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Fachzeitschrift der fenaco-LANDI Gruppe • www.ufarevue.ch • 12 / 2011

Sonderthema «So gelingt die Kälbermast»

Entschädigungen gerecht regeln Seite 17

Technik-Trends an der Agritechnica Seite 24

Düngen mit High-Tech Seite 41

Mais-, Gras- oder Dürrfutterration? Seite 80


Partner 4536 Attiswil, A. Stalder, Landmaschinen 6275 Ballwil, Buchmann Technik AG 5618 Bettwil, Mosimann Paul 6211 Buchs LU, Meier Josef 3400 Burgdorf, Hess Durs GmbH 3664 Burgistein, Sterchi Landtechnik AG 7006 Chur, Mehli Andreas 8615 Freudwil, Temperli Landmaschinen GmbH 5324 Full-Reuenthal, Kämpf Heinz 9056 Gais, Koch Maschinen AG 8340 Hinwil, Grimm Forst-und Maschinenbetrieb 5502 Hunzenschwil, Odermatt Landmaschinen AG 3232 Ins, GVS Agrar Ins AG 8934 Knonau, Hausheer & Sidler AG 8460 Marthalen, Meier Maschinen AG 1716 Plaffeien, Rappo Gebr. AG 5734 Reinach AG, Hauri Hans 6221 Rickenbach LU, Sebastian Müller AG 3538 Röthenbach i.E., Schüpbach Gebrüder 9486 Schaanwald, Senti Harald 8834 Schindellegi, Schuler Maschinen AG 3555 Trubschachen, Zaugg Heinz 8730 Uznach, Technikcenter Uznach AG 8564 Wäldi TG, Reusser AG 9205 Waldkirch, Steiner Service und Reparaturen GmbH 8525 Wilen b. Neunforn, Heller Baumaschinen&Landtechnik

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INHALTSVERZEICHNIS EDITORIAL

Unter dem Namen www.swissfarm.ch startet die fenaco ein soziales Netzwerk für die positive Entwicklung der Schweizer Landwirtschaft.

Roman Engeler

FENACO AKTUELL Die fenaco im Film Mittler zwischen Produzent und Konsument

4

Die fenaco-Verwaltung stellt sich vor Auf ein Wort von Willy Gehriger www.swissfarm.ch – ein soziales Netzwerk von der fenaco

4 5 8

MANAGEMENT

PR wird immer wichtiger Die Imagekampagne der Schweizer Bäuerinnen und Bauern stärkt das Vertrauen in die einheimische Landwirtschaft.

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Erwerbsbewilligung und Enteignung Wenn die Gemeinde Land braucht

12

Kurzmeldungen Was Öffentlichkeitsarbeit den Bauern bringt Zankapfel Entschädigungen Zehn wohlwollende Provokationen Monatsfrage über die Mondphasen

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LANDTECHNIK Intelligentes Produzieren Elektronik und Sensoren als Innovationstreiber an der Agritechnica

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Kurzmeldungen Starke Neuheiten von Kuhn Mähdrescher Claas «Lexion 660» im Praxistest Natürlichem Melken nachempfunden: Lely «Astronaut A4» Produktneuheiten

22 26 28 30 32

Leistung mit Qualität Der Name «Lexion» steht bei Claas für innovativen und leistungsfähigen Mähdrusch. Das zeigte sich beim Praxistest.

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PFLANZENBAU Düngen mit High-Tech Ökologische und ökonomische Vorteile nutzen

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Kurzmeldungen Der Einfluss der Mondphasen Welche Schlüsse zieht man für den Maisanbau 2012? Stickstoff-Effizienz steigern mit Bio-Lit Zusammen stärker sein Merkblatt: Kooperationen im Ackerbau

35 36 38 44 48 51

NUTZTIERE

Im Ackerbau kooperieren Kooperationen im Ackerbau senken die Produktionskosten durch bessere Maschinenauslastung und effizientere Abläufe.

51

Nasenbluten im Schweinestall Schnüffelkrankheit wieder aktuell

86

Kurzmeldungen Bio-Seite: Geflügelmäster gesucht UFA aktuell: Die Seiten für den Tierhalter Wie lange Gas geben im zweiten Aufzuchtjahr? Frühes Erstkalbealter: Viele Einwände sind unberechtigt Mais-, Gras- oder Dürrfutterration? Rassenwahl: Trend zu gemischten Kuhbeständen Erkennungsmerkmale der Pansenazidose Kalziummobilisation in Startphase fördern Fohlen: Reichen Milch und Gras?

59 60 61 76 78 80 83 84 88 90

LANDLEBEN Weihnachtliche Verlockungen Das kulinarische Erbe der Schweiz

Energieschub nötig Fohlen wachsen wie der Blitz. Nach dem ersten Lebensmonat deckt Stutenmilch den Bedarf nicht mehr.

90

UFA-REVUE · 12 2011

Kurzmeldungen Adventsschmuck Rezepte von Sylvia Meier Stefan Moser ist gerne Bauer

94 93 96 101 102

SONDERTHEMA So gelingt die Kälbermast

ab 65

Ende Oktober dieses Jahres konnte – symbolisch zumindest – der siebenmilliardste Erdenbürger begrüsst werden. Damit ist die Weltbevölkerung in gerademal zwölf Jahren um rund eine Milliarde angewachsen. Und ein Ende dieses stetigen Aufwärtstrends scheint nicht in Sicht zu sein. Parallel nehmen mit dem Ansteigen der Weltbevölkerung auch die Herausforderungen in vielen Bereichen zu. So erhöht sich der Rohstoff- und Energieverbrauch, die Nahrungsmittel drohen knapper zu werden und die pro Person zur Verfügung stehende landwirtschaftliche Nutzfläche wird laufend reduziert. Die Konsequenz daraus lautet: Die Bauern sollten immer mehr Ertrag von ihren Äckern liefern. Die Welternährungsorganisation rechnet beispielsweise vor, dass für die Ernährung der Menschheit im Jahre 2050 die Nahrungsmittelproduktion im Vergleich zu heute verdoppelt werden muss. Global gesehen kommt also einer produzierenden und produktiven Landwirtschaft eine immer grössere Bedeutung zu. Kein Wunder, dass für viele Ökonomen die Landwirtschaft wieder wichtiger und zur Schlüsselbranche der Zukunft wird. Auch die Schweiz wird mittel- bis langfristig nicht darum herumkommen, die landwirtschaftlichen Nutzflächen wieder als solche zu betrachten, selbst wenn heute das Geld noch vorhanden ist, mit dem extensive Bewirtschaftungsformen bis hin zum gänzlichen Produktionsverzicht gefördert sowie die dafür notwendigen Lebensmittelimporte beschafft und auch finanziert werden können.

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AKTUELL FENACO

Mittler zwischen Produzent und Konsument EIN SOEBEN LANCIERTER KURZFILM ZEIGT: Die fenaco bezweckt, möglichst viele Lebensmittel im eigenen Land anzubauen und zu verarbeiten und damit die Bauern bei der wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Betriebe tatkräftig zu unterstützen.

Zur Lancierung des neuen Unternehmens-Films sprach die UFARevue mit dem Landwirt und Präsidenten der Verwaltung, Lienhard Marschall und dem Kommunikationsleiter der fenaco, Hans Peter Kurzen. UFA-Revue: Als Kommunikationsbeauftragter der fenaco haben Sie soeben einen Image-Film über die fenaco produziert und ins Netz gestellt. Wofür braucht die fenaco einen solchen Film? Hans Peter Kurzen: Um allen, die sich für unsere Unternehmensgruppe interessieren, zu zeigen, wer wir sind und für welche Werte unser Unternehmen einsteht. Dazu gehören Kunden, Lieferanten und weitere Ansprechgruppen. Zum Beispiel die angehenden Bauern in den landwirtschaftlichen Schulen, unsere 8500 Mitarbeitenden und sicher auch jene rund 1000, die jährlich in unserer Unternehmensgruppe eine neue Arbeit aufnehmen.

Filmgeschichte: Nina sucht eine Lehrstelle bei der fenaco.

Gut, die fenaco braucht diesen Film, aber weshalb braucht es denn die fenaco eigentlich? Lienhard Marschall: In der Schweiz ist der Fortbestand einer produzierenden Landwirtschaft wichtig. Sie leistet einen bedeutenden Beitrag zur Ernährungssicherheit sowie zur Erhaltung und Bewirtschaftung unseres Lebensraums. Die genossenschaftlich organisierte fenaco unterstützt die Landwirte in ih-

VERWALTUNG FENACO CONSEIL D’ADMINISTRATION Lienhard Marschall (61) aus Neuenegg (BE), Landwirt und Lohnunternehmer, Mitglied der LANDI Neuenegg und der LANDI Laupen. Präsident der fenaco und Verwaltungsmitglied der Semag (Saat- und Pflanzgut AG Lyssach). Ackerbaubetrieb mit einer Spezialisierung auf die Saatgutproduktion, 46 ha.

«Der Beruf des Landwirts ist einer der wichtigsten auf der Welt. Wir ernähren die Bevölkerung – jetzt und auch in Zukunft.»

Simon Mahrer (45) aus Möhlin (AG), Agrarökonom ETH, Treuhänder, Mahrer Treuhand AG. Vizepräsident der fenaco und Präsident der LANDI Frila.

«Der frühere Präsident der LANDI Frila fragte mich an, ob ich im Vorstand der LANDI mitarbeiten wolle. Es war eine tolle Chance für mich, damals war ich nämlich noch im Studium. So begann 1992 mein Weg in die fenaco-LANDI Gruppe.»

ren wirtschaftlichen Interessen, indem sie ihnen einerseits hochwertige Produktionsmittel wie Sämereien, Futtermittel, Pflanzennahrung und Treibstoff verkauft. Anderseits übernimmt, verarbeitet und vermarktet die fenaco die Erzeugnisse der Bauern. Gemeinsam mit ihren Mitglied-LANDI beschafft und vermarktet sie einen grossen Teil der Kartoffeln, des Brotgetreides, der Sonnenblumen und des Raps sowie der Eier. Wichtige Mengen des Schweizer Mostobsts werden von der fenaco verarbeitet, Jahr für Jahr werden viele Tonnen Tafelobst und Gemüse verkauft. Im Dienst der Tierhalter produziert fenaco Futtermittel, handelt Tiere und vermarktet Schweizer Fleisch. Nun, das könnten doch andere Anbieter von Futtermitteln oder Vermarkter von Fleisch, Kartoffeln, Früchten und Gemüse auch. Nochmals: Weshalb braucht es denn die fenaco dazu?

Guy Parmelin (52) aus Bursins (VD), Landwirt, Vizepräsident der fenaco, Nationalrat, Betriebsgemeinschaft mit Schwerpunkt Ackerbau mit seinem Bruder von 36 ha, davon sind 5 ha Reben. Die Milchproduktion wurde 2010 aufgegeben.

Viktor Amrhyn (57) aus Buttisholz (LU), Agro. Ing. HTL und eidg. dipl. Verkaufsleiter, Geschäftsführer der LANDI Sursee und Zofingen.

«Die LANDI vermarkten unsere Landesprodukte und stellen ihre Infrastruktur in unseren Dienst. Vielleicht, in selten Fällen, kann es vorkommen, dass man anderorts bessere Preise bekäme. Nirgends jedoch ist die Abnahmesicherheit und Verlässlichkeit grösser als in den LANDI, was in der heutigen Zeit mit den volatilen Märkten unschätzbar ist. L’union fait la force.»

«Unseren Erfolg im nichtlandwirtschaftlichen Bereich geben wir an die aktiven Landwirte weiter. Damit leben wir der LANDI Grundstrategie im Sinne der produzierenden Landwirtschaft nach.» 12 2011 · UFA-REVUE


AKTUELL

NATS ES MO IS D D L I B DU MO PHOTO

FENACO AUF EIN WORT EN UN MOT

Zwölf Landwirte, vier LANDI-Geschäftsführer sowie zwei ausgewiesene Kenner der Wirtschaft und der Schweizer Landwirtschaft treffen sich monatlich in Bern. Gemeinsam bilden sie die Verwaltung der fenaco (Kurzsteckbrief unten, Seite 4-8).

Spatenstich für «fresh & cool» in Bätterkinden Unter dem Projektnamen «fresh & cool» startete die fenaco anfangs November in Bätterkinden (BE) das letzte Etappenziel ihres grossangelegten Investitionsprogramms zur Erneuerung der Verarbeitungsinfrastrukturen für Kartoffeln, Früchte und Gemüse. Am Spatenstich vertreten waren die Verantwortlichen der fenaco-LANDI Gruppe, der Steffen-Ris AG sowie Gemeindevertreter. Das Investitionsprogramm mit einer Gesamtsumme von 100 Mio. Fr. wurde 2009 in Gang gesetzt und wird mit der Inbetriebnahme des Leistungszentrums Bätterkinden im Januar 2014 beendet.

Lienhard Marschall: Die fenaco ist ein genossenschaftlich organisiertes Selbsthilfeunternehmen. Sie gehört de facto den Schweizer Bauern. Sie stellen die Delegierten und sind in der fenaco Verwaltung stark vertreten. Ich selber bin aktiver Bauer und nehme gemeinsam mit anderen Landwirten, meinen Kolle-

gen in der Verwaltung, direkten Einfluss auf die strategische Ausrichtung und die Margenpolitik des Unternehmens. Mit der fenaco-LANDI Gruppe und ihren modernen Verarbeitungsbetrieben spielen die Schweizer Bauern heute eine elementare Rolle in der Kette der heimischen Nahrungsmittelproduktion

Fortsetzung Seite 6 Lucas Arpagaus (49) aus Zignau (GR), Bio-Landwirt (ehemals Schreiner), Mutterkuhhaltungsbetrieb 45 ha, Vizepräsident der LANDI Graubünden AG.

«Als Verwaltungsmitglied der fenaco-LANDI Gruppe entwickle ich gemeinsam mit meinen Verwaltungskollegen die strategische Richtung des Unternehmens, segne Budget- und Investitionsentscheide ab und kontrolliere die Geschäftstätigkeit.»

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Andreas Bernhard (49) aus Alchenstorf (BE), Ingenieur Agronom FH, ehemals Geschäftsführer der LANDI Buchsi-Thörigen (1991 – 2006), Betriebsgemeinschaft Bernhard & Gygax Schweinezucht und -mast, Milchviehhaltung und Ackerbau (65 ha), Mitglied der LANDI Koppigen (BE).

«Ich sehe mich als Vertreter meiner Berufskollegen in der Verwaltung der fenaco. Die fenaco gehört den Bauern, in diesem Sinne will ich die fenacoLANDI Gruppe mitgestalten.»

Anlässlich jeder Sitzung analysieren sie die wirtschaftliche Entwicklung der 27 wichtigsten Tochterunternehmen, von zwanzig als Aktiengesellschaften geführten LANDI und einem guten Dutzend Geschäftsbereichen des Mutterhauses. Umsatz, Marge, Personalkosten und operatives Ergebnis, all das wird mit den Werten des Vorjahrs verglichen und am Budget des laufenden Monats gemessen. An ihren Sitzungen prüfen die Verwaltungsmitglieder auch die Investitionen, die die Geschäftsleitung in den letzten dreissig Tagen genehmigt hat. Das sind in der Regel über hundert Positionen. Anschliessend wendet man sich den Geschäften zu, die ausschliesslich in der Verantwortung der Verwaltung liegen: Investitionen über 500 000 Franken, Käufe und Verkäufe von Immobilien sowie Beteiligungen an anderen Unternehmen. Schliesslich werden die Beförderungen ins obere Kader vorgenommen. Gegen Ende Jahr ist jeweils die Lohnpolitik des Unternehmens traktandiert, in deren Rahmen auch die Gehälter der fenaco-Geschäftsleitung und der Leiter grosser Tochtergesellschaften der Verwaltung in corpore zur Prüfung vorgelegt werden. Die fenaco ist ein genossenschaftlich geführtes Unternehmen, das den Genossenschaftsgedanken mit Stolz ganzheitlich lebt. Das Unternehmen gehört den Bauern, die durch ihre Mitglieder in der Verwaltung jeden Monat über die Geschicke der Gruppe entscheiden. Die fenaco gehört jedoch nicht allen, sondern nur jenen Landwirten, die Mitglied einer LANDI sind. Mitglied einer LANDI sein heisst mitentscheiden über die Geschicke der örtlichen Genossenschaft und für jene, die das wünschen, auch teilhaben an allen Entwicklungen, die das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen im Interesse der produzierenden Landwirtschaft und zum Nutzen der Produzenten unternimmt. Dr. Willy Gehriger Vorsitzender der Geschäftsleitung fenaco 5


AKTUELL FENACO von Lebensmitteln zu fördern. Wir unterstützen aktiv die Landwirtschaft, damit die Bauern auch in Zukunft einen möglichst grossen Teil ihres Einkommens mit dem Anbau und dem Verkauf von sicheren und gesunden Lebensmitteln erzielen können.

Ort des Geschehens: Der Hof der Familie Moll Ein Teil der Aufnahmen, nämlich jene im Umfeld der Schülerin Nina und ihrer Familie, wurden auf dem stattlichen Betrieb von Andrea und Jürg Moll im aargauischen Fenkrieden gedreht. Auf dem Zuchtbetrieb werden rund 50 Braunvieh-Kühe gehalten, die Betriebsfläche beträgt 50 Hektar. Als Präsident der LANDI Sins ist Jürg Moll in der fenacoLANDI Gruppe kein Unbekannter und als Besitzer eines Traktors der Marke «Claas» stellte er seinen Betrieb vor einiger Zeit für ein «landtechnisches Fotoshooting» zur Verfügung. Das damalige Foto-Team hat sich an diese geeignete Lokalität erinnert und nach dem Einverständnis der Besitzer diese letztlich dann für diesen Kurzfilm auch ausgewählt.

Zur Verwaltung der fenaco gehören 12 Bauern, vier LANDI-Geschäftsführer, ein Treuhänder und ein Jurist.

und behalten die Wertschöpfung in ihren Reihen. Die Bündelung der Marktkraft erlaubt es ihnen, auch direkten Einfluss ins Marktgeschehen zu nehmen. Das übergeordnete Ziel der fenaco ist es denn auch nicht, Gewinne von reichen Shareholdern zu maximieren. Ihr Zweck liegt darin, die Landwirte bei der wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Unternehmen aktiv zu unterstützen. Die fenaco unternimmt deshalb alles, um eine möglichst hohe, gleichzeitig aber auch marktkonforme Inlandproduktion

VERWALTUNG FENACO CONSEIL D’ADMINISTRATION Oskar Brunner (52) aus Bettwil (AG), Meisterlandwirt, Milchwirtschaft, Schweinemast und Ackerbau, 28 ha. Lohnarbeiten: Pflanzenschutz, Säen sowie Winterdienst für die Gemeinde. Präsident der LANDI Schongau und Mitglied der Anicom-Verwaltung.

«Die fenaco-LANDI Gruppe glaubt an eine produzierende Schweizer Landwirtschaft und investiert deshalb in die Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen.»

Und die fenaco kann Ihnen dabei helfen? Lienhard Marschall: Sie kann nicht nur, sie tut es auch – und zwar auf besonders wirtschaftliche Art und Weise. Denn die fenaco nimmt die kleinstmögliche Marge, die sie braucht, um ihre Verarbeitungsbetriebe zu erneuern, eine kostengünstige Logistik zu unterhalten, eine schlanke Administration zu führen und die Produkte der Schweizer Bauern effizient zu vermarkten. Wie bereits gesagt: Die fenaco ist nicht dazu da, Gewinne zu maximieren, sondern um das «Unternehmen Landwirtschaft» in unserem Land voranzutreiben. Gut, die fenaco versorgt die Landwirte mit Produktionsmitteln, übernimmt deren Erzeugnisse, veredelt diese und vermarktet sie. Was tut die fenaco noch?

Hans Peter Kurzen: Sie betreibt die Detailhandelsketten LANDI, Volg, TopShop, «frisch-nah-günstig» und Visavis. Diese Kanäle sind geeignet, um die Produkte der Schweizer Bauern direkt auf den Ladentisch und damit zum Konsumenten zu bringen. Genau so wie es der Name sagt: fenaco, de la terre à la table. Und die Lebensmittel, die Sie in Ihren Industriebetrieben verarbeiten, werden ausschliesslich über diese eigenen Detailhandelskanäle abgesetzt? Lienhard Marschall: Nein, das ist nur ein gewisser Teil, der aber ein erfreuliches Wachstum aufweist. Viele Produkte werden über den Gastro-Kanal, also über Hotels und Restaurants vermarktet. Die meisten Erzeugnisse werden von uns jedoch an Coop und Migros geliefert, mit denen uns eine langjährige Partnerschaft verbindet. Die beiden bestreiten den weitaus grössten Teil des Schweizer Lebensmittelgeschäfts. Damit steht die fenaco zwischen Landwirtschaft und Detailhandel?

Hans Peter Kurzen ist Kommunikationsleiter der fenaco.

Benoît Cuennet (58) aus Formangueires (FR), Meisterlandwirt und Obstbauer, Ackerbaubetrieb mit Rindermast, 83 ha, spezialisiert auf Saatgutproduktion und Kartoffeln. Zum Betrieb gehört auch die Produktion von Birnen (Botzi AOC).

«Die Beziehungen zur LANDI sind für meinen Betrieb wie Produktionsmittel und gehören dazu, genau gleich wie zum Beispiel die Maschinen. Die fenaco hat die richtige Grösse, um im hart umkämpften Markt bestehen zu können.»

Pierre-André Geiser (50) aus Tavannes (BE), Landwirt, Gemeindepräsident, Mitglied der LANDI Vallée de Tavannes. Milchwirtschaftsbetrieb von 35 ha, zusätzlich 20 ha Wytweiden.

«In der fenaco-Verwaltung vertrete ich die Bauern, insbesondere auch jene von Randregionen wie es der Jura ist, von wo ich herkomme.»

Paul Haldimann (59) aus Boll (BE), Landwirt, Kaufmann, Geschäftsführer der LANDI Vechigen (BE).

«Unsere LANDI ist über 120 Jahre alt. Die Bauern damals wussten, warum sie eine LANDI gründeten. Aber auch heute ist die Situation in der Landwirtschaft schwierig. Gäbe es die fenaco-LANDI Gruppe nicht, müsste man sie neu gründen.» 12 2011 · UFA-REVUE


AKTUELL FENACO Lienhard Marschall ist Präsident der fenaco.

turen, effizient arbeitenden Industriebetrieben und tiefen Verarbeitungskosten versuchen wir, unser Möglichstes zugunsten der Produzenten zu tun. Dies im Bewusstsein, dass sich Landwirtschaft und fenaco in einem Umfeld befinden, das sich von ihnen kaum steuern lässt. Die fenaco vertreibt auch noch Heizöl, Diesel und Benzin. Wieso das? Hans Peter Kurzen: Nun, diese Geschichte ist rasch erzählt. Als vor Jahrzehnten der Traktor das Pferd vom Acker verdrängte, brauchte der Bauer bald mehr Diesel für die Zugmaschine als Hafer für den Gaul. So entstanden die ersten Dorf-Tankstellen. Heute umspannt

Hans Peter Kurzen: Die fenaco ist eine Drehscheibe zwischen Produzent und Konsument. Dank ihrer professionellen Arbeitsweise ist sie für alle Marktakteure – auch für die Grossverteiler – zum verlässlichen und unentbehrlichen Partnern geworden. Kommt die Mittlerfunktion zwischen Produzent und Detailhandel gelegentlich nicht einer Quadratur des Kreises gleich? Wie wollen Sie dem Bauern möglichst viel für seine Produkte bezahlen und gleichzeitig den Detailhandel zu konkurrenzfähigen Preisen beliefern? Lienhard Marschall: Das ist in der Tat anspruchsvoll, die mit der schleichenden Öffnung der Landesgrenzen für ausländische Lebensmittel und dem ruinösen Preiskampf im Detailhandel nicht einfacher geworden ist. Mit schlanken Struk-

fenaco im Film Kurz vor Weihnachten präsentiert die fenaco einen kleinen Spielfilm, der in acht Minuten zeigt, was die Hauptaufgabe des Unternehmens ist: Die Grundlagen bereitzustellen und aktiv mitzuhelfen, dass gute Schweizer Lebensmittel wirtschaftlich und in genügender Menge produziert, effizient verarbeitet und erfolgreich vermarktet werden. So unterstützt die fenaco die Landwirte bei der wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Unternehmen und sorgt gemeinsam mit ihnen und ihren LANDI für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion in der Schweiz. Der Film zeigt die Schülerin Nina (Manon Pfrunder), die eine Lehrstelle sucht und auf Geheiss ihrer Eltern (Claudia Klopfstein, Daniel Stüssi) sich beim Personalverantwortlichen der fenaco meldet. Ihm macht sie unverblümt klar, dass sie nicht Bäuerin werden will. Nina lernt im Gespräch mit dem Personalchef (Kaspar Lüscher) die fenaco kennen, sieht, welche Werte das Unternehmen lebt, welche primäre Aufgabe es hat und wem es schliesslich gehört: Den Schweizer Bauern – und damit folgerichtig auch ihr und ihrem kleinen Bruder Theo (Theo Heldner). www.fenaco.com

www.youtube.com

www.bauernfilme.ch

Christian Jaccoud (60) aus Froideville, Landwirt, Präsident LANDI Gros de Vaud. Der Milchwirtschaftsbetrieb (90ha) ist an Sohn verpachtet. Christian Jaccoud arbeitet mit auf dem Betrieb und produziert Isolationsmaterial aus Grasfasern (Gramitherm).

Guido Keller (48) aus Littau (LU), Landwirt und Viehhändler, Milchwirtschaft, 19 ha, Mitglied Agro Centers Malters AG.

«Um gegenüber den zukünftigen Herausforderungen gewappnet zu sein, müssen die Bauern, die LANDI und die fenaco dynamisch bleiben. Eine produktive Landwirtschaft braucht Investitionen in die Wertschöpfungskette.»

«Die fenaco hat eine Brückenfunktion, sie versorgt uns Bauern mit Produktionsmitteln und vermarktet unsere Rohprodukte. Die fenaco ist beständig und nachhaltig, was aber heisst, dass sie sich stetig den Herausforderungen des Handels und des Marktes stellen muss, sonst ist man schnell weg vom Fenster.»

UFA-REVUE · 12 2011

ein Netz von über 400 Agrola-Tankstellen die Schweiz. Dutzende von LANDI sowie diverse Agrola-Verkaufsbüros bieten als sinnvolle Ergänzung zum Treibstoff auch Heizöl und den CO2-neutralen Energieträger Holzpellet an. Wie hängen fenaco und LANDI zusammen? Lienhard Marschall: Die LANDI gehören ihren Genossenschaftern, den Bauern, und die fenaco gehört den LANDI. Die fenaco und ihre Mitglied-LANDI bilden zusammen einen körperschaftlichen Konzern. Zurück zum soeben lancierten ImageFilm. Zeigen Sie all das, was wir besprochen haben, darin auf? Hans Peter Kurzen: All das und noch viel mehr. Der Film vermittelt nicht nur was wir tun, sondern auch wie wir es tun. Er geht auf unsere Werte ein. Auf Werte wie Kundenorientierung, Mitarbeiterorientierung, aber auch Bodenständigkeit, Professionalität und Bescheidenheit. Dann ist der Film zwei Stunden lang? Hans Peter Kurzen: Gerade mal 8.5 Minuten. Und wie gefällt Ihnen der fenaco ImageFilm? Lienhard Marschall: Mir gefällt der Film sehr gut. Er zeigt die fenaco, wie sie ist und lebt: Jung, dynamisch, kompetent, zuverlässig und bescheiden. Trotz der Kürze des Films erhält man einen guten Eindruck über die Bereite unseres Unternehmens. 䡵

Walter Monhart (52), Landwirt, Betriebsgemeinschaft mit seinem Bruder, Ackerbau 48 ha und Schweinemast, Schlatt (TG).

Leo Müller (53) aus Ruswil (LU), Ingenieur Agronom FH, Rechtsanwalt und Notar, Gemeindepräsident, Nationalrat.

«Als langjähriges Vorstandsmitglied und Präsident der LANDI Schlatt durfte ich erfahren, dass sich die fenacoLANDI Gruppe für einen guten Absatz unserer Produkte zu bestmöglichen Preisen einsetzt. Dieser Einsatz ist für uns Bauern überaus wichtig».

«Ich wurde an der Delegiertenversammlung im Juni 2011 in die Verwaltung der fenaco gewählt. Für mich als «bäuerlicher Jurist» bedeutet dies eine grosse Ehre. Ich freue mich, im Dienste dieses Unternehmens für eine produktive Schweizer Landwirtschaft tätig zu sein.»


AKTUELL FENACO

Ein soziales Netzwerk für die Landwirtschaft EINE GRUPPE von jungen Mitarbeitenden der fenaco will mit dem Aufbau eines sozialen Netzwerks einen Beitrag zur positiven Entwicklung der Schweizer Landwirtschaft leisten. Das Projekt wurde soeben unter dem Namen www.swissfarm.ch gestartet.

swissfarm lebt von seinen Nutzern. Machen Sie mit und beleben sie den Austausch.

Soziale Netzwerke müssen nicht weltumspannend wie «Twitter» oder «Facebook» sein. Sie können sich auf ein Land oder ein spezielles Thema konzentrieren. Die Initianten des Social-Media-Projekts verfolgen mit www.swissfarm.ch zwei Ziele: Sie wol-

len einerseits, dass Menschen von Stadt und Land vermehrt miteinander reden, andererseits aber auch den Landwirten Gelegenheit geben, sich zu vernetzen.

Netzwerke nützen swissfarm bietet den Bauernfamilien die Möglichkeit, sich stärker zu vernetzen und Brücken zu bauen, damit sie sich austauschen können. Hand-in-Hand mit dem Erfahrungsaustausch geht oftmals auch die Inspiration. Vorausgesetzt, man ist selber offen und eröffnet auf swissfarm.ch sein eigenes Profil. Auch der eigene Bauernbetrieb kann vorgestellt werden und alles, was es darauf zu besichtigen oder zu kaufen gibt. Der Nutzen ist Werbung für den eigenen Betrieb und Imagepflege für die Landwirtschaft. swissfarm ist unkompliziert, spricht muntere, junge und junggebliebene Bäuerinnen und Bauern an. Deshalb wird das Projekt swissfarm auch vom Vorstand der Landjugend tatkräftig unterstützt. Diese neue Plattform will aber auch Menschen von Stadt und Land ver-

VERWALTUNG FENACO CONSEIL D’ADMINISTRATION Ulrich Nydegger (54) aus Cornaux (NE). Landwirt, Hagelexperte, VorstandsMitglied der LANDI Cornaux.

«Als LANDI-Mitglied sind wir die Eigentümer der fenaco-LANDI Gruppe und wir Bauern müssen diese Verantwortung wahrnehmen. In Zukunft werden erneuerbare Energien immer wichtiger, auch die fenaco muss sich im Bereich Alternativenergie engagieren.» 8

Hans Probst (59) aus Laupersdorf (SO). Meisterlandwirt und Versicherungsexperte der Emmental-Versicherung. Vorstandsmitglied der LANDI BippGäuThal AG. Der Milchwirtschafts- und Ackerbaubetrieb (26 ha) ist seit 2009 an den Sohn verpachtet. Mitarbeit von Hans Probst auf dem Betrieb.

«Die Entwicklung der LANDI BippGäuThal AG habe ich mit Freude mitgeprägt und ich bin froh, dass ich zum Gelingen beitragen konnte.»

swissfarm.ch ist unkompliziert und spricht Junge und Junggebliebene an.

netzen, denn das Bedürfnis der Konsumenten nach Transparenz über die Herkunft ihrer Lebensmittel steigt. «Das Ziel von swissfarm stimmt mit den Grundwerten der fenaco überein», sagt Christian Ochsenbein, Mitglied der fenaco-Geschäftsleitung, «deshalb unterstützen wir die Idee, indem wir die Kommunikationsmittel für die Umsetzung des Projekts zur Verfügung stellen.» Die fenaco freue sich über die Initiative des jungen Teams und wünsche ihm bei der Erreichung der ehrgeizigen Ziele viel Erfolg. 䡵

Karl Scheck (58) aus Wängi, Agronom SHL, Geschäftsführer der LANDI Wängi.

«Wir von der LANDI und der fenaco sind verlässliche Partner für die Landwirte, für die übrige Bevölkerung und für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dafür stehe ich ein, ebenso für eine produktive ökologische Landwirtschaft, die auch wirtschaftlich nachhaltig ist.»

Karl Scheck Agronom Daniel Strebel(58) (49)aus ausWängi, Waltenschwil SHL,ehemals Geschäftsführer der LANDI Wängi. (AG), Meisterlandwirt, dann berufsbegleitend Handelsschule, Vorsitzender der Geschäftsleitung der LANDI Freiamt (AG) und Mitglied der Verwaltung der Volg Konsumwaren AG.

«Ich bin seit 1984 für die LANDI tätig. Die Entwicklung der LANDI und der fenaco in diesen 27 Jahren war ungeheuer interessant. Von Jahr zu Jahr gab es spannende neue Aufgaben und Funktionen. Ich durfte und konnte mich so beruflich und persönlich weiterentwickeln.» 12 2010 · UFA-REVUE


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KURZMELDUNGEN MANAGEMENT

Pachtland der Gemeinde neu zuteilen Es gibt Bauern, die bewirtschaften seit Jahrzehnten Pachtland der Gemeinde, andere Bauern hingegen kommen nie in den Genuss von Pachtland. In Rickenbach (ZH) will der Gemeinderat die Verpachtung neu regeln, vor allem unter dem Gesichtspunkt von Chancengleichheit, wie der Landbote (27.10.2011) berichtete. Den Bauern wurde folgender Vorschlag präsentiert:

Pachtland zu beurteilen, ist geregelt. Zündstoff bietet die Zuteilung.

Rechtsmittel Förmliche Rechtsmittel gegen behördliche Entscheide können sein: Beschwerde, Rekurs, Einsprache und Revisionsgesuch. Wer ein Rechtsmittel ergreift, muss durch den Entscheid beschwert sein (negativ betroffen). Das Rechtsmittel muss eine Begründung enthalten. Wird das Rechtsmittel abgelehnt, kann dieser Entscheid weitergezogen werden bis an die letzte Instanz.

• Anspruchsberechtig ist, wer direktzahlungsberechtigt und in der Gemeinde wohnhaft ist. • Zuteilung des Pachtlandes aufgrund des Rotationsprinzips. • Die Pachtdauer ist auf sechs Jahre beschränkt. • Bis Ende Jahr entscheidet die Gemeinde Rickenbach über die Pachtlandvergabe. Pachtlandumverteilungen sind auch in anderen Zürcher Gemeinden ein Thema. So zitiert der Landbote die Gemeinde Elgg (ZH), wo bei der Neuverteilung aus ökologischen Gründen kurze Anfahrtswege und Arrondierungseffekte ins Gewicht fallen. Bei anderen Gemeinden wird jener Bewirtschafter bevorzugt, der ökologischer wirtschaftet.

Landwirtschaft und Pärke Die landwirtschaftlichen Aktivitäten innerhalb des Parkperimeters fördern, wollen die schweizerische Arbeitsgemeinschaft für das Berggebiet (SAB) und das Netzwerk Schweizer Pärke. Dazu haben sie eine Broschüre mit Beispielen und Tipps erarbeitet. Bezug: SAB, Seilerstr. 4, 3001 Bern, 寿 031 382 10 10. Download auf www.sab.ch

Dr. Eduard Hofer, Heimberg

Pferd und Raumplanung Zollikofen-Infotag Am 21. Januar 2012 findet an der SHL in Zollikofen der Infotag statt mit Informationen über drei Bachelor-Studiengänge (Forstwirtschaft, Lebensmitteltechnologie, Agronomie) und den Master in Life Sciences. Eine Anmeldung ist erwünscht, unter www.shl.bfh.ch.

Gemäss einer Mitteilung des schweizerischen Bauernverbands verschärft die neue Version der Wegleitung «Pferd und Raumplanung» die bisherige Bewilligungspraxis der Kantone. Die Wegleitung gilt ab sofort. GratisDownload auf www.are.admin.ch.

Lohnanpassungen Die Richtlöhne für landwirtschaftliche Arbeitnehmer werden für 2012 um 1 % angehoben. Die Arbeitsmarktbehörden verwenden diese Richtlinien bei ihren Betriebskontrollen. Bei Abweichungen gegen

UFA-REVUE · 12 2011

Auch Martin Goldenberger, Experte für das Pachtrecht des schweizerischen Bauernverbands (SBV), nahm Stellung zur Verteilung von Pachtland und meinte, dass Betriebe zu stützen seien, die von ausgebildeten Landwirten geführt würden. Zudem würden langfristige Pachtverhältnisse erlauben, dass sich die Betriebe baulich anpassen und betriebswirtschaftlich solide planen können. Er plädierte dafür, dass immer der Einzelfall zu beurteilen sei. Merkblatt «Landwirtschaftliche Pacht – das muss man wissen.» (UFA-Revue 5/2010) Download auf www.ufarevue.ch/Leserservice. Fragen zur Pacht: SBV Treuhand und Schätzungen, Laurstr. 10, 5201 Brugg, 寿 056 462 52 71

unten wird von Lohndumping ausgegangen. Der Download der Lohnrichtlinien ist auf www.abla.ch oder auf www.agroimpuls.ch zu finden.

Schenkungssteuer Ende August begann die Unterschriftensammlung für eine nationale Erbschafts- und Schenkungssteuer. Umstritten und problematisch ist dabei die Rückwirkung auf den 1.1.2012. Zudem wird nicht der Beschenkte steuerpflichtig, sondern der Schenker. Würde die Initiative angenommen werden, müssen Eltern die ihre Kinder nach 2012 beschenken, Geld im Umfang von 20% der Schenkung zurückbehalten, um eine allfällige Steuer zu bezahlen. Martin Würsch, Schweizerischer Bauernverband

BGBB-Tagung Erst kürzlich ist der neu überarbeitete Kommentar des schweizerischen Bauernverbands zum bäuerlichen Bodenrecht erschienen. Nun organisiert die Abteilung Treuhand und Schätzung des SBV am 22. Februar 2012 eine Tagung zum BGBB und Pachtrecht für Fachleute. www.sbv-treuhand.ch

Hoffen auf Budgetdebatte Vom 5. Dezember bis Weihnachten dauert die Wintersession des Schweizer Parlamentes. Wichtiges Trakandum für die Landwirtschaft ist die Budgetdebatte. Gemäss Francis Egger, Leiter Wirtschaft, Politik und Internationales des Schweizerischen Bauernverbands (SBV), wird sich der SBV im Parlament dafür einsetzen, dass das Budget für die Jahre 2012 und 2013 soweit erhöht wird, dass keine Kürzung der Direktzahlungen nötig ist. Ende Oktober hatte nämlich der Bundesrat beschlossen, den Flächenbeitrag um 20Fr. pro ha zu kürzen. Als Begründung für die Senkung wurde der Mehrbedarf an finanziellen Mitteln für die Ethoprogramme genannt, was ein schwacher Trost für die reinen Ackerbaubetriebe ist. Gemäss SBV resultiert eine jährliche Einbusse von 400Fr. pro Betrieb, insgesamt rund 20Mio. Fr. Ein weiterer wichtiger Punkt der Budgetdebatte wird sein, eine Reduktion der Verkäsungszulage zu verhindern. Wie hoch sich Direktzahlungen 2012 belaufen werden, wird also erst in der Dezembersession entschieden. Wer seinen Direktzahlungsanspruch 2012 berechnen will, kann dafür die Gratissoftware Dirzahl verwenden. www.agridealindau.ch/Software.

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch Steuer-Aufschub Im Heft 2/2011 der Blätter für Agrarrecht geht es um das Thema Besteuerungsaufschub bei der Verpachtung der landwirtschaftlichen Liegenschaften (Unternehmenssteuerreform II). Martin Würsch (SBV) erklärt verschiedene Szenarien: Was ist, wenn das Gewerbe vollständig oder nur zum Teil verpachtet wird? Was ist, wenn es um eine fremd vermietete Wohnung geht oder die Verpachtung an eine Aktiengesellschaft? Download des Artikels auf www.sbv-treuhand.ch 11


MANAGEMENT

Wenn die Gemeinde Land braucht ERWERBSBEWILLIGUNG Landwirtschaftsland in der Ebene sei es im Mittelland, der Magadino- oder Rhoneebene sowie im Urner Talgrund, ist beliebt. Nicht nur bei den produzierenden Landwirten, sondern vor allem auch bei den umliegenden Gemeinden, die diese Flächen gerne für Sport- und Freizeitanlagen, für Alterszentren, Parkplätze und als Gewerbezone nutzen würden.

Martin Goldenberger

Im Mitteland ist der Verbrauch an Land riesig. Ein haushälterischer Umgang mit landwirtschaftliche Boden ist wichtig.

Landwirtschaftsland darf im Grundsatz nur von selbstwirtschaftenden Bauern gekauft werden. Geregelt ist dies im Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB). Dem BGBB unterstellt sind alle Grundstücke, die ausserhalb einer Bauzone (Art. 15 RPG) liegen und die grösser sind als 2500 m2 Wies- oder Ackerland (Rebgrundstucke über 1500 m2). Kontrolliert wird das Einhalten der Bestimmung dadurch, dass der Erwerber für den Kauf eine Be-

ohne Bewilligung erwerben zum Zweck des Hochwasserschutzes, der Revitalisierung von Gewässern, des Baus von Ausgleichs- und Pumpspeicherbecken bei Wasserkraftwerken sowie als Realersatz für diese Bedürfnisse. Die Beurteilung der Bewilligungsfreiheit setzt voraus, dass das öffentliche Werk im Zeitpunkt des Landerwerbs mindestens in seinen Grundzügen planerisch festgelegt und der Landbedarf definiert ist. Ein Landkauf als Reserve für zukünftige Geschäfte oder für Realersatz anderer öffentlicher Werke als dem Hochwasserschutz ist nicht statthaft.

Ausnahmen Bei übergeordneten In-

willigung von der kantonalen Amtsstelle vorlegen muss (Art. 61 BGBB). Allerdings gibt es Ausnahmen und Spezialfälle.

Kauf ohne Bewilligung Von der Bewilligungspflicht befreit sind Verkäufe innerhalb der Familie, durch einen Mit- oder Gesamteigentümer oder bei der Ausübung eines gesetzlichen Kaufsoder Rückkaufsrechts. Ebenfalls keine Bewilligung ist erforderlich, wenn der Erwerb um geringfügige Flächen im Rahmen einer Grenzbereinigung oder Grenzverbesserung stattfindet . Kanton und Gemeinden können seit dem 1. Januar 2011 Landwirtschaftsland 12

teressen der Öffentlichkeit, und damit von Bund, Kantonen und Gemeinden, kann Land abweichend vom Selbstbewirtschaftungsprinzip aber mit Bewilligung der kantonalen Behörde erworben werden (Art. 64 BGBB). Das ist der Fall: • Bei struktureller Verbesserung eines landwirtschaftlichen Gewerbes, zum Beispiel wenn ein Versuchs- oder Schulbetrieb Land zur Betriebsvergrösserung kauft. Voraussetzung ist aber, dass sich ein landwirtschaftliches Gewerbe im Eigentum der öffentlichen Hand befindet. • Wenn eine rechtsgültige Bewilligung zur nichtlandwirtschaftlichen Nutzung zum Beispiel für eine Schiessoder Kläranlage vorliegt. Dazu gehören auch Kompostplätze. • Bodenschätze wie Ton und Kies abgebaut werden. • Grundwasserschutzzone, in der Regel für die Schutzzonen SI und eventuell SII. • Umgebungsschutz einer historischen Stätte, Baute oder Anlage.

Keine Sonderstellung Will eine Gemeinde Landwirtschaftsland erwerben und dieses nachfolgend in eine Gewerbe- oder Bauzone überführen, so kann der Erwerb des Landwirtschaftslandes nur über die öffentliche Ausschreibung, also in Konkurrenz zu den selbstbewirtschaftenden Landwirten erfolgen. Das Eigentum an Gewerbe- und Bauzonen ist keine Aufgabe, welche der öffentlichen Hand vorbehalten ist. Diesbezüglich hat die Gemeinde keine Sonderstellung.

• Ein Gläubiger, der ein Grundpfandrecht hat, kann ebenfalls den Erwerb tätigen, wenn damit der Grundeigentümer eine drohende Zwangsvollstreckung abwenden kann. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass das Grundstück unter Aufsicht öffentlich ausgeschrieben wird (Inserate im Amtsblatt, lokale Zeitung). Wenn dann kein Angebot eines Selbstbewirtschafters vorliegt, kann der Erwerb

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MANAGEMENT Beim Erwerb von Landwirtschaftsland für die öffentliche Nutzung, beispielsweise dem Bau einesSchulhauses, eines Sportplatzes oder Strassen, ist zu beurteilen, ob dies von öffentlichem Interesse ist und der Bedarf nachgewiesen werden kann.

durch einen Nicht-Selbstbewirtschafter erfolgen. Haben die Selbstbewirtschafter, darunter fallen auch Hobbylandwirte, innerhalb des ortsüblichen Bewirtschaftungskreises und innerhalb des gesetzlichen Höchstpreises kein Interesse am Kauf, kann die Gemeinde (und auch jeder andere Private Nichtselbstbewirtschafter) den Erwerb im Rahmen des zulässigen Erwerbspreises tätigen.

Erwerb durch Gemeinden Das BGBB enthält neben den generellen Ausnahmen für den Landerwerb durch das Gemeinwesen zusätzliche, separate Bestimmungen. Das Gemeinwesen kann den Erwerb von Landwirtschaftsland mit Bewilligung tätigen, wenn das Land für eine nach Plänen des Raumplanungsrechts vorgesehenen öffentlichen Aufgabe benötigt wird. Werke im öffentlichen Interesse sind zum Beispiel Strassen, Bahnen, Leitungen oder auch Energiegewinnungsanlagen. Wird Landwirtschaftsland umgezont in Gewerbeland und erfolgt der Verkauf an die Gemeinde erst nach rechtskräftiger Umzonung, spielt das BGBB keine Rolle mehr und der Kauf durch die Gemeinde kann problemlos erfolgen. Der Kaufpreis des Gewerbelandes liegt dann wesentlich höher als bei Landwirtschaftsland und richtet sich nach vergleichbaren Gewerbeland. Beim Erwerb von Landwirtschaftsland für die öffentliche Nutzung, beispiels-

Rechtliche Grundlagen Der Erwerb von Landwirtschaftsland ist im Grundsatz nur mit einer Bewilligung möglich. Keine Bewilligung ist notwendig: a. Erwerb im Erbgang (HofübergabeKindskauf). b. Erwerb durch Nachkommen, Ehegatten, Geschwister und Geschwisterkinder. c. Erwerb durch einen Mit- oder Gesamteigentümer. d. Erwerb aufgrund eines gesetzlichen Vor- oder Rückkaufsrechts. e. Erwerb im Rahmen einer Enteignung oder Bodenverbesserung. f. Eigentumsübertragung durch Fusion oder Spaltung gemäss dem Fusionsgesetz. g. Durch Kanton oder Gemeinden zum Zweck des Hochwasserschutzes. UFA-REVUE · 12 2011

weise dem Bau eines Sportplatzes, ist zu beurteilen, ob dies von öffentlichem Interesse ist und der Bedarf nachgewiesen werden kann. Wenn dies der Fall ist, steht der Gemeinde sogar ein Enteignungsrecht zu. Bei Land in der öffentlichen Zone liegt der Erwerbspreis in der Regel wesentlich unter dem Wert von Gewerbe- oder Bauland. Gemäss Bundesgericht gilt als minimale Basis der Preis für Landwirtschaftsland. Höhere Preise sind dann zu bezahlen, wenn in der Gegend in ähnlichen Fällen die öffentliche Hand nachweislich höhere Preise bezahlt hat. Mittellandkantone erlauben teilweise dem Gemeinwesen den Erwerb von Landwirtschaftsland, wenn bereits klar ist, dass die zukünftige Nutzung mit einer öffentlichen Zone belegt wird. Erfolgt die rechtskräftige Zonierung dann nicht innert nützlicher Frist (zum Beispiel innerhalb von 5 Jahren), muss die Gemeinde das Land wieder an selbstbewirtschaftende Landwirte verkaufen.

Verweigerung der Erwerbsbewilligung Wenn es um den Erwerb von Landwirtschaftsland geht, welches später in eine Gewerbe- oder Wohnbauzone umgezont oder einfach als Landwirtschaftsland erhalten werden soll beispielsweise für unbestimmte zukünftige Bedürfnisse, kann das Gemeinwesen gemäss einem Urteil des Bundesgerichts (BGE 5A.22/2002) nicht Selbstbewirtschafter sein. Der Status der Gemeinde vor der Bewilligungsbehörde ist in diesen Fällen gleich, wie der einer Privatperson. Die Gemeinden müssen sich an den höchstzulässigen Erwerbspreis halten. Das Überschreiten des höchstzulässigen Preises ist ein Verweigerungsgrund (Art. 66 BGBB). Kaufinteressierte Landwirte können so nicht durch einen unbegrenzten Kaufpreis ausgeschaltet werden. 䡵

Autor Martin Goldenberger, Bereichsleiter Treuhand und Schätzungen, Schweizerischer Bauernverband, Laurstrasse 10, 5201 Brugg AG 1, 寿 056 462 51 11 www.sbv-treuhand.ch

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MANAGEMENT

Was Öffentlichkeitsarbeit den Bauern bringt EINE STETE PFLEGE DES GUTEN RUFS und der Beziehungen zur Öffentlichkeit ist für Landwirt Peter Habegger ein Gebot der Stunde. Auf seinem Hof wurden drei der neuen TV-Spots der Imagekampagne der Schweizer Bauern gedreht.

Markus Rediger

Auf die Frage: Lohnt sich die Öffentlichkeitsarbeit für die Bauern? kann mit einer einfachen Frage geantwortet werden: Mit wem würden Sie lieber Geschäfte machen – mit einer Person von anerkannt gutem Ruf oder mit jemandem, dem ein fragwürdiger Charakter nachgesagt wird? Natürlich will jeder nur Geschäfte mit Menschen von gutem Ruf abwickeln. Der Amerikanische Investor Warren Buffet sagte dazu: «Es dauert 20 Jahre, um einen guten Ruf aufzubauen, und nur fünf Minuten, um ihn zu ruinieren». Mit andern Worten ausgedrückt: Ein gutes Image ist unbezahlbar, ein wertvolles Gut, zu dem es Sorge zu tragen gilt und bei jeder Gelegenheit daran gearbeitet werden sollte. Auch wenn die Marke «Schweizer Bauern» nicht an

der Börse gehandelt wird, wie die Marke Coca Cola, die einen Markenwert von rund 70 Milliarden Franken hat, so ist das Image der Bauern dennoch wichtig als Basis für gute Geschäfte im Produkteabsatz und im gesellschaftlichen Dialog, wenn es um die Entschädigung der gemeinwirtschaftlichen Leistungen geht. Wenn die Schweizer Bauernfamilien von den Konsumenten

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und der Gesellschaft positiv wahrgenommen werden, steigt ihre Chance, auch bei Kaufentscheidungen besser berücksichtigt und bei politischen Abstimmungen unterstützt zu werden.

Krisenvorsorge Für Roger Schwarzenbach, Dozent für Betriebswirtschaft an der Fachhochschule für Landwirtschaft in Zollikofen ist die Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit für Bauern unbestritten, es sei aber schwierig zu quantifizieren, inwiefern diese sich lohne oder wie viel PR es brauche. Schwarzenbach versteht das aktive Bemühen der Bauern um ein gutes Image in der Öffentlichkeit als eine Art Krisenvorsorge. Mit dieser Arbeit würde ein Teppich des Goodwills und des Vertrauens gelegt für Krisenzeiten.

PR (Public Relations) wird immer wichtiger für den Berufsstand Auf dem Hof Hochstalden der Familien Habegger bei Trub im Emmental wurden drei der vier neuen TV-Spots der Imagekampagne der Schweizer Bauern verfilmt (UFA-Revue 9/2011 S.90). Um mehr über den Betrieb und die Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit (PR) zu erfahren, haben wir mit Peter Habegger gesprochen. Markus Rediger: Wir sind hier am Rande der Gemeinde Trub im Emmental auf 960 m über Meer. Wie bewirtschaften Sie den Hof zusammen mit Ihrem Bruder? Peter Habegger: Wir besitzen 25 ha Land, das wir futterbaulich nutzen, und 45 ha Wald. Wir haben 30 Milchkühe und Jungtiere. Die Milchleistung ist bei 6000 kg nicht all zu hoch, da wir vorwiegend aus Raufutter produzieren. 14

Eine weitere wichtige Einnahmequelle ist der Wald. Zudem arbeiten unsere beiden Frauen zu je 60 % auswärts, meine Frau als Fachangestellte Gesundheit und die Schwägerin als Krankenschwester. Ursprünglich waren dies zwei Betriebe, die dann zu einer Betriebsgemeinschaft zusammengeschlossen wurden. Heute leben zwei Familien hier. Wir wissen nicht so genau, wie dies in Zukunft sein wird. Ein Sohn meines Bruders hat Landwirt gelernt, ist zurzeit jedoch noch in einer andern Ausbildung. Für die Zukunft der Landwirtschaft bin ich optimistisch eingestellt. Mit erneuerbarer Energie werden wir in Zukunft wieder einen höheren Stellenwert bekommen. Wenn man sich hier umsieht ist alles sehr gepflegt. Wurde dies speziell hergerichtet für die Filmaufnahmen?

Wir haben nichts speziell hergerichtet. Denn wir wurden erst 14 Tage vorher angefragt, ob wir unseren Hof für die Filmproduktionen zur Verfügung stellen würden. Dann kam die Heuernte und wir hatten sowieso keine Zeit. Die Ordnung und der Hof wurden positiv erwähnt und so schliesse ich daraus, dass dies geschätzt wird. Kann man sich dies heute als Bauernfamilie noch leisten, alles so geputzt und aufgeräumt zu haben? Es stimmt, wir sind heute wirtschaftlich gefordert. Ich sehe das eine oder andere, das optisch noch verschönert werden könnte. Das erledigen wir in Zeiten, wenn es weniger Arbeit hat, damit es für uns stimmt und lassen den Rest sein.

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Die Imagekampagne der Schweizer Bauern

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Berufsgruppen mit einem guten Image überstehen Krisen und negative Schlagzeilen besser, als solche, die einen schlechten Ruf haben.

Gutes Image nicht selbstverständlich Therese Haller hat in ihrer eben veröffentlichten Dissertation zum Thema «Bedeutung der Landwirtschaft in einer zunehmend urbanen Gesellschaft» an der ETH Zürich festgestellt, dass eine sehr grosse Mehrheit aller Befragten unsere Landwirtschaft als äusserst wichtig empfindet. Deshalb scheint ihr die Öffentlichkeitsarbeit von Bauernbetrieben wichtig zu sein, sie sagt: «Es gilt, die positive Einstellung einer Mehrheit der Bevölkerung zu nutzen. Viele sind an der Landwirtschaft interessiert und daher offen, mehr

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darüber zu erfahren. Aus meiner Sicht ist es schädlich, wenn die Bevölkerung aus den Medien vor allem die landwirtschaftliche Interessensvertretung in Bezug auf agrarpolitische Themen wahrnimmt. Jene fokussiert naturgemäss auf Probleme. Mit einer auf die Bevölkerung ausgerichteten Öffentlichkeitsarbeit kann ein ausgewogeneres, differenzierteres Bild vermittelt werden. Die Landwirtschaft ist auf den Rückhalt in der Bevölkerung angewiesen; das positive Image ist nicht selbstverständlich und muss gepflegt werden.»

Leute mögen und zusammenarbeiten Die besten Imagepfleger seien authentische Bauern sagt Matthias Diener, der in Projekten der landwirtschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit viele Erfah-

Erklärtes Ziel der Kampagne ist es, die Beziehungen zwischen Stadt und Land zu pflegen, das Vertrauen in die einheimische Landwirtschaft zu stärken und den Absatz der Produkte zu fördern. Die Konsumenten sollen sich bewusst werden, woher die Lebensmittel kommen und was es braucht, um dieses qualitativ hoch stehende Angebot bereitzustellen. «Gut, gibt’s die Schweizer Bauern» will die vielfältigen Leistungen der Bauernfamilien für die Gesellschaft sichtbar machen und damit die Bedeutung der Landwirtschaft für unser Land unterstreichen.

1 · Dreharbeiten und Fotoaufnahmen fanden bei jeder Witterung statt (Plakat Hotelier). 2 · Filmaufnahmen für TV-Spot «Kunstbetrachter»: 1 Tag für 30 Sekunden.

Wie haben Sie reagiert, als Sie angefragt wurden beim Filmdreh für die neuen TVSpots mitzumachen? Wir waren von Anfang an positiv eingestellt. Was uns etwas stresste war, dass wir mit der Heuernte noch nicht einmal angefangen hatten und dann noch die Filmaufnahmen dazu kamen. Doch alles ging gut über die Bühne! Das Ganze war eine positive Erfahrung für uns. Wir haben festgestellt, dass die Leute sehr unkompliziert sind und wir wie ein grosses Team zusammengearbeitet haben. Haben Sie etwas gelernt aus all dem was in den drei Tagen hier gelaufen ist? Gelernt haben wir, dass es immer wichtiger wird für unsern Berufsstand, alles zu zeigen, was wir leisten. Man kann nicht immer nur fordern und nehmen, sondern UFA-REVUE · 12 2011

sollte auch kommunizieren und Hand bieten für solche Projekte. Es war keine Belastung für uns, sondern unser Beitrag, um die Schweizer Landwirtschaft präsentieren zu können. Die Landwirtschaft in der Öffentlichkeit zu präsentieren kostet etwas. Lohnt es sich aus Ihrer Sicht dafür Geld zu investieren? Absolut. Ich finde das sehr wichtig, dass die Leistungen der Bauernfamilien auch in der Stadt kommuniziert werden und dort gezeigt wird, was Bauern leisten, sei es in der Ökologie oder der Nahrungsmittelproduktion. Dann wird auch die Landwirtschaft viel weniger in Frage gestellt. Ich finde die TV-Spots und Plakate, die auf unserem Hof geschaffen wurden, genial. Sie sind humorvoll, kreativ und glaubwürdig – einfach sympathisch.

3 · Familien Habegger, Trub: v.r.n.l.: Ruth & Peter, Fritz und Judith Habegger nach den Drehtagen der TVSpots. 4 · Dreharbeiten im hohen Heugras. 5 · Peter Habegger wetzt die Sense für einen zügigen Schnitt vor der Aufnahme des TV-Spots.

rungen gesammelt hat. Bauernfamilien, die gern Bauern seien, die fasziniert seien von ihrem Beruf und die eine Liebe zu Menschen hätten, das sei die beste Ausgangslage. Bäuerinnen und Bauern sollen mit einfachen Mitteln PR machen, ja nichts aufblasen auf dem Hof, einfach natürlich und offen auf die Leute zugehen und den Dialog suchen. Er stellt auch fest, dass Öffentlichkeitsarbeit oft Bauernfamilien zusammenbringe und zu gemeinsamen Projekten führe. Ein neues Angebot, Bauern untereinander zu vernetzen und den Dialog mit den Konsumenten zu stärken, bietet das neue soziale Netzwerk, zu finden unter www.swissfarm.ch, das von jungen Mitarbeitenden der fenaco soeben gestartet wurde (Seite 8). Alle Akteure der Land- und Ernährungswirtschaft sind aufgerufen glaubwürdig Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, damit das gute Image gestärkt wird. Der Aufwand für die PR-Arbeit kann im Griff behalten, wer die Zusammenarbeit sucht, wer Angebote und Projekte nutzt, die bereits angeboten werden und auch wer PR mit Nebenerwerbsangeboten verknüpft. Hilfsmittel und Projektangebote finden sie im Ordner Betriebsplanung von Agridea 2011 und beim Landwirtschaftlichen Informationsdienst (LID). 䡵

Autor Markus Rediger, Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes (LID), Weststrasse 10, 3000 Bern Hilfsmittel und Projektangebote für Öffentlichkeitsarbeit finden sich auf www.lid.ch oder www.landwirtschaft.ch. Landwirtschaftlicher Informationsdienst, 寿 +41 31 359 59 77

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MANAGEMENT

Zankapfel Entschädigungen KULTURLANDSCHÄDEN Wichtig ist es, Entschädigungsfragen vorgängig zu regeln, bevor eine Leitung verlegt. ein Betonmast aufgestellt, eine Antenne montiert oder ein Openair durchgeführt wird.

Richter lieben sie nicht. Im Gegenteil – Konflikte im Bereich Nachbarschaftsrecht, schwellen oft lange unter der Oberfläche, explodieren mit Getöse, unnachgiebig wird oft bis vor Bundesgericht gestritten und auch haben solche Streitigkeiten manchmal eine irrationale und nicht-nachvollziehbare Komponente. Diesbezügliches Konfliktpotenzial gibt es bei Wegrechten und Kulturschäden aller Art. Zu entschädigen sind bei einem Kulturschaden die entgangene Erntemenge, dann aber auch Folgeschäden (Verdichtung). Auch kann es vorkommen, dass ein Kulturschaden dazu führt, dass eine Fläche nicht mehr als Ökofläche anerkannt ist und sich dadurch die Direktzahlungen reduzieren. Der schweizerische Bauernverband aktualisiert jährlich die Richtlinien für verschiedenste Entschädigungsansätze (vgl. Coupon). Die Entschädigungsansätze werden oftmals vor Gericht in Gutachten und Expertisen verwendet.

Täglich rufen Bauern an Entschädigungsfragen haben in den letzten Jahrzehnten in der Landwirtschaft an Bedeutung gewonnen. Das Auskunftstelefon (寿 056 462 52 71) von SBV Treuhand und Schätzungen hat täglich Fragen zu Entschädigungen zu beantworten, zum Beispiel: ➠ Ich habe das Maisfeld eingezäunt und die Wildschweine sind trotzdem eingefallen, bekomme ich eine Entschädigung? Antwort SBV Treuhand und Schätzungen: Ja. Die Entschädigungsansätze des Bauernverbands gelten als Grundlage. Zusätzlich sind die kantonalen Entschädigungsreglemente zu berücksichtigen. UFA-REVUE · 12 2011

➠ Wir benutzen seit Jahrzehnten eine Abkürzung zum Dorf, das ist praktisch ein Gewohnheits-Wegrecht. Jetzt hat uns der Bauer mit einem Zaun den Durchgang gesperrt. Darf er das? Antwort SBV T&S: Ja. In der Schweiz gilt diesbezüglich kein Gewohnheitsrecht. Nur wenn ein Wegrecht vereinbart und im Grundbuch eingetragen ist, hat man einen gesetzlichen Anspruch darauf. ➠ Die Gemeinde will auf unserem Acker eine Trafostation aufstellen. Haben wir Anrecht auf eine Entschädigung? Antwort SBV T&S: Ja, auf Grund der nichtlandwirtschaftlichen Nutzung kann eine Abgeltung verhandelt werden. Die reine Abgeltung des Schadens kann von den Ansätzen für Masten oder Schächten abgeleitet werden. ➠ Vor drei Jahren hat uns eine Firma angefragt für eine Windkraftanlage, jetzt will sie endlich bauen. Darf ich eine Entschädigung für die drei Jahre Reservierung verlangen? Antwort SBV T&S: Ja, für die Reservationsdauer sollten Sie mindestens 1.5 % der Einspeisevergütung berechnen. ➠ Eine Mobilfunkanlage soll auf einen Elektrizitätsmast montiert werden. Dürfen wir dafür auch eine Entschädigung verlangen? Antwort SBV T&S: Ja, die Abgeltung richtet sich nach Marktpreisen. ➠ Der Nachbar möchte sein Auto bei uns unterstellen. Wie viel darf ich ihm für den Dauer-Parkplatz verlangen? Antwort SBV T&S: Richtschnur für die Parkplatzmiete sind die in der Region gängigen Marktpreise für Parkplätze. ➠ Wie viel ist der Stundenlohn für die Instandsetzung der Wiese nach einem Openair? Antwort SBV T&S: Es gelten die ART-Ansätze des Maschinenkos-

tenkatalogs, welche 58 bis 70 Fr. pro Stunde vorsehen. ➠ Gibt es Richtzahlen für die Entschädigung von Skipisten? Antwort SBV T&S: Nein. Als Grundsatz gilt, der durch den Pistenbetrieb entstandene Schaden, soll entschädigt werden. ➠ Ich soll eine Parzelle dran geben für eine neue Durchgangsstrasse. Der Kanton droht mit Enteignung. Das geht doch nicht. Antwort SBV T&S: Ja das kommt vor, vorausgesetzt die Durchgangsstrasse ist von öffentlichem Interesse. (Siehe auch Seite 12). Daniela Clemenz

Eigentumsrechte gelten nicht absolut. Das öffentliche Interesse hat Vorrang.

Bestellcoupon Ja, ich bestelle (8% MwSt. und 5 Fr. Versandkosten): Anzahl Wegleitung für die Schätzung von Kulturschäden (bs0201d), SBV T&S, Brugg, Preis: 8 Fr. Wegleitung für die Schätzung von Kulturschäden, Ausgabe für Wildschaden (bs0217), SBV T&S, Brugg, Preis: 8 Fr. Wegleitung für die Bemessung des Einkommensausfalles für mehrjährig beanspruchtes Kulturland (bs0202d), SBV T&S, Brugg, Preis: 8 Fr. Entschädigungsansätze für elektrische Freileitungen (bs0203d), SBV T&S, Brugg, Preis: 10 Fr. Entschädigungsansätze für Schächte und erdverlegte Leitungen (bs0204d), SBV T&S, Brugg, Preis: 10 Fr.

Name, Vorname Adresse PLZ, Wohnort Telefon Ort, Datum

Unterschrift

Einsenden: UFA-Revue, Schaden, Theaterstrasse 15a, 8401 Winterthur. Lieferung und Rechnungsstellung erfolgt durch den schweizerischen Bauernverband.


MANAGEMENT

Zehn wohlwollende Provokationen EINE SCHLÜSSELBRANCHE DES 21. JAHRHUNDERTS ist die Landwirtschaft. Deshalb braucht man als landwirtschaftlicher Unternehmer Schlüsselqualifikationen. Man muss bereit sein, sich mit neuen Erkenntnissen persönlich auseinanderzusetzen und, wo es notwendig ist, sich auch «helfen» zu lassen.

Rolf Brauch

In unserem nördlichen Nachbarland Deutschland liegt angrenzend an die Nordwestschweiz das Bundesland Baden-Württemberg. Dort wurde vor knapp einem Jahr der so genannte «Odenwälder Milchkonsens» ins Leben gerufen. Unter Federführung des kirchlichen Dienstes der evangelischen Landeskirche trafen sich verschiedene Akteure, um die Einkommenssituation der Milchviehhalter in der Region Neckar-Odenwald-Kreis zu verbessern. Die Erkenntnisse aus dieser Arbeit lassen sich in zehn Thesen zusammenfassen

1. Mehr Konsens Innerhalb des bäuerlichen Berufsstandes aber auch in Beziehung zur Gesellschaft wird immer mehr kontrovers, aber auch überzogen, unsachlich und emotional diskutiert. Das betraf und betrifft in der Landwirtschaft die Themen Milchmarkt, aber auch Biogas, Tierhaltung und anderes. Die Lehre aus solchen Diskussionen ist: Wir müssen möglichst früh innerhalb des Berufsstandes Landwirtschaft, aber auch mit relevanten gesellschaftlichen Gruppen in einen Dialog zu strittigen Themen treten. Führungskräfte müssen rechtzeitig in der Lage sein, «heisse Eisen» anzupacken und miteinander in einen offenen und konstruktiven Dialog zu treten. Dazu braucht es den notwendigen Willen, aber auch die Methoden und Instrumente, dies zu tun. Nur so ist der Berufsstand Landwirtschaft in der Lage, offensiv und konstruktiv seine berechtigten Interessen durchsetzungsfähig zu vertreten. Dies gilt es, möglichst schnell und entschlossen im Sinne von Intervention zu tun, bevor Verletzungen und Wun18

den geschlagen werden. Beispielsweise sind im Odenwald/Baden-Württemberg noch viele Wunden auf Grund des Konfliktes im Bereich «Milch» offen und heilen nur schwer. Es gilt dringend, daraus Konsequenzen einzuleiten. Manchmal bedarf es dazu sachkundige Moderatoren, die auch aus dem Bereich der Landeskirchen zur Verfügung stehen würden.

2. Grössenvorteile Dass bei steigender Stückzahl die durchschnittlichen Fixkosten sinken (Kostendegression, Skaleneffekt), ist ein ökonomischer Grundtatbestand und nicht ein Schlagwort von bestimmten Organisationen oder Interessensvertreter. Wachsen oder weichen ist daher auch nicht die Erfindung eines niederländischen Agrarkommissars, sondern Konsequenz aus diesem Gesetz der Ökonomie, das jenseits der parteipolitischen Farbenlehre immer gilt, und nicht nur in der Landwirtschaft und nicht nur in Europa. Die einzelbetrieblichen Optionen, die die Agrarpolitik gewiss bremsen oder beschleunigen kann, sind folgende sechs: • Sei nicht zu gross (Kolchoseneffekt). Es ist nicht kosteneffizient. • Sei alleine gross. • Sei gemeinsam gross. • Sei klein und besonders. • Sei gemeinsam klein und besonders. • Wenn du keine Perspektive für dich, deine Familie und deinen Betrieb siehst, zieh dich geordnet aus der Landwirtschaft zurück, das heisst leite rechtzeitig ein «Bremsmanöver» ein. In Zukunft sollte nicht mehr vom Leitbild des «familienbäuerlichen Betriebs» gesprochen werden, sondern von fami-

liengeführten landwirtschaftlichen Unternehmen. Denn in Zukunft wird immer mehr Fremdkapital in den Unternehmen sein und die Fülle der Arbeit ist längst nicht mehr innerhalb der Familie leistbar. Allerdings wird auch in Zukunft bei den meisten Betriebe die Führungsverantwortung in den Händen von bäuerlichen Familien liegen. Familiengeführte Unternehmen haben sich in der Vergangenheit im gesamten Mittelstand als äusserst robust, effizient, leistungsfähig und kreativ erwiesen.

3. Das Ehepaar macht den Unterschied! Starke Familien, und das sagt insbesondere die landwirtschaftliche Familienberatung, sind die Grundlage auch für ökonomisch leistungsfähige Unternehmen. Voraussetzung für gelingende Familienbeziehungen sind gelingende Paarbeziehungen. Diese gilt es in die Bildungs- und Beratungsarbeit noch viel stärker in den Blick zu nehmen. Stabile und gelingende Ehen in der Landwirtschaft brauchen fünf Erfolgsfaktoren: • Gelingende Kommunikation. • Ein grosser Vorrat gemeinsamer Aktivitäten. • Starke Persönlichkeiten, die sich als Partner auch abgrenzen können. • Die Fähigkeit, vergeben zu können. • Die Absicht, in der Beziehung den anderen nicht ändern zu wollen. Meine Erfahrungen insbesondere in der Beratung und Seelsorge zeigen eine eklatante mangelnde Bereitschaft und Fähigkeit vor allem von Männern im Bereich Kommunikation. Hier gilt es dringend im Rahmen der Beratungs- und Bildungsarbeit nachzulegen. 12 2011 · UFA-REVUE


MANAGEMENT

Der Berufsstand Landwirtschaft muss mit relevanten gesellschaftlichen Gruppen in einen Dialog zu strittigen Themen treten.

4. Eine andere Veranstaltungskultur Im Winter findet in der Landwirtschaft eine Fülle von Weiterbildungs-Veranstaltungen, vor allem am Abend, statt. Meine Erfahrung als Referent und aus der Diskussionen mit anderen Bildungsverantwortlichen zeigt, dass diese Abendveranstaltungen in vielen Fällen nicht zielführend und produktiv für die Teilnehmer sind. Wenn Bildung auch in Zukunft der wichtigste Produktionsfaktor in der Landwirtschaft ist, und zwar im Sinne einer umfassenden Persönlichkeitsbildung, müssen diese Veranstaltungen tagsüber platziert werden. Tagsüber sind unsere Lernfenster weit offen und Bildungsarbeit macht dann Sinn. Sollen die Veranstaltungen wirklich etwas bewirken, im Sinne von Veränderungen, dann müssen wir den Mut haben, diese Veranstaltungen tagsUFA-REVUE · 12 2011

über stattfinden zu lassen. Unternehmer sollten im Winter trotz aller Arbeitsbelastung die Zeit haben, an Veranstaltungen vor- oder nachmittags teilnehmen zu können. Die Kurs-Atmosphäre wird in einem viel konstruktiveren Klima stattfinden.

5. Mehr Respekt Die Hofübergabe ist ein Knackpunkt in Bezug auf die Zukunftsfähigkeit familiengeführter Unternehmen. Bei der Hofübergabe geht es um mehr und Grundlegenderes als allein um die Fragen nach dem Ertragswert und des Wohnrechts. Es geht vor allem darum, Gerechtigkeit innerhalb der Familie herzustellen. Das gelingt bei Generationskonflikten nur in einer Atmosphäre tiefer Wertschätzung. Wertschätzung heisst, dass jede Generation ihren eigenen Weg im Betrieb, aber

auch in der Familie, gut gehen kann. Diesen Respekt sollten Eltern und Kinder gegenseitig deutlich zum Ausdruck bringen. Söhne und Töchter sollten ihren Eltern sagen, dass sie dankbar sind, wie ihre Eltern ihren Weg durchs Leben gegangen sind. Väter sollten ihren Söhnen sagen, dass sie Vertrauen haben, dass die Söhne ihren eigenen Weg finden, auch in der Gestaltung des landwirtschaftlichen Betriebes. Nur mit dem Rückenwind des Respekts können Sachund Fachfragen gut miteinander geregelt werden.

6. Ich will, nicht «ich muss» Junge Hofnachfolger brauchen erstens eine umfassende Bildung und zweitens Fremderfahrungen. Diese Fremderfahrungen sind notwendig, insbesondere für die spätere Berufszufriedenheit. 19


MANAGEMENT Wenn Hofnachfolger von aussen zurückkommen, können sie zu ihren Eltern sagen: «Ich will diesen Betrieb gerne übernehmen». Wer das Gefühl hat, er muss diesen Hof fortführen, weil die Eltern in späten Jahren viel Fremdkapital investiert haben, ist nicht frei. Er ist nicht fähig mit seiner eigenen Persönlichkeit und Kompetenz den Betrieb so zu entwickeln, wie es für ihn gut ist und hat wenig Vertrauen in die eigene Kompetenz. Nach

sondern auch die Zukunft der Branche hängen davon ab, wer die Landwirtschaft in den entsprechenden Gremien kompetent präsentiert.

8. Die Wahrheit ist oft grau Bei vielen Themen gibt es nicht einfach schwarz oder weiss, sondern das, was für den einen richtig ist, kann für den anderen falsch sein. Was in einer Region ökonomisch Sinn macht, ist in einer anderen Region genau umgekehrt.

produzieren. Sinnvoll ist es auch, Spezialkompetenzen von Berufskollegen mit Kooperation zu nutzen. Daher sollten alle Chancen im Sinn von geregelter Zusammenarbeit unter Berufskollegen offensiver angegangen und genutzt werden. Schlechte Beispiele sind kein hinreichender Grund diese Chance für sich auszuschliessen.

10. Wir leben im Zeitalter der Volkswirtschaft In der landwirtschaftlichen Aus- und Weiterbildung stand jahrzehntelang das Thema Produktionstechnik im Mittelpunkt. In den letzten Jahren wurde Betriebswirtschaft zunehmend wichtig. Hier gibt es bei Betriebszweiganalysen und Vollkostenrechnungen einen erheblichen Nachholbedarf im Sinne von einzelunternehmerischer Kompetenz. Viele Unternehmer sind immer noch nicht in der Lage, ihre Buchführung im Detail zu lesen, zu verstehen und daraus die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Allerdings muss betont werden, dass wir heute im Zeitalter der Volkswirtschaft leben. Marketing ist die entscheidende Grösse. Unternehmer müssen wissen, wie Märkte funktionieren und wie die Konsumenten «ticken». Hier muss in Zukunft ein Schwerpunkt im Bereich der Bildungsarbeit gelegt werden.

Was für den einen richtig ist, kann für den anderen falsch sein. Was in einer Region ökonomisch Sinn macht, ist in einer anderen Region genau umgekehrt.

einigen Jahren Berufstätigkeit zeigt sich Missmut und Unzufriedenheit. Eltern und Hofnachfolger sollten Fremderfahrungen rechtzeitig planen, indem sie frühzeitig die Betriebsentwicklung miteinander im Konsens besprechen.

7. Gremienkultur und Gremienkompetenz Das Thema «Milch» hat gezeigt, dass der Berufsstand Landwirt in Gremien, wo es zum Beispiel um die Verarbeitung und Vermarktung ihrer Produkte geht, punkto Fachkompetenz Nachholbedarf hat (Bilanzlesen, Verhandlungsgeschick …). Nicht der Zufall und der Zeitdruck darf darüber entscheiden, wer Berufskollegen in Gremien vertritt, sondern eine sorgfältige Auswahl und Schulung ist im Vorfeld notwendig. Nicht nur das Einkommen, 20

Verantwortliche sollten deshalb vermeiden, mit Kochrezepten und Pauschalempfehlungen durchs Lande zu ziehen. Über die landwirtschaftliche Bildungsarbeit lässt sich zwar Handlungskompetenz vermitteln, bewusst muss man es aber dem Einzelnen überlassen, welchen Weg er mit seiner Familie und seinem Betrieb geht. Viele Seminare oder Vorträge vermitteln noch viel zu stark den Eindruck, dass es Wege gäbe, die für alle gangbar und sinnvoll sind.

9. Gute Gründe für mehr Kooperation. Das Thema Kooperation führt immer noch ein Schattendasein in der Landwirtschaft. Kooperation im Berufsstand ist notwendig, zum Beispiel kann mehr Lebensqualität erreicht werden oder man kann kostengünstiger

Fazit Insgesamt ist aber für mich eine neue Bereitschaft im Berufsstand spürbar, sich auch mit neuen und vor allen Dingen persönlichen Fragen auseinanderzusetzen und, wo es notwendig ist, sich auch «helfen» zu lassen. Die Landwirtschaft ist eine Schlüsselbranche des 21. Jahrhunderts und braucht eben auch Schlüsselqualifikationen der landwirtschaftlichen Unternehmer. Darüber gilt es immer wieder in einen konstruktiven Dialog zu treten. 䡵

Autor Rolf Brauch, Dipl. Ing. Agronom, Verkaufstrainer, ist Regionalbeauftragter für Dienst auf dem Lande und Bildungsreferent an der Bauerschule Nordbaden. Bildungshaus Neckarelz, Martin-LutherStrasse 14, 74821 Mosbach-Neckarelz brauch@bildungshaus-neckarelz.de

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UMFRAGE MANAGEMENT

Mond trotz Hektik Die UFA-Revue wollte in einer repräsentativen Befragung von den Schweizer Landwirten wissen, ob sie bei Arbeiten auf dem Feld oder im Stall auf die Mondphasen achten. Beinahe zwei Fünftel (38 %) der Schweizer Bauern achten bei solchen Arbeiten auf die Mondphasen. Jedoch haben einige von ihnen gesagt, dass es nicht immer möglich ist, auf die Mondphasen zu achten. So kann man bei schlechtem Wetter nicht die Arbeiten erledigen, welche der Mondkalender vorschlägt. Drei Fünftel (62 %) der Bauern gaben an, sich nicht diesem Thema zu widmen oder sich aufgrund von Zeitnöten nicht damit auseinandersetzen zu können. Die Landwirte in der Westschweiz achten signifikant häufiger auf die Mondphasen als die Deutschschweizer (W-CH 49 %, D-CH 34 %). Wobei die verschiedenen Arbeiten, bei welchen sie auf die Mondphasen achten, sich nicht zwischen den zwei Sprachregionen unterscheiden. Grosse Bedeutung haben die Mondphasen im Garten beim Gemüseanbau oder beim Bäumeschneiden. Lesen Sie dazu unseren Beitrag Seite 36. Auch beim Klauenschneiden achten die befragten Landwirte auf die Mondphase. Beim Klauenschneiden sei es gleich wie beim Fingernägel- oder Zehennägelschneiden: Man müsse das bei zu-

ja 49 %

weiss nicht 1%

Achten Sie bei Arbeiten in Feld und nehmenden Mond machen, so dass die Nägel nicht einwachsen, sagt der Volksglaube. Die UFA-Revue wollte es aber genau wissen und fragte nach bei Hans Oswald. Der Vater dieses heute 80-jährigen Landwirts gründete 1930 in Birwinken (TG) den ersten bio-dynamisch wirtschaftenden Betrieb in der Schweiz. Oswald sagt, bei Mondknoten und bei

nein 50 %

Stall auf die Mondphasen? einer Sonnen- oder Mondfinsternis solle man keine Klauen schneiden. Mondknoten entstehen, wenn sich die Mondbahn und die Umlaufbahn der Erde kreuzen. Aber, so fügt Oswald an, punkto Klauengesundheit hätte er mehr auf die Fütterung als auf die Mondphase geachtet. Mineralstoffhaltiges Grundfutter sei wichtig für die Klauengesundheit. Bei Klauenproblemen könne man auch Extenso-Heu sozusagen als Medizin zufüttern. 䡵

nein 62 %

Westschweiz

nein 66 % ja 38 % ja 34 %

Deutschschweiz UFA-REVUE · 12 2011

Total Schweiz

Die aktuelle repräsentative Umfrage wurde vom Marktforschungsinstitut TransferPlus AG in Stansstad im Auftrag der UFA-Revue im November 2011 durchgeführt. Wollen Sie sich auch zur Monatsfrage äussern? Die nächste Fragestellung ist auf www.ufarevue.ch aufgeschaltet.

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KURZMELDUNGEN LANDTECHNIK

Fella: Neue Front-Tommelmähwerke mit innovativem Design Selbstfahrende Futtermischwagen im Trend In der Tierhaltung gehört die Fütterung zu den entscheidenden Faktoren, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Nebst einer bedarfsgerechten Ration ist auch ein effizientes Handling des Futters von grosser Wichtigkeit. Innovative Betriebe setzen auf Futtermischwagen. Dabei sind selbstfahrende Futtermischwagen in der Schweiz keine Seltenheit mehr. So auch auf dem Betrieb von Peter und Hansueli Gysel in Wilchingen (SH), auf dem seit einiger Zeit ein Modell von Siloking mit vertikaler Mischschnecke, verstellbaren Schneidmessern und 14m3 Inhalt zum Einsatz kommt. Peter Gysel: «Wir müssen jeden Tag rund 4 Tonnen Futter bewegen. Da wir noch ein Lohnunternehmen betrieben, wollen wir die Fütterung möglichst effizient gestalten, damit wir zwischen 7 Uhr und 7.30 Uhr morgens damit fertig

sind.» Die Maschine wird von einem 175 PS starken Motor hydrostatisch angetrieben. Die Konstruktion ist darauf bedacht, dass eine optimale Gewichtsverteilung zwischen Vorderachse und hinterem Zwillingsrad gewährleistet ist. Der Futtermischwagen bleibt so in allen Lagen stabil auf dem Boden. Besonders am Siloking Selbstfahrer ist das Drei-PunktFahrwerk. Dabei besteht die Lenkeinheit im Heck aus einem um 150° drehbaren und gefederten Zwillingsrad. Das Resultat davon ist eine enorme Wendigkeit bei kleinstem Wendekreis.

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Die neue Baureihe der Trommelmähwerke von Fella mit den Modellen «KM 2940 FP-V», «KM 3140 FP-V» sowie «KM 3340 FP-V» und Arbeitsbreiten von 2.86 m, 3.06 m und 3.26 m begeistert die Kunden durch das innovative Design. Die weit öffnende vordere Schutzhaube sowie die zentrale Verstellung der Schwadscheiben von oben erhöhen den Bedienkomfort der Trommelmähwerke mit Pendelbock. Der Keilriemenschutz ist ebenfalls von

oben zugänglich, um einen problemlosen Wechsel der Riemen zu ermöglichen. Weiterhin ist der Klingenschnellwechsel Serie: Mit der abnehmbaren Klingenbox hat der Landwirt die Messer zum Wechseln

bequem und schnell greifbar. Die Wartung der Mähwerke wird durch einen von aussen zugänglichen Ölmessstab erleichtert. All diese optimierten Details versprechen höchsten Bedienkomfort. Weiterhin ist die Schwadbreite für Nachfolgemaschinen mit unterschiedlichen Pick-upBreiten anpassbar. Ausserdem sorgt die V-förmige und grossvolumige Schutzvorrichtung der neuen Baureihe für einen grösseren Durchgang und verbesserten Fluss des Futters.

Wasserstoff-Traktor weiterentwickelt

Lely mit neuem 4-Kreisel-Schwader

«Etrion» – Antrieb neu gedacht

Neu am «Hibiscus 1515 CD Profi» mit einer Arbeitsbreite von 15 m, mit dem Lely in die Liga der Grossflächenschwader einsteigt, sind die beiden Fahrgestellträger, von wo sich die Transporträder v-förmig ausklappen können. Jeweils zwei Kreisel sind an einem der beiden Träger aufgehängt und werden links und rechts neben den Fahrgestellträgern abgesenkt. In Vorwärtsrichtung bleibt die Position dieser Kreisel dank der ParallelogrammKonstruktion, durch die sich die Räder selbst lenken, konstant. Ein weiteres besonderes Merkmal sind die Aufhängungsarme der Kreisel, die ausgefahren werden können, um den Abstand zwischen Kreisel und Hauptträger zu vergrössern sowie die Schwad- und Arbeitsbreite zu variieren.

Claas hat sich von einem jungen Designer inspirieren lassen, der gemeinsam mit einem Team von Entwicklungstechnikern aus dem Hause Claas Antrieb und Traktion neu gedacht und entsprechend überraschend «verpackt» hat. «Etrion» heisst die Konzeptstudie, die sich

New Holland präsentierte auf der Agritechnica eine Neuauflage seines mit Wasserstoff über Brennstoffzellen betriebenen Traktors «NH2». Die Weiterentwicklung besteht darin, dass die Maschine ausrüstungsmässig auf dem Serienmodell «T6.140» basiert und so für alle Arbeiten wie Bodenbearbeitung, Pressen, Transporte und Arbeiten mit dem Frontlader eingesetzt wird. Das neue Modell verfügt im Vergleich zur ersten Auflage über die doppelte Leistung. Die von den drei Brennstoffzellenstapeln mit insgesamt 384 einzelnen Zellen gelieferte Leistung hat sich von 50 auf 100 kW (136 PS) verdoppelt. Für die weitere Entwicklung des «NH2» ist New Holland eine Zusammenarbeit mit Reifenhersteller Michelin eingegangen.

folgenden Herausforderungen stellt: Wie kann bei hoher Zugleistung geringste Bodenverdichtung erreicht werden? Wie gewinnt man eine hohe Wendigkeit bei gleichzeitig voller Strassentauglichkeit? «Etrion» beantwortet diese Fragen mit einer Rad-Raupe-Kombination mit zweiter Traktionsspur – ohne Zwillingsbereifung – sowie zwei lenkbaren Achsen und einfahrbarem Raupenlaufwerk. 12 2011 · UFA-REVUE


KURZMELDUNGEN LANDTECHNIK

Valtra: Neue «N»-Serie mit SCR-Motoren Auf der Agritechnica stellte Valtra die neuen Traktoren der «N»-Serie mit SCR-Motoren und AdBlue-Abgasreinigung vor. Die Topmodelle der Serie, der «N163 Versu» und «N163 Direct», sind mit 163 PS

Tabelle: Neue «N»-Serie von Valtra Modell

im Normalbetrieb und 171 PS im Powermodus die stärksten 4-Zylinder-Traktoren der Welt. Dank dem SCR-Motorenkonzept, mit dem Valtra bereits über eine langjährige

Elektrifizierung der Düngetechnik Bereits vor vier Jahren präsentierte Rauch an der Agritechnica einen Düngerstreuer mit elektrischem Antrieb. Nun hat Rauch die Serie «Axis-E» mit elektrischem Antrieb für die Wurfscheiben mit der neuen Schnittstelle für Gleich- oder Wechselstrom ausgerüstet. Die zum Be-

trieb elektrischer Antriebe notwendige Energie wird von einem im Traktor integrierten oder angebauten Generatorsystem bereitgestellt. Über die «High-Voltage-Interface» Schnittstelle können elektrische Leistungen von bis zu 150kW übertragen werden. Parallel werden automatisch alle notwendigen, gerätespezifischen Konfigurations- und Betriebsparameter ausgetauscht. UFA-REVUE · 12 2011

Sicheres Teleskopieren mit «vls»

Erfahrung verfügt, sinkt der Kraftstoffverbrauch um 5 – 10 % und die Partikel- sowie Stickoxidemissionen werden auf einen Bruchteil der bisherigen Werte reduziert. Die neuen Traktormodelle verfügen im

HiTech N113 N123 N143 Versu N143 N163 Direct N143 N163

Leistung (PS) Standard Boost 124 135 152

131 143 161

152 163

161 171

152 163

161 171

Vergleich zu den Vorgängern über noch mehr Leistung und ein höheres Drehmoment. Dank neuer Software und einem überarbeiteten Antriebsstrang bringen sowohl die Modelle mit Stufenlosgetriebe als auch die Modelle mit Lastschaltung unter allen Bedingungen optimale Leistung. Eine überarbeitete Frontpartie des Traktors gewährt dem Fahrer eine bessere Sicht nach vorn. Durch die Neukonstruktion des vorderen Rahmens erhalten die Vorderräder einen grösseren Einschlagswinkel.

Neue 12-Kreisel Maschinen

Neues von JCB

Neu im Bodenbearbeitungsprogramm ist bei Pöttinger die Kreiselegge «Lion 302.12» mit 12 Rotoren in 3 m Arbeitsbreite. 20 % mehr Arbeitswerkzeuge bei gleicher Arbeitsbreite wie die 10-Rotoren-Maschinen bedeuten ein perfekteres Arbeitsergebnis und eine von der Praxis geforderte Krümelung, speziell im Kartoffel- und Gemüsebau. Ein zusätzlicher Vorteil: Die feine Struktur wird erreicht, obwohl die Kreiseldrehzahl um 15 % niedriger ist als bei anderen, vergleichbaren Maschinen. Dies bedeutet im Endeffekt weniger Leistungsbedarf und Verschleiss bei gleichzeitig höherer Lebensdauer. Die Kreiselegge ist für Traktoren bis 180 PS geeignet.

Mit den Modellen «8280» (280 PS) und «8310» (310 PS) ergänzt JCB seine «Fastrac»-Reihe um zwei weitere Typen leistungsmässig nach oben (Bild). Der «Fastrac» ist noch immer der weltweit einzige Traktor mit Vollfederung an der Vorder- und Hinterachse. Die Vorteile der Baureihe, die mit Motoren von Sisu ausgestattet

ist, sind der stufenlose Antrieb mit dem «V-Tronic»-Getriebe, das Geschwindigkeiten bis 70km/h (je nach Land) zulässt sowie die Bremsanlage gemäss EU-Norm für Lastwagen. Die Serie «3000» wird ebenfalls mit zwei neuen Modellen ergänzt («3200» mit 195PS und «3230» mit 230PS). Das neue ABS-System ist bei diesen Traktoren nun mit einer Sperre gegen das Wegrollen am Hang ausgestattet. Das automatische Lastschaltgetriebe ermöglicht ein Fahren wie mit einem Automatik-Getriebe eines PKW.

Werden bei vollständig ausgefahrenem Teleskoparm schwere Lasten bewegt, so kann es schon mal vorkommen, dass die Standfestigkeit eines Teleskopladers an seine Grenzen stösst. Weidemann hat nun ein neues Fahrerassistenzsystem entwi-

ckelt, mit dem die Betriebssicherheit eines Teleskopladers entscheidend erhöht und die Effizienz im täglichen Einsatz deutlich gesteigert werden kann. Dieses System mit der Bezeichnung «vls» (Vertical Lift System), von der DLG an der Agritechnica mit einer Silbermedaille ausgezeichnet, ermöglicht sichere und flüssige Arbeitsabläufe auch bei hohen Nutzlasten. Der entscheidende Vorteil des neuen Systems ist die annähernd vertikale Senkbewegung des Teleskoparms, die zu einer wesentlichen Verbesserung der Standsicherheit der Maschine führt. Das System «vls» ermöglicht darüber hinaus eine flüssige Arbeitsweise und unterstützt den Fahrer durch eine teilautomatisierte Teleskopbewegung. Geübte Fahrer können damit noch schneller und sicherer arbeiten, ungeübte Fahrer bekommen eine wertvolle Unterstützung bei Hubund Ladearbeiten. Claas verbaut für seine Teleskoplader das gleiche System, das bei den «Scorpion»-Modellen jedoch unter der Bezeichnung «SmartHandling» angeboten wird.

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LANDTECHNIK

Intelligenter Produzieren AGRITECHNICA Zentimetergenaue Navigation, sensorgestützte Datenerfassung und automatisierte Produktionsabläufe sind mittlerweile etablierter Standard in der Landtechnik. Diese Techniken sollen dem Landwirt helfen, künftig intelligenter produzieren zu können. Ob die Prozesse aber auch billiger werden, bleibt vorderhand offen.

Eine internationale Messe wie die Agritechnica in Hannover, die Mitte November stattgefunden hat, ist für die Hersteller immer wieder eine gute Gelegenheit, sich mit Neuheiten in einem guten Licht zu präsentieren. Daraus lassen sich für den aufmerksamen Besucher Trends ableiten, wohin sich die Technik entwickeln wird.

Mit 415 000 Besuchern hat die Agritechnica 2011 einen neuen Besucherrekord realisiert.

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Traktoren Bei den Traktorherstellern wurde in den letzten Jahren viel Kapazität für die Umsetzung der Abgasnormen eingesetzt, weshalb eher wenig Budget für wirkliche Innovationen zur Verfügung stand. Ausnahmen bilden jedoch die Anstrengungen der Ingenieure für die Entwicklung von komfortableren

Kabinen und benutzerfreundlicheren Bedienterminals. Auch an der Agritechnica war ein Trend unübersehbar: Die angebaute Maschine nimmt vermehrt Einfluss auf die Steuerung des Traktors, indem sie aufgrund ihrer Aus- oder Belastung die Fahrgeschwindigkeit und die Zapfwellenleistung des Traktors direkt über die integrierte Isobus-Verbindung steuern kann. So haben einige Aussteller weitere Systeme entwickelt, die Praxisreife ist aber noch nicht überall erreicht. Ein weiterer Trend ist, dass Traktoren eine elektrische Leistung zur Verfügung stellen und so für den entsprechenden Antrieb von angebauten Maschinen sorgen. Traktor- und Gerätehersteller

arbeiten bei der Normung der Schnittstelle zusammen, ein internationaler Standard ist greifbar nah. Da auf solchen Gefährten dann wohl auch Starkstrom verfügbar ist, ist auch der Gesetzgeber gefragt: Entsprechende Anpassungen der Vorschriften sind zwingend nötig. Die Zeit der vorherrschenden Insellösungen bei den Satelliten gesteuerten Lenksystemen scheint der Vergangenheit anzugehören. Auch hier schafft die genormte Schnittstelle zwischen Traktor und Maschine – Isobus – die notwendige Voraussetzung, dass verschiedene Hersteller (nun) zusammenarbeiten. Noch in den Bereich der Konzeptstudien gehören Entwicklungen wie der fahrerlose Traktor. Fendt erhielt zwar für

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LANDTECHNIK sein System «Guide Connect», mit dem zwei Traktoren über Satellitennavigation und Funk zu einer Einheit verbunden werden, eine goldene Auszeichnung und will bereits im kommenden Jahr damit auf den Markt kommen, doch rein aus Gründen der Sicherheit und Haftpflicht sind noch einige juristische Hürden zu bewältigen. Die technische Umsetzung erscheint möglich. Indem ein zweiter, führerloser Traktor einem «normal» gesteuerten Traktor folgt, kann bei vielen Arbeiten eine Verdoppelung der Schlagkraft erreicht werden.

tionen, die an Düngerstreuern angebracht sind, wird es zudem möglich, die Windeinflüsse beim Düngerstreuen automatisch zu korrigieren.

Pflanzenschutz Nebst den bereits etablierten Abdrift mindernden Injektordüsen oder automatischen Teilbreitenschaltungen gibt es beim Pflanzenschutz weitere Innovationen, die eine sparsame und möglichst punktgenaue Applikation ermöglichen. Dazu gehören die sensorische Überwachung des Durchflusses bei Einzeldüsen oder Software

Silber für den «Rigitrac»

Alle vier Räder verfügen über einen elektrischen Radnabenantrieb und sind über einen Doppelquerlenker hydropneumatisch aufgehängt. Dank dieser aktiven Federung mit integriertem Wegmesssystem werden auch Funktionen wie Starrschaltung, Niveauregulierung und Hangausgleich realisiert.

Zusammen mit dem Lehrstuhl für Agrarsystemtechnik der Universität Dresden erhielt Sepp Knüsel und seine Rigitrac Traktorenbau AG für die elektrisch angetriebenen Einzelradmotoren am «Rigitrac EWD 120» eine silberne Auszeichnung. Elektrische Einzelradmotoren lassen sich individuell präzise steuern, wodurch erstmalig gezielt Drehmomente um die Hochachse aufgebaut werden können. Dies bietet in Hanglagen Vorteile bezüglich der Fahrsicherheit und ist in der Ebene Voraussetzung für eine Optimierung der Traktion.

Sätechnik Bei der Sätechnik arbeiten die Hersteller intensiv daran, mit Sensoren die Ablagetiefe des Saatguts möglichst konstant halten zu können. Dann wurde auch die Technik der Einzelkornablage verbessert und wird wohl in Zukunft für nahezu alle Fruchtarten möglich werden. Im Trend sind auch Maschinen, die eine präzise Einzelkornablage selbst bei Arbeitsgeschwindigkeiten bis 15 km/h oder gar höher gewährleisten. Düngetechnik Die Steigerung der Genauigkeit in der Applikation von Düngemitteln ist und bleibt eine stetige Herausforderung. Die Technik hat sich weiter verbessert, mit ausgeklügelten Methoden wie softwaregesteuerten, schwenkbaren Innenschaufeln werden bei Schleuderstreuern Genauigkeiten beim Grenzstreuen erreicht, wie sie bisher nur bei pneumatischen Geräten möglich waren. Auch eine Teilbreitenbehandlung mit konventioneller Schleudertechnik ist damit wohl bald auch kein Fremdwort mehr. Mit WetterstaUFA-REVUE · 12 2011

für das Befüll- und Restmengenmanagement in den Behältern. Eine fernbediente Aussenreinigung des Spritzgestänges bringt neben ökologischen auch ökonomische Vorteile.

Mähdrusch Bei den Mähdreschern geht der Trend weiter in Richtung grössere und leistungsfähigere Systeme, um die enger werdenden Erntefenster effizienter nutzen zu können. Die grösseren Maschinen werden häufiger mit Raupenfahrwerken ausgestattet, um so eine möglichst gute Bodenschonung erreichen zu können. Interaktive Einstellsysteme sind bereits von verschiedenen Herstellern umgesetzt und helfen, den Fahrer zu entlasten und gleichzeitig Leistung sowie Qualität bei der Arbeit zu verbessern.

Futterernte Grössere Arbeitsbreiten sind bei der Futterernte weiterhin im Trend. Auch da wird intensiv an der Geräte-Traktor-Steuerung gearbeitet. Auf der Agritechnica wurde eine vollautomatische, kontinuierlich arbeitende

Rundballenpresse mit integrierter Wickeleinrichtung vorgestellt. Beim bisherigen Stand der Technik musste die Arbeit für den Binde- und Ablagevorgang unterbrochen werden. Mit der NonStop-Entwicklung von Krone (PressWickelkombination «Ultima») ist ein kontinuierlicher Arbeitsvorgang vom Pressen über das Binden und Wickeln bis zum Abladen möglich geworden. Die intelligente Steuerung der Vorkammer mit Vorpressfunktion erlaubt diese vollautomatische Arbeitsweise, mit der die Durchsatzleistung der Maschine um bis zu 50 % gesteigert werden kann. An der Messe zu sehen waren zudem GPSbasierte Teilbreitensteuerungen bei Mähwerken und Schwadern. Verschiedene Hersteller präsentierten auf ihren Feldhäckslern eine verbesserte NIR-Sensorik, mit der neben dem TSGehalt nun auch die Inhaltsstoffe des Häckselguts online analysiert werden kann. Die Maschinen selbst sind mit Motorregelungssystemen ausgestattet. Durch verschieden programmierte Motorkennlinien kann der Häcksler auch bei unterschiedlichen Erntebedingungen stets im hinsichtlich Leistung und Treibstoffverbrauch optimalen Drehzahlbereich fahren.

Fazit Weiterentwicklungen in den Bereichen Elektronik, Sensorik und Software bestimmen in beeindruckender Weise landtechnische Innovationen und führen zu einer zunehmenden Automatisierung von Arbeitsprozessen in der Pflanzenproduktion mit dem Ziel, die Qualität der Arbeit effizienter, präziser, umweltschonender und kostensparender zu gestalten. 䡵

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur Die Agritechnica 2011 fand vom 13. – 19. November in Hannover statt. Mit über 2700 Ausstellern und 415 000 Besuchern, darunter rund 9000 aus der Schweiz, hat die Messe eine neue Dimension erreicht. Mit diesen Zahlen bestätigt die Agritechnica ihre führende Rolle als weltweiter Branchentreffpunkt der Landtechnik.

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BILDERBOGEN KNOW-HOW

Starke Neuheiten DIE PALETTE VON KUHN basiert auf zehn Produktgruppen – von der Bodenbearbeitung über Düngung und Pflanzenschutz bis hin zur Futterernte und Fütterungstechnik im Stall. Mit dem stetigen Ziel, die Produktivität zu erhöhen, die Qualität zu steigern und die Rentabilität für die Landwirte zu steigern, hat das Unternehmen auch heuer wieder eine grosse Zahl von Neuheiten lanciert.

Mit über 1500 Patenten gehört Kuhn zu den innovativen Herstellern von Landtechnik. Das Unternehmen ist nach diversen Zukäufen in den letzten Jahren heute breit aufgestellt und kann in den Produktgruppen Pflügen, Bodenbearbeitung, Saat, Düngung, Miststreuen, Pflanzenschutz, Mulchen und Landschaftspflege, Futterernte, Pressen und Wickeln sowie Fütterungstechnik heute ein umfangreiches Sortiment bieten. «Mit der Hilfe von Landwirten entwickeln wir Lösungen von morgen», heisst es bei Kuhn. Nebenstehend ist eine Auswahl von Neuheiten des Jahres 2011 aufgeführt. 䡵

Neue «Seedflex» Doppelscheibenschar bei den «Sitera» Sämaschinen.

Press-Wickelkombination «i-BIO» mit neuem Bedienterminal «VT 50».

Kurzscheibeneggen «Optimer Serie 103+» mit mehr Durchgang.

«Striger», ein neues Konzept, das nur in der Säreihe den Boden bearbeitet.

Wendigere «MultiLeader» Aufsattelpflüge.

Einzelkornsägeräte «Planter» mit einfacheren Einstellmöglichkeiten.

Mulcher «BP 8300» mit hydropneumatischer Entlastung.

«Integra 3003»: Neue Aufdrillmaschine.

Pneumatische, klappbare Säkombination «Venta NCR 4500».

Neues, dreidimensionales Spritzgestänge «Mea-3».

«GPS Section Control» für höhere Präzision beim Spritzen.

Scheibenmäher «GMD 350» mit vertikaler Einklappung.

In loser Folge publiziert die UFA-Revue unter dem Titel «Bilderbogen» illustrierte Berichte über landwirtschaftliche Maschinen – in enger Zusammenarbeit mit den entsprechenden Herstellern oder Importeuren. Mehr zu den vorgestellten Kuhn-Produkten erfahren Sie unter www.kuhncenter schweiz.ch

Neuer Schmetterling-Trommelmäher «PZ 960» als Upgrade des «PZ 900». 26

Rundballenpressen: Einzugssystem mit hydraulisch absenkbarem Förderkanal.

Vorbauhäcksler zur Quaderballenpresse «LSB» stammt von Remund&Berger.

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Marktplatz LANDTECHNIK zu verkaufen Traktor Carraro Ferrari TM70, Wendetrac, top Zustand, total revidiert, 2200 h  041 250 52 53 Schwenkschwader Niemeyer 395-DH Twin, Jg. 2004, 5 Räder, top Zustand, Fr. 6700  079 466 73 60 Kaiser Güllefass, 3000 l, funktionstüchtig, auch als Tränkefass möglich, Fr. 1300; Kreiselschwader Pöttinger 321, Fr. 500; Zubringerband zu Gebläse, L. 290 cm, Preis nach Absprache, Kt. Bern  078 718 59 32 ab 18.00 Uhr Eingrasmähwerk Metrac  079 281 77 84 Schwenkschwader Niemeyer 395DH, Twin, Jg. 04, Zustand sehr gut; Hochdruckpresse Welger AP 630, Zustand sehr gut, wenig gebraucht  079 713 34 82 Maishäcksler Vicon Mh 90 Twin, top Zustand, Fr. 8000  078 832 95 30 Milchüberstelltank, 2700 l, Fr. 3500  078 832 95 30 Iglu für 5 Kälber, inklusive Umzäunung, Tränkebehälter und Futtertrog  032 484 92 27 7 Frontgewichte zu Traktor CASE 633, Stück à Fr. 110 oder Fr. 750, pauschal  071 755 26 40 Transporter Rapid AC 2500, Getriebe def; Aufbauladegerät Aebi LD 30, 19 m3; Motormäher Rapid 505; Eingrasung, zu Rapid 505; Seilwinde zu Rapid spezial UFA-REVUE · 12 2011

 076 583 62 91 oder  041 758 18 16 Aufbauladegerät Aebi LD 30, 19 m3; Motormäher Rapid 505; Eingrasung zu Rapid 505; Seilwinde zu Rapid spezial; Doppelrad 11.5/80-15.3; Motor Perkins 3.152  076 583 62 91 Front-Mähwerke, mit rotierenden Fingern, 2.5 m, für ökoflächen mähen  079 430 57 71 Felgen zu Aebi TT 6, 4 Stk., Loch 13 x 17, zu Bereifung 425/55 R 17, neuwertig, Fr. 800  079 676 34 50 Feldspritze Amazone UF 800, Jg. 2002, 15 m Balken, Hangausgleich, Schaummarkierer, top Zustand, Fr. 12'500  076 563 98 09 Elektro-Silogabel, für Grassilo, Entnahme im Hochsilo, Melkboy  041 480 28 36 Rundballenabroller; Milchtank mit Kühlung, 1500 l  052 657 20 61 ab 19 Uhr Dieseltank 1000 l, mit Auffangwanne Fr. 100; LKW-Anhänger Alubrücke, 7 m x 2.5 m x 1 m, Fr. 2000; Kompressor, zu Druckfass, Fr. 200; Kunststoff Tank, 1000 l, mit Auslaufhahn, Fr. 60  079 354 86 73 Frontschreibenmäher Pöttinger Alpha Motion Nova Cat 301, Zusatzschwadscheiben mit Förderkegeln, Verschleisskufen, sehr guter Zustand, Fr. 11'900  079 454 33 42 Heurüstmaschinen, Kran- und Kleinmodel; Heuschrote, elektrisch 220V und 380  079 678 81 49 Gartenplatten, ca. 400 Stk., 50 x 50 x 4.5 cm, à Fr. 2.90/Stk  041 921 16 35

Ladeneinrichtung Verkaufstheke, mit Kühlvitrine, Gestelle, Vitrine aus ehemaliger Käserei, ca. Fr. 8000  078 832 95 30 Waschmaschine Wyss, Inhalt 4.5 kg, Fr. 500  077 492 51 10 Frontlader Fendt Cargo, 3 x 65 DW, neu, Fr. 6700, passend zu Fendt Vario Serie 207 bis 211  079 765 20 26 Mulchgerät Humus, Occasion, sehr guter Zustand, Fr. 900; Kreiselegge Bertschi, 3 m, mit Packer, Fr. 4500  079 356 88 13 Skoda Octavia TDI Eleganza, Jg. 2004, km 180'000, mit AHK, ab MFK, Fr. 7400, in sehr gutem Zustand  079 274 90 75 Vielfachgerät, Bärtschi, Teile zu Rapid U9; Verlängerungskabel, 40 m; Pflegerad zu Hürlimann D90, Teile zu Rapid  041 921 28 49 Kreiselheuer Pöttinger Hit 690N, mit Tastrad und Dämpfungsstreben, neuwertig, sehr gepflegt, Jg. 2010, Fr. 9600  079 319 58 47 Kompressor, 200 l, Agregat frisch revidiert, Fr. 1000; Boiler, 2000 l, Fr. 1000, Kaltwasser HD Schlauch, 10 m, neu, Fr. 400; Pumpen und Hebezüge, aus Käserei, ab Fr. 500  078 832 95 30 Silowasserpresse, 3.5 m  061 951 12 58 oder 079 233 83 98 Ventilateur de grange pour la déshydratation complémentaire des fourrages mi-secs, Modèle SMS-5 N, der Heulüfter eignet sich für die Belüftung von Halbheu  079 390 99 66

Fortsetzung Seite 34 27


PRAXISTEST KNOW-HOW

Leistung mit Qualität «LEXION» – dieser Name steht seit 1995, als das Modell «480» erstmals präsentiert wurde, bei Claas für innovativen und leistungsfähigen Mähdrusch. Der Mähdrescher Claas «Lexion 660» arbeitet mit dem APS-Dreschsystem (Vorbeschleunigung des Gutflusses) und einer Restkornabscheidung über sechs Schüttler.

Vor etwas mehr als 15 Jahren lancierte Claas mit dem «Lexion 480» eine neue Generation von Mähdreschern und kombinierte bei diesem Modell erstmals das APS-Dreschsystem mit dem revolutionären Restkornabscheidesystem «Roto plus». Neu kamen damals auch die Lenksysteme «GPS-Pilot» und «Laser-Pilot» auf den Markt. Diese entlasteten den Fahrer und ermöglichten ihm, sich so voll auf die Überwachung seines Mähdreschers zu konzentrieren. Seit letztem Jahr gibt es die «Lexion»Drescher in den zwei Modellreihen: Die Reihe «700» (Dreschsystem mit Vorbeschleunigung und Restkornabscheidung über Rotoren, APS Hybrid) und die Reihe «600» (APS-Dreschsystem und Restkornabscheidung über Schüttler). Das Modell «Lexion 660» wird von einem 6-Zylinder-Motor mit 8.8 l Hubraum von Caterpillar angetrieben.

Christian und Jacques Estoppey

Dreschsystem

Beim «Lexion 660» kommt das APS-Dreschsystem zum Einsatz (Bild). Das entscheidende Element dieses patentgeschützten Systems liegt schon vor der Dreschtrommel: Durch den Vorbeschleuniger wird das Erntegut besser auseinandergezogen und auf rund 20 m/s beschleunigt. So entsteht ein schneller, gleichmässiger Gutfluss. Bis zu 30 % aller Körner werden bereits in einem Vorkorb direkt unter dem Beschleuniger aufgefangen, was zu einer Entlastung des Hauptkorbs führt. Unterm Strich, so rechnen die Claas Ingenieure vor, entstehe eine Leistungssteigerung von bis zu 20 % bei gleichem Kraftstoffverbrauch. Durch das APS-System sind bereits gegen 90 % der Körner vom Stroh ge-

trennt. Die Restkornabscheidung erfolgt dann auf einer Länge von 4.40 m über die sechs Schüttler. Die Schüttler des «Lexion 660» sind mit dem «Multifinger Separator System» ausgestattet. Dabei lockert eine Trommel mit Zinken über den Schüttlern die Strohmatte auf, die laufend dünner wird und die Restkörner so früher abgeschieden werden.

«Easy»-Bedienung

In die Armlehne des Fahrers ist der Multifunktionsgriff integriert, der eine einfache Bedienung des Mähdreschers ermöglicht. Funktionen wie Regelung der Fahrgeschwindigkeit, Höhenverstellung der Vorsatzgeräte, Bedienung der Haspel, Ein- und Ausklappen des Korntankauslaufrohrs oder Korntankentleerung steuern lassen sich damit bequem ausführen. Efficient Agriculture Systems («Easy») – nennt Claas übrigens den Oberbegriff für alle elektronischen Systeme, die das

Praxisstimme zum Claas «Lexion 660» Jacques Estoppey ist Lohnunternehmer in Cheseaux-sur-Lausanne. Seit 2011 ist sein Sohn Christian für den landwirtschaftlichen Betrieb mit 40 Milchkühen und 40 ha Nutzfläche verantwortlich, Jacques konzentriert sich auf das Lohnunternehmen. Mit dem «Lexion 660» hat Estoppey einen älteren «Lexion 430» ersetzt. Das neue Modell wird parallel zu einem weiteren «Lexion»-Modell («Lexion 540») eingesetzt. Bei der Maschinenwahl liess sich der Unternehmer weniger von den Argumenten des Verkäufers als vielmehr von seiner Kundschaft und deren Erwartungen leiten: «Alle sagen, dass die Zukunft den Hybrid-

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Die Nennleistung beträgt 355 PS, das Gewicht ohne Vorsatzgeräte liegt bei 14.5 t.

Dreschern gehört, meine Kunden hingegen legen Wert auf eine gute Strohqualität und verlangen nach wie vor grosse Halmlängen», erklärt er. Die Ansprüche seiner Kunden und die Notwendigkeit, selber leistungsfähiger zu werden, waren für Estoppey die überzeugenden Argumente für den «Lexion 660», dessen neuartiger, multifunktioneller Schalthebel angenehm zu bedienen sei, auch wenn der Knopf zum Einrasten des Schneidewerks darin nicht integriert sei. «Die leistungsfähigere Hydraulik verbessert den Komfort des Fahrers», betont er weiter. Der «Lexion 660» ist mit einem VarioSchneidewerk mit einer Arbeitsbreite

6.60 m ausgestattet. Auch da wurden die Kundenbedürfnisse berücksichtigt. «Eigentlich wurde mir eine grössere Breite empfohlen, wenn jedoch die Schwaden zu gross werden, können die Halme weniger gut abtrocknen», erklärt er. Estoppey erntet jährlich 300 ha Getreide, Raps und Sonnenblumen. Das Vario-Schneidewerk bietet ihm die Möglichkeit, sowohl Raps als auch Getreide zu dreschen. Nach Abschluss der ersten Saison ist Jacques Estoppey mit seiner Wahl zufrieden: «Der neue Mähdrescher ist wesentlich leistungsfähiger, die Bedienung angenehmen und die Strohqualität gibt zu keinen Beanstandungen Anlass».

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PRAXISTEST KNOW-HOW Arbeiten erleichtern sollen: Von der Maschineneinstellung über die Lenkung bis hin zu Softwarelösungen für verschiedenste Bereiche sind alle Systeme aufeinander abgestimmt.

Umfassende Bordinformationen Das bekannte Bordinformationssystem «Cebis» wurde im Zuge der Modellpflege nochmals erweitert. Auf einen Blick zeigt das System nun auf dem farbigen Monitor die aktuellen Vorgänge an und fasst alle relevanten Daten und Fakten wie Fruchteinstellung, Vorfahrtsregler, allfällige Lenksysteme, Ertrags- und Feuchtemessung, Flächenzähler, Treibstoffverbrauch, Auftragsverwaltung zusammen. Mit dem elektronischen MaschinenOptimierungssystem «Cemos» steht dem Fahrer ein wertvoller Assistent zur Seite, der die richtige Maschineneinstellung bezüglich Leistung, Qualität, Sicherheit und Effizienz vorgibt. Bis zu 50 Einstellparameter, von der Haspel bis zum

Steckbrief Mähdrescher Claas «Lexion 660» Motor: Caterpillar, 8.8 l, 6 Zylinder, 355 PS Nennleistung (ECE R 120), 378 PS Maximalleistung. Dreschwerk: APS, 1700 m Trommelbreite, 600 mm Trommeldurchmesser, 1.26 m2 Dreschkorbfläche. 6 Schüttlerhorden, 7.42 m2 Schüttlerfläche.

+ 20% APS-Dreschwerk mit Vorbeschleuniger, Dreschund Wendetrommel.

Strohhäcksler, können nämlich das Ernteergebnis beeinflussen– da nimmt man doch eine solche Hilfe gerne entgegen.

Kabine Ein äusserliches Merkmal des «Lexion 660» ist die Integration der vom Feldhäcksler «Jaguar» her bekannten Kabine, die jetzt geräumiger ist und dem Fahrer mehr Bewegungsfreiheit und eine bessere Rundumsicht bietet. Eine angenehme Klimatisierung, der niedrige Geräuschpegel und eine dreifach verstellbare Lenksäule schaffen op-

timale Arbeitsbedingungen. Die Luftfederung des Sitzes mit automatischer Höhenkontrolle stellt sich selbständig auf das Gewicht des Fahrers ein und kann die Schwingungen um bis zu 40 % senken. Ein vollwertiger Beifahrersitz mit integriertem Kühlfach (43 l) sind weitere Pluspunkte.

Vielfalt bei Schneidwerken Zu einer Mähdrescherernte gehört ein guter Schnitt. Claas bietet für die verschiedenen Fruchtarten eine Vielzahl von passenden Schneidwerken für den Einsatz im Getreide oder bei Ölsaaten. Dank Multikuppler und der Zentralverriegelung lassen sich die Vorsatzgeräte universell an alle Mähdrescher von Claas ankuppeln. Bei den «Vario»-Schneidwerken lässt sich der Abstand zwischen Messerbalken und Einzugsschnecke um 300 mm während der Fahrt stufenlos verändern. Für die Ernte von Raps wird die Schneidwerksmulde um 500 mm ausgefahren und fixiert. Die manuelle Bedienung erfolgt über den Multifunktionsgriff, über den die Tischposition gespeichert oder eine Aktivierung der Schneidwerksautomatik abgerufen werden kann. 䡵

Die Kabine im «Lexion 660» ist nun geräumiger, bietet mehr Bewegungsfreiheit und eine bessere Rundumsicht.

Der «Lexion 660» wird von einem 6-Zylinder-Motor mit 8.8 l Hubraum von Caterpillar angetrieben.

Korntank: 10 500 l oder 9600 l. 100 l/s Entleerungsleistung. Gewicht: 14 500 kg. Schneidwerk: «Vario 660« Arbeitsbreite: 6.60 m, einseitiger Riemenantrieb.

Autoren Dr. Roman Engeler und Gaël Monnerat, UFA-Revue, 8401 Winterthur In loser Folge publiziert die UFA-Revue unter dem Titel «Praxistest» Berichte über landwirtschaftliche Maschinen. Die Interviewpartner, respektive Eigentümer dieser Maschinen, werden jeweils in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Herstellern oder Importeuren ausgesucht. www.sercolandtechnik.ch

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ERFOLGSTORY KNOW-HOW

Die natürliche Art des Melkens LELY «ASTRONAUT A4» Vor einem Jahr lancierte Lely mit dem «Astronaut A4» die neuste Generation seines Melkroboters, den es in den zwei Ausstattungsvarianten «Manager» und «Operator» gibt. Mit dem «A4» wurde eine neue Konstruktion des Durchgangs umgesetzt: Die Kuh kann nun geradeaus in die und aus der Box gehen.

Mit dem Melkroboter «Astronaut A4» hat Lely einen weiteren Schritt gemacht, die Abläufe in der Milchwirtschaft zu automatisieren. Insbesondere war dem Marktführer daran gelegen, einen Roboter so weiter zu entwickeln, damit dieser der Kuh noch mehr Freiheit bietet und dem Landwirt noch mehr Kontrollmöglichkeiten gibt. Letztlich soll sich die Kuh in einem unkomplizierten, natürlichen System gerne melken lassen.

Urs Flückiger zum «Astronaut A4»: «Ein anwenderfreundliches und leicht bedienbares System».

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«I-Flow»-Konzept Revolutionär am «Astronaut A4» ist die als «I-Flow»Konzept bezeichnete Durchgangskonstruktion. Die Kuh kann auf einer geraden Linie in die Box eintreten und diese wieder verlassen. Unnötige Hindernisse sind so beseitigt, der Melkprozess wird beschleunigt und die Kapazität des Melkroboters erhöht. Bestandteil dieses «I-Flow»-Konzepts ist der Schwenk-Futtertrog. Durch das Schwenken der Futterschale nach dem Melken wird die Kuh animiert, die Box

zu verlassen, denn vor ihr befindet sich kein Hindernis und sie bekommt auch kein Futter mehr. Je schneller die Kuh die Box verlässt, umso schneller kann die nächste Kuh die Box betreten. Neu beim «A4» ist der modulare Aufbau. Die Zentraleinheit hat ein zentrales Absaug- und Reinigungssystem für bis zu zwei Melkboxen. Sie ist eine eigenständige Einheit und kann bei einer Konfiguration mit zwei Melkboxen platzsparend aufgebaut werden. Mit dem «A4» gibt es nun auch die zwei Ausstattungsvarianten. Das «Manager»Modell ist aus Edelstahl und hat eine verbesserte «E-link»-Steuerung über einen farbigen 12"-Touchscreen, auf dem eine vollständige Applikation des Herdenmanagementprogramms «T4C» läuft. Das «Operator»-Modell hat eine verzinkte Kuheinheit und eine «E-link»Steuerung mit 10"-Monitor, über den die wichtigsten Funktionen gesteuert werden können.

Weidegang wichtig – und machbar Urs Flückiger aus Ebertswil (ZH) gehört zu den ersten Anwendern der neuen «Astronaut»-Generation. Er habe sich schon vor rund 15 Jahren für Melkroboter interessiert und im Ausland Betriebe mit Systemen von Lely und anderen Herstellern angeschaut. Der für einen Bio-Betrieb wichtige Weidegang war in der Vergangenheit jedoch ein unüberwindbares Hindernis. Zug in die Überlegungen kam erst mit dem Wechsel des Verpächters und seinem Wunsch, wieder behornte Kühe im Stall zu haben. Dazu musste der alte Anbindestall einem neuen Freilaufstall weichen, der den von Lely propagierten freien Tierverkehr garantiert. Bei der

Planung des neuen Gebäudes, das diesen Sommer mit 50 Kühen bezogen wurde, war dann die Installation eines Lely Melkroboters fester Bestandteil. Für Flückiger, der den 70-ha-Betrieb mit seinem Sohn Christian und einem Angestellten bewirtschaftet, ein sinnvoller Schritt. «Der Melkroboter gibt uns die notwendige Flexibilität, wir müssen begonnene Arbeiten nicht wegen eines Melktermins abbrechen». Das Fazit fällt dementsprechend positiv aus, obschon der Roboter mit 50 Kühen noch nicht an der Kapazitätsgrenze angekommen ist und die elektrischen Weidetore erst später installiert werden. «Aktuell sind es zwischen 2.3 und 2.5 Melkungen pro Tier und Tag, damit ist aber die Milchleistung im Vergleich zu früher deutlich angestiegen», stellt Flückiger fest. Wichtig für ihn ist das Wohlbefinden der Tiere: «Sie werden dank absolut freiem Tierverkehr nirgends eingezwängt, können ihren eigenen Rhythmus fahren und sind ruhig». Als nachteilig erachtet er höchstens die – zwar wenig auftretenden – Alarmmeldungen: «Aber das muss man bei solch einem neuen System in Kauf nehmen». 䡵

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur In loser Folge publiziert die UFA-Revue unter dem Titel «Erfolgstory» Berichte über landwirtschaftliche Maschinen. Die Interviewpartner, respektive Eigentümer dieser Maschinen, werden jeweils in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Herstellern oder Importeuren ausgesucht. www.lely.de

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DER TIERFREUNDLICHSTE: - NEUE BOX mit I-FLOW ➔ gerade rein, gerade raus - grösste Freiheit der Kuh in der Melkbox (auch längs) - Freier Kuhverkehr für höchste Grundfutterleistung

Der Marktleader:

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- tausendfach bewährt und als einziger DLG getestet - Ansetzsicherheit über 99% - wichtige Module mit 5 jähriger Garantie

DER SCHNELLSTE:

- Reinigt und hängt alle Zitzenbecher in < 60 Sekunden an - Separationsreinigung innert 2 Minuten - Perfekter Schutz der Milchschläuche vor dem Runtertreten

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- spart Strom & Wasser von min. Fr. 30.– pro Kuh & Jahr gegenüber allen Mitbewerbern (profi 03/2010) - Servicekosten nach gemolkener Milchmenge und optional mit Vollkaskovertrag < Fr. 10 000.– pro Jahr (all included) - garantierte Kapazität von 2000 kg pro Tag, 5 CH-Betriebe mit > 800 000 kg pro Jahr

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NEUHEITEN KNOW-HOW

Schlagkräftig mit dem «Swadro 907»

Nachtschicht

Mit dem «Swadro 907» bietet Krone einen schlagkräftigen 2-Kreisel-Seitenschwader mit einer Arbeitsbreite von 8 m. Beim Auf- und Abfahren ist mit dieser Maschine also ein Schwad aus 16 m Breite realisierbar, womit sich der «Swadro 907» auch als kostengünstige Vorlaufalternative für den Häcksler anbietet. Der Linksablageschwader «Swadro 907» ist wie alle anderen Krone Schwader mit einem neuen, geschlossenen und komplett wartungsfreien Kurvenbahngehäuse mit speziell gehärteter Kurvenbahn «DuraMax» (3 Jahre Garantie) ausgerüstet. Die Zinkenarme sind kugelgelagert und müssen deshalb auch nicht abgeschmiert werden. Somit ist die Maschine besonders wartungsfreundlich. Durch die Verlagerung des Schwerpunkts der Kreisel (kardanische Kreiselaufhängung) ist gewährleistet, dass die Zinken weder beim

75 Jahre nachdem Claas den ersten Mähdrescher auf dem europäischen Markt eingeführt hat, stellte ein «Lexion 770» in England mit 675 t Weizen in 8 Std. einen neuen Weltrekord im Mähdreschen auf. Vom 1.9. von morgens viertel vor zehn bis zum 2.9.2011 morgens um halb sieben (genau 19.2 Arbeitsstunden plus einige kleine Pausen) war der «Lexion 770», ausgerüstet mit einem Raupenlaufwerk und einem 12 m breitem Vario-Schneidwerk, auf einem Betrieb im englischen Lincolnshire im Dauereinsatz. Nach genau acht Stunden – mit zugeschaltetem Strohhäcksler – knackte der Claas Mähdrescher mit 675.84t und einem Plus von 22.5% den im Jahr 2008 von New Holland aufgestellten AchtStunden-Rekord von 551.6t. Die verglichen mit den Rekordzahlen aus dem Jahr 2008 höhere Druschleistung erreichte der Claas «Lexion 770» zudem bei niedrigerer Motor-

Ausheben noch beim Absenken Bodenkontakt haben, da der Kreisel immer zuerst vorne aushebt. Die Aushubhöhe der Kreisel beträgt 380 mm, dadurch wird die Arbeit im Vorgewende erleichtert (Krone JetEffekt).

Mit dem «Swadro 907» hat Krone einen schlagkräftigen 2-KreiselSeitenschwader mit einer Arbeitsbreite von 8 m im Angebot.

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leistung und einem um knapp 11% geringeren Kraftstoffverbrauch. Das Hochleistungs-Mähdreschen in England war allerdings nach acht Stunden noch nicht beendet. Nach einer kurzen Pause ging es weiter bis zum nächsten Morgen. Dabei hatte die Maschine in den Morgen- und Abendstunden mit Kornfeuchten von bis zu 18% zu kämpfen. Um 6:34 Uhr, nach über 19 Std. Drescharbeit wurde Bilanz gezogen: Der «Lexion 770» hatte fast 130ha Weizen gedroschen und die riesige Menge von rund 1362 t Weizen geerntet. Serco Landtechnik AG 4538 Oberbipp 寿 058 434 07 07 www.sercolandtechnik.ch

Neue Ausführung der «classic» Frontmähwerke Pöttinger hat die «classic» Frontmähwerke komplett überarbeitet und bringt mit den neuen Scheibenmähwerken «Novacat 261/301 classic«, sowie mit den Trommelmähwerken «Eurocat 271/311 classic» vier neue Modelle auf den Markt. Bei den Scheibenmähwerken ist erstmalig das «Novacat 261» mit 2.62 m Arbeitsbreite zusätzlich im Programm. Mit einer Arbeitsbreite von 3,04 m ist das «Novacat 301 classic» der Bestseller unter den Frontscheibenmähwerken. Der bekannte «Novacat»-Scheibenmähwerksbalken kommt natürlich auch zum Einsatz. Trommelmäher sind für den verstopfungsfreien und sauberen Schnitt bekannt. Das «Eurocat 271 classic» mit 2,7 m und «Eurocat 311» mit 3.05 m Arbeitsbreite lassen sich wahlweise mit der stufenlosen, zentralen Schnitthöhenverstellung ausrüsten. Geringes Eigengewicht und kompakte Bauweise lautet die Devise 32

bei den neuen classic Frontmähwerken. Kurze Bauweise des Anbaubockes und der Einsatz von leichten Pressteilen sind wichtige Merkmale. Der Anbau des Mähwerkes und der Entlastungsfedern wurde optimiert und noch bedienerfreundlicher gestaltet. Zwei neue, gross dimensionierte Federn bewirken eine gleichmäßige Mähwerks-Entlastung über den gesamten Arbeitsweg. Über Kugelgelenke in den Lenkern ist eine leichtgängige, mehrdimensionale Bewegungsfreiheit des Mähbalkens möglich. Das Mähwerk wird exakt über die Bodenunebenheiten geführt. Neben dem neuen Design stand vor allem das Ziel «Mach’s dir leichter» im Vordergrund bei der Produktweiterentwicklung. Die Wartungsin-

tervalle der Gelenkwelle wurden erhöht, ihre Zugänglichkeit verbessert und die Ölstandskontrolle beim Getriebe über einen Ölmessstab erleichtert. Die Schwadscheiben sind durch die Modulbauweise nun noch einfacher einzustellen. Auf Wunsch können die Mähwerke mit der hydraulischen Seitenschutzklappung ausgestattet werden. Mit den neuen «classic» Frontmäh-

werken hat Pöttinger wieder einmal bewiesen, dass Funktion und Design auch in der Landtechnik hervorragend zusammen passen.

Pöttinger AG 5413 Birmenstorf (AG) 寿 056 201 41 60 info@poettinger.ch www.poettinger.ch

Pöttinger bietet die «classic»-Mähwerke in einer neuen Ausführung an. 12 2011 · UFA-REVUE


Eine regelmässige Futtervorlage erhöht die Futteraufnahme und damit die Milchproduktion einer Milchviehherde um bis zu 2 kg Milch, dies zeigen Erfahrungen auf Praxisbetrieben. Ausserdem wirkt sich häufiges Füttern positiv auf die Gesundheit der Kühe aus, da die Konkurrenz am Futtertisch massiv entschärft wird. Dadurch kann die Belegung der Fressplätze erhöht werden, was neue Möglichkeiten für Um- und Neubaulösungen eröffnet. Häufig ist jedoch der Arbeitsaufwand nicht vertretbar, der erforderlich wäre, um den Tieren rund um die Uhr, also auch nachts, Frischfutter anzubieten. Dafür bietet Lely nun mit dem Futterschieber «Juno 100» eine preiswerte Lösung, damit die konstante Futtervorlage rund um die Uhr automatisch erfolgen kann. Der

«Juno 100» ist ab 15 000 Fr. zu haben bietet zusammenfassend folgende Vorteile: • Arbeitsersparnis von über 20 Tagen pro Jahr. • Erhöhung der Flexibilität. • Höhere Futteraufnahme, mehr Milch, mehr Roboterbesuche. • Geringere Selektion durch die Kühe, weniger Futterreste. • Höhere Milchproduktion, vor allem bei rangniederen Tieren. • Ruhigere Herde durch weniger Rangkämpfe am Fressgitter. • Dynamisches Futterschieben. • Energiesparender Elektromotor (Stromkosten 30 bis 50 Fr. pro Jahr). • Einfache Installation, geringer Unterhalt.

Auf unsere Fütterungstechnik müssen wir uns hundertprozentig verlassen können.

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Ballenförderband  079 426 06 35

Traktor Hürlimann D70, grün, Jg. 1960, original revidiert  024 454 30 01 Stromerzeuger; Hagmaterial; Kunststofffässer, blau, 60 l; Ladewagen Pöttinger Boss  071 223 35 89 Traktor New Holland 4050, gut 2-jährig, 400 h., Mauserkabiene, Frontlader-Einrichtung, evtl. mit Zubehör, Doppelrad 50% oder 80%, Schneeketten vorne und hinten  071 223 35 89 Axiallüfter FH5, 7.5 PS  078 761 39 32 30 Wandelemente, isoliert, H. 3.3 m, B. 1.15 m, Holzständerbau, innen Spannplatte, aussen Täfer  052 657 19 01 Diverse Förderbänder  079 426 06 35 Hackholz, trocken, in Papier-Futtersäcken abgefüllt  052 657 19 01 Gummiförderband, 11 m, nicht fahrbar  079 426 06 35 Gummiförderband,  079 426 06 35 Skoda Oetavia 1.6 Diesel, Jg. 07.2010, Kombi 4 x 4, 22'000 km, Farbe Beige, 105 PS, 6-Gang, unfallfrei, Sitzheizung, mit Fabrikgarantie aus 1. Hand von Privat, Zustand wie neu, NP. Fr. 32'400, VP. Fr. 24'900, Leasing möglich  079 857 80 09 Kühlraumzelle Elementbauweise, ca. 40 m2, H. 2.4 m, mit Türe  052 657 19 01 Holzlatten, ca. 100 Stk., 8 cm x 5 cm, L. 4.5 m  052 657 19 01

Lagerbehälter, 1 m3, 1 m x 1.20 m, ab Fr. 60  079 426 06 35 Warmwasser-Elektroboiler, 200 l, Marke Therma  052 657 19 01 Falttor, H. 4.4 m, B. 4.0 m, 2 Stk.; Falttor, H. 3.3 m, B. 4.0 m, 1Stk., je Fr. 600  076 534 70 00 Dürre Büscheli, günstig; Kannen für Wasser, 40 l  071 223 35 89 Traktor John Deere, Typ 1950, 65 PS; 2 Schar Pflug Althaus non-stop; Ladewagen, agrar tl-240  052 765 12 91 Holzdachunterstand, verzinkt, demontiert, ohne Dach- und Wandeinkleidung, L. 20 m, B. 5.3 m, H. 2.3 m, hinten 2.05 m; 5 Trapezbretttafeln, gelb, à 5 m Länge  032 618 11 97 Gummiförderband, 7m  079 426 06 35 Mulchgerät Mulchy, hydr. verstellbar, 125–75 cm, revidiert, neue Messer  052 745 11 49 Motormäher Bucher Reco rd 27K, mit Gitterrad  079 430 57 71 Fronttrommelmähwerk Vicon, 2.7 m, w/Umstellung, gut erhalten, Fr. 2900, Bar-Zahlung  079 204 66 82 Sähmaschine Accord, mit 32 Scheibenschar, B. 4 m, hydraulisch klappbar; Kleinballensammelwagen  079 299 49 09 Frontmähwerk Busatis, 2.5 m  079 430 57 71

Frontmähwerke, mit rotierenden Fingern, 2.5 m, für ökoflächen mähen  079 430 57 71 Güllenrührwerk, an 3-Punkt, 4 m, Fr. 500  078 817 65 00 4-Radwagen Neuhaus, 5 x 2 x 0.7 m, mit Auflaufbremse, körnerdicht  079 821 66 10 Elektro-Silogabel, für Grasssiloentnahme im Hochsilo; Melkboy  041 480 28 36 Fanggitter, 33 Plätze; Tieftroghäcksler Eberl 2500  078 912 36 29 Vorkeimgestelle, neuwertig, Möhri und Brunner, lediglich 3-mal gebraucht, Fr. 500 pro Stück  079 370 79 92 oder 052 319 18 02 Autoräder Alu, 16 Zoll 5 Loch; Elektromotoren, 380 Volt, 1 PS, 2800 Umdrehungen/ min, 220 Volt, 0.75 PS, 1400 Umdrehungen/min, 1 PS, 1370 Umdrehungen/min, 0.75 PS, 3000 Umdrehungen/min, 220 Volt  079 318 93 07 Kompletträder, 15.7515.3 AS, 11.80-15.3 AS; Doppelräder, 15.7515.3 AS, 11.80-15.3 AS  079 318 93 07 Hochleistungs-Tränkeschalen, aus Edelstahl, Fr. 60 pro Stück; Futtertransportwagen, aus Polyethylen, mit Unterteilungen, Fr. 550  079 636 28 42 oder 052 740 45 45 Kt. TG 2 Pneu, 9.5 R36  079 622 45 82 Benzin-Petro Meili P22, mit Messerbalken kpl. restauriert; Heckschaufel, 2.2 m, neuwertig, hydraulisch kippbar  079 688 25 74 Fortsetzung Seite 43 12 2011 · UFA-REVUE


KURZMELDUNGEN PFLANZENBAU

Zuckerrüben: Kontingente bleiben gleich Anfang November waren bereits über 900 000 t Zuckerrüben mit einem durchschnittlichen Zuckergehalt von 17.8 % verarbeitet. Merkmale der ersten Kampagnehälfte waren der frühzeitige Kampagnebeginn, hervorragende Wetterbedin-

gungen und Rekorderträge. Während die zweite Hälfte der Zuckerrübenmenge noch auf den Weitertransport wartet, hat der Branchenverband bereits die Richtlinien zum Anbau und zur Rübenannahme für das nächste Jahr festge-

Andermatt Biocontrol AG ausgezeichnet

Aufschlüsselung des Erbgutes von Schneckenklee

Dem Luzerner Unternehmen ist mit dem Einsatz von Baculoviren gegen den Apfelwickler ein grosser Wurf gelungen. Der Andermatt Biocontrol AG ist es gelungen, eine neuartige Methode zur Selektion und zur Entwicklung von wirksamen Viren auszuarbeiten. Die Innovation wurde von der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz IHZ mit ihrem Innovationspreis ausgezeichnet.

Einem europäisch-amerikanischen Forscherkonsortium ist es gelungen, das Erbgut des Schneckenklees (Medicago truncatula) zu entschlüsseln. Dadurch weiss man, an welchen Stellen sich die interessanten Gene befinden und hat die Möglichkeit, die Leguminosenzüchtung zu verbessern.

Delegiertenversammlung An der letzten Delegiertenversammlung des Getreideproduzentenverbandes wurde der Freiburger Fritz Glauser in seiner Funktion als Verbandspräsident bestätigt.

Rebterrassierungen Terrassenlandschaften prägen die Rebberge im Wallis. Nun hat Raimund Rodewald (Geschäftsführer der Stiftung Landschaftsschutz) das umfassenden Wissen über den Terrassenbau zwischen zwei Buchdeckeln gesammelt. Die Terrassierungen entstanden grösstenteils um 1900 herum zur Zeit der Industrialisierung und fanden ihren Niederschlag nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in der Kultur. Heute sind diese Trockenmauern oftmals ein Problem, wenn sie nicht mehr unterhalten werden. Wobei der Kanton Wallis die Instandsetzung von Tro-

legt. Diese Entscheide basieren auf dem diesjährigen Produktionsniveau, den Lagerbeständen und der gegenwärtigen Situation auf dem Zuckermarkt. Aufgrund der erfolgreichen Rübenkampagne 2011 wurden bereits Befürchtungen laut, dass die Zuckerkontingente für das nächste Jahr womöglich herabgesetzt würden, doch der Branchenverband hat entschieden, die Produktionsrechte auf den gegenwärtigen Niveaus beizubehalten. Die Verantwortlichen rechnen für das nächste Jahr mit durchschnittlichen Erträgen. Übernahme- und Entschädigungskonditionen sind gleich wie in der diesjährigen Kampagne. Einzig bei den C-Rüben wird der Preis auf 30 Fr. /t fallen. Die Bedingungen für Bio-Zuckerrüben werden ebenfalls nicht geändert.

ckenmauern fördert, z. B. mit 7.6 Mio. Fr. für die Sanierung der Trockenmauern in Visperterminen. Das Werk von Rodewald ist ein gelungenes Nachschlagewerk zum Thema Trockenmauern. «Ihr schwebt über dem Abgrund», erschienen im Rotten Verlag, 39 Fr.

Agrow-Award für Movento® Das doppelt-systemische Insektizid hat den Agro-Award in der Kategorie «beste innovative Chemie» erhalten. Der Preis gilt weltweit als anerkannte Auszeichnung für hervorragende Leistungen in der Pflanzenschutzindustrie. Movento ist in der Schweiz zur Bekämpfung von Blättläusen, weissen Fliegen und Zwiebelthripsen in vielen Gemüsekulturen zugelassen.

Unregelmässige Niederschlagsverteilung

Bild : Meteosuisse

Gemäss dem monatlichen Bericht von MeteoSchweiz war der Oktober in den Bergen, in der Genferseeregion und auf der Alpensüdseite 2011 um 1 Grad wärmer als im Durchschnitt zwischen 1961 – 1990. Demgegenüber verzeichnete man in den Tälern des Oberwallis und Graubündens sowie im Gotthardgebiet leicht kühlere Temperaturen als im langjährigen Mittel. Im Jura, im Mittelland und im Wallis gab es seltener Regen als üblich. Deutlich höher ist das Regendefizit in der Genferseeregion und vor allem auch im Tessin und im Misox mit weniger als der Hälfte der normalen Niederschlagsmenge im Oktober. Umgekehrt wurden am Alpennordhang und in der Region Davos verbreitet 150 bis 200 % der normalen Regenmenge registriert. Die Sonnenscheindauer war in allen Landesteilen überdurchschnittlich. Im Reusstal, in der Region St. Gallen und in der ganzen Südschweiz waren es 150 % der normalen Oktober Besonnung. Die trockene Witterung in diesem Herbst wirkte sich positiv auf die Ernte und Aussaat aus und hat die Weidesaison verlängert. Aber die idealen Wetterbedingungen haben auch eine Kehrseite: Auf vielen Weiden wurde Wühlmausbefall mit teilweise erheblichen Schäden festgestellt. Regen und Kälte würden sich nicht nur auf die Quellen und den Grundwasserspiegel günstig auswirken, sondern auch zu einem Rückgang der Wühlmauspopulationen beitragen.

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 35


PFLANZENBAU

Im Mondschein… IM VOLKSGLAUBEN ist der Einfluss des Mondes seit Menschengedenken tief verankert. So gibt es im Haus, Garten, Feld und Stall Arbeiten, die je nach Mondphase verrichtet werden. Der Mondkalender liefert Angaben dafür. Die meisten Regeln betreffen den Gartenbau.

Der Mond, vor allem der Vollmond, spielte schon immer eine Rolle, wenn die Rede war von Werwölfen, Hexensabbat oder anderen unheilvollen Phänomenen. Sein wichtigster Einfluss auf die Umwelt ist das Phänomen der Gezeiten. Der Zusammenhang zwischen den Bewegungen der Ozeane und dem Mond ist viel länger bekannt als die Entdeckung der Anziehungskraft, die auf diesem Phänomen beruht. Ausgehend davon und aufgrund der Mythen rund um diesen «Erdtrabanten» entwickelten unsere Vorfahren einen Kalender, der die Arbeiten im Garten unter Berücksichtigung der Mondphasen und dessen Konstellationen festlegte.

Ansteigend

und

Abnehmende Mondphase • Bessere Wahrnehmung der Pflanzeneigenschaften • Schlechte Haltbarkeit geernteter Pflanzen • Stärkere Gesundheit • Weniger Ertrag

Zunehmende Mondphase • Erhöhung der Pflanzenvitalität • Bessere Haltbarkeit von Blumen • Erhöhte Vitalität der Pflanzen • Anfälliger auf Krankheiten

Ansteigender Mond • Besserer Saaterfolg • Veredelungen durchführen • Haltbarkeit geernteter Früchte

Absteigender Mond • Periode zum Pflanzen, zur Vermehrung von Stecklingen, zum Umpflanzen und Schnitt • Schnellere Trocknung oberirdischer Teile • Bessere Bodenvitalität, idealer Moment für biologische Düngung

Perigäum (Erdnähe) • Langsames Pflanzwachstum • Krankheitsanfälliger • Unregelmässige Keimung

Apogäum (Erdferne) • Pflanzen wachsen in die Höhe Quelle: le traité l’Apiculture

zunehmend

Während seiner Rotation um die Erde wird der Mond von der Sonne unterschiedlich beschienen und weist infol-

36

Tabelle 1: Einfluss des Mondes auf die Pflanzen

Der Mondkalender kommt vielfach im Hausgarten oder im bio-dynamischen Landbau zum Einsatz. Im professionellen Gemüsebau ist das weniger der Fall.

12 2011 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

Die verschiedenen Mondphasen und -momente entstehen aufgrund des Winkels zwischen der Mond- und der Erdumlaufbahn. Bild: M. Martin-Rustica

Der Mond faszinierte die Menschen seit jeher, sei es im Volksglauben um Geister und Hexen oder bei Alltagsarbeiten. Bild: agrarfoto.com

gedessen von der Erde aus gesehen verschiedene Formen auf. Während des synodischen Zyklus entwickelt sich der Neumond zum Vollmond und anschliessend wieder zum nächsten Neumond. Der ansteigende und absteigende Mond wird oft mit dem zunehmenden und abnehmenden Mond verwechselt, welches zwei unterschiedliche Phänomene sind. Während rund dreizehn Tagen ist der Mond aufsteigend und erscheint jeden Tag ein wenig höher am Himmel. Vom absteigenden Mond spricht man in den darauffolgenden dreizehn Tagen, wenn er jeden Tag ein bisschen tiefer steht.

Perigäum und Apogäum Diese Ausdrücke bezeichnen den Abstand des Mondes zur Erde. Die Umlaufbahn des Mondes um die Erde ist leicht oval, weshalb der Abstand Erde-Mond nicht konstant bleibt. Als Perigäum wird die erdnächste Stelle der Mondumlaufbahn bezeichnet, während man vom Apogäum spricht, wenn der Abstand ErdeMond am grössten ist. In den Mondknoten schneiden sich die Mondbahn und die Umlaufbahn der Erde um die Sonne. Dieses Phänomen findet alle 27 Tage, 5 Stunden und 5 Minuten statt. Mond- und Sonnenfinsternis entstehen, wenn Voll- oder Neumondstellungen auf die Mondknotenachse treffen.

nehmendem Mond erfolgen, während Wurzelgemüse bei abnehmendem Mond gepflanzt werden sollte. Aussaat, Umpflanzen und Schneiden der verschiedenen Gemüse oder Sträucher sollten immer an den Tagen des entsprechenden Tierkreiszeichens erfolgen.

Blumentage Nach den Grundsätzen der Biodynamik wirkt der Mond wie ein Spiegel, der den Impuls der Konstellationen auf die Erde reflektiert. Während der Mond die verschiedenen Tierkreiszeichen durchläuft, werden die unterschiedlichen Kräfte auf den Boden reflektiert. Steht der Mond im Zeichen der Zwillinge, der Waage oder des Wassermanns, hat er einen engen Bezug zu Luft und Licht, was sich positiv auf die Schönheit und den Duft von Blumen auswirkt. Blatttage Während der Blättertage durchläuft der Mond die Sternbilder Krebs, Skorpion und Fische. Da Wasser zu den wichtigsten Bestandteilen der Blätter gehört, haben diese Zeichen eine positive Wirkung auf die Grünteile der Pflanzen. Fruchttage Widder,

Löwe und Schütze sind Feuerzeichen. Sie liefern somit die notwendige Wärme für die Reifung und die Saatgutproduktion.

Gemäss Mondkalender Das Gar-

Wurzeltage Die Sternbilder Stier,

tengemüse reagiert am empfindlichsten auf kosmische Einflüsse. Die folgenden Hinweise gelten daher vor allem für Gemüsekulturen. Die Aussaat von Gemüsesetzlingen, deren oberirdischen Teile geerntet werden, muss immer bei zu-

Jungfrau und Steinbock sind Erdzeichen. Ihre Kräfte wirken sich somit positiv auf die Wurzelentwicklung aus.

UFA-REVUE · 12 2011

Bio-dynamische Landwirtschaft Die Beobachtung der Mondphasen ist

eine Grundlage der biologisch-dynamischen Landwirtschaft. Derzeit gibt es keine verlässlichen Studien, welche die positive Wirkung des Mondkalenders auf die Kulturen bestätigen würde. Die Einteilung in verschiedene Phasen, die sich günstig auf die Arbeiten im Garten auswirkt, ist eine der Astrologie nahe stehende Wissenschaft, die ihre Befürworter und Gegner hat.

Wichtige Tradition Für einen erfolgreichen Acker- oder Gartenbau ist es bestimmt wichtiger, die Saatzeit, die Fruchtfolge, eine ausgewogene Düngung und eine angemessene Bodenbearbeitung zu einem günstigen Zeitpunkt zu berücksichtigen, als die Anwendung des Mondkalenders. Jedoch liegen traditionelle Produkte, die im alten Stil angebaut und hergestellt werden, im Trend und profitieren von ihrem Gesundheitsimage, weshalb sich viele Gärtner und Bauern beim Anbau und der Pflege von bestimmten Kulturen auf den Mondkalender stützen. Vor langer Zeit wies ein gewisser Olivier de Serres, Landwirt im 17. Jahrhundert, darauf hin, dass einige Feldarbeiten in bestimmten Regionen nur bei zunehmendem Mond ausgeführt werden dürften, während einige Kilometer weiter entfernt das Gegenteil empfohlen würde. Die Überzeugung, dass Holzschlagarbeiten dem Einfluss des Mondes unterstellt sind, stellte der Bauer nicht in Frage, umso mehr aber seinen Einfluss auf den Ackerbau. Tatsächlich sagt ein Sprichwort aus der damaligen Zeit, dass ein Mann, der sich zu stark nach dem Mond richtet, seinen Früchtekorb nicht füllen wird. Und dies sollte man bedenken. 䡵

Autor Gaël Monnerat, UFA-Revue, 1070 Puidoux.

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PFLANZENBAU

Rekorderträge beim Mais DER VON TROCKENHEIT geprägte Frühling 2011 hatte für den Mais keine negativen Folgen. Die 19 Sortenversuche, die UFA-Samen durchführte, erzielten sehr gute Erträge. Untersucht wurden die wichtigsten Sorten aus der empfohlenen Sortenliste von «swiss granum» und einige Neuheiten, die ein interessantes Potenzial aufweisen.

konnten 25 t Trockensubstanz produziert werden. Gleichzeitig mit den offiziellen Sortenversuchen von Agroscope, deren Ergebnisse Ende Dezember vorliegen, führte der Beratungsdienst von UFA-Samen in der ganzen Schweiz zwölf Silo-

Wie bei den meisten Kulturen wurden 2011 auch beim Silo- und Körnermais Rekordernten erzielt. Die teilweise schwierigen meteorologischen Bedingungen und insbesondere der trockene Frühling haben die Silomaiserträge nicht beeinträchtigt und es

Jean-Paul Krattiger

Ertrag und Gehalt in TS

Tabelle 1: Silomais-Sorten (früh) 300 250 200 150 100 50 0

Ampezzo DKc 3014

Fabregas

LG 30.222

Coxximo

Mittel 2011

Mittel 2010

Ertrag und Gehalt in TS

Tabelle 2: Silomais-Sorten (mittelfrüh) 300 250 200 150 100 50 0

LG 30.218

Ricardinio

Millesim

LG 30.225

LG 30.223

Geoxx

Mittel 2011

Mittel 2010

Ertrag und Gehalt in TS

Tabelle 3: Silomais-Sorten (mittelspät) 300 250 200 150

Silomais Aus den Ergebnissen geht hervor, dass bei den Erträgen von 2011 der Trockensubstanzgehalt jenen aus dem Jahre 2010 bei allen Reifegruppen erfreulicherweise um über 2 t übertroffen hat. Zudem hat sich das Ertragspotenzial bei den Reifegruppen stärker manifestiert. 2010 betrug der Unterschied bei der Trockensubstanz rund 0.3 t, 2011 erreichte er dagegen einen Wert von 2 t. Früher Silomais Bei den Versuchen 2011 betrug der durchschnittliche Trockensubstanzgehalt 20.7 t gegenüber 17.8 t im Vorjahr. Die Sorten Ampezzo, LG 30.222, Coxximo und Fabregas haben ihr starkes Potenzial unter Beweis gestellt und dürften 2012 für den Anbau auf über 600 m. ü. M. und für eine späte Aussaat gut geeignet sein. Die Sorte DKc 3014, die im Agroscope Versuchsnetz im zweiten Jahr getestet wird, bleibt im Hintertreffen, so dass eine Aufnahme in die Sortenliste nicht sicher ist.

100 50

% TS 38

versuche und sieben Körnerversuche bei Landwirten und landwirtschaftlichen Schulen durch. Wie bei den Maisbauern üblich, wurden die Sortenversuche in Reihen mit den leistungsfähigsten Sorten aus der Sortenliste (SL) von «swiss granum» durchgeführt, wobei darunter auch einige neue Sorten mit einem für die hiesige Landwirtschaft interessanten Potenzial untersucht wurden.

0

Ronaldinio TS q/ha

Grosso

PR39T45

NK Silotop

Mittel 2011

Mittel 2010

Mittelfrüher Silomais Mit durchschnittlich 22.8 t Trockensubstanz in diesem Jahr und 17.9 t 2010 beträgt der Anteil der mittelfrühen Sorten bei den Silomaissaaten 60 %. Aufgrund der aus12 2011 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

Schlüssel zum Erfolg Für einen erfolgreichen Maisanbau sind unter www.ufasamen.ch unsere Ergebnisse aus den Sortenversuchen aufgeführt, wobei man je nach Parzelle und lokalen Bedingungen möglicherweise auch auf die eigenen Erfahrungen zurückgreifen muss. Desgleichen muss im Hinblick auf die vorgesehene Verwendung der angebauten Maiskultur die Nährstoffqualität der Sorten berücksichtigt werden.

gezeichneten Erträge, die erzielt wurden, konnten die Silos gefüllt werden. Die Sorten LG 30.218 und Ricardinio haben ihre positiven Eigenschaften bewiesen, wenngleich Ricardinio eine geringe Anfälligkeit für die Blattfleckenkrankheit aufweist. Die Sorte LG 30.225 verfügt über ähnliche Eigenschaften wie die beiden vorgangs erwähnten Sorten, wird 2012 jedoch nicht vermarktet. Die Sorten LG 30.223, Geoxx und Millesim weisen unbestritten Trümpfe auf, die durch Sortenversuche von Agroscope bestätigt werden müssen, um in der empfohlenen Sortenliste Aufnahme zu finden. Die von der DSP entwickelte Sorte Ceresia hat gute Eigenschaften, wie Sortenversuche gezeigt haben.

Mittelspäter Silomais Das Potenzial dieser Gruppe kommt nur in den für den Maisanbau geeigneten Regionen zum Tragen, wo 2011 bezüglich Trockensubstanz (TS) Höchstwerte von 23.9 t erzielt wurden, während sich der TS-Ertrag 2010 aufgrund ungünstiger Witterung nur auf 18.4 t belief. Die Sorten NK Sikotop und Grosso stechen heraus und sollten sich 2012 innerhalb der Leadersorten positionieren können. Körnermais Die Marke von 18 t getrocknetem Körnermais pro Hektare konnte auf einigen bewässerten Zellen erreicht werden. Dabei handelt es sich auch hier um Spätsorten mit einem hohen Potenzial, die beim Anbau Professionalität sowie vorzügliche Wetterbedingungen erfordern. Die Ergebnisse für Körnermais, die innert Kürze veröffentlicht werden, sind eine Bestätigung für das grosse Interesse am Maisanbau, sofern bei der SortenUFA-REVUE · 12 2011

Der Einsatz von Silomais ist ein wichtiger Faktor bei der Sortenwahl. 2011 bedeutet für den Mais ein Ausnahmejahr. Bild: Syngenta

wahl die lokalen Bedingungen berücksichtigt werden. Gegenwärtig kann festgehalten werden, dass bei den Frühsorten LG 30.222 und Ludixx, bei den mittelfrühen Sorten Ricardinio und NK Cooler und bei den mittelspäten Sorten DKc 3420 ausgezeichnete Ergebnisse liefern. Die hervorragenden Resultate dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass im Hinblick auf einen erfolgreichen Maisanbau folgende Voraussetzungen erfüllt sein müssen: • Optimale Wetterbedingungen (Regenmenge und Temperatur), was die Unterschiede zwischen den Erträgen von 2010 und 2011 bestätigen. • Früher Saattermin, trotz gewisser Kälteempfindlichkeit besonders am Vegetationsanfang.

Silierung und Mast Die Munimäster haben die Einführung des Maisanbaus in den 1960er Jahren aktiv unterstützt und begleitet. Seither gab es beim Silomais sowohl in technischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht eine stete Weiterentwicklung, und genetische Modifikationen ermöglichten eine Erhöhung der Produktivität um 0,1 t pro Jahr und Hektare. Auch in finanzieller Hinsicht sind die Kosten für die Umwandlung von Pflanzenmasse (Kolben, Blätter und Stängel) in tierisches Protein mit Mais ausgesprochen günstig.

Entscheidende Nährwerte Im Laufe der Zeit nahm das Interesse der Züchter am Nährwert von Mais zu, insbesondere bezüglich Stärkegehalt und Verdaulichkeit der ganzen Pflanze, so dass sich eine Zusammenarbeit mit den Futterspezialisten der UFA ergab. In der

Sortenliste von swiss granum wird nun stets auf die agronomischen Aspekte wie Ertrag, Standfestigkeit und Krankheitsanfälligkeit der verschiedenen Sorten hingewiesen. Für die Berechnung des Gesamtindexes werden aber auch die ernährungsspezifischen Aspekte berücksichtigt. Es sei daran erinnert, dass einzig jene Sorten in die Sortenliste aufgenommen werden, die im Vergleich zu den Standardsorten einen höheren Gesamtindex aufweisen.

Zusammenarbeit Die

Bereiche Saatgut und Futtermittel der fenacoLANDI Gruppe haben durch Vernetzung Synergien gebildet, indem sie ihre Forschung auf Hybriden mit hohem Ertrag und hohem Stärkegehalt ausgerichtet haben. Den Munimästern stehen somit geeignete Sorten zur Verfügung, die nicht nur bezüglich Vegetationstage günstige Eigenschaften für den Betrieb aufweisen, sondern auch punkto Gehalt für die Produktion gute Voraussetzungen mitbringen. Um Erfolg beim Anbau zu haben, genügt es jedoch nicht, eine Sorte zu wählen, die in den Sortenversuchen die besten Ergebnisse erzielt hat. Ausschlaggebend sind auch die klimatischen Bedingungen und das Know-how des Bauern. 䡵

Autor Jean-Paul Krattiger, UFA-Samen, 1400 Yverdon Die Sortenliste für die empfohlenen Maissorten für 2012 von swiss granum erscheint Ende Dezember. Die ausgewählten Sorten werden in der Januarausgabe der UFA-Revue näher vorgestellt.

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PFLANZENBAU

Düngen mit High-Tech ÖKOLOGISCHE UND ÖKONOMISCHE ANSPRÜCHE führen dazu, dass für das Ausbringen von organischem Dünger immer strengere Auflagen umgesetzt werden müssen. Während die Regulierungen für die Verteilung und Analysen von Gülle zunehmen, kann das eigentliche Ausbringen von Hofdüngern mit relativ einfachen Methoden verbessert werden.

Für die meisten Betriebe bildet der Hofdünger beim Ackerbau einen wichtigen Bestandteil der ausgebrachten Düngemittel. Die mit der Düngerbilanz der Betriebe einhergehenden Einschränkungen tragen dazu bei, dass der Hofdünger vermehrt geschätzt wird. In der Landwirtschaft fand ein Gesinnungswandel statt und aus den in der Viehzucht anfallenden übel riechenden Ausscheidungen wurde ein wertvolles Düngemittel. Diese neue Betrachtungsweise revolutionierte die Ausbringungstechniken.

Dosis anpassen Die Grundlagen für das Ausbringen von Hofdünger bilden die angebaute Kultur und ihr Bedarf, die Inhaltsstoffe des Hofdüngers und die Bodenanalysen. Die Dosen werden anschliessend durch die Anzahl Tankwagen pro Parzelle oder Hektare festgelegt, wobei man sich bei der Berechnung auf das vom Tankhersteller angegebene nutzbare Volumen stützt. Diese Methode ist nicht besonders genau, da insbesondere ein Unterschied besteht zwischen dem Gesamtvolumen des Tanks und der tatsächlich gepumpten Güllenmenge. Um diesen Wert zu verbessern, wird teilweise empfohlen, den «vollen» und danach den «leeren»

Die Anforderungen an die Genauigkeit und der technische Fortschritt der letzten Jahre haben die Gülletanks revolutioniert.

Tank ein- bis zweimal jährlich zu wägen, um die ausgebrachte Güllenmenge besser abschätzen zu können.

Mittlerer Durchfluss Es ist ohne Aufwand möglich, die für die Entleerung eines Tankwagens benötigte Zeit zu messen. Mit diesem Wert, kombiniert mit der Streubreite, kann die Fahr-

Präzision des GPS Neue Informatiktechnologien ermöglichen es, interessante Lösungen für die Düng- und Pflanzenschutzpraxis anzuwenden. Die Durchflusssysteme mit wegabhängiger Mengensteuerung, die automatische Sperrung von gewissen Teilflächen und die Steuerung mittels GPS sind in den Geräten immer öfter anzutreffen. Sie erleichtern nicht nur das Fahren und erhöhen die Qualität beim Ausbringen, sondern ermöglichen mit einer Kombination dieser Technologien auch eine genaue Kartographierung bereits behandelter oder gedüngter Zonen und dienen so auch als Beweismittel, dass Schutzzonen respektiert werden.

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geschwindigkeit für das Ausbringen der gewünschten Menge berechnet werden. Das Anbringen eines Durchflussmessers am Tank sowie ein Geschwindigkeitsmesser an den Tankrädern ermöglichen eine genaue Schätzung der ausgebrachten Menge pro Hektare. Dieses System kann mittels einer elektronischen Steuerung der Durchflussmenge ergänzt werden. Der Computer steuert das Ventil zur Entleerung unter Berücksichtigung der gewünschten Dosis und der tatsächlichen Fahrgeschwindigkeit. Obschon Anpassungen am Druckventil des Tanks erforderlich sind, sind diese Systeme meist relativ einfach an den Drucktanks anzubringen. Bei mit Güllepumpen ausgerüsteten Maschinen ist das System durch die Montage eines Rücklaufs in den Güllentank komplizier41


PFLANZENBAU ter. Beim Ausbringen mit Streudüsen wird möglicherweise eine regelmässige Arbeitsbreite durch die Regulierung der Durchflussmenge verhindert. Daher sollte diese Methoden vor allem mit Schleppschlauchverteilern oder einem Einarbeitungssystem angewendet werden, damit die Qualitätseinbussen der Querverteilung möglichst gering bleiben. Die Installation eines Durchflusssystems mit einer wegabhängigen Mengensteuerung ist in jedem Fall mit einer grossen Investition verbunden. Diese Ausrüstung ist daher für Lohnunternehmer geeignet.

GPS-Geräte, wie sie bei Düngestreuern seit einigen Jahren zum Einsatz kommen, werden nun auch beim Ausbringen von Hofdünger verwendet.

Gehalt Die Inhaltsstoffe des Hofdüngers sind jahreszeitabhängig und variieren von Gülleloch zu Gülleloch. Obschon die Analysen eine wertvolle Hilfestellung bieten, wird mit einer genauen Bestimmung der Güllezusammensetzung das Düngerergebnis verbessert. Gegenwärtig kommen zwei Methoden zum Einsatz: Entweder die Messung des elektrischen Widerstands der Gülle oder die so genannte infrarot-spektroskopische Messung. Mit Hilfe dieser zwei Methoden kann der Durchfluss je nach gewünschten Gülle-Nährstoffen reguliert werden. Es handelt sich hierbei um neue Systeme und es fehlen bislang Erfahrungswerte, um die Stärken und Schwächen genauer untersuchen zu können. Und der Mist? Die Dosierung von Festmist ist schwieriger als die von flüssiger Gülle aufgrund der unregelmässigen Konsistenz im Mistverteiler. Ausser einem Geschwindigkeitsmesser zur Regelung des Durchflusses muss auch das Gewicht des Mists oder Komposts im Tank bekannt sein, wofür ein Sensor auf der Achse und der Deichsel der Maschine notwendig ist. Die Stauklappe vor der Walze ermöglicht eine Regulierung der auszubringenden Mistmenge, aber die herkömmliche Methode mit dem Kratzboden hat den Nachteil, dass gegen Schluss des Ausbringens der Mist zu stark verkrümelt und die ausgebrachte Menge abnimmt. Dem kann abgeholfen werden, indem eine Verbindung mit der Frontpartie des Tanks und dem Kratzboden hergestellt wird. Beim Streuer mit Druckvorrichtung wird durch Verbindung der Frontpartie des Tanks mit dem Kratzboden der Mist nicht verdichtet.

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Mineralisch oder organisch? Entscheidend sind Dünge-Qualität und -Wirkung.

Fall aus der Praxis: Abschätzen der Geschwindigkeit Mit welcher Geschwindigkeit muss gefahren werden, um 30 m3 Gülle pro Hektare mit einem 6000 Liter Tank und einer Streubreite von 10 m auszubringen, wenn bekannt ist, dass zur Tankleerung 3 Minuten benötigt werden? Zu düngende Fläche: 10 000 m2 Streubreite: 10 m Ausbringvolumen: 30 000 Liter Güllevolumen im Tank: 6000 Liter Benötigte Zeit in Sekunden zur Tankentleerung: 3 Minuten = 180 Sekunden 1. Herausfinden: Strecke, die zum Düngen einer Hektare zurückgelegt werden muss: Zu düngende Fläche/Streubreite = 10 000/10 = 1000 m 2. Gesamtdauer des Ausbringens feststellen: (Düngervolumen/Güllevolumen im Tank)*Düngdauer = (30 000/6000) x 180 = 900 Sekunden 3. Geschwindigkeit in km/h bestimmen: Zurückzulegende Strecke/gesamte Düngdauer * 3.6 = 1000 m/900 s x 3.6 = 3.96 km/h Diese Berechnung kann auch für das Ausbringen von Mist oder Kompost angewendet werden. Es genügt, das auszubringende Volumen durch die auszubringende Mistmenge und das Volumen des Tanks durch das Gewicht des Mists im Streuer zu ersetzen (in kg).

Die Ladedichte bleibt somit auf der ganzen Tanklänge gleich. Die Übereinstimmung des Winkels zwischen Walze, Stauklappe und Frontpartie des Tanks führt zu einem deutlich regelmässigeren Durchfluss, unabhängig vom Typ des Miststreuers. Das Durchflusssystem mit wegabhängiger Mengensteuerung kann auch auf Miststreuern installiert werden. Das System reguliert den Durchfluss entsprechend den Daten von der Deichsel und dem auf der Achse installierten Geschwindigkeitsmesser, welche die Geschwindigkeit des Kratzbodens beeinflussen.

Entwicklung Heute werden zur Hofdüngerverteilung technisch ausgeklügelte Maschinen eingesetzt, mit de-

nen die Dosierung und die Zusammensetzung des Düngers abgestimmt werden. Diese Technik hat ihren Preis, der – zumindest vorläufig – nicht von einem Betrieb berappt werden kann. Aber diese neuen Techniken stellen die gegenwärtige Praxis in Frage und zeigen, dass bereits mit einigen einfachen Massnahmen die Qualität beim Ausbringen verbessert werden kann, auch wenn damit weder Leistung noch Präzision von modernen Maschinen erreicht werden. 䡵

Autor Gaël Monnerat, UFA-Revue, 1070 Puidoux

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PFLANZENBAU

N-Effizienz steigern mit Bio-Lit DURCH DIE HOHEN KOSTEN für Mineraldünger und die mögliche Umweltbelastung durch Stickstoff ist die N-Effizienz ein ernst zu nehmendes Thema in der Landwirtschaft. Bio-Lit ist ein Produkt, das der Gülle zugesetzt wird, um die Ammoniakverluste zu reduzieren. Doch es kann noch mehr.

Sämi Mathys

Walter von Flüe

Damit die Gülle besser pflanzenverfügbar wird und um die Ammoniakverluste zu reduzieren, sollte sie mit Wasser verdünnt werden. Durch die Verdünnung mit Wasser im Verhältnis von 1:1 verrottet die Gülle besser, weist mehr direkt pflanzenverfügbare Nährstoffe auf und hat einen angenehmeren Geruch. Doch in der Praxis ist dies seltener anzutreffen als in der Theorie. Beim konsequenten Verdünnen der Gülle müsste nämlich ein doppelt so grosses Gülleloch gebaut und einiges mehr an Zeit und Geld investiert werden, um die doppelte Menge auch ausbringen zu können. Hinzu kommen höhere Wasserkosten, da nicht überall eine eigene Quelle vohanden ist oder Regenwasser eingeleitet werden kann. Ähnliches wie die Verdünnung mit Wasser bewirkt Bio-Lit. Es bindet Am-

moniak in der Gülle und reduziert damit die Verluste. Die Ammoniakverluste werden bei Bio-Lit, nach einem Prüfbericht des Austrian Research Centers, um 27 % reduziert (Prüfbericht 2007). Tiefere Ammoniakverluste bedeuten mehr Stickstoff für die Pflanzen. Zudem sinkt die Belastung der Tiere im Stall. Eine hohe Ammoniakkonzentration in der Luft ist für Mensch und Tier auf Dauer nicht unbedenklich. Dazu kommt eine geringere Geruchsbelastung.

Ursprung vulkanisch Bio-Lit ist vulkanischen Ursprungs und das einzige Steinmehl auf dem Markt, das mit Mikroorganismen versetzt wird. Die Milchsäurebakterien fördern die Verrottung der Gülle zusätzlich. Besser verrottete Gülle weist erheblich mehr direkt pflanzenverfügbare Nährstoffe auf, wie es

auch beim Mist der Fall ist. Das Resultat ist eine besser verträgliche Gülle. Verbrennungen und Störungen bei der Entwicklung der Pflanzen werden dadurch vermindert. Das Resultat kann vor allem im Futterbau in einem ausgeglicheneren Bestand und einer stärkeren Grasnarbe festgestellt werden.

Keine Schlammschicht Bei Steinmehl und Güllegrube denkt man sofort an die Gefahr, dass das Mehl sich absetzen kann. Bei einer empfohlenen Menge von 25 – 40 kg/m3 Vollgülle ergibt dies mehrere Tonnen Steinmehl pro Jahr. Die Theorie besagt: «Die Bio-Lit Feinstaubsilikate werden an den Feststoffen der Gülle elektrostatisch angelagert, es erfolgt kein Absinken im Fortsetzung auf Seite 46

«Ich werde auch in Zukunft Bio-Lit einsetzen»

Hanspeter und Barbara Zaugg-Steffen

Hanspeter und Barbara Zaugg-Steffen bewirtschaften einen Milchviehbetrieb in Rüderswil (BE). Es werden 18 Red Holstein Kühe gehalten. Der Betrieb liegt auf 650m.ü.M. und hat eine eigene Aufzucht. Sie erreichen in der silofreien Zone einen Schnitt von 8400 kg Milch pro Jahr und Kuh. Die Tiere holen sich rund 70 % der Ration auf der Weide. In den 15.6 ha LN sind rund 5 ha Ackerbau enthalten. Es werden Saatdinkel, Saatkartoffeln, Futterrüben und Mais angebaut. Dazu kommen 60 Mastschweine und zwei Pferde. UFA-Revue: Wodurch sind Sie auf das BioLit aufmerksam geworden?

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Hanspeter Zaugg: Ich suchte eine Möglichkeit, um meine eher sauren Böden mit Kalk zu versorgen. Worin sehen Sie den Nutzen von Bio-Lit auf Ihrem Betrieb? Ich habe den Eindruck, das Gras ist grüner und wüchsiger und der Bestand ausgeglichener. Die Kunstwiese kann ich länger mit gutem Bestand betreiben als früher. Doch die Wirkung zeigt sich nicht innerhalb eines Jahres. Es benötigt Zeit, bis es wirkt. Wie lange setzen Sie bereits Bio-Lit ein? Seit sieben Jahren. Was hat sich seit dem Einsatz von Bio-Lit verändert? Im Gras sehe ich den grössten Einfluss. Die Grasnarbe ist einiges dichter und der

Bestand ist ausgeglichener und die Gülle riecht weniger intensiv. Wie ist der Ablauf von der Bestellung bis zur Ausbringung? Vor Vegetationsbeginn, das heisst zwischen Ende Februar und Anfang März, wird es in die aufgerührte Gülle eingeblasen und danach weitergerührt. Ich habe noch nie festgestellt, dass sich Bio-Lit in der Grube absetzt. Ansonsten bleibt das Ausbringen der Gülle gleich. Wie könnte das Produkt noch optimiert werden? Das Produkt ist bereits gut. Der grösste Vorteil liegt natürlich darin, dass es direkt mit der Gülle ausgebracht werden kann. Ich werde auch in Zukunft Bio-Lit auf meinem Betrieb einsetzen.

12 2011 · UFA-REVUE


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Was ist Bio-Lit? Bio-Lit ist ein Diabassteinmehl vulkanischen Ursprungs. An das feinst vermahlene Diabassteinmehl wird im Anschluss an die Mahlung in einem Sprühtrocknungsverfahren eine Kulturmischung Mikroorganismen aufgesprüht. Gehalte: 46.6 % • Silizium SiO2 • Kalzium CaO 7.3 % • Magnesium Mg 6.5 % • Natrium Na 3.5 % • Kalium K2O 0.9 % • 22 wichtige Spurenelemente wie Schwefel, Selen, Mangan, Bor, Molybdän, Zink und Kupfer. Vorteile • Gülle verliert belastenden Geruch, weniger gasförmige Verluste • Verminderte Schwimmdeckenbildung • Gülle muss nicht mehr verdünnt werden, kein unnötiger Wassertransport • Vulkanische Silikate fördern Krümelbildung • Zufuhr von wichtigen Spurenelementen • Bindet und puffert organische Säuren • Fördert die Resistenz gegen Schadpilze Einsatz • Einblasen: • Einstreuen im Stall: • Acker- und Futterbau:

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Güllebehälter.» Weitläufige Erfahrungen beweisen es. Bei jährlich tonnenweisem Einsatz von Bio-Lit entsteht auch nach mehreren Jahren keine Schlammschicht auf dem Boden der Güllegrube. Da die Mahlfeinheit bei 95 % der Teile unter 0.09 mm liegt, ist eine homogene Bindung in der Gülle gewährleistet. Auch die Verfügbarkeit der Nährstoffe ist bei der feinen Vermahlung gegeben. Die spezielle Mahlfeinheit wirkt sich neben der Bindung an Gülle damit massgeblich auf die Wirksamkeit der Nährstoffe aus. Bio-Lit besteht aus 46.6 % Siliziumoxid. Silizium stärkt den Boden und die Pflanzen, zudem mobilisiert es den Phosphor im Boden. Die Krümelbildung wird verbessert und die Spurenelemente sind gleichmässiger verfügbar. Dies führt im Futterbau zu ausgeglicheneren Beständen. Die Pflanze hingegen nimmt das Siliziumoxid über die Wurzeln direkt auf und verfügt damit über eine bessere Resistenz gegen Schadpilze.

Alternative zu Thomasmehl Früher wurde viel Silizium über das Nebenprodukt bei der Stahlherstellung, das Thomasmehl, auf die Felder gebracht. Seit rund 20 Jahren ist die Nutzung des Thomasmehls jedoch wegen der Belas46

Bio-Lit bindet Ammoniak in der Gülle und reduziert damit die Verluste.

tung diverser Schwermetallen aus Gesundheitsgründen eingestellt. Ausserdem wird heute eine Menge Stahl recycliert, was den Anfall an Thomasmehl stark verringert. Somit fehlt dieser Siliziumeintrag. Zusätzlich verfügt Bio-Lit über folgende wertvolle Mineralstoffe: • Kalzium CaO 7.3 % • Magnesium Mg 6.5 % • Natrium Na 3.5 % • Kalium K2O 0.9 % • 22 wichtige Spurenelemente wie Schwefel, Selen, Mangan, Bor, Molybdän, Zink oder Kupfer. Bio-Lit kann auf drei verschiedene Arten eingesetzt werden: • Direkt in die Gülle, • im Stall zum Einstreuen oder • im Futter- und Ackerbau.

Fazit Durch den Einsatz von Bio-Lit in der Gülle oder bei Einstreuen im Stall können die Stickstoffverluste wesentlich reduziert werden. Dies steigert die Stickstoffeffizienz. Dadurch nehmen die Geruchsbelastung ab und die Pflanzenverträglichkeit zu. Daraus resultieren im Futterbau eine deutlich dichtere Grasnarbe und ein ausgeglichenerer Bestand. Bio-Lit ist das einzige Steinmehlprodukt auf dem Markt, das effektive

Mikroorganismen trägt und damit die mikrobielle Zersetzung der Gülle auch direkt unterstützt. Zudem fördert BioLit das Bodenleben und ergänzt wichtige Mikro- und Makronährstoffe. Die Wirtschaftlichkeit ist schwer zu berechnen, da das Produkt an verschiedenen Orten ansetzt. Wird das Verfahren jedoch mit der Verdünnung der Gülle verglichen, ist es bestimmt in den meisten Fällen wirtschaftlich. Zudem fördert das Steinmehl die Grundlage der Landwirtschaft, den fruchtbaren Boden. Wichtig ist, dass das Steinmehl feinst vermahlen ist, damit es seine Wirkung innert nützlicher Frist zeigt und sich in der Gülle nicht ablagert. Es ist anzumerken, dass Bio-Lit die Pflanzen mit Kalk versorgt, jedoch nicht die Mengen an Kalk trägt, die für eine effiziente Aufkalkung benötigt werden. 䡵

Autoren Sämi Mathys, Agrotechniker (Praktikant) und Walter von Flüe, Landor Beratungsdienst, 4127 Birsfelden Gratis-Beratungstelefon: & 0800 80 99 60

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phyto-news Mais: Neue Unkräuter verlangen nach neuen Lösungen Die Unkrautregulierung im Maisanbau hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Mit dem Auftreten von Wurzelunkräutern (im Besonderen: Blacken und Winden) hat man vermehrt die 1-malige Behandlung nach hinten, ins 6-Blattstadium des Mais verlegt; eine all-in-one-Lösung (1 mal spät fahren – putzt alles weg) ist vielerorts zum Standard geworden. Als Folge hat sich die Blut- u. Fadenhirse in den Feldern etabliert. Für eine erfolgreiche Bekämpfung der Blutu. Fadenhirse ist der Einsatzzeitpunkt dringend vorzuverlegen. Eine zufriedenstellende Wirkung ist nur im <2-Blattstadium der Bluthirse, in Kombination von Boden und Blattwirkstoffen möglich. Bluthirsen >2Blatt werden ungenügend bekämpft, bei genügend Lichteinfall (Ackerrand und lückenhafter Mais) werden sie weiterwachsen. Als Folge früher Behandlungen müssen Wurzelunkräuter (Blacken, Winden und Quecken) in einer 2. Behandlung erfasst werden.

Neu: Principal (Sulfonylharnstoff: Nicosulfuron 42.9 % + Rimsulfuron 10.7 %) mit systemischer Wirkung ist der ideale Mischpartner mit Successor T (Bodenwirkung) und/oder Callisto (Kontaktwirkung). Zu beachten: für eine gute Kulturverträglichkeit benötigt der Einsatz von Principal aktive, wüchsige Maispflanzen.

Die richtige FungizidStrategie im Kartoffelanbau Ein erfolgreiches Fungizid Management erfordert vom Landwirt höchste Professionalität unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren: • Der 1. Fungizid Einsatz ist oftmals entscheidend für ein gesundes Kartoffelfeld. Ein rechtzeitiger Start, vorbeugende Behandlungen bringen die höchste Sicherheit; es kann nur jene Blattmasse geschützt werden, die rechtzeitig mit Fungizid geschützt ist. • Behandlungsintervalle dem Neuzuwachs anpassen. In den Monaten Mai bis Juni, mit grossem Blattzuwachs, sind die Behandlungsintervalle entsprechend kurz zu halten. Im Sommer, bei abnehmendem Neuzuwachs und wenig Niederschlägen, kann der Behandlungsintervall verlängert werden. Ein qualitativ hochstehendes Fungizid zeichnet sich aus durch: • Hohe Regenfestigkeit und Wirkungsdauer Kontaktfungizide: je besser die Regenfestigkeit umso länger ist ihre Wirkungsdauer. Systemische Wirkstoffe wirken «im Blatt». Einzelne Wirkstoffe dieser Gruppe besitzen eine langandau-

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PFLANZENBAU

Gemeinsam ist man stärker FRUCHTFOLGEGEMEINSCHAFTEN sind Formen der Zusammenarbeit, die den Landwirten im Ackerbau viele Vorteile bringen. Zwar sind solche Kooperationsformen weniger verbreitet als Zusammenarbeitsformen in der Tierhaltung, es lohnt sich dennoch diese Möglichkeit genauer abzuklären, denn es lassen sich Kosten senken.

Als Folge der Marktöffnung verstärkt sich der Preisdruck auf die landwirtschaftlichen Produkte unablässig. Auch wenn die Preissenkungen schwanken und von Freihandelsverträgen oder Neuverhandlungen der WTO beeinflusst werden, weisen alle Szenarien auf einen Abwärtstrend hin. Eine Aufrechterhaltung der einheimischen Agrarproduktion bedingt eine Weiterentwicklung der gesamten Wertschöpfungskette von der Produktion bis zur Vermarktung und muss darauf abzielen, die Effizienz zu steigern und die Produktionskosten zu senken.

Mit welchen Einsparungen kann gerechnet werden, wenn man überbetrieblich zusammenarbeitet? Die direkten Einsparungen können beträchtlich sein und reichen von höheren Auslastungsziffern bei den Maschinen bis hin zu Arbeitsrationalisierungen. Ein verbessertes Know-how, das mit einer wachsenden Spezialisierung einhergeht, ist ein weiterer möglicher Effizienzfaktor. Die Studie der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft in Zollikofen kommt zum Schluss, dass das Sparpotenzial bei über 1000 Franken pro Hektare liegen kann.

Die überbetriebliche Kooperation ist eine anerkannte Massnahme

Welche Form kann eine solche Zusammenarbeit haben? Vom einfachen Parzellentausch bis hin zur Betriebsgemeinschaft ist alles möglich. Im Allgemeinen ist eine Zusammenarbeit dann langfristig erfolgreich, wenn sie schrittweise verstärkt wird. Diese beginnt mit dem Mieten oder ge-

zur Kostensenkung. Während sie bei der Milchproduktion weit verbreitet ist, trifft man sie im Ackerbau seltener an, obschon damit auch hier bedeutende Einsparungen erzielt werden können. Durch eine Zusammenarbeit können die Betriebsleiter die Auslastung von Maschinen und Geräten verbessern. Es lassen sich grössenbedingte Einsparungen erzielen. Sie können sich spezialisieren und die Produktion rationalisieren. Fruchtfolgegemeinschaften sind nicht nur etwas für grosse Betriebe, sondern jeder Betrieb kann sich mit seiner Produktionstechnik gewinnbringend beteiligen. An einer Tagung am Inforama Rütti in Zollikofen waren die Mitglieder verschiedener Fruchtfolgegemeinschaften anwesend und berichteten über ihre Erfahrungen. Sie beantworteten viele Fragen der Teilnehmer, die sich unweigerlich stellen, wenn ein Bauer seinen Betrieb in Zusammenarbeit mit Berufskollegen optimieren will. 48

Überbetriebliche Zusammenarbeit im Ackerbau Anlässlich einer Tagung wurden die Ergebnisse eines umfangreichen Projekts vorgestellt, das durchgeführt wurde vom SGPV, der ETHZ, der SHL, dem VSKP, dem Forschungsprogramm ProfiCrops von Agroscope, von Agridea und von Bauern, die überbetrieblich im Ackerbau zusammenarbeiten. Auf der Grundlage dieser Studie konnte eine Wegleitung ausgearbeitet werden, in der das schrittweise Vorgehen für eine überbetriebliche Zusammenarbeit genau beschrieben wird. Siehe dazu auch das umfassende Merkblatt ab Seite 51 in dieser Ausgabe der UFA-Revue.

meinsamen Kauf von Maschinen und kann in ganz komplexe Formen von Fruchtfolgegemeinschaften münden. Was ist die Motivation der Betriebsleiter? Die Motivation der Kooperationspartner ist unterschiedlich. Während die einen mehr Zeit für einen neuen Produktionszweig einsetzen möchten, suchen andere nach mehr Lebensqualität und die Dritten haben ein rein wirtschaftliches Interesse. Welche Eigenschaften sind für eine erfolgreiche Zusammenarbeit notwendig? Offenheit und Ehrlichkeit sind zwei Eigenschaften, die von Mitgliedern einer Betriebsgemeinschaft oft genannt werden. Entscheidend ist die Kommunikation zwischen den Partnern. Missverständnisse und Neid sollten tunlichst vermieden werden. Vertrauen zwischen den Partnern und Transparenz bei den Abrechnungen bilden die Grundlagen einer erfolgreichen Zusammenarbeit. Den beteiligten Partnern bringt eine gute Kooperation viele Vorteile. Der Verteilschlüssel für die Aus- und Einnahmen muss genau festgelegt werden und für alle – auch für die jeweiligen Lebenspartner, die sich nicht an den Entscheiden beteiligen – nachvollziehbar sein. Ist ein schriftlicher Vertrag, der die Zusammenarbeit regelt, notwendig? Nein. Manchmal ist es aber empfehlenswert. Ziel eines schriftlichen Vertrages ist, die Probleme anzusprechen, die sich ergeben können und die Spielregeln bewusst und genau zu formulieren. Auf diese Weise ist die Lösung allfällig aufFortsetzung Seite 50 12 2011 · UFA-REVUE


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PFLANZENBAU Fortsetzung von Seite 48

tretender Schwierigkeiten manchmal einfacher. Ein schriftlicher Vertrag soll die Zusammenarbeit nicht einschränken. Im Gegenteil, dadurch können viele Aspekte der Zusammenarbeit geklärt werden. Zudem bietet die Ausarbeitung eines Vertrages eine ausgezeichnete Möglichkeit, die Motivation des zukünftigen Geschäftspartners einzuschätzen. Wen können die Landwirte bei der Gründung einer Kooperation beiziehen? Gut ist, wenn man eine aussen stehende Person beizieht, zum Beispiel einen kantonalen Betriebsberater. Ein Rat von neutraler Seite leistet gute Dienste, um heikle Themen aufzugreifen. Der Bera-

ter kann auch im Fall von Konflikten zwischen den Partnern vermitteln. Damit die Sache wirklich funktioniert, müssen beide Partner dieser Person vertrauen. Bei einigen kantonalen Beratungsstellen oder bei der Agridea gibt es zudem Musterverträge für verschiedene Kooperationsformen. Ist es eine gute Idee, sich mit Mitgliedern von anderen Betriebsgemeinschaften auszutauschen? Ja, in jedem Fall. Beim Besuch kann man von deren Erfahrungen profitieren. Sie geben Tipps, die eine Zusammenarbeit erleichtern, und liefern einen realitätsnahen Einblick in die Vor- und Nachteile der verschiedenen Kooperationsformen. Gespräche mit Landwirten, deren

Kooperation – neue Serie Im Januar startet die UFA-Revue mit einer Artikelserie, die detailliert und anhand der Erfahrungsberichte von Bauern die verschiedenen Kooperationsformen aufgreift, die an der Tagung in Zollikofen vorgestellt wurden.

Gemeinschaften nicht lange währten, sind ebenso wichtig wie Besuche auf Betrieben, die dieses Modell erfolgreich umsetzen. Aus den Fehlern von anderen kann man lernen.

Fazit Kooperation und überbetriebliche Zusammenarbeit im Ackerbau sind mit Vorteilen verbunden, führten aber je nach Kooperationsform auch zum Verlust einer mehr oder weniger gross definierten Unabhängigkeit. Man muss sich über Anbaustrategien, Fruchtfolgen und Nachführen der Aufzeichnungen einigen. Einzelheiten zur Schaffung von Kooperationen, Erfolgsfaktoren und weiterführende Informationen finden Interessierte auf einem Merkblatt in der Mitte dieser Ausgabe der UFARevue. 䡵

Pflegen einer offenen Kommunikation und sich Zeit nehmen für einstimmige Entscheidungen sind wichtige Erfolgsfaktoren für eine konfliktfreie Zusammenarbeit.

Autor Gaël Monnerat, UFA-Revue, 1070 Puidoux

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ÜBERBETRIEBLICHE KOOPERATIONEN MERKBLATT

Von der Idee zur erfolgreichen Umsetzung – dank guter Planung ÜBERBETRIEBLICHE KOOPERATIONEN IM ACKERBAU senken die Produktionskosten durch eine bessere Maschinenauslastung und effizientere Arbeitsabläufe. Sie verbessern die Arbeitsbedingungen und schaffen Freiraum für andere Aktivitäten. Entscheidend für eine langfristig erfolgreiche Zusammenarbeit sind ein gemeinsames Ziel, Offenheit und eine gute Kommunikation. Dieses Merkblatt gibt eine Übersicht darüber, was bei der Planung und Umsetzung zu beachten ist.

Bild: agrarfoto.com

Voraussetzungen und Schritte für eine erfolgreiche Kooperation A. Idee konkretisieren und prüfen • Eigene Idee konkretisieren, z.B. Diskussion mit der Familie oder einer nahestehenden Person führen. • Eigene Bedürfnisse und Ziele klären, z.B. mehr Zeit für die Familie/für sich selbst haben; den Nebenerwerb ausbauen; Spezialisierung und Weiterentwicklung eines Betriebszweigs, etc. • Eigene Motivation prüfen, z.B. Bereitschaft, Neues zu wagen und gemeinUFA-REVUE · 12 2011

sam mit Berufskollegen die Herausforderungen der Zukunft (für den eigenen und die anderen Betriebe) anzupacken; Bereitschaft, mit den Berufskollegen offen zu diskutieren und sich an die einmal getroffenen Spielregeln zu halten; Bereitschaft, sich die Zeit zu nehmen, die für den Aufbau einer Zusammenarbeit nötig ist. • Mögliche Partner evaluieren: Voraussetzung ist eine solide Vertrauensbasis

und keine direkte/unbereinigte Konkurrenzsituation mit den zukünftigen Partnern. Erst einmal müssten sich potenzielle Partner grundsätzlich eine Zusammenarbeit vorstellen können und bereit sein, sich an den weiteren Planungsschritten aktiv zu beteiligen. B. Erste Schritte/Vorbereitung • Ziele, Erwartungen, Wünsche und Bedingungen an die Zusammenarbeit ein51


MERKBLATT PFLANZENBAU

Einfache Gesellschaft Die einfache Gesellschaft ist eine Rechtsgemeinschaft nach Schweizer Gesellschaftsrecht. Nach Art. 530 OR ist sie definiert als vertragsmässige Verbindung von zwei oder mehreren Personen zur Erreichung eines gemeinsamen Zwecks mit gemeinsamen Kräften oder Mitteln. Der einfachen Gesellschaft fehlen die Rechtspersönlichkeit und somit auch die selbständige Handlungsfähigkeit. Die einzelnen Mitglieder der einfachen Gesellschaft bleiben die Rechtsträger, und deshalb haftet jeder Gesellschafter primär, unbeschränkt und solidarisch. Eine einfache Gesellschaft entsteht auch stillschweigend (ohne formellen Vertrag), wenn sich mehrere Personen zur gemeinsamen Erreichung eines bestimmten Zwecks zusammentun.

zelbetrieblich formulieren und wenn möglich quantifizieren. Sich darüber klar werden, welche Form und Intensität der Zusammenarbeit denkbar ist. • Bereitschaft aller Partner zu vollständiger und transparenter Zusammenarbeit prüfen (bei Anbau, Mechanisierung und Abrechnung der gemeinsam bewirtschafteten Kulturen). • Abklären, ob die Ziele der Zusammenarbeit mit den persönlichen Zielen der Kooperationspartner vereinbar sind. • Akzeptanz bei den Mitbetroffenen/ Beteiligten (v.a. Familie) prüfen und diese laufend und transparent informieren. • Zusammenarbeit mit weniger intensiven Kooperationsformen vorgängig erproben (z.B. Maschinengemeinschaft). • Übereinkunft treffen, welche einzelbetrieblichen Daten in der Gruppe offengelegt werden. • Externe Beratung und Unterstützung beiziehen (Einzelbetrieb): Anliegen im kleinen Kreis der Familie analysieren und diskutieren. Verschiedene Szenarien mit Hilfe einer neutralen Sicht berechnen und Konsequenzen für den Betrieb aufzeigen.

• Sich genug Zeit nehmen für gute Abklärungen und die Entscheidungsfindung! • Andere Betriebe, die entsprechende Kooperation haben oder evtl. hatten, besuchen und von ihren Erfahrungen lernen. C. Konkrete Planung der Zusammenarbeit • Eine gemeinsame externe Begleitung für die überbetriebliche Zusammenarbeit beiziehen. • Die einzelbetrieblichen Bedürfnisse und Anliegen aufnehmen (am besten verbunden mit einer gesamtbetrieblichen strategischen Analyse und Planung: Erkennen von Stärken und Schwächen, Chancen und Gefahren sowie Zielen und Anliegen der Bauernfamilien). • Nutzung der frei werdenden Arbeitskapazitäten diskutieren und planen (z.B. Betriebsvergrösserung, Aufnahme Nebenerwerb, Freizeit). • Grundsätzliche Spielregeln der Zusammenarbeit festlegen, die kontinuierlich diskutiert und weiterentwickelt werden.

• Den Ackerbau auf einem gemeinsam definierten Standard analysieren (optimalerweise Vollkosten, mindestens auf Stufe Deckungsbeitrag). Allenfalls Aufzeichnungen zu den bisherigen Anbauverfahren, zu den Mechanisierungskosten und zum Arbeitsaufwand im Ackerbau erstellen. • Gemeinsame Anbauverfahren festlegen (Pflug vs. pfluglos, Extenso-Intensiv). • Konkrete Zusammenarbeit definieren und vertraglich regeln (siehe Tabelle «Vertrag»): • Auf der Basis eines Budgets das Verrechnungsmodell definieren und vorbereiten. • Bei Aufnahme von Nebenerwerb den Informationsfluss sowie die Organisation der Verrechnung ausreichend regeln. • Pflichtenheft erstellen (Wer macht was und allenfalls wie?); Verantwortungsbereiche definieren (z.B. Düngung und Pflanzenschutz). • Gemeinsam geplante Investitionen gut überlegen, ein Budget dafür erstellen und Effekte abschätzen sowie das Vorgehen bei einer allfälligen Auflösung der Zusammenarbeit regeln.

E = Überprüfung und Weiterentwicklung

D= Umsetzung

C= konkrete Planung

B= erste Schritte/ Vorbereitung

A = Idee

Schritte zu einer erfolgreichen Kooperation

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• eigene Ideen konkretisieren • sich über eigene Bedürfnisse/Motive/Ziele klarer werden: betriebliche und persönliche Voraussetzungen prüfen • mögliche Partner unverbindlich angehen

• gemeinsam Idee konkretisieren • externe Beratung beiziehen • sich informeiren über: Kooperationsformen, vertragliche Regelungen, ÖLN-Kontrollen usw.

• Kooperationsform wählen (siehe Tabelle «Kooperationsformen») • Verantwortungsbereiche definieren • Vertrag aufsetzen (siehe Tabelle «Vertrag») • regelmässige Sitzungen mit konkreten Abmachungen/Zielen • laufend auftauchende Probleme offen diskutieren und gemeinsam lösen • Arbeitsorganisation (siehe Box Arbeitsorganisation) • Aufzeichnungen vornehmen und Abrechnungen erstellen (siehe Box Aufzeichnungen und Abrechnungen)

• Wurden die definierten Ziele erreicht? • Periodische Betreuung durch neutrale Person

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ÜBERBETRIEBLICHE KOOPERATIONEN MERKBLATT Tabelle 1: Kooperationsformen im Ackerbau und ihre rechtlichen Rahmenbedingungen Form

Beschreibung

Flächenabtausch/ Spezialisierung

Anerkennung kt. Landwirt schaftsamt2) –

Gesetzliche Grundlage zusätzlich zum LwG OR, Art. 530 ff DZV Art. 13

Erfüllung des ÖLN1)

Buchhaltung

Ausrichtung von DZ

Nur einzelne Einzeln oder individuell An einzelne Parzellen überbetrieblich Betriebe oder Kulturen werden abgetauscht Gemeinsame Zusammenlegung Bewilligung OR, Art. 530 ff Überbetrieblich individuell An einzelne Fruchtfolge der OA und gemeinfür überDZV Art. 123) (mind. für Betriebe ohne Bildung same Fruchtfolge, betrieblichen Fruchtfolge, einer BzG Bewirtschaftung auf ÖLN Bodenschutz und Rechnung und Gefahr Pflanzenschutz) der einzelnen Bewirtschafter, jährlicher Flächenabtausch Betriebszweig- Gemeinsames Führen Notwendig OR, Art. 530 ff Meist überIndividuelle An einzelne gemeinschaft/ von Betriebszweigen für BzG LBV Art. 123) betrieblich Buchhaltungen, Betriebe, BzG Fruchtfolgez.B. Ackerbau, Zumind. für die gemeinsame muss für gemeinschaft sammenlegen der OA Bereiche der BzG1) Abrechnung internen (BzG)2) und gemeinsame FF, für die BzG Ausgleich Bewirtschaftung durch sorgen die BzG. Mindestens ein Betriebszweig muss ausserhalb der BzG weitergeführt werden. BetriebsZusammenschluss Notwendig OR, Art. 530 ff Als BG Alles An BG gemeinschaft von 2 oder mehreren für BG LBV Art. 103) gemeinsam (BG)2) Betrieben zu 1 Betrieb 1) Überbetriebliche Erfüllung des ÖLN gemäss DZV (SR 910.13), Art. 12: ganzer ÖLN oder Teile davon können zusammen erbracht werden. Es ist eine Bewilligung beim Kanton erforderlich. Die Elemente Fruchtfolge, Bodenschutz und Pflanzenschutz können nicht weiter aufgeteilt werden. 2) gemäss Art. 29a–32 der LBV 3) Max. 15 km Fahrdistanz zwischen den Betrieben oder Betriebszentren

«Die nachkommende Generation interessiert sich wieder mehr für den Betrieb, weil sie darin eine Zukunft sieht.»

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Vollzug Für den Vollzug sind die Kantone zuständig. Kontaktieren Sie bitte das kantonale Landwirtschaftsamt im Zusammenhang mit der überbetrieblichen Erfüllung des ÖLN (ÖLNGemeinschaft) oder betreffend BzG und BG. Zu berücksichtigen ist die Definition eines selbständigen Landwirtschaftsbetriebs gemäss LBV (SR 910.91), Art. 6, d. h. ein Betrieb ist rechtlich, wirtschaftlich, organisatorisch und finanziell selbständig sowie unabhängig von andern Betrieben. Sobald der Bewirtschafter die Entscheide zur Führung des Betriebes nicht mehr unabhängig von andern Betrieben treffen kann, wäre diese Bedingung nicht mehr erfüllt und er könnte auch keine BzG oder BG eingehen.

Bild: Christian Mühlhausen www.landpixel.de

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MERKBLATT PFLANZENBAU

«Falls ich mal arbeitsunfähig bin, brauche ich mir keine Sorgen zu machen. Die Arbeit wird trotzdem erledigt!»

• Modalitäten für Auflösung schon bei der Gründung der Zusammenarbeit präventiv möglichst genau regeln. D. Umsetzung • Regelmässig Sitzungen mit konkreten Abmachungen/Zielen abhalten. • Unklarheiten, ungute Gefühle bzw. Unstimmigkeiten ernst nehmen und möglichst schnell, offen und sachlich angehen. • Bei Konflikten neutrale beratende Personen mit Mediationserfahrung zuziehen. • Arbeitsorganisation gut planen (siehe Box Arbeitsorganisation), allfällige Probleme transparent machen und den Umgang damit klären. • Laufend die vereinbarten Aufzeichnungen vornehmen und Abrechnungen erstellen (siehe Text Aufzeichnungen und Abrechnungen). E. Überprüfung und Weiterentwicklung • Quantitative und qualitative Ziele systematisch überprüfen. • Den Rahmen zur schrittweisen Weiterentwicklung der Zusammenarbeit festlegen. • Periodische Betreuung durch neutrale Person in Betracht ziehen.

Vertragliche Regelungen Wichtige Punkte, welche in jedem Vertrag geregelt werden sollen: • Errichtung: Rechtsform, Ziel, Vertragsdauer und Kündigungsfrist: Im Obligationenrecht (OR) werden die verschiedenen Rechtsformen definiert und die dazugehörigen rechtlichen Bestimmungen festgelegt. Bei der Wahl der Rechtsform muss also berücksichtigt werden, dass diese den rechtlichen Rahmen der Gesellschaft bestimmt und dass die übrigen Klauseln des Vertrags mit den Bestimmungen des OR konsistent sein müssen. • Beiträge: Bestimmung der Gegenstände, die als Gesamteigentum (z.B. Maschinen) oder zur Nutzung (z.B. Land, Gebäude, Produktionsrechte, Maschinen) in die Gesellschaft eingebracht werden, und Festlegen von deren Entschädigung (ausser für nicht handelbare Produktionsrechte). • Geschäftsführung und Beschlussfassung: Wer trägt welche Verantwortun54

Tabelle 2: Vertrag Bereich Ziel der Kooperation

Nutzung und Entschädigung von OA und allenfalls Gebäude Eigentum bzw. Nutzung von Maschinen

Kompetenzen/ Mitbestimmung

Abrechnung

Einkommensverteilung

FFG mit BzG1 («MAXI»-Version) Zusammenlegung der OA und deren gemeinsame Bewirtschaftung Partner überlassen der FFG die OA (+ Gebäude) zur Nutzung und definieren die jährliche Entschädigung Notwendige Maschinen können als Eigentum der FFG übertragen werden. Alternative: Maschinennutzung durch FFG und Festlegen der Entschädigung Es wird geregelt, wer welche Entscheide eigenständig fällen kann. Allenfalls wird vertraglich festgehalten, dass für grundlegende Entscheide (z.B. Gestaltung der Fruchtfolge, Aufnahme eines neuen Gesellschafters) ein gemeinsamer, einstimmiger Beschluss zwingend ist. Die Erträge und Kosten der gemeinsamen Produktionszweige werden über die einfache Gesellschaft abgerechnet.

Überbetriebliche FF (ohne BzG) («LIGHT»-Version) Überbetriebliche Planung der Fruchtfolge, aber einzelbetriebliche Bewirtschaftung der Kulturen/Flächen Bewirtschaftung der Flächen der OA gemäss gemeinsamer Planung (mittels Flächenabtausch) Im Falle eines gemeinsamen Besitzes bzw. einer gemeinsamen Nutzung von Maschinen, sollte dies in einem separaten Vertrag geregelt werden. Jeder Bewirtschafter ist grundsätzlich für die Bewirtschaftung der Flächen, welche ihm für das jeweilige Bewirtschaftungsjahr zugeteilt worden sind, selber verantwortlich (Einschränkung bei überbetrieblicher Erbringung des ÖLN). Jeder Bewirtschafter rechnet für die von ihm bewirtschafteten Flächen selber ab. Allfällige gegenseitige Leistungen und Lieferungen werden einzeln verrechnet. Kein gemeinsames Einkommen, da keine gemeinsame Bewirtschaftung

Mit dem gemeinsamen Einkommen entschädigt die Gesellschaft das eingesetzte Eigenkapital der Gesellschafter und die geleisteten Arbeitsstunden. Auflösung Die Auflösungsgründe sowie die Kann grundsätzlich Jahr für Jahr und Liquidation Liquidationsmodalitäten (unter erfolgen. Um eine mehrjährige FFanderem die Aufteilung der VerPlanung zu ermöglichen, ist auch hier mögenswerte) gilt es genau festeine Regelung zur Dauer und zu den zuhalten. Auflösungsmodalitäten sinnvoll. Streitigkeiten Schlichtungsstelle vertraglich definieren Für verschiedene Zusammenarbeitsformen (z. B. Betriebsgemeinschaft, Betriebszweiggemeinschaft, Maschinengemeinschaft) gibt es bei Agridea sowie bei einigen Kantonen Musterverträge.

12 2011 · UFA-REVUE


ÜBERBETRIEBLICHE KOOPERATIONEN MERKBLATT gen? Welche Entscheidungen brauchen die Einstimmigkeit? usw. • Finanzen: Buchhaltung, Finanzierung von Investitionen, Bestimmung der Gesellschaftserträge bzw. -kosten, evtl. Verteilung des gemeinsamen Einkommens. • Auflösung und Liquidation: Auflösungsgründe und Liquidationsvorgehen. Es ist auch empfehlenswert die folgenden Punkte vertraglich zu regeln: • Rechte und Pflichten der Gesellschafter: Bestimmung der jeweiligen Arbeitsleistungen und des Aufzeichnungsverfahrens, Handhabung von Freizeit, Krankheit, Militärdienst, usw. • Veränderung des Mitgliederbestandes: Aufnahme oder Austritt von Gesellschaftern, Handhabung bei Invalidität oder Todesfall, usw. In Tabelle 2 werden zwei Beispiele konkret aufgezeigt, einerseits für eine Fruchtfolgegemeinschaft mit Anerkennung als BzG und andererseits für eine «überbetriebliche Fruchtfolge» ohne Anerkennung als BzG. Ziel der überbetrieblichen Fruchtfolge ist der geregelte

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Wichtig Eine saubere, transparente Abrechnung ist die wichtigste Voraussetzung für ein langfristiges Funktionieren einer überbetrieblichen Kooperation (jährliche Genehmigung der Rechnung durch alle Gesellschafter). Toleranz und eine gewisse Grosszügigkeit aller Gesellschafter vereinfachen die Zusammenarbeit und ermöglichen, dass unter dem Strich alle profitieren. Der anfängliche organisatorische Mehraufwand für die Umsetzung einer Kooperation (Koordination, Aufzeichnungen und Abrechnungen) in den ersten beiden Jahren ist nicht zu unterschätzen.

Abtausch von Flächen. Dies ermöglicht den Betrieben trotz zunehmender Spezialisierung eine optimale Flächennutzung und ausreichende Anbaupausen. Die Bewirtschaftung erfolgt jedoch weiterhin einzelbetrieblich. Im Gegensatz dazu wird der Ackerbau in einer FFG mit Anerkennung als BzG gemeinsam betrieben und gemeinsam abgerechnet. Dabei sollten folgende Punkte vertraglich geregelt werden1 (Tabelle «Vertrag»).

Soziale Aspekte Es gibt viele gute Gründe, eine Betriebsgemeinschaft zu gründen. Wenn sie funktionieren, bieten sie den Beteiligten konkrete Vorteile. Einer der wichtigsten Faktoren, damit eine Betriebsgemeinschaft erfolgreich besteht, ist eine transparente und offene Kommunikation unter allen Beteiligten. Tatsächlich hat denn eine repräsentative Umfrage gezeigt, dass die wichtigste wahrgenommene Schwäche bei Betriebsgemeinschaften zwischenmenschliche Konflikte sind.2 Um Konflikte zu vermeiden oder zu lösen, wurden die Tipps aus einer Untersuchung mit 30 Betriebsleitenden, die Teil einer Betriebsgemeinschaft sind, im Ablauf «Schritte zu einer erfolgreichen Kooperation» mitberücksichtigt.3

Die Lebensqualität ist gestiegen, man kann mal in die Ferien fahren oder einfach die freie Zeit geniessen.»

Bild: Christian Mühlhausen www.landpixel.de

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MERKBLATT PFLANZENBAU

«Gemeinsam sind wir stärker. Die Verantwortung lastet auf mehreren Schultern.» Bild: Christian Mühlhausen www.landpixel.de

Aufzeichnungen / Abrechnungen

Abkürzungen DZ Direktzahlungen DZV Direktzahlungsverordnung (SR 910.13) FF Fruchtfolge FFG Fruchtfolgegemeinschaft LBV Landwirtschaftliche Begriffsverordnung (SR 910.91) LwG Landwirtschaftsgesetz (SR 910.1) OA Offene Ackerfläche OR Obligationenrecht

Arbeitsorganisation: Arbeiten gut planen Die Ziele einer guten Arbeitsorganisation sind: • Die Arbeit effizient und qualitativ gut erledigen. • Die Arbeit unter den Gesellschaftern gut koordinieren und verwalten. • Abwesenheiten wegen Krankheit oder Ferien vorteilhaft regeln. • Zeitverluste und Stress bei der Arbeit vermeiden. Erreicht wird dies durch eine gute Planung. Diese braucht Zeit, spart aber auch viel Zeit, weil sich Leerläufe und Fehler vermeiden lassen. Wichtig sind regelmässige Besprechungen. Sie • ermöglichen die Verteilung und Koordination der Arbeit gut zu planen. • garantieren, dass wichtige Informationen zum richtigen Zeitpunkt bei der richtigen Person sind. • fördern eine gute Kommunikation zwischen den Partnern. • stellen sicher, dass alle Partner einen Gesamtüberblick über alle Arbeitsabläufe im Ackerbau haben. • dienen dem Austausch von Ideen und Beobachtungen. • helfen Fragen oder Probleme rasch zu erkennen und Lösungen zu finden.

Redaktion Andreas Keiser, Bruno Durgiai und Emil Steingruber, SHL, 3052 Zollikofen; Mirjam Bregy Engriser, SGPV, 3007 Bern; Ruedi Fischer und Irene Vonlanthen, VSKP, 3007 Bern; Markus Lips, Patrik Mouron und Anna CroleRees, Agroscope Reckenholz-Tänikon, 8356 Ettenhausen; Mathieu Bezençon, Agridea, 1000 Lausanne 6; Nicolas Pavillard, Landwirt, 1430 Orge.

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Literatur Lips M., Pulfer I. und Jucker F. 2009. Kooperationsformen mit einfachen Ausstiegsmöglichkeiten, Effizienzgewinn ohne Neuinvestitionen oder Eigentumsübertragung, ART-Bericht Nr. 706, Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART, Ettenhausen. www.agroscope. admin.ch/data/publikationen/ ART_Bericht_706_D.pdf

1

2

Pulfer, I., 2007. Das Image von Betriebsgemeinschaften. Befragung von Betriebsleiterschülern und einer repräsentativen Stichprobe von Deutschschweizer Bauern, ART-Bericht Nr. 692, Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART, Ettenhausen. 3 Walter D., Pulfer I. und Möhring A. 2007. Wie unterscheiden sich erfolgreiche, weniger erfolgreiche und aufgelöste Betriebsgemeinschaften?

• Die Abrechnung muss für alle Partner (inkl. Lebenspartnerin) verständlich und nachvollziehbar sein. Niemand darf sich benachteiligt fühlen. • Entscheidend ist ein klarer Schlüssel für die Verteilung des gemeinsamen Einkommens (z. B. basierend auf Arbeit und Kapital). • Der Zeitaufwand pro Arbeitsschritt sollte festgelegt werden, um allfälligen Problemen bei unterschiedlicher Arbeitseffizienz vorzubeugen. • Die Regelungen sollen flexibel genug sein, um eine Weiterentwicklung der Kooperation und Ein- und Austritte von Gesellschaftern zu ermöglichen. • Alle für die Abrechnung benötigten Daten müssen konsequent mit der definierten Genauigkeit erfasst werden: Arbeitszeit jedes Mitarbeiters, Traktorstunden, Maschineneinsatz und verwendete Produktionsmittel pro Parzelle. Die Datenerfassung bedingt die nötige Disziplin aller Mitarbeiter. Sie muss systematisch und einfach gestaltet sein. Informatikprogramme (z. B. Excel oder Access) ermöglichen eine einfache Verwaltung der Daten für die Abrechnung unter den Gesellschaftern. 䡵

ART-Bericht Nr. 679, Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon, Ettenhausen. Musterverträge deutsch www.agridealindau.ch (Publikationen). Es gibt keine spezifische Vorlage für Fruchtfolgegemeinschaften. Gestaltung AMW, 8401 Winterthur.

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2942 Alle 2800 DelĂŠmont 1564 Domdidier 1470 Estavayer-le-Lac 3360 Herzogenbuchsee 3052 Zollikofen 1733 Treyvaux

8570 Weinfelden  071 622 15 22, www.burgmer-ag.ch

 058 434 04 10  058 434 04 20  026 675 21 41  026 663 93 70  062 956 62 25  058 434 07 90  026 413 17 44

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KURZMELDUNGEN NUTZTIERE

Suisse-Tier-Neuheiten 2011 Eine unabhängige Jury von elf Fachleuten, geleitet von Robert Kaufmann, Forschungsanstalt ART, hat unter anderem UFA top-form DAC, den UFA Herd Support sowie den SMS-Dienst der Anicom als «Suisse Tier Neuheiten 2011» erkoren.

Beim UFA Herd Support (UHS) handelt es sich um Beratungsdienstleistungen, die der UFAMilchviehspezialist dem professio-

nellen Milchviehhalter anbietet. «UHS prima» umfasst die Berechnung eines Fütterungsplans nach UFA W-FOS (Milchvieh/Aufzucht), Beratungsgespräche auf dem Betrieb, die Berechnung der Rationskosten sowie die Interpretation der Milchkontrollergebnisse anhand Einzeltierliste und Besprechungsrapport. Mit «UHS extra» profitiert der Milchviehhalter zudem von einer Kraftfutterzuteilung bis auf Stufe

Einzeltier, einer jährlichen Auswertung der Betriebsergebnisse sowie einer Weiterbildungsveranstaltung.

UFA top-form DAC ist eine Energiebombe mit 13.2 MJ NEL für die Startphase der Milchkühe. Dank gezielter Zusammensetzung und Herstellung kann das Konzentrat via Zudosierer mit dem Leistungsfutter verabreicht werden. Zusätzlich zu Cholin und Niacin enthält das UFA top-form DAC neu auch pansengeschütztes Biotin. Via SMS-Service informiert die Anicom rasch über die Schlachtresultate der abgelieferten Tiere. Weitere Details werden per E-Mail zugestellt und sind auf anicom.ch in grafischer Form einsehbar.

Schutz vor Wildschweinen

Milchausblick 2020

An der Universität Bern wurden Wildschweine in den Regionen Biel und Genf untersucht. 28 % tragen den Brucellose-Erreger und 36 % entsprechende Antikörper in sich. Dringen befallene WildschweinEber in einen Sauenstall ein, kann Brucellose bei der Begattung übertragen werden und Fruchtbarkeitsprobleme zur Folge haben. Leichter als Brucellose übertragen Wildschweine viele anderen Krankheiten wie EP, Räude oder schweinespezifische Tierseuchen. Vor Wildschweinen lassen sich Schweineherden durch 1.50 m hohe Maschenzäune, einen zweiten Zaun im Abstand von 1 m sowie durch die Einstallung der Sauen während dem Decken schützen. Gehäufte Todesfälle müssen dem Tierarzt gemeldet werden.

Die Weltorganisation OECD und FAO prognostizieren, dass die Milchnachfrage dank Schwellenländern in Nordafrika, Ostasien und im Nahen Osten im kommenden Jahrzehnt stark bleibt. Bis 2020 soll die globale Milchproduktion um 153 Millionen Tonnen (1.9 %) steigen. Die Milchpreise scheinen sich zu erhöhen, wobei auch mit zunehmenden Produktionskosten zu rechnen ist.

UFA-REVUE · 12 2011

Legehennen: Höchstbestand und Auslaufnutzung Anders als vom Tierschutz vermutet, beeinflussen höhere Höchstbestände den Tieranteil, welcher Aussenklimabereich und Weide nutzt, bei Legehennen nicht. Das zeigt eine Untersuchung des Zentrums für tiergerechte Haltung, Zollikofen. Ob eine Herde 2000 oder 18 000 Hennen umfasst, macht insofern einen Unterschied, als dass Tiere in grossen Herden weniger oft und lang nach draussen gehen, weil sie über grössere Ställe verfügen. Am meisten wird der Auslauf von braunen Hybriden genutzt. Als auslauffördernd erweisen sich Bäume und Sträucher.

Heikle Punkte in der Sauenaufzucht Die Suisag hat die Aufzuchtbedingungen der «Primera»-Jungsauen anlässlich von Betriebsbesuchen erhoben und mit Unterstützung von Fütterungsspezialisten ausgewertet. Aufgrund der Reklamationen der Kunden liegen die grössten Problemfelder beim Fundament und bei der Fruchtbarkeit der Jungsauen. Es zeigte sich, dass bei der Aufstallung der zugekauften Jungsauen mindestens 25 % der Betriebe noch Verbesserungspotenzial haben (beispielsweise mehr Platz pro Tier, Verzicht auf Vollspaltenböden). Optimierungsmöglichkeiten gibt es auch bei der

Abgaben zur Seuchenbekämpfung? Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrates fordert, dass Finanzierungsprogramme zur Bekämpfung von Tierseuchen landesweit einheitlich geregelt werden. Der Bundesrat soll die Kompetenz erhalten, für diese Programme bei den Tierhaltern zeitlich befristete Abgaben zu erheben.

CLF-Hengste zurückgezogen Der Gendefekt, der zu Caroli-Leberfibrose (CLF) führt, kann nun identifiziert werden. Er kommt bei rund 6 % der Freiberger Population vor. Von den 2650 Geburten pro Jahr muss mit zehn kranken Fohlen gerechnet werden. Der Freiberger Zuchtverband hat beschlossen, künftig keinen CLFTrägerhengst mehr zu kören. Vom Schweizerischen Nationalgestüt wurden darauf alle betroffenen Hengste zurückgezogen. CLF zerstört die Lebergefässe. Die Erbkrankheit verläuft bei Freiberger Fohlen tödlich.

Fütterung. So hat sich die 2-Phasenfütterung erst in knapp der Hälfte der befragten Betriebe durchgesetzt. 40 % setzen während der Aufucht zusätzliche Mineralstoffe ein. Das erscheint nötig. Denn Zuchtjager mit 25 bis 50 kg sind häufig ungenügend mit Phosphor und Kalzium versorgt. Zirka 80 % der Jungsauen werden ungedeckt verkauft, eine Voraussetzung für die professionelle Eingliederung. Standard auf Schweizer Sauenhaltungsbetrieben sind die Impfungen gegen Rotlauf und Parvo.

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 59


BIO-SEITE

KURZMELDUNGEN

Chancen in der Pouletmast

Für mehr Nachhaltigkeit

DIE BIO-GEFLÜGELMAST ist ein interessanter Betriebszweig, lässt sich doch ein Unternehmerverdienst von rund 35 Fr. pro Stunde erreichen.

Stefan Werren

2010 wurden in der Schweiz 87 665 t oder 11 kg pro Kopf verkaufsfertiges Geflügelfleisch konsumiert. Davon stammt etwa die Hälfte aus Inlandproduktion. Geflügelfleisch gilt als leicht bekömmlich und ist relativ günstig.

Mangel an Bio-Milch

Betriebe gesucht

Aktuell sind Bio-Betriebe für die Pouletmast gesucht. Durch ein Produktionskonzept sowie umfassende Beratung wird der Einstieg in die Pouletmast erleichtert. Ein Vertrag zwischen Landwirt und Abnehmer regelt die Zusammenarbeit. Die Investitionskosten für einen Aufzuchtstall und sechs Ausmastställe betragen ungefähr 100 000 bis 120 000 Fr. Die Produzentenpreise orientieren sich an den Produktionskosten und werden im Einvernehmen mit der Mästerorganisation (MOSEG) festgelegt. Der jährli-

Anforderungen an Bio-Pouletmast-Betriebe • Zertifizierte Bio-Betriebe (keine Umstellungsbetriebe). • Mindestens 2 ha ebenes, zusammenhängendes Land (zum Aufstellen und Verschieben der mobilen Mastställe). • Reserven in Nährstoffbilanz von 9 DGVE. Maximal 50 % der Nährstoffe können als Geflügelmist anderen BioBetrieben im Umkreis abgegeben werden. • Kriterien zur «inneren Aufstockung» erfüllt. Je nach Ertrag sind dazu 10 bis 20 ha landwirtschaftliche Nutzfläche notwendig. • Freie Arbeitskapazitäten (1395 h / Jahr = ca. 60 % Stelle). • Freude an Tieren. • Zukunftsbetriebe. 60

Mehr Umweltleistungen, weniger Bürokratie, neue Wege für die sozialen Standards: Die Delegierten von Bio Suisse beschlossen in Olten, das Knospe-Label in allen drei Dimensionen der Nachhaltigkeit voranzutreiben. Bei der Richtlinienrevision wurde ein weiterer Schritt zu einem übersichtlicheren Regelwerk und einer effizienteren, stärkeren Einbindung von Fachgremien und Basis gemacht. Für das Heizen von Gewächshäusern galt bisher eine Temperaturgrenze von 5 °C. Der Einbezug energiesparender und umweltschonender Technologien in die Richtlinien bietet den Vorteil, den Energieverbrauch künftig zu senken und gleichzeitig die Produktionsdauer zu verlängern. Im Frühjahr 2012 werden die Delegierten die Richtlinienrevision endgültig verabschieden.

Bio-Mastpoulets muss – ausser bei extremen Witterungsbedingungen – während mindestens 75 % des Tages Weidezugang gewährt werden.

che Arbeitsaufwand beläuft sich auf rund 1395 Stunden, die erzielbare Arbeits- und Risikoentschädigung liegt ungefähr bei zirka 50 000 Fr. pro Jahr und der Unternehmensverdienst bei 35 Fr. pro Stunde.

Neun Wochen pro Umtrieb

Die Tiere werden als Eintagsküken in einen gut isolierten Aufzuchtstall eingestallt und dann im Alter von drei Wochen in sechs mobile Mastställe (ca. 430 Tiere pro Herde) umgestallt. Es kommen besonders robuste, extensive Rassen zum Einsatz, welche mit 63 bis 65 Tagen geschlachtet werden. Nach jedem Umtrieb wird die Weidefläche gewechselt. 䡵 Autor Stefan Werren, Leiter Fachstelle Tierproduktion, Bell Schweiz AG, 6144 Zell. www.bell.ch Interessiert? Dann informieren Sie sich beim Autor: 寿 +41 41 989 8557, stefan.werren@bell.ch

INF BOX INFO

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12 · 11

Bis vor kurzem gab es noch genug BioMilch, heute sieht die Marktlage anders aus. Denn von 2005 bis 2010 nahm die Nachfrage um satte 30 % zu, während das Angebot stagnierte. Ändert sich nichts, drohen Importe. Die schnellste Methode, die Bio-Milchproduktion zu erhöhen, ist die Erhöhung der Rationseffizenz. Der UFA-Beratungsdienst steht interessierten Bio-Tierhaltern in Fütterungsfragen gern zur Verfügung. Trotz BioBoom gilt: Wer eine Betriebsumstellung auf Bio plant, klärt die Vermarktungsmöglichkeiten seiner Produkte am besten vorher genau ab.

Buchtenabtrennung: Holz oder Kunststoff? Holzabtrennungen im Stall werden angenagt und sind schlechter abwaschbar als Kunststoff. Dafür kostet Holz wenig, enthält Gerbsäuren mit antibakterieller Wirkung und hat raumklimatisch einen vorteilhaften Effekt. Dies und vieles mehr steht in vier neuen Merkblättern des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL), welche über den Wissensstand in der Bio-Schweinehaltung informieren. Die Merkblätter können gratis heruntergeladen (www.fibl.org) oder für je Fr. 4.50 beim FiBL bezogen werden.

Bio-Lehrstellenbörse Verfügen Sie über einen Bio-Lehrbetrieb, der in der Bio-Lehrstellenbörse nicht aufgeführt ist? Dann zögern Sie nicht, Ihren Betrieb einzutragen unter www.bioaktuell.ch (> Bildung > Lehrund Praktikumsstellen).

12 2011 · UFA-REVUE


TOP ANGEBOTE AKTION

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Wachstumsknick vermeiden mit UFA 219 Die Entwicklung junger Kälber beeinflusst die spätere Leistungsfähigkeit als Milchkuh entscheidend. Für den Ersatz von Vollmilch eignet sich die Aufzuchtmilch UFA 207 plus, als Ergänzung UFA 207 instant. Sobald die Kälber neben gutem Raufutter täglich zirka 2 kg UFA 114 oder UFA 116 (beides Flocken) fressen, ist der Bedarf gedeckt. Zwei bis drei Wochen nach dem Absetzen ist ein schrittweiser Übergang auf das Aufzuchtfutter UFA 219 (Würfel) erfolgversprechend. Ein Wachstumseinbruch lässt sich auf diese Weise vermeiden. Mit 7.0 MJ NEL, 20 % Rohprotein, guter Schmackhaftigkeit, bedarfsgerechter Mineralisierung und Vitaminierung sowie Lebendhefen entspricht UFA 219 genau

den Bedürfnissen der zweiten Aufzuchtphase. Die Rohkomponenten sind so gewählt, dass eine ausgeglichene Fermentation erreicht wird, was die Pansenentwicklung unterstützt.

Neben UFA 219 sind aktuell auch andere UFAAufzuchtfutter mit Fr. 4.– und die UFA-Aufzuchtmilchen mit Fr. 12.– pro 100 kg Rabatt erhältlich.

TIPP DES MONATS CONSEIL DU MOIS

UFA 262 Diätfutter zur Verminderung der Ketosegefahr

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Über die Zeit des Abkalbens sind fette Kühe anfällig auf Ketose. Ein hoher Körperfettabbau führt zur Anreicherung von Ketonkörpern im Blut, welche den Stoffwechsel und die Leber stark belasten. Die Anwendung von Propylenglykol zur Vorbeugung von Ketosen ist umständlich. Einfacher ist der Einsatz von UFA 262 Diätfutter. Gegenüber einem üblichen Milchleistungsfutter und der Zugabe von Propylenglykol entstehen kaum Mehrkosten. UFA 262 enthält neben glukoseliefernden Sub-

stanzen auch Lebendhefen zur Förderung der Pansenaktivität, Niacin für einen besseren Energiestoffwechsel sowie Kräuter für ei-

ne gute Schmackhaftigkeit. Das Diätfutter kommt an Stelle eines anderen Leistungsfutters zum Einsatz.

Das Problem

Mangel an leicht verfügbarer Energie in der Startphase, übermässiger Körperfettabau, Bildung von Ketonkörpern, Belastung des Stoffwechsels.

Die Symptome

Fehlende Fresslust, rascher Abfall der Milchleistung, oft hoher Milchfettgehalt bei gleichzeitig tiefem Milcheiweissgehalt.

Die Lösung

Mit UFA 262 Diätfutter anfüttern und drei bis sechs Wochen nach dem Abkalben in Mengen von 2 bis 4 kg an Stelle eines üblichen Milchleistungsfutters. 61


UNTERWEGS MIT... EN ROUTE AVEC …

Rindviehspezialist Toni Wyss Bald ist es zehn Jahre her, seit Toni Wyss in die UFA AG eingetreten ist. Als ehemaliger Filialleiter bei der LANDI Diessbach kennt er das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen, in seiner Tätigkeit als Melkbarkeitsexperte beim Fleckviehzuchtverband erhielt er Einblick in viele Schweizer Kuhställe. Heute berät Toni für den UFA-Beratungsdienst Zollikofen vorwiegend Milchvieh-, aber auch zahlreiche Rindviehmastbetriebe. Sein Beratungsgebiet umfasst die Regionen Oberaargau, Wasseramt und Solothurn. Mit der Rindviehmast ist Toni vertraut, weil er auf seinem eigenen Bauernhof noch Masttiere hält. Daher betreut er auf diesem Themengebiet auch Betriebe im Berner Oberland, Seeland oder im Kanton Freiburg.

Bewährtes Tretmistverfahren Im 2009 hat die Betriebsgemeinschaft (BG) LöhrBangerter-Uhlmann aus dem bernischen Seedorf einen neuen Offenfrontstall für Mastmuni gebaut, nachdem man vorher allein Mutterkühe gehalten hatte. Besonders bewährt haben sich die 7 % Gefälle im Liegebereich. «Die Muni befördern den Mist mit ihren Klauen schön gleichmässig in den Zwischengang, wo der Schieber das Material wegführt – wir haben keine Arbeit damit», freut sich Martin Uhlmann. Es habe allerdings etwas gedauert, bis die Mistmatratze genug stabil gewesen sei. Vorübergehend habe

man unterhalb des Liegebereichs einen Balken montiert.

Gute Zusammenarbeit mit der Anicom Ein Umtrieb der BG LöhrBangerter-Uhlmann dauert sieben bis acht Monate pro Munigruppe, die Masttageszunahmen (MTZ) bewegen sich um die 1600 g. Dank ausgeklügelter Futterration (siehe unten) resultieren Schlachtqualitäten im Soll- und Zuschlagsbereich. «Im Gegensatz zu Milchviehbetrieben, wo Heu zugefüttert wird, sollte für die Munimast bestimmter Silomais bei der Ernte 40 bis 45 % Trockensubstanz (TS) aufweisen», weiss Toni Wyss aus Erfahrung. Bei tieferem TS-Anteil erhöht sich die Gefahr einer Pansenazidose. Sehr zufrieden äussern sich Ernst Bangerter und Martin Uhlmann zu den Fressern, welche sie von der Anicom angeliefert bekommen: «Die Tiere entwickeln sich sehr gut und eine Medizi-

Geboren

5. April 1968

62

BG Löhr-Bangerter-Uhlmann, 3267 Seedorf

Arbeitskräfte: Ernst Bangerter und Martin Uhlmann, Erntehilfen

verheiratet mit Therese, zwei Jungen (11 und 14 Jahre)

«Mit dem Tierhalter zusammen betriebsspezifische Lösungen erarbeiten.»

Betriebsspiegel

Lohnarbeiten: Kartoffelernte (45 ha)

Familie

Motto

Fruchtfolgegemeinschaft Pflanzenbaulich erweitert die 2010 gegründe-

Pflanzenbau: 14 ha Kartoffeln (z.T. im Flächenabtausch mit Nachbar), 12 ha Zuckerrüben, 10 ha Silomais, 10 ha Weizen, 9 ha Gerste, 4 ha Bohnen, 80 a Winterzwiebeln, 80 a Karotten, Grünland und Ökowiesen

Wyss hat die Muniration der BG LöhrBangerter-Uhlmann in vier Vormast(ab 150 bis 300 kg) und vier Ausmaststufen (bis 530 kg) eingeteilt, nach denen auch die Stallgruppen ausgerichtet sind. Die Mischration setzt sich zusammen aus 90 % Mais-Kartoffel-Silage, 6 % UFA 159, 60 g UFA 1117 TMR-Mineralstoff, 30 g Viehsalz und 50 g Futterkalk pro Tier und Tag.

Feuerwehr, Skifahren

Mutterkühe Ab Mitte April bis gegen Ende November bleiben die Simmentaler-Mutterkühe mit ihren Kälbern auf der Weide, sechs Stück werden im Jura gesömmert. Den freien Platz im Offenfrontstall füllen 25 zusätzliche Muni. Mutterkühe der Berner Oberländer Rasse Simmental zeichnen sich durch ihr grosses Raufutteraufnahmevermögen und die hohe Milchleistung aus.

Tierhaltung: 75 TerraSuisse-Mastmuniplätze (im Sommer 100), 14 Mutterkühe

Achtstufige Futterration Toni

Hobbies

Simmentaler

Fläche: 72 ha (Fruchtfolgegemeinschaft), 560 m ü.M.

1

Anton Wyss, 4578 Bibern

Werdegang Landwirt mit Meisterprüfung, technischer Kaufmann, seit 2002 im UFA-Beratungsdienst Zollikofen

nierung ist nur selten nötig», so die beiden. Auch die Wegfuhr der schlachtreifen Tiere erfolge umgehend, unkompliziert und verlässlich.

Gruppenindividuell wird mit UFA 159 Eiweisskonzentrat (0.6 kg bei 150 kg LG – 0.1 kg bei 250 kg LG) und UFA 232 ProRumin (0.2 kg bei 350 kg LG – 0.3 kg bei 500 kg LG) ergänzt.

UFA 232 ProRumin enthält 22 % Rohprotein und 8 MJ NEV. Der Zusatz «ProRumin» steht für eine hohe Pansenaktivität dank Lebendhefen, ein stabiles Pansenmilieu dank Puffersubstanzen, 12 2011 · UFA-REVUE


te Fruchtfolgegemeinschaft mit Nachbarin Beatrice Roth die Möglichkeiten der BG Löhr-Bangerter-Uhlmann. Die gemeinsame Nutzung und Einteilung der insgesamt 72 ha erlaubt es, neben den Tieren der BG auch die 35 Milchkühe und Jungviehaufzucht des Betriebs Roth zu ernähren und einen vielseitigen Ackerbau zu betreiben. Bei der Fruchtfolgegestaltung und Bereitstellung der

3

nötigen Ökoflächen ist man flexibler und die gemeinsame Flächenbewirtschaftung reduziert den Arbeitsaufwand.

den gedeihen die Kartoffeln gemäss den Betriebsleitern gut und auch die Erntequalität überzeuge.

Mulchsaat der Kartoffeln Seit 20 Jahren säen Ernst Bangerter und Martin Uhlmann die Kulturen Mais, Getreide, Zuckerrüben und Gemüse – wenn immer möglich – direkt. Die Kartoffeln werden via Mulchsaat in den Boden gebracht. Ernst Bangerter ist überzeugt: «So sparen wir Arbeitsaufwand und der Wasserhaushalt sowie die Humusbilanz im Boden sind besser.» Nach gebeiztem Hafer als Zwischenfrucht (gegen Drahtwürmer) wird der Boden im Frühling 20 cm tief mit einem Flügelschargrubber und darauf mit der Kreiselegge bearbeitet. In den sandigen Bö-

Verzicht auf Kunstwiesen Ge-

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düngt wird mit aus Rindviehmist hergestelltem Kompost. Um Feuchtigkeit zu binden, wird der Kompost beim Wenden (total 3 x) mit Steinmehl bereichert. «Kompost baut sich wie Gülle rasch und vollständig ab», beobachtet Martin Uhlmann. Weitere Vorteile sind die geringeren Stickstoffverluste und die höhere Ausbringungsflexibilität. Dank pfluglosem Anbau, Komposteinsatz und Begrünungen über den Winter kann die BG zwischen den Ackerkulturen auf Kunstwiesen verzichten, ohne dass die Erträge daran leiden, wie die beiden Betriebsgemeinschafter erklären.

Der TMR-Mineralstoff UFA 1117 mit einem Kalzium-Phosphor-Verhältnis von 2:1 zeichnet sich durch seinen attraktiven Preis aus. UFA-TMR-Mineralstoffe haben hohe Mineralstoff- und Spurenelementgehalte, sind jedoch mit einem Minimum an Geschmacksstoffen UFA-REVUE · 12 2011

ausgestattet. Sie eignen sich für den Einsatz in TMR-Mischungen, wo die Fressbarkeit durch den Mix mit anderen Rationskomponenten gewährleistet wird.

2 · Der Grossteil der Natura-Beef-Mutterkuhkälber wird an den lokalen Metzger vermarktet, ein Teil geht in den SwissPrimBeef-Kanal. 3 · Das Gefälle von 7 % im Liegebereich ermöglicht zusammen mit dem Schieber eine automatische Entmistung ohne Arbeitsaufwand.

Intensiv und ökologisch Interessant ist, wie die BG den intensiven Ackerbau mit ökologischen Elementen kombiniert. «Zurzeit weisen wir dank gezieltem Anbau von Heuwiesen und anderen Ausgleichsflächen über 20 Biodiversitätspunkte aus», sagt Ernst Bangerter. Das Soll von 17 Punkten, um die Muni auch 2012 in den TerraSuisse-Kanal liefern zu können, wird also mehr als erreicht. 䡵

BLICKPUNKT POINT DE VUE

eine gute Energieverwertung dank Niacin sowie eine hohe Schmackhaftigkeit dank Kräuterzusatz.

1 · Pro 100 m3 Mais werden 13 t Kartoffeln einsiliert. Momentan lagert die Silage noch in Silowürsten. Demnächst soll an deren Stelle ein 790 m3-Hochsiloraum errichtet werden.

Martin Uhlmann und Ernst Bangerter.

«Die Hilfsstoffe für die Tier- und Pflanzenproduktion beziehen wir bei der LANDI Seeland und haben damit gute Erfahrungen gemacht.» 63


ERFOLG IN DER PRAXIS SUCCÈS DANS LA PRATIQUE

LESE-FUTTER À LIRE Aufzuchtmilchen mit OptiCell

François und Serge Gonin, Champagne (VD).

Gesunde Atemwege dank UFA top-punch «Seit seiner Lancierung im 2010 wird UFA top-punch auf unserem Betrieb systematisch jedem Mastkalb verabreicht», erklärt François Gonin, der mit seinem Vater einen 75 ha-Betrieb in Champagne (VD) bewirtschaftet. Abgesehen von den 5 ha Reben ist die Nutzfläche zur Futterproduktion für die 120 Holstein-Kühe und rund 40 Aufzuchttiere bestimmt. Indem sie die männlichen Kälber selber mästen, er-

reichen François und Serge Gonin eine maximale Wertschöpfung in der Tierhaltung. «Eine regelmässige und genaue Beobachtung der Mastkälber ist unverzichtbar, wenn man gute Resultate erreichen will», stellt François Gonin fest. In UFA top-punch sieht er ein ideal formuliertes Produkt, das unter Berücksichtigung der Eisenbilanz jederzeit eingesetzt werden kann. Die pflanzlichen Wirkstoffe haben einen

positiven Effekt auf die Atemwege und das Immunitätssystem der Kälber. UFA top-punch wird mit 40 g / Tier / Tag während vier Wochen via Tränke verabreicht. Über den TränkeautomatZudosierer lässt sich der Einsatz auf jedes Tier individuell abstimmen. Das in der Praxis bewährte Konzentrat versorgt Aufzucht- und Mastkälber mit unverzichtbaren Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen.

Die Aufzuchtmilchen UFA 207 instant (Eimertränke) und UFA 207 plus enthalten die natürliche Lignocellulose «OptiCell» mit präbiotischem Effekt. Präbiotika gelangen praktisch unverdaut in den Darm, wo sie den erwünschten Bakterien als Nahrung dienen. Dadurch haben die guten Mikroorganismen einen Wettbewerbsvorteil, die krankheitserregenden Keime nehmen ab und die Kotkonsistenz verbessert sich. Zusammen mit UFA 209 start sind die beiden erwähnten Aufzuchtmilchen jetzt mit Rabatt erhältlich.

Aktion «CFS-Top-Beef» Wer bei der Stallbaufirma Itin & Hoch einen Kraftfutterautomaten «CFS-Top-Beef» kauft, erhält ein Palett UFA-Futter gratis. Die Aktion wird bis Ende 2012 verlängert. Aktionsberechtigte Futter sind UFA 230/231/232/ 233/234/276 und UFA 219.

Frohe Festtage

HOBBYTIER-ECKE SERVICE UFA

UFA bedankt sich bei allen Kundinnen und Kunden für das Vertrauen und wünscht besinnliche Festtage sowie viel Glück in Haus und Stall.

NEU: HYPONA-Florsana – die Lösung bei Kotwasser Kotwasser ist sowohl für das Pferd als auch für seinen Besitzer unangenehm. Zu den Folgen gehören neben der Verschmutzung auch Hautläsionen sowie der Verlust von Mineral- und Wirkstoffen. Da rund 80 % der Immunzellen im Darm angesiedelt sind, leidet das ganze Immunsystem. Mit HYPONA-Florsana hat HYPONA einen Futterzusatz entwickelt, der Kotwasser entgegenwirken kann. Johannisbrot unterstützt 64

die Verdauung und macht das Futter besonders schmackhaft. Lebendhefe verhilft zu einer stabilen Darmflora. Die ausgewogene Komponentenwahl sorgt weiter für eine ausgezeichnete pH-Pufferung bei Pferden mit empfindlichem Magen. HYPONA-Florsana hat in Praxisversuchen gegen Kotwasser und bei schlechter Futterverwertung geholfen. Es eignet sich ausgezeichnet bei all-

gemeinen Verdauungsproblemen wie dünnem Mist bei jungem Weidegras. Das Futter ist dank staubfreien Würfeln einfach in der Anwendung (150 – 200 g/Pferd und Tag) und wird sehr gern gefressen.

Einführungsaktion: In

jedem Kessel HYPONA-Florsana befindet sich ein praktischer Messbecher (auch für HYPONA 895 Mineralstoff und Leinsamen verwendbar). HYPONA-Florsana ist ab Mitte Dezember im blauen 10 kg-Kessel erhältlich.

UFA-Berater Services techniques 3052 Zollikofen 058 434 10 00 1070 Puidoux 058 434 09 00 6210 Sursee 058 434 12 00 9500 Wil 058 434 13 00 ufa.ch 12 2011 · UFA-REVUE


S O N D E R D R U C K FOCUS

Dezember 2011

So gelingt die K채lbermast

Aktuelle Marktsituation Das richtige Gesundheitskonzept hilft Pulverdosierung gezielt variieren Automatenservice, 365 Tage im Jahr Erfolgreich auf 1920 m 체ber Meer

66 68 70 72 74


KÄLBERMAST NUTZTIERE

Stabileres Angebot erwünscht SCHLACHTKÄLBER-MARKT Kaum ein anderes Segment hat in der Schweizer Fleischproduktion in den letzten Jahren von der Produktion bis zum Verkauf einen derartigen Wandel mitgemacht wie das Kalbfleisch. Nicht verändert hat sich das Bankkälber-Überangebot im ersten und der Mangel im zweiten Halbjahr.

Yvan Meuwly

Die Nachfrage nach Kalbfleisch ist übers ganze Jahr konstant.

Mit gut 3.5 kg Konsum je Kopf und Jahr ist Kalbfleisch kein Überflieger. Trotzdem hat der Kälbermarkt eine wichtige Bedeutung. Denn knapp die Hälfte aller jährlich geborenen Tränker oder in Zahlen ausgedrückt rund 250 000 Tiere gehen in die Kälbermast. Dies kommt auch dem Rindfleisch-

markt zugute. Würden alle Tränker in die Grossviehmast eingestallt, entstünde eine massive Überproduktion an Rindfleisch.

Unterschiedliche Konzepte Die traditionelle Kälbermast, früher auch Weissmast genannt, war lange Zeit kein

spezialisierter Betriebszweig. Mit Zweinutzungsrassen und Einzelhaltung produzierten viele Milchviehhalter nebenbei noch hervorragende Kälber für das Premiumprodukt Kalbfleisch. Mit der laufenden Verschärfung des Tierschutzgesetzes und weiterer Vorschriften betreffend Fütterung wurde die Kälbermast zunehmend anspruchsvoller. Trotzdem sind in der Schweiz noch unterschiedlichste Varianten der Kälbermast anzutreffen. Nebst der Integration, bei der der Landwirt im Auftrag einer Firma für einen fixen Mastlohn arbeitet, gibt es nach wie vor die bäuerliche Kälbermast, welche der Produzent auf eigene Rechnung betreibt.

Die wirtschaftliche Situation in der Kälbermast war in den vergangenen Jahren zufriedenstellend. Nach einem hervorragenden 2008 tauchte der Preis ein Jahr später um 80 Rp. pro Kilogramm Schlachtgewicht auf 13.40 Fr. Seither sind wieder jährlich steigende Preise bei den Mastkälbern zu verzeichnen. Milchmarkt und Tierschutz Wie sich die Kälbermast in den nächsten Jahren entwickeln wird, hängt von vielen Faktoren ab. Der gesamte Milchmarkt ist im Umbruch. Immer weniger Betriebe melken bedeutend mehr Milch. Hinzu kommt, dass auf Grund der unbefriedigenden Situation im Käsemarkt etliche Käsereien ihren Betrieb einstellen und so die betroffenen Milchproduzenten neue Milchabnehmer suchen oder ihren Betrieb umstrukturieren müssen. Zudem

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KÄLBERMAST NUTZTIERE Grafik: Schlachtkälber-Umsatz 130

2010 2011 Mittel

125 120

Umsatz in %

115

tens 50 Tagen sollen frühzeitig vom Markt genommen werden. Dies führt zu einer Entlastung des Schlachtkälbermarktes und trägt zu einer nachhaltigen Qualitätsverbesserung sowie einer zukunftsorientierten und wirtschaftlichen Kälbermast bei.

Automatische Fleischfarbenmessung Anlässlich des Kälbergip-

110 105 100 95 90 85 80 Jan.

Feb.

März

April

Mai

Juni

Juli

Aug.

Sept.

schreibt das Tierschutzgesetz neu ab dem 1. Januar 2013 den freien Zugang zu Heu und Wasser für sämtliche Mastkälber vor. Dies stellt die Produzenten vor neue Herausforderungen betreffend Fütterung und Qualität des Kalbes.

Juni hoch und in der Folge sinkt es auf ein tiefes Niveau. Hier besteht noch Handlungsbedarf. Denn der Konsument bestimmt, ob und wann er Kalbfleisch kauft. Auch im Sommer und Herbst ist Kalbfleisch gefragt.

Zunehmende Importe Nach wie vor eine grosse Unbekannte bleiben der Import via AZKA (Ausserzollkontigentsansatz) und der Würzfleischimport. Solange die Gesetzeslücke beim Würzfleisch nicht restriktiver definiert wird, ist davon auszugehen, dass teures Kalbfleisch – lukrativ gepfeffert – importiert wird. Die aktuelle Mengenentwicklung des importierten Würzfleischs zeigt dies deutlich. Nichtsdestotrotz gilt es, der inländischen Kalbfleischproduktion Sorge zu tragen. Denn das Kalbfleisch geniesst bei den Konsumenten einen guten Ruf und hat den Namen «Premiumprodukt» verdient.

QM und Label Kontinuierliche Tierlieferungen übers Jahr vorausgesetzt, hat insbesondere die Kälbermast für das Label «IP-Suisse» noch Ausbaupotenzial. Auch QM-Kälber können gut abgesetzt werden. Etwas anders sieht es im Bio-Bereich aus. Weil sich die Label zum Bio annähern, verbessern sich die Marktchancen für Bio-Mastkälber kaum. Mit einem Preisanstieg ist bei den Bio-Mastkälbern nicht zu rechnen.

Mangel in zweiter Jahreshälfte Nebst einer guten Qualität darf auch die Kontinuität nicht vernachlässigt werden. Kalbfleisch wird das ganze Jahr konsumiert. Mit der Produktion im Berggebiet besteht ein Interessenskonflikt. Erfahrungsgemäss ist das Schlachtkälber-Angebot von Januar bis anfangs UFA-REVUE · 12 2011

Mehr Mastrassen-Besamungen Wie vielfach empfohlen, haben die Mastrassen-Besamungen in Milchkuhbeständen in letzter Zeit weiter zugenommen. Im Jahr 2010/11 machten sie einen Anteil von gut 34 % aus. Vom grösseren Mastrassen-Angebot profitiert die Schlachtqualität der Bankkälber, wie die Anicom-Auswertungen bestätigen.

Wurstkälber Tränker von unbefriedigender Qualität im Alter von mindes-

fels vom 27. Juni 2011 haben prominente Exponenten Stellung zur Kälbermast genommen. Es ist davon auszugehen, dass Kalbfleisch in Zukunft nicht mehr so hell sein wird und dies Aufklärung bei den Konsumenten erfordert. Im Gegenzug muss die Branche ein Schlachtkalb neu definieren, möglicherweise auch über das Alter. Denn nur mit eindeutigen Parametern kann ein Kälberproduzent seine Produktion neu ausrichten und wirtschaftlich Kälber mästen. Ab Januar 2012 planen einzelne Schlachtkälberabnehmer, auf dem Waagschein den mit dem Minolta-Gerät automatisch gemessenen Farbwert abzudrucken. Für die Bezahlung der Schlachttiere bleibt dieser Wert vorerst ohne Bedeutung. Er dient einzig dazu, dass der Produzent allfälligen Handlungsbedarf erkennen und das Fütterungsregime entsprechend optimieren kann. Ab welchem Rötewert es künftig preisliche Abzüge gibt, ist noch Verhandlungsgegenstand.

Fazit IP-Suisse- und QM-Kälberfleisch erfreut sich einer verlässlichen Nachfrage. Die Produzentenpreise und Schlachtqualitäten haben sich in letzter Zeit positiv entwickelt, wobei ein gleichmässigeres Angebot übers Jahr wünschbar wäre. Herausforderungen und Unbekannten sind die zunehmenden (Würzfleisch-)Importe sowie die automatische Beurteilung der Fleischfarbe. 䡵

Autor Yvan Meuwly, Bereichsleiter Rindvieh, Anicom AG, 9501 Wil. www.anicom.ch

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KÄLBERMAST NUTZTIERE

Das richtige Konzept hilft LUNGENENTZÜNDUNG IM KÄLBERSTALL Die Basis für einen erfolgreichen Mastdurchgang wird mit jeder Einstallung von Tränkern neu gelegt. Um die Kälber rentabel zur Schlachtung zu bringen, muss zusammen mit dem Bestandestierarzt ein Einstallkonzept erstellt und konsequent durchgeführt werden. Neben klimatischen Faktoren und bakteriellen Infektionen soll auch Grippeviren Beachtung geschenkt werden.

Andreas Tschuor

Jedem Kälbermäster ist bewusst, dass die Tiergesundheit der zentrale Faktor für eine rentable und zufriedenstellende Kälbermast ist. Um eine optimale Kälbergesundheit zu erreichen, muss – nebst der korrekten Fütterung – aus tierärztlicher Sicht im Wesentlichen zwei Faktoren besondere Beachtung geschenkt werden. Einerseits sind dies die klimatischen Bedingungen im Kälberstall und andererseits der sinnvolle Medikamenteneinsatz.

Im Rahmen der RindergippeKampagne der Pfizer Tiergesundheit AG konnten seit Herbst 2010 rund 150 Betriebe, die unter jährlich wiederkehrenden und schwerwiegenden Problemem mit Kälbergrippe leiden, auf Initiative des jeweiligen Bestandestierarztes abgeklärt werden. Ziel war festzustellen, welche Massnahmen die Kälbergesundheit und dadurch den Masterfolg längerfristig und nachhaltig verbessern.

Ammoniak und Zugluft Bei den rund 150 erwähnten Problembetrieben konnten im Bereich des Stallklimas relativ häufig die gleichen kritischen Punkte gefunden werden. Grundsätzlich war die Luftqualität in dem Sinne zu schlecht, als dass auf Kopfhöhe der Kälber deutlicher Ammoniakgeruch feststellbar war. Dieses Gas schädigt die Atemwege der Tiere. Im Weiteren herrschte beinahe auf jedem Problembetrieb im Kälberbereich in irgendeiner Form Zugluft. Durch die Zugluft schaffen es die Kälber nicht, ein konstantes Mikroklima zu erreichen und die Tiere «unterkühlen». Zugluft darf jedoch nicht mit kalten Lufttemperaturen verwechselt werden. Zugluft ist Gift für 68

die Kälber, kalte Luft jedoch nicht! Genauso wie die Kälber in Zugluft unterkühlen, tun sie dies beim Liegen an nackten Betonwänden. Betonwände müssen kälberseitig mit Holz und einer Hartplastikmatte isoliert werden. Grundsätzlich liegen klimatische Mängel im Kälberstall vor, wenn es nicht jederzeit möglich (und angenehm!) ist, mit der an die Jahreszeit angepassten Kleidung längere Zeit an jedem Ort in der Kälberboxe zu stehen/sitzen und mühelos eine Zeitung zu lesen.

Tierärztliche Einstalluntersuchung Bei Ankunft auf dem Mastbetrieb muss jedes Kalb einer tiergesundheitlichen Eingangskontrolle unterzogen werden. Geachtet wird auf einen trockenen oder verschmierten Nasenspiegel, asymmetrische Ohrenhaltung, Durchfallspuren und ebenfalls sollte die Nabelregion abgetastet werden. Das Abhören der Lunge mit dem Stethoskop durch den Bestandestierarzt anlässlich der Einstalluntersuchung hat sich als sehr nützlich erwiesen! Durch den Tierarzt werden nämlich auch unauffällig kranke Tiere und jene mit bestehenden Lungenschäden identifiziert. Entsprechend können solche Kälber dann sofort individuell behandelt oder zurückgewiesen werden. Die Identifikation von «Problemtieren» bereits bei oder kurz nach der Ankunft auf dem Hof wirkt sich sehr positiv auf den Erfolg des Mastdurchganges aus. Dabei rechnen sich die durch die Einstallungsuntersuchung entstehenden Tierarztkosten durch Ersparnisse im Verlauf der Mast mehr als auf!

Impfung gegen Viren Die zielgerichtete Einstallbehandlung sollte heut-

zutage in der Kälbermast als Grundinvestition angesehen werden. Da die Lungenentzündung ein Zusammenspiel zwischen Abwehrkraft des Kalbes und den krankmachenden Bakterien und Viren ist, müssen beide Erregergruppen bei der Einstallungsbehandlung beachtet werden. Gerade bei den untersuchten Problembetrieben wurde die Möglichkeit der Impfung gegen Grippeviren meistens ignoriert. Entsprechend erkrankten in diesen Betrieben die Tiere an heftigen Lungenentzündungen infolge Grippeviren. Lungenentzündungen infolge einer Infektion mit den schweizweit verbreiteten Viren (BRSV und PI 3) lassen sich auch durch wiederholte Antibiotikagaben nicht in den Griff kriegen, da Antibiotika nur gegen Bakterien und keinesfalls gegen Viren wirken. Welche der in der Schweiz zugelassenen Grippeimpfungen für den jeweiligen Betrieb die richtige ist, muss der Bestandestierarzt unter Berücksichtigung von Einsatzzeitpunkt, Eintritt der Schutzwirkung und Schutzdauer entscheiden.

Beim Rein-Raus-System wird die Tiergruppe nach der Einstallung und Diagnose von bakterieller Lungenkrankheit mit einem dafür zugelassenen Medikament nach Anwendungsvorschrift behandelt. Dabei kommen in der Schweiz Spritzmittel mit Depotwirkung oder Medikamente in Pulverform zum Einmischen in die Tränke zum Einsatz. Beide Verabreichungsmethoden haben ihre Vor- und Nachteile. Spritzmittel haben den Vorteil, dass diese tierindividuell entsprechend dem Körpergewicht genau dosiert werden können und deren Blutspiegel also nie von der 12 2011 · UFA-REVUE


KÄLBERMAST NUTZTIERE Sauglust des Kalbes abhängt. Wichtig ist jedoch, wie bereits erwähnt, dass die Kälber gegen die bekannten Grippeviren (BRSV und PI 3) geimpft werden. Es gibt in der Schweiz keine Medikamente zur Behandlung von Virusinfektionen beim Kalb. Entsprechend kann nur via Impfung vorgebeugt werden! Der Bestandestierarzt steht hier mit seinem Fachwissen bereit, um das betriebsspezifisch optimale Einstallkonzept zu wählen.

durch eine zumindest zwei bis drei Wochen dauernde Quarantäne. Umgesetzt wird diese Quarantäne hier zu Lande meist mit räumlich von der Mastgruppe getrennten Einzel- oder Gruppeniglus. In diesen Quarantänestationen findet ebenfalls bei Anzeichen von bakteriell bedingter Lungenentzündung eine Behandlung statt. Natürlich werden alle Kälber in den Quarantänestationen gegen die hochansteckenden Grippeviren (BRSV und PI 3) geimpft. Nach der Be-

handlungserfolg bei diesen Tieren ist oft unbefriedigend und nicht selten entwickeln sich daraus chronische Lungenentzündungen. Ein zu später Behandlungsbeginn oder eine zu kurze Behandlungsdauer sind nach wie vor die Hauptgründe, warum sich ein Kalb von einer Lungenentzündung nicht mehr richtig erholt! Dies liegt in den allermeisten Fällen nicht – wie oft vermutet – am falsch gewählten oder nicht wirksamen Medikament.

Gesundheitsmanagement bei Mastkälbern Die Kälberabgänge beeinflussen den wirtschaftlichen Erfolg wie sonst keine Kennzahl. Folgende Massnahmen beugen Verlusten vor: • Optimales Klima schaffen: Geringe Ammoniakbelastung, keine Zugluft, Betonwände im Winter isolieren.

Vor der anstehenden Grippesaison sollte sich jeder Kälbermäster eingehend Gedanken über das Klima und den Medikamenteneinsatz im Kälberstall machen.

• Den Bestandestierarzt als kompetenten Ansprechpartner in Sachen Tiergesundheit aktiv einbeziehen. • Einstalluntersuchung durch Tierarzt. • Alle Kälber gegen die hochansteckenden Grippeviren (BRSV und PI 3) impfen. • Beim Rein-Raus-System nach der Einstallung und Diagnose von bakterieller Lungenkrankheit behandeln. Zwei bis dreiwöchige Quarantäne für ankommende Kälber bei kontinuierlicher Bestossung. • Regelmässig Fieber messen. • Je früher behandelt wird, desto besser die Erfolgsaussichten.

Bei kontinuierlicher Bestossung Der gröbste Fehler, der bei den erwähnten Problembetrieben mit kontinuierlicher Bestossung gemacht wurde, ist, dass die neu zugekauften Kälber direkt in die bereits seit längerem bestehende Mastgruppe integriert wurden. So wird die Mastgruppe bei jeder neuen Einstallung eines weiteren Mastkalbes immer wieder mit neuen Erregern konfrontiert und entsprechend erkranken des Öfteren grosse Teile der Mastgruppe. Um diese erneuten Erkrankungen zu verhindern, gibt es nur eine wirklich griffige und erfolgreiche Möglichkeit. Neu ankommende Kälber gehen zuerst UFA-REVUE · 12 2011

handlung und der vollen Wirkungsentfaltung der gewählten Impfung können die nun älteren und vom Immunsystem her kräftigeren Tiere kontinuierlich in die Mastgruppe nachgestossen werden.

Warum wirkt die Behandlung nicht? Seit jeher ist bekannt, dass die Chance auf Ausheilung bei einer Lungenentzündung umso grösser ist, je früher das Kalb behandelt wird. Leider wird diesem Umstand immer noch zu wenig Beachtung geschenkt und Mastkälber werden oft erst behandelt, wenn sie mit Minderkonsum, angestrengter Atmung oder Husten auffallen. Der Be-

Regelmässig

Fieber

messen

Frühzeitig begonnene und genügend lange durchgeführte Behandlungen wiegen sich gegenüber den Verlusten bei chronisch kranken Tieren mehr als auf, wenn alle Einflussfaktoren wie wiederholte Behandlungen, schlechter Ausmastgrad, verlängerte Mastdauer, Ansteckung anderer Tiere und daraus entstehende Behandlungskosten einkalkuliert werden. Fieber ist in der Regel das erste Symptom einer Lungenentzündung. Regelmässiges Fiebermessen lohnt sich! 䡵

Autor Dr. Andreas Tschuor, FVH DECBHM, 8052 Zürich.

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KÄLBERMAST NUTZTIERE

Pulverdosierung gezielt variieren DER START IN DIE KÄLBERMAST ist eine heikle Phase. Sorgfältiges Antränken, die Wahl eines Milchpulvers mit bedarfsgerechtem Milchprotein-Anteil (Sterne auf der Etikette) sowie ein funktionierender Tränkeautomat sind bedeutende Erfolgsfaktoren. Die eigentliche Kunst liegt jedoch darin, die Pulverkonzentration in der Tränke der Entwicklung der Kälber gezielt anzupassen.

Alfred Erni

Das Zügeln in den Kälbermaststall stresst die Jungtiere. Umso wichtiger ist es, dass sie nicht noch zusätzlich unter Hunger und Durst leiden. Daher gilt es, neu eingestallte Tränker sorgfältig anzutränken. Am besten erfolgt das Trinktraining an unterschiedlichen Tageszeiten. So gewöhnen sich die Kälber, während dem ganzen Tag Milch aufzunehmen und entwickeln einen hohen Konsum.

Startermilchen Die Wahl der passenden Ergänzungsmilch hängt von der vertränkten Vollmilchmenge ab. Bei zu geringem oder falschem MilchpulverEinsatz wird die gewünschte Bemuskelung und Fettabdeckung nicht erreicht. Aufs Milchprotein kommt‘s an Entscheidend wird die Mastleistung durch die Zusammensetzung des Milchpulvers beeinflusst. Schlecht verwertet

werden – insbesondere von jungen Tieren – billige Produkte mit viel pflanzlichem Eiweiss. Gegenüber einem Pulver mit bedarfsgerechtem MilchproteinGehalt kann der Unterschied massive Veränderungen im Tageszuwachs ausmachen. Je älter das Tier, desto verträglicher und besser verwertet es die pflanzlichen Eiweisse. Fürs Antränken der Kälber gibt es Startermilchen wie UFA 209 start als Alleinmilch. Zu Milchnebenprodukten wie Protofit© empfiehlt der UFA-Beratungsdienst UFA 208 start. Gut auf den Start abgestimmt ist auch UFA 200 zu Vollmilch. Milchen, die sich für den Einsatz zu Mastbeginn eignen, kennzeichnen sich durch einen höheren Anteil an Milchprotein am Gesamtprotein und den Eisengehalt im Pulver.

Tränkeplan nur Anhaltspunkt Individuelle Tränkepläne geben wichtige

Tabelle: UFA-Futterplan für Mastkälber (Mengen pro Kalb) Lebenswoche 1 2

Lebendgewicht 55 60

Tränke (l/Tag) 4 6

Vollmilch (%) 100 100

UFA 200 (g/l) 0 0

3 4

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100 100 100 100

20 20 25 25

9 98 15 100 30 10 104 15 100 30 TS = Trockensubstanz, LG = Lebendgewicht 70

TS/l UFATränke Spezialitäten 130 130 UFA Eisenpaste (8 bis 10 ml) 140 145 UFA top-start 30 g / 100 kg LG / Tag 150 150 155 155 UFA top-fit 80 g / 100 kg LG / Tag 160 160

UFA 204*** mit attraktivem Preis-/Leistungs-Verhältnis Neu ist UFA 204 eine 3-Sterne Milch. Das bedeutet, dass mindestens 70 % des Proteins in Form von Milchprotein (Molkenpulver, Molkenproteinkonzentrat, Magermilchpulver) zugegeben werden. Die Proteinqualität ist aufgrund neuester Erkenntnisse erhöht und der Fettgehalt etwas abgesenkt worden. Damit wird das Preis-Leistungs-Verhältnis dieser Kälbermilch, welche sich für den Einsatz zu 100 % Vollmilch am Automat eignet, noch attraktiver. Geht auf einem Betrieb einmal die Vollmilch aus, lässt sich UFA 204 dank hohem Milchprotein-Anteil für kurze Zeit auch zu Wasser einsetzen.

Anhaltspunkte und dienen zur Kontrolle. Der Fütterungsplan (Tabelle) liefert grobe Richtlinien, die den Praxisverhältnissen angepasst werden müssen. Je nach Rasse, Geschlecht, Gesundheitsstatus, Stalltemperatur und Hygiene kann die Flüssigkeitsaufnahme variieren. Entsprechend ist die Pulverdosierung zu optimieren. Die Normkurventabellen für die Kälbermast in Grafik 1 und 2 sind ein wichtiger Gradmesser für die tägliche Kontrolle der Fütterung, Futteraufnahme und Dosierung der Tränke. Um den Verdauungsapparat der Kälber nicht zu überfordern, müssen Änderungen im Tränkeregime schrittweise erfolgen.

Automat ab zehn Tieren Für Mast- oder Aufzuchtgruppen ab zehn Kälbern ist ein Tränkeautomat mit Einzeltiererkennung eine lohnenswerte Investition. Er hilft Arbeit sparen, erlaubt eine exakte Fütterung nach der Futterkurve, eine konstante Temperatur von 12 2011 · UFA-REVUE


KÄLBERMAST NUTZTIERE

Medikamente sind teurer Die Frage, inwiefern sich der Einsatz von Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen in der Kälbermast wirtschaftlich auszahlt, löst immer wieder Diskussionen aus. Eine Wirkstoffergänzung wird von den öffentlichen Forschungsanstalten (u.a. Agroscope Liebefeld-Posieux) empfohlen. Von den wichtigen Elementen enthält Vollmilch

Eine tägliche Reinigung der Nuggis lohnt sich, um die Krankheitsübertragung zu minimieren.

Wasser und Schlachtqualität Wasser ist ein lebensnotwendiger Nährstoff, um eine konstante Leistung und einen optimalen Gewichtszuwachs zu erlangen. Nicht nur gegen den Durst, auch zum Ausgleich von Ungleichgewichten im Salz-Wasser-Haushalt spielt Wasser eine wichtige Rolle. Ein zusätzliches Wasserangebot zur Milchtränke (Milchnebenprodukte, Schotte) hilft bei sehr hohen Aussentemperaturschwankungen oder Fütterungsumstellungen die Mortalität der Kälber zu senken. 䡵

Grafik 1: Flüssigkeitsaufnahme pro Tag 20

15

Liter/Tag

nur von Kali und Natrium einen bedarfsgerechten Anteil. Bei über der Hälfte der Tränker ist in den ersten Lebenswochen eine Eisenversorgung, beispielsweise mit UFA-Eisenpaste, erforderlich. Die Versorgung mit Vitaminen, Mengen- und Spurenelementen wird über Spezialitäten wie UFA top-start, top-punch und/oder top-fit sichergestellt. Mangelhaft versorgte Kälber sind weniger vital, saufen weniger und werden eher krank. Die erhöhten Tierarztkosten einberechnet, lohnt sich der Einsatz von Wirkstoffkonzentraten in vielen Fällen.

10

5

50

75

100 125 150 Lebendgewicht (kg)

175

200

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Grafik 2: Trockensubstanzaufnahme 4 3

TS kg/Tag

42 °C sowie eine einfache und sichere Tierkontrolle. Beim Anschaffen eines Tränkeautomaten muss der Service und Reparaturdienst auch an Sonn- und Feiertagen sichergestellt sein. Es lohnt sich, bei der Wahl eines Milchpulvers auch die im Preis inbegriffenen Dienstleistungen (Automatenservice in der Nähe, Risikoschutz) des Lieferanten zu vergleichen.

2 1 0

50

75

100 125 150 Lebendgewicht (kg)

Autor Alfred Erni, Leiter Kälberbereich, UFA AG, 9501 Wil. www.ufa.ch Kombi-Rabatte Kombinieren Sie den Bezug von UFA-Kälbermilch, -Mineralsalz und -Spezialitäten und profitieren Sie von den attraktiven KombiRabatten. Wenn Sie beispielsweise ein Originalpalett Vollmilchergänzer kaufen, erhalten Sie neben dem Palettenrabatt noch einen SpezialitätenMengenrabatt von 4 %, der auch für zusätzliche Einzelgebinde gilt (z.B. fünf Säcke Mineralsalz oder ein Kessel UFAAntifex).

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KÄLBERMAST NUTZTIERE

Service, 365 Tage im Jahr TRÄNKEAUTOMATEN müssen regelmässig gereinigt, gewartet und manchmal auch repariert werden. Xaver Hasler ist ein Fachmann auf diesem Gebiet. Zusammen mit den UFA-Kälberspezialisten und anderen Reparateuren stellt er die pausenlose Funktion der Automaten sicher.

Der UFA-Beratungsdienst vermietet und verkauft FörsterTränkeautomaten und stellt den Service auch an Wochenenden und Feiertagen sicher.

In technischen Fragen kennt sich Xaver Hasler aus. Er ist gelernter Automechaniker und war als Reparateur von Baumaschinen tätig. Später übernahm er den elterlichen Landwirtschaftsbetrieb. Da sich auch sein Sohn für die Landwirtschaft interessiert, übergab Xaver den Betrieb früh und liess sich 2008 bei der UFA als Tränkeautomat-Fachmann anstellen.

Kleinere Reparaturen werden vom UFA-Kälberspezialisten selber erledigt, grössere übernehmen die Techniker. Xaver Hasler repariert Tränkeautomaten im Gebiet von Kälberspezialist Werner Baumann: Thurgau, Schaffhausen und Zürcher Oberland. Während dem Pikettdienst, der alle sechs Wochen an einem Wochenende anfällt, oder bei Anfragen hilft er in der ganzen Ostschweiz, inklusive Graubünden, aus. Neben dem Service ist Xaver verantwortlich für den Import von FörsterTränkeautomaten und Ersatzteilen. Zudem betreut er die Automatenwerkstatt Attikon sowie das Depot Sargans.

Tipps über Nacht Heute besucht Xaver den Betrieb von Hansueli Iseli, Scherzingen, wo Probleme mit der Mixerfunktion auftraten. UFA-Kälberspezialist Werner Baumann gab die nötigen Tipps, wie die Automatenfunktion über Nacht sichergestellt werden kann, und benachrichtigte Xaver Hasler. Bei seinem Geräte-Check stellt der Automatenflicker fest, dass die Lager beim Mixer ausgewechselt werden müssen. Auch die Pumpe kontrolliert er und bemerkt eine Funktionsschwäche beim Starter. Die fehlerhaften Komponenten werden speditiv ersetzt, der Förster-Automat von Neuem kalibriert und die Milchtemperatur gemessen. Sobald alles wieder funktionstüchtig und der Arbeitsplatz aufgeräumt ist, geht es weiter zum nächsten Betrieb.

alten Stall selber zu mästen. Xaver richtet ihm eine zusätzliche Saugstelle ein, so dass die Mast- und Aufzuchtkälber nebeneinander in einer separaten Bucht, aber am gleichen Automaten getränkt werden können. Alle nötigen Technikbestandteile führt Xaver im Auto mit. Dazu gehört auch ein Spitzhammer, mit dem der Angestellte von Thomas Hähni ein Loch aus der Mauer herausspitzt, um die neue Saugstelle an optimaler Position einzurichten. Bei den Stand-Alone-Modellen von Förster-Technik können bis vier verschiedene Futterpläne pro Gerät eingegeben werden. So lassen sich Aufzuchtund Masttiere am selben Automat tränken. Jedes Kalb ruft mit seinem Transponder das passende Programm ab.

Flexibilität nötig Nach getaner Pflicht fährt Xaver Hasler am späten Nachmittag noch in die Automatenwerkstatt Attikon, wo er eingelagerte Automaten repariert, bevor sie wieder vermietet werden. «An meiner Arbeit gefällt mir, dass ich sowohl mit der Landwirtschaft als auch mit der Technik verbunden bin», so Xa-

Neue Saugstelle Milchproduzent Thomas Hähni aus Langrickenbach hat sich wegen den tiefen Tränkerpreisen entschieden, die nicht für die Milchvieh-Nachzucht benötigten Kälber im 72

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KÄLBERMAST NUTZTIERE ver. Eine gewisse Flexibilität braucht es. Einerseits wegen dem Pikettdienst, andrerseits weil der Reparaturbedarf variieren kann und sich nicht jedes Problem in Kürze lösen lässt.

Viel unterwegs 80 % seiner Arbeitszeit ist Xaver Hasler für Reparaturen und Service-Dienstleistungen unterwegs. Wenn immer möglich, versucht er, mehrere Besuche in einer Region zu kombinieren. Dennoch weist sein Zähler im Auto rund 50 000 km pro Jahr aus.

Nur Ersatzteile verrechnet Ein Tränkeautomat ist eine wertvolle Arbeitserleichterung und auf vielen Betrieben kaum mehr wegzudenken. Beim Automatenkauf gilt es, den Dienstleistungsumfang des Anbieters genau abzuklären. Wer beim UFA-Beratungsdienst einen Tränkeautomaten kauft oder mietet, hat Anrecht auf einen Reparaturund Servicedienst während 365 Tagen im Jahr. Verrechnet werden nur die Er-

satz- und Erweiterungsteile. Die Arbeit ist mit dem Bezug von UFA-Milchpulver abgegolten. Treten komplizierte technische Probleme auf, können die UFA-Techniker auf den Kundenservice der FörsterTechnik GmbH zurückgreifen. Beim Automatenhersteller in Engen (Deutschland) absolvieren die Fachmänner auch ihre Ausbildung.

Ausfällen vorbeugen «Ein Tränkeautomat läuft Tag und Nacht, daher ist es logisch, dass ab und zu Reparaturen anfallen», erklärt Xaver Hasler. Dennoch beträgt die Nutzungsdauer eines Förster-Tränkeautomaten bis um die 15 Jahre. Um Rosten zu vermeiden, empfiehlt sich eine Ausstattung mit Edelstahl. Manchen Funktionsausfällen kann der Tierhalter selber vorbeugen. Insbesondere gilt es, den Automatenstandort gezielt zu wählen und die Milchleitungen täglich zu spülen, regelmässig auch mit einem Schwamm. Zu empfehlen ist

eine konsequente Fliegenbekämpfung. Als Option lassen sich Förster-Automaten mit einem Fliegenschutz ausrüsten.

Abklären vor Kauf oder Miete Die Voraussetzungen, um in einem Kälberstall einen Tränkeautomaten stellen zu können, sind: • Ausreichend Platz, sauber und möglichst trocken. • Frostsicher. • Die Tränkeleitungen sollen nicht zu lang sein, weil sonst die Milch zu stark abkühlt. • Stromanschluss mit 380 V und 16 A.

Fazit Ein guter TränkeautomatenService ist auf dem Kälbermastbetrieb wertvoll. Eine solche Dienstleistung über die ganze Schweiz aufrecht zu erhalten, erfordert viel Organisationsgeschick und eine beachtliche Flexibilität. Mit einer regelmässigen Reinigung und guter Hygiene in der Umgebung kann auch der Tierhalter dazu beitragen, dass der Automat gut funktioniert und lange nutzbar bleibt. 䡵

«Der Automatenservice erfolgt bei der UFA prompt und fachkundig, ich bin sehr zufrieden.» Hansueli Iseli, Scherzingen (TG)

Xaver Hasler ist in der TränkeautomatenWerkstatt tätig, meist jedoch für Reparatur- und Service-Dienstleistungen unterwegs.

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee. TränkeautomatenAktion GratisZubehör im Wert von über Fr. 1200.– • Ausstattung mit Edelstahl • automatische Kalibrierwaage • Fliegenschutzpaket Beim Kauf eines FörsterTränkeautomaten Vario+ (Wasser-Pulver oder Kombi) beim UFA-Beratungsdienst bis 31.03.2012.

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KÄLBERMAST NUTZTIERE

Erfolgreich auf 1920 m über Meer IVO LAMPRECHT hat seinen Bergbetrieb in Lü, Engadin, vor sieben Jahren auf Kälbermast umgestellt. Seither nahm er laufend Optimierungen vor und plant bereits, weitere Projekte umzusetzen. Besonderen Wert legt er auf das Management der Milchviehherde. Eine aktuelle Auszeichnung des Braunviehzuchtverbandes bestätigt den eingeschlagenen Weg.

Eugen Signer

Ralf Tischhauser

1999 hat Ivo Lamprecht den Landwirtschaftbetrieb im Münstertal (GR) von seinem Vater Vergil in der dritten Generation übernommen. Der Hof liegt auf 1920 m über Meer. Früher waren 130 000 kg Milchkontingent gemolken worden. Heute veredelt Ivo die Milch via Mastkälber, weil er so einen höheren Milchpreis lösen kann.

Nebenerwerb Als

ÖLN-Kontrolleur im Nebenberuf will der Meisterlandwirt glaubwürdig sein. Weil er mit einer durchschnittlichen Milchleistung von über 8000 kg pro Kuh und Laktation beim Tier- und Futterzukauf sowie

beim Stiereinsatz an Grenzen stiess, stellte er im Jahr 2004 von Bio auf den Ökologischen Leistungsnachweis um.

Gute

Schlachtresultate Die

Mastkälber werden am Stand-AloneTränkeautomat mit Vollmilch und UFA 202 versorgt. UFA 202 ist das Milchpulver zu 50 bis 75 % Vollmilch an der Gesamttränke. Obwohl es sich bei den Tränkern mehrheitlich um milchbetonte Brown-Swiss-Genetik handelt, stimmen die Schlachtresultate. «X- und A-Taxierungen kommen bei meinen Tieren nur selten, T- etwa in 10 % der Fälle vor», fasst Ivo Lamprecht zusammen. Was die

Fettklasse betreffe, werde normalerweise eine Drei erreicht.

Vertikal-Mischwagen Die Kühe erhalten eine Teilmischration. Das Kraftfutter wird leistungsgerecht ergänzt (siehe Betriebsspiegel). Weil die Futterreste dem Jungvieh und den Mutterkühen weitergereicht werden, achtet Ivo Lamprecht darauf, dass die Mischration nicht zu energiereich ausfällt. Für den Einsatz eines Mischwagens entschied sich der Bergbauer wegen der Arbeitserleichterung, zur konstanten Nährstoffversorgung der Kühe und um ein konstantes Leistungsniveau zu errei-

Betriebsspiegel Ivo Lamprecht, 7534 Lü. Fläche: 26.5 ha, Bergzone 3 und 4. Tierhaltung: 16 Brown-Swiss-Kühe, 15 Stück Jungvieh, 8 Mutterkühe, 25 Mastkälberplätze. Herdenleistung: 8494 kg Milch pro Laktation, 4 % Fett, 3.48 % Eiweiss, 30 885 kg Lebensleistung, Serviceperiode 104 Tage, 109 000 Zellen/ml Milch. Winter-Teilmischration Milchkühe (Frischsubstanz): 17 kg Grassilage 1. Schnitt, 17 kg Grassilage 2. Schnitt, 8 kg Zuckerrübenschnitzel, 5 kg Heu, 2 kg Maiskolbenschrot. Leistungsgerechte Ergänzung mit UFA 163 (Startphase), UFA 144 (Produktionsphase) und UFA 149 Eiweisskonzentrat. 130 g UFA 1113 TMR und 50 g Viehsalz pro Kuh und Tag (Galtphase: 140 g Minex 971). Arbeitskräfte: Betriebsleiter, Lehrling Armon Janett, Vater Vergil Lamprecht.

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KÄLBERMAST NUTZTIERE Ivo Lamprecht ist begeisterter Milchviehzüchter.

Betriebsmanagementliste zu kommen», weiss Ivo Lamprecht. Anfangs Juni werden die Kühe fünf Tage auf der Heimweide angefüttert, danach grasen sie zwei Wochen zusammen mit der Gemeinschaftsherde und gehen schliesslich bis Ende August auf die Alp. Der Kontakt mit fremden Kühen sowie die welchselnden Melkeinrichtungen setzen die Milchqualität unter Druck.

Ansaat von Kunstwiesen 6 ha

chen. Praktisch sei auch, dass die Grassiloballen nicht mühsam von Hand auseinanderdividiert werden müssten. Die Wahl fiel auf einen Odermatt-VertikalMischwagen. «Dieser mischt schneller als es Horizontal-Mischer können, braucht dadurch weniger Strom und ein Extra-Tor ermöglicht mir das bequeme Einfüllen einzelner Bestandteile von Hand», erklärt Ivo Lamprecht seine Kaufkriterien. Die Befüllung des Mischwagens erfolgt mit einem mobilen Palfinger-Kran, der auch für die Mistverladung verwendet wird.

2011, ein gutes Jahr Ivo Lamprecht gehört zu den 97 Züchtern im Berggebiet, die im vergangenen Milchkontrolljahr vom Schweizer Braunviehzuchverband für das Herdenmanagement ausgezeichnet worden sind. Die Mindestanforderungen für eine Aufnahme in der «Betriebsmanagementliste» umfassen:

• Laktationensabschlüsse: mindestens 10 mit 250 Tagen. • Milchleistung: mindestens 7000 kg im Tal- und 6500 kg im Berggebiet. • Eiweissgehalt: mindestens 3.4 % im Tal- und 3.3 % im Berggebiet. • Lebensleistung: mindestens 25 000 kg Milch. • Serviceperiode: maximal 110 Tage. • Zellzahl: maximal 110 000 / ml. Mit Parina steht eine neue 85 000er Kuh im Stall Lamprecht. In acht Laktationen hat die Prophet-ET-Tochter eine Lebensleistung von 85 653kg Milch erreicht. Freude macht auch die Zuchtfamilie von Kuh Iris, welche in der Klasse A mit 81 Punkten bewertet wurde. An der Betriebsmeisterschaft Südbünden, wurde der zweite Rang erreicht.

werden gepflügt und via Drillsaat alle vier bis zehn Jahre (je nach Bestandesentwicklung) mit einer Goldhafer-Mischung bereichert. Die eingesetzte UFA U-431 AR eignet sich für nicht raigrasfähige Lagen und ist flexibel nutz- und bewirtschaftbar. Um das Wachstum der Neuansaat zu fördern, wird bewässert und bedarfsgerecht gedüngt (1–2 kg Ammonsalpeter pro Are). «Von den höheren Nährstoffgehalten des Grundfutters profitieren auch die Milchleistungen und -inhaltsstoffe meiner Kühe», beobachtet Ivo Lamprecht.

Zukunft Aktuell plant Ivo Lamprecht den Bau eines Boxenlaufstalls für die Milchkühe. Der alte Kuhstall soll als Fressplatz dienen. Auf dieses Projekt hat Ivo die Wahl der Maschinen und Einrichtungen frühzeitig ausgerichtet. 䡵

Zellzahl und Alpung «Wegen der Alpung sind die Zellzahlen auf meinem Betrieb die grösste Hürde, um auf die

Autoren Eugen Signer und Ralf Tischhauser, UFA-Beratungsdienst, 9501 Wil. www.ufa.ch

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NUTZTIERE

Wie lange aufs Gas drücken? ZWEITES AUFZUCHTJAHR Dass sich vor allem bei milchbetonten Rassen eine intensive Aufzucht in den ersten Monaten lohnt, ist bekannt. Doch wie lange und wie stark soll im zweiten Lebensjahr aufs Gas gedrückt werden, damit die Tiere die gewünschten Konditionen haben?

Hansueli Rüegsegger

Vincent Fietier

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In den ersten sechs bis acht Monaten ist eine intensive Fütterung, unabhängig vom Erstkalbealter, entscheidend (siehe Kasten). Das Wachstumspotenzial muss unbedingt genutzt werden, um allfällige Leistungseinbussen zu verhindern. Anders sieht die Fütterungsstrategie im zweiten Aufzuchtjahr aus.

Besamung abhängig von? Der Besamungszeitpunkt richtet sich in erster Linie nach dem Lebendgewicht und in zweiter Linie nach dem gewünschten Erstkalbealter. Bei einem Erstkalbalter von 24 Monaten muss die erfolgreiche Besamung im 15. Lebensmonat erfolgen. Wichtig ist, dass das Rind zu diesem Zeitpunkt ein Gewicht von mindes-

tens 400 kg aufweist. Die Grösse der Tiere ist ein schlechtes Indiz, weil diese je nach Rasse und Genetik sehr unterschiedlich sein kann.

Ergänzungsfutter in der zweiten Aufzuchtphase Um die Vorgabe von mindestens 400 kg Lebendgewicht im 15. Lebensmonat zu erreichen, muss

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NUTZTIERE

Betriebsspiegel Kohli Martin, Plainfahyn, 2742 Perrefitte Fläche: 44 ha (3 ha Mais, Rest Grünfläche), 800 m.ü.M., Bergzone II. Tierhaltung: 30 Kühe der Rasse Brown Swiss, 70 Stück Jungvieh (Erstkalbealter mit 30 Monaten), eigene Mastkälber.

je nach Grundfutterqualität bis zu diesem Zeitpunkt ein geeignetes Aufzuchtfutter zugefüttert werden. Wichtig ist, dass dieses Aufzuchtfutter den Bedürfnissen der Tiere entspricht. Das heisst: • Es enthält pansengeschützte Proteine für eine optimale Absorption. • Mineralisiert und vitaminiert. • Ausgeglichene Fermentation dank einer Vielzahl verschiedener Getreide. • Ausgeglichenes Aminosäuremuster. Je nachdem, welche Grundfutter auf einem Betrieb vorhanden sind und welche Qualität diese aufweisen, kann

auch ein entsprechendes Ergänzungsfutter sinnvoll sein.

das Erstkalbalter, desto tiefer dürfen die Tageszunahmen in dieser Zeit sein.

Während der Trächtigkeit soll-

Fazit Bis zum achten Monat gilt es, die Tiere unabhängig vom Erstkalbalter intensiv zu füttern, um das Wachstumspotential ideal zu nutzen. Ab dem neunten Monat hängen die optimalen Zunahmen von angestrebten Erstkalbalter ab. Auch tragende Färsen müssen entsprechend dem Erstkalbalter gefüttert werden, aber nicht zu intensiv, um Probleme beim und nach dem Kalben zu vermeiden. 䡵

ten die Tiere abhängig vom Abkalbealter gefüttert werden. Bei einem Erstkalbalter von 24 Monaten müssen sie Tageszunahmen von rund 700 bis 750 g aufweisen, um das gewünschte Gewicht bei der Abkalbung zu erlangen. Je später

Die Aufteilung in vier Gruppen ermöglicht eine phasengerechte Fütterung der Aufzuchttiere.

Das Umstellen von Milchviehauf Aufzuchtfutter nach dem Absetzen hat sich auf dem Betrieb von Martin Kohli bewährt.

Milch von 800 auf 500 kg pro Kalb reduziert Martin Kohli teilt seine 70 Stück Jungvieh, wovon 40 Stück im Aufzuchtvertrag sind, in fünf Gruppen ein und füttert diese wie folgt: • Gruppe 1 (Geburt bis zirka 30 – 45 Tage): Kuhmilch, schönes Belüftungsheu sowie UFA 116. Nach ungefähr einem Monat wird von UFA 116 langsam auf UFA 219 gewechselt. • Gruppe 2 (bis zirka sieben Monate): Kuhmilch (bis total 500 kg je Kalb erreicht sind), Belüftungsheu und UFA 219. • Gruppe 3 (bis zirka 18 Monate): Belüftungsheu, Grasssilage, etwas Zuckerrübenschnitzel und je nach Grundfutterqualität UFA 219. • Gruppe 4 (bis zirka zwei Jahre): Bodenheu, Grassilage und etwas Zuckerrübenschnitzel-Silage. • Gruppe 5 (bis zirka drei Wochen vor Abkalben): Ration wie bei Gruppe 3. Rund drei Wochen vor dem Abkalbetermin werden die Rinder in die Kuhgruppe eingefügt. Bis vor einem Jahr setzte Martin Kohli bei der Gruppe 3 das Milchviehfutter UFA 242 ein. Seit Herbst 2010 verabreicht er an Stelle des Milchviehfutters das neue Aufzuchtfutter UFA 219. Dieser schmackhafte Würfel wurde auf die Bedürfnisse der abgesetzten Aufzuchtrinder erstellt. Zusätzlich zu dieser Umstellung hat er die Milch pro Kalb von 800 auf 500 kg reduziert. Martin Kohli weiss, dass die ersten sieben Monate entscheidend sind in der Aufzucht. Auch bei einem Erstkalbealter von 30 Monaten muss die Fütterung in den ersten sieben Monate intensiv sein, Fütterungsfehler können nachher nicht mehr wettgemacht werden. Martin bestätigt, dass er trotz der Reduktion der verabreichten Milchmenge seine Zielvorgaben besser erreicht. Spätestens nach sieben Monaten wiegen die Rinder 200 kg. Pro Tier und Tag setzt er maximal 1.5 kg UFA 219 ein. Die leicht höheren Futterkosten werden durch die reduzierte Milchmenge und die bessere Entwicklung der Rinder kompensiert.

Autoren Hansueli Rüegsegger, Ressortleiter Milchvieh, UFA AG, 3360 Herzogenbuchsee. Vincent Fietier, Milchviehspezialist im UFA-Beratungsdienst, 2800 Delémont. www.ufa.ch

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PRAXISGESPRÄCH NUTZTIERE

Welches Erstkalbealter? DASS DIE AUFZUCHTKOSTEN mit tiefem Erstkalbealter sinken, ist bekannt. Auch leistungsmässig schneiden früh abkalbende, milchrassenbetonte Kühe besser ab. Von den propagierten 24 Monaten ist man auf vielen Betrieben mit frühreifen Rassen noch um einiges entfernt. Woran liegt das?

Das durchschnittliche Erstkalbealter (EKB) fällt langsam, aber kontinuierlich. Das liegt einerseits am zunehmenden Einsatz milchrassenbetonter Genetik. Andrerseits überdenken viele Milchproduzenten ihr Aufzuchtsystem. So auch Melk Staller. Melk Staller (MS): Stimmt es wirklich, dass die intensive Aufzucht wirtschaftlicher ist? Es braucht doch mehr Kraftfutter, damit die Tiere mit 24 Monaten das Abkalbegewicht erreichen. Ruedi Rathgeber (RR): Die Anzahl Tiere, welche nachgezogen werden müssen, beeinflusst die Wirtschaftlichkeit entscheidend. Eine intensive Aufzucht bringt nicht nur geringere Futter-, sondern auch tiefere Arbeits- und Gebäudekosten. Der Mehraufwand an Kraftfutter wird mit den Einsparungen beim Grundfutter mehr als gedeckt. Denn mit zunehmendem Alter nimmt der Verzehr zu. Neben dem Erstabkalbealter spielen zur Reduktion der Aufzuchtkosten auch die Kälberverluste und die Nutzungsdauer eine Rolle. Erstere sollten unter 5 % liegen. MS: Werden die Fruchtbarkeitsparameter und Schwergeburtsraten durch ein intensives Regime nicht negativ beeinflusst? RR: Im Gegenteil. Je älter die Tiere, desto eher verfetten sie und die Geburtswege verlieren an Elastizität. Auffallend deutlich nehmen Schwergeburten ab einem EKB von 30 Monaten zu. MS: Geht es bei tiefem EKA nicht zu lange, bis die Milchleistungen anziehen? RR: Untersuchungen zeigen bei Holsteintieren, dass die Laktations- und Lebensleistungen bei einem EKB von 24 bis 26 Monaten am höchsten liegen. 78

Für Melk Staller und Ruedi Rathgeber ist klar: Ein tiefes Erstkalbealter setzt in den ersten acht Lebensmonaten Zunahmen von über 900 g voraus, was sich nur mit einer nährstoffreichen Ration erreichen lässt. Danach genügen 600 bis 700 g.

Dies setzt voraus, dass die Tiere genügend entwickelt sind. MS: Beeinflusst das EKB die Anfälligkeit für Rindermastitis? RR: Ab einem EKB über 27 Monaten steigt das Rindermastitis-Risiko um das 1.5-fache. MS: Liegt das optimale EKA für meine Red-Holstein-Kühe also zwischen 24 bis 27 Monate? RR: Wichtig ist, zwischen reinen Milchrassen und Zweinutzungsrassen zu unterscheiden. Bei Fleckvieh wird ein wirtschaftliches Optimum von 26 bis 27 Monaten angegeben, bei Holstein bei 24 bis 25 Monaten. MS: Inwiefern kann ich die Kälber mit einem Ziel-EKA von 24 Monaten noch weiden? RR: Bei der intensiven Aufzucht sind in den ersten acht Lebensmonaten Tageszunahmen von 900 bis 1000 g erforder-

lich. Um diese Zunahmen zu erreichen, sollte im ersten Lebenshalbjahr aufs Weiden verzichtet werden – auch wegen dem Parasitendruck. Während dem Abtränken eignen sich Gras und Grassilage nicht, weil sie zu viel schnell fermentierbares Rohprotein und oft auch zu viel Rohasche, also Verunreinigungen, enthalten. MS: Nötig ist eine gute Kontrolle der Futteraufnahme und Gewichtsentwicklung, damit die Kuh beim ersten Abkalben mindestens 600 kg wiegt. RR: Die aufgenommene Kraftfuttermenge muss beim Absetzen bei 1.5 bis 2 kg liegen. Das Body condition scoring sollte ab drei Lebensmonaten eine Note von 2.75 nicht überschreiten. Sonst kann sich Fett ins Euter einlagern. Nach der Geschlechtsreife bis zur Belegung sind 2.75 bis 3 und vor dem Abkalben unter 3.75 das Ziel. 䡵

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee. Bei diesem Artikel handelt es sich um ein fiktives Gespräch fiktiver Personen. Quelle «Optimales Erstkalbealter von Aufzuchtrindern aus ökonomischer und physiologischer Sicht», Dr. Franz Sutter, Agridea. www.ufa.ch

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Mais-, gras- oder heubetonte Futterration?

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AGROSCOPE RECKENHOLZ-TÄNIKON ART hat den Effekt dreier Futterrationen auf den Verzehr, das Fress- und Wiederkauverhalten, die Milchleistung, die Milchinhaltstoffe und die Kosten für die Futterbereitstellung verglichen.

Franz Nydegger

Das Fress- und Wiederkauverhalten ist ein wichtiges Element in der Entwicklung eines zuverlässigen technischen Hilfsmittels zur Überwachung der Tiergesundheit.

Versuchsanordnung In einem VerVictor Anspach

such der Forschungsanstalt ReckenholzTänikon ART standen sich zwei ausgeglichene Gruppen aus je 17 Kühen mit einem Leistungsniveau von rund 9000 kg pro Laktation gegenüber. Die Futtervorlage erfolgte mit dem Futtermischwagen einmal pro Tag, ergänzt durch viermaliges Nachschieben. Die

Rationen bestanden aus den Grundkomponenten Belüftungsheu, Gras-, Mais- und Zuckerrübeschnitzel-Silage ergänzt durch UFA 248-1 und UFA 163 gemäss UFA-Fütterungsplan nach WFOS. Der Anteil Grundkomponenten betrug rund 11 % Dürrfutter, rund 11 % Zuckerrübenschnitzel, rund 22 % Grassilage und 55 % Maissilage bei der maisbetonten, respektive 55 % Grassilage und 22 % Maissilage bei der grasbetonten Ration. Die Berechnung basiert auf einem Verzehr von 20 kg Trockensubstanz (TS) Mischration für Kühe in der Produktionsphase der zweiten und fol-

Tabelle 1: Rationen im Überblick (Werte pro Kuh und Tag) Dürrfutter

Maissilage

Grassilage

ZRS

KF total

Total

Ration grasbetont Futtervorlage TS Bereitstellungskosten frei Futtergang Milchleistung ECM Kosten der Futterration je kg ECM

kg Fr. kg Fr.

1.78 0.65

3.48 1.09

8.75 2.66

1.78 0.36

2.65 1.98

18.45 6.74 25.90 0.26

Ration maisbetont Futtervorlage TS Bereitstellungskosten frei Futtergang Milchleistung ECM Kosten der Futterration je kg ECM

kg Fr. kg Fr.

1.96 0.70

9.64 2.92

3.84 1.13

1.96 0.18

2.81 2.29

20.21 7.22 28.90 0.25

Ration Dürrfutter Futtervorlage TS Bereitstellungskosten frei Futtergang Milchleistung ECM Kosten der Futterration je kg ECM

kg Fr. kg Fr.

15.10 6.29

4.30 3.13

19.40 9.43 28.90 0.33

Ration maisbetont Futtervorlage TS Bereitstellungskosten frei Futtergang Milchleistung ECM Kosten der Futterration je kg ECM

kg Fr. kg Fr.

1.89 0.68

3.64 2.68

20.37 7.67 30.70 0.23

Versuch 1

9.26 2.84

3.69 1.10

Versuch 2

ZRS = Zuckerrübenschnitzel-Silage ECM = energiekorrigierte Milch TS = Trockensubstanz FS = Frischsubstanz KF = Kraftfutter (kg Frischsubstanz) 80

1.89 0.37

genden Laktationen. Das Milchproduktionspotenzial betrug bei der grasbetonten aufgewerteten Mischration rund 26 kg nach NEL, bei der aufgewerteten maisbetonten Ration rund 30 kg und bei der Dürrfutterration ohne Ergänzungsfutter rund 17 kg. Die notwendige Ergänzung nach Milchleistung erfolgte an der Kraftfutterstation.

Im

ersten

Versuchsabschnitt

maisbetonte (M) gegenüber grassilagebetonte (G) Ration (Tabelle 1) verzehrte eine Kuh in der Variante M mit 20.2 kg TS pro Tag 1.7 kg mehr. Davon entfielen bei der maisbetonten Ration 17.1 und bei der grasbetonten 15.8 kg TS auf die Grundmischration. Der mittlere Kraftfutterbedarf lag bei der Variante M bei 2.81 kg und bei der Variante G bei 2.65 kg pro Kuh und Tag. Die mittlere tägliche Milchleistung in Kilogramm ECM (energiekorrigierte Milch) unterschied sich mit 28.9 kg bei der Ration M deutlich gegenüber der Ration G. Bei den Milchinhaltstoffen zeigte sich eine Differenz beim Eiweissgehalt von 0.17 % zu Gunsten der Ration G; diese wies auch einen leicht tieferen mittleren Milchharnstoffgehalt auf (Tabelle 2). Aufgrund der relativ hohen Unterschiede beim Verzehr beziehen sich die Werte zum Wiederkau- und Fressverhalten jeweils auf 1 kg TS Grundmischration oder auf einen Wiederkaubissen (Bolus; Tabelle 3). Zum Aufnehmen und Wiederkauen der Ration G wendeten die Kühe etwa 12 % mehr Kauschläge auf. Dagegen benötigten sie weniger Kauschläge (–13 %) pro Bolus und die Wiederkauzeit lag bei der Ration G etwa 8 % tiefer als bei Ration M. 12 2011 · UFA-REVUE


PROFILAIT NUTZTIERE Tabelle 2: Milchinhaltstoffe Mittelwerte Grasbetont Maisbetont

Zellzahl pro 1000 ml 111.8 114.0

Harnstoff mg/dl 23.0 26.7

Fett % 4.5 4.4

Eiweiss % 3.5 3.3

Laktose % 4.7 4.7

Differenz Dürrfutter Maisbetont

2.2 87.9 112

3.7 23.6 30.9

– 0.1 4.6 4.3

– 0.2 3.4 3.3

0.0 4.8 4.7

Differenz

24.1

7.3

– 0.3

– 0.1

– 0.1

Versuch 1

Versuch 2

Im zweiten Versuchsabschnitt maisbetonte (M) Ration gegenüber Dürrfutterration (D) nahmen die Kühe im Mittel pro Tag rund 1 kg weniger von der Dürrfutterration auf (Tabelle 1). Davon entfielen bei der maisbetonten Ration 16.7 und bei der Dürrfutterration 15.1 kg TS auf die Grundmischration. Vor allem auf Grund des tiefen APDN-Gehalts des Dürrfutter benötigten die Kühe in der Variante D 0.66 kg Ergänzungsfutter mehr als bei Ration M. Trotzdem lag die Milchleistung bei Ration D im Mittel 1.8 kg tiefer als bei Ration M. Deutlichere Unterschiede als im ersten Versuchsabschnitt traten bei den Milchinhaltstoffen auf (Tabelle 2). Sowohl bei den Fett-, Eiweiss- als auch beim Laktosegehalt lagen die Werte in der Ration M tiefer als bei Ration D. Die Anzahl Kauschläge zum Fressen der Dürrfutterration lag pro Kilogramm aufgenommene TS um rund 30 % höher als bei Ration M (Tabelle 3). Auch kauten die Kühe bei Ration D rund 10 % mehr Boli, die Anzahl Kauschläge pro Bolus lag aber in der gleichen Grössenordnung.

Betriebswirtschaftlicher Vergleich Für die Berechnung der Fütterungskosten der drei Futterrationen und deren Vergleich wurden drei Modellbetriebe entwickelt. Diese leiten sich von durchschnittlichen Milchviehbetrieben ab (Dux und Schmid 2010, Grundlagenbericht 2009 S. E4) und verfügen über 27 Milchkühe sowie eine auf den jeweiligen Grundfutterbedarf abgestimmte Flächenausstattung. Die Berechnungen gründen auf den Vollkostenrechnungen von der Produktion der Grundfutterkomponenten (Maissilage, Grassilage und Heu) über die Ernte mit Eigenmechanisierung (Grünland) oder im Lohn (Mais), Lagerung im Flachsilo beziehungsweise Heustock bis zur Futtervorlage. Die Kosten des Maschineneinsatzes basieren auf gut ausgelasteten Maschinen nach Gazzarin und Albisser (2010). Kraftfutter wurde zu marktüblichen Preisen zugekauft. In Tabelle 1 sind die jeweiligen Futterrationen je Kuh und Tag mit den spezifischen Bereitstellungskosten frei Futtergang der beiden Versuche dargestellt. In Versuch 1 ist die grasbetonte Ration mit Fr. 6.74 rund 50 Rp. günstiger als die maisbetonte

Futterration mit Fr. 7.2 je Kuh und Tag. In Versuch 2 kostet die maisbetonte Futterration mit Fr. 7.67 je Kuh und Tag deutlich weniger als die Dürrfutterration mit rund Fr. 9.4 je Kuh und Tag. Werden die Kosten der Futterration in Relation zur gemessenen durchschnittlichen Milchleistung der untersuchten Gruppe während der Produktionsphase gesetzt, bestätigt sich der Kostenvorteil der maisbetonten Fütterung. Da in Versuch 1 die Milchkühe bei grasbetonter Futterration mit 25.9 kg ECM/Tag eine niedrigere Milchleistung aufweisen als bei maisbetonter Futterration (28.9kg ECM/ Tag), liegen die Kosten der Futterration je kg ECM bei maisbasierter Fütterung mit Fr. 0.25 etwas niedriger als bei grasbetonter Fütterung mit Fr. 0.26. In Versuch 2 liegt die Milchleistung bei beiden Untersuchungsgruppen höher als in Versuch 1. Allerdings haben die Milchkühe bei heubetonter Fütterung eine niedrigerer Milchleistung (28.9 kg ECM/Tag) als die Kühe mit maisbasierter Fütterung (30.7 kg ECM/Tag). Da die heubasierte Fütterung, vor allem wegen der hohen Kosten für Kraftfutter, teurer als die maisbasierte Fütterung ist, liegen auch die Kosten je Kilogramm ECM bei der heubetonten Fütterung mit Fr. 0.326 deutlich über jenen der maisbasierten Fütterung mit Fr. 0.225.

Schlussfolgerungen Mit einer maisbetonten Ration kann gegenüber einer gras- oder dürrfutterbetonten Ration bei durchschnittlichen Gehaltswerten mit gleich hohem oder leicht höherem Kraftfuttereinsatz auch eine bessere Milchleistung erzielt werden. Dabei

Erfassung der Fress- und Wiederkauaktivität mit den ART-MSR-Kausensoren im Vergleichsversuch maisbetonte Ration gegenüber Dürrfutterration.

UFA-REVUE · 12 2011

81


PROFILAIT NUTZTIERE Tabelle 3: Wiederkau- und Fressaktivität

Grasbetont Maisbetont

bezogen auf 1 kg Trockensubstanz Gesamt-Mischration Kauschläge/ Wiederkaudauer Boli Kauschläge Bolus (Minuten) Wiederkauen 52 26 35 1845 60 24 32 1645

Differenz Dürrfutter Maisbetont

8 57 58

– 1.7 28.2 26.5

– 3.8 34.1 30.6

– 199 1944 1900

– 1.8 27 26

– 121 1236 956

1

– 1.6

– 3.4

– 43

–1

– 280

Mittelwerte

Differenz Versuch 1

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Kauschläge Fressen 1122 1001

Versuch 2

sind mit der mais- gegenüber der grasbetonten Ration kaum Auswirkungen auf die Milchinhaltstoffe zu erwarten. Beim Vergleich mit der Dürrfutterration treten jedoch die erwarteten Unterschiede zu Tage. Auf das Fressen und Wiederkauen hat der höhere Maisanteil keinen kritischen Einfluss. Zu berücksichtigen ist, dass auch die im Versuch eingesetzten Silagerationen einen Dürrfutteranteil von rund 10 % aufwiesen. Aus wirtschaftlicher Sicht liegen die Futterkosten je Kilogramm ECM für die gras- und die maisbetonte Ration etwa

Kaninchenstall, Aluausführung mit KS, Innenställe L.x B. x H. 1.35- 0.75- 0.82  079 625 82 92

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gleich hoch. Bei der silofreien Produktion fallen die Kosten der Futterration je kg ECM rund Fr. 0.09 höher aus. Der derzeitige Zuschlag für verkäste silofreie Milch von Fr. 0.03 kann daher die Mehrkosten nicht ausgleichen. Beim Umstellen auf eine maisbetonte Fütterung ist insbesondere dann Vorsicht geboten, wenn ein eigener Maschinenpark für die Heu- oder Grassilageproduktion zur Verfügung steht, für die Maisproduktion jedoch die Ernte über Lohnarbeiten durchgeführt wird. Bei einer Steigerung des Maisanteils

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in der Ration entstehen durch die Miete oder den Lohnunternehmer Fixkosten, während der eigene Maschinenpark (noch) weniger auslastet wird. Dadurch können die durch den Mais eingebrachten Nährstoffe teurer zu stehen kommen, als wenn diese über selbst produzierte Grassilage eingebracht werden. Anders sieht die Situation bei wachsenden und grösseren Betrieben mit beschränkten Arbeitskapazitäten und voll ausgelastetem Maschinenpark aus. Hier kann es betriebswirtschaftlich sinnvoll sein, auf eine günstigere maisbetonte Fütterung umzustellen. 

Autoren Franz Nydegger, Victor Anspach, Forschungsanstalt Reckenholz-Tänikon ART, 8356 Ettenhausen. www.agroscope.ch Berater für die Auslegung der Futterrationen war Raimund Engeler, UFA-Beratungsdienst, 9501 Wil.

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GENETIK NUTZTIERE

Trend zu gemischten Beständen VIELE SCHWEIZER MILCHVIEHZÜCHTER halten mehrere Rassen im selben Stall. Vor zweieinhalb Jahren war deshalb der Blutanteil der Holsteinrasse erhöht worden. Jetzt werden die ersten Kälber des neuen Regimes registriert. Beim Braunvieh ist im Berggebiet ein Trend zu Rückkreuzungen mit der Originalrasse festzustellen.

Welche Tendenzen lassen sich bei der Rassenwahl in der Schweizer Milchviehzucht feststellen? Matthias Schelling von swissherdbook stellt fest: «Auf Kosten von Swiss Fleckvieh bewegt sich der durchschnittliche Blutanteil jährlich um rund 1 % in Richtung Holstein.» Dieser Trend ist vorwiegend auf die höheren Milchleistungen der Holsteingenetik zurückzuführen.

75 % waren unüblich Bei Swiss Fleckvieh wurde die Blutgrenze 2008 von 75 % auf 87 % erhöht. Die ersten unter dem neuen Regime geborenen Kühe kommen dieses Jahr in die Statistik. Für Holstein-Züchter waren SwissFleckvieh-Anteile zwischen 75 und 87% uninteressant geworden, während SwissFleckvieh-Betriebe am meisten Stiere aus diesem Bereich einsetzten. Ausserdem waren die 75 % international unüblich. Pascal Monteleone, General Manager des Schweizerischen Holsteinzuchtverbandes, erklärt, dass die Anzahl Holsteinkühe in letzter Zeit jährlich um 3 bis 4 % zugenommen habe, während die Anzahl Betriebe stabil geblieben sei. OB-Rückkreuzungen In die extensive Richtung bewegt sich der Braunviehbestand. Nach einem starken Rückgang hat sich die Population des Originalbraunviehs (OB) in den letzten zehn Jahren stabilisiert. Während der letzten fünf Jahre ist der Bestand sogar wieder leicht angewachsen (Tabelle). Den Grund dafür sieht Lucas Casanova vom Schweizer Braunviehzuchtverband im guten Genetikangebot und der «ausgezeichneten» Rasse für Gebiete mit erschwerten Bedingungen. «Wir verUFA-REVUE · 12 2011

Tabelle: Einige Kennzahlen vom Schweizer Braunviehzuchtverband 2010 2009 Anzahl Herde10 793 11 158 buchbetriebe Anzahl weiblicher 204 232 207 210 Herdebuchtiere Anteil Original3.1 % 3.2 % braunvieh (mit Milchleistungsprüfung)

2008 10 937

2007 11 329

2006 11 462

210 201

205 241

205 498

3.0 %

2.8 %

2.7 %

Dienstleistungen der Zuchtorganisationen werden geschätzt Während die Anzahl der Betriebe wegen dem Strukturwandel (Betriebsfusionen oder Aufgabe Milchviehhaltung) rückläufig ist, verzeichnen die bedeutendsten Milchviehrassen konstante oder steigende Tierzahlen in den Herdenbüchern. «In Zukunft wird es immer weniger Betriebe geben, die ihre Tiere nicht im Herdenbuch registrieren lassen», prognostiziert Pascal Monteleone vom Schweizerischen Holsteinzuchtverband. «Mit der Professionalisierung der Milchviehbetriebe werden die Dienstleistungen der Zuchtorganisationen sehr geschätzt», weiss Matthias Schelling von swissherdbook. Milchleistungs- und Milchgehaltserhebungen, Harnstoff- und Azetontests – die Palette ist vielfältig und bietet dem modernen Tierhalter in Kombination etwa mit dem UFA Herd Support wertvolle Instrumente zur Fütterungs- und Produktionsoptimierung. Nicht zuletzt ermöglichen die Leistungskarten von Herdenbuch-Tieren einen transparenten Verkauf. Dass möglichst alle mitmachen, liegt im Interesse des Zuchtfortschritts. «Eine Nachzuchtprüfung nur auf Spitzenbetrieben würde nicht funktionieren», so Matthias Schelling.

zeichnen auch zunehmend Rückkreuzungen von Brown-Swiss-Kühen mit OB-Stieren», so Casanova. Simmental und Montbéliarde bleiben gemäss Matthias Schelling stabil.

Mehrere Rassen pro Betrieb Immer öfter gibt es Betriebe mit rassengemischten Beständen, stellt Lucas Casanova fest. Beispielsweise werden einzelne Jerseykühe gehalten, um den Eiweissgehalt der Herde aufzubessern. Oder wegen der Wahl von Holsteinstieren gelten einzelne Tiere eines SwissFleckvieh-Bestandes als Holstein. Betriebe mit verschiedenen Rassen sind

Die Vergrösserung und Professionalisierung der Milchproduktionsbetriebe beeinflusst die Rassenwahl.

Mitglied mehrerer Zuchtorganisationen. Neben dem Vorteil, von den Vorzügen anderer Rassen zu profitieren, bringt eine gemischte Herde einen administrativen Mehraufwand mit sich. Heterogene Genetik auf einem Betrieb kann auch das Fütterungsmanagement etwas erschweren. 䡵

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee.

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NUTZTIERE

Pansenazidosen erkennen BEI EINEM ZU SAUREN MILIEU im Pansen der Wiederkäuer können nicht nur die Verdauung, sondern auch das Allgemeinbefinden der Tiere und andere Organsysteme gestört sein. Die Pansenazidose gehört deshalb zu den sehr ernstzunehmenden Erkrankungen der Hochleistungskühe und Masttiere. In jedem Fall ist das Tier in seinem Leistungsvermögen und Wohlbefinden beeinträchtigt.

Wenn der Pansensaft einen pHWert von unter 5.5 aufweist, wird von einer Pansenazidose (-übersäuerung) gesprochen. Der pHWert gilt als Massstab für den Säuregrad. Je tiefer der pH, desto saurer das Milieu. pH-Werte von 6.0 bis 6.8 liegen in der gewünschten Norm, den die Pansenbewohner (Mikroorganismen) für die mikrobielle Verdauung wiederkäuergerechter Futterrationen benötigen. Permanent anhaltende pH-Werte von unter 5.9 sind als suboptimal zu bezeichnen und anhaltende pH-Werte zwischen 5.7 und 5.1 sprechen für leichtere, oftmals chronisch gewordene, subakute Pansenazidosen, die unter dem Kürzel SAPA oder SARA bekannt und in ihren negativen Auswirkungen nicht zu unterschätzen sind. Akute, starke Pansenazidosen weisen pH-Werte von unter 5.1 auf.

Heribert Meiser

Worin liegen die Ursachen? Oftmals sind es zuviel leicht verdauliche Kohlenhydrate oder ein übermässig schneller Verzehr von besonders getreide- und zuckerreichen Futtermischun-

Grafik: Einteilung der Kohlenhydrate pH-Wert erhöhend, stabilisierend (Speichelfluss und Wiederkauaktivität fördernd oder langsame Energiebereitstellung)

Lignin

Zellulose

Hemizellulose

NDF (Gerüstsubstanzen)

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pH-Wert erniedrigend (mittlere bis schnelle Energiebereitstellung)

pansenPektine bestänund org. dige Reste Stärke

pansenabbauZucker bare Stärke

NFC (Nicht-Faser-Kohlenhydrate)

gen, die den pH-Wert im Stoffwechsel des Pansens («metabolische Azidose») abfallen lassen. In Kombination dazu sind häufig zu wenig faserreiche Bestandteile aus dem Grundfutter in der gefressenen Tagesration anzutreffen. Dies führt zusätzlich zu einer verringerten Wiederkautätigkeit mit einem verminderten Speichelfluss, der gegen die Säuren gerichtete Puffersubstanzen enthält («Additionsazidose»). Auch ein verminderter Proteingehalt oder eine pansenasynchrone Fütterung kann die Pansenazidose begünstigen.

Krankheitsverlauf und Schäden Bei einer Pansenübersäuerung kommt es zur Verringerung von Pansenbakterien, die für den Abbau von Zellulose, Hemizellulose in Gras, Heu und anderem Grundfutter zuständig sind. Gleichzeitig nehmen aber jene Pansenbakterien zu, die für den Abbau der schnellabbaubaren Kohlenhydrate wie Stärke und Zucker zuständig sind, wie Streptococus bovis und Lactobazillen (Grafik). Dabei wird im Pansen vermehrt Milchsäure produziert, die wiederum den pH-Wert noch weiter abfallen lässt. Liegt der pH-Wert unter 5.0, so ist mit massiven Schleimhautläsionen aufgrund einer Pansenentzündung (Ruminitis) zu rechnen. Ein grosses Problem stellt dabei die nur schwer abbaubare D-Form der Milchsäure dar, die besonders aggressiv ist. Sie ist im Zentralnervensystem (ZNS) der Tiere höchstwahrscheinlich für die vereinzelt bei schweren Azidosen beobachteten komatösen Zustände verantwortlich. Die Pansenazidose schädigt ausserdem die wichtigen Pansenzotten. Jeglicher Säureanfall führt zu einem verstärkten Abfluss der

Vorbeugende Gegenmassnahmen Wiederkäuer benötigen neben Energie genug strukturierte Rohfaser und NDF in der Ration, um die Wiederkauaktivität, Pansenfunktion und den pH-Wert stabil zu halten (Grafik, Tabelle). • Nicht mehr als 1.5 kg reines Kraftfutter auf einmal verfüttern. Zuteilungsrate bei der Transponderfütterung begrenzen oder ins Grundfutter einmischen. • Fremdverzehr durch nachlaufende Tiere am Kraftfutterautomaten vermeiden. • Keine abrupten Futterwechsel, langsame Gewöhnung an energiereichere Rationen innerhalb drei bis vier Wochen (Beispiel: Transitfütterung). • Gute Grundfutterproduktion, damit genügend energiereiches, schmackhaftes und strukturiertes Grundfutter vorhanden ist. • Wohlschmeckendes Heu als Extrazugabe steigert den Gesamtverzehr. • Grundfutteranteil nicht unter 50 % der Gesamtration. • Futtermittelanalyse vor jeder Futterumstellung und die neue Ration berechnen. • Pansensynchronisation der Futterration zwischen Energie- und Eiweisskomponenten, damit freiwerdende Energie im Pansen zur Eiweissverwertung/-synthese genutzt werden kann. • Mehrfache Pansen-pH-Messungen zur Kontrolle an einzelnen Tieren, die für die Fütterungsgruppe repräsentativ sind. Hierfür steht ein pH-Monitoringsystem zur Verfügung, das durch den Rindergesundheitsdienst in Zusammenarbeit mit dem Hoftierarzt eingesetzt werden kann. • Bei nicht abänderbaren Rationszusammensetzungen Na-Hydrogencarbonatpuffer von täglich 20 bis 100 g einmischen. • Futtermittelzusätze (Hefeprodukte, diverse Kräuter, ätherische Öle u.a.), die eine pH-Stabilisierung bewirken, sind möglich. 12 2011 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

Schleichende Pansenübersäuerungen sind besonders heimtückisch, weil sie oft unspezifische Symptome erzeugen. Bild: agrarfoto.com

Tabelle: Empfohlene Rationskennzahlen Futtergehalte in Gewichtsprozenten der Trockensubstanz

NDF (Gerüstsubstanzen)

Rohfaser

≥ 30

≥18

Säuren aus dem Pansen ins Blut und zum Einstrom von Wasser. Dies führt zu einem pH-Wertanstieg im Pansen, der aber nur bei normalem Säureanfall und nicht bei der Pansenazidose ausreicht. Aufgrund der vermehrten energiebetonten und gleichzeitig rohfaserarmen Tierernährung mit erniedrigten Essigsäuregehalten und unter anderem gesteigerter Propionsäurebildung kommt es gerade bei der lang anhaltenden, subakuten, schwer erkennbaren SAPA zur Körper- und Leberverfettung.

Lange Erholungszeit Die für die Verdauung wichtigen Pansenmikroben brauchen nach einer Pansenazidose meist ein bis drei Wochen, bis sie wieder auf das ursprüngliche Niveau an Artenzusammensetzung und Bakteriendichte gelangt sind. Daher ist es enorm wichtig, auf eine Pansenazidose sofort zu reagieren. Dazu muss sie jedoch möglichst schnell erkannt werden.

Symptome Im Folgenden sind einige typische Merkmale am Einzeltier und im Bestand aufgezeigt: • Verschlechterter Allgemeinzustand und Unruhe der Tiere, die mitunter auf der Stelle «trippeln». • Gehäuftes Auftreten von Klauenrehe und sich daraus weiterentwickelnde Klauenerkrankungen. UFA-REVUE · 12 2011

strukturierte Rohfaser

im Pansen abbaubare Stärke und Zuckeranteile

≥12

≤ 25

• In der Regel tieferer Milchfettgehalt. • Herabgesetzte Pansenkontraktionen und eine verminderte Wiederkauaktivität. • Meist dünnbreiiger Kot (Durchfall), hell und er kann etwas säuerlich riechen. • Futterselektion: Heraussuchen von energiebetonten Komponenten aus der Mischung, ausschliesslich Grundfutterreste im Futtertrog. • Verminderter Futterverzehr. • Festliegen der Tiere bei besonders schwerwiegenden, akuten Pansenazidosen. • Schlachttierbefund: Verkürzte (unter 7 mm), wenige, teils abgestorbene Zotten sowie Verhornung (Hyperkeratose). • Blutuntersuchung: Stark negativer Basenexzess-Wert von unter –3 mmol/l im venösen Blut, weil die Säurepuffer (Basen) nahezu erschöpft sind. • Urinuntersuchung: ein nur knapp über 7.0 liegender pH-Wert, eine Netto-Säure-Basenausscheidung (NSBA) im Mittel von unter 50 mmol/l aufgrund der erhöhten Säureausscheidung im Harn. (Werte nach G.F. Schusser, 2011; W. Kraft und U.M. Dürr, 2005)

Blut- und Harnproben können nur bei stark anhaltenden Pansenazido-

sen einen Hinweis geben, weil bei leichteren Pansenazidosen sich die Werte nicht sicher genug von den Werten gesunder Kühe unterscheiden und auch andere Krankheiten zu veränderten Werten führen können. Genauer sind: • Meist Mikroskopische Pansensaftuntersuchung: verminderte Anzahl an beweglichen Panseninfusorien (Ciliaten und Flagelaten) und viele abgestorbene Bakterien im Pansensaft. • Pansensaftuntersuchung: erniedrigter pH-Wert von unter 5.6 in der untersuchten Pansenflüssigkeit bei einmaligen oder sicherer bei wiederholten Messungen. So können auch leichte Formen erkannt werden.

Therapiebehandlung Beim Vorliegen der subakuten Pansenazidose mit pH-Werten zwischen 5.1 bis 5.7 muss eine Reduktion der pansenfermentierbaren Kohlenhydrate erfolgen. Dazu sollte die Ration neu berechnet und die in der Tabelle angegebenen Eckdaten befolgt werden. Bei einer akuten Pansenazidose (pHWert unter 5.0) muss zusätzlich, je nach Schweregrad, der Pansen gespült oder entleert werden. Anschliessend sollte Pansensaft von gesunden Tieren und etwas gehäckseltes Heu eingegeben werden (W. Klee, 2011). Ausserdem werden intravenöse Infusionen oder wässrige Eingaben in den Pansen mit basisch wirkenden Komponenten oder Pansenstimulans empfohlen. 䡵

Autor Heribert Meiser, PD Dr. med. vet., ist Mitarbeiter des Rindergesundheitsdienstes (RGD) und betreut die Fachbereiche Tierhaltung und Bestandesdiagnostik sowie Toxikologie und Fütterung. www.rgd.ch

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Schnüffelkrankheit wieder aktuell VERDACHTSFÄLLE DEM TIERARZT MELDEN! Das trifft momentan speziell auf die Schnüffelkrankheit zu, die in Schweizer Zuchtbetrieben wieder aufgetaucht ist. Zu den wichtigsten Symptomen gehören Niesen, Nasenausfluss und Nasenbluten.

Judith Peter-Egli

In der Schweiz ist die Schnüffelkrankheit oder progressive Rhinitis atrophicans (pRA) seit Jahren nur noch sehr sporadisch aufgetreten. Gründe dafür sind, dass die SGD-A-Betriebe frei oder unverdächtig für Rhinitis sein müssen und ihre Zuchttiere nur ab SGD-A-R-Betrieben zukaufen dürfen. Die Zuchttiere werden jährlich einmal auf pRA untersucht. Seit Jahren sind im Schweinegesundheitsdienst (SGD) keine Neuinfektionen auf Zuchtbetrieben mehr festgestellt worden. Bei der jährlichen Untersuchung der A-R-Betriebe wurden keine verdächtigen oder positiven Betriebe gefunden. Aufgrund der günstigen epidemiologischen Situation wurde bereits darüber diskutiert, R-Betriebe aus Kostengründen nur noch alle drei Jahre auf pRA zu untersuchen.

Ursache unklar Umso mehr hat der Ausbruch auf einem Remontierungsbetrieb dieses Jahr alle überrascht. Ein A-R1 Betrieb, der seit zwölf Jahren keine Tiere mehr zugekauft hatte, hat Mitte August bei zwei Schweinen Nasenbluten festgestellt. Der Betrieb durfte sofort keine Tiere mehr verkaufen und zwanzig Sauen wurden mittels Nasentupfer untersucht. Die Diagnose war Rhinitis atrophicans. Daraufhin wurden sämtliche Zuchtbetriebe, die seit Januar 2010 Tiere zugekauft hatten, untersucht. Von diesen Betrieben sind mehrere ebenfalls infiziert. Die Schweinehaltungsbetriebe in der unmittelbaren Nachbarschaft des A-R1-Betriebes waren negativ in der Beprobung. Die Untersuchung der Tiere auf den Betrieben und die Auswertung der Resultate sowie das weitere Vorgehen werden vom Institut VPHI (Veterinary public health 86

institute) wissenschaftlich begleitet. Bisher konnte leider keine Ursache für den aktuellen Krankheitsausbruch gefunden werden.

Was ist pRA? Progressive Rhinitis atrophicans wird durch Pasteurella multocida-Bakterien, welche einen Giftstoff bilden, verursacht. Das Gift ist ein «Dermonekrotoxin», das die Zellen der Knochenbildung hemmt. Dadurch wird die Entwicklung der knöchernen Nasenmuscheln der Schweine im Wachstum gestört, was zur völligen Zersetzung der Nasenmuscheln führen kann. Der Knochen wird abgebaut und durch Bindegewebe ersetzt. Dies führt zur Verformung des Rüssels, da auch die Nasenscheidewand durch diesen Prozess verkrümmt werden kann. Das Bakterium Bordetella bronchiseptica unterstützt diesen Vorgang durch das Zerstören der kleinen Härchen in der Nase und ermöglicht dadurch erst die Ansiedlung der Pasteurellen auf der Schleimhaut. Schleichende Ausbreitung Meist wird die Schnüffelkrankheit durch Tierzukäufe eingeschleppt. Die krankmachenden Bakterien können über kurze Distanzen ebenfalls über die Luft übertragen werden. Weiter können mehrere andere Tierarten (Wildschweine, Nagetiere, Hunde, Katzen, Fliegen) und der Mensch vorübergehende Träger der Pasteurellen sein. Die Ausbreitung auf einem neuinfizierten Betrieb verläuft sehr schleichend und kann ihren Höhepunkt auch erst nach mehr als einem Jahr erreichen. Vor allem auf Betrieben, wo keine anderen Infektionskrankheiten der Atemwege wie EP auftreten, kann es sehr schwierig

Rüsselquerschnitt eines gesunden (oben) und eines kranken Schweins. Skizze: Karl-Otto Eich, Handbuch Schweinekrankheiten, 1982

sein, die Neuinfektion aufgrund der Symptome zu erkennen.

Typische Symptome Ein Alarmsignal ist das Auftreten von Nasenbluten. Gesunde Schweine zeigen kein Nasenbluten! Hier muss immer sofort an pRA gedacht werden. Anfangs gehören auch blosses Niesen, wässriger bis schleimiger Nasenausfluss und Spuren von Sekretstau im Augenwinkel zu den Symptomen, da die Tränenflüssigkeit nicht mehr durch den Tränenkanal abfliessen kann. Betroffen sind Tiere im Wachs12 2011 · UFA-REVUE


NUTZTIERE tum. Im Laufe der Entwicklung kann sich ein Unterbiss, eine Verkürzung oder eine Verkrümmung des Rüssels entwickeln. Durch das Zerstören der Flimmerhärchen und der Nasenmuscheln dringt die Aussenluft, ohne aufgewärmt oder von Staub, Bakterien, Viren oder «Schmutzteilchen» gereinigt zu werden, direkt in die Lungen ein. Dadurch sind diese Tiere viel empfindlicher auf schlechtes Stallklima und erkranken leichter an Lungenentzündungen. Die Tiere können durch diese krankhaften Veränderungen massiv behindert werden bei der Futteraufnahme. Dadurch und auch durch die erhöhte Anfälligkeit für andere Infektionskrankheiten bleiben sie im Wachstum zurück, was zu einer bis zu sechs Wochen längeren Mastdauer führen kann. Dies und der vermehrte Einsatz von Medikamenten führen zu erheblichen wirtschaftlichen Einbussen.

Diagnostik Beim Vorliegen von verdächtigen Symptomen wird SGD-Betrieben der Tierverkauf untersagt und es werden Nasentupfer von zwanzig Jungtieren entnommen. Wenn das Toxingen der Pasteurellen nachgewiesen wird, gilt der Betrieb als infiziert. Eine andere Methode ist das Rüsselsägen auf Höhe der ersten beiden Backenzähne am Schlachthof. Dabei wird die Struktur der Nasenmuscheln im Querschnitt beurteilt und aufgrund einer Skala in Score 0 bis 4 eingeteilt. Bekämpfung

und

Prophylaxe

SGD-Betriebe erhalten nach Vorliegen der Diagnose den Status «Infiziert pRA» (I pRA). Zuchtbetriebe müssen innerhalb eines Jahres eine Totalsanierung durchführen. Vorübergehend kann mit Medizinierungen und eventuell auch der Impfung eine Linderung der klinischen Symptome erreicht werden. Der Impfstoff ist in der Schweiz nicht auf dem Markt. Die Sanierung mit Impfung nach holländischem Beispiel ist sehr aufwändig, beinhaltet hohe Laborkosten sowie wiederholte Ausmerzung von Einzeltieren und zieht sich über mehrere Jahre hin. Sie ist für SGD-Betriebe keine anerkannte Sanierungsmethode.

Hygiene verstärken Das höchste Risiko der Einschleppung liegt, wie bei UFA-REVUE · 12 2011

Nasenbluten, ein Alarmsignal. Bild: Schweineklinik Universität Zürich

den meisten anderen Krankheiten, beim Tierverkehr. Deshalb ist es weiterhin empfehlenswert, Tiere ab möglichst wenig verschiedenen Betrieben zuzukaufen. Ein gewisses Restrisiko bleibt, wie der aktuelle Fall zeigt, trotzdem bestehen. Dieses würde durch häufigere Kontrollen des Bestandes zwar vermindert, aber nie gleich Null sein, da nie alle Tiere untersucht werden können. Durch die langsame Ausbreitung im Bestand kann eine Neuinfektion ohne sichtbare Symptome über längere Zeit unerkannt bleiben. Wichtige andere Faktoren, um sich vor einer Infektion zu schützen, sind eine gute Betriebs- und Besucherhygiene, schützende Einzäunungen gegen Wildschweine sowie die professionelle Bekämpfung von Schadnagern und Fliegen. Haustiere gehören grundsätzlich nicht in den Schweinestall. Neue Mitarbeitende, die vorher bereits in anderen Schweinestallungen mit pRA gearbeitet haben, könnten eventuell mittels Speichelproben auf Pasteurellen untersucht werden.

Fazit Die Schnüffelkrankheit schien in den letzten Jahren fast ganz ausgerot-

tet zu sein in der Schweiz. Der aktuelle Fall zeigt, dass weiterhin mit dieser Krankheit gerechnet werden muss. Alle Schweinehalter sind dazu aufgerufen, die Augen offen zu halten und sich bei verdächtigen Symptomen sofort beim Bestandestierarzt oder beim SGD zu melden. Dies gilt nicht nur für Nasenbluten, sondern für alle ungewöhnlichen Beobachtungen im Schweinestall. Die Schweizer Schweine haben einen einzigartig hohen Gesundheitsstatus. Dies soll auch so bleiben, weshalb der SGD zusammen mit dem betroffenen Vermarkter und den betroffenen Betrieben alles Notwendige unternehmen wird, um die Weiterverbreitung dieser Krankheit zu verhindern. 䡵

Autorin Dr. med. vet. Judith Peter-Egli, stellvertretende Leiterin Schweinegesundheitsdienst (SGD), 6204 Sempach. www.suisag.ch

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Kalziummobilisation entscheidet NACH DEM ABKALBEN muss die Kuh mit ausreichend Kalzium versorgt werden, um Milchfieber zu verhindern. Aber auch die Kalziummobilisation aus den Knochen muss gewährleistet sein, damit der Bedarf gedeckt ist.

Hansueli Rüegsegger

Markus Widmer mit Fulda, 12-jährig, Lebensleistung knapp 80 000, 4.33 % Fett, 3.53 % Eiweiss.

98 % des Kalziums (Ca) ist in den Knochen gespeichert. Für den physiologisch richtigen Ablauf des Stoffwechselgeschehens hat dieser Mineralstoff eine lebenswichtige Bedeutung. Ohne Kalzium gibt es keine Muskelkonzentration und Blutgerinnung.

Kalziumtraining Da sich nur ein geringer Teil des Kalziums im Blut befindet, muss die Kuh Kalzium aus den Knochen mobilisieren. Wird das Tier beziehungsweise der Stoffwechsel auf die Kalziummobilisation vorbereitet, kann die Gefahr von Milchfieber verringert werden. Der Ablauf des Kalziumtrainings sollte jedem Betriebsleiter be-

kannt sein. Zwei Wochen vor der Abkalbung ist die Kalziumzufuhr so stark wie möglich zu reduzieren, damit der Körper bereits vor der Abkalbung mit der Auslagerung aus den Knochen beginnt.

Kalzium im Grundfutter Reine Dürrfutter-Rationen enthalten in der Regel relativ viel Kalzium. Je intensiver das Grünland genutzt wird, desto tiefer ist der Kalziumgehalt. Bei Silagerationen mit einem hohen Maisanteil sieht es anders aus. Mais und die entsprechenden Konserven verfügen über sehr wenig Kalzium. Deshalb muss vor allem in der Startphase gezielt Kalzium zugefüttert werden.

Genug in der Ration? Nur wer die Kalziumgehalte im Grundfutter kennt, weiss, welcher Mineralstoff zu wählen und wie viel davon zu verabreichen ist. Die Gesamtration sollte mindestens 6 – 6.5 g Ca/kg Trockensubstanz (TS) aufweisen. Bei Rationen mit hohem Maissilageanteil ist ein kalziumreicher Mineralstoff zu wählen. Nicht selten muss bei solchen Rationen 200 g Mineralstoff je Kuh und Tag eingesetzt werden. Zuviel Kalzium in Startphase? Zu hohe Kalziumgehalte setzen die Aufnahme von Mangan, Zink und Selen aus dem Darm herab. Eine extreme Kalziumüberversorgung bewirkt eine reduzierte Phosphorverwertung. Kalziumgehalte von über 8 g/kg TS gelten als zu hoch. Solche Werte sind aber nur bei reinen Dürrfutter-Rationen und bloss regional ein Problem.

Fazit Kalzium ist ein entscheidendes Mengenelement für den Stoffwechsel. 88

Mehr Sicherheit mit organischem Selen «Minex schmeckt unseren Kühen; sie schlecken die Krippe leer bis zum letzten Krümel», beobachtet Markus Widmer. Zusammen mit Sohn Simon bewirtschaftet er in Mühlrüti (SG) einen 34 ha grossen Landwirtschaftsbetrieb, auf dem Milchwirtschaft, Vertragsaufzucht und etwas Kälbermast betrieben wird. Die Brown Swiss Herde umfasst rund 25 Milchkühe, welche im Durchschnitt 7100 kg Milch mit 4.25 % Fett und 3.53 % Eiweiss produzieren. Die Milch wird zu Tilsiter verarbeitet. Die Fütterung ist daher silofrei und setzt sich im Sommer aus Weide, Eingrasen, Maiswürfel und etwas Heu vor dem Weidegang zusammen. Im Winter erhalten die Kühe nebst Heu und Emd Zuckerrübenschnitzel-Würfel, Maiskolbenschrot und wenig Luzerne. Ergänzt wird während dem ganzen Jahr mit dem Starterfutter UFA 163 und je nach Grundfutterqualität mit einem UFA-Eiweisskonzentrat. Besonders zufrieden ist der Betriebsleiter mit der Fruchtbarkeit, den Zellzahlen und der Nutzungsdauer seiner Herde. «Die Mineralstoffversorgung hat einen grossen Einfluss darauf», betont er. Kennzahlen wie der Besamungsindex (1.5) oder durchschnittliche Zellzahlen (80 000) bestätigen dies. Zudem befinden sich mehrere Kühe mit Lebensleistungen um 80 000 kg Milch im Bestand. Der Betrieb liegt in der Bergzone 1 und 2 in einem selenarmen Gebiet. Daher wird die hohe Selenkonzentration von 40 mg/kg mit einem organisch gebundenen Anteil von 75 % in Minex 972 sehr geschätzt. Adrian Fankhauser

MINEX

Jahre ans

Je höher die Milchleistung, desto höher ist auch der Bedarf an diesem Mineralstoff je g/kg TS. Deshalb muss die Zugabe auf die Grundfutter und die Milchleistung abgestimmt sein. 䡵

Autor Hansueli Rüegsegger, Ressortleiter Milchvieh, UFA AG, 3360 Herzogenbuchsee. www.ufa.ch

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Fortsetzung Seite 103 89


NUTZTIERE

Wie nötig ist die Zufütterung? FOHLEN wachsen in den ersten Lebensmonaten wie der Blitz. Nach rund einem Monat öffnet sich zwischen dem Energiebedarf und dem Energieangebot aus der Stutenmilch eine Schere. Auch Mineral- und Wirkstoffe müssen ergänzt werden, da Stutenmilch und Wiesenfutter den Bedarf nicht decken.

Markus Boll

Genetik, Haltung und Fütterung beeinflussen die spätere Leistungsfähigkeit und die Lebensdauer eines Fohlens entscheidend. Fehler in der Aufzucht sind oft nicht mehr korrigierbar. So kann beispielsweise eine unzureichende Nährstoffversorgung in den ersten Lebensmonaten zu Gelenkmäusen (OCD) führen, wobei diese Störung auch bei einer zu offensiven Fütterung (zu viel des Guten) auftreten kann. Warmblutfohlen nehmen in den ersten sechs Lebensmonaten täglich 1 kg zu. In den 60 ersten Lebenstagen verdoppeln sie ihr Geburtsgewicht.

Im Notfall Milchersatz Zu Beginn kann das Fohlen den Nährstoffbedarf fast vollständig über die Stutenmilch decken. Um von den Abwehrstoffen in der Kolostralmilch zu profitieren, soll das Fohlen gleich nach

der Geburt trinken. Tut es dies nicht selber, kann es mit der Flasche getränkt werden. Sollte von der Stute einmal keine oder zu wenig Milch anfallen, kann beim Tierarzt oder beim UFA-Beratungsdienst die UFA-Fohlenmilch «Equilac» bezogen werden.

Milchmenge nimmt auch die Milchqualität ab. Das frühe Anlernen an die Aufnahme von Festfutter wirkt sich positiv auf die Entwicklung nach dem Absetzen aus. Neben der Futteraufnahme entscheidet auch der Entwicklungsstand über den Absetzzeitpunkt.

Ab dem zweiten Lebensmonat

Wasser gegen Koliken Zur Vor-

muss die Stutenmilch ergänzt werden (z. B. mit Hypona 783), weil der Energiebedarf des Fohlens zunimmt (Grafik 1). Damit Muskeln, Sehnen und Bänder wachsen können, benötigt das Fohlen eiweissreiche, hochverdauliche Futter. Eiweisse aus Milchprodukten sind besser verdaulich als pflanzliche Eiweisse.

bereitung auf das Absetzen wird ungefähr eine Woche vor dem Termin das Futter der Stute reduziert, um die Milchproduktion zu senken. Das Wasserangebot bleibt unverändert. Denn eine ausreichende Wasseraufnahme beugt Koliken vor. Durch das stundenweise Trennen von der Stute lernt das Fohlen alleine zu sein. Nach dem Absetzen erfolgt die Fütterung mit Heu bester Qualität, Weidegras und Ergänzungsfutter (z. B. Hypona 783). Wegen des Toxinrisikos

Heikle Absetzphase Stuten geben normalerweise im dritten Laktationsmonat am meisten Milch. Danach geht die Milchproduktion zurück. Mit der

Auf Bewegung wird auf dem Pferdehof Saxerriet hoher Wert gelegt.

Fohlenaufzucht auf dem Pferdehof Saxerriet Die professionelle Aufzucht von Fohlen hat auf dem Pferdehof Saxerriet eine lange Tradition. Jeden Herbst kommen 20 bis 30 halbjährige Fohlen zur Aufzucht auf den Betrieb. Wert gelegt wird auf eine adäquate Fütterung mit sauberem, staubfreiem Raufutter, das mit mineralstoff- und vitaminreichem Kraftfutter, je nach Alter und Bedarf, ergänzt wird. Nur bei einer vollständigen, dem Wachstum und den jeweiligen Verhältnissen angepassten Nährstoffversorgung, können die Fohlen ihre genetischen Veranlagungen entwickeln. Die planmässige Entwurmung, die regelmässige Hufpflege, sowie die ständige Beobachtung sind selbstverständlich ebenfalls wichtige Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung. Ebenso notwendig ist der tägliche Auslauf, bei jeder Witterung und Jahreszeit, auf möglichst grosszügigen Weiden. Die Fohlen müssen sich ungehindert bewegen und alle Grundgangarten ausgiebig trainieren können. Dabei holen sie sich die Grundlagen für die spätere Leistungsbereitschaft. Die zweckmässigen Laufställe sorgen für eine frische Atemluft und ermöglichen eine verletzungsfreie Aufzucht. 90

12 2011 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

Das Aufzuchtfutter sollte den Fohlen in einer stutensicheren Krippe verabreicht werden. Unten Thomas Weder, Betriebsleiter des Pferdehofs Saxerriet.

wird von der Verfütterung von Silage im ersten Lebensjahr abgeraten.

Bewegung beugt Knorpelschäden vor Die hohe Gewichtszunahme im ersten Lebensjahr bewirkt eine verstärkte Belastung der Gliedmassen. Deshalb ist von Geburt an eine ausreichen-

Im zweiten Lebensjahr verlangsamt sich das Wachstum und der Proteinbedarf sinkt. Sobald es die Witterung zulässt, sollten die Jährlinge auf die Weide kommen. Es ist jedoch darauf zu achten, dass der Übergang von der Stallzur Weidehaltung langsam geschieht, da sonst Stoffwechselstörungen und Wachstumseinbrüche vorprogrammiert sind. Bei Jährlingen wird der Heu- und Ergänzungsfutteranteil entsprechend der aufgenommenen Menge Weidegras reduziert. Während der Hauptwachstumsphase des Weidefutters können die Jährlinge ihren Bedarf komplett über das Weiden decken. Nach der Aufstallung im Herbst besteht die Ration hauptsächlich aus Heu und einer Kraftfutterergänzung. Im Gegensatz zum Absetzfohlen lassen sich bei älteren Tieren nun auch qualitativ gute Silagen und Heulage einsetzen. Um einer Verfettung vorzubeugen, wird aber ein zurückhaltender Einsatz von energiereicher Maissilage empfohlen.

70 MJ verdauliche Energie

de Bewegung für das Fohlen sehr wichtig. Das Herumtoben auf der Weide oder im befestigten (rutschsicheren) Auslauf, idealerweise zusammen mit gleichaltrigen Fohlen, fördert die Entwicklung von Skelett, Sehnen und Muskeln und beugt Knorpelschäden vor.

Grafik 1: Empfohlende tägliche Energieaufnahme

60

Quelle: Meyer, 2002 Saugfohlen (mittelgrosse Rassen) Ergänzungsfutter

50 40 30

Stutenmilch

20 10 0

1

2

3 4 Lebensmonate

100

6

80

Quelle: Dr. E. Stephan, 2008

Zink Kupfer Eisen

60 40 20 0 1. Monat

2. Monat

3. Monat

Zweijährige Pferde können ihren Bedarf grösstenteils auf der Weide decken. Allenfalls ist im Frühjahr die Ergänzung mit einem strukturreichen, eiweissarmen Futter (Stroh, Ökoheu) und im Sommer oder bei Futterknappheit mit einem energiereichen Futter notwendig (z. B. Hypona 783 oder Hypona 788 / 888). Sobald die Jungpferde in die Ausbildung kommen, wird die Ration derjenigen eines Reit- und Fahrpferdes angeglichen.

Mineral- und Wirkstoffversorgung Ob Mineral- und Wirkstoffe bei Fohlen zugefüttert werden müssen, ist umstritten. Es gibt Untersuchungen, wonach Stutenmilch die Spurenelementeversorgung schon im ersten Lebensmonat nicht sicherstellen kann (Grafik 2). Die Gehalte der Milch lassen sich durch Zufütterung der Stute nur wenig beeinflussen. Eine entscheidende Rolle spielt die Weidequalität und Häufigkeit des Weidegangs. Wegen des schwankenden Mineralstoff- und Spurenelementgehaltes im Gras ist man mit der Zufütterung von Mineralsalz (z. B. Hypona 895) auf der sicheren Seite. 䡵 UFA-REVUE · 12 2011

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Grafik 2: Relativer Versorgungsstatus via Stutenmilch

Bedarfsdeckung in %

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KURZMELDUNGEN LANDLEBEN

Landleben aus der Sicht des Agrarberichts Das Gesamteinkommen der Bauernfamilien setzt sich zusammen aus landwirtschaftlichen und ausserland-

Leserecho aus Schänis Ganz herzlichen Dank für die tolle Bistro-Edelweiss-Schürze, die mich erst noch zu meinem 65. Geburtstag überraschte! Ich finde Ihre Wettbe-

Karins Kräutertipps Currynüsse – ein ideales Mitbringsel! 200 g Haselnüsse im Ofen bei 150 Grad Celsius 10 bis 15 Minuten leicht rösten. Damit die Nüsse gleichmässig braun werden, das Backblech ab und zu schütteln. In eine Schüssel leeren. 2 EL Sojasauce dazugeben, mischen und die befeuchteten Nüsse mit Currypulver bepudern. Die Nüsse wieder auf dem Blech verteilen und im Ofen bei 80 Grad Celsius ca. 10 Minuten trocknen lassen. Im geöffneten Ofen auskühlen lassen. Darauf achten, dass die Nüsse nicht zusammenkleben. Currynüsse sind ein ideales Mitbringsel. Karin Näf www.kraeuterkurse.ch

wirtschaftlichen Einkommen, letzteres macht ca. einen Drittel aus. Die Eigenkapitalbildung (Ersparnisse für zukünftige Investitionen) liegen zwischen 12 und 18% des Gesamteinkommens. Knapp 30 % der Bäuerinnen und Bauern wohnen in Haushalten mit fünf und mehr Personen. Das ist ein markanter Unterschied zur übrigen Bevölkerung, bei welcher der Anteil bei 10 % liegt. Bloss 6 % der bäuerlichen Bevölkerung lebt in einem Ein-Personen-Haushalt, bei der übrigen Bevölkerung beträgt der Singleanteil 15 %. Über 20 % der befragten Bäuerinnen geben die obligatorische Grundschule als höchste abgeschlossene Ausbildung an. Die befragten Männer haben höhere Ausbildungsab-

werbe und vor allem die UFA-Revue spannend und lehrreich, bringt sie doch immer wieder eine willkommene Abwechslung in meinen erfüllten Bäuerinnenalltag. Die interessanten Beiträge sind für mich und meine Familie eine gute Weiterbildung ohne ein teures Abo! Verena Rüdisüli Giger, Eichen, Schänis

Nicht verpassen Jeweils am Freitag Abend kochen Bäuerinnen auf SF DRS. Allenfalls darf man dann auf die Westschweizer Sendekette zappen, denn dort läuft seit Ende Oktober die Serie «Dîner à la ferme», wo sieben Westschweizer Bäuerinnen und Bauern wundervolle regionale Spezialitäten auftischen.

Adventstagebuch Mitte November verstarb Jabba, der vierbeinige Weggefährte des Moderators Nik Hartmann. Kurz vorher war noch das Adventstagebuch «Nik und Jabba» erschienen, welches in 24 Kapiteln wunderschön

schlüsse als die Frauen. Berufliche Weiterbildungskurse besuchten zwischen 10 und 15 % der Bauern, während bloss 3 % der befragten Bäuerinnen einen Kurs besuchten. Hier hätten die Frauen noch Nachholbedarf. Bauernfamilien machen im Durchschnitt rund acht Tage Ferien pro Jahr, wobei die durchschnittliche Anzahl Ferientage zwischen 2001 und 2010 von sechs auf acht Tage gestiegen ist. Die Gewerbetreibenden kommen auf 20 Tage Ferien, die übrigen Selbstständigen auf 22 und die Arbeitnehmer auf 23 Tage Ferien pro Jahr.

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Wildnis Schweiz Aus den Buchbestellungen (UFARevue 11/2011) verloste die Redaktion fünf DVD «Wildnis Schweiz» im Wert von je 33 Fr. Die glücklichen Gewinner sind Christian Keller aus Uessikon-Maur, Vrony De Quervain-Stamm aus Neunkirch, Peter Kummer aus Künten, Renate Wettstein aus Rüti und Rosa Bracher aus Alchenstorf. Erschienen ist die filmische Dokumentation «Wildnis Schweiz» bei der Praesens-Film AG, Zürich.

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LANDLEBEN

Weihnachtliche Verlockungen DAS KULINARISCHE ERBE DER SCHWEIZ Während der stimmungsvollen Festtage zwischen Advent und Neujahr ist unser Gabentisch mit traditionellen Gebäcken besonders reich gedeckt, die fast alle mit einem Eintrag ins lebendige, kulinarische Inventar der Schweiz geadelt wurden.

Gabriela Renggli

Den Tirggel «im Mund herumtrölen, wie der Brautwerber die Schwiegermutter umgarnt».

Festtagsspeisen gehören zum regionalen Brauchtum. Und oft zum kulinarischen Erbe unseres Landes, weil sie seit mindestens zwei Generationen – nicht selten sogar seit Jahrhunderten – in ihrer traditionellen Rezeptur mit der Schweiz oder einer ihrer Regionen eng verbunden sind. Neben bekannten «Rennern» wie Zimtsternen, Basler Leckerli, Brunsli, Luzerner oder Berner Lebkuchen und dem Appenzeller Biber, wartet Zürich mit dem lichtdurchlässigen, bildgeprägten Tirggel, die Innerschweiz wie auch das Urnerland, der Aargau und das Baselbiet mit duftenden Anisgebäcken auf. Allen voran der «Uristier», deren «Gesichter» von Model-Motiven geprägt sind. Hier vereinen sich mit Bäckerei und Modelschnitzerei gleich mehrere alte Handwerke. Die ursprünglich einfachen, meist bäuerlichen Zutaten dieser Festtagsgebäcke – wie Mehl, Butter, Milch, Honig

Kulinarisches Erbe der Schweiz Der Verein kulinarisches Erbe der Schweiz erfasst traditionelle Nahrungsmittel unseres Landes, deren Herstellung, Eigenschaften und Geschichte. Rund 400 Produkte sind im Inventar aufgenommen und bieten auch ein Potenzial für den Aufbau geschützter AOC- oder IGP-Erzeugnisse. Mitgliedern des Vereins sind Slow Food Schweiz, Agridea, Kolas (die Vertretung der Kantone), ein Expertengremium der IPPACS (Fachpersonen) sowie Fromarte und zukünftig der Fleischfachverband. Die cuisine française, Frankreichs kulinarische Traditionen, sind zum Welterbe der Unesco erklärt worden. Auch die typisch schweizerischen Produkte verdienen dieses Label, deshalb setzt sich der Verein Kulinarisches Erbe der Schweiz dafür ein, dass sein Inventar in die Liste der lebendigen Traditionen der Unesco aufgenommen wird. www.kulinarischeserbe.ch 94

und Eier – wurden in klösterlichen Backstuben durch den Handel der Ordensleute mit orientalischen Gewürzen verfeinert. Sie erhielten so ihre wunderbar exotischen Noten – von Zimt, Anis, Nelken, Cardamom, Koriander, Piment, Ingwer und Muskat. Die Schweizer, als exzellente Obstbrenner, verwendeten zudem bei vielen ihrer Lebkuchenarten vom Biber bis zum Basler Leckerli edlen Kirsch als Backtriebmittel. Sie können stolz auf ihre umfangreiche Tradition der «Gebildbrote» und eine reiche Lebkuchenkultur sein – meinte schon der Schweizer Gebäckforscher Max Währen.

Aus Marmelade vielleicht? Das Kulinarische Erbe lebt – man spricht darüber! Es bringt Menschen zum Ausprobieren, zum Suchen und Finden, Geniessen. Es beantwortet Fragen wie: Was sind Geduldszeltchen? Was steckt in der Waadtländer Boutefas – wie schwer wird diese Wurst? Wann werden Frauenfelder Salzissen gegessen und wie viele Kühe melkt man für einen Schabziger? Wo finde ich Pane dei morti? Wie kocht man Ribelmais? Den Verein Kulinarisches Erbe der Schweiz erreichen pro Jahr rund 300 Anfragen, aus dem In- und Ausland. Die Antwortsuche ist spannend wie amüsant. Auswanderer in den USA: «Wo finde ich das Rezept zum TannenspitzenLatwerge aus meiner Kindheit?» oder die Touristin (von einer Berliner Filmproduktionsfirma): «Ich bin zurzeit verzweifelt auf der Suche nach einem kleinen Kuchen. Ich habe ihn in Graubünden, in der Gegend um Maloja gekauft. Es gibt ihn flach und handgross. Die Farbe ist braun und innen drin ist ei-

ne Art Füllung, Marmelade vielleicht oder auch Marzipan. Mir fällt nur leider gar nicht mehr der Name ein. Ich wäre Ihnen so dankbar, wenn Sie mir helfen könnten!» Dem Berliner Filmemacherteam konnte geholfen werden. Mit dem kleinen braunen Lebkuchen war der Appenzeller oder St. Galler Biber gemeint. Ursprünglich ein weihnächtliches Festtagsgebäck, gehört der Biber heute ganzjährig zum Alltag – als Kaffee-, Wander-, Jahrmarkts-Gebäck, Dessert oder als Snack zwischendurch. Man bekommt ihn in Restaurants, im Flugzeug, auf Bahnreisen oder in Berghütten. Die Bezeichnung Biber geht offenbar auf das mittelalterliche Wort «Piper» für Pfeffer als Sammelbegriff für orientalische Gewürze zurück – wie der Produktesteckbrief aus dem Kulinarischen Erbe enthüllt.

Dorthin möchte ich Zu wissen, wie eine Region, wie ein Land riecht oder «schmeckt» gehört zu den Sinneseindrücken auf Zunge und Gaumen, die ins Herz gehen: Dort möchte ich nochmals hin. Schokolade, Käse, Ricola, Ovomaltine – so schmeckt die Schweiz! Roggenbrot, Abricotine, Trockenfleisch – so schmeckt das Wallis! Beinschinken, Cuchaule, Moutarde de Bénichon – Erninnerungen an das Erntedankfest der Bénichon in Fribourg … die Liste liesse sich weit verlängern. Traditionelle Produkte sind Botschafter der Menschen und Orte, die sie hervorbringen. Berührende Details Oft steckt der Clou bei einem Produkt neben der Herstellung in Details, die teils unbekannt, 12 2011 · UFA-REVUE


LANDLEBEN

berührend oder witzig sind. Der vielhundertjährige Zürcher Honigtirggel erschliesst sich nicht nur als dünnes, mit Bildern geschmücktes Honiggebäck, durch das zauberhaft das Licht scheint. Nein, der Tirggel war mehr – Neujahrsgeschenk der Zünfte, Liebesgabe mit Vers für die Angebetete, Stadtansicht für Auslandsschweizer in der Ferne und auch ein essbares Kinderbüchlein. Den schrägen Negativschnitt der Holzmodels, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden, lernten die Bäcker wohl von Goldschmieden oder Siegelstechern. Doch wehe, der Tirggel wurde von Unkundigen verzehrt! «Diese Brettlein können wir nicht essen», meinten St. Galler Kinder zum Geschenk eines Zürcher Konditors. Wie man den Tirggel richtig isst, verriet der Zürcher Schriftsteller Edwin Arnet vor 70 Jahren: «Der Feinschmecker bricht ein Stück ab, das nicht zu gross, nicht zu klein ist; das trölt er im Munde, und seine Zunge geht mit dem TirggelUFA-REVUE · 12 2011

splitter um, wie ein Brautwerber mit der Schwiegermutter … bis köstlicher Honig hervorschmeckt.» Was uns gleich an die Willisauer Ringli gemahnt – und an ihr Suchtpotenzial. Auch die Basler oder Urner Anisgebäcke, duften wundervoll. Die einfachen Zutaten (Weissmehl statt Mandeln, Staubzucker, Eier und Honig) brachten das «Bauernmarzipan» hervor, weil «richtiges» zu teuer war. Die Buchsbaum-Models sind ebenfalls alt, die Bilder im vorgetrockneten Gebäck zeichnen messerscharf. Auf den «Uristier» prägen die Meister in Altdorf ihr Wappentier auf. Eine Einmaligkeit in Europa ist der Tittiring (Titti = Püppchen), ein Rundgebäck auf dem 10 winzige Wickelkinder ein uraltes Fruchtbarkeitsund Urner Landsgemeindesymbol bilden. Viele spannende Hintergrundgeschichten der lebendigen «Erbstücke» warten noch auf ihren Einsatz, lassen sie sich doch beim Bewirten von Gästen, dem Gestalten von Degustationen oder

im (Agro)Tourismus aus dem Hut des helvetischen Inventars zaubern.

Über die Festtage Wer wissen möchte, was die Fribourger in ihre Bûche de Noël, einen astförmigen Weihnachtskuchen hineingeben, schaut auf www.kulinarischeserbe.ch nach. Zum Neujahr lässt man im Engadin aus der zerbrochenen «Fuatscha grassa», einem köstlichen Butter-Mürbteigfladen, das Glück voraussagen – je grösser die Stücke, um so besser. Selbst der landesweit beliebte Dreikönigskuchen schaffte 2009 die Aufnahme ins Kulinarische Erbe! Der Brauch, am 6. Januar, dem Tag der Epiphanie, gemeinsam einen Hefekuchen zu essen und die eingebackene kleine Königsfigur zu finden, ist in der ganzen Schweiz populär. Und wer für seine Familie einen Zopf auf den Tisch stellt, denkt vielleicht nicht daran, dass er im Bernbiet früher ein Luxusgebäck war und nur an Weihnachten auf den Tisch kam. 䡵

Bricelets, Biber, Lebkuchen, Uristier & Co sind köstliche kulinarische «Erbstücke» für die Festtage. Bild: Michael Knipfer, Agridea

Autorin Gabriela Renggli leitet die Geschäftsstelle «Kulinarisches Erbe der Schweiz», Agridea, Eschikon 28, 8315 Lindau, kontakt @kulinarischeserbe.ch Westschweiz: Carine Cornaz, Agridea, Av. d. Jordils 1, 1000 Lausanne 6, 寿 021 619 44 30

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Weiss ist wunderbar! ADVENTSSCHMUCK ganz in Weiss bringt märchenhaften Winterzauber ins Haus. Pflanzen mit weissen Blüten erinnern an tanzende Schneeflocken und glitzernde Eiskristalle. Flackerndes Kerzenlicht modelliert ihre Konturen und sorgt für ein faszinierendes Spiel zwischen hell und dunkel.

Weiss wie Schnee: Christrosen bringen den Advent auch in den Garten. Bild: Gretje Fischer/pixelio.de

Edith Beckmann

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Wie Schneehäubchen höckeln die weissen Blüten von Azaleen auf den Zweigen mit den sattgrünen Blättern. Damit wirken sie herrlich erfrischend, luftig und leicht. Einen kühlen Platz und reichlich Giesswasser belohnen sie mit wochenlangem Blütenzauber. Untermalen kann man ihre anmutige Ausstrahlung mit weissem, silbrigem oder grünem Adventsschmuck. Oder auch mit anderen Winterschönheiten wie Zyklamen, Usambaraveilchen (St. Pauli) und Begonien mit weissen Blüten.

Blüten

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wie

Grüne Tipps für den Nutz- und Ziergarten • Gartengeräte reinigen und gegen Rost einölen; Rasenmäher warten und Messer schleifen (lassen). • Für die Vermehrung und Veredelung Steckhölzer und Edelreiser schneiden und in feuchtem Sand an einem frostfreien Platz einschlagen. • Zweige von Blütensträuchern und Obstbäumen über Nacht in einen Trog mit handwarmem Wasser legen. Dann schräg anschneiden und in einer Vase im Zimmer zum Blühen bringen. Damit sich die Knospen öffnen, die Zweige täglich mit Wasser besprühen. • Amaryllisknollen so eintopfen, dass ein Drittel aus der Erde ragt und durchdringend giessen. Dann erst wieder wässern, wenn der Blütenschaft deutlich sichtbar ist, andernfalls bleibt er gerne stecken. • Zum Treiben geeignete Hyazinthen auf Gläser setzen und nur so viel Wasser ein- oder nachfüllen, dass es die Zwiebel nicht berührt.

Sternschnuppen

Schneeweissen Wintercharme verbreiten auch Weihnachtssterne. Sie machen ihren knallroten Schwestern mit hübsch geaderten, elfenbeinfarbenen Hochblättern ernsthafte Konkurrenz. Als Miniaturen setzen sie einer festlich gedeckten Tafel die Krone auf: Die Töpfchen mit Alufolie umwickeln und auf ausrangierte CDs als Untersätzchen stellen! Als Schnittblume startet der gute alte Weihnachtsstern eine zweite Karriere. Rund drei Wochen Haltbarkeit ist die Norm, wenn die Stängel versiegelt werden. Dazu hält man das Stielende über eine Kerzenflamme. Die Hitze verschliesst die Poren.

1 · Blüten wie Schneehäubchen: Weisse Azaleen verbreiten märchenhafte Stimmung. Bild: Azerca 2 · Rustikaler Rahmen: Holz und Föhrenzapfen setzen den Weihnachtsstern in Szene. Bild: Stars for Europe 3 · Hübsch präsentiert: Weisse Weihnachtssterne erinnern an Eisblumen. Bild: Stars for Europe

4 · Festlicher Blütenschmuck: «Joshua»Christrosen eignen sich prima für die Zimmerkultur. Bild: Kiepenkerl 5 · Dreigestirn: Als Schnittblume in Steckmasse wird der Weihnachtsstern zum Star. Bild: Stars for Europe

Rosen im Advent Was liegt also näher, als die preisgünstigen Zimmerpflanzen als Schnittblumen neu zu inszenieren? In Schalen mit Steckmasse sind sie eleganter Mittelpunkt zu dezentem Beiwerk wie Beerenzweigen und Hagebutten, Schnittgrün und Festtagsschmuck. Tipp: Sichtbare Steckmasse mit Moos oder Engelshaar kaschieren. Ein wahres Winterwunder sind Christrosen. Pünktlich im Advent öffnen sie ihre porzellanzarten Blüten. Als Topfpflanze lieben sie einen kühlen Platz. In der Vase möchten sie tief im Wasser stehen. Für längere Haltbarkeit das Stielende gut einen Zentimeter lang aufschlitzen. 䡵

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Autorin Edith Beckmann, Freie Journalistin aus Frauenfeld (TG), leidenschaftliche Gärtnerin mit Wurzeln in der Landwirtschaft.

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Feines zum Fest ADVENTSSTIMMUNG ist bei Sylvia Meier mit einem Hauch von Vanille- und Honigduft verbunden, der ihren Guetzli-Blechdosen entströmt. Vor allem ihre Kinder wünschen, dass sie das Bretzeleisen anheizt und ein ganzer Honiglebkuchen den Backofen füllt. Rezepte, die ihr Mutter und Grossmutter aus dem Berner Oberland mitgaben. Hüppen 1 kg Mehl 4 Eier 800 g Zucker 2 Päckli Vanillezucker 2 EL Kirsch 2 EL Zitronensaft 4 Tassen Wasser 3 Tassen Milch 1 Tasse Rahm 250 g Butter (zerlassen) Das Mehl in eine grosse Schüssel geben. In einer anderen die Eier und den Zucker schaumig rühren. Dazu Vanillezucker, Kirsch und Zitronensaft hinzufügen und die Eier-Zuckermasse zum Mehl geben, gut vermischen. Danach die Flüssigkeiten (Wasser, Milch, Rahm, zerlassene Butter) beigeben und alle Zutaten gut verrühren. Den flüssigen Teig 3 Stunden kühl stellen, ruhen lassen. Bretzeleisen einfetten und gut vorhei-

Wetten diese Hüppen sind ganz schnell aufgegessen? Sylvia Meier verwendet ein Bretzeleisen, dass schon während dreier Generationen in der Familie ist.

zen. Eine kleine Kelle mit flüssigem Teig in die Mitte des Eisens geben. Die gebackenen Hüppen sofort, noch heiss, mit der Hand auf einem Brett aufrollen. Eventuell ein halbes Schoggistängeli (längshalbiert) mit einrollen. Die Hüppen bleiben, trocken aufbewahrt, in Dosen gut haltbar und knusprig.

Berner HonigLebkuchen-Fladen 600 g Mehl 350 g Zucker 3 EL Zimt 2 EL Anis oder Lebkuchengewürz 2 EL Schoggipulver 1 Prise Nelkenpulver 6 dl Milch 150 g flüssiger Honig 2 KL Triebsalz (in der Milch auflösen) Die trockenen Zutaten mischen. Honig und Milch beigeben. Die Masse auf einem Rechteck-Blech verteilen und 30 Minuten bei 200 Grad Celsius backen. Der fertige Lebkuchenfladen wird in 10x10cm grosse Stücke geschnitten und serviert. 䡵

Zürcher, Berner oder Thurgauer Hüppen sind – genau wie Emmentaler Bretzeli oder Westschweizer Bricelets Verwandte der mittelalterlichen Hostien, die in Klöstern gebacken wurden. www.kulinarischeserbe.ch

Sylvia Meier (42) zog als frisch ausgebildete Krankenschwester von Frutigen im Berner Oberland zu ihrem Mann Peter nach Maur (ZH). Hier, auf dem Buchenhof, einem 72 ha ÖLN-Betrieb mit 80 Milchkühen, sind auch die 4 Kinder (Tabea 10, Tobias 13, Benjamin 15 und Rebekka 16) daheim. Die Bäuerin managt einen umfangreichen Haushalt mit Garten und Selbstversorgung. Ein Ausgleich für sie ist das 30% Pensum als Pflegefachfrau im Spital Uster (ZH). Die Meiers gehörten mit zu den ersten Anbietern von «Schule auf dem Bauernhof». Auch die Schwägerin, mit deren Familie die Meiers eine Betriebsgemeinschaft haben, macht mit. Gabriela Renggli

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ICH BIN GERNE BAUER LANDLEBEN

Es lohnt sich! Im August 2011 bekam Stefan Moser sein Diplom als Meisterlandwirt überreicht. Heute wirkt er befreit, der Druck ist weg und er ist stolz auf seinen Abschluss. «Mein Ausbildungsweg war doch sehr lange», erklärt der 28-Jährige. Sein Vater arbeitet als Landwirt und Pflanzenschutzverantwortlicher auf dem Gutsbetrieb der Strafanstalt Witzwil. In der Familie hat es keinen Landwirtschaftsbetrieb, deshalb schlug Stefan einen anderen Berufsweg ein und absolvierte vorerst eine Lehre als Zimmermann. Dann aber, folgte quasi dem Ruf seines Herzens, begann er den landwirtschaftlichen Bildungsweg. «Meine Lehrjahre verbrachte ich auf so genannt normalen gemischtwirtschaftlichen Betrieben mit Mastsauen, Munimast und dem Spezialbetriebszweig Tabakanbau. Das war für mich eine solide Basis, um die Ausbildung zum Meisterlandwirt anzupacken. Im Gemüsebau bin ich ein Quereinsteiger», erklärt er. Seit 2005 arbeitet er auf dem Gemüsebaubetrieb von Ueli Kilchhofer, welcher auf rund 40 ha Freilandgemüse anbaut. Stefan ist dort Stellvertreter des Betriebsleiters. «Wir stehen jeden Morgen auf, haben einen Plan im Kopf, dann aber gibt es unvorhergesehene Bestellungen, und die ganze Planung wird über den Haufen geworfen. Manchmal ist es sehr hektisch. Das ist ein grosser Unterschied zu herkömmlichen Betrieben.» Die Betriebsstudie machte er für den Betrieb eines Arbeitgebers. «Ich habe Glück im Unglück gehabt», erklärt

Stefan Moser (28), Ins

«Wenn man die Stellenanzeigen studiert, werden heute nur noch Bauern mit einem höheren Abschluss gesucht, Meisterlandwirte oder HF-Abschluss.» Stefan. So hätte er im Februar beim Hockeyspielen das Bein gebrochen und dann Zeit gehabt die mehrere hundert Seiten umfassende Abschlussarbeit zu schreiben. dc

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Weiterbildung für engagierte Bauern

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In 37 Arbeitskreisen im Kanton Bern halten sich bereits über 400 Landwirte an das Weiterbildungsmotto «Von Berufskollegen lernen».

Viele Kantone unterhalten heute ein geographisches Informationssystem und stellen Kartendaten via Internet online zur Verfügung.

Die Bedeutung der Fruchtfolge und der Bodenbearbeitungstechnik der grössten Bio-SuisseBetriebe stehen in diesem Beitrag unter der Lupe.

Für Tränkeautomaten gibt es spezielle Schutzeinrichtungen, welche gegenseitiges Besaugen verhindern und das Antränken erleichtern.

In einer neuen Serie geht es um Traditionelles, Altertümliches, Antikes – kurz um Highlights der schweizerischen Volkskunde. info@ufarevue.ch

Impressum UFA-Revue Die Mitglieder-Fachzeitschrift der fenaco-LANDI Gruppe. Die Ausgaben Nr. 1, 3, 5, 7-8, 9 und 11 erscheinen mit im Abonnement inbegriffener Beilage des LANDI-Contact. Diese Ausgabe erscheint mit der Sonderbeilage «Waldarbeit». ISSN 1420-5106

Herausgeber fenaco Genossenschaft, Erlachstrasse 5, 3001 Bern

UFA-REVUE · 12 2011

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FENDT 200 Vario: vielseitig, kompakt, stufenlos…

FS 20.4.09

…der Alpen-Vario

Über 100000 Vario-Getriebe sind heute bei Landwirten und Lohnunternehmern weltweit im Einsatz. Die Wirtschaftlichkeit, die Effizienz und der Fahrkomfort der FENDT Varios gelten als unerreicht. Jetzt ist auch im Bereich der kompakten Standardtraktoren die Zeit reif: Es ist Zeit zum Umsteigen auf den neuen FENDT 200 Vario. Erleben Sie unschlagbare FENDT VarioTechnologie auch im Leistungsbereich von 70 bis 110 PS und lassen Sie sich von der Stufenlosigkeit und der genial einfachen Bedienung begeistern. Ab jetzt steht FENDT für 100 Prozent Vario.

FENDT 207 Vario

70 PS

51 kW

FENDT 208 Vario

80 PS

59 kW

FENDT 209 Vario

90 PS

67 kW

FENDT 210 Vario

100 PS

73 kW

FENDT 211 Vario

110 PS

81 kW

Maximalleistung nach ECE R24

4147 9249 3315 9470 3664 9606 6130 8193 5324 8214 3365 4624 3615 6016 3360 3324 5502 3232 8722 5054 8934 3179 6403 7302 3148 4415 9562 9548 3860 8308 5630 8587 9445 3647 9494 8834 6170 1713 3555 8476 9303 5064 3052

Aesch, Brunner Landmaschinen Algetshausen, Schedler Landtechnik AG Bätterkinden, Wyss Landtechnik Buchs SG, A. Stricker Landmaschinen Burgistein, Sterchi Landtechnik AG Bütschwil, Franz Bachmann AG Daiwil-Willisau, Hans Kronenberg Eglisau, Landmaschinenstation Eglisau AG Full, Kämpf Heinz Landmaschinen Gächlingen, GVS Agrar Agrowerkstätte Grasswil, LMG Landmaschinen AG Härkingen, Studer & Krähenbühl AG Heimenschwand, Garage Roth Hellbühl, Gustav Amrhyn AG Herzogenbuchsee, Umatec Hindelbank, Käser Agrotechnik AG Hunzenschwil, Odermatt Landmaschinen AG Ins, GVS Agrar Ins AG Kaltbrunn, Steiner Berchtold AG Kirchleerau, Roos Peter AG Knonau, Hausheer & Sidler AG Kriechenwil, Hämmerli AgroTech AG Küssnacht a.R., Sepp Knüsel Landmaschinen Landquart, Kohler Landmaschinen AG Lanzenhäusern, Staudenmann AG Lausen BL, Hugo Furrer AG Märwil, Märla AG Matzingen, Schneider Landmaschinen AG Meiringen, Streich Landmaschinen Mesikon-Illnau, Gujer Landmaschinen AG Muri, Gerber Muri AG Oberaach / Opfershofen, Jakob Hofer AG Rebstein, LV-Maschinencenter Rebstein AG Reutigen, Burger Reutigen AG Schaan, Wohlwend Damian Anstalt Schindellegi, Albert Schuler Schüpfheim, Franz Zihlmann St. Antoni, GABAG Landmaschinen AG Trubschachen, Alfred Wingeier Unterstammheim, Brack Landmaschinen AG Wittenbach, LV-Maschinencenter Wittenbach AG Wittnau, Patrik Jehle GmbH Zollikofen, Landtechnik

GVS-Agrar AG, CH-8207 Schaffhausen Tel. 052 631 19 00, Fax 052 631 19 29 info@gvs-agrar.ch, www.gvs-agrar.ch

UFA-Revue 12/2011  
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