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Vorkommen: Der Flussbarsch ist in nahezu ganz Europa sowie über weite Teile Asiens verbreitet. Er kommt mit sehr vielen Gewässertypen zurecht. Von Kleinstgewässern wie Weihern und kleinen Tümpeln, über große Seen, langsam strömende Flüsse, bis hin zur Brackwasserregion ist der Flussbarsch überall anzutreffen. Anders als sein Name erwarten lässt, meidet der Flussbarsch aufgrund der ganzjährig kühlen Wassertemperatur und der zu starken Strömung jedoch Fließgewässer oberhalb der Barbenregion. In Südtirol besiedelt er so gut wie alle Warmwasserseen und sommerwarmen Gräben der Talsohle. Zudem kommen Flussbarschbestände in einigen Stauseen des Landes, wie dem Walburger Stausee im Ultental sowie dem Reschen Stausee im Obervinschgau vor. Fortpflanzung: Der Flussbarsch laicht im Frühjahr (April bis Mai) bei Wassertemperaturen über 8 °C. Dabei werden die Eier in langen gallertartigen Fäden auf Wasserpflanzen oder sonstigen Unterwasserstrukturen wie Totholz abgelegt. Diese klebrigen Laichschnüre sind bis zu einem Meter lang, oft werden sie von mehreren Milchnern gleichzeitig befruchtet. Ein Rogner legt dabei im Mittel viele zehntausend Eier ab, welche sich innerhalb von 120 bis 160 Tagesgraden entwickeln. Ernährung und Wachstum: In den ersten Wochen hält sich der Barschnachwuchs im Freiwasser auf und stellt tierischem Plankton nach. Mit zunehmender Größe werden auch andere Standorte aufgesucht und das Nahrungsspektrum erweitert sich. Neben Insektenlarven wird dann auch Fischbrut als Beute angesehen. Während die Jugendverbände noch in großen Schwärmen zusammenbleiben, leben kapitale Barsche in kleinen Gruppen, welche die Jagdreviere durchstreifen und sich vorwiegend von anderen Fischen (piscivor) und oft auch kannibalistisch ernähren. Flussbarsche sind langlebig und erreichen in der freien Wildbahn ein maximales Alter von 15 bis 20 Jahren, dabei werden Körperlängen von bis zu 50 cm erreicht. Wissenswertes: Bei massenhafter Vermehrung und nur geringem Räuberdruck können sich sehr hohe Bestandsdichten des Flussbarsches entwickeln. Auf diese Weise neigen Flussbarsche durch eintretende Nahrungsknappheit, wie einige andere Arten auch, zur Verbuttung(G) und erreichen nur noch sehr bescheidene Körpergrößen. Barsche besitzen ein besonders mageres Fleisch und sind ein sehr geschätzter Speisefisch.

Abb. 9.30: Die von Stachelstrahlen durchzogene vordere Rückenflosse des Flussbarsches wird bei Gefahr aufgestellt. Beim Handling nach dem Fang ist dies zu bedenken. 109

Fischen in suedtirol  
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