegereltern und verbringe dort die Feiertage. Für das nächste Jahr freue ich mich darauf, dass die Stralsunder ihre Stadt weiterhin sehr positiv sehen und sich mit ihr identifizieren können. Es gibt natürlich immer Dinge, die noch nicht perfekt sind. Aber auch diese Aufgaben werden wir nach und nach lösen. L&L: Herr Dr. Badrow, vielen Dank

für das Gespräch!


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Nobles Greifswalder Erbe Zivilgesellschaftliches Engagement ist bekanntermaßen keine Erfindung unserer Zeit. Schon in früheren Jahrhunderten setzten vorrangig wohlhabende Bürger selbst über ihren Tod hinaus Zeichen für das Wohlergehen der Gemeinschaft. Insbesondere das Stiftungswesen war als Relikt des Mittelalters in der Frühen Neuzeit eine beliebte Möglichkeit, auch nach dem eigenen Ableben präsent zu sein. Ein Beispiel dafür ist der Greifswalder Bürgermeister Peter Warschow, der in den Jahren 1463 bis 1480 amtierte. Er verfügte in seinem letzten Willen im Jahre 1486 unter anderem, dass „1111 Morgen Acker und ein Garten für arme Jungfrauen” ei-

Brinkstraße 20

Rotgerberstraße 12-14

Johann -Stelling-Straße 19-25

ner Stiftung vermacht würden. Darüber sollten die Vorsitzenden vierer Gewerke walten. Über die Einhaltung der testamentarischen Bestimmungen wachten demnach die sogenannten Alterleute der Schmiede, Pelzer, Schuhmacher und Schneider. Die Vorgabe Warschows war, dass das Geld aus Zins- und Pachteinkünften den Bedürftigen zu Gute kommen solle. Von einem festgeschriebenen Betrag in Höhe von 1111 Mark sundisch sollten zudem die Ausgaben für eine jährliche Collation bestritten werden. Im Rahmen dieser Veranstaltung hatten die Alterleute auch Rechenschaft darüber abzulegen, wofür genau das erwirtschaftete Geld der Stiftung im abgelaufenen Rechnungsjahr eingesetzt wurde. Ob tatsächlich pünktlich jährlich die Collation abgehalten wurde, ist historisch nicht verbürgt. Vielmehr darf man wohl davon ausgehen, dass vor allem in kriegerischen Zeiten und während der Herrschaft der Schweden in Pommern zumindest die Veranstaltung ausgesetzt wurde. Das Kapital und der Besitz der Stiftung überdauerten jedoch alle Widrigkeiten der Geschichte. Bis 1951 kam man dem Testament Warschows also im Wesentlichen nach, so dass zu diesem Zeitpunkt eine nicht unerhebliche finanzielle Basis erwirtschaftet werden konnte. Ab 1952 wurde sie mit mehreren anderen Stiftungen zusammengelegt. Selbst die 1956 noch bestehenden Convente und Hospitäler wurden integriert, zum Beispiel St. Georg und St. Spiritus. So entstand aus insgesamt 72 Einzelstiftungen eine große Sammelstiftung – die Peter-Warschow-Sammelstiftung. Diese ist seitdem mit der Verwaltung mehrerer Tausend Hektar Land und Wald betraut. Dies ist zum

Teil eine Hinterlassenschaft der begüterten Hospitäler. Bis heute befindet sich das Gut Heilgeisthof gänzlich im Besitz der Stiftung. Trotz der Zusammenlegung 1956 ist die Tradition der Stiftung selbst nach 524 Jahren ungebrochen. Gegenwärtig kommt sie ihrem Auftrag nach, indem sie sich hauptsächlich bei der Errichtung und dem Betrieb altersgerechten Wohnens engagiert. Sie fühlt sich dabei den im Testament verfügten Zielen verbunden, den Bedürftigen Unterstützung zu leisten. Doch auch in der Jugendhilfe sowie der öffentlichen Gesundheitsförderung ist die PeterWarschow-Sammelstiftung tätig. Eigenwirtschaftliche Zwecke stehen dabei nicht im Vordergrund. Das widerspräche auch dem satzungsgemäßen Charakter einer gemeinnützigen Einrichtung. Derzeit betreibt die Stiftung acht Stiftungshäuser in Greifswald, die über das Stadtgebiet verteilt sind, sich allerdings im historischen Kern konzentrieren. Darunter befinden sich auch äußerst repräsentative Bauten wie das des ehemaligen Stephanischen Conventes in der Brinkstraße 20. Aktuell unterstützt die Peter-Warschow-Sammelstiftung auch den Hospizdienst des Kreisdiakonischen Werkes Greifswald-Ostvorpommern mit einer jährlichen Zuwendung. Im Zuge der Überführung in staatliches Eigentum nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die Stiftung zwar im Grunde alle Besitzungen, konnte die Ansprüche nach der politischen Wende jedoch wieder durchsetzen. Gemeinsam mit der Stadt Greifswald verwaltet sie derzeit zusätzlich zu den acht Gebäuden rund 3000 ha Grundbesitz. In der traditionsreichen Geschichte der Stiftung wird jährlich im November die festliche Collation abgehalten.


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In diesem Jahr fand am 5. November die 520. Collation im Pommerschen Landesmuseum statt, so wie Peter Warschow es in seinem Testament verfügt hat. In seinem Grußwort gab Michael Hietkamp, Mitglied des Vorstandes der Peter-Warschow-Sammelstiftung einen Überblick über die Entwicklung der Stiftung. Das Grundvermögen sei mit Sachverstand und Umsicht verwaltet worden. So konnte die Stiftung namhafte Beträge für soziale Aufgaben in Greifswald bereitstellen. Ebenso wurde die 2008 ins Leben gerufene Tradition fortgesetzt, jungen Handwerksgesellen Unterstützung für ihre Meisterausbildung zu gewähren. Das diesjährige Meisterstipendium wurde an Matthias Riemer, Orthopädieschuhmacher, verliehen. Oberbürgermeister Dr. König würdigte in seiner Grußadresse die erfolgreiche Arbeit der Stiftung und ihrer engagierten Mitarbeiter. Die Peter-Warschow-Sammelstiftung könne als erfolgreiches Beispiel des Bürgerengagements gelten. Den Festvortrag hielt als Ehrengast Herr Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann, geschäftsführender Direktor des Instituts für Community Medicine am Klinikum der Ernst-Moritz-Arndt-Universität. Thema seines Vortrages war „Vorpommern als Modellregion für die Medizin der Zukunft“. Durch seinen Beitrag erhielten die Gäste einen fundierten Einblick über die Herausforderungen, die zu bewältigen sind, um auch künftig eine medizinische Versorgung auf hohem Niveau gewährleisten zu können. Musikalisch umrahmt wurde die für alle Gäste interessante Festveranstaltung von Schülern der Musikschule der Hansestadt Greifswald. Weitere Informationen unter: www.peter-warschowsammelstiftung.de Text: hed/ces; Foto: jhe


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Neues vom Kieshofer Moor Der Wiedervernässung des Kieshofer Moores näherten wir uns in der vergangenen Ausgabe vornehmlich aus der Perspektive der Anrainer. Zur journalistischen Sorgfaltspflicht gehört jedoch auch die Darstellung alternativer Positionen. Seitens des für den Stau zuständigen Amtes in Ueckermünde sagte man uns eine Stellungnahme zu, die wir auch erhielten. Ebenso erreichte uns ein Schreiben der unteren Wasserbehörde im Auftrag der Landrätin Ostvorpommerns, Frau Dr. Syrbe. Wir wollten Folgendes wissen: (1) Warum hat der Stau Bestand, obwohl die Baugenehmigung schon im Mai 2010 zurückgezogen wurde? Auch eine Versetzung des Staus würde das Moor in seiner Grundsubstanz nicht gefährden, aber die Schäden an den anliegenden Flurstücken begrenzen. Warum also sollte der Stau Bestand haben? (2) Warum wurde der Wasser- und Bodenverband „Ryck-Ziese” (WBV) nicht ausreichend in die Verhandlung einer Vereinbarung zwischen dem StAUN und dem Landkreis eingebunden, obwohl er mit der Bewirtschaftung eines Teiles des Gebietes beauftragt ist? (3) Warum soll der Stau auf jeden Fall bestehen bleiben, selbst wenn das Planfeststellungsverfahren zu einem anderen Ergebnis kommen sollte? Summarisch stellen wir nachfolgend die Antworten sowohl des StAUN als auch des Landratsamtes dar, um zu verdeutlichen, welche Positionen die einzelnen Behörden in dieser Sache beziehen. (1) Der Stau wurde an anderer Stelle errichtet als ursprünglich beantragt und genehmigt. Dazu kam es nach Darstellung des StAUN durch einen Koordinatenfehler in der Lagebezeichnung.

Das StAUN und die untere Wasserbehörde sind sich einig, dass dieser Fehler kein ausreichender Grund für einen Widerruf der Baugenehmigung ist. Daher wird der Stau von beiden übereinstimmend als nach wie vor rechtmäßig errichtet angesehen. Ein kompletter Rückbau sei zudem im Sinne des Naturschutzgebietes Kieshofer Moor nicht sinnvoll, da – so das Landratsamt – „fatale Folgen” für das Moor zu erwarten wären.

nicht gelungen sei, alle Beteiligten davon zu überzeugen, dass jedwedes Interesse in den Entscheidungsfindungsprozess einbezogen werden solle. Vielmehr diene nach Auffassung der Behörde die auch auf dem Klagewege erhobene Kritik der „Verfolgung von Einzelinteressen”. Sie argumentiert abschließend, dass bisherige Klagen auf einfache Sofortlösungen gerichtet seien, die allerdings andere Interessen außer Acht ließen.

(2) Das StAUN betont, dass bei einem Verhandlungstermin am 10. März 2010 auch der WBV die Gelegenheit bekommen habe, sich am Entscheidungsprozess zu beteiligen. Auch die Landrätin antwortet, dass der WBV „permanent in das jetzige Geschehen involviert” und stets informiert würde.

Nach Informationen von L&L haben die Akteure inzwischen weitere Schritte unternommen. Die Gemeinde Wackerow stellte eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die untere Wasserbehörde. Es könne nicht angehen, so Wackerows Bürgermeister Manfred Hering, dass die untere Wasserbehörde und das StAUN ohne Mitwirkung und Wissen der Gemeinde Vereinbarungen schlössen, welche die Belange Wackerows beträfen. Der Vorsteher des Wasser- und Bodenverbandes Ryck-Ziese berichtet ebenfalls von Gesprächen, deren Ergebnisse noch abzuwarten seien. Fest stehe jedenfalls, dass der Verband im Interesse seiner Mitglieder an seiner Position festhalten werde. Verschärft hat sich die Situation auf der Reitstation von Klaus Heitmann. Wetterbedingt steht nicht nur der größte Teil der Flächen unter Wasser, auch die Gebäude, namentlich Keller, werden immer mehr in Mitleidenschaft gezogen. Das nun auch sein Land wenigstens in Augenschein genommen wurde, hilft Heitmann nicht weiter. Deswegen hat er sich entschlossen, kurzfristig Klage wegen Untätigkeit gegen die untere Wasserbehörde einzureichen. L&L wird weiter über das Geschehen berichten.

(3) Zur dritten Frage äußert sich das StAUN nicht explizit, verweist allerdings auf den schon seit 1922 festgestellten Status des Kieshofer Moores als schützenswertes Gebiet. Auch die seither ununterbrochenen Naturschutzmaßnahmen führt es als Begründung an, um am status quo vorerst festzuhalten. Flankiert wird dies von den Einlassungen der unteren Wasserbehörde, die ein Planfeststellungsverfahren als „das infragekommende rechtsstaatliche Ordnungsinstrument” zur Abwägung der Interessen der Betroffenen bezeichnet. Ferner führt das StAUN das beantragte Flurneuordnungsverfahren als Hilfsmittel zum Interessenausgleich an. Die Verfahrenskosten trüge in Gänze das Land Mecklenburg-Vorpommern. Auch eine Entschädigung sowie ein Flächentausch seien vorgesehen. Das StAUN bedauert nach eigener Darstellung, dass es bisher

Text: hed/ces


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Dulce et decorum est Mit dem Thema der Fahnenflucht im Dritten Reich beschäftigte sich eine Ausstellung in der Schlosskapelle in Parow. Anhand von Bildmaterial und schriftlichen Zeitzeugenberichten konnten sich die Besucher über die Gefahren und Umstände einiger Desertionen unter dem nationalsozialistischen Regime informieren. Anliegen der Ausstellung war auch die Stärkung des Demokratieverständnisses. Wenn der antike Dichter Horaz meint, dass es süß und ehrenvoll sei, für das Vaterland zu sterben, irrt er selbstverständlich. Insbesondere am organisierten Sterben für das Vaterland – nämlich am Kriege – ist ganz und gar nichts Süßes zu finden. Erasmus von Rotterdam – einer der wichtigsten Kriegsgegner des Humanismus – sieht die staatliche bewaffnete Auseinandersetzung gar als die denkbar unvernünftigste irdische Unternehmung an. Seine scharfen Angriffe auf den Soldatenpapst Julius II. sind vielfach literarisch belegt und zielen allesamt auf eine Kernaussage: um wie viel Gewinn bringender, um wie viel dem Miteinander zuträglicher ist doch der Frieden. In einem ähnlichen Kontext steht auch die Fahnenflucht, obwohl die individuellen Gründe stets unterschiedlich ausfallen. Die Fahnenflucht als solche ist vielschichtig – nicht nur in ihren Folgen. Wer sich willentlich aus einem laufenden Gefecht zurückzog, den erwartete in aller Regel die Exekution durch die eigene Truppe. So ereilte diejenigen, die gerade das Sterben verhindern wollten auf wahnwitzige Weise genau dieses Unglück. Behauptete man, dass im Verlaufe der Geschichte die Behandlung von Deserteuren humaner geworden sei, so trifft das nur in Teilen mit der ganzen Wahrheit zusammen.

Im Militär-Strafgesetzbuch für das Deutsche Reich von 1872 ist juristisch genau definiert, was nach damaligem Verständnis unter dem Begriff Fahnenflucht zu begreifen sei. Auch, wie Deserteure zu bestrafen seien, lässt sich hier nachlesen. Demnach drohten bis zu zehn Jahre Zuchthaus dem, der „sich einer unerlaubten Entfernung in der Absicht, sich seiner gesetzlichen oder von ihm übernommenen Verpflichtung zum Dienste dauerhaft zu entziehen, schuldig macht”. Immerhin gestand man den „Schuldigen” die Möglichkeit einer Verjährung zu, auch wenn die erst nach Ablauf der ihnen in Aussicht stehenden Strafe vorgesehen war. Durch Militärstrafgerichte wurden allerdings auch Exekutionen angeordnet. So viel zivilisierter war man offenbar noch nicht. Erst in der Weimarer Republik ging die Gerichtsbarkeit in die Zuständigkeit der nichtmilitärischen Gerichte über, wo sie auch heute noch zu finden ist. Eine Entkriminalisierung der Fahnenflucht ging damit jedoch nicht einher. Die Abwägung der durch den Wehrstraftatbestand gefährdeten Rechtsgüter mit der ethischen Entscheidung ist offenbar derart heikel, dass eine Entscheidung zu diesem Thema aussteht. Einen Beitrag zur Bewusstmachung der Problematik konnte daher die

Ausstellung „Deserteure unterm Hakenkreuz“ in Parow bieten. Die grundlegenden Fragestellungen haben sich seither nämlich kaum verändert. Es geht um Grenzen und Möglichkeiten des unerlaubten Entfernens von der Truppe. Ist es verurteilenswürdige Feigheit, das eigene Wohlergehen einer gesetzlichen Pflicht zum Militärdienst – stets um die Möglichkeit kriegerischer Auseinandersetzungen wissend – voranzustellen? Oder gibt es unter Umständen gar eine menschliche Pflicht, sich eigenmächtig militärischen Organisationen vorzuenthalten? Eine mögliche Antwort darauf gab die Ausstellung dem, der bereit war, sie zu entdecken. Im Angesicht des drohenden Todes und um verbrecherisches Handeln eigener oder anderer Truppenteile wissend fühlen sich die Zeitzeugen ihrer Eide entledigt. Wenn sie auch die Worte Erasmus‘ nicht gekannt haben mögen, so handelten sie doch in seinem Sinne: „Einige wenige nur, deren gottloses Glück vom allgemeinen Unglück abhängt, wünschen den Krieg.” Interessierten sei begleitend zu der Ausstellung der davon unabhängige, eigenständige Film „Deserteure unterm Hakenkreuz – Leben mit der Fahnenflucht“ empfohlen. Text: hed; Foto: Klaus-Uwe Gerhardt


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Was passiert mit meinem geld? Mit einem Informationsabend am 23. November thematisierte die HypoVereinsbank die Finanzkrise. Im Vorfeld klärte ein eigens produzierter Einspieler aus Sicht sowohl des Chefstrategen der UniCredit Group – zu der die HypoVereinsbank gehört – als auch des bekannten Fußballmanagers Uli Hoeneß über die Finanzmarktentwicklungen der vergangenen zwei Jahre auf. Im Anschluss führte die Filialleiterin Sabine Badtke in die grundlegende Problematik einer Wirtschaftskrise und mögliche Auswege ein.

Am Rande präsentierte die HypoVereinsbank eine jüngst individuell gestaltete EC-Motivkarte, die wahlweise mit einem Bild der Rügenbrücke bzw. des Pommerschen Landesmuseums sinnbildlich für die Verbundenheit mit der Region steht. Gegen einen geringen Unkostenbeitrag könne ab sofort jeder Kunde in Verbindung mit einem Girokonto des Kreditunternehmens dieses Stück Lokalpatriotismus’ auch äußerlich kenntlich machen. Text: hed; Bild: HypoVereinsbank

Erste Handwerker – Herbstmesse bei GB Meesenburg Am 4. und 5 November fand die 1. Handwerker – Herbstmesse bei der Firma GB Meesenburg in den Niederlassungen Greifswald und Wolgast statt. Hier konnten sich regionale Handwerkerinnen und Handwerker über leistungsfähige Maschinen, das richtige Werkzeug sowie sichere und warme Berufsbekleidung informieren. Diese benötigt jeder Handwerker täglich in der Werkstatt oder auf der Baustelle. Aus dem umfangreichen Sortiment hat GB Meesenburg dazu viele aktuelle

Angebote in einem extra aufgelegten Katalog zusammen gefasst. Die Industriepartner von GB Meesenburg konnten sich über gut besuchte Ausstellungsstände und reichlich Fachfragen freuen. Auch Umschulungsfirmen, Berufsschulen sowie Behindertenwerkstätten haben die Gelegenheit rege genutzt, sich über aktuelle Trends und Technologien zu informieren. Und natürlich wurde auch für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt. Übrigens, die komplette Organisation

bis hin zur Bewirtung der Gäste haben die Azubis von der Firma GB Meesenburg übernommen. Ihre GB Meesenburg Teams aus Greifswald und Wolgast GB Meesenburg OHG BLAUGELB Shop Leeraner Straße 2 17438 Wolgast

GB Meesenburg OHG An der Thronpost 6 17489 Greifswald Tel.: 03834 54220 Fax: 03834 542240

Die Azubis von GB Meesenburg von links nach rechts: Paul Prüfer, Mareen Schütt, Susann Heyden, Tom Ulrich, Matthias Voß

www.gb-meesenburg.de

Tel.: 03836 237061 Fax: 03836 237067


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Der Name ist Programm Seit dem 01. Juli 2010 hat das Studio "Hautsache“ das Ladengeschäft in der Dompassage in Greifswald bezogen. Der Name ist bei „Hautsache“ Programm, denn hier dreht sich alles um das größte Organ des Menschen. Das Studio besteht aus zwei Bereichen. Zum einen bietet es im Verkauf über 300 modische Strumpfhosen und Leggins in allen Formen und Farben an. Zum anderen befindet sich in einem abgetrennten Bereich das „Haarentfernungsstudio“. Dort können sich sowohl Frau als auch Mann unerwünschte Haare dauerhaft entfernen lassen. Dabei wenden die Mitarbeiterinnen von „Hautsache“ die moderne IPL-Technologie an. Dies ist eine sichere und vor allem sanfte Methode, die mit Lichtimpulsen arbeitet. Doch

nicht nur Haare verschwinden mit dem Verfahren, auch Altersund Pigmentflecken lassen sich schonend entfernen. Durch die IPL-Technologie werden nämlich nur die Farbpigmente des Haares zerstört. Im Gegensatz zur herkömmlichen Laserbehandlung arbeitet diese Methode mit einer variablen statt einer konstanten Wellenlänge im ultraroten Bereich des Spektrums. Die absorbierte Lichtenergie des Impulses wird in Wärme umgewandelt. Diese Wärme strömt in die sogenannte Haarpapille der Wurzel und verödet diese dauerhaft. Das umliegende Gewebe wird dabei nicht beeinträchtigt. Die leichte Rötung verschwindet nach zehn Minuten. Und das Haar für immer. Das Stu-

dio „Hautsache“ hält damit eine schnelle, sichere und sanfte Methode, um unerwünschte Haare dauerhaft zu entfernen, parat. Bei „Hautsache“ gibt es IPL für alle Körperstellen, also auch Intimzone und Po. „Hautverjüngung, Faltenglättung und großporige Haut minimieren: alles das ist mit IPL kein Problem“, sagt Doreen Lübke, eine der Mitarbeiterinnen in der Neubrandenburger Filiale des Unternehmens. Die Kunden bekommen zuerst einmal eine Beratung. „Ich erkläre ihnen die Behandlung, sie können das Gerät testen. Natürlich kostenlos“, meint Lübke weiter. Selbstverständlich ist das Angebot in Greifswald das gleiche. Auch hier wird IPL erfolgreich angewandt.


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Advent in Vorpommern Greifswald Auch in diesem Jahr soll der Greifswalder Weihnachtsmarkt auf das Weihnachtsfest einstimmen. Dazu halten viele Akteure ein umfangreiches Angebot bereit. Angesichts der vielen Offerten ist die Auswahl nicht ganz leicht, denn einige besondere Attraktionen finden sich auch abseits des allgemeinen Trubels. Erstmalig ist der neu gegründete Kapellenverein auf dem Markt mit einer Adventskirche vertreten. Gebaut wird sie aus einer nicht mehr genutzten „Bastelhütte“. Ihr besonderes Wahrzeichen ist ein vier Meter hoher Turm. Sie soll den christlichen Charakter des Weihnachtsfestes betonen. Zu den Organisatoren gehören unter anderem die Pommersche Landeskirche, die Katholische Kirche, der Pommersche Diakonieverein und andere christliche Gruppen sowie Gemeindemitglieder aus der Umgebung. Selbstverständlich stehen die vielfältigen Angebote allen Interessierten Besuchern offen. Beispielsweise sollen Bastelstunden, bei denen unterschiedliches Kunsthandwerk wie etwa Adventskarten und Sterne gefertigt wird, dazu beitragen, die kulturelle Vielfalt des Marktes zu stärken. Mittäglich wird es

die sogenannten „Lichtpunkte” geben – eine Kerze wird entzündet und lädt zu einem Moment der inneren Ruhe ein. Im Rathauskeller wird es zum vierten Mal den schon fast traditionellen Kunsthandwerkermarkt geben. An festlich dekorierten Verkaufsständen präsentieren sich insgesamt 55 Werksstätten aus den Regionen Vorpommern und Mecklenburg-Strelitz. Das Stöbern in den vielen handgemachten Kostbarkeiten aus Wolle, Ton, Glas und Holz ist jeweils an den Adventswochenenden Freitags von 12-20 Uhr und Samstags und Sonntags von 14-20 Uhr möglich. Am 11. Dezember ist der Kunsthandwerkermarkt im Rahmen des Mitternachtsshoppings bis 24 Uhr geöffnet. Wer sich vom Trubel des Weihnachtsmarktes und vom Stöbern in den Schätzen der Kunsthandwerker ein wenig erholen möchte, der findet im gemütlichen Café des Kunsthandwerkermarktes im Rathauskeller dazu Gelegenheit. Hier bietet das Café Alte(r) Schule aus Wieck auch in diesem Jahr seine leckeren Kuchen an und lädt zu Kaffee und Glühwein ein. Wer es deftiger mag, kann auch zu einer Suppe oder zu Schmalzbroten greifen. Seien Sie herzlich

Inhaberin Marianne Biehle Dorfstraße 3 17493 Greifswald / Wieck Tel.: 03834 - 83 00 08 eingeladen, hier in nettem, weihnachtlichem Ambiente ein paar angenehme Stunden der Vorweihnachtszeit zu verbringen. Am 11. Dezember lädt der Verein Greifswalder Innenstadt e. V. zum festlichen Mitternachtsshopping ein, zu dem der Weihnachtsmann mit seinen Gehil-


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fen erwartet werden. In einem riesigen Schlitten werden sie durch die Innenstadt fahren. Auf dem Weihnachtsmarkt selbst wird es wieder die bewährte Mischung aus kunsthandwerklichen und gastronomischen Angeboten geben. Zum ersten Mal ist auch die „Petersburger Schlittenfahrt“ zu Gast, ein Fahrgeschäft aus dem weit entfernten Nordrhein-Westfalen. An insgesamt 50 Buden, Imbissständen, Fahrgeschäften zwischen Mühlentor und Fischmarkt lässt sich verweilen und dabei weihnachtliches Flair genießen. Der Greifswalder Frischemarkt zieht in dieser Zeit auf den Standort an der Mensa. Auch hier werden die Stände festlich geschmückt sein. Zusätzlich finden sich auch schwedische Spezialitäten wie Glögg und Pfefferkuchen im Angebot.

Mit überzeugenden Angeboten lockt er sicher viele Besucher. Vor allem Geflügel aus eigener Zucht, Wild, Nüsse, Gestecke sowie frisches Obst und Gemüse bilden jeden Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag im Advent ab 8 Uhr ein Gegengewicht zum Rummel auf dem historischen Markt. Auch der Fremdenverkehrsverein hält in diesem Jahr wieder besondere Angebote bereit. Neben dem traditionellen Glühweinverkauf am Rathaus veranstaltet er jeweils am zweiten und vierten Adventssamstag für die Kinder einen romantischen Lampionumzug mit dem Nachtwächter, dem Weihnachtsmann und dem Weihnachtsengel. Wer den verpasst, hat am 18. Dezember noch einmal die Möglichkeit, sich vom Nachtwächter

durch die Stadt führen zu lassen. Auch in diesem Jahr gibt es kleine Geschenke im Angebot. So zum Beispiel die Schokoladentäfelchen, oder den neuen Kaffeebecher, jeweils mit Greifswalder Motiven geschmückt. Damit jedoch nicht genug. Abgerundet wird das Greifswalder Adventsprogramm durch viele zusätzliche Veranstaltungen. Dazu gehören der Kunsthandwerkermarkt im Pommerschen Landesmuseum, ein Weihnachtsquiz in der Stadtbibliothek, ein weihnachtlicher Krammarkt im St. Spiritus, die Weihnachtsaufführung des Märchens „Zwerg Nase“ im Theater, die 35. weihnachtliche Bläsermusik in St. Marien, Klaviermusik in der Schwalbe, ein Adventskaffee bei der Volkssolidarität und das Weihnachtsoratorium im Greifswalder Dom. Text: ces/hed; Fotos: Pressestelle HGW

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Ueckermünde Schon seit einigen Jahren veranstalten die Städte Ueckermünde, Torgelow und Eggesin einen gemeinsamen Weihnachtsmarkt, so dass jeder in der Region die Gelegenheit bekommt, in seiner Stadt etwas von der festlichen Adventszeit mitzuerleben. Vor allem der Ueckermünder Verein für Handwerk und Gewerbe zeichnet sich dabei stets durch eine liebevolle und professionelle Vorbereitung aus. Gerade im Jubiläumsjahr 2010 bietet die Stadt Ueckermünde wieder eine Vielzahl besinnlicher Veranstaltungen. So etwa am 16. Dezember die Weihnachtsaufführung der Schülerinnen und Schüler der Haff-Grundschule in der Turnhalle der Haff-Grundschule. Vom 18. bis 19. Dezember wird sowohl auf dem Markt als auch dem Altstadtring der 10. Ueckermünder Weihnachtsmarkt abgehalten. Besonderes Gewicht wird – gleich ob in Ueckermünde oder Torgelow – auf weihnachtliche Produkte gelegt. Vor allem Handwerkskunst hat einen hohen Stellenwert. Text: hed

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Burg Stargard Angefangen hat alles mit einer Fälschung. Die Urkunde der erstmaligen Erwähnung datiert auf 1170. Hierin wird ein gewisses Staregart dem Bistum Havelberg geschenkt. Das Schriftstück selbst jedoch ist nicht echt und der Name wurde nachträglich eingefügt. Tatsächlich tritt Stargard erst um 1224 urkundlich in Erscheinung. Das markanteste Zeichen der Burg – der Bergfried – wird ab 1250 erbaut. Verhältnismäßig schnell steigt die Siedlung gar zur Residenz einer Nebenlinie der mecklenburgischen Fürsten auf. Im Dreißigjährigen Krieg dient Stargard für kurze Zeit Johann t‘Serclaes Tilly, einem Heerführer der Katholischen Liga, als Operationsbasis. Ihre politische und lokalstrategische Bedeutung verliert die Stadt allerdings genauso schnell. Ein Großbrand im Jahre 1758 tut beim Niedergang sein Übriges. Lediglich als kleiner Verwaltungsstandort hat Stargard noch einige Wichtigkeit, ist aber ab dem frühen 20. Jahrhundert nicht einmal mehr überörtlich tätig. In anderen Bereichen jedoch setzt Stargard, dessen Name 1929 um die Bezeichnung Burg erweitert wird, deutliche Zeichen. Gegenwärtig dient der gesamte Komplex vor allem als Kulturzentrum. Durch die umfangreichen Restaurierungsmaßnahmen nach der Wende wird die Burg zu einem Museum umfunktioniert. Im ehemaligen Marstall befindet sich auf etwa 500 m² eine Ausstellung rund um das wohl wichtigste Arbeitsgerät der mittelalterlichen Ritter – das Pferd. Zudem gibt es archäologische Zeugnisse der Besiedlungsgeschichte zu entdecken. Auch der 1938 errichtete Gasthof „Alte Münze” wurde neu belebt. Hier kann man seitdem zünftig wie zu Zeiten der alten Rittersleute tafeln.

Einen besonderen Reiz entwickelt der Weihnachtsmarkt der Gewerbetreibenden im Dezember. In diesem Jahr findet er am 19. Dezember auf dem Marktplatz der kleinen Stadt statt. Wie auch in den Jahren zuvor schon veranstaltet der Gewerbeverein Burg Stargard diesen Höhepunkt des Jahres. Erneut werden zahlreiche traditionelle Erzeugnisse verschiedenster Handwerkskünste zu bestaunen und zu erwer-

ben sein. Es steht zu hoffen, dass das Wetter mitspielt, denn dann lohnt der Besuch der verschneiten Burg umso mehr. Ohnehin sollten Interessierte einen eingehenden Blick – z. B. vom Bergfried herab – wagen. Text: hed


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Schloss Griebenow In strahlendem Rot leuchtet die kleine Fachwerkkapelle am Schloss Griebenow durch die entlaubten Bäume und wirkt das ganze Jahr über schon festlich geschmückt. Das Schloss Griebenow war im 18. Jahrhundert, als es in seiner jetzigen Form gebaut wurde, eines der größten nichtköniglichen Schlösser Schwedens. Und die damalige Pracht lässt sich in Schloss und Park heute wieder erahnen. Besonders weihnachtlich wird es in Griebenow am dritten Adventswochenende. Dann findet Samstag und Sonntag von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr der traditionelle Adventsmarkt statt. In besinnlicher Atmosphäre mit Glühweinduft und Kerzenschein präsentieren Kunsthandwerker Schmuck, Keramik, Leuchter, Kerzen, Bücher und Drechselarbeiten. Wer noch auf der Suche nach einem besonderen Weihnachtsgeschenk ist, wird hier viele Inspirationen finden. Umrahmt wird der Adventsmarkt von einem Krippenspiel am Samstag um 14.00 Uhr in der Schlosskapelle und am Sonntag um 17.00 Uhr mit weihnachtlichen Weisen, gesungen vom Chor der Volkshochschule Greifswald. Text: mia

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Weihnachtsmenü The American Way Nicht selten findet man an einem geschmückten amerikanischen Weihnachtsbaum eine Gewürzgurke hängen. Man könnte darin eine Bestätigung des Vorurteils sehen, dass die „Yankees spinnen“. Tatsächlich wurde der Brauch von deutschen Einwanderern mitgebracht. Die Gurke verspricht Glück für das kommende Jahr und ist heute ohnehin aus Glas. Das jedenfalls berichten meine amerikanischen Freunde Liz und Peter, denen ich die unten stehenden Rezepte verdanke. Überhaupt – der Weihnachtsbaum. Ihn zu schmücken, ist in den meisten US-Haushalten eine sich über mehrere Tage hinweg ziehende Arbeit. Möglichst groß muss er sein und überbordend geschmückt. Bei den Kindern beginnt mit dem Öffnen des ersten Fensterchens am Adventskalender die Spannung und die Frage, welche Geschenke es wohl in diesem Jahr gibt. Da der Weihnachtsbaum schon Anfang Dezember aufgestellt und geschmückt wird, können auch die hübsch verpackten Gaben schon beizeiten darunter drapiert werden. Das setzt bei allen Mitgliedern des Haushalts eine gewisse Disziplin voraus: vorher schütteln, anfassen oder gar mal durch ein kleines Loch rein gucken, gilt

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nicht. Dafür können sich alle schon mal an den bunten Päckchen erfreuen. Ein Brauch, der durchaus charmanter ist als ein „eilig Abend“, an dem Geschenke um vier Uhr eingewickelt und um sechs Uhr wieder ausgepackt werden. Wenn es mit der Disziplin nicht klappt, kann auch Santa Claus zu Hilfe gerufen werden. Der bringt dann die Geschenke in der Nacht vom Heiligen Abend zum ersten Weihnachtstag. Das Verteilen der Geschenke übernimmt in aller Regel das Familienoberhaupt. Danach sind zumindest alle Erwachsenen so erschöpft, dass es dringend einer Stärkung, am Besten durch einen klassischen „Eggnogg“ bedarf. Der ist eher ein Punsch und hat mit unserem Eierlikör so gut wie nichts gemein. Das Originalrezept für Eggnogg stammt von Liz` Großvater: sechs Eier trennen, Eiweiß kalt stellen. Eigelb in einer großen Schüssel schaumig schlagen, nach und nach 150 g Zucker einarbeiten bis die Masse dick ist. 1/2 l Weinbrand oder 1/4 l Weinbrand und 1/4 l Whiskey sowie 1/2 l Milch nach und nach unterrühren, dann 3-4 Stunden kalt stellen. Kurz vor dem Servieren die Mischung durchschlagen, dabei 1/2 l Sahne und 1/8 l Rum einarbeiten. Eiweiß festschlagen, unterheben und

in gekühlte Gläser füllen. Einen Hauch frisch geriebene Muskatnuss überstäuben und sofort servieren. Am Abend wird dann das Christmas Dinner zelebriert. Der Esstisch wird mit allem, was Schränke und Schubladen hergeben, hergerichtet. Omas feinster Damast, das Familiensilber und das beste Geschirr haben ihren Auftritt. Und für den wahren Amerikaner gibt es nur eine Option für den Hauptgang: einen Turkey, den klassischen Truthahn. Vorspeise und Nachtisch richten sich meistens nach Region und familiärer Herkunft. Kein Wunder angesichts der vielen Nationen, aus denen Menschen nach Amerika eingewandert sind. Bei meinen Freunden, deren Vorfahren aus Italien und Frankreich kommen, gibt es „Baked Goat Cheese with Lettuce“, gebackenen Ziegenkäse mit Salat. Den besonderen Pfiff bekommt diese Vorspeise durch das Marinieren des Käses in einer Kräuter-Öl-Mischung: Eine Rolle frischen Ziegenkäse in Scheiben schneiden. Die Käsescheiben in einer Mischung aus ca. 60 ml bestem Olivenöl, 1 TL frischem, gehacktem Rosmarin, und 2 EL gehackter, glatter Petersilie

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zwei Tage im Kühlschrank ziehen lassen, zwischendurch mehrmals wenden. Den marinierten Käse aus dem Kühlschrank nehmen und eine Stunde bei Zimmertemperatur stehen lassen. Dann aus der Marinade nehmen, in Semmelbröseln wenden und auf einem Blech bei ca. 200 Grad 5-6 Minuten backen. Eine Marinade aus Rotwein- oder Himbeeressig, gutem Olivenöl, Salz, Pfeffer und einem Hauch geriebenem Ingwer anrühren. Dieses Dressing über eine Mischung aus Rauke, Feldsalat, Eichblattsalat oder anderen Blattsalaten träufeln. Die Zubereitung des Truthahns ist ein Projekt, bei dem meine Freunde Liz und Peter gemeinsam Hand anlegen. Denn der gesundheitliche Vorteil des Vogels, seine Magerheit und die in den USA besonders geschätzte Cholesterinarmut, machen ihn zu einem heiklen Objekt. Fünfzehn Minuten zu lange im Ofen und auf dem Teller liegt ein trockenes, faseriges Etwas. Hier das traditionelle Rezept von Liz: Je nach Größe 2-3 feingehackte Zwiebeln in 100g Butter bei mäßiger Hitze anschmoren. In eine

große Schüssel geben. In der gleichen Pfanne im restlichen Fett 500g Schweinemett hellbraun braten, danach kräftig mit Salz, Pfeffer, Muskat, Piment, 1-2 gepressten Knoblauchzehen und 2 TL Majoran abschmecken. Zu den Zwiebeln geben. In der gleichen Pfanne jetzt die Truthahnleber anbraten, evtl. etwas Fett hinzufügen. Die Leber grob hacken, mit 3 TL Thymian, 3 EL gehackter Petersilie, 5 EL Madeira und 5 EL Sahne zum Schweinemett geben. In die Mischung soviel Weißbrotstücke einarbeiten, dass eine geschmeidige, nicht zu trockene Füllung entsteht. Eventuell mit etwas Sahne oder Madeira anfeuchten. Jetzt den Truthahn waschen und abtrocknen, innen mit Salz und Pfeffer einreiben und die Farce einfüllen. Die Öffnung mit Küchengarn verschließen, die Haut mit zerlassener Butter einpinseln und mit gemahlenem Meersalz bestreuen. Auf dem Rost im Backofen bei 180 Grad etwa 2 Stunden backen, darunter eine gebutterte und mit feinen Zwiebelwürfeln bestreute Saftpfanne einsetzen. Den Truthahn alle 15 Minuten

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wenden, mit zerlassener Butter, später mit dem Saft aus der Pfanne beträufeln. Als Garprobe mit einer Rouladennadel in die dickste Stelle des Schenkels stechen. Der austretende Saft sollte gelblich-weiß und klar sein. Wenn bei der Garprobe kein Saft mehr austritt, so Peter, sollte man den Truthahn wegwerfen und den nächsten Pizzaservice anrufen oder wenigstens viel Bier bereit stellen. Denn dann ist das Fleisch zäh und trocken, allenfalls die Füllung verspricht noch etwas Genuss. Besonders gegen Ende der Garzeit ist also höchste Aufmerksamkeit geboten. Zum Nachtisch gibt es dann einen „Pecan Pie“, einen Kuchen, dessen Rezept aus den Südstaaten stammt. Pecannüsse eignen sich ganz besonders zum Backen. Der „Pecan Pie“ ist wohl

die bekannteste Nachspeise des Südens. Basis ist ein normaler Mürbeteig, wie er für viele Obstkuchen verwendet wird. Den Ofen auf 190 Grad vorheizen. In einer Schüssel ca. 60 g Butter und eine Tasse Zucker schaumig rühren. Dann 10 Tropfen Vanilleextrakt und 180 ml Maisstärkesirup sowie 4 Eier zugeben; alles schaumig schlagen. Nun ca. 200 g halbierte Pecannüsse unterziehen. Eine Springform (21 cm Durchmesser) mit dem Teig auslegen, die Füllung auf den Teig geben. Etwa 5 Minuten bei 190 Grad backen, dann die Temperatur auf 160 Grad reduzieren und weitere 45 Minuten backen, bis ein in die Mitte des Kuchens eingeführtes Holzstäbchen ohne Rückstände bleibt, den Kuchen bei Zimmertemperatur servieren. Zum lauwarmen Kuchen gehören Schlagsahne, ein starker Kaffee

mit Schuss und, als krönendes Element, ein süßer Portwein. Spätestens nach zwei Stücken wird jeder Esser pappsatt und zufrieden sein, egal wie ungenießbar und trocken der Truthahn wohl geraten sein mochte. Merry Christmas! Text/Fotos: ces


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Eurorettung essentiell Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt Bankenwesen ist Corinna Wohlfeil für die Deutsche Bank als Anlageberaterin tätig. Nebenbei trainiert sie Kollegen im Verhaltensbereich. Eher zufällig kommt sie in die Situation, eine Veranstaltung ihres Arbeitgebers zu moderieren. In der Folge kürt man sie, das konzerneigene Business-TV mit aufzubauen, in dessen Ergebnis ein kurzer Spot beim Fernsehsender n-tv entsteht. Dabei richtet Wohlfeil stets ein und denselben Satz an einen Anlageexperten: „Was ist heute ihr Anlagetipp des Tages?” Offenbar ist der Sender von ihrer Leistung derart angetan, dass er irgendwann anruft und ein umfangreicheres Engagement vorschlägt. Ihr Chef – selbst gelernter Journalist – ermutigt Wohlfeil, das Angebot anzunehmen. Er stellt ihr sogar einen Freifahrtschein aus, indem er ihr jederzeit die Möglichkeit zur Rückkehr offen hält. Thematisch ist Corinna Wohlfeil ihrem Beruf treu geblieben. Derzeit moderiert sie die „Märkte am Morgen” sowie die „Telebörse”. Trotzdem hat der Schritt ins Fernsehen für sie eine erhebliche Umstellung bedeutet. „Bei den ersten Filmaufnahmen fand ich es sehr mutig, dass n-tv die gesendet hat”, scherzt sie. Mit Bezug auf die Spontaneität sei es allerdings kein großer Unterschied auf einer Bühne oder vor einer Kamera zu stehen. Immerhin seien 95% bei n-tv live. Möglichkeiten, etwas zu schneiden, gebe es kaum. „Den Schnitt machen Sie selbst, indem Sie sagen: „Vergessen Sie alles, was ich bisher gesagt habe, ich fange noch einmal an!” sagt die gebürtige Ratzeburgerin. Vor allem ihre Kompetenz mit Blick auf die Aktienmärkte und die Wirtschaftsentwicklung ga-

ben offensichtlich den Ausschlag für eine mittlerweile zehnjährige Zusammenarbeit. Nach den jüngsten Entwicklungen in Zusammenhang mit der Finanzund Wirtschaftskrise befragt ist sie verhalten optimistisch, was den Euroraum angeht. Wohlfeil glaubt nicht an den schlimmsten Fall, nämlich das Auseinanderbrechen der Währungsunion. „Das kann sich Europa einfach nicht leisten”, ist sie überzeugt. Nach ihrer Einschätzung wird es auch im Falle weiterer Bankrotte erneut zur Rettung kommen. Zwar sei unklar, wie das alles bezahlt werden soll, doch ist sie sich sicher, dass die Europäische Union kein Land fallen lassen werde. „Europa kann nicht ohne seine Mitglieder, die Mitglieder aber auch nicht ohne Europa erfolgreich sein” resümiert Wohlfeil. Gerade im Kontext der sogenannten Emergent Markets – also der aufkommenden Märkte – China, Indien oder Brasilien könnten sich die europäischen Länder allein nicht behaupten. Goldman Sachs ginge schließlich davon aus, dass die Vorgenannten spätestens 2050 wirtschaftlich führend sein könnten.

sächlichen Situation seitens der Märkte ist für sie einigermaßen unverständlich. Der Markt scheine die Finanzkrise schon fast vergessen zu haben. Zudem bereitet ihr die US-amerikanische Überflutung des Marktes mit Geld Sorge. Auch deswegen rechnet Wohlfeil für das kommende Jahr mit leichten Rückschlägen. Trotzdem ist sie froh, keine Analystin, sondern Journalistin zu sein und hält sich mit Geheimtipps bedeckt. Ohnehin sei das „immer eine Frage des Anlagehorizontes und der persönlichen Risikobereitschaft”. Mit unspezifischen Empfehlungen ist es also meist nicht ohne Weiteres getan.

Wohlfeil betont zudem das Eigeninteresse des deutschen Marktes an den Hilfen für Volkswirtschaften in unmittelbarer geografischer Nähe. Immerhin wickele die Bundesrepublik einen erheblichen Anteil am Außenhandel innereuropäisch ab. Den Export sieht sie demnach als wichtigsten Wachstumstreiber. „Die reine Binnenwirtschaft bringt in Deutschland nicht genügend ein” mahnt Wohlfeil. Hier bestünde noch einiger Nachholbedarf. Die Arbeit der Bundesregierung auf diesem Betätigungsfeld sieht sie skeptisch als engagiert, aber bisher nur mäßig erfolgreich. Auch die Wahrnehmung der tat-

Text: hed

Um ihren Standpunkt klar zu machen verwendet Wohlfeil eine interessante Analogie: „Meistens suchen wir sofort den Fachmann auf. Wenn wir krank sind, gehen wir zum Arzt oder – ganz banal – die Haare lassen wir uns vom Friseur schneiden. Bei den Finanzen glauben wir im Gegensatz dazu, die schon irgendwie alleine regeln zu können. Und das ist der Trugschluss. Auch da sollten wir eine kompetente Fachkraft unseres Vertrauens finden.”


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Konjunkturpaket II Stolze 15 Maßnahmen umfasst die Liste der Projekte in Greifswald, die durch das Konjunkturpaket II gefördert werden. Ob neue Fenster, Türen, Giebel, Dächer oder Heizungen: profitiert haben von der staatlichen Finanzspritze vor allem Schulen und Kitas. Mit der Übergabe der Turnhalle an der Nexö-Grundschule im Greifswalder Ostseeviertel wurde kürzlich eine der letzten und teuersten Maßnahmen realisiert. 1,57 Millionen Euro kostete der Neubau, wobei sich der Bund mit 1,16 Mio. und das Land mit 155.000 Euro beteiligten. Nach nur sieben Monaten Bauzeit haben die Schüler der Grundschule ihre neue Turnhalle mit Fuß- und VolleyballTurnieren sportlich eingeweiht. Die alte Halle musste abgerissen werden, da eine Sanierung zu aufwendig und zu teuer gewesen wäre. Der 30 Meter lange und 26 Meter breite Neubau wurde bis auf die mechanische Zulüftung mit Wärmerückgewinnung nach Passivhausstandard

errichtet. Dadurch ist der Energieverbrauch sehr niedrig. Gleichzeitig enden damit auch die langen Fußmärsche der Schüler zum „Blauen Wunder“, der Ersatzhalle während der Übergangszeit. Sichtlich zufrieden zeigte sich die Leiterin der Schule, Katrin Schmidt: „Wir können jetzt endlich unter sehr guten Bedingungen Sport machen“, sagt sie. Neben der Nexö-Grundschule zogen unter anderem auch die Kollwitzund Pestalozzischule sowie die Kitas Riems und Regenbogen Nutzen aus dem Konjunkturpaket II. Die sanierte Kollwitz-Schule konnte bereits am 17. November übergeben werden. Ziel war es insbesondere, die Energieeffizienz der Gebäude zu steigern. Dank Baumaßnahmen wie Fenstererneuerungen und Fassadendämmungen spart die Stadt jährlich 50.000 Euro Energiekosten. Durch den Einbau moderner Steuer- und Regeltechnik für Heizung, Fernwärme und Strom sollen weitere 70.000 Euro hinzukommen. Neben diesen

Maßnahmen wurde auch in die Infrastruktur investiert. So förderte die Stadt mit dem Konjunkturpaket die Rekonstruktion der Wallanlage sowie die Erneuerung von Dach und Fassade der Klosterscheune in Eldena. „Wir sind als Stadt dankbar für das Konjunkturpaket“, sagte Winfried Kremer, Leiter des Immobilienverwaltungsamtes. „Dadurch konnten wir viele Maßnahmen umsetzen, die über den städtischen Haushalt sonst nur schwer zu finanzieren gewesen wären.“ Dass überhaupt so viele Investitionen möglich waren, sei auf die disziplinierte Haushaltsführung der Stadt zurückzuführen, so der kommissarische Stadtkämmerer Dietger Wille. Schließlich hätte der Eigenanteil der Stadt an den Maßnahmen nur aufgrund der Überschüsse aus den Jahresabschlüssen aufgebracht werden können. Text: mo


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Stralsund ruft Hausbesitzer zum Sanieren auf Halb zerfallene Häuser in der Innenstadt Stralsunds sollen bald der Vergangenheit angehören. Die Stadt mahnt Eigentümer unsanierter Häuser zum Handeln. Derzeit würden die Betroffenen systematisch dazu aufgefordert, ihre Häuser instand zu setzen, sagt der Leiter der Abteilung Planung und Denkmalschutz, Ekkehard Wohlgemuth. Über regelmäßige Kontrollen sollen gravierende Baumängel zum Beispiel bei der Standsicherheit, der Fassadensicherung und der Dachentwässerung registriert werden. Von den rund 1.000 Häusern in der Innenstadt sei die Hälfte als Einzeldenkmale geschützt. Laut Wohlgemuth seien ungefähr 300 Häuser noch nicht saniert. Als härteste Maßnahme drohe uneinsichtigen Eigentümern eine Enteignung. Gleichzeitig führt Wohlgemuth die Fortschritte bei der Sanierung in der als UNESCO-Welterbe geschützten Innenstadt vor Augen. „Rund 70 Prozent der Häuser sind mittlerweile saniert oder teilsaniert“, sagt er. Damit habe sich das Verhältnis von sanierten und unsanierten Gebäuden seit der Wende umgekehrt. Zurückzuführen sei dies sowohl auf engagierte Bauherren als auch auf die Fördermittel von Land, Bund oder den Stiftungen für Denkmalschutz und Denkmalpflege. Für die Auswahl geeigneter Investoren, die finanziell auch tatsächlich dazu in der Lage sind, ein Grundstück zu sanieren, sei die Stadt verantwortlich. Hier habe sie gutes Geschick bewiesen. Das betreffe auch die Baulücken, die zunehmend geschlossen würden. „Die Altstadt ist beeindruckend schön, doch umso mehr fallen noch nicht erneuerte Häuser auf“, so Bauamtsleiter Dieter Hartlieb. Die roten Felder zeigen sanierte Gebäude in den Jahren 1990 (oben) und 2010 (unten).

Um die Instandsetzung weiter voran zu treiben, wolle die Stadt künftig sämtliche rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen. So hätte sie mit dem Denkmalschutzgesetz, dem Baugesetzbuch oder über ein städtebauliches Gebot einen Handlungsspielraum. Damit soll auch den Spekulanten ein Riegel vorgeschoben werden. Finanzschwachen Eigentümern biete die Stadt Unterstützung an. So könne die Hansestadt Gebäude über ein Treuhandmodell übergangsweise erwerben. Zudem gebe es die Möglichkeit, Fördermittel, zum

Beispiel aus dem Bürgerhausprogramm, zu beantragen. „Uneinsichtige Eigentümer können jetzt auch nicht mehr auf unsanierte Gebäude der Stadt verweisen“, erklärt Wohlgemuth. „Hier gibt es eine gewaltige Entwicklung, wie die Maßnahmen am Bauamt oder auch am Johanneskloster zeigen.“ Die Stadt habe einen hohen Anspruch als Welterbe, das erhalten werden müsse. Ein Verfall sei inakzeptabel, meint Hartlieb. Text: mo; Karten: Hansestadt Stralsund


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Fachkräftemangel in MV? L&L klärt im Gespräch mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Stralsund, Dr. Jürgen Radloff, wie gravierend der Fachkräftemangel in Vorpommern wirklich ist. L&L: Herr Dr. Radloff, zuerst eine allgemeine Frage: wie stellt sich die Situation für qualifizierte Arbeitskräfte derzeit dar? Radloff: Wir hatten gerade im letzten Jahr eine sehr positive Entwicklung am Arbeitsmarkt in der Region. Die Arbeitslosigkeit ging zurück, die Zahl der Beschäftigten hat wieder zugenommen. In den vergangenen sechs Jahren hat sich die Arbeitslosenzahl sogar halbiert. Trotzdem ist die Arbeitslosigkeit nach wie vor hoch. In der Tat gibt es einige Branchen, die schon seit Jahren über einen Fachkräftemangel klagen. Das beginnt bei hochqualifizierten Berufen, z. B. im medizinischen Sektor. Auch bei den Ingenieursberufen haben wir Schwierigkeiten. Mittlerweile kommen aber auch Branchen dazu, in denen das bisher nicht so manifest war. Das sind unter anderem die Gesundheitsberufe, also Krankenpfleger oder Altenpfleger. Zumindest in der Saison können wir mittlerweile aber auch davon ausgehen, dass sogar im Hotel- und Gaststättengewerbe Fachkräfte knapp werden.

ständig ändert. Die wirtschaftliche Entwicklung ist nicht linear, sondern wandelt sich. Von der Finanz- und Wirtschaftskrise waren wir hier insgesamt nicht so stark betroffen wie beispielsweise Süddeutschland. In der aktuellen Aufschwungphase entsteht jetzt auch wieder ein erhöhter Bedarf an Arbeitskräften seitens der Wirtschaft. Für enorm einflussreich halte ich, dass wir in der Region die Auswirkungen des demografischen Wandels direkt zu spüren bekommen. Wir haben eine zunehmende Zahl älterer Arbeitnehmer, die in den wohlverdienten Ruhestand treten. Auf der anderen Seite kommen gerade die geburtenschwachen Jahrgänge aus der Schule, so dass schlicht keine ausreichende Zahl junger Leute mehr nachkommt, die für den Arbeitsmarkt zur Verfügung steht. L&L: Wie sieht die Situation auf dem Lehrlings- und Lehrstellenmarkt derzeit aus? Radloff: Wir haben im Vergleich zu den Vorjahren eine völlig veränderte Situation. Erstmals haben wir mehr gemeldete betriebliche Lehrstellen als Bewerber. Seit der Wiedervereinigung waren wir immer mit dem Problem einer ungenügenden Zahl an Ausbildungsstellen konfrontiert. Das hat sich gänzlich gewandelt.

L&L: Welche Ursachen sehen Sie für diese Entwicklung?

L&L: Wie wird sich das aus Ihrer Sicht in den kommenden zwei bis fünf Jahren weiterentwickeln?

Radloff: Dafür gibt es natürlich eine ganze Reihe von Ursachen. Wichtig ist zu verstehen, dass der Bedarf vielen Einflüssen unterliegt und sich

Radloff: Ich gehe davon aus, dass wir die gleiche Lage haben werden, vorausgesetzt die Ausbildungsneigung der Unternehmen bleibt konstant.

Vermutlich werden wir 2011 bei den Schulabgängerzahlen den Tiefpunkt erreichen. Danach nimmt dann bis 2015 die Zahl der Schulabgänger wieder relativ leicht zu. Deshalb wird sich die Problematik dann auch in den nächsten Jahren kaum ändern. L&L: Die Anbieter von Lehrstellen beklagen eine mangelhafte Ausbildungsfähigkeit. Woran liegt das und wie könnte Abhilfe geschaffen werden? Radloff: Diese Klagen sind mir durchaus bekannt. Allerdings müssten Sie da eher auch die Unternehmer selbst fragen. Wir nehmen diese Kritik ja nur auf. Offenbar ist es aber so, dass grundlegende Fertigkeiten – z. B. Mathematik oder Deutsch – bei einigen jungen Leuten nicht mehr in ausreichender Qualität vorhanden sind. Ein erhebliches Problem ist auch die vergleichsweise hohe Quote von Schulabgängern, die keinen Abschluss haben. Darüber hinaus haben wir bedauerlicherweise eine recht hohe Zahl von Jugendlichen, die ihre Ausbildung nicht beenden. Derzeit liegt die Quote bei etwa 25%, in einigen Branchen sogar darüber. L&L: Warum ist das so? Radloff: Für die große Zahl an Abbrechern gibt es selbstverständlich unterschiedliche Ursachen. Ein Teil der Unternehmen stellt mitunter Jugendliche ein, die nicht in hinreichendem Maße die Voraussetzungen für die Ausbildung mitbringen. Werden diese dann nicht zusätzlich unterstützt, können die jungen Leute rasch mit dem Stoff der Ausbildung überfordert sein. Frustration und schlimmstenfalls der Abbruch der Ausbildung sind dann die Folge. Andererseits wählen einige Jugendliche einen Beruf, bei dem sich schnell herausstellt, dass er eigentlich nicht ihren Neigungen, Interessen oder Fertigkeiten entspricht. Falsche Vorstellungen über den Beruf und die Arbeitswelt spielen da auch


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mit rein. Insbesondere zu Beginn einer Ausbildung relativiert sich das. In der Regel nutzen diese Jugendlichen die Chance einer zweiten Ausbildung. Die Zahl derer, die ganz ohne Berufsabschluss in die Arbeitswelt eintreten, ist entsprechend gering. L&L: Was könnte man dagegen tun? Radloff: Das beginnt mit einer frühzeitigen Berufsorientierung in der Schule. Aber auch das Elternhaus ist gefordert. Zudem müssen die Unternehmen die Chance nutzen, auf die Jugendlichen zuzugehen. Berufspraktika, Probebeschäftigungen in den Ferien und andere Angebote können einen wertvollen Beitrag dazu leisten, dass sich Jugendliche rechtzeitig mit dem Thema Arbeitswelt auseinandersetzen. L&L: Ist Vorpommern im deutschlandweiten Vergleich stärker als andere Regionen betroffen? Radloff: Hinsichtlich des Fachkräftemangels denke ich das nicht. Im Moment ist der Süden der Republik – zumindest in bestimmten Berufsfeldern – stärker betroffen. Vor allem dort, wo wir eine starke Konzentration auf die Exportwirtschaft haben, sind die Probleme derzeit größer. In der Region haben wir eine andere

Wirtschaftsstruktur. Hier sind mittlere und kleine Betriebe prägend. Die Prognosen zeigen zudem, dass bis 2020 die Zahl der Erwerbsfähigen um 25-30% zurückgeht. Sollte diese Entwicklung anhalten, wird es dann natürlich auch sukzessive schwieriger, qualifizierte Fachkräfte in der Region zu finden. L&L: Welche Maßnahmen ergreifen Sie dagegen? Radloff: Die Möglichkeiten der Arbeitsagenturen bestehen grundsätzlich darin, zu flankieren und Entwicklungen zu begleiten, beispielsweise mit mehrmonatigen Anpassungsqualifikationen. Zuerst sind natürlich die Unternehmen selbst gefordert. Wir bilden seit Jahren verstärkt aus. Wir werden das auch in den kommenden Jahren fortführen, selbst wenn die uns zur Verfügung stehenden Mittel künftig geringer ausfallen als in den vergangenen Jahren. Ich möchte aber betonen, dass das direkt mit der Entwicklung am Arbeitsmarkt zu tun hat. Seit 2004 haben wir die Arbeitslosenzahl halbiert! Es ist klar, dass dann auch weniger Mittel zugeteilt werden. L&L: In den vergangenen Jahren ist man gerade im Hotel- und Gaststättengewerbe dazu übergegangen,

Vollzeitstellen in Teilzeitstellen umzuwandeln. Warum ist das so? Radloff: Es war klar, dass das Wachstum mit den teils enormen Steigerungsraten nicht immer so weiter gehen kann. Ich vermute, dass die von Ihnen bezeichnete Situation zum großen Teil von unternehmerischen Entscheidungen beeinflusst wird. Es wird beispielsweise nur zu bestimmten Spitzenzeiten eine größere Zahl von Mitarbeitern vor Ort benötigt. Das sehen wir aber auch im Handel oder in einigen Dienstleistungsbereichen. In den Jahrzehnten seit der Wiedervereinigung wurde immens viel in die Ausbildung und Qualifikation junger Leute und vormals Arbeitsloser investiert. Jetzt spielen auch die Arbeitsbedingungen in einer Branche eine zunehmend große Rolle. Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit gaben sich früher viele Arbeitnehmer selbst mit geringerwertigen Bedingungen zufrieden. Das ändert sich jetzt, auch aufgrund des demografischen Wandels. Die Arbeitsbedingungen haben ein zunehmendes Gewicht bei der Arbeitsplatzwahl. Wichtig sind also Arbeitszeiten und die Entlohnung. Auch für junge Leute spielt das bei der Berufswahl eine zentrale Rolle.

Unseren Mandanten, Geschäftspartnern und Freunden wünschen wir ein besinnliches Weihnachtsfest sowie ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2011! Seemann, Kalker & Partner Steuerberater

Revisions-Treuhand Schäfer & Dr. Rudel GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Universitäts- und Hansestadt Greifswald Seebad Heringsdorf –Wolgast – Bad Oldesloe


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L&L: Was müssten die Hoteliers denn aus Ihrer Sicht tun? Radloff: Viele Unternehmen haben die Zeichen der Zeit bereits erkannt und sich auf den sich wandelnden Arbeitsmarkt eingestellt. Doch hier kann man innerhalb der Branche deutliche Unterschiede ausmachen. Besonders die gehobenen Angebote in der Spitzengastronomie reagieren seit Jahren auf die sich ändernde Situation. Wir haben mittlerweile einen dreifachen Wettbewerb um Fachkräfte: erstens innerhalb der Branchen selbst, zweitens unter den unterschiedlichen Branchen und drittens unter den Regionen. Darauf muss man reagieren. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich die Fachkräfteproblematik in absehbarer Zeit nicht abmindert. L&L: Es gibt ja immer noch einen relativ hohen Anteil an eher unterqualifizierten Leistungsempfängern.

Welche Möglichkeiten sehen Sie, durch entsprechende Qualifikationsmaßnahmen gegenzusteuern? Radloff: Es ist leider so, dass mit längerer Arbeitslosigkeit auch die Chance auf einen neuen Arbeitsplatz meistens eher geringer wird. Dazu kommt, dass der Bedarf an ungelernten Kräften auch weiterhin abnimmt. Firmen sind deshalb vor allem an Facharbeitern interessiert. Dieser Trend wird vermutlich anhalten. Hier können wir mit Mitteln der beruflichen Qualifizierung oder auch einer Umschulung helfen. Oft ist es – gerade bei gering Qualifizierten – aber notwendig, vorher andere Maßnahmen vorzuschalten, um sie wieder zu aktivieren und fit zu machen für den Arbeitsmarkt. L&L: Wie erfolgreich ist diese Arbeit? Radloff: Die Instrumente sind natürlich unterschiedlich erfolgreich. Man darf allerdings nicht glauben, dass

es das erklärte Ziel aller Maßnahmen sei, einen direkten Einstieg in den Arbeitsmarkt zu finden. Zum Beispiel führen wir je nach Fall oft erst einmal eine Trainingsmaßnahme durch, um im Ergebnis die passende berufliche Qualifizierungsmaßnahme zu starten. Wenn wir uns nur die Zahlen anschauen, haben wir eine Vermittlungsquote aus diesen Maßnahmen von 30 bis 35%. Das ist aber, wie erläutert, nicht das vollständige Bild. L&L: Ab Mai 2011 wird die völlige Arbeitnehmerfreizügigkeit greifen. Damit wird unter Umständen auch ein erhöhter Arbeitnehmeraustausch zwischen Polen und Deutschland zur Realität. Wie wird sich das auf den hiesigen Arbeitsmarkt auswirken? Radloff: Insgesamt bin ich hoffnungsvoll, was den Prozess des Zusammenwachsens betrifft. Das hören unsere Hansestädte Greifswald und Stralsund zwar nicht gerne,


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aber das eigentliche Oberzentrum Vorpommerns ist Stettin. Je nach Grenzziehung hat Stettin mit unmittelbarem Umland immerhin 1,5 Mio. Einwohner. Ich denke, das wird positiv auf die Region ausstrahlen. Es ist allerdings nicht von einer riesigen Wanderungsbewegung polnischer Arbeitskräfte in unsere Region auszugehen. Das hängt auch mit der prosperierenden Wirtschaft auf polnischer Seite zusammen. Die Lohnunterschiede sind zudem bereits abgeschmolzen oder werden es in den nächsten Jahren sein. Auch die polnischen qualifizierten Arbeitnehmer werden eher in ohnehin starke Regionen gehen und das sind die Metropolen bzw. das Ruhrgebiet. L&L: Ist es möglich, dass ein Oberzentrum wie Stettin die Lage hier vielleicht sogar verschärft? Radloff: Ich glaube nicht – dafür sehe ich keine Anhaltspunkte. Das heißt nicht, dass Fachkräfte die Chance, in Stettin tätig zu werden, nicht nutzen. Aber das gibt es bereits heute schon. Die Dimension halte ich auch auf absehbare Zeit für kein großes Problem. Trotz der guten Entwicklung in Stettin steht der polnische Arbeitsmarkt vor ähnlichen Schwierigkeiten, z. B. im Bereich der Werften.

Förderpreis In den vergangenen Jahren hat es zweifellos einen verstärkten Austausch deutscher und polnischer Wissenschaftler gegeben. Zu vielen polnischen Hochschulen unterhält die Greifswalder Universität mittlerweile gute Kontakte. Dem trägt der Förderpreis für Verdienste um die deutschpolnische Zusammenarbeit der Sparkasse Vorpommern Rechnung. Am 22. November wurde er an Dr. Dr. Tomasz Gredes für seine Arbeiten zur „Knochenheilung durch Wundabdeckungsmaterialien auf Grundlage von transgenem Flachs“ verliehen. Was für den Laien anfangs nur bedingt verständlich klang, erläuterte der

Nachwuchsforscher in einem kurzen, aber aufschlussreichen Vortrag im Anschluss an die Laudatio von Prof. Dr. Tomasz Gedrange. Beide Wissenschaftler sind gebürtige Polen, forschen und arbeiten derzeit allerdings an der Poliklinik für Kieferorthopädie, Präventive Zahnmedizin und Kinderzahnheilkunde der Uni-versität Greifswald. Dr. Dr. Gredes darf sich für seine Forschung über 1.200 Euro freuen. Beispielhaft verknüpft er die Kooperation der Universitäten Greifswald und Wrocław. Wie auch schon zuvor wurde der Förderpreis im Rahmen des Programms des polenmARkT verliehen. Text: hed; Fotos: ces

L&L: Gibt es aus Ihrer Sicht politischen Handlungsbedarf? Radloff: Wir haben zum Beispiel eine relativ große Zahl von qualifizierten Frauen, die nach einer Pause – etwa Elternzeit – wieder in den Arbeitsmarkt zurückkehren möchten. Hierfür muss über entsprechende Angebote in der Kinderbetreuung nachgedacht werden. Wir haben auch die Potentiale der älteren Arbeitnehmer in der Region längst noch nicht ausgeschöpft. Gerade dieser Personenkreis verfügt sehr oft über fundierte Berufserfahrungen und weist einen hohen Qualifikationsstandard auf.

v.l.: J. Hahn (SPK Vorpommern), Preisträger Dr. Dr. Gredes, Prof. Dr. Wöll

L&L: Herr Dr. Radloff, vielen Dank für das Gespräch!

Knabenchor Anklam


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Orte voller Phantasie Mittwochnachmittag in Hanshagen, einer kleinen Gemeinde zwischen Greifswald und Wolgast: Der alte rote Kleinbus der Kunstwerkstätten Greifswald hält vor dem Jugendclub und die staatlich anerkannte Erzieherin Saskia Schniete sowie die Fotografin und Geografin Eva Held steigen aus. Beide werden bereits von zahlreichen Jugendlichen erwartet und tragen nach einer freundlichen Begrüßung Materialkisten mit Bastelutensilien, aber auch Technikequipment wie Laptops und Fotokameras in das Gebäude. Dann beginnt das projektorientierte Arbeiten. Ein halbes Jahr lang fahren Schniete und Held jeden Mittwoch nach Hanshagen, um mit Kindern und Jugendlichen zwischen zehn und achtzehn Jahren handwerklich tätig zu sein. Derzeit steht ein Fotokalender für nächstes Jahr auf dem Programm. Dazu wurde eine Fotosafari veranstaltet, durch die ein reichhaltiger Fundus an Bildern zustande gekommen ist. „Orte voller Phantasie“ heißt das Projekt, mit dem die Mitarbeiterinnen Jungen und Mädchen die Gelegenheit bieten, in ihrer Freizeit kreativ tätig zu sein. „Das Ziel unserer Arbeit ist

es, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich gemeinsam mit anderen künstlerischhandwerklich mit ihrer eigenen Person, anderen Bewohnern und ihrem Wohnort auseinander zu setzen“, erklärt Schniete. Indem die Kinder und Jugendlichen ihre schöpferischen Fähigkeiten entdecken, neue Kontakte knüpfen und selbst über Aktionen entscheiden, entwickeln sie ihre eigene Persönlichkeit weiter. „Damit bietet unser Projekt eine Alternative zu Langeweile und Eintönigkeit in der Freizeitgestaltung sowie zu Angeboten rechtsorientierter Organisationen“, so Schniete weiter. Neben Hanshagen werden jede Woche drei weitere Dörfer in Ostvorpommern angefahren: Lassan, Klein Bünzow und Kagendorf. Im Moment suchen die Mitarbeiterinnen nach Anlaufstellen für das kommende Jahr. Damit arbeiten Schniete und Held pro Jahr mit rund 100 Jugendlichen intensiv zusammen. Neben der Anfertigung von Fotokalendern bieten beide unter anderem auch Töpfern, Filzen, Textiliengestaltung, Holzbearbeitung oder eigene Kurzfilmerstellung an. „Dabei kommt es immer darauf an, was die Kids wollen“, meint Schniete. So geht der

Anspruch von „OVP“ weit über herkömmliches Basteln hinaus. Bei den Kindern in Hanshagen kommt das Projekt jedenfalls gut an. Sie sitzen vor Laptops, suchen Bilder für ihre Kalender aus, bearbeiten sie digital, beraten sich untereinander und schließen neue Freundschaften. Bis Weihnachten sollen die Fotokalender fertiggestellt und anschließend im Dorf verkauft werden. Und auch Schniete selbst bereitet ihre Arbeit Freude: „Es ist ein tolles Gefühl, am Gemeindezentrum vorzufahren, wenn eine Meute von Kindern und Jugendlichen auf Fahrrädern mit grinsendem Gesicht auf einen warten.“ Teilnahmegebühren gibt es bei „OVP“ nicht. Finanziell unterstützt wird das Projekt zum Großteil von der Aktion MENSCH, Träger ist der „Kunstwerkstätten e. V.“, der die Greifswalder Jugendkunstschule betreibt. Vorerst werden Schniete und Held mit dem roten Kleinbus bis März 2012 durch die Lande fahren. Weitere Informationen zum Projekt gibt es im Internet unter der Adresse: www.kunstwerkstaetten.de/ovp Text: mo; Foto: Saskia Schniete


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L&L sportlich Nur fünf Minuten von Greifswald entfernt befindet sich das ALCEDO SPA Levenhagen. Eine kompetente Analyse des Gesundheitszustandes ist wichtig um einen gezielten Trainingsplan zu erstellen. Die individuelle Beratung steht deshalb hier im Vordergrund. Das ALCEDO SPA versteht sich als Gesundheitsstudio. Zentral ist deshalb eine sinnvolle Mischung aus Kraft-, Ausdauer- sowie Entspannungsangeboten. Die Ausdauer kann man beispielsweise an einem sogenannten Crosstrainer verbessern. Die hochmodernen Geräte im Cardiobereich laufen mit echtem Ökostrom – der selbst erzeugten Leistung durch Bewegung. Ein reichhaltiges Kursangebot von A wie Aerobic bis Z wie Zumba sorgt zudem für ausreichende Abwechslung und dafür, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Das umfassende Kursangebot ergänzt das Fitness und Medical Fitnesstraining, das auf einer Fläche von über 800m² mehr als genug Raum bietet. Das ALCEDO SPA ist dabei das einzige TÜV-zertifizierte Gesundheitszentrum im Raum Ostvorpommern und Greifswald. In jedem Jahr bestätigt der TÜV

Rheinland wiederholt den hohen Standard nicht nur der Geräte, sondern auch der beruflichen Qualifikation der Mitarbeiter. Einer von ihnen ist Michael Jakubowski. Der Leiter des Sportbereiches ist studierter Sportwissenschaftler, zertifizierter Sporttherapeut und Stressmanagementtrainer. Man kann also sicher gehen, in guten Händen zu sein. Bereitwillig klärt Jakubowski über Ernährungsgewohnheiten, zielorientiertes Training und das zusätzliche Angebot im Bereich der Gesundheitsanalyse auf. Nach dem umfangreichen Umbau befindet sich seit dem 18. Oktober das Institut für Gesundheitssport und Trainingsanalyse (IGT) in den Räumlichkeiten des ALCEDO SPA. Mit wissenschaftlichen Methoden kann auf Wunsch ein Profil erstellt werden, um das Training zu optimieren. Ferner werden drei unterschiedliche Saunatypen angeboten: eine finnische Sauna (bis 100°C) die zu zahlreichen Aufgüssen einlädt, eine Blockhaussauna (85°C) im schön gestalteten Garten gelegen und ein römisches Dampfbad, das gerade erst komplett neu aufgebaut wurde. Für anhaltende

Entspannung sorgt ein Ruheraum im ersten Stock, der einen weiten, unverstellten Blick auf die Felder um Levenhagen bietet. Ohnehin lädt das ALCEDO SPA zum längerfristigen Verweilen ein, zumal ein Restaurant- und Hotelbetrieb integriert sind. Ein Besuch lohnt sich doppelt: für Hotelgäste ist die Greenfee auf den zwei umliegenden Golfplätzen ermäßigt. Doch auch für einen Tagestrip ist das ALCEDO SPA die Reise wert. Mit einer Tageskarte können zwischen 8 und 22 Uhr sämtliche Geräte, der Saunabereich sowie alle aktuellen Kurse genutzt werden. Eine Terminvereinbarung für ein Probetraining ist jederzeit möglich und gerne stehen die kompetenten Mitarbeiter bei allen Fragen zur Verfügung. Text: hed; Foto: jhe


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Coiffeur au marché In bester Lage Am Markt 4 in Greifswald befindet sich der der zur Friseur GmbH gehörige Coiffeur au Marché. Im neuen, modernen und exklusiven Empfangsbereich begrüßt eine Rezeptionistin die Kunden. Die großzügige Gestaltung mit VIP-Lounge macht das Motto des Unternehmens deutlich: Der Friseur für Körper und Seele. Dazu trägt auch die entspannende Wellnessoase unter einem Sternenhimmel maßgeblich bei. Insgesamt sieben Friseurinnen und eine Kosmetikerin arbeiten hier. Dabei verwenden sie aussschließlich hochwertige Produkte von Jean Darcel, Loreal oder Kérastase. Text: hed; Fotos: jhe

sPENDE VOn hERZEN Es hat sich schon beinahe zu einer Tradition entwickelt, dass sich der Grimmer Unternehmer Paul Hückstädt, Inhaber des gleichnamigen Autohauses, kurz vor Weihnachten in Richtung Greifswald auf den Weg macht. Ziel seiner Reise ist die Kinderkrebsklinik der Universität Greifswald. Auch in diesem Jahr kann sich Stationsleiterin Schwester Dagmar Riske über eine großzügige Spende

freuen. Geld, das dringend gebraucht wird. Zwar ist die Kinderkrebsstation inzwischen in das neue Klinikum umgezogen, was für Patienten und Mitarbeiter zahlreiche Erleichterungen mit sich brachte. Dafür gilt es nun, ein großes Projekt anzupacken: gebaut werden soll ein neues Elternhaus in direkter Nähe zur Klinik. Zwar hat der

Verein zur Unterstützung krebskranker Kinder und der Krebsforschung im Kindesalter e. V. eine solche Einrichtung geschaffen, aber die liegt nun nach dem Umzug weit abseits in Nachbarschaft der alten Klinik. Die rührige Vorsitzende und ihre Mitstreiter haben bereits erste Aktivitäten gestartet. Zunächst gilt es, die rechtlichen Voraussetzungen für die Bebauung des ins Auge gefassten Grundstücks zu schaffen. Und es gilt, intensiv um Spenden für ein gutes und wichtiges Projekt zu werben. Da wir ganz sicher sind, dass auch der eine oder andere Leser von L&L die gute Sache unterstützen möchte, hier das Spendenkonto des Vereins: Voba-Raiffeisenbank e.G., Kto. 779, BLZ 150 616 38. Für alle Spenden gibt es selbstverständlich eine Spendenquittung. Text u. Foto: ces


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Neue märkte im osten Um investitionswillige Unternehmer dabei zu unterstützen, mit möglichst guter Vorbereitung ausländische Märkte zu erschließen, veranstalteten die Nord LB, das Landesministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, die Handwerkskammern, die Landesarbeitsgemeinschaften der Industrieund Handelskammern sowie die Sparkassen MecklenburgVorpommern im Greifswalder Alfried-Krupp-Kolleg am 4. November die FINANZA 2010. Wirtschaftsminister Seidel betonte in seinem Grußwort die Bedeutung des Exports gerade mit Blick auf Russland. In der Tat hätten auch nach seinen Erfahrungen gerade russische Unternehmen ein hohes Interesse an einer wirtschaftlichen Kooperation. Seidel bezeichnete die Handelsaktivitäten im Ausland als unabdingbare Voraussetzung für den Wohlstand in Deutschland. Ohne den Außenhandel wären seiner Ansicht nach die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise noch viel stärker gewesen. Zwar habe Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg des Exportvolumens um 18% zu verzeichnen, doch sei das noch nicht ausreichend. Ein Bestandteil zukünftiger Anstrengungen sind mehrere für das Jahr 2011 geplante Maßnahmen. Auf diese Weise erhofft man sich eine Flexibilisierung der Außenhandelstätigkeiten. Ein zweiter Programmpunkt ist die fortgeführte Intensivierung des Kontaktes zu ausländischen Märkten. Dr. Riegler, Vorstandsmitglied der Nord LB, zeigte sich erfreut über die große Resonanz der Veranstaltung. In seiner Einleitung verglich er die Bundesländer Bayern und M-V, zumal unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg Bayern auch eine vorwiegend agrarisch geprägte Region gewesen wäre.

Vermittels sinnvoller und bewusster Investitionen sei es dort gelungen, wirtschaftliche Zentren zu etablieren. Auch für M-V sei dies grundsätzlich möglich und in Ansätzen bereits in Angriff genommen. Gerade eingedenk der Rolle des deutschen Ostseeraumes als Brückenkopf für das Baltikum und Russland müsse hier noch mehr getan werden. Die Wirtschaftskrise wollte er nicht primär als schädlich, sondern als notwendige Anpassung und Konsolidierung der vorher außer Kontrolle geratenen Märkte verstanden wissen. Einen praktischen Einblick in russische Geschäftsgepflogenheiten bot der Vorstandsvorsitzende der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) in Moskau, Michael Harms. Besonders in den Branchen Energie, Logistik und Landwirtschaft bestehe momentan ein erheblicher Bedarf. Vor allem Modernisierung, Lokalisierung und Regionalisierung seien in den nächsten Jahren die wichtigsten Betätigungsfelder. Auch das nach wie vor hohe Maß an Korruption bezeichnete Harms als deutliches Problem der russischen Wirtschaftsentwicklung. Die Chancen des Marktes lägen zukünftig darin, dass der Staat als Auftraggeber überaus liquide

sei. Zudem seien anhaltend hohe Margen zu erwarten. Die relative geographische Nähe zu Deutschland sowie die relative Rechtssicherheit seien ein weiteres Plus für Investitionen in Russland. Einen gänzlich anderen Akzent setzte der Philosoph Dr. Precht. Er ging der Frage auf den Grund, ob Moral und Ökonomie überhaupt etwas miteinander zu tun hätten. Voraussetzung dafür wäre, dass die Moral einer Tätigkeit der Vernunft entspränge, was Precht im Grundsatz verneinte. Mit einem cleveren Gedankenspiel unterstrich er, dass der Mensch sich nur vorgaukele, moralische Entscheidungen der Vernunft gemäß zu treffen. Vielmehr sei das richtige und gute Handeln intuitiv und stark von den Gruppen abhängig, in denen sich der Einzelne bewege. Die Triebfedern des Handelns sah Precht denn auch in den anthropologischen Konstanten Liebe, Anerkennung und Respekt. Im wirtschaftlichen Kontext könnte beispielsweise die Steigerung der Leistungsfähigkeit eines Unternehmens ohne Ansehung der sozialen Konsequenzen mit Anerkennung verbunden sein. Daher sei der bewusste Umgang mit Ressourcen unabdingbar. Text: hed; Foto: ces


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Brandschutzübung in Greifswald Im Rahmen einer Brandschutzübung zeigten die Feuerwehren und Rettungsdienste der näheren Umgebung ihren hohen Standard im Ernstfall. Dabei wurde klar: Innerhalb von 50 Minuten sind die Verantwortlichen in der Lage, eine Notfallsituation großen Ausmaßes zu kontrollieren.

Blutüberströmte Menschen flüchten panisch aus dem Gebäude, Schreie hallen durch die Gänge, Feuerwehrmänner mit Atemschutzmasken und Taschenlampen schreiten durch dichten Rauch, um verletzte Personen zu retten: Was im Greifswalder Seniorenzentrum „Kursana“ wie ein Katastrophenfall anmutet, entpuppt sich als großangelegte Übung. Die vermeintlichen Brandopfer sind Darsteller, die Wunden nur aufgemalt und der Qualm stammt nicht von einem Feuer, sondern von Nebelmaschinen. Authentisch sind dagegen die Feuerwehrmänner und Notärzte, die hier den Ernstfall proben. Um 18 Uhr schrillt die Alarmsirene auf, keine vier Minuten dauert es, bis die Einsatzkräfte der Greifswalder Berufsfeuerwehr am Unglücksort eintreffen. Sie retten erste Verletzte und stellen Strahlrohre auf, müssen aber feststellen, dass ihre Kräfte nicht ausreichen und fordern Verstärkung an. Zügig treffen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren Greifswald, Dersekow, Hinrichshagen, Kemnitz und der Schnellen Eingreifgruppe der Stadt (SEG) ein. Parallel dazu sind die Rettungsdienste DRK und HKS sowie mehrere Notärzte im Einsatz. Dabei gilt es, die unterschiedlichen Einheiten aufein-

ander abzustimmen und Aufgaben zu verteilen. Brandbekämpfung, Menschenrettung und Verletztenversorgung müssen reibungslos funktionieren, um alle Opfer zu retten. Immer wieder tragen Feuerwehrmänner „Verletzte” aus dem Gebäude. Einige sind bewusstlos, andere tragen Schürfwunden, offene Brüche oder schwere Brandverletzungen davon. Zudem ist im Seniorenheim eine Massenpanik ausgebrochen. Eine Person ist bei der Flucht vor dem Feuer auf einen umgestürzten Stuhl gefallen und schwebt mit einem Stuhlbein im Bauch in Lebensgefahr. Auch ein Feuerwehrmann, der im Gebäude einen Atemschutznotfall erleidet, muss medizinisch versorgt werden. Notärzte sichten die geretteten Personen vor dem Heim und teilen sie in Leicht-, Mittel- und Schwerverletzte ein. Dann werden sie auf Tragen gebettet und in den Speisesaal, der zu einem Sammelraum für die Verletzten umfunktioniert wird, geschafft. Hier betreuen weitere Notärzte sowie das Personal des Seniorenheims die Verletzten und bereiten sie für den Abtransport ins Krankenhaus vor. Letztlich können alle 15 vermissten Personen gerettet werden, gegen 18.50 Uhr ist der Brand schließlich gelöscht. Ingesamt waren bei der Übung 80 Einsatzkräfte mit technischer Ausrüstung im Einsatz. Die älteren Bewohner der Einrichtung wurden allerdings nicht in das Geschehen mit einbezogen. „Ziel der Übung war es, einen Großschadensfall zu trainieren“, erklärt der Einsatzleiter Ralf Hering. „Es ging darum, unterschiedliche Einheiten zu koordinieren.“ Mit dem Ablauf der Übung zeigt er sich zufrieden: „Die Einsatzkräfte waren schnell vor Ort und haben die Aufgaben effizient verteilt. So muss das auch im Ernstfall verlaufen.“ Text und Fotos: mo


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15 jAHRE bOWLING HOF Die Autolackiererei Gottwald gehört zu den ältesten Handwerksbetrieben Greifswalds. Nach der politischen Wende 1990 war sie einer von drei Betrieben in Mecklenburg-Vorpommern, die Großfahrzeuge (LKW und Busse) lackierte. In den Jahren 1994 und 1995 wurden von den Kraftverkehrsbetrieben die älteren Busse ausgesondert und durch neue ersetzt. Diese benötigten keine Lackierung mehr und auch Werbungen wurden größtenteils geklebt. Daher brach für die Lackierereien im Bereich der Großfahrzeuge der Markt erheblich ein. Aufgrund dessen stand die Halle für Großfahrzeuglackierung leer. Es musste also eine neue Geschäftsidee für den ungenutzten Raum her. Die Gesellschafterin Gertrud Gottwald machte den Vorschlag, eine Kegel- oder Bowlingbahn mit Gastronomie zu eröffnen. Die Idee war einigermaßen nahe liegend, da in der Vergangenheit bereits familiäre Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt wurden. Sieben gastronomische Betriebe in Zusammenhang mit Handwerk oder Landwirtschaft hatte die Verwandtschaft mütterlicherseits schon etabliert. Erste Kontakte mit einem Bowlingbahnbauer knüpfte man im Mai

1995. Bis zum 1. Dezember des selben Jahres wurden die Halle und angrenzenden Sanitärräume mit großem Aufwand umgebaut, so dass der Bowling Hof eröffnet werden konnte. Eine primär sportliche Ausrichtung der Anlage gab es allerdings nicht. Im Mittelpunkt stand die Ausstattung zur gemütlichen Biergastronomie für Freizeitbowler. Das 15-jährige Bestehen gibt der damaligen Idee offensichtlich Recht. Mittlerweile bietet der Bowling Hof eine Vielzahl von Veranstaltungsmöglichkeiten an. Von Kindergeburtstagen über Familien- und Betriebsfeiern für bis zu 30 Personen ist Vieles möglich. Das kalte oder warme Buffet kann auf Wunsch sogar mit einem Grillschwein einen besonderen Reiz erzeugen. Auch das Getränkean-

gebot ist umfangreich: verschiedene internationale Bier-, Weinund Sektsorten sind ebenso im Sortiment wie alkoholfreie Getränke. Zudem werden Cocktails mit und ohne Alkohol serviert. Regelmäßig veranstaltet der Bowling Hof beispielsweise das StrikeBowling, bei dem Erwachsene pro gespieltem Strike einen Schnaps bekommen. Am Wochenende wird zudem Lotto Bowling angeboten. Wer wie beim Lotto drei, vier oder fünf Richtige auch mit Zusatzzahl bowlt, wird mit Preisen oder Gutscheinen belohnt. Besonders für Kindergartengruppen, Schulklassen sowie karitative Einrichtungen hält das Unternehmen Sonderpreise vor. Auch wer außerhalb der Öffnungszeiten bowlen will, kann das mit den Betreibern absprechen.


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Neuer kommunaler Kindergarten In der Gützkower Straße wurde auch mit Hilfe kommunaler Gelder eine neu gebaute Kindertagesstätte eröffnet. Der Bau besticht durch eine außerordentliche Ausstattung im Innen- sowie Außenbereich. „Die neue Kita ist auf, so trinken wir drauf“, singen die Kinder lauthals im Chor. Ihre Namensschilder sind bereits an der Garderobe angebracht, die Hausschuhe stehen in Reih‘ und Glied und dann wird die Greifswalder Kindertagesstätte „Kleine Entdecker“ in der Gützkower Straße auch offiziell übergeben. Bei dem Gebäude handelt es sich um einen Ersatzneubau für den Kindergarten „Am Grünland“. Er wurde notwendig, da der bisherige Besitzer des Areals, die Siemens

AG, die Fläche an einen privaten Investor verkauft hatte, der dort Einfamilienhäuser bauen lässt. Künftig können in der elliptischen Einrichtung, die innerhalb eines knappen Jahres fertig gestellt wurde, bis zu 60 Kinder betreut werden. Die Kosten von rund 1,3 Millionen Euro tragen Stadt und Land. Dabei handelt es sich um den ersten Kindergarten, den die Stadt seit 1990 gebaut hat. Mit kommunalen Kitas will sie ihren Bildungsauftrag wahrnehmen und die Qualität der Erziehung absichern.

nen und ungewöhnlichen Gestaltung der Einrichtung. Sie stammt vom Architekturbüro Axel Drebing und Holger Ehmke, das aus einem Architekturwettbewerb als Sieger hervorging. Der Name „Kleine Entdecker“ wird zum Programm: Hier soll Freude am Entdecken im Alltag vermittelt werden. Tatsächlich können die Kinder nicht nur das neue Gebäude auskundschaften, sondern auch den weitläufigen Spielplatz, der mit einem Aussichtsturm auf die vorbeifahrenden Züge aufwartet.

„Wie deutlich zu sehen ist, handelt es sich hier nicht um einen 08/15Bau“, sagt Ulf Dembski, Senator für Jugend, Soziales, Bildung, Kultur und öffentliche Ordnung, zu der moder-

„Als die Kinder zum ersten Mal ihren neuen Kindergarten von innen sahen, haben sie strahlende Augen gehabt“, berichtet Leiterin Gudrun Paentzer. „Und auch wir als Erzieher freuen uns über die optimalen Arbeitsbedingungen.“ Greifswalds Oberbürgermeister Dr. Arthur König ließ es sich nicht nehmen, an einem Rundgang durch den neuen Kindergarten teilzunehmen. Dabei warf er einen Blick auf die nagelneue Einrichtung und stattete den verschiedenen Kindergruppen einen Besuch ab. „Kitas sind als soziale Infrastruktur wichtig für die Stadt und stellen einen bedeutenden Standortfaktor dar“, sagte Dembski. In diesem Bereich habe die Stadt eine in MecklenburgVorpommern beispiellose Arbeit geleistet. „Der Bau ist ein Zeichen für ein kinderfreundliches Greifswald.“ Text und Fotos: mo


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Erstklassig Fernsehen! Die Entwicklung der Fernsehtechnik hat in den letzten Jahren immense Fortschritte gemacht. Digital, HDTV, HDMI – viele Schlagworte sorgen für Informationsbedarf. Dazu kommt die für das Jahr 2012 vorgesehene Abschaltung des analogen Satellitenfernsehens. Vor der Anschaffung neuer Technik ist es also ratsam, den Rat eines Fachmanns einzuholen. Wolfgang Fenske und Klaus-Peter Klein haben sich auf die Fahne geschrieben, ihren Kunden den bestmöglichen Service rund um das Thema Fernsehen und High-End Audio zu bieten. Vor Ort kann sich der Kunde über die unterschiedlichen Techniken informieren. „Besonders gefragt sind vor allem hochwertige Geräte von renommierten Marken wie Loewe, Phillips, Metz und TechniSat“, so Wolfgang Fenske. Und Klaus-Peter Klein ergänzt: „Unsere Kunden legen Wert auf zukunftsfähige Technik!“ Im Audiobereich finden sich High-End Marken wie Yamaha, Onkyo, Denon und Dynaudio. Beraten wird nicht nur im Laden. Auf Wunsch findet sie auch vor Ort in der Wohnung des Kunden statt. Testgeräte, Aufbau und Installation und natürlich auch Service nach dem Kauf gehören zum Angebot. Vor Ort befindet sich auch die größte Reparaturwerkstatt Stralsunds, in der im Ernstfall Hilfestellung geleistet wird. Stolz sind die Inhaber auf die Auszeichnung der IHK Rostock als Top-Ausbildungsbetrieb. Auch in 2012 werden zwei Lehrstellen im technischen Bereich angeboten. Der kompetente, umfangreiche Service von Expert Femmer hat sich herum gesprochen. Auf der Kundenliste finden sich Referenzen wie die Fachhochschule Stralsund, die Universität Greifswald und zahlreiche renommierte Hotels aus der ganzen Region. „Gerade für die Hotels ist es wichtig, sich rechtzeitig auf die Veränderungen einzustellen und neue Technik wie Kopfstationen zu installieren. Wer frühzeitig plant kann mögliche Engpässe, die zu erwarten sind, vermeiden“, so Wolfgang Fenske und Klaus-Peter Klein. Das von Expert Femmer gebotene Servicepaket und hochwertige Technik sorgen dafür, dass der Kunde in jedem Fall davon ausgehen kann, erstklassig fernzusehen.


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Gastfreundliches Greifswald Seit Anfang November steht das neue Gastgeberverzeichnis der Universitäts- und Hansestadt Greifswald bereit. Wer in dem 48 Seiten dicken Katalog blättert, wird rasch von der Gastfreundschaft Greifswalds überzeugt sein. Neben Informationen über die vielfältigen Übernachtungsmöglichkeiten finden sich Informationen zur Geschichte von Stadt und Region, aber auch über Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele und landschaftliche Highlights. „Schon bei der Vorstellung auf der Bremer Messe „Reiselust 2010“ im November hat das neue Gastgeberverzeichnis großes Interesse gefunden“, so Christina Spierling, Geschäftsführerin des Fremdenverkehrsvereins der Hansestadt Greifswald und Land e. V. Auch im Ausland soll die Broschüre das Interesse an Greifswald wecken. So ist bereits der Besuch von Touristikmessen in Österreich und Dänemark, aber auch die Präsentation auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin fest eingeplant. Unermüdlich wird auch an der Verbesserung der touristischen Angebote gearbeitet. Dazu gehört auch das Projekt einer möglichst barrierefreien Stadtführung, die für Besucher mit Behinderungen entwickelt wird. Gemeinsam mit den Greifswalder

Heimen in der Gützkower Landstrasse, die zum Pommerschen Diakonieverein Züssow gehören, wird unter sorgfältiger Analyse aller möglichen Handicaps ein Rundgang entwickelt, der ab Sommer 2011 zum festen Angebot des Vereins gehören soll. Auch in der Adventszeit hält der rührige Verein eine ganze Reihe von Angeboten bereit. So zum Beispiel die beliebten Nachtwächterführungen, die sich auch hervorragend als Geschenk oder als unterhaltsamer Abschluss nach einem Weihnachtsessen eignen. Da das Interesse groß ist, empfiehlt sich eine rechtzeitige Buchung, die unter der Telefonnummer 03834 – 521381 vorgenommen werden kann. In der Greifswald-Info im Rathaus gibt es am 3. Advent jeweils von 15 bis 16 Uhr und von 16 bis 17 Uhr eine Märchenstunde. Der traditionelle Punschverkauf findet von 16 Uhr bis 23 Uhr statt. Im Stadtgebiet ist ein Nachtwächteranimateur unterwegs, der die Ereignisse einläutet. Ein besonderes Highlight ist die Nachtwächterführung am 4. Advent mit dem Stadtführer und Nachtwächter Peter Cyrus. Die Greifswald-Info hält auch eine ganze Reihe von netten Klei-

Foto: W. Schielke

nigkeiten bereit, die sich perfekt als Geschenk eignen. So zum Beispiel Schokoladentäfelchen oder die 4. Auflage des Kaffeebechers mit Greifswalder Motiv. Und wie jedes Jahr bietet die GreifswaldInfo auch den Päckchenservice an, der Weihnachtsgeschenke liebevoll verpackt. Es gibt also eine ganze Reihe guter Gründe, bei einem Rundgang über den Weihnachtsmarkt auch in der Stadtinfo vorbei zu schauen!


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MultiKulti in Greifswald Das Internationale Kultur- und Wohnprojekt Greifswald Eine bunte Villa, ein uriges Café, ein geräumiger Veranstaltungssaal, eine Wohngemeinschaft und eine Mission: Begegnungen mit anderen Kulturen leben und so den Alltag bereichern. Das Internationale Kultur- und Wohnprojekt (IKuWo) in der Greifswalder Goethestraße 1 ist ein Verein, der von engagierten Menschen getragen wird, die vielfältige Projekte und Aktionen organisieren. Im Mittelpunkt stehen dabei kulturell-gesellschaftliche Fragen. Drei junge Studierende gründeten den Verein am 25. Januar 2001 vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen im Ausland und der Diskussion um Fremdenfeindlichkeit in Deutschland. „Zur Gründungszeit gab es eine sehr aktive und große rechtsextreme Szene in Greifswald, daher war es damals eines der vorrangigen Ziele einer drohenden Hegemonie rechter Jugendkultur entgegenzutreten und eine Alternative für junge Leute zu schaffen“, sagt Hauke Ingwersen, Mitglied des Vereins. In dieser Anfangsphase erhielten die drei Gründer schnell Zulauf. Letztlich baute eine Gruppe von zehn Personen das Projekt auf. Durch die Unterstützung der Stadt wurde bereits im Januar 2001 der Einzug in das leerstehende Haus der Goethestraße möglich, das der

Akademische Turnverein 1911 errichten ließ. Zügig begannen umfangreiche Sanierungsmaßnahmen, so dass die Räumlichkeiten schnell genutzt werden konnten. Gegenwärtig engagieren sich ehrenamtlich etwa 20 Menschen zwischen 20 und 40 Jahren in dem Projekt. „Darunter befinden sich Studierende, Auszubildende, arbeitende, selbstständige und lohnarbeitsbefreite Menschen“, erklärt Ingwersen. Ziel ist es, ein Angebot kostenloser und preiswerter Veranstaltungen zu schaffen, um sozial benachteiligte Menschen nicht auszugrenzen. Gegen Vorlage eines aktuellen ALGII-Nachweises bekommen Besucher kostenlos Eintritt zu den Veranstaltungen. Dreh- und Angelpunkt des IKuWo ist das gemütliche Café. Es gilt als multikultureller Begegnungsraum und hat von Dienstag bis Sonntag ab 21 Uhr geöffnet. Jeden Mittwoch treffen sich um 15 Uhr Frauen und ihre Kinder aus verschiedenen Ländern zum „Internationalen Frauencafé“. Hier haben insbesondere Flüchtlingsfrauen die Möglichkeit, sich einzubringen, aber auch soziale oder psychologische Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Im Veranstaltungssaal finden politische Informationsveranstaltungen, Diskussionsabende, Ausstellungen, Filmvorführungen, Lesungen, bunte Länderabende, Parties und

Konzerte statt. Mittwochabend wird ab 21 Uhr in einer geselligen Runde Tischtennis gespielt. Der Saal kann auch für kulturelle Events gemietet werden. Derzeit bieten die obere Etage der Villa und der Flachbau auf dem Hof, ein reines Wohnhaus, acht Bewohnern Platz. Dabei handelt es sich um Mitglieder des Vereins. Als langfristiges Ziel nennt Ingwersen den Fortbestand des IKuWo. „Auch in Zukunft wollen wir kontinuierlich weiter für die Stärkung von Demokratieverständnis und gegen rechtsextreme Tendenzen agieren“, führt er aus. Daher sei das Projekt Kooperationspartner der gerade startenden Kampagne „Kein Ort für Neonazis in MecklenburgVorpommern“ zur Landtagswahl 2011. Zudem soll die Zusammenarbeit mit Greifswalder Vereinen wie z. B. dem „PolenmARkT e. V.“ und dem „Greifswald International Students Festival e. V.“ sowie der Beteiligung bei den „Entwicklungspolitischen Tagen in Mecklenburg-Vorpommern“ fortgeführt werden. „Langfristig sind wir bemüht, in Zukunft mit anderen Vereinen in Mecklenburg-Vorpommern Erfahrungen auszutauschen und unsere Vernetzung auszubauen“, erläutert Ingwersen. Das Programm des IKuWo und weitere Informationen gibt es auf der Homepage: http://www.ikuwo.de Text: mo; Foto: IKuWo


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Sparkasse unterstützt Jugendkirche Große Freude im Nachbarschaftszentrum Grünhufe in Stralsund: Die Sparkasse Vorpommern spendet 2.500 Euro für die Renovierung des Aufenthaltsraumes. Er soll einen neuen Anstrich erhalten und mit weiteren Möbeln und Materialien ausgestattet werden. „Die Kinder- und Jugendarbeit im Nachbarschaftszentrum in der Auferstehungskirche ist überaus beeindruckend“, sagt Axel Klettke, Gebietsleiter der Sparkasse Vorpommern in Stralsund. Er überreichte einigen Mitgliedern der Jugendkirche feierlich den Scheck. In diesem Jahr hat die Sparkasse bereits zahlreiche Projekte in den Bereichen Sport, Kultur und Soziales finanziell unterstützt. „Uns geht es dabei in erster Linie darum, etwas Nachhaltiges zu schaffen“, so Klettke. Dabei wird der Raum, in dem sich unter anderem ein gemütliches Sofa, ein kleines Café und ein Billardtisch befinden, nicht nur von der Jugendkirche genutzt. Auch die anderen Organisationen im

Nachbarschaftszentrum der Auferstehungskirche, wie zum Beispiel der Jugendtreff, beziehen den Aufenthaltsraum häufig in ihre Aktionen ein. „Wir haben hier eine aktive und lebendige Kirche“, beschreibt Thomas Nitz von der Einsatzstellenleitung des Nachbarschaftszentrums die Besonderheiten. „Wir betreiben eine offene Jugendarbeit. Das heißt, dass jeder so angenommen wird, wie er ist.“ Die Jugendkirche in Grünhufe ist seit mittlerweile fünf Jahren aktiv. Gemeinsames Hausaufgabenmachen, Musizieren und die Freizeit mit anderen zu verbringen, stehen dabei im Vordergrund. Mit viel Einsatz unterstützen ehrenamtliche Mitarbeiter die Jugendkirche. Einer davon ist Tom Harwardt (16). „Ich bin seit drei Jahren in der Jugendkirche aktiv und habe hier Schlagzeug spielen gelernt“, erzählt er. Seitdem stattet er dem Nachbarschaftszentrum mehrmals in der Woche einen Besuch ab.

Pünktlich zum Weihnachtsfest engagieren sich ehrenamtliche Helfer auch in der bekannten Geschenkaktion „Weihnachten im Schuhkarton“. Ob Kleidungsstücke, Kuscheltiere, Puppen oder Spielzeugautos: Die kleinen Kartons werden nach Osteuropa geschickt und dort an Kinder in Not verteilt. Das Nachbarschaftszentrum Grünhufe dient dabei als Untersammelstelle. „Wir öffnen die Kartons und prüfen, ob sich darin Geschenke befinden, die auch für Kinder geeignet sind“, sagt Steffi Köpke, eine der Helferinnen. Außerdem müssen die Päckchen auf Zoll- und Einfuhrbestimmungen der verschiedenen Staaten kontrolliert werden. „Die meisten Schuhkartons gehen an Kinder in Moldawien und Rumänien“, weiß Köpke. „Ich habe selber zwei Kinder und weiß daher, wie sehr sie sich über Geschenke freuen, selbst wenn es nur Kleinigkeiten sind.“ Text u. Foto: mo


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EU-Förderung in NVP Leader ist auch die englische Vokabel für Anführer. In diesem Sinne hat der Landrat von Nordvorpommern, Ralf Drescher, als Vorsitzender der Lokalen Arbeitsgruppen (LAG) die kommunal gestützte Wirtschaftsförderung zur Chefsache gemacht. Dabei geht es vor allem um die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Verbänden, Vereinen und Privatpersonen. Die Projekte in Nordvorpommern fügen sich in das LEADER genannte, 1991 aufgelegte Förderkonzept der EU zur „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“ ein. Seit dem Beginn der Förderung hat LEADER deutliche Erfolge zu verzeichnen. In Nordvorpommern gibt es gleich mehrere gute Beispiele. Eines davon ist das Gutshaus in Grischow. Hier wurde 1999 mit einem Investitionsvolumen von 1,8 Mio. DM die Sanierung des bis dahin verfallenden Gutshauses organisiert. Rund 14% davon wurden aus Fördergeldern von LEADER bestritten. Durch die Maßnahme erfuhr das gesamte Dorf wichtige Impulse – nicht zuletzt auch aufgrund der neu entstandenen neun Arbeitsplätze. Auch heute noch ist das Wohnheim für psychisch Erkrankte in Betrieb

und hat zu einer „Wiederbelebung“ des Ortes beigetragen.

Von Hamburg nach Franzbug Vorrangiges Interesse genießt die direkte Wirtschaftsförderung. Ein diesbezügliches Prestigeobjekt ist zweifelsohne die Paul-RotherOrgel in Franzburg. Dabei musste sie überhaupt erst in die Region geholt werden. Vorher stand sie nämlich in der Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel/Hamburg. Dort allerdings verfiel sie zunehmend, da sie nicht in Betrieb war. Zwar gibt es keine direkte Verbindung zwischen Franzburg und Paul Rother. Doch verstand man es als Signal des Aufbruches und als positives Zeichen, das vermutlich um 1890 erbaute Musikinstrument in die Evangelische Kirche zu holen. Die Kosten von 32.000 Euro wurden zu Zweidritteln aus Fördergeldern von LEADER getragen. Wiederum konnten demnach Gelder der Europäischen Union einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung ländlicher Räume beitragen. Das Ergebnis kann sich in der Tat sehen und vor allem hören lassen. Insbesondere die Steigerung der Attraktivität für den Tourismus hat man mit den Fördervorhaben in Nordvorpommern

im Blick; stellt dieser doch einen nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsfaktor dar. Im Jahr 2009 wurden in dem Landkreis zehn einzelne Projekte mit insgesamt rund 653.000 Euro von LEADER unterstützt. Derzeit werden in drei Arbeitsgruppen die Themen „Kulturhistorisches Erbe der Region“, „Schutz des natürlichen Reichtums“ und „Klimaschutz/ alternative Energien“ behandelt. Transparenz ist in diesem Rahmen von hoher Bedeutung. Die Arbeitsgruppen stehen grundsätzlich jedem offen. Wer zeitlich oder räumlich am persönlichen Erscheinen verhindert sein sollte, der kann Ideen und Konzepte jederzeit auch schriftlich an die Arbeitsgruppen wenden. Zusätzlich werden die Ergebnisse und Diskussionen im Internet veröffentlicht, so dass sich jeder ein Bild von den Entscheidungen machen kann. Auf diese Weise soll die Arbeit der vor Ort tätigen Menschen vernetzt werden, um die Region insgesamt zu stärken. Text: hed; Fotos: Landkreis Nordvorpommern


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Goldige Stollen Als Vorwegnahme der Adventszeit prüfte die Bäckerinnung Ostvorpommern am 23. November in den Räumlichkeiten der Volksund Raiffeisenbank in Greifswald die Qualität regional hergestellter Stollen. Insgesamt wurden 15 Stollen vom offiziellen Verbandsprüfer des Institutes für Qualitätssicherung, Herrn Ku-isch, und Altbäckermeister Drühl aus Wolgast begutachtet. Nicht jedes der Erzeugnisse genügte vollends den hohen Anforderungen, doch erhielten allesamt mindestens das Qualitätssiegel „zufriedenstellend“. Sechs davon wurden bei einer Maximalpunktzahl von 100 Punkten sogar mit Gold ausge-

zeichnet. Erfreulich war, dass keine der Stollen durchfiel. Alle Stollen konnten vor Ort im Anschluss von den Gästen selbst verkostet werden. Dazu erklärten Kubisch und Drühl die Vor- und Nachteile der jeweils geprüften Stolle. Zu trockener Teig, der Zusatz künstlicher Aromen oder ein zu geringer Anteil an Früchten konnten schnell Abzüge einbringen. Dabei warteten die Bäcker mit einer Reihe unterschiedlicher Kreationen auf. Wer glaubte, dass die handelsüb-liche Stolle mit Sultaninen, Orangeat und Zitronat die Norm darstelle, sah sich alsbald getäuscht. Mandel-, Mohn-, Marzipan- oder Nussfüllungen hatte immerhin ein Drittel der Produkte. Alles in allem zeigt die frei-

willige und öffentliche Qualitätskontrolle den hohen Standard regionaler Stollenbackkunst. Text: hed; Foto: jhe


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arbeitskreis tourismus Zwar kann M-V auch langfristig vom Tourismus allein nicht leben, doch macht die Branche einen erheblichen Teil der Wertschöpfung aus. Um die Chancen und Potentiale optimal zu nutzen, verfolgt die Landesregierung eine planvolle Linie zur Stärkung auch des Binnentourismus‘. Wertvoller Vermittler zwischen Regierung sowie Handel und Gewerbe ist dabei die IHK. Am 9. November lud die IHK zu Neubrandenburg den Arbeitskreis Tourismus, um die neue Landestourismuskonzeption für Mecklenburg-Vorpommern vorzustellen. Die Broschüre ist allerdings nicht gänzlich neu, sondern gilt als Fortschreibung derjenigen aus dem Jahre 2004. Insofern ist sie eine Evaluation der geleisteten Arbeit und eine Prüfung dessen, was zukünftig verstärkt gefördert werden muss. Präsentiert wurde das Konzept von Walter Mews, Referatsleiter für Tourismus im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus. Dieser brachte gleich zu Beginn das statistische Grundproblem auf den Punkt: bisher gab es für viele Bereiche des Tourismus‘ keine oder zu wenige verlässliche Daten. Deshalb soll die Landestourismuskonzeption ergänzend klären, „wo wir stehen, insbesondere was den demografischen Wandel, aber auch den Klimawandel angeht”, so Mews. Mit insgesamt 59 anerkannten Kur- und Erholungsorten habe sich M-V gut aufgestellt. Auch seien in den vergangenen Jahren gleich mehrere Zertifikate der Qualitätssicherung geschaffen worden. Ergebnis dieser Bemühungen ist nicht zuletzt die Stellung M-Vs bei den Familienreisen. Das Bundesland habe erstmals Spanien, Italien und selbst Bayern an der Spitzenposition abgelöst.

Die Bedeutung des Tourismus‘ als Wirtschaftszweig kann indes gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Mit einem jährlichen Umsatz von 5,1 Mrd. Euro werden 7,7% der Bruttowertschöpfung im touristischen Gewerbe erwirtschaftet. Deutschlandweit liegt die Quote bei 3,8%. Etwa 173.000 ganzjährige Vollzeitstellen erwirtschaften derzeit rund 10% des Primäreinkommens des Landes, wobei indirekte Beschäftigungseffekte noch nicht eingerechnet sind. Denn auch der Einzelhandel verdient am Tourismus kräftig mit. Der jährliche Umsatz liegt hier bei ca. 1,5 Mrd. Euro. Diese beiden Branchen stehen also in einem untrennbaren Wechselverhältnis. Um auch in Zukunft sowohl Einzelhandel als auch Tourismus zu stärken, wolle laut Mews das Landeswirtschaftsministerium vor allem die Marke „MecklenburgVorpommern” ausbauen und weiter etablieren. Dazu gehört auch eine Förderung der Zweisprachigkeit. Gerade mit zunehmender Nähe zum Nachbarland Polen sei es ein zusätzlicher Vorteil, touristische Produkte auch in polnischer Sprache anzubieten.

tät der Arbeitsplätze entschieden. Das Problem der unzureichenden Zahl von Fachkräften beschrieb Mews dahigehend, dass zwar mehr Lehrstellen als Bewerber bereit stünden, jedoch nicht jeder Schulabgänger auch tatsächlich eine Ausbildung anstrebe. Viele gingen ins Ausland, zur Bundeswehr oder entschieden sich für ein Hochschulstudium. Angesichts dessen müsse die Attraktivität des Ausbildungsangebotes gesteigert werden. Zudem sei eine Verzahnung von Natur- und Kulturlandschaft notwendig. Dies solle als Alleinstellungsmerkmal herhalten. Gleichwohl betonte Mews, dass Masterpläne in aller Regel an einer vergleichsweise simplen Hürde scheiterten: Da es keine direkte vertikale Hierarchie der Ebenen Land, Region und Kommunen gebe, sei die Koordinierung und Verantwortungszuschreibung oft reichlich komplex. Als Ausweg plädierte er für eine grundlegende Vernetzung, die aber die Autonomie in den Entscheidungen bewahrt. Meist könnten vor Ort ohnehin bessere Einschätzungen des Notwendigen geleistet werden.

Mittel- und langfristig werde der Wettbewerb auch über die Quali-

Text: hed; Foto: Klaas Hartz


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Landpartie des Monats Zwischen Heringsdorf und Usedom liegt Mellenthin. Der ursprüngliche slawische Name bedeutet Mitte und leitet sich von der zentralen Lage innerhalb des Herrschaftsbesitzes ab. Bereits im Spätmittelalter stand hier eine Wehranlage. Zwischen 1575 und 1580 wurde – auch auf einem Teil der Grundmauern des alten Baus – das Wasserschloss errichtet. Danach machte es eine Zeit der stetig wechselnden Besitzer durch. Anfänglich gehörte es dem Erbauer Rüdiger von Nienkerken. Im 17. Jahrhundert erwarb der General Müller von der Lühne das Objekt. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging das Schloss in Staatseigentum über und beherbergte unter anderem einen Kindergarten, einen Speicher und auch Wohnungen. Zu DDR-Zeiten wurden mit einem Gastronomiebetrieb die ersten Weichen für die gegenwärtige Nutzung gestellt. Das Ab-

wasser des Tresens wurde jedoch direkt in den darunter liegenden Keller geleitet, so dass das darin befindliche Parkett gänzlich dem Schimmel anheim fiel. Ohnehin wurde ein gehöriger Teil der Substanz im Laufe der Jahre in Mitleidenschaft gezogen. Auch die Plünderung des Interieurs am Ende des Zweiten Weltkrieges – offenbar zum Teil durch Einheimische – sorgte für den vorläufigen Niedergang. Ab 2001 wandelte sich das Schloss allerdings erheblich. Nachdem die Familie Fidora, die im Raum Ostwestfalen-Lippe seit Jahrzehnten im Gastronomiebereich tätig war, das Objekt gekauft hatte, startete sie umfangreiche Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen. Dabei begünstigte die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde die notwendigen Baumaßnahmen erheblich. Wichtig war der Gemeinde die Integration des neuen Besitzers. Mit unermüdlichem

Einsatz investierte Familie Fidora Zeit und Geld, um die Sanierung voran zu treiben. Problematisch sei insbesondere die Ausgangslage gewesen. „Die Russische Armee hat mit einem Panzer die alte Schwerkraftheizung einfach aus dem Keller gehievt”, weiß Jan Fidora. „...und dabei eine riesige Baulücke mitten durch das Hauptgebäude des Schlosses gerissen.” Das erforderte zahlreiche Arbeiten am Mauerwerk. Was währenddessen zum Vorschein kam, erstaunte alle und lädt zu abenteuerlichen Spekulationen ein. Man fand nämlich einen Geheimgang, der angeblich dem damaligen Schlossherrn als unauffälliger Weg zu seiner Geliebten im Kloster Pudagla diente. Auch die Funktion einer antik anmutenden Säule mitten im Schlossgarten ist bis heute nicht geklärt. Das Ergebnis der Arbeiten kann sich aber sehen lassen: Mittlerweile hat das Hotel 26 Doppel-


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zimmer zu bieten. Angeschlossen sind sowohl ein Restaurant als auch ein Wellnessbetrieb. Das Wasserschloss Mellenthin ist sogar ein wichtiger Arbeitgeber der Region. 40 Vollzeitstellen werden hier geboten. Die braucht Familie Fidora auch, denn „wir sind eigentlich immer ausgebucht. Zu speziellen Terminen haben wir sogar schon Wochen im Voraus garantiert keine freien Zimmer mehr”, sagt der Inhaber. Einer dieser Termine ist Silvester. Im Rahmen eines speziellen Silvesterangebotes – unter anderem mit Galabuffet und einer Fahrt in die Kaiserbäder zum Strandfeuerwerk – kann man das Jahr stilvoll auf Schloss Mellenthin ausklingen lassen. Doch auf dem Erreichten ruht sich die Familie nicht aus. Das kann sie auch gar nicht, denn nach wie vor ist eine Menge zu machen. Vor allem die Instandhaltung und kontinuierliche Restaurierung nehmen viel Energie in Anspruch. Aktuelles Projekt des gelernten Bierbrauers Jan

Fidora ist ein eigenes Brauereigasthaus in einem der Trakte des Schlosses. Hier entsteht ein interessantes Konzept: Die Besucher werden nach der Einweihung im Frühjahr 2011 einen direkten Blick auf die Kessel und den Brauvorgang haben; auch die Küche wird einem offenen Konzept folgen. Ein Besuch des Wasserschlosses lohnt sich auch im Winter, wenn im urigen Schankbereich der Heizkessel im historischen Kamin angeworfen wird und für wohlige

Wärme sorgt. Schnell sind dann bei einer heißen Tasse Kaffee oder bei einem gemütlichen Bier die knackigen Minusgrade vergessen Text: hed; Fotos: Fam. Fidora Nähere Informationen zur Buchung und zum gastronomischen Angebot unter: 038379-2878 0 info@wasserschloss-mellenthin.de


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Landrat Drescher zu Gast auf Rügen Auf Einladung des Wirtschaftsrates der CDU Rügen kam Ralf Drescher, Landrat des Landkreises Vorpommern, am 8. November nach Bergen auf Rügen. Zentrales Thema war die Kreisgebietsreform, die aus Sicht Dreschers durchaus Vorteile für alle Beteiligten bereit halte. Besonders wichtig sei, dass die einzelnen Regionen ihre Identität behalten müssten. Die Begriffe Rügen und Stralsund, aber auch FischlandDarß-Zingst, hätten sich zu eigenständigen touristischen Marken entwickelt, die auch künftig gepflegt und genutzt werden müssten. Ebenso sei wichtig, so Drescher, dass in einem künftigen Großkreis alle für Bürger wichtigen Einrichtungen im Nahbereich verfügbar seien. Potential zu Einsparungen sieht Drescher unter anderem im Personalbereich. Realisiert werden soll der Abbau vor allem durch Altersteilzeit. Auch im

organisatorischen Bereich lasse sich viel Geld sparen, meint Drescher. Hier hat er vor allem ein modernes Datenmanagement im Auge, wie es erfolgreich in Nordvorpommern eingeführt worden sei. Insgesamt gebe es eine Vielzahl von Ansätzen zur Steigerung der Verwaltungseffizienz. Der Bürger habe einen Anspruch auf schnelle und kompetente Arbeit der Behörden. Besonderes Augenmerk sei auf die Konsolidierung der Finanzen zu richten, so Drescher weiter. Im Rahmen der Altfehlbetragsumlage sei geregelt, dass keine Kommune über Gebühr beansprucht werde. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Ziel-1-Förderung im Jahr 2013 und der Solidarpakt im Jahr 2019 auslaufe, müsse dem Thema oberste Priorität eingeräumt werden. Einer konzertierten Aktion zur Finanzkonsolidierung müsse dann

eine deutliche Senkung der Kreisumlage folgen, um den Kommunen wieder mehr eigenen Spielraum einzuräumen. In diesem Zusammenhang wies Drescher darauf hin, dass man dieses Konzept im Landkreis Nordvorpommern erfolgreich umgesetzt habe. Nach anfänglichen Schwierigkeiten habe der Landkreis heute finanzielle Reserven, die nicht zuletzt auch erfolgreich für die wirtschaftliche Entwicklung eingesetzt werden könnten. Auch Wirtschaftsförderung sei ein Projekt mit hoher Priorität. Neben einer an regionalen Möglichkeiten orientierten Entwicklung im Tourismus müsse auch die Ansiedlung neuer Unternehmen nach Kräften unterstützt werden. Tourismus und Gesundheitswirtschaft seien zwar wichtige Standbeine der Wirtschaft, aber es sei absehbar, dass Zuwachsraten vor allem bei der Wertschöpfung


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und nicht in einer uferlosen Ausweitung des Angebotes zu suchen seien. Es sei vor allem wichtig, die wirtschaftliche Entwicklung im Einklang mit anderen Faktoren wie etwa dem Naturschutz zu betreiben. In Nordvorpommern habe sich eine Zusammenarbeit bewährt, bei der durch eine Kombination von freiwilligen Naturschutzmaßnahmen und frühzeitige, offene Diskussion der Projekte optimale Ergebnisse erzielt werden konnten. So zum Beispiel im Gewerbegebiet Pommerndreieck oder im Recknitztal. Gleichzeitig sei diese Verfahrensweise geeignet, Verzögerungen bei der Entwicklung wichtiger Projekte entgegen zu wirken. Mit einiger Sorge beurteilt Drescher die Lage am Arbeitsmarkt. Erfreulicherweise habe die Arbeitslosigkeit spürbar abgenommen, nun aber zeichne sich ein zunehmender Mangel an qualifizierten Arbeitskräften z. B. bei Ingenieuren ab. Auch diesen Aspekt dürfe eine optimale Wirtschaftsförderung nicht vernachlässigen. Notwendig seien vielfältige Anreize, um junge Menschen in der Region zu halten und bereits Abgewanderte zurück in die Region zu holen. Auf die Klagen gegen die Kreisgebietsreform angesprochen meinte Drescher, dass eine erneute Ablehnung des gesamten Paketes unwahrscheinlich sei. Allenfalls seien Aufträge zur Nachbesserung in einigen Punkten zu erwarten. Von daher sei eine konsequente und vor

allem konstruktive Diskussion der verschiedenen Arbeitsgruppen das Gebot der Stunde. Von Seiten des Landkreises Nordvorpommern sei man nicht nur gut gerüstet, son-

dern auch für alle erforderlichen Gespräche und Maßnahmen offen. Text u. Foto: ces


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des Landrates. Ich kann also eine positive Bilanz über mehrere Jahre ziehen. Die wichtigste Voraussetzung für kommunale Selbstverwaltung ist Geld. Das klingt nüchtern – ist aber Realität. Ohne Geld gibt es keine Entscheidungsspielräume für Kommunalpolitiker und in Nordvorpommern haben die Abgeordneten aufgrund unserer soliden Finanzpolitik viel zu entscheiden.

L&L: Herr Drescher, seit dem

21. Juli 2008 sind Sie Landrat in Nordvorpommern. Sieben Jahre sollte diese Amtszeit dauern. Nun endet Sie bereits im September 2011. Sind Sie für oder gegen die Landkreisneuordnung?

Drescher: Die Landkreisneuordnung ist aus finanziellen Gründen geboten und darum bin ich dafür. Das allerdings unter Vorbehalt. Erst wenn die Gebietsreform Bestandteil einer Verwaltungsmodernisierung unseres gesamten Bundeslandes ist, wenn sich ihr eine kompromisslose Funktionalreform anschließt und wenn das Geld, das gespart wird, den Städten und Gemeinden direkt zufließt, um vor Ort Aufträge auszulösen, sind diese Vorbehalte ausgeräumt. L&L: Können Sie nach zwei Jahren als Landrat eine Bilanz ziehen?

Drescher: Von 1994 bis 2005 war ich Mitglied unseres Kreistages und ab Oktober 2005 bis zu meinem Amtsantritt Stellvertreter

Unser Kreishaushalt war und ist bis heute ausgeglichen und unsere Kreisumlage im Landesvergleich niedrig. Und trotzdem geben wir seit Jahren konstant Geld an unsere Vereine und Gemeinden zur Förderung von Jugend, Kultur und Sport. Auch im Sozialbereich zahlen wir mehr als der Gesetzgeber vorschreibt. In diesem Jahr wurden darüber hinaus erstmalig 350.000 € für Investitionen in Kultur und Sport an unsere Gemeinden vergeben. Auch für 2011 ist diese Summe wieder eingestellt. Zusätzlich wollen wir 250.000 € als Zuschüsse zu Sonderbedarfanträgen für unsere Kommunen bereithalten. Damit werden die Chancen unserer Städte und Gemeinden auf Fördermittel von EU, Bund oder Land erheblich verbessert. Mit diesen Fördermitteln können im Landkreis – wie bisher – Projekte verwirklicht werden, um die herum Regionalentwicklung und Wirtschaftswachstum stattfinden. Eines von vielen Projekten möchte ich hervorheben: 2009 wurden wir Sieger beim Bundeswettbewerb idee.natur. Dadurch stehen unserem lokalen Aktionsbündnis chance.natur nun 12,5 Mio € Bundes- und Landesmittel zur Verfügung, um die „Vorpommersche Waldlandschaft“ zu schützen und

dabei gleichzeitig diese Region unterhalb der B 105 touristisch zu erschließen und Wertschöpfung für die Einwohnerinnen und Einwohner aus der Natur zu erzielen. Das Motto bei uns heißt freiwilliger Vertragsnaturschutz und nicht aufgestülpte Schutzgebiete von oben. L&L: Was wird aus Ihrer Sicht das Besondere am neuen Landkreis Nordvorpommern-Stralsund-Rügen sein?

Drescher: Die regionalen Besonderheiten, die den wohl schönsten Landkreis Deutschlands ausmachen. Allein aus touristischer Sicht wären da die Insel Rügen, als wertvollstes deutsches Markenzeichen für Urlaub zu nennen, wie auch die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, als wohl deutschlandweit „bekanntester Geheimtipp“. Und natürlich die Hansestadt Stralsund mit ihrem Weltkulturerbe und den vielen Sehenswürdigkeiten. Das geschichtsträchtige und auch moderne Stralsund ist von reicher und vielfältiger Natur umgeben. L&L: Was wäre aus Ihrer Sicht vorrangig im neuen Landkreis zu erledigen?

Drescher: Die Kreisverwaltung so zu organisieren, dass die Bürgerinnen und Bürgern schnellstmöglich gewohnten oder besseren Verwaltungsservice erhalten. Dabei sind die Einsparungspotenziale konsequent zu nutzen. Politisch gilt es, schon heute zügig eine Allianz zu schmieden, damit der dringend benötigte Bau der B96 voran geht. Der Stau verbindet ungewollt im Sommer Rügen über Stralsund mit Nordvorpommern. Er trübt die Urlaubsfreuden, beeinträchtigt die Wohnqualität und Teile der Wirtschaft stehen still.


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Ausbildungschance bei Greifenfleisch Auch im Jahr 2011 wird das traditionsreiche Unternehmen Greifenfleisch in Greifswald, das auf eine mehr als 100-jährige Geschichte zurück blicken kann, wieder Ausbildungsplätze anbieten, teilt Geschäftsführer Walter Kienast mit. Angeboten wird nicht nur die Ausbildung zum Fleischer. Auch für die Ausbildung zum Berufsbild Einzelhandelskaufmann/-frau werden BewerberInnen gesucht. Für besonders wichtig erachtet man bei Greifenfleisch, dass den geeigneten Kandidaten auch eine langfristige berufliche Perspektive und eine Karrierechance geboten wird. Dazu gehören

Maßnahmen zur Weiterbildung bis hin zur Unterstützung im Falle eines sich an die Lehre anschließenden Besuches einer Fachhochschule oder Universität. Konzepte, die im Unternehmen bereits erfolgreich erprobt und umgesetzt wurden. So ist bereits einer der früheren Auszubildenden nach seinem Studium ins Unternehmen zurück gekehrt und in die Position eines Assistenten der Geschäftsleitung aufgerückt. Weitere ehemalige Auszubildende sind heute z. B. in verantwortlichen Positionen in der Produktentwicklung oder Produktion zu finden.

Kontinuierliche Förderung und Weiterbildung sind ein persönliches Anliegen des Unternehmers Walter Kienast, der sich zum Ziel gesetzt hat, seine Firma in den nächsten Jahren mit einem jungen, engagierten und qualifizierten Management auszustatten. Bewerbungen werden erbeten an die Greifenfleisch GmbH, z. Hd. Herrn Walter Kienast, Wolgaster Straße 114, 17489 Greifswald. Text: ces

Greifenfleisch GmbH Werksverkauf Wolgaster Strasse 114 17489 Greifswald Tel.: 03834 / 57 14 20 Fax.: 03834 / 50 28 67 Partyservice Greifen-Fleisch GmbH Verkaufsstelle Sandfuhr 1 (bei Netto in Schönwalde 1) 17489 Greifswald Tel./Fax. 03834 / 81 28 20

Partyservice Stressfrei durch die Feiertage? Kein Problem, das engagierte Team vom Greifenfleisch Partyservice hilft. Egal ob Snacks, Suppen, Salate, kalte Platten oder Braten – der Partyservice hat auch für Sie das passende Angebot. Ein Geheimtipp sind die ganzen, gebratenen Puten vom Bauernhof aus der Region. Lassen Sie sich beraten und wählen Sie in Ruhe aus!

Sie feiern, den Rest übernehmen wir!


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2010

Vorpommern kann mehr! Unter diese Devise stellt Land&Leute die Broschüre „Town&Country“, die in diesen Tagen veröffentlicht wird. Es handelt sich dabei um eine umfangreiche Ausgabe in englischer Sprache, die sich vornehmlich an ausländische Gäste richtet. Anliegen der Publikation ist es, ein Bild der Region über die touristischen Highlights hinaus zu zeichnen. Täglich arbeiten tausende Menschen in Firmen, Forschungsund Bildungseinrichtungen in Vorpommern an spannenden, zukunftsweisenden Projekten. Neben einem Grußwort von Wirtschaftsminister Seidel finden sich in Town&Country vielfältige Beiträge aus Wirtschaft und Wissenschaft, die für den Leser ein positives Bild der Wirtschaftsregion zeichnen.

Living and working in

Vorpommern


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Die Schmökerei Von Damgarten bis Lauenburg, von Arkona bis Pyritz – das sind in etwa die Grenzen des historischen Pommerns. Bis weit in das 20. Jh. war dieser Landstrich ungeachtet der politischen Entwicklung überwiegend agrarisch geprägt. Vom Leben auf dem platten Land erzählt Dirk Schleinert auf fast 120 Seiten in dem bei Hinstorff erschienenen Buch „Das alte Pommern”. In sechs Themengebiete unterteilt wird der Leser auf eine Zeitreise genommen. Er erfährt etwas über Feste und Brauchtum, die ländliche Architektur und die unterschiedlichen Wirtschaftszweige der pommerschen Regionen. Konzertiert wird das mit teils ganzseitigen Fotografien, die von Heiko Wartenberg ausgesucht

wurden. Den bisweilen sehr persönlichen Einschlag erhält das Buch durch die bildredaktionelle Zuarbeit aus privaten Fotoarchiven. Mit „alt” ist allerdings keinesfalls die gesamte Historie Pommerns gemeint, sondern vornehmlich die Jahrhundertwendezeit bis in die 1940er Jahre. Wenig überraschend sieht man daher auch nur auf gestellten Fotografien die traditionellen Trachten; war es doch bereits seit der zweiten Hälfte des 19. Jh. nur noch in wenigen Teilregionen üblich, diese zu tragen. Trotzdem bietet „Das alte Pommern” einen authentischen Einblick in das Leben einer Region, die trotz aller Parallelen stets ihre lokalen Eigenheiten hatte.

Das alte Pommern – Leben und Arbeiten auf dem platten Land Dirk Schleinert/Heiko Wartenberg Hinstorff 120 S. mit 120 s/w-Fotografien und Kartenmaterial; Hardcover; 24,5x32,5cm 19,90€ ISBN 978-3-356-01381-8


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Leserbriefe Artikel „Nasse Enteignung” Sehr geehrte Damen und Herren, nach Kenntnisnahme Ihres Artikels zur Problematik NSG Kieshofer Moor möchte ich Ihnen meine Verwunderung mitteilen, dass ein demokratisches Grundrecht, das jeder Bürger einen Vorschlag für ein Naturschutzgebiet machen kann, als Gutsherrenart charakterisiert wird. Ich bitte Sie daher, diese auf meine Person bezogene, sagen wir, unglückliche Darstellung zu berichtigen. In meinem zitierten Antrag wurden übrigens auch Vorschläge gemacht, wie man diesen Konflikten begegnen könnte, was ja wohl nicht die mir unterstellte Gutsherrenart kennzeichnet. Das zwischen Antragstellung und Realisierung ein langer Findungsprozess steht, dürfte wohl hinlänglich bekannt sein. Ich verwahre mich nochmals gegen die von Ihnen mir unterstellten Absichten. Wilfried Starke, Greifswald

Werter Herr Schwarz! Ihr Kommentar „Vorwärts in die Vergangenheit“ hat mich sehr angesprochen und ich habe Ihrer Sicht kaum etwas hinzuzufügen, außer mein Erlebnis mit solch einem Bittbrief des NABU. Vor einiger Zeit erreichte mich ein Bittbrief des NABU zur Spendeneinzahlung, es wurden >25T DM zum Landankauf auf Rügen benötigt, um den Kreideabbau zu stoppen. Ich schrieb an die Zentrale, daß ich nicht spende, aber die Summe sofort zur Verfügung steht, wenn mein Weib das Land kauft. Der NABU möchte einen Notartermin benennen. Nach Kaufvertragsunterschrift solle der NABU einen Bewirtschaftungsvertrag durch sie zur Unterschrift vorlegen. Wenn gewünscht könne sofort auch ein Erbvertrag zu Gunsten des NABU unterschrieben werden. Von Stund an war ich für den NABU tabu. Eine Zeit später hatte ich Kontakt mit Prof. Succow und dem Geschäftsführer seiner Stiftung. Ich bekam mit, daß die Herren zur „Spitze“ des NABU gehörten und sagte Ihnen, daß mein Angebot nicht mal eine Antwort wert war. Beide hatten nie etwas vom Angebot gehört, sie wollten sich kümmern. Bis heute – still ruht der See! Fazit: Den Leuten des NABU geht es nur um frei verfügbares Geld. Mit freundlichem Gruß, Hanshenner und Eveline Dabel


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Dezember g5.12.

ab 15.00 Uhr Donröschen Barther Bodden Bühne g6.12.

ab 14.30 Uhr Aschenputtel – das Musical Alte Brauerei, Stralsund g7.12.

ab 23.00 Uhr Running Dinner IKuWo, Greifswald g8.12.

ab 13.30 Uhr Zimtsterntaler - Jana Sonnenberg Figurenspiel ab 4 Jahren Theater, Anklam g8.12.

ab 13.30 Uhr Weihnachtskonzert mit den „MEDLZ“ aus Dresden campo-alegre, Greifswald g8.12.

ab 13.30 Uhr Spielenachmittag der Volkssolidarität Seebadzentrum, Lubmin g8.12.

ab 19.00 Uhr Lieder zum Fest Weihnachtskonzert des gemischten Chores St. Spiritus St. Spiritus, Greifswald

g9.12.

ab 15.00 Uhr Pluft, das Geisterlein Fantastisches Kinderstück von Clara Maria Machado Barther Bodden Bühne g9.12.

ab 16.00 Uhr PREMIERE - Alice im Wunderland STiC-er Theater, Stralsund g9.12.

ab 15.00 Uhr Anklamer Knabenchor Weihnachtsmarkt in Binz auf Rügen g9.12.

ab 15.00 Uhr Antigone Tragödie von Sophokles Theater Vorpommern, Greifswald g9.12.

ab 9.30 Uhr Zimtsterntaler - Jana Sonnenberg Figurenspiel ab 4 Jahren Das gelbe Theater „Die Blechbüchse“, Zinnowitz g10.12.

ab 9.00 Uhr Das tapfere Schneiderlein Märchen nach Grimm Barther Bodden Bühne

g10.12.

ab 19.30 Uhr Der Nussknacker Ballett von Ralf Dörnen Theater Vorpommern, Greifswald g10.12.

ab 20.00 Uhr Dr. Regine Altenstein „… über ihre Liebe zu mir weiß ich nichts.“ Koeppenhaus, Greifswald g11.12.

ab 11.00 bis 16.00 Uhr Weihnachtsbäckerei in der Vollwertküche Heimvolkshochschule, Lubmin g11.12.

ab 15.00 Uhr Jahresshow 2010 Theater Vorpommern, Greifswald g11.12.

ab 17.00 Uhr Hänsel und Gretel Theater Vorpommern, Greifswald g12.12.

ab 15.00 Uhr Der Zwerg Nase Theater Vorpommern, Greifswald g12.12.

ab 15.00 Uhr Anklamer Knabenchor Kursana Domizil Greifswald


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g13.11.

ab 19 .00 Uhr Mal- & Zeichenkurs mit Karin Wurlitzer Barther Bodden Bühne

g15.12.

ab 9.00 Uhr Der Lechner-Edi schaut ins Paradies; Schauspiel von Jura Soyfer Barther Bodden Bühne

g16.12.

ab 9.00 und 10.00 Uhr Dornröschen Teterow

g17.12.

ab 19.30 Uhr Jürgen Kern und Mike Hartmann Lesen aus „ Das fliegende Klassenzimmer“ von Erich Kästner Mensa der Theaterakademie Vorpommern, Das gelbe Theater „Die Blechbüchse“ Zinnowitz g17.12.

ab 19.30 Uhr Männerhort Komödie von Kristof MagnussonTheater Anklam

g17.12.

ab 19.00 Uhr Chorkonzert der Singakademie Stralsund Kulturhistorisches Museum, Stralsund

g18.12.

ab 17.00 Uhr Anklamer Knabenchor Haus des Gastes, Ückeritz g21.12.

ab 19.30 Uhr Premiere Die Fledermaus Operette von Johann Strauß Theater Vorpommern, Putbus g23.12.

ab 19.00 Uhr Anklamer Knabenchor Aula der Käthe-Kollwitz-Schule, Anklam g26.12.

ab 10.00 Uhr Eisbaden mit den „Seehunden Lubmin“ Seebrücke, Lubmin g26.12.

ab 18.00 Uhr Der Nussknacker Ballett von Ralf Dörnen Theater Vorpommern, Greifswald g29.12.

ab 19.30 Uhr Winterwanderung mit Lagerfeuer Seebadzentrum, Lubmin g29.12.

ab 19.30 Uhr 4+1 Die Elemente Theater Vorpommern, Greifswald

g31.12.

ab 18.00 Uhr Premiere: Bettgeflüster Barther Amateurensemble Barther Bodden Bühne g31.12.

ab 20.00 Uhr Matthias Reim Stadthalle, Torgelow g31.12.

ab 18.00 Uhr Fackelwanderung für Kinder Seebrücke, Lubmin g2.1.2011

ab 16.00 Uhr Neujahrskonzert, mit dem Salonorchester Metropol Berlin Barther Bodden Bühne g11.1.2011

ab 19.30 Uhr Otto Mellis „An einem schönen Sommermorgen“ Das gelbe Theater „Die Blechbüchse“ Zinnowitz


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Stille Nacht! Ein Kommentar von Henri Dörre Es ist wieder soweit. Jedem, der Wert darauf legt – oder auch nicht –, werden überpünktlich zur Adventszeit Schokoladenweihnachtsmänner, Printen und sonsterlei Spezereien nahezu aufgedrängt. An mehr oder weniger originellen Dekorationsideen mangelt es auch nicht. Was aber beispielsweise eine Piano spielende Maus mit Weihnachten zu tun haben soll, erschließt sich wohl nur dem, der sie erdacht hat. Doch beschränkt sich diese Kritik nicht lediglich auf das Symptom, ohne die tatsächliche Krankheit im Blick zu haben? Die Misere fängt nämlich schon beim eigentlichen Termin an. Das Lukasevangelium klärt den geneigten Leser unmissverständlich darüber auf, dass der Jesu Geburt verkündende Engel zu den Schafe hütenden Hirten auf dem Felde spricht. Was aber sollten die ausgerechnet um den 24. Dezember dort zu suchen haben? Dann ist in Israel nasskalte Regenzeit – eine gewiss reichlich ungünstige Voraussetzung für nächtliches Hüten. Nicht von ungefähr fällt mit dem 25. allerdings eine Reihe anderer wichtiger Termine zusammen. Erstens ist es der 275 n. Chr. erstmals gefeierte Geburtstag des römischen Sonnengottes Sol. Ausgerechnet von Kaiser Aurelian wird um 300 n. Chr. das Datum auch als Geburtstag Jesu festgelegt – derselbe Aurelian, der den Sol-Invictus-Kult um diese Zeit auf den Höhepunkt treibt. Man schlägt also zwei Fliegen mit einer Klappe. Zweitens kommt es der frühen christlichen Kirche im 8. Jahrhundert ziemlich gelegen, dass wohl in etwa zu dieser Zeit die Wintersonnenwende der germanischen Stämme gefeiert wird. Weihnachten lässt sich von den Missionaren also hervorragend mit einem der wichtigsten Feste der renitenten Mitteleuropäer verbinden. Die heidnischen Bräuche werden kurzerhand überformt, um einen Anschluss zu den christlichen Glaubensinhalten zu finden. Ganz nach dem Motto: „Seht her, ihr macht es doch schon ganz richtig, nur mit dem falschen Gott!” Zugegebenermaßen endeten solche Versuche der Christianisierung schnell einmal in lethalem Ungemach für die Missionare, etwa im Falle des Hlg. Bonifatius. Wer wollte also die Kreativität der Weihnachtsindustrie bremsen, wo man es doch damals schon nicht einmal mit dem Termin ganz so genau genommen hat? Am Ende werden wir gar zu Recht überzogen mit diversen Produkten, die von Kunst bis Krempel reichen. Die mit erheblicher Resonanz angenommenen Weihnachtsmärkte sprechen schließlich eine deutliche Sprache. Das Credo lautet seit langem: Konsum. Zu kaum einer Zeit des Jahres geben die Menschen derart bereitwillig ihr Geld aus. Das Weihnachtsgeschäft wird von Handel und Gewerbe daher regelmäßig geradezu herbeigesehnt. Da können auch all die zu innerer Einkehr und Verzicht aufrufenden Adventspredigten wenig ausrichten. Eines jedoch können wir auch in weihnachtlichem Zusammenhang unbedingt vom Mittelalter lernen. Es ist der ethische Hinweise auf das Maßhalten. Der übermäßige Genuss hält über kurz oder lang nachteilige Entwicklungen für uns parat, selbst wenn es sich dabei im Einzelfall „nur” um schwindelerregende Höhen der Anzeige der heimischen Waage nach den Feiertagen handeln sollte. In diesem Sinne ist der bewusste Umgang mit dem mancherorten fast schon penetrant anmutenden X-mas-Kitsch zwar sinnvoller, als ein kritikloses Hinnehmen. Die Advents- und Weihnachtsmärkte jedoch in brennendem Furor zu verfemen, scheint ein reichlich unergiebiges Hobby.

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Land und Leute November 2010  

Advent in Vorpommern, Arbeitsmarkt im Aufschwung, Altstadtsanierung Stralsund

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