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Landwirtschaft

Durchschnittliches Agrarjahr Der neue Agrar- und Forstbericht über das Jahr 2012 ist erschienen und mit ihm eine Fülle von Daten und Fakten zu zwei für Südtirol wichtigen Sektoren. Monika Pichler

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eder ein außergewöhnlich gutes, noch ein besonders schlechtes“ sei das Jahr 2012 aus der Sicht der Landwirtschaft gewesen: So das Resümee von Landeshauptmann Luis Durnwalder, der in der Landesregierung für Forstwirtschaft und das land- und forstwirtschaftliche Versuchswesen sowie seit dem Wechsel von Hans Berger in den Senat auch für die Landwirtschaft zuständig ist. Trotz der allgemeinen Wirtschaftskrise, von der das Jahr 2012 geprägt war, sei die Situation in der Landwirtschaft zufriedenstellend, was sich auch in einer positiven Einstellung gegenüber der Zukunft ausdrücke. „Dies lässt sich durch zwei erfreuliche Entwicklungen untermauern“, erklärt LH Durnwalder, „sowohl die Schülerzahlen an den land- und hauswirtschaftlichen Schulen als auch die Zahl der Jungbauern, die den Hof übernehmen und um die Junglandwirteprämie ansuchen, ist im Steigen begriffen.“

Bergbauernberatung Im Obstbau hat das ausgesprochen warme und niederschlagsreiche Jahr 2012 zu einer um 20 Prozent geringeren Ernte geführt: Erstmals nach vier Jahren lag die Erntemenge wieder unter einer Million Tonnen, nämlich bei 940.000 Tonnen. Der geringeren Menge standen gute Auszahlungspreise gegenüber. Die Viehwirtschaft blickt auf eine gute Heuernte 2012 zurück. Aufgrund der stetig steigenden Kosten für Betriebs- und Futtermittel seien die Erträge aber gleich geblieben. Während es im Marillenanbau

aufgrund des Spätfrostes eine sehr schwache Ernte zu verzeichnen gab, lag die Produktionsmenge im Weinbau im langjährigen Durchschnitt. Ein besonderer Schwerpunkt im Landwirtschaftsjahr 2012 lag in der Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum. „Darum bemühen wir uns etwa durch die Anbindung an die modernen Kommunikationstechnologien, aber auch über die verschiedenen Entwicklungsprogramme der EU für den ländlichen Raum“, so LH Durnwalder. Von besonderer Bedeutung sei auch die Einrichtung einer Bergbauernberatung, die - nach dem Vor-

tige Schutzfunktion des Waldes. Der Waldzustand kann als gut bezeichnet werden. „90 Prozent der Südtiroler Wälder sind gesund. Neun Prozent sind von Schadereignissen betroffen, wobei nur auf einem Prozent der gesamten Waldfläche diese Schadereignisse zum Absterben von Pflanzen geführt haben“, so Durnwalder. Was die Waldbewirtschaftung betrifft, wurden im abgelaufenen Jahr 740.000 Vorratsfestmeter vom Forstpersonal ausgezeigt. Die Ertragsfähigkeit des Waldes nimmt zu. Die 1739 Almen in Südtirol machen 22 Prozent der Landesfläche aus.

bild des Beratungsringes für den Obst- und Weinbau - ihre Arbeit im Laufe dieses Jahres aufnehmen und die Bergbauern sowohl fachlich als auch betriebswirtschaftlich unterstützen wird.

Erfreulich entwickelt hat sich im vergangenen Jahr auch die Forschungstätigkeit am Land- und Forstwirtschaftlichen Versuchszentrum Laimburg. „An Krankheiten wie Feuerbrand und Besenwuchs sowie vielen weiteren vordringlichen Fragestellungen der Landwirtschaft wird mit Hochdruck geforscht“, bestätigt der Landeshauptmann. 

Gesunder Wald Auch für die Forstwirtschaft war das abgelaufene Jahr ein positives. Landesweit nimmt die Waldfläche zu, die derzeit 336.689 Hektar in Südtirol beträgt, dazu kommen noch einmal 35.485 Hektar „andere bewaldete Flächen“, wie etwa Latschenbestände. „58 Prozent der Waldfläche sind als Standortschutzwald und 24 Prozent als direkter Objektschutzwald einzustufen“, betont LH Durnwalder die wich-

info Der Agrar- und Forstbericht wird jährlich von den Landesabteilungen für Landwirtschaft, für Forstwirtschaft, für Land-, forst- und hauswirtschaftliche Berufsbildung sowie für Land- und forstwirtschaftliches Versuchs­ wesen gemeinsam erstellt. Dort ist er auch als gedruckte Broschüre oder als CD erhältlich.

Das Land Südtirol | Juli-August 2013

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DAS Land Südtirol  

Monatszeitschrift der Südtiroler Landesregierung (7-8/2013)