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Fachzeitschrift der fenaco-LANDI Gruppe • www.ufarevue.ch • 2 / 2010

Stallneubau für Munimast Seite 10

Der «MF 8690» im Praxistest Seite 20

«Mais 2010»: So gelingt die Saat ab Seite 43

Power-Mast lohnt sich Seite 64


FENDT 200 Vario: vielseitig, kompakt, stufenlos…

FS 20.4.09

…der Alpen-Vario

Über 100000 Vario-Getriebe sind heute bei Landwirten und Lohnunternehmern weltweit im Einsatz. Die Wirtschaftlichkeit, die Effizienz und der Fahrkomfort der FENDT Varios gelten als unerreicht. Jetzt ist auch im Bereich der kompakten Standardtraktoren die Zeit reif: Es ist Zeit zum Umsteigen auf den neuen FENDT 200 Vario. Erleben Sie unschlagbare FENDT VarioTechnologie auch im Leistungsbereich von 70 bis 110 PS und lassen Sie sich von der Stufenlosigkeit und der genial einfachen Bedienung begeistern. Ab jetzt steht FENDT für 100 Prozent Vario.

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80 PS

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90 PS

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100 PS

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110 PS

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Maximalleistung nach ECE R24

4147 9249 3315 9470 3664 9606 6130 8193 5324 8214 3365 4624 3615 6016 3360 3324 5502 3232 8722 5054 8934 3179 6403 7302 3148 4415 9562 9548 3860 8308 5630 8587 9445 3647 9494 8834 6170 1713 3555 8476 9303 5064 3052

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INHALTSVERZEICHNIS EDITORIAL Bei rationierten Tränkeautomaten konsumieren die Kälber nur die vorgegebene Milchmenge.

Roman Engeler

Bild: Förster Technik

FENACO AKTUELL Mineraldünger ist nicht genug Zukunftsgerichtete Strategie der Landor

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Verwaltungsbeschlüsse Auf ein Wort Energiepreis Watt d’OR «Gwatt-Tagung im Spannungsfeld Freihandel und Strukturentwicklung»

Agro-Techniker HF oder Agro-Kaufmann HF Voraussetzungen für Erfolg in Beruf und im Leben ist eine solide Ausbildung.

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MANAGEMENT Munimäster rechnen spitz Freude und Arbeitserleichterungen im Tretmiststall

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Kurzmeldungen Käsereimilch ist nicht gleich Milch Landwirte brauchen Fachkräfte

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LANDTECHNIK

SCR-Technologie Beim «MF 8690» hält erstmal die SCR-Technologie der Abgasreinigung Einzug im Traktorenbau

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Posch mit Potenzial Brennholz-Technik wird ständig weiterentwickelt

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Kurzmeldungen Massey Ferguson «8690» im Praxistest Frage des Monats Produktneuheiten

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PFLANZENBAU Weizen Neue Braunrost-Virulenzen

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Kurzmeldungen Rüben: Alles für einen guten Auflauf Nutzen der Biodiversität Drahtwurmschäden in Kartoffeln vorbeugen Unkrauterkennung via Sensoren Blattdüngung im Weinbau

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NUTZTIERE Wo steht die Technik? Neue Sensoren nähren Hoffnungen, Unkräuter künftig beim «Precision Farming» noch gezielter bekämpfen zu können.

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Gesünder liegen Kalkstrohmatratzen werden immer beliebter

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Bio-Seite: Tierspezialisten an der Sonderschau «Bio-Landbau» Kurzmeldungen UFA aktuell: Die Seiten für den Tierhalter Mehr aus der Munimast holen UFA 2000 Tagungen: Konzepte für Profis Fliegenbekämpfung im Schweinestall Seuchenbekämpfung: Interview mit BVET-Direktor Hans Wyss

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LANDLEBEN

Lästige Wesen Fliegen mindern das Wohlbefinden und können Krankheiten übertragen. Welche Bekämpfungsstrategie ist die beste?

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UFA-REVUE · 2 2010

Agricatering auf Erfolgskurs Der Apéro-Service der Luzerner Bäuerinnen

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Kurzmeldungen Garten Christoph Brütsch ist gerne Bauer

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SONDERTHEMA Mais So gelingt der Maisanbau

ab Seite 43

Mit dem pflanzenbaulichen Schwerpunktthema «Mais» (ab Seite 43) beschäftigt sich diese Ausgabe der UFA-Revue intensiv mit einer für die moderne Tierfütterung überaus wichtigen Kultur. Die vor etwas mehr als 600 Jahren von Kolumbus nach Europa gebrachte Pflanze hat sich durch züchterische Massnahmen mittlerweile derart entwickelt, dass sie auch in Gegenden mit etwas rauerem Klima gut gedeihen kann und hohe Erträge liefert. Diese Zucht wird weiterhin vorangetrieben, sowohl mit konventionellen, als auch mit gentechnischen Methoden. Weltweit gesehen ist heute Mais mit 35 Mio. Hektar Anbaufläche hinter Soja die am zweithäufigsten angebaute GVO-Pflanze. Speziell in jenen Gegenden, die grosse Mengen von Mais auf den Weltmarkt liefern, werden die gentechnisch veränderten Maissorten grossflächig angebaut. Die Beschaffung von GVO-freien Maisprodukten, sei es für die Herstellung von Lebensmitteln oder für den Einsatz in der Tierernährung, wird dadurch immer schwieriger. Zur Zeit ist der Import von GVO-freien Produkten zwar noch gesichert, doch der notwendige Kontrollaufwand steigt ständig – und parallel auch die Kosten dafür. Ob dies der Schweizer Konsument angesichts weiterer Freihandelsbestrebungen finanziell auch künftig honoriert, bleibt hingegen mehr als fraglich. info@ufarevue.ch LELY CENTER SUISSE Dairy Solution GmbH suisse@ch.lelycenter.com Tel. 041 440 04 04

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AKTUELL FENACO

Mineraldünger ist nicht genug DIE LANDOR hat ihre Handelstätigkeit in den letzten Jahren kontinuierlich auf neue Produkte wie Güllezusätze und Kalkdünger ausgeweitet. Als Unternehmen der Schweizer Bauern reagiert die Landor damit innovativ auf neue Bedürfnisse in der Landwirtschaft. Ihre Berater vermitteln hilfreiche Tipps zur Optimierung der Düngerwahl und des Düngereinsatzes.

Während der Düngerverbrauch vor allem in Asien und Lateinamerika zunimmt, stagniert er in Nordamerika, Europa und der Schweiz. Dazu trägt bei, dass sich die landwirtschaftliche Nutzfläche in den Industrieländern durch Bauten oder Bewaldung reduziert. Knappe Ressourcen, hohe Kosten für die Erschliessung neuer Rohstoffvorkommen und der zunehmende Globalbedarf lassen mittel- und langfristig steigende Düngerpreise vermuten. Auf der

anderen Seite nehmen die Erlöse für die Landwirte seit vielen Jahren ab, womit der Düngerverbrauch in Westeuropa wohl weiter stagnieren wird.

Düngung optimieren Als Unternehmen der fenaco bietet die Landor ein Vollsortiment an Düngeprodukten mit hohem Qualitätsniveau an (garantierte Gehalte , einwandfreie Granulierung). Wie kann die Aufgabe, die Landwirte bei der Nährstoffversorgung der Pflanzen und bei der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit zu unterstützen, unter den globalen Entwicklungen weiter optimal wahrgenommen werden? Ein Ansatz liegt darin, die Mineraldünger noch gezielter einzusetzen. In Versuchen zusammen mit der Hochschule für Landwirtschaft und zwei Bewässerungstechnik-Firmen konnte die Landor beispielsweise zeigen, dass sich in Kartoffeln mit Fertigation (DünKerngeschäft der Landor bleibt der Mineraldünger-Bereich. Aber neue Produkte gewinnen an Bedeutung.

VERWALTUNGSBESCHLÜSSE DÉCISIONS DU CONSEIL D’ADMINISTRATION Strategische Landsicherung der Volg Konsumwaren AG Die Verwaltung hat in der Dezembersitzung beschlossen, angrenzend an die heutige Verteilzentrale der Volg Konsumwaren AG in Winterthur Industrieland im Umfang von 6500 m2 zu erwerben. Mit der seit dem Jahr 2001 erfolgten Expansion der Volg-Gruppe, ist die Kapazitätsgrenze der heutigen Verteilzentrale in Winterthur erreicht. Diese strategische Landsicherung gewährleistet 4

gung und Bewässerung in einem) gegenüber der Kopfbewässerung bis zu 50 % Wasser einsparen lässt und die Erträge bei einigen Sorten deutlich steigen. Weiter ergaben Landor-Versuche, dass bei optimalen Bodenverhältnissen und idealer Witterung in Kartoffeln eine einmalige Stickstoffgabe zur Pflanzung mit einem günstigen Ammoniumdünger gegenüber mehreren Gaben von Vorteil ist. Innovationen zur Düngungsoptimierung sind zudem der N-Tester sowie der N-Sensor im Angebot der Landor.

Güllezusätze Mit den Turbulenzen am Düngermarkt gewinnen die Hofdünger an Bedeutung. Um die Nachteile der hofeigenen Dünger auszumerzen, bietet die Landor praxisgeprüfte Produkte an. Durch Zusätze wie «Microbactor» oder «Landor-Schwefel 80%» lässt sich der Wert von Gülle und Mist steigern. Sie beugen Schwimmdecken vor, vermindern Stickstoffverluste, verbessern die Pflanzenverträglichkeit oder erhöhen den Nährstoffgehalt der Hofdünger.

auch in Zukunft eine zuverlässige Belieferung der Verkaufsstellen ab Winterthur. Nach erfolgtem Ausbau können Aussenlager abgebaut werden.

fenaco-LANDI Gruppe sponsert Jubiläumsjahr 2010 feiert das Berner Inforama mit zahlreichen Aktivitäten an den sechs Standorten 150 Jahre landwirtschaftliche Bildung im Kanton Bern. Dabei sein wird auch die fenaco-LANDI Gruppe, die die Anlässe als Hauptspon-

sor unterstützt, ist doch das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen der LANDI von Beginn weg bis heute sehr eng mit der landwirtschaftlichen Bildung und Beratung verknüpft. 2 2010 · UFA-REVUE


AKTUELL

NATS ES MO IS D D L I B DU MO PHOTO

FENACO AUF EIN WORT EN UN MOT

«SwissFarmerPower» Inwil (SFPI) gewinnt den Energiepreis Watt d’Or 2010 in der Kategorie «Erneuerbare Energien». SFPI ist die grösste Biogasanlage der Schweiz und verarbeitet biogene Abfälle und Gülle zu Biogas. Gemeinsam daran beteiligt sind unter anderem 72 Luzerner Landwirte und auch die fenaco. Zudem werden die Gärreste von der Landor zu Dünger verarbeitet. Pius Renggli (VR-Präsident SFPI), Stephan Marty (Geschäftsleitung ewl), Josef Sommer (Geschäftsleitung fenaco) und Christoph Eggerschwiler (Geschäftsleiter SFPI) an der Preisverleihung. (v. l. )

Kalk Wie das Segment der Hofdüngerzusätze hat die Landor auch ihr Kalkangebot kontinuierlich ausgeweitet. Von «Agro-Kalk» über «Dolomit» bis hin zum Branntkalk reicht ihr Sortiment. Wer vom Kalk nicht nur im Feld, sondern auch in seinem Milchviehstall profitieren will, setzt auf die Kalkstrohmatratze mit Feuchtkalk (Beratungsfilm auf www.ufarevue.ch) oder auf «Desical».

Dienstleistungen Es gäbe noch viel zu berichten über die neuen Angebote der Landor. So etwa über die breite Palette an Winterdienstprodukten. Am besten Bescheid wissen die Landor-Berater. Sie helfen bei der Berechnung von Düngeplänen, der Behebung von Nährstoffmängeln oder Beurteilung neuer Verfahren. Gratisberatung: info@landor.ch oder 寿 0800 80 99 60.

MEDIENBERICHTE RAPPORTS DES MÉDIAS 11. Januar 2010, 16:17, NZZ Online

13. Januar 2010, NZZ

«Tante Emma» geht es gut Das

Spiegelei statt Pouletbrust In

fenaco-Tochterunternehmen Volg hat seinen Umsatz 2009 um 3.8 % auf 1.27 Mrd. Fr. gesteigert. Die auf Dorfläden und Kleinflächen spezialisierte Detailhandelsgruppe erhöhte die Zahl der Verkaufsstellen im letzten Jahre von 809 auf 862. Zu dieser Entwicklung trugen vor allem 43 neu belieferte «Visavis»Verkaufsstellen in der Westschweiz und im Oberwallis bei.

Krisenzeiten steige die Nachfrage nach Eiern. Weder Fleisch noch Fisch seien so günstig, schreibt die NZZ. 2009 sei die inländische Eierproduktion um 4 % gewachsen. So würden denn auch die Geschäfte der Eico super laufen. Der Eierhändler Eico gehört mit seinen 80 Vollzeitstellen zur fenaco-LANDI Gruppe und ist dadurch im Besitz der Bauernschaft.

UFA-REVUE · 2 2010

Die Preise für Agrarprodukte haben in den letzten zwei Jahren einen ungewöhnlichen Höhenund Sinkflug durchgemacht. Die Landwirtschaft hat vieles unternommen, um sich dieser Entwicklung anzupassen. Auch die fenaco hatte einige Herausforderungen zu meistern, um beispielsweise beim Dünger nicht übermässige Lagerbestände zu riskieren. In Deutschland hat ein solch falsches Verhalten zum Konkurs einzelner Unternehmen geführt. Gut gemeint hat es im Jahr 2009 Mutter Natur, jedenfalls was die Ernteerträge und -qualität betrifft. Aufgabe der fenaco ist und bleibt es, eine produktive Landwirtschaft zu unterstützen. Das tut sie im Pflanzenbaubereich durch das Angebot von Produktionshilfsmitteln sowie via Übernahme, Lagerung und Verkauf von Getreide und Landesprodukten. Als praktische Entscheidungsgrundlagen veröffentlicht die fenaco jährlich den UFAFeldsamenkatalog, das Pflanzenschutz-Zielsortiment sowie die Düngerlisten von Landor oder Agroline. Zudem werden regelmässig nützliche Neuigkeiten angeboten. Beispiele sind die «Highspeed-Technologie» für gewisse Futterbaumischungen, neue Produkte für das Aufkalken oder die Aufwertung der Gülle sowie leistungsfähige Strategien im Bereich des Pflanzenschutzes. Die fenaco und ihre Pflanzenbauspezialisten sind täglich im engen Kontakt mit der Praxis und tragen zum Erfolg der Bauernfamilien bei. Ich wünsche Ihnen alles Gute für die bevorstehende Saison, ideales Wetter, grosszügige Ernten und natürlich viel Glück und Gesundheit zu Hause. Werner Kuert Mitglied fenaco-Geschäftsleitung

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AKTUELL FENACO

Schweizer Landwirtschaft fördern ATTRAKTIVE GWATT-TAGUNG DER REGION MITTELLAND Unter dem Motto «Rollenteilung – Zukunft gestalten» diskutierten an zwei Tagen Verantwortungsträger der fenaco-LANDI Gruppe aus der Region Mittelland aktuelle Themen rund um die Zukunftssicherung der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft.

An der alle zwei Jahre stattfindenden Tagung im Gwatt-Zentrum am Thunersee versammeln sich LANDIVorstände, ihre Geschäftsführer und Vertreter der fenaco, um gemeinsam aktuelle Herausforderungen zu diskutieren. Heuer stand mit dem geplanten EUAgrarfreihandelsabkommen eine solche Herausforderung auf der Traktandenliste. An einem prominent besetzten Podi-

umsgespräch, geleitet von Nationalrat und fenaco-Verwaltungsmitglied Caspar Baader, diskutierten der fenaco Geschäftsleitungsvorsitzende Willy Gehriger, der Direktor des Bundesamts für Landwirtschaft Manfred Bötsch, Professor Matthias Binswanger und der Chefökonom des Wirtschaftsverbands Economiesuisse Rudolf Minsch. Matthias Binswanger legte ökonomisch fundiert

dar, warum Freihandel das Ende für die Schweizer Landwirtschaft bedeuten könnte. «Freihandel führt nicht zum befreiten Bauer, sondern zur Befreiung der Schweiz von den Bauern», rief er in den vollbesetzten Saal. Verlieren würden dabei nicht nur die Landwirte, sondern auch die Konsumenten, die gesunde, regionale und einheimische Produkte kaum mehr kaufen könnten. Heute ver-

Vorsitzender der Geschäftsleitung fenaco Willy Gehriger, Professor Matthias Binswanger, Nationalrat und fenaco-Verwaltungsmitglied Caspar Baader, Economiesuisse-Chefökonom Rudolf Minsch und BLW-Direktor Manfred Bötsch diskutierten über ein mögliches Freihandelsabkommen mit der EU.

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AKTUELL FENACO

Erfolg gemeinsam optimieren sorgen die Bauern die Schweiz immerhin mit 58 % der benötigten Lebensmittel. Willy Gehriger wies darauf hin, dass die fenaco-LANDI Gruppe zu 100% hinter ihren Bauern stehe und die produktive Landwirtschaft und die Lebensmittelverarbeitung von einheimischen Produkten fördere. Zu bedenken sei auch, dass trotz Zollschutz die Schweiz schon heute pro Kopf weltweit am meisten Lebensmittel importiere. Es gelang den Befürwortern eines Freihandelsabkommen, Rudolf Minsch und Manfred Bötsch, kaum nachvollziehbar zu begründen, warum ein Freihandelsabkommen nun Vorteile für die

Die Bauern an der Gwatt-Tagung bewirtschaften meistens mittelgrosse Landwirtschaftsbetriebe und engagieren sich hochmotiviert im Vorstand ihrer LANDI. Zusammen mit ihren Geschäftsführern lassen sie den Kopf nicht hängen und widmeten sich nach dem Podiumsgespräch den Tagungsthemen der fenaco-LANDI Gruppe. Diskutiert wurden dabei Herausforderungen im Getreideanbau, im Brenn-, Treibstoff- und Energiebereich und in der Warenbeschaffung auf dem Weltmarkt. Die Frage der Rollenteilung zwischen den LANDI und der fenaco wurde am Beispiel der LANDI Seeland AG facettenreich durch verschiedene Referenten dargestellt. Landwirtschaft, aber auch für die Volkswirtschaft, habe solle. Tiefere Konsumentenpreise und ein Wachstum von 0.5 % des Bruttoinlandproduktes wurden dabei genannt. Als perspektivenlos

für die Bauern würden sich Strukturanpassungen erweisen, was nicht nur die Gegner eines Freihandelsabkommens, sondern auch die Befürworter attestierten. Die Herausforderungen eines EUFreihandelsabkommens wären auch für immer grösser werdende Betriebe sehr schwierig zu bewältigen. Ungeklärt ist zudem, wie die Begleitmassnahmen finanziert werden sollen. Ob da der Vorschlag von Rudolf Minsch (temporäre Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Nahrungsmitteln) mehrheitsfähig sein wird, ist mehr als fraglich. Die Eröffnung der Verhandlungen mit der EU über ein Freihandelsabkommen löst grosse Besorgnis bei den Bauern und LANDI-Verantwortlichen aus, insbesondere da auch laufend Abkommen mit Drittstaaten abgeschlossen werden und ein Abschluss der Doha-Runde im Rahmen der WTO (Zollabbau, Wegfall Exportsubventionen und alle Produktstützungen) nicht ausgeschlossen werden kann. 䡵

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1 · fenaco-Präsident Lienhard Marschall und Heinz Wälti von der LANDI Schweiz AG.

3 · fenaco-Geschäftsleitungsmitglied Josef Sommer will die Energieeffizienz erhöhen. Am Laptop Christian Schneider (fenaco Bern). 4 · fenaco und LANDI bilden ein gutes Gespann: Fritz Marschall, Präsident Geschäftsführerverein Mittelland und fenacoGeschäftsleitungsmitglied Christian Tschudin auf dem Tandem. 5 · Über die Herausforderungen beim Getreideanbau, sprach Heinz Mollet (fenaco Getreide, Ölsaaten und Futtermittel).

2 · Teilnehmerrekord an der Gwatt-Tagung 2010. 2

6 ·Martin Feller (LANDI BippGäuThal AG), Martin Bieri (LANDI Seeland AG) diskutieren mit Jürg Hiltbrand (fenaco Bern).

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7 · Tagungsmotto: Rollenteilung – Zukunft gestalten – gezielte Aufgabenteilung fenaco-LANDI erhöht die Leistungsfähigkeit am Markt um ein Vielfaches. 8 · Stefan Feer (Agrola), Roman Gmünder (LANDI Reba) und Walter Waespi (Traveco) referierten über Brenn- und Treibstoffe. 7


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KURZNEWS MANAGEMENT

In der Raumplanung geht’s vorwärts Der Bundesrat lehnt die Landschaftsinitiative «Raum für Mensch und Natur» ab und verabschiedete am 21. Januar 2010 einen indirekten Gegenvorschlag. Der Bundesrat erachtet das in der Landschaftsinitiative vorgesehene zwanzigjährige Moratorium für neue Bauzonen als problematisch. Dieses würde den regional unterschiedlichen Verhält-

Einkommenssituation Ein Vergleich des landwirtschaftlichen Arbeitsverdienstes mit Vergleichseinkommen zeigt, dass Landwirte zwischen 30% (Talgebiet) und 60% (Berggebiet) weniger verdienen als die übrige Bevölkerung – dies auch in den beiden überdurchschnittlichen Jahren 2007 und 2008. Die Kapitalrendite in der Landwirtschaft sei so tief, dass viele Betriebe die Kosten nur dank einem grossen Anteil unverzinslicher Darlehen und privatem Konsumverzicht tragen können. Auch schwanken landwirtschaftliche Einkommen von Jahr zu Jahr stärker als die Vergleichslöhne. Dies ist umso bedenklicher, da in Zukunft mit wesentlich schlechteren Ergebnissen gerechnet werden muss. Nachzulesen im Situationsbericht 2009 des Bauernverbands. Download auf www.sbv-usp.ch

Bodenrechts-Kurs für Profis Die Abteilung Treuhand und Schätzungen des Bauernverbands führt am 24. Februar 2010 eine BGBB-Tagung durch. Anmeldung: www.sbvtreuhand.ch oder  056 462 51 11 UFA-REVUE · 2 2010

nissen nicht gerecht. Es belohne tendenziell jene Kantone, die über zu grosse Bauzonen verfügen und bestrafe jene, die in der Vergangenheit sorgfältig und bedarfsgerecht geplant haben, schreibt das Bundesamt für Raumentwicklung in einer Medienmitteilung. Das berechtigte Anliegen der Initiative, die Zersiedelung zu stoppen und die Landschaft besser zu schützen, will der Bundesrat mit einer Teilrevision des Raumplanungsgesetzes nun erfüllen. Mit der vorliegenden Teilrevision soll das Kulturland besser geschützt werden. So soll - neben der haushälterischen Bodennutzung neu auch die Trennung von Baugebiet und Nicht-Baugebiet als Ziel im Gesetz festgeschrieben werden.

Ulrich Ryser (Bild) vom Schweizerischen Bauernverband begrüsst den Gegenvorschlag des Bundesrates als ein Schritt in die richtige Richtung und präzisiert: «Der Schutz von Kulturland wird mit dieser Revision angepackt, das ist für unsere produzierende Landwirtschaft essentiell.» Auch weitere Aspekte erachtet er als positiv, zum Beispiel, dass Brachland in Bauzonen besser ausgenutzt werden solle und dass klarere Vorgaben an die Richtpläne der Kantone gefordert werden. Ob diese Teilrevision Bestand haben wird, zeigt sich dann in der parlamentarischen Debatte. Weitere revisionsbedürftige Bereiche würden dann in einer zweiten Etappe angegangen werden.

Jahrestagung 2010

Auflagen für Besenbeizen

Die Gesellschaft für Agrarwirtschaft und Agrarsoziologie (SGA) stellt das landwirtschaftliche Einkommen (Relevanz, Messung und Stabilisierung) in den Mittelpunkt an ihrer Jahrestagung vom 25. und 26. März 2010 an der ART in Tänikon. www.sga-sse.ch

Für bäuerliche Kleinstbetriebe seien die notwendigen Anforderungen für Besenbeizen, zum Beispiel bei den sanitären Anlagen, unverhältnismässig hoch, befand ein Postulat der Grünen Partei im Zürcher Kantonsrat und forderte, dass der Betrieb von Besenbeizen deshalb erleichtert werden müsse. Gemäss LID sieht das der Zürcher Regierungsrat anders und befand, dass die heutigen Bestimmungen für die Einrichtung und den Betrieb einer Besenbeiz angemessen seien. Erleichterungen brauche es nicht. Auch bei den sanitären Anlagen sehe der Regierungsrat keinen Handlungsbedarf. Als Lebensmittelbetriebe müssten Besenbeizen den Hygienebestim-

Fit mit Fremdsprachen Agroimpuls arbeitet mit anerkannten Sprachschulen zusammen, vermittelt Sprachkurse in Europa und Übersee. www.agroimpuls.ch oder Auskunft:  056 462 51 44

Soziale Dienstleistungen Soziale Dienstleistungen ermöglichen Bauern, ihren Betrieb zu diversifizieren und dadurch Einkommen zu erwirtschaften, zum Beispiel in Form von Betreuungs-, Pflege-, Erziehungs- und Bildungsangeboten, schreiben Hans Wydler und Rachel Picard in der neuesten Agrarforschung. Auswertungen von der zentralen Auswertung von Buchhaltungsdaten von ART ergeben, dass rund 1 % der landwirtschaftlichen Betriebe soziale Dienstleistungen anbieten würden. www.agrarforschungschweiz.ch

Bild: brunch.ch

mungen entsprechen. Erleichterungen, etwa hinsichtlich der Belüftung und der Betriebsküche, seien aber in begründeten Fällen möglich.

Betriebshilfe zur Entschuldung Der Bund ermöglicht im Rahmen der Verordnung über soziale Begleitmassnahmen mit zinslosen Betriebshilfedarlehen die Umschuldung landwirtschaftlicher Betriebe, die Überbrückung unverschuldeter finanzieller Bedrängnis und erleichtert die Betriebsaufgabe, sofern rückerstattungspflichtige Beiträge oder Investitionskredite ausstehend sind. Ab 1. Januar 2010 gelten neue Bedingungen. So können verzinsliche Schulden neu bis auf 50 % des

Ertragswertes in ein Betriebshilfedarlehen umgewandelt werden. Mit der Rückzahlung innert maximal 10 bis 20 Jahren können Zinskosten gespart und der Betrieb entschuldet werden. Die verzinsliche Ausgangsverschuldung darf nicht über dem 2.5-fachen Ertragswert liegen. Bei einer unverschuldeten finanziellen Bedrängnis können Betriebe neu ab einer und nicht mehr erst ab 1.25 Standarbeitsarbeitskraft um ein Betriebshilfedarlehen nachsuchen. Auskünfte erteilen die kantonalen Kreditkassen oder das Bundesamt für Landwirtschaft. Franziska Wirz, BLW, FB Hochbau und Betriebshilfen

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 9


ES HAT SICH GELOHNT MANAGEMENT

Munimäster rechnen spitz FREUDE UND ARBEITSERLEICHTERUNG Mit viel Eigenleistung und Ersparte erneuerte die Familie Klauser immer wieder ihre Ställe und ihren Betrieb. Vor 12 Jahren bauten sie einen grossen Munimaststall. Sie haben Freude an ihrem funktionalen Stall, der auf das Tierwohl bedacht ist.

Mit dem Kopf arbeiten, bringe manchmal mehr, als mit Schaufel und Pickel, fasst Werner Klauser (66) seine Erfahrungen mit land-

wirtschaftlichem Bauen und Investitionen zusammen. Begonnen hatte er schon früh damit. «1966 verkauften wir unsere letzte Kuh und sind voll in die

Munimast eingestiegen», erzählt er. Er hätte lieber Kälber getränkt als gemolken. Zudem berechnete er, damals noch als junger Landwirtschaftsschüler, mit Hilfe der betrieblichen Zahlen, dass für ihren Betrieb mit der Munimast mehr herausschaue als mit der Milchproduktion. «1967 bauten mein Vater und ich aus Windfallholz einen Stall für 70 Muni für sage und schreibe 35 000 Fr». Das waren im Rückblick betrachtet die guten alten Zeiten.

Planung

Während rund 10 Jahren arbeiteten Werner Klauser und sein Vater gemeinsam, dann übernahm 1978 Werner den Betrieb käuflich. Der Betrieb liegt oberhalb von Reitnau (AG) in einer idyllischen Talsenke und umfasst rund 19 ha landwirtschaftliche Nutzfläche. Die Munimast rentierte, durch die Vollspaltenböden war das Misten einfach. Zeitaufwendig war hingegen das Füttern. Die Tiere wurden in drei Ställen gehalten. In den 90er Jahren entschlossen sich Werner und Verena Klauser einen Munimaststall zu bauen. Der geplante Stall (BTS, Raus) wurde gerechnet für 132 Tiere über 400 kg oder 200 Vormasttiere. Die Planung übernahm Werner Klauser selbst, das ist, was er mit Kopfarbeit bezeichnet. «Anhand der Normen im Wirzkalender rechnete und zeichnete ich eine Stallvariante. Zur Begutachtung schickte ich den Plan an die FAT, heute ART Tänikon, welche fand, dass alles richtig sei.» Die Bauführung übernahm er dann ebenfalls.

Junior David Klauser und Vater und Betriebsleiter Werner Klauser. Der Junior lernt Landwirt und hat grosses Interesse am Betrieb – das ist eine zusätzliche Motivation für Investitionen. 10

Tretmiststall

Entstanden ist ein funktionaler Tretmiststall, mit einer leicht geneigten Liegefläche, wo der 2 2010 · UFA-REVUE


ES HAT SICH GELOHNT MANAGEMENT

Meilensteine 1967: Stallbau zusammen mit dem Vater für 70 Muni 1972: Betriebsgemeinschaft mit dem Vater

1978: Betriebsübernahme Werner Klauser 1996: Stallbau

Mist durch die Bewegung der Tiere nach unten zum Auslauf getreten wird. Der Laufhofgang-Bereich ist nicht überdacht und hat zwei Schieber um Mist und Gülle vorwärts zu stossen. Eine Einstreumaschine sorgt für eine ideale Verteilung des Strohs. Die Kosten inklusive Mistplatz und Einrichtungen beliefen sich auf rund eine halbe Million Franken, welche hauptsächlich durch die vorher erwirtschafteten Mittel aus dem Betrieb finanziert wurden. Der neu entstandene Stall war AgriNatura-konform, ein Label, das Ende der 80er Jahre erstmals aufkam. «Eigentlich habe ich mich zuerst gegen diese Aufsplittung des Angebots gewehrt. Ich fand von Schweizer Fleisch solle es nicht ein Zweiklassenfleisch geben, sondern, das was wir produzieren sei beste Schweizer Qualität», erinnert sich Klauser. Er liess sich eines Besseren belehren. Arbeitswirtschaftlich war es mit dem neuen Stall einfacher, das Tierwohl war ideal und die Preise stimmten optimistisch. Die Zuschläge für Agri Natura Beef betrugen damals über einen Franken.

BSE und sinkende Preise

Dann aber sanken die Preise sukzessive. Tiefpunkt war die BSE-Krise Ende der 90er Jahre, als die Schweizer Konsumenten massiv weniger Rindfleisch konsumierten. Heute betrage der Labelzuschlag rund 55 Rp./kg. Die Strohpreise (rund

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80 t Stroh muss der Betrieb zukaufen) hätten sich hingegen verdoppelt und die Vorschriften seien gestiegen, berichtet Werner Klauser und fährt fort, dass man wirtschaftlich in der Landwirtschaft keine Rendite wie bei einem mittelständischen Unternehmen erwarten könne. Sie hätten den Stall in den letzten 12 Jahren zu einem guten Teil abgeschrieben und das sei gut so. Pro Tier und Jahr ergäbe das jährliche Abschreibungen von rund 130 Fr. Bei einem momentanen Munipreis von Fr. 8.90 (Tränkerpreis Fr. 12.50) werde, eingerechnet der Direktzahlungen, Arbeit, Abschreibungen und Verzinsung so abgegolten, dass sich damit leben lasse. Sinken aber die Preise oder stiegen umgekehrt die Tränkerpreise, so werde es für viele Munimastbetriebe eng. Klauser fügt an, dass bei einem Freihandelsabkommen mit der EU und Preisen von 4 bis 5 Franken pro Kilo Schlachtgewicht, ein Überleben der Schweizer Munimast praktisch unmöglich sei. Überschlagsmässig hat er es für seinen Betrieb durchgerechnet. Auch, wenn man von tieferen Produktionskosten ausgehe, sei man standortgebunden und müsse unzählige Dienstleistungen (Bauen) zu Schweizer Preisen einkaufen.

Kosten sparen Munimäster müssten spitz rechnen. Angestrebt werde mit einer guten Tiergenetik und gutem Futter eine Mastdauer von zehn Monaten. Rund 7 ha Silomais werden auf dem Betrieb angebaut und siliert. Der Mais wird hoch geschnitten, damit die Nährwertkonzentration höher ist. Gespart wird bei den Traktoren. Der letzte Traktorkauf erfolgte in den 80er Jahren. «In den letzten Jahren mieteten wir einen Traktor für den Abtransport vom Mais. Das kommt uns viel günstiger. Eigentlich kann sich heute kein Landwirtschaftsbetrieb einen Traktor leisten, der nicht ausgelastet ist.», erklärt Werner Klauser. Im Lohn werden auch die Grassiloballen gewickelt. Zuschläge

Kosten sparen liegt in der Hand der Betriebsleiter, aber auch die Grossverteiler müssten Verantwortung übernehmen, findet Werner Klauser. Die Zuschläge müssten erhöht wer-

den, ist seine Meinung. Er sagt: «Wir haben Freude an der Biodiversität. Einige Flächen konnten wir dadurch aufwerten, aber wir leisten auch sehr viel dafür und dieser Aufwand wird nicht genügend honoriert.»

Fazit

Für Werner Klauser hat sich die Investition gelohnt. Er konnte einen Stall realisieren, der funktional seine Zwecke erfüllt. Sein Sohn David wird in den nächsten Jahren den Betrieb übernehmen und auch dieser ist überzeugt

Buchhaltung für die Betriebsführung Eine der Grundlagen für die Tragbarkeitsberechnung von Investitionen in den Betrieb ist der Buchaltungsabschluss. Mittels Kennzahlen wie Deckungsbeitrag, Cash flow oder Liquiditätsgrad kann kontrolliert werden, ob Annahmen und Berechnungen zutreffen. Ein Vergleich mit ähnlichen Betrieben ist möglich und hilft, die eigenen Strukturen zu verbessern. Um zu einer aussagekräftigen Bilanz und Erfolgsrechung zu gelangen, muss der Betriebsleiter die Daten sorgfältig zusammentragen. Vielen Landwirten liegt diese Büroarbeit nicht so recht. Werner Klauser ist diese Arbeit jedoch seit Anbeginn wichtig. Er nimmt sich in einer ruhigen Minute Zeit, den Jahresabschluss aufmerksam zu studieren. Er zieht Vergleiche mit Vorjahren und bespricht sich mit seiner Treuhandstelle. Der Buchhaltungsabschluss ist für ihn ein Hilfsmittel für die Betriebsführung und landet nicht bloss in der Schublade. Werner Klauser ist damit in der Lage, bei anstehenden Investitionen oder speziellen Ereignissen die Auswirkungen auf seine finanzielle Situation in Kürze abzuschätzen. Brigitte Eschbach, Lerch Treuhand AG, www.lerch-treuhand.ch

vom Betriebssystem. Abschliessend meint Werner Klauser: «Wir kommen gut durch. Aber wenn so ein Freihandelsabkommen mit der EU käme, wäre das für uns und für viele andere Berufskollegen eine Katastrophe.» 䡵

Autorin Daniela Clemenz, UFA-Revue, 8401 Winterthur Werner Klauser bewirtschaftet mit seiner Frau Verena einen 24 hagrossen Betrieb (inklusive Wald) in Reitnau (AG). Der Betrieb hat sich auf Munimast spezialisiert. Gemästet werden übers Jahr 200 Muni. Sohn David (18 J.) wird in die Fussstapfen des Betriebsleiters treten und absolviert zurzeit die Jahresschule am landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg. www.ufarevue.ch

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MANAGEMENT

Käsereimilch ist nicht gleich Milch PREISVERGLEICH Schweizer Käsereimilch, hergestellt aus silagefreier Fütterung, geniesst einen hohen Stellenwert und ist in dieser Ausprägung weltweit wohl einmalig. Wenn es um den Milchpreis geht, ist allerdings Käsereimilch nicht gleich Käsereimilch. Transparenz bietet der monatliche Milchpreisvergleich der SMP (Milchpreismonitoring).

Stefan Hagenbuch

Knapp ein Drittel der produzierten Milch wird nach den Vorgaben für Käsereimilch produziert und zu bekannten Produkten wie Emmentaler (Switzerland) AOC, Le Gruyère AOC, Appenzeller® oder Sbrinz AOC verarbeitet und erfolgreich exportiert. Bei der Käsereimilch gibt es ein Milchpreisgefälle von West nach Ost (Tabelle). Während bei Gruyère und Tête de Moine in den letzten 12 Monaten im Mittel Milchpreise von über 80 Rp./kg Milch ausbezahlt werden konnten, kommen die Emmentaler Lieferanten im selben Zeitraum im Durchschnitt auf gute 70 Rp./kg Milch, wobei es zwischen «Emmentaler-Milch» aus dem Emmental und jener aus der Ostschweiz beträchtliche Unterschiede gibt. Die KäsereiMilchpreise von Appenzeller®, Sbrinz, Vacherin Fribourgeois und Tilsiter Switzerland liegen dazwischen.

Preisabstufung

Voraussetzung für einen überdurchschnittlichen Milch-

Tabelle: Preise für Käsereimilch (Rp./kg) Käsesorte Tête de Moine AOC Le Gruyère AOC Diverse Appenzeller® Tilsiter Switzerland Sbrinz AOC Bündner Bergkäse Emmentaler AOC Raclette du Valais AOC Vacherin Fribourgeois AOC Switzerland Swiss Gewichtetes Mittel 12

Oktober 2009 franko Ø 12 Käserei Monate 89.05 80.89 81.18 80.47 78.24 79.79 75.88 76.71 69.34 73.19 66.23 72.55 60.53 71.84 66.89 71.41 82.00 78.86 74.68

76.04

Oktober 2009 ab Ø 12 Hof Monate 79.20 78.62 84.00 81.48 64.72 67.35 70.57 73.32 69.97 70.94 71.77 75.19 68.61 80.00 82.57 68.10 75.22

71.46 74.21 77.09 70.51 75.61

preis ist ein guter Markterlös für den Käse. Die unterschiedlichen Milchpreise bei der Käsereimilch reflektieren eins zu eins die Wertschöpfung am Markt. Nicht austauschbare Spezialitäten mit klarem und durchsetzbarem Kennzeichnungsschutz (AOC, Marke), verlässlicher Mengenführung sowie mit «Herzblut» betriebener Geschäftstätigkeit führen zum Erfolg. Der Bund gewährt für Milch aus silagefreier Fütterung, die zu Extrahart-, Hart- und Halbhartkäse (jedoch nicht zu Weichkäse) verarbeitet wird neben der Verkäsungszulage (15 Rp./kg Milch) zudem eine Zulage für die Fütterung ohne Silage (3 Rp./kg Milch). Die «Siloverzichtszulage» ist im ausgewiesenen Käsereimilchpreis nicht enthalten. Sie wird separat ausgewiesen, weil nur so ein einwandfreier Vergleich mit der Molkereimilch möglich ist.

Alternative Molkereimilch

Die Käsereimilch ist zwar ein eigenständiger Markt, doch wenn der Preisunterschied zur Molkereimilch zu klein ist oder zu

Die Milchpreise bei der Käsereimilch reflektieren die Wertschöpfung. Bild: switzerland-cheese.ch

unbedeutend wird und Alternativen bestehen, setzt der Exodus aus der Käsereimilchproduktion ein, denn die Kosten der silagefreien Produktion sind deutlich höher als jene bei der Molkereimilch. Dies hat sich 2002 bis 2005 beim Emmentaler deutlich gezeigt. In den letzten 12 Monaten konnte für die Käsereimilch im Mittel ein Preis von rund 76 Rp./kg erzielt werden. Im gleichen Zeitraum lag er bei der Molkereimilch bei knapp 64 Rp./kg. 䡵

Autor Stefan Hagenbuch arbeitet bei der SMP in Bern und ist für den Bereich Internationales & Marktfragen verantwortlich. Die Zahlen und Tabellen des Milchpreismonitorings sind jeweils aktuell auf www.swissmilk.ch Rubrik Produzenten-Milchverkauf aufgeschaltet.

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MANAGEMENT

Landwirtschaft braucht gute Fachkräfte AGRO-KAUFMANN HF UND AGRO-TECHNIKER HF Die beruflichen Herausforderungen in der Agrarbranche sind riesig. Ideale Voraussetzungen, um den Anforderungen zu begegnen, ist die Ausbildung zum Agro-Kaufmann HF und Agro-Techniker.

Thomas Steiner

Christoph Jenni

Ziel der Ausbildung ist die Vermittlung jener praktischen und theoretischen Fachkenntnisse, die ein Agro-Kaufmann HF oder eine AgroKauffrau HF zur kompetenten Erfüllung vielseitiger Aufgaben in der Agrarwirtschaft benötigt. Die Schwerpunkte liegen analog dem Berufsprofil in der Unternehmensführung und Organisation, im Marketing und den Kenntnissen der Agrarmärkte. Der Umgang mit Menschen, seien es Kunden, Lieferanten oder Mitarbeiter, ist eine Faszination und Herausforderung besonderer Art. Deshalb sind Kommunikations-, Sozialund Selbstkompetenzen wichtige Grundlagen angehender Agro-Kaufleute HF. Agro-Techniker HF übernehmen anspruchsvolle Fach- und Führungsaufgaben in der Agrarwirtschaft. Sie überzeugen durch ihren Praxisbezug und hohe Handlungskompetenzen. Die Schwerpunkte der Ausbildung liegen in der Produktionstechnik, der Betriebs-

Mein Ausbildungsweg zum Agro-Techniker HF Im Jahr 2002 begann ich die landwirtschaftliche Grundausbildung. Ich war in einer der ersten Klasse der Schweiz, welche die dreijährige Lehre durchlief. Nach der erfolgreich abgeschlossenen Schlussprüfung machte ich Kurzeinsätze auf einem Landwirtschaftsbetrieb und in Metallbaubetrieben. Im Frühling 06 begann die 21-wöchige RS als Motorfahrer. Danach war ich in einem Gartenbaubetrieb beschäftigt, wo ich selbstständig, häufig aber auch mit Lehrlingen zusammen, arbeiten konnte. Im Winter 07 besuchte ich am Strickhof in Lindau (ZH) die landwirtschaftliche Handelsschule. 2008 sammelte ich dann nochmals Erfahrungen in der Arbeitswelt. Im April 2009 stieg ich in die Ausbildung zum Agro-Techniker HF ein, wobei die Handelsschule voll angerechnet wird. Im Verlaufe des Jahres erhielt ich per Zufall ein Stellenangebot, welches ich mit Freuden annahm. So werde ich ab Mitte April in der LANDI Dussnang (TG) für den Futtermittelhandel zuständig sein. Zu meinen Tätigkeiten zählen Kundenberatung und – betreuung, sowie Büro- und Lagerarbeiten. Diese Stelle spricht mich wegen der Vielseitigkeit an und ich werde das jetzt Gelernte anwenden können. Thomas Steiner (angehender Agro-Techniker HF)

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wirtschaf und den Agrarmärkten. Wichtig sind ebenso die persönlichen und methodischen Kompetenzen wie Kommunikation und Organisation. Die Ausbildung zum Agro-Techniker HF wird durch Projekte, Exkursionen und Praxisübungen vertieft. Semesterund Diplomarbeiten zu selbst gewählten Themen stellen den Praxistransfer des Gelernten sicher.

Die Sprache der Bauern verstehen und sprechen Die LANDI als Unternehmen der Schweizer Landwirte hat zusammen mit der fenaco den Leistungsauftrag, die Bauern mit Produktionsmitteln zu versorgen und die landwirtschaftlichen Produkte zu vermarkten. Wer dies im sich stark verändernden Umfeld erfolgreich tun will, muss die Sprache der Bauern verstehen und sprechen. Nur wer die Kunden versteht, kann erfolgreich verkaufen. Damit die Landwirte und Kunden immer wieder in die LANDI gehen, gilt es eine dauerhafte Kundenbeziehung aufzubauen. Deshalb ist die LANDI insbesondere im Agrarbereich, der Kernkompetenz des Unternehmens, auf Mitarbeiter und Mitunternehmer angewiesen, die diese Kompetenzen von Grund auf erlernt und verinnerlicht haben.

Landwirtschaft. Ziel der Bildungsgänge ist die Vermittlung jeglicher theoretischer und praktischer Fachkenntnisse und der in der Agrarwirtschaft der Zukunft erforderlichen Kompetenzen zur erfolgreichen Erfüllung ihrer vielseitigen Aufgaben. Auch werden die sozialen Stärken gefördert, ist doch das Berufsleben geprägt von persönlichen Kontakten. Der Umgang mit Menschen, seien es Kunden, Lieferanten oder Mitarbeitende, ist eine faszinierende Aufgabe. Mit den beiden Bildungsgängen der höheren Fachschule der Agrarwirtschaft wählt man das Sprungbrett für eine vielseitige berufliche Zukunft, beispielsweise als:

Berufskarrieren für Profis

Die Absolventen der beiden höheren Fachschulen nehmen in diversen Firmen der fenaco-LANDI Gruppe Schlüsselaufgaben wahr. Sie arbeiten im Agrarhandel, der Handels- und Verarbeitungsindustrie, im Detailhandel oder in Treuhandbüros. Weitere Berufsfelder sind in Organisationen, der Verwaltung und der 2 2010 · UFA-REVUE


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MANAGEMENT Tabelle: Überblick über die Ausbildung zum Agro-Kaufmann HF oder Agro-Techniker HF Standort

Feusi Bildungszentrum Bern

Institut Agricole Grangeneuve (FR) Inforama Rütti Zollikofen (BE)

Strickhof Lindau (ZH)

Ausbildung

Agro-Kaufmann HF

Spezifität

Berufsbegleitend

Agro-Techniker HF Agro-Kaufmann HF Vollzeit-Ausbildungen

Dauer Kosten

3 Jahre ca. 6700 Fr. pro Jahr. Exklusive Lehrmittel, Verpflegung. Einschreibegebühr 210 Fr.

Informationsabend

Individuelles Informationsgespräch nach Absprache.

Agro-Techniker HF Agro-Kaufmann HF Vollzeit-Ausbildung (französisch) 2 Jahre ca. 3500 Fr. pro Jahr. Inklusive Schulmaterial, Exkursionen, diverse Taxen, Exklusive Verpfl./Unterkunft. 23. Februar, 2010, 19.30 Uhr Aula des IAG, Grangeneuve (FR)

Anmeldeschluss Kursbeginn

31. Mai 2010 13. August 2010 Patrick Kipfer Feusi Bildungszentrum Max-Daetwyler-Platz 1 3014 Bern 寿 031 537 34 34 berufsbildung@feusi.ch www.feusi.ch

31. Mai 2010 23. August 2010 Anita Watts IAG Grangeneuve Rte de Grangeneuve 31 1725 Posieux 寿 026 305 55 50 iagcftn@fr.ch www.grangeneuve.ch

• Kadermitarbeiter in einer der zahlreichen landwirtschaftlichen Organisationen. • Ein- oder Verkäufer in einem Betrieb der vor- oder nachgelagerten Stufe. • Manager eines nach modernsten Grundsätzen geführten landwirtschaftlichen Betriebes, der sich am Markt behauptet.

Optimale Ausgangslage Mit dem HF-Diplom gilt es für Agro-Kaufleute

und Agro-Techniker Chancen wahrzunehmen, Verantwortung zu tragen und eine Karriere aufzubauen. Nach wenigen Jahren Praxis sind sie in der Lage, Kaderfunktionen oder andere verantwortungsvolle Stellen zu übernehmen und sind gefragte Berufsleute.

Wie bezahlen?

Die Ausbildungskosten belaufen sich auf höchstens 500 Fr. pro Monat. Verglichen zur übrigen Wirtschaft und übrigen Privat-

Agro-Techniker HF Berufsbegleitend, Anrechnung Betriebsleiterschule (BLS) 2 – 3 Jahre ca. 4000 Fr. pro Jahr. Inklusive BLS, exklusive Kursmaterial und Verpflegung. 25. März 2010, 20.00 Uhr Inforama Rütti, Zollikofen (BE). 30. April 2010 16. August 2010 Markus Aerni Inforama Rütti 3052 Zollikofen 寿 031 910 52 61 markus.aerni@vol.be.ch www.inforama.ch

2 Jahre ca. 5000 Fr. pro Jahr. Inklusive Studienreise, Lehrmittel, Einschreibegebühr. Exklusive Verpfl., Unterkunft. 27. Mai 2010, 19.30 Uhr Strickhof in Lindau (ZH). 16. August 2010 25. Oktober 2010 Claude Gerwig Strickhof 寿 052 354 99 15 claude.gerwig@bd.zh.ch www.strickhof.ch

schulen sind das eher günstige Kosten. Mancherorts bieten Gemeinden oder Kantone Stipendien an. Am besten informiert man sich bei den Bildungsanbietern und den kantonalen Stipendienstellen. Den Absolventen von Bergregionen und sehr abgelegenen Gebieten kann zudem die Pestalozzi-Stiftung unter die Arme greifen. Die finanzielle Unterstützung erfolgt in Form eines Stipendiums, eines Spezialdarlehens oder eines zinslosen Darlehens, vorausgesetzt man hat das 30. Altersjahr noch nicht vollendet. Da die Ausbildung zum Agro-Techniker beziehungsweise zum Agro-Kaufmann nur an vier Orten in der Schweiz möglich ist und dadurch für Interessenten aus Randregionen hone Kosten durch Unterkunft und Fahrspesen entstehen, sollte diese Möglichkeit geprüft werden. 䡵

In Theorie und Praxis vorbildlich: Agro-Kaufleute und AgroTechniker. Bild: Strickhof, Lindau

Autoren Thomas Steiner (23 J.), absolviert am Strickhof in Lindau die Ausbildung zum Agro-Techniker HF. Ab April 2010 arbeitet er für die LANDI Dussnang im Bereich Tierhaltung und Futtermittel. Christoph Jenni, Ing. agr. FH, dipl. Marketingleiter, ist Marketinglehrer und Verantwortlicher für Öffentlichkeitsarbeit und Projekte am Strickhof (ZH). Strickhof, Eschikon, Postfach, 8315 Lindau, www.strickhof.ch Informationen www.agrokaufman.ch, www.agrotechniker.ch www.ufarevue.ch

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LEGACY. MEHR DENN JE. FAHRVERGNÜGEN

2,0 l mit 150 PS ab Fr. 35’500.–. 2,5 l mit 167 PS ab Fr. 41’000.–. 2.5GT mit 265 PS ab Fr. 52’000.–. Legacy Diesel ab Fr. 39’000.–.

SUBARU AWD.

Mehr denn je ist die Zeit reif für einen Seit jeher steht Subaru für sichere Werte. Werte, die selten so gefragt waren wie heute. Qualität, Sicherheit und Zuverlässigkeit, alles zu konkurrenzlosem Preis – dieses Konzept hat Subaru zum meistverkauften Allrad-PW weltweit und in der Schweiz gemacht.

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Symmetrical AWD, das Allradsystem von Subaru.

Mehr denn je bietet Nach wie vor ist der Legacy AWD die ideale Kombination von Sportlichkeit und familienfreundlichem Komfort. Seine Sicherheitsausstattung lückenlos – inklusive Symmetrical AWD, dem Allradsystem von Subaru für maximale Bodenhaftung und Balance. Sein Preis-Leistungs-Verhältnis unerreicht. Neu ist, dass die neue Generation ein paar Ihrer Wünsche erfüllt, von denen Sie vielleicht noch gar nichts gewusst haben.

KOMFORT

Mehr denn je. Länger, breiter, höher – der grössere Fahrgastraum für mehr Bein- und Kopffreiheit sowie der erweiterte Gepäckraum machen den Legacy AWD noch bequemer und praktischer. Genauso wie Rückfahrkamera (Limited, Limited S, Executive S), Licht- und Scheibenwischer-Automatik. In ungeahnte Komfortdimensionen befördert Sie auch seine völlig neue Aufhängung.

Neu: LineartronicTM, das stufenlose Automatik-Getriebe.

Mehr denn je. Legacy 2.0i und 2.5i bieten in ihren Automatik-Versionen die Subaru-Exklusivität LineartronicTM CVT, ein stufenloses Automatik-Getriebe in Kombination mit AWD. Die Schaltung erfolgt nahtlos, ohne Rucken. Genau im richtigen Moment, was zu einer dynamischeren, ökonomischeren und ökologischeren Fahrweise führt. Und zu einem nie dagewesenen Fahrkomfort. Sie werden es fühlen, ohne etwas zu spüren.

UMWELTFREUNDLICHKEIT

Mehr denn je. Optimierte Motoren sorgen in jedem neuen Legacy nicht nur für bessere Beschleunigung, sondern auch für weniger Treibstoffverbrauch. Dank der punktgenauen Schaltung mit LineartronicTM sind Sie noch umweltschonender unterwegs. Übrigens: Den neuen Legacy gibt es auch mit SUBARU BOXER DIESEL, der neben seinen eh schon hervorragenden Verbrauchs- und CO2-Daten neu über ein geschlossenes Abgas reinigendes System verfügt. Energieeffizienz-Kategorie D, CO2 188 g/km, 8,1 l/100 km (2.5i Swiss, abgebildetes Modell). Modelle mit 2,0-l-Boxer-Diesel-Motor: Energieeffizienz-Kategorie B, CO2 161 g/km, 6,1 l/100 km. Durchschnitt aller angebotenen Neuwagenmodelle: 204 g/km.

PROBEFAHRT

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Legacy 2.0i AWD 5-türig, man. oder Aut. mit CVT 2,0 l, 150 PS Fr. 35’500.– bis Fr. 45’500.–

Legacy 2.5i AWD 4-/5-türig, Aut. mit CVT 2,5 l, 167 PS Fr. 41’000.– bis Fr. 49’000.–

Legacy 2.5GT AWD 4-/5-türig, Automat 2,5 l Turbo, 265 PS Fr. 52’000.– bis Fr. 53’000.–

Outback Boxer Diesel AWD 5-türig, 2,0 l, 150 PS Fr. 43’000.– bis Fr. 50’000.– 6,4 l/100 km (gesamt)

Outback AWD 5-türig, man., Aut. oder Aut. mit CVT 2,5 l und 3,6 l, 167 PS und 260 PS Fr. 42’000.– bis Fr. 57’500.–


KURZMELDUNGEN LANDTECHNIK Optimierter Trommelhäcksler Stocker Silofräsen hat sich heuer zum Ziel gesetzt, die Weiterentwicklung und Optimierung des jüngsten Produkts «Trommelhäcksler» voranzutreiben. Diese Aufgabe wird das Unternehmen das ganze Jahr 2010 beschäftigen, soll aber bis zur Agrama abgeschlossen sind. Durch den Bezug neuer Räumlichkeiten in Oeschgen konnte die Wertschöpfungskette effizienter gestaltet werden. Allerdings ist dieser Prozess noch nicht abgeschlossen, sind doch weitere Verbesserungen im Bereich des Kunden- und Reparaturservices geplant.

Pflug aus Stahl und Kunststoff Zur Agritechnica hat Lemken sein Pflugkörperkonzept «DuraMaxx» um einen Hybridkörper erweitert. Damit kann der Anwender jeden einzelnen Streifen des Pflugkörpers aus Stahl oder aus Kunststoff je nach Einsatzbereich beliebig auswählen.

Schliessung Werk Randers

ZF lanciert Hybridsystem

Im letzten Jahr hat Agco die Schliessung des Mähdrescherwerks im dänischen Randers angekündigt und mitgeteilt, in der Entwicklung und Konstruktion von Mähdreschern künftig noch intensiver mit Laverda in Breganze (I) zusammen arbeiten zu wollen. Nun bekräftigt das Unternehmen diese Strategie mit der Bildung eines Joint Ventures «Centre of Excellence» in Breganze. Seit 2004 lässt Agco in Breganze Mähdrescher für Europa, Afrika und Nahost der Marken Massey Ferguson, Fendt und Challenger bauen. Diese Partnerschaft wurde insofern intensiviert, als dass Agco 2007 einen Anteil von 50 % an Laverda von der Argo-Gruppe übernahm. Bei Agco ist man überzeugt, dass diese Schritte die Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Bis Mitte 2010 werden in Randers noch 8-Schüttler-Maschinen gebaut und Vorarbeiten für die neuen Hybrid-Drescher angepackt. Später werden diese Arbeiten nach Italien verlagert.

Mit dem Startergenerator «Terra+» bietet ZF die Nutzung elektrischer Leistungsabtriebe im Traktor von 70, respektive 95 PS (50/70 kW). Der Startergenerator ist in verschiedenen Ausführungen beziehungsweise Ausbaustufen erhältlich. Der Anwendernutzen dieser Zusatzkomponente liegt sowohl in der Kraft-

nahm die Versammlung im positiven Sinne Kenntnis von der Jahresrechnung, die nach Konsolidierung mit der Abrechnung der Agrama 2008 mit einem Vorschlag von 3500 Fr. abschloss. Da man den Nutzen der Mitgliedschaft bei der europäischen Landtechnik-Hersteller-Vereinigung «Cema» nicht mehr sieht, hat der SLV-Vorstand den Austritt aus dieser Organisation beschlossen und

spart so einige Tausend Franken ein. Trotzdem sieht das Budget für das laufende Jahr – ohne einträgliche Agrama – einen Fehlbetrag von knapp 40 000 Fr. vor. In seinem Eröffnungsreferat zur Versammlung betonte SLV-Präsident Jürg Minger (Bild) die Wichtigkeit einer starken Schweizer Landwirtschaft, «die auch etwas kosten darf». Deshalb habe der SLV sich dezidiert in einem offenen Brief an Bundesrätin Doris Leuthard gegen das geplante Agrarfreihandelsabkommen mit der EU ausgesprochen. Hinsichtlich Entwicklung der Schweizer Landtechnik-Branche sieht Minger ab Mitte 2010 eine gewisse Erholung, langfristig gar eher rosige Perspektiven, da Megatrends wie die wachsende Weltbevölkerung, die sich zusehends höherwertig ernähre, und die Abnahme der verfügbaren Ackerfläche sich positiv auf die Branche auswirken würden.

stoffeinsparung durch den bedarfsgerechten Antrieb der Nebenverbraucher am Fahrzeug, als auch in der Steigerung der Produktivität durch die Bereitstellung elektrischer Leistung für Antriebe in den Anbaugeräten. Zudem wird dem Umweltgedanken ferner durch die Reduzierung von Emissionen Rechnung getragen.

SLV nimmt ARMA auf Mit einer Statutenänderung anlässlich der 70. Mitgliederversammlung hat der schweizerische Landmaschinenverband (SLV) die Pforten für eine Aufnahme des Westschweizer Verbands «Arma» (Association romande des marchands de machines agricoles) geöffnet, die künftig als fachgruppenübergreifende Westschweizer Sektion innerhalb des Verbands geführt wird. Im Übrigen

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Neue Mulchsämaschinen von Pöttinger «Terrasem R3», «R4» und «C4» heissen die neuen Universalsämaschinen, die Pöttinger auf den Markt bringt. Die 3 bis 4 m breit arbeitenden Geräte eignen sich sowohl zur

Mulchsaat als auch zur konventionellen Saat nach dem Pflug. Spezielle Gummielemente lassen die bodenbearbeitende Scheibenegge bei Steinen ausweichen. Bei der «C4» sorgt der dreigeteilte Aufbau für eine gute Bodenanpassung. Alle drei Neuheiten verfügen über einen elektrischen Dosierantrieb und werden über einen Radarsensor oder ein Isobus-Signal vom Traktor gesteuert. Eine Vordosierung sorgt für eine nahtlose Aussaat ohne Säfenster. Die stufenlose Saatmengenverstellung ist serienmässig. Eine elektronische Saatgutbibliothek unterstützt die Einstellung ebenso wie die einfache Abdrehprobe mit praktischem Auffangsack. Für eine gleichmässige Ablagetiefe des Saatguts sorgen die im Parallelogramm geführten, gummibereiften Druck- und Tiefenführungsrollen. Mit 3000 l Inhalt sind selbst grössere Schläge mit wenigen Tankstopps zu drillen.

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 19


PRAXISTEST KNOW-HOW

Mit voller Kraft «MF 8690» Massey Ferguson kam 2008 mit der Serie «8600» auf den Markt, löste damit nicht nur einfach die Baureihe «8400» ab, sondern führte erstmals in der Landtechnik die SCR-Technologie mit einer katalytischen Abgasnachbehandlung ein. Der Motor kann so für optimale Leistungsentfaltung eingestellt werden, die Stickoxide werden durch eine Harnstofflösung in harmlosen Stickstoff und Wasser umgewandelt.

Gleichzeitig zum 50-Jahr-Jubiläum der Marke «Massey Ferguson» lancierte das Unternehmen vor knapp zwei Jahren die neue FlaggschiffBaureihe «8600» mit dem Topmodell «MF 8690». Rein äusserlich prägt die neu gestaltete 4-Pfosten-Kabine das aufgefrischte Design, im Innern ist der 8.4l Motor von Sisu mit der SCR-Technologie der Abgasnachbehandlung das herausstechende innovative Element.

stanter Leistungsbereich ab 1570 Umin zu verzeichnen ist. Eine zusätzliche Leistungssteigerung erfolgt bereits bei 2000 Umin, in einem für Zapfwellenarbeiten idealen Bereich. Die elektronische Motorregelung sorgt dafür, dass Treibstoffmenge und Einspritzzeitpunkt ideal auf die Motordrehzahl abgestimmt werden mit dem Effekt eines geringeren Schadstoffausstosses und Treibstoffverbrauchs.

Motor Die Baureihe «MF 8600» ist mit 6-Zylinder Motoren von Sisu mit 8.4 l Hubraum, Turbolader und Ladeluftkühlung ausstaffiert. Die Nennleistung liegt bei 340 PS, die maximale Leistung bei 370 PS (beides nach ISO). Das Motorkennfeld zeigt, dass das maximale Drehmoment zwischen 1200 und 1500 Umin liegt sowie ein kon-

SCR-Technologie

Mit verantwortlich für diesen geringeren Treibstoffverbrauch ist die SCR-Technologie. Mit dieser Technik, sie wird bereits bei den LKW eingesetzt, werden die Abgase nach dem Motor gereinigt. Diese sogenannte Katalyse der Abgase erfolgt mit der flüssigen Harnstoff-Lösung «AdBlue», welche die Stickoxide in harmlo-

sen Luftstickstoff und Wasser umwandelt. Dank dieser Einrichtung kann der Motor auf höchste Leistung bei günstigem Treibstoffverbrauch eingestellt werden, die Abgasnachbehandlung ihrerseits sorgt dafür, dass nicht nur die aktuell geltende Abgasnorm 3a, sondern bereits die nächste Stufe 3b eingehalten wird. Ganz ohne Kehrseite ist auch diese Medaille nicht: Neben dem eigentlichen Tank für das Dieselöl (590 l) ist ein Zusatzbehälter (30 l) für «AdBlue» notwendig. Auf 1000 l Diesel werden rund 30l dieser «AdBlue»-Lösung benötigt, die bei zirka minus 10 °C gefriert. Vorteile bietet dieses System aber in der Treibstoffersparnis: Gemäss dem DLGPowermix-Test braucht der «MF 8690» gegen 17 % weniger als der Mittelwert aller Traktoren.

Praxisstimme zum Massey Ferguson «8690»

David Spycher

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David Spycher bewirtschaftet mit seiner Frau Anne in Vaux-sur-Morges oberhalb des Genfersees einen 48ha-Betrieb mit Milchwirtschaft und Ackerbau. Vor rund 25 Jahren hat sein Vater im Anwesen eine Schnitzelheizung eingebaut, was den Startschuss für einen weiteren Betriebszweig (Waldarbeiten) bedeutete. Anfänglich wurden Hackschnitzel mit einem kleineren Hacker für den Eigenbedarf hergestellt, in der Folge entwickelte sich daraus immer mehr. Heute betreibt Spycher zusammen mit fünf Partnern eine Firma, die für verschiedene Abnehmer in einem Gebiet von Genf bis

Sitten mit schwerem Gerät professionell Hackschnitzel produzieren. Schon seit rund 15 Jahren setzen die Sypchers auf die Marke «Massey Ferguson», wenn es um die Beschaffung von Traktoren geht. Hauptgrund dafür ist das gute Einvernehmen mit dem Händler Kuffer-Agri in Yens (VD). Neben dem Modell «MF 8690», das im August letzten Jahres als zusätzliche Maschine angeschafft wurde, sind noch weitere sieben MF-Traktoren im Einsatz, darunter ein «MF 8480» und ein «MF7495». Den neuen Traktor hat er insbesondere aufgrund der Leistung gekauft. «Für den Betrieb der Hacker vom Typ ‹Jenz› mit Einzugskanälen von bis zu 70 x 120 cm und in Kombination mit einem im Heck angebauten Kran samt Kabine brauche ich einfach diese PS, gerne hätte ich sogar noch

mehr», hält Spycher fest. Als Alternative würde zwar die Möglichkeit eines LKWZugs bestehen, doch dann fehlt Spycher die Mobilität im unwegsamen Gelände – ein Pluspunkt seiner Mechanisierungsvariante. Mittlerweile hat der Traktor rund 450 h absolviert. Beeindruckt ist Spycher von der Leistung (+ 20 % im Vergleich zum «MF 8480», bis zu 170 m3 Schnitzel pro Stunde) und vom geringen Treibstoffverbrauch beim Holzhacken (rund 3 dl pro m3 Schnitzel), wo die Maschine auch hauptsächlich eingesetzt wird. Hinzu komme, so Spycher weiter, die trotz der Grösse noch gute Wendigkeit und die übersichtliche und geräumige Kabine. Der Sisu-Motor mit der integrierten SCRAbgasreinigung habe ihn ebenfalls fasziniert, führt Spycher weiter aus. «Wenn 2 2010 · UFA-REVUE


PRAXISTEST KNOW-HOW

Steckbrief Massey Ferguson «8690» Motor: 8.4l Turbo-Motor von Sisu mit Ladeluftkühlung und Common-RailEinspritzung, 6 Zylindern, 340 PS (250 kW) Nennleistung bei 2200 Umin, 370 PS (272 kW) maximale Leistung bei 2000 Umin. Maximale Leistung an der Zapfwelle: 320 PS (236 kW). 590 l Treibstoff-Tank, 30 l «AdBlue»-Tank. Getriebe: Stufenloses Getriebe «DynaVT» mit zwei Fahrbereichen, lastschaltbarer Wendeschaltung und DTMManagement. Zapfwelle: 540/1000 oder 540E/1000, elektrohydraulisch geschaltet. Hydraulik: Axialkolbenpumpe mit 175 l/min und 200 bar. 5 (optional 9) doppeltwirkende Steuergeräte. Extern bedienbares Hubwerk mit 12 t Hubkraft, Fronthubwerk und -zapfwelle auf Wunsch. Masse: Leergewicht: 10 300 kg. Zulässiges Gesamtgewicht: 18 000 kg. Länge: 5.67 m. Radstand: 3.10 m. Höhe: 3.45 m. Wendekreis: 13.90 m.

Der «MF 8690» zusammen mit dem im Heck angebauten Kran und dem Holzhacker vor einem harten Einsatz. Das Kommandozentrum in der rechten Armlehne mit Datatronic-Farbmonitor und den verschiedenen Bedienelementen.

Beim Getriebe kommt das stufenlose «Dyna-VT» mit zwei manuell wechselbaren Fahrbereichen zum Einsatz, ein Produkt aus dem Hause Agco (Fendt). Hinsichtlich der Bedienmöglichkeiten hat Massey Ferguson aber noch etwas nachgelegt, sind doch die

man in einem ökologischen Sektor wie der Schnitzelproduktion tätig ist, schaut man auch auf solche Sachen». So gesehen wäre es sein Wunsch, den Traktor mit alternativen Treibstoffen betreiben zu können, was zwar möglich wäre, aber aus seiner Sicht mit einer gewissen Leistungseinbusse verbunden wäre. Um den Kran anbauen zu können, hat Spycher das Heckhubwerk komplett entfernen lassen. Der Traktor hat seine Erwartungen erfüllt. «Im Bereich der Verarbeitungsqualität dürfte man aber noch etwas zulegen». Spycher weiss jedoch, dass es sich um ein Erst-SerienModell handelt und dass er seinem «MF 8690» im Betrieb mit dem Hacker hinsichtlich Zapfwellenleistung und Vibrationen alles abverlangt. UFA-REVUE · 2 2010

Beschleunigungsstufen für die beiden Fahrstrategien Pedal oder Fahrhebel ebenso getrennt einstellbar wie für die Wendeschaltung oder die Grenzlastregelung bei Zug- und Zapfwellenarbeiten.

Kabine Einen Glanzpunkt beim «MF 8690» stellt sicher die Kabine dar. Für deren innovative Federung «OptiRide Plus» erhielt Massey Ferguson anlässlich der Sima-Ausstellung 2009 denn auch eine Goldmedaille. Bei dieser 4-Pfosten-Kabine kommen Hydraulikzylinder mit Druckspeichern zum Einsatz, wobei Sensoren dafür sorgen, dass der gesamte Fahrbereich stets «in Waage» gehalten wird. Die optional verfügbare «OptiRide Plus»-Federung bietet dann noch mehr: Über einen Drehregler kann der Fahrer den Dämpfungsgrad selbst einstellen, so dass die dynamische Federungsrate gemäss Firmenangaben nochmals um bis zu 25 % verbessert werden kann. Hydraulik und Zapfwelle

Der Ölhaushalt der Hydraulik ist vom Getriebe getrennt. Serienmässig gibt es

sieben Steuergeräte, die optional auf neun erweitert werden können. Versorgt werden diese von einer Pumpe, die 175 l/min leistet. Das Heckhubwerk weist eine Hubkraft von 12 t auf und ist serienmässig mit Unterlenkern der Kategorie III ausgestattet. Eine elektronische Hubwerksregelung (EHR) mit Unterlenkerregelung, Schwingungstilgung und Schlupfregelung ist im Serienumfang integriert. Auf Wunsch gibt es ein unabhängiges und hydraulisch einklappbares Fronthubwerk mit einer Hubkraft von 5 t. Bei der Zapfwelle stehen Geschwindigkeiten von 540 oder 1000 Umin zur Verfügung. Für leichtere Arbeiten empfehlt sich die Sparzapfwelle (540E), die mit einer Motordrehzahl von rund 1600 Umin betrieben werden kann. Im Automatikmodus wird die Zapfwelle beim Anheben des Hubwerks selbsttätig deaktiviert und beim Absenken entsprechend zugeschaltet. Um den Fahrer zusätzlich zu entlasten, regelt die Zapfwellensteuerung das Zuschalten der Zapfwelle je nach Last, was den Fahrkomfort erhöht und das Material schont. 䡵

Neben dem Tank für das Dieselöl befindet sich der 30-l-Behälter mit blauem Deckel für die Harnstoff-Lösung «AdBlue».

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur In loser Folge publiziert die UFA-Revue unter dem Titel «Praxistest» Berichte über landwirtschaftliche Maschinen. Die Interviewpartner, respektive Eigentümer dieser Maschinen, werden jeweils in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Herstellern oder Importeuren ausgesucht. www.gvs-agrar.ch

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UMFRAGE LANDTECHNIK

Investitionen sind geplant Eine repräsentative Umfrage bei 300 Landwirten ergab, dass 7 % die Absicht äusserten, dieses Jahr einen Traktor, Transporter oder Zweiachsenmäher anzuschaffen, 4 % wissen es (noch) nicht und die grosse Mehrheit (89 %) gibt an, keine solche Anschaffung zu planen. Vergleicht man die beiden Sprachregionen, so sind kaum Unterschiede feststellbar. Spontan wurde von einigen der befragten Landwirte erwähnt, dass aufgrund ihrer aktuellen finanziellen Lage solche Investionen nicht geplant seien. Verglichen mit einer vor zehn Jahren durchgeführten Befragung, wo nach der Kaufabsicht für das Jahr

2000 gefragt wurde, sind die Ergebnisse identisch geblieben, was doch ein bisschen erstaut, wie Jürg Minger, der Präsident des schweizerischen Landmaschinenverbands (SLV) vermerkt. In den letzten Jahren hätten die Bauern deutlich weniger neue Traktoren angeschafft, erklärt Minger. Allerdings wurde in der Umfrage nicht zwischen dem Kauf eines neuen Geräts oder einer Occasionsmaschine. Der Landmaschinenhandel ist in den letzten Jahren aufgrund der schlechteren Rahmenbedinungen für die Landwirtschaft etwas unter Druck geraten. Jürg Minger gibt sich aber zuversichtlich und prognostiziert ab

Gedenken Sie, 2010

Mitte 2010 einen Wendepunkt: «Ab dem dritten Quartal werden die Verkäufe wieder etwas zulegen.» Die Umfrage war auch auf der Internet-Seite www.ufarevue.ch aufgeschaltet, an der über 1700 Meinungen abgegeben wurden. Dabei haben sich 43 % dahingehend geäussert, 2010 eine Maschine anschaffen zu wollen, 47 % verneinen dies und rund 10 % sind sich unschlüssig, ob sie in diesem Jahr einen Traktor, Transporter oder Zweiachsmäher anschaffen wollen. Der grosse Unterschied in den Resultaten zwischen der telefonischen Befragung der Abstimmung über das Internet lässt den Schluss zu, dass mehrheitlich investitionsfreudige Landwirte das Internet als Informationsplattfom nutzen. 䡵

einen Traktor, Transporter oder Zweiachsenmäher anzuschaffen. keine Angabe 1% ja 8% nein 91 %

Westschweiz keine Angabe 5% ja 6%

keine Angabe 4%

nein 89 %

nein 89 %

Die aktuelle repräsentative Umfrage wurde vom Marktforschungsinstitut TransferPlus AG in Stansstad im Auftrag der UFA-Revue im Januar 2010 durchgeführt. Wollen Sie sich künftig ebenfalls an den Umfragen beteiligen? Die nächste Fragestellung ist auf www.landi.ch aufgeschaltet. Die Resultate werden in der nächsten UFA-Revue publiziert.

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Deutschschweiz Total Schweiz 22

ja 7%

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LANDTECHNIK

Posch mit Potenzial BRENNHOLZ-TECHNIK Scheitholz macht unter den erneuerbaren Energien nach wie vor einen bedeutenden Anteil aus. Entsprechend aktiv in Forschung und Entwicklung sind die Hersteller von Brennholz-Technik, geht es doch darum, in der Produktion, im Transport und in der Lagerung von Stückholz noch effizientere Methoden zu finden – ein Augenschein beim österreichischen Spezialisten Posch.

Für die Eigenversorgung: Wippsäge «Compact-Plus» und Spalter «Homesplit 6.0».

Moderne Brennholzaufbereitung ist mehr als Holz zerkleinern. Sowohl der private, wie auch der professionelle Produzent von Stückholz benötigt heute Präzisionsmaschinen, die durch Sicherheit, Langlebigkeit und robuste Bauweise einen dauerhaften Einsatz garantieren. Darauf hat sich das österreichische Unternehmen Posch spezialisiert, das eine breite Palette von Kurz- und Meterholzspaltern, Kreissägen und Schneidspalt-Maschinen anbietet. Insgesamt sind es 27 Grundtypen, die je nach Leistungsstärke oder

Antriebsvarianten kundenindividuell spezifiziert werden können.

Bei den Spaltgeräten reicht die Palette vom Heimgerät «Homesplit» mit einer Spaltkraft von 6 t und einer verarbeitbaren Länge von 55 cm bis hin zum zapfwellenbetriebenen «Hydrocombi» (maximal 30 t, 1.10 m). Technische Details, wie das schräge Spaltmesser – allenfalls ergänzt zum Spaltkreuz – für mehr Spaltleistung, die patentierte Holzhaltespitze, damit auch dünnes oder schräg abgesägtes Holz fixiert werden kann, oder die mechanische Stammhebevorrichtung für die Schonung des Rückens, zeugen von einer praxisorientierten Entwicklung. Im Segment der waagrechten Spaltgeräte stechen die «Splitmaster» (bis 55 t Spaltkraft) hervor, die es in verschiedenen Antriebs- und Anbauvarianten, mit hydraulischer Hebevorrichtung oder mit integriertem Ladekran mit einer Reichweiter von 6 m gibt. Für das gewerbliche Herstellen von Anfeuerholz hat Posch die automatische Spaltmaschine «Autosplit» entwickelt, mit der im 3-Sekunden-Takt fix-fertige Anzündscheite bis 20 cm Länge, abgefüllt in Säcke, produziert werden können.

Sägen Wo Holz zerkleinert wird, sind meistens auch Kreissägen gefragt. Das Angebot in diesem Bereich reicht von Tisch- über Wipp- bis hin zu kombinierten Tisch-Wipp-Sägen, die mit Elektro-, Benzinmotor oder via Zapfwelle des Traktors betrieben werden

Der Profi im Bauernwald mit der Spaltmaschine «Hydrocombi 26». 24

können. Waren früher diese Kreissägen ein Schrecken für jedes Trommelfell, reduzieren heute spezielle Sägeblätter («Widia») die Geräuschemissionen markant. Für den Profi gedacht sind die Hochleistungssägen «Cutmaster» und «Autocut» (mit automatischem Holzvorschub), die in Kombination mit einem hydraulisch angetriebenen, höhenverstellbaren Förderband auch gleich den Abtransport des Stückguts bewerkstelligen. Generell ist das Handling von Stückholz wohl jener Punkt, der noch am wenigsten effizient ist. Mit dem «Packfix» – ursprünglich eine Schweizer Erfindung – hält Posch eine praktische Lösung bereit. Mit einem Förderband wird eine auf einer Palette stationierte Trommel mit Scheitern gefüllt. Sobald diese Trommel voll ist, umwickelt ein seitlich angebrachter Rotationsarm von unten beginnend die Trommel mit einem Netz. Gleichzeitig wird die Trommel nach oben gezogen, so dass am Ende des Vorgangs ein manövrierfähiger und stapelbarer «Holzpack» entsteht.

Schneidspalt-Maschinen Drei Arbeitsschritte – schneiden, spalten und verladen – mit einem Gerät: Dies ist das Markenzeichen der Schneidspalt-Maschinen. Posch hat gerade in den vergangenen fünf Jahren in diesem Segment zugelegt und neue Maschinen entwickelt. Erst kürzlich kamen mit den Modellen «Spaltfix S-350» und «Spaltfix K-540» Neuheiten auf den Markt. Diese Geräte sind mit Querförderer und hydraulischem Einzugsband ausgerüstet, welche die Stämme bis 55 cm Durchmesser ans Messer liefern, wo sie in kleine handliche Stämme zersägt werden. 2 2010 · UFA-REVUE


LANDTECHNIK lungsabteilung. Hier habe man schon vieles erreicht (z.B. mit der ZweihandBedienung), müsse insgesamt aber aufpassen, dass man nicht übers Ziel hinausschiesse und mit zu strengen Vorschriften die Effizienz allzu sehr vernachlässige, heisst es bei Posch. 䡵

Der neue «Spaltfix K-540» sägt, spaltet und fördert in einem Arbeitsgang.

Von da geht es weiter zum Spalten (je nach Ausführung bis zu 18 Holzscheite) und am Ende wird das Holz über ein Förderband abtransportiert.

Künftige

Herausforderungen

sieht Posch-Firmenchef Johann Tinnacher in der Akquisition neuer Absatzmärkte, wobei insbesondere Osteuropa diesbezüglich noch Potenzial bietet. Dann geht es darum, die Maschinen weiter zu perfektionieren. «Obwohl das Meterholz auch künftig eine wichtige

Rolle spielen wird, sehen wir einen Trend zu Schneidspalt-Maschinen, die in einem Arbeitsgang Stämme zu Stückholz beliebiger Länge verarbeiten können», betont Tinnacher. Wichtig für die Entwicklung der Geräte sei stets auch die Schlüsselfrage, ob das Holz zur Maschine, oder die Maschine zum Holz müsse. Grosse Verarbeiter würden eher die erste Variante wählen, um ihre Maschinen möglichst dauernd auslasten zu können, während der klassische Lohnunternehmer dann eher auf die zweite Variante und auf mobile Geräte setze, meint Tinnacher. Weiter beschäftigen auch Sicherheitsaspekte die Entwick-

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur Posch ist ein mittelständisches Familienunternehmen mit 160 Mitarbeitenden, das heute in dritter Generation von Johann und Petra Tinnacher geführt wird. Als Marktführer in Europa stellt das in Leibnitz (A) domizilierte Unternehmen jährlich über 10 000 Maschinen her, von denen 80 % in den Export gehen. Schweizer Importeur ist die Firma Althaus in Ersigen (BE), die ihrerseits rund 250 Händler in der ganzen Schweiz beliefert. www.posch.com www.althaus.ch

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NEUHEITEN KNOW-HOW

«Cargos»: Doppelter Nutzen

Neu im Programm von Claas findet man einen auf den ersten Blick alltäglichen Ladewagen mit dem Namen «Cargos». Erst bei genauem Hinsehen sieht man, dass der «Cargos» einen Zweifachnutzen hat. Das Schneidaggregat mit dem Rotor, der 40 Messer besitzt, kann mit wenigen Handgriffen in nur 15 Minuten ausgebaut werden. Der «Cagos» kann also im Frühjahr als Ladewagen und im Herbst als Häckseltransporter ein-

gesetzt werden. Der gesamte Ladevorgang wurde komplett neu konzipiert in der speziellen Anordnung der Förderorgane, dem steilen Anstieg des Kratzbodens bis hin zur Übergabe in den Laderaum. Der zum Laderaum hin um 500 mm ansteigende Kratzboden ermöglicht eine optimale Beladung des «Cargos». Die neue «Cargos»-Baureihe wird in drei Varianten angeboten mit Ladevolumen von 38, 44 und 50 m3. Ebenso kann zwischen zwei Fahrwerkvarianten Tandem und Tridem ausgewählt werden. Service Company AG, 4538 Oberbipp 寿 032 636 66 66 www.serco.ch info@serco.ch

Präziser «Agrar»-Schleppschlauchverteiler Gerade bei breiteren Schleppschlauverteilern ist das genaue Anschlussfahren nicht immer einfach. Ab sofort bietet GVS-Agrar beim Kauf eines «Agrar»-Schleppschlauchverteilers das neue Parallelfahrsystem «mojoMINI» von Leica zu speziell günstigen Konditionen an. «mojoMINI» ist ein einfach zu installierendes Gerät mit einer hohen Präzision. Auf dem Bildschirm ist die Fahrtlinie ersichtlich und ein Leuchtbalken zeigt dem Fahrer die notwendigen Lenkkorrekturen an. Mit diesem System wird das Anschlussfahren zum Kinderspiel, auch bei schlechten Sichtverhältnissen. «mojoMINI» kann zusätzlich als Navigationssystem im Auto verwendet werden. Die integrierte GPS-Antenne findet jeden gewünschten Ort. Beim Kauf eines «Agrar»-Schleppschlauches mit 7.50 m oder 9.00 m Arbeitsbreite erhält man das Parallelfahrsystem

zum halben Preis, zu einem Schleppschlauch mit 12 m oder 15 m Arbeitsbreite sogar gratis. Schleppschlauchverteiler von «Agrar» überzeugen durch grosse Funktionssicherheit sowie einfache und robuste Technik. Der frei pendelnde Schleppbalken ermöglicht beste Bodenanpassung und die starren Ausbringschläuche legen die Gülle zuverlässig zwischen den Pflanzen am Boden ab.

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Nutzen Sie die Kontaktchancen mit allen Schweizer Landwirten

Anbindevorrichtung Krieger Kombi, für 16 Kühe, Fr. 800  077 418 96 43 Motormäher Aebi HC 44 Reform 216 D; Vakuumgerät Pavac S22ol  079 654 75 23 Rescounter Westfalia, 40 Stk., mit Halsband, Fr. 50/Stk.  077 418 96 43 Schneeketten 360, 70 x 20 Netz E, Fr. 250  077 418 96 43 Ladewagen Hagedorn, TL total revidiert, Fr. 4000  031 741 03 88 Fiat 88-94 DT-LO, 40 km/h, Fronthydraulik, Komfortkabine, ab MFK, Fr. 32'000; Fiat 80-90 DT-LO, Komfortkabine, Fronthydraulik, Allrad Bremse, 9300 h, Fr. 17'000  079 287 52 89 Kipper Unsinn, 2 Stk., vorne Tandem, 18 t Nutzlast, sehr guter Zustand, hydr. Bremsen, verstärkte Kippzylinder, Fr. 24'500; Kulturegge, mit Doppelkrümmler, Fr. 650  052 745 12 08 Fiat 450, 2 Rad, Fr. 3500; Bagger Kubota, 5.5 t, Fr. 12'000  079 287 52 89 Stapler, 2 t Hubkraft, 3 m Hubhöhe, 2 m Bauhöhe; Lufträder, gross, 4 Stk., mechanisch und optisch in top Zustand  079 422 30 55 Kühlzellen, bis 10 % Rabatt  076 385 56 56 Zweischarpflug Althaus, hydraulisch, guter Zustand, Fr. 800  052 319 12 44 UFA-REVUE · 2 2010

Schneepflug Hunziker 12-270, Jg. 90, neu revidiert; Heugebläse Stabag, mit Motor, guter Zustand  079 656 77 24 Hochdruckreiniger Kärcher HBS 695 Meco, Warmwasser, 20 m Schlauch, mit Schlauchtrommel, TGW Zustand wie neu  079 511 88 20 Ladewagen Agrar LW200; Kettenförderband, 10 m; Drehkolbenpumpe Vogelsang  055 243 24 04 Feldspritze Birchmeier, 600 l, 10 m Balken; Kastendüngerstreuer Aebi, zum Kalk streuen  032 661 14 73 Schneeketten, 2 Stk., 11 x 28 Rad, stark gebraucht, Fr. 100; Flügelpumpe Aecherli, 3-flüglig, Fr. 50  079 676 34 50 Hamsterladewagen, umgebaut, für Hackholz, Schnitzel, loses Stroh etc., mit Kratzboden, Fr. 1800; Anhänger, leicht, für Mais, Holz oder Obst, Metallchassis, 2.37 m lang, 1.68 m breit, Fr. 350  079 676 34 50 Frontmähwerk Knüsel, 2.10 m, mit Aufbereiter, Fr. 3900  076 476 62 26 Motormäher Aebi CC16, mit Breitreifen, Gitterrad  055 440 34 64 Schweineiglu, 8 Stk.; Schweine Lastwagenanhänger, 3 Stk.  052 745 14 43 Laucherntemaschine, occ., guter Zustand, Fr. 4800  079 323 23 40

Front Doppelmesser Mähwerk, 270 m, hydr. Antrieb  052 625 25 60

Traktor Case IH 1056XL, 105 PS, Allrad, 5400 h, Jg. 1990, Fr. 23'000  052 743 18 10

Grassiloballen, 14 Stk., blackenfrei, ab Kunstwiese; Heu; Emd; Stroh, kleinere Posten  041 921 22 43

Kreiselschwader Fella, occ., 3 m Arbeitsbreite, einsatzbereit, Fr. 1300  079 323 23 40

DoppelmesserFrontmähwerk Wepfer Chamäleon 280, Jg. 2005, hydraulischer Antrieb, geringer Kraftbedarf, Aufbereiter, sehr guter Zustand, Fr. 10'500  078 622 20 14

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NEUHEITEN KNOW-HOW

Neues Kraftpaket

Neuer John Deere «6534» aus Mannheim

New Holland erweitert die Mittelklasseserie «T5000» um den Typ «T5070» mit einem Leistungsgewicht von nur 37.2 kg/PS und setzt damit neue Massstäbe. Dieses geringe Leistungsgewicht hilft mit bei der Minimierung der Bodenverdichtung in Mischbetrieben. Das Modell hat einen neuen NEF-Motor von Fiat Powertrain, der bewährte Konstruktionsmerkmale mit modernster Motortechnik vereint. Das Einsatzspektrum der Serie «T5000» reicht von leichten Feldarbeiten (einschliesslich Mähen), über Sprüh- und Zugarbeiten bis hin zu schwereren Arbeiten, wie Pflügen. Der neue «T5070» ist für ein Gesamtgewicht von 7400 kg ausgelegt, was deutlich über dem zulässigen Wert (6800 kg) des bisherigen Topmodells «T5060» liegt. Der 4.5-l-Motor mit Turboauflader und Ladeluftkühlung hat eine Nennleistung von 113 PS und ein erhöhtes

Ab Februar 2010 werden die neuen John Deere Traktoren «6534» und «6534 Premium» mit 145 PS Leistung (97/68 EC mit «Intelligent Power Management – IPM») das bisherige Modell «6530» ablösen. Dank der Flexibilität der John Deere Rahmenbauweise kann dieser neue Traktor die Vorteile des ebenso «spritzigen» wie sparsamen 4-Zylinder «PowerTech Plus»-Motors mit den Vorteilen des 2.65 m langen 6Zylinder Chassis verbinden: Dazu gehören eine höhere Fahrstabilität auf der Strasse und am Seitenhang,

maximales Drehmoment von 445 Nm bei 1330 Umin. Er erfüllt die Abgasnorm Tier III und punktet durch ein Ölwechselintervall von 600 Stunden sowie mit optimalen Verbrauchswerten. Die Getriebepalette umfasst das 24/24 «DualCommand»-Getriebe mit «Power Clutch» sowie das 20/20 «PowerShuttle»Getriebe mit Super-Kriechgang, der einen Geschwindigkeitsbereich von 0.249 bis 40 km/h abdeckt und dementsprechend gut für die Arbeit in Reihenkulturen und im Gemüseanbau geeignet ist. Bucher Landtechnik AG 8166 Niederweningen  044 857 26 00 info@bucherlandtechnik.ch www.bucherlandtechnik.ch

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eine höhere Zugkraftübertragung, ein grösserer Kraftstofftank (bis zu 250 l), höhere Hubkraft (bis zu 64.6 kN) sowie mehr Flexibilität bei der Ausrüstung des Traktors mit Frontladern und Bereifungen. Als Traktor für Lohnunternehmen, Ackerbau- und Viehzuchtbetriebe sowie Betreiber von Biogas-Anlagen gleichermassen geeignet, verbraucht der «6534» bis zu 6 % weniger Kraftstoff, leistet mit IPM 5 PS mehr und eignet sich besonders für Transport-, Zapfwellen- und Frontladerarbeiten.

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KURZMELDUNGEN PFLANZENBAU

Sommergetreide gegen Unkräuter Wegen dem höheren Ertrag von Wintersaaten deckt der in der Schweiz angebaute Sommerweizen seit 1990 im Schnitt nur 5 % der Weizenflächen. Dennoch hat Sommerweizen einige Vorteile. In harten Wintern wie in den Jahren 1956, 1975 oder 2003 belegte Sommerweizen 72%, 45 % respektive 20 % der Anbauflächen. Bei getreidereichen Fruchtfolgen kann der wechselnde Anbau von Winter- und Sommerfrüchten die Entwicklung einseitiger Unkrautbestände unterdrücken. Ein hoher Anteil Sommergetreide reduziert beispielsweise auf natürliche Weise den Windhalm und den Ackerfuchsschwanz (auf Gräserherbizide kann sogar verzichtet werden), während Wintergetreide diese Unkräuter fördert. Die Qualitätseigenschaften der Schweizer Sommer-

weizen-Züchtungen «Fiorina» und «CH Rubli» werden von den Verwertern geschätzt. Während der Markt mit Weizen der Klassen Top und 1 jedoch generell übersättigt ist, sollte der Futtergetreideanbau ausgedehnt werden. Als Hauptsorten bei der Sommergerste stehen «Eunova» (frühreif, hoher Ertrag, gute Krankheitsresistenz) und «Ascona» (sehr frühreif, guter Ertrag) zur Verfügung. Beim Sommerhafer

sind es «Triton» (sehr frühreif, ertragsstark), «President» (mittelspäter, ertragsstarker Weisshafer), «Expander» (sehr früher Gelbhafer) und «Ebène» (mittelfrüher Schwarzhafer, sehr gute Kornqualität und Hektolitergewichte). Mehr zu den Sommersorten steht auf www. ufasamen.ch oder im UFA-Feldsamenkatalog 2010. Der Vorverkauf der Sommersorten dauert in den LANDI bis am 12. Februar.

25 Aren pro Person

Trockenheitsresistenter mit mehr CO2?

Noch zweimal Streptomycin

Mitte Januar hat Syngenta Agro wieder Vorträge zu Trends in Agrarpolitik und im Pflanzenbau organisiert. Eine interessante Aussage machte Heidi Bravo vom Schweizerischen Bauernverband, als sie darauf hinwies, dass im Jahr 2050 wegen Bevölkerungswachstum und Klimawandel pro Person weltweit nur noch etwa 25 a zur Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung zu stehen scheinen. Damit gewinne die Versorgungssicherheit an Bedeutung, besonders auch, da die Schweiz pro Einwohner jährlich Lebensmittel im Wert von 600 Fr. importiere (EU: 65 Fr., USA 9 Fr.). Landwirt und Berater Urs Zimmermann zeigte, dass sich Gründüngungen auch im Direktsaatsystem erfolgreich anbauen lassen. Die Pflanzenschutz-Lösungen von Syngenta präsentierte Produktmanager Joel Meier. So unter anderem das neue Kartoffelbeizmittel «Maxim 100 FS», das gegen Silberschorf wirkt, «Amistar Xtra», das jetzt in Zuckerrüben eingesetzt werden darf, sowie «Slick», das für Kartoffeln und Zucchettis eine Bewilligung erhalten hat. UFA-REVUE · 2 2010

Eine zunehmende CO2-Konzentration in der Atmosphäre kann einen Wassermangel von Kulturpflanzen teilweise kompensieren. Das haben Wissenschaftler des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI) herausgefunden. In mehrjährigen Versuchen mit der Fruchtfolge Gerste, Weizen und Zuckerrüben zeigte sich, dass die Pflanzen in der CO2angereicherten Fläche 10 bis 15 % mehr Biomasse bildeten und dabei 5 bis 20 % weniger Wasser über ihre Spaltöffnungen in die Umgebungsluft abgaben. In einem weiteren Versuch reagierten Maispflanzen auf den simulierten Trockenstress unter heutigen CO2-Bedingungen mit einem Wachstumsverlust von rund 28 %. Unter CO2-angereicherter Atmosphäre war das Wachstum «nur» um zirka 11% niedriger.

Für 2010 sind gegen den Feuerbrand in Obstkulturen bei Blüteninfektionsgefahr nur noch zwei Anwendungen von Streptomycin erlaubt. So will es das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW). Die Streptomycinapplikation darf nur in Regionen erfolgen, in denen 2009 Feuerbrand festgestellt wurde. Für den Kauf und Einsatz der Produkte erteilen die Kantone die nötigen Bewilligungen. Die gegenüber 2009 restriktiveren Regeln begründet das BLW mit der Entwicklung alternativer Bekämpfungsmassnahmen.

Rekordjahr bei Hagelschäden Obwohl noch nie so viele Schadensmeldungen in einem Jahr registriert wurden wie 2009, ist das Prämienvolumen bei der Schweizerischen Hagelversicherungs-Gesellschaft stabil geblieben. Im Mai in der Zentralund Ostschweiz und im Juli 2009 in der Westschweiz und im Mittelland war die Landwirtschaft von verheerenden Gewittern betroffen. Allein wegen dem Hagelzug vom 23. Juli gingen bei der Hagelversicherung über 8000 Schadenmeldungen ein.

Wirtschaftliche Ölsaaten Mit Ölpflanzen wie Sonnenblumen, Raps und Soja lassen sich im Vergleich zu Top-Weizen höhere oder gleiche Deckungsbeiträge erzielen. Sommersaaten bringen Abwechslung in die Fruchtfolge. Sie reduzieren den Unkraut- und Krankheitsdruck. Für die Ernte 2010 umfasst das Rahmenabkommen mit den Ölwerken bei den Sonnenblumen ein Kontingent von 18 000 t, davon maximal 12 000 t High-oleic-Sorten, wobei immer ein Anbauvertrag mit dem Abnehmer nötig ist. Obwohl mit «Heros» eine neue Sommerrapssorte bei den LANDI angeboten wird, empfiehlt sich der Anbau nur in Ausnahmefällen. Die Ernte erfolgt rund zwei Wochen nach jener des Winterraps. Das Ertragspotenzial liegt klar unter den Wintertypen. Ein weiteres Problem liegt bei der viel späteren Blüte (riesiger Rapsglanzkäfer- Druck) und der Anfälligkeit auf Trockenstress. Bei den Sojabohnen ermöglicht der Leistungsauftrag eine unveränderte Produktion. Neu steht «Aveline», eine frühreife Sorte mit

hohem Proteingehalt, zur Verfügung. Wie bei den Ölsaaten beläuft sich der Flächenbeitrag für Eiweisserbsen auf 1000 Fr./ha. Sommer-Eiweisserbsen sind gegenüber Wintersorten unanfälliger auf Brennflecken und gedeihen auch in kühlen Lagen gut. Allerdings reagieren sie empfindlicher auf Sommertrockenheit. Über den höchsten Proteingehalt aller Sommer-Eiweisserbsen verfügt die neue Sorte «Gregor». Mehr dazu steht auf www.ufasamen.ch oder im UFA-Feldsamenkatalog.

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PFLANZENBAU

Rückkehr des Getreiderostes? IM WEIZEN gehört der Braunrost zu den bedeutendsten Krankheiten. Kürzlich sind neue Erreger in der Schweiz aufgetaucht, welche die Resistenz mehrerer, bisher nicht anfälliger Weizensorten überwinden können. Auch beim Gelb- und Schwarzrost gibt es Entwicklungen, die gut beobachtet werden müssen.

Dario Fossati

Fabio Mascher

Braunrost tritt im Weizen ab Ende Mai auf. Bild: Bayer CropScience

Jedes Jahr kommt Braunrost in der Schweiz vor und führt bei anfälligen Sorten und bei frühem Befall zu beachtlichen Schäden. Den Ertrag von Weizen kann Braunrost im Extremfall um bis 30 oder gar 40 % mindern. Das wirkungsvollste Mittel gegen diese Pilzkrankheit ist die Verwendung resistenter Weizensorten. Sie basiert auf sogenannten «spezifischen» Resistenzgenen, wobei sich deren Wirksamkeit rasch verändern kann. Denn der Krankheitserreger kann sich schnell an neue Weizensorten und veränderte Umweltbedingungen anpassen. Die Züchtung und die rasche Verbreitung von Sorten mit einer spezifischen Resistenz führen zu einem starken Selektionsdruck auf die Krankheitserreger, die neue Viru-

lenzen bilden können. Wie beim Braunrost produzieren auch die anderen Rostarten sowie der Echte Mehltau immer wieder neue Virulenzen.

Neue Virulenzen Seit drei Jahren beobachtet man das Auftreten neuer Virulenzen beim Braunrost. Das Resistenzgen Lr37 des Weizens hat die Widerstandkraft bei einigen zuvor nicht anfälligen Weizensorten umgangen und typische Rostsymptome gebildet. Lr37 stammt von «Aegilops ventricosa» ab, einem nahen Verwandter des Weizens. Die Resistenz wurde erstmals in der Weizenlinie mit dem Namen «VPM1» gezüchtet. «VPM1» weist neben der Resistenz gegen Braunrost auch eine Resistenz gegen Halmbruch auf. Die Wei-

zenlinie wurde in der Schweiz und in anderen europäischen Ländern sehr häufig in der Züchtung verwendet. Auch neue Gelbrostrassen wurden kürzlich in Schweizer Weizen entdeckt. Diese schlagen bei höheren Temperaturen zu als herkömmliche Rassen. Gewächshausversuche von Agroscope Changins-Wädenswil (ACW) zeigen aber, dass die wichtigsten Weizensorten hier zu Lande resistent sind. Beim Schwarzrost sieht man sich weltweit mit der Zunahme neuer Rassen konfrontiert, die mehrere Resistenzen der Weizensorten umgehen können, darunter auch die am häufigsten verwendeten Resistenzmechanismen. Die neue Schwarzrostrasse (Ug99) ist besonders bedrohlich. Sie wurde 1999 in Uganda entdeckt und hat sich bereits bis in den Iran ausgebreitet. Eine Ausbreitung in Ländern wie Pakistan oder Indien, die weltweit zu den grössten Weizenproduzenten gehören, lässt sich nicht ausschliessen.

Resistenzselektion Der Braunrost ist eine der Krankheiten, auf welche die Forschungsanstalt ACW bei der Entwicklung von produktiven und bezüglich Backqualität hervorragenden Weizensorten besondere Priorität legt. Ziel ist es, Anbaumethoden zu ermöglichen, die mehrheitlich ohne Fungizidbehandlung auskommen. Um dies zu erreichen, werden geprüfte Weizenpflanzen künstlich mit einer Mischung verschiedener BraunrostIsolate infiziert, welche die aktuell in der Schweiz vorhandenen Virulenzen in sich tragen. Damit können die besten Linien ausgewählt und auf der empfehlenden Sortenliste beschrieben werden. Die 30

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PFLANZENBAU

Gelbrost kann den Getreideertrag um bis 50 % reduzieren. Bild: Carole Parodi, ACW

Züchtung resistenter Sorten stützt sich einerseits auf Resistenzmechanismen mit spezifischen Resistenzen der Hauptgene, andererseits auf Resistenzmechanismen mit unpezifischen Genen, die weniger starke, dafür aber länger dauernde, nachhaltigere Resistenzen ergeben.

Molekulare Marker

Seit einigen Jahren werden von der Forschungsanstalt ACW bei der Selektion resistenter Sorten molekulare Marker verwendet, um mehrere Resistenzgene gegen Braunrost in einer einzigen Weizenlinie zusammenzubringen. Das Ziel ist es, spezifische Resistenzgene zu sammeln, welche die Sporenbildung bremsen, sowie Gene, die erst im Erwachsenenstadium wirksam werden. All diese Massnahmen sollen zu nachhaltigeren Resistenzen beitragen. Auch wenn spezifische Resistenzen umgangen werden, soll ein genügendes Resistenzniveau aufrechterhalten bleiben, um gravierende Ertragsverluste zu verhindern. Die Suche neuer Resistenzgene findet im Labor statt und wird von Spezialisten verrichtet. Die verfügbaren Ressourcen waren und bleiben hauptsächlich weizenähnliche Arten sowie alte Weizensorten und Landsorten. Obwohl heute die Verwendung der Molekularmarker

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viel Zeitgewinn ermöglicht, dauert es von der Identifikation eines neuen Resistenzgens bis zu seiner Nutzung in einer kommerziellen Sorte über zwanzig Jahre.

Strategien gegen Resistenzverlust Um den Verlust von Sortenresistenzen zu vermeiden, wurden verschiedene Strategien entwickelt, die sich aber schwierig umsetzen lassen. Dazu zählen Massnahmen wie die gezielte Verwendung und der Rückzug von Resistenzgenen für den späteren Einsatz oder die geplante geographische Verteilung. Aber diese Konzepte haben alle ihre Tücken. Dagegen ist der Anbau von Mischungen verschiedener Sorten mit vergleichbarer Frühreife, aber mit unterschiedlichen Resistenzgenen eine realistische und sehr effiziente Massnahme. Auch der Anbau von Sorten, die – ausser bei ihren Resistenzgenen – aus einer Mischung von quasi identischen Linien bestehen, wurde vorgeschlagen. In den 80er Jahren kam das entsprechende Sortenprojekt «Multi-Linien», das auf «Arina» basiert hätte, jedoch leider nicht zu Stande.

Praktische Bekämpfung Unter den Anbautechniken zeigt sich der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln als die

wirkungsvollste Strategie gegen den Rost. Wenn man die Spritzmittel optimal einsetzt, nach dem Erreichen der Schadschwelle und unter Abwechslung der Wirkstoffe, lässt sich diese Krankheit gut in Schach halten. Aktuell sind beim Gelb- und Braunrost keine Resistenzen gegen Triazole und Strobilurine bekannt. Andere Massnahmen wie eine späte Saat, eine reduzierte Stickstoffdüngung oder die Bekämpfung von Ausfallgetreide haben nur einen geringen Einfluss auf die Entwicklung von Braunrost. Allein mit der Rostbekämpfung lassen sich diese Massnahmen kaum rechtfertigen. Die Wetterbedingungen und die Präsenz von virulenten Rostrassen wie auch die Sortenresistenz und die Applikation von Fungiziden sind für die Infektion des Braunrost auf Weizen die wichtisten Einflussfaktoren.

Fazit

In einer ökologischen Landwirtschaft oder zumindest beim Versuch, den Hilfsmitteleinsatz möglichst gering zu halten, bleibt der Anbau resistenter Sorten unter dem Strich das effizienteste Mittel gegen den Rost. Darum müssen die Züchter ihre Sisyphusarbeit weiter zielstrebig verrichten, trotz unerfreulichen Überraschungen wie der Erscheinung neuer Virulenzen. 䡵

Autoren Dr. Dario Fossati und Dr. Fabio Mascher, Agroscope Changins-Wädenswil (ACW) 1260 Nyon. Weitere Informationen erhalten Sie bei dario.fossati@acw. admin.ch, 寿 022 363 47 29, www.agroscope.ch

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Gute Auflaufbedingungen schaffen ZUCKERRÜBEN Wie die Saat, so die Ernte, besagt ein Sprichwort. Für Rübensaatgut mit relativ schwacher Keimkraft, dazu noch auf Endabstand gesät, sind beste Startbedingungen unabdingbar. Das zur Keimung nötige Wasser sowie Luft und Wärme müssen im richtigen Verhältnis zueinander stehen, damit die Keimung zeitlich richtig abläuft.

Für ein optimales Rübensaatbeet gelten die drei Grundsätze: Nicht zu früh, nicht zu tief und nicht zu intensiv. Leichte, schluffig-sandige Böden sollten erst kurz vor der Saat gepflügt respektive gelockert und rückverfestigt werden. Gleich darauf muss die Aussaat erfolgen, damit der Boden nicht austrocknet. Anders auf schweren Böden. Hier sollte im Vorjahr eine tiefere Lockerung stattfinden. Anschliessend wird mit einer Gründüngung der ausgeebnete Boden stabilisiert. Tiefes Eggen ohne anschliessendes Walzen verursacht ein zu rasches Austrockenen der Keimzone. Daher die Egge nur ganz flach (max. 5 cm tief) einstellen und eine Walze mitlaufen lassen. Eine grobkrümelige Oberfläche schützt vor Krusten und Abschwemmung. Dagegen ergibt ein feinkrümeliges Saatbett eher regelmässige Feldaufgänge und lässt die Bodenherbizide besser wirken. Die Saatbettbereitung ist immer ein Kompromiss und richtet sich nach der Bodenart und dem Niederschlagsrisiko nach der Saat. Das Verkrustungsrisiko minimieren auch Mulchrückstände, wenn diese obenauf liegen und nicht eingepflügt wurden. In Mulchsaaten soll die Egge nur bei trockenen und brüchigen Rückständen zum Einsatz kommen (Nachmittagsstunden abwarten).

Frühsaaten bewähren sich (nicht vor Mitte März). Die Böden müssen im Sähorizont absolut trocken sein, damit die Scharen keine Schmierschicht erzeugen. Wird innerhalb von 24 Stunden ein Starkregen erwartet, darf wegen der Verschlämmungs- und Krustengefahr nicht gesät werden. Eine Ablagetiefe von 1.5 bis 3 cm ist optimal. Die SaUFA-REVUE · 2 2010

menpillen sollen auf der festen und leicht feuchten Zone im Boden zu liegen kommen. Weil der Regen nach der Aussaat auch mal vier Wochen ausbleiben kann, ist es wichtig, dass der kapillare Wasseraufstieg gewährleistet ist.

Wasser, Sauerstoff und Wärme im richtigen Verhältnis regen das Saatgut zur Keimung an. Die Samenzüchter haben diesen Parametern Rechnung getragen und der Natur teils etwas vorgegriffen. Die Verfahren der Saatgutaufbereitung, mit mehr oder weniger starker Vorkeimung, zielen alle darauf ab, die Keimphase im Boden zu verkürzen (Kasten). Dieser Vorteil kommt besonders unter ungünstigen Startbedingungen zum Tragen. Die Aktivierung des Saatgutes kann jedoch Fehler in der Bodenbearbeitung oder bei der Saatgutablage nicht rückgängig machen.

Bahn frei für Wurzeln Ist der Keimvorgang einmal in Gang gebracht, kann er nicht mehr gestoppt werden. Der Wurzelspross muss seine Saugwurzeln rasch in die mit Feuchtigkeit und Nährstoffen versehene Bodenzone vortreiben können. Wichtig ist, dass sich in 1 bis 5 cm Bodentiefe keine Anhäufung keim- und wachstumshemmender Faktoren wie tiefe pH-Werte, hohe Bodenherbiziddosen oder grosse Düngersalzmengen befinden. Alkalische-, tonhaltige-, oder humose Böden ertragen

Neue Saatguttechnologien Zuckerrüben-Saatgut wird in Italien und Frankreich vermehrt. Nach dem «Dreschen» werden die Samenkörner beim Züchter selektiert. Da die Fruchtwand mit ihren Inhaltsstoffen die Keimung hemmen kann, wird sie «abgeschliffen». Teils erfolgt auch ein Herauslösen der Keimhemmstoffe aus der Fruchtwand durch Waschen. Danach müssen die Rübensamen zurückgetrocknet werden. Schliesslich werden den Saatgutpillen Fungizide sowie das Insektizid «Gaucho» aufgesprüht. Spezifische Vorzüge neuer SaatgutAufbereitungsverfahren werden wie folgt angepriesen: Energ`Hill (Hilleshög), EPD (KWS) und 3D- beziehungsweise 3Dplus-Technologie (Strube). Nachteile dieser neuen Technologien sind die teilweise bedingte (3Dplus, Strube) Überlagerung von Saatgut ins nächste Anbaujahr. Versuche bestätigen, dass dank den neuen Verfahren zum Teil ein schnellerer, homogenerer Feldaufgang erreicht werden kann. Es zeigt sich aber auch, dass diese Effekte je nach Saatgutpartie und Aussaatjahr stärker oder schwächer ausfallen. Rübenpflanzer I/10

höhere Herbizid- und Düngerdosen im Wurzelbereich des sensiblen Keimlings generell etwas besser. 䡵

Samuel Jenni

Kontrolle des Feldaufgangs und der Ablagegenauigkeit. In diesem Fall sind Landwirt und Lohnunternehmer zufrieden.

Autor Samuel Jenni, Schweizerische Fachstelle für Zuckerrübenbau (SFZ), 3270 Aarberg. www.zuckerruebe.ch

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PFLANZENBAU

Braucht es Biodiversität? 2010 IST DAS INTERNATIONALE JAHR der Biodiversität. In der Schweiz sind zu diesem Anlass viele Aktivitäten geplant. Auch die Landwirtschaft soll bei den Anstrengungen zur Förderung und Erhaltung der natürlichen Vielfalt einbezogen werden. Dazu wird ein nationaler Wettbewerb ausgeschrieben.

Irene VonlanthenRentsch

Hans Ramseier

Biodiversität, auch biologische Vielfalt genannt, umfasst die gesamte Vielfalt des Lebens. Die Schweiz beherbergt dank der Lage mitten in Europa, den unterschiedlichen Höhenstufen, der abwechslungsreichen Topographie und der über lange Zeit traditionellen Bewirtschaftung eine grosse natürliche Vielfalt. Mit einem Drittel der Flächennutzung nimmt die Landwirtschaft bei der Erhaltung und Förderung der Biodiversität eine wichtige Rolle ein. Vernetzte Natur- und Kulturflächen wie artenreiche Wiesen und Weiden, Buntbrachen, Säume oder Hecken tragen zu einer diversifizierten Landschaft bei.

tiere wie Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen und Raubmilben sind ausgezeichnete Schädlingsbekämpfer. Weiter haben neue Versuche gezeigt, dass die über 500 Wildbienenarten, die in der Schweiz vorkommen, teilweise Bestäubungsfunktionen für die von Schädlingsbefall dezimierten Honigbienen übernehmen können. Voraussetzung dafür sind naturnahe Landschaftselemente, die den Bienen als Lebensgrundlage dienen.

den Reichtum von Tieren, Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen. Die genetische Vielfalt beinhaltet die Erbinformationen sowohl in allen Lebewesen als auch innerhalb von Arten, Rassen und Ökotypen. Unter Vielfalt der Ökosysteme versteht man die verschiedenen Lebensräume wie Wasser, Wald oder

Bienen brauchen Blüten, um überleben zu können.

Was ist gemeint? Fachleute unterscheiden verschiedene Ebenen der Biodiversität: Die Artenvielfalt umfasst

Sicherung der Welternährung

Schwarznasenschafe sind bestens ans Gebirge angepasst, gegen Magenwürmer weniger anfällig als andere Schafrassen und damit ein gutes Beispiel für den Wert der Biodiversität bei den Nutztieren.

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Umgekehrt erbringen landwirtschaftliche Ökosysteme eine Menge an Leistungen für die Landwirtschaft. Die pflanzliche und tierische Vielfalt ermöglicht die Selektion und Züchtung von angepassten Sorten und Rassen wie zum Beispiel feuerbrandtoleranter Apfelsorten. Der Beitrag zur Sicherung der Welternährung ist denn auch der wichtigste Gebrauchswert der Biodiversität für den Menschen. Eine vielfältige Organismengemeinschaft im Boden mit Kleintieren, Pilzen und Mikroorganismen ist verantwortlich für Ab-, Um- und Aufbau von organischen Substanzen und damit für die Bodenfruchtbarkeit. Einheimische Wildpflanzen wie sie in Buntbrachen, Säumen oder Ackerschonstreifen vorkommen, fördern die Nützlingsvielfalt. Je höher die Vielfalt und Anzahl der Nützlinge, desto besser können Schädlinge auf natürliche Weise reguliert werden. Klein2 2010 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU Acker und den ihnen eigenen Lebensgemeinschaften. Aus diesem Reichtum entstehen viele ökologische Funktionen, die etwa für die Bodenfruchtbarkeit oder für Nährstoffkreisläufe unabdingbar sind (funktionelle Biodiversität).

Hoher Artenverlust Seit Jahren nimmt die Biodiversität weltweit kontinuierlich ab. In keinem anderen europäischen Land sind so viele Tier- und Pflanzenarten bedroht und verschwunden wie in der Schweiz. Als wichtigste Ursachen für den Verlust gelten vor allem die veränderte landwirtschaftliche Nutzung, die Überbauung und Zersiedelung der Landschaft und die vielfältigen Einflüsse des Klimawandels. In landwirtschaftlich genutzten Flächen haben hohe Nährstoffeinträge und der Einsatz von chemischen Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmitteln viele Arten verdrängt. Doch nicht nur die Intensivierung, sondern auch die Aufgabe jeglicher Nutzung führt zu einem Verlust an wertvollen Lebensräumen. In schwer zugänglichen Berglagen verbuschen früher extensiv genutzte Wiesen und Weiden. Seit Anfang der neunziger Jahre wird versucht, die Biodiverstät in der Landwirtschaft zu fördern. So braucht es

für den ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN) hier zu Lande mindestens 7 % ökologische Ausgleichsfläche und einzelne Elemente werden mit Beiträgen unterstützt. Erste Erfolge sind sichtbar in den blauen Listen. Dabei handelt es sich um Verzeichnisse jener gefährdeten Arten, die im bearbeiteten Gebiet eine dauerhafte Stabilisierung oder gar eine Zunahme erfahren haben. Im Jahr 2008 haben die Bundesämter für Landwirtschaft (BLW) und für Umwelt (BAFU) die «Umweltziele Landwirtschaft» formuliert. Danach soll die Landwirtschaft wesentlich zur Biodiversität beitragen. Es wurden 828 pflanzliche und 340 tierische Ziel- und Leitarten sowie 52 Lebensraumtypen bezeichnet, für welche die Landwirtschaft eine Verantwortung trägt. Zur Zeit wird unter der Federführung des Amtes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) an einer Biodiversitätsstrategie gearbeitet, die der Bundesrat dem Parlament bis Ende 2011 vorlegen muss. Mit einem Wettbewerb sollen im Jahr der Biodiversität ausserdem innovative Ideen zur Förderung der Vielfalt auf Landwirtschaftsbetrieben gefunden und ausgezeichnet werden (siehe Kasten). 

Wettbewerb «Biodiversität ist Gold wert» Neben allen gesetzlichen Vorschriften stecken sicher in den Köpfen von Bäuerinnen und Bauern viele wertvolle, kreative und zum Teil unkonventionelle Ideen, wie die biologische Vielfalt im Sektor Landwirtschaft gefördert werden kann. Mit einem nationalen Wettbewerb soll diesen Ideen im Jahr der Biodiverstiät 2010 nun zum Durchbruch verholfen werden. Agridea, die Hochschule für Landwirtschaft und der Schweizerische Bauernverband schreiben zu diesem Zweck einen Wettbewerb unter dem Motto «Biodiversität ist Gold wert» aus. Das Projekt wird von den Bundesämtern für Landwirtschaft und Umwelt (BLW, BAFU) sowie der Fondation Sur la croix mitfinanziert. Aktive oder in Ausbildung stehende Bäuerinnen und Bauern (Bio, ÖLN), Schülerinnen und Schüler aller Stufen sowie Studierende (FH, ETH) werden aufgefordert, innovative Projekte einzureichen, welche die Biodiversität auf einem Schweizer Landwirtschaftsbetrieb fördern. Auch bereits umgesetzte Ideen können angemeldet werden, sofern die letzten Aktivitäten nicht mehr als zwei Jahr zurückliegen. Eine nachhaltige Wirkung, eine positive Ausstrahlung auf die Öffentlichkeit und ein wirtschaftlicher Mehrwert sind weitere Ziele. Erste Umsetzungsschritte zur Realisierung der Projekte müssen bis Ende August 2010 sichtbar vollzogen oder glaubhaft in die Wege geleitet sein. Die Projekte werden durch eine unabhängige Jury bewertet und mit Gold, Silber oder Bronze ausgezeichnet. Die allerbesten unter den goldprämierten Projekten erhalten zusätzlich Geldpreise im Gesamtwert von 25 000 Fr. Im Herbst 2010 findet an der Olma in St. Gallen und am Comptoir in Lausanne im Rahmen einer Begleitveranstaltung zum Thema Biodiversität die Preisverleihung statt. Die eingereichten Projekte werden bis Ende 2012 umgesetzt und zu diesem Zweck von den Projektträgern begleitet. Weitere Informationen und das Teilnahmeformular für den Wettbewerb können im Internet unter www.agrigate.ch (Wettbewerb Biodiversität) heruntergeladen werden oder direkt bei den unten aufgelisteten Personen angefordert werden. Die Projektbeschriebe können bis am 15. Juni 2010 in Deutsch, Französisch oder Italienisch, sowohl per Post als auch per E-Mail eingereicht werden. Deutschschweiz: Corinne Zurbrügg, Agridea Lindau, Eschikon 28, 8315 Lindau,  052 354 97 75, corinne.zurbruegg@agridea.ch Westschweiz und Tessin: David Caillet-Bois, Agridea Lausanne, Avenue des Jordils, 1006 Lausanne,  021 619 44 96, david.caillet-bois@agridea.ch

Buntbrachen sind nicht nur gut für die Biodiversität, sie tragen auch zu einem positiven Image der Landwirtschaft bei.

Die Erhaltung alter Sorten erweitert die Möglichkeiten bei der Züchtung von neuen Kulturpflanzen. UFA-REVUE · 2 2010

Autoren Irene Vonlanthen-Rentsch arbeitete bis Ende 2009 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft (SHL), 3052 Zollikofen, und ist jetzt beim Schweizerischen Bauernverband im Fachbereich Pflanzenbau tätig. Hans Ramseier ist PflanzenschutzSpezialist und Dozent an der SHL.

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PFLANZENBAU

Gefährung der Kartoffelqualität DRAHTWÜRMER, die Larven der Schnellkäfer, richten an verschiedenen Kulturpflanzen Frassschäden an. Wirtschaftliche Einbussen entstehen bei Kartoffeln. Mit der Fruchtfolgeplanung und gezielten Bekämpfungsmassnahmen in der Vorkultur lässt sich das Schadenrisiko reduzieren.

Werner Jossi

Ursula Kölliker

Drahtwürmer beeinträchtigen mit ihren Frassgängen die Qualität der Kartoffelknollen. Zudem erleichtern die angebohrten Stellen das Eindringen von schädlichen Pilzen wie «Rhizoctonia solani» (Drycore), wie an der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft (SHL) nachgewiesen werden konnte. Diese Qualitätsmängel sind häufig die Ursache für Rückweisungen durch die Abnehmer.

Schnellkäferarten in der Schweiz Ruedi Schwärzel

Die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) führte von 2005 bis 2007 in der deutschen Schweiz ein Käfermonitoring mit Pheromonfallen durch. Die Käferfänge zeigten, dass nördlich der Alpen hauptsächlich die Arten «Agriotes obscurus», «A. lineatus» und «A. sputator» vorkommen. Die Lebensweise der drei Arten ähnelt sich. Sie leben oft nebeneinander im gleichen Feld. Je nach Witterung findet der Hauptflug zwischen Mitte April und Juni statt. Die Entwicklungszeit vom Ei bis zum ausgewachsenen Schnellkäfer dauert drei bis fünf Jahre und wird vor allem durch die klimatischen Bedingungen und das Nahrungsangebot bestimmt. In Gefässversuchen im Freiland

an der Forschungsanstalt Agroscope ART von 2001 bis 2005 vollendeten rund 50 % der Käfer ihren Zyklus bereits nach drei Jahren.

Ein Jahr ohne Nahrung Die Drahtwürmer durchlaufen im Boden mehrere Larvenstadien. Frisch geschlüpfte Junglarven sind auf pflanzliche Nahrung wie Wurzeln und Samen angewiesen. Grössere Drahtwürmer können hingegen mindestens ein Jahr ohne pflanzliche Nahrung in feuchter Erde überleben. Die Drahtwürmer entwickeln sich nicht alle gleich schnell, so dass meistens mehrere Entwicklungsstadien gleichzeitig vorhanden sind. Im letzten Entwicklungsjahr verpuppen sich die Larven im Juli und schädigen die heranwachsenden Kartoffeln nicht mehr (Tabelle). Wenige Wochen später schlüpfen die Käfer und überwintern im Boden. Erst ab Mitte März kriechen sie an die Erdoberfläche und beginnen ab Mai mit der Eiablage. Sie bevorzugen dazu Wiesland oder andere dicht bewachsene Kulturen.

Flugaktiv sind die Schnellkäfer abends und nachts besonders bei warmer Wit-

J F M A M J J A S OM D J F M A M J J A S O N D J F M A M J J A S O N D 2. bis 4. Jahr An Kartoffeln enstehen Schäden.

3. bis 5. Jahr Schadenfrass im Frühjahr, Verpuppung im Juli, keine Schäden an Kartoffeln.

Drei- bis fünfjähriger Entwicklungszyklus. Im dritten Jahr nach Wiesenumbruch (Eiablage) ist ein Grossteil der Tiere verpuppt. Das Schadenrisiko nimmt ab. 36

Bis drei Jahre nach Umbruch Die meisten Drahtwurmschäden werden in den ersten drei Jahren nach Umbruch von mehrjährigen Wiesen festgestellt. Der Hauptfrass an den Kulturen findet meistens im Frühjahr und im Herbst statt. Um sich vor Kälte und Trockenheit zu schützen, wandern Drahtwürmer im Winter und während trockenen Sommerperioden in tiefere Bodenschichten. Nach der abklingenden Sommerhitze zwischen August und September finden sie in den ausreifenden Kartoffelknollen willkommene Nahrung und Feuchtigkeit.

Bekämpfung in der Vorkultur Umständliche Befallsprognose

Tabelle: Entwicklungszyklus nach Wiesenumbruch

1. Jahr Junglarven: Im Herbst nur geringe Schäden an Kartoffeln möglich.

terung. Die männlichen Tiere können mit Pheromonfallen eingefangen werden. Für eine genaue Befallsprognose eignen sich die Fänge jedoch nicht. Zuverlässiger sind Drahtwurm-Köderfallen mit keimendem Getreide (siehe Kasten). Die Handhabung der Fallen ist jedoch arbeitsaufwändig und nur bei warmer Witterung im Frühjahr oder Herbst in brachliegenden Feldern aussagekräftig.

Eine wirksame Drahtwurmbekämpfung mit insektiziden Granulaten oder Beizmitteln in Kartoffeln ist schwierig. Zudem können solche Produkte den Geschmack der Kartoffeln beeinträchtigen. In der Schweiz sind daher keine Insektizide zur direkten Bekämpfung von Drahtwürmern im Kartoffelbau zugelassen. Darum gilt es, die Fruchtfolge anzupassen und die Kartoffeln frühestens zwei, besser drei Jahre nach Wiesenumbruch anzupflanzen. Nach dieser Zeit haben sich die meisten Drahtwürmer verpuppt, die als Eier von den Käferweibchen in die Wiese gelegt wurden. 2 2010 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU Grafik: Absterberate von Drahtwürmern nach Beimpfung mit der Grünen Muskardine mit Pilz

% verpilzte Drahtwürmer

100

ohne Pilz

80 60 40 20 0 0

1

2

3 4 5 6 Wochen nach Pilzbeimpfung

7

8

9

Vorbeugende Bekämpfungsmöglichkeiten Wegen mangelnden direkten Bekämpfungsstrategien sind vorbeugende Massnahmen nach wie vor wichtig: • Kartoffeln frühestens im dritten Jahr nach Wiesenumbruch anbauen. Geeignete Vorkulturen für Kartoffeln sind Ölfrüchte, Leguminosen und Getreide.

Bei hohem Befallsdruck empfiehlt sich, im Vorjahr des Kartoffelanbaus eine gegen Drahtwürmer gebeizte Zwischenkultur im Spätsommer einzusäen. Dazu eignen sich Wick-Hafer-Erbsen oder Grünschnitthafer, die im Handel für diesen Zweck angeboten werden. Gebeizt wird nur der Hafer mit einem Saatanteil von etwa 100 kg/ha. Weizen- und Hafersaaten sind gute Köderpflanzen. Die Drahtwürmer werden durch die keimenden Getreidekörner angelockt und gelangen mit dem insektiziden Beizmittel in Kontakt. Als Beizmittel der Zwischenkulturen kommt das wenig systemisch wirkende «Regent» mit dem Wirkstoff Fipronil (Wirkstoffgruppe Phenylpyrazol) zur Anwendung. Das heranwachsende Grünfutter kann normal verfüttert werden. In der Schweiz sind im Getreidebau auch die Produkte «Cruiser» (Thiamethoxam) und «Smaragd» (Clothianidin) der Wirkstoffgruppe Neonicotinoide gegen Drahtwürmer zugelassen.

Biologische Bekämpfung Die biologische Bekämpfung von Drahtwürmern wird an der Forschungsanstalt ART untersucht. Es wird erforscht, ob sich pilzliche Insektenkrankheiten zur Bekämpfung von Drahtwürmern im Kartoffelanbau eignen. Solche natürlich UFA-REVUE · 2 2010

vorkommenden Pilze dringen über die Haut in die Larven ein, durchwachsen den Körper der Larven und befallen lebenswichtige Organe bis der Drahtwurm stirbt. Darauf dringt der Pilz aus dem Kadaver an die Oberfläche des toten Drahtwurms und bildet dort Pilzsporen, die weitere Drahtwürmer infizieren können. Laborversuche haben gezeigt, dass die Grüne Muskardine, genannt «Metarhizium anisopliae», eine hohe Infektionsrate bei Drahtwürmern auslösen kann und sich eventuell als biologisches Pflanzenschutzmittel nutzen liesse (Grafik). Feldversuche sind geplant, um die künstliche Infektion von Drahtwürmern im Feld zu testen und die Praxistauglichkeit dieser vielversprechenden Bekämpfungsmethode zu überprüfen. Bis dahin bleiben präventive Kulturmassnahmen die wichtigste Kontrollmethode (siehe Kasten).

• Bodenbearbeitung im August fördert die Austrocknung junger Drahtwurmlarven.

Zuwanderung von neuen Arten?

jährigen Entwicklungszyklus liess sich in Deutschland bisher nur in den tiefen Lagen auffinden. In Frankreich verbreitet sie sich immer nördlicher in warmen, trockenen Gebieten und richtet häufig Schäden an Kulturen in Ackerbaufruchtfolgen ohne Kunstwiesenanbau an. Die weitere Ausbreitung dieser Art wird man in Zukunft auch in der Schweiz im Auge behalten müssen. 䡵

Südlich der Alpen dominieren andere Schnellkäferarten. Einige breiten sich, vermutlich wegen der Klimaerwärmung, zunehmend in Richtung Norden aus. Speziell «Agriotes sordidus» ist in den letzten Jahren über Frankreich nordwärts bis in die deutsche Rheinebene vorgedrungen. Diese schädliche Drahtwurmart mit einem kurzen, zwei-

Drahtwurmschäden sind mögliche Eintrittspforten für Rhizoctoniapilze (Drycore).

• Einsaat einer gegen Drahwürmer gebeizten Zwischenkultur im Spätsommer (August/September) vor Kartoffeln, beispielsweie Wick-HaferErbsen-Gemenge. • Kartoffeln möglichst früh ernten, sobald diese schalenfest sind. • Parzellen mit häufigem Drahtwurmbefall für den Kartoffelanbau meiden (oft feuchte, humusreiche Böden) • Bio-Betriebe: Risiko mit Köderfallen im Herbst abklären. Keine Speisekartoffeln anpflanzen, wenn mehr als fünf bis zehn Drahtwürmer pro 20 Fallen gefangen werden. Methode: 20 kleinere Topfuntersätze (Ø 10 – 15 cm) mit je 50 ml angequollenen Weizenkörnern (24 h in Wasser) 10 cm tief vergraben. Markierte Fallen nach acht bis zehn Tagen kontrollieren. Methode nur in Brachland mit feuchtwarmem Boden zuverlässig.

Autoren Werner Jossi und Ursula Kölliker, Forschungsanstalt Agroscope ReckenholzTänikon (ART). Ruedi Schwärzel, Agroscope Changins-Wädenswil (ACW). www.agroscope.ch In diesem Artikel befinden sich auch Erkenntnisse von Yves Blot vom Forschungsinstitut Inra (F) sowie von Pierre Taupin vom Institut Arvalis (F).

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PFLANZENBAU

Wo steht die Technik heute? UNKRAUTERKENNUNG VIA SENSOREN Die Zielsetzung von Precision Farming besteht im effizienten Betriebsmitteleinsatz bei gleichzeitiger Ertragsoptimierung, fokussiert auf möglichst kleine Teilflächen. Insbesondere beim Pflanzenschutz stehen der Praxis bereits zahlreiche technische Entwicklungen zur Verfügung. Neue Sensoren nähren Hoffnungen, Unkräuter künftig noch gezielter bekämpfen zu können.

David Vulliemin

Dieser Beitrag befasst sich hauptsächlich mit der bildbasierten Unkrauterkennung. Hierbei besteht die Hauptherausforderung in der Koppelung der Informationsgewinnung und -verarbeitung mit der Steuerung des Bekämpfungssystems. Moderne Technologien eröffnen dabei neue Anwendungsmöglichkeiten. Die Funktionsweise von Echtzeitsystemen und die Anpassung dieser Systeme an die Art der Bekämpfung stellen grosse Anforderungen an die Erkennung. Auch die Rentabilität muss gewährleistet sein: die Mehrkosten müssen durch Einsparungen bei den Betriebsmitteln oder durch Ertragssteigerungen gedeckt werden.

Digitale Bildanalysetechnik Bei

Die Firma «Agri Con» hat zur Herbstbehandlung 2009 im Wintergetreide erstmals einen Herbizid-Sensor als echtzeitfähiges System mit vier Kameras an einer handelsüblichen Feldspritze auf Praxisflächen erprobt. Bild: Agri Con

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allen Systemen werden die Daten über eine Kamera erfasst und anschliessend derart verarbeitet, dass eine korrekte Führung der für die Unkrautbekämpfung eingesetzten Geräte möglich ist. Die grössten Unterschiede bestehen in der Verarbeitungsweise dieser Informationen. Um die Kulturpflanzen und die Unkräuter oder noch besser die Unkrautarten voneinander zu trennen, kommen mehrere Techniken zum Einsatz:

Die erste Technik macht sich die raumbezogenen Merkmale der Pflanzen im Feld zu Nutze: Da die Kulturen angepflanzt oder ausgesät wurden, zeigen sie ein regelmässiges Verteilungsmuster, während die Unkräuter zufällig verteilt sind. Dank komplexer Differenzierungsalgorithmen lassen sich die Kulturpflanzen vom Unkraut abgrenzen, indem periodische und nicht-periodische Signale gefiltert werden. Im Zwischenreihenbereich weisen solche Systeme zwar eine gute Genauigkeit auf, in der Pflanzenreihe ist es jedoch unmöglich, die Unkräuter von den Kulturpflanzen zu unterscheiden, was einen grossen Nachteil dieser Systeme darstellt. Eine zweite Technik beruht auf den Formmerkmalen der Pflanzen: Zu ihrer Differenzierung werden Parameter wie der Umfang und die Fläche der Blätter berücksichtigt. Aufgrund verschiedener Kriterien lässt sich eine digitale Signatur der Pflanze erstellen, welche ihrer Identifizierung dient. Die Genauigkeit solcher Systeme ist allerdings gering, weil die Berechnungen nur dann stimmen, wenn das Unkraut eine andere Blattform aufweist als die Kulturpflanze und sich die Blätter der Pflanzen nicht zu sehr überlappen. Die letzte Technik schliesslich verwendet das reflektierte Licht der Pflanzen: Da sich das Lichtspektrum des Pflanzenmaterials und des Bodens in den Wellenlängen unterscheidet, können die Pflanzen problemlos vom Boden abgegrenzt werden. Die einfachsten Systeme gestatten dabei lediglich die Ortung des Pflanzenmaterials. Eine Differenzierung zwischen Unkraut und Kultur ist mit einer begrenzten Anzahl Spektralbändern nicht möglich. Für ei-

ne grössere Präzision muss ein multispektrales Bild herangezogen werden. Dieses besteht aus verschiedenen Aufnahmen, für das mehrere Filter verwendet werden. Die Anzahl der benutzten Filter hängt von der gegebenen Schwierigkeit und dem erforderlichen Präzisionsgrad ab. Die Gründe für diese Reflexionsunterschiede befinden sich auf Ebene der Zelle oder exakter, auf Ebene der Innenstruktur der Blätter. Der Anteil an reflektiertem Licht einer bestimmten Wellenlänge variiert je nach Pflanzenart. Da sich die Innenstruktur von ein- und zweikeimblättrigen Pflanzen deutlich unterscheidet, ist eine Abgrenzung einfach. Die Differenzierung zwischen den Arten derselben Gruppe ist indessen anspruchsvoller und erfordert eine grössere Anzahl an Spektralbändern. Die heutigen Labormessungen decken in der Regel ein breiteres Spektrum ab und erfolgen unter kontrollierten Bedingungen. Die Identifikationsgenauigkeit ist daher gut. Messungen im Feld, die sich wegen der Schwierigkeiten der Bildaufnahmen und der veränderlichen Erfassungsbedingungen komplizierter gestalten, sind hingegen weniger zuverlässig.

Forschungsstand heute

Die aktuellen Versuche zeigen je nach eingesetzter Technik eine durchschnittliche bis befriedigende Erkennungsrate. Zur Steigerung der Genauigkeit bietet sich eine Kombination aus Raum- und Spektraltechniken an, die eine bessere Erkennungsqualität ergibt. Damit sich die Algorithmen ermitteln lassen, welche die besten Ergebnisse liefern, werden häufig mit Hilfe einer Modellierung (Bilder) oder direkt im Freiland Robust2 2010 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

Vorläufig als noch einfacher Versuchsroboter im Feld unterwegs, demnächst vielleicht mit Sensoren ausgerüstet: Der Feldroboter «Agronaut» vom Studenten-Team der Fachhochschule Osnabrück. Bild: Amazonen-Werke

heits- und Zuverlässigkeitstests vorgenommen. Die Adaptierung der Erkennungssysteme an die Geländeverhältnisse stellt ebenfalls eine grosse Herausforderung dar: Die Sensoren sind sehr anfällig auf die schwankenden Umweltbedingungen wie Helligkeit, Sonnenstand und Pflanzenwelke. Neben der Unkrauterkennung liegt der Fokus der aktuellen Techniken auf den Echtzeitsystemen. Die Schwierigkeit besteht dabei in der Konzipierung von Systemen, welche die drei Phasen laufend verwalten: Die Erfassung und die Verarbeitung der Daten sowie die Steuerung der Geräte zur Unkrautvernichtung müssen in ständigem Fluss sein. Die auf den räumlichen und morphologischen Parametern basierenden Erkennungstechniken mit niedrigeren Leistungsanforderungen erlauben heute ein Echtzeitverfahren. Bei der auf spektralen Merkmalen basierenden Erkennungstechnik gilt: je höher die verlangte Genauigkeit ist, umso mehr Spektralbänder werden benötigt und umso grösser ist der Ressourcenverbrauch des Systems. Zurzeit erfolgt die Informationsverarbeitung durch diese UFA-REVUE · 2 2010

Systeme in zwei Phasen: Datenerfassung auf dem Feld und anschliessende Datenverarbeitung in einem zweiten gesonderten Arbeitsgang. Der Echtzeitansatz stellt einen Kompromiss zwischen Zuverlässigkeit und Ressourcenbedarf dar. Zwischen der Datenerfassung und der eigentlichen Unkrautvernichtung müssen sämtliche Informationen schnell verarbeitet werden, denn es handelt sich hierbei um den Begrenzungsfaktor für das Arbeitstempo.

Ausblick Die Unkrauterkennung eröffnet interessante Perspektiven hinsichtlich einer Präzisionslandwirtschaft, die den Landwirten ihre Aufgaben erleichtert und gleichzeitig einen massvollen Einsatz der Produktionsmittel und bessere wirtschaftliche Ergebnisse gewährleistet. Die gegenwärtig auf dem Markt erhältlichen Echtzeitsysteme erlauben lediglich die Identifizierung der Pflanzen und die Auslösung der Applikation. Es gibt zwar komplexere Systeme, diese sind allerdings noch in der Entwicklung und befinden sich erst im Prototyp-Stadium, häufig in kleinem Massstab. Auch die Möglichkeiten, die

sich mit autonomen Robotern oder Bordgeräten erschliessen, werden weiter erforscht. Der fahrerlose Feldroboter wird in der Lage sein, präzise Arbeitsaufträge auf der Parzelle oder auf einer Teilfläche selbstständig auszuführen. Bordgeräte haben den Vorteil, dass sie sich auf das vorhandene Material abstimmen lassen und den Landwirt bei seiner Arbeit unterstützen, während er weiterhin in unmittelbarem Kontakt mit dem Feld bleibt. 䡵

Autor David Vulliemin, Agronom FH, 3303 Jegenstorf Der Technologiebereich entwickelt sich schnell und spielt bei der Vereinfachung täglicher Arbeitsprozesse eine zunehmend wichtige Rolle. In der Landwirtschaft bietet die Sensortechnik interessante neue Anwendungen. So entwickelt das Institut National Supérieur des Sciences Agronomiques de l'Alimentation et de l'Environnement in Dijon über das Laboratoire en Génie des Agroéquipements et des Procédés bildgestützte Lösungen für die Landwirtschaft: www.enesad.fr

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PFLANZENBAU

Nährstoffmangel vermeiden BLATTDÜNGUNG IM WEINBAU Zur Steigerung der Trauben- und letztlich der Weinqualität steht im Rebbau auch die Düngung immer wieder zur Diskussion. Während sich bei der Bodendüngung die Erkenntnis durchsetzt, dass weniger oft mehr ist, versucht mancher, mit Blattdüngung das Leistungspotential der Rebe besser auszunutzen.

Heinz Mathys

Marc Besse

Blattdünger sind unter Praktikern und in Beraterkreisen oft etwas umstritten, da die Effekte nur sporadisch nachweisbar sind, zumal in der Praxis die optimalen Einsatzbedingungen für die Präparate nicht immer eingehalten werden können. Solange mittels Blattdüngung lediglich ein Nährstoffmangel behoben werden soll, ist der Wirkungsmechanismus nachvollziehbar und führt bei richtiger

Anwendung auch meist zum Erfolg. Deshalb ist auch die Anwendung von Blattdüngern, die Magnesium, Stickstoff und Eisen enthalten, kaum umstritten. Sobald jedoch andere Effekte erwartet werden, erfordert dies eine differenzierte Betrachtung.

Magnesium-Blattdünger gezielt einsetzen Magnesiummängel treten häufig in Neuanlagen auf. Erkennen kann man Magnesiummangel durch Gelb- oder Rotverfärbungen der Blätter (je nach Rebsorte) sowie durch Chlorose der Blattnerven, beginnend bei den untersten Blättern oder durch vorzeitigen Blattfall. Die Gefahr eines Magnesiummangels hängt unter anderem von der Sortenwahl ab. So ist zum Beispiel die Sorte «Regent» besonders stark gefährdet. Bei anfälligen Sorten wie auch bei stärkerem Auftreten der Stiellähme wird der Einsatz von Blattdüngern wie dem «Hydromag» mit 300 g Magnesium pro Liter und Aufwandmengen von 4 bis 6 l/ha empfohlen. Es können 1.5 bis 2 l zur Vorblütenbehandlung oder zweimal 1.5 bis 2 l zur Nachblütenbehandlung appliziert werden. Möglich ist beispielsweise auch der Einsatz von 2.5 kg/ha «Vitistar», einem auf den Weinbau abgestimmten Mehrnährstoffdünger. Allerdings muss bei Junganlagen sowohl der Behandlungszeitraum als auch die Behandlungszone auf die Pflanzung abgestimmt werden. In Junganlagen soll-

Via Blattdüngung lassen sich akute Nährstoffmängel an Stickstoff, Eisen und Magnesium beheben. 40

te möglichst bald nach Austrieb, spätestens jedoch nach Sichtbarwerden des Mangels, eine Behandlung durchgeführt werden.

Stiellähme oft wegen Kaliüberschuss Die Stiellähme ist eine physiologische Störung bei Ertragsreben, die sich durch Verwelken und Fall der Trauben oder Beeren äussert. Nährstofftechnisch handelt es sich um einen Magnesiummangel, häufig verursacht durch einen Kaliüberschuss. Möglichkeiten zur Verringerung der Gefahr von Stiellähme sind eine angepasste Kalidüngung sowie eine Verringerung der Rebenwüchsigkeit mittels Reduktion der Stickstoffdüngung und Einführung von Dauerbegrünung. Beste Erfolge werden erzielt, wenn die Traubenzone zu Beginn der Traubenreife gezielt mit einem Magnesiumdünger behandelt wird. Applikationen auf die gesamte Laubwand haben nur eine eingeschränkte Wirkung. Ein geeignetes Mittel ist beispielsweise «Hydomag» mit einer Aufwandmenge von 4 bis 6 l/ha. Es werden 1.5 bis 2 l zur Vorblütenbehandlung oder zweimal 1.5 bis 2 l zur Nachblütenbehandlung gespritzt.

Kurzfristige Hilfe bei Chlorose Chlorose äussert sich durch bleich bis weiss werdende Blätter. Zur kurzfristigen Behebung von Chlorosen bei Reben können eisenhaltige Blattdünger eingesetzt werden. Die Aufnahme des schwer beweglichen Spurenelements wird durch Chelatoren und Citrat begünstigt. Um die Wirkung sicherzustellen, muss die Behandlung beim ersten Auftreten der Vergilbung beginnen und mehrmals, möglichst im Wochenrhythmus, wieder2 2010 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU Tabelle: Nährstoffprogramm für die Optimierung von Blüte und Fruchtansatz Vor Blüte Nachblüte Nachblüte und bei Traubenschluss

Bei Gefahr von Eisenchlorose Alternativ mit Cocktail: Für die Vorblüte und Fruchtansatz

holt werden. Geeignete Mittel sind etwa «Vitistar» oder in schweren Fällen «Ferrichel» und «Fer EDTA».

Beerenfall mit Bor verhindern Der Beerenfall, auch Verrieseln genannt, wird durch Bormangel

Hydromag (300 g/l Mg, 1 x 3 l/ha), Bortrac 150 (150 g/l B, 1 l/ha). Bortrac 150 (150 g/l B, 1 l/ha). Hydromag (300 g/l Mg, 3 l/ha). Mantrac (500 g/l Mn, 1 l/ha), wenn Trauben sichtbar, Blütenknospen getrennt und Fruchtstand geformt. Vor der Blütte zweimal Ferleaf 100 (100 g/l Fe als Chelat von EDTA, 1 l/ha) oder Ferrichel 54 (54 g/l Fe als Chelat von EDDHA). Drei Behandlungen mit 3 kg/ha Vitistar (9 % Mg, 3,3 % B, 3 % Fe, 3 kg/ha). Sobald die Blütenknospen getrennt und der Fruchtstand geformt sind. Mindestwassermenge 200 l/ha. Bei Abschlussbehandlung Hydromag (300 g/l Mg, 4 l/ha).

Die idealsten Voraussetzungen für das Eindringen in die Pflanze sind bei bedecktem Himmel, in den Abendstunden oder morgens bei Tau gegeben. Sonneneinstrahlung und hohe Temperaturen mindern den positiven Effekt.

• Dispergiermittel verhindern, dass die Nährstoffpartikel bei der Suspension verklumpen. Dadurch bleibt das Produkt auch bei hoher Nährstoffkonzentration lang haltbar. Zudem wird ein Verstopfen der Spritzdüsen verhindert. 䡵

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Bormangel hat einen unregelmässigen Beerenansatz zur Folge. Bild: Agrimedia GmbH

verursacht. Bor wirkt positiv auf die Pollenbildung und verbessert die Befruchtung und den Zuckertransport zu den Beeren. Das Verrieseln kann unter Anwendung eines Mittels wie «Vitistar» vor und nach der Blüte zwei- bis dreimal mit je 2.5 kg/ha bekämpft werden.

Auf junge Blätter

Die Aufnahme und somit die Wirksamkeit von Nährstoffgaben über das Blatt klappt bei jungem Blattgewebe am besten. Mit Ausnahme der Stiellähmebehandlung ist darum darauf zu achten, dass bei der Blattdüngung die jungen Blätter und insbesondere die Geiztriebe erfasst werden.

UFA-REVUE · 2 2010

Magnesiummangel zeigt sich an hellen Feldern zwischen den grünen Blattadern.

Bei der Stiellähme, unter anderem eine Folge von Magnesiummangel, verbräunt das Stielgerüst.

Bild: Agrimedia GmbH

Bild: Agrimedia GmbH

Formulierungshilfsstoffe Sogenannt «formulierte» Flüssigdünger enthalten Hilfsmittel, die das Abwaschen der Dünger vom Blatt verhindern. Zudem beugen sie Verbrennungen vor und verbessern die Nährstoffaufnahme: • Absorptionsmittel sorgen für eine sichere Aufnahme und Verteilung der Nährstoffe in der Pflanze. • Netzmittel führen zu einer optimalen Bedeckung der Blattoberfläche. Zudem werden Blattverbrennungen durch die Netzmittel vermieden. • Haftmittel bewirken, dass das Mittel durch den Regen nicht abgewaschen wird.

Autoren Heinz Mathys ist LandorBerater im Kanton St. Gallen, im Thurgau sowie in Teilen vom Kanton Zürich. Marc Besse steht in der Ausbildung zum Agrotechniker und arbeitet als Praktikant bei der Landor. Weitere Infos erhalten Sie via Gratis-Beratungstelefon 0800 80 99 60, www.landor.ch oder info@landor.ch. Die Produkte der Landor sind über die LANDI erhältlich.

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* Diese Eigenschaften wurden in den offiziellen Sortenversuchen von Agroscope bestätigt.

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phyto-news Rapsglanzkäferbekämpfung 2010

Effiziente Unkrautbekämpfung in Getreide

Im letzten Jahr war die Rapskäferbekämpfung eine grosse Herausforderung. Der Einflug der Käfer war so massiv, dass es nach jeder Behandlung immer sofort wieder viele Käfer hatte. Dadurch haben einige Rapsproduzenten auch mit der Anzahl Behandlungen übertrieben und es wurden Produkte appliziert, die nicht in den Raps vor der Blüte gehören. Das Ziel der Rapsglanzkäferbehandlung ist die Blüte oder die Schoten zu schützen. Ob es Käfer hat oder nicht ist zweitrangig. Letztes Jahr konnte man in richtig behandelten Feldern viele Käfer feststellen, aber Frassschäden waren kaum zu finden. Die guten Erträge von Ende Juli bestätigten, dass 2 Behandlungen zum richtigen Zeitpunkt mit den richtigen Produkten völlig genügend waren. Rapsproduzenten die Mehrfachbehandlungen gemacht haben konnten keine Mehrerträge realisieren. Die Rapsproduzenten welche jeweils schon den Rapsstengelrüssler konsequent bekämpften, hatten stets einen viel weniger starken Glanzkäferdruck. Bei der Applikationstechnik muss eine optimale Benetzung der Rapspflanzen gesorgt werden. In vielen Fällen bringt eine Erhöhung der Wassermenge auf 300 l/ha und ein Zusatz von Sticker (0,1 l/100 l Wasser) merklich bessere Resultate Eine Erstbehandlung mit Talstar SC 0,2 l/ha sobald die Rapsstengelrüssler eingeflogen sind, hilft die Population von Rapssglanzkäfern sofort zu eliminieren. Sollte der Einflug anhalten, muss die Wirkstoffgruppe gewechselt werden. Mit Gazelle 150 g/ha steht ein systemisches und schnell wirkendes Insektizid zur Verfügung.

Nach einem sehr milden Herbst folgte ein Winter, der die Bestände zum Glück etwas bremste. Wo nicht im Herbst behandelt wurde, sollte jetzt nach Erfahrung aus anderen Jahren und den natürlichen Gegebenheiten entschieden werden, welche Strategie gefahren wird, um im Frühjahr die Unkrautkonkurrenz möglichst früh auszuschalten. Neben einer guten Wirkung auf die vorhandenen Unkräuter sind den Gereideproduzenten Aspekte wie Sortenverträglichkeit, Handlichkeit und Dosierung sehr wichtig. Der dynamische Landwirt will aus wirtschaftlichen und oekologischen Gründen möglichst wenig Durchfahrten und wenn immer möglich alle Getreidearten zur gleichen Zeit und mit den gleichen Produkten behandeln. Die Effizienz der Arbeit steht bei den modernen Herbizidstrategien im Vordergrund. Das seit Jahren bewährte Produkt Concert SX erfüllte diese Ansprüche optimal. Die neue SX Formulierung erhöht die Löslichkeit und Mischbarkeit des Produktes zusätzlich, was sich bei grossen Brühemengen als Vorteil herausstellte. Die bekannte Wirkung auf einjährige Unkräuter und Gräser sowie die sichere Wirkung auf Blacken wird dadurch noch effizienter. Concert SX be-

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sticht vor allem durch seine Flexibilität und das sehr grosse Einsatzzeitfenster vom 3-Blattstadium des Getreides (Einsatz gegen Gräser und einjährige Unkräuter) bis spätestens Stadium Schossen (Einsatz gegen hartnäckige Disteln und Blacken.) Es ist zudem in allen Winter- wie Sommergetreidearten ohne Einschränkungen einsetzbar. Die Dosierung kann der vorhandenen Verunkrautung flexibel angepasst werden. Bei evtl. Wirkungslücken kann Concert SX fast mit allen möglichen Mischpartnern kombiniert werden. Eine Mischung mit Starane 180 gegen Klebern ist meistens sinnvoll und gibt gegen das lästige Unkraut die besten Resultate. Die Mischung Concert SX + Starane 180 bleibt auch im 2010 effizent und wirschaftlich zugleich.

Unkrautfreier Zinal im Schossen.

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Empfehlungen Unkrautbekämpfung 2010 Getreidestadium Die Soloanwendung in allen Getreidearten Die Klassemischung für frühe Behandlungen Winterweizen, Korn, Triticale, Roggen

3-Blätter 13

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Bestockung 29

Concert SX

100 – 150 g/ha

Concert SX + Arelon S + Starane 180 Concert SX + Starane 180

100 g/ha 2,00 l/ha 0,75 l/ha 100 – 150 g/ha 0,75 l/ha

Concert SX 100 g/ha Wintergerste und -hafer, Sommergetreide + Starane 180 0,75 l/ha

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Schossen

32 Gegen Gräser, breitblättrige Blacken usw. Nicht in Hafer Gegen Gräser, breitblättrige Blacken, Klebern usw. Gegen Gräser, breitblättrige Blacken usw.

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S O N D E R T H E M A FOCUS

Foto: agrarfoto.com

Februar 2010

So gelingt der Maisanbau

Sorten und Anbautipps Bringt’s die Unterfussdüngung? Reduzierte Bodenbearbeitung GVO-Freiheit hat ihren Preis Bivoltine Zünsler

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SO GELINGT DER MAISANBAU SONDERTHEMA

Wieder ein Rekordjahr? MAISANBAU 2010 Mit «Ricardinio» und «Cassilas» beim Körnermais sowie «Ampezzo» und «LG 30.218» beim Silomais stehen für die nächste Saison ein paar interessante Neuheiten zur Wahl. Stimmen die klimatischen Bedingungen wie im Vorjahr, sind die Voraussetzungen für neue Rekorde ideal.

Jean-Paul Krattiger

Sowohl beim Silomais als auch beim Körnermais haben, mit Ausnahme von verhagelten Parzellen, die Erträge 2009 ein aussergewöhnlich hohes Niveau erreicht. Eine frühe Saat bei guten Bedingungen ermöglichte einen vorteilhaften Start. Die Temperaturen blieben bis zur Blüte mild und die Feuchtigkeit reichte aus. Trotz einer je nach Region mehr oder weniger ausgeprägten Trockenperiode konnten die Pflanzungen ihre Entwicklung bei günstigen Bedingungen abschliessen. Die Ernte verlief gut. Beim Körnermais resultierten erfreulich tiefe Feuchtigkeitsgehalte. Die Anbaufläche hat 2009 leicht zugenommen und wird wohl 2010 mit Blick auf die exzellenten Resultate im

Tabelle 1: Durchschnittserträge der Silomaisversuche 2008/09 von UFA-Samen Sorten

2009 2009 % TS dt/ha TS Früh 4 Orte 4 Orte Coxximo 34.7 212.4 Pralinia 35.8 218.8 Fabregas 36.5 226.9 Ampezzo 36.1 220.5 Mittelfrüh 12 Orte 12 Orte 8 Orte 8 Orte LG 32.20 37.4 184.4 37.4 192.3 Amadeo 36.6 193.6 38.6 194.4 Ciclixx 33.5 205.9 36.0 212.6 LG 32.52 HDi® 34.8 195.3 36.5 209.0 Ricardinio 37.9 213.4 LG 30.218 38.5 203.4 Mittelspät 7 Orte 7 Orte 8 Orte 8 Orte Ronaldinio 36.6 205.0 35.6 205.5 Marcello 34.4 210.7 34.3 205.7 PR39T45 35.4 213.0 34.9 191.9 Vergleiche sind nur innerhalb der gleichen Reifegruppe möglich, da die Versuchsstandorte für alle Reifegruppen anderswo lagen. 44

2008 % TS 6 Orte 33.6 35.9 34.8

2008 dt/ha TS 6 Orte 181.6 170.4 180.0

letzten Jahr weiter wachsen. Zudem liegt das Angebot an Körnermais noch unter den Vermarktungsmöglichkeiten.

Körnermais Die Wirtschaftlichkeit eines Körnermaises hängt stark von den Trocknungskosten ab. Generell verfügen späte Sorten über ein höheres Ertragspotenzial. Allerdings empfiehlt es sich, die Sortenwahl auf die lokalen Klimabedingungen abzustimmen. Frühreif: «LG 32.12» bleibt mit überzeugender Stabilität die Hauptsorte in der frühreifen Gruppe. Beim Ertrag hält «LG 32.12» mit den guten mittelspäten Sorten mit. Das zeigte sich erneut in den Versuchen von 2008 und 2009 der Forschungsanstalt Agroscope, in denen «Birko» und «Pralinia» ihre Robustheit bestätigten. Mittelfrüh: Im Bereich des mittelfrühen Körnermaises sind «DKc 2960» und «Coxximo» an das Schweizer Klima gut angepasst. «LG 32.20» weist hervorra-

gende Qualitäten als Zweinutzungssorte auf (Körner-, Silomais). Neu ist die Sorte «Ricardinio», die hervorragende Perspektiven eröffnet. Ihre einzige Schwäche betrifft vor allem in feuchten oder nebligen Lagen die Anfälligkeit auf Helminthosporium. Mittelspät: «DKc 3420» ist der früheste Zahnmais auf der Liste der empfohlenen Sorten. Zu seinen Stärken gehören die schnelle Korntrocknung vor der Ernte, die gute HelminthosporiumResistenz sowie sein hohes Ertragspotenzial bei idealen Bedingungen. «Marcello» ist ein hervorragender Zweinutzungsmais. Als spätere Sorte lässt er sich aber nur in den besten Gebieten erfolgreich anbauen. Die neue Sorte «Cassilas» erreichte in den Versuchen der Forschungsanstalt Agroscope in den Jahren 2008 und 2009 den besten Gesamtindex.

Silomais

Die Entwicklung bei der Fütterungstechnik erfordert, dass die Si-

Tabelle 2: Durchschnittserträge der Körnermaisversuche 2008/09 von UFA-Samen Sorten

2008 % H 2O 3 Orte 31.4 7 Orte 33.8 33.1

2008 dt/ha (14 % H2O) 3 Orte 112.8 7 Orte 117.8 118.5

2009 2009 % H 2O dt/ha (14 % H2O) Früh 4 Orte 4 Orte LG 32.12 28.7 129.3 Mittelfrüh 7 Orte 7 Orte DKc 2960 31.3 120.2 LG 32.20 28.3 126.5 Ricardinio 26.6 133.7 Mittelspät 7 Orte 7 Orte 7 Orte 7 Orte DKc 3420 32.5 117 28.8 127.0 Cassilas 28.8 132.6 Vergleiche sind nur innerhalb der gleichen Reifegruppe möglich, da die Versuchsstandorte für alle Reifegruppen anderswo lagen. 2 2010 · UFA-REVUE


SO GELINGT DER MAISANBAU SONDERTHEMA Die Maiserträge sind in letzter Zeit kontinuierlich angestiegen.

Tabelle 3: Maishauptsortiment von UFA-Samen Silomais Ampezzo (neu) Pralinia Fabregas * Coxximo * Mittelfrüh LG 32.218 (neu) Ricardinio LG 30.20 HSV Amadeo * Ciclixx * LG 32.52 HDi DKc 2960 Mittelspät DK 287 PR 39T45 Marcello * auch für Bio-Betriebe Früh

Bild: agrarfoto.com

Körnermais LG 32.12 Pralinia

Ricardinio LG 32.20 DKc 2960

DKc 3420 Cassilas (neu)

Welche Silomaissorte für die Milchviehration? Bei der Wahl der Silomaissorte ist neben den anbautechnischen Eigenschaften auch die Verwendung zu berücksichtigen. Besonders die Verdaulichkeit muss mit der Verwendung in Einklang gebracht werden, wenn die Effizienz dieser energiereichen Futterpflanze voll zur Geltung kommen soll. • Bei Maisanteilen von unter 35 % an der Trockensubstanz (TS) der Ration stehen der Stärkegehalt und die hohe Stärkeverdaulichkeit im Vordergrund. • Bei Maisanteilen zwischen 35 und 50 % sind Maissorten mit gutem Stärkegehalt und guter Verdaulichkeit der Gesamtpflanze zu bevorzugen. • In Milchviehrationen mit Maisanteilen von über 50 % ist die Verdaulichkeit der Gesamtpflanze im Vordergrund. • Wird Mais getrocknet, sinkt der pansenverfügbare Teil der Stärke auf unter 50 % (Maiskörner oder Maiskolben). • Eine leicht weniger dichte Saat (vor allem in Grenzregionen) führt zu etwas weniger TS-Ertrag, aber höherem Stärkegehalt. • Durch die Wahl einer passenden Sorte gilt es, einen genügenden Reifegrad bei der Ernte sicherzustellen. UFA-Beratungsdienst

lomaissorten gezielt auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmt werden (siehe Kasten). Neben der Sortenwahl entscheiden die Erntebedingungen, die Erntequalität sowie die Silierung über den Nahrungswert einer Sorte. Frühreif: Unter den frühen Maissorten bleibt «Coxximo» mit seinen hervorragenden Trockensubstanz (TS)-Erträgen ein Favorit. Auch sein Körnerertrag liegt sehr hoch. «Pralinia» von der Delley Samen und Pflanzen AG (DSP) wurde 2008 in der empfohlenen Sortenliste eingetragen. Sie bringt in der mittelfrühen Gruppe als Silo- wie auch als Körnermais beste Resultate. «FabreUFA-REVUE · 2 2010

gas» bestätigte 2009 die guten Resultate von 2008. Neu ist «Ampezzo», der aufgrund der Versuche 2009 und 2008 der Forschungsanstalt Agroscope über den besten Gesamtindex verfügt. Mittelfrüh: «Ciclixx» und «LG 32.52 HDi» liefern regelmässig die höchsten TS-Erträge in der Gruppe der mittelfrühen Sorten. Leicht besser schneidet «LG 32.20» beim Ertrag an verdaulicher organischer Substanz (VOS) pro Hektare ab. Auch sein Körnerertrag liegt sehr hoch. «LG 32.20» trägt das «HSV®»Zeichen für einen hohen Stärkegehalt und eine gute Stärkequalität. Der neu auch als Silomais angebotene «Ricardi-

nio» hat seine Stärken in den letztjährigen Versuchen bestätigt. Denselben Gesamtindex wie «Ricardinio» erreicht die neue Sorte «LG 30.218», welche von allen mittelfrühen Sorten über die höchste VOS verfügt. Mittelspät: Der durchschnittliche TS-Ertrag in der Gruppe der mittelspäten Sorten liegt sehr hoch. Zwischen den Sorten «Marcello», «Ronaldinio» und «PR39T45» besteht nur ein ganz kleiner Unterschied. «DK 287» hat seine grosse Stärke in Bezug auf die Verlässlichkeit seines Ertragsniveaus an allen Standorten, wo er getestet wurde, erneut unter Beweis gestellt. 䡵

Autor Jean-Paul Krattiger, UFA-Samen, 1400 Yverdon Weitere Informationen über alle angebotenen Sorten finden Sie im UFA-Feldsamenkatalog 2010, im UFAVersuchsbericht 2009 und unter www.ufasamen.ch

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SO GELINGT DER MAISANBAU SONDERTHEMA

Bringt’s die Unterfussdüngung? MAIS WÄCHST SCHNELL und benötigt darum eine besonders gezielte Düngung. Die nachhaltige Versorgung mit Stickstoff und Phosphor ist entscheidend, um einen hohen Ertrag und eine gute Qualität zu erzielen. Bei kühler Frühlingswitterung bietet die Unterfussdüngung zur Saat einige Vorteile.

Roland Walder

Walter von Flüe

Der Mais als eine der wichtigsten Kulturpflanzen der Landwirtschaft unterscheidet sich hinsichtlich des zeitlichen Verlaufs der Nährstoffaufnahme und der Ertragsbildung wesentlich von anderen Getreidearten. Nach der langsamen Jugendentwicklung setzt eine Periode besonders intensiven Massenwachstums ein. Daher nimmt die Düngung einen besonderen Stellenwert in Bezug auf Menge, Verfügbarkeit und Platzierung pflanzenverfügbarer Nährstoffe ein. Die lange Vegetationszeit des Maises – bis weit in

den Herbst – ermöglicht es, dass jede Form organischer Dünger gut verwertet und die natürliche Mineralisation im Boden ausgenutzt wird.

Stickstoff in zwei Gaben Bis zum Sechsblatt-Stadium hat die Maispflanze einen eher geringen Bedarf an Nährstoffen. Die dennoch benötigten Nährstoffe sollten in einer für die Pflanzen schnell verfügbaren Form ausgebracht werden (bessere Wurzelentwicklung). Nach dem Sechsblatt-Stadium verläuft das Wachstum der Pflanzen Die Unterfussdüngung begünstigt eine besonders gute Jugendentwicklung. Bild: agrarfoto.com

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sehr rasant. Somit ist auch der Nährstoffbedarf zwischen 10 bis 15 Tagen vor der Blüte und zirka 25 bis 30 Tagen nach der Blüte am höchsten. In diesem Zeitraum werden rund 70 bis 80 % des gesamten Bedarfs aufgenommen. Den Stickstoff benötigt die Maispflanze vor allem für das vegetative Wachstum, also für die Ausbildung eines kräftigen Stängels und breiter Blätter (grosse Assimilationsleistung) – beides Voraussetzung für einen hohen Ertrag sowie eine gute Qualität. Der Mais hat einen Stickstoffbedarf von rund 110 kg N/ha. Diese Menge wird am besten in zwei Düngegaben aufgeteilt: Einen Drittel zur Saat (bevorzugt in Ammoniumform), zwei Drittel im Vier- bis Sechsblatt-Stadium. Die zweite Gabe wird idealerweise mit Harnstoff granuliert ausgebracht, da die langsame Wirkung der Amidform mit dem Bedarf und der Aufnahmezeit des Maises gut übereinstimmt. Weil die Nitrifikation nur bei warmem Boden, das heisst bei wüchsigem Wetter erfolgt, ist auch die Auswaschungsgefahr sehr klein. Harnstoff verursacht kaum Verbrennungen, wenn er vor Niederschlägen auf abgetrocknete Bestände breit oder zur Reihe gestreut wird. In trockenen Gebieten kann der Stickstoff auch in einer Gabe zur Saat eingearbeitet werden. Die Höhe der Stickstoffgabe lässt sich anhand folgender Kriterien abschätzen: • Pflanzenverfügbarer N-Vorrat im Boden. • N-Nachlieferung aus dem Boden, vor allem durch die Mineralisierung. • Zu erwartende Ertragsleistung. • Standort und sortenspezifische Anforderungen. 2 2010 · UFA-REVUE


SO GELINGT DER MAISANBAU SONDERTHEMA Phosphor zur Jugendentwicklung Phosphat (P2O5) nimmt auf viel-

Grafik: Verfügbarkeit von Stickstoff für die Maispflanze

fältige Weise am pflanzlichen Stoffwechsel teil. Eine besonders wichtige Funktion kommt dem Phosphat als Energieträger in der Maispflanze in ihrer Anfangsentwicklung zu. Dies gilt vor allem in Grenzlagen des Maisanbaus sowie auf langsam erwärmenden Böden oder bei Kältestress. Neben der Anfangsentwicklung fördert Phosphat die Blüte- und Fruchtbildung sowie die Stärkeeinlagerung in das Korn. Der Bedarf an Phosphat liegt gemäss den neuen Düngungsnormen (GRUDAF 2009) bei zirka 80 kg/ha, wobei in der Jugendentwicklung von der vierten bis zehnten Wachstumswoche ein hoher Anteil schnell verfügbarer Phosphor (wasserlöslich) vorhanden sein muss. Dies kann durch die vielerorts bereits praktizierte Unterfussdüngung oder durch Einarbeiten (breit) am besten sichergestellt werden.

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Direkt zur Saat

Bei der Unterfussdüngung werden Stickstoff und Phosphordünger direkt zur Saat mit einem zusätzlichen Aggregat zirka 5 cm neben und unter dem Saatkorn abgelegt. Dem wärmeliebenden Mais kommt eine Düngung zur Saat vor allem bei kühlen Frühlingswitterungsbedingungen zugute. Kälte führt zu schlechtem Wurzelwachstum und damit zu einer ungenügenden Nährstoffaufnahme, vor allem von Phosphat. Die Unterfussdüngung bringt pflanzenverfügbaren Stickstoff und Phosphor direkt zur Wurzel und verbessert so die Nährstoffaufnahme. Zusätzlich wird das Wurzelwachstum durch die hohe Nährstoffkonzentration im Düngeband angeregt. Die Phosphornachlieferung beziehungsweise die Verfügbarkeit aus den Bodenvorräten, welche bei kühlen Temperaturen stark eingeschränkt ist, kann so wieder gesichert werden. Für den Landwirt hat die Wahl des richtigen Phosphordüngers eine hohe Bedeutung, sind doch viele Betriebe in der Phosphorbilanz mit dem Tierbestand am Limit. Aber auch kleine Mengen an wasserlöslichem Phosphor bringen in gut versorgten Böden ein sehr positives Resultat. Damit der Lohnunternehmer auf die verschiedenen Bedürfnisse seiner Kund-

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kg N / ha 16 14 12 10 8 6 4 2 0 13

15

Blattentwicklung

17

34 Schossen

53

63

71

83

89

Rispenschieben

Blüte

Fruchtbildung

Reife

Absterben

Stadium Bedarf (Aufnahme) von Stickstoff durch die Maispflanze. Verfügbarkeit und Wirkung von Nitratstickstoff (NS): Kalksalpeter. Verfügbarkeit und Wirkung von Nitrat- und Ammoniakstickstoff (NS/NA): Ammonsalpeter. Verfügbarkeit und Wirkung von Amidstickstoff (NU): Harnstoff granuliert. Verfügbarkeit und Wirkung von Amid- und Ammoniakstickstoff (NU/NA): Sulfamid.

schaft eingehen kann, hat die Landor zwei Dünger entwickelt. Je nach Betrieb wird zwischen 1 bis 2 kg/a «No-Till» zur Saat gedüngt. Wenn der Mais das Vierbis Sechsblatt-Stadium erreicht hat, wird der restliche Bedarf an Stickstoff mit Harnstoff granuliert verabreicht.

Kali darf nicht fehlen

Eine genügende Kaliversorgung ist unentbehrlich für die Bildung von Stärke und Zucker im Maiskorn, erhöht die Standfestigkeit sowie die Widerstandfähigkeit gegen Stängelfäule und begünstigt die Kolbenausbildung. Mais hat einen sehr hohen Kalibedarf von 170 bis 250 kg/ha. Dieser kann auch durch Hofdünger (Gülle oder Mist) abgedeckt werden.

Magnesiumhaltige Stickstoffdünger 15 bis 20 kg/ha Magnesium benötigt der Mais als Baustein der Blattgrünbildung (bessere Assimilisation) und als Unterstützung gegen Trockenstress. Magnesium ist in den Maisdüngern, aber auch im Hofdünger enthalten. Zur Ergänzung können magnesiumhaltige Stickstoffdünger zur Saat oder Kieserit (16 % Magnesium und Schwefel) eingesetzt werden.

Spurenelemente

übers

Blatt

Bei den Spurenelementen ist vor allem auf eine gute Bor-, Mangan- und Zink-

versorgung zu achten. Gerade bei nasskalten Perioden im Frühling, in Moorböden oder bei hohen pH-Werten gebührt den Spurenelementen besondere Aufmerksamkeit. Sinnvollerweise werden solche Produkte gezielt als Einzelnährstoff-Blattdünger (z. B. Zintrac, Mantrac, Bortrac) oder als Cocktail (z. B. Patastar) appliziert. Vorteil dieser Mittel ist die Formulierung, die eine gute, rasche Aufnahmefähigkeit durch die Blätter gewährleistet und ein Abwaschen durch Regen oder Tau verhindert. Das Element Bor unterstützt die Kolbenausbildung und ist in Produkten wie «Polyvalent» und «No-Till» vorhanden. 䡵

Autoren Roland Walder und Walter von Flüe arbeiten als Düngeberater bei der Landor. Produkte der Landor •Polyvalent 5.10.28 +2 Mg + S + B •DAP 18.46.0 •Landor No-Till 19.30.0 +3 Mg + S + B •Landor No-Till 23.23.0 + 1.3 Mg •Harnstoff 46 % •Ammonsalpeter 27 % +2.5 Mg Weitere Infos erhalten Sie via GratisBeratungstelefon 0800 80 99 60, www.landor.ch oder info@landor.ch

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SO GELINGT DER MAISANBAU SONDERTHEMA

Vielversprechende Resultate REDUZIERTE BODENBEARBEITUNG Wegen dem Verbot von Herbiziden lässt sich eine Direktsaat im Bio-Anbau kaum gewinnbringend umsetzen. Bessere Chancen hat die reduzierte Bodenbearbeitung. Seit 2003 untersucht das Forschungsinstitut für biologischen Landbau unter anderem beim Mais, wie diese gegenüber dem Pflugeinsatz abschneidet und welchen Einfluss die Düngungsstrategie hat.

Reduzierte Bodenbearbeitung: Tief lockernd mit Grubber …

Das Potenzial der reduzierten Bodenbearbeitung, beispielsweise mit Stoppelhobel oder Grubber an Stelle des Pfluges, ist gross. Sie ermöglicht eine Humusanreicherung im Oberboden, eine höhere biologische Aktivität, mehr Regenwürmer, stabilere Krümel, eine höhere Wasserdurchlässigkeit, weniger Erosion und eine Kosten- und Energieeinsparung. Herausforderungen sind Durchwuchs nach Kleegras, mehrjährige Unkräuter, die spätere N-Mineralisierung wegen langsamerer Erwärmung im Frühjahr sowie bodenbürtige Schaderreger und solche, die auf Stoppelresten überdauern. In Frick analysiert das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) seit sieben Jahren die Vor- und Nachteile der reduzierten Bodenbearbeitung. Folgende Methoden werden der Pflugvariante gegenübergestellt: flach wendend mit Stoppelhobel (5 cm tief) und gelegentliches Lockern mit dem Grub-

ber (2x in sechs Jahren 15 cm tief). Die Fruchtfolge im Langzeitversuch ist Mais, Winterweizen, Sonnenblume, Dinkel, Kleegras. Neben der reduzierten Bodenbearbeitung werden der Hofdüngereinsatz sowie der Nutzen von biodynamischen Präparaten unter die Lupe genommen.

Mehr Humus und Mikroorganismen Es zeigt sich, dass der Humusgehalt, mit reduzierter Bodenbearbeitung zwischen 2002 und 2008 in 0 bis 10 cm Bodentiefe um 17 % höher lag als mit Pflug. In einer Bodentiefe von 10 bis 20 cm gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Verfahren. Im Schnitt wiesen die reduziert bearbeiteten Felder 37 % mehr mikrobielle Biomasse auf. Der Einsatz von biodynamischen Präparaten führte zu geringen Veränderungen in den gemessenen Bodeneigenschaften. Kein Unterschied liess sich

zwischen dem Einsatz von Vollgülle oder der Kombination von Mistkompost und Gülle erkennen.

Trotz Unkraut mehr Ertrag

Obwohl 2008 auf den Maisflächen mit reduzierter Bodenbearbeitung mehr Unkraut wuchs, lag der Ertrag 35 % über der Pflugvariante. Beim Winterweizen gab es einmal einen Minderertrag von 14 % (2003), einmal ein Plus von 22 % (2009) und bei den Sonnenblumen betrug der Mehrertrag zu Gunsten der reduzierten Bodenbearbeitung 5 % (2004). Einen Minderertrag gegenüber dem Pflugeinsatz verzeichnete der Winterdinkel (8 %, 2005). Beim Kleegras betrug der Unterschied zu Gunsten der reduzierten Bodenbearbeitung 23 % (2007) bis 29 % (2006). Im Mittel waren die Erträge mit reduzierter Bodenbearbeitung um 13 % höher. Die Unterschiede zugunsten der reduzierten Bodenbearbeitung in den letzten Jahren sind auf dichtere Bestände zurückzuführen, bedingt durch eine bessere Bodenstruktur und den höheren Humusgehalt.

Düngung mit grossem Einfluss In Muri (AG) und Aesch (BL) werden nun Parzellenversuche angelegt, die begeleitet sind durch Streifenversuche auf neun verschiedenen Betrieben in der Nordwestschweiz, im Kanton Bern und in der Westschweiz, um die Erfahrungen mit der reduzierten Bodenbearbeitung breiter abzustützen. Mais, Winterackerbohnen, Winterweizen und Kleegras ist die Fruchtfolge. Die Auswertung des Silomais-Anbaus 2009 in Muri bestätigen, dass die reduzierte Bodenbearbeitung zu einem massiven Unkrautbesatz während der gesamten Vegetationsdauer 48

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SO GELINGT DER MAISANBAU SONDERTHEMA

KURZMELDUNGEN Maistag am Strickhof Am 5. Februar 2010 organisiert UFASamen wieder den beliebten Maistag am Strickhof Lindau (ZH). Das Programm umfasst unter anderem die Vor- und Nachteile der neuen Maissorten sowie die neuen Grundlagen für die Düngung im Acker- und Fütterbau (GRUDAF), welche Grossviehmast- oder gemischte Betriebe mit viel Silomaisanbau besonders betreffen.

Maistag am Inforama Rütti

… oder flach wendend mit Stoppelhobel.

führt, wobei eine zusätzliche Düngung den Unkrautdruck noch erhöht. Nach der Blüte hatte die Düngung keinen statistisch signifikanten Einfluss mehr auf die Unkrautbedeckung, dafür gab es in dieser Phase bedeutende Sortenunterschiede. Unter dem Strich beeinflusste die reduzierte Bodenbearbeitung den Silomais-Trockensubstanzertrag (TS-Ertrag) leicht negativ. Dagegen steigerte die Düngung den TS-Ertrag signifikant. Er variierte zwischen 14 t auf ungedüngten Parzellen bis 18.3 t TS/ha bei NPK-Gaben von 85 kg N, 40 kg P2O5 und 110 kg K20 pro Hektare. Güllegaben mit 85 kg beziehungsweise 170 kg Total-N erreichten Erträge von 16.2 t beziehungsweise 16.7 t TS pro Hektare. Mit der reduzierten Bodenbearbeitung traten an den Silomaiswurzeln besonders in 1 bis 10 cm Bodentiefe mehr Mykorrhizapilze auf als mit Pflug. Auch in 10 bis 20 cm Tiefe liess sich ein Effekt, wenn auch ein kleinerer, zu Gunsten der reduzierten Bodenbearbeitung feststellen. Wie erwartet wurden die Mykorrhizapilze durch Düngung reduziert. Die verschiedenen Silomaissorten hatten ebenfalls einen Einfluss auf das Mykorrhizavorkommen.

Sorten reagieren unterschiedlich Nach einer vorläufigen Auswertung reagierten die Silomaissorten in Muri äusserst unterschiedlich auf die UFA-REVUE · 2 2010

Düngung und Bodenbearbeitung. In der Pflugvariante fiel der Düngungseinfluss generell weniger stark aus, wohl wegen der stärkeren Durchlüftung des Bodens und der dadurch besseren Mineralisierung des bodenbürtigen Stickstoffs.

Empfehlungen Für definitive Aussagen über den Effekt der reduzierten Bodenbearbeitung müssen noch Untersuchungen auf weiteren Standorten abgewartet werden. Bio-Landwirte, welche die reduzierte Bodenbearbeitung testen möchten, beginnen am besten immer zuerst auf kleinen Flächen, um das Risiko zu mindern. Das Risiko hält sich auch in Grenzen, wenn vorerst mit konkurrenzstarken Kulturen wie Getreide begonnen wird. Dauergrünland sollte auf jeden Fall bereits im frühen Herbst umgebrochen werden und zwischen der Bearbeitung und der Neuansaat sollte die Grasnarbe gut austrocknen können. 䡵

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 8401 Winterthur Dieser Artikel basiert auf dem Vortrag von Monika Messer, Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) am Infotag vom 7. Dezember 2009 am LBBZ Arenenberg.

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In Zusammenarbeit mit der fenaco organisiert das Inforama im Jahr 2010 zwei Veranstaltungen zum Thema Mais. Am 2. Juni 2010 findet eine halbtägige Flurbegehung zu den Aktualitäten im Feld statt. Der Hauptanlass ist dann am 15. September 2010. An diesem Tag werden folgende Aspekte thematisiert: Anbauverfahren (Pflug, Mulchsaat, Direktsaat, Streifenfrässaat), Pflanzenschutz, Maissorten, Saattermine und Saatdichte, Düngung, Fusarienproblematik, Fütterung (Schweine, Rindvieh), Maiskonservierung, Wirschaftlichkeitsüberlegungen sowie die Erntetechnik. Alle Veranstaltungen finden am Inforama Rütti in Zollikofen (BE) statt. Weitere Infos auf www.inforama2010.ch

Totalschaden wegen Krähen 2009 war ein Horrorjahr für manche BioMaisproduzenten. Während im konventionellen Anbau die Saatgutbeizung gegen Krähen eine gute Wirkung zeigt, gibt es im Bio-Anbau mehr Schwierigkeiten mit diesen schlauen Vögeln. Dabei hatte die Methode der Krähenrupfungen vorerst noch gut funktioniert, wie Hans Ramseier von der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft in Zollikofen bestätigt. Die Federn wurden jeweils auf dem Maisfeld in Kreisform verteilt, damit es aussah, wie wenn ein Habicht am Werk gewesen sei. Mit der Zeit durchschauten die Krähen diese List. Da ihnen die gebeizten Maiskörner auf konventionellen Feldern nicht schmecken, ernähren sie sich vermehrt auf Bio-Maisfeldern oder von Sonnenblumen- und Gemüsekernen.

Bio-Pflanzenschutzmittel gefragt Die wachsende Nachfrage nach Bio-Produkten lässt auch den Bedarf an biologischen Pflanzenschutzmitteln ansteigen. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan soll der wertmässige Umsatz mit Bio-Pflanzenschutzmitteln in Westeuropa und Nordamerika bis im Jahr 2015 von momentan 590 auf 1020 Mio. Dollar wachsen. Berücksichtigt wurden in der Studie sowohl mikrobielle Biopestizide und biochemische Pestizide als auch Nutzinsekten. 49


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SO GELINGT DER MAISANBAU SONDERTHEMA

GVO-Freiheit hat ihren Preis IMPORT VON MAISPRODUKTEN Während Konsumenten und Landwirte in der Schweiz gegenüber der Gentechnik skeptisch eingestellt sind, nimmt der Anbau von gentechnisch veränderten Kulturpflanzen, besonders auch von Mais, weltweit zu. Langsam, aber sicher stellt sich die Frage, ob die Versorgung mit GVO-freien Maisprodukten noch gesichert ist.

In Bezug auf die Anbaufläche gentechnisch veränderter Pflanzen (GVO) liegt Mais mit rund 35 Mio. Hektaren und einem Anteil von etwa 23 % an der Weltproduktion nach Soja an zweiter Stelle. Seit seiner Premiere vor 14 Jahren in den USA, hat der GVO-Anbau stetig zugenommen. Während sich der Anteil an GVO-Mais in den USA auf über 80% beläuft, werden in der EU auf etwas mehr als 110 000 ha solche Maissorten produziert. Die sieben GVO-Mais anbauenden EU-Länder sind Spanien, Tschechien, Rumänien, Portugal, Polen und die Slowakei. Frankreich hat auf politischen Druck ein temporäres Anbauverbot verhängt, nachdem es punkto GVO-Maisfläche nach Spanien europaweit an zweiter Stelle gelegen hatte. Beim Mais sind es momentan die Herbizidtoleranz sowie die Resistenz gegen den Maiszünsler und Maiswurzelbohrer, die für die Saat von GVO-Sorten sprechen.

Komplexe Sache Aber von manchen Seiten werden die Vorteile der Gentechnik massiv in Frage gestellt. Beispielsweise hat sich in einer Studie der französischen Universitäten Caen und Rouen gezeigt, dass die drei gentechnisch veränderten Maissorten MON810, MON863 und NK603 von Monsanto bei der Verfütterung an Ratten zu einer signifikanten Veränderung der Blutwerte in Leber und Nieren führen. Von der EU verlangt Greenpeace deshalb ein Importverbot und einen Anbaustopp für die betroffenen Maissorten. Kritisch wird die Gentechnik auch in der Schweiz beurteilt. Dem Zwischenbericht aus dem Schweizer Forschungsprogramm NFP59, das nach UFA-REVUE · 2 2010

dem Moratorium für den Anbau von GVO-Kulturpflanzen im Jahr 2007 gestartet worden war und 29 Projekte beinhaltet, lässt sich entnehmen, dass nur ein Viertel der Konsumenten GVO-Lebensmittel konsumieren möchte, während etwa ein Drittel der Landwirte dem GVO-Anbau grundsätzlich positiv gegenübersteht. Doch mit dem zunehmenden GVOAnbau wird die Versorgung mit GVOfreier Ware immer anspruchsvoller. So hat die EU-Kommission kürzlich den Import von GVO-Maissorten genehmigt, um die Sojaeinfuhren zu sichern. Weil in der EU eine Nulltoleranz gegenüber nicht zugelassenen GVO gilt und sich aus früheren Schiffsladungen GVO-Spuren nachweisen liessen, hatten Händler aus Angst vor minimalen Verunreinigungen vorläufig auf den Import aus den USA verzichtet.

Wahlfreiheit?

Im Maisbereich gehören Maisstärke und Maisglukose zu den importierten Produkten, die in der Schweiz für die Herstellung von Lebensmitteln benötigt werden. Die hiesige Lebensmittelverordnung schreibt vor, dass ein Nahrungsmittel als «gentechnisch oder genetisch verändert» deklariert werden muss, wenn es mehr als 0.9 % GVO-Anteil enthält. Damit soll die Wahlfreiheit für die Konsumenten gewährleistet werden. Eine solche Deklarationslimite wurde eingeführt, da sich bei Ernte, Transport oder Verarbeitung unbeabsichtigte Vermischungen von herkömmlichen mit GVO-Produkten nicht restlos vermeiden lassen. Körnermais und Maisstärke aus den Nachbarländern erfüllen die Forderung nach maximal 0.9 % GVO-Anteil laut Paul

Klemenz von der fenaco problemlos, wobei die Kontrollaufwendungen beträchtlich seien (siehe Kasten). Allerdings gestaltet sich die Abgrenzung von GVO-haltiger und «normaler» Ware nicht immer einfach. Beispielsweise werden Bakterien, Pilze und He-

Kontrollanforderungen nehmen zu In den USA sind gegen 30 gentechnisch veränderte Maissorten sowohl für den Anbau als auch zur Fütterung zugelassen. In der EU sind es vielleicht ein halbes Dutzend und in der Schweiz im Prinzip deren drei, wobei die Zulassungen in Europa meistens nur die Verfütterung, nicht aber den Anbau betreffen. Diese spezielle Situation erfordert beim Import von Mais und Maisprodukten spezielle Massnahmen. Bei der fenaco gelten daher minutiöse Arbeitsanweisungen, wann welche Kontrollmechanismen in Kraft treten: Produkte aus den USA sind nur bei ernsten Versorgungsengpässen erlaubt und nur nach Vorliegen einer eventspezifischen GVO-Analyse, die mindestens die zwölf wichtigsten GVO-Sorten abdeckt. Eine weitere Herausforderung stellt in diesem Fall die Interpretation der Analysenresultate dar. Nur wenn zweifelsfrei feststeht, dass die Ware der schweizerischen Gesetzgebung entspricht, wird importiert. Produkte aus der EU sind etwas einfacher zu handhaben. Hier genügt meistens ein GVO-Screening der wichtigsten bekannten Marker-Gene (35S und NOS), um das Vorhandensein von GVO ausschliessen zu können. Auch hier gilt, nur wenn zweifelsfrei feststeht, dass die Ware der hiesigen Gesetzgebung entspricht, wird importiert. Produkte aus China (z.B. Maiskleber) sind bis heute praktisch immer GVO-frei und können demzufolge problemlos verfüttert werden. Aber auch diese Produkte durchlaufen zwei Sicherheitsstufen, nämlich eine Analyse beim Seeschiff und eine weitere beim Rheinschiff. Produkte aus der Schweiz sind, dank Anbaumoratorium, in der tiefsten Kontrollstufe und werden nur ein- bis zweimal pro Jahr untersucht. Ohne Zweifel werden die Kontrollanforderungen zunehmen. So genannte gestackte Produkte (pro Pflanze mehr als eine gentechnische Veränderung) sind in den USA bald die Regel. Diese Situation erfordert ein genaues Beobachten der EUGesetzgebung und letztlich auch eine gute und konstruktive Zusammenarbeit mit unseren eigenen Behörden. Paul Klemenz, Leiter Futterproteine bei fenaco-GOF 51


SO GELINGT DER MAISANBAU SONDERTHEMA fen heute mit gentechnischen Verfahren so umgebaut, dass sie kostengünstig bestimmte Substanzen produzieren, die

Schweiz ist der EU voraus fenaco ist Mitglied beim Branchenverband Swiss-Seed. Dieser erreichte vor zehn Jahren bei den zuständigen Behörden, dass die Schweiz als eines der ersten Länder weltweit einen Grenzwert für unbeabsichtigte Verunreinigung mit GVO im Saatgut von 0.5 % eingeführt hat. Die EU hat immer noch keinen Grenzwert. Wird die Verunreinigung vor der Aussaat festgestellt, ist der Saatgutverkauf verboten. Es gilt also NullToleranz. Die 0.5 % kommen nur zum Tragen, wenn der Posten bereits ausgesät ist: Ist die Verunreinigung unter 0.5 %, muss der Bestand nicht umgepflügt werden. Die Saatgutfirmen mussten sich für ein rigoroses Qualitätssicherungskonzept verpflichten. Dieses hat bisher hervorragend funktioniert. So muss jedes Import-Lot der am meisten betroffenen Arten Mais, Soja, Futterrüben, Raps, Tomaten und Zichorien dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) gemeldet werden, das innert 24 Stunden entscheidet, ob eine amtliche Stichprobe gezogen wird. Im Frühling 2009 wurde festgestellt, dass vor allem aus der Vermehrung in Chile verunreinigte Proben angefallen sind, die Qualitätskonzepte aber funktioniert haben. Albert Gysin, Leiter Saatgutbereich bei UFA-Samen und Geschäftsführer von Swiss-Seed

als Zusatz- und Hilfsstoffe in der Lebensmittelwirtschaft verwendet werden. Weit verbreitet ist auch der Einsatz gentechnisch veränderter Mikroorganismen bei der Herstellung von Enzymen, etwa zur Zerlegung von Maisstärke in ihre Zuckergrundbausteine. Aus diesem Prozess gehen Lebensmittelzutaten wie Traubenzucker, Glukosesirup oder verschiedene Zuckeraustauschstoffe hervor.

Zu Gunsten der Labelproduktion Während der GVO-Anbau in der Schweiz verboten ist, haben in der EU nur ein bis zwei GVO-Maissorten die Aussaatbewilligung erhalten. Länder wie Österreich oder Ungarn nutzen jedoch die Möglichkeit im europäischen Gentechnikgesetz, den Anbau zu untersagen. Hingegen steht in der EU – genehmigte Sorten und entsprechende Kennzeichnung vorausgesetzt – der Fütterung von GVO-Mais nichts im Wege. In der Schweiz gilt eigentlich dieselbe Regelung wie in der EU, nur füttert man

hier zu Lande wegen dem hohen Anteil an Labelprodukten freiwillig GVO-frei. Bei Futtermitteln beträgt die Limite für die GVO-Kontamination beim Import wie bei den Lebensmitteln 0.9 %. Die schweizerische Futtermittelbehörde führt regelmässig Kontrollen an der Grenze durch und überwacht die inländischen Futtermittelhersteller und Händler. Maispflanzenwürfel (rund 13 000 t pro Jahr, abnehmend) und Körnermais (stark schwankend von 40 000 bis 160 000 t) kommen zu Futterzwecken vorwiegend aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien und Ungarn – also aus Ländern, wo der GVO-Anbau noch wenig Fuss gefasst hat.

Wie lange noch aus China?

Einen wichtigen Anteil im Futterbereich macht jedoch der Import von jährlich rund 50 000 t Maiskleber aus. Maiskleber ist ein Nebenprodukt der Maisverarbeitungsindustrie mit rund 60 % Rohprotein und für die Milchvieh- (hohe

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SO GELINGT DER MAISANBAU SONDERTHEMA

Der Kreis der Länder, die GVO-freie Ware produzieren, wird immer kleiner. Bild: transgen.de

Eiweissbeständigkeit im Pansen) und Geflügelfütterung (hohe Energie-, Methionin- und Xanthophyllpigment-Gehalte) sehr beliebt. Hier zu Lande gibt es keine entsprechenden Brennerei- und Stärkeproduktionsindustrien. Ware aus der EU würde die Limite an 0.9 % GVOKontamination unterschreiten, kostet aber viel. Mit rund 80 % der Maiskleberimporte ist darum China der Hauptlieferant. Zur Zeit gilt in China ein Verbot für den GVO-Maisanbau. Jedoch wurde kürzlich eine GVOSorte bewilligt, die 2011 oder 2012 in den Anbau gelangen könnte. In Europa ist eine Zulassung dieser Sorte, so Paul Klemenz, äusserst unwahrscheinlich, so dass selbst kleinste Kontaminationen einen Import verhindern werden. Der Maiskleber müsste dann wieder vermehrt aus anderen Ländern kommen. Ob das zu denselben preislichen Bedingungen machbar wird, ist fraglich. Zum weiteren Kreis der Länder, die aktuell Maiskleber nach der Schweiz exportieren, gehören unter anderem Frankreich, Österreich, Italien und Deutschland. Alternative Proteinträger, die keine Leistungseinbussen zur Folge haben, sind in ausreiUFA-REVUE · 2 2010

chenden Mengen schwer zu finden. Auch beim Saatgut, wo der GVOSchwellenwert für bereits gesäte Pflanzen bei 0.5 % liegt, verengt sich der Kreis der Lieferländer. Wie bei den Lebens- und Futtermitteln werden umfassende Massnahmen getroffen, um diesen Schwellenwert einhalten zu können (siehe Kasten).

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Fazit Obwohl der GVO-Maisanbau global zunimmt, ist der Import von GVO-freien Produkten momentan gesichert. Aber der Kontrollaufwand der Importeure hat seine Kosten. Auch der enger werdende Kreis valabler Exportländer kann den Preis für die GVO-Freiheit noch steigern. Die skeptische Konsumentenstimmung erlaubt zur Zeit keinen anderen Weg. Dies obwohl GVO-frei aufgrund der schwierigen Abgrenzung nicht mehr wirklich GVO-frei bedeutet. 䡵

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 8401 Winterthur Unter www.fenaco-gof.ch (Downloads) sind die Zertifikate und Dokumente einsehbar, welche die umfassenden Massnahmen für den Import von GVO-freier Ware belegen.

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Lässt der Klimawandel die Schädlinge zweimal fliegen? DIE BIVOLTINEN MAISZÜNSLER sind mittlerweile vereinzelt auch in der Schweiz angekommen. Von verschiedenen Seiten wird daher die richtige Bekämpfungsstrategie diskutiert. Unkenntnis oder biologische Kompetenz?

Regina Burger

Im Jahr 2009 ist in Deutschland mit dem Trichogramma-Einsatz gegen den Maiszünsler in einem knapp 3000 ha grossen Saatmais-Anbaugebiet ein beachtlicher Erfolg errungen worden. Eine starke Population von Maiszünslern, die in ungewöhnlicher Weise zwei Generationen pro Jahr (bivoltin) vollzog, hatte dort den Landwirten seit 2006 vorher nicht gekannte Probleme beschert. Im Vergleich zu den drei Vorjahren führte 2009 eine neue, vom Kompetenzzentrum Nützlinge der fenaco entwickelte Strategie des Trichogramma-Einsatzes zur starken Schadensminderung. Nach der Maisernte im vergangenen Herbst zeigten sich sowohl die Saatgutproduzenten als auch die amtlichen Dienste (Regierungspräsidium Freiburg und Vertreter des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums Stuttgart/Karlsruhe) mit der neuen Bekämpfungsstrategie höchst zufrieden.

Bereits im Mai

Nach bisherigen Kenntnissen lebt der Maiszünsler in der Schweiz nur während einer Generation (univoltin). Das bedeutet: Aus den überwinternden Larven entwickeln sich im Mai die Puppen, aus denen um den 15. Juni die Falter schlüpfen. Der Falterflug mit Eiablage dauert bis zirka An-

Grafik: Univoltine und bivoltine Zünsler Bivoltin Flug + Eiablage 2. Generation

Bivoltin Flug + Eiablage 1. Generation Univoltin Flug + Eiablage 25.5 54

15.6.

28.6.

23.7.

3.8.

15.9.

Mittels Pheromonfallen wird die Verbreitung der bivoltinen Maiszünsler im Auge behalten.

fang August. Anders bei den jetzt neu auftretenden bivoltinen Maiszünslern: Hier schlüpfen die ersten Falter bereits etwa drei Wochen früher, also um den 20. Mai. Sie legen Eier, bilden Larven und Puppen, aus welchen jetzt noch einmal Falter schlüpfen und erneut Eier ablegen (Grafik). In Saatmaisgebieten – das sind temperaturbegünstigte Lagen, wo verschiedene Entwicklungsstadien des Maises zur gleichen Zeit nebeneinander stehen – scheinen sich die bivoltinen Zünsler deshalb kräftiger und zahlreicher zu vermehren.

Nur wenige Gebiete betroffen Momentan sind sich die Fachleute in der Schweiz einig: Die bivoltinen Maiszünsler in einer bekämpfungsnotwendigen Grössenordnung gibt es nur auf einer seenahen, zehn Hektar grossen Saatmaisfläche bei Gland, im La Côte, Kanton Waadt. Einzelne bivoltine Zünslerexemplare, die in der Nähe des Genfersees, ebenfalls im Kanton Waadt, gefunden wurden, führten zwar zu heftigen Diskussionen, aber nicht zu nennenswerten Schäden an der Maiskultur. 2 2010 · UFA-REVUE


SO GELINGT DER MAISANBAU SONDERTHEMA

Beobachtung

intensiviert

Warum aber diese Hysterie, wenn doch die Vertreter der kantonalen Pflanzenschutzstellen ihre Maiszünsler-Befallssituation kennen? Amtliche Dienste, die Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil und auch das Kompetenzzentrum Nützlinge wollen ein realistisches Bild des Vorkommens von bivoltinen Maiszünslern aufzeigen. Bereits im Jahr 2009 erhöhten die Beteiligten die Anzahl der Beobachtungspunkte deutlich und in der neuen Saison werden weitere Pheromonfallen, die selektiv Maiszünsler fangen, an zusätzlichen Standorten installiert. Damit verdichtet sich das länderübergreifende Maiszünsler-Monitoring und die Aussagekraft der Resultate für die Anwenderpraxis wächst stetig!

Trichogrammen wirken Nur auf den 10 ha in Gland muss im Jahr 2010 die Trichogramma-Einsatzstrategie geändert werden. Für die restlichen Gebiete gilt wie seither: In Lagen mit bekannt hohen Maiszünslerdichten (über 40 befallene Pflanzen pro 100 Pflanzen im Vorjahr) müssen Trichogrammen in den üblichen, zweimaligen Freilassungen (Trichobox oder TrichocapKapseln) angewendet werden. In schwachen bis mittleren BefallsgeUFA-REVUE · 2 2010

In den allermeisten Fällen werden es Schweizer Maisproduzenten auch in der kommenden Kampagne mit dem bekannten univoltinen Zünsler zu tun haben, der sich mit Trichogrammen wirkungsvoll bekämpfen lässt.

bieten bietet sich der Einsatz des innovativen Produktes «Trichocap plus» an, das durch eine verzögerte Schlupfwelle die nur einmalige Ausbringung ermöglicht und damit wertvolle Arbeitszeit spart. 䡵

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Autorin Regina Burger, LANDI Reba, 4053 Basel. Wirkungsweise der Trichogrammen Trichogrammen sind parasitisch lebende Insekten, deren Nachkommen sich von Zünslereiern ernähren. Dies bringt die Maisschädlinge zum Absterben und es erwachsen neue Schlupfwespen aus den zerstörten Eiern, die wiederum die gefürchteten Schädlinge parasitieren. Bestellung Informieren Sie sich bei der LANDI Reba. Trichogramma-Bestellungen können Sie bei der LANDI Reba (寿 061 338 40 40, www.landireba.ch) oder über Ihre LANDI vor Ort bis Ende März 2010 vornehmen.

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BIO-SEITE

KURZMELDUNGEN

Sonderschau Bio-Landbau

Gesucht Bio-Tierhalter

AN DER TIER & TECHNIK vom 25. bis 28. Februar 2010 in St. Gallen organisiert Bio-Suisse eine Sonderschau. UFA ist als Bio-Partner mit dabei und stellt den Tierhaltern ihr breites Produkte- und Dienstleistungsangebot für BioBetriebe vor.

Die Nachfrage nach Bio-Produkten ist ungebremst gross, das Angebot hingegen in vielen Bereichen knapp. Was es für eine Betriebsumstellung braucht, verdeutlicht die Sonderschau «Alternative: Bio-Landbau». Bio-Suisse zeigt mit Partnern aus Forschung, Beratung, Verarbeitung und Handel an der Tier & Technik vom 25. bis 28 Februar 2010 in St. Gallen in der Halle 1.1 auf,

für welche Betriebe sich eine Umstellung besonders lohnt und wo die Vorteile und Herausforderungen liegen.

Fachliche Information

An der Sonderschau erfahren interessierte Landwirte, welche wirtschaftlichen und anbautechnischen Unterschiede den Bio-Landbau ausmachen. Welche Produkte sind besonders gefragt? Wer sind die Partner im Bio-Markt? Welches die wichtigsten Verkaufskanäle? Was gilt es bei der Umstellung zu beachten?

Konstant hohe Preise und sicherer Absatz verspricht der Bio-Schweinemarkt. Aktuell sind Züchter gesucht. Aber auch in der Geflügelhaltung gibt es noch Möglichkeiten. Interessenten melden sich beim UFABeratungsdienst oder bei der Anicom.

Kein Laufstallobligatorium In der Bio-Verordnung ist darauf verzichtet worden, im Hinblick auf das einmal avisierte Laufstallobligatorium für Bio-Rindvieh eine Bestandesgrenze festzulegen. Damit gilt die Ausnahme vom Anbindeverbot neu für alle BioBetriebe, die Rindvieh halten.

Mischungen mit mehr Bio Ab diesem Jahr enthalten die ein- bis dreijährigen Futterbaumischungen statt 50 % einen Anteil von 60 % an Bio-Komponenten. Alte Mischungen dürfen noch aufgebraucht werden und sind bis Ende 2010 noch handelbar. 400er-Mischungen müssen wie bisher einen Bio-Anteil von mindestens 40% aufweisen. Für 2011 ist in den Futterbaumischungen keine Erhöhung des Bio-Anteils mehr vorgesehen.

Lenkungsabgabe Tierhaltungsspezialisten

Hanspeter Geisser vom UFA-Beratungsdienst Wil (r.) und Bio-Landwirt Melchior Stauffacher aus Nesslau (TG) besprechen das Optimierungspotenzial in der Fütterung. Dazu bietet auch die Tier & Technik viel Gelegenheit.

Neben Coop und weiteren Ausstellungspartnern ist auch UFA als Spezialist für Tierernährung dabei. Für Milchvieh, Schweine, Geflügel, Pferde, Kaninchen, Schafe, Ziegen und Fische bietet die UFA im Bio-Bereich ein umfassendes Angebot. Die Futter sind in der LANDI regional erhältlich. Im Bio-Futterwerk Hofmatt verarbeitet die UFA am meisten Schweizer Bio-Rohwaren und unterstützt damit den Schweizer Bio-Landbau. Die UFA-Berater sind ausgewiesene Tierhaltungsspezialisten und unterstützen den Bio-Tierhalter gerne bei Fütterungs-, Management- oder Vermarktungsfragen. UFA steht für erfolgreiche Bio-Tierhaltung. 䡵

Details zu den Bio-Futtern der UFA AG finden Sie unter www.ufa.ch. Mehr Informationen rund um die Tier & Technik gibt es auf www.tierundtechnik.ch.

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Auf konventionellen Pflanzkartoffeln und Erdbeersetzlingen erhebt Bio-Suisse neu eine Lenkungsabgabe. Damit soll ein Preisvorteil gegenüber jenen, die biologisches Vermehrungsmaterial erwerben, vermieden werden. Für den Zukauf von nichtbiologischem Vermehrungsmaterial braucht es eine Bewilligung vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau.

Kontrollen vereinfacht In Zukunft werden die Kontrollen für BioLandwirte vereinfacht. Die Firmen bio.inspecta, OIC und SQS wollen die Aufträge zur Kontrolle der über 90 Labels und Normen unter sich koordinieren. Nur noch bio.inspecta wird das Bio-Regelwerk in der Produktion kontrollieren, während die OIC die Bio-Richtlinien in der Verarbeitung und im Handel überprüft und die SQS nach wie vor die Nahrungsmittelsicherheits- und Qualitätsstandards beaufsichtigt. Landwirte können sich weiterhin an ihre Kontrollorganisation wenden. Bestätigt hat die Bio-Suisse ausserdem die Zulassung der Bio Test Agro AG für die Kontrolle und Zertifizierung von Verarbeitungs- und Handelsbetrieben mit höchstens 100 Stellenprozenten und einem Gesamtumsatz von maximal 4 Mio. Fr. nach den Richtlinien der Bio-Suisse. 2 2010 · UFA-REVUE


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KURZMELDUNGEN NUTZTIERE

Zuchtwerte neu gewichtet

Tier & Technik,

Bei den Schweinen hat auf dieses Jahr die Gewichtung der Teil- und Gesamtzuchtwerte etwas geändert. So wird bei den Zuchtkandidaten der Mutterlinien wie auch bei den Endprodukten der Vaterlinien die Gewichtung der Masttageszunahme (MTZ) hin zur Lebendtageszunahme (LTZ bzw. TZS) verschoben. Die Gewichtung vom Anteil wertvoller Fleischstücke (AwF) fällt bei beiden Mutterlinien nun etwas höher aus. Dasselbe gilt für den Tropfsaftverlust (DL) bei der Edelschwein-Vaterlinie sowie bei Duroc. Die Bedeutung der lebend geborenen Ferkel (LGF) nimmt bei den Mutterlinien

zu Gunsten der Ferkelaufzuchtsrate (FAR) ab. Punktuelle Veränderungen haben auch bei den Exterieurmerkmalen stattgefunden. Stärker gewichtet werden die Zitzen bei den Vaterlinien, die X-O bei den Mutterlinien, die Innenklauen bei Duroc, die Schleimbeutel bei Edelschweinen und Duroc sowie der Gang bei der Edelschwein-Vaterlinie und der Schweizer Landrasse. Bei Letzterer wird die Säbelbeinigkeit jetzt etwas mehr bestraft und die negative Gewichtung der Körperlänge wird deutlich verringert. Mehr dazu steht unter www.suisag.ch Daniel Kaufmann, Suisag

Mehr Fitness ohne Silo?

Stallbau-Wettbewerb

In einer Dissertation an der Universität für Bodenkultur in Wien (A), an der knapp 41 000 Kühe der Rassen Braunvieh, Fleckvieh und Holstein Friesian beteiligt waren, hatte die Silagefütterung beim Fleckvieh unter anderem einen statistisch signifikant höheren Zellgehalt in der Milch sowie eine längere Zwischenkalbezeit zur Folge als dies auf Nicht-Silobetrieben der Fall war. Bei den anderen Rassen liess sich dieser Effekt des Silofutters auch erkennen, allerdings schwächer.

Parallel einer aktuell in Deutschland laufenden nationalen Kampagne führen verschiedene Organisationen auch in der Schweiz einen Wettbewerb zu modernen Stallbaulösungen für Milchvieh durch. Besonders überzeugende und innovative Beispiele werden im Rahmen einer Preisverleihung anlässlich der EuroTier-Messe 2010 in Hannover vorgestellt und ausgezeichnet. Zusätzlich werden die ausgezeichneten Schweizer Projekte an der Tier & Technik 2011 in St. Gallen präsentiert. Der Wettbewerb ist in der Schweiz vom Bundesamt für Landwirtschaft mit insgesamt 10 000 Fr. Preisgeld dotiert. Gesucht werden zukunftsweisende landwirtschaftliche Kooperationen im Milchviehbereich, denen es durch einen neuen Stall oder einen Um- oder Anbau gelungen ist, sich und ihre Betriebe strukturell und finanziell fit für die Zukunft zu machen. Voraussetzung ist, dass das Projekt von einer Kooperation geplant und zwischen dem 30. September 2002 und dem 30. September 2009 umgesetzt wurde und nun zusammen mit den Kooperationspartnern gemeinsam bewirtschaftet wird. Einsendeschluss ist der Montag, 22. Februar 2010. Mehr Informationen und die Anmeldeunterlagen sind im Internet unter www.stallbauwettbewerb.ch zu finden.

Meyer AG und Schweizer AG fusionieren

25.– 28. Februar 2010 Während ihres zehnjährigen Bestehens hat sich die Tier & Technik als führende Schweizer Landwirtschafts-Fachmesse etabliert. Vom 25. bis 28. Februar 2010 ist es wieder soweit. Auf dem Olma-Gelände in St. Gallen warten hochkarätige Tierausstellungen, informative Sonderschauen und ein praxisorientiertes Rahmenprogramm auf die Tierhalter. Über 330 Aussteller präsentieren auf einer Fläche von rund 30 000 m2 ihre Highlights für eine fortschrittliche und wettbewerbsfähige Landwirtschaft. UFA

und Anicom stellen ihre Produkte und Dienstleistungen vor, darunter die innovative, pansenfreundliche Milchviehrations-Berechnung nach UFA W-FOS sowie den preisgekrönten UFA2000planer für Ferkelproduzenten. Wie jedes Jahr können allerlei Zuchttiere bewundert werden. Im Mittelpunkt steht die Milchviehzucht und -haltung mit hochkarätigen Tierausstellungen und dem Schauwettbewerb der Interessengemeinschaft der Brown Swiss-Züchter. Wegen der Ölknappheit und aus Umweltschutzüberlegungen gehört die Zukunft den erneuerbaren Energien. Firmen aus den Bereichen Bio- und Solarenergie zeigen daher ihre Neuheiten und Dienstleistungen. Thematisiert werden auch die Gewinnung, der Transport und die Verarbeitung von Energieholz.

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 58

Trächtigkeitsdauer korreliert mit Geburtsverlauf Die Trächtigkeitsdauer verfügt über eine hohe Erblichkeit und korreliert stark mit der Totgeburtenrate und dem Geburtsverlauf. Das ergab eine Studie mit Holstein- und Braunviehtieren an der Universität für Bodenkultur in Wien (A). Durch indirekte Selektion anhand der Trächtigkeitsdauer könnten der Geburtsverlauf und die Totgeburtenrate demnach rascher verbessert werden und die Zuchtwerte würden sicherer.

Die Meyer AG, 6023 Rothenburg, und die Schweizer AG, 9536 Schwarzenbach, haben sich unter

dem Namen «Meyer Gruppe» zusammengeschlossen. Entstanden ist ein Unternehmen mit jahrzehntelanger und praxiserprobter Familientradition. Aus Mist Gold machen – das kann zwar auch die Meyer Gruppe nicht. Aber ein goldiges Händchen beweisen bei Fragen der Stallbau-, Entmistungsund Umwelttechnologie, das ist möglich. Da Vieh zwar Mist macht, Mist aber nicht einfach Mist sein muss, überlegt sich die Meyer Gruppe schon beim Stallbau, was für Mensch und Tier die sauberste und bequemste Lösung ist. Bis hin zur Nutzung von Biogas. Damit im Stall keine dicke Luft entsteht. Dafür gibt die Meyer Gruppe schon bei der Planung ihr langjähriges Wissen weiter und ist auch nach der Auftragsausführung zur Stelle, wenn es um Unterhalt und Optimierung der Anlagen geht. Showroom vor Ort: neuer Ausbau «Standort-Ostschweiz». Meyer Gruppe, 寿 0848 100 800, info@meyergruppe.ch, www.meyergruppe.ch 2 2010 · UFA-REVUE


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Qualitätskalbfleisch produzieren mit richtiger Ergänzung der Vollmilch Die Qualitätsanforderungen der Verarbeiter an den Schlachtkörper sind nur mit einem professionellen Fütterungsregime zu erreichen. Je nach vertränkter Vollmilchmenge wird die passende Ergänzungs-

milch gewählt. Diese Abstimmung ist deshalb wichtig, weil bei zu geringem oder falschem Einsatz die Mastkälber die gewünschte Bemuskelung und Fettabdeckung (Taxierung) nicht erreichen.

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Anteil Milchprotein entscheidend Für die Qualitäts-

Vollmilchergänzer

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zu mindestens 75% Vollmilch am Tränkeautomat

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zu 100% Vollmilch am Tränkeautomat

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beurteilung und den Preisvergleich von Kälbermilch ist nicht der Anteil an Magermilchpulver (Anteil MMP) entscheidend, sondern der Anteil an hochwertigem Milchprotein am Gesamtprotein. Um die Qualität einer Kälbermilch besser beurteilen zu können, hat die UFA das System der Qualitätssterne eingeführt. Je mehr Sterne eine UFA-Kälbermilch hat, desto höher ist der Anteil Milchprotein am Gesamtprotein.

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Mit UFA top-start besser starten

Jetzt Rabatt Fr. 10.– pro 10 kg Sack in Ihrer LANDI bis 27. Februar 2010 UFA-REVUE · 2 2010

Stall- und Futterwechsel bedeuten für Kälber immer Stress. Während dieser Zeit haben die Kälber einen erhöhten Bedarf an Vitaminen und Spurenelementen. Kuhmilch alleine reicht nicht aus, um den erhöhten Bedarf zu decken. Eine ungenügende Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen schwächt das Immunsystem und führt zu gesundheitlichen Störungen und Leistungseinbrüchen. UFA top-start ist ein leicht lösliches Vitamin- und Spurenelementkonzentrat mit schnell verfügbaren Wirkstoffen zur Ergänzung der Tränkemilch bei Mast- und Auf-

zuchtkälbern in der Startphase. Die konzentrierte Dosierung der Inhaltsstoffe hilft dem Kalb über die kritische Zeit und stellt auf eine einfache Art eine genügende Eisenversorgung sicher. Natürliche Pflanzenwirkstoffe unterstützen

die Abwehrkräfte der Kälber und fördern die Sauglust. UFA top-start ist im 10 kg Sack in Ihrer LANDI erhältlich. Es kann über den Automaten zudosiert oder mit der Tränke im Eimer genau verabreicht werden.

Das Problem

Stress führt zu hohem Krankheitsdruck bei Kälbern. Die Zufuhr von Vitaminen und Spurenelementen über die Kuhmilch reicht deshalb nicht zur Bedarfsdeckung.

Die Symptome

Schwächung des Immunsystems, struppiges Fell, Leistungsdepressionen, Husten, Durchfall.

Die Lösung

30 g pro Tier und Tag UFA top-start in der Tränke. Enthält 1350 mg/kg Eisen, deshalb zu Beginn der Mast einsetzen. Ab zirka 100 kg Körpergewicht auf UFA top-fit wechseln. 59


UNTERWEGS MIT... EN ROUTE AVEC …

UFA-Berater Kurt Gmünder Kurt Gmünder ist seit 15 Jahren für die UFA als Fütterungsberater tätig. Im Gebiet Appenzeller Mittel- und Vorderland, Rheintal sowie im Fürstentum Liechtenstein ist er bestrebt, eine professionelle, wirtschaftliche Fütterung auf Milchviehwie auch auf Schweinemastbetrieben umzusetzen. Bevor Kurt Gmünder in den Beratungsdienst der UFA eingetreten ist, sammelte er über mehrere Jahre breite Erfahrungen auf Milchwirtschaftsbetrieben im Ausland und in der Schweiz als selbstständiger Betriebshelfer. Kurt Gmünder interessiert sich sehr für die Fütterungstechnik und bietet seinen Kunden Hilfe bei der Bedienung der Fütterungscomputer an. Seit einigen Jahren fokussiert sich Kurt Gmünder auf die Rindviehfütterung. Von seinem breiten Wissen profitiert auch Willi Büchel aus dem Fürstentum Liechtenstein.

kühe und 50 Stück Jungvieh sowie einige Mastkälber gehalten. Gemolken wird in einem 2 x 6er Fischgrät-Melkstand. Willi Büchel ist von diesem System überzeugt, denn auch eine fremde Arbeitskraft kann schnell und sicher in die Melkarbeit eingearbeitet werden. Beim Bau wurde auf einen hohen Komfort für Tier und Mensch geachtet. Stolz ist der Landwirt auf die grossen Plexiglasfenster, die sich nach oben kurbeln lassen. Zusammen mit den Schiebetoren und einer Entlüftung im Lichtfirst kann die Luftströmung im Stall gut gesteuert werden. Auch die Stallhöhe von 8.4 m

unter dem Giebel trägt zum guten Stallklima bei.

Silagefütterung Willi Büchel hat sich beim Neubau für reine Silagefütterung entschieden. So mussten in die Dürrfutterlagerung und -mechanisierung keine Investitionen getätigt werden. Der grösste Teil des produzierten Futters wird in den drei Fahrsilos mit je 400 m3 gelagert. Bereits beim Einsilieren wird entschieden, wie sich die Grundfutterration für das kommende Jahr auf dem Neugrütthof zusammensetzt, denn in jedes Silo wird Mais und Grassilage

Die neue Siedlung der Familie Büchel im liechtensteinischen Ruggell.

Milchproduktion aus Passion Büchels haben im Jahre 2005 ihren Hof aus den engen Verhältnissen im Dorf ausgesiedelt. Willi Büchel setzte mit dem Neubau des Aussenklimastalles auf sein persönliches Interesse, die Milchwirtschaft. Heute werden im neuen Boxenlaufstall 60 Braunvieh-

BLICKPUNKT POINT DE VUE

Willi Büchel

«Ich schätze die vielseitige Beratung der UFA sehr, durch die vielen Tipps bin ich weitergekommen!» Kurt Gmünder, Roggenhalm 362, 9055 Bühler (AR) Geboren

12.5.1963

Ausbildung Landwirt mit Meisterprüfung, seit 1994 im Beratungsdienst Wil Hobbies

Tanzen und Wandern

Motto

«Eine tiergerechte, wirtschaftliche Fütterung ist der Schlüssel zum Erfolg.»

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Eckwerte einer guten TeilMischration nach UFA W-FOS Der Futtermischwagen belastet das Kilogramm Milch mit 2 bis 5 Rappen. Diese Investition ist berechtigt, wenn die Vorteile entsprechend genutzt

werden. Selbstverständlich sind einwandfreie Grundfutter Voraussetzung, denn die Komponenten werden durch das Mischen nicht besser! Folgende Eckwerte haben sich im Leistungsbetrieb bewährt: • Energiedichte: 6.1 bis 6.4 MJ NEL / kg TS • Rohproteingehalt: 140 bis 155 g • Rohfaser: 190 bis 210 g • NDF 210 bis 230 g • TS-Gehalt: 38 bis 45 % 2 2010 · UFA-REVUE


einsiliert. Im Sommer ist der grösste Teil der Kühe und das Jungvieh auf der Alp. Da jeweils nur ein Silo geöffnet wird, ist ein genügender Vorschub im Silo gewährleistet. So kann eine Nacherwärmung vermieden werden. Mit den drei Fahrsilos hat Willi Büchel die Möglichkeit, drei verschiedene Grundfutterrationen zusammenzustellen. So wird beispielsweise das Silo, welches für den Sommer/Herbst zur Weide bestimmt ist, mit Grassilage aus dem ersten Schnitt (hoher Zucker-, Energie- und Fasergehalt) und mit einem höheren Anteil Maissilage befüllt.

Einfache Ration nach UFA W-FOS Die Teilmischration besteht über den Winter aus 50 % Frischsubstanz (FS) Grassilage und 50 % FS Maissilage. Pro Kuh wird 100 g Dextrose, 150 g Mineralund 60 g Viehsalz sowie 1 kg UFA 159 (Eiweisskonzentrat mit 42 % RP) im Mischwagen ergänzt. Die Energiedichte der Mischung liegt bei 6.2 MJ NEL / kg TS. Ein leichter Überhang an APDN bzw. APDE ist in der Mischung erwünscht. An der Futterachse steht eine Rundballe Haylage (55 % TS) den Kühen zur freien Verfügung. Um allen Kühen gerecht zu werden, wird das Leistungsfutter UFA 163 und je nach Bedarf das Eiweisskonzentrat UFA 148 über die Abrufstation gefüttert. «Mit dieser einfachen Fütterung nach UFA W-FOS bei guter Fruchtbarkeit und Milchgehalten von über 4 %

Betriebsspiegel Familie Willi und Rojane Büchel Neugrütthof 8 FL – 9491 Ruggell

Fett und 3.55 % Eiweiss bin ich sehr zufrieden», so der Betriebsleiter.

Über 100 Landeigentümer Der Hof von Willi und Rojane Büchel befindet sich im Rheintal des nur 160 km2 grossen Fürstentums Liechtenstein. In Liechtenstein gibt es kein Pachtgesetz und auch kein bäuerliches Erbrecht. Dadurch ist das Land sehr parzelliert und befindet sich auch grösstenteils in nicht bäuerlichem Eigentum. Mit dem eigenen Land könnte in Liechtenstein kein Landwirt seinen Betrieb in der heutigen Form führen. Vielfach ist es möglich, dass die Landwirte mehrere aneinander liegende Kleinparzellen gepachtet haben und somit die zu bewirtschaftende Parzelle eine «vernünftige Bewirtschaftungsgrösse erhält». In der Regel werden keine Pachtverträge abgeschlossen. Je nach Betrieb ist das gepachtete Land von rund 100 Grundeigentümern.

Die Büchel’s an einem Tisch; Willi mit Lukas und Rojane mit Rafael.

LN: 50 ha Futterfläche Kulturen: 8 ha Silomais, 2 ha Frühlingsspinat, 2 ha Maschinenbohnen, 70 a Braugerste Tierhaltung: 60 Brown Swiss Kühe, eigene Nachzucht, 30 Mastkälber pro Jahr Fütterung: 45 % Grassilage, 45 % Maissilage, 10 % Haylage, UFA 159 im Mischwagen sowie UFA 163 und UFA 148 an der Abrufstation. Arbeitskräfte: Betriebsleiter, Vater und Praktikant

Eine gute Mischration… • ist nie warm • ist immer gut geschnitten • ist homogen und ermöglicht kein selektives Fressen • ist nach Abbaubarkeit der Komponenten ergänzt (synchrone Ration) Erwärmt sich die Ration, kann sie mit Kaliumsorbat stabilisiert werden. Gut schneidende Messer verhindern ein strukturzerstörendes Manschen der Mischung. UFA-REVUE · 2 2010

Neugierige Brown Swiss Kühe im Laufhof mit dem überdachten Warteraum im Hintergrund.

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SPEZIALITÄTEN SPÉCIALITÉS

Gezielt remontieren – Herdenleistung steigern Unregelmässige oder ungenügende Bestandeserneuerung führt zu einer Herdenüberalterung und rächt sich mit Leistungsdepressionen. Deshalb muss der Bedarf an Jungsauen kontinuierlich und langfristig geplant werden. Die Eingliederungstermine für Jungsauen in die Herde sind vom Produktionsrhythmus abhängig. Auch bei unterdurchschnittlichen Ferkelpreisen muss konsequent remontiert werden. Mit dem UFA 2000-Jungsauenbedarfsrechner ermittelt man die notwenige Anzahl Jungsauen pro Jahr. Die erforderlichen Angaben können aus der Produktionsanalyse im UFA 2000planer herausgelesen werden.

Muttersau überdurchschnittlich zum tragen: • weniger Umrauscher • mehr abgesetzte Ferkel

Neue HYPONAPferdesnacks Neu bietet HYPONA Leinsaat gedämpft neben dem 10 kg Sack in einer handlichen 3 kg Papiertasche an. HYPONA hat zudem die Belohnungswürfelpalette erweitert. Die neue Geschmacksrichtung Frutta ist im 5 kg Sack erhältlich. Beide Produkte erhalten Sie exklusiv in Ihrer LANDI

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TOP-Genetik dank PRIMERA®Jungsauen Bei der Erzeugung von PRIMERA®-Jungsauen kommt es aufgrund des Einsatzes von reinrassigen Tieren zweier verschiedener Rassen (Schweizer Edelschwein und Schweizer Landrasse) zur vollen Ausnützung des Heterosiseffekts. Sämtliche positiven Eigenschaften der Ausgangsrassen kommen in der PRIMERA®-

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schung aus Leinsamen, Gerstenflocken, gequetschtem Hafer, Kräutern, Salz und Kleie. HYPONA-Mash wird in einem Eimer mit heissem Wasser

Wissenschaftler der Universität Nottingham untersuchten in fünf Versuchen, wie sich unterschiedliche Stärke- und Fettgehalte in der Ration auf die Eierstockstätigkeit auswirken. Je mehr Stärke die Kühe aufnehmen, desto mehr Follikel wurden auf den Eierstöcken gebildet. Beste Versuchsergebnisse wurden erzielt, wenn zum Start der Besamungsperiode die Stärkekonzentration bei 160 g/kg TS liegt. Fettgehalte (auch pansenstabil) von über 44 g/kg TS in der Gesamtration brachten keinen zusätzlichen Nutzen.

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Nach einem langen Ausritt, nach Turnieren oder bei Verdauungsproblemen braucht das Pferd ein leicht verdauliches Futter, das die Verdauung anregt. Ein- bis zweimal pro Woche verfüttert, unterstützt HYPONAMash das Wohlbefinden des Pferdes.

Milchvieh: Mehr Follikel dank Stärke

übergossen, umgerührt und zugedeckt. Die Mischung wird dann stehen gelassen bis sie abgekühlt ist und noch handwarm, das heisst nicht wärmer als 40 Grad Celsius, verfüttert. Anschliessend sollte das Pferd fünf bis sechs Stunden Ruhe haben. Durch das Aufgiessen mit heissem Wasser werden wertvolle Schleimstoffe freigesetzt, welche Magen- und Darmwände schützen. HYPONA-Mash erhalten Sie im praktischen Portionenbeutel ( 4 x 1.25 kg ) oder im grossen 25 kg Sack.

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NUTZTIERE

Power-Aufzucht lohnt sich MUNIMAST Die ersten Monate sind für die Entwicklung vom Kalb el m Artik zu diese u e . c h v zum Muni entscheidend. Die Fütterungsintensität trägt massgeblich e Videofilm .ufar www zum Erfolg der Munimast bei. Neben einer ausreichenden Milchtränke in den ersten Wochen spielt der Kraftfuttereinsatz im Hinblick auf eine frühzeitige Pansenentwicklung des jungen Wiederkäuers eine entscheidende Rolle.

Andreas Elmer

Urs Spescha

Temperiertes Wasser (20 °C) sorgt auch im Winter für eine genügende Wasseraufnahme.

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Eine tiefe Abgangsrate, hohe Tageszunahmen sowie eine rasche Entwicklung der Tränker zum Wiederkäuer sind Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Mast. Sehr zu empfehlen ist eine genaue Einstallkontrolle jedes einzelnen Tieres bei der Ankunft auf dem Betrieb. Die Ohrstellung, eventueller Augen- und Nasenausfluss sowie der Nabel und das Haarkleid geben dem Mäster einen ersten Eindruck über den Gesundheitszustand des Kalbes. Auffällige Tiere mit erhöhter Atemfrequenz oder Fieber sollten sofort separiert und behandelt oder sogar zurückgewiesen werden. Eine gute Überwachung des Gesundheitszustandes und sofortiges Handeln bei Störungen sind vor allem in den ersten Tagen nach der Ankunft auf dem Mastbetrieb sehr wichtig. Eine geeignete Einstallprophylaxe ist mit dem Bestandestierarzt zu erarbeiten.

ketemperatur von 42 °C sicher. Der Automat kann die Milchmenge auf mehrere kleine Gaben aufteilen, was eine gute Verdauung fördert. Eine zusätzliche Gabe von Vitaminen und Spurenelementen in der Tränke fördert die Vitalität und die Widerstandskraft der Kälber.

Temperiertes Wasser anbieten Eine ausreichende Wasserversorgung ist für eine hohe Trockensubstanzaufnahme entscheidend. Das Wasser ist notwendig, um das aufgenommene Futter einzuspeicheln und im Verdauungstrakt zu verflüssigen. Die Wasseraufnahme fördert somit die frühe Aufnahme und Verdauung von Grundfutter, eine wichtige Voraussetzung für eine rasche Entwicklung zum Wiederkäuer. Wasser ist auch wichtig für die Pansenentwicklung. Im Wasser vermehren sich die Pansenmikroben, diese leiten die Umstellung zum Wiederkäuer ein. Wasser reduziert

Stress und beugt Krankheiten vor. Zudem ist bei Durchfall der Flüssigkeitsverlust erheblich und muss unbedingt ausgeglichen werden, um Herzkreislaufversagen in Folge von Vertrocknen zu vermeiden. Auch die sogenannten Pansentrinker nehmen grosse Mengen an Wasser auf, um die Pansenübersäuerung auszugleichen. Bei Wassermangel besteht ausserdem die Gefahr, dass sich Giftstoffe im Körper ansammeln und nicht abgeführt werden können. Kälber, die ab der Geburt freien Zugang zu frischem Wasser haben, erreichen höhere Tageszunahmen, nehmen mehr Festfutter auf und haben weniger Durchfall als Kälber ohne Zugang zu frischem Wasser.

Vom Tränker zum Wiederkäuer Das Hauptziel der Aufzucht ist eine rasche Entwicklung des Tränkers zum Wiederkäuer. Die Umstellung auf die Pansenverdauung muss aber schonend

Antränken entscheidend Frisch eingestallte Tränker sind in den ersten Tagen mehrmals und sorgfältig anzufüttern. Am Ankunftstag sollten die Kälber jedoch frühestens nach zwei Stunden getränkt werden. Erregte Tiere reagieren auf eine rasche Anfütterung oft mit Magenproblemen oder Durchfall. Die erste Tränke soll rationiert erfolgen (2 bis 3 l je nach Gewicht der Kälber). Ideal ist das Tränken am ComputerTränkeautomat (Stand Alone). So kann die Aufzuchtmilch genau dosiert und zuerst schrittweise gesteigert und dann automatisch reduziert werden. Die feine Regulierung der Menge und der Konzentration ist ebenso wichtig wie die Kontrolle der effektiv vom Einzeltier aufgenommenen Milchmenge. Ein Durchlauferhitzer stellt die ideale Trän2 2010 · UFA-REVUE


NUTZTIERE vorgenommen werden. Kälber gehören von Natur aus zu den Steppentieren, die in einer Herde leben und die meiste Zeit des Tages damit verbringen, jeweils kleine Futtermengen aufzunehmen. Aus diesem natürlichen Hintergrund ist es empfehlenswert, den Kälbern während der Milchphase alle Futtermittel – mit Ausnahme der Milchtränke – zur freien Verfügung anzubieten und nicht miteinander zu vermischen. Erst wenn die Aufnahme 2.5 bis 3 kg pro Tag überschreitet, wird das Kraftfutter rationiert angeboten. Die Entwicklung der Pansenzotten steht in einem direkten Zusammenhang mit einem hohen Stärkegehalt in der Ration. Stärke wird im Vormagensystem der jungen Wiederkäuer durch Enzyme in einfache Zuckerverbindungen gespalten und durch die Mikroben im Pansen vorwiegend zu Propion-, aber auch zu Buttersäure abgebaut. Gerade diese Säuren sind es, bei denen ein positiver Einfluss auf die Entwicklung der Pansenschleimhaut nachgewiesen wurde. Ein hoher Grundfutteranteil in der Ration erhöht in der Regel auch den Rohfaseranteil, der mit Hilfe der Mikroben zu Essigsäure abgebaut wird. Mit einem hohen Grundfutteranteil kommt es also zu einer Verschiebung des optimalen Fettsäuremusters und damit zu einer langsameren Entwicklung des Pansens. Der zu Beginn der Aufzucht noch schlecht entwickelte Wiederkäuer benötigt deshalb ein stärkereiches, hochverdauliches Aufzuchtfutter, das sehr

gerne und sehr früh gefressen wird. Um die Pansenfunktion, die sich erst entwickelt, nicht zu überfordern, müssen im Aufzuchtfutter besonders leichtverdauliche Komponenten zum Zuge kommen. Die aufgeschlossene Stärke von Flocken

und Expandat kommt der guten Entwicklung des Kalbes ebenfalls entgegen. Fleischigkeit der Lebendhefe, Vitamine, Puffersubstan195 Munis von zen und Kräutermischung fördern speTengers, die im ziell eine rasche Pansenentwicklung. Jahr 2009 an die Anicom verkauft Resultate zeigen auf verschiedenen wurden. Praxisbetrieben, dass sich eine inten–T sive Aufzucht (Kraftfutter ad libitum bis zirka 130 kg LG) posiT tiv auf die Entwicklung der Nicht in der Aufzucht sparen C = 41% jungen Tiere auswirkt. Felix Tenger aus Schleitheim im Kanton +T = 15.4 % Ein Muni frisst mit dieser Schaffhausen ist Munimäster aus Leib und Aufzuchtmethode durchSeele. Für den Mäster sind hohe Tageszunahmen in der Aufzucht die Grundvoraussetzung für schnittlich 30 kg mehr Aufeine wirtschaftliche Munimast. Aus Überzeugung H = 40.5 % zuchtfutter. stallt der Betriebsleiter nur AA-Tränker ein, die Trotz leicht höheren Aufzuchtmindestens 70 kg wiegen. Felix Tenger legt viel Wert kosten resultiert dank den höheauf eine exakte Einstallprophylaxe. Für ihn ist ein ren Tageszunahmen und besser taxierzweimaliges Antränken der Kälber in den ersten Tagen selbstverständlich. Die Kälber sollen in den ersten Tagen nicht hungern ten Schlachtkörpern ein deutlich müssen, ihnen ist viel Beobachtung zu schenken, denn gute Mastresulbesserer Deckungsbeitrag pro Tier. tate und gute Gesundheit sind untrennbar. Drei bis viermal täglich werden die Kälber visuell kontrolliert. Angaben über die Tränkeaufnahme, Sauggeschwindigkeit oder Körpertemperatur jedes einzelnen Tieres ab dem Tränkeautomaten ermöglichen es Felix Tenger, Störungen eines Kalbes frühzeitig zu erkennen. Mit einer Vorderfusswage in der Tränkestation wird das Körpergewicht der Kälber bei jeder Fütterung gewogen und via Kalb-Managerprogramm festgehalten. Auf dem Betrieb Tenger werden die Kälber anhand vom Lebendgewicht (LG) mit der Aufzuchtmilch UFA 207plus abgetränkt. Die Milchmenge beträgt höchstens 7 l und wird ab 90 kg LG reduziert, sodass die Kälber mit 110 kg LG abgetränkt sind. In der Aufzuchtphase können die Kälber Heu, Mais sowie das Aufzuchtfutter UFA 116 zur freien Verfügung aufnehmen. Temperiertes Wasser sorgt für eine genügende Wasseraufnahme. Kraftfuttererhebungen zeigen, dass in der Aufzucht rund 2.5 kg UFA 116 pro Kalb gefressen werden. Hohe Tageszunahmen von über 1150 g in der Aufzucht belegen, dass sich diese intensive Fütterung lohnt. Bis zu einem Gewicht von rund 180 kg LG erhalten die Tiere eine Ration aus 90 % Maissilage, 10 % Heu und einer Kraftfutterergänzung von 2.5 kg UFA 116 pro Tag. Ab einem Gewicht von 180 kg wird den Muni neben Maissilage 2.5 kg UFA 231 vorgelegt. Hohe Tageszunahmen von über 1400 g in der gesamten Mast bei sehr guter Fleischigkeit und gleichmässiger Deckung der Tiere bereiten Munimäster Felix Tenger wirtschaftliche Freude.

Felix und sein Vater Hansheini Tenger legen Wert auf frische Luft, trockene Einstreu und eine konsequente Tierbeobachtung im Kälberstall.

Fazit Gute Mastresultate und intensive Aufzucht sind untrennbar. Zusammengefasst gilt es in der Aufzuchtfütterung folgendes zu beachten: • Seriöse Einstallkontrolle. • Professionelle Einstallprophylaxe. • Sorgfältiges, mehrmaliges Antränken. • Gute Tierbeobachtung und sofortiges Handeln bei ersten Anzeichen von Störungen. • Täglich frische Vorlage von hochverdaulichem Aufzuchtfutter ad libitum für hohe Tageszunahmen und rasche Pansenentwicklung. • Beste Grundfutterqualität für hohen Futterverzehr. • Wachstumspotenzial mit der richtigen Ergänzung des Grundfutters voll ausfüttern. 䡵

Autoren Andreas Elmer ist Rindviehmastspezialist im UFA-Beratungsdienst Wil (TG). Urs Spescha arbeitet im UFAMarketing in Herzogenbuchsee (BE).

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NUTZTIERE

Qualitätsführerschaft als Chance AN DEN UFA 2000-TAGUNGEN zeigten die Referenten das Optimierungspotenzial in der Schweinezucht auf. Schweizer Schweinefleisch kann beim Verkaufspreis wegen den kleinen Produktionsstrukturen nicht mit der ausländischen Konkurrenz mithalten. Dafür bringen Schweine aus Schweizer Ställen eine hervorragende Fleischqualität. Handlungsbedarf gibt es bei der Abferkelquote.

Mitte Januar haben in Kirchberg (BE), Schenkon (LU) und Kirchberg (SG) UFA 2000-Tagungen stattgefunden. «UFA 2000» steht für das Schweineproduktionsprogramm von UFA und Anicom. Obwohl die UFA 2000Züchter bereits sehr gute Arbeit machen, gibt es – vor allem mit Blick auf die Mitbewerber aus dem Ausland – immer wieder Verbesserungsmöglichkeiten.

Phasenfütterung ist ein Muss

1 · Grosser Andrang auf die letzten freien Stühle der UFA-2000Tagung. 2 · Matthias Schick von Agroscope ART Tänikon entlarvt die Zeitdiebe im Schweinestall.

Letztlich geht es darum, die Anzahl der verkauften Ferkel pro Sau weiter zu erhöhen. Bei den abgesetzten Ferkeln wurden in den vergangenen Jahren beachtliche Fortschritte erzielt. Beispielsweise beträgt der Zuchtfortschritt in der Reproleistung von zwischen 2001 und 2007 geborenen Edelschwein- und Schweizer-Landrasse-Muttersauen rund

1.5 Ferkel. Mit dieser Leistungszunahme muss auch die Fütterung Schritt halten können. Die UFA-Berater sprechen sich daher für die Phasenfütterung aus, bei der die Muttersauen bis kurz vor der Geburt ein Galtsauenfutter wie «UFA 3626 Extra» und danach ein Säugendfutter wie «UFA 361-6 Extra» erhalten. Eine an den UFA 2000-Tagungen gezeigte Berechnung zeigt, dass die Mehrkosten für das unter anderem L-Carnitin, Biotin, Vitamine und Spurenelemente enthaltende Extrafutter von rund 38.10 Fr. pro Sau und Jahr durch den Mehrertrag (150 Fr. dank einem zusätzlichen Ferkel) klar gedeckt werden. Bei Aufzuchtkosten von zirka 50 Fr. pro Ferkel und Jahr lässt sich unter diesen Annahmen dank dem Extrafutter ein zusätzlicher vergleichbarer Deckungsbeitrag (vDB) von 61.90 Fr. erwirtschaften. Auf einem Be-

trieb mit 50 Muttersauen sind das über 3000 Fr. pro Jahr. Auch bei den Ferkeln muss die Fütterung stimmen, vor allem rund ums Absetzen. Versuchsresultate auf UFA-Bühl sprechen für den Einsatz eines Starterund eines Aufzuchtfutters. Mit «UFA 304 piccolo» vor und «UFA 310 turbo» nach dem Absetzen wurde pro Ferkel ein um 8.7 % höherer Deckungsbeitrag erzielt als mit herkömmlicher Strategie.

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3 · UFA-Verkaufsleiter Paul Stucki erkundigt sich über den Erfolg im Schweinestall. 4 · Die Tagungen wurden gut besucht ... 5 · ... und gaben neue Impulse für Optimierungen im Schweinestall.

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6 · Austausch unter Profis. 7 · UFA-Berater Daniel Schmied erklärt die Vorteile des Duos «UFA 304 piccolo» und «UFA 310 turbo». 66

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NUTZTIERE Jungsauenzukauf optimieren Der wichtigste Markt für Schweinehalter bleibt der Inlandmarkt. Darum gilt es, den Inlandanteil zu halten. Dies lässt sich am ehesten mit einer Qualitätsstrategie erreichen. Qualität beginnt bei der Jungsau. Daher empfiehlt die Anicom, Jungsauen im Abosystem kontinuierlich und möglichst vom gleichen Betrieb zuzukaufen, auch bei tiefen Mastjagerpreisen. Mit einer Jungsauenaktion von April bis Juni 2009 hat die Anicom die Lieferkontinuität von Mastjagern deutlich verbessern können. Dieselbe Aktion findet auch 2010 wieder statt. Neu verlangt der Markt eine Circoviren-

Schutzimpfung bei Mastjagern. Damit sinken die Tierverluste und die Zunahmen steigen. Ein Anliegen der Anicom ist ferner, dass Schweinezüchter, die dem Schweinegesundheitsprogramm (SGD) angeschlossen sind, die Anicom beim SGD-Datenzugriff unter www.suisag.ch als Vermarkter freischalten.

3-Wochen Rhythmus

Hansueli Christen, Leiter von «UFA 2000», setzt sich dafür ein, dass die Organisationen der Schweizer Schweinezucht zusammenarbeiten, um nicht von ausländischen Mitbewerbern überrollt zu werden, wie das in Deutschland geschah. Ein Produkt davon sind die neuen Marken «Premo» (Eber der Edelschwein-Vaterlinie) und «Primera» (F1-Jungsauen aus Edelschwein und Landrasse). Mastferkelproduzenten können sich mit zugekauften «Primera»-Jungsauen voll auf das Deck- und Abferkelmanagement konzentrieren. Mit dem Einsatz von «Premo»-Sperma produzieren sie ein wirtschaftliches Schlachtschwein.

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Vorteile hat das Arbeiten im 3-Wochen Rhythmus mit sieben Sauengruppen, einem Produktionszyklus von 21 Wochen und 28 Tagen Säugezeit. Dadurch wird die Bestandesführung übersichtlicher, Infektionsketten werden durchbrochen, Impfprogramme lassen sich systematisch umsetzen, die Sauen rauschen besser und der Wurfausgleich kann konsequenter praktiziert werden.

Arbeit sparen mit Technik Auch Matthias Schick von der Forschungsanstalt Agroscope sieht im 3-Wochen Rhythmus eine Möglichkeit, Arbeitszeit und damit Kosten zu sparen. Er empfiehlt, wo immer möglich, leistungsfähige Technik einzusetzen. Besonders gross ist das Arbeitssparpotenzial bei den Reinigungsarbeiten, beim Misten und Einstreuen. Lösungsansätze wären beispielsweise Einweichautomaten oder – wie es teilweise im Ausland praktiziert wird – die Auslagerung einiger Arbeiten an Lohnunternehmer. Deutlich steigern lässt sich die Arbeitsproduktivität durch Betriebsvergrösserungen. Denselben Effekt wie Betriebsvergrösserungen hat die Konzentration auf gewisse Aufgaben wie bei der Arbeitsteiligen Ferkelproduktion (AFP) mit spezialisierten Deck-/ Wartebetrieben und Abferkelbetrieben mit Aufzucht. Als geeignetes Mittel zur Schwachstellenanalyse und Betriebsverbesserung erwähnte Matthias Schick auch den Sauenplaner. 䡵

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8 · Stefan Schwab, Anicom-Niederlassungsleiter Mittelland (l.), gratuliert Christian Steffen aus Wyssachen zum Gewinn einer «Primera»-Sau beim Wettbewerb an der Suisse Tier. 9 · Hansueli Christen, Leiter «UFA 2000» (r.): «Jung-, nicht Altsauen geben bei der Remontierung den Ton an.» 10 · Paul Steiner, Verkaufsleiter UFA Sursee: «ExtraLeistungen brauchen Extra-Futter.» 11 · UFA 2000-Zuchttechniker Alois Gämperli (l.) trägt viel zum Zuchtfortschritt bei. 12 · Urs Berweger, Ressortleiter UFA Wil. 13 · Die Schweizer Schweineproduktion hat eine Chance, darüber waren sich die Tagungsbesucher einig. 14 · Die UFA-Berater Hansruedi Tschumper (Mitte) und ... 15 · ... Jürg Ammann (r.). Bei der Schweinehaltung geht der Diskussionsstoff nie aus. 16 · Yvan Meuwly, Anicom-Niederlassungsleiter Ostschweiz, im Gespräch mit Walter Mock.

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Autoren Matthias Roggli und Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterhur. Mehr zu den «Premo»Ebern und «Primera»Muttersauen erhalten Sie bei der Anicom (www.anicom.ch), zu Produkten rund um die Fütterung bei der UFA (www.ufa.ch).

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NUTZTIERE

Rechtzeitig daran denken FLIEGENBEKÄMPFUNG IM SCHWEINESTALL Das Wohlbefinden und die Gesundheit von Mensch und Tier sind Hauptvoraussetzungen für eine moderne, leistungsfähige und artgerechte Tierproduktion. Diese Voraussetzungen sind bei einer Fliegenplage nicht mehr gewährleistet.

Riccarda Ursprung

Fliegen im Stall führen zu Unruhe und somit zu verminderter Futteraufnahme, Ferkelerdrücken, Kannibalismus und schlechten Arbeitsbedingungen für den Menschen. Ausserdem können Fliegen eine Vielzahl von Krankheitserregern übertragen wie Circoviren, Colibakterien, Salmonellen, Lawsonien, Kokzidien und andere Parasiten. Bei engem Zusammenliegen von Haus und Stall besteht eine erhöhte Gefahr der Übertragung von Keimen auf Nahrungsmittel, was im günstigen Fall ein Verderben der Lebensmittel zur Folge hat, unter ungünstigen Bedingungen aber schwere Erkrankungen beim Menschen hervorrufen kann.

Explosionsartige

Vermehrung

Einige Fliegenarten finden im Stall ideale Brutstätten und können sich dort explosionsartig und ganzjährig vermehren. Die wichtigste und wohl bekannteste Spezies ist die Stubenfliege. Aber auch der ähnlich aussehende Wadenstecher kann durch seine schmerzhaften Stiche für Aufruhr im Stall sorgen. Ebenso unangenehm kann ein Befall mit Essigfliegen werden.

Fliegenfalle mit Frassgift. Manche Betriebe berichten, dass helle Teller mehr Fliegen anlocken sollen als dunkle.

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Die grosse Stubenfliege Die Stubenfliege ist schwarz und 7 bis 8 mm lang. Die Maden sind rund, weisslich, bis zu 12 mm lang und häuten sich dreimal. Die Puppenruhe wird in einem bräunlich gefärbten Tönnchen verbracht. Das Weibchen legt bis zu 2000 Eier in verwesende Stoffe. Dazu braucht es ein hohes Mass an Feuchtigkeit, wie es beispielsweise im Mist und in der Gülleschwimmschicht zu finden ist. Das Puppenstadium erfolgt an einem trockenen Ort. Danach verlässt die inner-

halb weniger Stunden geschlechtsreife Fliege das Tönnchen und lebt rund zwei bis vier Wochen. Alle drei Entwicklungsstadien der Stubenfliege können überwintern. Die grosse Stubenfliege hält sich bevorzugt am Tier auf.

Essigfliegen Je nach Art werden die Essigfliegen, die auch Fruchtfliegen genannt werden, 2 bis 4.5 mm gross und haben eine gelblich-braune Färbung. Die Maden sind weisslich, kompakt und messen 6 bis 8 mm. Die dunkelbraun gefärbte Tönnchenpuppe erreicht eine Länge von 4 mm. Das Weibchen legt im Verlauf von 10 bis 15 Tagen bis zu 350 ovale, weisse Eier in faulende, vergärende Substanzen. Nach ein bis drei Tagen schlüpfen die Larven und verpuppen sich. Schon kurz nach dem Schlupf sind die Fliegen geschlechtsreif, so dass der gesamte Entwicklungszyklus unter günstigen Bedingungen nur sieben Tage dauert. Puppen und Fliegen dieser Arten können überwintern. Zur Plage werden sie vor allem im Spätsommer, wenn faulende Pflanzenreste vorhanden sind, können sich aber in gärenden Futterresten jederzeit explosionsartig vermehren. Die bevorzugten Aufenthaltsorte dieser Fliegen sind Wände und Einrichtungsgegenstände.

gen geschützt erfolgen. Stall und Hofbereich sind regelmässig zu reinigen, feuchte Dreckecken, ungeordnete Festmistplätze und Flüssigmistdeponien bieten sich als ideale Brutplätze an. Das Problem der Schwimmdecken als ideale Brutstätten für Fliegen liesse sich reduzieren, indem die Gülle 14-tägig entfernt und wenn möglich auch die Kanäle gespült würden (Spaltenunterseiten nicht vergessen). Trotz guter Hygienemassnahmen ist häufig eine Fliegenbekämpfung nötig. Hierzu können physikalische und chemische Methoden oder Nützlinge eingesetzt werden.

Massiver Fliegenbefall in der Krankenbucht. Die Keime können so von den kranken auf die noch gesunden Tieren übertragen werden.

Hygienische Massnahmen Damit die Fliegen keine idealen Brutbedingungen finden, sollten feuchte Stellen vermieden werden. Undichte Tränken und Wasserleitungen sowie offen zugängliche Wasserstellen können zur Kontamination des Trinkwassers mit Keimen führen. Futtertröge müssen regelmässig gereinigt werden und die Futterlagerung sollte trocken und vor Flie2 2010 · UFA-REVUE


NUTZTIERE Physikalische Methoden

Zu den physikalischen Methoden gehören: • Fliegengitter. • Klebebänder und -schnüre auf Leimbasis. • UV-Lampen, die an Einflugschneisen aufgestellt werden. • Fliegenfänger, die meist Lockmittel und Hefe enthalten. • Fruchtfliegenfalle: Essig als Lockmittel (eventuell mit Wasser verdünnt) plus Seife (Verringerung der Oberflächenspannung, damit die Fliegen ertrinken).

Chemische Methoden Der Grossteil der Stubenfliegenpopulation befindet sich in Form von Eiern oder Larven (= Maden) in der Gülle. Daher müssen sowohl die Larven als auch die Fliegen in das Bekämpfungsprogramm miteinbezogen werden. Larvizide nennt man chemische Mittel, welche die Larven abtöten. Diese Mittel müssen auf alle möglichen Brutstätten ausgebracht werden. Der Einsatz sollte im Frühjahr vor Beginn der massenhaften Fliegenvermehrung beginnen und regelmässig wiederholt werden. Larvizide können entweder mit einer Giesskanne beziehungsweise Rückenspritze ausgebracht oder in Form von Granula auf die Gülle gestreut werden. Die beste Wirkung erzielt man durch eine vorhergehende Entleerung der Güllekanäle. Die Eier und Larven der Fruchtfliegen sind vor al-

UFA-REVUE · 2 2010

lem in vergärenden Futterresten zu finden, da hilft nur gründliche Reinigung bis in die kleinsten Ecken. Durch Insektizide werden die erwachsenen Fliegen abgetötet. Sie sind in verschiedener Verabreichungsform erhältlich: • Sprühmittel (Kontaktgifte) können mittels Rückenspritze auf gereinigte Wand- und Deckenflächen aufgesprüht werden. Das Aufbringen auf verschmutzte Oberflächen hat eine Reduktion der Wirksamkeit zur Folge. • Aerosole/Repellents haben oft nur einen kurzzeitigen Effekt. • Mit Sexuallockstoffen versehene Frassgifte produzieren weniger Resistenzen als Kontaktgifte; sie werden an Fensterbänken oder Köderstationen ausgelegt. Frassgifte können teilweise auch in Wasser aufgelöst an die Stallwände gestrichen werden.

Einsatz von Nützlingen Sind bereits viele Fliegen im Stall, sollten diese mit Hilfe chemischer Mittel bekämpft werden. Nach einer Wartefrist von ungefähr zehn Tagen kann mit dem Einsatz der Nützlinge begonnen werden. Auch bei Problemen mit insektizidresistenten Fliegenstämmen bieten Nützlinge eine Lösungsmöglichkeit. Der Einsatz von Güllefliegen eignet sich für Ställe mit Flüssigmist (Spaltenböden, Unterflurentmistungssysteme) und wird zur Bekämpfung der Stuben-

Die wichtigsten Grundsätze Bei der Fliegenbekämpfung gelten folgende Hauptregeln: • Massnahmen möglichst schon vor der Fliegenplage ergreifen und im Frühjahr rechtzeitig daran denken. • Auf die Fliegenlarven in Gülle und Mist achten. • Das Hauptaugenmerk sollte sich auf die Larvenbekämpfung richten. • Hat es viele Fliegen im Stall, empfiehlt sich eine erste Bekämpfung der erwachsenen Tiere mit Insektiziden (Streu-, Streich-, Spritzmittel, Aerosol oder Frassgift, eventuell Fliegenfänger). • Bei kleinen Fliegenpopulationen eignet sich auch der Einsatz von Güllefliegen und Schlupfwespen, wobei diese Nützlinge geschont werden müssen (Vorsicht mit Desinfektionsmitteln und Insektiziden). • Das gewählte Mittel soll gemäss den Angaben des Herstellers zum Einsatz kommen (Packungsbeilage lesen).

fliege eingesetzt. Die Larven der Güllefliege töten die Stubenfliegenlarven, indem sie diese mit ihren Mundwerkzeugen verletzen und aussaugen. Güllefliegen sind flugfaul, ortstreu und leben zurückgezogen in den Güllekanälen; sie sind daher keine Belästigung für Mensch und Tier. Während der Ansiedlungsphase der Güllefliegen dürfen keine chemischen Insektizide eingesetzt werden. Eine einmal gelungene Ansiedlung schützt im Warmstall jahrelang vor Fliegenplagen. Im Bereich des Ansiedlungsplatzes sollte kein Spritzwasser oder Desinfektionsmittel verwendet werden. Zur Bekämpfung von Stallfliegen und Wadenstechern in Tiefstreu von Ställen (Festmist) werden Schlupfwespen eingesetzt. Schlupfwespen sind nur wenige Millimeter gross und für Mensch und Tier vollkommen ungefährlich. Die Weibchen legen bis zu acht Eier in die Puppe der Stubenfliege. Die sich entwickelnden Larven töten den Wirt oder stechen andere Puppen zwecks Nahrungsaufnahme an. Schlupfwespen sind sehr temperaturanfällig (kälteempfindlich) und gehen zugrunde, sobald keine Fliegen vorhanden sind. Die gleichzeitige Ansiedlung von Schlupfwespe und Güllefliege wird nicht empfohlen, da die Schlupfwespe auch die Puppen der Güllefliegen zur Eiablage nutzt und diese zerstört. Für den Nützlingseinsatz günstige Zeitpunkte sind: Zirka eine Woche nach dem Ablassen der Gülle (Güllefliege) oder nach Erneuerung der Tiefstreu (Schlupfwespe). Begonnen wird mit der Nützlingsansiedlung am besten dann, wenn die Fliegenpopulation noch klein ist. 䡵

Durch Fliegen werden Keime übertragen, die Futterhygiene ist nicht mehr gewährleistet.

Autorin Dr. med. vet. Riccarda Ursprung, Schweinegesundheitsdienst (SGD), Zürich. www.suisag.ch

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NUTZTIERE

Hat sich bewährt DIE KALKSTROHMATRATZE wurde vor zwei Jahren durch die Landor in der Schweiz eingeführt. Bis heute haben sich nun schon über 100 Betriebsleiter für eine Kalkstrohmatratze in ihren Liegeboxen entschieden und täglich kommen neue dazu.

Roland Walder

René Simon

Das Prinzip der Kalkstrohmatratze ist relativ einfach. In einem Futtermischwagen werden Stroh und kohlensaurer Kalk zusammen mit Wasser zu einem homogenen Gemisch gerührt und in die Liegeboxen verteilt. Die Masse muss richtig feucht sein, damit sie in der Liegeboxe gut haftet und sich genügend verdichtet. Nur so entsteht eine kompakte und bequeme Un-

terlage, welche die Kühe zum Liegen motiviert.

Nur kohlensaurer Kalk Es gilt zu betonen, dass der richtige Kalk verwendet wird. Nur kohlensaurer Kalk unter dem Namen «Feuchtkalk» darf verwendet werden. Dessen Körnchen haben einen Durchmesser von weniger als 0.09 mm, haften durch die Feuch-

Zahlreiche Vorteile Othmar Isenschmid ist Teilhaber am APMB (Alberswiler Pionier Milchbetrieb) in Alberswil (LU). Für diese Betriebsgemeinschaft arbeiten zwei Mann vollzeitlich, zwei Mann 70 % und ein Mann auf Abruf. 80 ha landwirtschaftliche Nutzfläche sowie 900 000 kg Milchlieferrecht, das in einem Freilaufstall mit 120 Milchkühen produziert wird, gehören zum APMB. Wie wurden Sie auf die Kalkstrohmatratze aufmerksam? Othmar Isenschmid: Wir nahmen den Stall im Sommer 2008 in Betrieb. Die Boxen füllten wir mit Kompost, merkten aber schon bald, dass das keine ideale Lösung war und schauten uns nach Alternativen um. Per Zufall lasen wir dann in der UFA-Revue einen Bericht zur Kalkstrohmatratze der Landor und haben uns mit einem ihrer Berater in Verbindung gesetzt. Wir schauten mit ihm zusammen mehrere Betriebe an und waren sofort überzeugt vom Prinzip der Kalkstrohmatratze. Wie gingen Sie beim Anlegen der Kalkstrohmatratze vor? Zuerst räumten wir das alte Material aus den Boxen. Danach mischten wir Stroh, Kalk und Wasser im Futtermischwagen, bis die Mischung so war wie wir sie gerne haben. Danach luden wir die Mischung vom Futtermischwagen in den Hoflader, fuhren direkt in den Stall und kippten die Mischung in die Boxen. Danach verfestigten wir es mit einer Viberplatte. Wo liegen die Vorteile der Kalkstrohmatratze ihrer Meinung nach? Uns überzeugt vor allem die Festigkeit und die Sauberkeit der Matratze. Aus hygienischer Sicht eine super Sache. Dank dem Kalk und dem gehäckselten Stroh bleiben Liegeflächen trocken und kompakt. Die Euter sind sauberer und die Klauen trockener. Ziemlich schnell stellten wir den markanten Rückgang im Strohverbrauch fest. Nicht zu verachten ist sicherlich auch die Wirkung des Kalkes auf dem Feld. Der Kalk geht ja in die Gülle und mit der Gülle aufs Land. Der Vorteil des Feuchtkalks ist, dass er sich in der Gülle nicht absetzt, sondern schwimmt. Was können Sie zum Arbeitsaufwand sagen im Vergleich zu früher? Der Arbeitsaufwand ist geringer. Vorher mussten wir immer mit der Gabel viel Material umschichten. Dank der Kompaktheit der Kalk-Stroh-Matratze hat sich diese Arbeit massiv reduziert. Man muss die Boxen nur noch schnell ausstreichen.

Othmar Isenschmid. 70

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tigkeit an den Strohhalmen und schwimmen in der Gülle. Damit ist gewährleistet, dass der Kalk nicht absinkt und sich auf dem Boden der Güllegrube festsetzt.

Kurze Strohhäcksel Weiter sollte darauf geachtet werden, dass 3 bis 4 cm lange Strohhäcksel verwendet werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Wasseraufnahme und das Wasserhaltevermögen umso besser sind, je feiner das Stroh zerkleinert wird. Kurzes Stroh lässt sich zudem besser verteilen und macht weniger Probleme auf Spaltenböden. Weniger Kosten als mit Strohmatratze Der Einbau einer Kalkstrohmatratze lohnt sich aus finanzieller Sicht. Der durchschnittliche finanzielle Jahresaufwand für eine Kalkstrohmatratze liegt unter demjenigen eines reinen Strohbettes. Feuchtkalk ist billiger als Stroh und bei der Kalkstrohmatratze wird durch die Kühe weniger Stroh aus den Boxen getragen als bei der normalen Strohmatte. Diese Strohersparnis wirkt sich finanziell aus. Zwar fällt der Aufwand im ersten Jahr etwas grösser aus, dafür in den Folgejahren umso geringer. Denn die Kalkstrohmatratze muss nicht komplett erneuert werden, es wird nur nachgestreut. Um den abtrocknenden und hygienisierenden Effekt und die Weichheit der Matratze zu erhalten, sollte pro Jahr zweibis viermal neuer Kalk in die Boxen verteilt werden. Der tägliche Arbeitsaufwand mit der Boxenpflege verringert sich massiv mit einer Kalkstrohmatratze. Das verschafft dem Landwirt freie Zeit. 2 2010 · UFA-REVUE


NUTZTIERE Gesündere Kühe Auch für die Tiere hat die Kalkstrohmatratze viele Vorteile. In der Liegebox hemmt Kalk die schädlichen Bakterien. Studien der Universität Pennsylvania haben gezeigt, dass die Zahl der Bakterien Kebsiella spp., Escherichia coli und Streptococcus spp. in Boxen, die mit Kalk eingestreut wurden, an den Zitzenspitzen der Kühe niedriger war als bei der Boxenpflege mit einem säurehaltigen Mittel oder bei getrockneten Holzspänen. In bequemen, weichen und BTS-konformen Liegematten, wie es korrekt angelegte Kalkstrohmatratzen sind, liegen die Kühe vermehrt und bleiben sauberer. Das vermindert die Gelenk- und Euterprobleme. Zudem steigt tendenziell die Milchleistung. Im Stehen fliessen zirka 240 l Blut pro Stunde durch das Euter, im Liegen sind es um die 340 l. Zu guter Letzt gelangt der von den Kühen herausgetragene oder bei der Säuberung herausgenommene Kalk via Hofdünger aufs Feld und dient zur Erhaltungskalkung.

Auf der weichen und kompakten Kalkstrohmatratze liegen Kühe gern.

Fazit

Mit der Kalkstrohmatratze schlägt man zwei Fliegen auf einen Streich. Der eingestreute Kalk stabilisiert und hygienisiert die Kuhmatratze, die Tiere fühlen sich wohler. Danach dient der via Hofdünger ausgebrachte Teil an Kalk zur Erhaltungskalkung.

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Auch aus finanzieller Sicht macht sich eine Kalkstrohmatratze schon im zweiten Jahr bezahlt. Zudem verringert sich der tägliche Aufwand für die Boxenpflege, was dem Landwirt freien Raum schafft, den er anderweitig gewinnbringend einsetzen kann. 

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NUTZTIERE

Prävention muss verstärkt werden SEUCHENBEKÄMPFUNG Die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit in den Jahren 2008 und 2009 hat parallel zur BVD-Impfung stattgefunden und mitgeholfen, eine Seuchenverbreitung im grossen Stil zu vermeiden. Es gibt einleuchtende Gründe zur Annahme, dass in Mitteleuropa vermehrt Seuchen auftreten könnten. Ist die Schweiz dagegen gewappnet?

Bovine Virus Diarrhoe (BVD), Geflügelgrippe, Blauzungenkrankheit – all diese Tierseuchen waren hier zu Lande in den letzten Jahren ein Thema. Experten gehen davon aus, dass Krankheiten sich künftig noch leichter verbreiten. Die UFA-Revue erkundigte sich bei Hans Wyss, Direktor vom Bundesamt für Veterinärwesen (BVET), was das für die Schweiz bedeutet.

UFA-Revue: Die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit hat eine intensive Debatte ausgelöst. Ist man gegenüber Impfungen kritischer geworden? Hans Wyss: Das Bewusstsein, welche Errungenschaft die Impfungen bedeuten, ist heute etwas verloren gegangen. Unsere Grosseltern mussten sich mit Krankheiten auseinandersetzen, die in der Schweiz jetzt keine Rolle mehr spielen. Impfkampagne 2010 gegen Blauzungenkrankheit Tiergattungen: Für Rindvieh und Schafe ist die Impfung obligatorisch. Freiwillig können Tierhalter auch ihre Ziegen, Lamas, Alpakas und Wildwiederkäuer beim kantonalen Veterinäramt für eine Impfung anmelden. Zeitpunkt: Die Impfungen finden zwischen Mitte Februar und Ende Mai 2010 statt. Ausnahmen: Bis zum dritten Lebensmonat müssen Rinder und Schafe nicht geimpft werden. Ausnahmen gelten ebenfalls für Tiere, die im Alter von höchstens sechs Monaten geschlachtet werden, sowie für Rinder, die innerhalb von zwei Monaten nach dem ersten Impftermin und Schafe, die innerhalb eines Monates nach dem Impftermin geschlachtet werden. Impfstoff: Bovilis BTV8 von Intervet (bereits 2008 eingesetzt). ®

Gesuche um Impfverzicht: Wer sein Rindvieh oder seine Schafe nicht impfen lassen will, reicht bis am 12. Februar 2010 ein entsprechendes Gesuch beim kantonalen Veterinäramt ein. Kosten: Der Bund trägt die Kosten für den Impfstoff. Die Tierarztkosten werden zwischen Tierhaltern und Kanton aufgeteilt. Wer eine Befreiung von der Impfung beantragt, bezahlt eine Bearbeitungsgebühr und trägt die Gesamtkosten bei einem allfälligen Krankheitsausbruch im Betrieb.

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Doch man sollte immer an die Schäden denken, die ohne Impfung entstehen würden. So fallen Milchverlust, geringere Gewichtszunahmen, Folgeschäden am Gesundheitszustand, eine weitere Verbreitung der Krankheit und im schlimmsten Fall die Verendung der Tiere bei der Blauzungenkrankheit wirtschaftlich sehr ins Gewicht, geschweige vom Tierwohl, das massiv leidet. Darum steht die Mehrzahl der Tierhalterorganisationen hinter einer Impfung gegen die Blauzungenkrankheit. Bei all dem darf man nicht vergessen, dass Impfungen von Tieren ja nichts Aussergewöhnliches sind. Jährlich muss jedes Pferd obligatorisch gegen Pferdeinfluenza geimpft werden, beim Geflügel sind regelmässige Impfungen gang und gäbe. Das hat nie zu Widerstand geführt. Heute hat die Blauzungenkrankheit in der Schweiz keine grössere Bedeutung mehr als andere Seuchen. Macht da ein Impfobligatorium wirklich noch Sinn? Natürlich weiss man nie, was ohne Impfung wäre. Mit Blick auf die rund 70 Fälle, in denen während den letzten zwei Jahren noch Tiere nachweisbar an der Blauzungenkrankheit erkrankten, war die Impfkampagne ein Erfolg. Jetzt geht es darum, die vorteilhafte Situation zu festigen. Wie sieht es mit der Ansteckungsgefahr aus den Nachbarländern aus? In Italien werden Tiere in gefährdeten Gebieten geimpft. In Deutschland plädierten zwar alle Fachleute für ein erneutes Impfobligatorium, aber aus politischen Gründen und wegen den Kosten wurde dies abgelehnt. Für

Schweizer Tiere kommt die Gefahr vor allem aus dem Westen, weil dort am meisten Krankheitsfälle auftraten. Nach den negativen Erfahrungen mit der Freiwilligkeit impft Frankreich auch 2010 flächendeckend, wodurch sich die Einschleppungsgefahr in die Schweiz reduziert. Der Impfstoff wurde teils kritisiert, nicht nur fürs Tier, sondern auch für die Fleischkonsumenten negative Nebenwirkungen zu haben. Keiner der verwendeten Impfstoffe verfügt über irgendwelche kritischen Aspekte. Alle Impfstoffe haben ein ordentliches Zulassungsverfahren durchgemacht. Das heisst, der Hersteller musste aufgrund von umfassenden Versuchen beweisen, dass der Impfstoff unschädlich ist. Ausserordentlich war bei den Impfstoffen gegen die Blauzungenkrankheit, dass die Schweizer Zulassungsbehörde noch zusätzliche Tests anordnete, die sich ebenfalls als unbedenklich erwiesen haben. Auch in anderen Ländern wurden die Impfstoffe geprüft und breitflächig eingesetzt, ohne dass sich unerwünschte Nebenwirkungen gezeigt hätten. Immer wieder bestätigte sich, dass die Impfstoffe sehr sicher sind und Nebenwirkungen selten vorkommen. Bei 77 % der Betriebe, die wiederholte Aborte gemeldet hatten, wurden Keime gefunden, von denen bekannt ist, dass sie zu Aborten führen. Was war bei den anderen 23 %? 77 % ist ein hoher Anteil, bei dem die Ursachen für die Aborte ermittelt werden konnte. Ansonsten findet man im Schnitt vielleicht bei der Hälfte der 2 2010 · UFA-REVUE


NUTZTIERE Aborte eine Ursache. Die Untersuchung zeigt damit, dass die Impfungen bei diesen Aborten kaum eine Rolle gespielt haben. Können Sie bei der kurzfristigen Impfstoffbeschaffung unabhängig von den Versuchsresultaten der Hersteller entscheiden? Von den Firmen, die Impfstoffe entwickeln, sind wir vollkommen unabhängig. Es gelten Spielregeln wie bei einer Bauausschreibung. Die Firma mit dem besten Angebot erhält den Auftrag. Experten gehen davon aus, dass sich Seuchen vermehrt in weiten Teilen der Welt ausbreiten. Die zunehmende Mobilität führt zu einer grösseren Verbreitung von Krankheiten. Die Klimaveränderung kann diese Entwicklung beeinflussen. Aber die einzelnen Fälle müssen differenziert betrachtet werden. So stellt sich beim Blauzungen-Virustyp 8 die Frage, was wichtiger war, der Klimaeinfluss oder die Mobilität. Mög-

wir immer auf neuestem Stand des Wissens über allfällige neue Krankheiten, deren Eigenart und über die wirkungsvollsten Bekämpfungsmöglichkeiten.

lich ist, dass man früher einfach nicht realisierte, dass auch bei uns heimische Mücken das Virus übertragen können. Wie reagieren Sie beim BVET auf diese Prognosen? Es gibt keinen Grund zur Panik, aber neue Gefahren müssen frühzeitig erkannt werden. Konkret gilt es, das frühzeitige Erkennen von Gefahren, das sogenannte Monitoring, noch zu intensivieren. Zudem müssen vorbeugende Massnahmen im Bereich der Hygiene auf den Landwirtschaftsbetrieben noch verstärkt ins Auge gefasst werden. Das BVET ist viel mit den europäischen Veterinärämtern in Kontakt. So bleiben

Hans Wyss, Direktor vom Bundesamt für Veterinärwesen, rät Tierhaltern, die empfohlenen Hygienemassnahmen in ihren Ställen einzuhalten, um die Ausbreitung von Krankheiten zu erschweren. Doch gegen Seuchen braucht es oft weiter gehende Massnahmen.

Welche Schlüsse ziehen Sie aus der Blauzungenkrankheits-Kampagne für die Bekämpfung künftiger Seuchen? Die Blauzungenkrankheit ist ein gutes Beispiel von erfolgreicher Prävention. So hatten wir seit einigen Jahren ein Früherkennungssystem am Laufen, weil wir vermuteten, die Krankheit kommt früher oder später in die Schweiz. Schon vor dem ersten Fall machten wir mit einer Informationskampagne auf die Krankheit und die Symptome aufmerksam. Und mit der vorbeugenden Impfung konnten wir ein massives Ausbreiten der Krankheit verhindern. Die ganze Durchführung der Impfkampagne war jedoch ein Kraftakt. Gerade in der Prävention wollen wir künftig noch schneller und flexibler handeln können. Jede Seuche muss einzeln angeschaut werden, um daraus gezielte Massnahmen ableiten zu können. Beispielsweise das Q-Fieber, das sich vor kurzem in niederländischen Ziegenpopulationen massiv ausbreitete. Eine solche Häufung von Fällen ist in der Schweiz nicht zu erwarten, weil die hiesigen Ziegenbestände viel kleiner sind als in Holland. Dort gibt es Betriebe mit Tausenden von Tieren. Wie geht es nach 2010 weiter? Bleibt das Impfobligatorium gegen die Blauzungenkrankheit bestehen? Das kann ich heute noch nicht sagen. Falls wir und die umliegenden Gebiete im Ausland es schaffen, dass die Blauzungenkrankheit nicht wieder aufflackert, rechne ich für 2011 mit keinem Impfobligatorium mehr. Deshalb ist auch 2010 eine gute Impfabdeckung wichtig. 䡵

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 8401 Winterthur Mehr über die Seuchenbekämpfung des Bundesamtes für Veterinärwesen sowie über die Blauzungenkrankheit steht unter www.bluetongue.ch und www.bvet.admin.ch

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FUTTERMITTEL

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Fortsetzung von Seite 71

Vorkeimharassen, aus Holz; Lampen, günstig  079 425 52 49

Kantholz, ab Fr. 300/m3  079 324 52 25

Heurüstmaschine Lanker, fahrbar, mit Schiebrechen, Kunststoffzincken, guter Zustand, günstig abzugeben  079 812 98 66

Futtermischwagen BvL V-Mix plus, 8 m3, Bj. 2006, Fr. 22'000  079 743 25 90 Doppelrad Müller / Bührer 9.5 / 36, grün, guter Zustand  079 360 94 24

Schleppschlauchverteiler Hadorn, AB 12 m, Jg. 1998, Hangausgleich, Fr. 2500  076 563 98 09

Schilter 1000, Motor revidiert; Gras- und Mistbahre, 100 l  033 722 25 84

Kippschaufel Ott, 2 m, mit Schnellkupplung, sehr guter Zustand, ab Fr. 1350; EinachsAnhänger, 1.6 x 4 m,

74

3 t Nutzlast, Fr. 300; UntenanhängeKupplung für SDS Traktoren, mit Zapfen, neuwertig, Fr. 700  079 720 11 20 Kunststofftänke, Heizöl/Diesel, 4 Stk, 2000 l, mit 100 % Auffangwannen, gereinigt, technisch und optisch wie neu, alles in top Zustand, Fr. 750/Stk. inkl. Wanne  079 328 76 63 Kt. BE Maishäcksler John Deere 25, 1-Reihig, sehr wenig gebraucht, technisch und optisch in einwandfreiem

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Stähler Suisse SA 4800 Zofingen  062 746 80 00 Nutzen Sie den Marktplatz in der UFARevue. Geben Sie Ihr Inserat per Telefon: 052 264 22 22, per Fax 052 213 21 61 oder per Mail:

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fenaco GOF Getreide, Ölsaaten und Futtermittel www.fenaco-gof.ch

TIERHALTUNG

BURGMER Geflügelzucht AG 8570 Weinfelden  071 622 15 22, www.burgmer-ag.ch

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Zustand, mit div. Zahnradsätzen und Betriebsanleitung Fr. 3000  079 328 76 63 Kt. BE

John Deere 5090 R, Fronthydraulik etc., 50h, Fr. 77'000  041 250 52 53

Schilter Senior mit Dieselmotor  079 622 45 82

Heubelüftung Sumag, mit autom. Steuerung; Micro Sec, inkl. Röste 90 m2; Heugebläse; Teleskopheuverteiler; Heuentnahmekran, infolge Betriebsumstellung günstig zu verkaufen  076 563 98 09

Teleskop Kamo 3*, SL, 4 TL, 4500 h, Jg. 84, guter Zustand, Fr. 8500  079 600 31 05 Autoanhänger Saris; Polyestersilo Rotaver; Schwingzubringer Lanker; Melkstand Side by Side; Viehbändli Nyfarm; Pneuwagen Fendt GT 225  032 392 35 33

Rübenschneider BVL van Lengerich; Gebläse Aebi HG10, mit Rohr; Förderband Samas, 7 m  032 853 53 19

Mist- und Kompoststreuer Kirchner Muli B55, Jg. 1991, top Zustand, infolge Betriebsumstellung günstig zu verkaufen  076 563 98 09 Stahlblech Profit, occ.; Heizlüfter, div.; Entfeuchter, div.; Alu Iso Fenster, 2 Stk., neu, 1.2 m x 2 m; Kipplampe, hydraulisch, 2.3 m x 6 m  062 968 11 64 Stromzähler, digital, 400 V, Steckdose 15 A, 500 V, Kabel 5 m, 5 mm x 2.5 mm, mit Stecker, Eurokupplung, 16 A, 5 Polig  026 493 14 58 2 2010 · UFA-REVUE


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Samro Master SC RB, Jg. 91, Zwiebel Aufnahme, Sonnendach, seitlich eine Paloxe für den Abfall, guter Zustand, Preis auf Anfrage  079 460 97 60 Traktor New Holland TSA 110, 150 PS, FZ, FH, DL, Jg. 2007, 560 h, wie neu; Bodenfräse Celli, 3 m Packerwalze, sehr guter Zustand; LKW 2-Achs Anhänger, div., mit Ölbremse, davon 2 Kipper, 1 mit DL-Bremse  078 807 13 37 Kt. TG Ballenförderband Blaser, ca. 12 m, fahrbar  079 528 38 09 Kt. BE Kälberiglu, 3 Stk., 1x für 3 Kälber, 2x für je 1 Kalb, inkl. Gitter, wie neu, waren nur an Ausstellung, auch einzeln erhältlich, Fr. 2000  079 480 19 32 Palettenrahmen SBB, Fr. 12 / Stk.; Gasofen, 20-57 KW, Fr. 450; Radialventilator, 3 PS, Fr. 850; Baufräse, massiv, Fr. 100; Heckablader, zu JF-Wagen, Kompressor, Fr. 100; Fräseblätter, div.  071 633 31 49 Kratzbodenwagen Mengele, mit Aufsätzen, Fr. 800  071 633 42 36 Absauganlage DeLaval Family, mit Wärmerückgewinnung, Fr. 1200  052 685 37 64 Wendetraktor Carraro 7700, mit Fronthydraulik, Doppelräder hinten, 1700 h, 64 PS, Kriechgänge, 2 Zapfwellenanschlüsse, 540 und 1000 U/min rechts, 1000 links, Wegzapfwelle, Kupplung neu, ab MFK, Fr. 19'000  079 318 93 07

Bandheuer, Reform, 4 Zinken, 13 Rechen, 2.5 m, neuwertige Bänder, Fr. 1000  079 318 93 07 Rapid Super, mit Triebachse und Kabine, betriebsbereit, Fr. 1900  078 835 33 68 Zaunpfähle aus Holz, Länge 1.6 m, bis 300 Stk.  079 318 93 07 Räder, komplett, 10.75-15.3 AF, 11,5.815,3 AF; Doppelräder, 10.75-15.3 AF, 11,5.8-15,3 AF  079 318 93 07 Rapid 505, mit Bandeingraser, Mag Motor 1040, Zugdeichsel, betriebsbereit  078 835 33 68 Bergmäher Bucher Elite 7, Hydrostatantrieb, Kubota Motor GH280, 9 PS, Doppel- und Gitterräder, Messerbalken, 1.9 m, mit Aussenschuh, betriebsbereit  078 835 33 68 Heuverteiler Neuero, 14 m Streulänge, inkl. Gebläse  041 988 23 62 Gummiförderband, verzinkt / Chromstahl, Motor oben, mit Stecker, Fr. 3800  076 325 21 77 Motorkarette Honda 400, 65 cm breit, wenig gebraucht, Fr. 2500; Stromgenerator, 6 kVA, mit Dieselmotor, fahrbar, neuwertig, Fr. 1800; Mofa Pony, ab 18.00 Uhr  079 275 50 14

Autoräder, 16 Zoll  079 318 93 07

Treicheln Glocken Tresch, Herger, Büeler, Müsler, Chamonix, Premana, Römer, Berger, Omlin, Tenconi, Östreicher, klein und gross, gut und günstig, ab 18.00 Uhr  079 275 50 14

Kreiselheuer Claas WAS 450, Fr. 450; Ladewagen Agrar LW 30, Fr. 800; Druckfass, 2500 l, Fr. 900; Milchtank, stationär, 1000 l  052 685 37 64

Schneckenpumpe Stöckli, 78 m3, ZW Agropilot, wie neu; Hürlimann H360, 6000 h, Doppelrad, top Zustand, ab 18.00 Uhr  041 497 17 01

Messer zu Heuschrote Lanker  079 318 93 07

UFA-REVUE · 2 2010

Marktplatz Strohmühle Vakumat, 15 PS Motor- und Wasserspray Vorrichtung, wenig gebraucht, Fr. 2000  055 440 31 36 2-Achs Jumboanhänger, 6.5 x 2.5 m, blattgefedert, mit Luft- und hydraulischer Bremse, ab MFK; 3-Achs Jumboanhänger, mit Aluminiumbrücke, 2.5 x 9 m, blattgefedert, ab MFK  079 404 87 06 Betonmulde, für 3Achs oder 4-Achs LKW; 3-Achs Jumboanhänger, blattgefedert, ab MFK; 3-Achs Dreiseitenkipper, 24 t  079 404 87 06 Tandemanhänger Jumbo, 18 t, 6 x 2.5 m, 90 cm Brückenhöhe, blattgefedert; Tandemanhänger Jumbo, 16 t, 2.5 x 6 m, ab MFK; Tandemkipper, 18 t, 40 m3, für Hackschnitzeltransporte, ab MFK  079 404 87 06 3-Achs Jumbo, 2.5 x 8 m, blattgefedert, ab MFK; 2-Achs Kühlauflieger Kögel, mit Hebebühne; 1-Achs Auflieger, für Tiertransporte; Tandemanhänger Jumbo, 7 x 2.5 m, Fr. 5500  079 404 87 06 Tieflader Tridem, mit Rampen; Kran Hiab, mit Holzgreifer, hydr. Pumpe und Tank; Anhänger Tridem Jumbo, 2.5 x 9.2 m; Tandemkipper, 18 t, für Bautransporte, ab MFK  079 404 87 06 Transportanhänger, für Rüben, 24 t, ab MFK; Tandemkipper, 20 t, ab MFK; 2-Achs Jumboanhänger, 7 x 2.5 m, blattgefedert, mit Luftund hydr. Bremse, ab MFK  079 404 87 06 Tandem Wechselbrücke Jumbo Chassis, 18 t; 2-Achs Wechselbrückenanhänger Jumbo, mit Breitreifen; Achsen, div., 15'', 17.5 '' und 22.5'', bereift  079 404 87 06 Big Bags günstig abzugeben  079 426 06 35

Hackgerät Haruwy, für Maiskartoffeln, Rüben, in gutem Zustand; Kartoffelsetzgerät Haruwy, halbautomat, 4-Reihig, Häufelkörper, Fr. 750  077 472 26 18 Ballensammelwagen, mit Aufsatz zum anhängen an Kleinballenpresse, Blinklichtanlage, top Zustand, günstig  079 428 24 17 Ballenförderband Maran, Zapfwellenantrieb, hydr. Höhenverstellbar, guter Zustand  079 428 24 17 Pneu, 14 PLY 400/6015.5, 1 Stk., passend zu Kipper, Güllewagen, Mistzetter usw.  052 657 19 01 Hackholz, trocken, in Papier-Futtersäcken abgefüllt, geeignet für Kachelofen  052 657 19 01 Förderschnecke, für Getreide, 10 m lang, mit Einlauftrichter und Motor  052 657 19 01 Schlagmühle, für Getreide, mit Vorratstrichter, 10 PS Elektromotor  052 657 19 01 Fütterungskette, für Geflügel, ca. 400 m, mit Eckrädern  052 657 19 01 Tracteur John Deere, super occ., standart, année 09, relevache avant, climatisation, prix a discuter  079 765 37 34 Milchtank, stationär, 500 l, Doppelrad, 9.5 x 32 m, günstig  079 673 24 71 Moorraupentrax Komatsu, 7 t, 8000 h, guter Zustand; Raupenbagger Liebherr R900, 13 t, 7000 h, Schwenklöffel usw.  079 661 70 50 2-er Kälberiglu, Polyester; Silohäcksler IBR; Traktor Hürlimann D60, Jg. 56, rot, Fr. 4500  079 723 61 25 Generator Honda, 220 V; Generator Bernhard, Diesel, 230 u. 380 V  079 324 87 74

Schällblatt, zu Brennholzfräse, Fr. 150; Düngersähwagen, zweireihig, Fr. 120  056 666 11 63 Zinkenrotor, rau, 2.20 m, neue Zinken; Ladewagen Hamster Junior; Brückenwagen, leicht, 4 m x 1.80 m; Elektromotor, fahrbar  044 923 11 89

Viehanhänger, für Traktorenzug 16VE  055 280 19 46 Abwurfschacht Lanker, für Kunststoffsilo, Fr. 200  052 657 27 74 o. 079 470 26 57 Mulchgerät, 80 cm, zu Aebi CC56, CC66, CC55, betriebsbereit  055 440 34 64

Futtermischwagen Seko Pony 30, Fr. 4500; Motormäher Aebi AM 40, mit Band, Fr. 4000; Milchautomat Brunimat, Fr. 2000  052 649 17 05

Schneepflug Zaugg 63-150-2, 1.50 m breit, hydr. schwenkbar, inkl. 1 Paar Seitenbleche zu Aebi CC66, mit Zusatzhydraulik  055 440 34 64

Faltenschieber BZM, bis 3 m Arbeitsbreite, Fr. 500; Heckstapler Fenwick, Fr. 2000; Ameise, mit Ladegerät, bis 2.5 m, Fr. 3000  079 848 15 70

Heugebläse Aebi FG46, 20 PS, Elektromotor  055 440 34 64

Heuventilator Lico Radial, 7.5 PS, Schaltuhr; Gebläse Dücker, 15 PS, Fr. 600  052 745 21 12

Silohäcksler Botsch IBR, 25 PS Motor, mit elek. Schleifapparat, Fr. 1500  079 723 61 25

Bodenfräse Pegoraro, 2.5 m, top Zustand  079 723 61 25 Diverse Förderbänder  079 426 06 35

NEU NOUVEAU mit zusätzlichen Rubriken Breitreifen 800/65-32, passend zu Fendt 700er Serie  079 653 96 35 Heuschrottmesser Aebi, mit 20 m Kabel, Fr. 200; Verteilanlage, Fr. 50  055 412 40 36 Heupresse Welger AP12K, top Zustand  079 420 56 82 Kreiselegge Lely, 3 m, mit Packerwalze und Autsatteleinrichtung, guter Zustand, wenig gebraucht  079 673 95 16 Bührer Spezial, 1959, Pneu und Farbe neu, tech. i.o., Benzin  078 674 09 21 Raum TG

Traktoren Dreiseitenkipper, günstig  079 622 45 82

Umschlaggerät Betonsilo, 8 m3, funktionell i.o., Fr. 900  079 723 61 25 Traktor Güldner G 40, Jg. 65; Schneeketten, 11 x 32, wenig gebraucht, Fr. 600  061 841 27 82 Ladewagen Steyr 801, top Zustand; Mixerpumpe Früh Rapid 505; Kleintierställe, massiv  034 461 28 94 Herserotative Falk, 2.5 m, revisée, peint neuve, Fr. 2300  032 462 23 13 Doppelräder 12.4/36, Patent Müller, 5 Stern, Profil mind. 90 %, Fr. 1900  041 921 16 35 Kunstoffsilo Huber, 2 Stk. 3.5 m, 105 m3, 6 Lucken, rehbraun, mit Kranbahn; Hydroschneckenfräse MUS- Max, Sauggebläse 11 KW, Chromstahl, Saugleitung und Elektrosteuerung, inkl. Zyklon, Verfügbar ab September 2010  052 653 11 60 Mähbalken ESM, zu Aebi Motormäher, 1.42 m, Fr. 450  078 835 33 68 Fortsetzung Seite 76 75


Marktplatz Fortsetzung von Seite 75 Fendt Farmer 103S, 45 PS, gefederte Forderachse, 1 DW, Doppelräder, hydr. Lenkung, Schnellkuppler, teilrevidiert, top Zustand, günstiger Preis  079 713 34 82 Reform Metrac 2002, mit Front- Rasenmähwerk, Baujahr 1988, 2980 h, letzte MFK 4.2009, Fronthydraulik Kat. 1, Front- und Heckzapfwelle 540 U/min., Mähwerk ist neu, 1.50 m Mähbreite, 3 Messer, Seitenauswurf rechts, Fotos auf agrarmaschinen.ch, Fr. 9900  078 744 30 32 Aufsitzwischmaschine Rapid Dulevo 90, 1.2 m Arbeitsbreite, Benzinmotor 755 h, hydrostatischer Antrieb, Hochentleerung, guter Zustand, Fr. 3200; Wischmaschine Hako Hamster 700 E, 75 cm Arbeitsbreite, BatterieElektroantrieb mit Ladegerät, Fr. 1500  078 744 30 32 Laub-Heugebläse, zu Traktor oder Zweiachsmäher, Zapfwellenantrieb, 1000 U/min, Neumaschine, Fr. 4800; Mistschieber, für Laufstall, 1.5 m Arbeitsbreite, Elektroantrieb, mit Ladegerät, Fotos auf agrarmaschinen.ch  078 744 30 32 Traktor Fiat 500 DT Spezial, mit Kabine und Frontlader, 4000 h  079 622 45 82 Luftdruckanlage, komplett, zu Traktor; Silo, 100 m3; Unibed Schaad; Allradachse New Holland Feldhäcksler; Kreiselegge Falc Fox, 3 m  079 243 75 25 Düngerstreuer Waggon; Einscharpflug Menzi Nr. 6; Glocken Biaggi, alt  079 748 30 57 Heuschrote, elek., mit Kabelrückzugrolle, Fr. 400; Melkmaschine Alfa Laval VTU 18 MM  079 732 45 74 Dreschmaschine, alt und günstig  034 493 32 83 76

Ladewagen Mengele 285, sehr guter Zustand  032 641 23 43 Ballenzange Kondor, 2-jährig; Kartoffeldämpfer, Holz Feuerung  032 351 23 58 Kompletträder 13.0/75-16 SL 10 PLY, 1 Paar, zu Ladwagen, neuwertig, Fr. 400  055 280 29 09 Fiat 80-90 DT, Allrad Hi Lo, Fronthydraulik, breite Komfortkabine, Heizung, 80 PS, Allradbremse, Anhängerbremsventil, Halbgang, ZW 540-1000, 9000 h, Bremsen revidiert, Fr. 16'500  079 287 52 89 Schweinefütterungsanlage Zimmerli, komplett, 7.5 PS Pumpe, Stande 800 l, Futtersilo 4 t, Wiegestab, Chromstahl, Wiegecomputer, Schottertank 4600 l, Verhandlungspreis Fr. 13'500  079 673 68 30 Pneu Kleber, occ., Grösse 11.2 R 44 Radial, Profil 25 %, Fr.250/Stk.  052 657 27 74 o. 079 470 26 57 Volvo V90 Kombi, Automat, ab MFK Nov. 09, 8-fach ber., top Zustand, Fr. 7800  052 301 03 41 Dieseltank, 1000 l, Fr. 90; Doppelrad Schaad, 2 Stk., 11 x 28, Ø 70.5 cm, Fr. 150  044 767 12 77 Ernteprofi Pöttinger, Kurmannachse, Dossierw., Querband; Viehwagen, 5 x 2 m, mit PL  079 403 03 64

LANDTECHNIK gesucht

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Siloschneidezange, an Pneulader, 1.80 m bis 2 m breit; Schwemmkanalroste, 80 cm breit, 4 cm hoch, Auflage 30 mm, Schlitzbreite ca. 16 m  079 563 82 41

Allradtraktor, ca. 60 PS  079 245 25 02

Frontlader, zu Same Dorado oder Same Explorer 60  077 418 96 43

Silo Huber 7B, 90 m3, ø 3,5 m, braun oder grün, mit UV Schutz  079 643 59 65

Ballenförderband, Leichtband  078 910 87 39

Kochherd Tiba, mit Einfeuerung rechts, mit oder ohne Backofen, wenn möglich Glaskeramik, Farbe weiss oder braun, Masse 60 cm x 125 cm  062 723 23 04

1 Paar Messer zu Heuschrote SFW 160, Gebr. Weiber Sursee, oder ganze Heuschrote, günstig  062 723 23 04

Betonspaltenboden, 1.95 - 2 m lang, 14 cm hoch  071 944 11 37

Pick-Up zu Transporter Rapid Cargo 15s, gut erhalten; Schleifrechen, 1.4 m, kein Alu  079 676 34 50 Viktor Kabine, für Landini 6500  044 833 04 76 Kraftfutterstation, für Milchkühe, komplett  056 401 26 22 Holzhacker, 3-Punkt Anbau, Zapfwellenantrieb, ca. 20 cm Durchsatz  079 425 93 05 SchwemmkanalBetonrost, alt und gebraucht  071 298 20 86

Sickerleitungs-Rohre, PE gelocht, Ø 100 mm , sowie ca. 12 Rohr Ø 600 mm oder grösser  079 393 06 60

Gummimatten, gebraucht  032 313 13 93 Heurüstmaschine, Kranmodell; Siloverteiler, elektrisch; Heumesser, elektrisch, 220 V; Güllenmixer, ca. 10-15 PS, evt. mit Untersetzungsgetriebe oder Traktormixer  079 678 81 49 Faltenschieber, für Rinder und Kühe; Heuentnahmekran  078 871 64 15 Sternhackgerät Haruwy, für Maiskartoffeln, Rüben  079 765 20 26 Grubber, leicht, für 80 PS Traktor  052 657 19 61

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Lamellen, zu Kuhnflex KF 4  056 668 13 85

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Kindersitz, für Traktor, gefedert oder ungefedert, Preis nach Verhandlung  079 519 18 59

Heuentnahmekran, günstig  079 673 24 71

Schleppschlauchverteiler  077 418 96 43

Heubelüftungsroste, Kt. BE-LU  079 444 67 62

Schlauchhaspel, für flachrollbare Güllenschläuche  077 418 96 43

Tandem-3-Seitenkipper oder Einachs3-Seitenkipper  079 278 45 31

Traktor Bührer Tractospeed ab 19.00 Uhr  052 763 38 97

Schleppschlauchverteiler zu Druckfass, ca. 7 m  041 787 21 89

Bewässerungrohre, mit Regner  079 441 88 79

Tandemwannenkipper, occ. körnerdicht  079 684 91 45

Kälbertränkeautomat, möglichst günstig  079 673 24 71

Milchraum Container  079 848 15 70 Weideunterstand, einfach, mobil, für ca. vier Rinder  056 664 26 89 Tandem- oder Einachskipper  079 278 45 31 Gummiförderband  078 910 87 39 Traktor Systra, Zustand egal  079 208 51 89 Traktor Hürlimann, rot oder grün, bis Jahrgang 1975  062 299 14 30

Messerbalken, zu Kramer, 20 PS, Jg. 6065 und Bucher D 1800  055 280 29 09

Stabkrümlmer, 3 m  079 787 20 67

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KURZMELDUNGEN

Bauernfamilien in Europa: Schwierigkeiten und Hilfsangebote Generationenkonflikte, Eheprobleme, Arbeitsüberlastung, Liquiditätsengpässe, Selbstmordgedanken, Überschuldung und fehlende betriebliche Entwicklungsmöglichkeiten – die Liste der Problemauslöser für Bauernfamilien liest sich in ganz

Europa gleich. Vertreter bäuerlicher Sorgentelefone und Familienberatungsstellen aus Frankreich, Belgien, Deutschland und der Schweiz haben Mitte Januar 2010 an einem Workshop (Bild) in Wernau bei Stuttgart zudem festgestellt, dass ihre Bera-

tungspraxis von einer ähnlichen Grundhaltung geprägt ist: Förderung der Lebensqualität von Bauernfamilien. Unterschiede zeigen sich bei der Tiefe des Hilfsangebots: Das Spektrum reicht von anonymer Telefonberatung (CH) über Beratung vor Ort (D, B) bis zur gemeinsamen politischen Aktion (F). Ermutigend tönte das Schlusswort eines pensionierten Bauern und Familienbegleiters aus Frankreich: «Bisher war ich ein EU-Skeptiker. Jetzt habe ich zum ersten Mal erlebt, dass die Zusammenarbeit innerhalb Europas die Bauernfamilien auch stärken kann!» Ueli Straub, Agridea, Vorstand Bäuerliches Sorgentelefon: 寿 041 820 02 15, Mo 08.15 – 12.00 und Do 18.00 – 22.00

Demission

Aktion 72 Stunden

Seit 16 Jahren präsidiert Ueli Tobler, Pfarrer von Müntschemier (BE), das bäuerliche Sorgentelefon und die reformierte Arbeitsgemeinschaft Kirche und Landwirtschaft (SRAKLA). Auf Ende 2010 werde er demissionieren, kündigte er an. Die Verbindung von Gemeindearbeit und Landwirtschaft habe ein spannendes Arbeitspensum ergeben, erklärt er, und dass er diese Aufgaben weitergeben möchte, bevor sich Ermüdungserscheinungen bemerkbar machen. http://blogs.ref.ch/tobler.php

Mit dem Projekt «Aktion 72 Stunden» sollen Jugendliche gemeinnützige Projekte umsetzen, begleitet von den Radiosender der SRG SSR idée suisse. Der Startschuss fällt am 9. 9. 2010. Landjugendgruppen mit Ideen sollen sich melden via Email info@landjugend.ch oder an der Tier&Technik am Landjugend-Stand in der Halle 3.1. www.landjugend.ch

Jubiläum mit Flechtgetreide Seit 25 Jahren sind Claudia und Ruedi Künzi in Maschwanden die schweizweit führenden Produzenten von Getreidedekorationen. Ihre Aktivitäten zum Jubiläumsjahr sind auf der neu gestalteten Homepage (www.getreidedeko.ch) aufgeschaltet, so zum Beispiel der Strohflechtkurs vom 20. und 21. März 2010. Anmeldung: 寿 044 767 14 23.

Zum Rechten schauen Zum Thema «Frauen schauen zum Rechten im Stall» organisiert das Beratungsteam Appenzell Ausserrhoden einen Kurs. Das Ziel ist den Bäuerinnen, die ihre Männer im Stall vertreten, Grundlagen der Rindviehhaltung zu vermitteln und Sicherheit im Umgang mit unerwarteten Situationen im Stall. Auf dem Hof von der Familie Felix Knöpfel in St. GallenWinkeln am 19. 2. 2010 (10 bis 16 Uhr). Anmeldung: 寿 071 353 67 64 christine.koella@ar.ch UFA-REVUE · 2 2010

Die Tochter meiner Mutter Das 11. Bäregg-Frauen-Forum widmet sich der Auseinandersetzung,

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Versöhnung und Heilung der Beziehung zur eigenen Mutter. Referentin ist die Primarlehrerin Ruth Schmocker-Buff (TDM, Weiterbildung in Transaktionsanalyse und Familiensystemik). Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 4. März 2010, 13.30 am Inforama Emmental (Bild), Bärau bei Langnau (BE) statt und ist kostenlos. Anmeldung: Kurssekretariat des Inforama Waldhof, 4900 Langenthal 寿 062 916 01 01

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Auflösung Wettbewerb UFA-Revue 1/2010 «Landhand» hiess das Lösungswort im Januarwettbewerb. Gewonnen haben Heidi Schnyder aus Näfels, Curdin Hunger aus Thalkirch, Adrian Berger aus Tafers, Martha Zwahlen aus Mamishaus, Rosmarie Leibundgut aus Oschwand, Willi Vogt aus Güttingen, Emmi Lehmann aus Humlikon, Hans Schürch aus Madiswil, Albert Götz aus Bretzwil und Vreni Habegger aus Arni. Sie erhalten die DVD-Landgang, die die Geschichte der Familie Ammann erzählt. Ammanns bewirtschaften ihren Hof, dann verkaufen sie alles. Die Kamera war mit dabei. www.landgang-film.ch

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 77


BÄUERINNEN KOCHEN LANDLEBEN

Bäuerinnen machen Party REGIONAL UND SAISONAL Es scheint als hätten viele Kunden auf sie gewartet – die Bäuerinnen Aperogruppen. Bereits gibt es davon einige in der Schweiz. Die UFA-Revue unterhielt sich mit zwei Bäuerinnen der Luzerner Apero-Bäuerinnen, die seit Mai 2009 unter dem Namen Agricatering ihre Kunden verwöhnen.

Helen Heller bewirtschaftet mit ihrem Mann Peter einen 15-haBetrieb in Willisau. Sie ist Mutter von drei Kindern (Patric 18, Domenic 15 und Dario 4). Im Vorstand von Agricatering ist sie Kassierin.

UFA Revue: Im Mai 2009 sind Sie mit Agricatering gestartet. Wie war die Nachfrage? Helen Heller: Sehr gut. Unsere Erwartungen wurden übertroffen und wir waren überrascht über das positive Echo. Daniela Bucher-Rölli: Die Leute sind begeistert. Unser Pluspunkt ist, dass die Leute wissen, woher unsere Produkte kommen.

Also Lachsbrötchen und Orangensaft gibt es bei Ihnen nicht. Helen Heller: Nein, ganz sicher nicht. Auch Schinkengipfeli, Chips und Nüsschen sucht man vergebens. Daniela Bucher-Rölli: Statt Orangensaft gibt es Süssmost. Wir setzen auf landwirtschaftliche Produkte aus unserer Region … Helen Heller: … und legen grossen Wert auf Regionalität und Saisonalität.

Das Angebot an knackigem Gemüse mit Dipsauce ist allerdings im Winter reduziert und beschränkt sich auf Rüebli. Ergänzt durch die sehr beliebten Randenhäppchen. Wer sind Ihre Kunden? Daniela Bucher-Rölli: Landwirtschaftliche Organisationen wie der Bauernverband, die fenaco-LANDI Gruppe oder das Landwirtschaftsamt, aber

Brombeer-Streusel-Blechkuchen Butter für das Blech Streusel: 250 g Mehl, 2 Prisen Salz ¼ TL Backpulver, 125 g Zucker 150 g Butter, kalt, in Stücke geschnitten 1 Ei, verquirlt Füllung: 400 g kleine Brombeeren oder grosse halbiert Guss: 400 g Quark (evtl. 200 g Crème fraìche + 200 g Quark) 125 g Zucker 1 Vanillestängel, längs aufgeschnitten, ausgeschabtes Mark 3 Eier, Puderzucker zum Bestreuen Mehl, Salz, Backpulver und Zucker mischen. Butter beifügen und zu einer krümeligen Masse verreiben, eine Mulde formen. Ei hineingiessen, miteinander vermischen. ²/3 des Streusels ins bebutterte Blech verteilen. Flach drücken, so dass der Boden bedeckt ist und dabei einen Rand formen. Brombeeren auf dem Streusel verteilen. Für den Guss alle Zutaten verrühren und über die Beeren giessen. Mit dem beiseite gestellten Streuseln bestreuen. In der Mitte des auf 200 °C vorgeheizten Ofens 45 bis 50 Minuten backen. Auskühlen lassen. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestreuen. Rezept von Helen Heller

Daniela Bucher-Rölli aus Zell (LU) wird mit ihrem Mann in den nächsten Jahren den elterlichen Betrieb übernehmen. Sie ist Mutter von vier Kindern (Roderic 6, Timon 4 ½, Fabio 3 ½, Elio 1 ½), das fünfte ist unterwegs. Im Vorstand von Agricatering ist sie für die Kommunikation zuständig. 78

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BÄUERINNEN KOCHEN LANDLEBEN

Fleischkäse-Würfel

auch viele Unternehmen, die mit der Landwirtschaft gar nichts am Hut haben. Immer mehr engagieren uns auch Privatpersonen für familiäre Anlässe. Warum machen Sie mit bei Agricatering? Helen Heller: Ich koche und backe gerne und folgte einem Aufruf in der BauernZeitung. Daniela Bucher-Rölli: Mir ging es ähnlich. Zudem komme ich so auch un-

Randen-Häppchen Zahnstocher 5 kleine Randen, geviertelt wenig Butter 1 Weichkäse (270 g, in 20 Scheiben geschnitten) 1–2 rote Zwiebeln, in Ringe geschnitten rosa Pfeffer, grob zerdrückt Die Randenviertel knapp weich garen. Herausnehmen. Butter in der Pfanne schmelzen. Die Randenviertel kurz darin schwenken und auf einer Platte anrichten. An jedes Randenstück mit einem Zahnstocher eine Käsescheibe und einen Zwiebelring anstecken. Mit Pfeffer bestreuen und lauwarm servieren. Rezept von Helen Heller

ter die Leute und lerne andere Bäuerinnen kennen. Helen Heller: Im Februar 2009 war ein Informationstreffen und es fanden sich 31 Bäuerinnen bereit, die mitmachen wollten. Anfangs Mai gründeten wir Agricatering und am 12. Mai hatten wir schon den ersten Grossanlass mit über 550 Leuten. Das war unsere Feuertaufe. Es hat alles geklappt, auch wenn es ein bisschen hektisch war. Da muss ja organisatorisch vorher einiges gelaufen sein. Daniela Bucher-Rölli: Ja, das stimmt. Wir hatten Weiterbildungstage zum Thema gesetzliche Vorschriften, Anrichten und Dekorieren von Aperoplatten. Und brachten die Werbung in Schwung. Helen Heller: Von Sursee und Emmen aus organisieren zwei Koordinatorinnen die Einsätze mit dem Internet-Instrument «Doodle». Sie schreiben zum Beispiel «Apero vom 1. März, 70 Fleischkäsewürfel, 70 Schinkenomeletten, 3 kg Brot etc.» Jede schreibt hinein, was und wie viel sie davon produzieren kann. Daniela Bucher-Rölli: Anhand dieser Angaben wird die Sammeltour organisiert. Und wo kommt das Geschirr und Besteck her? Helen Heller: Bei der Koordinatorin ist jeweils ein kleines Inventar an Tellern, Gläsern und weiteres Material, das wir laufend ergänzen. Daniela Bucher-Rölli: Was es braucht sind Aperoplatten. Beim Start von Agricatering machten wir einen Aufruf. Jede brachte Silberplatten, Brotkörbe oder Coupgläser, die sie nicht mehr braucht, mit.

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120 g Kalbsbrät Zahnstocher 20 g Mais 1 TL Balsamicoessig 1 Zehe Knoblauch gepresst 1 kleine Zwiebeln fein gehackt Peterli fein gehackt Basilikum fein gehackt Salz, Pfeffer 50 g frische Champignons 20 g Rüebli fein geschnitten 20 g Essiggurken fein geschnitten Brät, Knoblauch, Zwiebeln, Peterli, Basilikum, Rüebli, Essiggurken und die feingeschnittenen Champignons miteinander vermengen und in eine kleine mit Blechreinpapier ausgelegte Cakeform füllen. Die Masse gut zusammendrücken. Vor dem Backen 1 Stunde kühl stellen. Bei 180 °C. 1 Stunde backen. Herausnehmen und die Flüssigkeit abgiessen. In der Form auskühlen lassen. Den Fleischkäse stürzen und den Backrand wegschneiden. Fleischkäse in 2 cm dicke Scheiben und in 2 mal 2 cm breite Würfel schneiden. Kein gefrorenes Brät verwenden, (fällt beim Backen zusammen). Mit einem Zahnstocher anrichten. Rezept von Helen Heller

Helen Heller: Der Bruder von Daniela stellte uns Natursteinplatten aus Granit zur Verfügung. Auf denen wirken die Silber- oder auch Spiegelplatten einfach toll. Trotz viel Eigenleistung entstanden aber doch Kosten, zum Beispiel für die Werbung, für Flyer und Homepage? Helen Heller: Jede von uns zahlte eine Eintrittsgebühr von 100 Fr. plus einen Jahresbeitrag von 20 Fr. ein. Finanzielle Unterstützung erhielten wir zudem vom Bauernverband und vom kantonalen Landwirtschaftsamt. Das war unser Startkapital. Daniela Bucher-Rölli: Viele sind uns finanziell entgegen gekommen. Die LANDI im Kanton Luzern haben unsere schwarzen T-Shirts gesponsert. Helen Heller: Wir wollen selbsttragend sein. Unsere Standardpreise betragen für das Minibuffet 10 Fr., für die Maximalvariante 20 Fr. pro Person. Die Preise sind gerechnet ab 25 Personen und sind in unseren allgemeinen Geschäftsbedingungen nachzulesen. Über79


BÄUERINNEN KOCHEN LANDLEBEN

Apéro-Schinkenomeletten 60 g Mehl, 2 Prisen Salz 1 Ei 1.4 dl Milch 10 g Butter Etwas Schnittlauch, 70 g Frischkäse Senf Estragon frisch Pfeffer 100 g Buurehamme rund Mehl, Salz, Eier, Milch, Butter und Schnittlauch glattrühren. Etwas Butter in einer Pfanne bei mittlerer Hitze zerlassen und mit wenig Teig feine, goldgelbe Omeletten backen. Frischkäse, Senf Estragon verrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Drei Omeletten am Rand übereinander legen und mit der Frischkäsemasse bestreichen. Den Schinken aufrollen und je eine Rolle an den Rand einer Omelette legen. Die Omeletten um den Schinken aufrollen, in Frischhaltefolie einwickeln. Die Rollen eine Stunde in den Kühlschrank legen. Die Enden mit einem Messer glatt schneiden, den Rest in je 6 Stücke schneiden, abwechselnd gerade und schräg. Rezept von Priska Niffeler

Adressen von Bäuerinnen-Apèro-Gruppen: Agricatering/LU: Für die Region Sursee: Priska Niffeler, Mauensee,  077 451 30 36, priska.niffeler@agricatering.ch Für die Region Emmen: Hanne Heini, Emmenbrücke,  077 402 30 48, hanne.heini@agricatering.ch Apéro Chuchi Freiamt/AG: Lisbeth Wilmes, Oberrüti,  041 787 00 76, aperochuchi@bluewin.ch Apéro/FR: Sensler Apéro Margrit Roggo, Düdingen,  026 493 42 80 Délices de la ferme, Elisabeth Roulin,  026 413 12 61 Créapéro, Christine Glauser,  026 658 17 80 Bäuerinnen-Party-Service Seeland GmbH/BE: Margrit Meuter, Gostel 5, 3234 Vinelz, bps.seeland@bluewin.ch, Buirä-Apéro Team/NW: Theres Odermatt-Barmettler, Ennetmoos,  041 610 42 46, theres.odermatt@bauernapero.ch, Landfrauen Apéro/OW: Theres Halter, Giswil,  041 675 24 16, mail@aperogruppe.ch Werdenberger Bäuerinnen-Apéro/SG: Barbara Dürr-Bruhin, Gams,  081 771 46 20, apero@werdenberg.ch

nehmen wir noch den Service, berechnen wir dafür einen Stundenansatz von 35 Fr. Unser Ziel, zugegeben in weiter Ferne liegend, wäre eine zentrale Küche, von wo aus man das Catering betreiben könnte. Was verdient Ihr dabei? Helen Heller: Wir haben Stundenansätze für die Produktion, für den Koordinationsaufwand und für den Service. Der Stundenansatz ist vergleichbar mit jenem, den ich früher, als ich in der Alterspflege arbeitete, hatte. Ich mache das in erster Linie nicht, um Geld zu verdienen, sondern ich backe und koche sehr gerne. Zudem vertrete ich damit mit Freude unseren Bauernstand. Klar will ich selber nicht drauflegen, die Unkosten müssen gedeckt sein. Daniela Bucher-Rölli: Jede macht das, was sie daheim hat. So kann aus den Hofprodukten eine Wertschöpfung realisiert werden. Wenn ich Brot backe, werden die Zutaten auf dem Lieferschein vermerkt und zu einem einheitlichen Tarif abgerechnet. Dazu haben wir jedes Gericht dreimal gekocht, mit genauen Mengenangaben und exakten Zeitangaben. Daraus entstanden Durchschnittswerte, die für uns alle gelten. Also kein Kochen nach Handgelenk mal Pi und Würzen nach eigenem Ermessen? Helen Heller: Nein, das geht in einem professionellen Catering-Service nicht. Es muss alles klar deklariert sein. Als Hilfsmittel benutzen wir ein Rezeptprogramm auf dem Computer, wo wir die Anzahl Personen eingeben und die Mengenangaben automatisiert entsprechend durchgerechnet werden. Sie haben beide Kinder, vielfältige Pflichten im Haushalt, aber auch draussen in Stall und Feld. Wie hat eure Familie auf dieses Engagement reagiert?

Helen Heller: Ich bin grössenordnungsmässig 10 % pro Woche für das Agricatering engagiert und das lässt sich mit Familie und Haushalt gut vereinbaren. Gestöhnt wird höchstens, wenn es ums Testkochen beziehungsweise Testessen geht. Aber ansonsten begrüsst es meine Familie sehr. Daniela Bucher-Rölli: Bei mir ist es auch so. Ich muss auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich mal in der Produktion verhindert bin, dann springt jemand anders ein. Bei so einer grossen Gruppe ist das kein Problem. Es ist kein Muss oder eine Verpflichtung, die einem erstickt. Alle bei uns haben Familie, da ist Flexibilität wichtig. Frau Bucher-Rölli, ich frage gleichwohl nach, Sie haben vier Kinder zwischen 1 und 6 Jahren, das fünfte unterwegs. Wie schaffen Sie das? Daniela Bucher-Rölli: Ich mache meistens das Brot. Dann beginne ich am Vorabend, verwende weniger Hefe und lasse den Teig am Vorabend gehen. Zum Backen stehe ich in der Früh auf, wenn die Kinder noch schlafen. Zudem unterstützen mich mein Mann und auch meine Eltern. Gerade, weil ich zu Hause sehr engagiert bin, freue ich mich auf die monatlichen Vorstandstreffen und schätze es, zu einem Team zu gehören. Es ist sehr schön, weil die Motivation da ist und alle mitdenken. 

Autorin Die Fragen stellte Daniela Clemenz, UFA-Revue, 8401 Winterthur Bilder Agricatering.ch

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GARTENSEITE LANDLEBEN

Dankbare Dauerblüher BEGONIEN entfachen ein buntes Feuerwerk in leuchtenden Farben. Wer Ende Februar Knollen antreibt, kann die Blüten ab Mai bis zum Frost eine ganze Saison lang geniessen. Die Pflege der Dauerblüher ist kaum der Rede wert – und sie werden sogar von Schnecken verschont. Unter dem Begriff «Begonien» segeln die verschiedensten Gewächse. Die einen sind genügsame Zimmerpflanzen mit aparten Blattformen und -farben. Dazu gesellen sich LorraineBegonien, die im Winter in Weiss und Rosatönen blühen. Eliator-Begonien sind das ganze Jahr als blühende Zimmerpflanzen im Angebot. Die einjährigen Begonien semperflorens Hybriden kann man im März und April aus Samen ziehen. Sie erreichen 20 cm Höhe und sind Dauerblüher auf dem Balkon, in Rabatten und auf Gräbern. Die imposanteste Gruppe sind die Knollenbegonien in vielen Sorten. Nach Minusgraden stirbt die Pflanze oberirdisch ab. Die Knollen ausgraben und frostfrei überwintern.

Knollen antreiben Für eine frühe Blüte lohnt es sich, die Knollen ab Ende Februar aus dem Winterschlaf zu wecken. Dazu legt man sie während einer guten Stunde in handwarmes Wasser. Als Pflanzgefässe eignen sich flache Schalen, Obstkistchen oder Töpfe mit etwa 12 cm Durchmesser. Sie werden mit Aussaaterde, Torfersatz oder Blumenerde gefüllt. Darauf die Knollen mit der Einbuchtung nach oben betten und sie höchstens einen Zentimeter hoch mit Substrat bedecken und angiessen. Die bepflanzten Gefässe an einen kühlen Ort stellen. Licht ist nicht nötig, denn die Knollen sollen zuerst tüchtig Wurzeln schlagen. Jeweils vorsichtig mit temperiertem Wasser giessen: Das Substrat sollte

gleichmässig feucht sein, Nässe fördert hingegen Fäulnis.

Nachwuchs zum Nulltarif

Nach vier bis sechs Wochen erscheinen die ersten Triebe. In diesem Stadium können die Knollen zur Vermehrung mit einem Messer geteilt werden. Jedes Stück muss wenigstens eine gut entwickelte Knospe aufweisen. Für die Weiterkultur ist nun Zimmertemperatur und viel Licht gefragt, jedoch keine direkte Sonne. Sobald sich die Jungpflanzen den Platz in den Schalen streitig machen, werden sie in Töpfe oder Balkonkistchen mit humusreicher Erde gesetzt. Pro zehn Liter Substrat eine kleine Handvoll Hornspäne untermischen. Dann sind die Begonien bis im Herbst gut versorgt. Die Pflanzen an milden Frühlingstagen zur Angewöhnung ans Aussenklima ins Freie stellen. Aber Vorsicht: Begonien sind ausgesprochen frostempfindlich! Hingegen mögen die meisten Sorten einen Platz im Halbschatten und sogar im Schatten. Es gibt aber auch Züchtungen für Sonnenplätze und Kaskadenformen für Ampeln. 䡵

Edith Beckmann

Zum Verlieben: Begonie mit Blüten wie niedliche Rosen. Foto: Rolf Handke/pixelio

Autor Edith Beckmann, Freie Journalistin BR aus Frauenfeld (TG), leidenschaftliche Gärtnerin mit Wurzeln in der Landwirtschaft.

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Grüne Tipps für den Nutz- und Ziergarten • Im Februar ist höchste Zeit für letzte Schnittarbeiten an Obstbäumen, Kiwi, Reben und Gehölzen! • Es lohnt sich, etwa alle vier Jahre vor dem Gartenstart eine Bodenanalyse für die bedarfsgerechte Düngung erstellen zu lassen. • Unter Folie im Freiland können Ungeduldige Erbsen, Puffbohnen, Karotten, Spinat und Zwiebeln säen. • Frühkartoffeln an einem hellen Platz bei 10 bis 12 °C vorkeimen lassen.

Hängebegonien bezaubern mit üppigen Blütenkaskaden. Foto: IZB

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• Fuchsien zurückschneiden und sie hell und wärmer stellen. Abgeschnittene Zweige auf 10 cm stutzen und zur Vermehrung in einem Wasserglas bewurzeln lassen. • Kresse und Keimsprossen sowie Küchenkräuter auf der Fensterbank kultivieren. 85


ICH BIN GERNE BAUER LANDLEBEN

Faszinierende Abwechslung Christoph Brütsch (28) aus Barzheim (SH):

«Manchmal fühlt man sich schon etwas eingeengt!»

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Christoph Brütsch ist eher ein untypischer Bauernsohn, wollte er anfänglich doch gar nicht Bauer werden und hat selbst während seiner Ausbildung oft damit geliebäugelt, sich später einmal anderweitig zu orientieren. So richtig ernst wurde es dann erst im Vorfeld der Lehrabschlussprüfung. Dann hat sich der heutige Meisterbauer definitiv für diesen Beruf entschieden. Damals nämlich – vor sechs Jahren – bot ihm sein Vater den Betrieb zur Pacht an. Zwei Jahre später konnte Brütsch den Hof bereits sein Eigen nennen. «Ich beabsichtigte, den Munimaststall zu erweitern, meine Eltern hingegen wollten nicht mehr selbst bauen», fasst Brütsch die damalige Situation zusammen. Das Bauen, oder generell das Erweitern, wird den umtriebigen Jungbauern auch künftig auf Trab halten. Mit einer Nutzfläche von 60 ha und einem Tierbestand von 240 Mastkälbern und –muni verfügt er zwar bereits jetzt schon über einen ansehnlichen Betrieb, doch die unmittelbare Grenznähe ist für ihn immer wieder ein Anlass, dorthin zu schauen, wo halt vieles noch grösser ist. «Manchmal fühlt man sich hier schon etwas eingeengt». Er kann sich aber nicht dazu durchringen, irgendwo im Ausland sein Glück zu suchen. «Die Schweiz bietet einfach eine gewisse Sicherheit». Mit Skepsis blickt er möglichen Grenzöffnungen entgegen, wären doch seine Betriebszweige wie Munimast oder Kartoffeln massiv in ihrer Wirtschaftlichkeit gefährdet. Einzig die Spezialität des Betriebs, nämlich der Anbau – auch die Ernte und das Trocknen – von Kürbiskernen hätte seiner Ansicht nach gute Perspektiven bei einem Freihandel. Als Präsident der landwirtschaftlichen Genossenschaft Thayngen macht sich Brütsch für moderne Strukturen stark. «Nur wer sich einsetzt, kann seine Gedanken einbringen und letztlich umsetzen», lautet seine Devise. Reduziert hat er seine übrigen Aktivitäten – zugunsten der Familie: Brütsch ist seit drei Jahren mit Rahel, die ihn überall unterstützt und Rückhalt bietet, verheiratet, demnächst erwarten sie ihr zweites Kind. eng

2 2010 · UFA-REVUE


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