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Fachzeitschrift der fenaco-LANDI Gruppe • www.ufarevue.ch • 11 / 2011

Sonderthema «Vorwärtsstrategien in der Tierhaltung»

Beratertreffen im Oberwallis Seite 14

Unfallverhütung im Wald Seite 28

Bodenfruchtbarkeit fördern Seite 40

Schlechte Fresser identifizieren Seite 66


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INHALTSVERZEICHNIS Blindmelken gehört zu den wichtigsten Ursachen für Zitzenverletzungen, die wiederum Euterinfektionen begünstigen. Foto: agrarfoto.com

EDITORIAL

Vorwärtsstrategie ist umgesetzt Serco Landtechnik AG

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Dominique Romanens über die Agrartechnik Neue Stossrichtung im Bereich Energie

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MANAGEMENT

Pächter-Vorkaufsrecht Das Pachtgesetz schützt die Pächter. Auch bei einem Pachtlandverkauf haben sie Rechte, zum Beispiel das Vorkaufsrecht.

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Aktiengesellschaft und GmbH in der Landwirtschaft Bei kapitalintensiven Betriebszweigen zu prüfen

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Kurzmeldungen Vorkaufsrecht des Pächters Beratertreffen im Oberwallis Monatsfrage: Kaufkriterien bei Anbaugeräten Das neue Wirz-Handbuch ist da. Jetzt zugreifen! Bio-Seite

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LANDTECHNIK Unfallverhütung im Wald Holzschlag ja – aber sicher?

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Kurzmeldungen Wettbewerb zum Reform «Metrac G3 X» Sicher und vielseitiger Teleskoplader im Hoftrac-Format Allrounder mit Tiefgang: Ladewagen Lely «Tigo 35 ST» Case «Farmall C»: Ein neuer Bekannter Massey Ferguson «7600»: Starke und saubere Traktoren Produktneuheiten

22 25 26 30 32 34 37

PFLANZENBAU Die Bodenfruchtbarkeit fördern Die organische Substanz ist Voraussetzung für Bodenfruchtbarkeit

Sicher und vielseitig Kompakt, wendig und übersichtlich: So zeigte sich der Teleskoplader Weidemann «T4512 CC35» beim Praxistest.

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Kurzmeldungen Pünktlichkeit zahlt sich aus: Zuckerrübentransport auf der Schiene Düngung mit speziellen Formulierungen vereinfachen Kirschessigfliege: Ein neuer Schädling kommt

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NUTZTIERE

Die Kirschessigfliege Ein neuer Schädling aus Asien befällt Beeren, Trauben, Kirschen, Pfirsiche sowie Aprikosen und breitet sich bei uns aus.

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Melkroboter Wie viele Melkungen sollen es sein?

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Kurzmeldungen Gezielte Wirkstoffversorgung senkt Tierarztkosten Zuchtwert für Eutergesundheit? UFA aktuell: Die Seiten für den Tierhalter Zitzenverletzungen: Meist liegt’s am Gummi Pansenfüllung als Kontrollinstrument Milchproduktion: Optimismus in der Bretagne Daran denken, wenn’s kalt wird Kälberaufzucht: Leistung ist programmierbar Brachyspiren-Situation in der Schweinehaltung Warum braucht es Tiergesundheitsdienste?

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LANDLEBEN

Brachyspiren-Sanierung Durch Einführung eines neuen Status wird versucht, die Dysenterie in den Schweinestallungen zu bremsen.

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Roman Engeler

FENACO AKTUELL

Geschwisterbeziehungen Dauerhaft, stabil und verlässlich

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Kurzmeldungen Geschiedene Bauern melden sich zu Wort Geschwisterbejahungen Lese- und Hörtipps der UFA-Revue Garten: Blüten aus dem Regenwald Landfrauen kochen Martin Iseli ist gerne Bauer

80 82 84 91 92 93 94

SONDERTHEMA Suisse Tier: Vorwärtsstrategien in der Tierhaltung

ab 49

Bald öffnet die Agritechnica in Hannover ihre Tore. Dieser Anlass zieht auch viele Schweizer Landwirte in ihren Bann – ob aus reinem «Gwunder» an der Landtechnik oder aufgrund konkrete Investitionsvorhaben soll nicht näher erläutert werden. Tatsache ist und bleibt: Landtechnik fasziniert – nicht nur – die Bauern. Sowohl historische Maschinen wie hochentwickelte Hightech-Geräte ziehen die Leute gleichermassen in ihren Bann. Gleichzeitig schreitet die Entwicklung unablässig weiter. Aktuell kann man vier generelle Entwicklungstendenzen feststellen: • Wachstum bei den Maschinen: Die Landmaschinen werden noch grösser und noch leistungsstärker, stossen aber langsam an Grenzen, vor allem was das Gewicht (Bodenbelastung) und die Aussenmasse (gesetzliche Vorgaben, Platzverhältnisse) betrifft. • Effizienz und Nachhaltigkeit: Die Landmaschinen werden effizienter, der Treibstoff- oder generell der Energieverbrauch sinkt weiter. Auch der Gesetzgeber will hier den Hebel ansetzen, spricht man doch bereits von einer möglichen Stufe 5 bei den Abgasnormen. • Prozesssteuerung und Automatisierung: Die Entlastung des Fahrers, vor allem bei Routineaufgaben, wird durch zahlreiche Hilfsmittel weiter vorangetrieben. Der Fahrer soll sich vermehrt den wichtigen Sachen widmen und dort sein Wissen gewinnbringend für die Arbeit einbringen. • Präzision: Moderne Landmaschinen führen die Arbeiten noch exakter und zielgerichteter aus, der einzelne Betrieb und die Umwelt können davon profitieren.

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AKTUELL FENACO

Vorwärtsstrategie ist umgesetzt SERCO LANDTECHNIK AG Mit dem Kauf der Service Company AG in Oberbipp hat die fenaco vor zwei Jahren nicht nur eine Vorwärtsstrategie im Sektor der Agrartechnik eingeschlagen, sondern mit der Fusion zur Serco Landtechnik AG auch das Standortproblem in Zollikofen lösen können. Diese Strategie konnte nun erfolgreich fortgesetzt werden.

Werner Berger konnte zusammen mit seinem Team die Vorwärtsstrategie der fenaco im Bereich der Agrartechnik erfolgreich umsetzen.

«fenaco übernimmt Serco»: Diese Schlagzeile überraschte vor zwei Jahren selbst Insider der Schweizer Landtechnik-Branche. Mit dieser Übernahme konnten damals gleich mehrere Baustellen erfolgreich einem Ende zugeführt werden. So gab die fenaco ihrem Departement Agrartechnik/Anlagenbau mit einer klaren Vorwärtsstrategie im Handel mit Landmaschinen eine erfolgsversprechende Richtung vor und konnte gleichzeitig die nicht einfache Standortfrage am Sitz der ehemaligen Landtechnik Zollikofen durch die Fusion mit Serco zur Serco Landtechnik AG sowie mit der Verle-

gung des Geschäftssitzes nach Oberbipp lösen. Zudem konnte die Service Company ihre Nachfolge vorausschauend regeln und so die Kontinuität dieses Unternehmens sicherstellen. Darüber hinaus war Hersteller Claas in der Lage, seine gute Position im Schweizer Markt weiter zu festigen.

Strategische Erfolgsposition Für das Departement Agrartechnik/Anlagenbau hatte dieser Schritt damals eine Fülle von Detailaufgaben zur Folge. Werner Berger, Geschäftsführer der Serco Landtechnik und bei der fenaco für den Bereich Agrartechnik und Anlagen-

bau zuständig, konnte diese jedoch planmässig umsetzen: «Nach aussen hin waren die Veränderungen eher gering, denn Serco und die Landtechnik Zollikofen passten gut zusammen – die Voraussetzungen für ein Zusammengehen waren nahezu ideal.» Die Produktpalette musste denn auch, von wenigen Ausnahmen abgesehen, kaum modifiziert werden. «Die eingeschlagene Vorwärtsstrategie zieht sich eigentlich wie ein roter Faden durch unseren Geschäftsalltag und darf als strategische Erfolgsposition bezeichnet werden», führt Werner Berger weiter aus. Serco Landtechnik ist das Kompetenzzentrum der fenaco in Sachen Agrartechnik. «Unser Auftrag besteht darin, unseren Kunden, den Landwirten und Lohnunternehmern, zusammen mit unseren Partnern (Händlern) gute Landtechnik und Dienstleistungen zu vorteilhaften Konditionen zu vermitteln, aber auch hinsichtlich Schulung und Finanzierung überdurchschnittliche Angebote zu bieten», bringt es Werner Berger auf den Punkt.

Exklusiv-Marke «Claas» «Als Importeur von Claas haben wir eine exklusive Marke in unserem Portfolio, arbeiten mit einem weltweit anerkannten Hersteller zusammen und können dadurch auch unseren Händlern eine gute Perspektive geben», betont Werner Berger. Aber auch mit anderen Produkten, seien es Bodenbearbeitungsgeräte von Vogel & Noot, Düngerstreuer von Agrex, Spezialmaschinen von PloegerOxbo, Agrifac oder Göweil, Transporttechnik und Anbaugeräte von Fliegl, Fütterungstechnik von Trioliet, Hofdüngertechnik von Gilibert und Lo-Ma sowie eigene Entwicklungen, die Silier4

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AKTUELL

NATS ES MO IS D D L I B DU MO PHOTO

FENACO AUF EIN WORT EN UN MOT

Bei der Planung der Kartoffelkampagne 2011 ging man von der Grossernte 2009 und der durchschnittlichen Ernte 2010 aus. Supererträge wie 2009 sind normalerweise selten und treten nur alle 10 Jahre ein. Die Natur hat es aber 2011 erneut mehr als gut gemeint. Heuer wurden auf einer erstmals seit Jahren gestiegenen Kartoffelanbaufläche gegen 80 000 t mehr als im Vorjahr geerntet. Das Marktvolumen dagegen hat sich kaum verändert. Die fenaco und die Steffen-Ris AG haben die vertraglich zugesicherten Mengen übernommen. Die Übermengen, das heisst Kartoffeln von guter Qualität, an die Tiere zu verfüttern, tut im Herzen weh, ist aber nicht zu umgehen. Aktuell wird die Ernte 2012 geplant. Eine Flächenreduktion wird unumgänglich sein.

wagen «Jumbolino» und «Mammut» (diese werden heute jedoch extern in Lizenz hergestellt) verfügt Serco Landtechnik über ein umfangreiches, vollständiges Sortiment. «Da fehlt eigentlich nichts, was der Bauer an Technik für den Acker- und Futterbau auf seinem Betrieb braucht», resümiert Werner Berger.

Vertriebsstruktur Während Serco Landtechnik bei der Grosserntetechnik, zu der Feldhäcksler, Mähdrescher, Quaderballenpressen und selbstfahrende Mäher zählen, mit fünf regionalen Claas-Kompetenzzentren zusammenarbeitet, erfolgt der Vertrieb von Traktoren und der übrigen Landtechnik einerseits über sieben, ebenfalls zum Departement «Agrartechnik und Anlagenbau» der fenaco gehörende UmatecWerkstätten, anderseits über rund 100 private Landtechnikhändler. «Das sind unsere Partner und mit diesen wollen wir gemeinsam im Markt erfolgreich sein», sagt Werner Berger. UFA-REVUE · 11 2011

Bei den Umatec-Werkstätten wird – mit einer Ausnahme – die Exklusivstrategie mit Claas umgesetzt. «Wir streben dies auch bei unseren privaten Händlern an, viele sind bereits exklusive ClaasPartner oder entwickeln sich in diese Richtung, denn sie haben die Vorteile wie Skaleneffekt, geringerer Investitionsbedarf, mehr Know-how, grösserer Kundennutzen erkannt», räumt Werner Berger ein. Dabei weist er aber darauf hin, dass ein Händler seinen Kunden mit Traktoren und Maschinen von Claas eine sehr gute Produktpalette anbieten kann.

Händlernetz Jede Vertriebsorganisation beschäftigt sich zwangsläufig mit der Frage: «Wie gross muss, darf oder soll das Händlernetz sein?» Dies ist auch bei Serco Landtechnik nicht anders. Werner Berger meint dazu, dass es analog zum Strukturwandel in der Landwirtschaft auch einen ähnlichen Wandel bei den Werkstätten geben wird. Auch

Die Landtechnik-Branche befindet sich in einem Prozess der Restrukturierung. Die bekannten, internationalen Marken konzentrieren sich auf immer weniger Hersteller. Dies mit dem Ziel, ihren Vertriebspartnern ein umfassendes und exklusives Sortiment an Landtechnik bieten zu können. Die Konkurrenz unter den Herstellern, die stets komplexere Ausstattung von Maschinen und Geräten, aber auch die wachsenden Erwartungen der Kunden hinsichtlich Leistungsfähigkeit haben ihre Auswirkungen auch auf die Importeure und den Fachhandel. Ohne stetige Weiterbildung kann man in dieser Branche nicht mehr bestehen. Beim Landwirt oder Lohnunternehmer stellt der Kauf eines Traktors oder einer Erntemaschine eine wichtige Investitionsentscheidung dar, hat dies doch wesentliche Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit eines Betriebs. Auch die damit verbundenen emotionalen Aspekte dürfen dabei nicht unterschätzt werden. Mit zuverlässiger Landtechnik kann sich ein Betrieb weiterentwickeln. Dies ist ganz im Sinn der fenaco, deren Ziel es ist, die wirtschaftlichen Verhältnisse der Schweizer Bauern zu fördern. Auch fenaco Agrartechnik arbeitet mit diesem Ziel. Diese Aktivitäten sind bei Serco Landtechnik AG zusammengefasst. Serco Landtechnik agiert als exklusiver Importeur der Weltmarke «Claas» sowie für Spezialmaschinen und garantiert über das eigene Netzwerk der Umatec Werkstätten und private Händler einen kompetenten Service für die Endkunden. Dominique Romanens Mitglied der fenaco Geschäftsleitung Leiter Departement Agrartechnik/Anlagenbau

Fortsetzung Seite 6 5


AKTUELL FENACO

fenaco Agrartechnik/Anlagenbau

Die Serco Landtechnik AG in Oberbipp führt eine erfolgreiche Produktpalette.

Serco Landtechnik AG: Import und Vertrieb von Traktoren und Maschinen der Marken Claas, Fliegl, Vogel & Noot, Trioliet, Gilibert, Ploeger-Oxbo, Agrex und Lo-Ma. Firmensitz in Oberbipp (BE). Rund 50 Mitarbeitende. www.sercolandtechnik.ch Umatec: Netz von 7 regionalen Vertriebs- und Servicestellen für Traktoren und Landmaschinen in Alle (JU), Delémont (JU), Domdidier (FR), Estavayer-le-Lac (FR), Herzogenbuchsee (BE), Treyvaux (FR) und Zollikofen (BE). Rund 80 Mitarbeitende. www.umatec.ch fenaco Anlagenbau: Planung und Bau von Anlagen für die Annahme, Aufbereitung und Lagerung von Getreide in den Getreidesammelstellen der Schweiz. Sitz in Domdidier (FR). 5 Mitarbeitende. www.fenacoanlagenbau.ch Handel LTZ: Import und Vertrieb von Bindemitteln wie Wickel- und Mantelfolien, Rundballennetze und Pressegarne verschiedener Hersteller. Sitz in Zollikofen (BE). 2 Mitarbeitende. www.handelltz.ch

ein Händler müsse seinen Betrieb weiter entwickeln, müsse Investitionen in seine Werkstätte, in seine technischen Einrichtungen sowie in sein Know-how tätigen und entsprechend wachsen. Allerdings gibt es für Werner Berger nicht die «richtige» Zahl von Händlern. «Was wir brauchen, sind in erster Linie erfolgreiche Händler. So gesehen kann die Grösse des Wirtschaftsgebiets eines Händlers von Region zu Region unterschiedlich sein». «Alles in allem sind wir mit unseren Händlern gut aufgestellt», betont Werner Berger. Die noch bestehenden «weissen Flecken» sollen sukzessive eliminiert werden. «Doch in erster Linie wollen wir unsere bestehenden Partner stärken und ihnen insbesondere eine Exklusivität für ihr Sortiment garantieren».

Fazit Serco Landtechnik verfügt über eine breite Produktpalette. «Wir haben die Kraft und auch die Kompetenz, dieses vollständige Sortiment mit aller Energie und Konsequenz auf den Schweizer Markt zu bringen», betont Werner Berger. «Wir sind ein landtechnisches Unternehmen und wollen für unsere Kunden, die Landwirte und Lohnunternehmer, gute Technik und Dienstleistungen bieten.» Dass dies nicht nur leere Worthülsen sind, beweist Serco Landtechnik beispielsweise mit dem in der Branche einzigartigen 24-Stunden-Service während der Vegetationszeit von April bis November. Werner Berger ortet durchaus noch Potenzial für ein Wachstum, betont jedoch: «Wir wollen aber in der Landtechnik bleiben und uns auf dieses Geschäft konzentrieren.» 䡵 6

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur

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AKTUELL FENACO

Neue Stossrichtung Energie KLIMASTRATEGIE LANDWIRTSCHAFT DER FENACO Die fenaco-LANDI Gruppe ist mit ihrem Know-how, den dezentralen Strukturen und der gesunden wirtschaftlichen Lage prädestiniert, um gemeinsam mit den Bauern neue Geschäftsfelder und regionale Wertschöpfung im Bereich Energie zu erschliessen.

Landwirtschaft und Energie sind eng verflochten. Im Bereich erneuerbare Energien kann heute ein Landwirt auch als Energie-Wirt tätig sein und über Biogas, Photovoltaik oder Windkraftwerke Strom produzieren. Auf Seiten des Verbrauchs ist die Landwirtschaft aber ausserordentlich von der Energie, vor allem in Form von Brennund Treibstoffen, abhängig. Kein Landwirt kann heute Getreide ohne Mähdrescher ernten, auch ist eine Milchproduktion ohne Strom praktisch unmöglich. Die fenaco unterstützt die Bauern umfassend in ihrer landwirtschaftlichen Produktion – das ist festgelegt im Leitbild der fenaco. Deshalb will sich die fenaco-LANDI Gruppe auch mit dem Thema Energie befassen.

Kein Dünger, ohne Energie Der Energiebedarf ist auch in jenen Sektoren gross, die der Landwirtschaft vorgelagert sind. Für die Düngerproduktion und andere landwirtschaftliche Hilfsstoffe sind Energie und Erdölderivate unentbehrlich. Steigt der Erdölpreis hat das Auswirkungen auf die Kosten und Preise der landwirtschaftlichen Rohpro-

dukte. Das zeigen beispielsweise die internationalen Preisbewegungen an den Terminmärkten, wo sich die Rohölkurve oft parallel zu der Kurve der Getreideoder Rapssaatpreise bewegt. Die Verantwortlichkeit gegenüber den Bauern und der Landwirtschaft gebietet der fenaco im Bereich Energie verstärkt tätig zu werden. Der Gesamtenergieverbrauch steigt ständig. Seit 1975 reduzierte sich der prozentuale Verbrauch von fossilen Flüssigbrenn- und Treibstoffen am Endenergieverbrauch von rund 78 % auf 54 %. Geschätzt wird, dass dieser Prozentsatz im Jahr 2030 noch 45 % betragen könnte. Angestiegen sind der Gas- und der Stromanteil. In diesem Umfeld will sich die fenaco-LANDI Gruppe als «Energieverbraucher» wie auch als Energieanbieter (Agrola, Holz-Pellet) hinsichtlich eines «Nach-Erdölzeitalters» positionieren. Laufend werden im Unternehmen Energiesparmassnahmen umgesetzt. Zudem wird der Einsatz von erneuerbarer Energie gefördert.

Erneuerbare Energien Die fenacoLANDI Gruppe ist mit ihrem Know-how

und den dezentralen Strukturen, der gesunden wirtschaftlichen Lage prädestiniert, um neue Geschäftsfelder und regionale Wertschöpfung im Bereich Energie zu erschliessen. Jährlich investiert die fenaco-LANDI Gruppe über 200 Mio. Fr. in Neu- und Ersatzinvestitionen von Anlagen, die der Verarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten dienen. In jede Projektplanung fliessen so genannte Lebensdauer-Energiekosten-Betrachtungen mit ein. Mit ihrem Engagement bei der Biogasanlage SwissFarmerPower Inwil AG trägt die fenaco dazu bei, dass ein Teil des Gülleüberschusses in der Zentralschweiz energetisch genutzt werden kann. Bei der zur fenaco gehörenden Tochtergesellschaft Steffen-Ris in Bätterkinden werden Rüstabfälle und Gülle ebenfalls vergärt. Die Agrola engagiert sich im Vertrieb von Bio-Treibstoffen und bietet an 34 Tankstellen E85 (Gemisch von 85 % Bioethanol mit 15 % Benzin) an. Unspektakulärer, aber nicht minder wichtig, ist in der fenaco und ihren Tochtergesellschaften die Reduktion der CO2-Emissionen. Jährlich werden

Energie-Strategie der fenaco 1. Photovoltaik: Dadurch eröffnen sich für die fenaco-LANDI Gruppe neue Geschäftsfelder, die gemeinsam mit den Landwirten erschlossen werden können und von der Beratung bis hin zum Verkauf reichen. 2. Strom-Einkauf und -Vermarktung: Das Ziel für dieses Segment ist, den Energieeinkauf der fenaco-LANDI Gruppe zu optimieren. 3. Holz und Biomasse (inklusive Fernwärme): Energie aus Holz oder Biomasse hat Potenzial, wobei dem Landwirt eine Schlüsselfunktion zukommt.

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AKTUELL FENACO mittels eines Controllings die Massnahmen im energetischen Bereich und ihre Wirkungen überprüft und optimiert.

Stossrichtung Der Energiebereich erfährt einen grossen Wandel und wird stark diversifiziert. Neue Geschäftsfelder, Gesellschaftsformen und Partner-

schaften entstehen und Bisheriges verliert an Bedeutung. Mit der Lancierung des Projektes «Energie PLUS» nimmt die fenaco-LANDI Gruppe diese Herausforderungen zusammen mit ihren Besitzern, den Schweizer Bäuerinnen und Bauern, an. Chancen bieten beispielsweise die Bereiche Holz und vergärbare Biomasse. Holz, respektive der Wald, ist zu einem ansehnlichen Teil in Bauernhand. Auch Biomasse wie Gülle und Mist, aber auch andere Stoffe (Gastroabfälle, Getreideabgang) eignen sich zur Energiegewinnung. Die fenacoLANDI Gruppe will Projekte sinnvoll und standortgerecht erarbeiten, begleiten und umsetzen. Auch im Bereich Photovoltaik können Geschäftsfelder bei der fenaco, den LANDI und den Landwirten erschlossen werden. Bisher wurden auf dem für 90 Mio. Fr. neu gebauten Frischfleischverarbeitungszentrum in Bazenheid, der Halag Chemie in Aadorf sowie der LANDI Reba in Aesch Solarzellen für rund 380 kWp Leistung mit einer Jahresproduktion von ca. 350 MWh installiert (Stromverbrauch von etwa 100 EFH). Zusätzliche Photovoltaikanlagen sind in Planung. Die Statik von Neubauten muss entsprechend ausgelegt werden, dass auch nachträglich eine Photovoltaikanlage installiert werden kann. Auch beim Einholen der Baubewilligung ist die Möglichkeit einer späteren Realisation der PV-Anlage zu beantragen. Erneuerbare Energien müssen nach wirtschaftlichen Kriterien gefördert werden. Das gilt insbesondere auch für Photovoltaik-Anlagen. So entstehen wirtschaftliche und effiziente Lösungen, die längerfristig Bestand haben. 䡵

AUF EIN WORT EN UN MOT

Im Leitbild bekennt sich die fenaco zu einer ökonomisch erfolgreichen, produzierenden und nachhaltigen Landwirtschaft in der Schweiz. Das Bundesamt für Landwirtschaft hat vor kurzem anlässlich eines Lancierungsevents die Klimastrategie Landwirtschaft vorgestellt. Die Zielsetzung der Klimastrategie deckt sich vollumfänglich mit dem Leitbild und der Werthaltung der fenaco. Die fenaco bekennt sich nicht nur zu einer nachhaltigen Land- und Ernährungswirtschaft, sondern setzt dies auch in Taten um. 2005 hat die fenaco ein internes Energiereporting für das gezielte Management der Energieressourcen eingeführt und 2008 16 Zielvereinbarungen zur Reduktion des CO2Ausstosses unterzeichnet. Wir können heute schon sagen, dass die definierten Ziele für 2012, dank grossen Anstrengungen der Bereiche und Tochtergesellschaften, erreicht werden. Im Bereich Energie liegen Chancen, sowohl für die Bauern als auch für die fenaco. Mit dem Projekt «Energie PLUS» will die fenaco diese sich bietenden Chancen, aber auch die Risiken möglicher neuer Geschäftsfelder, prüfen. Wir wollen unsere Kräfte dabei bündeln und uns zu Gunsten unserer Besitzer, den Bauern, für eine hohe Wertschöpfung einsetzen. Josef Sommer Mitglied fenaco Geschäftsleitung

Autor Hansruedi Henggeler, Leiter Energie und Umwelt der fenaco, 8401 Winterthur

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KURZMELDUNGEN MANAGEMENT

Förderung von gewerblichen Kleinbetrieben Seit 2008 besteht die Möglichkeit, die Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe in der Bergregion auch dann zu fördern, wenn der Initiant ein Gewerbetreibender ist. Ein Blick in die Statistik zeigt, dass in den ersten drei Jahren erst wenige Projekte umgesetzt wurden, insgesamt waren es zehn Projekte von gewerblichen Kleinbetrieben. Neun betrafen Käsereien und nur ein Betrieb verarbeitet Fleisch. Total investierten die zehn Betriebe über 15 Mio. Fr. und wurden dafür mit 1.5 Mio. Fr. Beiträgen und 2.2 Mio. Fr. zinsfreien, rückzahlbaren Investitionskrediten unterstützt. Für die Förderung muss nachgewiesen werden, dass der Betrieb landwirtschaftliche Rohstoffe der Region verarbeitet. Anteile von Pro-

Verfügung Der Entscheid, mit dem die zuständige Behörde eine Bewilligung erteilt oder verweigert, heisst Verfügung. In der Regel kann gegen eine Verfügung ein Rechtsmittel erhoben werden (Einsprache, Beschwerde etc.). Behörden des Bundes müssen ordentliche Rechtsmittel mit der einzuhaltenden Frist und der Adresse der Rechtsmittelinstanz in der Verfügung bezeichnen.

duzenten ausserhalb des Berggebietes müssen anteilmässig in Abzug gebracht werden. Die Beiträge (à fonds perdu) je Unternehmen sind auf 300 000 Fr. limitiert. Maximal können 1.5 Mio. Fr. Investitionskredite pro Unternehmen gewährt werden. Auch in der EU können im Rahmen der Verordnung zur Entwicklung des ländlichen Raumes Unternehmen, die landwirtschaftliche Rohstoffe verarbeiten, unterstützt werden. Eine Unterstützung mit Beiträgen von maximal 40 % ist möglich für eigenständige Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern oder weniger als 50 Mio. Euro Umsatz. Maximal 20 % steht Unternehmen zu mit 251 bis 750 Mitarbeitern. Die einzelnen EU-Mitgliedstaaten können bestim-

rund 10 Milliarden Fr. 21.2 % davon entfielen auf die Milchproduktion, 12.5 % auf die Produktion von Rindfleisch. Der Produktionswert der nachgelagerten Nahrungs- und Genussmittelherstellung liegt bei rund 35,9 Milliarden Franken und ist damit mehr als dreimal so hoch wie jener der Landwirtschaft. Milchstatistik Schweiz

Dr. Eduard Hofer, Heimberg

Qualitätsförderung Ein wichtiges Ziel des Agro-Treuhand-Verbands (SATV) ist die Qualitätssicherung der Dienstleistungen der Mitglieder. Bis Ende 2011 werden 28 der total 34 Mitglieder entweder über ein ISO-Zertifikat verfügen oder sich der etwas weniger aufwändigen Verbandslösung angeschlossen haben.

Wertschöpfung Die schweizerische Landwirtschaft erzeugte 2010 marktfähige Güter und Dienstleistungen im Betrag von UFA-REVUE · 11 2011

(© Swissmilk)

Lock- und Hofpfosten

men, welche Massnahmen sie durchführen, welche regionalen Schwerpunkte sie setzen und ob sie die Fördersätze reduzieren wollen. Franziska Wirz, Bundesamt für Landwirtschaft, Fachbereich Hochbau und Betriebshilfen

de Nachbarschaftskonflikte angegangen und Konfliktpotenziale reduziert werden. Was die Abläufe vereinfacht und Einsprachen verhindert, wodurch man Kosten spart. Nachzulesen ist die Diplomarbeit auf www.suissemelio.ch

Velovignette abgeschafft Ab 2012 wird die Velovignette abgeschafft, ebenso wie die Vignette für Motormäher und Einachser. Für Schäden muss künftig die Privathaftpflichtversicherung oder die landwirtschaftliche Betriebshaftpflichtversicherung aufkommen. Auskunft: Landwirtschaftliche Versicherungsberatungsstellen der kantonalen Bauernverbände. www.sbv-versicherungen.ch

Gesucht sind Bauernfamilien, die auf ihrem Betrieb, an einem gut begangenen Fuss- oder Wanderweg, von Frühling bis Herbst 2012 Lockpfosten zu drei bis acht Themen aufstellen wollen. Das kostet nichts, nur Mithilfe beim Vorbereiten und Aufstellen der Pfosten ist nötig. Der Aufwand ist klein, die Wirkung ist gross. Die zwei Meter hohen, leuchtend weissen Vierkantpfosten stehen in Dreier- oder Sechsergruppen am Wegrand. Gross gedruckte Lockwörter stoppen die Passanten – Wörter wie Spiessgesellen, Fallfrüchtchen, Höhentraining, Lustwandel oder Platzkonzert. Lockpfosten gibt es zu 33 Themen. Man findet sie alle unter folgender Internetseite: www.lockpfosten.ch. Will die Bauernfamilie persönlich auf ihren Betrieb aufmerksam machen, stehen Hofpfosten zur Verfügung. Auf dem Hofpfosten hat ein Willkommensschild und eine Betriebsbeschreibung Platz. Der Preis beträgt 250 Fr. Die Anmeldung läuft bis zum 15. Dezember 2011 über die Webseite www.lockpfosten.ch oder per EMail. Man kann auch telefonieren oder schreiben.

Unbelehrbar Melioration und Mediation Der Leiter der Fachstelle Melioration am Ebenrain (BL), Remo Breu, untersuchte die Anwendung der Mediation in einem Meliorationsverfahren. Mediation ist eine aussergerichtliche Schlichtungsverhandlung. Es lassen sich Synergien, eine höhere Projektqualität und Wirkung erzielen. Die Gerichtsverfahren können reduziert und beschleunigt werden, schwelen-

Wer trotz Führerausweisentzug immer wieder ein Fahrzeug lenkt, muss künftig damit rechnen, dass sein Fahrzeug eingezogen wird. Das hat das Bundesgericht im Falle eines Bauern entschieden. Dem «chronischen Verkehrssünder» werden seine beiden Traktoren nun entzogen. Zur Last gelegt werden dem Landwirt Fahren ohne Ausweis, Alkohol am Steuer und mittelschwerer Verkehrsunfall.

Ingrid Flückiger, Landwirtschaftlicher Informationsdienst LID, 3005 Bern,  031 359 59 77, ingrid.flueckiger@lid.ch Matthias Diener, Neuweg 9, 6003 Luzern,  041 210 39 68, matthias.diener@bluewin.ch

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 9


AGRO-TREUHAND MANAGEMENT

AG und GmbH in der Landwirtschaft BEI KAPITALINTENSIVEN BETRIEBSZWEIGEN wie zum Beispiel bei einem Lohnunternehmen ist zu prüfen, ob es nicht Sinn machen würde, eine Aktiengesellschaft oder eine GmbH zu gründen. Im Normalfall aber ist die Frage nach der geeigneten Rechtsform in der Landwirtschaft einfach zu beantworten: Es ist das Einzelunternehmen.

Martin Bill

Die Gründe für das Einzelunternehmen liegt hauptsächlich darin, dass sich die Politik und Gesellschaft für eine Agrarpolitik mit Familienbetrieben ausgesprochen hat. Das Einzelunternehmen kann formlos gegründet werden, braucht kein Mindestkapital und alle Kompetenzen liegen beim Landwirt. Der Nachteil des Einzelunternehmens ist die persönliche und unbeschränkte Haftung für die Geschäftsschulden. Aus diesem Grund zielen die Motive für die Gründung einer juristischen Person meistens darauf ab, die Haftung auf das Geschäftsvermögen zu beschränken. Bei kapitalintensiven Betriebszweigen wie zum Beispiel im Gemüsebau mit Gewächshäusern, bei Lohnbetrieben, Biogas- oder Solarstromproduktion ist die Prüfung der geeigneten Rechtsform angezeigt. Am Beispiel der Aktiengesellschaft (AG) werden nachfolgend die wichtigsten Aspekte der Gesellschaftsform betrachtet. Die Beurteilungen gelten sinngemäss auch für die GmbH.

Damit ist die Haftungsbeschränkung der AG ausser Kraft gesetzt und der anfänglich angenommene Schutz des Privatvermögens ist nicht mehr gegeben.

Steuern Im Unterscheid zur Einzelunternehmung versteuert die Aktiengesellschaft als eigenständige Rechtspersönlichkeit (juristische Person) Gewinn und Kapital selber. Der Lohn der Aktionäre wird, wie derjenige der übrigen Mitarbeiter, als Personalaufwand in der AG verbucht und gilt bei den Aktionären als Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit. Der verbleibende Gewinn ist von der AG zu versteuern. Bis vor Einführung der Unternehmenssteuerreform II im Jahr 2009 wurden bei kleineren privaten Kapitalgesellschaften eher selten Dividenden ausgeschüttet, weil die Gewinne zuerst

bei der AG und bei der Gewinnausschüttung noch einmal beim Aktionär als Vermögensertrag besteuert werden. Die Unternehmenssteuerreform II hat in diesem Punkt eine wesentliche Milderung dieser steuerlichen Doppelbelastung hervorgebracht. Dividenden können heute von einer privilegierten Besteuerung profitieren. Gegenüber dem Lohnbezug, der mit Sozialversicherungen belastet ist, hat nun die Dividende mit der milderen Besteuerung an Attraktivität gewonnen. Da ein gewisser Spielraum besteht, ob die Bezüge in Form von Lohn oder Dividenden ausbezahlt werden, kann eine insgesamt tiefere Steuerbelastung herbeigeführt werden. Bei tiefen Gewinnen in der AG kommt dieser Effekt jedoch nicht zum Tragen, da ein Mindestlohn zur Absicherung der Sozialversicherungen nicht

Risiko, Haftung und Kapitalbeschaffung Die Beschränkung der Haftung auf das Aktienkapital ist einer der wichtigsten Aspekte für die Wahl einer AG. Für die Kreditgeber ist diese Haftungsbeschränkung nicht von Vorteil, weil vielfach die Betriebsliegenschaften nicht in die AG eingebracht werden. Deshalb verlangen die Banken zur Absicherung der Kredite in der Regel, dass die Liegenschaften in die Haftung eingeschlossen werden. Die Eintragung der Liegenschaften als Grundpfand wird beispielsweise auch von der Bernischen Stiftung für Agrarkredite (BAK) verlangt. 10

Lohnunternehmer mit ihren grossen Ballenpressen prüfen öfters, ob es für sie lohnt eine Aktiengesellschaft zu gründen. 11 2011 · UFA-REVUE


AGRO-TREUHAND MANAGEMENT

Einzelunternehmen

Aktiengesellschaft

unterschritten werden sollte und vielfach der verbleibende Gewinn für die Auszahlung einer Dividende zu tief ausfällt.

gen und beim Unselbstständigen vielfältig und müssen jeweils individuell auf die Bedürfnisse der betroffenen Personen abgestimmt werden.

Sozialversicherungsschutz Bei

Organisatorisches und Rechtliches Die Organisation und Kompe-

Selbstständigerwerbenden (Einzelunternehmen) gilt aktuell bei der AHV / IV / EO ein Beitragssatz von 9.7 %, wobei bei Einkommen unter 55 700 Fr. (Stand 2011) ein tieferer Satz zur Anwendung kommt. Man kann sich freiwillig einer Pensionskasse anschliessen oder man verzichtet auf die Pensionskasse und deckt die Vorsorge über die Säule 3a ab, wo man maximal 20 % des Erwerbseinkommens bis maximal 33 408 Fr. pro Jahr einzahlen kann. Als Unselbstständigerwerbender (Angestellter) werden die AHV/IV/EO Beiträge von aktuell 10.3 % und die Beiträge für die Arbeitslosenversicherung von 2.2 % hälftig vom Arbeitgeber übernommen. Gesellschafter im Verwaltungsrat der Firma mit einer massgeblichen Beteiligung werden im Fall der Arbeitslosigkeit jedoch kein Arbeitslosengeld erhalten. Ab einem Lohn von mehr als 20 880 Fr. sind Mitarbeiter zudem obligatorisch einer Pensionskasse anzumelden. Bei der Säule 3a können maximal 6 682 Fr. (Stand 2011) pro Jahr als zusätzliche Vorsorge einbezahlt werden. Die Möglichkeiten zum Sozialversicherungsschutz sind beim SelbstständiUFA-REVUE · 11 2011

tenzen sind bei der AG klar geregelt. Wer die meisten Aktien auf sich vereint, hat das sagen! Das oberste Organ der AG ist die Generalversammlung. Ihr stehen unübertragbare Befugnisse zu wie die Festsetzung und Änderung der Statuten, die Wahl der Mitglieder des Verwaltungsrates, die Genehmigung der Jahresrechnung wie auch die Entlastung der Mitglieder des Verwaltungsrates (Decharche). In kleinen Verhältnissen wie beispielsweise einer Einmann-AG werden der Hauptaktionär und der Verwaltungsrat identisch sein. Dennoch müssen alle gesetzlichen und statutarischen Vorschriften beachtet werden. Der Verwaltungsrat ist mit der Leitung des Unternehmens beauftragt und verantwortlich für das Rechnungswesen. Die Rechnungslegungsvorschriften im Aktienrecht sind viel detaillierter geregelt als bei der Einzelfirma. Neben der Bilanz und Erfolgsrechnung kommt bei der Aktiengesellschaft der Anhang zur Jahresrechnung dazu. Er bietet dem Aktionär Zusatzinformationen für die Beurteilung der finanziellen Lage des Unternehmens. Der Verwaltungsrat stellt jährlich einen Antrag an die General-

versammlung, wie der erwirtschaftete Gewinn verwendet werden soll. Es besteht die Pflicht zur Reservenbildung. Jährlich sind mindestens 5 % des Jahresgewinnes den Reserven zuzuweisen. Bei der Ausschüttung von Dividenden sind weitere Reservezuweisungen vorgeschrieben. Das dritte Organ der AG ist die Revisionsstelle. Sie wird durch die Generalversammlung gewählt und prüft, ob die Jahresrechnung sowie der Antrag über die Verwendung des Bilanzgewinnes dem Gesetz und den Statuten entsprechen. Auf eine Revisionsstelle kann verzichtet werden (Opting-out), wenn die Gesellschaft im Jahresdurchschnitt weniger als 10 Vollzeitstellen hat und sämtliche Aktionäre dem Verzicht zustimmen.

Direktzahlungen Eine AG ist nie direktzahlungsberechtigt, sondern nur die natürliche Person oder Personengesellschaft (Betriebsgemeinschaft), welche den Betrieb einer AG bewirtschaftet, sofern sie bei der AG mittels Namensaktien über eine direkte Beteiligung von mindestens 66.66 % (bei der GmbH 75 %) verfügt. Diese Person muss die AG persönlich leiten und die Funktion als Betriebsleiter wahrnehmen. Bei Personengesellschaften muss zudem das Risiko am Kapital zu gleichen Teilen auf die Beteiligten verteilt sein. Der Buchwert des Pächtervermögens und, sofern die AG Eigentümerin ist, der Buchwert des Gewerbes, muss mindestens 66.66% der Aktiven der AG ausmachen. Bei Unsicherheiten bezüglich Direktzahlungen ist es ratsam, vor der Gründung der AG beim zuständigen Landwirtschaftsamt eine Beurteilung vornehmen zu lassen. Fazit Die Gründung einer AG macht wenig Sinn, wenn die Haftung der Kreditgeber auf das Privatvermögen ausgeweitet wird. Es gibt aber trotzdem Fälle, bei denen die Gründung einer juristischen Person durchaus vorteilhaft ist. Für kapitalintensive Betriebszweige, oder Nebentätigkeiten der Landwirtschaft mit starken Kundenbeziehungen und Auftritt am Markt, wird die Prüfung der geeigneten Rechtsform empfohlen. 䡵

Autor Martin Bill, Agro-Treuhand Seeland AG, 3232 Ins Die Agro-TreuhandStellen helfen gerne weiter, wenn es darum geht, eine Aktiengesellschaft oder eine GmbH zu gründen. Adressen auf www.satv-asaf.ch.

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AGRO-TREUHAND MANAGEMENT

Pachtland sichern VORKAUFSRECHT DES PÄCHTERS Im Durchschnitt sind in der Schweiz rund 40 % der Betriebsfläche Pachtland. Mit den Bestimmungen im Pachtgesetz ist der Pächterschutz zwar relativ gut. Doch auch dieser schützt nicht vor einem allfälligen Verkauf. Was hat der Pächter in diesen Fall für Rechte?

Hans Imhof

Landwirt Hans Muster * ist seit rund 15 Jahren – seit der Betriebsübernahme per 1. Januar 1996 – Pächter bei der Erbengemeinschaft (EG) Müller *. Die drei Erben haben die 4 ha landwirtschaftliche Nutzfläche, die sie an Hans Muster verpachten, vor 20 Jahren von ihren Eltern geerbt. Nun möchten sie das Eigentum abstossen und signalisieren gegenüber Hans Muster, dass sie das Land an den Meistbietenden zu verkaufen gedenken. Hans Muster überlegt sich, wie er sich dieses Land sichern könnte. Verkäufe von landwirtschaftlichen Grundstücken ausserhalb der Familie benötigen eine Bewilligung. Eine solche wird erteilt, wenn der Käufer Selbstbewirtschafter ist und der vereinbarte Preis nicht übersetzt ist. Zuständig für die Bewilligung ist eine kantonale Behörde.

Pächterprivileg Für Hans Muster heisst das, dass sich der Kreis der Kaufanwärter für sein Pachtland auf andere Landwirte beschränkt, doch auch das ist Konkurrenz genug. Er hat allerdings noch einen Vorteil, als Pächter der 4ha kann er unter gewissen Voraussetzungen am Pachtgegenstand das Vorkaufsrecht geltend machen (Art. 47 Abs. 2 BGBB). Dies • wenn das Pachtverhältnis zwischen ihm und der Erbengemeinschaft Müller länger als die gesetzliche Mindestpachtdauer gedauert hat (also seit mindestens 6 Jahren) und • wenn Hans Muster Eigentümer eines Landwirtschaftlichen Gewerbes ist – oder über ein solches wirtschaftlich verfügt – und sich das gepachtete Grundstück im ortsüblichen Bewirtschaftungsbereich des Gewerbes von Hans Muster befindet. 12

Die erste Voraussetzung ist leicht zu überprüfen und im Falle von Hans Muster mit den bereits 15 Jahren Pachtdauer klar erfüllt. Im zweiten Absatz verstecken sich gleich drei Voraussetzungen: 1. Landwirtschaftliches Gewerbe: Als wichtigste Voraussetzung muss der Standardarbeitsbedarf des Betriebes mindestens 1.0 Standarbeitskräfte (SAK) erreichen. Die Kantone können diese Gewerbegrenze bis auf 0.75 SAK senken. Im Kanton Bern gilt für die Hügel- und Bergzonen eine Grenze von 0.8 SAK. Bei der Beurteilung, ob ein landwirtschaftliches Gewerbe vorliegt, sind allerdings noch weitere Bedingungen zu erfüllen. Gemäss einem Urteil des Bundesgerichtes aus dem Jahr 2003 darf zudem das zugepachtete Land bei der Berechnung der Gewerbegrenze nicht berücksichtigt werden. Hans Musters Betrieb übertrifft aber auch ohne das Pachtland und den entsprechend korrigierten Tierbestand die 1.0 SAK. 2. Hans Muster ist Alleineigentümer des Betriebes und erfüllt damit eine weitere Voraussetzung. Die «wirtschaftliche Verfügbarkeit» könnte er aber nicht erfüllen, wenn er Pächter des Hauptbetriebes wäre. Unter gewissen Voraussetzungen kann diese Anforderung bei gemeinschaftlichem Eigentum erfüllt werden. 3. Der ortsübliche Bewirtschaftungsbereich wird je nach Kanton unterschiedlich interpretiert. Im Fall von Hans Muster schliessen die 4 ha Pachtland unmittelbar an die Hofparzelle an. Dies liegt klar im ortsüblichen Bewirtschaftungsbereich. Hans Muster erfüllt also die Voraussetzungen für die Ausübung des Vorkaufs-

rechtes. Er kann den Kaufabsichten der Erbengemeinschaft Müller relativ gelassen entgegen sehen, sofern er ein gut dotiertes Bankkonto hat und bereit ist, die Mittel für den Landkauf einzusetzen. Denn im Gegensatz zu Nachkommen und Verwandten kann der Pächter beim Vorkaufsrecht keinen Vorzugspreis geltend machen. Er muss bezahlen, was ein anderer auch zu bezahlen bereit ist. Und das kann für die 4 ha ins Geld gehen. Das Vorkaufsrecht bietet dem Pächter aber Schutz vor allfälligen illegalen ausservertraglichen Zahlungen. Tritt er in einen Vertrag mit einem Dritten ein, ist der im Vertrag vereinbarte Preis massgebend.

Transparenz Wie verhält es sich, wenn Hans Muster nichts von den Verkaufsabsichten der Verpächterin weiss und plötzlich vor vollendete Tatsachen gestellt wird? Von Gesetz wegen ist der Verkäufer des Pachtlandes verpflichtet, die Vorkaufsberechtigten über den Verkauf zu informieren (Art. 681a Abs. 1 ZGB). Hans Muster muss bis drei Monate, nachdem er Kenntnis von Abschluss und Inhalt des Vertrages mit einem Dritten erhalten hat, reagieren.

Kaufpreise Ein Kaufpreis ist dann nicht übersetzt, wenn er nicht mehr als 5 % über dem durchschnittlichen Verkaufspreis der letzten 5 Jahre von ähnlichen Grundstücken in der Region liegt (Art. 66 BGBB). Die Kantone können den Prozentsatz auf maximal 15 % erhöhen, dies hat der Kanton Zürich gemacht. Je nach Region und Qualität des Landes bewegen sich die Preise zwischen 2 bis 10 Fr. pro m2. 11 2011 · UFA-REVUE


AGRO-TREUHAND MANAGEMENT Verzicht Wenn Hans Muster bereits weiss, dass er den wahrscheinlichen Kaufpreis nicht finanzieren kann oder will, kann er der Erbengemeinschaft Müller ein für ihn tragbares Angebot machen, vielleicht steigt sie darauf ein. Wenn nicht, wird die Verpächterin wahrscheinlich verlangen, dass Hans Muster im Voraus auf sein Vorkaufsrecht verzichtet. Das kann er in einer öffentlichen Urkunde (Beizug eines Notars) und in Kenntnis der wesentlichen Bestandteile (Kaufpreis) des Vertrages mit einem Dritten tun. Der Verzicht behält

seine Gültigkeit nur, wenn der Verkauf mit dem Dritten innerhalb von 6 Monaten erfolgt. Ein Verzicht auf das Vorkaufsrecht, welches bereits bei Vertragsabschluss im Pachtvertrag vereinbart wurde, ist ungültig. Wenn Hans Muster auf das Vorkaufsrecht verzichtet, welche Rechte hat er noch? Der Grundsatz «Kauf bricht Pacht nicht» gilt. Der Käufer muss den Pachtvertrag, den Hans Muster mit der EG Müller abgeschlossen hat, übernehmen. Da der Käufer Selbstbewirtschafter ist, UFA-REVUE · 11 2011

Hofnachfolger Bei der Hofübernahme muss der Nachfolger die Weiternutzung des Zupachtlandes regeln. Bei Eintritt in den bestehenden Vertrag wird die Pachtdauer des Vorgängers angerechnet. Wird ein neuer Pachtvertrag abgeschlossen, kann der Nachfolger erst nach 6 Jahre ein Vorkaufsrecht geltend machen.

Der Pächter kann gegenüber dem Verpächter ein Vorkaufsrecht geltend machen, jedoch nicht zu einem Vorzugspreis. Bild: Mühlhausen/landpixel.de

kann er den Vertrag mit Frist von mindestens einem Jahr aber vorzeitig auflösen. Für die Zeit bis zum Ende der ordentlichen Pachtperiode hat Hans Muster Anspruch auf Schadenersatz (Entschädigung des Einkommensausfalls). Diesen muss er bei der EG Müller geltend machen. Im vorliegenden Beispiel sieht es für Hans Muster relativ ungünstig aus. Die laufende Pachtperiode endet am 31.12.2013, der Käufer der 4 ha kann den Vertrag frühestens auf Frühjahr 2013 auflösen. Man kann sich auf eine Auflösung per 31.12.2013 eini-

gen, wobei Pächter Muster dann kein Anrecht auf eine Entschädigung mehr hat.

Fazit Allgemein gibt das Vorkaufsrecht den Vorkaufsberechtigten (hier dem Pächter) das Recht, bei einem Verkauf der betroffenen Sache (hier dem gepachteten Land) an Dritte, in den mit diesen Dritten abgeschlossenen Vertrag einzutreten und die betroffene Sache (Pachtland) zu Eigentum zu übernehmen. Will der Vorkaufsberechtigte

das Vorkaufsrecht geltend machen, kann er dies bis maximal 2 Jahre nach Eintragung des neuen Eigentümers im Grundbuch tun. Sobald er aber vom Vertragsabschluss und Inhalt des Vertrages Kenntnis erhält, muss er innert drei Monaten reagieren (Art. 681a ZGB). 䡵

* fiktive Namen

Autor Hans Imhof ist Bereichsleiter Betriebsberatung bei der Agro Treuhand Rütti AG, Molkereistrasse 23, 3052 Zollikofen, info@atruetti.ch 寿 031 910 51 29 Bei Verkauf oder Kündigung des Pachtlandes geben die Agro-Treuhand-Stellen gerne Auskunft. Adressen auf www.satv-asaf.ch.

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MANAGEMENT

Beratertreffen im Oberwallis BEGEGNUNG UND HORIZONTE An einem internationalen Landwirtschaftsberatertreffen im Oberwallis profitierten die Teilnehmer vom gegenseitigen Erfahrungsaustausch und es ergaben sich Ideen für neue Projekte, zum Beispiel bei den beiden Herren, die eine landwirtschaftliche Schule leiten: Moritz Schwery leitet das landwirtschaftliche Zentrum in Visp und Lothar Koch jenes von Fritzlar in Hessen.

Vor über 18 Jahren, anlässlich eines mehrwöchigen internationalen Berater-Seminars entwickelte sich ein Arbeitskreis von rund 20 landwirtschaftlichen und hauswirtschaftlichen Beraterinnen und Berater, die sich jährlich zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch treffen. Das Treffen 2011 fand im Oberwallis statt und stand unter dem Motto «Landwirtschaft im Berggebiet zwischen Produktion und Folklore». Willkommen geheissen wurden die Berater von Moritz Schwery. Schwery ist Direktor des landwirtschaftlichen Zentrums Visp, welches sich in den letzten Jahren einen Namen als Kompetenzzentrum für Kleinwiederkäuer gemacht hatte. Highlight des Zusammentreffens waren die Betriebsbesuche auf einem Mutterkuhhaltungsbetrieb (Florian Hallenbarter in Obergesteln), in der BioBergkäserei Gluringen, beim Weinbauer und Selbstkelterer Jean-Pierre Ruff, auf der Moosalp mit Betriebsberater Norbert Agten und auf dem Milchwirtschaftsbetrieb von Felicitas und Lothar Fasel, die eben einen Milchkuhstall neu

Die Betriebsbesichtigungen waren das Highlight der Tagung. 14

gebaut hatten. Auch mangelte es nicht an Gelegenheit die Walliser Schwarznasenschafe (Ryffelalp) sowie die Eringer (Stechfest in Raron) kennen zu lernen. Trotz einem hohen Anteil von Nebenerwerbsbauern im Oberwallis sind die Betriebe vorwärtsorientiert und versuchen mit verschiedenen Strategien den Einklang zwischen Ökonomie und Ökologie zu finden, erklärte Moritz Schwery. Ihre landwirtschaftlichen Weiterbildungsangebote kommen bei den Bauern gut an, vor allem bei den Vollerwerbsbetrieben. Manchmal sei es aber schwierig die Nebenerwerbslandwirte für eine Weiterbildung zu motivieren. Was einer der Besucher aus Deutschland gut verstehen kann, nämlich Lothar Koch. Er leitet das Bildungs- und Beratungszentrum in Fritzlar im deutschen Bundesland Hessen und das Thema Professionalisierung der Nebenerwerbslandwirtschaft ist ihm nicht unbekannt. Unverzüglich beginnt ein fruchtbarer Dialog zwischen den beiden Landwirtschaftsdirektoren. Gänzlich unbekannt ist dem deutschen Amtskollegen der Boom der Eringer-Kuhhaltung im Wallis. Die EringerStechfeste werden immer populärer. Zudem steigen vermehrt Schafhalter aufgrund der Wolfproblematik auf Eringerkühe um. Mit der Folge, dass Landwirtschaftsland sehr gesucht ist und Steilhänge vermehrt genutzt werden. Die Eringerzüchter suchen freie Ställe oder bauen selber neue Kuhställe und konkurrenzieren dadurch Milchproduktionsbetriebe, nicht nur um Land, Stallkapazitäten, sondern auch um Bewässerungsmöglichkeiten, was angesichts des diesjährigen trockenen Sommers für viele Bauern prekär war.

Moritz Schwery (49) Anschrift Direktor Landwirtschaftszentrum, Talstrasse 3, 3930 Visp (VS) www.lz-visp.ch Familie Verheiratet, 4 Kinder Hobby Fussball, Velo, Wandern, Lesen Persönliches Motto Bildung ist nicht das Füllen von Fässern, sondern das Entzünden von Flammen. Spezialisierung Kompetenzzentrum für Kleinvieh- und Mutterkuhhaltung Bildungsangebot • Orientierungsschule (vgl. Sekundarschule) • Berufsschule für Landwirte • Zweitausbildung in der Landwirtschaft • Betriebsleiterschule Kursangebot • Alpsennkurs • Ziegen- und Schafkäseherstellung • Weiterbildungskurs zur Erlangung der Direktzahlungsberechtigung • Schäfer- und Hirtenausbildung • Weitere Kurse auf der Homepage Beratung • Neuerungen und Entscheidungshilfen • Hilfe zur Selbsthilfe • Einzelberatung auf dem Betrieb oder am Zentrum • Telefonauskünfte Highlight der Weiterbildung Alles vom Schaf: Ein Metzger und Gastronom zeigt von der Fleischzerlegung bis zur Zubereitung, wie Schaffleisch verwendet werden kann. Das Ziel ist eine hohe Verwertung des Schlachtkörpers.

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MANAGEMENT

Lothar Koch (54) Anschrift Direktor Bildungs- und Beratungszentrum, Schladenweg 39, 34560 Fritzlar, www.llh-hessen.de Familie Verheiratet, 3 Kinder Hobby Joggen, Radfahren, Ski alpin

Die Berater besichtigten einen neuen Milchviehstall in Bürchen (VS).

Das Ziel der Landwirtschaftsberatung in Visp ist, praxisorientiert und darauf bedacht, die Landwirtschaft zu erhalten und zu fördern. Einen wichtigen Stellenwert hat auch die Alpwirtschaft, unterstreicht Schwery. Auch Lothar Koch will an seiner landwirtschaftlichen Schule die Landwirte in ihrer umweltgerechten

Die Sanierung der Walliser Alpen, zum Beispiel auf der Moosalp, ist ein wichtiges Thema für die Walliser Betriebsberatung.

und ökonomisch erfolgreichen Produktion unterstützen. Er erklärt: « Wir befähigen unsere Schüler, moderne landwirtschaftliche Unternehmen zu leiten oder in vor- oder nachgelagerten Bereichen Führungsaufgaben zu übernehmen. Wir arbeiten mit der Praxis für die Praxis.» 䡵

Persönliches Motto Lieber miteinander reden, als übereinander. Wer etwas will, findet Wege, wer etwas nicht will, findet Gründe. Spezialisierung Bildungs- und Beratungszentrum mit Schwerpunkten Rindvieh-, Schweineund Geflügelhaltung, sowie Pflanzenbau, Futterbau und Grünlandwirtschaft.

Moritz Schwery und Lothar Koch nahmen sich Zeit für fachliche Diskussionen.

Bildungsangebot • Zweijährige Fachschule für Agrarwirtschaft • Seminar für Nebenerwerbslandwirte für den Berufsabschluss Landwirt • Seminar zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung Kursangebot • Arbeitskreise für Tierhalter • Informationsveranstaltungen und Versuchsfeldführungen • Seminarreihe Agrarbürofachfrau für Bäuerinnen Beratung • Neuerungen und Entscheidungshilfen • Hilfe zur Selbsthilfe • Einzelberatungen auf dem Betrieb • Telefonauskünfte • Gruppenberatung für spezifische Zielgruppen Highlight der Weiterbildung Grossveranstaltung mit zwei namhaften Referenten mit dem Titel «Landwirtschaftliche Unternehmer im Spannungsfeld zwischen Leistung und Lebensqualität».

Autorin Daniela Clemenz, UFA-Revue, 8401 Winterthur Die internationale Akademie land- und hauswirtschaftlicher Beraterinnen und Berater (IALB) ist ein Zusammenschluss von Beratungskräften ost- und westeuropäischer Staaten. Fachleute aus 17 verschiedenen Nationen sind vertreten. Im Zentrum steht die Förderung der landwirtschaftlichen Beratung und Bildung durch Tagungen, Seminare, Erfahrungsaustausch sowie Projektarbeit. www.ialb.org

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UMFRAGE MANAGEMENT

Kaufkriterien bei Landmaschinen Im Oktober wollte die UFA-Revue im Rahmen der Monatsumfrage wissen, welche Kriterien für die Landwirte beim Kauf eines landwirtschaftlichen Anbaugeräts wichtig sind. Den Teilnehmern der telefonischen Befragung wurden zehn Kriterien vorgelesen, zu denen sie angeben konnten, ob diese für sie «wichtig», «weniger wichtig» oder «gar nicht wichtig» sind. Die Zuverlässigkeit einer Maschine ist für alle Befragten (100 %) beim Kauf das wichtigste Kriterium. Auch sind für fast alle die schnelle Verfügbarkeit von Ersatzteilen (95 %), die Wirtschaftlichkeit des Geräts (93 %) sowie der Kundendienst und Service (92 %) von grosser Bedeutung. Je rund drei Viertel gaben an, dass für sie die Nähe zum Vertragshändler (78 %) sowie die qualifizierte Beratung (71 %) wichtig sind. Für rund zwei Drittel (68 %) ist eine fortschrittliche Technik von Bedeutung. Sowohl der Wiederverkaufswert als auch ein vielseitiges Angebot werden von je gut zwei Fünfteln (45 % beziehungsweise 41 %) als wichtig eingestuft. Der Markenname wird als das am wenigsten

Welche Kriterien sind für Sie beim Kauf einer landwirtschaftlichen Maschine besonders wichtig?

wichtige Kaufkriterium beurteilt (21 %), für einen Drittel (33 %) ist er sogar «gar nicht wichtig». Die beiden Sprachgebiete unterscheiden sich signifikant darin, dass in der Deutschschweiz die Landwirte die Kaufkriterien «komplettes, vielseitiges

Angebot» (+ 20 %) und «Wirtschaftlichkeit» (+ 7 %) häufiger als wichtig einstufen als die Westschweizer Bauern. In der Romandie hingegen wird der Markenname (+ 11 %) häufiger als wichtig erachtet als im deutschsprachigen Teil der Schweiz. 䡵 wichtig

100

Zuverlässigkeit des Gerätes

weniger wichtig 95

Ersatzteile schnell verfügbar Wirtschaftlichkeit

93

6 1

Kundendienst und Service

92

8

78

Nähe des Vertragshändlers

17

71

Qualifizierte Beratung

Wiederverkaufswert

35

41

Markenname 0%

10 %

11

46 20 %

30 %

40 %

3 20

48

21

5

29

45

Komplettes, vielseitiges Angebot

5

24

68

Fortschrittliche Technik

16

5

60 %

70 %

80 %

Diese repräsentative, telefonische Umfrage führte das Marktforschungsinstitut TransferPlus in Stansstad im Auftrag der UFA-Revue bei 300 Schweizer Landwirten (220 deutsch- und 80 französischsprachige) im Oktober 2011 durch.

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33 50 %

gar nicht wichtig

90 %

100 %

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LESER-AKTION MANAGEMENT

Wissen für Profis im Hosentaschenformat DIE WIRZ-HANDBÜCHER sind das erfolgreichste Nachschlagewerk für die Schweizer Landwirtschaft. Sie enthalten eine geballte Ladung Fachwissen, jährlich aktualisiert für Landwirte und landwirtschaftliche Schulen.

Unter der Federführung von Agridea Lindau erscheint in diesem Herbst der Wirz Kalender im 118. Jahrgang. An dem jährlich erscheinenden Nachschlagewerk haben über 100 Fachleute aus Forschung, Bildung, Beratung und Fachorganisationen gearbeitet. Das durchdachte Konzept und das klare Layout machen das Nachschlagewerk unentbehrlich für jede Landfrau und jeden Landwirten, für Jung und Alt. Der Wirz Kalender ist aufgeteilt in zwei Handbücher:

Familie Betrieb und

2012

Pflanzen und Tiere

2012

ch Wirz Handbu , Basel ng, Wirz Verlag , 118. Jahrga . AGRIDEA Lindau Unternehmen irtschaftliche Für das landw

Handbuch Betrieb und Familie 2012 Alle wichtigen Informationen zur Unternehmensführung wie Investitionen, Recht und Bundesbeiträge sowie eine Vielfalt an nützlichen Hauswirtschaftstipps sind auf Anhieb zu finden. Die Erwerbskombinationen werden mit vielen Beispielen praxisnah illustriert.

Für das landwir

Handbuch Pflanzen und Tiere 2012 Der Ackerbauer findet die neusten Sortenempfehlungen, aber natürlich auch wichtige Angaben zu Saat, Pflanzenschutz, Düngung und Marktsituation. Neben Unentbehrlichem zu Fütterung, Haltung und Stallbau der verschiedenen Tierarten liefert das Wirz Handbuch auch Informationen zum Milch- und Fleischmarkt.

Übersichtliche Wochenblätter mit Aufzeichnungsmöglichkeiten für Wetterdaten machen die Wirz Agenda zu einem geeigneten Planungs- und Aufzeichnungsinstrument für das Jahr 2012. Im Info-Teil findet sich Nützliches für innovative Landwirte und Betriebsleiterinnen.

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D_Bio_1111 ok_2011 25.10.11 16:29 Seite 18

BIO-SEITE

Richtlinien für die Zukunft WEGWEISER STATT MEHR VORSCHRIFTEN Der Bio-Landbau sollte mutiger aktuelle Themen aufgreifen und umsetzen, so wie das in den Pionierjahren des BioLandbaus der Fall gewesen ist. Anstelle des jetzigen Korsetts aus Vorschriften und Richtlinien muss kreativ in die Weiterentwicklung des Bio-Landbaus investiert werden. Auch braucht es Spielräume für Eigenverantwortung und Selbstkontrolle.

Otto Schmid

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In der Pionierphase des Bio-Landbaus, als die Bio-Bauern ihre Produkte direkt an die Kunden verkauften, war es nicht notwendig detaillierte Richtlinien und aufwändige Kontrollund Zertifizierungssysteme zu entwickeln. Erst als sich die Distanz zwischen Produktionsbetrieb und Konsumenten vergrösserte, der Markt unpersönlicher, zentralisierter und später auch globaler wurde, wurde dies nötig. Die Kunden wurden so vor falschen Bio-Produkten und die Produzenten vor unfairem Wettbewerb geschützt. Später wurde es aus politischen Gründen wichtig, den Bio-Landbau zu definieren, um diesen auch in den Genuss finanzieller Förderung kommen zu lassen. Die Richtlinien haben sich im Laufe der Zeit stark geändert. Während anfänglich die Richtlinien-Diskussion BioBauern zusammenbrachte, übernahmen mit der Zeit immer mehr staatliche Stellen die Ausgestaltung der Richtlinien. Heute hat der Bio-Landbau damit ein doppeltes Dilemma: • Das erste Dilemma ist, dass immer mehr staatliche Stellen die Inhalte der Regeln vorgeben und nicht mehr die Basis, also die engagierten Bio-Bauern und Bio-Bäuerinnen. Einst wurde die staatliche Anerkennung gesucht, nun wird sie von manchen Akteuren als kritisch angesehen. Gewünscht werden von immer mehr Bäuerinnen und Bauern Konzepte, die ihnen wieder mehr Eigenverantwortung geben. • Der Biolandbau hat ein zweites Dilemma mit den Richtlinien: Die Gesellschaft ist bereit, der Landwirtschaft ihre positive gesellschaftlichen Leistungen zu bezahlen, jedoch sind diese nicht immer auf den ersten Blick

in den Bio-Landbau-Richtlinien erkennbar und messbar. Muss der Biolandbau deshalb von der Prozesskontrolle zur Resultatkontrolle wechseln oder gibt es andere Möglichkeiten, dies ohne noch mehr Vorschriften zu schaffen? Die Diskussionen mit vielen Bauern und Bäuerinnen zeigte, dass neben den Themen Gesundheit, Ökologie, Natürlichkeit, Authentizität und Fairness vor allem die Selbstständigkeit und das selbstverantwortliche Entscheiden wichtige Motive für den Anbau nach biologischen Richtlinien darstellen. Viele Produzenten, aber auch Verarbeiter, verstehen heute den Sinn der unzähligen detaillierten Regeln nicht mehr, weil sie selber gar nicht mehr in dem Erarbeitungsprozess beteiligt sind. Ihr Alltag ist geprägt von immer umfangreicheren und häufig sich ändernden Vorschriften, von

immer teurer werdenden Kontrollen und steigender Bürokratie.

Wandel ist nötig Der Bio-Landbau wird und muss sich wandeln. Dazu gehören die Optimierung des Ressourcen-Einsatzes dank besserem Knowhow, die Stärkung regionaler Initiativen aber auch sinnvolle Ernährungsstile. Neue Formen der Zusammenarbeit werden entstehen, nicht nur zwischen den Höfen, sondern auch mit dem übrigen Ernährungssektor. Die faire Zusammenarbeit unter den Akteuren im Bio-Sektor muss in den Mittelpunkt gestellt werden. Die Richtlinien des Bio-Landbaus dürfen nicht zum Korsett werden, sondern sollen einen sinnvollen Rahmen geben, in dem die Selbstbestimmung und Eigenverantwortung

Sicherheitsnetze Wegweiser (Optionen in Charta, gegen Absturz Praxiskodexe)

Visionen

Leitbilder

Wege Leuchttürme

Spiegel für Aussensicht und Selbst-Korrektur Leitplanken mit Öffnungen (Impulse von anderen z.B. Konsumenten, Naturschutz, Klimaneutralität usw.) Klare Abgrenzung gegenüber Nicht-Bio mit Standards (Kontrolle) 11 2011 · UFA-REVUE


D_Bio_1111 ok_2011 25.10.11 16:30 Seite 19

BIO-SEITE

der Bauernfamilien und Akteure gestärkt werden. Den regionalen Gegebenheiten und der Vielfalt ist mehr Gewicht zu geben, damit der Bio-Landbau und deren Produkte authentisch bleiben. Dazu gehört auch, dass sinnvolle und angepasste Technik eingesetzt wird. Die Bio-Landwirtschaft wird auch in Zukunft wegweisend sein, wenn es den Beteiligten gelingt, in kooperativer Art und Weise die wichtige Grundsätze und visionäre Konzepte umzusetzen und klar zu kommunizieren: 1. Wieder stärkere Berücksichtigung der ideellen und ethischen Aspekte des Bio-Landbaus. 2. Mehr Eigenveranwortung in den Richtlinien anstreben: Mehr auf Grundsätze und gute Kriterien setzen. Neue Formen suchen wie Chartas, Praxiskodex oder freiwillige Verbindlichkeit. 3. Die echte Umsetzung des Systemansatzes des Bio-Landbaus (Betriebsorganismus = Selbstregulierungskräfte, Kreisläufe). 4. Bio-Höfe als lebendige Schaufenster zur Natur und regionale Kulturstätten oder -zentren (Agri-Kultur) präsentieren. 5. Konsumenten, Schulen und Öffentlichkeit intensiv einbeziehen. 6. Konzept von Bio-Regionen, Ressourcennutzung und regionaler Wertschöpfung sowie bessere Lebensqualität umsetzen. 7. Verbindliche Formen der Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen Akteuren und Transparenz anstreben. 8. Kommunikation hat eine Schlüsselrolle nicht nur für Marketing, sondern auch für partizipative Prozesse. 9. Biologisch erzeugt, sozial und fair gehandelt, gehören zusammen.

Wegweiser, Spiegel und Leuchttürme Mit einem Bild lässt sich die Herausforderung für die Zukunft für den Bio-Landbau besser beschreiben (Grafik). Es gibt ein Ziel, zu dem ganz verschiedene Wege führen können. Dazu braucht es Leitbilder, Grundprinzipien, Wegweiser und Spiegel. Und manchmal auch Leuchttürme. Erst dann kommen die Richtlinien, mit denen sich der BioLandbau abgrenzt. 1. Leitbilder: Der Bio-Landbau der Zukunft braucht überzeugende Leitbilder für eine nachhaltige und authenUFA-REVUE · 11 2011

tische Landwirtschaft, Ernährung und Lebensraumgestaltung. 2. Tragende Grundprinzipien: Ethisch fundierte Prinzipien sind beispielsweise die vier übergeordneten Grundprinzipien von IFOAM (Gesundheit, umfassende Ökologie, Fairness und Fürsorge). Das sind die Säulen des Hauses, die das gemeinsame Dach tragen. 3. Wegweiser: Wegweiser zeigen Optionen und Wahlmöglichkeiten. Beispiele sind: Charta (Sozialcharta von Demeter Schweiz) oder «Beste Praxis-Kodexe» für verschiedenste Bereiche oder Entscheidungs-Kriterien. 4. Spiegel: Checklisten, Beurteilungsmatrix oder ein Punktesystem sind wie Spiegel, die den Betrieben eine Selbst- und eine Fremdbeurteilung der Stärken und Schwächen erlauben. Dadurch werden einem Risiken, aber auch Potenziale bewusst. 5. Leuchttürme: Im Bio-Landbau haben Pioniere viel erreicht, weil sie Vorbildcharakter hatten. Heute sollen solche Betriebe mit Auszeichnungen und Prämierungen sowie mit der vollen Entschädigung ihrer Anstrengungen zur Weitervermittlung honoriert werden. 6. Schutznetze: Es braucht an gewissen Stellen Schutznetze, damit der BioLandbau nicht vom Weg abkommt oder seine eigenen Prinzipien verletzt. Mechanismen und Frühwarnsysteme, die Fehlentwicklungen korrigieren, müssen ausgebaut werden. Damit diese Risiken sichtbar werden, braucht es die Sichtweise der Bevölkerung oder von Umweltorganisationen. 7. Leitplanken: Das sind die klassischen Richtlinien-Anforderungen. Da geht es um die Abgrenzung gegenüber der konventionellen Landwirtschaft oder der integrierten Produktion. Diese Regeln sollen sich auf das Wesentliche beschränken. Dies muss einfach kommunizierbar und nachvollziehbar, aber auch gut kontrollierbar sein. Kontrollen sollen in einer konstruktiven und vertrauenswürdigen Atmosphäre durchgeführt werden. Auch dürfen diese Leitplanken nicht zu eng gesetzt werden, ansonsten geht der Handlungsspielraum verloren. 䡵

KURZMELDUNGEN

Bio-Landbau im Trend 2010 arbeiteten 5521 Betriebe nach Bio Suisse Richtlinien. Auf den 1. Januar 2011 verzeichnete Bio Suisse erstmals seit 2004 wieder mehr Neuanmeldungen als Aussteiger. Mit 173 Neuanmeldungen verdoppelte sich die Zahl der Neueinsteiger im Vergleich zum Vorjahr. Mit den ca. 400 nach Bioverordnung des Bundes produzierenden Betrieben macht dies einen Anteil von rund 11 % der gesamten Landwirtschaftsbetriebe in der Schweiz aus. www.bio-suisse.ch

Bio-Lehrstellenbörse Wer eine Lehrstelle auf einem Bio-Betrieb sucht, wird auf www.bioaktuell.ch fündig. Die in der Bio-Lehrstellenbörse gelisteten Betriebe nehmen auch Praktikantinnen oder Praktikanten auf.

Richtlinien-Fundgrube Eine neue Internetplattform der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung führt international geltende Öko- und Bio-Zertifizierungsstandards zusammen und ermöglicht eine komfortable und kostenlose Recherche. www.organic-standards.info

FiBL-Kurskalender 2012 Autor Otto Schmid ist Mitarbeiter am Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), Ackerstrasse, 5070 Frick. Eine ausführliche Version des Artikels erschien in der Zeitschrift «Ökologie und Landbau», 2/2009. www.fibl.org

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Das Fibl-Weiterbildungs-Programm umfasst 32 Kurse im Zeitraum November 2011 bis Oktober 2012. www.bioaktuell.ch, Agenda

Produzentenumfrage 2011 Die Bio Suisse will wissen, wie zufrieden ihre Bauern mit der Geschäftsstelle sind. Die Umfrage ist im Internet aufgeschaltet, läuft bis zum 15. November 2011. Verbunden ist damit ein Gewinnspiel. Dem Gewinner steht eine Betriebshilfe für zwei Tage, Verkaufsförderungsmaterial oder Bio-Wein. www.bio-suisse.ch 19


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KURZMELDUNGEN LANDTECHNIK

Die Agritechnica Goldmedaillen Fliegl lanciert neues Wiege-System

Das «Fliegl Wiege-System» (FWS) wiegt anders als übliche Wiegesysteme: Auch im Feld und hügeligen Gelände kann dieses System ohne ständige Rekalibrierung das Gewicht in einem Anhänger genau erfassen. Die Wiegezellen sind bereits kalibriert, sie erfordern daher kein Nachkalibrieren mehr, und die empfindliche Elektronik liegt geschützt in einem Laser verschweisstem Gehäuse. Zudem ist ein Neigungssensor eingebaut, der die notwendigen Korrekturen bei unebenem Boden vornimmt. Wie an der Vorstellung dieser Neuheit erwähnt wurde, kann dieses System zusätzlich erweitert werden, indem sich über dieses Wiege-System bei einer Häckselkette ein Feldhäcksler kalibrieren lässt. Mittels einer speziellen Software lassen sich dann alle in der Häckselkette laufenden Erntewagen gewichtsmässig exakt erfassen, auch wenn diese selbst nicht mit Wiegezellen ausgerüstet sind. Vorteile sieht man bei Fliegl darin, dass die Fahrt zum Wiegeort mit entsprechendem Zeitgewinn entfällt und eine detaillierte sowie zuverlässige Erfassung der Ladedaten als Massstab für Leistung und Ertrag anfällt. Momentan, so Fliegl, sei dieses System in dieser Art erst über die Isobus-Displays von John Deere sowie den Feldhäcksler des gleichen Herstellers nutzbar.

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Eine erste Goldmedaille bekommt Fendt für das «Guide Connect»System – zwei Traktoren, aber nur ein Fahrer. Die Forderung nach immer grösseren Arbeitsbreiten verlangt neue Wege, die Fendt nun mit diesem System beschreiten will, ohne dabei aber Nachteile wie Probleme mit der Strassengesetzgebung in Kauf nehmen zu müssen. Zwei Traktoren werden so miteinander verknüpft, dass sie als eine Einheit fungieren. Der geführte und gleichzeitig unbemannte, via Funk gesteuerte Traktor folgt dabei dem Führungs-

«Jaguar»-Häcksler mit Diesel-Sparkonzept Claas hat das Motorenkonzept (neu MAN-Motoren) der Feldhäcksler «Jaguar 980» und «970» optimiert und so den Dieselbedarf weiter reduziert. Möglich ist dies dank der Motorleistungssteuerung «Dynamic Power». Diese passt die Motorleistung automatisch den aktuellen Einsatzbedingungen an und fordert damit dem Motor nur die Kraft ab, den er gerade benötigt. Das spart Energie und Kraftstoff. Neu gibt es zudem auf Basis der Nahinfrarotspektroskopie ein Tool, das nebst dem TS-Gehalt weitere Inhaltsstoffe wie Stärke, Rohprotein, Rohfaser, Rohfett und Rohasche ermitteln kann.

fahrzeug im gleichen Arbeitsprozess, beim Wendevorgang und beim Ausweichen von Hindernissen. Der Landwirt kann seine Schlagkraft damit optimal planen, da er die Traktoren jederzeit auch getrennt als eigenständige Fahrzeuge einsetzen kann. Die zweite Goldmedaille geht an Krone für die erste, vollautomatisch und kontinuierlich arbeitende PresswickelKombination «Ulti-

ma», mit der man beim Abbinden und Entladen der Ballen weiterfahren kann. Möglich macht dies eine lange Vorkammer, die das Erntegut während des Bindevorgangs sammeln kann und es später in vorgepresster Form via Förderband in die Presskammer übergibt. Durch das Zusammenspiel von Vorpresskammer, semivariabler Presskammer und dem Traktor-Implement-Management soll ein zügiges Arbeiten möglich sein.

Methan-Traktor von Steyr

«Tornado» nun auch in Festkammer-Variante

Zwei Jahre nach der erstmaligen Präsentation eines Biogas-Traktors startet Steyr mit einem MethanTraktor eine neue Offensive bei Gas betriebenen Traktoren. Als Basis für den Methan-Traktor von Steyr dient

ein Steyr «Profi 6125», der mit einem speziellen «Mono-Fuel NGV» Motor (3 Liter mit 126 PS) von Fiat Power Train (FPT) ausgestattet ist. Fiat verwendet diesen Motor bei Transportfahrzeugen für den monovalenten Betrieb mit CNG (Compressed Natural Gas). Für die notwendige Einsatzdauer im Gasbetrieb ist er mit neun in die Karosserie integrierten Tankbehältern ausgestattet, die 300 Liter Gas beinhalten.

Vor zwei Jahren stellte Lely die Press-Wickelkombination «Welger RPC 445 Tornado» als sogenannte «Yellow Revolution» vor. Zwei Jahre später präsentiert Lely mit der «Welger RPC 245 Tornado» in der Festkammer-Variante jetzt den nächsten Schritt. Der Aufbau beider TornadoModelle ist ähnlich. Die Ballenpresse ist höher als normal angeordnet, damit der Ballen schnell zum Wickeltisch transportiert werden kann. Ringwickler und Folienhalter sind gleich, variieren aber nicht in der Wickelhöhe, da die Ballen immer die gleiche Grösse haben. Neben dem schnellen Ballentransport bietet die Maschine den Vorteil des schnellen Starts des Wickelrings – sogar noch vot dem Schliessen der Heckklappe.

11 2011 · UFA-REVUE


KURZMELDUNGEN LANDTECHNIK

10 Jahre stufenlose Getriebetechnik bei Deutz-Fahr Vor zehn Jahren präsentierte DeutzFahr seinen ersten stufenlosen Traktor an der Agritechnica. Quasi zu diesem Jubiläum wird das Produktprogramm nun ergänzt. Einerseits wird es in der Klasse von 200 bis 300 PS mit den «Agrotron 7210 TTV» (223 PS), «Agrotron 7230 TTV» (240 PS) und «Agrotron 7250 TTV» (263 PS) drei neue stufenlose Modelle geben. Gleichzeitig wird auch eine neue Bezeichnung der Traktoren eingeführt, die Hinweise auf die Baureihe und die Nennleistung gibt. Die Motoren sind mit SCR-Abgasnachbehandlung ausgerüstet. In der neuen «S-Class»-Kabine gibt es nun einen grösseren «i-Monitor» und eine neuen Multifunktionsarmlehne mit einem griffgünstigeren «PowerCom-V»-Hebel.

Dünge-TechnikNeuheiten von Amazone

Ebenfalls im oberen PS-Segment lanciert Deutz-Fahr mit dem «Agrotron L 730» einen mit neuem Volllastgetriebe, das über drei Fahrbereiche und bis zu zwölf Lastschaltstufen verfügt, ausgestatteten 220-PS-Traktor (ebenfalls mit

neuer «S-Class»-Kabine, Bild). Und schliesslich wird mit dem «Agrotron 6190» (193 PS) ein neues Modell in der Mittelklasse auf den Markt kommen, das es mit 4-fach Lastschaltgetriebe oder als stufenlose TTV-Version geben wird.

Mit rund 30 Neuheiten präsentiert Amazone zur Agritechnica eine wahre Innovationsflut. Im Bereich der Düngetechnik kommt mit dem «ZA-M 1001 Special Profis» (Bild) ein 1000-l-Düngerstreuer auf den Markt, der mit der bisher der gehobenen Preisklasse vorbehaltenden präzisen Wiegetechnik ausgerüstet ist. Das Wiegesystem ermittelt während des Streuvorgangs mithilfe einer Wiegezelle die unterschiedlichen Eigenschaften des Streugutes – und das mit einer hohen Messgenauigkeit. «WindControl» heisst ein System, das den Windeinfluss beim Dünger-

Traktorengewinnspiel: Die Gewinner sind ermittelt John Deere: Innovatives «Direct Drive» Getriebe Mit dem «Direct Drive»-Getriebe erweitert John Deere sein Getriebeangebot für die «6R»-Traktoren. Es Aus Anlass der Jubiläen 100 Jahre GVS und 75 Jahre GVS-Agrar verloste GVS-Agrar in Zusammenarbeit mit der UFA-Revue drei Traktoren, die Hersteller Agco zur Verfügung stellte. Anlässlich der Hausausstellung von GVS-Agrar wurden die Gewinner ermittelt und durften den Schlüssel aus den Händen der Verkaufsleiter Markus

kombiniert den Bedienungskomfort eines stufenlosen mit dem Wirkungsgrad eines rein mechanischen Getriebes und eignet sich für Arbeiten, die einen kontinuierlichen Kraftfluss erfordern. Die darin verbaute Doppelkupplungstechnologie ist in der Automobilbranche bekannt und kommt jetzt erstmals bei Traktoren zum Einsatz. Das Getriebe verfügt über drei Gruppen mit jeweils acht voll lastschaltbaren Gängen und ist durchgehend manuell oder automatisch schaltbar. UFA-REVUE · 11 2011

Case mit neuen «Maxxum» Zur neuen «Maxxum EP»-Baureihe gehören sechs neue Modelle im Leistungsbereich von 143 – 176 PS, wahlweise mit 4- oder 6-ZylinderMotoren und Commonrail Einspritzsystem. Ein Highlight ist die «Multicontroller»-Bedienkonsole, mit der alle Traktorfunktionen in der rechten Armlehne gesteuert werden können. Ab 2012 gibt es zudem für alle Case «Puma»-Modelle von 170 – 230 PS auf Wunsch ein ABSBremssystem.

Angst (Valtra), Werner Müller (Fendt) und Beat Schmid (Massey Ferguson) entgegennehmen. Der Valtra «A83 HighTech» ging an Edwin und Andrea Hottinger aus Wädenswil, der Fendt «209 Vario» an Werner und Esther Steinmann aus Reiden und der Massey Ferguson «5420» an Ulrich und Susanne Gygax aus Heinrichswil.

streuer korrigiert. Das vorerst beim Grossflächenstreuer «ZG-TS« verfügbare Tool umfasst eine Wetterstation, mir der die momentan wirkenden Windverhältnisse im Bereich des Streufächers erfasst sowie mit einem Verstell-Mechanismus ausgeglichen werden. Das Softwaremodul «Headland Control» ermöglicht ein perfektes Düngerstreuen in den Grenzbereichen von Parzellen. Das neue Grenzstreuverfahren besteht aus einer automatisch schaltbaren, scheibenintegrierten Grenzstreueinrichtung («Auto-TS») und einer StreufächerSoftware zur Steuerung der Grenzstreueinrichtung, welche die dreidimensionalen Eigenschaften des Streufächers bei der Überlagerung berücksichtigt und entsprechend anpasst.

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Der Einstieg in die «X»-Serie war noch nie so kompakt Der neue «Metrac G3 X» von Reform ist mit einem wassergekühlten 4-Zylinder Diesel-Motor mit 44 PS ausgestattet. Charakteristisch für die gesamte «X»-Serie sind die Endantriebe, die in jedem Modell und somit zukünftig auch im neuen «G3 X» serienmässig integriert sind. Endantriebe haben den grossen Vorteil, dass der gesamte Antriebsstrang unterstützt und gleichzeitig geschont wird. Somit wird der Verschleiss reduziert und die Lebensdauer des Fahrzeugs erhöht. Alle erforderlichen Eigenschaften wie Selbstsperrdifferenzial an der Vorderachse, handbetätigte Differenzialsperre an der Hinterachse sowie zuschaltbarer Allradantrieb bleiben dabei erhalten. Auch die vier verschiedenen Lenkungsarten Front-, Heck-, Allrad- und Hundeganglenkung bleiben bestehen und beste Wendigkeit kann somit weiterhin garantiert werden. Neben den Endantrieben gibt es aber noch eine weitere herausragende Besonderheit des neuen «G3 X»: Die optional geschlossene Kabine inklusive Heizung. Komfortablen Einsätzen im Winter beziehungsweise Schutz bei starkem Regen und sonstigem Niederschlag steht somit nichts mehr im Wege. Darüber hinaus wurde das Fahrerhaus generell geräumiger konstruiert.

Beantworten Sie diese Kreuzworträtsel-Fragen: Der nebenstehende Text hilft Ihnen dabei. 1 Die «Metrac» von Reform haben davon deren vier. 2 So heisst die Schweizer Niederlassung von Reform. 3 Weist beim neuen «Metrac 3X G» 44 PS auf. 4 Wird für die Hinterachse mit der Hand betätigt. 5 Ist mit einem Selbstsperrdifferenzial ausgestattet. 6 Ist dank den vier Lenkungsarten garantiert. 7 Sind charakteristisch für die «X»-Serie und auch im «Metrac 3X G» integriert. 1 2 3 4 5 6 7

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UFA-REVUE · 11 2011

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PRAXISTEST KNOW-HOW

Sicher und vielseitig WEIDEMANN «T4512 CC35» Kompakt, wendig und übersichtlich wie ein Hoflader aber standsicher, leistungsfähig und vielseitig einsetzbar wie ein Teleskoplader: So zeigte sich der vor zwei Jahren auf den Markt gekommene Teleskoplader im Hoftrac-Format, der «T4512 CC35» von Weidemann beim Praxistest.

Als kleines Kraftpaket bezeichnete Weidemann bei der Vorstellung den Teleskoplader «T4512 CC 35», ausgerüstet mit einem wassergekühlten 31-PS-Motor von Yanmar, hydrostatischem Allradantrieb und einer hydrostatischen, permanenten Allradlenkung mit dem Wendekreis von 5.2 m.

Kompakte

Abmessungen Der «T4512 CC35» kann dank seinen kompakten Abmessungen (Länge: 3.88m, Breite: 1.56m, Höhe: 1.94m) mit jenen eines Hofladers nahezu mithalten, übertrifft aber dessen Hubhöhe mit 4.3m bei Maximallast deutlich. Auch die durchgehende Hubkraft bei eingezogenem Arm von 1200kg kann sich sehen lassen.

Im Gegensatz zu einem knickgelenkten Hoflader treten bei einem allradgelenkten Teleskoplader keine Schwerpunktverlagerungen auf. Der «TT 4512 CC35» verspricht deshalb eine hohe Standsicherheit.

Steuerung Dank der geringen Bauhöhe gestaltet sich der Einstieg in Kabine, die trotz den kompakten Abmessungen des Laders auch grösseren Personen ausreichend Platz bietet, bequem. Das linke Seitenfenster lässt sich öffnen. Gut gelöst ist auch die bei Teleskopladern oftmals problematische Sicht nach hinten rechts: Man hat alles gut im Blick. Der Komfortsitz kann individuell verstellt und auf das Körpergewicht indivi-

duell angepasst werden. Die Steuerung des Antriebs erfolgt automotiv. Ein Druck aufs Gaspedal und die Maschine beginnt sich zu bewegen (bis zu 20 km/h). Kommt Widerstand, so reduziert die Steuerung automatisch die Geschwindigkeit und erhöht gleichzeitig das Drehmoment. Über den Multifunktions-Joystick werden sämtliche Ladeund Fahrfunktionen gesteuert. Über ein zusätzliches Steuergerät (kann ebenfalls auf Joystick gelegt werden) kann die optional verfügbare hydraulische Geräteverriegelung bedient werden.

Wartung Dank einer komplett abnehmbaren Motorhaube gestaltet sich der Zu-

Praxisstimme zum Teleskoplader Weidemann «T4512 CC35» Jean-Pierre Castella und Nicolas Dumas

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Jean-Pierre Castella und Nicolas Dumas haben 2007 eine Betriebsgemeinschaft gegründet und bewirtschaften heute in Sommentier (FR) eine Nutzfläche von rund 50 ha. Die beiden Landwirte haben sich auf die Milchproduktion und die Jungviehaufzucht spezialisiert und erzeugen jähr-lich rund 500 000 kg Milch. Den Teleskoplader Weidemann «T4512 CC3» haben sie seit Frühjahr 2011 im Einsatz. Da die Maschine täglich im Einsatz ist, weist der Lader bereits weit über 200 Betriebsstunden auf. «Mit diesem Lader haben wir einen kleinen Lader mit Panzerlenkung ersetzt», betonen die beiden. Dieser sei zwar äusserst wendig gewesen, aber leider auch sehr begrenzt, was seine Hubhöhe betraf. «Wir haben uns deshalb für diesen kleinen Teleskoplader von Weidemann entschieden, weil er im Handling und in der Hubhöhe genau unseren Vorstellungen entspricht». Obwohl das Drehen an Ort nun nicht

mehr möglich ist, schätzen die beiden doch den insgesamt besseren Komfort. Der «T4512 CC35» wird auf dem Betrieb für die Fütterung, die Stallreinigung und generell für den Güterumschlag eingesetzt. Die Landwirte schätzen vor allem die Sicherheit dieses Fahrzeugs. «Man hört so oft von gekippten Knicklenkern, da wollten wir, zumal wir auch Lehrlinge ausbilden, diesbezüglich auf Nummer sicher gehen.» Jean-Pierre Castella und Nicolas Dumas haben den Teleskoplader mit einer Palettengabel, einer Schaufel und einer Krokodilzange ausrüsten lassen. Insgesamt sind die zwei Bauern sehr zufrieden mit ihrer Investition, auch wenn sie hin und wieder etwas mehr Motorleistung oder die Möglichkeit des Hundegangs wünschen würden. Der «T4512 CC35» unterscheide sich sehr vom Vorgänger, aber punkto Sicherheit, Komfort und Vielseitigkeit sei der neue Teleskoplader wesentlich besser. 11 2011 · UFA-REVUE


PRAXISTEST KNOW-HOW gang zum Motor, zum Hydrauliksystem und zur Elektrik einfach. Standardmässige Wartungsund Kontrollarbeiten lassen sich so schnell erledigen. Durch die kompakte Bauart und wegen des 2.5 t schweren Einsatzgewichts kann der Weidemann «T4512 CC 35» ohne grossen Aufwand auf einem konventionellen Anhänger zu den Einsatzorten transportiert werden.

Fazit Das Zusammenspiel von Hubhöhe, Breite und Leistung ist beim «T4512 CC35» von Weidemann wohl einmalig gelöst. Mit

Steckbrief Motor: Wassergekühlter, 3-ZylinderMotor von Yanmar mit 1.3l Hubraum und 31 PS / 22.6 kW. Antrieb: Hydrostatischer Allradantrieb, 20 km/h. Hydraulik: Multifunktionshebel, mechanisches Schnellwechselsystem für Arbeitsgeräte, optional hydraulisch. Hubhöhe: 4.3 m.

Auf unsere Fütterungstechnik müssen wir uns hundertprozentig verlassen können.

KUHN, das ist unsere Stärke!

Hubkraft: 1200 kg, 1880 kg (max.). Masse: Länge: 3.88 m, Breite: 1.56 m, Höhe: 1.94 m. Wendekreis: 5.2 m. Betriebsgewicht: 2530 kg.

der Konzentration auf das Wesentliche wurde eine vielseitig einsetzbare Maschine entwickelt, die mit einer Anhängevorrichtung oder dem optional verfügbaren Heckhubwerk mit hydraulisch angetriebener Zapfwelle auch noch für weitere Anwendungen durchaus geeignet ist. 䡵 Kann mit den Abmessungen eines Hofladers mithalten, übertrifft aber dessen Hubhöhe. Enger Wendekreis (1), hydraulische Geräteverriegelung (2) und die Bedienung (3) sind weitere Pluspunkte.

0827-GAM-EL-EU-CH-DE – Foto: D. Rousselot

Autoren Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur, Gaël Monnerat, UFA-Revue, 1701 Puidoux. In loser Folge publiziert die UFARevue unter dem Titel «Praxistest» Berichte über landwirtschaftliche Maschinen. Die Interviewpartner, respektive Eigentümer dieser Maschinen, werden jeweils in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Herstellern oder Importeuren ausgesucht. www.bucherlandtechnik.ch

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Erfolgreiche Tierhaltung erfordert ständig Ihre volle Konzentration auf die Leistung und das Wohlbefinden Ihrer Tiere, aber auch auf die Produktionskosten. Um dafür den Kopf frei zu haben, müssen Sie sich auf Ihre Fütterungstechnik verlassen können und da geht nichts über einen Spezialisten mit einem innovativen, zuverlässigen Maschinenprogramm. Mit seinem Komplettangebot an Futtermischwagen, Fütterungsgeräten und Stroheinstreu- und Verteilgeräten stellt Ihnen KUHN Tag für Tag seine Kompetenz zur Verfügung. Ihr autorisierter KUHN-Vertriebspartner sagt Ihnen gerne, wie die Produkte und Dienstleistungen von KUHN Ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken können. KUHN Center Schweiz, 8166 Niederweningen Telefon +41 44 857 28 00 Fax +41 44 857 28 08 www.kuhncenterschweiz.ch

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Pflanzenbau I Tierhaltung I Landschaftspflege

be strong, be KUHN UFA-REVUE · 11 2011

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LANDTECHNIK

Holzschlag ja – aber sicher UNFALLVERHÜTUNG IM WALD Viele Landwirte werden demnächst mit der Holzernte beginnen. Damit das Holzen nicht zum Albtraum wird, braucht es eine gute Vorbereitung und Planung. Das Fällen von Holz ist die gefährlichste Arbeit in der Landwirtschaft. Insbesondere bei Totholz ist grösste Vorsicht angesagt.

Ruedi Burgherr

Bei der Holzhauerei müssen Sicherheitsregeln unbedingt eingehalten werden. In Zusammenhang mit Totholz ist es besonders wichtig, die Umgebung exakt zu beurteilen und die Gefahren zu erkennen. Solange Gefahr durch Totholz besteht, darf nicht mit Fällen begonnen werden. Die meisten tödlichen Unfälle ereignen sich beim Fällen. Die hauptsächlichen Unfallursachen sind: • Fallende Äste, • ungenügende Sicherheitsdistanzen, • ausschlagende Bodenstücke oder • Aufreissen von Laubholz.

Totholz ist besonders zu beachten Waldarbeit ist die gefährlichste Arbeit überhaupt. Das Fällen von Totholz gehört nicht zum Normalfall und ist deshalb besonders gefährlich. Doch wer

Moderne Forstkleider sind angenehm zu tragen, leicht, robust, farbig, funktionell, wasserabstossend und schützen vor Verletzungen. Sie sind auch im Sommer angenehmer zu tragen. 28

einen Holzschlag beginnt, muss die dürren Bäume besonders beachten und nötigenfalls fällen, das heisst niederreissen, damit sie nicht gefährlich werden. Die Umgebung des zu fällenden Baumes muss genau beurteilt werden. Dürres Holz ist unberechenbar, denn es kann bei der leichtesten Erschütterung umfallen. Es gehört zur Umgebungsbeurteilung, solches Holz zu beachten und wenn nötig niederzureissen, bevor mit dem Holzschlag begonnen wird. Der Einsatz der Seilwinde ist unerlässlich.

Am sichersten ist eine Seilwinde mit Funksteuerung, da fein gearbeitet werden kann und der Maschinenführer einen sicheren Platz mit Blick zu Traktor und Baum auswählen kann.

Hänger sofort zu Fall bringen Nicht immer gelingt die geplante Fällrichtung. Das kann zu sogenannten Hängern führen. Bäume mit dürren Ästen sind viel sperriger und können deshalb nicht so leicht gefällt werden. Oft gibt es dabei Hänger. Hänger müssen umgehend zu Fall gebracht werden. Folgende Massnahmen sind verboten: • Einen zweiten Baum auf einen Hänger zu werfen. • Den Stützbaum zu fällen. • Meterweises absägen. • Unter Hängern zu arbeiten.

Hänger können je nach Situation mit dem Kehrhaken, Sappie oder Seilzug zu Fall gebracht werden. Am besten eignet sich aber ein Traktor mit Seilwinde. Die BUL empfiehlt das seilwindenunterstützte Fällen für alle Bäume, die nicht von selbst eindeutig in die vorgesehene Richtung fallen werden. Wenn mit der Seilwinde gezogen wird, kann der Motorsägeführer den Fallbereich rechtzeitig ohne Hast verlassen. Er wird auch den Fällschnitt nicht zu weit führen, da das mühsame Umkeilen wegfällt. Zu beachten ist, dass die Sicherheitsdistanzen eingehalten werden und das Seil in ausreichender Höhe befestigt wird. Der Traktor muss mindestens zwei Baumlängen vom zu fällenden Baum entfernt stehen, sonst ist das Drahtseil umzulenken. Alle Hilfsmittel wie Rückeketten, Drahtseile, Winde, Umlenkrollen und Struppen müssen in einwandfreiem Zustand und für die zu erwartenden Belastungen konstruiert sein. Eine grosse Gefahr bilden dürre Äste, die bei der geringsten Bewegung herunterfallen können. Da es immer mehr Totholz in den Wäldern gibt, ist diese 11 2011 · UFA-REVUE


LANDTECHNIK Gefahr zunehmend. Nicht nur der zu fällende Baum ist zu beachten, sondern auch alle Bäume in der Umgebung. Bäume, die schon längere Zeit abgestorben sind, können bei der leichtesten Erschütterung umfallen oder Äste verlieren. Sie sind besonders zu beachten, resp. vorher mit der Seilwinde umzuziehen. Sie sollten nicht umgesägt oder umgekeilt werden.

Persönliche

Grafik: Tödlich verunfallte Personen im Privatwald (Anzahl Personen über 60 Jahre, 2004–2008) 13 tödliche Unfälle Holzrücken 2

Herabstürzende Äste 2 Diverse 2

Umstürzender Baum 4 Abgestürzt 3

Schutzausrüstung

Das Tragen der persönlichen Schutzausrüstung im Forst ist nicht abhängig von

Der Holztransport mit einem Krananhänger ist sicher und effizient, weil nur ein Fahrzeug gebraucht wird und der Anhänger spezifisch für Holztransporte gebaut ist.

der Witterung. Ob es sehr kalt, sehr nass oder sehr heiss ist, die persönliche Schutzausrüstung muss immer getragen werden. Zur persönlichen Schutzausrüstung gehören: • Forsthelm mit Gehör- und Gesichtsschutz, ev. Nackenschutz, • auffällige Forstbluse oder T-Shirt, • Schnittschutzhose, • Forstschuhe oder –stiefel, • Handschuhe und • mit Vorteil funktionelle Unterwäsche. In den letzten Jahren wurde die Forstkleidung punkto Tragekomfort stark weiterentwickelt und verbessert. Der Tragekomfort von Schnittschutzhosen ist abhängig vom Oberstoff, vom Schnitt, von den Taschen und vom Schnittschutz. In den neuen Forstkleidern werden Hightech-Materialien eingesetzt und die Oberstoffe massiv verbessert. Um der hohen Belastung Stand zu halten, wird vorne an den Beinen Kevlar oder Cordura verwendet. Diese Materialien werden auch für strapazierfähige Sport- und Motorradbekleidung eingesetzt. Für die weniger beanspruchten Teile, wie Rücken, Gesäss oder ÄrUFA-REVUE · 11 2011

Das Fällen dürrer Bäume verlangt eine exakte Beurteilung des Baumes unter Berücksichtigung von allen möglichen Störfaktoren.

mel werden elastische, atmungsaktive Materialien verwendet. Bei den Forsthosen und Blusen der neuen Generation werden die Materialien exakt nach Anforderungen der Fachleute kombiniert, zum Beispiel Strapazierfähigkeit, Tragekomfort, Farben, Funktionalität, Bedarf an Taschen. Seit kurzem werden sogenannte Sommerschnittschutzhosen angeboten. Sie sind leichter und atmungsaktiver, der Schnittschutz muss aber gewährt sein. Selbstverständlich können solche Hosen das ganze Jahr getragen werden. Die Forstbluse kann durch geeignete, auffällige orange oder gelbe (kurz- oder langarmige) T-Shirts oder Hemden mit gleichen Eigenschaften ersetzt werden. Bei normaler Witterung sind Forstschuhe wesentlich komfortabler als

Forststiefel. Forststiefel machen nur Sinn bei extrem nasser Witterung. Der Helm kann nur dann durch einen Gehörschutz mit Gesichtsschutz ersetzt werden, wenn keine Gegenstände (Äste) herunterfallen können.

Ausbildung und Fähigkeit Sicheres Arbeiten lohnt sich immer. Wer im Wald arbeitet, braucht die nötige Erfahrung sowie die erforderliche Aus- und Weiterbildung. Vor jeder Arbeit muss man sich folgende Fragen stellen: • Bin ich fähig diese Arbeit sicher auszuführen, habe ich die nötige Ausrüstung? • Kann ich mir die nötigen Fachkenntnisse erwerben? • Muss ich die Arbeit einem Unternehmer übergeben, der die Arbeit professionell und sicher ausführt? Wer an seinen Fähigkeiten zweifelt, soll den zweiten oder dritten Weg wählen. Ein solcher Auftrag kann auch an erfahrene und richtig ausgerüstete Berufskollegen erteilt werden. Das Eingehen von Risiken lohnt sich nicht. Zudem sind Forstunternehmer oft in der Lage, das Holz zu übernehmen. Holztransport Viele

Landwirte transportieren Holz mit ungeeigneten Fahrzeugen und unterschätzen das Gewicht. Ein Kubikmeter frisches Buchenholz kann über eine Tonne schwer sein, ein Ster Spälten bis 800kg wiegen. Schon oft gab es tödliche Nachstossunfälle wegen mangelnder Bremsen oder Unkenntnissen des Fahrzeugs. 䡵

Autor Ruedi Burgherr, Geschäftsführer Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft, BUL, 5040 Schöftland Unsicheres Arbeiten lohnt sich nie, denn niemand kann sich einen Unfall leisten. Die Website www.holzerkurse.ch vermittelt verschiedene Informationen und zeigt das Angebot an Holzerkursen zum sicheren Arbeiten im Bauern- und Privatwald. Mehr Informationen und geeignete Ausrüstungen bei www.bul.ch, BUL, Postfach, 5040 Schöftland, 寿 062 739 50 40, bul@bul.ch

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PRAXISTEST KNOW-HOW

Allrounder mit Tiefgang LADEWAGEN LELY «TIGO 35 ST» Die Futterbergung mit dem Ladewagen ist wohl die wirtschaftlichste Art. Die Baureihe der «Tigo S» Ladewagen von Lely ist mit dem über Zahnräder angetriebenen Ladeaggregat und dem mit bis zu 33 Messern ausrüstbaren Schneidwerk für jede Futterart geeignet. In der Ausführung als Tiefgänger findet der «Tigo 35 ST» auch den Weg durch Obstkulturen.

Der Lely «Tigo 35 ST» in Tiefgänger-Version.

Der Einstieg von Lely in die Ladewagen-Technik begann 2009, als man mit dem deutschen Traditionsunternehmen Mengele Agrartechnik eine strategische Allianz einging. Für Lely bedeutete dieser Schritt damals eine willkommene Ergänzung des bestehenden Programms für die Futterernte, denn der von Mengele entworfene und hergestellte Ladewagen war ein bekanntes und akzeptiertes Produkt. Rund ein Jahr später übernahm Lely dann die kompletten Anteile von Mengele mit der Folge, dass der von Mengele produzierte Ladewagen fortan auch in den deutschsprachigen Gebieten in rotem Lack unter dem Namen «Tigo» verkauft werden konnte. Ab 2011 bietet Lely diese Ladewagen auch in der Schweiz an, darunter den Typ «Tigo 35 ST».

Ladeaggregat Herzstück dieses Ladewagens ist das über Zahnräder angetriebene Ladeaggregat. Drei oder optional fünf Förderschwingen (wahlweise auch mit Zentralschmierung) sorgen für einen gleichmässigen und vor allem schonenden Einzug des Ernteguts. Kurvenbahngesteuert schwingen Doppelzinken in den Futterkanal, fördern das Halmgut durch die schräg stehenden

Messer nach oben und ziehen sich kurz vor dem Eintritt in den Laderaum wieder aus dem Förderkanal heraus.

Ungesteuertes Pendel-Pickup Das Pendel-Pick-up (Arbeitsbreite 1.80 m) passt sich den Bodenunebenheiten an. Dank der Formgebung des Streifbleches kann auf eine verschleissanfällige Kurvenbahnsteuerung der fünf

Praxisstimme zum Ladewagen Lely «Tigo 35 ST»

Christoph und Andreas Wälchli.

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Andreas Wälchli führt in Buchackern (TG) einen Milchwirtschaftsbetrieb mit Kälbermast und Obstbau. Als er im April dieses Jahres seinen neuen Ladewagen kaufte, war er der erste, der dieses Modell in der Lely-Farbe rot bezog und ihn auch gleich im Werk abholte. «Nachdem mit Sohn Christoph nun die Hofnachfolge gesichert ist, zog ich es vor, als Ersatz eines reparaturanfällig gewordenen Ladewagens mit dem Lely ‹Tigo 35 ST› eine Neuinvestition zu tätigen». Dass die Wahl auf Lely fiel, hat damit zu tun, weil der lokal ansässige Händler Martin Schenk diese Marke führt, aber auch damit, dass es sich bei diesem Ladewagen um eine bekannte und robuste

Technik aus dem Hause Mengele handelt. «Wir brauchen den Ladewagen täglich fürs Eingrasen – entweder mit dem Frontmähwerk oder dem Motormäher – und auch für die Heuernte auf unserem 25-ha-Betrieb», berichtet Wälchli. Da auch im Obstgarten Futter geerntet wird, musste es ein Tiefgänger ohne Tandemachse, dafür mit Breitbereifung sein. Zudem sollte man den Dürrfutteraufbau schnell und einfach klappen können. «Mit dem Lely ‹Tigo 35 ST› wurden unsere Wünsche erfüllt, die Maschine arbeitet bis jetzt zu unsere vollen Zufriedenheit», hält Wälchli fest. Insbesondere schätzt er das verzinkte, gegen Rost geschützte und 1.80 m breite Pickup, das wohl breiteste seiner Klasse, mit dem auch

in Kurvenform abgelegte Schwaden sicher aufgenommen werden. «Überzeugend ist auch die Bodenanpassung mit der pendelnden Aufhängung des Pickups». Dank den fünf Förderschwingen wird das Futter auch schonend geladen. Auch kleine Details, wie z.B. eine Halterung für die Hydraulikschläuche, findet Wälchli eine tolle Sache. «Die gesamte Bedienung mit der elektrischen Steuerung ist komfortabel», meint Wälchli weiter. Was die erforderliche Leistung des Traktors anbetrifft so hält Wälchli 45 PS als durchaus noch ausreichend. Einziger Nachteil ist die Kurbelstütze, respektive deren Positionierung. «Da sollten sich die Ingenieure noch was Schlaues einfallen lassen», meint Wächli abschliessend. 11 2011 · UFA-REVUE


PRAXISTEST KNOW-HOW Zinkenreihen verzichtet werden. Damit ist das ungesteuerte und verzinkte Pickup nicht nur wartungsfrei, es wird auch eine hohe Laufruhe erreicht. Lely ist der einzige Hersteller mit ungesteuertem Pick-up und FĂśrderschwingen.

einzelne Messer ist gegen FremdkĂśrper abgesichert und kann ohne Werkzeuge ausgewechselt werden. Ăœber einen Bedienhebel wird die Messerzahl (0/5/

Zwei Messer-Ebenen Der Tigo 35 ST kann mit bis zu 33 Messern ausgestattet werden. Das in zwei MesserEbenen (17 oben, 16 unten) stehende Schneidwerk ermÜglicht theoretische Schnittlängen bis zu 38 mm. Jedes

Steckbrief Ladewagen Tigo 35 ST Volumen: 22 m3 (DIN), bei mittlerer Pressung 34 m3. Gewicht: 2230 kg (leer), zulässiges Gesamtgewicht: 6200 kg. Ladeaggregat: 5 FÜrderschwingen. Minimale Schnittlänge: 38 mm bei 33 Messern. Breite Pickup: 1.80 m. Masse: Breite: 2.40 m, Länge: 8.05 m, HÜhe: 3 m (abgeklappt 2 m).

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17/21/33) schnell und einfach vorgewählt. Bei einem Futterstau kann das Schneidwerk ausgeschwenkt werden (auf Wunsch hydraulisch). Zum Nachschleifen der Messer unter dem Wagen wird das Schneidwerk einfach abgeklappt oder bei umfangreicheren Wartungsarbeiten auf Transporträdern ausgefahren.

Bedienung Die wichtigsten Funktionen des Tigo 35 ST werden hydraulisch gesteuert und lassen sich mittels Schaltventilsteuerung oder elektromagnetischer Direktschaltung (optional) vom Fahrersitz aus schalten. Zu diesen Funktionen gehÜren der Kratzboden, das Pickup und die automatisch schliessende Rßckwand sowie optional der Dßrrfutteraufbau (Scherengitter), die Knickdeichsel und das Schneidwerk. Weitere Optionen sind lenkbare Tasträder beim Pickup, das Prallblech mit Rollenniederhalter, eine akustische Fßllanzeige oder eine Begrenzungsplane, damit auch kurz geschnittenes Futter sicher geborgen wird. 䥾

Die Messer sind gegen FremdkÜrper gesichert und kÜnnen werkzeuglos ausgewechselt werden. Einfach, aber praktisch: Die Halterung fßr die Hydraulikschläuche.

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur In loser Folge publiziert die UFA-Revue unter dem Titel ÂŤPraxistestÂť Berichte Ăźber landwirtschaftliche Maschinen. Die Interviewpartner, respektive EigentĂźmer dieser Maschinen, werden jeweils in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Herstellern oder Importeuren ausgesucht. www.lely.de

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FAHRBERICHT LANDTECHNIK

Ein neuer Bekannter «FARMALL C» Der Name «Farmall» ist eng mit der Geschichte von Case IH verbunden, gibt es doch diese Traktor-Bezeichnung schon seit 1923. Mit mehr als 5 Millionen verkauften Einheiten ist dieser Traktor einer der erfolgreichsten auf dem Weltmarkt, Nun kommt der Allrounder «Farmall C» mit vorerst drei Modellen im Leistungsbereich von 55 bis 75 PS wieder auf den Markt.

Beim «Farmall C» handelt es sich um eine Neuentwicklung, die con Case IH für den Einsatz als Hoftraktor, Gemüsebau oder in Sonderkulturen konzipiert wurde. Die Modelle sind mit 55, 65 und 75 PS sowohl als Kabinenwie auch als Plattform-Versionen mit Überrollbügel verfügbar.

Motor Angetrieben

werden die Traktoren von einem 4-Zylinder Motor mit Turbolader von Fiat-Power-Train mit 3.2 Litern Hubraum. Der Motor erfüllt die Abgasstufe 3a und ist wirtschaftlich, benötigt er doch nur 8.5 Liter Motorenöl und hat ein Ölwechselintervall von 500 h. Das Tankvolumen liegt bei 90 Litern, es kann auch zu 100 % mit Biodiesel gefüllt werden.

Tabelle: Übersicht Baureihe Case «Farmall C» Modell 55C 65C 75C Motor 4 Zylinder, 3.2 l FPT-Motor mit Turbolader Nennleistung (PS, ECE R120) 55 65 75 Max. Drehmoment (Nm) 221 260 310

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Getriebe Für den Antrieb stehen entweder ein 12 x 12-Getriebe mit Wendeschaltung oder ein 12 x 12-Getriebe mit Powershuttle zur Verfügung. Auf Wunsch können beide Getriebevarianten auch mit einer 20 x 20-Kriechgang-Option bestellt werden. Bei der Zapfwelle gibt es die beiden Geschwindigkeiten 540 und 540 E. Der Allradantrieb kann unter Last zugeschaltet werden. Die Vorderräder weisen einen Einschlagwinkel von 55 ° auf, der äussere Wendekreis beträgt 7.60 m.

Ausstellbare Scheiben, ebener Boden und vollwertiger Beifahrersitz sind die Highlights der Kabine.

draulik (49 l/min) besitzt eine Hubkraft von 2200 Kilogramm und ist serienmässig mit Schnellkupplern ausgestattet. Standard sind zwei Zusatzsteuergeräte mit Auffangbehältern, auf Wunsch gibt es eines mehr. Zwei Zusatzsteuergeräte können zudem mit einem elektrischen ZweiWege-Ventil, ausgerüstet werden. Neu ist ein integrierter Joystick für die Steuergeräte im Mittenanbau, der die Steuerung eines Frontladers ermöglicht.

sig integrierten Freisichtfenster ermöglicht die optimale Kontrolle des Frontlader-Arbeitsraumes. Alle wichtigen Anzeigen sind praktisch im Armaturenbrett und in der Seitenkonsole integriert. Die optionale Klimaanlage wird nicht im Dach eingebaut, sondern ist anderweitig im Kabinensystem untergebracht. Dadurch wird eine Bauhöhe von 2.42 Metern erreicht. Für einen angenehmen Arbeitsplatz sorgt der breite Komfortsitz mit der optionalen Drehfunktion um 15 °. Ebenso ist ein vollwertiger Beifahrersitz serienmässig integriert, der mit einem Sicherheitsgurt versehen ist.

Kabine Äusseres Erkennungszei-

Fazit Case ist es gelungen, mit dem

chen ist das Design mit seiner nach vorne abfallenden Motorhaube und der komplett neu entwickelten Komfortkabine mit ausstellbaren Scheiben vorne, hinten und auf der Seite. Bei der Entwicklung wurde der Fokus auch auf hohen Fahrerkomfort und Ergonomie gelegt. So ist der «Farmall C» erstmalig in dieser PS-Klasse mit einer ebenen Kabinenplattform ausgestattet. Die Konstruktion des Kabinendaches mit einem serienmäs-

«Farmall C» in einem unteren Leistungssegment mit mechanischem Getriebe eine für viele Einsätze taugliche Maschine zu bauen. Bei Steyr gibt es diesen Traktor als «Kompakt S» mit 55 und 65PS, aber nur in Kabinenform. Ab 2012 komplettieren die Modelle mit 85 und 95PS (bei Case IH) sowie mit 75, 85 und 95PS (bei Steyr) die Produktpalette. 䡵

Hydraulik Die mechanische Heckhy-

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur

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FAHRBERICHT LANDTECHNIK

Starke und saubere Lösung MASSEY FERGUSON «7600» Mit der Baureihe «7600» und vier neuen Modellen mit bis zu 260 PS Maximalleistung bringt Massey Ferguson Traktoren auf den Markt, die über die neuste Abgasbehandlungstechnologie verfügen. Die ab nächstem Jahr erhältlichen Modelle soll es dann in drei Ausrüstungsklassen geben.

Neue Bedienkonsole mit verschiedenen, frei wählbaren Joysticks: Hier eine Ausführung mit Multipad in Kombination mit dem Multifunktionsjoystick.

Massey Ferguson bringt die neue Baureihe «7600» auf den Markt und ersetzt damit die Serien «6400» und «7400». Die neuen Traktoren können wahlweise mit dem vollautomatischen «Dyna-6»-Lastschaltgetriebe oder dem stufenlosen, von Fendt gefertigten «Dyna-VT» ausgestattet werden. Die Baureihe umfasst je vier SechszylinderModelle mit 6.6 oder 7.4 l Hubraum, gebaut von Sisu. Die Maximalleistungen liegen zwischen 185 und 235 PS (gemäss ISO), mit «Power-Management» bei den Dyna-6-Modellen werden noch zusätzliche 25 PS bereitgestellt. Mit 192 g/kWh zählt dabei der 7.4-lMotor zu den verbrauchsgünstigsten Modellen auf dem Markt. Die Traktoren haben bei einem Radstand von 3.00 m ein Leergewicht von 8 Tonnen, was beim grössten Modell mit 235 PS ein Leistungsgewicht von 34 kg/PS ergibt.

Hydraulik Das mit einer neuen elektronischen Steuerung bedachte Heckhubwerk hat eine Hubkraft von 9.3 Tonnen, die closed-centre-Hydraulik ist mit einer 110-l/min-Pumpe ausgestattet, als Option gibt es auch die Variante mit 150 l/min. Bei den Steuerventilen besteht die Wahl zwischen mechanischen oder elektrischen Versionen. Während die Anzahl der Steuerventile im Heck standardmässig bei vier liegt, gibt es im Frontbereich deren zwei, oder

Für 2012 bringt Massey Ferguson vier neue Modelle (185 – 235 PS) mit neuester SCR-Technologie.

eines mit Power-beyond-Möglichkeit. Die Hubkraft beim Fronthubwerk beträgt 4000 kg.

Bekannte Kabine Für die Kabine, unter anderem mit gewölbten Scheiben und der wahlweise mechanischen oder dynamischen Federung «Optiride Plus» sowie der Neugestaltung des Interieurs, wurden viele Elemente von der Baureihe «8600» übernommen. Von dieser Baureihe stammt auch das «Datatronic Control Centre Display» – ein alles umfassendes Vorgewende- und Gerätemanagementsystem mit entsprechendem Monitor.

Neue Bedienhebel Mit der Baureihe «7600» führt Massey Ferguson neue Bedienhebel ein. Als Standard-Variante zusammen mit dem Dyna-6-Getriebe gibt es den sogenannten T-Hebel. Dann gibt es neu den Multipad-Hebel, über den Geschwindigkeit, Fahrrichtung, Zapfwelle, Hubwerk, Steuerventi-

le und weiteres mehr geregelt werden kann. Beide Hebel können zudem mit dem Multifunktionsjoystick kombiniert werden, über den weitere Funktionen und zusätzliche Steuergeräte geregelt werden können.

Neues SCR-System Mit der Serie «7600» lanciert Massey Ferguson das neue SCR-System der Abgasnachbehandlung. Massey Ferguson bezeichnet es als «SCR-System der zweiten Generation». Durch die komplette Überarbeitung der Common-Rail-Einspritzung und dem Einbau eines wartungsfreien Dieseloxidationskatalysators vor dem eigentlichen SCR-Katalysator konnte der Gesamtwirkungsgrad mit weniger Treibstoff- und Adblue-Verbrauch erhöht werden. Mit dem 300 l fassenden Kraftstofftank, der um 135 l erweiterbar ist, und dem 40 l umfassenden AdblueTank sollten ausreichende «Reichweiten» möglich sein. 䡵

Tabelle: Die neuen Modelle der Baureihe «MF 7600» Modelle Getriebe Leistung (PS, nach ISO) Mit Power-Management (PS, nach ISO) Motor Hubraum (l) 34

MF 7619 Dyna-VT Dyna-6 185 185 210

MF 7620 Dyna-VT Dyna-6 200 200 220

MF 7622 Dyna-VT 215

Dyna-6 215 240

MF 7642 Dyna-VT Dyna-6 235 235 260

Agco Sisu Power SCR 6.6

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Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur

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sozusagen dem «Maximum» des Möglichen, bietet Steyr aber auch für die anderen Baureihen – vom «Kompakt S» bis zum «Profi» – massgeschneiderte und sparsame Komplettpakete für den kommunalen Ganzjahreseinsatz.

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und flexible Produktion nach Kundenwunsch ermöglicht. Die Entwicklung der qualitativ hochstehenden «Agrar» Maschinen orientiert sich ständig an den Wünschen der Schweizer Landwirtschaft. Eine grosse Palette an Vorführ-Lade-

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KURZMELDUNGEN PFLANZENBAU

Überbetriebliche Zusammenarbeit: Eine Chance für den Schweizer Ackerbau? Der Schweizer Ackerbau soll hochwertige Nahrungsmittel produzieren und zugleich wettbewerbsfähig, ressourceneffizient und sozialverträglich sein. Alles Schlagworte mit vielen Zielkonflikten oder ein gangbarer Weg für die Zukunft? Welches Potenzial haben überbetriebliche Kooperationen und Fruchtfolgegemeinschaften für die Zukunft des Ackerbaus in der Schweiz? Ergebnisse von Projektbetrieben liefern Antworten auf diese Fragen. Ein Schwerpunkt der Tagung ist der Planung und Umsetzung von Fruchtfolgegemeinschaften gewidmet. Mittwoch 16. November 2011, 9.00 bis 16.00 Uhr, Inforama Rütti, Zollikofen. Die Tagungssprachen sind Deutsch und Französisch, es gibt

eine Simultanübersetzung. Die Tagung richtet sich in erster Linie an Bäuerinnen und Bauern, die eine verstärkte Kooperation im Ackerbau anstreben, sowie an weitere Interessierte der Wertschöpfungskette. Tagungsgebühr inkl. Mittagessen: Fr. 80.–. Der Schweizerische Getreideproduzentenverband (SGPV), die Eidgenössische Technische Hoch-

schule Zürich (ETHZ), die Vereinigung Schweizer Kartoffelproduzenten (VSKP), die Schweizerische Hochschule für Landwirtschaft Zollikofen SHL und die Agroscope Forschungsprogramme ProfiCrops sind Partner der Studie und der Tagung. Zusätzliche Informationen unter: www.agroscope.admin.ch, Rubrik «Veranstaltungen».

Syngenta mit Umsatzsteigerung von 21%

heisst: 6419 t Erdbeeren (ein neues Allzeithoch); 3118 t Tafelkirschen (rund + 60 %); 5306 Aprikosen (+ 25 %) und 3715 t Zwetschgen (+ 22 %) und 1054 Tonnen Himbeeren (+ 12 %). Aufgrund des milden und trockenen Wetters im Frühling entstand ein Saisonvorsprung von 2 bis 3 Wochen.

Gelbsenf und Ölrettich, die vor dem Frost die Vollblüte erreichen.

Syngenta verbuchte im dritten Quartal einen Umsatz von total 2.7 Mrd. US-Dollar. Die Absatzmengen legten um 13 % zu. In Lateinamerika hat die Anbausaison gut begonnen (60 % Umsatzplus), und auch in der nördlichen Hemisphäre ist eine anhaltende Dynamik zu verzeichnen. Bei den Pflanzenschutzmitteln konnte eine Umsatzsteigerung von 23 % und beim Saatgut ein Wachstum von 13 % erzielt werden. In den ersten neun Monaten hat sich der Gesamtumsatz mit neuen Pflanzenschutzprodukten um 39 % auf 484 Mio. US-Dollar erhöht.

Rekordernte bei Sommerfrüchten Gemäss Angaben des Obstverbands (SOV) schlägt die diesjährige Sommerfrüchteernte mit einem Total von 32 897 t – das sind 35% mehr als die Durchschnittsmenge der vergangenen vier Jahre – alle Rekorde. Das UFA-REVUE · 11 2011

Rüben lagern Um Lagerverluste bei den Rüben zu vermeiden, empfiehlt die Fachstelle für Zuckerrübenbau Rübenmieten auf der Parzelle anzulegen und diese vor dem Zudecken mit Vlies auskühlen zu lassen. Schäden treten nur bei Regen und Temperaturen unter –3 °C auf. Die Gründüngungen auf den Rübenparzellen fürs kommende Jahr sollten nicht gemulcht werden, damit der Boden im Frühling besser abtrocknen kann. Ausnahmen: Früh gesäter

Pachtland jenseits der Grenze Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass die Schweizer Bauern nicht gegen geltendes Recht verstossen, wenn sie in Deutschland Land bewirtschaften. Das Landratamt Waldshut hatte zuvor den Pachtvertrag eines Schweizer Bauern in Deutschland nicht bewilligt, weil auch deutsche Bauern das Land wollten, aber weniger bezahlen konnten. Der Schweizer Bauer gelangte danach an den Europäischen Gerichtshof, der entschied, dass mit der Pacht oder dem Besitz von landwirtschaftlicher Nutzfläche in Deutschland durch Schweizer Bauer nicht geltendes Recht gebrochen wird. Das Amtsgericht WaldshutTiengen wird den Fall neu beurteilen müssen.

Sommerweizen: Fortschritte bei Ertrag und Qualität Die Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW züchtet seit 1947 ertragreiche und krankheitsresistente Sommerweizensorten von guter Backqualität (Klasse 1 oder Top), die den Anforderungen des Markts und des extensiven Anbaus gerecht werden. Die Entwicklung der guten Backqualität und des Ertrages im Laufe der vergangenen Jahrzehnte ist nun untersucht worden. Die Ergebnisse zeigen einen jährlichen Fortschritt von 0.74 % (entsprechend 0.2 ml/Jahr) für den Zeleny-Wert, von 0.64 % (entsprechend 0.5 dt/ha/Jahr) für den Ertrag und von 0,2 % (entsprechend 0.03 %/Jahr) beim Proteingehalt. In den vergangenen 27 Jahren

der Züchtung konnten in erster Linie bei der Proteinqualität und beim Ertrag Verbesserungen erzielt werden. Dieses Ergebnis überrascht nicht, da neben der Krankheitsresistenz die Backqualität zum Hauptziel des ACW-Zuchtprogramms zählt. Dies beweist, dass es durch Züchtung möglich ist, gleichzeitig den Ertrag und die Backqualität der Schweizer Sommerweizensorten zu steigern. Die Ertragssteigerung ist nicht direkt vergleichbar mit der von 1 dt/ha/Jahr, wie sie in Frankreich veröffentlicht worden ist. Im Gegensatz zur ACW berücksichtigt man dort ausschliesslich die Ergebnisse der Leistung von Eliteweizensorten und nicht die Durchschnittswerte von Versuchslinien.

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PFLANZENBAU

Verbessern der Bodenfruchtbarkeit ORGANISCHES MATERIAL IM BODEN ist eine wichtige Voraussetzung für fruchtbare und gesunde Böden. Mit der «Ökologisierung» der Energieproduktion und der Trennung organischer Abfälle entstehen neue Substanzen, die als organische Bodenverbesserer und zur Optimierung der Bodenfruchtbarkeit eingesetzt werden können.

Obschon die Reststoffe, die beim Vergären von organischem Material anfallen, und der Kompost gleich wie die althergebrachten Hofdünger Gülle und Mist ausgebracht werden, weisen sie andere Eigenschaften auf und werden für einen anderen Zweck eingesetzt. Diese Unterschiede sind auf die Zersetzung der organischen Abfälle durch die Bakterien in den Biogasanlagen zurückzuführen. Im Vergleich zu Rohgülle weist flüssiges Gärgut einen weniger ausgeprägten Geruch und eine schwächere Viskosität auf. Biogasdünger ist für Bodenwürmer ungiftig und fördert die biologische Bodenaktivität. Mit einem weiteren Trennungsvorgang von flüssigem und festem Gärgut kann zusätzlich festes Gärgut und Presswasser gewonnen werden. Das Ausbringen mit Streutellern ist bei organischem Festdünger angezeigt, damit eine regelmässige und feine Düngung gewährleistet ist.

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Flüssiges Gärgut Mit dem Einsatz von flüssigem Gärgut im Ackerbau und auf Futtergras soll die Bodenfruchtbarkeit und Pflanzenernährung gefördert werden. Durch die Zersetzung von Geruchsstoffen (flüchtige Fettsäuren, Phe-

nole und phenolische Derivate) sind die Geruchsemissionen beim Ausbringen schwächer. Flüssiges Gärgut bildet eine wichtige Stickstoffquelle, die den Pflanzen sogleich zur Verfügung steht, und kann darüber hinaus durch seine schwache Viskosität rasch in den Boden einsickern. Im Gegensatz zu unvergorener Gülle geht beim flüssigen Gärgut der Unkrautdruck zurück, da die Keimfähigkeit durch den Gärprozess abnimmt, ausserdem sinkt die Ätzwirkung. Das Ausbringen von Gärgut ist nur auf Betrieben gestattet, die ihren Düngerbedarf nicht mit Hofdünger decken können. Die Düngerbilanzen müssen in jedem Fall ausgewogen sein, zudem ist das Ausbringen des Düngers auf den Nährstoffbedarf der Pflanzen auszurichten. Das Ausbringen von flüssigem Gärgut ist innerhalb von drei Jahren auf 200 m3 beschränkt. Die ausgebrachten Mengen dürfen 30 m3/ha nicht überschreiten. Um das erhebliche Verlustrisiko zu senken, wird ausdrücklich empfohlen, die Applikation mit einem Schleppschlauchverteiler, mit Injektoren

Kompost entsteht aus der aeroben Umwandlung organischer Abfälle. Er weist einen hohen stabilen Gehalt an organischem Material auf, der mit zunehmender Kompostreife ansteigt. Kurzfristig beeinflusst der Kompost die Bodenfruchtbarkeit nur geringfügig, hingegen ist die Wirkung, bedingt durch das enthaltene stabile organische Material, mittel- und langfristig bedeutend. Er ist in der Landwirtschaft, im Garten- und Gemüsebau von grossem Nutzen.

oder mit Schlitzdrillgeräten durchzuführen. Durch die Beigabe von Wasser können die Ammoniakverluste ebenfalls reduziert werden.

Festes Gärgut, das beim Pressen oder Trocknen anfällt, hat auf die Fruchtbarkeit des Bodens die gleiche Wirkung wie kompostierter oder herkömmlicher Mist. Der Einsatz von festem Gärgut trägt zwar zur Verbesserung der Humusbilanz des Bodens bei, erreicht aber als Humusersatz nicht die gleich guten Werte wie Kompost. Ziel einer Applikation mit festem Gärgut ist,

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PFLANZENBAU stabilen Humus zu erhalten, die Bodenstruktur zu verbessern, den Wasserhaushalt zu regulieren, der Bodenerosion vorzubeugen und die mikrobielle Aktivität zu erhöhen. Die Applikationen auf Wiesen und Weiden müssen im Herbst oder Frühling erfolgen. Aufgrund der Feinheit des Gärguts können die Nährstoffe mit Hilfe des Regenwassers in den Boden eindringen und so eine Verschmutzung der Futterpflanzen vermeiden. Im Ackerbau erfolgt das Ausbringen des Gärguts entweder nach der Ernte oder vor der Aussaat auf tragfähigem Boden. Maximal dürfen 25 t TM/ha innert drei Jahren ausgetragen werden, dies entspricht 80 – 100 m3 Gärgut. Es empfiehlt sich, den Dünger mit Streutellern zu applizieren. Nur mit diesen Maschinen ist eine qualitativ zufriedenstellende Anwendung möglich, was besonders bei geringen Mengen pro Hektare wichtig ist. Das feste Gärgut muss in die obere Bodenschicht, in der sich die den Dünger zersetzenden Mikroorganismen befinden, eingearbeitet werden. Das Pflügen ist dazu nicht geeignet. Das feste Gärgut enthält junges organisches Material. Wenn es eingesetzt wird, besteht daher die Gefahr, dass es für die Zersetzung Stickstoff benötigt, der danach der Kultur fehlt. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn festes Gärgut auf anfälligen Kulturen wie Kartoffeln und Zuckerrüben ausgebracht wird.

Kompost Mit dem Ausbringen von Kompost sollen vor allem die Humusbilanz einer Parzelle sowie die Fruchtbarkeit des Bodens verbessert werden. Die grössten Vorteile des Komposts bestehen darin, dass er stabilen Humus bildet, die Bodenstruktur verbessert, den

Der Gärrest ist jenes Produkt, das bei der Vergärung von organischen Abfällen entsteht. Er ist reich an Nährstoffen, die von den Pflanzen rasch aufgenommen werden können und das enthaltene organische Material ist noch wenig stabil. Im Vergleich zu Gülle sind die Gärreste weniger aggressiv für Pflanzen und Boden, hingegen besteht die Gefahr erhöhter Ammoniakverluste. Ihre Wirkung auf die Bodenfruchtbarkeit ist meist kurzfristig und sie müssen daher nur ausgebracht werden, wenn bei den Pflanzen Bedarf besteht. Langfristig weisen die Gärreste eine geringe bis mittlere Wirkung auf. Gärreste kommen vorwiegend im Ackerbau zum Einsatz.

Die Direktsaat und die Wahl geeigneter Gründüngungen fördern den Gehalt von organischem Material im Boden.

Soll kurzfristig die Bodenfruchtbarkeit verbessert oder der Anteil an organischem Material im Boden erhöht werden? Die Antwort entscheidet über die Wahl des organischen Düngers und beeinflusst die Bodenbearbeitung.

Wasserhaushalt reguliert, vor Erosion schützt und das mikrobielle Gleichgewicht des Bodens verbessert. Die Art des Komposts muss dem jeweiligen Ziel angepasst werden. Ein holzreicher Kompost wirkt sich positiv auf die Bodenstruktur aus, während ein holzarmer vor allem zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit beiträgt. Für den Austrag von Kompost werden wie bei festem Gärgut Streuteller empfohlen, welcher anschliessend oberflächlich eingearbeitet werden sollte. Bei leichten und trockenen Böden sollte er 15 bis 20 cm tief eingearbeitet werden, um ein Austrocknen des Komposts zu verhindern.

Die Stickstoffsperre im Frühling, die durch ungenügend gereiften und holzreichen Kompost verursacht wird, kann für stickstoffzehrende Kulturen

Tabelle: Durchschnittlicher Nährstoffgehalt (kg/m3) bei verschiedenen Produkten Nährstoffe Gesamtstickstoff Flüssiger Stickstoff Stickstoff für Bilanz Phosphor Kalium Magnesium Kalzium Schwefel Organisches Material

N total N soluble N P 2O5 K2O Mg Ca S MO

Flüssiger Gärrest 4 (2 – 8) 2 (0.75 – 5) 2 (0.75 – 5) 1.5 (0.95 – 3) 4.1 (2 – 8.3) 0.9 (0.6 – 1.6) 5.4 (2.4 – 7.8) 0.3 (0.1 – 0.5) 50 (44 – 56)

Fester Gärrest 3.5 (2.3 – 4.1) 0.7 (0.2 – 0.7) 0.35 (0.2 – 0.4) * 1.7 (1.2 – 2.4) 2.8 (1.9 – 3.5) 1.5 (1 – 1.9) 25.5 (10 – 37) 0.4 (0.2 – 0.5) 133 (106 – 210)

Kompost 4 (2.6 – 6.5) 0.1 (0 – 0.4) 0.4 (0.3 – 0.6) 1.7 (1.1 – 2.9) 3.6 (2 – 6.2) 2.1 (1.4 – 3.9) 22.8 (11 – 25) 0.5 (0.3 – 0.7) 133 (86 – 224)

* Für feste Gärreste aus Vergärungsanlagen mit festen Abfällen berücksichtigt man wie beim Kompost 10 % Gesamtstickstoff. In landwirtschaftlichen Co-Vergärungsanlagen wird vorwiegend Hofdünger bearbeitet. Der feste Gärrest, der bei diesem Verfahren entsteht und mehr als 20 % Co-Substrate enthält, sollte in der Bilanz gemäss der Wegleitung von Swissbilanz Modul 8 mit 20 % Gesamtstickstoffgehalt aufgeführt werden. Quelle: Schweizerische Qualitätsrichtlinie 2010 der Branche für Kompost und Gärgut

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verheerende Auswirkungen haben. Beim Düngen im Frühling muss der Stickstoffgehalt des Bodens überprüft werden und unter Umständen ist das Ausbringen von 10 Einheiten Stickstoff notwendig, damit die Stickstoffsperre aufgehoben werden kann. Im Sommer und Herbst geht dieses Risiko aufgrund des noch vorhandenen Stickstoffs im Boden und der intensiveren Bodenaktivität zurück. Bei Kompost, bei dem die Nitrifikation eingesetzt hat, besteht nur ein geringfügiges Risiko einer Stickstoffsperre. Das Ausbringen von jungem organischem Material, beispielsweise unreifer Kompost, erhöht das Risiko von Pulverschorf bei Kartoffeln.

Folgen Organischer Dünger wirkt sich auf die Fruchtbarkeit der Böden aus, wobei diese je nach Düngertyp unterschiedlich ausfällt. Bei der Wahl eines organischen Düngers muss die gewünschte Wirkung berücksichtigt werden. Flüssiger Gärrest beeinflusst den Humusgehalt des Bodens kaum und Kompost verbessert die Bodenfruchtbarkeit nicht schlagartig. Das Düngen erfordert eine Planung, damit die Bilanzen der Betriebe nicht aus dem Gleichgewicht geraten. Sowohl die Stickstoffmengen, die im ersten und zweiten Jahr zur Verfügung stehen, als auch die Phosphorgehalte sind bei organischen Düngern je nach enthaltenem organischem Material unterschiedlich hoch. 䡵 Autor Gaël Monnerat, UFA-Revue, 1070 Puidoux

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PFLANZENBAU

Pünktlichkeit zahlt sich aus! DER ZUCKERRÜBENTRANSPORT AUF DER SCHIENE ist eine der Besonderheiten im Schweizer Zuckerrübenanbau. Während unsere Nachbarn die Rüben mehrheitlich auf der Strasse transportieren, bringt SBB Cargo über 800 000 Tonnen in die Zuckerfabriken von Aarberg und Frauenfeld.

Die Senkung der Anzahl Verladebahnhöfe von 300 auf 75 hat wesentlich zur Effizienzverbesserung des Schienentransports beigetragen.

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In der Schweiz erfolgt ein grosser Teil der Getreide- und Rübentransporte auf der Schiene. Bei Zuckerrüben, die mehr als 30 km von den Zuckerfabriken entfernt angebaut werden, erfolgt der Transport mit der Eisenbahn. Dieses Transportmittel entlastet die Strassen und trägt zu einem umweltfreundlichen Image der Landwirtschaft bei, bedingt aber auch, dass die an der Zuckerproduktion beteiligten Akteure sich an die damit verbundenen Auflagen halten. Für SBB Cargo ist die Rübenkampagne eine anspruchsvolle Periode im Betriebsjahr. Aufgrund der transportierten Menge und der begrenzten Produktionsperiode erfordert der Zuckerrübentransport eine sorgfältige Planung. Eine weitere Schwierigkeit bietet der Umstand, dass Rüben nicht wie Getreide in Silos gelagert werden können und die Zuckerfabriken regelmässig beliefert werden müssen. Deshalb sind auch rasche Lösungen gefragt, wenn in der Logistikkette Probleme auftreten.

Minutiöse Planung Die Kampagneplanung beginnt bereits im Februar und erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den ZAF und den regionalen Frachtunternehmen. Ziel ist, während der Kampagne täglich rund 300 Wagen Zuckerrüben an die Zuckerfabriken zu liefern, weshalb eine ausgezeichnete Vorbereitung notwendig ist, damit täglich rund 40 Züge mit Zuckerrüben auf einem bereits stark ausgelasteten Schienennetz verkehren können. Trotz intensiver Vorarbeiten im Vorfeld der Kampagne bleibt ein Team auch während der Transporte im Einsatz, um die auftretenden Probleme zu beheben. Betriebliche Störungen am Bahnnetz, technische Probleme in der Zuckerfabrik oder Regen, der das Ernten verunmöglicht, sind die hauptsächlichen Schwierigkeiten, mit denen sich die Mitarbeiter von SBB Cargo befassen müssen. Eine Änderung im Beladungsplan hat zur Folge, dass die ganze Logistikkette angepasst werden muss. Damit die Kampagne möglichst

Zuckerrübenschnitzel SBB Cargo kann für den Transport loser Zuckerrübenschnitzel die gleichen Güterwagen einsetzen wie für den Rübentransport. Die Zielorte von Zuckerrübenschnitzel decken sich jedoch nur selten mit den Rübenproduktionsorten, weshalb es nur wenige Synergien für diese beiden Waren gibt. Zuckerrübenschnitzel müssen die zur Verfügung gestellten Güterwagen füllen, und es ist wichtig, dass die Entladung fristgerecht stattfindet. Ein stehender Wagen hat nur scheinbar keine Konsequenzen, denn ein solcher Stillstand bedeutet, dass in Kürze landesweit tonnenweise Transportkapazitäten fehlen werden.

reibungslos über die Bühne geht, ist es entscheidend, dass alle Beteiligten ihre Verpflichtungen wahrnehmen.

Begrenzte Verpflichtung Bei normalen Wetterbedingungen, erstreckt

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PFLANZENBAU sich die Kampagne üblicherweise von Mitte September bis Weihnachten, und es müssen rund 800 Wagen zum Transport zur Verfügung stehen. Da die Kampagne zeitlich begrenzt ist, können die Wagen nicht ausschliesslich für den Rübentransport verwendet werden und kommen in der übrigen Zeit hauptsächlich für Holz- oder Alteisentransporte zum Einsatz. Da sich die Wagen für die Rübenkampagne in einem sauberen und tadellosen Zustand befinden müssen, erfolgt die Wartung im Sommer. Während der Kampagne müssen die Zuckerrübenzüge in den freien Zeitfenstern zwischen Passagierzügen und regelmässig verkehrenden Güterzügen fahren. Nebst dem Bereitstellen von Rollmaterial hat die Zuckerrübenkampagne auch für das Personal von SBB Cargo Konsequenzen, das diesen zusätzlichen Arbeitsanfall zu bewältigen hat.

Weniger Bahnhöfe Aufgrund des Preisdrucks beim Zucker musste die Zuckerrübenlogistik optimiert werden. Zur Effizienzsteigerung galt es die Transporte zu rationalisieren. Für die Zuckerrübenproduzenten war die Streichung von Verladebahnhöfen mit sichtbaren Folgen verbunden. Von 300 wurden jene auf 75 herabgesetzt. Die Wahl der Verladeorte wurde insbesondere im Hinblick auf eine verbesserte Logistik gemacht. So müssen die Bahnhöfe über genügend lange Geleisebereiche und ausreichend Platz für fixe oder mobile Umschlag-Einrichtungen verfügen. «Es ist nicht mehr möglich, dass wir eine Lokomotive und das Rangierpersonal in

Rübenlogistik bei SBB Cargo in Zahlen • 75 Verladebahnhöfe • 800 000 Tonnen Zuckerrüben und 140 000 Tonnen Zuckerrübenschnitzel sind zu transportieren • Über 180 Lieferbahnhöfe für Zuckerrübenschnitzel • 800 eingesetzte Güterwagen • 40 Züge pro Tag müssen ins Schweizer Schienennetz eingegliedert werden • 6 bis 7 Monate Vorbereitungszeit • Ein dreiköpfiges Team in Aarberg koordiniert den Verkehr und löst Probleme

einem Bahnhof einsetzen, um ein oder zwei Güterwagen zu holen», erklärt uns Pierre Valterio, Key Account Manager (KAM) bei SBB Cargo. Die Reduktion der Anzahl Verladeorte war eine der Massnahmen, die zur Senkung der Transportkosten beitrug.

Das Beladen organisieren Der Beizug von Rübenladern des Typs Maus und die regionalen Zusammenlegungen der Rübenpflanzer für den Rübentransport haben auch zu Vereinfachungen bei der Logistik geführt. Die Kapazitäten ermöglichen das Beladen einer grossen Anzahl von Wagen an einer Ladestelle. Damit ist nicht nur die Logistik auf der Schiene einfacher geworden, auch die Bauern können wertvolle Zeit sparen. «In immer weniger Bahnhöfen sind fest installierte Verladeanlagen anzutreffen, da diese vermehrt durch mobile Modelle ersetzt werden und auf diese Weise

Christoph Zumsteg Spezialist Angebotsplanung (links) und Pierre Valterio, Key Account Manager.

bei der Wahl des Verladebahnhofs zusätzliche Flexibilität bieten», erklärt Pierre Valterio.

Zusammenfassung Die Zuckerproduktion ist an logistische Höchstleistungen geknüpft, der Transport vom Feld in die Zuckerfabrik erfordert eine minutiöse Organisation und grosse Förderkapazitäten. Das passende Schlusswort dazu stammt von SBB-Cargo-Sprecherin Karin Grundboeck: «Niemand stellt sich vor, welche logistischen Herausforderungen sich in einem kleinen Zuckersäckchen verstecken!» 䡵

Autor Gaël Monnerat UFA-Revue, 1070 Puidoux

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Mobile Belader bieten zusätzlich Flexibilität bei der Logistikorganisation.

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PFLANZENBAU

Düngung vereinfachen MISCH- ODER VOLLDÜNGER? Eine ideale Zusammensetzung der verschiedenen Komponenten, eigens angepasste Formulierungen und eine Senkung der Anzahl Düngergaben steigert nicht nur die Attraktivität von Volldünger, sondern fördert auch die Fruchtbarkeit

Die speziellen Volldünger bieten dem Bauern eine Möglichkeit zur Arbeitsentlastung. Mit einer Zusammensetzung aus den für eine Kultur wichtigen Elementen können die notwendigen Nährstoffe in der richtigen Dosierung und idealen Form ausgebracht werden. Nebst den agronomischen Vorteilen, können mit einer Kombination von NPK und Spurenelementen für einen fruchtbaren Boden die Düngdurchgänge reduziert werden. Dies bietet besonders während arbeitsintensiver Perioden, beispielsweise während der Aussaat, grosse Vorteile.

Misch- oder Volldünger? Finanziell gesehen kann der Kauf von Einfachdünger mit einer hohen Konzentration an N, P oder K pro Düngereinheit vorteilhafter sein. Einige Bauern sind womöglich versucht, aus verschiedenen Düngern eine eigene Mischung zusammenzustellen, um die Anzahl Düngerdurchgänge und die Kosten zu senken. Die Herstellung eines Hausdüngers ist jedoch nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Zuerst muss aus den verschiedenen Düngern eine gleich-

mässige Mischung hergestellt werden. Beim Transport wird die Mischung aufgrund der unterschiedlichen Grösse der Granulatkörner und durch die Schüttelbewegungen erneut getrennt und gewisse Düngegranulate gelangen rascher in den Trichter als andere. Der bedeutendste Nachteil von eigenen Düngermischungen besteht jedoch darin, dass ein qualitativ gutes und regelmässiges Ausbringen nicht mehr gewährleistet ist. Die unterschiedliche Form und Dichte der verschiedenen Dünger, die gemischt wurden, führen zu einer ungleichmässigen Verteilung des Düngers auf der Parzelle, die sich mit einer grösseren Arbeitsbreite noch akzentuiert.

Gleichmässige Verteilung Jedes Volldünger-Granulatkorn enthält alle notwendigen Nährstoffe im richtigen Verhältnis. Die Homogenität des Düngers ermöglicht eine gleichmässige Verteilung über die gesamte Arbeitsbreite, so dass den Pflanzen jederzeit und in unmittelbarer Nähe die für ihre Entwicklung notwendigen Nährstoffe zur Verfügung stehen.

Tab. 1: Inhaltsstoffe verschiedener Volldünger, abgestimmt auf die verschiedenen Kulturen. Kultur Zucker- und Futterrüben Kartoffeln Kartoffeln, Gemüse Raps Mais Wiese Sommergetreide Wintergetreide Gemüse, Spezialkulturen 44

Kg/ ha Rübendünger 500 – 1000 Kartoffeldünger 500 – 1000 Landor Spezial 700 – 1200 NPK-Dünger Landor 400 – 600 Polyvalent 600 – 800 Nitroplus pro Betrieb ~130 Polyvalent 300 – 500 Geldor 400 – 600 Terbona 600 – 1000

N 5 5 6 5 5 20 5 8 12

P 9 9 8 12 10 5 10 12 6

K 27 30 24 24 28 8 28 20 18

Mg 4 2 2 2 2 2 2 1.8 2

S 6 8 15 5 6 3 6 8

Spurenelemente Bor, Mangan Bor, Mangan Bor, ohne Chlor Bor Bore Natrium Bor ohne Chlor

Spezifische Volldünger wie der Landor-Kartoffeldünger enthalten nebst N, P und K auch die für die Kultur notwendigen Spurenelemente, die beim Einfachdünger fehlen. Mit dem spezifischen Volldünger hat der Bauer die Möglichkeit, die Logistik, das Düngermanagement und das Ausbringen seines Düngers zu vereinfachen. Obschon Volldünger pro Düngereinheit kostspieliger sind, tragen sie zu einer Arbeitsersparnis bei, da die Anzahl der notwendigen Düngedurchgänge reduziert wird. Als Folge davon sinkt auch der Benzinverbrauch, was sich zusammen mit der höheren Düngerwirksamkeit positiv auf das Betriebsergebnis auswirkt. Der grosse Vorteil von Spezialdüngern besteht darin, dass sie Spurenelemente enthalten. Der Anteil an Mangan, Bor, Schwefel oder Magnesium wirkt sich direkt auf den Ertrag aus. Viele Kulturen weisen nämlich einen Mangel auf, ohne dass sich Symptome zeigen würden. Für anfällige Kulturen wie Raps, Zuckerrüben oder Kartoffeln ist es wichtig, dass diese Elemente zur Ertragsbildung im Dünger enthalten sind. Zudem ist die Verfügbarkeit von Spurenelementen eine wichtige Voraussetzung, damit das ganze genetische Potenzial neuer Sorten ausgeschöpft werden kann. Bei der Wahl eines Volldüngers muss die Betriebssituation analysiert werden. In gewissen Fällen, etwa bei einem erhöhten pH-Wert des Bodens sind Bor und Mangan stark im Boden gebunden und stehen den Pflanzen nicht zur Verfügung. Hier ist eine Blattdüngung notwendig, auch wenn ein Spezialdünger mit diesen Spurenelementen bereits ausgebracht wurde. 11 2011 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

Arbeitsvereinfachung Samuel und Geneviève Liniger bewirtschaften einen Mischbetrieb mit 45 Limousin-Mutterkühen, deren Kälber gemäss den Auflagen von SwissPrimBeef gemästet werden. Weiter baut der Betrieb im Freiburgischen Grange de Bois auf 12 Hektaren Industriekartoffeln, auf 10,5 Hektaren Zuckerrüben, auf 10 Hektaren Getreide und auf zwei Hektaren Futtermais an. UFA-Revue: Bei welchen Kulturen setzen Sie spezifischen Volldünger ein? Samuel Liniger: Wir verwenden spezifischen Volldünger für Kartoffelund Zuckerrübenkulturen, die sehr nährstoffzehrend sind. Allfällige Mängel führen hier umgehend zu Ertragseinbussen und somit zu finanziellen Verlusten. Obschon Volldünger teurer sind, eignen sie sich für diese heiklen Kulturen. Wann bringen Sie Ihre Volldünger aus? Für Rüben und Kartoffelkulturen wird der Dünger unmittelbar vor den Saatbeetvorbereitungen auf den Acker ausgebracht. Auf diese Weise kann der Dünger gut eingearbeitet und ideal im Boden verteilt werden. Nach jedem Mähen dünge ich meine Wiesen mit 150 kg Nitroplus. Mit dieser Methode, versorge ich meine Wiesen mit Nährstoffen ohne eine Verschmutzung des Futters zu riskieren.

Mit einem Düngdurchgang ist die Grunddüngung und der Bedarf an Spurenelementen gedeckt: Volldünger senken die Arbeitslast. Quelle: Kverneland

Welche Vorteile bieten Ihnen diese Dünger? Diese Produkte stellen eine bedarfsgerechte Düngung sicher. Zudem wirkt sich die Düngerzusammensetzung positiv auf den Arbeitsanfall aus, da im Allgemeinen mit einem einzigen Durchgang der Bedarf an Grunddünger und Spurenelementen abgedeckt werden kann. Mit einem Mischdünger wird die Düngqualität verbessert. Und ist somit empfehlenswert? Ja, und dies trotz des im Vergleich zum Einfachdünger höheren Preises. Der Einsatz von Volldünger führt zu einer merklichen Arbeitsentlastung und aufgrund der Spezialformel ist die Nährstoffversorgung von verschiedenen Kulturen gewährleistet. Ich baue auf 40 % meiner Betriebsfläche die heiklen Kartoffel- und Zuckerrübenkulturen an und kann es mir infolgedessen nicht leisten, beim Düngen auch nur das geringste Risiko einzugehen. Die Beratung der Fachleute von Landor ist äusserst wertvoll und bietet mir die Möglichkeit, die beste Lösung für meinen Betrieb zu finden.

Eine ausgewogene Düngung ist der Schlüssel zu einer ertragsreichen Qualitätsernte. Quelle: KWS Saat AG

Samuel Liniger.

Verfügbarkeit Die Nährstoffe in

werden, damit die Düngung den Betriebsbedingungen bestmöglich angepasst werden kann. Die Idee, aus verschiedenen Düngern eine «Hausmischung» herzustellen, bewährt sich nicht. Die unterschiedliche Granulatstruktur und Dichte der verschiedenen Dünger führen dazu, dass Düngapplikationen mit derartigen Mischungen unbefriedigende Ergebnisse liefern. 䡵

Volldüngern sind in löslicher Form vorhanden. Diese Besonderheit ist für Sommerkulturen entscheidend, die diese Stoffe für die rasche Entwicklung im Jungstadium benötigen, während der kühle Boden und die verminderte organische Aktivität die Mineralisierung verlangsamen. Der Einsatz von löslichen Flüssigdüngern ist daher für SommerUFA-REVUE · 11 2011

kulturen besonders wichtig, die eine kürzere Vegetationsperiode nutzen müssen.

Zusammenfassung Es ist unbestritten, dass der Einsatz von Volldünger bei den Kulturen agronomische Vorteile bietet und die Anzahl Düngedurchgänge reduziert. Der Einsatz muss jedoch vorgängig von Fall zu Fall genau geplant

Autor Gaël Monnerat, UFA-Revue, 1070 Puidoux

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PFLANZENBAUCH

Neue Bedrohung für Obstplantagen und Beerenpflanzen DIE KIRSCHESSIGFLIEGE oder Drosophila suzukii wurde in der Schweiz erstmals im Juli 2011 auf Heidelbeeren im Tessin und auf Himbeeren in Graubünden festgestellt. Der Schädling befällt vorwiegend Beeren, Kirschen, Pfirsiche und Aprikosen.

Catherine Baroffio

Serge Fischer

Der Schädling wurde zum ersten Mal in den 1930-er Jahren in Japan auf Kirsche, Traube, Pfirsich und Zwetschge gefunden und hat sich anschliessend in den Nachbarländern ausgebreitet. 1980 tauchte er in Hawaii auf, danach gleichzeitig in Nordamerika (Kalifornien) und Südeuropa (Spanien). Die Verbreitung erfolgt durch den Wind und menschliche Aktivitäten (Transport und Verkauf von befallenen Früchten).

Etwas Geschichte Die Kirschessigfliege, eine Fruchtfliegenart, ist ein neuer Schädling, der nun auch in der Schweiz erstmals im Juli 2011 aufgetaucht ist und entsprechend Schäden verursacht hat. Ende September wurde die Kirschessigfliege im Tessin, Graubünden, Wallis, in der Waadt, in Genf und Thurgau festgestellt. Befallen waren Heidelbeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Zwetschgen, Trauben und Feigen.

Die männliche Kirschessigfliege erkennt man aufgrund zwei dunkel gefärbter Flecken am Flügelende. Foto: T. Castellazzi, OFAG

Befallene Kulturen Dieser kleine Schädling befällt gesunde Früchte zahlreicher Kulturen: Bei den Beeren sind insbesondere Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren betroffen, während beim Steinobst vor allem Kirschen, Pfirsiche und Aprikosen in Mitleidenschaft gezogen werden. Andere Kulturen sind weniger stark betroffen, dazu gehören Trauben, Äpfel, Feigen, Kakis, Kiwis und Birnen sowie Wildfrüchte mit weichem Fruchtfleisch. Es wird ausdrücklich empfohlen, Beerenkulturen, Obstplantagen und Familiengärten mit Hilfe von Lockfallen zu überwachen. Gefährliche Stadien Die weiblichen Adulttiere verletzen beim Ablegen der Eier in die Frucht die Fruchtoberfläche. Die Larven besiedeln das Fruchtfleisch, wodurch eine Essiggärung auftreten kann. Die Früchte verlieren an Festigkeit und die Oberfläche fällt ein. Befallene Früchte können in der Folge

Was ist zu tun? UFA-Revue: Ist bei den kantonalen Obst- und Pflanzenschutzfachstellen ein Meldeverfahren erforderlich, wenn die Kirschessigfliege in einer Obstplantage festgestellt wird? Catherine Baroffio: Diese Fruchtfliegenart unterliegt keiner Quarantänemassnahme, da sie bereits überall vorkommt. Ich glaube hingegen, dass eine Benachrichtigung an die kantonalen Behörden wichtig ist. Familiengärten und Lagerhallen sind potentielle Quellen. Die Kirschessigfliege kann sich überall ausbreiten und die Kantone müssen zur Schadensbegrenzung alles unternehmen. In unseren Nachbarländern Frankreich und Italien sind die Schäden immens, bei den befallene Kirschenparzellen betragen sie beispielsweise bis zu 100 %. Das Insekt ist noch nicht ausreichend untersucht, deshalb sind die Kenntnisse darüber noch ungenügend. Man weiss noch nicht, ob es bei uns problemlos überwintern kann. Man kann aber mit Gewissheit sagen, dass befallene Früchte sorgfältig entsorgt werden müssen.

durch Pilze oder andere Schädlinge besiedelt werden. Zudem sind sie oftmals zusätzlich von den Larven einheimischer Essigfliegen befallen. Diese kommen teilweise in weit höherer Zahl vor als die Drosophila suzukii und erhöhen den Schaden noch zusätzlich.

Biologie Die Eier sind weiss gefärbt mit zwei feinen Atmungsröhren, die wie Fäden an der Fruchtoberfläche herausragen. Die Larven können im dritten und letzten Stadium bis zu 5 – 6 mm messen und weisen eine weiss-rahmfarbene Färbung auf. Zwei hornförmige Atmungsröhren befinden sich am Ende des Unterleibs. Die Puppe hat eine 46

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PFLANZENBAU zylindrische Form, ist braun-rötlich gefärbt und wird 2 – 3 mm lang. Sie verfügt über die gleichen Atmungsröhren wie die Larven. Das adulte Tier ist 2 – 3 mm lang, verfügt über rote Augen und hat einen braun-gelblichen Körper. Die Männchen weisen einen kleinen schwarzen und gut sichtbarne Fleck am Ende der Flügel auf. Dieses Merkmal ist auf den Flügeln unserer einheimischen Fruchtfliegen-Arten nicht vorhanden, sie haben höchstens eine gräulich gefärbte Flügelzone.

1

Nicht chemische Bekämpfung

Rolle spielt, ob sie blau oder gelb sind. Der Behälter muss bis zu einer Höhe von 2cm mit Apfelweinessig, wenn nicht vorhanden mit Apfelessig, aufgefüllt werden. Es ist unwichtig, ob die Leimplatte sich im Essig befindet oder nicht. Die männlichen Kirschessigfliegen sind leicht an ihren schwarz gefleckten Flügeln zu erkennen. Allerdings gibt es auch andere Insektenarten mit Flecken auf den Flügeln.

Chemische Bekämpfung

Gegenwärtig ist die Kirschessigfliege noch

2

1 Eine von der Drosophila suzukii befallene Kirsche. Puppen und Larven sind im Fruchtfleisch deutlich zu erkennen. Foto: A. Grassi, Italien

Die Bekämpfung sollte erst nach Auftauchen der Kirschessigfliege in den Kulturen beginnen und wird mit der Überwachung der Flüge mit Hilfe von Lockfallen eingeleitet. Die nachstehend aufgeführten Methoden eignen sich für die Anwendung in Hausgärten und auf kleinen Produktionsflächen: • Massenfänge: Eine grosse Anzahl der beschriebenen Lockfallen sollte auf oder in der Nähe der Parzelle zum Schutz angebracht werden. Ziel ist, möglichst viele der Schädlinge anzu3

2 Die Weibchen haben einen gut entwickelten Legestachel, mit dem sie die Haut von gesunden Früchten durchbohren können. Einheimische Essigfliegen sind dazu nicht in der Lage und befallen deshalb keine gesunden Früchte. Foto: T. Castellazzi, OFAG

Die Lebensdauer beträgt im April rund 30 und im Juli rund 18 Tage. Die Flugzeit dauert von April bis November. Abhängig von der Temperatur leben die Adulttiere zwischen 3 und 9 Wochen. Ein Weibchen legt im Durchschnitt knapp 400 Eier. Zurzeit ist noch nicht bekannt, ob die Kirschessigfliege in der Schweiz überwintern kann, jedoch geht aus einer Schadenorganismus-Risikoanalyse von L. Schaub von Agroscope ACW hervor, dass die klimatischen Bedingungen in den meisten Obstbauregionen hierzulande für den Schädling günstig sind. Allerdings dürften sehr niedrige Temperaturen für die Kirschessigfliege tödlich sein.

Entdecken und identifizieren Um den Schädling zu entdecken und / oder zu identifizieren ist die Verwendung von Lockfallen empfohlen. Diese Fallen müssen innerhalb oder in der Nähe von produzierenden Kulturen oder Verarbeitungsstätten von Früchten angebracht werden. Die Leimplatten werden wie abgebildet platziert, wobei es keine UFA-REVUE · 11 2011

nicht auf der offiziellen Liste der in der Schweiz vorkommenden Schädlinge aufgeführt. In den betroffenen Kulturen werden jedoch Pflanzenschutzmittel, die für andere Schädlinge zugelassen sind, auf ihre Wirksamkeit getestet. Sollten sie eine genügend hohe Wirksamkeit aufweisen, wird ihre Zulassung gegen die Kirschessigfliege beschleunigt werden. Vorbeugende Behandlungen nützen nichts. Das Insekt ist von April bis November aktiv, dabei werden zehn Generationen gebildet. Eine ungezielte Behandlung ist eine Verschwendung von Zeit und Geld und kann zu einer eventuellen Wirksamkeitsverminderung des Produkts führen.

3 Mit der Lockfalle können Kirschessigfliegen nachgewiesen und eine weitere starke Ausbreitung von erwachsenen Populationen gesenkt werden. Foto: C. Parodi, ACW

locken und zu töten. • Sanitäre Massnahmen: Befallene Früchte einsammeln und vernichten. Sie sollten nicht direkt kompostiert werden, sondern müssen zuerst aufgekocht oder tiefgefroren werden, um die Larven abzutöten. Es ist auch möglich, die Früchte in mindestens 20 cm Tiefe zu vergraben. • Kühle Temperaturen: Geerntete Früchte, die befallen sind, sollten während mindestens 96 Stunden bei einer Temperatur von 1,6 °C aufbewahrt werden, damit Eier, Larven, Puppen und Adulttiere abgetötet werden. 䡵

Informationen über befallene Kulturen müssen rasch verbreitet werden, um weitere Schäden zu begrenzen. Der Transport und der Verkauf von befallenen Früchten aus dem Ausland erhöhen das Risiko eines Befalls und einer weiteren Ausbreitung der Kirschessigfliege zusätzlich. Jeder Produzent, jeder Haushalt und Gartenbesitzer muss sich bewusst sein, dass unsachgemäss entsorgte Früchte eine Ansteckungsquelle für die in der Region produzierten Früchte und Beeren sind.

Autoren Catherine Baroffio und Serge Fischer, Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil, Versuchstation Conthey, 1964 Conthey

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CHF 49 900.– R. Ciprian, Embrach Tel. 078 760 02 28 Inserate-Nr. 165619

CHF 39 000.– Linder, La Chaux-de-Fonds Tel. 079 382 76 92

CHF 11 500.– Wehrli, Schaffhausen Tel. 079 454 66 06

CHF 34 500.– Weissenbacher, Boltigen Tel. 078 848 30 32

Inserate-Nr.

Inserate-Nr.

Inserate-Nr.

Vlies für Zuckerrüben, 120 t; Doppelrad System Müller, Grösse 9/36; Traktoren-Prügeli  079 334 58 83 oder 032 661 14 73

Deutz DX 4.70 à 90 PS mit DL MFK, 40 km; Milchkühltank DeLaval, 520 l  044 935 19 70

2 Güllenmixer mit Untersetzungsgetriebe, 20.5 und 10 PS; Schaufelrührwerk für ca. 100 und 250 m3; Antrieb für Flügelrührwerk, 5.5 PS  079 678 81 49 Fendt 308LSA, 78 PS, Jg. 1984, Motorbremse, Fronthydr., Frontzapfwelle, Schneeplfugplatte, hydr. Anhängerbremse  055 440 34 64 Ladewagen Mengele Garant 330, sehr guter Zustand, Kratzboden, Pick-up und Heugatter hydraulisch  031 755 89 89 Frontmähwerk Vicon, CM295F, Messerhalter, neu, Top-Zustand, Fr. 4900  055 440 34 64

167345

Golf-Cart Transportfahrzeug mit Benzinmotor 8.5 PS, Kippbrücke 1.10 x 1 m, Fr. 2800; Kehrmaschine Hako Hamster 800V, Benzinmotor, Fahrantrieb vor.und Rückwärts, Arbeitsbreite 81 cm, ab Service, Fr. 2800  078 744 30 32 Kreiselheuer Kuhn Gf 5001; Kreiselschwader Kuhn GA 3501; Kreiselmäher PZ CM 186; Düngerstreuer Rauch ZS 600, Rauwalze 2.5 B, 2-Schar Pflug Althaus, Nonstop  052 765 12 91 Div. Profi Motorsägen von Stihl & Jonsered: Stihl MS 260, 45 cm, 1 jährig, Fr. 750; Jonsered 2152, 50 cm, neu, Fr. 750; Jonsered 2152, 45 cm, Fr. 600; Jonsered 2172, 60 cm, Fr. 900  079 319 58 47

167385

Milchtank mit Kühlung, 1500 l  079 404 87 33 Motor, Reform M12 Heuraupe  079 245 11 39 Strohmühle Agerskov, 3 Punkt-Zapfwellenantrieb, Schnittlänge ca. 2-4 cm, für Kleinballen. Fr. 1000, Raum Bern  078 832 95 30 Jeep SSANG YONG Musso E 32 Automat, AHK 3.5 to, Jg. 98, 118'000 KM , CDWechsler, Sitzheizung, Lederausstattung, usw., ab MFK, Fr. 8500 oder ab Platz Fr. 8000  079 673 05 62

169041

Kettenförderband Blaser, 4.5 m; Stromerzeuger; Hagmaterial; Kunststofffässer, blau, 60 l; Silowagen, 600 l; Ladewagen Pöttinger Boss; Güllenfass Kaiser, 2900 l, breite Bereifung  071 223 35 89 Traktor New Holland 4050, gut 2-jährig, 400 Std., Frontlader-Einrichtung, evtl. mit Zubehör: Doppelrad 50% oder 80%, Schneeketten vorne und hinten  071 223 35 89 Axiallüfter FH5, 7,5 PS  078 761 39 32 Diverse Förderbänder  079 426 06 35

Rohrmelkanlage Boumatic mit 4 Aggregaten, auch gut für Melkstand geeignet, günstig  079 391 51 85

Gummiförderband, 11m, nicht fahrbar  079 426 06 35

Hürlimann D70, grün, Jg. 58, sehr guter orig. Zustand, mit orig. Mähbalken Fr. 6000  079 266 59 82

Lagerbehälter, 1 m3, 1 m x 1.20 m, ab Fr. 60  079 426 06 35

Gummiförderband,  079 426 06 35

Fortsetzung Seite 57 11 2011 · UFA-REVUE


S O N D E R D R U C K FOCUS

November 2011

Vorwärtsstrategien in der Tierhaltung

Programm der Suisse Tier 2011 Milchgehaltsanalyse leicht gemacht Das Geheimnis fitter Hochleistungskühe Omega-3-Säuren fördern Fruchtbarkeit Wirkstoffplan für Kälber Schweine: Luftqualität und Mastleistung Alternativen in der Rindviehmast

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SUISSE-TIER NUTZTIERE

Mästen um die Wette Vor allem in der Kälbermast war die Schlachtqualität lange ein Sorgenkind. Erfolg versprechen der gezielte Milchpulver-Einsatz sowie ein professionelles Gesundheitsmanagement. Auch dank der forcierten Besamungen mit Mastrassen (über 30 %) hat sich die Fleischigkeit und Fettqualität von Mastkälbern und der Grossviehmast in letzter Zeit positiv entwickelt, wie Anicom-Zahlen zeigen. Für den Mäster hängt der finanzielle Ertrag entscheidend

von der Schlachtqualität der abgelieferten Tiere ab. Auch für den Erfolg von Schweizer Fleischprodukten bei den Konsumentinnen und Konsumenten ist eine hohe Qualität von grosser Bedeutung. In diesem Zusammenhang haben UFA und Anicom eine Schlachtqualitäts-Meisterschaft oder eben «SQ-Mästerschaft» lanciert. Rund 50 Tierhalter mästen um die Wette. Verglichen werden der Anteil an Tieren, welche die Gewichtsund Fettklasseanforderungen erfüllen, sowie die Verteilung in der CH-TAX-Bewertung. An der Suisse Tier in Luzern, 19. November, treffen sich die Meisterschaftskandidaten zu einer Zwischenbilanz. Die Preisverleihung erfolgt an Tier & Technik 2012 am UFA-Revue-Forum in St.Gallen.

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 50

Nationale Fachmesse für Nutztierhaltung Die 7. Suisse Tier an der Messe Luzern wird vom 18. bis 20. November 2011 zum Kompetenzzentrum der Schweizer Nutztierhalter. Über 160 Aussteller präsentieren auf einer Fläche von 13 000 m2 ein umfassendes Angebot für den modernen Landwirtschaftsbetrieb. Es werden 13 000 Besuchende aus der ganzen Schweiz erwartet. Einige Höhepunkte aus den Fachforen sind:

Freitag, 18. November • Fischzucht im Stall: Was ist machbar (11 Uhr, Forum, Halle 2) • Rindermast: Anpassung der Schlachtgewichtsverordnung, Stallkonzepte (14 Uhr, Rinderforum, Halle 2a) • Qualitätsanforderungen an Schweineproduktion (14 Uhr, Schweineforum, Halle 4) • Preisvergabe Innovationswettbewerb (16 Uhr, Forum, Halle 2a)

Samstag, 19. November • Fachtagung Milch (10 Uhr, Suisse Tier Forum, Halle 2a) • Zukunft der Rindfleischproduktion (10.30 Uhr, Rinderforum, Halle 2a) • Premiere Suisag-Imagefilm, Schweizer Zuchtprogramm (10.30 Uhr, Schweineforum, Halle 4)

• Agrarpolitischer Ausblick zur Eierproduktion (11 Uhr, Forum, Halle 2) • 5. Swiss International Sale (14 Uhr, Suisse Tier Forum, Halle 2a)

Sonntag, 20. November • Kuhsignale in der Mutterkuhhaltung (14 Uhr, Rinderforum, Halle 2a) • Schadnager als Spielverderber (14.30 Uhr, Schweineforum, Halle 4) • Mehr Fisch aus der Schweiz? (15 Uhr, Forum, Halle 2) Der Stand A 401 von UFA, Anicom und Eico befindet sich in Halle 4. In derselben Halle ist die Landor an Stand A 403 anzutreffen. www.suissetier.ch

UFA 2000planer mit Arzneijournal

EiCO verarbeitet täglich über 500 000 Eier

Stallhygiene und Hofdüngeraufwertung

Der UFA 2000planer zeigt die Tage, welche eine Sau für einen produzierten Wurf benötigt. Nebst umfangreichen Auswertungen unterstützt die Managementsoftware den Betriebsleiter mit Wochenplänen für das Belegen, Abferkeln, Absetzen, die Umrauscherkontrolle oder für Impfungen. Darüber hinaus steht Mietkunden ein Behandlungsjournal und eine Inventarliste für Tierarzneimittel zur Verfügung. Erkundigen Sie sich am UFA-Anicom-Stand der Suisse Tier 2011 in Luzern!

Die EiCO ist eine der grössten Eierhandelsfirmen in der Schweiz. Als innovativer und fachlich breit abgestützter Partner beliefert die EiCO die namhaften Detailhändler mit rohen Eiern sowie mit einem attraktiven Sortiment von gekochten und gefärbten Eiern. Über eine halbe Million Eier werden täglich an den zwei Standorten Bern und Märstetten verarbeitet und ausgeliefert. Dies macht die EiCO zu einem sicheren Partner für die rund 80 Schweizer Bodenhaltungs-, Freiland- und Bio-Produzenten in 18 Kantonen. An der diesjährigen Suisse Tier präsentiert die EiCO ihre Vermarktungstätigkeiten und Dienstleistungen zu Gunsten der Schweizer Produzenten am UFA-Anicom-Stand in Halle 4.

Messungen der Techniker-Schule Strickhof, Lindau, sowie Erfahrungen aus der Praxis bestätigen, dass Kalk-Stroh-Gemische den Mastitiserregerdruck im Einstreubereich reduzieren. Eine weitere Möglichkeit,

die Hygiene im Stall zu garantieren, ist der Einsatz des Hygienepulvers «Landor Desical», welches auch im Bio-Landbau zugelassen ist. Desical sorgt bei kontinuierlicher Anwendung für einen dauerhaften pHWert von über 12. Erstmals ist die Landor dieses Jahr an der Suisse Tier dabei (Halle 4, Stand A 403). Neben der Kalkstrohmatratze und dem Landor Desical werden diverse Möglichkeiten zur Hofdüngeraufwertung präsentiert. Letztere hat zum Ziel, den Wert der Hofdünger zu erhöhen, Verluste zu reduzieren und die Ausbringung zu erleichtern. 11 2011 · UFA-REVUE


SUISSE-TIER NUTZTIERE

Wertvolle Indikatoren für das Gesundheitsmanagement DIE MILCHINHALTSSTOFFE decken Schwachpunkte in der Fütterung frühzeitig auf. In der gezielten Rationsanpassung liegt viel Potenzial, die Kuhgesundheit und -leistung zu verbessern.

Nicht nur für den Milchpreis, auch für die Kuhgesundheit ist es positiv, wenn die Milchkontrollen sorgfältig analysiert werden, bevor sie im Archivordner landen. Wer seine Rationen aufgrund der Milchgehalte laufend optimiert, steigert die Effizienz der eingesetzten Futtermittel und hält seine Herde in Form. Auch Betriebe, die nicht im Herdebuch eingetragen sind, können Milchgehaltsanalysen beim UFA-Bera-

tungsdienst gegen einen kleinen Unkostenbeitrag durchführen lassen.

Tiefe Eiweissgehalte weisen auf Energiemangel oder einen geringen Verzehr hin. Bei Kühen in der Startphase bergen negative Energiebilanzen das Risiko von Brunstlosigkeit oder Zysten. Möglich ist auch, dass die Tiere in eine Ketose laufen, weil sie den Energiemangel mit übermässigem Fettabbau kom-

Tabelle: Rationskorrektur anhand Milchgehalt Fett-Eiweiss-Verhältnis Kurzfristig hoch (> 1.5) Längerfristig hoch (> 1.5) Sehr niedrig (< 1.1)

Bypass-Stärke + +

WFKH + +

SFKH + -

Eiweiss (%) Niedrig (<3.10)

Harnstoff (mg/100ml) Energie APDN < 15 + + 15 – 30 + > 30 + – Mittel (3.20 – 3.60) < 15 + 15 – 30 > 30 – Hoch (>3.80) < 15 – + 15 – 30 – > 30 – – + = erhöhen, – = reduzieren, WFKH/SFKH = wirklich/schnell fermentierbare Kohlenhydrate

Analyse leicht gemacht «UHS prima» und «UHS extra» sind in den Fütterungsplan UFA W-FOS integrierbare Dienstleistungen und zeigen Optimierungsmöglichkeiten anhand der Milchkontrollergebnisse auf. • UHS prima vergleicht die Leistungen des Einzeltieres mit den Normwerten. Auf dem Besprechungsrapport findet der Betriebsleiter die Tiere mit auffallenden Resultaten und einem Korrekturvorschlag des UFA-Milchviehspezialisten. Neben dem Bezug von UFA-Produkten bezahlt der Benutzer für dieses Dienstleistungsangebot einen jährlichen Unkostenbeitrag von Fr. 240.–. • UHS extra bietet zusätzlich eine Kraftfutterberechnung bis auf Stufe Einzeltier, eine Kalkulation der Futterkosten pro Kilogramm Milch sowie einen Tag fachliche Weiterbildung, während dem auch die Resultate der teilnehmenden Betriebe ausgewertet und verglichen werden. Dieser Vollservice wird über den UFA-Futterbezug und einen jährlichen Kostenbeitrag von Fr. 365.– pro Betrieb abgegolten. Erfahren Sie mehr zu «UHS prima» und «UHS extra» an der Suisse-Tier 2011!

UFA-REVUE · 11 2011

pensieren. Abhilfe schaffen Konzentrate wie UFA top-form, die die Energiedichte der Ration in dieser Phase erhöhen.

Urs Spescha

Bei geringem Milchfettgehalt (< 3.6 %) liegt oft eine Pansenübersäuerung vor, da es den Kühen an Struktur fehlt. Lösungsansätze sind: • Ration mit genug verdaulicher Faser ergänzen (regt Wiederkauen an) • pH-Schwankungen im Pansen vermeiden durch richtige Fütterungstechnik (Mischung bzw. Reihenfolge der Futterkomponenten) • Fütterung mit Heu beginnen • maximal 1.5 kg Kraftfutter pro Gabe • Rüben und Kartoffeln auf 1 kg Trockensubstanz pro Gabe beschränken • Ration puffern (z.B. UFA-Alkamix)

Erhöhte Harnstoffwerte können ein Problem darstellen. So belastet ein Überangebot an Rohprotein die Leber, wo es in Harnstoff umgewandelt und via Harn ausgeschieden wird. Langfristig zu hohe Harnstoffwerte begünstigen Fruchtbarkeitsprobleme. Grundfutter aus diesem Frühling bringen viel Energie und eher weniger Protein. Also ist es gut möglich, dass diesen Winter mehr Eiweisskonzentrat eingesetzt werden muss, damit nicht zu tiefe Harnstoffwerte (unter 20) resultieren.

Genauere Aussagen lassen sich aufgrund des Verhältnisses zwischen Fett und Eiweiss oder Eiweiss und Harnstoff machen (Tabelle). Die UFA unterstützt Milchviehhalter in der Interpretation der Milchkontrollresultate (siehe Kasten). Fütterungspläne nach UFA WFOS berücksichtigen die Abbaubarkeit der eingesetzten Komponenten. 䡵

Mit der jährlichen Milchleistungssteigerung nehmen auch die Ansprüche an die Fütterung zu. Warum nicht einen Teil des Managements auslagern und vom UHS-Dienstleistungspaket profitieren? Bild: agrarfoto.com

Autor Urs Spescha, Rindvieh-Ressortleiter im UFA-Beratungsdienst, 6210 Sursee. www.ufa.ch

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SUISSE-TIER NUTZTIERE

Das Geheimnis liegt oft in der Transit- und Startphasenfütterung ES GIBT BETRIEBE, deren Kühe trotz sehr hohen Milchleistungen gesund und langlebig sind. Wie ist das möglich? Erfolg hat, wer die negative Energiebilanz in der Startphase gekonnt reduziert und den erhöhten Wirkstoffbedarf der Kühe deckt.

Benjamin Laville

Wer das heutige Wissen und die Möglichkeiten der Fütterungstechnik nutzt, muss mit hohen Leistungen nicht an die Wand fahren. Zum Erfolgsrezept von Hochleistungsbetrieben gehört eine gezielte Energie- und Wirkstoffverabreichung ums Abkalben.

Folgestörungen eines Energiemangels In dieser Zeit ist die Ener-

UFA top-form und UFA top-form DAC (für Abrufstation) weisen ein Milchproduktionspotenzial von über 4 kg auf. Informieren Sie sich an der Suisse Tier 2011!

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giebilanz der Hochleistungskuh häufig negativ. Die Kuh produziert viel Milch, frisst aber zu wenig, um den Energie- und Wirkstoffbedarf zu decken. Muss sie in der Transit- und Startphase zu viel Körperfett mobilisieren, führt dies zu einem Glukosemangel, was Azeton begünstigt und die Eierstocksaktivität hindert. Mit zunehmender Mobilisation von Körperfett nehmen auch die Fruchtbarkeitsprobleme zu. Denn ein hoher Ketonkörpergehalt beeinträchtigt die Follikelbildung negativ. Brunstzeichen bleiben aus oder sind kaum mehr sichtbar. Auch auf tieferem Leistungsniveau steigt der Energiebedarf nach dem Abkalben rasch an.

Energieeffizienz gefördert und Folgestörungen treten seltener auf.

Pansenstabilität Der Mantel von UFA top-form ist pansenverfügbar, der Kern -geschützt. «Pansengeschützt» heisst, dass die Nährstoffe in den Darm gelangen und der Kuh direkt (ohne Umwandlung durch Mikroben) zur Verfügung stehen. Dadurch werden Nährstoffverluste reduziert. Pansenstabiles Fett wirkt als zusätzlicher Energieträger einer Pansenazidose entgegen. Wichtig ist nicht nur Energie, sondern auch Protein in pansenstabiler Form. Pansenstabiles Protein stabilisiert den Milcheiweissgehalt und entlastet die Leber. Neu mit geschütztem Biotin Zu den Zusätzen in UFA top-form gehören Niacin, Cholin (unterstützen Energiestoffwechsel), pansengeschütztes Methionin (erstlimitierende Aminosäure), Lebendhefen (stabilisieren Pansen-pH) und neu pansengeschütztes Biotin. Auch hier gilt, dass sich bei geschützten Komponenten die Anflutung im Darm erhöht und die Absorption verbessert.

die Milchleistung in der Startphase, desto hoher muss die Nahrstoffdichte der Gesamtration sein. Der geringere Verzehr ist mit dem Einsatz von nährstoffkonzentriertem Futter wie UFA top-form kompensierbar. Praktiker bestätigen, dass Fruchtbarkeitsstörungen mit dem Einsatz von UFA top-form abnehmen. Dies ist auf die 13.2 MJ NEL pro Kilogramm und sorgfältig ausgewählte Zusätze zurückzuführen. Die negative Energiebilanz wird korrigiert, die

Ration puffern Zeigt der Fütterungsplan – nach erfolgter Optimierung – noch Strukturmängel, kommt ein Puffer wie UFA-Alkamix oder UFAAlkamix ready (biokompatibel) zum Einsatz. Dank 3-Phasen-Wirkung wird der Pansen-pH von UFA-Alkamix über längere Zeit konstant gehalten.

Fazit Mit Konzentraten, die geschützKlauen- und Eutergesundheit

Konzentrierte Futter Je hoher

Ketonex bringt der Kuh wie UFA topform viel Energie, ist aber mit weniger Zusätzen ausgestattet. Weil der Energiebedarf der Kuh schon vor dem Abkalben stark steigt, werden UFA top-form und UFA-Ketonex ab den letzten zehn respektive sieben Tagen der Trächtigkeit angefüttert.

Beim ersten Abkalben fehlt es der Kuh oft an Biotin. Ein Mangel lässt sich vermeiden, indem dieses Vitamin über sechs Monate zugefüttert wird. Mit dem Biotin-Zusatz gewinnt UFA top-form jetzt noch an Attraktivität. Biotin ist an der Klauenhornbildung beteiligt und verhilft zu gesunden Klauen. Erwiesen ist auch der positive Effekt auf die Zellzahl und die Eutergesundheit.

Rechtzeitig vor Abkalben Das Propylenglykol-Würfel-Produkt

UFA-

te Komponenten enthalten, spezifischen Zusätzen und einer allfälligen Abpufferung der Ration wird dem Defizit nach dem Abkalben Rechnung getragen. Dies wirkt sich positiv auf die Kuhgesundheit aus. 䡵

Autor Benjamin Laville, Ressortleiter und Milchviehspezialist im UFABeratungsdienst, 3052 Zollikofen. www.ufa.ch

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Umrindern – was nun? KÜHE, DIE IMMER WIEDER BRÜNSTIG WERDEN – und dies scheinbar ohne Grund – sind ein bekanntes Problem. Eine wichtige Vorbeugemöglichkeit liegt in der Verabreichung von Futter mit Leinsamen. Auch das sogenannte «Flushing» kann helfen. Beide Massnahmen sind im neuen «UFA 269 fertil plus» vereint, das auch über die Abrufstation verabreicht werden kann.

Kühe, die ihre Brunst deutlich zeigen, machen Freude. Weniger Freude bereiten sie, wenn sie nach drei Wochen ohne offensichtlichen Grund wieder in Brunst kommen.

Viele Faktoren Wie so oft bei der Fruchtbarkeit führt nicht ein Faktor allein zu Problemen. Neben einer ungenügenden Mineral- oder Spurenelementversorgung kann auch eine ungenügende Energieversorgung zum Zeitpunkt der Besamung oder eine unsaubere Gebärmutter zu Umrindern führen.

Weichen früh stellen Bereits in der Galt- und Transitphase werden die Grundsteine für eine gute Fruchtbarkeit gelegt. Eine dem Laktationsstadium angepasste Fütterung schafft beste Voraussetzungen für eine problemlose Abkalbung. Ohne Geburts- und Stoffwechselprobleme ist die Kuh früher wieder bereit für eine erfolgreiche Trächtigkeit.

Wann besamen? Auch wenn alle Voraussetzungen stimmen, sollte nicht zu früh besamt werden. Anhand der Körperkondition und der Milchleistung wird abgewogen, wann der Zeitpunkt da ist. Erfahrungen haben gezeigt, dass die Milchmenge multipliziert mit dem Faktor 1.5 auch bei idealen Voraussetzungen nicht unterschritten werden sollte, um den Besamungszeitpunkt in Tagen zu eruieren. Oft wird in der Praxis gar der Faktor 2 angewendet, was sich durchaus bewährt. Energieversorgung über die Besamung Der Begriff «Flushing» ist vor allem von der Schafhaltung her beUFA-REVUE · 11 2011

kannt. Auch bei Kühen hat dieser Ausdruck seine Berechtigung. Flushing bedeutet, dass die Energieversorgung erhöht und damit die Bildung von Glukose angeregt wird. Bei Brunstbeginn bis Ende der Ei-Einnistung ist eine ausreichende Energieversorgung entscheidend. Erfolgt der Energieschub mit einem Leinsamen-reichen Futter, kann der positive Effekt noch verstärkt werden.

Leinsaat verfügt über einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Der An-

teil Omega-3-Fettsäuren ist im Vergleich zu Omega-6 bei keiner anderen Ölsaat so hoch. Leinsamen verfügt über 4-mal mehr Omega-3-Fettsäuren im Verhältnis zu Omega-6. Viele Futter verfügen nur über geringe Anteile Omega-3. So weist etwa das Fett der Sonnenblumen kaum Omega-3, dafür einen hohen Anteil Omega-6-Fettsäuren auf. Die oben genannten Fettsäuren sind beide ungesättigt, unterscheiden sich aber in Bezug auf die Gelbkörperwirkung. Während Omega-6 entzündungs-

Hansueli Rüegsegger

Neu: UFA 269 fertil plus «UFA 269 fertil plus» ist das richtige Produkt, wenn Kühe umrindern. Das neue Futter enthält 50 % Leinsamen und somit einen hohen Anteil Omega-3-Fettsäuren, welche die Fruchtbarkeit positiv beeinflussen. Weiter enthält UFA 269 Beta-Carotin und eine extra hohe Mineralisierung und Vitaminierung. UFA 269 wird ab Brunstbeginn rund 20 Tage eingesetzt, also bis zur Eireifung. Über die Besamung, bis sich das Ei in der Gebärmutter eingenistet hat, erhält die Kuh einen Energieschub (Flushing). Die ideale Einsatzmenge beträgt 1 kg je Kuh und Tag. UFA 269 ist in Würfelform erhältlich und kann problemlos über die Abrufstation verabreicht werden. Dies ist neben BetaCarotin und der hohen Mineralisierung und Vitaminierung ein weiterer Vorteil gegenüber reiner Leinsaat. UFA 269 fertil plus wurde auf Praxisbetrieben eingehend getestet und zeigte erfreuliche Resultate.

Leinsaat, eine wichtige Komponente in UFA 269 fertil plus.

Werden Kühe trotz deutlichen Brunstsymptomen und fachgerechter Besamung nicht trächtig, ist dies nicht nur ärgerlich, es kann auch einen grossen finanziellen Verlust bedeuten.

erregend wirkt und somit die Entwicklung der Gelbkörper reduziert, hat Omega-3 eine entzündungshemmende Wirkung, was die Erhaltung des Gelbkörpers fördert.

Fazit In der Galt- und Startphase werden die Weichen gestellt für eine erfolgreiche Fruchtbarkeit. Aber auch im Bereich der Besamung und der anschliessenden Ei-Einnistung sind entscheidende Punkte zu beachten. Bei Problemen mit Umrindern kann der Einsatz von UFA 269 fertil plus eine erfolgsversprechende Wirkung haben. 䡵

Autor Hansueli Rüegsegger, Ressortleiter Milchvieh, UFA AG, 3360 Herzogenbuchsee. www.ufa.ch

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Der Komplex macht es aus UM KUHMILCH ZU ERGÄNZEN, werden auf dem Markt zahlreiche Zusätze empfohlen. Kälber entwickeln sich aber meist nicht wegen einem einzelnen Element besser, sondern immer aufgrund einer ausgewogenen Bedarfsdeckung mit allen nötigen Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen.

Stephan Roth

Samuel Halter

Kuhmilch deckt den Bedarf von Kälbern nicht. Es fehlt an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen. Tierhalter, die UFA top-start oder UFA top-fit einsetzen, stellen vitalere Tiere mit mehr Appetit und schönerem Fell fest. Solche Kälber schöpfen aus dem Vollen, weil sie ausreichend mit Wirkstoffen versorgt sind.

Wie die Kuh, so das Kalb Das Wirkstoffangebot aus Milch schwankt. So hängt etwa der Selengehalt der Milch neben der Mineralstoffaufnahme der Kuh entscheidend von der Raufuttergrundlage ab. Besonders selenarm sind Wiesen auf sandigen Böden. Selen schützt die Körperzellen als Bestandteil des Enzyms Glutathionperoxidase gemeinsam mit Vitamin E vor Radikalen. Bei Selenmangel ist die Infektionsanfälligkeit erhöht. Beobachtet werden ebenfalls geringe Sauglust sowie Lebensschwäche. Auch wenn Kühe aufgrund tiefer Magnesiumgehalte der

Eine ausreichende Wirkstoffversorgung führt zur Einsparung beim Medizineinsatz und beugt Antibiotikaresistenzen vor.

Herbst- und Frühlingsweide oder des Zwischenfutters ungenügend versorgt sind, überträgt sich dieser Mangel bei hohem Vollmilchanteil auf die Kälber.

Eisenversorgung Bei über 50 % der Kälber fehlt es bereits bei der Geburt an Eisen. Ein Eisenmangel zeigt sich an der blassen Farbe der Schleimhäute im Maul oder auf der Innenseite der Augenlider. Ein Balance-Akt stellt die Eisenversorgung in der Kälbermast dar. Essenzielle Vitamine Begrenzt ist

Alle Produkte sind sowohl in der Milchviehaufzucht, Kälber- und Munimast einsetzbar, UFA-Eisenpaste ebenfalls in der Mutterkuhhaltung. UFA top-start, top-fit und top-punch lassen sich bei Tränkeautomaten der Milch bequem über den Zudosierer zumischen.

bei neugeborenen Kälbern ebenfalls das Vitamindepot in der Leber. Viele Vitamine werden vom Körper nicht oder in ungenügender Menge gebildet: A, D3, E, B1, B2, B6, B12, C, K3 und Nikotinsäure. Kolostrum hilft, den Engpass in der Wirkstoffversorgung überbrücken. Wenn der Antikörper-Anteil in der Kuhmilch ab den ersten fünf Lebenstagen sinkt, muss das Kalb essenzielle Vitamine selber aufnehmen. Sonst leiden Gesundheit und Wachstum. Darmbakterien werden durch Arzneimittel beeinträchtigt. Zum Wiederaufbau nach Behandlungen lohnt sich die Gabe von Wirkstoffkonzentraten.

Informieren Sie sich an der Suisse-Tier 2011 über Optimierungsmöglichkeiten in der Wirkstoffversorgung Ihrer Kälber!

Pflanzenextrakte Untersuchun-

Wirkstoffplan für Kälber • ab 2. Lebenswoche: ein Mal 8 bis 10 ml UFA-Eisenpaste; UFA-Kälberleckstein zur freien Verfügung. • ab 4. Lebenswoche: UFA top-start (1350 mg Eisen/kg), 30 g/100 kg Lebendgewicht und Tag; bei häufigen Atemwegsproblemen: UFA toppunch (500 mg Eisen), 40 g/100 kg während mindestens drei Wochen. • ab 6. Lebenswoche: UFA top-fit (500 mg Eisen/kg), 80 g/100 kg und Tag.

gen zeigen, dass gewisse Pflanzenex54

trakte einen appetit- und verdauungsfördernden Effekt haben. Andere Wirkungsweisen sind Entzündungshemmung oder Beruhigung. Es können einzelne Phyto-Extrakte verwendet werden oder es kommen Mischungen verschiedener Produkte zum Einsatz, welche sich positiv auf den gesamten Organismus des Kalbes auswirken. Dies ist etwa beim Phytopulm-Komplex in UFA top-punch der Fall. Er stärkt das Immunsystem und fördert das Ausscheiden krankheitserregender Stoffe.

Milchsäurebildende Stoffe, wie sie in UFA top-fit und UFA top-punch enthalten sind, verändern das Gleichgewicht im Verdauungstrakt zu Gunsten der erwünschten Mikroorganismen. Davon profitiert das Immunsystem. Via Milch am sichersten Die Verabreichung von Konzentraten mit der Milch sorgt für eine sichere Versorgung. An Lecksteinen können die Tiere ihren zusätzlichen Bedarf stillen und den Lecktrieb ausleben (siehe Kasten). 䡵

Autoren Stephan Roth, Ressortleiter Forschung und Entwicklung, UFA AG, 3360 Herzogenbuchsee. Samuel Halter, Kälberspezialist im UFA-Beratungsdienst, 6210 Sursee. www.ufa.ch

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Luft beeinflusst Mastleistung DEN POSITIVEN EFFEKT VON BENZOESÄURE im Schweinemastfutter auf die Zuwachsleistungen bestätigen Versuche auf UFA-Bühl, aber auch von der ETH Zürich und vielen anderen Forschungsinstitutionen. Ein Teil davon lässt sich mit geringeren Ammoniakemissionen erklären. Eine Reduktion der Ammoniakverluste senkt die Geruchsbelastung im Stall und erhöht den Wert der Schweinegülle.

Die natürlich in Früchten vorkommende Benzoesäure wird unter der Bezeichnung «VevoVitall» in Mischfutter eingesetzt. In in- und ausländischen Versuchen konnte ein gesteigerter Tageszuwachs von 2.5 bis 14 % und eine verbesserte Futterverwertung von 2.5 bis 3 % gefunden werden. Als Grund dafür gilt eine stabilere Verdauung, denn VevoVitall hält Keime wie E. coli oder Hefen im Verdauungstrakt in Schach. Zudem wird der Harn-pH gesenkt. Dadurch wird weniger Ammoniak aus Kot und Harn freigesetzt, was auch die Geruchsbelastung mindert. Dieser positive Effekt gewinnt im Laufe der Mast an Bedeutung, da bei älteren Masttieren die täglich aufgenommene Futtermenge steigt und die Proteinverwertung abnimmt.

Lungenkranke wachsen schlechter Langzeitbelastungen mit Ammoniak (NH3) schädigen bei Mastschweinen die Nasen- und Atemgefässe, wie Studien zeigen. Lungenkranke weisen im Vergleich zu gesunden Mastschweinen ein 2 bis 6 kg verringertes Schlacht-

gewicht auf. Auch andere physiologischen Merkmale verschlechtern sich mit zunehmendem NH3 signifikant. Beobachtet wurden bei ungünstigem Stallklima ausserdem vermehrt Kannibalismus und eine schlechtere Futterverwertung.

Staub spielt auch eine Rolle Besonders problematisch ist, wenn Schweine über längere Zeit mit Schadgasbelastungen konfrontiert werden, die sie vorher nicht gewohnt waren und wenn es gleichzeitig viel Staub in der Luft hat. Gemäss Robertson et al. führt eine Verringerung der Schadstoffkonzentration von beispielsweise 10 auf 5 mg/m3 Staub und von 20 auf 10 ppm NH3 zu einer Reduktion geschädigter Lungengewebe von 18 auf 11 %. Ab 10 % beschädigtem Lungengewebe verschlechtere sich die Mastleistung nachweisbar. In Holland wurden bereits bei moderaten Ammoniak- und Staubbelastun-

«Medizinierung ist nicht immer nötig» Bei ausgeglichenen Temperaturen verzichtet Hans Horat, Schwyz, bewusst auf die Einstallmedizinierung und hat damit gute Erfahrungen gemacht. Die überzeugende Gesundheit seiner 300 Mastschweine führt der Landwirt auf den Bezug der Mastjager aus einem Ring (geringerer Keimdruck), die fachgerechte Belüftung, sofortiges Intervenieren bei Störungen (Tierbeobachtung) sowie eine bedarfsgerechte Fütterung zurück. Gefüttert werden die IP-Suisse-Schweine mit UFA 331-3, welchem Benzoesäure zugesetzt ist. Benzoesäure ist bekannt für die Stärkung der antimikrobiellen Barriere und für die Stabilisierung der Verdauung, was die Mastleistung sichert und steigert. Wie UFA 331-3 (End- oder Universalmast) enthält auch UFA 321-3 (Vormast) Benzoesäure. Während der Vormast setzt Hans Horat den Schweinemineralstoff UFA 395 ein. Zusätze wie Zink und Biotin in UFA 395 unterstützen Klauenwachstum und -härte und vermindern Klauenrisse. Vitamin E, Selen und Eisen stärken das Immunsystem.

Fazit Annehmbare Ammoniak-Ober-

UFA-REVUE · 11 2011

Wenke Wetzel

Schauen Sie an der Suisse Tier den neuen Film zum Betrieb von Hans Horat!

Artikel u diesemu e . c h z lm fi o Vide . u f a r e v www

gen der Stallluft beim Betriebspersonal während und nach der Arbeit Atemwegssymptome festgestellt.

Schätzt das gute Klima und die geringe Geruchsbelastung im Schweinestall dank UFA 331-3 mit Benzoesäure: Hans Horat aus Schwyz.

Barbara Eichenberger

grenzen liegen je nach Quelle bei 7 bis 15 ppm, die Staubgehalte bei zirka 10 mg/m3. Der geringere Anfall von Ammoniak durch den Einsatz von VevoVitall lässt sich auf seine Harn-pH-senkende Wirkung zurückführen. 䡵

Autoren Dr. Barbara Eichenberger, Ressortleiterin technischer Dienst, UFA AG, 3360 Herzogenbuchsee. Wenke Wetzel, Schweinespezialistin im UFA-Beratungsdienst, 6210 Sursee. ww.ufa.ch

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SUISSE-TIER NUTZTIERE

Alternativen in der Rindviehmast DIE ERSCHLIESSUNG NEUER ABSATZKANÄLE trägt dazu bei, Schweizer Rindfleischprodukte von den Importen abzuheben. Neben den Preiszuschlägen bringen Swiss Quality Beef & Co. weitere Vorteile, etwa im Hinblick auf die strengeren Stallbauvorschriften per 2013.

Yvan Meuwly

Erkundigen Sie sich an der Suisse Tier in Luzern bei den AnicomFachleuten, welcher Rindviehmastkanal sich für Ihren Betrieb eignen könnte.

Wegen den tiefen Milchpreisen und neuen Vorgaben der Tierschutzgesetzgebung per 2013 sucht mancher Betrieb zukunftsträchtige Alternativen. Dabei lohnt es sich, auch Absatzmöglichkeiten in der Rindviehmast mit speziellen Programmen für Muni und Rinder ins Auge zu fassen.

Mit Blick auf 2013, wenn auf Vollspaltenböden pro Muni mit über 450 kg 3 m2 Platz vorgeschrieben sind, bietet Swiss Quality Beef (SQB-Muni) mit seinen leichteren Schlachtgewichten eine interessante Option. Die kleineren SQB-Fleischstücke erfreuen sich steigender Beliebtheit, vor allem in der Gastronomie. Seit der Einführung im Jahr 2004 konnte der SQB-Absatz ums Achtfache gesteigert werden.

Kraftfutter in der Ausmastphase um zirka die Hälfte reduziert. Mit HQB werden so beste Schlachtqualitäten erzielt, wie Erfahrungen zeigen. Vor allem im QMBereich besteht noch Bedarf an HQB.

Besserer Milchpreis mit Kälbermast Auch Agri-Natura- oder TerraSuisse-Fleisch wird sehr geschätzt. IPSuisse (IPS) hat die Zuschläge für Grossvieh im September deshalb – sowie wegen gestiegenen Strohpreisen und gesunkenen Raus-Beiträgen – um 10 Rp. erhöht. Bei den Mastkälbern sind die Zuschläge anfangs 2011 um rund 10 % gestiegen. Die Bruttomarge für Milch, die für die Kälbermast eingesetzt wird, scheint mittelfristig zuzunehmen. Wo gut durchlüftete Räume ohne Zugluft zur Verfügung stehen, ist ein Einstieg in die Kälbermast prüfenswert.

HQB-Rinder liefern Top-Qualität Um trotz kürzerer Mastdauer optimale Schlachtqualitäten zu erreichen, sind in der SQB-Produktion beste Grundfutter und eine gezielte Kraftfutterergänzung nötig. Extensiver kann High Quality Beef (HQB) gefüttert werden. Zur Verhinderung einer frühen Verfettung wird das

Risiken Neben allen positiven Signalen gegenüber qualitativ hochstehendem und tierfreundlich produziertem Schweizer Rindfleisch gibt es auch Risiken. Die Würzfleischimporte setzen den Markt unter Druck. Zollrechtliche Massnahmen zur Eindämmung dieser Kalbs-

Tabelle: Produktionsmöglichkeiten mit Potenzial Swiss Quality Beef (Muni)

High Quality Beef (Rinder) IPS-Munimast

IPS-Kälbermast

Schlachtgewicht (kg) 240 – 280

Mehrpreis (Fr./kg)* 0.10 – 0.75

220 – 310

0.20 – 0.50

bis 330, ideal bis 300

0.65

110 – 140

0.90

Vorteile mehr Umtriebe dank kürzerer Mastdauer (ca. 1 Monat), geringere Stallmasse, QM-Standard gute Schlachtqualitäten, QM-Standard natur- und tierfreundlichere Haltung, Imagegewinn bei Konsumenten dito

Nachteile Mastrassen-Genetik erforderlich, mind. 50 % des gelieferten Postens unter 280 kg

Absatz gut abklären Vor einem Neueinstieg gilt es, die Absatzmöglichkeiten gründlich zu prüfen. Anicom und UFA beraten kompetent und bieten wertvolle Dienstleistungen an. Interessierte Produzenten erhalten die wichtigsten Schlachtdaten aufs Natel gesandt. Weitere Details werden zeitlich via E-Mail zugestellt. Unter www.anicom.ch stehen registrierten Benutzern die individuellen Schlacht- und Abrechnungsdaten sowie Leistungsvergleiche in grafischer Form zur Verfügung. Dank umgehender Übermittlung sind die Schlachtdaten jeweils vor 18 Uhr einsehbar, damit Einsprachen gegen Taxierungen bei der Proviande rechtzeitig erfolgen können. 䡵

längere Mastdauer Biodiversitätsmassnahmen und RAUS vorgeschrieben dito, Heubeifütterung

* Nebst den Zuschlägen respektive Prämien werden zusätzlich die CH-TAX-Zuschläge entrichtet. 56

und Rindfleischeinfuhren greifen nur beschränkt. Hinzu kommen die Schweinefleisch-Preisaktionen, welche für die Entlastung des Schweinemarktes zwar erforderlich sind, jedoch das Rindfleisch konkurrieren können.

Autor Yvan Meuwly, Anicom AG, 9501 Wil. www.anicom.ch

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11 2011 · UFA-REVUE


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KURZMELDUNGEN NUTZTIERE

Alle behandeln?

Raufutterprojekt der Wiederkäuerklinik Bern

Die ansteckende Chorioptes-Räude, auch Steiss-, Schwanz- oder Fussräude genannt, tritt bei ausgewachsenem Rindvieh vor allem in den Wintermonaten auf. Auch Weidetiere können infiziert sein, wobei die Erregermilben bei Sonnenbestrahlung ihre Reproduktion reduzieren. Im Schweizer Mittelland sind rund ein Drittel der Milchkühe mit Chorioptes befallen, wie eine Untersuchung der Ludwig-Maximilians-Universität München zeigt. Vor allem wärmegedämmte Ställe mit hoher Luftfeuchtigkeit und -temperatur stellen ideale Bedingungen für den Räudeausbruch dar. Erkrankte Tiere leiden an Juckreiz, der die Leis-

In der Studie von Dr. med. vet. Rahel Moser (Vetsuisse-Fakultät, Wiederkäuerklinik Bern) wurden Stroh (als Kontrolle), Maissilage, Ganzpflanzen-Maiswürfel, Getreidemix-Müesli sowie Heu auf ihre Auswirkungen bezüglich Gesundheit und Leistung für Mastkälber geprüft. Sowohl bei der Grundfütterung mit Vollmilch als auch mit Milchnebenprodukten eigneten sich Ganzpflanzen-Maiswürfel am besten. Sie haben auf die Gesundheit und auf die physiologische Entwicklung des Kalbes sowie auf die Mastleistung einen positiven Einfluss. Ersten Praxiserfahrungen zu Folge muss allerdings darauf geachtet werden, dass die Wasserversorgung gewährleistet bleibt. Verstopfte und kaputte Tränkebecken

können beim Kalb in Kürze zur Eintrocknung des Nahrungsbreis und somit zu akuter Verstopfung mit Todesgefahr führen. Die Gabe von Raufutter an Mastkälber, die nach einer Übergangsfrist von fünf Jahren per 2013 in Kraft tritt, führt nicht zwingend zu röte-

Mehr Ketose bei Lahmheit

Hefemastits: Kalk beugt vor

Kühe mit Klauenproblemen sind Ketose-anfälliger. Das fand die Universität Wisconsin heraus. Es wird empfohlen, lahme Frischmelker von der Herde zu trennen, zur Abmilderung von Klauenrehe in gut eingestreuten Bereichen unterzubringen und zur Reduktion der Fettmobilisierung allenfalls weniger zu melken. Bewährt hat sich der Einsatz von Propylenglykol-Produkten wie UFA-Ketonex (Extra) mit schnell verfügbarem Traubenzucker.

Geraten Zitzen in direkten Kontakt mit Hefen, ist eine Infektion möglich. Besonders gut entwickeln sich Hefen in Sägemehl oder -späne unter Folie. Oft geschieht die Ansteckung auch über verunreinigtes oder zu lange aufbewahrtes Antibiotika. Hefemastidien gehen mit fleischigen Verhärtungen im Euter einher, kommen aber nur selten vor. Kalkeinstreu (z. B. Landor Desical) reduziert das Hefewachstum deutlich, weil Hefen saure pH-Werte bevorzugen.

Tränken: Wie oft reinigen?

Hunde riechen Brunst

Tränken sollten während der kühlen Jahreszeit alle Wochen einmal gereinigt werden. Dies empfiehlt die Forschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern (D), wo jeweils ab sieben Tagen ohne Reinigung coliforme Keime im Wasser nachgewiesen wurden. Im Sommer vermehren sich schädliche Keime rascher, weshalb die Tränken dann häufiger gereinigt werden sollten.

Mit 80% erkennen Hunde die Brunst bei Kühen besser als die Tierhalter (50 %), zeigte eine Studie in Berlin (D), wo Hunde innert vier Tagen trainiert wurden, brünstige Kühe an den abgesonderten Geruchsstoffen zu identifizieren.

tung beeinträchtigen kann (minus 1 bis 1.3kg Milch pro Kuh und Tag). Ein mit Chorioptes befallener Anteil von über 12 % der Kühe innerhalb einer Herde erfordert die Behandlung des Gesamtbestandes. Tragen weniger als 12 % der Kühe den Räuderreger mit sich, kann das Problem individuell angegangen werden. Die Wirkstoffe Eprinomectin und Moxidectin zeigen im Pour-On-Verfahren gute Effekte, weisen für Milch keine Sperrfristen auf und wirken auch gegen andere Parasitenprobleme wie Kopf- und Körperräude, Läuse, Magen-Darm- oder Lungenwürmer.

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 58

Böden sauber verlegen Als Eintrittspforte für Krankheitserreger bergen Schürfwunden ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Sie entstehen bei Ferkeln oft an Übergängen, beispielsweise zwischen Rostund Betonböden, fanden Forscher der Universität Giessen (D) heraus. Es gilt, Ungenauigkeiten und Vorsprünge beim Verlegen zu vermeiden.

rem Kalbfleisch. Die Rotfärbung ist zu einem grossen Teil abhängig von der Eisenzufuhr. Gerade Maiswürfel verfügen über einen geringen Eisengehalt. Um das Immunsystem der Kälber zu stärken, ist eine adäquate Eisenversorgung jedoch nötig. Die Produktion von eisenhaltigerem, röterem Kalbfleisch hängt stark von der Akzeptanz des Marktes ab. Wenn vermehrt röteres Fleisch verlangt wird, verbessern sich die Gesundheit und das Wohl der Mastkälber. Dr. med. vet. Corinne Bähler, Projektleitung

Mass halten beim Start Nicht selten werden Sauen nach dem Abferkeln überfüttert. Der UFA-Beratungsdienst empfiehlt, die Futtermenge von 2 kg am Abferkeltag in der ersten Säugewoche täglich um 0.5kg auf 5.5 kg zu steigern und in der zweiten Säugewoche auf maximal 7 bis 8 kg zu erhöhen. Denn auch die Milchproduktion nimmt nur langsam zu.

Früher Eberkontakt Jungsauen, die bereits mit 140 Lebenstagen mit einem Eber in Kontakt treten, bleiben länger in der Produktion als bei einem Eber-Erstkontakt am 170. Lebenstag. In der entsprechenden Studie (Raleigh, USA) wirkten sich auch hohe Absetzgewichte positiv auf die Lebensleistung der Sauen aus.

Chicorée gegen Ebergeruch Gemäss Untersuchungen an der Universität Aarhus (Dänemark) reduziert eine 14-tägige Verabreichung von Chicorée vor Mastende bei männlichen Schweinen den Ebergeruch. 11 2011 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

In der Galtzeit die Batterien füllen DAMIT DER LAKTATIONSSTART GELINGT, muss die Galtphase genutzt werden, um Lücken in der Mineralstoff-, Spurenelement- und Vitaminversorgung zu schliessen. Trockenstehende haben nicht die gleichen Bedürfnisse wie laktierende Kühe. Deshalb gibt es extra Mineralsalze für die Galtphase. Eine bedarfsgerechte Wirkstoffversorgung hilft mit, die Tierarztkosten zu senken.

Auch in der Galtphase sind Kühe auf die Zufütterung von Mineralstoffen angewiesen. Insbesondere die Versorgung mit Phosphor (P), Magnesium (Mg) und Spurenelementen muss gewährleistet sein, weil die Kuh diese Stoffe auch in der Galtzeit benötigt. Eine 20 bis 30 % über den Bedarf hinausgehende Zufuhr ermöglicht es der Kuh, Mängel aus der Laktation zu beheben.

Phosphor für Knochenstabilität Im Hinblick auf das Abkalben und den Laktationsstart spielt Phosphor eine wichtige Rolle, fördert er doch die Knochenstabilität. Ein P-Mangel zeigt sich in der Regel erst nach einer längeren Unterversorgung.

Kalzium und Milchfieber Zurückhaltung ist beim Kalzium (Ca) geboten.

Bei zu grossem Ca-Angebot vor dem Abkalben fehlt dem Kuhkörper in der Startphase das Training, Reserven zu mobilisieren. Das wäre aber nötig. Denn der Ca-Bedarf steigt mit der zunehmenden Milchproduktion rasant. Funktioniert die Ca-Mobilisierung nur ungenügend, kann Milchfieber resultieren.

Lohnt es sich? Mit 120 bis 150 g Minex 971 je Kuh und Tag können die Lücken in der Mineralstoff- und Spurenelementversorgung geschlossen werden. Dies entspricht Kosten von rund 15 Fr. je Kuh und Galtzeit beziehungsweise Laktation. Im Hinblick auf allfällige Tierarztkosten lohnt sich eine solche Investition auf jeden Fall.

Hansueli Rüegsegger

Organische Spurenelemente Anorganische und organische Spurenelemente verhalten sich im Tier unterschiedlich. Durch den Einsatz organisch gebundener Spurenelemente lässt sich die Verfügbarkeit verbessern. Es treten weniger Wechselwirkungen unter den Spuren- und Mengenelementen auf. Minex 971 verfügt über organische Elemente bei Selen, Zink, Mangan und Kupfer. Dem Einsatz ausschliesslich organischer Spurenelemente sind preislich bedingte Grenzen gesetzt.

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Jahre ans

Herdenfruchtbarkeit hat sich markant verbessert Auf eine gezielte Mineralstoffversorgung in der Galtphase legt die Generationengemeinschaft (GG) Sven und Othmar Kilchmann in Ettiswil ein besonderes Augenmerk. Die GG bewirtschaftet einen 25 ha Betrieb und hält neben den gut 40 Holsteinkühen 97 Mastschweine und einige Mastkälber. Es wird vor allem Gras, Mais und zurzeit etwas Weizen angebaut. Die Ration der Milchkühe setzt sich aus 50 % Maissilage, 30 % Grassilage, 10 % Heu sowie Luzerne, Trockengras, Eiweisskonzentrat und dem Mineralstoff UFA 197 Biotin mit Beta-Carotin zusammen. In der Startphase setzen Kilchmanns zusätzlich zum Leistungsfutter UFA 243 auf die Wirkstoff- und Energiebombe UFA topform. Aktuell beträgt die durchschnittliche Tagesleistung 32 kg Milch mit 4.6 % Fett und 3.6 % Eiweiss. Die Ration der Galtkühe besteht aus 20 % Krippenresten und 80 % Ökoheu. Dazu kommen täglich 130 g Minex 971. Die gute Schmackhaftigkeit des expandierten Mineralstoffes sichert die Versorgung jeder Kuh. Da die Tiere nun während der Galtphase die «Batterien» mit Mineralstoffen und Vitaminen füllen können, hat sich auch die Herdenfruchtbarkeit markant verbessert. Aus diesen Gründen möchte Familie Kilchmann in Zukunft nicht mehr auf Minex 971 verzichten. Adrian Fankhauser UFA-REVUE · 11 2011

Dank gutem Verhältnis zwischen Sven und Othmar Kilchmann entstehen bei den vielen Diskussionen innerhalb der Generationengemeinschaft gute Lösungen.

Fazit In der Galtphase werden die Weichen gestellt für eine erfolgreiche Laktation. Minex 971 ist mit weniger Ca, dafür mit mehr P, Mg, Spurenelementen und Vitaminen genau auf die Bedürfnisse der Galtphase zugeschnitten. 䡵

Autor Hansueli Rüegsegger, Ressortleiter Milchvieh, UFA AG, 3360 Herzogenbuchsee. www.ufa.ch

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GENETIK NUTZTIERE

Zucht auf Eutergesundheit IN EINIGEN LÄNDERN wird die Eutergesundheit und Fruchtbarkeit der Milchkühe durch spezifische Zuchtwerte gefördert, welche zum Beispiel die Mastitis- oder Zystenhäufigkeit zusammenfassen. In der Schweiz ist eine dazu erforderliche Datenerhebung aktuell in Diskussion. Untersuchungen verdeutlichen, wie die Milchleistung, -gehalte, Melkbarkeit, Persistenz und das Exterieur mit der Eutergesundheit korrelieren.

Euterentzündungen kosten nicht nur Milchverluste und Tierarztgeld, auch wertvolle Zeit geht durch die Medizinalbehandlungen verloren. Unlängst wurde nachgewiesen (z.B. Philipsson and Linde), dass sich die Fruchtbarkeit und Gesundheit bei starker Selektion auf Milchleistung tendenziell verschlechtern. Es sei denn, es erfolgt eine gezielte Zucht auf Eutergesundheit.

In Süddeutschland und Österreich werden Gesundheits-ZW für Fleckvieh publiziert. Neben Fruchtbarkeitsstörungen, Zysten und Milchfieber werden Mastitisfälle berücksichtigt, die 10 bis 150 Tage nach dem Abkalben auftreten. In der Schweiz stossen solche Neuerungen ebenfalls auf Interesse. Knackpunkt ist die dazu nötige Datenerfassung.

deutlichem Zentralband und eher innen platzierten, leicht nach innen geneigten, nicht zu langen und dicken Strichen als optimal für die Eutergesundheit. Als wichtigster Indikator für die Langlebigkeit verrät der ZW Nutzungsdauer viel über die Abgangsursache Nummer 2. Allerdings wird der Nutzungsdauer-ZW jeweils erst spät aussagekräftig.

Zellzahl-Zuchtwert Die MastitisResistenz vererbt sich mit 2 bis 5 % nur schwach. Bei 10 bis 15 % liegt die Erblichkeit der somatischen Zellzahl, zwischen 60 und 70 % die genetische Korrelation von Zellzahl und Mastitis. Schweizer Zuchtverbände erheben für Kühe und Stiere die Zuchtwerte (ZW) der Zellzahl, basierend auf den monatlichen Kontrollwägungen der Nachzuchtprüfung und auf Zellzahlbestimmungen. Beachtliche

Erfolgsquote Der Braunviehzuchtverband (SBZV) hat die Zellzahlwerte der Töchter von guten (ZW über 115) und schlechten Vererbern (ZW unter 85) verglichen. Demnach nahm der Anteil an Milchproben mit über 150 000 Zellen pro Milliliter mit dem Einsatz «guter» Stiere deutlich ab. Konkret um rund 15 % in der ersten Laktation und zirka 20 % in den folgenden Laktationen.

Gesundheitszuchtwert? Hilfreich wäre es, neben der Zellzahl weitere Kriterien zu berücksichtigen und in einem Eutergesundheits-ZW zusammenzufassen. Gemeinsam mit einer erhöhten Gewichtung im Gesamt-ZW und genomischen ZW liesse sich einiges erreichen. 60

Das Exterieur beeinflusst die Eutergesundheit entscheidend.

Milchgehalt, Persistenz, Melkbarkeit Wie hängt die Eutergesundheit mit anderen Merkmalen zusammen? Untersuchungen dazu machte die ZuchtData GmbH in Wien. Es bestätigte sich, dass die Eutergesundheit mit der Milchmenge und Melkbarkeit negativ korreliert ist. Dafür führen hohe Milchgehalte und eine gute Persistenz zu einer Abnahme der Mastitisfälle.

Euter- und Zitzenform Bei den Exterieurmerkmalen erwiesen sich hoch sitzende, fest aufgehängte Euter mit

Fazit Da sich Milchleistung und Zellzahl gegenseitig hemmen, müssen die Deckentscheide bei jeder Kuh individuell gefällt werden. Neben der Zellzahl eignen sich auch weitere Merkmale zur Zucht auf Eutergesundheit. 䡵

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee.

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11 2011 · UFA-REVUE


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Flocken, Expandat oder Würfel? UFA-Milchviehfutter Für die richtige Wahl des Milchleistungsfutters sind nicht nur die Gehalte, sondern auch die Futterstrukturen massgebend, wie sich am Beispiel von UFA 143 (Expandat), UFA 143 F (Kombi) und UFA 243 (Würfel 4 mm) zeigt. Alle drei Milchleistungsfutter verfügen über einen Gehalt von 7.6 MJ NEL, 220 g Rohprotein und decken einen Bedarf von 2.5 kg Milch (mit leichtem Proteinüberhang). Am schnellsten sind die Kohlenhydrate in Würfeln verfügbar. Dicht dahinter folgt Expanderfutter. Bei den Flocken im Kombifutter dauert die Nährstoffaufschlüsselung länger. Betriebe mit Siloverbot setzen also vorzugsweise auf Flocken. Wo viel Gras-, Maissilage oder Zuckerrübenschnitzel verabreicht werden, sind eher Würfel oder Expandat die

Zusammen mit dem Hauptsortiment der UFA-Milchviehfutter ist UFA 264 bis am 26.11.2011 mit 2.– /100 kg Rabatt erhältlich.

Futter der Wahl. UFA 243 eignet sich dank seiner Würfelform besonders als Lockfutter in automatischen Melksystemen oder für die Abrufstation. Zu den Stärken des Expanderfutters UFA 143 gehören seine Schmackhaftigkeit und der hohe Hygienisierungsgrad. Es eig-

net sich für Mischrationen (keine Auslese einzelner Partikel).

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TIPP DES MONATS CONSEIL DU MOIS

Profitiertage ab 11.11.11 – 11 % Rabatt auf 11 Spezialitäten Der Bedarf an Nähr- und Wirkstoffen variiert je nach Tier, Leistung, Phase und Ernährungsgrundlage. Ein Futter, das allen Ansprüchen genügt, gibt es nicht. Die Nährstoff-, Energie- und Wirkstoffkonzentration müsste so hoch angesetzt werden, dass die Tiere in den meisten Fällen Luxuskonsum betreiben würden. Hier kommen die

Spezialitäten ins Spiel. Es sind Futtermittel mit erhöhten Gehalten und/oder spezifischen Zusätzen, die sich für den Einsatz in bestimmten Situationen eignen. 11 Top-Spezialitäten der UFA für

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UNTERWEGS MIT... EN ROUTE AVEC …

Schweinespezialist Rolf Steffen Nicht für jeden Betrieb eignet sich die gleiche Fütterungsstrategie. Was am besten passt, muss je nach verfügbarer Technik, Grundfutter, Genetik und Prioritäten des Betriebsleiters herausgefunden werden. Um die vielseitigen Kundenwünsche in den unterschiedlichen Regionen zu kennen und seine Mitarbeitenden entsprechend zu unterstützen, betreut Rolf Steffen neben seiner Tätigkeit als Ressortleiter im UFA-Beratungsdienst Sursee rund 50 Betriebe, die sich auf die ganze Zentralschweiz verteilen. Heute besucht er Familie Lussi in Oberdorf (NW).

Rolf Steffen, 4955 Gondiswil Zivilstand

verheiratet mit Ursi

Geboren

5. Juni 1977

Werdegang Gymnasium, landwirtschaftliches Praktikum in der Westschweiz, Schweizerische Hochschule für Landwirtschaft, seit 2003 im UFA-Beratungsdienst, seit 2004 Ressortleiter Hobbies

Landwirtschaft allgemein, Rock’n’Roll (tanzen und als Trainer)

Motto

«Kunden mit UFA-Produkten und -Dienstleistungen zum wirtschaftlichen Erfolg verhelfen.»

62

Eigene Strategien erarbeitet Werner Lussi ist Pächter eines 24 ha-Betriebs, welcher der Genossenkorporation Stans gehört. Der leidenschafliche Tierhalter verfügt über eine reiche Erfahrung und hat im Lauf der Zeit ganz eigene Fütterungs- und Haltungsstrategien entwickelt. Die Leistungen stimmen (siehe Betriebsspiegel). Ein Einschnitt gab es im Jahr 1999 mit dem Lothar-Sturm, worauf der Betrieb von Grund auf neu gebaut werden musste.

Die Mastschweine werden heute nach IP-Suisse-Richtlinien gehalten und mit UFA 332-4 gefüttert. Leicht angelieferte Mastjager erhalten zum Start noch das proteinreiche UFA 382-4, um den Muskelaufbau zu fördern. Bei den aktuellen Schweinepreisen ist es wichtiger

denn je, Gewichtsabzüge zu vermeiden. Werner Lussi setzt daher beim Anzeichnen der schlachtreifen Tiere auf die Erfahrung von Rolf Steffen. In Stresssituationen – etwa beim Einstallen oder bei starken Temperaturdifferenzen zwischen Tag und Nacht – kommt der Mineralstoff UFA 395 zum Einsatz. Die darin enthaltenen Mineral- und Wirkstoffe stärken das Immunsystem der Tiere.

Verzehr von 22 kg TS Werner Lussis Milchkühe fressen 20 bis 22 kg Trockensubstanz (TS) pro Tag. Diesen hohen Verzehr erklärt der Betriebsleiter mit der Fütterungsreihenfolge sowie dem Angebot verschiedener Futter an Stelle einer Mischration. Im Verlauf einer Fütterung werden immer schmackhaftere Komponenten verabreicht. Zu-

Durch schonendes Beweiden und Befahren der Wiesen bleiben die Bestände ertrags- und gehaltsreich. Im Hintergrund der Pachtbetrieb Lussi.

Schweinemastauswertungen für bessere Wirtschaftlichkeit Buchhaltungsdaten geben zwar Aufschluss über den wirtschaftlichen Erfolg in der Schweinehaltung. Warum es gut oder schlecht läuft, ist aus Buchhaltungen nicht ersichtlich. Wichtige Detailinformationen liefern die UFASchweinemastauswertungen. Betriebe, die wie Werner Lussi ihre Leistungsdaten kennen, können mit gezielten Korrekturen die Schlachtqualität und

Mastleistung optimieren und dadurch überdurchschnittliche Deckungsbeiträge erreichen. Im Durchschnitt über die zwei vergangenen Jahre zeigen die Schweinemastauswertungen, welche Rolf Steffen für den Betrieb Lussi erstellt, folgende Resultate: • Masttageszuwachs: 820 g • Futterverwertung: 34.6 MJ VES • mittlere Mastdauer: 100 Tage • Schlachtgewicht: 86 bis 87 kg • Magerfleischanteil (MFA): 56.8 11 2011 · UFA-REVUE


erst Heu, dann Grassilo, darauf eine Mischung aus Malztreber, Maissilage und Heu und schliesslich UFA 163 sowie UFA 148/149. «Auch satte Kühe können einem solch schmackhaften Nachtisch nicht widerstehen», erklärt Werner Lussi. Die Ergänzung mit UFA 163 Startphasenfutter und UFA 148/149 Proteinkonzentrat erfolgt nach Leistung und aufgrund der Dürrfutter- und Grassilageproben, die Rolf Steffen durchführt.

Immer frisch Das Dürrfutter befördern Lussis nicht für den ganzen Tag, sondern jeweils nur für die einzelnen Fütterungszeiten ins Tenn. «Von der Stallluft wird es sonst feucht und riecht nicht mehr frisch», beobachtet Werner Lussi. Pro Fütterungszeit wird die Krippe zwei Mal gereinigt. Die hohe Präsenz

Betriebsspiegel Werner und Ursula Lussi, 6370 Oberdorf Fläche: 24 ha Naturwiesen in Pacht, 450 m ü.M., Talzone Tierhaltung: 35 – 40 Kühe (264600kg Lieferrecht), ca. 25 Aufzuchttiere, 1 Stier, 3–4 Mastkälber, 114 Mastschweineplätze (IP-Suisse) Winterration der Milchkühe: 60 % Dürrfutter, 20 % Grassilage, 10% Maissilage, Malztreber, UFA 148 und UFA 163 nach Bedarf Sommerration: 80 % Wiesengras, 10 % Dürrfutter, Malztreber, UFA 149 und UFA 163 nach Bedarf

im Stall ermöglicht eine intensive Tierbeobachtung. Dank frühem Intervenieren bei Gesundheitsproblemen belaufen sich die Tierarztkosten auf bloss 100 Fr. je Grossvieheinheit und Jahr.

Hervorragende Persistenz Auffallend sind die Persistenzen der BrownSwiss-Herde Lussi. Mit 93 % erreicht beispielsweise Emera einen hervorragenden Wert. Werner Lussi dazu: «Da liegt es auch drin, einmal eine längere Zwischenkalbezeit in Kauf zu nehmen, wenn eine Kuh nicht brünstig wird.» Zwei Drittel der Besamungen erfolgen künstlich, ein Drittel mit dem betriebseigenen Stier. Mit einem Schnitt von 1.6 Besamungen pro Trächtigkeit erweist sich das Fütterungs- und Besamungsmanagement als erfolgreich. Lieber im Werktagskleid Zu seiner Zuchtstrategie befragt, meint Werner Lussi: «Ich ziehe Kühe im Werktagsjenen im Sonntagskleid vor.» Angestrebt wird prioritär eine wirtschaftliche Kuh. Dass dabei Schönheit und Leistung nicht zu kurz kommen, zeigen die vielen Prämierungen. Neulich hat der Braunviehzuchtverband das Label «Elite» eingeführt, das Spitzenkühe auszeichnet. Von den schweizweit 1300 Elite-Kühen stellt der Betrieb Lussi sechs Tiere. 

Hier ist Routine und ein geschultes Auge gefragt: Rolf Steffen zeichnet die schlachtreifen Mastschweine an. Vermarktet werden die Tiere via Anicom.

Die flankentiefe Emera hat in der zweiten Laktation 10 250 kg Milch gegeben bei 4.1 % Fett, 3.5 % Eiweiss und einer Persistenz von 93 %. In der dritten Laktation erreicht sie voraussichtlich 11 000 kg.

Creola wurde 2009 für ihre Lebensleistung von 125 000 kg Milch geehrt.

Leistungen: 8500 kg Milch pro Laktation, 4 % Fett, 3.5 % Eiweiss, zirka 85 – 90 % Persistenz Arbeitskräfte: Betriebsleiterehepaar, 1 Lehrling, Kinder bei Gelegenheit

Masttageszuwachs, Futterverwertung, Mastdauer, Fütterungsintensität, Futterkosten oder der Anteil Tierabgänge zeigen, wo Verbesserungspotenzial vorhanden ist. Auch die Schlachtgewichte, der MFA, die Fettzahl sowie die Konfiskatabzüge sind in den UFAAuswertungen ausgewiesen. Registrierte Mäster können zudem unter www.anicom.ch die Gewichtsund MFA-Verteilung der verkauften Tiere einsehen. UFA-REVUE · 11 2011

«Bei besonderen Fragen, die ich gerade nicht weiss, hilft mir der UFA-Berater Rolf Steffen weiter.» 63


ERFOLG IN DER PRAXIS SUCCÈS DANS LA PRATIQUE

LESE-FUTTER À LIRE UFA-Futter ergibt das beste Pouletfleisch

Samuel und Hansueli Pfister sowie Christophe Joray, Pleigne JU (v.l.).

Bis 1000 kg mehr Milch mit UFA top-form «Als wir während einem Jahr auf UFA top-form verzichteten, sanken die Milchleistungen um 800 bis 1000 kg pro Kuh und Laktation und die Fruchtbarkeit verschlechterte sich», erinnern sich Hansueli und sein Sohn Samuel Pfister. Seither gehört UFA top-form DAC definitiv auf den Rationsplan der Betriebsgemeinschaft Joray-Pfister, die in Pleigne auf 800 m über Meer eine Fläche von 102.5 ha bewirtschaftet. Mit 9000 kg Milch

pro Laktation bei 4.1 % Fett und 3.3 % Eiweiss stimmen die Leistungen der 80 Kühe. Zehn Tage vor dem Abkalben wird UFA top-form DAC langsam auf 0.5 kg gesteigert, nach dem Abkalben kommt es während 60 Tagen mit 1kg pro Kuh und Tag zum Einsatz. «Ketose kennen wir praktisch nicht», stellt Hansueli Pfister fest. UFA topform DAC enthält pro Kilogramm 13.2 MJ NEL und erhöht so die Energiekonzentration der Ration deutlich.

Die negative Energiebilanz, welche in der Startphase oft ein Problem darstellt, wird korrigiert. Wertvolle Wirkstoffe erhöhen die Energieeffizienz der Ration und fördern die Fitness der Kuh. UFA top-form DAC eignet für die Verabreichung via Abrufstation zusammen mit dem Leistungsfutter. Vom 11. bis 26.11.2011 sind UFA top-form DAC und zehn weitere UFASpezialitäten in Ihrer LANDI mit 11% Rabatt erhältlich.

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Kostenlos: Zubehör für über Fr. 1200.– Förster-Technik feiert 2011 das 40Jahre-Jubiläum. Die Tränkeautomaten dieses Familienunternehmens aus Engen (Süddeutschland) zeichnen sich durch Energieeffizienz, vielseitige Erweiterungsmöglichkeiten und Langlebigkeit aus. Profitieren Sie beim Kauf eines Vario+ (Wasser-Pulver oder Kombi) beim UFA-Beratungsdienst von folgenden Gratis-Zugaben:

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Fliegenschutz • grossflächiges Siebblech lässt Wasserdampf sofort entweichen • leicht zu reinigen • gemeinsam mit Feindosierer und/oder Dosierpumpe einsetzbar

Automatische Kalibrierung • mehrmals täglich Überprüfung der Dosiermengen • automatische Korrektur des Kalibrierwertes

Service Ein Tränkeautomat lohnt sich ab zehn Aufzucht- oder Mastkälbern. Geradeso wichtig wie die Wahl eines geeigneten Geräts ist ein guter Unterhalt- und ReparaturService. Neben dem Verkauf und der Vermietung von Automaten bietet die UFA auch einen Reparatur- und Servicedienst während sieben Tagen pro Woche an. Die Zubehör-Aktion beim Kauf eines Tränkeautomaten gilt bis am 31. März 2012.

In einer Konsumentenstudie zur Beurteilung von Pouletschnitzel wurden neun verschiedene Produkte degustiert. Dabei schnitten zwei Produkte am besten ab und hoben sich klar ab. Beide Produkte stammten von Hühnern, die mit UFA gefüttert wurden. Im Schlussbericht der Studie wird festgehalten: «Es könnte die Hypothese aufgestellt werden, dass das Futter einen Einfluss auf die Beurteilung durch die Konsumenten hat.»

Jungsauen: Rückenspeck erfüttern Ein gezielter Aufbau des Körperfettanteils bei Jungsauen verbessert die Fruchtbar- und Langlebigkeit. Der ideale Zeitraum, Fettreserven zu bilden, liegt zwischen der Eigenleistungsprüfung (ELP) und dem Belegen. UFA 367 ist mit seinem Lysin-VES-Verhältnis extra für diese Periode konzeptioniert. Das Konditionierungsfutter wird wie folgt eingesetzt: 3 bis 3.5 kg UFA 367 pro Jungsau und Tag ab dem 160. Lebenstag bis zur ersten Belegung. Gedeckt werden Jungsauen am besten mit 130 bis 150 kg Gewicht, einem Alter von 220 bis 250 Tagen und mit 14 bis 17 mm Rückenspeckdicke in der dritten Rausche.

UFA-Berater Services techniques 3052 Zollikofen 058 434 10 00 1070 Puidoux 058 434 09 00 6210 Sursee 058 434 12 00 9500 Wil 058 434 13 00 ufa.ch 11 2011 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

Meist liegt’s am Zitzengummi WICHTIGSTE BARRIERE gegen Mastitiserreger sind die Zitzen. Geht es den Zitzen gut, ist es auch um die Eutergesundheit besser bestellt. Gehäuften Verfärbungen, Ringen oder Hyperkeratosen an den Zitzen muss auf den Grund gegangen werden. Neben einer fachgerechten Melktechnik und dem Einsatz von Dippmitteln liegen Lösungsansätze bei neuen, schonenden Melkverfahren.

Beim Melken werden die Zitzen stark beansprucht und in der Länge (um 30 %) und Breite (15 – 35 %) gedehnt. Unterschiedliche Zitzenformen erschweren die Wahl des passenden Melkzeugs. Bei zu kurzen Strichen ist das Kopfvakuum zu hoch, was zu Verhärtungen führt. Bei langen Strichen fehlt es an Vakuumsentlastungen.

letzte Keratinschichten. Hyperkeratosen der Vorlaktation treten in der nächsten Laktation wieder auf. Je mehr Hyperkeratose, desto schlechter die Eutergesundheit.

Viel investiert wird in die Suche nach schonenden Melkverfahren. Agroscope-Versuche mit dem «MultiLactor» haben eine gleichmässigere Kraftverteilung auf die Euterviertel ergeben (weniger Blindmelken). Laut Versuchen in Köllitsch (D) bewährt sich auch das «AktivPlus» von Happel mit seinem innovativen Zitzengummi. 䡵

Bonitur Treten Zitzenschäden oft auf (über 20 %), empfiehlt es sich, dem Problem anhand der Tabelle auf den Grund zu gehen. Die Zitzenbonitur sollte immer zur gleichen Zeit – beispielsweise nach dem Melken – erfolgen, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Zu gross, zu klein, zu rau oder zu hart – bei Zitzengummis kann es an Vielem mangeln.

Es beginnt mit Verfärbungen

Tabelle: Ursachen bei Zitzenschäden

Zitzenverfärbungen sind ein erstes Warnsignal. Klettert der Zitzengummi beim Blindmelken oder wegen unpassender Zitzenform hinauf, entstehen Ringe. Kühe reagieren mit Abwehrbewegungen. Auch Zitzenrisse wegen Kälte- oder Sonneneinflüssen verursachen Schmerzen beim Melken. Sie begünstigen die Ansiedlung krankmachender Keime. Bei Hitze oder Kälte sind die Zitzen-Pflegemassnahmen zu verstärken.

Verletzte Keratinschicht Von Hyperkeratosen spricht man bei Schädigungen der Keratinschicht am Strichkanal. Solche «übermässigen Strichkanal-Auskleidungen» haben in den letzten Jahren zugenommen. Am Landesamt Sachsen (D) wurden Hyperkeratosen untersucht. Die Ursachen lagen bei der Technik, Blindmelken, der Dippmittel-Wahl (Jod-Konzentration, Pflegemittelanteil) sowie der Zitzengenetik. Temperaturen unter 6 °C fördern verUFA-REVUE · 11 2011

Zitzengummi Pulsation Art Verschleiss

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee.

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Bilder: Landesamt Sachsen

Vakuum

Blindmelken

Dippmittel Produktewahl

Verfärbungen

Weiteres unkorrekte Stimulation

Ringe

nasse Zitzen bei Melkbeginn

Geschwulst

Hyperkeratose

Risse

fehlende Pflege (Dippmittel), ungenügende Zitzenreinigung vor Melken, Sonne, Kälte

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NUTZTIERE

Die schlechten Fresser finden UM MILCHKÜHE KORREKT FÜTTERN ZU KÖNNEN, muss man wissen, wie viel sie fressen oder wenigstens die Höhe der Futteraufnahme abschätzen. Ein Hilfsmittel bietet hierzu die Beurteilung der Pansenfüllung. Fütterungsversuche in Iden zeigen, dass sich Kühe, die später Probleme machen können, schon unmittelbar nach dem Abkalben erkennen lassen.

Thomas Engelhard

Für die Vorhersage des Futteraufnahmevermögens stehen Formeln zur Verfügung, die auf Daten zum Tier (Leistung, Lebendmasse, Laktation, Rasse) und zur Ration (Kraftfutteranteil, Grobfutterenergie) basieren. Diese funktionieren, um mittlere Futteraufnahmen für Herden oder Kuhgruppen zu berechnen oder im Herdenmanagement zu bewerten.

Erhebliche Schwankungen Untersuchungen im Stall der Landwirtschaftlichen Landesanstalt Sachsen-Anhalt in Iden, Deutschland, zeigen aber auch sehr deutlich, wie hoch die Schwankungen der Futteraufnahme im Laktationsverlauf und tierindividuell sind. So wurden für einzelne Kühe mit sehr hohen Milchleistungen Futteraufnahmen von mehr als 30 kg Trockensubstanz (TS) im Wochenmittel gefunden, andere fraßen dagegen nur 15 kg. In Startphase besonders wichtig Variationen zu erkennen und im Fütterungsmanagement zu berücksichtigen, ist von enormer Wichtigkeit, insbesondere für die sensible Phase der ersten Wochen nach der Kalbung. Dann ist die Futteraufnahme ohnehin noch sehr ein-

geschränkt und die Gefahr gross, dass Kühe die besonders wenig fressen, Stoffwechselprobleme bekommen. Andersherum ist geringer Futterverzehr auch immer ein Alarmsignal, das auf Erkrankungen hinweisen kann, die zu behandeln sind. Es muss also festgestellt werden, wie hoch die Futteraufnahme in der Frühlaktation im Durchschnitt ist und gleichzeitig gilt es, die schlechten Fresser zu finden.

Höhere Nährstoffkonzentration Wo die Futtermenge nicht ausreicht, muss besonders auf die Qualität geachtet werden. So sollte die Zeit, in der die Kühe eine angepasste Frischmelkerration oder spezielle Kraftfutter- und Zusatzkomponenten erhalten, an die tatsächliche Bedürftigkeit der Tiere angepasst und bei Bedarf ausgedehnt werden. Das kann grundsätzlich für eine Herde gelten, wichtig ist es aber auch, soweit wie möglich, auf die Futteraufnahmen von einzelnen Kühen reagieren zu können. Die schlechten Fresser müssen gefunden werden!

Pansens an (Tabelle). Dazu existiert ein Beurteilungsschema, in dem die Füllung der Hungergrube in Boniturnoten beschrieben wird. Es kann an dieser Stelle nur sehr vereinfacht dargestellt werden. Die Noten 1 und 2 (Hungergrube sehr tief oder tief eingefallen) zeigen schlechte Futteraufnahmen an. Die Note 3 (nur leicht eingewölbt) ist Ausdruck einer guten Futteraufnahme mit hoher Passagerate bei leistungsstarken Kühen. Die Noten 4 und 5 (glatt oder leicht aufgewölbt) sind eher für Altmelker und Trockensteher typisch.

Bonitur der Pansenfüllung Dafür bietet sich unter anderem auch die subjektive Beurteilung der Füllung des

Tabelle: Bonitur der Pansenfüllung

Note 1 66

Note 2

Note 3

Note 4 11 2011 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

Die Pansenfüllung stellt zuerst in einer Momentaufnahme dar, wie viel Futter die Kuh im Bauch hat. Im Rahmen von Fütterungsversuchen in Iden wurde geprüft, welche Aussagekraft die Bonituren für längere Abschnitte der Frühlaktation besitzen. Für die Kühe kam es ein bis drei Tage nach der Kalbung zur Bonitur der Hungergrube und später zu einem Abgleich dieser mit den Futteraufnahmen in der Frühlaktation. Dabei zeigte sich, dass man schon unmittelbar nach der Kalbung mit dieser Kontrolle relativ gut Tiere erkennen kann, die in den ersten Wochen nach der Kalbung schlecht fressen und Probleme machen. Die Grafik stellt die TS-Aufnahmen in den unterschiedlichen Boniturklassen und dabei deutliche geringere Messwerte für die Kühe mit den Noten 2 und 1 dar.

Stoffwechselwerte Die in Iden gemessenen Stoffwechselwerte passen zu diesem Bild. Während die Ketonkörpergehalte im Blut nach Vergabe der Noten 2 und 1 in der zweiten Woche nach der Kalbung viel zu hoch waren

(1.553 Mikromol Betahydroxybutyrat pro Literl) und Ketose anzeigten, lagen die Kühe mit der besseren Bonitur bei 990 Mikromol pro Liter und damit noch knapp unter 1000 Mikromol, dem von vielen Tierärzten verwendeten Grenzwert. Für weitere Boniturtermine bis zur fünften Laktationswoche ergaben sich ebensolche aussagekräftigen Zusammenhänge.

Einzeltiere oder ganze Herde? Diese Ergebnisse zeigen, dass man mit genauen Beobachtungen und Bewertungen der Füllung der Hungergrube die oft stark variierende Futteraufnahme von Milchkühen recht gut einschätzen und im Fütterungsmanagement darauf reagieren kann. Sind es Einzeltiere, die mit zu knapper Pansenfüllung auffallen, muss man sie genauer Untersuchungen (Fieber messen, Ketoseschnelltest in Milch oder Harn) und bei Bedarf auch behandeln. Fallen zu viele und immer mehr frischmelkende Kühe auf, heisst das, dass das Fütterungsmanagement und die Rationszusammensetzung überprüft und nach Möglichkeit optimiert werden müssen.

Grafik: Pansenfüllung und Trockensubstanzaufnahme kg Trockensubstanz je Tier und Tag

Mehr als eine Momentaufnahme

24 22 Boniturnote: 1 und 2 3 und 4

10 18 16

2

3

4

5

6

7 8 9 10 Laktationswoche

Fazit Wie viel eine Kuh frisst, ist bei Frischmelkern und anfangs Laktation entscheidender denn je für das Management. Denn viele gesundheitliche Störungen haben ihren Ursprung rund ums Abkalben. Die Bonitur der Pansenfüllung erlaubt es, schlechte Fresser frühzeitig zu identifizieren und Stoffwechselstörungen durch die Verabreichung einer Ration mit höherer Nährstoffkonzentration zu vermeiden. 䡵

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14

Je nach Verzehr ist eine andere Rationszusammensetzung passend.

Autor Thomas Engelhard, Leiter Milchviehhaltung und –zucht am Zentrum für Tierhaltung und Technik, Landesanstalt Sachsen-Anhalt, 39606 Iden. www.sachsen-anhalt.de

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UFA-REVUE · 11 2011

11 · 11

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NUTZTIERE

Milchproduktion mit vielen Facetten IN DER BRETAGNE sind die Bedingungen für die Landwirtschaft dank mildem Klima und guter Regenversorgung hervorragend. Sowohl für die Schweineproduktion, Rindviehmast als auch für den Getreide- und Gemüsebau stimmen die Voraussetzungen im Nordwesten Frankreichs. Eine wichtige Rolle spielt ebenfalls die Milchproduktion, wie die milchwirtschaftliche Exkursion der UFA-Revue gezeigt hat.

Wie jeden Herbst hat die UFA-Revue auch im September 2011 eine milchwirtschaftliche Exkursion organisiert. Dieses Jahr war Frankreich, präziser die Bretagne, der Bestimmungsort. Auf dem Programm stand ein Besuch der «Space» in Rennes, eine Ausstellung, welche jedes Jahr über 100 000 Besucher anzieht, darunter auch zahlreiche Milchproduzenten der Region.

Keine typischen Betriebe Im

Melkkarussell der Versuchsanstalt Inra in Le Rheu.

Vergleich zu Süddeutschland oder Nordeuropa, wo bereits UFA-Revue-Exkursionen hinführten, waren die Teilnehmer überrascht von der grossen Vielseitigkeit der Milchwirtschaftsbetriebe in der Bretagne. In der Tat praktiziert diese Region im Nordwesten Frankreichs alle möglichen Formen der Milchproduktion: Betriebsgemeinschaften mit Melkkarussell, Familienbetriebe mit Melkroboter, Bio-Betriebe mit Vollweide und manches mehr. Die auffällige Diversität ist unter anderem auf die relativ hohen Temperaturen während der Vegetationsperiode und die reichli-

chen Regenniederschläge zurückzuführen. Vom Maisanbau über das Vollweidesystem bis hin zu Spezialkulturen ist alles möglich.

Intensiv… Wie in der Schweiz sind in der Bretagne sowohl intensive Fütterungssysteme mit Mais als auch extensive Strategien, basierend auf Weide, verbreitet. Nicht einfacher als hier zu Lande ist es, sich zwischen den beiden Systemen zu entscheiden. Anlässlich eines Besuches an der Forschungsanstalt der Inra (Institut national de recherche agricole) erinnerte der Betriebsleiter daran, dass ein hoher Maisanteil in der Ration es erlaube, quasi alles Konservierungsfutter an einem einzigen Tag zu ernten. Dagegen müssten Wiesen mehrmals gemäht werden. In Zeiten, in denen die Getreidepreise europaweit steigen und die Agrarflächen knapp werden, bieten Rationen mit Silomais die Möglichkeit, hohe Milchleistungen pro Hektare zu erzielen. Die «gewonnene» Fläche wird für die Getreideproduktion verwendet. Einer der besuchten

Betriebe illustriert das Streben nach einer möglichst rationellen Flächennutzung perfekt: Er benötigt bloss 90 ha Mais, um 80 % des Nährstoffbedarfs seiner 200-köpfigen Herde zu decken. Allerdings stellen für intensiv wirtschaftende Landwirte, die selber kein Getreide produzieren, die wachsenden Getreidepreise in der Bretagne ein Problem dar, weil die Kraftfutter teurer werden.

…versus extensiv In der extensiveren Milchproduktion, welche auf Weide basiert, erlaubt das milde Klima im Norden Frankreichs, die Kühe ab Ende Februar bis anfangs Dezember zu weiden und ein Neuseeland- oder Irland-ähnliches System anzuwenden. Allerdings hat sich diese Produktionsform in der Bretagne kaum etabliert. Aufgrund der relativ hohen Produzentenpreise scheint eine Rationalisierung des Weidesystems mit einem Umstieg auf saisonale Abkalbung auf wenig Interesse zu stossen. In der Bretagne ist es mit Baukosten von 6000 bis 8000 Fr. pro Grossvieheinheit (GVE) nicht so dringlich, eine möglichst hohe Milchmenge pro Kuhplatz zu produzieren, wie in der Schweiz, wo die Baukosten in den letzten Jahren zugenommen haben. Daher zeigen sich die bretonischen Produzenten, welche prioritär auf Weidefutter setzen, im Allgemeinen zufrieden mit ihrem System. Sie sind weniger abhängig von den Produktionsmittel-Kosten, die in der Vergangenheit stark geschwankt haben. Optimismus Das Klima, das aktuell in der Milchwirtschaft der Bretagne herrscht, ist sehr positiv. Der Optimis-

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11 2011 · UFA-REVUE


NUTZTIERE mus gründet grösstenteils auf guten Milchpreisen, die sich im Bereich von 40 Euro-Cents/kg für konventionelle und 50 Euro-Cents/kg für Bio-Milch bewegen. Innert zweier Jahre haben die Milchpreise um 12 Euro-Cents/kg zugenommen. Basierend auf dem Euro-Niveau von 2009, als es ungefähr 1.40 Fr. für einen Euro gab, lässt sich abschätzen, dass die Milch in der Bretagne einen Wert von zirka 56 Rp./kg und die Bio-Milch von 70 Rp./kg hat. Im Hinblick auf die sehr tiefen Produktionskosten – mit zirka 1500 Fr. netto pro Monat

und Arbeitskraft, Gebäudekosten von ungefähr 7500 Fr. pro GVE und mit einem Bodenpreis von 12 000 Fr./ha – sowie auf die vorteilhaften Betriebsstrukturen werden die Milchpreise von den bretonischen Bauern als sehr korrekt eingestuft. Von einem Reiseteilnehmer zu seinem aktuellen Einkommen befragt, meinte ein Bio-Landwirt mit einem Lieferreicht von 250 000 kg etwas geniert: «Ich wage kaum, es zu sagen, aber es müssen um die 45 000 Euro sein (55 000 Fr.).» In Frankreich beträgt das mittlere Einkommen auf dem Land

2000 Fr. Daher ist das Einkommen des zitierten Bio-Landwirts tatsächlich äusserst hoch.

Fazit Der Optimismus der bretonischen Milchproduzenten und die Vielseitigkeit der dortigen Betriebe hat die Teilnehmer der UFA-Revue-Exkursion überrascht. Im Austausch mit den französischen Kollegen zeigte sich, dass die Milchnachfrage auf dem Weltmarkt gut ist. Anders als in Europa ist der Schweizer Milchpreis seit zwei Jahren nicht mehr gestiegen. Dies lässt sich hauptsächlich auf den hohen Frankenkurs zurückführen, welcher die Wettbewerbsfähigkeit der Exporte limitiert. 

Autor Cyril de Poret, UFA-Revue, 1632 Riaz Die milchwirtschaftliche Exkursion in die Bretagne organisierte die UFA-Revue zusammen mit Agrar Reisen. www.agrar-reisen.ch.

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Fortsetzung von Seite 57

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Das Stallgebäude des Betriebs Robert, Bréan, für 250 Kühe hat ungefähr 1.7 Mio. Euro gekostet. Es handelt sich um einen Gemeinschaftsstall zweier Familien. Der Betrieb will 2.4 Mio. kg Milch produzieren und hat auch eine Hofkäserei gebaut.

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NUTZTIERE

Wie viele Melkungen sollten es sein? IN GUT LAUFENDEN ROBOTERBETRIEBEN werden 2.7 Melkungen und mehr je Kuh und Tag erreicht. Dazu ist ein gezieltes Management erforderlich, das sich gegenüber Verfahren mit Melkstand wesentlich unterscheidet.

Seitens der Landwirte, die sich für ein Automatisches Melkverfahren (AMV) – in der Praxis meist «Melkroboter» genannt – entschieden haben, werden insbesondere die geringere körperliche Belastung durch den Wegfall der Melkarbeit, die flexiblere Arbeitszeit, aber auch die deutliche Einsparung von Arbeitszeit als Vorteile dieses modernen Melkverfahrens hervorgehoben.

Freiwillig zum Melken Während bei einer konventionellen Melktechnik in einem festen Melkrhythmus meist zweimal täglich morgens und abends gemolken wird, können die Kühe ein automatisches Melkverfahren ausserhalb der Reinigungszeiten ganztägig nutzen. Dies muss freiwillig geschehen und von den Kühen in Verbindung mit einer Kraftfuttergabe als «positive Erfahrung» verinnerlicht werden. Nur dann werden die Tiere den Melkroboter auch häufig genug aufsuchen. Verschiedene

Kennwerte zeigen, ob ein automatisches Melkverfahren in der Praxis gut funktioniert und genügend ausgelastet ist. Anzustreben sind in einer Einboxenanlage bei voller Auslastung etwa 165 bis 170 Melkungen pro Tag und etwa 10 bis 12 kg Milch je Melkung im Mittel der Herde. Die Anzahl Melkungen je Kuh und Tag (Melkfrequenz) wird entscheidend beeinflusst von der täglichen Milchmenge je Kuh, dem mittleren Minutengemelk, der Anzahl Kühe pro Melkbox, der Anzahl und Dauer der Reinigungsphasen sowie der Zahl der Melkroboterbesuche ohne Melkberechtigung. Als untere Grenze sollten 2.5 Melkungen

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pro Kuh und Tag erreicht werden, gut laufende Melkroboterbetriebe erreichen im Herdendurchschnitt durchaus 2.7 Melkungen und mehr. Kühe mit hoher Leistung suchen die Melkbox etwa drei bis fünf Mal pro Tag auf. Dabei ist pro Kuh ein Besuch ohne Melkanrecht durchaus wünschenswert, da dies anzeigt, dass der Melkroboter bei den Tieren eine hohe Akzeptanz hat. Mit abnehmender Milchleistung und insbesondere zum Laktationsende geht die Zahl der Melkungen pro Tag zurück. Gerade in diesem Zeitraum ist darauf zu achten, dass die Tiere mindestens zweimal täglich gemolken werden, damit sie sich nicht selber trocken stellen.

Negative

Lerneffekte Wichtig ist, dass der Aufwand für das Nachtreiben von Kühen, die zum Melken anstehen, gering gehalten wird (Zielwert: möglichst unter 5 % der Tiere). In der Eingewöhnungszeit nach der Umstellung auf das neue Melkverfahren oder bei frisch gekalbten Tieren muss manchmal etwas mehr Geduld aufgebracht werden, wenn Einzeltiere den Melkroboter nicht freiwillig aufsuchen. Bei Kühen mit Melkanrecht darf die Zwischenmelkzeit dann durchaus auch einmal 12 bis 14 Stunden betragen. Werden säumige Kühe allzu frühzeitig und dann auch noch regelmässig zum Melken herangetrieben, gewöhnen sie sich schnell an diesen Ablauf und gehen kaum mehr freiwillig zum Melkroboter. Dieser «negative Lerneffekt» sollte in jeden Fall vermieden werden. Bei der Frage, ob der Kuhverkehr bei automatischen Melkverfahren frei oder gelenkt sein sollte, wird seitens der verschiedenen AMV-Hersteller unter-

schiedlich argumentiert. Praxisberichte zeigen, dass sich mit beiden Systemen des Kuhverkehrs gute Ergebnisse erzielen lassen.

Jakob Groenewold

Stress vermeiden Schon beim Einbau der Melkroboter müssen verschiedene Anforderungen erfüllt werden. Die Melkbox soll so platziert sein, dass der Eingangsbereich für alle Kühe frei einsehbar, leicht zugänglich und gut beleuchtet ist. Dann können auch rangniedere Tiere erkennen, ob der Melkroboter stressfrei und ohne Rangkämpfe betreten werden kann. Wichtig ist auch ein ausreichend grosser Warteplatz vor dem Eingang, der bei Bedarf abgetrennt und dann für säumige Kühe mit Melkanrecht genutzt werden kann. Der Abstand des AMV zur ersten Liegeboxenreihe sollte mindestens 5m betragen und der Laufgang stets rutschfest und eben sein. Diese Vorgaben gelten auch für Altgebäude, in denen auf ein automatisches Melkverfahren umgestellt wird. Zu beachten ist bereits bei der Planung, dass Funktionsbereiche, die von den Kühen gern aufgesucht werden (zum Beispiel zusätzliche Kraftfuttersta-

Tabelle: Unterschiede in der Fütterung konventionelles Melken Verzicht auf Kraftfutter in Melkstand Fütterung einer Total-MischRation generell möglich hohe Energiedichte in Mischrationen möglich (dann sind zwei Leistungsgruppen sinnvoll) Transponderstationen vorteilhaft (gezielte Kraftfutterzuteilung, Kostenersparnis)

automatische Melkverfahren AMV Kraftfutter im AMV unbedingt erforderlich (Funktion als Lockfutter) Total-Misch-Ration mit AMV nicht vereinbar Energiedichte der Grundration am Futtertisch muss deutlich begrenzt werden zusätzliche Transponder bei hohen Milchleistungen sinnvoll (optimale Energieversorgung , Vermeidung von Azidosen) 71


NUTZTIERE tionen, Tränken, Kuhbürsten) nicht in der Nähe des Melkroboters installiert werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass ranghohe Tiere dort längere Zeit verweilen und den Zugang zur Melkbox blockieren.

Klauengesundheit bedeutender denn je Lahmende Kühe suchen die Melkbox deutlich seltener auf. Vorbeugemassnahmen zur Erhaltung gesunder Klauen sind in AMV-Betrieben deshalb

Melkstand vorgelegt wird, ist dies im Melkroboter unbedingt erforderlich. Denn nicht der steigende Innendruck im Euter ist für die Tiere Motivation, sich zur Melkbox zu begeben, sondern ausschliesslich das Angebot von schmackhaftem Kraftfutter. Dabei sind auch bei niederleistenden Kühen 0.75kg Lockfutter je Besuch als Untergrenze anzusehen, was einerseits zu einem gewissen Luxuskonsum führt (höhere Futterkosten), anderseits auch die Verfettungsgefahr zum

Schmackhaftes Kraftfutter Bei der Auswahl des Kraftfutters in der Melkbox ist auf eine hohe Schmackhaftigkeit und eine möglichst stabile Zusammensetzung der Komponenten zu achten. Unter diesen Anforderungen werden die Kraftfuttersorten sicherlich eher im oberen Preissegment liegen. Nach Praxiserfahrungen zahlen sich «billige» Kraftfutter in der Regel nicht aus, da sie meist negative Auswirkungen auf die Melkfrequenz haben. Die Energiedichte des Kraftfutters sollte bei mindestens 7MJ NEL je Kilogramm Trockensubstanz liegen, da so bei gleicher Futteraufnahme mehr Energie aufgenommen wird. Eine Transponderstation mehr?

Auch rangniederen Kühen soll ein stressfreier Zugang zum Melkroboter ermöglicht werden.

höchste Priorität einzuräumen. Hierzu gehört eine mindestens zwei Mal jährliche professionelle Klauenpflege bei allen Kühen. Bereits bei den ersten Anzeichen einer Lahmheit sollten die Klauengesundheit kontrolliert und Behandlungsmassnahmen eingeleitet werden. Weiterhin benötigen die Kühe komfortable Liegeboxen und auch eine Überbelegung sollte möglichst vermieden werden. Nur so lässt sich eine optimale Liegedauer von 12 bis 14 Stunden pro Tag erreichen, die für eine ausreichende Entlastung der Klauen anzustreben ist. Wichtig sind natürlich auch saubere und trockene Laufgänge, da dadurch die Verschmutzung der Klauen und damit auch das Risiko von Klauenerkrankungen (beispielsweise Mortellaro) deutlich abnimmt.

Lockfutter, ein Muss Im Gegensatz zu konventionellen Melkanlagen, in denen in der Regel kein Kraftfutter im 72

Laktationsende zumindest bei Einzeltieren erhöht. Die getrennte Vorlage von Grob- und Kraftfutter ist vom Grundsatz her pansenphysiologisch sicherlich nicht ideal, für das Funktionieren eines automatischen Melkverfahrens aber unverzichtbar. Dies hat Auswirkungen auf die Grundration am Futtertisch, die energetisch deutlich begrenzt werden muss. Ist die Energiedichte in der Trogration zu hoch (wie bei Total-Mischrationen), sind die Tiere satt und träge und haben keinen Anreiz, sich in der Melkbox noch zusätzliches Kraftfutter zu holen. Bewährt haben sich Teil-Mischrationen, die energetisch meist so eingestellt werden, dass sie 5 bis 8 kg unter der mittleren Milchleistung der Herde liegen. Um am Futtertisch hohe Aufnahmen an Grob- und Strukturfutter zu erzielen, sind energiereiche Silagen mit guter Gärqualität natürlich weiterhin absolut notwendig.

Da bei pelletiertem Kraftfutter maximal 300 bis 400 g je Minute aufgenommen werden, sind 2 kg Kraftfutter je Besuch im Melkroboter sicherlich als Obergrenze anzusehen. Bei grösseren Mengen erhöht sich das Risiko einer Pansenübersäuerung (Azidose), wobei die Futteraufnahme als Folgewirkung weiter zurückgehen kann. Nach den Erfahrungen einiger Versuchsstationen ist die Kraftfuttermenge im AMV auch bei hohen Milchleistungen und vier bis fünf Melkungen pro Tag auf 7 bis 8 kg zu begrenzen. Hochleistende Kühe können mit der begrenzten Kraftfuttergabe ausschliesslich über die Melkbox dann energetisch kaum ausreichend versorgt werden. Daher werden in der Praxis nicht selten zusätzliche Transponderstationen eingerichtet, die mit der Futterstation des Melkroboters vernetzt sind und bei hohen Milchmengen zusätzliche Kraftfuttergaben ermöglichen. 䡵

Autor Dr. Jakob Groenewold, Referent für Rinderzucht und -haltung, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, 26121 Oldenburg. UFA-Roboterfutter Die leicht proteinbetonten Leistungsfutter UFA 263 für die Startphase und UFA 243 für die restliche Laktation (beides Würfel) erfüllen die Anforderungen auf dem Roboterbetrieb.

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und Heckschild, guter Zustand, Fr. 18'000  079 399 34 02 Claas Jaguar 860, 3500 Std, 2050 Trommel-Std, Jg. 94, Lenkautomat, Bordcomputer, Total rev., ab MFK, mit RU 450 und PU 300, Fr. 62'000  076 529 22 25 Hydraulikaggregat zu 3-Punkt mit Zapfwellenantrieb, 540 U/min, Tank 80 l, TandemZahnrad-Pumpen, 2x40 l/min, 180 bar,inkl. hydr. Schläuche, für Forstkräne, Holzspalter, Mähwerk usw., VP Fr. 3000  078 744 30 32 Fortsetzung Seite 79

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Daran denken, wenn’s kalt wird IM RINDVIEH-LAUFSTÄLLEN gibt es bei winterlichen Temperaturen einige Massnahmen zu treffen. Kühe und insbesondere Kälber haben bei Kälte einen höheren Erhaltungsbedarf. Euterhaut kann die Temperatur im Gegensatz zu anderen Körperteilen nicht selber regulieren. Noch wichtiger als sonst ist deshalb genügend Einstreu und eine tägliche Boxenpflege.

Um die Körpertemperatur aufrecht zu erhalten, müssen Kühe zwischen 0 und 20 °C am wenigsten Energie aufwenden. Für Kälber liegt der optimale Bereich mit 5 ° bis 20 °C etwas höher. Allerdings zeigen wissenschaftliche Studien, dass gesunde Tiere durchaus auch tiefere Temperaturen ertragen, wenn die Umgebung stimmt.

Salz gegen Glatteis Eis erhöht die

nicht regulieren. Noch wichtiger als in der warmen Jahreszeit sind deshalb eine regelmässige Boxenpflege und genügend Einstreu, damit die Kühe ihre Euter darin einkuscheln können. Bei zu wenig isolierten Liegeflächen verkürzen Kühe die Liegedauer, was sich auf die Gesundheit und Milchleistung negativ auswirken kann. Zitzendippmittel mit Pflegewirkung beugen Rissen vor.

infektionsfördernd gelten hohe Luftfeuchtigkeiten zusammen mit viel Schadgas. Es gilt, eine hohe Lufterneuerungsrate zu erreichen, ohne dass es zieht. Windexponierte Seiten im Kaltstall werden mit Curtain-Windschutz oder Hubfenstern geschlossen. Hubfenster lassen zwar mehr Licht hinein als Curtains, sind aber teurer. Streifenvorhänge eignen sich für den Verschluss von Eingängen. Wo es im Melkstand zu kalt wird, können Heizlüfter abhelfen.

Gefahr von Verletzungen und Klauenschäden. Laufgänge können durch eine erhöhte Schieber- respektive (wenn möglich) Reinigungsfrequenz freigehalten werden. Feines Sägemehl oder noch besser Salz hilft, Laufflächen im und um den Stall rutschsicher zu halten. Bei häufiger Verwendung von Salz kann dieses die Klauen aufweichen. Priorität im Aussenbereich hat eine umgehende Schneeräumung, um Eisbildung zu vermeiden. Der Gülleabwurfschacht lässt sich mit Strohballen schützen.

Häufigere Futtervorlage Während der Erhaltungsbedarf steigt, reduziert sich der Verzehr ab unter 4 °C bei älteren und unter 8 °C bei Jungkühen tendenziell. Um 1 bis 1.5 kg Trockensubstanz pro Temperaturabfall von 10 °C, wie Versuche aus Futterkamp (D) zeigen. Dabei besuchen die Tiere den Futtertisch im Durchschnitt häufiger. Das Futter sollte bei Kälte öfters vorgelegt und die Konzentration der Gesamtration überprüft werden.

Frostsichere Tränken An Wasser,

Mehr einstreuen Anders als ande-

Tränkekonzentration

dem günstigsten Futtermittel, soll’s auch

re Haut kann Euterhaut die Temperatur

Auch bei Kälbern steigt der Energiebedarf bei Kälte. Je nach Rasse, Gewicht und Konsum der Kälber wird die Tränkekonzentration entsprechend erhöht. Bei Iglus kann es sich lohnen, die warme Milch in einem isolierten Transportbehälter vor Ort zu bringen und erst danach in die Eimer abzufüllen, so dass die Zieltemperatur von 41 °C eingehalten wird. 䡵

Windschutz und Heizlüfter Als

Von Zugluft spricht man bei Luftgeschwindigkeiten von mehr als 0.2 m pro Sekunde.

im Winter nicht mangeln. Gefrorene Tränken lassen sich durch Rohrheizungen oder eine Isolation der Zuleitungen und Zirkulationssysteme vermeiden. Ohne Elektrizität kommen bis –20 °C frostsichere Kugeltränken aus. Jedoch sieht man den Dreck unter der Kugel nicht. Eine regelmässige Reinigung ist wichtig.

erhöhen

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee.

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PRAXISGESPRÄCH NUTZTIERE

Leistung ist programmierbar KÄLBERFÜTTERUNG Dass die Entwicklung von Kälbern in den ersten Lebenswochen für den Aufzuchtverlauf entscheidend ist – darüber sind sich Melk Staller und Ruedi Rathgeber einig. Aber wie konkret soll diese sogenannt «metabolische Programmierung» erfolgen und hat sie auch einen Effekt auf die spätere Milchleistung?

Kein Kälblein zu klein, um nicht ein Gesprächsthema zu sein. Ruedi Rathgeber: Sehen flott aus, deine Kälber. Melk Staller: Als gut informierter Milchproduzent und Aufzüchter weiss ich, dass Kälber, die in den ersten Lebenswochen viel zunehmen, sich später besser entwickeln. Ruedi Rathgeber: Du sprichst von der metabolischen Programmierung? In der Tat werden beim Kalb gleich nach der Geburt entscheidende Stoffwechselfunktionen festgelegt. Bei zu tiefer Nährstoffversorgung stehen für die Milchproduktion, aber auch für die Mastleistung und Fleischqualität später weniger Zellen zur Verfügung. Im deutschen 5-Länderprojekt wurde festgestellt, dass mit steigender Fütterungsintensität in den ersten sechs Lebensmonaten das Erstabkalbealter sinkt, der Besamungsaufwand für die erste Trächtigkeit sowie die späteren Zwischenkalbezeiten abnehmen und die Milchleistung steigt. Melk Staller: Beim aktuell tiefen Milchpreis überlege ich mir, meine Kälber wieder länger abzutränken und so den Futterzukauf zu minimieren. Ruedi Rathgeber: So machte man es früher, als noch 800 bis 1000 kg Milch pro Aufzuchtkalb vertränkt wurden. Dabei reichen 250 bis 300 kg aus, vorausgesetzt, die frühe Aufnahme von Kraftfutter wird gefördert. Dies geschieht, indem die Milchmenge anfangs auf 6 kg beschränkt und spätestens nach zwei Lebensmonaten auf 2 bis 4 kg pro Tag zu reduziert wird. Melk Staller: Aber in der Natur ernährten sich Kälber doch auch über lange Zeit mit Kuhmilch. UFA-REVUE · 11 2011

Wie die Fütterung als Kleinkalb, so die Leistung als Kuh. Melk Staller und Ruedi Rathgeber diskutieren die metabolische Programmierung.

Ruedi Rathgeber: Ein MJ NEL kostet dich beim Einsatz von Kuhmilch rund das Doppelte als ein MJ NEL in einem Kälberkraftfutter. Vor allem in den zwei ersten Lebenswochen wirkt es sich positiv aus, wenn die 6 l Milch pro Tag in drei statt zwei Gaben verabreicht werden. Dreimaliges Tränken steigert die Zunahmen um rund 20 %. Melk Staller: Mir scheint, nach knapp zwei Monaten nehmen die wenigsten Kälber bereits 1.5 bis 2 kg Kraftfutter auf, wie es für ein Wachstumsknick-freies Absetzen erforderlich wäre. Ruedi Rathgeber: Lege das Aufzuchtfutter ab der zweiten Lebenswoche täglich zwei Mal frisch vor, damit die Tiere ad libitum davon fressen können. So entwickeln sich die Pansenzotten rasch und das Kalb wird früh zum Wiederkäuer. Melk Staller: Kann ich statt Aufzucht- auch Milchviehfutter nehmen? Ruedi Rathgeber: Das Futter muss von bester Qualität sein. Von Vorteil

sind pansengeschützte Proteine, damit im Dünndarm genug Eiweiss zur Verfügung steht. Kälberfutter weisen eine spezifische Vitaminierung und Mineralisierung auf und enthalten Stoffe wie Lein, die im Milchviehfutter meist fehlen. Leinsaat enthält Schleimstoffe, welche die Darmschleimhaut unterstützen und vor Durchfall schützen. Dank höherer Vitaminisierung und Mineralisierung beim Aufzuchtfutter nehmen die Tiere davon mehr auf als von einem Milchviehfutter. Kälber bevorzugen gröberes Futter wie Flocken oder Würfel. Melk Staller: Bis wann dauert die intensive erste Aufzuchtphase bei meinen Red-Holstein-Tieren? Ruedi Rathgeber: Bei frühreifen Milchviehrassen sollte die Energiekonzentration der Ration ab einem Alter von acht Monaten heruntergefahren werden. Sonst lagert sich Fett im Euter an, was das spätere Leistungspotenzial einschränkt. 䡵

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee. Bei diesem Artikel handelt es sich um fiktive Personen und ein fiktives Gespräch. UFA 114 EXTRA eignet sich als Kombifutter mit Calfinat, seiner Vitaminierung, Mineralisierung und Schmackhaftigkeit ideal, um die Pansenentwicklung zu fördern und ein frühes Absetzen von der Milch zu ermöglichen. UFA-Aufzuchtmilchen In Kombination mit Kuhmilch eignet sich UFA 207 Aufzuchtmilch, als Vollmilch-Ersatz UFA 207plus.

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Aktuelle Brachyspiren-Situation DURCHFALLERKRANKUNGEN sind ein häufiges Problem in der Schweinehaltung. Bei Absetzjagern und in der Mast kommen neben den bekannten Durchfallerregern wie E. coli, Lawsonien und Parasiten (Würmer) immer häufiger auch Brachyspiren vor. Der Schweinegesundheitsdienst versucht durch gezielte Überwachung und Einführung eines neuen Status, die Ausbreitung der Dysenterie zu bremsen.

Jenny Markov

Aktuell sind dem Schweinegesundheitsdienst (SGD) in der Schweiz rund 35 Mast- und 25 Zuchtbetriebe mit Brachyspira hyodysenteriae bekannt.

Was ist Dysenterie? Durch B. hyodysenteriae wird die Dysenterie der Schweine hervorgerufen. Die Symptome sind starker Durchfall, meist schleimig und durchsetzt mit unverdautem Futter, teilweise auch blutig. Typischerweise sind Tiere zwischen 40 bis 60 kg betroffen, die Krankheit kann aber auch

ner Stresssituation zusammen (Umstallen, Rangkämpfe, Hitze, Kälte usw.). Gleichzeitige Infektionen mit Lawsonien oder Parasiten begünstigen das Wachstum der Brachyspiren und schädigen die Darmwand zusätzlich. Auch die Futterhygiene und -zusammensetzung hat einen entscheidenden Einfluss auf die Brachyspiren. Häufig ist die Krankheit in der Mast nicht mit einer Medizinierung unter Kontrolle zu bringen und es wird eine zweite Medizinierung im gleichen Umtrieb notwendig. Auf andere Arten von Brachyspiren wie B. pilosicoli oder B. murdochii wird hier nicht eingegangen.

Wie breitet sich der Erreger aus? Das Schwein steckt sich durch

Ausbringen von Alzogur® zur Behandlung der Restgülle im leeren Maststall.

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bereits bei Absetzferkeln oder erst bei Remonten oder Muttersauen ausbrechen. In den meisten Fällen sind Einzeltiere betroffen, die eingefallene Flanken bei meist etwas aufgetriebenen Bäuchen und Bauchkrämpfe zeigen. Verluste resultieren durch geringere Tageszunahmen und schlechte Futterverwertung, vor allem aber durch einzelne Abgänge und hohe Medikamentenkosten. Als Faktorenkrankheit zeigt sich die Dysenterie auf betroffenen Betrieben sehr unterschiedlich von akut bis schleichend. Der erste Ausbruch hängt meist mit ei-

Aufnahme von Erregern über das Maul mit der Krankheit an. Die häufigste Infektionsquelle ist der Zukauf von symptomlos infizierten Trägertieren. Nach durchgemachter Krankheit und trotz antibiotischer Therapie können sich die Brachyspiren bis zu einem halben Jahr im Darm des Schweins halten und werden mit dem Kot ausgeschieden. Dazu kommt die Überlebensfähigkeit in der Gülle von sechs bis neun Monaten, von wo sie unter anderem durch Fliegen zurückgetragen werden und wieder neue Schweine infizieren. Schadnager (Mäuse und Ratten) können sich ebenfalls anstecken und den Erreger über längere Zeit mit dem Kot ausscheiden. Es ist daher möglich, dass sich ein Betrieb auch ohne Zukauf infizierter Tiere über indirekte Vektoren ansteckt (zum Beispiel Schadnager, Insekten, Transportfahrzeuge usw.).

Wer kann Diagnose stellen? Besteht im Stall ein klinischer Verdacht,

werden Kottupfer von Tieren mit Durchfall entnommen. Eine verlässliche Diagnostik im Labor steht in der Schweiz erst seit knapp zwei Jahren zur Verfügung, früher mussten die Proben im Ausland untersucht werden. Der Umgang mit den Proben ist heikel und die Untersuchung nur in einem speziellen Labor möglich. Damit keine unnötigen Kosten entstehen durch nicht verwertbare Laborresultate, muss vor der Probenentnahme immer der SGD kontaktiert werden.

Was unternimmt der SGD? Im letzten Winter hat eine Arbeitsgruppe der Fachkommission SGD mit Vertretern der Suisseporcs, der Vermarkter, der Universitäten, der Produzenten, des Bundesamts für Veterinärwesen (BVET) und der Kantonstierärzte das weitere Vorgehen intensiv diskutiert. Es wurde sofort die Beprobung aller A-R-Zuchtbetriebe durch den SGD veranlasst, wobei nur ein infizierter Betrieb gefunden wurde. Dieser hat im Frühsommer die Sanierung abgeschlossen und befindet sich jetzt in der Überwachungsphase. Ein Programm zur regelmässigen Beprobung der A-R-Betriebe ist ab 2012 geplant. Die Beprobung der klinisch unauffälligen Betriebe ist aber derart kostspielig, dass sie nicht auf die A-Zuchtbetriebe ausgeweitet werden kann. Für die A-Betriebe – egal ob Zucht oder Mast – gilt, dass bei verdächtigem Durchfall (schleimig, schleichender Verlauf, eventuell auch blutig) sofort der SGD kontaktiert werden soll, damit vor einer allfälligen Medizinierung Proben entnommen werden können. Denn bei Tieren mit klinischen Symptomen ist der Nachweis wesentlich einfacher und günstiger durchzuführen. 11 2011 · UFA-REVUE


NUTZTIERE Der SGD stellt seinen Betrieben für die Sanierung kostenlos ein Desinfektionsmobil für den Einsatz von Alzogur® zur Verfügung. Nicht-SGD-Betriebe können das Gerät selbstverständlich mieten. Eine Sanierung muss immer zusammen mit Fachpersonen (SGD oder Schweinekliniken der Universitäten) geplant werden, da ein erfolgloser Versuch auf eigene Faust einen zu grossen finanziellen und personellen Einsatz bedeutet.

Mastjager mit schleichender Dysenterie und unblutigem Durchfall.

Was kann der Schweinehalter tun? Auch wenn der Tierverkehr ein Risiko bleibt, ist es wichtig, sich vor allen anderen möglichen Infektionswegen zu schützen. Dabei ist eine professionelle Schadnagerbekämpfung essenziell, weitere Infos dazu finden Sie in den Merkblättern des SGD. Freilaufende Tiere wie Hunde oder Katzen sollen keinen Zugang zum Stall haben und dasselbe gilt natürlich für den Chauffeur. Dazu kommt eine Hygieneschleuse, die auch tatsächlich verwendet wird. Das heisst, auch der Landwirt läuft nicht

Spezieller Status Am 20. April 2011 hat der Zentralvorstand der Suisseporcs die SGD-Richtlinie 3.13 genehmigt und in Kraft gesetzt. Da ein mit B. hyodysenteriae infizierter Stall eine Gefahr für nachgelagerte und benachbarte Schweinebetriebe darstellt (Übertragung über Tiere, Schadnager, Transportfahrzeuge und anderes), werden infizierte Betriebe mit einem speziellen Status gekennzeichnet: «A B. hyo» beziehungsweise «A-R B. hyo». Die Tiere eines solchen Betriebs müssen auf direktem Weg in den Schlachthof geliefert und der Chauffeur des Transportfahrzeuges muss auf die Verschleppungsgefahr hingewiesen werden. Zuchtbetriebe dürfen ihre Jager nur noch an die bereits vorher belieferten Kunden verkaufen und der Mäster muss durch den Verkäufer über das Risiko informiert werden. Für Betriebe mit Status A B. hyo ist die Sanierung zurzeit nicht obligatorisch. Sie wird jedoch dringend empfohlen. Ohne Sanierung kann der Status A nicht wieder erlangt werden. Infizierte A-R-Betriebe mit dem Status A-R B. hyo sind zur Sanierung verpflichtet und müssen rückwirkend alle belieferten Betriebe der letzten zwölf Monate informieren. Neukunden dürUFA-REVUE · 11 2011

fen nur nach Rücksprache mit dem SGD beliefert werden, für Stammkunden werden zusätzliche Massnahmen vereinbart (beispielsweise Medizinierung der Remonten vor dem Verkauf). Nach erfolgter Sanierung wird der Status A-R erst wieder erteilt, wenn drei Kontrolluntersuchungen im Abstand von je zwei Monaten negativ verlaufen.

Wie funktioniert die Sanierung? Wegen der Überlebensfähigkeit der Bakterien in der Gülle muss die Sanierung für jeden Betrieb individuell geplant werden. Jede Sanierung beginnt aber schon vorher mit einer professionellen Schadnager- und Insektenbekämpfung. Ausserdem ist die Sanierung immer in der warmen Jahreszeit (April bis Oktober) durchzuführen, da die Brachyspiren bei Kälte konserviert werden. Auf Mastbetrieben wird eine Totalsanierung mit anschliessender spezieller Behandlung der Restgülle (Alzogur®) und Leerzeit gemacht. Je nach Möglichkeiten (personell und baulich) kann für Zuchtbetriebe auch eine sogenannte «rollende Sanierung» erfolgen. Diese muss minutiös geplant werden und ist deutlich anspruchsvoller als eine EP-Teilsanierung.

mit den gleichen Schuhen ausserhalb und innerhalb des Stalls herum, das Desinfektionsbecken wird ausnahmslos benutzt. Eine gute Besucherhygiene mit betriebseigenen Stiefeln und Overall runden die Massnahmen ab. 䡵

Durchfallkot bei Dysenterie: typischerweise schleimig, oft auch blutig, aber nicht zwingend.

Autorin Jenny Markov, Dr. med. vet., Schweinegesundheitsdienst (SGD), Büro Zürich-Ostschweiz, 8057 Zürich. Der Status der Betriebe sowie Merkblätter und Richtlinien zum Thema Brachyspiren sind verfügbar auf www.suisag.ch

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Warum braucht es Tiergesundheitsdienste? BGK – RGD – SGD Die Tiergesundheitsdienste bieten den Tierhaltern vielfältige Leistungen an. Eine gemeinsame Veranstaltung soll deutlich machen, was BGK, RGD und SGD für Mensch und Tier alles leisten.

Enzo Fuschini

Dirk Strabel

Alfred Zaugg

«Tiergesundheitsdienste für Mensch und Tier» ist der Titel einer Veranstaltung, welche die drei Tiergesundheitsdienste (TGD) gemeinsam durchführen (siehe Kasten). Weil der Beratungs- und Gesundheitsdienst für Kleinwiederkäuer (BGK), der Rinder– (RGD) und der Schweinegesundheitsdienst (SGD) unterschiedlich organisiert und aufgebaut sind, hatten sie lange Zeit kaum Kontakt miteinander. Seit drei Jahren treffen sich nun aber die Leiter von BGK, RDG und SGD, um gemeinsame Anliegen zu diskutieren. An diesen Treffen ist die Idee entstanden, sich gemeinsam dem Publikum vorzustellen und aufzuzeigen, was die TGD leisten.

Schweizweiter Überblick Warum braucht es TGD? Gibt es nicht Veterinärämter, Tierarztpraxen und andere Organismen, die bereits alle wichtigen Aufgaben im Tiergesundheitsbereich Seminar «Tiergesundheitsdienste für Mensch und Tier» Am Donnerstag, 1. Dezember 2011, 09.00 bis 16.00 Uhr, findet am Inforama Rütti, Zollikofen, das Seminar «Tiergesundheitsdienste für Mensch und Tier» statt. Neben einer kurzen Vorstellung der drei Tiergesundheitsdienste bei der Bekämpfung von Zoonosen werden aktuelle Beispiele solcher Krankheiten durch versierte Referenten der Universitäten vorgestellt. Das detaillierte Programm ist ersichtlich auf den Homepages suisag.ch, rgd.ch sowie bgk.caprovis.ch (jeweils unter Veranstaltungen). Die Veranstaltung ist offen für Landwirte, Konsumenten, aber auch Tierärzte und andere Teilnehmer aus vor- und nachgelagerten Betrieben innerhalb der Landwirtschaft.

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Um Zoonosen zu vermeiden, ist eine gute Überwachung der Betriebe sinnvoll.

abdecken? Die Veterinärämter haben sich gemäss ihrem Auftrag vorrangig um Seuchen zu kümmern, doch längst nicht alle Krankheiten sind Seuchen. Die privaten Tierärzte leisten eine hervorragende Arbeit. Ihr Handicap ist, dass sie nur bei ihren Kunden wissen, welche Krankheiten ihr Unwesen treiben. Durch die flächendeckende Aktivität in der ganzen Schweiz haben die TGD den Überblick, ob sich gewisse Gesundheitsprobleme stärker ausbreiten. Dank ihrem Netzwerk mit den Bestandestierärzten, den Veterinärfakultäten, Veterinärämtern und anderen Partnern im Tierhaltungsbereich können BGK, RGD oder SGD rasch aktiv werden, um nötige Untersuchungen und vor allem Schutzmassnahmen zu koordinieren.

Prophylaxe als Schwerpunkt Im Bereich der Prophylaxe liegt der hauptsächliche Aufgabenschwerpunkt der TGD. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Vermeidung von Zoonosen gelegt. Das sind Krankheiten, welche vom

Tier auf den Menschen und umgekehrt übertragen werden können. Gerade solche Gesundheitsprobleme gefährden den Verkauf von Milch und Fleisch unter Umständen ganz massiv, so dass eine intensive Vorbeugung gegen das Auftreten dieser Krankheiten ein absolutes Muss ist. Es gibt viele Beispiele von Zoonosen, welche die TGD beschäftigen oder beschäftigt haben (Salmonellose, Paratuberculose, BSE, Influenza, Chlamydiose und viel andere). Aus diesen Gründen sind Zoonosen und ihre Kontrolle das Thema der gemeinsamen Veranstaltung. 䡵

Autoren Dr. Enzo Fuschini, SUISAG – Schweinegesundheitsdienst (SGD), 6204 Sempach; Dr. Dirk Strabel, Rindergesundheitsdienst (RGD), 8315 Lindau; Alfred Zaugg, Beratungsund Gesundheitsdienst für Kleinwiederkäuer (BGK), 3360 Herzogenbuchsee.

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KURZMELDUNGEN LANDLEBEN

Studienreise nach Zentralamerika: Letzte freie Plätze! Verlosung

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Nach dem Vorbild von «SF bi de Lüt – Landfrauen kochen» wird auch in Deutschland gekocht. Nun verraten die Landfrauen aus der beliebten WDR-Reihe «Land und lecker» ihre Rezepte im soeben neu erschienenen Kochbuch des Zabert Sandmann Verlags. Liebevoll mit vielen Bildern gestaltet, sind alle Rezepte der Fernsehmenüs und auch nette Anekdoten hinter den Kulissen zu finden. Ausserdem gibt es Tipps für Tischdekorationen. Ein Buch für alle Sinne, das die Freuden des guten und regionalen Essens weckt. Die UFA-Revue verlost fünf Exemplare davon. Schicken Sie eine SMS an 880 (90 Rp) mit KFL LANDFRAUEN Name Adresse. Einsendeschluss ist der 15. November 2011.

Gewinner UFA-Revue 10/2011 Eine CD «IN MEDIAS RES» von Sebastian Lohse haben gewonnen: Fritz Wampfler aus Zwischenflüh, Annamarie Röthlin aus Lachen, Michelle Egli aus Seewen, Yvonne aus Trun und Marlis Röösli aus Bramboden. Mehr über Sebastian Lohse auf www.dergelehrtebauer.de.

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Die Studienreise der UFA-Revue nach Costa Rica und Nicaragua in Zentralamerika (siehe UFA-Revue vom September und Oktober, Seiten 94+95) fand derart grossen Zuspruch, dass das mit der Durchführung und Organisation betraute Reisebüro Terra Travel + Consulting AG nun eine dritte Reise organisiert. Für diese dritte Reisegruppe wird die ausgeschriebene Reise vom 15. bis 31. Januar 2012 stattfinden. Das Reiseprogramm entspricht dem publizierten Programm. Der Pauschalpreis im Doppelzimmer liegt bei 5270 Fr. (Zuschlag Einzelzimmer 690 Fr.). Ebenso ist es möglich, als Anschlussprogramm Badeferien in San Juan del Sur zu buchen.

Women Award Zum Welt-Landfrauentag, am 15. Oktober 2011, verleiht die FrauenWeltgipfel-Stiftung (Fondation Sommet Mondial des Femmes, WWSF) jährlich Preise für kreative, innovative und mutige Landfrauen. Ausgezeichnet 2011 wurden die Bündner Bäuerin Romy Schmidt und

Für die Studienreise nach Zentralamerika sind noch wenige Plätze verfügbar!

Interessierte melden sich am besten noch heute beim Reisebüro: Terra Travel + Consulting AG Schaffhauserstrasse 80 8042 Zürich & 044 363 23 10 Ndeye Seynabou Tall Wade aus dem Senegal.

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Karin Näf www.kraeuterkurse.ch

Am Sonntag, 13. Nov. 2011 findet in Wellsberg (Bild), Willsau (LU) zum 6. Mal der Mut-Mach-Tag der schweizerischen katholischen Bauernvereinigung statt. Das Thema ist «Reden ist Silber. Schweigen ist Gift.» Referentin ist Marianne Hirzel aus Wetzikon. Tagungskosten inklusive Mittagessen 30 Fr. Für Kinder (gratis) wird ein Bastel- und Spielprogramm angeboten. Anmeldung: Kathrin Meyer-Flühler, HinterWellsberg 3, 6130 Willisau, 041 970 17 09, kavi@wellsberg.ch

Landfrauen kochen wieder! Jeden Freitag vom 11. November bis 30. Dezember 2011 auf SF DRS. Nach dem Erfolg der letzten Staffeln und hier sind die Kandidatinnen:

Die Chancen stehen hoch, dass Produkte wie Bananen und Kaffee aus Costa Rica stammen. Costa Rica ist mit einer Jahresproduktion von 2.2 Mio. t nach Ecuador in Lateinamerika der zweitgrösste Bananenproduzent. In den Hochlandgebieten der Kordillieren, die Costa Rica und Panama durchziehen, kann man zudem den Kaffeeanbau hautnah erleben. Weniger bekannt, aber nicht minder interessant ist die Landwirtschaft in Nicaragua. Nicaragua – obwohl arm – ist potenziell ein reiches Land, es besitzt fruchtbare Böden und die grösste landwirtschaftliche Nutzfläche innerhalb Zentralamerikas. Zudem spielt die Fischerei eine wichtige Rolle. 1. Reihe: Sandra Belser, Barbara Gerber, Eveline Bättig und Ramona Stulz (v.l.), 2. Reihe.: Priska Scherrer, Kathrin Sprecher und Silvia Krebs (v.l.). In der Reihenfolge der Ausstrahlung: Barbara Gerber aus Zollbrück (BE), Ramona Stulz aus Alterswil (FR), Priska Scherrer aus Bütschwil (SG), Eveline Bättig aus Wauwil (LU), Sandra Belser aus Wölflinswil (AG), Silvia Krebs aus Twann (BE) und Kathrin Sprecher aus Langwies (GR).

Copyright: SRF/Merly Knörle

Nano-Lebensmittel Das EU-Parlament will mehr Transparenz und Konsumentenschutz. Lebensmittel, die Nanopartikel enthalten, müssen künftig deklariert werden. In der Schweiz fehlt eine Deklarationspflicht. Allerdings hat das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) einen ersten Leitfaden für das Erstellen von Sicherheitsdatenblättern für Chemikalien erarbeitet, welche aus Nanomaterialien bestehen oder solche enthalten. www.umweltschutz.ch 11 2011 · UFA-REVUE


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LANDLEBEN

Fassungslos, ohnmächtig, verstrickt GESCHIEDENE BAUERN Das Telefon klingelt in der UFA-Revue-Redaktion. Am Telefon ist Marcel W. Er findet, es sei richtig, dass oft über die schwierige Situation der geschiedenen Bäuerinnen geschrieben werde (UR 7-8 /2011). Aber, so fügt er an, es gäbe auch einige Fälle, die für die Männer sehr hart seien. Und eigentlich müsste man auch mal darüber berichten.

Marcel* erzählt seine Geschichte: «Vor sechs Jahren hat mich meine Frau verlassen, nicht nur mich, sondern auch unsere vier Kinder, die damals zwischen 5 und 15 Jahre alt waren. Während dreier Jahre hörten sie nichts von ihrer Mutter. Und das wegen eines anderen Mannes. Von einem Tag auf den andern stand ich da mit dem Haushalt, mit Kochen und Waschen, für Hausaufgaben, für Elternabende und Lehrstellensuche.»

Marcel: Ich stand da, mit allem allein Er bewirtschaftet einen Schweinemast- und Ackerbaubetrieb in der Ostschweiz. Er habe seiner Frau 50 000 Fr. überweisen müssen, nie hätte er aber etwas für die Kinder bekommen. Aber fügt er an: «Ich sage immer, bei finanziellen Problemen findet sich immer

Gesprächsgruppe helfen Ein Landwirtschaftsbetrieb ist ein System mit verschiedenen Akteuren. Ändert sich bei einer Person oder auf dem Hof etwas, hat das Auswirkungen auf das ganze System. Wichtig ist die Prävention, in einem frühen Stadium können durch eine Paartherapie gute Lösungen gefunden werden. Bei geschiedenen Bauern ist einerseits die Isolation gross, andererseits haben sie auch manchmal das Gefühl in einem Glashaus zu sitzen. Ich biete Gesprächsrunden für geschiedene Männer an. Der Austausch unter Schicksalsverwandten hilft mit der Belastung umzugehen. Cornel Rimle, Landwirt, Paarberater, St. Gallen/Häggenschwil www.cornelrimle.ch

eine Lösung.» Wichtiger findet er es, gesund zu bleiben. Die Arbeitstage dauern bei ihm zwischen 15 und 18 Stunden. Auftanken kann er bei seinen Kindern. Er erklärt: «Die Kinder sind sehr gut zu mir.» Er achte auch darauf, nicht schlecht von ihrer Mutter zu reden, «denn eine Mutter bleibt eine Mutter.» Neben Marcel W. gibt es andere Landwirte – Hanspeter, Urs und Guido – und sie erzählen ebenfalls ihre Geschichte.

Hanspeter: Sie hat einfach gehen wollen. Der Nebenerwerbslandwirt Hanspeter S.* aus der Zentralschweiz hat immer noch Mühe zu verstehen, wie es so weit gekommen ist. Sie hätten immer zusammen reden können, Entscheidungen seien gemeinsam gefällt worden, wirtschaftlich stimmte es und sie seien auch in die

Bei einer Scheidung ist in der Regel niemand glücklich. Aber es ist auch ein Neuanfang, wo man gezwungenermassen nach vorne schauen muss. 82

Ferien gegangen. Er beschreibt seine Frau als tüchtig. So erhielt sie denn auch die Möglichkeit ihr bisheriges kleines Pensum als Lehrerin aufzustocken und gleichzeitig eine Zusatzausbildung zu absolvieren. Gemeinsam beschlossen sie einen Rollentausch – er gibt seine Stelle auf und bleibt zu Hause, kümmert sich um den Haushalt, die drei Kinder, die Landwirtschaft und baut gleichzeitig noch das Haus um. Allmählich zeigten sich erste Risse in diesem Arrangement. «Ich habe das Gefühl, dass ich für sie gar nicht mehr als ‹echter Mann› wahrgenommen worden bin und sie hat sich geschämt, mit einem Bauern verheiratet zu sein.» Ihre Unzufriedenheit wuchs und vor anderthalb Jahren zog sie aus. Zwei Kinder sind bei ihr. Eines der Kinder blieb bei Hanspeter auf dem Hof. «Vorher teilten die Kinder alle Alltagssorgen mit mir, heute bekomme ich vieles gar nicht mehr mit. Auch die Geschwister untereinander vermissen sich.» Selbstkritisch sagt er: «Ich habe vielleicht auch gewisse Bemerkungen mei11 2011 · UFA-REVUE


LANDLEBEN ner Frau nicht ernst genommen.» Bemerkte auch nicht, wie sie im Internet und via Facebook neue Bekanntschaften suchte. Dachte, wenn sie gemeinsam das neu umgebaute Haus einrichten, die Küche streichen, das Schlafzimmer aussuchen, alles sei in Ordnung. «Nichts war in Ordnung, und nichts war mehr zu machen. Ich wäre gerne zu einem Eheberater gegangen, aber für sie kam das nicht in Frage. Sie wollte nicht bis an ihr Lebensende so weiterleben», fasst er zusammen. So stand auch er alleine da wie Marcel mit Kind, Haushalt, Betrieb und einem Nebenverdienst. Das Fazit des Anwaltes betreffend Unterhalt sei gewesen: Sie kann ihm nichts geben und er hat auch nichts, um ihr zu geben. «Ich habe jetzt wieder angefangen auswärts zu arbeiten, denn von dem kleinen Betrieb kann ich nicht leben. Wenn ich aber meine Ex-Frau auszahlen muss, weiss ich nicht, wie ich das bewältigen kann. Vielleicht bin ich dann gezwungen alles zu verkaufen. Ja, momentan geht es so. Aber ich bin

Anlaufstelle für Bäuerinnen und Landwirte Es gibt auch unter den Landwirten Filous, die ihre Frauen und Ex-Frauen nicht mit genügend Respekt behandeln und eine Scheidung wegen einer neuen Frau unausweichlich zum Thema wird. Es gibt aber auch immer wieder Bauern, die von den Frauen ausgenützt werden. Die Anlaufstelle «Offni Tür» im Kanton St. Gallen hilft Bäuerinnen und Bauern in Notlagen. Unbürokratisch und handfest, angefangen von Gesprächen über das weitere Vorgehen, der Wohnungs- oder Stellensuche, Lösungsansätze von finanziellen Problemen bis hin zur Scheidungskonvention. Auch haben wir eine Brückenfunktion zu anderen Stellen, sei es zu Sozial- oder IVÄmtern, zu Anwälten oder Treuhandstellen. Silvia Hohl, Landwirtschaftliches Zentrum SG Rheinhof, 9465 Salez, Anlaufstelle «Offni Tür» in schwierigen Situationen 寿 058 228 24 07

UFA-REVUE · 11 2011

sicher, irgendwann will meine Ex auch Geld sehen.»

Urs: Ich würde Tag und Nacht arbeiten. Die Paarkonstellation von Urs und Hanna* war von Anfang an schwierig. Der Vollerwerbslandwirt Urs betreibt einen Milchwirtschaftsbetrieb im Bernbiet und erklärt es so: «Wenn eine Frau ausserhalb der Landwirtschaft aufgewachsen ist, sieht sie einen Bauernhof wie in der Werbung, wo Hühner herumlaufen, ein schönes Haus da ist und man Pferde haben kann. Irgendwann hat sie all das und ist überfordert.» Kurz aufeinanderfolgend kamen ihre drei Kinder zur Welt. Auf die grosse Überforderung reagierte Hanna mit Agressionen und Gewaltausbrüchen. «Meine Frau kam mit der Belastung auf einem Bauernhof nicht zurecht. Kinder, Haushalt, Betrieb oder Zahlungsverkehr – wie ein Pflug hat sie jede Aufgabe beiseite geschoben. Sie liess sich auch nicht helfen», fasst Urs die Situation zusammen. Die Trennung war vorprogrammiert. Hanna ging und nahm die Kinder mit, im Alter von 2, 4 und 6 Jahren. «Grundsätzlich finde ich schon, dass die Kinder eine Mutter haben sollen. Aber so wie bei uns, läuft es ganz schlecht. Die Kinder sind bei ihr nicht in guter Obhut. Ich habe Angst um sie. Auch geht sie oft in den Ausgang und die Kinder sind fremdbetreut. Aber die offiziellen Stellen sagen, es muss zuerst etwas passieren, bevor man eingreifen kann». Urs setzt alles daran, die Obhut für die Kinder zu bekommen. Ihm ist bewusst, dass sein Arbeitspensum mit den Kindern gross wäre, und er jemanden für den Haushalt und die Betreuung einstellen müsste. Zusammenfassend meint er: «Ich frage mich, was an unserer Beziehung jemals echt und wahr gewesen ist. Man kommt in Situationen, wo man weder vor noch zurück weiss. Generell wird die Frau immer als Opfer angesehen, aber sie kann weg vom Betrieb. Wir Bauern können nicht einfach auf und davon. Die Arbeit auf dem Betrieb bleibt, ob es einem es gut oder schlecht geht.»

Guido: Am schlimmsten ist die Freizeit. Die Kinder von Guido M.* sind erwachsen und gut ausgebildet. Von ihnen erfuhr er schliesslich, dass

Finanzen und Gericht Eine Scheidung ist für einen Landwirt nicht nur persönlich ein Einschnitt, sondern vor allem auch betrieblich. Geht die Frau ist das gerade für kleinere Betriebe wie ein Todesstoss. Es kann sein, dass der Landwirt vermehrt auswärts arbeiten oder gar Betriebsvermögen verkaufen muss. Wenn niemand auf stur schaltet, lassen sich auch punkto Finanzen Lösungen finden. Bei den Sorge- und Besuchsregelungen und der Obhut der Kinder steht deren Wohlergehen im Mittelpunkt. Sind die Kinder schon älter, werden ihre Wünsche berücksichtigt. In Zweifelsfällen werden Gutachten erstellt. Bei einer Scheidung gehen die Emotionen hoch, denn was vorher zusammen war, wird getrennt. Esther Lange, Rechtsanwältin Dr. jur., Obergasse 20, 8400 Winterthur

seine Frau fremdging. «Ich habe schon gemerkt, dass es nicht mehr wie früher harmonierte. Aber wäre nie auf die Idee gekommen, dass sie einen anderen hat. Wir waren über 20 Jahre verheiratet und ich habe nie eine andere Frau angeschaut.» erzählt er. Der Landwirt führt einen kleinen Nebenerwerbsbetrieb mit Aufzucht und Schafen in der Westschweiz. Daneben arbeitete er als Schlosser, wo er tageweise auf Montage unterwegs war und auswärts übernachten musste. «Ich habe meiner Frau alles gegönnt. Sie hatte ein grosses Auto, und ging zwei bis dreimal pro Jahr mit einer Kollegin in die Ferien. Sie hat auch viel auf dem Betrieb gearbeitet, wenn ich auswärts war.» Es sei wahrscheinlich zu spät gewesen, um eine Scheidung zu verhindern, vermerkt Guido und finanziell sei er auch noch drangekommen. Monatlich müsse er 1000 Fr. überweisen, teils Unterhalt, teils aber auch Rückzahlung des Darlehens. Das Darlehen kam dadurch zustande, dass die Hälfte der Errungenschaftsbeteiligung, die der Frau zusteht, in ein Darlehen umgewandelt worden sei. Jetzt sei er allein mit allem, stehe im Winter gegen 4.15 Uhr auf, um zu füttern, gehe auswärts arbeiten und Feierabend sei erst gegen 22 Uhr. Gott sei Dank hätte er die Arbeit mit den Tieren, das gäbe ihm Sinn und Trost. Am schlimmsten seien die Sonn- und Feiertage, da wisse er kaum, was mit sich anfangen und gräme sich. 䡵

Aufgezeichnet von Daniela Clemenz, UFA-Revue, 8401 Winterthur *Namen geändert. Anlaufstellen und Informationen auch auf www.bauernfamilie.ch Rubrik Sorgen.

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LANDLEBEN

Dauerhaft, stabil und verlässlich GESCHWISTERBEZIEHUNGEN Auch nicht mehr auf dem Hof lebende Geschwister springen in Notzeiten häufig ein und unterstützen die Bauernfamilie. Dauerhafte Geschwisterliebe ist quasi eine Art psychologischer Lebensversicherung. Und dies oftmals trotz Geschwisterstreitereien und Rivalitäten.

Hans Goldbrunner

ren häufig eine Sonderbehandlung als Nesthäkchen, was ihnen nicht selten Ärger mit den älteren Geschwistern einhandelte, gegen die sie sich erfolgreich zu behaupten lernten.

mögliche (billige) Arbeitskräfte gesehen. Dabei spielte die Erbfolgeregelung eine wichtige Rolle, die den Familien die Entscheidungen der Hofübergabe weitgehend abnahm. Diese traditionellen Regulierungen entstammen einer nüchternen und bewährten Einschätzung der Geschwister jenseits von emotionalen Vorlieben und Aversionen. Gefühle waren natürlich vorhanden, ja diese allgemein verbindlichen Regeln erzeugten nicht selten heftige Gefühle wie Neid, Überlegenheit oder auch Solidarität, dennoch mussten sie hinter den allgemeinen Regeln der Geschwisterkonstellationen zurückstehen. Hier ist nun ein grundlegender Wandel eingetreten. Das betrifft zum einen die Stellung des Bauernhofs, der heutzutage an Attraktivität verloren hat. So fühlt sich der Hofinhaber heute gegenüber seinen Geschwistern nicht selten im Nachteil, wenn es diesen gelingt, eine attraktivere Existenz ausserhalb der Landwirtschaft aufzubauen. Die Veränderung betrifft jedoch vor allem das moderne Verständnis persönlicher Beziehungen, welches das persönliche Erleben der Bindungen in den Mittelpunkt stellt. Am besten ist diese Haltung in frei gewählten Partnerbeziehungen verkörpert, mit denen hohe Glücksvorstellungen gekoppelt sind. Wenn die Partnerschaft diese Intimerwartungen nicht mehr erfüllt, kann sie beendet werden. Als modern angesehene Beziehungen beruhen in der Regel auf Freiwilligkeit, sie sind aufkündbar und werden dadurch zerbrechlich und unsicher.

Arbeitskraft und Erbfolge In der Landwirtschaft wurden Geschwister darüber hinaus in Relation zum Hof und als

Schicksalsgemeinschaft Geschwisterbeziehungen passen eigentlich nicht in dieses Modell frei gewählter

Geschwister spielten in der Landwirtschaft schon immer eine zentrale Rolle. Sie galten besonders in arbeitsintensiven Zeiten als zusätzliche Arbeitskräfte. In der Gegenwart wird ihre Bedeutung in der Gesellschaft, aber auch speziell in der Landwirtschaft wesentlich niedriger eingeschätzt. Das hängt sicher damit zusammen, dass nicht nur die Familien in Grossstädten, sondern auch auf dem Land kleiner geworden sind. Heute wachsen rund ein Viertel der Kinder in Deutschland und der Schweiz als Einzelkinder auf. Etwa die Hälfte der Kinder hat ein Geschwister und je ein weiteres Viertel zwei oder mehr Geschwister.

Der älteste Sohn Von grösserem Interesse ist jedoch in der heutigen Zeit, welche Rolle Geschwister einnehmen. Im traditionellen Rollenverständnis von Familie gab es relativ klare, hierarchisch geprägte Vorstellungen. Der älteste Sohn war in Bauernfamilien in der Regel zum Hofnachfolger prädestiniert und wurde schon von Geburt an entsprechend auf diese privilegierte Position vorbereitet. Die Buben hatten eine andere Rolle als die Mädchen, und die Geschwistersituation war ein erstes Übungsfeld für die geschlechtlichen Unterschiede. Nesthäkchen Jüngste Kinder erfuh-

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Geschwister übernehmen füreinander Verantwortung, streiten sich und vertragen sich dann wieder.

und häufig zeitlich begrenzter Beziehungen. Geschwister sind eine unlösbare Schicksalsgemeinschaft, man kann sich Bruder und Schwester nicht beliebig aussuchen oder bei Unstimmigkeiten austauschen, obwohl es durchaus kindliche Fantasien gibt, gute Freunde mit dem ungeliebten Bruder oder der Schwester auszuwechseln. Geschwister bleibt man ein Leben lang. Die fehlende Wahlmöglichkeit und die Unauflösbarkeit sind in der Gegenwart einzigartige Merkmale, die in anderen Beziehungen in dieser radikalen Form nicht anzutreffen sind. Dabei ist es 11 2011 · UFA-REVUE


LANDLEBEN rätselhaft, wie sich trotzdem in den meisten Fällen intensive Geschwisterliebe entwickeln kann. Geschwisterbeziehungen werden in der modernen Geschwisterforschung nicht nur als die dauerhaftesten, sondern auch als die stabilsten und verlässlichsten menschlichen Beziehungen überhaupt bezeichnet. Einmal Geschwister, immer Geschwister! Die Schicksalhaftigkeit trägt dazu bei, dass die Beziehungen auch heute einen sachlich-nüchternen Charakter beibehalten. Es scheint in diesem Zusammenhang wichtig zu betonen, dass Geschwister sich nicht nur zu schätzen wissen, sondern schon sehr früh lernen, sich zu streiten, sich zu arrangieren und aus dem Wege zu gehen, wenn das Umfeld sie gewähren lässt. Darin kommt die prinzipielle Widersprüchlichkeit, die Ambivalenz von Geschwisterbeziehungen zum Ausdruck, die Raum lässt für intensive Liebe und für negative Gefühle, für Nähe und für Distanz.

Rivalität Auseinandersetzungen zwischen Geschwistern übernehmen dabei eine wichtige Funktion, sie dienen vor allem der Ausbildung von Individualität und Unterschieden. Rivalität ist im Normalfall ein Zeichen gesunder Abgrenzung, das nach Beobachtung von Familienforschern vor allem dann auftritt, wenn sich Kinder von ihren Eltern sicher geliebt fühlen. Feindselige Gefühle treten meist als Episoden auf, etwa nach der Geburt eines Geschwisters, in der Pubertät und wenn man das Erwachsenenalter berücksichtigt, vor allem wenn Lebenskrisen der Geschwister oder Krankheit, Pflegebedürftigkeit und Tod der Eltern Geschwister wieder näher zusammenführen. Das Pendeln zwischen emotionaler Nähe und Distanz, zwischen Solidarität und Abgrenzung ist ein meist unterschätzter Vorzug, es kann jedoch auch zur Belastung werden. Bereits die biblische Geschichte von Kain und Abel macht darauf aufmerksam, dass negative Gefühle zwischen Geschwistern tödlich ausgehen können. Auch in unserem Bewusstsein haben sich meist mehr negative Beispiele von Geschwisterkonflikten eingenistet als positive. In der Realität gibt es jedoch genügend Gegenbeispiele, wo Geschwister auch UFA-REVUE · 11 2011

nach Zeiten langer Trennung im Erwachsenenalter wieder zusammen finden und eine lebenswichtige Einheit bilden, die alle Schicksalsschläge überdauert und deren Bewährungsprobe sich besonders im solidarischen Meistern schwerer Lebenskrisen äussert.

Geschwisterbeziehungen sind dauerhaft undverlässlich.

Solidarität Offensichtlich ist die Existenz von Bauernhöfen in der Gegenwart wesentlich stärker bedroht als in der Vergangenheit. Das Höfesterben und die Überführung von Haupterwerbsbetrieben in den Nebenerwerb hat in den letzten Jahrzehnten ein bedrohliches Ausmass angenommen, und selbst die modernisierten Betriebe werden durch unvorhersehbare Krisen erschüttert. Dabei lässt sich jedoch beobachten, dass nicht mehr auf dem Hof lebende Geschwister in Notzeiten häufig einspringen, um den Betrieb zu retten und den Bauern zu unterstützen. Dauerhafte Geschwisterliebe stellt damit auch eine ökonomische Stärke dar, ist quasi eine Art psychologischer Lebensversicherung. Das gilt paradoxer Weise umso mehr, je besser Geschwister bereits als Kinder die Möglichkeit hatten, ihre gegensätzlichen Gefühle nicht nur auszuhalten, sondern eine Form zu finden, in der sie neben Wut, Neid und Rivalität ihre positiven Gefühle der Zuneigung und Solidarität erleben konnten. Eltern, aber auch Erzieher in Kindergärten und Schule sind deshalb gefordert, Freiräume für die gegensätzlichen Gefühle zu lassen und unrealistische Harmonievorstellungen zu begraben. Wenn Geschwister entdecken, dass sie trotz heftiger Auseinandersetzungen nicht abgelehnt werden, macht diese Erfahrung den Weg frei für die Entwicklung einer dauerhaften Geschwisterliebe, die ein Leben lang anhält und sogar im höheren Alter wieder mit neuem Leben gefüllt werden kann. 䡵

Autor Hans Goldbrunner aus Essen/ Deutschland ist emeritierter Professor für Psychologie und Ehrenmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft der landwirtschaftlichen Familienberatungsstellen und bäuerlichen Sorgentelefonen. www.landwirtschaftlichefamilienberatung.de www.bauernfamilie.ch hgoldbrunner@arcor.de

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Pretty in Pink: Weihnachtskaktus mit sieben Zentimeter langen Blütenröhren. Bild: Naliha/pixelio.de

Edith Beckmann

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Zweifarbiger Weihnachtskaktus: Die Blütenblätter entfalten sich auf Etagen. Bild: Bärbel Jobst/pixelio.de

Der Weihnachtskaktus (Schlumbergera) liebt saure, humusreiche Blumenerde und einen hellen bis halbschattigen Platz. Er bevorzugt kalkarmes (Regen)wasser, und das nicht zu knapp. Kein Wunder: Der hübsche Gliederkaktus stammt aus den niederschlagsreichen Wäldern Brasiliens und erreicht stattliche Ausmasse. 2

Grüne Tipps für den Nutzund Ziergarten • Herbstlaub auf dem Rasen beim Schnitt mit dem Mäher zerkleinern: Blätter und Gras sind ein idealer Mix für die Kompostierung. • Äste, Reisig und Laub als Winterquartier für Igel und andere Nützlinge aufschichten. • Wurzelgemüse zur Einlagerung in Kisten oder Kessel mit feuchtem Sand betten – oder in Kunststoff-Fässer mit Zwischenlagen aus feuchtem Moos. • Für Zwiebelblumen, die im Frühling blühen, ist bis Ende November letzter Pflanztermin. • Rosen höchstens um einen Drittel zurückschneiden; der Hauptschnitt erfolgt im Frühjahr. Erde anhäufeln. Erst wenn längere Kälteperioden drohen, mit Reisig abdecken. • Wasseranschlüsse im Freien abstellen und Leitungen entleeren.

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Auch als Zimmerpflanze, die den Sommer gerne im Freien verbringt, kann der Weihnachtskaktus spielend einen Meter Umfang erreichen. Mit den Jahren neigen sich die Blattglieder anmutig nach unten.

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Als wär’s ein fliegender Schwan: perlenfarbige Kaktusblüte.

Schillernder Blütenzauber Damit setzt sich das bizarre Gewächs als

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Wie von einem anderen Stern: Blütenspitze vom Weihnachtskaktus.

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spektakuläre Ampelpflanze ins Rampenlicht. Ganz besonders ab November bis im Februar, wenn sich die bis zu sieben Zentimeter langen Blüten öffnen. Die Röhre, aus denen zarte Staubfäden ragen, ist stufenweise von Blütenblättern umhüllt. Sie leuchten in brillanten Farben wie weisse Perlen – oder auch in Gelb, Kupfer, Pink und Rot, manchmal sogar zweifarbig. Damit sich Knospen bilden, benötigt der Weihnachtskaktus Temperaturen von 18 bis 20 Grad Celsius und höchstens neun Stunden Licht. Bei längerer Helligkeit und Temperaturen unter zwölf oder über 23 Grad blüht die sukkulente, also Wasser speichernde Pflanze kaum.

Vorsicht vor Knospenwurf

Zudem ist sie ausgesprochen Standort treu: Wechselt der Lichteinfall, schmeisst sie die Knospen ab. Dank

Wochenlanger Blütenzauber: Der Gliederkaktus hüllt sich im Advent in üppige Pracht. Bilder: Holger Beckmann

Bild: Harry Hautumm/pixelio.de

Bild: Badebornerin/pixelio.de

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neuen Züchtungen ist diese Marotte zwar nicht mehr so ausgeprägt. Sie sollten Ihren Weihnachtskaktus dennoch mit einem Stäbchen in der Erde auf der Lichtseite markieren. Nach dem Blühen will die Schönheit aus dem Regenwald ruhen: Die Wassergaben reduzieren und nur so viel giessen, dass der Wurzelballen nicht austrocknet. Erst wenn im Frühling neue Blattglieder treiben, wird die Wassermenge gesteigert. Dem Giesswasser ab April bis im August einmal im Monat die halbe Dosis Flüssigdünger für Zimmerpflanzen beimischen. 䡵

Autorin Edith Beckmann, Freie Journalistin BR aus Frauenfeld (TG), leidenschaftliche Gärtnerin mit Wurzeln in der Landwirtschaft.

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11 2011 · UFA-REVUE


REZEPT LANDLEBEN

Landfrauen kochen TV-MENÜ Ab dem 11. November 2011 gibt es wieder «SF bi de Lüt – Landfrauenküche». Ausnahmsweise kann das Abendessen vor dem Fernseher eingenommen werden, denn verpassen will die Sendung niemand. Das TV-Menü ist von einer Landfrauen-Fernsehköchin der ersten Staffel, nämlich von Käthy Hürzeler. ApfelGemüse Salat 4 EL Balsamico Essig 1 TL Senf Salz und Pfeffer 2 EL Sauerrahm 5 – 6 EL Rapsöl 1 Bund Petersilie 2 Äpfel (ungeschält, aber entkernt) 200 g Rüebli, geschält 250 g Weisskabis Baumnüsse und Zwiebelsprossen Balsamico und Senf vermischen, mit Salz und Pfeffer würzen. Sauerrahm und Rapsöl darunter rühren. Peterli hacken und unter die Sauce geben. Äpfel und Weisskabis an der Zyliss-Röstiraffel, Rüebli mit der Bircherraffel direkt in die Sauce raffeln und vermischen. Kurz ziehen lassen. Den Apfel-Gemüsesalat anrichten und mit Baumnüssen garnieren.

Speckbrötli: Deftig und aromatisch.

UFA-REVUE · 11 2011

Speckbrötli

Birnweggen

800 g Ruchmehl 200 g Weiss- oder Grahammehl 1 EL Salz 6.5 dl Wasser 40 g Hefe 200 g Speckwürfel

1 kg Mehl 20 g Salz 250 g Butter 40 Hefe 4 dl Wasser oder Milch

Die Speckwürfel anbraten und auskühlen lassen. Einen Hefeteig herstellen und die Speckwürfel hineinkneten. Eine Stunde gehen lassen. Backen bei 190 Grad Celsius, 20 Minuten.

Einen geriebenen Hefeteig herstellen und 3 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen (eventuell über Nacht). Füllung 400 g Dörrbirnen 300 g Dörrzwetschgen 200 g Dörräpfel 100 g Zucker 2 EL Birnbrotgewürz 2 – 3 EL Kirsch Die Dörrfürchte über Nacht einweichen und klein hacken. Anderntags mit den übrigen Zutaten vermischen. Den Teig 2 bis 3 mm dick eckig auswallen. Rechtecke ausschneiden. Die Füllung ausstreichen und die Ränder seitwärts einschlagen. Den Teig zwei- bis dreimal übereinander legen. Mit Eigelb bestreichen und an der Oberfläche mit einer Gabel einstechen. Backen 180 Grad Celsius ca. 40 Minuten. 䡵

Birreweggen: Süss und fruchtig.

Die Bäuerin Käthy Hürzeler (44) und ihr Mann Karl haben einen 22- ha-Betrieb in Grod/Däniken (SO). Besonders gerne hat die gelernte Gärtnerin den Herbst mit dem Obstbau. Ihre Töchter (Cornelia 22, Christine 20 und Andrea 19) hätten das LandwirtGen, erklärt Käthy und sich beruflich entsprechend ausgerichtet. Der jüngste Sohn, Martin 17, lernt Schreiner. Die Bäuerin ist Prüfungsexpertin im Modul Gartenbau und absolviert eine Weiterbildung als Katechetin. Zeit für das Velofahren, ihr liebstes Hobby, bleibt wenig. Die Teilnahme an der Fernsehserie «SF bi de Lüt – Landfrauenküche» ist ihr in guter Erinnerung. Turnusgemäss treffen sie sich einmal mit Jahr mit allen Landfrauen, die damals 2007 mitgemacht haben.

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ICH BIN GERNE BAUER LANDLEBEN

Gas geben für die Landwirtschaft

Martin Iseli aus Münsterlingen (TG)

«Mein Herz schlägt für die Produktion und die Landtechnik.»

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Martin Iseli (28) hat im Sommer 2011 sein Diplom als Meisterlandwirt erhalten und meint: «Es gibt zwei Arten von Wissen, einerseits das Schulwissen und andererseits das praktische Wissen.» Die Betriebsleiterschule sei sehr wertvoll gewesen. Darauffolgend auch die Meisterprüfung abzulegen, sei quasi ein strategischer Entscheid für die zukünftige Pachtübernahme gewesen. Der Pachtbetrieb der Iselis in Münsterlingen gehört dem Kanton Thurgau. Insgesamt bewirtschaften Iselis 85 ha LN und halten 85 Milchkühe, 130 Muttersauen und 360 Mastsauen. Die Zeiten, wo die Söhne einfach als Nachfolgepächter akzeptiert würden seien vorbei, erklärt Martin. Das praktische Wissen beginnt jeweils morgens beim Frühstück, dann ist nämlich die Einsatzbesprechung: Vater Hansueli und Mutter Hedy Iseli, Bruder Daniel und der Lehrling planen den Tag. Chef sei der Vater, sagt Martin, aber es werde diskutiert und nach dem Frühstück wisse jeder, was er zu tun habe. «Mein Herz schlägt für die landwirtschaftliche Produktion und die Landtechnik», erklärt Martin. Nachdenklich macht ihn die Agrarpolitik. Im Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit und Biodiversität qualitativ hochstehend zu produzieren, sei eine Herausforderung. Sorgfalt im Umgang mit den Maschinen ist bei Iselis selbstverständlich. Für die Auslastung der Landmaschinen sorgt Martin, indem er nebenbei Arbeiten im Lohn übernimmt. Seit zwei Jahren ist Martin im Vorstand der Getreidesammelstelle Mittelthurgau AG in Märstetten und ein zweites wichtiges Engagement ist die Feuerwehr, wo er Gruppenführer ist. Die Aus- und Weiterbildung sei mit der Meisterprüfung nicht abgeschlossen. Das praktische Wissen wird täglich auf dem Betrieb perfektioniert. Mit Kollegen geht Martin zudem regelmässig an die Agritechnica in Hannover. «Wir sind eine Gruppe von Bauern, die optimistisch in die Zukunft schauen. Wir wollen unsere Betriebe weiter entwickeln und Gas geben.» dc 11 2011 · UFA-REVUE


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Zu diesen Themen lesen Sie mehr in der nächsten Nummer

Wenn Gemeinden Land kaufen

Technik-Trends an der Agritechnica

Precision Farming im Fokus

Alle Aufmerksamkeit den Kleinen

Wohlwollende Provokationen

Nur selbstbewirtschaftende Bauern können Landwirtschaftsland kaufen. Es gibt aber Ausnahmen, zum Beispiel wenn Land für offizielle Zwecke gebraucht wird.

An der europäischen Leitmesse für Landtechnik haben die Hersteller auch dieses Jahr wieder eine Fülle von Neuheiten präsentieren können.

Genaues Spritzen und präzises Dosieren: Zwei Parameter, die für die Qualität der Ackerfrüchte von entscheidender Bedeutung sind.

Das Gesundheitsmanagement und die Schlachtqualität sind Dauerbrenner in der Kälbermast. Welche Rezepte und Techniken setzen sich durch?

Rolf Brauch plädiert für starke Familien, Konsens und Kostendegression in der Landwirtschaft, die eine Schlüsselbranche im 21. Jahrhundert sei.

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Poret und Matthias Roggli. Anne-Marie Trümpi (Redaktionsassistentin).

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