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Sonderbeilage «Bauen und Renovieren»

Liquiditätsengpässe vermeiden Seite 16

Grosspackenpresse von Kuhn im Test Seite 26

Chancen in der Kälbermast Seite 78

Sonderthema Stallhygiene Seite 49


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INHALTSVERZEICHNIS EDITORIAL

Moderne Pflanzenzucht: Sammeln von Pollen einer Tomatenblüte in eine Petrischale für die Bestäubung einer anderen Blüte. Foto: Nunhems

Roman Engeler

FENACO AKTUELL Mit Schweizer Obst, Gemüse und Kartoffeln punkten Reorganisation des fenaco-Departements Landesprodukte

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Investitionen in die Getreide-Infrastruktur der Westschweiz Martin Keller über die Chancen von Schweizer Nahrungsmitteln

4 5

MANAGEMENT

Steuerfolgen Bei einem Verkauf von landwirtschaftlichen Grundstücken geht der Staat nicht leer aus.

Fitness im Beraterhandwerk Lebensziel- und Strategieberatung

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Kurzmeldungen Staat geht nicht leer aus Augenmerk auf den Geldfluss Monatsumfrage über Beratungsthemen

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LANDTECHNIK

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Integral-Rotor macht den Unterschied Grosspackenpresse «LSB 870 OC 10» von Kuhn im Praxistest

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Kurzmeldungen Claas «Axion 900»: Mehr Komfort und mehr Effizienz Wettbewerb zur Press-Wickel-Kombination «Tornado» von Lely Schlagkraft bei Hofdüngern: Güllefass Agrar «Swissline PF 13600» Mit Schmetterlingen ins Gras: Neue Triple-Mähwerke von Krone Produktneuheiten

21 22 25 28 30 33

PFLANZENBAU Triple-Mähwerke Krone bringt zwei neue Triple-Mähwerke für den grossflächigen Einsatz auf den Markt.

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Hofdüngereinsatz richtig planen Güllegrube und Miststock sollten vor dem Winter geleert sein

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Kurzmeldungen Ramseier: Mostpressen laufen auf Hochtouren Pflanzkartoffeln: Bedarfsgerechter Anbau ist wichtig Agriclub: 10 Jahre kompetente Düngerberatung Zucht von Gemüsesaatgut: Laufend neue Eigenschaften

37 41 42 44 46

NUTZTIERE

Kartoffelbau Für Kartoffeljahr 2012 muss eine massvolle Flächenreduktion von 5–10 % ins Auge gefasst werden.

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Rindergrippe Impfen allein genügt nicht

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Kurzmeldungen UFA aktuell: Die Seiten für den Tierhalter Bio-Seite: Welche Milchleistung ist sinnvoll? Milchgehalt und Kuhgesundheit mit W-FOS verbessert Phosphor: Einfluss auf Fruchtbarkeit der Kühe? Eiweissgehalt der Milch züchterisch erhöhen Kälbermast: Bruttomarge steigt tendenziell Trends bei den Tränkeautomaten SQB umfasst bereits 8% der Schweizer Munimast Notschlachtungen: Wann und wie? Schweizer Eier: BTS als Verkaufsargument?

48 63 67 68 70 72 78 80 82 84 86

Seit etwas mehr als drei Jahren folgt eine ökonomische Krise der anderen. Erst waren es die Banken, die gerettet werden mussten, dann Industrieunternehmen und jetzt sind es bereits ganze Staaten. Und ein Ende scheint kaum absehbar. Die Landwirtschaft ist zwar nicht direkt involviert, doch als nicht unwesentlicher Zweig einer global vernetzten Wirtschaft von diesen Krisen ebenso betroffen. Der bereits seit geraumer Zeit vorhandene Druck auf die heimischen Detailhandelspreise hat im Sog der erwähnten Krisen und des stärker werdenden Frankens nochmals stark zugenommen – am Anfang dieser Kette stehen bekanntlich die Bauern. Ist die Liquidität von Abnehmern landwirtschaftlicher Erzeugnisse angespannt, bekommen dies die Lieferanten – die Bauern – zuerst zu spüren. «Tendenziell geht es heute immer länger, bis die Zahlungen für die Produktverkäufe eingehen», schreibt Rudolf Grunder in seinem Artikel auf Seite 16. Für den Lieferanten (Landwirt) ist es deshalb wichtig, dass er sich auf verlässliche Partner abstützen kann. Partner, wie beispielsweise die fenaco, die über eine gewisse Substanz verfügen, ihren Zahlungsverpflichtungen schnell nachkommen und so beim Bauern für den notwendigen finanziellen Spielraum sorgen können. Dieser Spielraum wird heute nämlich mehr denn je gebraucht, damit man einen Betrieb den veränderten Bedingungen anpassen und für die Zukunft entsprechend rüsten kann.

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AKTUELL FENACO

Mit Schweizer Obst, Gemüse und Kartoffeln punkten REORGANISATION FENACO-LANDESPRODUKTE Mit rund 430 Mitarbeitenden, 13 Leistungszentren und 330 Mio. Fr. Umsatz nimmt das Departement Landesprodukte eine wichtige Scharnierfunktion zwischen Produktion, Verarbeitung und Detailhandel ein.

Das fenaco-Department Landesprodukte verfügt über beste und langjährige Fachkompetenz und stellt eine hohe Versorgung mit frischem Obst, Gemüsen und Kartoffeln auf dem nationalen Markt sicher. Das Departement Landesprodukte umfasst einerseits die im Stammhaus angesiedelten Geschäftsbereiche «Kartoffeln» sowie «Obst und Gemüse», andererseits die Steffen-Ris AG, die Union Fruits SA, die Frunoba AG und, da nennenswerte Synergien zu den Frischund Veredelungskartoffeln bestehen, neu auch den Geschäftsbereich Pflanzkartoffeln, der bisher im Departement Pflanzenbau angesiedelt war. Mit den beiden Hauptkunden, Migros und Coop werden rund zwei Drittel des Umsatzes erwirtschaftet. Der Anteil der internen Kunden Volg, frigemo, Gourmador und LANDI ist steigend.

produkte bezüglich Innovation, Produkt- und Prozessqualität, Preis-Leistungsverhältnis und Flexibilität realisiert die fenaco Wertschöpfung für die Schweizer Bauern. Als grösste Stärke und Potenzial erweist sich dabei die Nähe zu den Produzenten, die über ihre

Nähe zu den Produzenten Durch Topleistungen im Departement Landes-

In Charrat (VS) investiert die fenaco 15 Mio. Fr. in ein neues Leistungszentrum. Der Name des Leistungszentrums ist «Braeburn».

Mitglied-LANDI, die Besitzer der fenaco sind. Das Näherrücken zu den Produzenten zeigt sich unter anderem durch die Gründung und enge Zusammenarbeit mit Produzentenorganisationen, wie zum Beispiel Léman Fruits (VD), Proveros (Zentralschweiz), Gemüse Er-

VERWALTUNG FENACO CONSEIL D’ADMINISTRATION Investitionen in die GetreideInfrastruktur der Westschweiz Nächstens werden in Bussigny (VD) aufgrund einer Bauzonen-Zuordnung und in Gland (VD) aufgrund der Beendigung des SBB-Baurechts Getreideannahmestelle und Lagerkapazitäten aufgehoben werden. Deshalb entschied die Verwaltung der fenaco in die Getreideinfrastuktur der Westschweiz zu investieren und zwar in die Getreidecenter Eysins (VD) und Orbe (VD). Die Investitions4

summe wird 5 Millionen Franken betragen. Die Getreidesammelstelle in Eysins verfügt über eine Lagerkapazität von 7000 t und wird mit einer zweiten leistungsfähigen Annahmelinie mit Gosse ausgerüstet. DasGetreidecenter in Orbe mit 4000 t Lagerkapazität wird saniert und alle Anlagen werden erneuert. Gemäss Planung sollen die Bau- und Sanierungsarbeiten Mitte Juni 2012 auf die Ernte hin abgeschlossen sein.

Serco Landtechnik mit neuer Homepage

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AKTUELL

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FENACO AUF EIN WORT EN UN MOT

Weiterbildung im Feld Schweizer Landwirte sind gut ausgebildet, doch auch sie haben nie ausgelernt. Gemäss der Redewendung «wer glaubt, etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu werden» sind jedoch auch Bauern stets angehalten, ihr Wissen zu erweitern, sich neue Techniken anzueignen oder ihre Betriebszweige geänderten Rahmenbedingungen anzupassen. Das entsprechende Know-how kann man sich bei den Bildungszentren, beim Studium von Fachzeitschriften oder an Ausstellungen und Tagungen holen, zum Beispiel an der Versuchsplattform von fenaco Pflanzenbau in Goumoens-la-Ville.

zeuger Seeland (BE, FR, SO) oder den lokalen LANDI. Angestrebt werden möglichst direkte Informations-, Warenund Finanzflüsse sowie ein solides gegenseitiges Vertrauensverhältnis. Fairness, Transparenz und Berechenbarkeit sind dabei im Alltag gelebte Werte.

Wachstum Durch internes Wachstum und den Kauf der beiden erfolgreichen Familienunternehmen Union Fruits in Charrat und Steffen-Ris in Utzenstorf wurde die Marktführerschaft der fenaco Gruppe im Schweizer Obst-, Gemüse und Kartoffelmarkt in den letz-

Fortsetzung Seite 6

KURZMELDUNGEN BRÈVES Anfang September hat die zur fenaco gehörende Serco Landtechnik AG in Oberbipp ihre neue Homepage aufgeschaltet. Dort finden sich alle Informationen über das Unternehmen, Marken und Neuerungen. Zudem ist die Serco Landtechnik auch auf Facebook und Twitter zu finden. Hineingucken lohnt sich. Aber auch vorbeigehen ist interessant, zum Beispiel am 22. und 23. Oktober 2011. Dann ist die Herbstmesse von Serco Landtechnik in Oberbipp. UFA-REVUE · 10 2011

Termine Regionalversammlungen • Zentralschweiz: 9. November 2011 in Nottwil • Ostschweiz: 11. November 2011 in Winterthur

Gemäss einer repräsentativen Umfrage vom Februar 2011 im Auftrag von Coop und der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung halten 71 % der Konsumenten Schweizer Lebensmittel für sicherer als Importprodukte. Dieses Vertrauen hat sich die schweizerische Ernährungswirtschaft über Jahre erarbeitet. Qualität, Sicherheit und Gesundheit haben ihren Preis, genauso wie das Wohlergehen der Tiere und der Schutz unserer natürlichen Ressourcen. Die fenaco als Unternehmen der Schweizer Bauern setzt auf Schweizer Lebensmittel. Im Departement Landesprodukte werden innerhalb von fünf Jahren mehr als 100 Mio. Fr. in modernste Aufbereitungsanlagen für Kartoffeln, Früchte und Gemüse investiert. Das Departement wurde organisatorisch umgebaut, um diese neue Infrastruktur optimal zu nutzen und die Effizienz zu steigern. Der Druck auf die Preise und Margen im Frischebereich nimmt zurzeit enorm zu. Dies ist eine Folge des harten Wettbewerbs im Detailhandel und des zunehmenden Einkaufstourismus. Der überbewertete Franken verschärft die Situation. Auch auf Seiten der Produzenten ist folglich der Preisdruck hoch. Trotz guter Erträge bei Kern- und Steinobst, Kartoffeln und Gemüse ist deshalb die Stimmung im Frischemarkt zurzeit nicht gut. Die fenaco nimmt die Herausforderung an und rüstet sich heute, um im Schweizer Frischemarkt auch künftig die führende Rolle zu behaupten. Wir bieten unseren Marktpartnern Hand, den eingeschlagenen Weg trotz der aktuellen Marktturbulenzen gemeinsam weiterzugehen. Unsere Kunden vertrauen auf Schweizer Lebensmittel. Das tun wir auch. Martin Keller Mitglied fenaco Geschäftsleitung 5


AKTUELL FENACO ten Jahren weiter verstärkt. Heute nimmt die fenaco in den Bereichen Frischund Veredelungskartoffeln, Lagergemüse, Kern- und Steinobst eine starke Marktposition ein und verfügt über ein breites Angebot in den Bereichen Frischgemüse, Bioprodukte und Beeren. Die marktbedingten Herausforderungen im Obst-, Gemüse- und Kartoffelgeschäft sind gross. Im Schweizer Detailhandel tobt der Preiskampf. Zudem verschärfen die Grenzöffnungsbestrebungen und die Frankenstärke den Wettbewerb.

Zukunftsträchtig Um für die Zukunft gerüstet zu sein, wurde 2009 ein Investitionsprogramm für leistungsfähigere Infrastrukturen in der Grössenordnung von rund 100 Mio. Franken in Gang gesetzt, das im Jahr 2013 abgeschlossen werden kann. Bereits erfolgreich in Betrieb genommen wurden die neuen Leistungszentren in Bercher (Kartoffeln), Sursee (Obst) und Frauenfeld (Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln). Die beiden neuen Leistungszentren für Obst in Perroy und Charrat stehen in der Umsetzung und das Leistungszentrum Bätterkinden (Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln) ist in Planung. Reorganisation Parallel zur Modernisierung der Leistungszentren hat sich das Departement Landesprodukte, das seit dem 1. August 2010 unter der Leitung von Martin Keller steht, per 1. Juli 2011 eine neue Aufbauorganisation gegeben. Dabei bleiben die heutigen Rechtsstrukturen und Markennamen mittelfristig bestehen. Die zentralen operativen Führungseinheiten werden neu unternehmensübergreifend in sechs Teams für die Produktgruppen «Steinobst», «Kernobst», «Gemüse», «Frischkartoffeln», «Veredelungskartoffeln» und «Pflanzkartoffeln» zusammengefasst. Früchte und Gemüse werden dabei in Warengruppen vereinigt, den sogenannten «CategoryTeams», wie der im Detailhandel geläufige Fachausdruck dafür lautet. In diesen neu geschaffenen «CategoryTeams» werden alle Entscheidungen bezüglich Beschaffung, Aufbereitung, Logistik, Marketing und Verkauf getroffen. Die sechs Verantwortlichen, die so genannten Category-Manager, führen 6

Gesamtes Investitionsvolumen Landesprodukte 2010 bis 2012 Zollikofen, Bargen:

10 Mio. Fr.

Bercher:

14 Mio. Fr.

Frauenfeld:

16 Mio. Fr.

Sursee:

9 Mio. Fr.

Perroy:

16 Mio. Fr.

Charrat:

15 Mio. Fr.

Bätterkinden:

37 Mio. Fr.

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AKTUELL FENACO

In 13 Leistungszentren, die über die ganze Schweiz verteilt sind, verarbeiten kompetente Mitarbeiter der fenaco Obst, Gemüse und Kartoffeln.

Departement Landesprodukte in Zahlen:

fachlich alle in diese Prozesse einbezogenen Personen, unabhängig davon, in welchen Unternehmen oder an welchen Orten diese tätig sind. Die Aufbereitung, Abpackung und Disposition der Ware geschieht prozessoptimiert in 13 Leistungszentren, die für die Aufbereitungsleistung, Kosteneinhaltung und Produktqualität verantwortlich sind.

Strategie Mit der neuen auf die Produzenten und Kunden ausgerichteten Aufbaustruktur will das Departement Landesprodukte mit all seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Führungsstruktur vereinfachen, die InformationsUFA-REVUE · 10 2011

und Warenflüsse optimieren undneue Anlagen optimal auslasten. Dazu wurden drei neue strategische Geschäftseinheiten geschaffen: «Innovation-Entwicklung», «IT-Prozessmanagement» und «Qualitätssicherung». Die grössten externen Herausforderungen liegen im Preiskampf an der Detailhandelsfront sowie in weiteren möglichen Marktliberalisierungen. Das Departement Landesprodukte konzentriert sich auf den Inlandmarkt, steht für Frische und heimische Produktion und versorgt die Schweizer Konsumenten mit Früchten, Gemüsen und Kartoffeln auf hohem Qualitätsniveau. Punktuell werden vereinzelt Spezialitä-

ten wie die Apfelsorte «Golden Victor» in die EU exportiert.

Zukunft Die Schweiz ist klimatisch gut für den Anbau von Landesprodukten, vor allem ist die Verfügbarkeit von Wasser eine unerlässliche Ressource. Die Bauernfamilien sind aktiv und haben ein hohes Ausbildungsniveau. Sie modernisieren ihre Betriebe stetig. Die Produktion ist nahe den urbanen Zentren. Zudem geniesst die Landwirtschaft hohes Ansehen bei der nichtbäuerlichen Bevölkerung. Das sind Chancen für die Landwirtschaft, die es mit vereinten Kräften zu nutzen gilt. 䡵

• 13 Leistungszentren • 430 Mitarbeiter • 250 000 t Verarbeitungsmenge • 330 Mio. Fr. Umsatz.

Autoren Hanspeter Kurzen, UFA-Revue, 8401 Winterthur

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Neuer Kommentar zum bäuerlichen Bodenrecht Der Schweizerische Bauernverband (SBV) hat 1995 die Erstauflage des Kommentars zum Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB) herausgegeben und damit ein Standardwerk lanciert. Vor rund 2½ Jahren beschloss SBV Treuhand und Schätzungen zusammen mit den Autorinnen und Autoren eine vollständig überarbeitete Neuauflage zu produzieren. Ab Mitte Oktober 2011 kommt das umfassende Nachschlagewerk nun in den Verkauf. Die erste Auflage des Kommentars stützte sich auf die Grundlagen der Entstehung des BGBB, der parlamentarischen Beratung und des definitiven Gesetzestextes. Die damalige Publikation erfolgte ein

Nichtiges Rechtsgeschäft Ein Vertrag, der eine Bewilligung erfordert, für den aber keine Bewilligung eingeholt wurde oder für den die Bewilligung verweigert wurde, ist nichtig. Zum Beispiel wird das Grundbuchamt den Kauf eines landwirtschaftlichen Grundstücks nicht eintragen, wenn mit dem Kaufvertrag nicht auch die Bewilligung der kantonalen Behörde eingereicht wird.

Jahr nach der Inkraftsetzung des BGBB. Die vollständig überarbeitete

Schweizerischer Bauernverband Treuhand und Schätzungen Laurstrasse 10 5201 Brugg AG 1 Tel. 056 462 51 11 info@sbv-treuhand.ch Eine Publikation in französischer Sprache wird geprüft, erfolgt jedoch frühestens 2012.

Agrarpolitik und Alpwirtschaft Wie sich die rund 7100 Schweizer Alpbetriebe unter der Agrarpolitik 2014 – 2017 weiterentwickeln werden, untersuchte Chiara Calabrese. Die aktuelle Sömmerungsverordnung könne den Rückgang der Sömmerung nicht aufhalten und längerfristig müsse man über die AP 2014 – 2017 hinaus neue agrarpolitische Instrumente entwickeln, um

Dr. Eduard Hofer, Heimberg

Ländliche Entwicklung Das Bundesamt für Landwirtschaft veröffentlichte in seinen Bericht «Ländliche Entwicklung 2011», dass für Landumlegungen, Wegebauten, Wasserversorgungen, Projekte zur regionalen Entwicklung und Ökonomiegebäude im letzten Jahr beim Bund Beiträge im Umfang von 85 Millionen Franken zur Verfügung standen. Sie kamen zu 94 % dem Berg- und Hügelgebiet zugute. www.blw.admin.ch UFA-REVUE · 10 2011

2. Auflage beinhaltet die Veränderung des agrarrechtlichen Umfeldes sowie mehrere Gesetzesanpassungen und eine Fülle von Gerichtsurteilen. Der Kommentar in deutscher Sprache kostet 380 Fr. (exklusive MwSt, Bearbeitung, Versand) und kann ab sofort bestellt werden:

flächendeckend die Sömmerung attraktiv zu erhalten, erklärte Calabrese an der agrarökonomischen Informationstagung der ART.

Agrar-Umwelt Monitoring Mit dem Projekt «ZA-AUI» werden im Auftrag des Bundesamts für Landwirtschaft ökologische Daten von 300 Betrieben via Agro Treuhandstellen erfasst. Erste Resultate werden den Beteiligten an Info-Anlässen präsentiert. Westschweiz: 9. November, Mittelland: 15. November, Ostschweiz: 18. November 2011.

Kulturlandschäden Am 11. November 2011 findet eine Tagung für Juristen, Treuhänder, Berater und Amtspersonen statt. Thematisiert werden Entschädigungsfragen. www.sbv-treuhand.ch

Flankenschutz Milchproduzenten müssen einen Vertrag mit einem Erstmilchkäufer abschliessen. Geregelt ist dies im Artikel 36b des Landwirtschaftsgesetzes. Dieser Artikel gilt bis zum 15. April 2015 und ist eine flankierende Massnahme zum Ausstieg aus der Milchkontingentierung. Die Schweizer Milchproduzenten (SMP) setzen sich dafür ein, dass dieser Artikel auch im Rahmen der AP 2014 – 2017 fortgesetzt wird und zukünftig auch für Milchverwerter zu gelten habe, war an der Agrarrechtstagung vom 16. September 2011 zu hören.

Agro-Treuhänder wollen fusionieren Zurzeit gibt es in der landwirtschaftlichen Treuhandbranche zwei Fachverbände. Einerseits den Schweizer Agro-Treuhänder Verband (SATV) und andererseits den Schweizerischen Landwirtschaftlichen Treuhänderverband (SLTV). Nun beschlossen die Verbände an ihren jeweiligen Generalversammlungen sich zusammenzuschliessen. Der SATV umfasst vor allem Treuhand-Unternehmen, die vor Jahren aus den den Landwirtschaftsschulen angegliederten Buchstellen hervorgegangen sind. Die Mitglieder des SLTV sind landwirtschaftliche Treuhandfirmen, die aus privater Initiative entstanden sind. Die beiden Verbände arbeiten bereits seit mehreren Jahren vor allem in den Bereichen Weiterbildung und Interessenvertretung, beispielsweise gegenüber der Eidgenössischen Steuerverwaltung, mit gutem Erfolg zusammen. Mit dem Ziel einer noch effizienteren Verbandsarbeit haben Ende August die beiden Organisationen beschlossen, Fusionsverhandlungen aufzunehmen. Beide Verbände haben um die 30 Mitglieder, ähnliche Zielsetzungen und die gleiche Kundengruppe. Durch die Fusion der beiden Treuhandverbände müssten Reglemente, Statuten und Mitglied-Beitragsbedingungen angepasst werden. Ein Verband für dieselbe Branche sei eine Chance und ermögliche professionellere Strukturen, effiziente Interessensvertretung und eine einfachere Kommunikation gegenüber Kunden und Öffentlichkeit, liess der SATV verlauten. Noch in der Schwebe ist der Name des neu fusionierten Verbandes. Hans Imhof, Agro-Treuhand Rütti AG www.satv-asaf.ch www.sltv-asfa.ch

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MANAGEMENT

Fitness im Beraterhandwerk LEBENSZIEL- UND STRATEGIEBERATUNG Seit dem 1. Januar 2011 leitet der 43-jährige Agronom Ulrich Ryser die Geschicke der Beratungszentrale Agridea. Zukünftige Beratungsschwerpunkte sind die Agrarpolitik 2014 –2017, die Strategie- und Wertschöpfungsberatung sowie die regionale Entwicklung. Wichtig sei ihm, dass die Position der Bäuerin in der Landwirtschaft gestärkt werde, erklärt Ryser der UFA-Revue.

Bevor Ulrich Ryser Agridea-Direktor wurde, war er jahrelang selber in der Beratung tätig.

UFA-Revue: Hauptthema der landwirtschaftlichen Beratung wird in den nächsten Jahren die Umsetzung der Agrarpolitik 2014 – 2017 sein. Was sind aus Sicht der Beratung die grössten Knackpunkte? Ulrich Ryser: Die Beratung wird auch diese Runde der Agrarpolitik bei der Umsetzung aktiv unterstützen. Die vorgesehene Richtung scheint mir zu stimmen, aber es gibt noch Knackpunkte, zum Beispiel das Tempo des Anpassungsprozesses. Vorgesehen sind Anpassungsbeiträge zur Abfederung des Systemwechsels, diese sollen sukzessive abgebaut werden, wodurch finanzielle Mittel frei werden für freiwillige Programme im Bereich Landschaftsqualität, Ressourceneffizienz und Biodiversität. Bei diesen Programmen und Projekten handelt sich um Gemeinschaftsinitiativen von mehreren Bauern unter Einbezug von nicht-landwirtschaftlichen Kreisen. Die Bauern werden bei kurzfristigen Zeitvorgaben Mühe haben, sich zu organisieren und Projekte zu formulieren, was aber zur Kompensation des wegfallenden Anpassungsbeitrages nötig wäre. Hier braucht es die landwirtschaftliche Beratung: Es darf auch nicht sein, dass die umgelagerten Beiträge in überdimensionierte Beratungsleistungen fliessen. Was erhoffen Sie von der Überarbeitung der Vernehmlassung AP 2014 – 2017? Die vorgesehene Weiterentwicklung Richtung «Qualität» soll beibehalten werden. Dies ist zur politischen Sicherung der Direktzahlungen wichtig. Aber die Anpassungsbeiträge sollen bei einer Hofübergabe nicht wegfallen, sondern bäuerliche Gewerbe sollten weiterge-

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führt werden können. Ich erwarte, dass diesbezüglich die Vorlage angepasst wird. Soll man die Betriebsübergabe sicherheitshalber auf 2013 vorziehen? Sobald man als Bauernfamilie weiss, dass ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin einsteigen will, soll man sich überlegen,

wann der richtige Zeitpunkt ist. Ich bin überzeugt, dass es vermehrt vorgezogene Hofübergaben vor dem Jahr 2014 geben wird. Aber ich bin guter Hoffnung, dass das BLW diese Massnahme korrigiert. Die Bauernfamilien sind also extrem gefordert, die Diskussionen um die AP 2014 – 2017 zu verfolgen? Ja, das sind sie. Aber ich glaube diesbezüglich sind die Bauern schon ziemlich routiniert. Der Fokus darf aber nicht nur auf dem Einkommen und der agrarpolitischen Optimierung liegen. Gerade bei der Hofübernahme gibt es Dinge, die in der Familie fundiert abgesprochen werden müssen. Eine Hofübergabe muss über den vierjährigen agrarpolitischen Horizont hinaus Bestand haben. Wie soll heute eine junge Bauernfamilie ihre Zukunft planen? Die Bauernfamilien sind gefordert, die

Arbeitsbelastung und der finanzielle Druck sind beachtlich. Das kann die Partnerschaft belasten. Das Familienklima sollte so sein, dass man Probleme mit Reden lösen kann. Auch soll es nicht so weit kommen, dass die Kinder darunter leiden. Die Beratung kann präventiv helfen, wenn sie einen Bera-

tungsansatz wählt, der von der Definition von Lebenszielen ausgeht. Man muss sich zum Beispiel bereits bei der Betriebsübernahme fragen, wohin die zukünftige Entwicklung geht und wie gross der Einkommensbedarf ist – was eine normale Arbeitsbelastung ist – wie die Verantwortlichkeiten aufgeteilt sind. Was ist, wenn gross investiert wird? In der Bauberatung sind solche Lebensziel-Fragen sehr bedeutungsvoll. Es reicht nicht ein Investitionsprojekt einfach in Bezug auf die Tragbarkeit durchzuwinken. Wenn zwischen einer halben und einer Million investiert wird, bedeutet das ein Wendepunkt bezüglich Betriebsorganisation, Arbeitsbelastung und persönlichen Vorlieben. Nachdem ein Stall erstellt ist, ist es zu spät, zu überlegen, ob man weiterhin melken will. Kurz gesagt: Vor eine Bau10 2011 · UFA-REVUE


MANAGEMENT beratung, gehört eine Strategieberatung.

verbandes, gehört. So wird sich punkto Frauenförderung etwas bewegen.

Wie stehen Sie zum Thema Förderung der Landfrauen? Die Agridea betreut seit Jahren Projekte zur Stärkung der Position der Frauen in der Landwirtschaft. Nach «Bewusst Bäuerin sein» engagiert sie sich in «Agrigenre». Das ist eine Studie, die die Rollenverteilung Mann und Frau in der Landwirtschaft mit anderen Sektoren vergleicht. Ausserdem planen wir eine erneute Kampagne in enger Zusammenarbeit mit dem schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverein, um die Position der Bäuerin zu stärken. Nicht mit einem «Feindbild» gegeneinander, sondern konstruktiv miteinander, wozu der Einbezug aller Beteiligten, auch des schweizerischen Bauern-

Konkret? Beispielsweise ist die Hofübergabe ein Dreh- und Angelpunkt, wo über den Status der Bäuerin gesprochen werden muss. Ist die Bäuerin Mitarbeiterin, Mitunternehmerin oder ist sie nur die Ehefrau des Landwirts? Als Mitunternehmerin kann sie entscheiden und mitbestimmen, sie haftet aber auch. Die Beratung ist dafür zuständig, dass diese Punkte angesprochen werden. Es gibt in der Landwirtschaft schon noch patriarchalische Strukturen. Ja, das gibt es, auch in der nicht-landwirtschaftlichen Bevölkerung. Das Umfeld, die Verwandtschaft und Traditionen spielen eine grosse Rolle. Aber der Grossteil der Bäuerinnen und Bauern führen heutzutage eine gut funktionierende partnerschaftliche Beziehung. Zum Teil wird aber die Bäuerin in die traditionelle Rolle und in ein Cliché von Blumen und Garten gedrängt. Diesbezüglich braucht es eine Sensibilisierung. Die Bäuerinnen heute sind vollwertige Partnerinnen und Unternehmerinnen. Wann startet die gemeinsame Kampagne? Wenn alles aufgegleist ist, hoffe ich, 2012. Was sind die kommenden Beratungsthemen? Wir, von der Agridea, sind zuständig für die Aus- und Weiterbildung der landwirtschaftlichen Berater. Die Berater wollen fit und gewappnet sein, um die Bauernfamilien gut zu beraten. Wie bereits erwähnt, wird es in dem Bereich Landschaftsqualität einen Schwerpunkt geben. Dann aber auch im Bereich Regionalentwicklung und «Stärkung des ländlichen Raumes». Die Wert-

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schöpfung soll in der Region bleiben. Heute verpflegt sich ein Grossteil der Bevölkerung auswärts. Wichtig wäre es, wenn diese Kantinen- oder Restaurationsbetriebe einheimische Produkte verwenden würden. In der Westschweiz haben regionale Aspekte der Nahrungsmittel und AOC-Marken eine grosse Bedeutung. In der Deutschschweiz wird noch zu wenig auf AOC geachtet, vielmehr spielt es eine Rolle, ob Bio oder nicht. Ein gegenseitiger Transfer mit Bio-Richtung Westen und AOC-Richtung Osten wäre ideal. 2012 soll mit dem Projekt Exacom ein Zentrum mit Agroscope Liebefeld-Posieux und dem Institut agricole Grangeneuve entstehen. Das Motto «Alles unter einem Dach» verfolgt man auch in der Ostschweiz mit dem Projekt Agrovet unter der Beteiligung von Strickhof, ETH und Vetsuisse Zürich. Wird die Agridea im Bereich Tierhaltung verdrängt? Bei beiden Projekte ergeben sich Synergien zwischen den Partnern. Die ETH und Vetsuisse brauchen Versuchsmöglichkeiten. Der Strickhof und Grangeneuve verfügen mit ihren landwirtschaftlichen Betrieben über die nötige Infrastruktur. Wir von der Agridea sind bei diesen Zentren nicht direkt beteiligt. Wir von der Beratung sind stark in der Umsetzung dieser Themen und zwar in Form von Kursangeboten und Broschüren. Auch wir pflegen einen regen Austausch im so genannten Forum Agridea. Beteiligt sind die Partner im landwirtschaftlichen Wissenssystem wie kantonale Beratungen, Agroscope, ETH, SHL Zollikofen, Berufsverbände oder das BLW. Es ist mir ein Anliegen, die Zusammenarbeit zwischen den Organisationen noch zu fördern. Wird die Beratung für die Bauern zukünftig teurer? Ich hoffe nicht! Aber es ist klar, bei Sparrunden werden tendenziell Kosten überwälzt, das heisst, dass Dienstleistungen vermehrt verrechnet werden. Danke für das Gespräch.

Vor eine Bauberatung gehört eine Strategieberatung, erklärt Ulrich Ryser.

Interview Daniela Clemenz, UFA-Revue, 8401 Winterthur www.agridea.ch

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MANAGEMENT

Staat geht nicht leer aus STEUERNFOLGEN Beim Verkauf von landwirtschaftlichen Grundstücken handelt es sich in den meisten Fällen um die Veräusserung von Geschäftsvermögen. Der Gewinn aus dieser Veräusserung kann neben der Grundstückgewinnsteuer auch mit der Einkommenssteuer erfasst werden. In diesem Fall sind zusätzlich die Sozialabgaben geschuldet. Zu beachten sind auch allfällige Kürzungen bei den Direktzahlungen.

Josef Hostetter

Gewinne aus dem Verkauf landwirtschaftlicher Grundstücke unterliegen gemäss Art. 12 StHG der Grundstückgewinnsteuer. Beim Verkauf von Grundstücken aus dem Geschäftsvermögen gelten besondere Vorschriften. So werden bei landwirtschaftlichen Grundstücken des Geschäftsvermögens gemäss Art. 18 Abs. 4 DGB die wieder eingebrachten Abschreibungen der Einkommenssteuer unterstellt. Nur der übersteigende Teil wird mit der Grundstückgewinnsteuer erfasst. Werden zur Gewinnsteigerung über die Veräusserung hinaus weitergehende Arbeiten wie Parzellierung, Überbauungspläne oder eine Erschliessung planmässig ausgeführt, so kann der erzielte Gewinn so-

gar als Einkommen besteuert werden. In diesem Fall wird der Gewinn zusätzlich auch mit den Sozialabgaben belastet. In besonderen Fällen wird die Grundstückgewinnsteuer aufgeschoben.

Steuerhoheit Die Grundstückgewinnsteuer ist kantonal geregelt und wird in allen Kantonen und zum Teil auch zusätzlich von Gemeinden erhoben. Das Bundesgesetz über die Harmo-

Anlagekosten zugerechnet.» Auf Grund dieses Gesetzesartikels werden bei der Veräusserung von landwirtschaftlichen Grundstücken die so genannten wiedereingebrachten Abschreibungen mit der Einkommenssteuer und der die Anlagekosten übersteigende Teil mit der Grundstückgewinnsteuer erfasst.

Grundlage Steuerobjekt

für die Grundstückgewinnsteuer bei landwirt-

Hofübergabe innerhalb der Familie zum Ertragswert: Bei einer Hofübergabe innerhalb der Familie werden die so genannten wiedereingebrachten Abschreibungen bis zu den Anlagekosten mit der Einkommenssteuer belastet. Mehrerträge unterliegen der Grundstückgewinnsteuer. Innerhalb der Familie wird in den meisten Kantonen die Grundstückgewinnsteuer aufgeschoben. Einen Aufschub der Einkommenssteuer (Liquidationsgewinn) ist nicht möglich. Seit dem Inkrafttreten des Unternehmenssteuerreformgesetzes II per 1. Januar 2011 werden die wiedereingebrachten Abschreibungen bei Aufgabe der Erwerbstätigkeit durch Invalidität oder nach dem 55. Altersjahr getrennt vom übrigen Einkommen zu einem reduzierten Satz besteuert (Art. 37b DGB). Die vollen Sozialabgaben sind jedoch auch in diesen Fällen geschuldet. Dabei ist zu beachten, dass Beiträge an die AHV nach Erreichung des ordentlichen Rentenalter nicht mehr rentenwirksam sind.

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nisierung der direkten Steuern (StHG) schreibt den Kantonen eine Besteuerung des Gewinns bei Grundstücksverkäufen vor. Gemäss StHG können die Kantone zwischen zwei Systemen, dem monistischen oder dem dualistischen wählen. Bei landwirtschaftlichen Grundstücken wird diese Wahlfreiheit eingeschränkt. Im Bundesgesetz über direkte Bundessteuer (DGB) Art. 18. Abs. 4 ist die Besteuerung wie folgt geregelt: «Die Gewinne aus der Veräusserung von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken werden den steuerbaren Einkünften nur bis zur Höhe der 10 2011 · UFA-REVUE


MANAGEMENT

Betriebsaufgabe ist Überführung ins Privatvermögen Die Differenz zwischen dem Anlagewert der übertragenen Liegenschaft und dem Buchwert (Einkommenssteuerwert) wird mit der Einkommenssteuer erfasst. Für den Steuerpflichtigen ist speziell der Tatbestand belastend, dass die Übertragung aus dem Geschäftsins Privatvermögen für ihn keinen Liquiditätsfluss bewirkt. Die Steuer kann somit für den Steuerpflichtigen zu erheblichen Liquiditätsproblemen führen. Zusätzlich zur Einkommenssteuer hat der Steuerpflichtige auch noch die AHV-Beiträge als Selbstständigerwerbender zu entrichten.

schaftlichen Grundstücken sind die Gewinne, soweit der Erlös die Anlagekosten übersteigt. Diese Gewinne werden in der Steuerperiode besteuert, in der sie angefallen sind. Den Grundstücken gleichgestellt sind die ins Grundbuch aufgenommen selbstständigen und dauernden Rechte (Miteigentumsanteil, Stockwerkeigentum). Neben Kauf- und Tauschgeschäften sind auch Rechtsgeschäfte, die in Bezug auf die Verfügungsgewalt wie eine Veräusserung wirken (wirtschaftliche Handänderung) der Veräusserung gleichgestellt (Art. 12 Abs. 2 lit. a StHG). Gewisse Kantone kennen zur Sicherung der Steuer ein gesetzliches Pfandrecht. Einzelne Kantone oder Gemeinden können einen Planungsmehrwert im Sinne des Raumplanungsgesetzes (Umzonung zu Bauland) auch ohne Veräusserung mit der Grundstückgewinnsteuer erfassen, sofern dies im kantonalen Recht vorgesehen ist. Aktuell ist diese Mehrwertabgabe auch als Gegenstand zum Schutze des Kulturlandes in Diskussion. Steuerpflichtig und somit Schuldner des Steuerbetrages ist immer der Verkäufer eines Grundstücks. Dieser Grundsatz gilt auch, wenn dem Er-

Grafik: Steuerfolgen beim Verkauf landwirtschaftlicher Grundstücke (schematische Darstellung) Verkaufserlös Grundstückgewinnsteuer Anlagekosten Investitionen 3 Investitionen 2

Abschreibungen

Einkommenssteuer & Sozialabgaben

Buchwert

Investitionen 1 Kaufpreis/ Übernahmepreis

werber der Steuerbetrag vertraglich überbunden wird.

Haltedauer Die Grundstückgewinnsteuer ist besitzdauerabhängig. Je länger man das Grundeigentum besessen hat, desto tiefer fällt die Grundstückgewinnsteuer aus. Einige Kantone rechnen mit vollen Jahren, andere zählen in Monaten. Es lohnt sich also, den Zeitpunkt des Verkaufs so weit als möglich darauf abzustimmen. Das Steuerharmonisierungsgesetz (StHG) schreibt den Kantonen vor, dass bei kurzer Haltedauer eine höhere Steuerbelastung zu erfolgen hat.

Buchwert steuerfrei

Steuern aufschieben Bei einer steueraufschiebenden Veräusserung wird die Besteuerung ganz oder teilweise auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Als steueraufschiebende Tatbestände gemäss Art. 12 Abs. 3 lit. a StHG gelten: • Erbgang. • Erbvorbezug. • Übertragung von Grundstücken zur Abgeltung von güter- und scheidungsrechtlichen Ansprüchen. • Landumlegungen, Güterzusammenlegungen, Grenzbereinigungen. • Ersatzbeschaffungen unter bestimmten Voraussetzungen. 䡵

Sonderfall: Bauland Grundstücke werden steuerlich je nach kantonaler Regelung als landwirtschaftliches Grundstück oder als Bauland (nichtlandwirtschaftlich) beurteilt. Kriterien für die Beurteilung sind die Nutzung oder die Zonenzugehörigkeit. Bauland als Teil eines Landwirtschaftsbetriebes stellt steuerrechtlich Geschäftsvermögen dar. Aktuelle Diskussionen über die Besteuerung bei Veräusserung von Geschäftsvermögen als Einkommen

in einzelnen Kantonen können künftig zu einer erheblichen steuerlichen Mehrbelastung von Gewinnen aus Grundstücksverkäufen führen. Es empfiehlt sich deshalb, Baulandparzellen vom übrigen Betrieb abzutrennen und steuerrechtlich ins Privatvermögen zu überführen. Einige Kantone kennen bei der Nutzungsänderung die nachträgliche Vermögenssteuer.

Autor Josef Hofstetter, Schweizerischer Bauernverband, Treuhand und Schätzungen, Laurstrasse 10, 5200 Brugg. Die steuerliche Belastung bei Grundstücksverkäufen ist erheblich. Eine Beratung kann sich daher lohnen. 寿 056 462 51 11

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MANAGEMENT

Augenmerk auf den Geldfluss LIQUIDITÄTSENGPÄSSE sind eine grosse Belastung. Wenn fast täglich kalkuliert werden muss, wie offene Rechnungen bezahlt werden können, leiden die Motivation und der Berufsstolz enorm. Innerhalb der bäuerlichen Familie sind Zahlungsschwierigkeiten zudem oft ein Tabuthema.

Rudolf Grunder

Die provisorischen Ergebnisse der Buchhaltungszahlen 2010 sprechen für sich. Die seit längerer Zeit auf einem tiefen Niveau verharrenden Produzentenpreise bringen vermehrt auf vielen Betrieben die finanzielle Situation aus dem Gleichgewicht. Auch Unternehmen die wissen wie wichtig finanzielle Reserven sind, werden durch die zeitliche Dauer der Tiefpreise enorm gefordert. Erschwerend kommt dazu, dass auch auf der Abnehmerseite die Liquidität in einigen Firmen angespannt ist. An diesem Umstand sind Marktpartner, die sich nicht erst seit der Eurokrise mit Preissenkungen im Lebensmittelbereich überbieten, nicht unschuldig. Tendenziell geht es immer länger, bis die Zahlungen für die Produktverkäufe eingehen. Akontozahlungen sind an der Tagesordnung, was die Zahlungsbereitschaft der Landwirtschaftsbetriebe weiter einschränkt.

Tägliche Pflicht des Zahlens Für die Person, die sich um den Zahlungsverkehr kümmert, ist die Situation der Liquidität sehr schnell spürbar, ohne dass auf Kennzahlen zurückgegriffen werden muss. Im Zentrum steht die Frage, ob man den Zahlungsverpflichtungen uneingeschränkt und in angemessener Form nachkommen kann. • Zahlungsfristen von Rechnungen können eingehalten werden. • Durch eine termingerechte Bezahlung können Rabatte und Skonti abgezogen werden. • Keine Mahngebühren. • Die Kreditlimiten (Kontokorrent) werden eingehalten. • Zins- und Tilgungsleistungen können fristgerecht bezahlt werden. 16

• Es sind Reserven (Betriebskapital) für Unvorhergesehenes vorhanden. • Die Zahlungsmöglichkeiten lassen grössere Bezugsmengen (Futtermittel, Dünger) zu, damit man von Mengenrabatten und Aktionen Gebrauch machen kann. • Produktionsmittel können so beschafft werden, dass keine neuen Abhängigkeiten (Kredite von Lieferanten) entstehen.

Kennzahlen Über die Bilanz und die Erfolgsrechnung lassen sich aus der Buchhaltung Kennzahlen berechnen. Im Vordergrund stehen die unterschiedlichen Liquiditätsgrade, die die Zahlungsmöglichkeiten über flüssige Mittel mit den anstehenden Forderungen ins Verhältnis setzen. Auch die Deckung des Anlagevermögens (Anlagedeckungsgrad) ergibt einen gewissen Hinweis auf die kurz- und mittelfristigen Zahlungsmöglichkeiten des Unternehmens. Zu beachten ist aber, dass es sich bei den Bilanzkennzahlen um statische Daten

eines bestimmten Stichtags handelt. Betriebsspezifische Besonderheiten, wie die Bewertung von Lagerbeständen, Tieren und Vorräten, sind zudem wenig berücksichtigt. Die kritische Auseinandersetzung mit den Zahlen des Buchhaltungsabschlusses ist aber für jedes Unternehmen ein Muss. Das gilt insbesondere für die Mittelflussrechnung (Geldflussrechnung). Diese dritte Jahresrechnung ist in vielen Buchhaltungsabschlüssen bereits enthalten und lie-

Grafik: Die Systematik der Geldflussrechnung Zuflüsse

Abflüsse

– Verkäufe

– Ausgaben Produktion

– Direktzahlungen

– Löhne, Pachtzinsen

– Habenzinsen

– Zukäufe von Anlagevermögen (Investitionen)

– Löhne und Mieten – Desinvestitionen – Kapitalaufnahmen

– Tilgungen von Fremdkapital – Ausgaben von Privat

– Privateinlagen nettomonetäres Umlaufvermögen 10 2011 · UFA-REVUE


MANAGEMENT fert zusätzliche Informationen, die durch die Bilanz und die Erfolgsrechnung nur eingeschränkt abgebildet werden können: • Wieso hat das Unternehmen mehr oder weniger flüssige Mittel (Liquidität) als im letzten Jahr oder in der letzten Periode? • Wie viel wurde in den letzten Jahren investiert und wie wurden diese Investitionen finanziert? • Können zukünftige Investitionen bezahlt oder finanziert werden?

ren Umlaufvermögens (Geldreservoir) auf die Zukunft ausgerichtet über mehrere Perioden abgebildet werden. Die Beratung und die Treuhandstellen verfügen über Instrumente, mit denen Finanzpläne berechnet werden können.

Liquiditätsplanung Bauern,

die ihren Zahlungsverpflichtungen nicht uneingeschränkt nachkommen können, müssen sich zwingend mit der kurzfristigen Liquiditätsplanung befassen. Das gilt besonders für Situationen, in denen sich durch Betriebsumstellungen oder durch eine Veränderung der familiären

Der Finanzplan Die Mittelflussrechnung zeigt die Liquiditätsentwicklung der abgeschlossenen Buchhaltungsjahre auf. Mit dem Finanzplan wird diese Rechnung in die Zukunft gerichtet weitergeführt. Ein Unternehmer prüft mit diesem Planungsinstrument, das sich in drei Bereiche gliedert, ob die strategischen Ziele, ohne die Liquidität zu gefährden, erreicht werden können. Den budgetierten Einnahmen und Ausgaben (Umsatzbereich) werden die vorgesehenen Investitionen (Investitionsbereich) und die Finanzierungsmöglichkeiten (Finanzierungsbereich) gegenübergestellt. Wie in der Geldflussrechnung werden nur die liquiditätswirksamen Flüsse einbezogen. Im Gegensatz zur Erfolgsrechnung fehlen beispielsweise die Abschreibungen und die Inventarveränderungen. Mit dem Finanzplan kann schlussendlich die Entwicklung des nettomonitäUFA-REVUE · 10 2011

Auch ohne Berechnungen und Kennzahlen ist bei leeren Portemonnaies schnell klar, dass es an liquiden Mitteln fehlt.

Situation, die Verteilung der Ein- und Ausgaben grundlegend verändert. Abhängig von den konkreten Fragestellungen werden die Perioden (Wochen, Monate, Quartale), die in der Liquiditätsplanung abgebildet werden sollen, festgelegt. Wichtig ist, dass bei der Aufzeichnung der voraussichtlichen Ein- und Auszahlungen feste Zahlungsverpflichtungen wie die Krankenkassenprämien, vereinbarte Zins- und Tilgungsleistungen oder die Steuern nicht vergessen werden. Voraussichtliche Erlöse durch Produkt-

verkäufe sind mit Vorsicht einzusetzen und dürfen keinesfalls für voreilige Investitionen benutzt werden.

Liquiditätskrise – was nun? Die Liquiditätssituation wird durch viele Faktoren beeinflusst. In der Landwirtschaft spielen die Witterungseinflüsse eine grosse Rolle, dann aber auch die Abhängigkeit von wenigen grossen Marktpartnern und von der Politik. So sind unliebsame Überraschungen nicht immer zu vermeiden. Sind die Reserven einmal aufgebraucht, beginnt sich die Spirale der Zahlungsverpflichtungen zu drehen. In solchen Situationen ist es wichtig, dass der Umgang mit der Liquidität offen angegangen wird. Insbesondere innerhalb der Familie dürfen Zahlungsschwierigkeiten nicht zu einem Tabuthema werden und gemeinsam müssen Massnahmen geplant werden: • Kontakt mit der Bank und der Beratung. • Liquiditätsplan erstellen. • Abläufe im Rechnungswesen überprüfen. • Die Möglichkeit von Zahlungsaufschüben abklären. • Umschuldungen prüfen (hochverzinsliche kurzfristige Kredite ablösen, die Möglichkeiten eines Betriebshilfedarlehens mit der kantonalen Kreditkasse abklären). • Investitionsverhalten hinterfragen. • Betriebsumstellungen und ausserbetriebliche Tätigkeiten prüfen. • Wenn es wieder «rund» läuft, bevor man investiert auf die Reservebildung (Betriebskapital) achten.

Die Zukunft angehen Das aktive Management der Liquidität ist für jeden Betrieb eine unerlässliche Aufgabe. Nur wer einen finanziellen Spielraum hat, kann auf veränderte Bedingungen im Umfeld des Unternehmens reagieren. Eine gesunde Liquidität bringt Wettbewerbsvorteile. Nicht zuletzt auch darum, weil der Kopf frei bleibt für auf die Zukunft ausgerichtete unternehmerische Tätigkeiten. Neben den Planungsund Kontrollinstrumenten der Produktionstechnik sollten darum die Analyse der Mittelflussrechnung und die Planungsinstrumente Liquiditäts- und Finanzplan regelmässig eingesetzt und diskutiert werden. 䡵

Autor Rudolf Grunder, Strickhof, Fachbereich Betriebswirtschaft, Eschikon, 8315 Lindau

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UMFRAGE MANAGEMENT

Recht, Finanzen und Agrarpolitik In einer repräsentativen Umfrage wollte die UFA-Revue von den Landwirten wissen, ob sie sich bei Fragen oder Problemen, welche auf einem Bauernbetrieb auftauchen können, an eine kantonale landwirtschaftliche Beratungsstelle wenden. Dabei wurden den Befragten sechs Antworten vorgelesen, wobei Mehrfachnennungen möglich waren. Insgesamt geben rund vier von fünf Bauern (79 %) an, sich bei einer kantonalen Beratungsstelle zu informieren, wobei sie dies am häufigsten bei Rechtsfragen wie Hofübergabe, Pacht oder Zusammenarbeit mit andern Betrieben tun würden (60 %). Zwei von fünf Befragten geben an, bei finanziellen Fragen, wie Investitionen oder Budgetfragen (43 %) oder bei agrarpolitischen Aspekten, wie Direktzahlungen oder SAK-Grenzen (39 %) das kantonale Beratungsangebot zu nutzen. Etwas weniger häufig werden produktionstechnische Fragen im Zusammenhang mit Futter-oder Ackerbau (29 %) und Tierhaltung (25 %) genannt. Andere Gründe (5 %) für eine Beratung beinhalten vor allem den Bereich des Bauens, wie Raumplanung, Bauvorschriften oder den Umweltschutz. Lesen Sie dazu das Interview mit dem AgrideaDirektor, Ulrich Ryser, Seite 10. In der

Mit welchen Fragen und Problemen wenden Sie sich an die kantonale landwirtschaftliche Beratung? Westschweiz konsultieren die Landwirte signifikant häufiger eine kantonale landwirtschaftliche Beratungsstelle als in der Deutschschweiz (W-CH 97 %, D-CH 72 %). Dies zeigt sich bei finanziellen (W-CH +38 %), rechtlichen (+32 %) und agrarpolitischen Fragen

(+16%). Rund ein Fünftel (21%) gibt an, keine kantonale landwirtschaftliche Beratungsstelle zu benutzen. Von diesen, erwähnen einige Deutschschweizer Landwirte, dass sie sich im Internet, bei anderen Landwirten, bei der LANDI oder bei einem Treuhänder informieren. 䡵

Rechtsfragen, die Hofübergabe, Pacht oder überbetriebliche Zusammenarbeit betreffend Finanzielle Fragen, wie Investitionsoder Budgetberechnungen Agrarpolitische Fragen, wie Fristen, Termine, Direktzahlungen, SAK-Grenzen, etc. Produktionstechnische Fragen im Futter- und Ackerbau Produktionstechnische Fragen in der Tierhaltung Total (Basis: 300)

Andere Gründe

Deutschschweiz (Basis: 220) Westschweiz (Basis: 80)

Keine Beratung notwendig

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Dies sind die Ergebnisse einer repräsentativen telefonischen Umfrage von 300 Landwirten, welche zwischen dem 2. und 12. September 2011 durchgeführt wurde.

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Herbstmesse Samstag/Sonntag, 22. & 23. Oktober 2011

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EINLADUNG zur Hausausstellung und Neuheitenpräsentation

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KURZMELDUNGEN LANDTECHNIK

Trelleborg mit neuem SuperReifen Mit einer Höhe und einem Aussendurchmesser von 2.30 m und einer 46-Zoll-Felge ist der «TM1000» von Trelleborg der grösste jemals produzierte SuperSingle-Reifen, der den Anforderungen der neuen Generation von Traktormotoren und Getrieben

gerecht werden soll. Gleichzeitig lanciert Trelleborg mit dem «THK» ein neues Felgenkonzept mit einer neuartigen Rändelung (Rillen auf Felgen). Damit soll die Gefahr, dass bei grossen Reifen ein Schlupf zwischen Felge und Reifen entsteht, minimiert werden.

Väderstad mit «Tempo»

Väderstad bringt mit «Tempo» eine Einzelkornsämaschine auf den Markt. Das sechs- oder achtreihige Sägerät verfügt über einige technische Innovationen, darunter ein unter Druck stehendes Särad sowie einen ebenfalls unter Druck stehenden Kanal für den Saatguttransport zur Ablagestelle. Die Saatgutbeschickung unter Druck soll das System nahezu unempfindlich gegen Vibrationen und Stösse machen. Zudem hat es eine positive Wirkung hinsichtlich der Vermeidung von abdriftendem Staub von Beizmitteln. Die Kalibrierung der Saatmengen kann im laufenden Betrieb erfolgen. Die Bauteile wurden für Geschwindigkeiten bis 17 km/h ausgelegt.

Valtra mit neuen Traktoren Valtra ergänzt die «T3»-Serie mit den Modellen «T133» und «T153» (mit 6.6-l-Motor) sowie «T163», «T173» und «T193» (mit 7.4-lMotor, alle mit SCR-Technik). Der «T163» kann zusätzlich im sparsamen «EcoPower»-Modus gefahren werden. Die Modelle gibt es in den Getriebevarianten «Versu», «Direct» und «Hitech». Mit den Modellen «S233», «S263», «S293», «S323» und «S353» (270 bis 370 PS) kommt nun die dritte Generation der «S»-Reihe auf den Markt. Das Drehmoment der neuen Motoren ist gestiegen, während sich die Geräuschbelastung in der Kabine von 71 auf 70 Dezibel verringert hat. Zudem präsentiert Valtra die Konzeptstudie eines Biogas-Traktors der zweiten Generation, mit dem gleichzeitig Dieselöl und Biogas (in gereinigter Form) verwendet werden kann. Zusammen mit der SCR-Abgasnachbehandlung soll der auf dem Modell «T 133 Hitech» basierende Biogastraktor die Abgasnorm der Stufe 3b erfüllen.

Kuhn mit zahlreichen Neuheiten Die zum Schweizer Unternehmen Bucher Industries gehörende Kuhn Gruppe mit Sitz im elsässischen Saverne bringt für die neue Saison zahlreiche Neuheiten auf den Markt. Die Grubberkombination «Dominator» ist für pfluglose Primärbodenbearbeitung geeignet und konzipiert für den Einsatz in Kulturen mit hohem An-

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teil an organischer Masse wie im Maisanbau. Die klappbaren Bestellkombinationen «Venta NCR 4500 – 5000» wurden entwickelt, um höhere Flächenleistungen bei der konventionellen und konservierenden Bodenbearbeitung zu ermöglichen. Die Baureihe der Aufsattelpflüge mit einem Monorad wird um ein neues Modell mit «Multi»-Schnittbreitenverstellung erweitert. Eher für Grossbetriebe im osteuropäischen Raum ist die neue Einzelkornsämaschine «Maima 2 TRX» mit 12 m Arbeitsbreite mit verstellbarer Anzahl Reihen (Abstän-

de von 70 bis 80 cm) geeignet. Als Upgrade des «PZ 900» bringt Kuhn den Schmetterling-Trommelmäher «PZ 960» auf den Markt. Die Kombination hat ein Gesamtgewicht von 1900 kg und ist somit eine leichte Maschine für noch mehr Flächenleistung. Ausgebaut wird auch das Feldspritzenprogramm. Für die Anbaufeldspritzen «Deltis» und «Altis» gibt es zudem ein neues Spritzgestänge (Bild), das für den Transport sowohl seitlich als auch vertikal eingeklappt werden kann.

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Kompetent in Versicherung und Landwirtschaft

Korrigenda In der letzten Ausgabe wurde in der Rubrik «Neuheiten» das neue Bodenbearbeitungsgerät «Striger» von Kuhn vorgestellt. Dabei ist der Redaktion bei der Angabe der Kontaktadresse ein Fehler unterlaufen. Nähere Informationen zum «Striger» sind erhältlich beim Kuhn Center Schweiz, Murzlenstrasse 80, 8166 Niederwenigen 寿 044 857 28 00 www.kuhncenterschweiz.ch

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FAHRBERICHT LANDTECHNIK

Mehr Komfort und mehr Effizienz CLAAS «AXION 900» Die neue Traktorbaureihe von Claas, «Axion 900», hatte auf der Sima im Februar dieses Jahres den ersten Auftritt. Seit rund eineinhalb Jahren sind die Vorserienmaschinen dieser Baureihe auf vielen Feldern unterwegs und werden auf Herz und Nieren geprüft. Vor dem Start der Serienfertigung hatte die UFA-Revue Gelegenheit, die Traktoren selbst einer Probefahrt zu unterziehen.

1 · Claas setzt beim «Axion 900» erstmals auf einen Motor von «Fiat Power Train». 2 · An den Kotflügeln sind LED-Leuchten und die externe Bedienung der Heckhydraulik angebracht. 3 · Der Fahrhebel «C-Motion» ist bekannt vom «Xerion».

Die Baureihe Claas «Axion 900» wird es ab 2012 in vier Modellen im Leistungsbereich von 300 bis 390 PS.

Seit Claas vor knapp zehn Jahren die Traktorensparte von Renault übernommen hat, wurde die Produktpalette Schritt für Schritt erneuert und gleichzeitig den Traktoren ein neues, Claas kompatibles Design verpasst. Das neuste Produkt in dieser Entwicklung heisst «Axion 900», eine von Grund auf neu entwickelte Baureihe mit vier Modellen im Leistungsbereich von 300 bis 390PS (Maximalleistung nach ECE R24). Die Maschinen zeichnen sich durch einen langen Radstand von 3.15 m und einer ausgewogenen Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse aus.

Mit SCR-Technik Massgebend für die Entwicklung des «Axion 900» waren auch für Claas die Erfordernisse der neuen Abgasnormen (Stufe 4). Da setzt nun auch Claas mit den erstmals verbauten FPT-Motoren von Fiat-Power-Train auf die SCR-Technik der Abgasnachbehandlung. Der Katalysator wurde unter der

Tabelle: Übersicht Baureihe Claas «Axion 900» Modell Motor Nennleistung (PS) Max. Leistung (PS) Leergewicht (t) 22

920 930 940 950 6 Zylinder, 8.71 Liter, Cursor 9, Fiat Power Train 280 310 340 370 300 330 360 390 12.840 12.840 13.060 13.060

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Motorhaube untergebracht, der separate Harnstoff-Tank ist in den Dieseltank integriert, so dass die beiden Einfüllstutzen direkt nebeneinander liegen. «Claas Power System», oder abgekürzt «CPS», heisst bei Claas ein neues Zauberwort. Damit ist gemeint, dass aus allen Komponenten des Antriebsstrangs die maximale Leistung herausgezogen werden soll, mit dem Ziel, den Traktor optimal anzutreiben. Bei diesen Komponenten handelt es sich einerseits um ein 6-Zylinder-Aggregat mit 8.7 l Hubraum und Common-Rail-Einspritztechnik, anderseits um das stufenlose Getriebe «Eccom 3.0» aus dem Hause ZF mit vier Fahrbereichen und einem hohen mechanischen Anteil in der Kraftübertragung. Damit ordentlich Kraft auf den Boden gebracht und die Motorleistung effektiv in Zugleistung umgesetzt wird, sind Hinterradreifen mit einem Durchmesser von 2.15 m verfügbar.

Ergonomie über alles Immer weniger Maschinen bearbeiten immer grössere Flächen. Dieser Trend dürfte auch in Zukunft weiter zunehmen, weshalb gerade dem Komfort eine immer höhere Bedeutung beigemessen wird. Die neue Vier-Pfosten-Kabine auf dem «Axion 900» wurde zusammen mit Praktikern entwickelt und hebt den hohen Standard nochmals an. In Zusammenarbeit mit einem sonst in der Automobilindustrie tätigen Institut wurden die

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weiteren Ansprüche der Fahrer an Kabine und Komfort ermittelt und daraus ein neues Ergonomie-Konzept erarbeitet. Dieses beinhaltet unter anderem eine optimale Sicht nach vorne und nach hinten mit gutem Blick durch die abgerundete Heckscheibe auf die Anbaugeräte. Ein hoher Komfort wird zudem bei Strassenfahrten dank angepasster Vorderachs- und Kabinenfederung erreicht.

Neuer Fahrhebel «C-Motion» nennt Claas den neuen Fahrhebel im «Axion 900». Insider kennen diesen speziell für die rechte Hand entwickelten Hebel vom «Xerion 4500/5000» her. Das neuartige Dreifingerkonzept ermöglicht dabei die intuitive Steuerung mehrerer Bedienelemente ohne umgreifen zu müssen. Das farbige «Cebis»-Terminal ist in die Armlehne integriert. Mit bis zu 20 Xenon-Scheinwerfern können fast 360° ausgeleuchtet werden, so dass auch bei Dunkelheit stets gute Sicht und entsprechende Sicherheit gewährleistet ist. 䡵

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur Ein Modell der neuen Baureihe Claas «Axion 900» ist auch während der Hausaustellung beim Schweizer Importeur Serco Landtechnik in Oberbipp vom 22./23. Oktober 2011 zu sehen.

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10 2011 · UFA-REVUE


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Wickeln und Pressen mit «Tornado» In den letzten Jahren sind Rundballenpressen mit variablen Kammern stark aufgekommen. Neben mehr Leistung bieten diese Maschinen mehr Flexibilität, weil sich die Ballendurchmesser variieren lassen. Siloballen bieten den Vorteil, dass sie nach Verlassen der Presskammer luftdicht verpackt werden und im Vergleich zum Fahrsilo nicht dauernd geöffnet werden müssen. Die neuste Entwicklung auf dem Gebiet von Ballenpressen und Wickeln ist die «Welger RPC 445 Tornado» von Lely. Diese PressWickelkombination enthält eine Rundballenpresse mit variabler Kammer und ein Wickelsystem, das sich dem Ballendurchmesser automatisch anpasst. Die Leistung dieser Maschine ist beispiellos. Eine Ballenpresse mit variabler Kammer arbeitet schneller als eine Festkammermaschine. Der «Tornado»-Wickler ist speziell darauf ausgerichtet, die enorme Leistung der Ballenpresse bewältigen zu können. So beginnt der Wickler mit Drehen bereits bevor die Rundballenpresse wieder schliesst.

Beantworten Sie diese Kreuzworträtsel-Fragen: Der nebenstehende Text hilft Ihnen dabei. 1 Was bieten variable Rundballenpressen neben mehr Leistung? 2 Mit welchem Vorgang beginnt der Wickler der «Tornado»-Presse bereits vor dem Schliessen der Klappe? 3 Was muss im Vergleich zum Fahrsilo nicht dauernd geöffnet werden? 4 Was passt sich bei der «Tornado»-Presse automatisch an? 1 2 3 4 Schreiben Sie das Lösungswort (dunkler Raster senkrecht) auf eine Postkarte und senden Sie diese bis Ende Monat an UFA-Revue «Know-how Wettbewerb», Postfach, 8401 Winterthur oder senden Sie das Lösungswort via Internet über www.ufarevue.ch Name, Adresse, Telefon-Nummer und gewünschte «Jacken-Grösse» nicht vergessen! NEU: Schreiben Sie eine SMS (90 Rp.) mit KfL, Lösungswort, Name, Adresse an 9292.

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Wettbewerb wird ermöglicht durch: Agromont AG, Hünenberg; Kuhn Center Schweiz, Niederweningen; New Holland Center, Niederweningen; Case Steyr Center, Niederweningen; GVS-Agrar AG, Schaffhausen; Serco Landtechnik AG, Oberbipp; Althaus AG, Ersigen; Pöttinger AG, Birmenstorf; Lely Center, Hägendorf; Lely Schweiz, Düdingen.

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PRAXISTEST KNOW-HOW

Integral-Rotor macht Unterschied KUHN «LSB 870 OC 10» Mit der neuen «LSB»-Serie hat Kuhn vor zwei Jahren sein Programm bei den Quaderballenpressen erweitert. Elemente wie der IntegralRotor, die «Twin-Step»-Knotung, das «Power-Density»-Vorpress-System oder die Isobus-Kompatibilität sind dafür verantwortlich, dass die «LSB»-Pressen im ProfiSegment hohe Wertschätzung erfahren.

Kuhn hat vor etwas mehr als zwei Jahren das bis dato Kverneland gehörende Mähwerk-, Wickler- und Pressenwerk im niederländischen Geldrop übernommen. Auf einen Schlag kam Kuhn so in Besitz von Kompetenz im Bereich der Pressen und kann heute ein vollständiges Sortiment von Quaderballen mit Abmessungen von 80 oder 120 cm Breite und 70, 80 oder 90 cm Höhe anbieten. Verschiedene Erntegüter wie Heu, Silage oder Stroh können damit verarbeitet werden. Die Modelle «LSB 870» und «LSB 890» mit 80 cm Kanalmass präsentierte

Kuhn erstmals an der Agritechnica 2009 in Hannover.

Integral-Rotor

Das A und O einer Ballenpresse ist eine sichere, störungsfreie Aufnahmeleistung. Ein Standardmerkmal der «LSB»-Ballenpressen von Kuhn ist die sogeannte Integral-RotorTechnologie. Im Einzugsrotor sind an den beiden äusseren Enden Zuführschnecken mit grossem Durchmesser integriert. Dies sorgt einerseits für ein kontinuierliches Beschicken der Pressorgane, anderseits wird bei geringer Futtermenge – beispielsweise bei Herbstsi-

lage – das Erntegut zügig in den Rotor befördert. Die Kuhn «LSB 870» kann mit dem «Omni-Cut»-Schneidwerk ausgestattet werden. Die zehn Messer, abgesichert über ein Federsystem, erzielen eine theoretische Schnittlänge von 70 mm. Das Ein- und Ausrücken der Messer erfolgt direkt über das Terminal im Traktor.

«Power-Density» nennt Kuhn sein Vorkammer-Press-System. Damit wird das Erntegut direkt vom IntegralRotor durch einen einzigen Zuführraffer in der Vorkammer vorkomprimiert.

Praxisstimme zur Quaderballenpresse «LSB 870 OC 10» von Kuhn

Thomas Wirz.

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Lohnunternehmer Thomas Wirz aus St. Urban (LU) ist zusammen mit seinem Team (vier festangestellte Mitarbeiter und weitere auf Abruf) in den Segmenten Bodenbearbeitung, Säen, Pflanzenschutz sowie Pressen und im Winterdienst tätig. Seit rund zehn Jahren fährt er mit Quaderballenpressen aus dem Werk Geldrop. Auf diese Saison hat er zwei neue Maschinen des Typs Kuhn «LSB 870» gekauft. «Ich arbeite bereits seit einigen Jahren intensiv mit den Leuten von Geldrop zusammen und hatte in dieser Zeit schon einige, sogenannte 0-Serien-Maschinen im Einsatz», berichtet Wirz. Dies sei zwar immer mit einem gewissen Risiko verbunden, weil ja Kinderkrankheiten nie auszuschliessen seien. «Aber man merkt dann sofort, wie flexibel ein Werk sowie seine Mitarbeiter sind und auf Kundenwünsche eingehen», führt Wirz weiter aus. Und in dieser Beziehung sei er mit Geldtrop immer gut gefahren. Mit den zwei neuen KuhnPressen hat Wirz insgesamt nun vier Pressen

aus diesem holländischen Werk im Einsatz. Wenn ein besonderes Merkmal genannt werden müsse, dann sei es der Integral-Rotor, betont Wirz. «Da stimmt nicht nur die Einzugskapazität, auch die Futterübergabe vom Pickup zum Rotor ist direkt und schnell, insbesondere bei Kurvenfahrten und im Herbst, wenn oftmals wenig Futter vorhanden ist», führt Wirz aus. Auch bei Vergleichsfahrten mit anderen Fabrikaten, so Wirz weiter, könne man gerade bei diesem Punkt jeweils die grössen Unterschiede feststellen. Positives kann Wirz zudem über den Knoter berichten. «Obwohl alle vom Doppelknoter-System sprechen, hat meiner Ansicht nach Kuhn hier mit dem ‹Twin-Step› und der Garnentlastung die bessere und auch einfachere Lösung zur Hand». Wirz presst pro Jahr rund 30 000 Ballen. «Die neuen Maschinen haben sich bis jetzt bestens bewährt». Überrascht war Wirz, dass er einige, vom ihm geäusserte Verbesserungsvorschläge bei den neuen

Maschinen realisiert sah. So zum Beispiel das modifizierte Reinigungsgebläse, das nun für eine bessere Sauberkeit vor allem in den Ecken sorge. Wirz hat seine Pressen mit einer breiteren Achse und mit einer 710er-Bereifung ausgerüstet. Den Umbau hat er selbst, in seiner gut eingerichteten Werkstatt durchgeführt. Bezüglich des PS-Bedarfs reichen die 125 PS vollkommen aus, die der Fendt «412 Vario» leistet, den er meist mit der «LSB 870» einsetzt. Beste Noten kann Wirz für die Wartung austeilen. «Die einteiligen, seitlichen Klappen bieten einen guten Zugang, dank der durchdachten Konstruktion, quasi im Baukastenprinzip, kommt man schnell zu den jeweiligen Einheiten». Positiv vermerkt der Lohnunternehmer zudem die Überlastkupplungen. «Einzugsrotor und Raffer verfügen über Nockenschaltkupplungen, die bei Überlast automatisch ansprechen». Das lästige und zeitraubende Austauschen von Scherbolzen falle somit weg.

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PRAXISTEST KNOW-HOW

Vorbauhäcksler «made in Switzerland»

Kuhn bietet zu den «LSB»-Pressen einen vom Schweizer Unternehmen Remund und Berger konzipierten und gefertigen sowie TÜV-geprüften Vorbauhäcksler («RB 200») an. Der Häcksler wird zusammen mit einer längeren Deichsel an die Presse angebaut und kann einen 2 m breiten Strohschwad direkt aufnehmen, um das gehäckselte Stroh dann ins Pickup zu befördern. Die spezielle Deichsel erlaubt es auch, das Häckselaggregat weit anzuheben, so dass auch Stroh gepresst werden kann, das vorgängig nicht gehäckselt werden soll. Der mit 44 Messern bestückte Rotor weist einen Durchmesser von 650 mm auf und erzeugt ein intensiv aufgesplissenes, fein gehäckseltes Stroh, das sich ideal als Einstreu für Geflügel und Kühe oder als Grundstoff für die Bioenergie-Erzeugung eignet. Mit wenigen Handgriffen lässt sich zudem die Häcksellänge verstellen. Der Vorbauhäcksler kann optional mit einem Schaltgetriebe für das rasche und einfache Ein-/Ausschalten ausgestattet werden.

Wenn die Vorkammer zu 100 % gefüllt ist, wird Druck auf federbelastete Keile oben auf der Vorkammer ausgeübt. Ab einem einstellbaren Maximaldruck lösen die Keile aus, wodurch ein verlängerter Hub des Raffers erfolgt und das vorverdichtete Erntegut dann in den Presskanal gefördert wird.

Steckbrief

«Twin-Step»-Bindung Obschon in der Branche heute das DoppelknoterSystem Hochkonjunktur zu haben scheint, setzt Kuhn auf einen Knoten, fertigt diesen aber beim optional verfügbaren «Twin-Step»-System in zwei Schritten an, und zwar so: Beim Pressvorgang wird das Bindegarn über einen vertikal positionierten Spanner geführt und so straff gehalten. Sobald die Balle die gewünschte Länge aufweist, werden die Nadeln ausgelöst, fahren nach oben zu den Knotern und beginnen mit dem Knüpfen. Gleichzeitig schwenkt der Garnspanner nach hinten weg, so dass der Garnweg verkürzt und die Spannung auf den Knoter verringert wird. Der Knoten kann so sicher geknüpft werden. Die 3 m lange Ballenkammer sorgt ihrerseits dafür, dass die Balle während des Bindevorgangs noch vollständig im Presskanal bleibt und sich deshalb nicht vorzeitig ausdehnen kann. Die Bindung erfolgt so bei maximaler Dichte.

Einzug: Optionaler Schneidrotor «Opticut» mit 10 Messern, 70 mm theoretische Schnittlänge.

Kuhn «LSB 870 OC 10» Ballenabmessungen: 80 x 70 cm (Breite x Höhe), 60 – 300 cm (Länge). Pickup: 210 cm. Pressvorgang: 46 Kolbenstösse/min, 69.5 cm Kolbenhub, 3 m Presskanal. Bindung: 4 Knoter, Twin-Step-System auf Wunsch.

Achsen und Bereifung: Einfachachse mit 600er Bereifung. 710er Bereifung oder Tandemachse auf Wunsch.

Der farbige «CCI»Monitor ist Isobuskompatibel, Einstellungen sind via Taster oder Berührung des Bildschirms möglich.

Masse: 7.80 m Länge, 2.76 m Breite, 2.70 m Höhe. 7500 kg Gewicht. (Angaben Hersteller)

Steuerung

Dank der Isobus-Kompatibilität ist bei Traktoren, die ebenfalls Isobus-tauglich sind, keine zusätzliche Bedienbox nötig. Für alle anderen gibt es entweder die Bedieneinheit «Focus» oder das Isobus-Terminal «CCI». Über diese Terminals können alle wichtigen Vorgänge beim Pressen überwacht oder beeinflusst werden. Optional sind zudem eine elektrische Ballenlängeneinstellung, eine automatische Feuchtigkeitsmessung und ein Ballenfallsensor möglich. 䡵

«Twin-Step»: Zügiger und leichtgängiger Bindevorgang, weil das Garn nicht unter Spannung steht.

Pickup, Rotor und Raffer verfügen über Nockenschaltkupplungen, die bei Überlast automatisch reagieren.

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur In loser Folge publiziert die UFA-Revue unter dem Titel «Praxistest» Berichte über landwirtschaftliche Maschinen. Die Interviewpartner, respektive Eigentümer dieser Maschinen, werden jeweils in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Herstellern oder Importeuren ausgesucht. www.kuhncenter schweiz.ch

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PRAXISTEST KNOW-HOW

Schlagkraft bei Hofdüngern PUMPFASS AGRAR «SWISSLINE PF 13600» Das Güllefass ist heute und wohl auch in Zukunft das wirtschaftlichste und gleichzeitig flexibelste Verfahren für das Ausbringen von flüssigen Hofdüngern. Emissionsarme Verteilsysteme und bodenschonende Fahrwerke helfen, die meist engen Zeitfenster zu erweitern.

Steckbrief Pumpfass «Swissline PF 13600» von Agrar Fassungsvermögen: 13 730 Liter. Gewichte: Leergewicht mit aufgebautem 12 m Schleppschlauch: 5 350 kg; Gesamtgewicht (beladen und mit Schleppschlauchverteiler): 19 100 kg. Abmessungen: Höhe Fass: 3.30 m (bei Serienbereifung 22.5 Zoll); Länge: 7.90 m. Breite: 2.55 m (mit Schleppschlauch und Breitbereifung: 2.90 m). Anhängung: unten mit Zentraldeichsel und Kugelkopfkupplung K80. Fahrwerk: Tandem gefedert, sperrbare Nachlauflenkachse, 40 km/h. Bereifung: 600/55 – 22.5 (Serie) bis 850/50– 30.5. Schleppschlauchverteiler: SV1200, 12 m breit mit 2 x 24 Abgänge, 950 kg, 2 Vogelsang Verteilköpfe «Exacut».

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Wie auch anderswo, so steigen auch beim Gülleausbringen die Anforderungen stetig. Die Applikation sollte nicht nur zum pflanzenbaulich optimalen Zeitpunkt, sondern auch möglichst emissionsarm, bodenschonend, exakt dosiert und effizient erfolgen. Mit einem Güllefass müssen auch Hanglagen sicher befahren werden können, ohne dabei an Leistungsfähigkeit zu verlieren – für Konstrukteure beinahe die Quadratur des Kreises. Trotzdem gelingt es ihnen, viele der gestellten Vorgaben umzusetzen, wie das Beispiel des Pumpfasses Agrar «Swissline PF 13 600» zeigt. Beim Pumpfass wird die Gülle quasi ins Fass gedrückt. Es gibt deshalb keine oder nur eine geringe Schaumbildung. Das Volumen eines Pumpfasses kann so vollständig ausgenutzt werden.

Exzenter-Pumpe Wo ein konstanter und hoher Förderdruck verlangt wird, kommt bei Agrar die Exzenter-Schneckenpumpe des deutschen Herstellers Wangen zum Einsatz. Beim Agrar «Swissline PF13 600» ist es standard-

Das Tandemfahrwerk ist mit einer Reifendruck-Regelanlage versehen.

mässig eine Pumpe mit einer Leistung von 2700 l/min. optional sind auch leistungsfähigere Modelle mit bis zu 5000 l/min bei einem maximalen Druck von 6 bar verfügbar. Agrar bietet auch Lösungen an, bei denen ein Kompressor und eine Schneckenpumpe aufgebaut sind, die über eine Klauenkupplung zugeschaltet werden kann. Das verzinkte Kombi-Pumpfass kann somit als normales VakuumDruckfass betrieben werden. Zum Pumpen, Spülen und Ausbringen mit hohem Druck wird die aufgebaute Schneckenpumpe eingesetzt.

Bequemes Befüllen Der Saugarm mit einem Querschnitt von 150 oder 200 mm kann seitlich (links oder rechts) oder auch in der Mitte angebaut werden. In der mittig platzierten Variante besteht er aus einem zweigeteilten Rohr. Durch Umschwenken des Rohrbogens und einfaches Umstecken des Hydraulikzylinders kann dann sowohl rechts- wie linksseitig ausgesaugt werden, was die Flexibilität bei der Zufahrt erhöht. Die Hebe- und Senkgeschwindigkeit des Saugarms sowie der Anpressdruck zum Saugtrichter können stufenlos eingestellt werden. Das Befüllen geschieht über einen Ansaugbock mit Gummitrichter, optional ist auch eine Saugstation mit integriertem Steinfangkasten erhältlich. An dieser externen Saugstation, transportierbar an der Fronthydraulik des Traktors, lassen sich zwei parallel verlaufende Saugleitungen zur Grube ankuppeln, so dass bei einer verhältnismässig tiefen Strömungsgeschwindigkeit die Fremdkörper noch zuverlässiger von der Gülle getrennt werden.

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PRAXISTEST KNOW-HOW

Deichselfederung.

Verteilkopf mit selbst schärfendem Schneidwerk.

Fahrwerk Die Achsen, die hydraulische Betriebsbremse (oder Druckluftbremse) und Reifen sind für Geschwindigkeiten bis 40 km/h konzipiert. Das Tandemfahrwerk ist mit einer hydraulisch sperrbaren Nachlauf-Lenkachse und mit einer Parabelfederung ausgerüstet. Letztere ist mit einer mittig angeordneter Lastausgleichsschwinge kombiniert, was die Bodenanpassung optimiert. Ist beim Traktor eine Luftdruckanlage vorhanden, so funktioniert die Bremse dynamisch aufgrund der vorhandenen Last. Ein über die Achsfederung gesteuertes Ventil regelt dabei den Bremsdruck. Agrar bietet mit Gummihohlfedern oder mit einer hydraulischen Federung und Stickstoffspeicher zwei Arten von Deichselfederungen an. Angehängt werden die Fässer am Traktor über eine Zentraldeichsel mit Untenanhängung und Kugelkopfkupplung «K80». Für die Bedienung hat Agrar eine elektrohydraulische Steuerung entwickelt, die sich auf Wunsch mit Load-Sensing ausrüsten lässt. Über das entsprechende Terminal

lassen sich bis zu zwölf verschiedene Funktionen steuern. Eine zusätzlich programmierte Steuerung sorgt dafür, dass auf einen Knopfdruck verschiedene Sequenzen in einer bestimmten Zeitfolge ablaufen.

Verteilung Nährstoffe gehören bekanntlich in den Boden und weniger in die Luft. Deshalb gewinnen emissionsarme Ausbringsysteme wie Schleppschlauchverteiler an Bedeutung. Dies umso mehr, als dass gewisse Kantone im Rahmen von Ressourcenprogrammen dafür Beiträge entrichten. Ein Schleppschlauch weist aber noch weitere agronomische Vorteile wie konstante Arbeitsbreite ohne Überlappungsprobleme oder geringere Pflanzenverschmutzungen auf. Agrar bietet Schleppschlauchverteiler mit versteiften Schläuchen für eine optimale Bodenablage, einem verzinkten Gestänge und abschmierbaren Drehgelenken in verschiedenen Grössenklassen, maximal bis zu 15 m Arbeitsbreite und 60 Ausbringschläuchen an. Ab 12 m Arbeitsbreite sind die Schleppschläuche mit zwei Verteilköpfen (System «Exacut» oder «Excentercut») mit selbstschärfendem Schneidwerk und Entleerungsschlauch für Fremdkörper versehen.

Dank einer optional verfügbaren SPSSteuerung lässt sich das Reversieren der Verteilköpfe zeitlich automatisch steuern und so mögliche Verstopfungen schon im Keime ersticken. Zudem können dank dieser Steuerung alle Parameter einzeln auf das Hydrauliksystem abgestimmt werden und dadurch beispielsweise Druckspitzen dämpfen. Um ein Nachtropfen zu verhindern, können die Schläuche soweit nach oben gedreht werden, bis sie senkrecht stehen. In der aufgezogenen Position wird der sogenannte Tropfstopp zusätzlich mechanisch verriegelt. Ein unbeabsichtigtes Absenken bei eingeklapptem Verteilarm ist somit nicht möglich. 䡵

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur In loser Folge publiziert die UFA-Revue unter dem Titel «Praxistest» Berichte über landwirtschaftliche Maschinen. Die Interviewpartner, respektive Eigentümer dieser Maschinen, werden jeweils in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Herstellern oder Importeuren ausgesucht. www.gvs-agrar.ch

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Praxisstimme zum Pumpfass Agrar «Swissline PF 13600» Erich Brunnschweiler bewirtschaftet in Villeret (BE) einen rund 80 ha grossen Betrieb (in Betriebszweiggemeinschaft) mit Milchwirtschaft und Ackerbau. Das Pumpfass Agrar «Swissline PF 13600» hat er zusammen mit einem Nachbarbetrieb gekauft, beide besitzen das Fass mit einem Anteil von 50 % und setzen es seit April 2010 ein. Dem Kauf voraus ging eine längere Evaluation mit dem Ziel, ein möglichst gross dimenErich Brunnschweiler sioniertes Pumpfass zu beschaffen, das zugleich die Anforderungen des Berner Bodenschutzprogramms erfüllt. Gross dimensioniert sollte es sein, da Distanzen bis 10 km zurückgelegt werden müssen. «Dass die Wahl letztlich auch Agrar fiel, hatte mehrere Gründe», berichtet Brunnschweiler. So habe er gespürt, dass man beim Schweizer Hersteller Agrar den Kundenwunsch ernst nehme. «Dieses Fass erfüllt unsere Wünsche und Anforderungen, es ist ideal für unsere Artikel m se ie zu d e.ch u Verhältnisse angepasst». Intensiv v e Videofilm r .ufa www beschäftigte man sich deshalb mit Vorgaben des Berner Bodenschutzprogramms. UFA-REVUE · 10 2011

Neben dem Schleppschlauch ist insbesondere die in die Achsen eingebohrte Reifendruckregelanlage eine Folge davon. «Auf dem Feld lasse ich den Luftdruck in den 800er Reifen auf 0.8 bar absenken, auf der Strasse beträgt dieser dann über 2 bar». Auch beim Traktor hat Brunnschwiler eine Reifendruckregelanlage einbauen lassen. «Mit dem niedrigen Luftdruck gibt es flachere Fahrspuren, Rollwiderstand und Schlupf werden geringer, so dass man auch bei weniger günstigem Wetter Gülle ausbringen kann», betont Brunnschweiler. Als Pluspunkte erwähnt Brunnschweiler, der pro Jahr rund 800 Fässer auf Grün- und Ackerland ausbringt, generell die Leistungsfähigkeit des Fasses sowie der dank Deichselfederung erreichte Komfort. Beim Steinabscheider wurde auf die etwas günstigere Variante der Platzierung am Fass selbst gesetzt. Dank der Füllautomatik könne man während des Füllvorgangs auch mal eine andere Tätigkeit ausführen, ohne dauernd nachschauen zu müssen. «Verstopfungen kenne ich kaum mehr, ob

die Gülle dick oder dünn ist, alles was ins Fass gepumpt wird, kommt auch wieder raus». Dank dem mittig montierten Saugarm sei man flexibel, könne die Saugstationen mal von der einen, mal von der anderen Seite anfahren. Brunnschweiler hat das Fass aus Sicherheitsgründen mit einer Rückfahrkamera ausgerüstet und setzt auch ein GPS-Parallelfahrsystem ein. Gerne hätte er zwar noch ein grösseres Fass und einen breiteren, auf die Fahrgasse im Ackerbau abgestimmten Schleppschlauchverteiler gehabt. Aber das Bodenschutzprogramm und gewisse Hanglagen setzten diesem Ansinnen ein Ende. Gerne hätte Brunnschweiler auch etwas mehr als die erlaubten 3 t Stützlast gehabt, um mehr Gewicht auf die Hinterachse des Traktors zu bringen. Letztlich lässt diesbezüglich die Gesetzgebung aber nichts anderes zu. Obwohl das Gefährt über ansehnliche Ausmasse verfügt und in beengten Verhältnissen einiges an Manövrierkunst verlangt, zeigt sich der Landwirt insgesamt aber sehr zufrieden mit der Anschaffung. 29


FAHRBERICHT LANDTECHNIK

Mit Schmetterlingen ins Gras MIT ZWEI NEUEN TRIPLE-MÄHWERKEN oder Schmetterlingsmähwerken in der aufgelösten Form mit Frontmähwerk und zwei Heckmähwerken will Krone den Wunsch von Lohnunternehmern und Grossbetrieben nach leistungsfähigeren Kombinationen erfüllen. Die UFA-Revue unterzog die beiden Neuheiten einem Test.

Krone hat bereits seit einiger Zeit Schmetterlings- oder ButterflyMähwerke mit Arbeitsbreiten von 7.50 bis 8.70 m im Programm. Nun werden aber die Traktoren stets grösser und leistungsfähiger, so dass da und dort der berechtigte Kundenwunsch nach noch breiteren Mähwerkskombinationen vorhanden ist. Krone antwortet auf diese Forderung mit zwei Neuentwicklungen: Einerseits mit «Easycut B 970», einer Kombination (Butterfly) ohne Aufbereiter und mit einer Arbeitsbreite von 9.70 m, anderseits mit «Easycut B 1000 CV Collect», einer Kombination (Butterfly) mit Aufbereiter (CV), Schwadzusammenführung (Collect) und einer Arbeitsbreite von 10.10 m – das grösste seiner Art auf dem aktuellen Markt.

Konkurrenz zum Selbstfahrer? Über ein Lochrastersegment kann die Arbeitsbreite werkzeuglos verstellt werden. Die Kräfte werden über die zentrale Ausgleichsschwinge auf den Hauptrahmen übertragen.

Krone produziert seit nunmehr zehn Jahren auch die Selbstfahrmäher vom Typ «Big M». Da stellt sich unweigerlich

Steckbrief «Easycut B 970» Arbeitsbreite: 9.65 m

während es bei einer Kombination entscheidend sei, dass die Zugmaschine auch anderweitig eingesetzt werden könne.

Transportbreite: 2.95 m Transporthöhe: unter 4.00 m Gewicht: 1850 kg Antriebsleistung: ab 130 PS Hydraulik: 2 EW-Steuergeräte hinten (bei Einzelaushub) Seitenverschub: bis zu 15 cm je Seite, mechanisch über Lochrastersegment Arbeitsleistung: 10 –14 ha/h

die Frage nach der «internen» Konkurrenz. «Nein«, heisst es bei Krone, denn es bestünden unterschiedliche Anforderungen und auch Märkte für diese beiden Systeme. Beim «Big M» rechne man mit Leistungen von 1.25 bis 1.30 ha pro Meter Arbeitsbreite, während es bei Anbaumähwerken in der Praxis bis zu 25 % weniger seien. Ein Selbstfahrer, da ausschliesslich fürs Mähen konzipiert, sei handlicher (vor allem am Vorgewende),

Bewährte Technik Die neuen Mähwerke weisen rundere Formen und weniger Kanten auf, wirken deshalb etwas moderner. Bei den Modellen mit Blechverdeck gibt es neu einen seitlichen Auffahrschutz. Ansonsten bauen die Kombinationen auf der bekannten und bewährten Technik der Scheibenmähwerke von Krone auf: Schnellverschluss der Mähklingen und Mähscheibensicherung «Safecut», mit der bei Fremdkörperkontakt ein Spannstift abschert und die Scheibe nach oben schraubt, so dass die Klingen sich nicht berühren und entsprechend beschädigen können. Integrierte Klingenboxen in den Frontund Heckeinheiten bieten Gewähr, dass Ersatzklingen – sortiert nach Drehrichtung – sofort zur Hand sind. «Easycut B 970» Die Fronteinheit besteht aus einem Mähwerk mit 3.14 m Arbeitsbreite in geschobener Konstruktion mit Federentlastung, die nach oben und hinten zieht. Zusätzliche Gasdämpfer sorgen dafür, dass Schwankbewe-

«Easycut B 970»: Eine Kombination (Butterfly) ohne Aufbereiter und mit einer Arbeitsbreite von 9.70 m. Die Arbeitsleistung liegt bei 10 bis 14 ha je Stunde. 10 2011 · UFA-REVUE


LANDTECHNIK

«Easycut B 1000 CV Collect»: Kombination mit Aufbereiter, Schwadzusammenführung und 10.10 m Arbeitsbreite. Leistung: 10– 14 ha/h.

gungen während der Fahrt ausgeglichen werden. Als Sonderausstattung gibt es einen Teleskop-Oberlenker. Das Mähwerk pendelt nicht zentral, sondern um den Schwerpunkt. Mit einer Verlängerung der Unterlenker besteht beim Pendelausgleich die Wahl, ob dieser aktiv oder festgesetzt sein soll. Für unterschiedliche Kundenbedürfnisse bietet Krone zudem zwei verschiedene Schwadtrommelarten an. Bei der mit einer Anfahrsicherung versehenen Heckeinheit kann werkseitig durch eine unterschiedliche Einstellung die Drehrichtung der Messerteller festgelegt werden, ob man eine Breitoder eher eine Schwadablage bevorzugt. Neu ist, dass über ein Lochrastersegment werkzeuglos die Arbeitsbreite und die Überlappungsweite zum Frontmähwerk eingestellt werden kann. Damit kann man die gesamte Einheit für Kurvenoder Hangfahrten besser optimieren. Die Heckmähbalken können ebenfalls um den Schwerpunkt pendeln. Der auf den ersten Blick etwas kleine Bolzen vermag die Kräfte aus drei Richtungen aufzunehmen, überträgt dann aber zwei davon über ein patentiertes Lenkersystem und zentraler Ausgleichsschwinge auf den Hauptrahmen. «Im Schwerpunkt getragen und von Lenkern geführt» heisst diesbezüglich die Devise.

«Easycut B 1000 CV Collect» Bei dieser Kombination kommt ebenfalls ein 3.14 m breites Frontmähwerk, aber mit Aufbereiter zum Einsatz. Die Federentlastung ist ins Mähwerk integriert. Neu ist, dass man die Entlastung während der Fahrt mit einem optional eingebauten Hydraulikzylinder über ein einfaches Steuergerät verändern kann. UFA-REVUE · 10 2011

Krone verzichtete bewusst auf eine hydropneumatische Lösung, da für den gesamten Federweg das Luftvolumen einfach zu klein ist. Neu ist, dass für die Entlastungsfedern ein Anschlagpunkt mitgeliefert wird, so dass nicht beim Traktor nach möglichen Anhängepunkten gesucht werden muss. Zudem können die Kniehebel festgesetzt werden. Dadurch werden die Ketten schneller entspannt, der An- und Abbau gestaltet sich einfacher. Durch den Einbau eines zusätzlichen Steuerblocks in der Heckeinheit ist für die Bedienung der Fronteinheit kein Umgreifen am Isobus-Terminal nötig. Die gesamte Kombination kann am Vorgewende über eine Taste gesteuert werden (zeitversetztes Anheben und Absenken von Front- und Heckmähwerk ist ebenfalls möglich). Beim Aufbereiter stehen die Zinken nun auf «Griff», sind nach vorne angeschlagen, können aber weiterhin nach hinten ausweichen. Man verspricht sich von dieser Änderung eine noch bessere Aufbereiterwirkung bei geringerem Verschleiss. Die Einstellung der Wirkung erfolgt über ein siebenstufiges Raster. Die Mähwerksentlastung bei diesem Modell wurde über ein hydropneumatisches System mit Ölumlaufsteuerung gelöst, welche die Vorteile einer Federentlastung mit einer hydraulischen Entlastung kombiniert. Eine reine Federentlastung wäre wohl zu komplex und zu schwer gewesen. Der zentrale Hydraulikblock besteht aus einem Druckspeicher für das gesamte System und je einem Speicher für die unabhängige Entlastung der linken und rechten Einheit. Dank der intelligenten Ölumlaufsteuerung des Traktors bleibt der Auflagedruck

Hydropneumatische Entlastung im Heck mit Ölumlaufsteuerung vom Traktor. Optimaler Schwad dank der Beschleunigerwalze.

Steckbrief «Easycut B 1000 CV Collect» Arbeitsbreite: 10.10 m Transportbreite: 2.95 m Transporthöhe: unter 4.00 m Gewicht: Solo: 3400 kg, inklusive Querförderband: 3880 kg Aufbereiter: gewinkelte Stahlzinken Antriebsleistung: ab 17 5PS (nur Aufbereiter), ab 205 PS (mit Querförderband) Hydraulik: P / T / (LS), Bedienung über Terminal oder IsobusSchnittstelle Seitenverschub: 42 cm je Seite, hydraulisch Arbeitsleistung: 10 – 14 ha/h

der Mäheinheit immer konstant, unabhängig von der Fahrgeschwindigkeit und der Beschaffenheit des Geländes. Die Mähwerke können je Seite um 40 cm hydraulisch verschoben werden. Zusätzlich ist ein paralleles Verschieben möglich, so dass der Überschnitt auch dann gewährleistet ist, wenn das Mähwerk seitlich am Hang in den Unterlenkern abdriftet. Beim «Easycut B 1000 CV Collect» wird ein neues Querförderband mit einer Breite von 91 cm verbaut. Für eine optimale Schwadformung ist innen eine sogenannte Beschleunigerwalze vorhanden. Ohne die Laufgeschwindigkeit des Förderbands ändern zu müssen, kann durch ein einfaches Aus- oder Einschwenken in den Futterstrom die Schwadbreite moduliert werden.

Fazit Mit den beiden neuen Schmetterlingsmähwerken reagiert Krone auf die Wünsche von Grossbetrieben und Lohnunternehmern nach mehr Leistung. Die neuen Modelle sind auch in der Grundkonstruktion auf die höhere Leistung getrimmt worden, in dem zahlreiche Einzelkomponenten verstärkt sind. Krone hat bei den Schmetterlingsmähwerken nun eine breite Palette mit Arbeitsbreiten von 7.50 bis 10.10 m im Angebot. 䡵

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur Krone präsentierte die neuen Mähwerke einem kleinen Personenkreis anlässlich eines Workshops in Norddeutschland Ende Mai 2011 im praktischen Einsatz.

Ins Mähwerk integrierte Federentlastung.

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Fortsetzung Seite 36 10 2011 · UFA-REVUE


NEUHEITEN KNOW-HOW

Serco Landtechnik importiert Düngerstreuer von Agrex

Über 500 Traktoren am Treffen der Massey Ferguson Traktoren

Neu bietet Serco Landtechnik Düngerstreuer der Firma «Agrex» auf dem Schweizer Markt an. Die Streuer decken ein breites Sortiment ab und können im Baukastensystem verschieden ausgestattet werden – genau den Ansprüchen des kostenbewussten Landwirts. Agrex wurde 1983 gegründet. Das Unternehmen ist neben der Herstellung von Düngerstreuern spezialisiert auf Futtermühlen- und Mischer sowie Getreidetrockungsanlagen. Zusammen mit den Düngerstreuern für den Acker- und Futterbau stehen auch Streuer für Reihenkulturen zur Verfügung. Die Streubreiten reichen je nach Modellbaureihe von 1.5 bis 32 m und die Ladekapazitäten von 100 bis 10 000 l. Die

Ende August kamen sie aus allen Himmelsrichtungen, von nah und fern: Die Fahrer- und Fahrerinnen mit den Massey Ferguson Traktoren. Bei idealem Wetter fuhren 447 Traktoren zum Erlenhof, auf das ideale Gelände der Firma Holzbau Blumer-Lehmann AG in Gossau. Die Besucher konnten Massey Ferguson Traktoren, vom Gartentraktor mit 16 PS bis hin zum neusten, mit Solarzellen bestückten «MF 8690» mit 370 PS bestaunen. Die auf Hochglanz polierten Traktoren wurden sehr originell geschmückt, was die zahlreichen Zuschauer mit Applaus verdankten. Das Massey Ferguson Treffen in der West-Schweiz lockte eine Woche später zahlreiche Besucher nach Grandsivaz. Mit einem etwas kleineren Traktoren Aufmarsch wurde das

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NEUHEITEN KNOW-HOW

New Holland «T7.»-Demo-Tage Die neuesten New Holland «T7.»Traktoren mit stufenlosem «Auto Command»-Getriebe sind bereits in der sechsten Woche von der Westschweiz Richtung Ostschweiz unterwegs. Wussten Sie, dass die neuen New Holland «T7.»-Traktoren schon heute die Abgasnormen Tier 4A erfüllen, die erst ab 2014 Vorschrift sind? Denn im Vergleich zu 1996 gebauten Traktoren, stossen die umweltfreundlichen «T7.»-Traktoren hundertmal weniger Schadstoffemissionen aus. Dank der neuen Motortechnologie mit SCR-Katalysator produzieren die Motoren wesentlich mehr Leistung und dies erst noch bei niedrigerem Dieselverbrauch. Ganze 10 % Kraftstoffeinsparung gegenüber den Vorgängermodellen sprechen für sich! New Holland legt grossen Wert auf einfache Bedienung. Die «Side-

winder»-Armlehne wurde von Profis für Profis entwickelt. Diese Erfahrung machen auch die Besucher der New Holland «T7.»-Demo-Tage. Alle sind begeistert von der einfachen Bedienung, der geräumigen und komfortablen Kabine mit einem Innen-geräuschpegel von nur gerade 69 dB(A). Wann und wo die nächsten New Holland T7. Demo-Tage stattfinden, entnehmen Sie der lokalen Presse oder unter: www.new-hollandtraktoren-center-schweiz.ch.

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125/171 PS 140/188 PS 155/203 PS 165/212 PS 167/218 PS 185/234 PS 200/250 PS 215/260 PS 228/269 PS

kurz kurz kurz kurz lang lang lang lang lang

6280 kg 6280 kg 6590 kg 6590 kg 7700 kg 7700 kg 7700 kg 7700 kg 7700 kg

max. zulässiges Gesamtgewicht 11 000 kg 11 000 kg 11 500 kg 11 500 kg 13 000 kg 13 000 kg 13 000 kg 13 000 kg 13 000 kg

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Fortsetzung Seite 73/76 10 2011 ¡ UFA-REVUE


KURZMELDUNGEN PFLANZENBAU

Bayer CropScience mit neuer Vier-Säulen-Strategie Bayer CropScience hat anlässlich der Jahrespressekonferenz eine neue VierSäulen-Strategie vorgestellt. Zu diesen vier Säulen gehören die Verjüngung des Pflanzenschutz-Geschäfts, die Verstärkung der Kundenorientierung entlang der Wertschöpfungskette, die Neuausrichtung der Innovationstätigkeit durch erhöhte Investitionen in Forschung und Ent-

wicklung sowie der Ausbau des Geschäfts mit Saatgut und Pflanzeneigenschaften. Um das Wachstum durch neue Produkte voranzutreiben, will das Unternehmen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Geschäftsbereich «Bio-Science» (Saatgut) bis zum Jahr 2015 auf 400 Mio. Euro verdoppeln und das gesamte

F&E-Budget in diesem Zeitraum auf mehr als 850 Mio. Euro steigern. Basierend auf dem Wirkstoff Fluopyram wird ab 2012 das Fungizid «Moon» auf den Markt kommen, dass bei Früchten und Gemüsen gegen Pilzkrankheiten und für eine bessere Lagerfähigkeit helfen soll. Unter dem Namen «Aviator» wird 2012 zudem ein neues, breit wirksames Getreidefungizid lanciert. Herzstück dieser neuen Fungizidgeneration ist der neue Wirkstoff Bixafen. Im ersten Halbjahr 2011 erzielte Bayer CropScience einen Rekordumsatz von 4.2 Mrd. Euro – das entspricht währungs- und portfoliobereinigt einem Wachstum von 11 %. Das EBITDA vor Sonderposten stieg um 34 % – von relativ schwachen 911 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2010 auf 1.22 Mrd. Euro im laufenden Jahr.

Mulch- und Direktsaat für Profis

Strategie Biodiversität

Zeitbombe im Boden

Mitte September hat der Bundesrat den Entwurf der Strategie Biodiversität Schweiz zur Kenntnis genommen und die Vernehmlassung eröffnet. Die Strategie soll die Erhaltung der Biodiversität langfristig sicherstellen. Die Vernehmlassung dauert bis zum 16. Dezember 2011.

Kreuzkräuter breiten sich seit zehn Jahren vermehrt im Schweizer Grasland aus. Sie können zu schweren Vergiftungen bei Nutztieren führen. Die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART hat in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaues (AGFF) untersucht, welche Bekämpfungsmassnahmen am wirkungsvollsten sind. Wichtig ist, zu handeln, sobald die ersten Pflanzen auf einer Wiese oder Weide auftauchen.Beim Jakobskreuzkraut lässt sich durch rechtzeitiges Mähen zweimal pro Jahr die Samenbildung und damit die Ausbreitung verhindern. Beim Wasserkreuzkraut ist Mähen jedoch wirkungslos, weil es bereits zwei bis drei Wochen danach wieder blüht. Erfolgreich ist hingegen das Ausstechen oder Ausreissen der Pflanzen, oder die Behandlung mit einem Herbizid. Um eine dauerhafte Kontrolle zu erreichen, muss die Behandlung über mehrere Jahre konsequent wiederholt werden. Merkblätter können via der Homepage www.agff.ch bezogen werden.

Der Berliner Verlag Emminger&Partner, Herausgeber der Fachzeitschrift «Landwirtschaft ohne Pflug», hat ein Sonderheft mit ausgewählten Praxisreportagen zum Thema «Mulchund Direktsaat für Profis» herausgegeben. In diesem Heft geben zehn Praktiker Auskunft darüber, mit welchen Investitionen bei der Umstellung man rechnen muss oder wie viel Energie und Arbeit sich einsparen lassen. Neben Praxisberichten findet sich auch eine aktuelle Übersicht an ausgewählter Mulch- und Direktsaattechnik, welche die Redaktion zusammengestellt hat. Das Sonderheft «Mulch- und Direktsaat für Profis – Praktiker zeigen wie es geht» kann zum Preis von Fr. 26.90 zuzüglich Fr. 7.00 Versandkosten im Internet unter www.pfluglos.de bestellt werden. UFA-REVUE · 10 2011

Rekord im Weizenfeld Die Weizensorte Arina wird seit dreissig Jahren in der Schweiz angebaut. Arina stammt aus der Zusammenarbeit der Forschungsanstalten Agroscope und der Firma Delley Samen und Pflanzen AG (DSP). Diese züchten laufend Weizen mit verbesserten Eigenschaften und legen damit den Grundstein für die Versorgung der Schweiz mit Brotgetreide.

Wettbewerb Agriclub In der Westschweiz existiert seit Langem ein sogenannter «Agriclub». Von der Düngerhandelsfirma Landor ins Lebens gerufen, handelt es sich dabei um eine Interessengemeinschaft, die sich professionell mit dem Thema Düngung beschäftigt. Beteiligt sind Düngerexperten aus den verschiedensten Bereichen. Intensiv werden Themen bearbeitet, zum Beispiel die Förderung der Bodenfruchtbarkeit sowie die Anforderungen des ökologischen Leistungsnachsweises (ÖLN) in Einklang mit den Erfordernissen der einzelnen Kulturen zu bringen. Kernaufgabe des Agriclubs sind die Düngerplanung und Nährstoffbilanzen. Die Mitgliedschaft im Agriclub steht allen Landwirtschaftsbetrie-

Gewinner des Agriclub-Wettbewerbs waren: Jean-Samuel Ney aus Vers-chez-Perrin, Albert Meyer aus Vuillens und PierreAndré Janin von Morrens.

ben gegen eine Gebühr von 150 Fr. offen. Es besteht keine Verpflichtung zum Kauf von Landordünger, aber Mitglieder profitieren von Landorprodukten (Siehe Bericht Seite 44). Im Rahmen des zehnjährigen Agriclub-Treffens organisierte die Landor einen Wettbewerb. Preisverleihung war im September in der LANDI in Payerne. Die Gewinner gewannen je ein Palette Landor-Dünger. Auskunft Agriclub: Landor-Beratung  0800 80 99 60 (gratis).

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PFLANZENBAU

Gülle ausbringen – richtig planen DIE LAGERMÖGLICHKEITEN FÜR HOFDÜNGER sind beschränkt und je länger der Winter dauert, desto schwieriger ist es. Hofdünger ausbringen auf Schnee ist verboten. Aber eine überlaufende Jauchegrube ist ein grosses Problem für die Bauern. Der optimale Einsatz von Hofdünger erfordert ein vorausschauendes Güllen-Management unter Einbezug der Ausbringungsperioden.

Massnahmen, die Verluste von Hofdünger begrenzen, müssen auch im Winter umgesetzt werden.

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Das Herbstende ist in Sicht und die schönen Tage sind gezählt. Leider haben viele Betriebe während eines langen und schneereichen Winters mit überlaufenden Jauchegruben zu kämpfen und müssen notfallmässig ihre Gülle austragen. Dies ist jedoch verboten, da die Gefahr für Verschmutzung gross ist, zudem sinkt die Wirksamkeit des Hofdüngers. Auswaschung, Abfliessen und Verdunstung führen zum Verlust von Nährstoffen, die in der Düngerbilanz des Betriebs erfasst sind. Nachträglich ist es dann nicht möglich, diese Verluste mit dem zusätzlichen Ausbringen von Mineraldünger zu kompensieren. Ein genügend grosses Lagervolumen ist beim Düngermanagement das wichtigste. Geeignete Anlagen und eine gute Düngerplanung verhindern das Überlaufen während lang anhaltender Schlechtwetterperioden und tragen dazu bei, die Wirksamkeit von Hofdünger zu verbessern.

Gülleverbot Die Verordnung zur Reduktion von Risiken beim Umgang mit bestimmten, besonders gefährlichen Stoffen, Zubereitungen und Gegenständen (ChemRRV) beinhaltet kein Verbot für das Ausbringen von Hofdünger während der Wintermonate, sondern legt fest, unter welchen Bedingungen das Düngen verboten ist, nämlich: wenn die Pflanzen den Stickstoff nicht aufnehmen, wenn die Gefahr für eine Gewässerverschmutzung besteht und wenn der Boden mit Wasser gesättigt, gefroren, schneebedeckt oder ausgetrocknet ist. Eine gute Hofdüngerbewirtschaftung ist fundamental, damit Jauchegruben und Mistplätze leer sind, wenn das Wetter das Güllen nicht mehr zulässt.

ten. Der beste Zeitpunkt zum Gülleaustrag ist dann, wenn die Pflanzen Nährstoffe benötigen. Zudem können mit dem Einarbeiten in fünf bis zehn Zentimeter Bodentiefe die Verdunstungsverluste gesenkt und die Mineralisierung beschleunigt werden. Deshalb empfiehlt es sich, mit der Leerung der Güllenlöcher zu beginnen, sobald die Gründungung, der Raps und das Getreide ausgebracht worden sind.

Verluste minimieren Im Winter sind die Verdunstungsverluste klar tiefer, doch besteht durch die Bodennässe in Kombination mit starken Regenfällen ein erhöhtes Auswaschungs- und Abfliessrisiko. Weiter ist

Wahl der Kultur Es ist natürlich nicht sinnvoll, den letzten Moment zum Leeren der Jauchegruben abzuwar-

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PFLANZENBAU Grafik: Möglichkeiten für den Hofdüngereinsatz, abhängig vom Kulturstadium. Rüben

Quelle: Technisches Merkblatt von Agridea

Empfohlener Einsatztermin fürs Güllen Optimale Wirkung

Kartoffeln

Optimal technisch aber schwierig

Raps Güllen nicht empfohlen Grosse Umweltgefährdung (N-Auswaschung)

Mais Zwischenfutterbau

Getreide

Umweltgefährdung gering Technisch unmöglich

Wiese Jan. Feb. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez.

das Nährstoffbedürfnis der Pflanzen im Winter gering. Zur Senkung der Verluste sollten die letzten Gülleaustragungen auf flachen Parzellen erfolgen, wenn der Boden noch nicht mit Wasser gesättigt ist. Die ersten Hofdüngerausträge Ende Winter sollten vor allem bei Kulturen mit frühem Vegetationsbeginn gemacht werden, so auf Wiesen, Raps- und Getreidefeldern. Der Einsatz von Schleppschlauverteilern wird auch im Winter empfohlen. Da mit diesem Gerät die Jauche ohne Verschmutzung der Kulturen direkt auf den Boden ausgebracht wird, werden nicht nur das Verdunstungsrisiko, sondern auch mögliche Schäden durch das direkte Besprengen der Pflanzen herabgesetzt.

Das Trennen der Gülle wird als Lösung in Erwägung gezogen, damit das Volumen des Flüssighofdüngers gesenkt und dadurch die Lagerdauer erhöht werden kann. Die Trennung der Gülle in Fest- und Flüssigphasen trägt tatsächlich zu einer Verminderung des Flüssigdün-

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PFLANZENBAU

Der Hofdßngeraustrag ist untersagt, wenn der Boden folgende Merkmale aufweist: • Wassergesättigt: Es bilden sich Wasserpfßtzen, man kann aus einem Erdballen mit der Hand Wasser herauspressen oder aber die Erde hat eine breiige Konsistenz. • Gefroren: Es ist unmÜglich, einen spitzen Gegenstand (Messer oder Schraubenzieher) an verschiedenen Stellen in den Boden hineinzustossen. • Schneebedeckt: Der Schnee liegt länger als einen Tag. • Ausgetrocknet: Der Boden ist verkrustet, weist Risse auf, Erdproben zerfallen zu Staub oder sind harte, kompakte Klumpen. Eine Ausnahmeregelung entlässt den Bauern nicht aus seiner Verantwortung, wenn es zur Verschmutzung von Quellen oder Oberächengewässern kommt.

gervolumens bei, hängt aber auch vom Trockenmaterialgehalt und von der FiltergrÜsse ab. Je mehr die Gßlle verdßnnt wird, desto geringer wird das durch die Trennung gewonnene Volumen. Aus der Literatur und den Daten der Hersteller geht hervor, dass Volumenreduktionen zwischen 10 und 30 % mÜglich sind, wobei die hÜchsten Werte fßr Rindervollgßlle mit viel Stroh und die

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geringsten Werte fĂźr SchweinegĂźlle bei SpaltenbĂśden nachgewiesen wurden.

verschmutzt, ist der Bauer fßr die entstandenen Schäden verantwortlich.

Vorgehen Das Bundesgesetz bein-

Schlussfolgerung HofdĂźngerbe-

haltet zwar kein Totalverbot fßr Hofdßngeraustrag im Winter, gibt aber strikte Vorgaben. Die Kantone dßrfen die Gßlleßberwachung organisieren und Notausträge auch bei ungßnstigen Wetterund Bodenverhältnissen bewilligen. Die Bewilligungspraxis unterscheidet sich von Kanton zu Kanton, so ist entweder die Gemeinde, der Bezirk oder der Kanton zuständig. Die Landwirte mßssen aber bei vollen GßllenlÜchern in jedem Fall mit den zuständigen BehÜrden Kontakt aufnehmen, die sie ßber Lagerkapazitäten auf anderen Betrieben informieren oder Perimeter und maximale Gßllenmengen bestimmen, die ausgebracht werden dßrfen. Die zuständigen Stellen entlassen den Landwirt jedoch nicht aus seiner Verantwortung, wenn es zu einer Gewässerverschmutzung kommt. Werden Quellen oder Wasserläufe durch die Notfallgßllebewilligung

wirtschaftung ist heikel und anspruchsvoll. Die Verschmutzung von Fliessgewässern oder auch Algenteppiche sorgen regelmässig fßr Schlagzeilen und schaden dem Image der ganzen Landwirtschaft. Der richtige Einsatz von Hofdßnger senkt nicht nur das Verschmutzungsrisiko und die Geruchsbelästigung, sondern verbessert auch dessen Wirksamkeit und hebt das allgemeine Ansehen der Landwirtschaft. Tauchen Probleme bei der Lagerung von Hofdßnger auf, ist ein Gespräch mit den zuständigen Stellen dem wilden und notfallmässigen Hofdßngeraustrag vorzuziehen. 䥾 Autor GaÍl Monnerat, UFA-Revue, 1070 Puidoux

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PFLANZENBAU

Mostpressen auf Hochtouren BEI «RAMSEIER» hat das Mosten im Herbst Hochkonjunktur. Schon anfangs August wurde im Betrieb in Oberaach (TG) Obst zur Mostverarbeitung angeliefert. Der Termin war zwar sehr früh, aber nicht aussergewöhnlich. Was aber die langjährigen Betreiber in Oberaach erstaunte, waren die grossen Mengen und die Grösse des angelieferten Mostobstes.

Grund für die frühe Anlieferung des Mostobsts aus der Region Ostschweiz ist der frühe Entwicklungsstand der Vegetation. Begünstigt durch den sonnigen und warmen Frühlingsverlauf ist das Mostobst mehr als zwei Wochen im Vorsprung. Der anfänglich nasse Sommer hat zudem die Böden genügend mit Wasser versorgt, so dass bei den hochsommerlichen Temperaturen das Mostobst prächtig gedeihen konnte. Dies ist wohl auch der Grund, warum die Früchte so gross ausfielen. «Bei einem normalen weiteren Verlauf kann aufgrund der diesjährigen Bedingungen mit einer grossen Mostobsternte in der Schweiz gerechnet werden», erklärt Urs Huber, Geschäftsleiter der Ramseier Aachtal AG. Bis Ende Oktober werden in allen Betrieben von Ramseier Suisse, die neben der grössten Mosterei der Schweiz in Oberaach noch die Standorte Sursee (LU), Kiesen (BE) und Hitzkirch (LU) betreibt, nonstop frisches Mostobst angenommen und zu Premium-Produkten verarbeitet. Neben beliebten Klassikern entstehen in dieser Zeit saisonale Produkte wie Ramseier Apfelsaft «frisch ab Presse» und Ramseier Most «frisch ab Presse».

Vom Apfel zum Saft Der Prozess des Mostens ist mit der Technologisierung immer komplexer geworden. Vereinfacht dargestellt verläuft der Vermostungsprozess folgendermassen: Um einen Liter reinen Saft zu gewinnen, braucht es rund 1.3 kg ausgereiftes Obst. Reiner Saft bedeutet, dass weder Konservierungsmittel noch Zucker darin enthalten sind. Die geernteten Äpfel laufen über eine sogenannte Rätzmühle, UFA-REVUE · 10 2011

in der das Obst zur Maische zerkleinert wird, damit anschliessend in der Obstpresse der Saft auch gut ausgepresst werden kann. Nach dem Pressvorgang bleibt Trester zurück, der in der Tierfütterung eingesetzt wird. Der abgepresste Saft fliesst dann über weitere Stationen, bis er schliesslich in die Flaschen abgefüllt werden kann.

Grösste Mosterei der Schweiz In Oberaach (TG) betreibt Ramseier die grösste und gleichzeitig auch eine der modernsten Mostereien der Schweiz. Mit sechs Pressen verfügt der Betrieb über die schweizweit grösste Verarbeitungskapazität an einem Standort. Im Jahr 2008 wurde die Anlage in Oberaach saniert und erweitert. Die Obstlieferanten der Mosterei stammen aus der Region Ober- und Mittelthurgau, Frauenfeld sowie dem Kanton St. Gallen und dem angrenzenden Kanton Zürich. Neben Ramseier Suisse ist die LANDI Aachtal als regionales, starkes Unternehmen im Herzen von Mostindien an der Ramseier Aachtal AG beteiligt.

Nach der Sistierung der Marken «Obi» und «Rittergold» Ende 2010 haben sich für die Marke «Ramseier» neue Möglichkeiten in der Region Ostschweiz aufgetan. Die veränderte Marktsituation macht sich bereits spürbar. So konnten neue Kunden in den Bereichen Detailhandel, Gastronomie und Convenience aus der Ostschweiz dazugewonnen werden. Bis heute setzt Ramseier auf 100 % natürliche Produkte, die aus der Schweiz stammen. 䡵

Jürg Emmenegger

Es herrscht Hochkonjunktur in den Mostereien von Ramseier Suisse AG.

Autor Jürg Emmenegger, Ramseier Suisse AG, 6210 Sursee Die Ramseier Suisse AG ist die grösste Mostobstverarbeiterin der Schweiz und damit ein wichtiger Partner für die Schweizer Landwirtschaft.

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PFLANZENBAU

Bedarfsgerechter Anbau wichtig PFLANZKARTOFFELN Die Kartoffelfläche hat dieses Jahr um rund 300 ha (+ 3 %) zugelegt. Dieser Trend muss gebrochen werden. Für das Überangebot an Kartoffeln in allen Teilsegmenten sind hauptsächlich die je nach Sorte 15 – 20 % höheren Erträge verantwortlich. Eine massvolle Flächenreduktion ist angezeigt.

Christoph Kohli

Die Kartoffelbranche sieht sich nach dem Jahr 2009 schon wieder mit der Verwertung einer Grossernte konfrontiert. Sehr gute Pflanzbedingungen, im Sommer rechtzeitige Regenfälle, eine zunehmende Professionalisierung im Kartoffelbau und vielfach praktizierte neue Anbauverfahren haben diese Grossernte heranwachsen lassen. Die Flächen je Sortengruppe stimmen dieses Jahr mit dem Bedarf gut überein, einzig die festkochenden Sorten wurden entgegen der Empfehlung ausgedehnt.

Für 2012 muss eine massvolle Flächenreduktion von 5 –10 % ins Auge gefasst werden. Dabei muss beachtet werden, dass im Vorjahr mit praktisch der gleichen Fläche und mittleren Erträgen ausgeglichene Marktverhältnisse herrschten. Die Umsetzung dieser Flächenreduktion ist komplex. Letztlich ist vernünftiges Handeln aller Akteure gefordert, um eine möglichst hohe Wertschöpfung mit kalkulierbaren Risiken zu erreichen.

Pflanzgutproduktion im Jahr 2011 Gemäss der Ertragserhebung von «swisssem» per Mitte August kann qualitativ und mengenmässig von einer mehrheitlich ausreichenden Versorgung des Marktes ausgegangen werden (26 100 t). Die äussere Qualität wird als gut eingestuft, vereinzelt treten Partien mit Schorf und Pulverschorf auf. Das Kaliber der diesjährigen Pflanzkartoffeln ist deutlich grösser als im Vorjahr. Bei vielen Sorten beträgt der Anteil Kleinsortierung nicht mehr als 5 % am Gesamtertrag. Die Kleinsortierung ist in erster Linie für Lieferung in Paloxen à 42

Jetzt bestellen! Der gesamte Bedarf, auch die Frühjahresauslieferungen, sollten bereits im Herbst bestellt werden. Nur so ist es möglich die «richtige» Ware ans Winterlager zu legen. Sofern bei einzelnen Sorten Importpflanzgut beschafft werden muss, sollten die Mengen auch möglichst vor Jahresende bekannt sein. Von jedem Pflanzgutposten sollte eine offizielle Zertifizierungsetikette mit der entsprechenden Gewichtsangabe bei Lieferschein und Rechnung abgelegt werden, um auf Beanstandungen eintreten zu können.

• Temperatur konstant bei 2 – 5 °C halten, sofern möglich der Sorte angepasst. • Vorsicht bei der Zufuhr von Frischluft bei Außenfrost. • Je niedriger die Luftfeuchtigkeit, umso niedriger ist die Gefahr von Fäulnis, aber umso grösser ist der Gewichtsverlust. Der ideale Kompromiss zur Lagerung von Pflanzkartoffeln liegt bei 85 – 90 % Luftfeuchtigkeit. • Pflanzkartoffeln nicht im gleichen Raum mit Speisekartoffeln lagern, die mit Keimhemmungsmitteln behandelt sind. • Qualität am Lager regelmässig überprüfen (Fäulnis, Keime), Säcke öffnen, Paloxen stichprobenweise umschütten und nicht direkt in den Legeautomaten kippen.

Anspruchvolles Winterlager Wer

Sorten-Trends

in zertifiziertes Pflanzgut investiert hat, will so beste Voraussetzungen für den Anbau 2012 schaffen. Infolge der frühen Pflanzung und Krautvernichtung ist davon auszugehen, dass das physiologische Alter der Knollen weiter fortgeschritten ist als im Vorjahr. Die Lagerbedingungen sollten so optimal wie möglich und im Idealfall sogar auf die Sorte und den Verwendungszweck angepasst sein! Keimfreudige Sorten können kaum ohne Kühlung gelagert werden. Dagegen kann bei keimträgen Sorten das physiologische Alter bei der Pflanzung sogar noch zuwenig fortgeschritten sein. Der Lieferant kann nicht für selbstverschuldete Lagerprobleme haftbar gemacht werden. Das Pflanzgut sollte auch am Winterlager geprüft werden. Besonders zu beachten gilt es:

Frühsorten: Der Markt der Hauptsorten Agata, Lady-Christl ist gut mit Pflanz-

550 kg vorgesehen. Bestellungen von Kleinmengen unter 750 kg werden nach Absprache in Normalsortierung umgeändert.

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PFLANZENBAU

Anbauempfehlungen von Steffen-Ris und fenaco Die Mengenplanung Speisekartoffeln wird für die Betriebe Steffen-Ris in Bätterkinden und Frauenfeld und jenen von fenaco in Bercher und Zollikofen erstmals zentral koordiniert. Für die Veredelungskartoffeln ergibt sich keine Änderung. Von zentraler Bedeutung ist eine Sortenverteilung, die den Bedürfnissen der Abnehmer entspricht. Ihr Ansprechpartner ist die LANDI. Für langjährige Direktlieferanten von Steffen-Ris bleiben die Ansprechpartner unverändert. Den Anbau von «klassischen» Frühsorten wie Agata und Lady Christl ist einzuschränken ( – 20 bis 30 %) Bei den festkochenden Speisesorten ist die Fläche ebenfalls einzuschränken (– 10 %), jene der mehligkochenden Sorten um – 5 %. Die Flächen mit Sorten für die Verarbeitungsindustrie können gehalten, aber nicht weiter ausgedehnt werden. Die Sortenvorgaben sind, wo einheimisches Pflanzgut vorhanden, strikte umzusetzen.

gut versorgt. Die Fläche sollte insgesamt um ca 25 % deutlich reduziert werden. Festkochende Sorten (grüne Linie): Charlotte ist in diesem Segment nach wie vor die Hauptsorte. Die Fläche sollte zum Vorjahr um 20 % reduziert werden, da gleichzeitig die andern Sorten leicht zulegen dürften. Von der frühreifen Sorte Annabelle ist Pflanzgut verfügbar. Die Fläche kann noch leicht ausgedehnt werden. Die Sorte ist keimfreudig. Der Pflanzgutbezug sollte im Spätwinter/Frühling erfolgen. Bei einer frühen Krautvernichtung wird die Problematik Virus Y-NTN (Kartoffelringnekrose) dieser Sorte entschärft. Bei Ditta und Nicola ist Inlandware im Umfang des Vorjahres verfügbar, Nicola ist in der Bedeutung leicht abnehmend. Ditta bewährt sich nach wie vor mit einer mittleren bis guten Lagereignung.

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Kartoffeln mit lachenden Augen…

Pflanzgutvermehrung – ein anspruchsvolles Metier von Profis für Profis.

Von der Sorte Gourmandine, vorgesehen als Lagersorte für diesen Bereich, ist beschränkt Inland-, ergänzt mit Importpflanzgut verfügbar. Die Fläche kann weiter moderat ausgedehnt werden. Diese Sorte ist in der Anbautechnik anspruchsvoll. Mehlig-kochende Speisesorten (blaue Line): Ausser in der Westschweiz verliert die Sorte Bintje weiter an Boden. Das verfügbare Pflanzgut entspricht ungefähr der Nachfrage. Lady Felicia findet in diesem Segment ihren Platz, hauptsächlich als mittelfrühe Sorte für die rote Linie (Kartoffeln am Warmlager für die Hochtemperatur). Victoria ist in diesem Segment die Hauptsorte, die Fläche sollte keinesfalls ausgedehnt werden. Die Sorte Jelly ist trotz sehr guten Anbaueigenschaften zu reduzieren, da die Qualität am Lager schnell nachlässt (Druckstellen und schlechte Backfarben bei Röstiproduktion). Neu auf der empfohlenen Sortenliste steht die Sorte Challenger, für die Verwendung als mehligkochende Speisekartoffel und für Spezialprodukte im Verarbeitungsbereich. Pflanzgut wird in sehr bescheidenem Ausmass verfügbar sein. Bei den rotschaligen Sorten ist die Übernahmemenge von fenaco/SteffenRis begrenzt. Die neue rotschalige Sorte Laura ist insgesamt eine ausgezeichnete, vielseitige Sorte. Pflanzgut ist ausreichend verfügbar. Die Nachfrage nach Désirée ist sowohl im Frischkonsum wie der Industrie stark rückläufig. Pflanzgut ist verfügbar. Chipssorten: Die Sorte Lady-Rosetta wird verarbeitet von Mitte Juni bis Ende

Oktober. Pflanzgut ist ausreichend vorhanden, die Fläche sollte um 10 – 15 % reduziert werden. Die Sorte Lady-Jo ist ebenfalls eine frühreife Chips-Sorte. Die Sorte dürfte im Jahr 2012 letztmals angebaut werden und der Bedarf ist sehr beschränkt. Lady-Claire ist wegen der exzellenten Chips-Eignung nach wie vor die Hauptsorte und ist für die Verarbeitung von Dezember bis April vorgesehen. Die Fläche kann beibehalten werden. Hermes darf nur in Absprache angebaut werden. Bei Panda kann die angebaute Fläche im Rahmen der Verfügbarkeit des Pflanzgutes erfolgen, ebenso ist von der Sorte Pirol Inland- ergänzt mit Importpflanzgut verfügbar. Die Sorte Antina wurde auf die offizielle Sortenliste aufgenommen. Die Chipsindustrie ist an dieser Sorte für die Langzeitlagerung interessiert. Im Anbau ist sie bezüglich tiefer Stückzahl und Übergrössen anspruchsvoll. Frites-Sorten: Der Bedarf an Agria ist nach wie vor gross. Die Fläche kann gehalten werden, sollte aber keinesfalls weiter steigen. Die Pflanzgutverfügbarkeit ist nach aktuellen Zahlen gewährleistet. Die beiden Sorten Fontane und Markies haben ein gutes Ertragspotential. Bei Fontane muss die Fläche reduziert werden. Markies, eine Sorte mit ausgezeichneter Lagereignung kann im Rahmen der Pflanzgutverfügbarkeit angebaut werden. Die ertragreiche Sorte Innovator ist als Hauptsorte bei frigemo etabliert. Die Anbaufläche wird in erster Linie mit den LANDI im Einzugsgebiet von frigemo abgesprochen. Die vereinbarten Mengen sollten unbedingt produziert werden. 䡵

Autor Christoph Kohli Category Manager Pflanzkartoffeln, fenaco, 3001 Bern

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PFLANZENBAU

10 Jahre kompetente Beratung DER AGRICLUB ist ein Anbieter von Düngungsberatung und fördert fachgerechte Düngungsmassnahmen. Agriclub arbeitet in der Westschweiz hauptsächlich mit den LANDI, Sol Conseil, Agridea und Landor zusammen, um individuelle Dünungspläne und ÖLN-Dossiers für die Mitgliedsbetriebe auszuarbeiten.

Seit der Bildung des Agriclubs vor zehn Jahren sind ihm über 500 Betriebe beigetreten. Die Gründer der Gruppe gehören zwar dem technischen Dienst von Landor an, ihr Hauptziel besteht jedoch darin, die Bauern von den wirtschaftlichen und landwirtschaftlichen Vorteilen zu überzeugen, die sorgfältig geplante und dem Betrieb angepasste Düngungsmassnahmen mitsichbringen. Das Erstellen von Düngungsbilanzen und Bodenproben sind Auflagen, die seit der Einführung der ÖLN zu erfüllen sind. Dadurch stehen den Bauern wichtige Instrumente zur Verfügung, um die Düngung anzupassen. Es zeigte sich, dass das Erstellen von Düngerbilanzen und Bodenproben sinnlos ist, wenn sie nicht für die Berechnung des Düngerplans verwendet werden. Diese drei Instrumente sind gegenwärtig unabdingbare Bestandteile eines modernen und wirtschaftlichen Ackerbaus.

Unabhängig Der Agriclub ist eine unabhängige Organisation. Obschon die Berater, die zur Erstellung von Düngerplänen und ÖLN-Dossiers auf die Betriebe kommen, für Landor arbeiten, sind die Agriclub-Mitglieder nicht verpflichtet, Produkte bei Landor zu erwerben. Die Mitgliederbetriebe bezahlen für die Dienstleistungen einen Jahresbeitrag von 150 Fr. Im Gegenzug geniessen sie beim Kauf von Dünger und für die Erstellung von Bodenproben Vorzugskonditionen, werden über neue Erkenntnisse aus den Werken der fenaco aus erster Hand informiert und können

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Präsentationen von Anbauversuchen besuchen.

Das technische Komitee vom Agriclub setzt sich aus Forschern, landwirtschaftlichen Beratern, Analysten und Informatikern zusammen. Es tritt mehrmals pro Jahr zusammen, um Fragen zum Thema Düngung zu untersuchen, zudem behandelt es agronomische, ökologische, ökonomische und politische Aspekte, damit die praktische Umsetzung von Düngungsmassnahmen besser auf die Bedürfnisse abgestimmt und die verschiedenen Auflagen in die-

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1 · Bei strahlendem Wetter werden die Teilnehmer in Estavayer-le-Lac begrüsst. 2 · Martin Keller, designierter Vorsitzender der fenacoGeschäftsleitung, referiert zum Thema «Produkte aus Schweizer Anbau: Zukunftsaussichten». 3 · Das Ziel des Agriclubs ist der gegenseitige intensive Erfahrungsaustausch. 1

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PFLANZENBAU sem Bereich wahrgenommen werden. Aus Anlass des 10-jährigen Jubiläums vom Agriclub wurden die Mitglieder zu einer Feier auf dem Schiff eingeladen. Rund 50 Gäste fanden sich am Hafen von Estavayer-le-Lac ein. Das Programm umfasste die Begrüssung durch Jürg Friedli, Geschäftsleitungsmitglied der Landor, ein Referat von Martin Keller, designierter Vorsitzender der Geschäftsleitung, und im Anschluss ein Apero und Essen auf dem Schiff.

Perspektiven Martin Keller ist überzeugt, dass die Landwirtschaft angesichts der Herausforderungen, denen die Welt gegenübersteht, eine zentrale Rolle einnehmen wird. Das Bevölkerungswachstum, die Nachfrage nach erneuerbaren Energien, die Berücksichtigung von Umweltschutzmassnahmen, die Klimaveränderung und die begrenzten landwirtschaftlichen Flächen sind Faktoren, welche die Entwicklung der Landwirtschaft im 21. Jahrhundert beeinflussen werden. Die Agrarmärkte befinden sich im Umbruch und entwickeln sich in eine völlig neue Richtung. Während die 1980er und 1990er Jahre von einer Überproduktion landwirtschaftlicher Güter geprägt waren, ist die Nachfrage gegenwärtig am steigen und erreicht das gleiche Niveau wie die Produktion. Obschon das Produktionswachstum mit der Nachfragesteigerung Schritt halten kann, ist der Handlungsspielraum dennoch sehr begrenzt. Nur gerade 20 % der Produktion wird auf dem Weltmarkt vertrieben, weshalb

sich bereits ein leichter Produktionsrückgang – beispielsweise wegen Trockenheit – sofort und einschneidend auf die Agrarpreise auswirkt. Diese Preisschwankungen haben für die Einfuhrstaaten katastrophale Folgen, deren Bevölkerung teilweise nicht einmal mehr über das notwendige Geld zum Kauf von Nahrungsmitteln verfügt.

Produktivitätssteigerung Aufgrund der begrenzten landwirtschaftlichen Flächen und der steigenden Nachfrage muss auf den landwirtschaftlichen Flächen die Produktivität erhöht werden. Die Rolle, welche die Schweizer Landwirtschaft in diesem Kontext übernehmen muss, ist klar. Trotz strenger Umweltauflagen und strukturell bedingter Einschränkungen weisen die Schweizer Ernten im weltweiten Vergleich die höchsten Erträge und beste Qualität auf. Dies hängt mit dem hohen Niveau der landwirtschaftlichen Ausbildung und der inländischen Forschungsstationen zusammen und muss beibehalten werden.

Konkrete Aktionen Zum Abschluss des offiziellen Teils kam Daniel Girod nochmals auf die Besonderheit vom Agriclub zu sprechen und rühmte die Stärke der Agronomie, die darin besteht, dass die Akteure aus den verschiedenen Sektoren zusammenarbeiten und Dünger einsetzen, der auf die Kulturen und Betriebe abgestimmt ist. Der Agriclub nimmt auch eine Brückenfunktion zwischen Behörden und Praxis

wahr. So interveniert das technische Komitee gegenwärtig auf Bundesebene, um eine Revision sowohl für die Düngernormen bei Mais, Futterweizen und Roggen als auch für die Gehalte von gewissen Hofdüngern voranzutreiben. Weiter sollte die Interpretationsskala für Bodenproben mit zwei anerkannten Analysemethoden überprüft und vereinheitlicht werden. Ein weiterer Wunsch des Komitees besteht darin, dass die Ausarbeitung eines Düngeplans an einen Zusatzbeitrag im Rahmen der Direktzahlungen gekoppelt wird, damit dieses unentbehrliche Instrument für geeignete Düngungsmassnahmen beim Pflanzenbau gefördert wird.

Schlussfolgerung Der Agriclub ist eine einzigartige Gruppe, die sich für die Förderung und Umsetzung von intelligenten Düngungsmassnahmen einsetzt. Seine Unabhängigkeit ist durch den Jahresbeitrag und die freie Markenwahl bei Düngemitteln gewährleistet. Die mehr als 500 Mitgliederbetriebe sind Beweis für den Erfolg dieser Organisation. Wir hoffen, dass der Agriclub sich auch künftig für die Entwicklung und Anpassung von Düngungsmassnahmen einsetzen kann. 䡵

4 · Didier Banderet und Jürg Friedli haben ein offenes Ohr für die Anwesenden. 5 · Immer gern gesehen: Jean-Pierre Ryser bereichert durch seine Anwesenheit die Tagung. 6 · Daniel Girod präsentiert die Arbeiten, mit denen sich das technische Komitee momentan befasst. 7 · Der Agriclub bietet ein einzigartiges Ambiente für Kontakt, Beratung und Weiterbildung. 8 · Beim Apéro bietet sich die Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen.

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9 · Ein fundierter Kenner der Landwirtschaft: Martin Keller nimmt jede Gelegenheit wahr, sich mit den Bauern auszutauschen. 10 · Die Frische des Sees machte den Tag noch angenehmer.

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Autor Gaël Monnerat, UFA-Revue, 1070 Puidoux Ihr Fachberater bei Landor erteilt gerne weitere Auskünfte über Agriclub.

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FORSCHUNG PFLANZENBAU

Laufend neue Eigenschaften ZUCHT VON GEMÜSESAATGUT Dank wissenschaftlicher Fortschritte, insbesondere auf dem Gebiet der Biotechnologie, sind die Methoden der Pflanzenzüchter präziser geworden. Die Forscher haben heute einen umfangreichen Werkzeugkasten zur Verfügung, um neue und bessere Sorten zu entwickeln, wie ein Besuch beim holländischen Zuchtunternehmen Nunhems, einer Tochterfirma von Bayer CropScience, zeigt.

Wichtig ist auch die Verpackung, bei der man mit immer besseren Beschriftungsmethoden den auch auf diesem Markt tätigen Fälschern das Handwerk legen möchte.

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Das Bestreben, Pflanzen durch Kreuzen und Selektieren immer weiter zu verbessern, ist so alt wie die Landwirtschaft selbst. Auch die Gemüsebranche stellt heute stets höhere Anforderungen an die Qualität des Saatguts. Zuchtunternehmen wie Nunhems entwickeln daher immer bessere Sorten, deren Vorteile den Gemüsebauern, der verarbeitenden Industrie, dem Handel und dem Konsumenten zugute kommen sollten. Durch systematische Kreuzung und Beobachtung von Erbsenpflanzen im Garten seines Klosters entdeckte der Mönch Gregor Mendel vor rund 150 Jahren den Vererbungsmechanismus. Auch wenn die heutige kommerzielle Pflanzenzüchtung eine hoch technisierte Wissenschaft geworden ist, die ein weltweites Netzwerk benötigt, ist die Grundidee immer noch die gleiche: Durch Kreuzung und Selektion kommt man zu neuen Sorten mit neuen Eigenschaften. In der Entwicklung von neuem Saatgut spielen neben den bekannten agronomischen Eigenschaften wie Ertragsmenge und -stabilität, Resistenz gegen Krankheiten, gleichgeformte Früchte, Haltbarkeit der Produkte oder Handling des Saatguts mehr und mehr auch konsumentenspezifische Qualitätsmerkmale eine zentrale Rolle. Dazu zählen gute Schnitteigenschaften, geringer Flüssigkeitsverlust, attraktives Aussehen nach der Verarbeitung sowie einheitliche Grösse und Form. Die mehrfach ausgezeichnete «Intense»-Tomate ist dafür das jüngste Beispiel von Nunhems: Es ist die weltweit erste Tomate, die ihren Saft nicht verliert und auch in geschnittener Form noch eine gute Figur macht.

Beschleunigung des Selektionsprozesses Die Zeitspanne bis zur Markteinführung spielt eine wichtige Rolle in der kommerziellen Gemüsezucht. Je nach Pflanzenart dauert es gegen zehn Jahre von Forschung und Entwicklung bis zur Marktreife. Moderne Züchter verwenden molekulare Marker (siehe Kasten), um den Selektionsprozess zu beschleunigen. Durch die Analyse kleiner Blattsegmente können Molekularbiologen schon in einem frühen Stadium bestimmen, ob das gewünschte Gen vorhanden ist oder nicht – ohne abzuwarten, bis die Pflanze ausgewachsen ist. Dies spart unter Umständen mehrere Jahre an Entwicklungsarbeit und macht es möglich, gezielter und zeitnah auf die spezifischen Anforderungen einzugehen

Hybrid-Saatgut Die

Erzeugung von Hybridsorten ist eine Methode mit den besten Ergebnissen. Die Idee ist einfach: Unter Verwendung eines kontrollierten Verfahrens zur Kreuzung und zwei sorgfältig ausgewählten, reinerbigen Inzuchtlinien mit Eigenschaften von besonderem Interesse als Elterngeneration ist es möglich, eine Sorte mit ausgezeichneter Leistung zu erhalten. Zur Hybridisierung muss der Züchter zunächst die Elterngeneration entwickeln: Eine männliche und eine weibliche reinrassige Linie, welche die gewünschten Gene tragen. Dies erreicht man durch Inzucht (Selbstbestäubung) über bis zu sieben Generationen. Beide Linien müssen isoliert hergestellt werden, um die Genreinheit zu gewährleisten. Sind die Elternlinien mit den gewünschten Genen reinrassig, können sie

Die Forscher haben einen grossen Werkzeugkasten zur Verfügung, um bessere Sorten zu züchten.

Nunhems Nunhems Geschichte geht auf das Jahr 1916 zurück, als Herman Meddens auf seinem Anwesen im holländischen Ort Nunhem, dem heutigen Firmensitz, ein Saatgutgeschäft gründete, das 2002 von Bayer CropScience übernommen wurde. Heute beschäftigt Nunhems etwa 1600 Personen in mehr als 40 Ländern, produziert Saatgut in 21 Staaten und betreibt weltweit 26 Forschungs- sowie Entwicklungsstationen. Zu den wichtigsten Kulturen, für die das Unternehmen Saatgut produziert, gehören Lauch, Zwiebeln, Karotten, Melonen, Gurken, Tomaten, Wassermelonen, Salate oder Paprika. Mit einem Angebot von 28 Arten mit über 2500 Sorten ist Nunhems in allen grösseren Gemüseanbaugebieten der Welt vertreten und hat mit einem Umsatz von 273 Mio. Euro (2010) einen Anteil von rund 10 % am 2.8 Mrd. Euro umfassenden Weltmarkt. 10 2011 · UFA-REVUE


FORSCHUNG PFLANZENBAU

Zuchterfolg: «Intense»-Tomate ist die weltweit erste Tomate, die ihren Saft nicht verliert und auch in geschnittener Form noch eine gute Figur macht.

gekreuzt werden. Wenn der Züchter die richtigen Pflanzenpartner kombiniert hat, profitiert das resultierende Hybrid von der besonderen Vitalität des Heterosis-Effekts. Je grösser die genetische Distanz der elterlichen Zuchtlinien, desto grösser ist in der Regel auch der Heterosis-Effekt.

Totipotenz Mitte des letzten Jahrhunderts entdeckten Forscher, dass viele Pflanzenzellen eine besondere Fähigkeit haben, die als Totipotenz bezeichnet wird. Unter bestimmten Bedingungen können sie sich von einer einzelnen Zelle wieder zu einer ganzen Pflanze entwickeln. Fachleute haben spezifische Phasen in der Pflanzenentwicklung identifiziert und gezielte Verfahren entwickelt, um bei gewissen Arten genau diesen Prozess auslösen zu können. Auch dies hilft, bei der Entwicklung neuer Sorten Zeit sparen: Mit Hilfe einer Pflanzengewebeprobe können viele identische Kopien dieser Spenderpflanze erzeugt werden. In den Nunhems

Laboratorien für Gewebekulturen wird dieser Prozess mit winzigen Pflanzenstücken unter keimfreien Bedingungen ausgeführt. Darüber hinaus ist diese Technik auch zur Vermehrung des Fortpflanzungsgewebes geeignet. Das Ergebnis ist eine Pflanze mit der Hälfte der üblichen Chromosomenzahl. Man kann solche haploiden Pflanzen aber dazu bringen, ihren Chromosomensatz zu verdoppeln. Das Endprodukt ist eine «doppelt-haploide» Pflanze, ein reinerbiges (homozygotes) Individuum. Dieses Verfahren bietet eine zeitsparende Alternative zur wiederholten Selbstbefruchtung bei der Züchtung von Inzuchtlinien.

Die Resistenz einer Pflanze gegen Schädlinge und Krankheiten ist ein zentraler Bestandteil der integrierten Schädlingsbekämpfung. Die Pathologen und Züchter von Nunhems entwickeln gemeinsam Gemüsehybride, die gegen Pilze, Viren, Bakterien, Nematoden und Schadinsekten resistent sind. Krankheitserreger werden unter optimalen

In diesem Gewächshaus werden hunderte von Gurkensorten untersucht. UFA-REVUE · 10 2011

In enger Zusammenarbeit mit Produzenten in mehr als 20 Ländern wird das Saatgut vermehrt.

Temperatur- und Lichtbedingungen mit den Pflanzen zusammengebracht. Daraufhin werden die Pflanzen mit der besten natürlichen Resistenz ausgewählt. Die enge Zusammenarbeit mit Molekularwissenschaftlern, Züchtern und Vorzüchtern zur Entwicklung genetischer Marker für Krankheitsresistenzen kann den Zeitraum zur Identifizierung resistenter Pflanzen weiter reduzieren.

Aufbereitung Die Entwicklung neuer Gemüsesorten ist ein langwieriger und intensiver Prozess. Erst wenn eine neue Sorte sämtliche Tests und Feldversuche erfolgreich durchlaufen hat, wird sie in die Sortenliste von Nunhems aufgenommen und anschliessend in enger Zusammenarbeit mit Produzenten in mehr als 20 Ländern vermehrt, um so das Saatgut in kommerziellem Massstab zu erzeugen. Nach der Produktion gelangt das Saatgut zur Aufbereitung. Dort werden unterschiedliche Verfahren zur Weiterverarbeitung der Samen angewandt. Ein Beispiel ist das sogenannte Osmopriming, ein Vorkeimungsprozess, bei dem das Saatgut unter optimalen Bedingungen in einer flüssigen Lösung behandelt wird. Die Keimung verläuft gleichmässiger, das heisst, alle Samen gehen gleichzeitig auf. Ein weiteres Beispiel ist die Saatgut-Beizung, eine effiziente und wirtschaftliche Form des Pflanzenschutzes. Während des Beizprozesses wird das Saatgut mit einer dünnen Schicht überzogen. Diese enthält einen Wirkstoff, der die Pflanze im frühen Wachstumsstadium gegen Schädlinge und Krankheiten schützt. 䡵

MarkerSelektion Molekulare Marker sind kurze DNA-Abschnitte, die eine bekannte Sequenz genetischer Bausteine haben und die sich an spezifische Segmente im Genom anlagern. Ähnlich wie Ortsschilder ermöglichen sie es den Wissenschaftlern, sich im Erbgut einer Pflanze zurechtzufinden. Manche Marker kennzeichnen ein Krankheitsresistenz-Gen, andere offenbaren Information über die Form und Farbe einer Frucht.

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur

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KURZMELDUNGEN NUTZTIERE

Der Moderhinke soll es an den Kragen gehen

Der Lamm- und Schaffleischpreis hat sich etwas erholt. Innovationen wie das «Alplamm» beleben den Konsum (siehe UFA-Revue 9/11). Aber: Auf die Gesamtmenge macht Alplammfleisch nur einen kleinen Anteil aus. Zudem ist der Anteil, der die Alplamm-Kriterien erfüllen kann, wetterabhängig und von Jahr zu Jahr schwankend. Wesentlich wird der Schafmarkt durch das Importsystem beeinflusst. Seit 2007 werden die

Zollkontingente zu 90 % an den Meistbietenden versteigert. Die Importfreigaben durch den Bund haben in den letzten Jahren die in den WTO-Verträgen festgelegten Mindestmengen überschritten. «Früher lag die Inlandversorgung mit Schaffleisch bei 48 %, mit der Versteigerung sank sie auf 42 %», bilanziert der im Schafhandel tätige Markus Lüscher, Schalunen. Gleichzeitig sei der Preis von 230 auf 170 Fr. geschrumpft. Die Investitionen in die Fleischverarbeitung hätten abgenommen. Die Schafzuchtverbände fordern für Agrarpolitik 2014/17, beim Lamm- und Schaffleisch 50 % des Importkontingents nach Inlandleistung zuzuteilen, 40 % zu versteigern und 10 % nach den auf öffentlichen Märkten erworbenen Tiere zu vergeben.

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 48

Bei der Moderhinke handelt es sich um eine übertragbare Infektionskrankheit der Schafe, welche zur Entzündung, Unterminierung und schliesslich zur Ablösung des Klauenhornes führt. Der Verseuchungsgrad der Schafherden in der Schweiz ist sehr hoch. Der Kanton Graubünden bekämpft deshalb die Erkrankung seit über 15 Jahren, ohne eine flächendeckende Freiheit von Moderhinke zu erlangen. Im Jahr 2010 entschied der Kanton Graubünden, eine neue Kampagne zur Erforschung der Moderhinke ins Leben zu rufen. In einer schweizweiten Zusammenarbeit verschiedener Forschungsstätten (Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern, ETH Zürich, SHL Zollikofen), dem BGK, dem

Kanton Graubünden, vertreten durch das Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit und das Amt für Landwirtschaft und Geoinformation, sowie dem Bundesamt für Veterinärwesen sollen offene Fragen zu einer möglichen künftigen Bekämpfung der Moderhinke angegangen werden. Im Jahr 2010 fand auf Alpen im Graubünden eine Bestandsaufnahme statt. Im laufenden Jahr wird bei zwei grossen Alpherden die Auswirkung der Impfung auf die Moderhinke untersucht. Die Ziele für Folgeprojekte sind einerseits die Entwicklung eines neuen Tests zum Nachweis des Erregers der Moderhinke und andererseits die Suche nach Genmarkern, welche es erlauben sollen, diejenigen Tiere künftig

in die Zucht einzubinden, welche auf Grund ihres genetischen Hintergrundes weniger stark oder gar nicht an Moderhinke erkranken. Die Resultate sollen es dann ermöglichen, der Moderhinke gesamtschweizerisch den Garaus zu machen. Prof. Adrian Steiner, VetsuisseFakultät Bern / Bild: BGK

Ethanol überholt Futter

Rinderallergie

Über 30 000 l Milch pro ha

Erstmals verbrauchen Fahrzeuge in den USA mehr Getreide als Tiere. Geschätzte 5.1 Millionen Bushels (1 Bushel entspricht 35.2 l) werden 2011 verwendet, um Ethanol herzustellen, verglichen mit den 4.9 Millionen Bushels, die zur Produktion von Tierfutter dienen.

Erreger, welche die sogenannte Rinderallergie bei Menschen auslösen, sind auf vielen Landwirtschaftsbetrieben bis in den Wohnbereich messbar. Das zeigt eine Studie der Göttinger Forscherin Astrid Heutelbeck. Bei der Rinderallergie handelt es sich um eine vererbbare Überempfindlichkeit auf sonst harmlose Ausscheidungen von Rindern. Als Symptome treten Haut- und Atemerkrankungen auf. Als Vorbeugungsmassnahme empfiehlt Astrid Heutelbeck, Wohn- und Arbeitsbereich strikt zu trennen. Konkret könnte das bedeuten, vor dem Kaffeetrinken in der Wohnung die Kleider zu wechseln.

Bei Flächenknappheit scheint eine hohe Milchleistung bei maximaler Besatzdichte auf der Weide das optimale Verfahren. Dies gemäss einer in der «Elite» beschriebenen Untersuchung der Universität Sidney. Verglichen wurden Michleistungen von 6000 und 9000 kg pro Laktation mit Weide-Besatzdichten von 2.5 und 3.5 Kühen pro Hektare. Mit einer Milchleistung von 34 583 kg pro Hektare schnitten die 9000er Kühe mit hoher Besatzdichte am besten ab. Ihre Tagesration sah wie folgt aus: 8.35 kg Weide, 3.28 kg Maissilage, 0.66 kg Grassilage, 0.74 kg Heu und 7.22 kg Kraftfutter (total 20.25 kg Trockensubstanz). Auf die Fruchtbarkeit hatten die verschiedenen Fütterungsverfahren keinen Einfluss.

Zitzen reaktivierbar Sauenzitzen, die in der ersten Laktation nicht benutzt werden, bleiben für weitere Laktationen funktionsfähig. Das zeigt eine Untersuchung der Universität Kopenhagen laut der «Sus». Demnach müssen bei Erstlingssauen nicht unbedingt alle Zitzen mit Ferkeln besetzt werden.

Wasser zu Mischration?

Weniger Antibiotika 2010 wurden für Schweizer Tiere gemäss BVET weniger Antibiotika erworben als 2009. Die Resistenzsituation sei stabil geblieben.

Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass die Zugabe von Wasser bei Mischrationen, die hauptsächlich aus Silage und Heu bestehen, das Selektieren von Futter durch die Kühe nicht immer verhindert. Als Nachteil erwies sich gemäss dem DLZ-Bericht, dass die Wasserzugabe mit einer höheren Futtertemperatur und teils mit Futterverderb einherging, wodurch der Verzehr der Kühe abnahm.

Foto: BGK/SSPR

Importsystem ändern?

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S O N D E R D R U C K FOCUS

Oktober 2011

Das A und O der Stallhygiene

Stroh, Mykotoxine & Co. Zitzendippmittel im Überblick Hygienisierung der Wasserleitungen Melkanlage und Kälberstall haben Priorität Kalkstrohmatratze: Kalkanteil hochhalten Zu guter Letzt noch pudern Flüssigfütterung: Säure genügt nicht

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STALLHYGIENE NUTZTIERE

Frühzeitig bestellen STROH wird immer mehr zur Mangelware. Besonders hoch sind die hygienischen Ansprüche an die Einstreu für Schweine, Kälber und Pferde. Um einen passenden Posten zu erhalten, gilt es, Stroh frühzeitig zu bestellen und gleich bei der Anlieferung auf die Qualität zu prüfen. Gehäckseltes Stroh weist meist eher tiefere Keimbelastungen auf als langes. Grenzwerte für Mykotoxine wären hilfreich, sind aber schlicht nicht umsetzbar.

Patrick Tschudi

Christoph Meierhans

In der Schweiz fallen jährlich über eine halbe Million Tonnen Stroh an. Der Selbstversorgungsgrad liegt bei 65 %.

Während es zur Erntezeit im 2011 – wie fast jedes Jahr – zu Engpässen im Strohprodukte-Angebot kam, hat sich die Lage jetzt entspannt und die geerntete Menge sollte ausreichen bis zur nächsten Ernte im Jahr 2012.

Ständig wachsender Bedarf Der Bedarf an Stroh wächst in der Schweizer Tierhaltung nach wie vor. Dazu tragen einerseits die Agrarpolitik und Label bei, welche naturnahe und tiergerechte Haltungsformen fördern. Andrerseits setzen sich alternative Einstreumöglichkeiten nicht durch. Man kommt aus wirtschaftlichen, technischen oder hygienischen Gründen immer wieder auf das gute, alte Stroh zurück. Auf Stroh liegt es sich weich. Es bietet eine gute Wärmedämmung und sorgt für niedere Ammoniakgehalte in der Luft. Weizen oder Gerste? Weizenstroh ist das am meisten verbreitete Stroh, staubarm und preiswert. Etwas feiner, dafür auch teurer ist Gerstenstroh. Weizenstroh bewährt sich als Einstreu besonders gut, weil es saugfähiger ist als andere Arten. Es eignet sich für alle Tierarten, ganz besonders für Mastkälber (tiefer Eisengehalt), Pferde und Schweine. Gerstenstroh wird hauptsächlich zur Zufütterung oder als Einstreu bei Rindvieh verwendet. Seine Grannen können bei Pferden und Schweinen zu Reizungen der Atemwege führen.

Keim- und Pilzbelastung Wohl kein Strohlieferant gibt Garantien bezüglich Mykotoxinen, Schimmel oder Hefen ab. Tatsache ist aber, dass bei tro50

ckenem, gesundem Stroh die Gefahr einer Kontamination deutlich geringer ist. Eher tiefer als bei Langstroh ist die Keimbelastung bei gehäckseltem Stroh. Für Mykotoxine gibt es keine gesetzlichen Grenzwerte. Die Analyseergebnisse von Musterentnahmen wären aufgrund der sehr heterogenen Posten kaum aussagekräftig genug.

Premium oder Standard? Einige Anbieter, darunter auch fenaco Raufutter über die LANDI, unterscheiden zwischen verschiedenen Strohqualitäten. Premium-Linien, bei denen ein besonderes Augenmerk auf die Farbe gelegt wird, sind in diesem jahr kaum erhältlich. Als handelsüblich gilt trockenes, gesundes Stroh in Standardqualität. Stroh zweiter Qualität ist zwar ebenfalls

trocken, jedoch dunkler und eignet sich vorwiegend für Rinder, Kühe oder Mastmunis.

Weniger Mist mit Pellets Strohpellets bieten eine interessante Alternative, weil sie praktisch staubfrei sind und weil sie relativ wenig Lagerplatz benötigen. Bei den «Anipelli» beispielsweise handelt es sich um Pellets aus 100 % Stroh ohne Bindemittel und Zusätze. Dieses Produkt eignet sich speziell für Pferde mit Stauballergie und chronischer Bronchitis. Die Mistmenge reduziert sich im Vergleich zu Langstroh um zirka zwei Drittel. Mängel umgehend reklamieren Wichtig beim Stroheinkauf ist, die Ware frühzeitig zu bestellen. Damit haben die Strohkunden noch die Auswahl und der Lieferant kann einen geeigneten Posten für sie beschaffen. Bei der Anlieferung und beim Abladen sollte die ganze Lieferung stichprobenweise geprüft werden: Ist die Ware trocken und sauber? Riecht sie muffig oder schimmlig? Ist das Stroh erst einmal abgeladen, so gilt es gemäss den Handelsusanzen als akzeptiert und es können später nur noch versteckte Mängel reklamiert werden. Solche Mängel sind dem Verkäufer sofort mitzuteilen, um eine Preisreduktion oder die Rücknahme der Ware zu bewirken. 䡵

Autor Patrick Tschudi und Christoph Meierhans, fenaco Raufutter, 6210 Sursee. www.raufutter.ch

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MERKBLATT NUTZTIERE

Zitzendippmittel im Überblick FÜR EINEN HOHEN VORBEUGEEFFEKT GEGEN MASTITIS ist bei einem Zitzendippmittel nicht allein die Konzentration der desinfizierenden Komponente, sondern ebenso die Pflegewirkung des Produkts und die Anwendung entscheidend.

Weltweit bestätigen zahlreiche Versuche, dass sich die Eutergesundheit durch das regelmässige Zitzendippen nach dem Melken verbessern lässt. Dies bedeutet nicht, dass ohne den Einsatz eines Zitzendippmittels keine gute Eutergesundheit erreicht werden kann. Treten allerdings Probleme mit der Eutergesundheit auf, so wird der Einsatz eines auf die Situation abgestimmten und wirksamen Präparats empfohlen. Ein Zitzendippmittel soll folgende Eigenschaften aufweisen: 1. gute Wirksamkeit gegen euterpathogene Keime 2. «Verschluss» der Zitzenkuppe durch Tropfenbildung 3. durch Pflegestoffe die Haut glätten und das natürliche Abwehrsystem der Zitze unterstützen

Dippen oder Sprühen? In verschiedenen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass die Besiedlung des Strichkanals – als Bedingung für eine Infektion des Euterviertels – bei Sprühanwendungen häufiger auftrat als beim Zitzendippen. Werden beide Methoden jedoch korrekt ausgeführt – das heisst, die gesamte Zitzenoberfläche wird mit Dippmittel benetzt – so unterscheiden sie sich nicht in ihrer Wirksamkeit. Weil das Sprühverfahren in der täglichen Anwendung fehleranfälliger ist, wird das Dippverfahren vorgezogen. Wichtig ist eine konsequente und tägliche Reinigung des Dippbechers sowie eine wirksame Konzentration des eingesetzten Desinfektionsmittels. Sowohl beim Dipp- als auch beim Sprühverfahren muss das Dippmittel unmittelbar nach der Melkzeugabnahme zur Anwendung kommen. 䡵 UFA-REVUE · 10 2011

Angesichts der Vielzahl auf dem Markt befindlicher Zitzendippmittel ist es oft auch für Fachleute nicht einfach, die richtige Wahl zu treffen.

Bewertung der unterschiedlichen Verfahren Dippen

Sprühen

Vorteile • geringerer Verbrauch (6 – 8 ml pro Euter und Melkzeit) • gute Benetzung der gesamten Zitze (mindestens drei Viertel der Länge) • Tropfenbildung möglich • gute farbliche Kontrolle der Anwendung • auch filmbildende Mittel können angewendet werden

Nachteile • automatisierte Anwendung sehr schwierig, zehn Sekunden Zeitbedarf pro Kuh und Melkzeit • Keimverschleppung durch kontaminierte Dippbecher möglich (bei guter Becherhygiene und ausreichend konzentrierten Mitteln unwahrscheinlich) • eventuell Probleme bei sehr kurzen Zitzen

• einfache Automatisierung • keine Übertragung euterpathogener Keime von Zitze zu Zitze und von Tier zu Tier

• höherer Dippmittelverbrauch (10 – 12 ml bei manueller, 16 – 20 ml bei automatischer Anwendung pro Euter und Melkzeit) • Ungenauigkeit in der Anwendung und Gefahr der unvollständigen Benetzung im Sprühschatten • nur für dünnflüssige Mittel anwendbar, Mittel mit hohem Pflegeanteil verkleben die Düse • grössere Belastung des Melkpersonals durch Aerosol

Kosten und Effekt der Euterdesinfektion und -pflege (Berechnungsgrundlage Schweizer Marktpreise) Verfahren

Dippen mit Becher Sprühen manuell Sprühen automatisch

Verbrauch pro Kuh und Laktation (300 Tage – 2x Melken)

Ø Kosten für 25 Kühe im Jahr

3.5 – 4.8 l (Ø 4.2 l)

630 – 945 Fr.

6.0 – 8.0 l (Ø 6.6 l)

990 – 1485 Fr.

10.0 – 12.0 l (Ø10.2 l)

1530 – 2295 Fr.

erwarteter Effekt Pflege + Desinfektion bis 90 % abhängig von der Ausführung bis 70 % je nach Ausführung bis 50 – 70 % 51


MERKBLATT NUTZTIERE

Gesetzliche Grundlagen Gütezeichen Einige Zertifikate für Dippmittel sind privatrechtlicher Natur und erlauben keine Aussage über die Wirksamkeit. Bekannt ist das Gütezeichen der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft DLG. Dippmittel mit DLG-Gütesiegel wurden auf die Hautverträglichkeit, die Weiterverbreitung von Mastitiserregern, auf Hemmstoffe in der Milch sowie in Bezug auf unerwünschte Stoffe untersucht. Eine Liste über Produkte mit DLGGütezeichen befindet sich im Internet unter www.guetezeichen.de/ cgi-bin/gz_euter.cgi? sort=Firma#1 Der National Mastitis Council (NMC) veröffentlicht in regelmässigen Abständen eine Liste aller Dippmittel, die auf ihre Wirksamkeit getestet und deren Ergebnisse in Studien veröffentlicht wurden. Der grösste Teil der Studien befasst sich mit Jod-haltigen Dippmitteln: www.nmconline. org/docs/Teatbibl.pdf Doch weder das DLGGütezeichen noch die Aufstellung auf der Liste des NMC gelten als Zulassung. Bei Unsicherheiten empfiehlt es sich, die beiden genannten Listen für Biozide und Tierarzneimittel zu konsultieren oder beim BAG oder bei Swissmedic nachzufragen.

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Gemäss Verordnung des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements (EVD) über die Hygiene bei der Milchproduktion (VHyMP) vom 23. November 2005 (Art. 12, Abs. 4) dürfen Zitzenbäder und Zitzensprays nur verwendet werden, wenn sie vom Schweizerischen Heilmittelinstitut zugelassen sind. In der Praxis lässt sich dieser Artikel aber so nicht umsetzen, da ein Grossteil der verwendeten Produkte nicht oder «nur» als Biozid bei der zuständigen Stelle des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) registriert ist.

Präparate ohne Zulassung Euterpflegemittel unterliegen nur dann der Meldepflicht, wenn sie einen gefährlichen Inhaltsstoff enthalten und als Publikumsprodukt verkauft werden. Landwirte gelten als Gewerbetreibende. Verkauft ein Händler ein Euterpflegemittel als gewerbliches Produkt direkt dem Bauern, besteht keine Meldepflicht.

Wirkstoffe in Zitzentauchmitteln Wirkstoffe

Keimspektrum

Elementares Jod

Mikrobiologische Wirksamkeit sehr gut

PVP-Jod

gut

bakterizid, viruzid, fungizid

Chlordioxid

ausgezeichnet

bakterizid, viruzid, fungizid

Natriumchlorit

ausgezeichnet

bakterizid, viruzid, fungizid

Milchsäure

gut, abhängig von Gesamtformulierung

bakterizid

LSA-Komplex

gut

bakterizid, viruzid, fungizid

Chlorhexidin

gut

bakterizid

Chloramin T

gut

bakterizid, viruzid, fungizid

Wasserstoffperoxyd (H2O2)

sehr gut

bakterizid, viruzid, fungizid

Peressigsäure (PES)

ausgezeichnet

bakterizid, viruzid, fungizid

Polyhexanid

sehr gut

bakterizid, viruzid, fungizid

Lauricidin

gut

bakterizid, viruzid, fungizid

Fettsäure

mässig

selektiv

bakterizid, viruzid, fungizid

Präparate mit Biozid-Zulassung Gemäss der Biozidprodukteverordnung (VBP, SR 813.12), die ihrerseits die europäische Biozid-Richtlinie 98/8/EG in Schweizer Recht umsetzt, sind Biozidprodukte dazu bestimmt, Lebewesen (Schadorganismen) abzuschrecken, unschädlich zu machen, zu bekämpfen oder zu zerstören. Enthält ein Präparat

Zitzenspitze nach Anwendung eines Zweikomponentenmittels auf Chlordioxidbasis.

also einen oder mehrere Wirkstoffe mit diesen Eigenschaften (z.B. mit desinfizierender Wirkung) und ist nicht als Tierarzneimittel zugelassen, so muss es zwingend durch die zuständige Behörde (BAG) als Biozid zugelassen sein. Um dies zu erreichen, muss ein vollständiges Sicherheitsdatenblatt vorliegen und die Etikette den gesetzlichen Bestimmun10 2011 · UFA-REVUE


MERKBLATT NUTZTIERE

Vorteile

Nachteile

Stabilität

breites Wirkspektrum

Allergien, trocknet Haut aus

je nach Formulierung

gut abgesicherter Stoff

Hautverträglichkeit schlecht

gut

sehr gut

schnelle Wirkung

muss gemischt werden

Gebrauchslösung schlecht

gut

schnelle Wirkung

muss gemischt werden

Gebrauchslösung schlecht

gut

keine Rückstände

unsichere Wirkung, gut im sauren Bereich

sehr gut

sehr gut

gut

sehr gut

sehr gut

gut

wenig Rückstände, mild nicht mit Pflegestoffen mischbar sehr schnelle Wirkung, hohe Konzentration keine Rückstände erforderlich, Hautirritation breites Wirkspektrum, Geruch, Hautirritation, keine Rückstände farblos, stark ätzend

mässig

mässig

mässig

mässig

sehr gering

mässig

breites Wirkspektrum, kein Eiweissfehler

gut

sehr gut

breites Wirkspektrum, geringer Eiweissfehler sehr mild

gut

gute Hautverträglichkeit lange Wirksamkeit

schmales Wirkspektrum

eingeschränkte Wirksamkeit

gen entsprechen. Ausserdem muss der Wirkstoff für die entsprechende Anwendung zugelassen sein. Hierfür gibt es international harmonisierte Wirkstoffregister, weshalb auch der Nachweis einer Wirksamkeit bei der Zulassung als Biozid im Hintergrund steht und aufgrund der Inhaltsstoffe von einer Wirkung ausgegangen werden kann. Eine aktuelle Liste der nach VBP registrierten Mittel ist auf der Homepage des BAG unter folgendem Link erhältlich: http://www.parchem.bag.admin.ch/ Suche nach zugelassenen Biozidprodukten/Verwendungsmethode: Zitzendesinfektion. UFA-REVUE · 10 2011

gut

Bemerkung Meist Gemisch aus freiem, komplexiertem und gebundenem Jod. Nur freies Jod ist wirksam (Oxidation) und wird dadurch verbraucht. Der grösste Teil des Jods liegt in einem Jodkomplex vor. Chemisches Gleichgewicht zwischen freiem und komplexiertem Jod. Neuere jodhaltige Zitzentauchmittel enthalten zusätzlich einen Aktivator, der verbrauchte Iod-Ionen wieder in die aktive Form zurückführt, wodurch der Anteil an aktivem Jod stabil auf einem relativ hohen Niveau gehalten wird. Es handelt sich um einen wasserlöslichen Komplex aus Jod und Polyvinylpyrrolidon (PVP, Povidon). In der Regel instabil. Braucht spezielle Formulierung für Stabilität, insbesondere Zitzen mit einem hohen Grad an Hyperkeratose zeigen anfänglich Hautschäden, da abgestorbene Haut abgebaut wird. Stets als 2-Komponenten-Mittel auf dem Markt. Natriumchlorit dient als Ausgangssubstanz für Chlordioxid, wenn es mit einer Säure gemischt wird. Häufig in Kombination mit Milchsäure. Hat bakteriziden und Hornhaut lösenden Effekt. Letzterer bewirkt, dass die Zitzen weich und geschmeidig werden. Komplex aus Milchsäure (Laktat) und Salicylsäure (Salicylic Acid). Salicylsäure löst Hornhaut und wirkt antibikrobiell und entzündungshemmend. Besitzt ein schmales Wirkungsspektrum, Serratia und Pseudomonas Spezies können in Chlorhexidin- Produkten überleben. Kann auch zur Zitzenreinigung vor dem Melken eingesetzt werden. Melkzeugzwischendesinfektion vor allem zur Stabilisierung von PES. Wirkt in der eingesetzten Konzentration und der kurzen Einwirkungszeit kaum desinfizierend. Melkzeugzwischendesinfektion in Kombination mit H2O2 zur Stabilisierung. Mindestens 30 Sekunden Einwirkzeit. Korrosiv gegenüber Eisen, Kautschuk, Kupfer. Verringert die Haltbarkeit von Zitzengummis (nicht Silikon). Eisenhaltiges Wasser und organische Stoffe (Kot, Milch) reduzieren die Wirksamkeit. In der Humanmedizin als Wunddesinfektion eingesetzt. Seine Wirkung wird durch organisches Material nicht beeinflusst und tritt bereits in geringer Konzentration ein. Monoglycerid: Glycerol, Monolaurate; nicht kompatibel mit Chlorhexidin.

gut

Zulassung als Tierarzneimittel Enthält das Präparat einen desinfizierenden Wirkstoff in einer hohen Konzentration oder wenn es gezielt mit Heilanpreisung vermarktet werden soll, muss der Hersteller das Präparat beim Schweizerischen Heilmittelinstitut zulassen. Diese Zulassung prüft insbesondere die Qualität, die Sicherheit und die Wirksamkeit des Produkts. Im Gegensatz zur Zulassung als Biozid wird bei der Zulassung als Tierarzneimittel dem Wirksamkeitsnachweis ein höherer Stellenwert eingeräumt. Insbesondere wird geprüft, ob das Präparat beim beantragten Verwen-

dungszweck wirksam ist. Zugelassene Arzneimittel erhalten eine fünfstellige Swissmedic-Nummer. Als Heilanpreisung gelten alle Aussagen, die direkten Bezug zu einer Vorbeugung oder Behandlung von Krankheiten nehmen («wirkt gegen …»). Diese sind somit nur bei Tierarzneimitteln zulässig. Eine Liste der als Tierarzneimittel zugelassenen Zitzendesinfektionsmittel kann auf der Homepage der Veterinärpharmakologie der Vetsuisse Fakultät Zürich abgerufen werden. Sie sind unter dem ATCvet-Code QG52A zusammengefasst: www.vetpharm.uzh.ch/perldocs/ wirksto.htm 䡵 53


MERKBLATT NUTZTIERE Zusatz- oder Pflegestoffe in Zitzentauchmitteln Pflegestoff Allantoin

Wirkung heilende Eigenschaften, Hauterneuerung

Lanolin Glycerin

fettspendend, pflegend spendet Feuchtigkeit, pflegt

Propylenglykol Aloe Vera Sorbitol Ethyl-N-acetyl-Nbutyl-beta-alaninat Caprinsäure

Feuchtigkeit spendend, pflegt heilende Eigenschaften, spendet Feuchtigkeit spendet Feuchtigkeit, verbessert Hautkondition Tensid, Hautpflegemittel, Repellent rückfettend, pflegend

Hamamelis (Zaubernuss)

heilend und beruhigend

Dexpanthenol

spendet Feuchtigkeit, verbessert Hautkondition

Aminosäurederivate

Hauterneuerung, Feuchtigkeitshaushalt

Eigenschaften Extrakt des Beinwell, wundheilend und beruhigend, fördert das Wachstum gesunden Gewebes, macht die Haut geschmeidig teurer Zusatz aus Schafwolle, auch synthetisch weit verbreitet, gibt es natürlich und synthetisch, für Lebensmittel nur pflanzliches Glycerin zugelassen oft Anwendung mit Fettsäuren, wirkt antimikrobiell Saft der Aloe Vera, heilend wird aus Maissirup hergestellt, wirkt gut im sauren Bereich < 4,5 pH

kommt in Triglyceriden von verschiedenen Pflanzenölen wie auch im Fett der Ziegenmilch vor (Namensgebung) blutstillende, entzündungshemmende, adstringierende und Juckreiz stillende Wirkung wird im Körper zu Pantothensäure umgewandelt, welche Bestandteil des Coenzyms A ist und damit wichtig im Hautstoffwechsel ist können Wasser speichern und bieten guten Radikalschutz

aufgeschäumt werden. Es bildet sich ein stabiler Schaum auf der Zitze, der Verbrauch wird erheblich reduziert und die Oberfläche besser benetzt.

Lagerung und Anwendung

Witterungseinflüsse an der Zitze: Dippmittel mit Pflegewirkung können vorbeugen.

In den letzten Jahren sind neben den erwähnten Wirk- und Pflegestoffe weitere Zusätze auf den Markt gekommen, die insbesondere die Haftung auf der Haut verbessern: • Barrieredipp oder Filmbildner: Trocknet auf der Zitze an und bildet einen Film um die Zitzenhaut. Dadurch wird insbesondere der Schutz vor Mastitiden, die durch Umweltkeime verursacht werden, erhöht. Teilweise schwer zu entfernen. Auf Problembetrieben wird die häufige Anwendung auch in der Galtzeit empfohlen • Schaumdip: Durch Zugabe von Tensiden können diese Mittel im Becher 54

• Dippmittel müssen immer in ihrem Orginalgefäss verschlossen, frostsicher aufbewahrt und dürfen nicht über das vom Hersteller angegebene Datum hinaus angewendet werden. • Müssen Konzentrate mit Wasser zur gebrauchsfertigen Lösung verdünnt werden, ist auf Trinkwasserqualität sowie ein korrektes Mischungsverhältnis täglich zu achten. • 2-Komponenten Mittel sind entsprechend den Herstellerangaben vor jeder Melkzeit im korrekten Verhältnis zu mischen. Keine eigenen Mischungen herstellen! • Mittel niemals vom Dippbecher zurück in das Vorratsbehältnis abfüllen. • Der Dippbecher muss so konstruiert sein, dass Mittel, welches bereits mit der Zitzenoberfläche in Kontakt gekommen war, nicht wieder in den Vorratsbehälter zurückfliessen kann. • Unmittelbar nach Abnahme des Melkzeugs mindestens drei Viertel der Zitzenlänge mit Dippmittel benetzen. • Bei sehr kalten Temperaturen muss dafür Sorge getragen werden, dass das Mittel schnell abtrocknet (spezielle Formulierung, Anwärmen des Mittels) oder die direkte Kälteeinwirkung reduziert werden kann (z.B. Windschutznetze). Eine weitere

Möglichkeit stellt das Abwischen des Dippmittels nach einer Einwirkzeit von mindestens 30 Sekunden mit einem trockenen, tierindividuellen Tuch dar. Wird dies nicht beachtet, drohen Frostschäden an den benetzten Zitzenteilen. 䡵

Impressum In loser Folge publiziert die UFA-Revue zusammen mit Forschungs- und Beratungs- und Fachinstitutionen hilfreiche Merkblätter. Autoren Dres. med. vet. Markus Rösch, Dirk Strabel, Rindergesundheitsdienst (RGD) Mitarbeit Der RGD bedankt sich herzlich bei Frau Ingrid Model, ehemalige Beraterin der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft Jena, für die Erlaubnis zur Weiterverwendung ihrer sehr umfangreichen Vorarbeiten auf diesem Gebiet. Ein weiterer Dank gilt allen, die durch ihre kritische Durchsicht die Qualität des Merkblatts verbessert haben, insbesondere Herrn Olivier Flechtner (Swissmedic). Herausgeber RGD/Agridea, Eschikon 28, 8315 Lindau Fotos RGD und Novartis Tiergesundheit AG, Basel Layout AMW, 8401 Winterthur Publikation UFA-Revue 10/2011, 8401 Winterthur

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STALLHYGIENE NUTZTIERE

Biofilm entfernen ja – aber zu vernünftigen Kosten SCHMUTZIGE TRÄNKELEITUNGEN gelangen immer wieder in den Verdacht, die Tiergesundheit zu beeinträchtigen. Als wirtschaftliche Methode zur Entfernung des sogenannten Biofilms erweisen sich Produkte mit Aktivchlor.

Zunehmend stellen Schweine-, aber auch Geflügel- oder Kälberhalter fest, dass die Qualität des Trinkwassers für die Tiere ungenügend ist. Dies kann sich durch geringere Wasseraufnahmen, (Coli-)Durchfälle, Harnwegsinfektionen, Minderleistungen oder Tierverluste bemerkbar machen.

nismen an Grenzflächen ansiedeln. Die Lebensform Biofilm verschafft den Mikroorganismen erhebliche Überlebensvorteile, auch gegenüber Reinigungsund Desinfektionsmitteln. Eine alkalische und saure Reinigung von Wasserleitungen genügt oft nicht, um den Biofilm vollständig zu entfernen.

Qualität überprüfen Ans kommunale Versorgungsnetz angeschlossene Betriebe erhalten normalerweise Trinkwasserqualität in die Leitungen eingespiesen. Wo das Tränkewasser aus eigener Quelle stammt, wird per Gesetz eine Qualitätskontrolle vorgeschrieben. Tierärzte bieten bei Problemen zusätzliche Laboruntersuchungen an. Keimgehalte bis 1000 / ml im Leitungssystem gelten als unbedenklich, sofern keine Escherichia coli, Salmonellen oder Campylobacter vorkommen. Wohlverstanden kann der Keimdruck an der Tränke immer noch wesentlich höher sein.

Aktivchlor ist optimal Sofern die

Grün-brauner Schleim Als Lebensraum für Bakterien, Algen, Pilze oder Protozoen erweist sich der sogenannte Biofilm. Diese zähe, grün-braune Schleimschicht gibt es vor allem in wässrigen Systemen, wenn sich Mikroorga-

vier Reinigungsparameter Reinigungsmittel, Temperatur, Zeit und Mechanik aufeinander abgestimmt sind, lassen sich Biofilme optimal mit aktivchlorhaltigen Produkten entfernen. Für Tränkeleitungen empfiehlt die Halag Chemie AG den alkalischen Reiniger «Stallcip 666» mit Aktivchlor, der sich in der Praxis gut bewährt.

odischen Einsatz. Mit «Stallcip 666» wird der Biofilm vollständig entfernt und die mikrobiologische Sicherheit ist gewährleistet.

Wasserdesinfektion Oft wird das Druckluftverfahren mit dem Einsatz von Wasserstoffperoxid oder Chlordioxid kombiniert, was die Kosten zusätzlich erhöht. Chlordioxid desinfiziert die Leitungen und schützt langfristig vor Infektionen. 䡵

Neue Verfahren In Deutschland wird propagiert, Biofilme mechanisch per Druckluft entfernen zu lassen. Die Grundreinigung erfolgt dabei in grossen Zeitabständen durch eine Spezialfirma. Die Kosten pro Reinigung belaufen sich auf zirka 1500 Euro. Danach ist eine regelmässige Pflegereinigung mit einem fest installierten Kleingerät erforderlich. Auch im Falle einer Druckluftreinigung eignet sich «Stallcip 666» für den peri-

Tabelle: Reinigung von Tränkeleitungen Was? Grundreinigung: alkalisch mit Aktivchlor Entfernung Biofilm

Wann? regelmässig vor dem Einstallen bei Bedarf

Produkt? Stallcip 666

Desinfektion Trinkwassersystem

bei Bedarf

Halades 01 (FiBL-gelistet)

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Stallcip 666

Erich Thoma

Vorgehen? • 2 l Stallcip 666 auf 10 l Wasser, nach Möglichkeit 30 Minuten im Kreislauf umwälzen • gründlich spülen • 2 l Stallcip 666 auf 100 l Wasser, nach Möglichkeit 30 Minuten im Kreislauf umwälzen • gründlich spülen • 5 dl Halades 01 auf 100 l Wasser in das Trinkwassersystem dosieren, mindestens 15 Minuten einwirken lassen

Schweine reagieren empfindlich auf verunreinigtes Wasser.

Autor Erich Thoma, Leiter Beratungsdienst, Halag Chemie AG, 8355 Aadorf Fragen? Dann wenden Sie sich an 寿 058 433 68 68, info@halagchemie.ch, www.halagchemie.ch. Die Hygieneprodukte der Halag sind bei Ihrer LANDI erhältlich.

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STALLHYGIENE NUTZTIERE

Melk- und Kälberbereich haben Priorität IN DER RINDVIEHHALTUNG beschränken sich die in der Praxis umgesetzten Hygienemassnahmen oft auf den Melk- und Kälberbereich. Woran liegt das? Oder: Was können Rindviehhalter von Geflügel- oder Schweinebetrieben lernen?

Das Wort Hygiene kommt vom griechischen «hygieiné», was so viel wie «gesund» bedeutet. Moderne Geflügel- und Schweinehaltungen funktionieren ganz im Sinne von «Hygiéia», der griechischen Göttin der Gesundheit, gehören doch das Händewaschen, der Kleiderwechsel, Eintrittsschleusen sowie die Stallreinigung und –desinfektion vielerorts zur Normalität.

Lebenslänglich im selben Stall In Kuh- und Kälberställen sind solche Hygienekonzepte wohl ausschliesslich in Skandinavien anzutreffen. Dabei erweisen sie sich etwa bei Besuchen von Tierärzten oder Beratern als sinnvoll, weil so Erreger von anderen Betrieben nicht zu den Tieren gelangen. Standard ist die regelmässige Reinigung von Melk- und Milchkühlanlagen sowie Tränkeautomaten mit sauren und alkalischen Mitteln. Im Kälberbereich setzt sich die Stallreinigung und -desinfektion zugunsten einer guten Tiergesundheit immer mehr durch. Verbesse-

Reinigungs- und Desinfektionsmittel richtig lagern und einsetzen Um den Wirkungseffekt nicht zu beeinträchtigen, werden Reinigungsund Desinfektionsmittel nach dem Gebrauch sofort wieder verschlossen und in den Originalverpackungen unter Verschluss nicht unter + 5 °C aufbewahrt. Pulverförmige Produkte sind trocken zu lagern. Reinigungsund Desinfektionsmittel-Konzentrate sollen nicht miteinander gemischt werden. Es drohen gefährliche Reaktionen. Wichtig ist, die auf der Etikette aufgeführte Mindesttemperatur beim Einsatz der Desinfektionsmittel sowie die vorgegebene Konzentration einzuhalten. Ein feiner, breiter Sprühkegel sorgt für eine gute Verteilung des Mittels. Die Entsorgung verbrauchter Lösung aus der Melkmaschinen- und Milchgeschirrreinigung soll nach Möglichkeit über die Gülle erfolgen. Die Gülle wird dadurch nicht nachteilig verändert, wie Untersuchungen von Agroscope zeigen.

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rungspotenzial gibt es im Rindviehbereich bei der Stall- und Tierhygiene.

Hochdruckreinigung auf den Boden gegossen werden.

Fokus auf Gummibeläge Besondere Beachtung verdienen Gummibeläge im Lauf- und Liegebereich. In Ritzen alter Beläge reichern sich Umweltbakterien wie die Mastitiserreger Staphylokokken und Streptokokken an. Zur Mattensäuberung, die mindestens zweimal pro Jahr erfolgen sollte, eignet sich das im Kasten aufgeführte Konzept. Für solche Massnahmen bietet sich aktuell – solange die Tiere noch auf die Weide können – eine gute Gelegenheit.

Sauer und alkalisch Zu empfehlen ist, Milchleitungen, Hofkühltanks und Tränkeautomaten täglich alkalisch (z. B. mit Halapur M) und sauer (z. B. Halacid flüssig TS) zu reinigen. Bei einer solchen alternierenden Reinigung ist die Gefahr gegenüber einer alleinigen sauren Rei-

Abkalbebox und Futtertisch Experten empfehlen, auch die Abkalbebox nach jeder Geburt zu reinigen, zu desinfizieren und neu einzustreuen. Ein spezielles Augenmerk gilt ebenfalls Krippen und Futtertischen, die durch Säuren aus Silagen stark belastet werden. In den beschädigten Oberflächen nisten sich Bakterien ein. Hier lässt sich mit geeigneten Beschichtungen vorbeugen. Dadurch sinkt der Keimdruck auf die Tiere erheblich und die Tiergesundheit wird erhöht. Verdoppelung in 20 Minuten Nicht zu unterschätzen ist der Nutzen der Melkstandreinigung. Schmutz bietet ein ideales Zuhause für allerlei Keime. Viele Krankheitserreger verdoppeln sich alle 20 Minuten. Aus einer Million Bakterien pro Quadratmeter werden in 20 Minuten zwei Millionen, in 40 Minuten vier Millionen und in einer Stunde acht Millionen. Zur Melkstandreinigung bewähren sich Harnstein- und Kalkentferner wie «Stallcid 536», die zusammen mit Warmwasser nach einer 10 2011 · UFA-REVUE


STALLHYGIENE NUTZTIERE nigung geringer, dass Keime resistent werden. Saure Reinigungsmittel entfernen Mineralstoffe (kalkiger Film) und Milchstein (weisse, vielschichtige Ablagerungen aus Fett, Protein und Mineralstoffen). Alkalische Mittel entfernen Fett (glänzender bis stumpfer Film), Proteine (gelblicher Film) sowie Bakterien, die vielfach in diesen Rückständen eingelagert sind.

Für die Bio-Milchproduktion ist der Einsatz von Bio-Reinigungsmitteln nicht zwingend. Bio-Reinigungsmittel wie «Bioacid» oder «Bio AF» verfügen über eine gute Wirksamkeit, vorausgesetzt, dass Faktoren wie die Reinigungsdauer, -temperatur und -mechanik stimmen.

90 % via Reinigung tilgen Frisch geborene Kälber sind die anfälligsten Tiere im Stall. Mit einer gründlichen Reinigung nach einem Umtrieb werden gemäss Tiergesundheitsdienst Bayern

(D) rund 90 % aller Krankheitserreger aus dem Umfeld entfernt. Eine Desinfektion beseitigt die restlichen 10 % der Erreger.

Hygienekonzept für Milchvieh-, Kälberställe, Abkalbeboxen und Gummimatten

Desinfektion bei gesundheitlichen Problemen Die Desinfektion

• Grobschmutz entfernen.

dient der gezielten Abtötung von Krankheitserregern. Die Ausbringung erfolgt über Hochdruckreiniger, Desinfektionsgeräte oder Giesskannen auf trockene oder feuchte Flächen, jedoch ohne Wasserlachen. Bei guter Kälbergesundheit ist eine Desinfektion nicht unbedingt nötig, doch das Kontaminationsrisiko wird dadurch stark reduziert. Gibt es gesundheitliche Probleme, wurden Durchfallerreger wie Cryptosporidien oder Kokzidien nachgewiesen, ist eine Desinfektion unumgänglich. Besonders zu berücksichtigen sind beim Desinfizieren raue Oberflächen oder Ritzen. Damit die Desinfektionsmittel optimal einwirken können, ist eine Leerphase zu empfehlen. Eine natür-

• Sämtliche Oberflächen mit warmem Wasser einweichen, am besten mit einem Stallreiniger (z.B. Stalltop 645, Einwirkzeit 30 Minuten).

Weil Verschmutzungen die Wirksamkeit von Desinfektionsmitteln deutlich herabsetzen, sind die Stallflächen vor der Desinfektion gründlich zu reinigen: • Vorspülen, netzen.

• Mit Hochdruck (70 bis 100 bar) gründlich reinigen und spülen. • Desinfektion (z.B. mit Halades 777) auf abgetrocknete Fläche bei Mastitisfällen in Folge einer Infektion mit Staphylokokken oder Streptokokken. Bei Kälberdurchfällen, die sich auf Cryptosporidien oder Kokzidien zurückführen lassen, empfiehlt sich eine Zweikomponenten-Desinfektion (z.B. mit Stalldes 03 und Aldecoc CMK).

Die LANDI ist das Kompetenzzentrum für Stallhygiene – hier am Standort Zollbrück der LANDI Region Langnau AG. Zusammen mit der UFA hat die Halag Chemie AG hilfreiche Reinigungs- und Desinfektionspläne für jede Tierkategorie erstellt.

liche Desinfektionswirkung hat die Sonne mit ihren UV-Strahlen.

Reinigung ist wichtiger als Desinfektion. UFA-REVUE · 10 2011

Tierhygiene Nicht zuletzt spielen Hygienemassnahmen direkt am Tier eine wichtige Rolle. Als sinnvoll erweisen sich Pflege- und Desinfektionsmassnahmen rund ums Euter (siehe Merkblatt «Zitzendippmittel im Überblick»). Von Zeit zu Zeit sollten auch Viehbürsten gereinigt und desinfiziert (z. B.mit Halapur M) werden. Klauenbäder können nützen, sofern es auf dem Betrieb ein Problem mit infektiösen Klauenerkrankungen gibt (z. B. Panaritium, Zwischenklauenhaut-Entzündung, Mortellaro, Ballenfäule) und es die Platzverhältnisse erlauben. Allerdings haben einige Badelösungen auch Nachteile im Bereich der Wirksamkeit, bezüglich Entsorgung (Umwelt), Preis oder möglichen Nebenwirkungen (krebserregend). 䡵

Autor Erich Thoma, Leiter Beratungsdienst, Halag Chemie AG, 8355 Aadorf Fragen? Dann wenden Sie sich an 寿 058 433 68 68, info@halagchemie.ch, www.halagchemie.ch. Die Hygieneprodukte der Halag sind bei Ihrer LANDI erhältlich.

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STALLHYGIENE NUTZTIERE

Reduzierte Infektionsgefahr beziffert KALKSTROHMATRATZE Was viele Milchproduzenten bereits in der Praxis erfahren haben, bestätigen nun auch Versuche an der Höheren Fachschule für Agro-Techniker. Mit einer Kalkstrohmatratze lässt sich die Hygiene im Liegebereich verbessern.

Christoph Herren

Walter Von Flüe

Euterentzündungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen der Milchkuh und verursachen, neben den Fruchtbarkeitsstörungen, die grössten wirtschaftlichen Schäden. Seit einiger Zeit werden Kalk-Stroh-Gemische vermehrt als Einstreu in Liegeboxen verwendet. In welchem Umfang sich Mastitiserreger in der Euterumwelt dadurch reduzieren lassen, hat eine Semesterarbeit an der Höheren Fachschule Inforama Rütti, Zollikofen, gezeigt.

Wert, der Anteil Trockensubstanz (TS) und die Belastung an Enterokokken sowie coliformen Keimen. Unter Letzteren versteht man Escherichia coli und andere laktosespaltende Enterobakterien (beispielsweise Klebsiella, Serratia marcescens). Coliforme Bakterien vermehren sich bei einem pH-Wert von 5.5 bis 6.5 am besten. Bei einem pH von über 9 beziehungsweise über 9.6 (Enterokokken) findet kein oder nur noch ein sehr geringes Wachstum statt.

Versuch Auf vier Betrieben mit Kalkstroh- und vier Betrieben mit Strohmistmatratze wurden Proben vom hinteren Boxenteil entnommen und im Labor untersucht. Ermittelt wurden der pH-

Bessere pH- und TS-Werte In den Auswertungen lag der Median beim pH-Wert in der Kalkstrohmatratze bei 8.75, während er in der herkömmlichen Strohmistmatratzen 7.9 betrug. Unter-

schiede gab es auch beim TS-Anteil, dessen Median bei der Kalkstrohmatratze mit rund 70 % um 20 % höher war als bei Strohmist. Es bestätigte sich, dass das Mikrobenwachstum und damit die Keimbelastung bei steigendem pH-Wert und erhöhtem TS-Anteil abnimmt. Eine Erklärung für die Schwankungen zwischen den gemessenen Werten liegt im unterschiedlichen Management der Matratze. Um den pH- und TS-Wert hochzuhalten, muss die Deckschicht regelmässig erneuert werden und der Kalkanteil soll den Empfehlungen entsprechen.

Kohlensaurer Kalk Für die Kalkstrohmatratze wird gehacktes Stroh und

Bernhard Kunz: «Kühe liegen vermehrt und länger» Betriebsspiegel Ort: Zauggenried (BE) Nutzfläche: 21 ha Kulturen: Mais, Gerste, Weizen, Kunst- und Naturwiesen Tiere: 55 Kühe (8500 kg Milch pro Laktation im Stallschnitt)

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UFA-Revue: Seit wann setzen Sie die KalkStroh-Mischung als Einstreu ein? Bernhard Kunz: Seit ich vor zwei Jahren vom Anbindestall- zum Freilaufstall-System gewechselt habe, liegen meine Kühe auf einer Kalkstrohmatratze. Der Wechsel ist gut gegangen, die Kühe haben die neue Unterlage sehr gut angenommen. Vor allem liegen die Kühe vermehrt und länger. Das ist ein gutes Zeichen. Kühe, die länger liegen, geben auch mehr Milch. Wo sehen Sie weitere Vorteile der KalkStroh-Mischung? Der Strohverbrauch ist massiv zurückgegangen und die Gülle ist weniger dick als früher. Wichtig ist, dass das eingesetzte Stroh möglichst fein gehäckselt ist. Ein weiterer Vorteil ist die reduzierte Keimbelastung. Wir haben von 30 auf 55 Kühe

aufgestockt, ohne dass es da Probleme gegeben hätte. Auf was gilt es besonders zu achten? Die Kalkstrohmatratze sollte regelmässig gepflegt werden, um von den Vorteilen, vor allem im Hygienebereich, zu profitieren. Ich gehe morgens und abends kurz über alle Boxen und nehme den Dreck raus. Dann mache ich im Sommer alle zwei, im Winter alle sechs Wochen eine neue Mischung zum Nachstreuen. Wichtig ist auch, dass man das ideale Mischverhältnis findet zwischen Kalk, Stroh und Wasser. Je nach Stallklima oder gewünschter Weichheit der Unterlage, muss das Mischverhältnis angepasst werden. Hier konnte ich von der Erfahrung des Landor-Beraters profitieren, der beim Einbau der Matratze anwesend war. 10 2011 · UFA-REVUE


STALLHYGIENE NUTZTIERE Grafik 1: Coliforme Keime KBE / g (mal 100 000)

Trockene Bedingungen und hohe pH-Werte machen Mastitiserregern im Kalk-Stroh-Gemisch das Leben schwer.

50 45 40 35 30 25 20 15 10 5 0 Kalkstroh

Strohmist

Grafik 2: Enterokokken KBE / g (mal 1000 000)

35 30 25 20 15 10 5 0 Kalkstroh

Strohmist

Immer mehr neue Ställe werden mit Kalkstrohmatratzen versehen.

kohlesaurer Kalk (CaCO3) mit einer Körnung von unter 0.09 mm verwendet. Das Zusammenfügen der verschiedenen Komponenten erfolgt im Mischwagen.

paktheit lässt sich gewährleisten, indem die Box vor der Ergänzung der Deckschicht etwas angefeuchtet wird.

Wertvoller Dünger Der bei der Kalkanteil hochhalten Kohlensaurer Kalk weist einen pH-Wert von 8 bis 10 auf. Mit einem erhöhten Kalkanteil in der Deckschicht lassen sich pH und TS hochhalten. Um den pH-Wert in einen Bereich von über 10 zu bringen, empfiehlt sich der Einsatz eines Desinfektionspulvers wie Landor Desical® (siehe Kasten).

Deckschicht erneuern Für einen hohen TS-Gehalt sind – neben einem hohen Kalkanteil – eine kompakte Matratze sowie eine gute Boxenpflege nötig. Die Deckschicht soll nach zirka sechs Wochen erneuert werden. KomUFA-REVUE · 10 2011

jährlichen Boxenreinigung oder von den Kühen aus dem Liegebereich entfernte Kalk gelangt via Mist und Gülle aufs Feld und dient dort als wertvoller Dünger.

Fazit Die Kalkstrohmatratze ist eine Massnahme zur Erhöhung der Hygiene im Liegebereich. Wichtig ist, die Deckschicht regelmässig zu erneuern und dabei den empfohlenen Kalkanteil beizumischen. Dennoch: Allein mit der Kalkstrohmatratze ist es nicht getan. Für eine tiefe Keimbelastung im Stall dürfen auch andere Faktoren wie das Stallklima oder die Liegeboxenpflege nicht vernachlässigt werden. 䡵

Tipp: Landor Desical Das Desinfektionspulver Landor Desical, hergestellt aus verschiedenen mineralischen Bestandteilen, sorgt für eine schnelle Austrocknung der Einstreu und hebt den pH-Wert bei kontinuierlicher Anwendung dauerhaft auf einen pHWert von über 12 an. Zudem ist Desical in der Lage, einen grösseren Puffer gegen säurebildende Einflüsse, welche den pH-Werte senken, aufrecht zu erhalten. Die krankmachenden Keime finden unter alkalischen Bedingungen respektive hohen pH-Werten kein Vermehrungsmilieu mehr. Im Gegensatz zu Branntkalk, Kalkhydraten oder sogenannten Hygienekalken erlaubt Landor Desical einen dauerhaften Einsatz im Liege- und Laufbereich, also direkt am Tier. Landor Desical wird mehrmals wöchentlich auf den hinteren Bereich der Liegeboxen gestreut.

Autoren Christoph Herren, Absolvent der Höheren Fachschule zum Agro-Techniker am Inforama Rütti, 3052 Zollikofen. Betreut wurde seine Semesterarbeit von Tierproduktionslehrer Andreas Häberli. www.inforama.ch / www.agrotechniker.ch Walter Von Flüe, Landor-Beratungsdienst, 4127 Birsfelden. Gratis-Beratungstelefon 0800 80 99 60, www.landor.ch

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Am Schluss noch pudern AUF DEM BETRIEB MICHEL wird die Stallreinigung und -desinfektion durch das Abferkeln in Gruppen erleichtert. Als praktisch hat sich das Hygienepulver «K.lit» erwiesen. Es dient dazu, neu geborene Ferkel trocken und warm zu reiben, und hilft beim Einstallen, die Sauberkeitsdisziplin der Schweine zu fördern. Die Hygiene rund ums Abferkeln und Umstallen hat in der Schweinehaltung höchste Priorität.

Andy Zuber

Liegebereich gut vorbereiten

Das Rein-Raus-System im Abferkelstall vereinfacht das Reinigen (z. B. mit Einweichschaum Stalltop 645) und Desinfizieren der Buchten (z. B. Halades 777 oder Stalldes 03). Die Stallarbeiten lassen sich durch das Abferkeln in Gruppen rationalisieren und die Geburtsüberwachung sowie der Wurfausgleich werden erleichtert.

«Treffen die Ferkel beim Umstallen auf einen sauberen, klimatisch angenehmen Liegebereich, misten sie lebenslänglich disziplinierter auf dem dafür vorgesehenen Beton- oder Spaltenboden», bestätigen die Gebrüder Michel aus Courtedoux (JU). Josy Michel betreut die Mastschweine und den Ackerbau, sein Bruder Hubert Michel kümmert sich um die Milchkühe und die Jungviehaufzucht. Huberts Frau Annie managt – neben der Kinderbetreuung und einer Teilzeitbeschäftigung als Kleiderverkäuferin – den Abferkelbereich. Obwohl Zeit auch bei Michels Mangelware ist, wird der Stallhygiene höchste Priorität zugeschrieben.

Für ein angenehmes Klima Seit dem Umbau des alten Kuh- in einen Schweinestall im 2006 streuen Michels – nachdem der gesäuberte Stallboden getrocknet hat – das Hygienepulver «K.lit» ein. «K.lit» ist eine Mischung aus verschiedenen saugfähigen Rohstoffen mit pflanzlichen und mineralischen Herkünften (Mais, Kalciumkarbonat, Kalziumbiphosphat, Sojaöl, Fichtenessenz). Seine Inhaltsstoffe verfügen über einen desinfizierenden Effekt, was Krankheitserregern und Fliegen entgegenwirkt. «K.lit» bindet Feuchtigkeit, unangenehme Gerüche und Ammoniak. Es resultiert ein besseres Stallklima.

Das Misten und Einstreuen nimmt in der Schweizer Schweinehaltung fast die Hälfte des Gesamtarbeitsbedarfs in Anspruch. Eine Möglichkeit, hier etwas zu optimieren, bietet sich beim Einstallen neuer Aufzuchtferkel oder Mastjager.

Dusche und Gesäugepflege Erfolgreiche Ferkelproduzenten waschen die Sauen von oben bis unten mit Warmwasser (35 bis 37 °C) ab, bevor

Der Betrieb Michel nutzt «K.lit» sowohl als Hygieneeinstreu als auch zur Trocknung neugeborener Ferkel.

Hygieneschleuse – eine empfehlenswerte Massnahme Schweine und Geflügel reagieren auf Umweltkeime besonders sensibel. Hygieneschleusen dienen als Endstation für gefährliche Bakterien, Viren und Pilzsporen. Zu den Hygienemassnahmen vor dem Stalleintritt gehören: • Hände mit einer bakteriziden Seife waschen (z. B. mit Haladerm 761) und abtrocknen mit Einwegpapier • Kleiderwechsel • Schuhdesinfektion (z.B. mit der Desinfektionslösung Halades 777) 60

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STALLHYGIENE NUTZTIERE diese rund eine Woche vor der Geburt in einen sauberen und desinfizierten Abferkelstall kommen. Die Sauendusche vermindert Durchfallprobleme bei den Ferkeln sowie Wurmbefall und MMA bei den Mooren. Der Einsatz eines Shampoos beim Duschen (z.B. Tiershampoo 823) hilft, auch an Borsten anhaftenden Schmutz, Parasiten und Wurmeier zu entfernen. Wer es ganz gut machen will, lässt die Schweine vor jedem Umtrieb durch eine Desinfektionswanne (z.B. mit Halag Formaldehyd 40 %) spazieren, damit auch die Klauen möglichst erregerfrei werden. Darüber hinaus besprühen einige das Gesäuge der Sau vor der Geburt zweibis dreimal mit einem Dippmittel aus dem Kuhbereich (z.B. Lorasol), um so

Betriebsspiegel Gebrüder Michel, Vaux sur Chaux, 2905 Courtedoux Nutzfläche: 56.56 ha, 530 m über Meer Tierhaltung: 21 Abferkel-, 200 Ferkelaufzucht- und 400 Mastschweineplätze (IP-Suisse, AFP-Ring). 40 Milchkühe mit Jungviehaufzucht und 5 – 6 Mastkälbern. Pflanzenbau: Weizen, Gerste, Mais, Grünland. Arbeitskräfte: Hubert und Josy Michel, Annie Michel (30 %)

Jaemy, Josy, Celine, Annie und Hubert Michel (v.l.).

den Keimdruck (Clostridien) zu senken und die Haut zu pflegen.

Vorsicht bei Geburtshilfe Wichtiger denn je ist die Hygiene beim Abferkeln. Geburtshilfe ist nur nötig,

• wenn es trotz Oxidozinbehandlung länger als eine halbe Stunde dauert, bis das nächste Ferkel zur Welt kommt. • wenn die Nachgeburt zwei Stunden nach dem letzten Ferkel ausbleibt. • wenn die Sau Wehen zeigt, obwohl die Nachgeburten abgegangen sind. Der Geburtshilfe geht immer eine Schamreinigung mit Wasser und beispielsweise Jod voran. Jedes Mal neue Plastikhandschuhe und reichlich Gleitgel sind ein Muss. Nach der Geburtshilfe empfehlen Tierarzte meist eine antibiotische Behandlung der Sau, um Gebärmutterentzündungen vorzubeugen.

Trocknen der Ferkel Neu geborene Ferkel haben wenig Körperfett und damit nur geringe Energiereserven. Annie Michel reibt die Jungen gleich nach der Geburt mit «K.lit» ein. So sind die Ferkel innert Sekunden trocken und warm. Danach werden sie sofort zum Gesäuge geführt. Auch eine zusätzliche Wärmequelle am Geburtsort kann einer Unterkühlung vorbeugen und bewirken, dass die Ferkel schneller Biestmilch aufnehmen. Fünf bis zehn Minuten nach dem Ansetzen ans Gesäuge werden die Neugeborenen ins frisch mit «K.lit» eingestreute Ferkelnest gelegt. «K.lit» beugt auch Nabelentzündungen vor, weil der Nabel schneller trocknet und die Umgebung mit diesem Hygienepulver wesentlich keimfreier wird.

Fazit Das Abferkeln und Einstallen sind Phasen, in denen eine gute Hygiene die Tiergesundheit entscheidend fördern und den späteren Arbeitsaufwand vermindern kann. Ein konsequentes Rein-Saus-System erleichtert das regelmässige Reinigen, Desinfizieren sowie den Einsatz eines Hygienepulvers. 䡵 UFA-REVUE · 10 2011

Autor Andy Zuber, Schweinespezialist im UFA-Beratungsdienst, 3052 Zollikofen. www.ufa.ch Einsatz von K.lit Schweinezucht: 300 g / m2 nach Stallwäsche, 50 g / Tag und m2 nach Einstallen. Schweinemast: 500 g / Tier vor jedem Einstallen (mit Einstreu) beziehungsweise 100 g / Tier und Woche bei Flächenrost. Rindvieh: 200 g / m2 auf gereinigte Stallfläche. Pferde: 100 g / m2 vor dem Einstreuen.

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STALLHYGIENE NUTZTIERE

Von den Tanks bis zu den Trog-Auslaufrohren BEI FLÜSSIGFÜTTERUNGSANLAGEN ist die Hygiene eine besondere Herausforderung. Nicht nur die Fütterungsanlage selbst, sondern auch die vor- und nachgelagerten Anlageteile wollen regelmässig gereinigt sein.

Benoît Sahli

Vor allem in Mastschweineställen sind Flüssigfütterungsanlagen verbreitet. Flüssigfutter bietet für Mikroorganismen einen idealen Nährboden. Schimmelpilze und Enterobakterien wie Escherichia coli können Toxine bilden, Fäulnis verursachen und zu Trockensubstanzverlusten führen. Hefen produzieren CO2 und verhindern die gewünschte Selbstkonservierung des Futters durch Milchsäure.

Hygienekonzept für Flüssigfütterungsanlagen Täglich • Futterstande und Rührwerk mit Wasserschlauch spülen. • Reinigung der Flüssigkomponenten-Lagertanks (Zubringerschlauch nicht vergessen). • Überwachung der Futterleitung (Gasbildung und pH-Wert: 3.5 bis 4.5). • Eventuell Schnellverfahren mit PET-Flaschentest. • Grössere Probleme: Detaillierte Laboranalyse. Alle 14 Tage • Futterstande und Rührwerk mit Hochdruckreiniger waschen. • Reiniung der Spülbehälter mit Hochdruckreiniger. • Entstaubungsanlage gründlich putzen. • Siloauslaufrohre und Komponentenleitungen auf Verschmutzung kontrollieren und bei Bedarf reinigen. • Abwasser immer in Gülle ableiten. Zirka alle drei Monate • Alle Trogauslaufrohre mit einer Spülmaus passend zum Hochdruckreiniger säubern. • Säuberung der Leitung beispielsweise mit «Stallcip 666» (Reiniger mit desinfizierender Wirkung) oder Natronlauge. Die benötigte Menge berechnet sich aus dem Leitungsinhalt und rund 50 l Reserve. • Leitungsinhalt 15 Minuten umpumpen und fünf Stunden stehen lassen. • Nochmals einige Minuten umpumpen und die Lauge via Rücklauf in die Güllengrube ableiten. • Am Schluss die Leitung mit sauberem Wasser gut nachspülen – am besten zwei Mal. • Fütterungsanlage mit Bakterien impfen. 62

Kontrollmethoden Die Flüssigfütterungsanlage soll periodisch überwacht und gereinigt werden (siehe Kasten). Wie es um die Hygiene steht, darüber informiert neben dem Aussehen und Geruch der Suppe sowie den Mastleistungen der Schweine auch der pH-Wert. Die Kontrolle der Gasbildung kann mit dem PET-Flaschen-Test erfolgen. Bei grösseren Problemen ist eine schrittweise Analyse durch ein Labor zu empfehlen. Hefen werden zum Problem, sobald es über 100 KBE/ml Coli- und/oder über 500 KBE/ml Enterobakterien hat.

Damit das Futter «sauber» in den Trog gelangt, muss die Hygiene der Lager und Zubringersysteme stimmen.

Säure genügt nicht Gegen Coliund Enterobakterien sind Stabilisierungsmittel mit pH-senkender Wirkung vorteilhaft. Anders als chemische Säuren wirken biologische Mittel weniger schnell. Dafür verbessern sie die Futterverdaulichkeit, weil sie Laktose in Milchsäure umwandeln. Es gibt kombinierte Produkte mit chemischer Säure und Milchsäurebakterien. Diese haben sich in der Praxis am besten bewährt. Säuretolerante Organismen wie Hefen müssen mit Laugen bekämpft werden. Für mehr Sicherheit in der Futterleitung ist es vorteilhaft, den Leistungsinhalt täglich auszustossen (mit Wasser oder Molke).

Pumpe und Leitungen Wichtig ist die richtige Wahl der Futterpumpe und der dazu passenden Leitungsquerschnitte. Alte Leitungen sind spröd und porös. Sie bergen eine grössere Gefahr. Säurenzusätze wirken Ablagerungen etwas entgegen. Bei verschiedenen Suppen sollte man den Leitungsinhalt der einzelnen Futter genau berechnen, um

Vermischungen zu vermeiden und eine genaue Ausdosierung für jede Tierkategorie zu erreichen. 䡵

Autor Benoît Sahli, Schweinespezialist im UFA-Beratungsdienst, 1070 Puidoux. Bei Fragen rund um die Fütterungshygiene steht ihnen der UFA-Beratungsdienst zur Verfügung. www.ufa.ch

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10 2011 · UFA-REVUE


TOP ANGEBOTE JUBILÄUMSAKTION 10 JAHRE

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Neues Startphasenfutter UFA 264 mit MegaDigest Beim neu lancierten UFA 264 handelt es sich um ein Startphasenfutter wie UFA 164F, allerdings in Würfelform (expandiert) und damit perfekt geeignet für die Abrufstation. Die Gehalte sind genau gleich wie beim F-Futter (7.6 MJ NEL und 18 % RP). Auch die Startphasenzusätze Lebendhefen und Niacin sind in UFA 264 in gleicher Menge enthalten. Aufgrund der Futterstruktur verfügt UFA 264 über mehr schnelle Kohlenhydrate als das F-Futter. Deshalb ist es nicht nur für Heu-, sondern auch für Silobetriebe interessant. Nach Milchproduktionspotenzial ist dieses Futter fast ausgeglichen, so

dass es problemlos zu ausgeglichenen Milchviehrationen passt.

Zusammen mit dem Hauptsortiment der UFA-Milchviehfutter ist UFA 264 bis am 29. Oktober mit Fr. 3.– /100 kg Rabatt erhältlich.

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Gutes Versäubern… …besser trächtig werden: mit UFA 260

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UFA 260 ist bereits seit vielen Jahren eine nicht mehr wegzudenkende Spezialität im UFA-Sortiment. Dieses Abkalbefutter wird sehr gerne gefressen und unterstützt die Kuh in der Startphase entscheidend. Denn UFA 260 enthält: • extrudierte Leinsaat für leichte Geburt und bessere Fruchtbarkeit • Hefen für bessere Pansenmotorik • Propylenglykol für schnelle Glukosebildung • Kräuter für gutes Versäubern • Protein und Energie wie andere Leistungsfutter

Studien aus Amerika und Kanada zeigen, dass sich die Fruchtbarkeitskennzahlen mit der Verabreichung von Futter wie UFA 260 mit

Leinsaat deutlich verbessern. Mit dem guten Versäubern wird der Grundstein für eine erfolgreiche Fruchtbarkeit gelegt.

Das Problem

Mangel an Omega-3-Fettsäuren. Stress und Energiemangel rund ums Abkalben.

Die Symptome

Unzureichendes Versäubern, Gebärmutterentzündungen, Fruchtbarkeitsprobleme.

Die Lösung

10 bis 14 Tage vor dem Abkalben mit 1 bis 2 kg UFA 260 je Kuh und Tag anfüttern. Nach dem Abkalben während drei Wochen 3 bis 4 kg pro Kuh und Tag anstelle eines andern Leistungsfutters vorlegen. Der Bedarf je Kalberkuh beträgt zirka 100 kg (vier Säcke). 63


UNTERWEGS MIT... EN ROUTE AVEC …

dem vielseitigen Rindviehspezialisten Martin Perret Nach der Ausbildung zum Meisterlandwirt trat Martin Perret 1986 die Stelle beim Volg Winterthur an, bevor er 1991 das Gebiet wechselte und ins Bündnerland nach Zizers zog. Seit diesem Zeitpunkt gehören neben dem Churer Reinthal auch die Regionen Davos und Lenzerheide zu seinem Beratungsgebiet. Obschon er vor allem Milchviehbetriebe betreut, steht er seinen Kunden ebenfalls bei den restlichen Tiergattungen mit wertvollen Inputs zur Verfügung. So betreut er auch Kälberautomaten, Schweine- und Munibetriebe, wo er regelmässig Gewichtskontrollen durchführt.

Grossbetrieb im Bündnerland Wer denkt, dass grosse Betriebe nur in der Westschweiz zu finden sind, der täuscht sich gewaltig. Der Betrieb Neugut in Landquart, der an ein Al-

ters- und Pflegeheim angesiedelt ist, umfasst 63ha landwirtschaftliche Nutzfläche und eine eigene Alp mit 240 ha. Der Betrieb – seit über 20 Jahren ein treuer UFA-Kunde – hält rund 75 Kühe der Rasse Brown Swiss und ebenso viel Jungvieh. Zusätzlich mästet man sämtliche eigenen männlichen Nachkommen, was rund 45 Mastmunis entspricht.

Eigenversorgung wichtig Das Alters- und Pflegeheim Neugut zählt 76 Wohnplätze. Seit seiner Gründung vor 116 Jahren wird die Eigenversorgung grossgeschrieben. Fast sämtliche Milch, Butter, Käse, Eier, Früchte und Obst, die das Alters- und Pflegeheim mit der angegliederten Kita benötigt, werden selber produziert und verarbeitet. Weiter verfügt der Betrieb über einen eigenen Hofladen, wo ebenfalls ein beachtlicher Teil der Produkte verkauft wird, erklärt der Geschäftsführer Heinz Bolt.

Die Hochalp Platta Die eigene Alp Platta in Avers liegt gut eine Autostunde vom Neugut entfernt. Auf der Alp werden der halbe Milchviehbestand und sämtliches Jungvieh während knapp 100 Tagen gesömmert. Die Milch wird zu Butter und Käse verarbeitet und im Hofladen verkauft. Die Alp Platta erstreckt sich auf einer Höhe von 2000 bis 2600 m über Meer und gehört somit zu den höchst gelegenen Alpen, welche mit Kühen bestossen werden. Dank der guten Grasqualität hält sich die Milchleistung der Kühe auf einem sehr guten Niveau. Die kräftigen und vielseitigen Kräuter der Alpweiden tragen zur ausgezeichneten Alpkäsequalität bei.

Robuste Kuh als Zuchtziel Als Zuchtziel definiert Ruedi Bäbi, Betriebsleiter des Milchviehbestandes, eine robuste Kuh, welche die Alpung be-

Vor einem Jahr wurde auf dem Neugut ein Melkroboter installiert und ein neuer Jungvieh- und Munistall erstellt.

Martin Perret, 7205 Zizers Familie

Verheiratet mit Astrid. Kinder: Manuela (23 Jahre), Claudia (21), Stefanie (19), Silvia (15) und Marcel (7).

Geboren

17. August 1962

Werdegang Landwirt mit Meisterprüfung. 1986 Eintritt Volg Winterthur, seit 1991 beim Beratungsdienst Landquart und heute Wil. Hobbies

Familie, Reiten, Skifahren, Wandern.

Motto

«Den Landwirten ehrlich und fachlich kompetent zum Erfolg verhelfen.»

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Tageszunahmen

bis

1650 g

Gleich neben dem Kuhstall hat der Betrieb Neugut vor einem Jahr einen neuen Rindviehstall gebaut. Dort werden sämtliche männliche Nachkommen, welche auf dem Betrieb anfallen, gemästet. Während den ersten 100 Tagen wird die Milch tierindividuell über einen Förster Milchautomaten verabreicht und das Aufzuchtfutter entsprechend vorgelegt.

Nach der Aufzuchtphase werden die Kälber im Munistall in Gruppen von rund zehn Tieren eingegliedert. Die Grundfutterration besteht bei sämtlichen Gruppen zu 100 % aus Maissilage mit dem passenden Ergänzungsfutter UFA 231. UFA 231 ergänzt energiebetonte Grundfutter-Rationen mit seinem Gehalt von 26 % Rohprotein ideal. Die einfache Ration gibt den Betriebsleitern Ruedi Bäbi und Marco Frey Recht, 10 2011 · UFA-REVUE


steht mit einer möglichst hohen Milchleistung und entsprechenden Milchinhaltsstoffen. In Anbetracht der Alpung liegen die Milchleistungen mit rund 8900 kg auf einem sehr hohen Niveau. Vor dem Einbau des automatischen Melksystems (AMS) lagen die Milchleistungen sogar auf 9300 kg (4.05 %

Das automatische Melksystem schafft mehr Flexibilität in der Arbeitseinteilung.

Fett, 3.49% Eiweiss). «Es brauchte Zeit, bis die Kühe mit dem Ablauf des neuen Melksystems vertraut waren», erklärt Ruedi Bäbi. Nun ist das AMS seit einem Jahr in Betrieb, läuft reibungslos und die Leistungen steigen wieder an. Die Betriebsleiter möchten jedenfalls nicht mehr darauf verzichten. Der Hauptgrund für den Einbau des AMS war die Arbeitserleichterung. «Vor der AMSZeit begannen die Stallarbeiten vor vier Uhr morgens. Es war nicht immer ein-

Betriebsspiegel Heinz Bolt, Geschäftsführer Neugut, Marco Frey, Betriebsleiter Nutzpflanzenbau, und Ruedi Bäbi, Betriebsleiter Tierhaltung

fach, die Stallablösung sicherzustellen», erläutert Ruedi Bäbi. Mit dem AMS gestalten sich die Arbeitszeiten flexibler.

Bedarfsgerechte Fütterung Den Kühen, die auf dem Betrieb sind, wird während dem ganzen Jahr eine TMR vorgelegt. Diese besteht je zur Hälfte aus Maissilage und Grassilage. Ergänzt wird die TMR mit rund 2 kg Dürrfutter und je nach Qualität der Grassilage mit zirka 1 kg UFA 149. In der Vegetationsperiode werden die Kühe während rund zwei Stunden geweidet. Im Winter werden an dieser Stelle der Ration rund 11 kg Futterrüben beigemischt. Gemäss Ruedi Bäbi nimmt die Schmackhaftig-

Gutsbetrieb Neugut, 7302 Landquart Fläche: 63 ha, 13 ha Silomais, 10 ha Brotgetreide, 2 ha Gerste, 1 ha Speisekartoffeln, 1 ha Futterrüben, 9 ha Kunstwiese, 23.6 ha Naturwiese und 3.4 ha Obst. Alp Platta in Avers 240 ha, davon 200 ha produktive Fläche.

BLICKPUNKT POINT DE VUE Heinz Bolt, Ruedi Bäbi und Marco Frey

Tierhaltung: 75 Milchkühe Brown Swiss, 75 Stück Jungvieh, zirka 45 Mastmunis, 80 Legehennen, 80 Schafe, 14 Alpschweine. Ration pro Kuh und Tag: 7 kg TS Maissilage, 7 kg TS Grassilage, 2 kg Dürrfutter, zirka 1 kg UFA 149 und MINEX 976.2 h Weide. UFA 249 und UFA 243 über die Abrufstation. Milchleistung: 8891 kg Milch, 4.05 % Fett und 3.49 % Eiweiss. Arbeitskräfte: 2 Betriebsleiter Marco Frey und Ruedi Bäbi, 2 Angestellte und 1 Lehrling.

da sehr hohe Tageszunahmen erreicht werden. Gegen Ende der Mastperiode UFA-REVUE · 10 2011

liegen die Tageszunahmen auf über 1650 g je Tier und Tag. Im Durchschnitt resultieren Tageszunahmen von rund 1450 g je Tier und Tag. Im Hinblick darauf, dass die Munis auf dem Betrieb Neugut von milchbetonten Brown Swiss Kühen abstammen, überzeugen diese Leistungen sehr. Solche Ergebnisse werden sonst nur mit Fleischrassen realisiert.

«Auf die Unterstützung von Martin Perret können wir uns stets verlassen, seine kollegiale Art schätzen wir sehr.»

keit der Ration mit der Beigabe von Futterrüben zu und der Verzehr erhöht sich. Das Leistungsfutter UFA 243 wird einerseits über das AMS, andererseits über die Abrufstation angeboten. Am AMS wird eine Mindestmenge an Leistungsfutter definiert, damit die Melkfrequenz auch gegen Ende der Laktation hoch bleibt. Der Rest des Leistungsfutters wird gezielt über die Abrufstation verabreicht. 䡵 65


ERFOLG IN DER PRAXIS SUCCÈS DANS LA PRATIQUE

LESE-FUTTER À LIRE Treffpunkt der Ostschweizer Tierhalter

Anton Hegglin, Baldegg (LU).

Ketose wurde zur Seltenheit «Sowohl akute als auch subklinische Ketose kommt in meinem Milchkuhbestand heute nur noch ganz selten vor», stellt Anton Hegglin fest. Seit eineinhalb Jahren setzt der kompetente Betriebsleiter rund ums Abkalben UFA-Ketonex ein – 200 bis 300 g pro Kuh und Tag eine Woche vor dem Abkalben, 400 bis 500 g während drei bis sechs Wochen nach dem Abkalben. Gutleibige Kühe, die für Ketose be-

sonders gefährdet sind, erhalten etwas mehr, andere etwas weniger des propylenhaltigen Würfelprodukts. Ketose, auch Azeton genannt, ist eine Stoffwechselstörung, bei der aus mobilisiertem Fett schädliche Giftstoffe entstehen, die den Körper schwächen und weitere Erkrankungen zur Folge haben können. Besonders heimtückisch ist die subklinische, schlecht erkennbare Form der Ketose.

«UFA-Ketonex lässt sich dank seiner Würfelform praktisch verabreichen, das mühsame und manchmal auch gefährliche Einschütten von Propylenglykol fällt weg», nennt Anton Hegglin einen zusätzlichen Vorteil dieses Futters.

UFA-Ketonex EXTRA enthält zusätzlich Beta-Carotin, Biotin, Spurenelemente (teilweise organisch gebunden) und die Vitamine A, D3, E.

HOBBYTIER-ECKE ANIMAUX D’AGREMENT

Mineralstoffe für Damhirsche Fehlt es Damwild über längere Zeit an Kalzium und/oder Phosphor, leiden

Geweihbildung und Knochen. Bei Jungtieren kann Rachitis auftreten,

bei erwachsenen Hirschen die Osteomalazie. Besondere Bedeutung für Wachstum, Fruchtbarkeit und Immunsystem kommt auch einer ausreichenden Versorgung mit den Vitaminen A, D3 und E zu. Über das Grundfutter wird der Mineral- und Wirkstoffbedarf von Darmhirschen nur sporadisch gedeckt. Es wird empfohlen, Mineral- und Wirkstoffe zur freien Verfügung anzubieten. Dazu eignen sich die Leckschalen UFA 999 (biokompatibel) oder CAKE BLOC Ovina (mit Biotin) ohne Kupfer. Für Damwild eignen sich UFA 999 und der CAKE BLOC Ovina. Fragen Sie in Ihrer LANDI.

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Vom 13. bis 23. Oktober 2011 freut sich UFA, Sie im OLMAStall in der Halle 7 zu empfangen. Der neue Stand ist übersichtlicher und bietet mehr Platz für die BesucherInnen. Präsentiert wird die breite Palette von UFA-Produkten und Dienstleistungen. Unser Beratungsteam informiert Sie gerne über aktuelle Aspekte der Milchvieh-, Kälber-, Schweineund Pferdefütterung und serviert Ihnen dazu eine kleine Erfrischung.

NEU: FRESTA® Gel für Ferkel Neu bietet die UFA den FRESTA® Gel an, der die Ferkel ab dem 2. Lebenstag zu einer frühen Futteraufnahme animiert und dadurch die Muttersau während der Säugezeit entlastet. Zudem ermöglicht dieses innovative Produkt mit gelartiger Konsistenz (25 % TS) das Frühabsetzen von Ferkeln und die Auffütterung zurückgebliebener Absetzferkel. Leicht verdauliche Inhaltstoffe sorgen für gute Gewichtszunahmen und Ferkelverluste können reduziert werden. FRESTA® Gel ergänzt optimal das UFA-Ferkelfütterungskonzept – das erfolgreiche Trio mit UFA 302 Prestarter, UFA 304 piccolo und UFA 310 turbo.

UFA-Berater Services techniques 3052 Zollikofen 058 434 10 00 1070 Puidoux 058 434 09 00 6210 Sursee 058 434 12 00 9500 Wil 058 434 13 00 ufa.ch 10 2011 · UFA-REVUE


BIO-SEITE

Welche Leistung ist sinnvoll? IN DER BIO-MILCHVIEHHALTUNG wird der Futterzukauf und der Kraftfutteranteil durch die Knospe-Richtlinien eingeschränkt. Wo unter diesen Bedingungen das optimale Milchleistungsniveau liegt, hängt vom Betrieb ab. Martin Widler sieht eine Leistung von rund 8000 kg pro Kuh als Maximum, um zugleich eine gute Tiergesundheit gewährleisten zu können.

Tanja ist eine Spitzenkuh. Obwohl der Kraftfutteranteil in der Wiederkäuerfütterung auf Knospe-Betrieben auf 10 % der Trockensubstanz beschränkt ist, hat die Texas-Tochter mit einer Exterieurnote von 92EX es in der vierten Laktation auf 9200 kg Milch geschafft. Unter der hohen Leistung leidet die Fruchtbarkeit keineswegs. Im Gegenteil: Tanjas Zwischenkalbezeit liegt unter dem Soll.

Pansengerechtes Fütterungssystem Stolzer Besitzer ist Martin Widler aus Jonen (AG). Mit einer Lebensleistung von 90 000 kg Milch in elf Laktationen gehört die Kuh Tussa ebenfalls zu den Aushängeschildern des Betriebs. Sind solche Leistungen unter Knospe-Bedingungen sinnvoll? «8000 kg pro Laktation gehen grad noch, höher möchte ich meinen Bestandesschnitt nicht lenken», so Martin Widler. Die Eckwerte im Fütterungsplan nach UFA W-FOS bestätigen, dass es anspruchsvoll ist, pansengerechte Rationen für Bio-Hochleistungskühe zu erstellen. Weil die Fermentierbarkeit der Futtermittel mit UFA W-FOS nach neuesten wissenschaftlichen Grundlagen berücksichtigt wird, lässt sich die Tier-

gesundheit mit diesem Fütterungssystem am ehesten sichern (siehe auch Artikel «Milchgehalt und Kuhgesundheit haben sich verbessert»).

gung, um die Pansenfunktion und spätere Leistungsfähigkeit zu fördern (siehe Artikel «Leistung ist programmierbar»).

Höherer Preis für Triticale Einen Organische Spurenelemente Die Ration des Betriebs Widler besteht im Winter aus Dürrfutter, Maissilage, Graswürfeln, dem Startphasenfutter UFA 174F und Proteinkonzentrat UFA 277 (39 % RP). UFA 174F enthält Selenhefe und organisch gebundene Spurenelemente (Cu, Mg, Zn), die besser verfügbar sind, was sich positiv auf die Fruchtbarkeit und Tiergesundheit auswirkt. Als Mineralstoffergänzer kommt das nach Kalzium und Phosphor ausgeglichene UFA 195 zum Einsatz. Wenn das Wiesenfutter wie dieses Jahr unter trockenen Bedingungen aufwächst, enthält es tendenziell weniger Mineral- und Wirkstoffe.

Den Aufzuchtkälbern stellt Martin Widler ab der zweiten Lebenswoche ad libitum UFA 170 und Heu zur Verfü-

Teil der UFA-Produkte erhält Martin Widler im Tausch gegen die Triticale, welche er von der LANDI als UFA-Lohnmischfutter anrechnen lässt und so einen höheren Getreidepreis löst.

faktor sieht Martin Widler in der Zucht auf Tiergesundheit, problemlose Geburten und Fruchtbarkeit. Er strebt eine ausgeglichene, flankentiefe Kuh an, die viel frisst, ein hochangesetztes Euter, korrekte Zitzen und ein leicht abfallendes Becken aufweist. Ein hoher Klauensatz und gute Fesseln dürfen nicht fehlen. Erst danach kommt die Milchleistung in der Prioritätenliste. Nicht nur der gewählte Stier, auch dessen Abstammung soll mit dem Zuchtziel übereinstimmen. Denn so steigt die Vererbungssicherheit der Merkmale. 䡵

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Autor Peter Tschopp, Milchviehspezialist im UFA-Beratungsdienst, 6210 Sursee.

Familie Widler, 8916 Jonen Nutzfläche: 12.64 ha Tierhaltung: 18 Kühe, 115 000 kg Lieferrecht, Jungvieh im Aufzuchtvertrag

3 Fr. Rabatt pro 100 kg auf BioMilchviehfutter der UFA bis 29.10.2011 in Ihrer LANDI.

Pflanzenbau: 1.7 ha Mais, 1.5 ha Triticale, 1.1 ha Weizen, 3 ha Kunstwiese, 5.3 ha Naturwiese, 67 Hochstammbäume

UFA-REVUE · 10 2011

Weitere Infos erhalten Sie bei:

Zuchtziel Einen wichtigen Erfolgs-

Betriebsspiegel

Arbeitskräfte: Martin und Viktoria Widler, Aushilfen bei Arbeitsspitzen

Peter Tschopp

Martin Widler mit Tanja, Kategoriesiegerin der 8. Aargauer Eliteschau im März 2011.

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NUTZTIERE

«Milchgehalt und Kuhgesundheit haben sich verbessert» DAS FÜTTERUNGSSYSTEM UFA W-FOS setzt in der Schweiz neue Massstäbe. Milchviehhalter ziehen eine positive Bilanz: Höhere Milchleistungen und -gehalte, weniger Pansenübersäuerungen und eine bessere Fruchtbarkeit.

Matthias Löhrer

Schweizweit füttern heute – rund sechs Jahre nach der Lancierung – 4500 Betriebe mit UFA W-FOS. «Es ist bis jetzt das einzige Fütterungssystem, das sich auf unserem Betrieb bewährt hat», stellen die Milchproduzenten Albert und Martin Schenk aus dem thurgauischen Langrickenbach fest (siehe Kasten).

Über längere Zeit prüfen Dass sich die Ergebnisse mit UFA W-FOS mit den praktischen Erfahrungen besser

Fragen A · Wie haben sich Herdenleistung und -gesundheit mit W-FOS auf Ihrem Betrieb entwickelt? B · Beeinflusst UFA W-FOS die Wirtschaftlichkeit der Milchproduktion? C · Was haben Sie aufgrund von UFA W-FOS optimiert?

Was wird wie schnell abgebaut? Mit UFA-W-FOS wird das Ziel verfolgt, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Milchkühe zu verbessern und die Effizienz der eingesetzten Futternähr-

stoffe zu erhöhen. Im Mittelpunkt steht nicht nur die Bilanzierung des Nährstoffangebotes, sondern die Pansendynamik der Kuh. Die Futterbewertung und Rationsgestaltung nach UFA W-FOS berücksichtigt, wie schnell ein Futter den Pansen passiert und mit welcher Geschwindigkeit die einzelnen Nährstoffe abgebaut werden.

Höhere Futtereffizienz Durch einen gezielten Einsatz des Ergänzungsfutters steigt die Grund- und Kraftfutter-

Ruedi Krüsi, Graltshausen

Heinz-Hans Keller, Weinfelden

Benno Luder, Bernhardzell

A · Milchgehalt und Kuhgesundheit haben sich deutlich verbessert. Dabei wird transparent, mit welchen Anpassungen die richtigen Ergebnisse erzielt werden. UFA W-FOS ermöglicht dem Landwirten, den Hebel am richtigen Ort anzusetzen.

A · Sprunghaft positiv. Die Leistungen nehmen laufend zu.

A · Milchleistung und Kuhgesundheit haben sich verbessert, wobei dazu auch die Genetik und der optimale Einsatz von Mineralstoffen einen wichtigen Beitrag leisten. Durch den gezielteren Einsatz der Mineralstoffe läuft die Zeit über das Abkalben störungsfreier ab.

B · Ja. Ich bin überzeugt, dass die gezielte Versorgung der unterschiedlichen Fraktionen und das Beachten der Abbaubarkeit einen erheblichen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit der Milchproduktion haben. C · Seit UFA W-FOS füttere ich im Sommer auch eine Ration aus dem Mischer – mit Zuckerrübenschnitzel, Maispflanzenwürfel, Luzerne und Mineralstoff. Somit kann ich Mineralstoff, Viehsalz und Vitamine effizient einsetzen und das Milchproduktionspotenzial hochhalten. Gerade in der silofreien Fütterung hat mich das vorangebracht. Im Weiteren schenke ich während der Startphase der Zufütterung von pansenstabiler Energie mehr Beachtung. Die Gefahr von Ketose und anderer Stoffwechselerkrankungen ist somit nur noch auf Einzelfälle reduziert.

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decken als mit herkömmlichen Fütterungssystemen, bestätigt auch Felix Düring, Niederbüren (SG). Als Voraussetzung nennt er die Bereitschaft, «sich mit dem Fütterungsprogramm auseinanderzusetzen und dieses über einen längeren Zeitraum zu prüfen».

B · Ja. Die Produktion der Grundfuttermittel konnte optimiert und genauer auf den Betrieb angepasst werden. C · Die Mischungswahl und die botanische Zusammensetzung bei den Kunstwiesen wurden überdacht und erfolgreich optimiert. Das Milchleistungspotenzial im Mischwagen wurde angepasst und die TMR mit dem optimalen Ergänzungsfutter ergänzt. Der erstmalige Einsatz von Eiweisskonzentrat im Mischwagen hat sich bewährt. Nur wenn die Eiweisskonzentrate auch in die Mischung kommen, haben diese die erwünschte Wirkung.

B · Ja, der Kraftfuttereinsatz lässt sich kuhgerechter berechnen und die Grundfutterkomponenten werden mengenmässig effizienter gesteuert. Dadurch können wir die Kuhgesundheit besser gewährleisten. C · Die Fütterung ist durch einen höheren Rohfasereinsatz und eine bessere Verteilung der Kraftfuttergaben noch pansengerechter geworden. Die Kraftfuttermengen haben sich nicht verändert. In der Sommerfütterung wurde die Ration APD-betonter gestaltet. Dadurch konnten wir die Persistenz halten und erhielten einen konsistenteren Mist, ohne eine übermässige Erhöhung der Harnstoffzahlen.

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NUTZTIERE effizienz. Der Stoffwechsel der Kühe wird weniger belastet, was sich positiv auf die Tiergesundheit, aber auch auf die Umwelt auswirkt (weniger Stickstoffverluste). Betriebswirtschaftliche Schlüsselwerte wie die Futterkosten pro Kilogramm Milch oder die Milchleistung pro Kilogramm Trockensubstanz lassen sich berechnen. UFA W-FOS zeigt auch die Qualität und Eignung der betriebseigenen Futtermittel schonungslos auf.

Inklusive Mineralstoffe Ebenfalls die Mineralstoffversorgung ist in den UFA W-FOS Fütterungsplänen integriert und in Grafiken übersichtlich dargestellt. Der erforderliche Gehalt in der Ration wird in Abhängigkeit der Milchleistung bestimmt. So liegt beispielsweise bei einer Tagesmilchleistung von 30 kg pro Kuh eine Versorgung von 2 g und bei 40 kg Tagesmilch von 2.5 g Magnesium pro Kilogramm Trockensubstanz zu Grunde. Neben Kalzium, Phosphor, Kalium, Natrium und Magnesium können über die UFA (UFAG Laboratorien) auch die Eisen-, Kupfer-, Man-

Felix Düring, Niederbüren A · Für mich ist es eine Bestätigung, dass das UFA W-FOS sich mit den langjährigen, praktischen Erfahrungen näher deckt. Das war mit dem alten Fütterungssystem nicht immer der Fall. B · Auf Betrieben mit intensiver Fütterung mit Sicherheit. C · Wichtig ist vor allem, dass die Versorgung mit Rohfaser in den Weidemonaten gewährleistet ist. Das Ersetzen des Eingrasens mit Heu hat sich auf unserem Betrieb als elementarer Optimierungsentscheid bestätigt

Generationengemeinschaft Albert und Martin Schenk, Langrickenbach A · Sehr positive Entwicklung in der Milchleistung sowie Verbesserung in Fruchtbarkeit und Gesundheit. Es konnten auch in etwas schlechteren Zeiten gute Resultate erzielt werden. B · Ja, bei richtiger Anwendung können Grundfutter gezielt eingesetzt werden, wodurch die Wirtschaftlichkeit zunimmt. Unsere Teilmischung haben wir seit UFA W-FOS optimal zusammengestellt und ergänzt. C · Genereller Einsatz von UFA Ketonex beziehungsweise Ketonex Extra, um die Zugabe von leicht fermentierbarer Energie zu gewährleisten. Die Rohfaserversorgung wird hochgehalten durch eine intensivere Zufütterung von Heu in den Weidemonaten. Die Fütterungsreihenfolge ist jetzt pansengerechter. Zudem hat es sich bewährt, mit dem UFA-Microfeeder eine genügende Mineralstoffaufnahme zu gewährleisten.

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gan-, und Zinkgehalte im Grundfutter analyisiert werden.

Gewinnbringende Beratungsgespräche Beratungsgespräche kön-

Praktiker sehen in UFA W-FOS ein praktisches Instrument, die Futtereffizienz zu steigern.

nen viel Zeit in Anspruch nehmen, ohne dass wirklich ein Fortschritt erzielt wird. Mit UFA W-FOS verfügt der Milchviehspezialist über eine wertvolle Besprechungsgrundlage. Zusammen mit den Milchkontrollergebnissen lassen sich Verbesserungspotenziale leicht identifizieren. In der vorbereiteten Sitzung mit dem Betriebsleiter diskutiert der UFAMilchviehspezialist die Rationsgestaltung und Futterkonservierung und schlägt Optimierungsmassnahmen vor. Rationsanpassungen werden kontrolliert und je nach Ergebnis finden weitere Verbesserungen statt.

Fazit Stimmen aus der Praxis bestätigen die Vorteile von UFA W-FOS: • pansengerechtere Rationenkonzepte • Hinweise auf Optimierungspotenzial im Management • höhere Milchleistungen, -gehalte • bessere Kuhgesundheit 䡵

Autor Matthias Löhrer, Milchviehspezialist im UFA-Beratungsdienst, 9501 Wil. www.ufa.ch

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NUTZTIERE

Bedarf ist leistungsabhängig PHOSPHOR nimmt im Körper von Milchkühen eine wichtige Funktion ein. Je höher die Leistung, desto mehr steigt auch der Bedarf. Ein Phosphormangel tritt dann auf, wenn die Versorgung über längere Zeit nicht stimmt. Als indirekte Folge können Stoffwechsel- und Fruchtbarkeitsstörungen auftreten.

Hansueli Rüegsegger

Für Wiederkäuer ist Phosphor eines der wichtigsten Mengenelemente. Der grösste Anteil des Körperphosphors befindet sich im Knochensystem.

Grundfutter sind phosphorarm

Hanspeter Erni

Die meisten Grundfutter wie etwa Maisprodukte oder Dürrfutter sind relativ arm an Phosphor. Entsprechend muss dieses Mengenelement zugefüttert werden. Die Milchkuh hat, je nach Milchleistung, einen Bedarf von 3.5 bis 4 g Phosphor je Kilogramm Trockensubstanz-Aufnahme. Da Phosphor im Pansen eine zentrale Bedeutung einnimmt, liegt der Bedarf bei Höchstleistungen noch höher.

MINEX

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Jörg Hottinger setzt beim Mineralsalz auf gute Fressbarkeit und Staubfreiheit Seit es Minex gibt, verfüttert der Betrieb Hottinger dieses Mineralsalz. «Unsere Kühe fressen Minex bestens, zudem ist es dank Expandierung staubfrei», nennt Jörg Hottinger seine Produktewahl-Kriterien. In Samstagern (ZH) bewirtschaftet der auch ausserhalb der Landwirtschaft vielseitig engagierte Betriebsleiter zusammen mit seiner Frau Priska eine Nutzfläche von 35 ha mit 50 Brown Swiss Kühen, die pro Laktation 7200 kg Milch produzieren. Die Futterration besteht im Winter aus rund 45 % Dürrfutter, 45 % Grassilage und 10 % Maissilage. Zur dürrfutterreichen und damit eher phosphorarmen Ration passt Minex 973 ideal. Pro Kuh und Tag werden während der Winterfütterung durchschnittlich 120 g dieses phosphorbetonten Mineralsalzes über die Kraftfutterstation verabreicht – auch weil die Wiesen vor allem mit kalireicher Rindviehgülle gedüngt werden. Minex lässt sich problemlos über die Abrufstation verabreichen. Dank seinem guten Geschmack wird es bestens weggeschleckt. In der Startphase erhalten Jörg Hottingers Kühe das hierzu konzipierte Minex 972. Die gewählte Mineralstoff-Fütterungsstrategie bewährt sich. «Meine Kühe sind gesund, fruchtbar und Stoffwechselstörungen oder Klauenprobleme treten selten auf», bestätigt Jörg Hottinger.

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Einfluss auf Fruchtbarkeit? Im Körper dient Phosphor als Baustein der Knochen und Zähne. Leidet die Kuh an einem Phosphormangel, kann dies zu Knochenweiche führen. Die Pansenfunktion ist vermindert, was Stoffwechselstörungen mit sich zieht. Auf die Fruchtbarkeit hat ein Phosphormangel keinen direkten Einfluss. Jedoch führt er zu einer geringeren Futteraufnahme. Mangelt es der Kuh dann an Energie, können Störungen wie Brunstlosigkeit oder stille Brunst auftreten. Speicher in der Galtzeit füllen Phosphormangel zeigt sich in der Regel erst nach einer längeren Dauer der Unterversorgung und ebenso lang dauert es, bis die Kuh ihre Speicher wieder aufgefüllt hat. Die Galtzeit bietet Gelegenheit, temporäre Mineralstoffmängel, die während der Laktation auftraten, zu korrigieren.

Phosphor-Infusion? Was aber ist, wenn bei einer Kuh ein Phosphormangel diagnostiziert wird? Kurzfristig kann eine Infusion von Phosphor nützlich sein. Die Phosphor-Infusion hilft aber nicht, einen starken Phosphormangel nachhaltig zu beheben. Kalzium-Phosphor-Verhältnis Zu verhindern gilt es eine Überversorgung mit Phosphor. Besonders bei einem engen Kalzium-Phosphor-Verhältnis kann es bei zu hohem Phosphorangebot zu Problemen im Kalziumstoffwechsel kommen. Stimmt das Kalzium-Phosphor-Verhältnis, wird überschüssiger Phosphor ausgeschieden. Fehlt es den Kühen an Phosphor, nehmen sie auch das Kalzium schlecht auf. 䡵

Jörg Hottinger füttert Minex 973, das einen erhöhten Phosphorgehalt aufweist.

Autoren Hansueli Rüegsegger, Ressortleiter Milchvieh, UFA AG, 3360 Herzogenbuchsee. Hanspeter Erni, Milchviehspezialist im UFA-Beratungsdienst, 6210 Sursee. www.ufa.ch

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GENETIK NUTZTIERE

Milcheiweiss züchterisch steigern DIE GEHALTSBEZAHLUNG der Käsereimilch macht es interessant, den Eiweissanteil in der Milch zu erhöhen. Bei verhältnismässig sinkendem Fettgehalt verbessern sich dabei die Milchleistung und Fruchtbarkeit tendenziell. Im Trend sind Rassenkreuzungen und in einigen Ländern erfolgt die Zuchtwertschätzung anhand von Reineiweiss, weil so der wertvolle Kaseinanteil besser beeinflusst werden könne.

Höhere Eiweissgehalte verbessern die Käseausbeute und Gerinnungsfähigkeit der Milch. Als Normalgehalt gelten 73 g Fett (4 %) und Roheiweiss (3.3 %) pro Kilogramm Milch. Aufgrund dieser Basis werden Zuschläge und Abzüge vereinbart.

Einfluss auf Fruchtbarkeit Studien zeigen, dass Tiere mit viel Eiweiss und weniger Fett – unter gleichen Fütterungs-, Haltungs- und Managementbedingungen – mehr Milch geben und bessere Fruchtbarkeitszahlen ausweisen. Der Fettstoffwechsel zu Laktationsbeginn wird entlastet, was sich positiv auf die Gesundheit auswirkt.

Negativ korreliert mit Milchmenge Beim prozentualen Milcheiweissgehalt, der für die Zucht in erster Linie massgebend ist, liegt die Erblichkeit bei zirka 55 %, während sie bei der Milchmenge rund 35 % beträgt. Wer bei Höhere Eiweissgehalte – auch ein Rezept gegen die Butterberge? Foto: Swissmilk

der Stierwahl prioritär auf viel Milch schaut, muss also bei den prozentualen Eiweissgehalten mit «Verlusten» rechnen. Denn Milchmenge und Eiweissgehalt sind mit – 0.4 negativ korreliert. Den Fortschritt beschleunigen die genomischen Zuchtwerte (ZW), da die Selektionsentscheide früher vorgenommen werden können.

Einkreuzungen? In den USA wurde versucht, den Eiweissgehalt von Holsteinmilch durch Einkreuzungen mit anderen Rassen zu erhöhen. Unter anderem Normande-Kreuzungen verbesserten den Eiweissgehalt, reduzierten aber die Milchleistung. Stefan Buri von Swissgenetics beurteilt «wilde» Einkreuzungen kritisch: «Die Frage ist immer, wie sich dabei die anderen Merkmale entwickeln und wie die Herde als Ganzes funktioniert.» Bei der Beurteilung der ProzentEiweiss-Zuchtwerte müssen die unterschiedlichen Basen berücksichtigt werden. So entspricht ein ZW von 0.09 bei Swiss Fleckvieh einem ZW von 0.15 (+ 0.06) bei Red Holstein.

Rein- statt Gesamteiweiss? Die ZW-Schätzung erfolgt in den USA, Australien, Frankreich, Ungarn und Polen auf Basis von Reineiweiss. Anders als beim Gesamteiweiss wird dabei nur der wertvolle Teil der Eiweissfraktion berücksichtigt. Ein Anteil von 5 % des Gesamteiweisses ist auf Nicht-Protein-Stickstoff (NPN) zurückzuführen. Zwischen den Rassen gibt es bezüglich NPNNiveau, das vor allem von der Fütterung und vom Management abhängt und ernährungsphysiologisch und technologisch wertlos ist, in der Milch nur ge72

ringfügige Differenzen. Deutliche Unterschiede wurden beim Verhältnis von Kasein zum Gesamt- und Reineiweiss festgestellt. Kasein nimmt für die Käseproduktion die höchste Bedeutung ein. Für die Analyse von Reineiweiss bracht es spezielle Geräte (Milcoscan FT 6500).

In der Schweiz wird in der Milchleistungsprüfung nur das Gesamteiweiss analysiert. Der Zuchtwert «Eiweiss kg» basiert auf der gemessenen Menge an den einzelnen Milchkontrollen (kg Milch x Eiweissgehalt im Labor). Ein Umstieg auf Reineiweiss ist kein Thema, erklären sowohl Jürg Moll von der Qualitas AG als auch Andreas Bigler von swissherdbook, weil die Beziehung zwischen Gesamt- und Reineiweissgehalt sehr hoch sei. «Viel entscheidender ist das Gewicht des Eiweissgehalts in den Selektionsindizes der Zuchtorganisationen», ergänzt Andreas Bigler. In Schweizer Zuchtprogrammen werde ein hohes Gewicht aufs Eiweiss gelegt, so dass sich der Eiweissgehalt trotz negativer Korrelation zur Milchmenge über die letzten Jahrzehnte sogar verbessert habe.

Fazit Einkreuzungen mit anderen Rassen oder alternative ZW zur Steigerung der Eiweissgehalte scheinen also umstritten zu sein. Wichtiger ist jedoch die Gewichtung von Eiweiss in den Selektionsindizes. 䡵

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee.

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NUTZTIERE

Vorbeugend impfen? RINDERGRIPPE Jeden Herbst und Winter stellen sich Rinderhalter wieder die gleiche Frage: Wie gesund ist mein Bestand? Wie gefährdet sind meine Kälber? Geht erstmal der Husten los, ist es meist schon zu spät und einige der erkrankten Tiere verenden, während sich andere nach der erfolgten Therapie erholen.

Heribert Meiser

Fast immer geht Rinder- beziehungsweise Kälbergrippe (Enzootische Bronchopneumonie) mit Mindererlösen durch eine verzögerte Weiterentwicklung der Tiere einher. Aber auch der finanzielle Aufwand für die Behandlung und Arzneimittel schlägt zu Buche.

Schleichender Beginn Die Grippe ist zunächst meist eine reine Viruserkrankung, die durch trockenen Husten sowie Augen- und eventuell Nasenausfluss der Tiere wahrgenommen wird, aber auch fast unsichtbar verlaufen kann. Bei Infektionen mit dem BRS-Virus sind plötzliche Todesfälle keine Seltenheit. Die Körpertemperatur der erkrankten Kälber liegt in aller Regel über der Normaltemperatur (38.7 – 39.1 °C). Dabei treten anfänglich gerne nur kurzzeitige Fieberschübe auf, die ein bis zwei Tage anhalten. Sie gehen einher mit einer Fressunlust und Müdigkeit der Tiere. Oftmals erfolgt darauf, nach einer fieberlosen Zeit von drei bis sieben Tagen, eine bakterielle Infektion der Atemwege, die deutlich heftigere Symptome auslöst. Der Husten nimmt zu, die Tiere zeigen aufgrund der Lungenentzündung eine angestrengte Atmung, das Fieber tritt erneut auf, der anfangs nur wässrige Nasenausfluss wird schleimig bis eitrig, manchmal auch blutig. Es kann zu einer Keimstreuung im ganzen Körper kommen, was dann zu Gelenkserkrankungen (Polyarthritis) und Durchfällen, im schlimmsten Fall sogar zu einer Gehirnhautentzündung führen kann.

Nicht nur im Winter Als Erreger für die Erkrankung kommen verschiede74

ne Viren (PI-3, BRSV u.a. Viren) sowie Bakterien (P.multocida, M.haemolytika, Mykoplasmen, Clamydien u.a.) in Frage. Der Rindergrippe liegen in den allermeisten Fällen mehrere Faktoren zu Grunde. Sie kann durch ungünstige Umweltbedingungen bei Kälbern auch über die kalte Jahreszeit hinaus beobachtet werden. Die in der vergangenen Grippesaison gezielt in der Schweiz durchgeführten Untersuchungen mit dem Rindergesundheitsdienst (RGD) über Begleitumstände der Kälbergrippe bestätigen internationale Erkenntnisse, wonach folgende Faktoren wegbereitend für die Kälbergrippe sind: • ungenügende Frischluftzufuhr • Schadgase (NH3, H2S) und Staub • Zugluft • hohe Luftfeuchtigkeit (Kondenswasserbildung) • nasse Bodenverhältnisse (mangelnde Einstreu) • Stress der Tiere (Überbelegung, Transport) • erhöhter Infektionsdruck durch bereits erkrankte Tiere

Kälber-Problembetriebe Von Problembetrieben spricht man bei Kälberhaltungen mit: • mehr als einem Antibiotika-Behandlungszyklus pro Umtrieb (zugekaufte Mastkälber). • Abgangsraten von über 5 %. • weniger als 1 kg Tageszunahme. • Atemfrequenzen von über 40 Zügen pro Minute.

Gerade ein hoher Ammoniakgehalt in schlecht gelüfteten, überbelegten Ställen führt direkt zur Schleimhautschädigung der oberen Atemwege. Es ist dann kaum verwunderlich, dass sich Erreger ansiedeln.

Vorbeugung Jeder Tierhalter sollte bemüht sein die optimale Umwelt (Tabelle 1) für seine Jungtiere zu schaffen. Dazu gehört die Vermeidung der erwähnten negativen Faktoren. Ausserdem gehören die Neugeborenen innerhalb der ersten Lebensstunden mit der

Tabelle 1: Optimale Umwelt Optimale Haltung = gute Voraussetzung für die Tiergesundheit keine zu hohe Besatzdichte Luftraumvolumen 7 – 10 m3 / Jungtier (50 – 150 kg Luftmasse) Luftbewegung unter 0.2 m/s Zugluft vermeiden (Spaltenböden, Wände, Türen) Luftwechselrate (LWR/h)* 10-mal im Winter, Luft mind. sechsmal pro 20- bis 25-mal im Sommer Stunde auswechseln Luftfeuchte 60 – 80 % besser trockene Kälte (Aussenklimastall) Luft-Temperatur +5 bis +20 °C Boden planbefestigt trockene, weiche Liegefläche mit Stroheinstreu mind. 1.5 m2/Kalb Lichtverhältnisse 8 – 16 h pro Tag Tierhalter sollten die über 200 Lux Zeitung lesen können * Luftaustausch: Ein Stall mit der Höhe (H) von 4 m sollte nicht tiefer als 16 m (4 × H) sein, damit der Luftaustausch gewährleistet bleibt. 10 2011 · UFA-REVUE


NUTZTIERE standestierarzt ein Antibiogramm erstellen, damit er weiss, welches Antibiotikum am besten für den Bestand geeignet ist. Dazu wird einigen Kälbern eine Tupferprobe tief aus der Nase entnommen. Diese gibt meist Aufschluss über die beteiligten Erreger im frühen Krankheitsstadium. Um eine Bestandsdiagnostik bezüglich Viren zu führen, bedarf es systematischer Blutuntersuchungen (Antikörpertiter).

Weitere

Tabelle 2: EIns, zwei, drei Regel Nur 1. ermolkene Biestmilch vertränken, innerhalb der ersten 2 Lebensstunden… … 3 Liter Biestmilch.

Biestmilch mehrfach getränkt (Tabelle 2) und in eine Kälberbox oder Kälberiglu verbracht. Dabei ist auf eine trockene Umwelt mit viel frischer Luft und Einstreu zu achten. Bei Problembeständen (siehe Kasten) braucht es ein Vorsorgeprogramm. Fachkreise sind sich schon seit langem einig, dass die Kälber möglichst ausserhalb des Kuhstalles gehalten werden sollten, um den Infektionsdruck und Schadgasgehalt zu minimieren.

Kein kompletter Schutz mit Impfstoffen Es werden derzeit verschiedene monovalente (gegen einen Erreger) und polyvalente (gegen mehrere Erreger) Impfstoffe angeboten, die erfahrungsgemäss einen guten Schutz gegen die Haupterreger der Rindergrippe zeigen. Jedoch kann die Impfung gerade bei schlechten Haltungsbedingungen keinen vollständigen Schutz darstellen. Hat der Impfstoff die Zulassung für die Muttertiere, so lassen sich über die Impfung der hochtragenden Kühe Abwehrstoffe über die Milch auf das Kalb übertragen. Somit werden die Kälber während den ersten drei bis vier Lebenswochen durch eine passive ImmuUFA-REVUE · 10 2011

nität gegen die Erreger der Kälbergrippe geschützt. Danach müssen die Tiere, jedoch ihr eigenes Immunsystem aufgebaut haben. Dazu hilft die direkte Impfung der Kälber ab der ersten bis zweiten Lebenswoche. Ähnlich wie bei den Durchfallerkrankungen liegt der problematische Zeitraum innerhalb der vierten bis sechsten Lebenswoche.

Mutterschutzimpfung reduziert Virenausscheidung Als problematisch sind Betriebsituationen einzustufen in denen frisch zugekaufte Tiere neue Erreger in den Stall bringen, gegen welche die bisherigen Tiere noch keine Antikörper gebildet haben. Dies macht sich besonders bemerkbar bei einer zu hohen Besatzdichte (crowding disease). Untersuchungen haben gezeigt, dass Kälber von geimpften Muttertieren mehr Antikörper aufgenommen haben und bei Neuinfektionen mit BRS- und Parainfluenza-3-Viren weniger Viren ausscheiden als Kälber von ungeimpften Muttertieren. Ausserdem scheiden die betreffenden Muttertiere weniger Erreger aus, was zu einem geringeren Infektionsdruck in der Herde führt. Ähnliches gilt für Kühe, die sich mit den Krankheitserregern im Stall erfolgreich auseinandergesetzt haben. Eine aktive Impfung der Kälber erbringt eine zusätzliche Verringerung der Erkrankungsrate.

Diagnose vor Behandlung Erst wenn die Diagnose durch den Hoftierarzt gestellt wurde, kann eine effektive Behandlung der erkrankten Tiere beginnen. In den meisten Fällen wird der Be-

Arzneimittel Welche weiteren therapeutischen Massnahmen – beispielsweise eine Behandlung mit schleimlösenden oder entzündungshemmenden und fiebersenkenden Arzneimitteln – erfolgen, ist eine Entscheidung des Tierarztes. Der Tierhalter sollte sich immer auf die Optimierung der Haltungsbedingungen konzentrieren. Der behandelnde Hoftierarzt kann bei Problembeständen auf den RGD zurückgreifen, der neben seinem Wissen rund um die Rindergrippe auch über viel Erfahrung in der Bestandesmedizin verfügt.

Fazit Zusammengefasst lässt sich Rindergrippe wie folgt bekämpfen: • Oberste Priorität hat die Optimierung der Haltungsbedingungen. • Reinigung und Desinfektion der Stallbereiche vor jeder Neuaufstallung. • Kälber durch eine Biestmilchgabe innerhalb der ersten Lebensstunden schützen. Insbesondere bei lebensschwachen Kälbern mittels Saugnuckelflasche. • Muttertiere in der hochtragenden Zeit impfen lassen, damit sicher genügend maternale Antikörper in der Biestmilch vorhanden sind. • In Absprache mit Hoftierarzt die Kälber prophylaktisch oder spätestens bei absehbaren, gehäuften Erkrankungen ab der ersten Lebenswoche impfen. • Tiere altersgemäss ernähren. Auf die richtige Tränketemperatur und den richtigen Zeitpunkt der Zufütterung achten. • Keine erkrankten Tiere zukaufen oder diese separieren. • Auch andere Erkrankungen rechtzeitig behandeln, um eine allgemeine Schwächung der Tiere möglichst zu vermeiden. 䡵

Bereits beim Erkennen erster Anzeichen von Rindergrippe sollte man handeln.

Autor Heribert Meiser, PD Dr. med. vet., habil., Dipl. Ing. agr., FTA f. Pharma- & Toxikologie, ist Mitarbeiter des Rindergesundheitsdienstes, 8315 Lindau. Er betreut die Fachbereiche Tierhaltung und Bestandesprobleme sowie Toxikologie und Fütterung.

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Gummiförderband  079 426 06 35 Mistzetter Muli, Top Zustand, 3.4 m3; Alurampe, 3m; Motorsäge, Partner, wenig gebraucht; 2 Faserplaststände, 500 l + 1200 l; Diverse Plastikfässer; 2 Alu-Druckfässer, 50 l, für Süssmost  079 322 20 39 Hürlimann D70, vert, année 58, très bon état d'origine, avec peigne d'origine, Fr. 6000  079 266 59 82 Autoanhänger, L. 2 m, B. 1.30 m, H. 0.45 m, NL ca. 300 kg, Fr. 420; Traktor Heckgewicht, ca. 500 kg, Fr. 320; 2 Traktorräder 9 x 28 v Bührer, Fr. 150; 2 Traktorräder 11 x 28 v Bührer, Fr. 180  052 745 12 08 Laubbläser zu Traktor, Zapfwellen Antrieb 1000 U/ min, um Strassen vom Laub zu befreien, Fr. 4800; Laubsauger mit Saugbalken, 2.5 m, an Traktor, Zapfwellen Antrieb 1000 U/min, Fr. 3800, Fotos können per Mail gesendet werden  078 744 30 32 Milchkanne, 10 Stk., milchtauglich, 80Fr/Stk.; Futterkarre, 300 l, Fr. 100; Palettrolli, Fr. 100; Geissel zum Geisselklöpfen, Fr. 100  079 575 25 52 Elektrostapler Still, Hubkraft 1600 kg, Hubhöhe 2.9 m, mit Seitenschub, Batterie Jg. 2007, Fr. 2800; Unkrautbürste Nimos, zur Entfernung von Unkraut auf Pflasterstein und an Strassenränder, NP. 7500, VP. 2400  078 744 30 32 Scherschrauben Grubber Rabe; Steilförderer Blaser mit Zubringer; 3-ScharPflug Lemken, Non Stop, Tastrad; Sämaschine Nodet, 2.5 m mit elektr. Fahrgassen; Tandem Kipper Marolf, 15 m3  079 815 04 26

Spritzbalken, mit Hubgerüst; Hangausgleich Fischer, 13 m; Spritzbalken Birchmeier, 10 m  079 563 82 41 Gülleverteiler Hochdorfer; Kolbenpumpe Hochdorfer, mit Motor; Pferdesämaschine Aebi; Heugebläse, mit Motor; Zeigerwaage, 1000 kg, mit Platform; Div. Holzwagenräder; Fressgiter für Kälber  079 607 46 59 Siloverteiler, neu; Getreidemühle, Pferdewagen, 8 Pers; 4 Scheibenbremsen, 1-und 2-spännig; Gesellschaftswagen, mit Dach-Hand- und Fussbremse, 10 – 12 Pers.  079 607 46 59 Aargau Werkzeugmetallschrank, mit 12 Schubladen, L. 1.4 m , B. 0.8 m, H. 1.0 m, mit total 6 Quadratmeter Schubladenfläche, Fr. 150  077 492 51 10

einwandfrei, guter Preis, nur Fr. 800  079 275 50 14, ab 18 Uhr Traktor Fendt Vario 412, Jg. 03, 2960 B.-Std, Bereifung fast neu, FH + FZ, 4 Steuerger., Topzustand, interessanter Preis  079 404 82 57 Jauchepumpe Ächerli, mit einem Kolben, doppelwirkend, Benzinmotor 12 PS, Preis nach Absprache  079 275 50 14 ab 18 Uhr Kreiselheuer Fahr, KH 500DN; Kulturegge, 2.5 m; Mofa Pony 503, 2-Gang, ab Kontrolle 01.10  079 563 82 41 Div. Einrichtungen aus Schweinestall: Lüftungsautomatik, mit 3 Ventilatoren, Mixerbottich, 600 kg, mit Pumpe und Steuerungen, System Loosli  079 723 61 25 Rübenrodelader Thyregod Griesser an Fronthydraulik; Rübenbröckler BVL; Pickup zu NH717, günstig  079 378 56 74 Mobilkran Wetzel K105, 1973, Selbstaufsteller, max. Last 2.5 t, Ausleger 28 m, 950 kg, betriebsbereit, Fr. 5000  079 661 70 50 CCM MühleTraktorenantrieb, Fr. 1200; Druckfass, 4000 l, Fr. 2500; Güllenverteiler Möscher, 15 m, Fr. 300; Heuschrote Aebi, Fr. 100; Heuzange Ogela, Fr. 100; Div. Futtertransportwagen, à Fr. 50; Metallsilo, 20 m3, Fr. 500; Flüssigdüngertank, 300 l, Fr. 900  052 741 21 90

Miststreuer Gilibert LX7, 13 m3, 5-jährig, top Zustand; Strohmühle, 10 PS Elektromotor, Fr. 950; 2 Schaufelrührwerke Fankhauser, einsatzbereit  078 705 54 79

Div. Laufstallabschrankungen, Fr. 1/kg; Div. SBBRahmen, à Fr. 10; 6 Verladerampen, L. 3.5 m, B. 0.6 m, à Fr. 200; 2 Zugdreichsel/ Auflauf, Fr. 300; 4 Räder, 15.0/55-17 Felgen, 6 Lich, Fr. 1000  052 741 21 90

Mulchgerät Mulchy, hydr. verstellbar, 1.75 m, revidiert, neue Messer, Fr. 125  052 745 11 49

Sämaschine Nodet, 3 m, Schleppschar/Füllanzeige Fahrgassen, Fr. 1000; Beleuchtungswagen, Fr. 900  052 741 21 90

Heurüstmaschine Portana  078 921 51 91

Autoräder Alu, 16 Zoll 5 Loch; Elektromotoren 380 Volt, 1 PS, 2800 Umdrehungen/ Min.; 220 Volt, 0.75 PS, 1400 Umdrehungen/Min.; 1 PS, 1370 Umdrehungen/Min; 0.75 PS, 3000 Umdrehungen/Min., 220 Volt  079 318 93 07

30 Güllenrohre, mit Schnellverschluss, inkl. 7 Wassersprinkler, nur für Wasser benutzt, Fr. 100  071 424 22 24 Mistzetter, 4 t Tragkraft, Fr. 1600; Winkelpflug Althaus, Fr. 900; Schweissanlage 380 V/220 V, Fr. 250; Blache, 4 x 5 m, Fr. 200; Schraubstock, Fr. 25  062 891 42 26 Gummiförderband, 7 m  079 426 06 35

Ballenförderband  079 426 06 35

Mofa Pony, 2-Gang, Sachs Automat, in sehr gutem Zustand, Fr. 1300; MofaAnhänger, in gutem Zustand, Fr. 170  079 275 50 14 ab 18 Uhr

Lagerbehälter, 1 m3, 1 m x 1.20 m, ab Fr. 60  T 079 426 06 35

Motormäher Rapid 303, mit Balken 1.6 m, Stollenrad, div. Messer, läuft

Kälbereinzelbox, tierschutzkonform, für die Haltung bis zur dritten Lebenswoche, Zustand gut, Fr. 100  0763477514 Kompletträder, 15.7515.3 AS, 11.80-15.3 AS; Doppelräder, 15.75-15.3 AS, 11.80-15.3 AS  079 318 93 07 Draht-Geflecht, plastifiziert, 25 km, H. 2 m; StahlRohr, verzinkt; Eingangstüre, verzinkt; Legenest, für 2 Hühner, Europavollautomat, alles demontiert  079 393 06 60

2 Pneu, 9.5 R36  079 622 45 82 20 Stahlträger, HEB 200, bis 9 m; Dosierwagen Gilioli, 5 m3; Silofräse Taurus, für Mais  052 385 16 51 Kleinviehwaage, verzinkt, fahrbar, neuwertig  079 511 88 20 2 Pneu 9.5-R38  079 622 45 82 Viehanhänger Daltec, 1-jährig, Inverkehrsetzung 12.10, 1.80 x 3 m, Fr. 7800  079 516 02 22 2 Pneu, 300-70 R20; 2 Pneu, 320-701 R20  079 622 45 82 2 Pneu, 365-70 R18, 2 Stk  079 622 45 82 Einscharpflug Menzi Rival Nr. 8, Verschleissteile fast neu; 3-Punkt Hydro Zange, für Tiefstreu Entmistung; Kreiselheuer Fella TH540 D Hydro, 6-jährig; Leiterwagen, antik; Brennholz, Fichte und Tanne, 3 Jahre gelagert, 36 Ster à Fr. 70  079 646 33 58 Frontkreiselschwader Pöttinger Alpintop 300 U, Jg. 07, top Zustand, Fr. 3700  031 701 12 89 Kunststoff-Tank, 2000 l, mit Kanne, gereinigt, für Diesel oder Heizöl, guter Zustand  079 812 98 66

Heuverteiler Aeby, TL 20, neuwertig, demontiert; Heugebläse Taurus, SK4, 15 PS; Gummiförderband, mit Knick, L 4 m  076 325 21 77 Traktor MC Cormick CX100, mit Frontlader EU8, Jg. 2002, 4200 h, Ber. 600/65R34, Fr. 39'500  021 843 29 72 Rapsschneidwerk, 4.6 m, für New Holland; Hangmädrescher; Wagensilofräse Mus Max, 3 m, komplett mit Zubehör  079 436 43 09 2-Radanhänger, zu Rapid spezial, B x L 150 x 350; Motor Perkings 4.248, neu  079 622 45 82 Transporter, 50 PS, permanenter Allradantrieb, Sperre hinten und vorne, Perkingsmotor  079 245 11 39 Motor Honda, 13 PS, zu Rapid 505  079 245 11 39 Rohrmelkanlage Alfa-Laval; 3 Melkzeuge; Heuschrote S + M mit Kabelzug; Güllenmixer Lanz, 10 PS  031 701 23 45 Ballenauflöser Auer, auch als Dosiergerät zum Rauspressen nachrüstbar; Bockwägeli, günstig abzugeben  078 761 39 32 Tranktor IHC 423  079 247 63 48

Elementfutterkrippen, für Kühe  071 420 01 61

Milchtank, mit Kühlung, 1500 l  079 404 87 33

Schese mit Brett; Blockschneider Van Lengerich; Ladewagen Claas, 28 m3, mit Silierschneidwerk, Elevator defekt  062 797 50 86

Düngerstreuer, 2 Scheiben, Rauch MDS 701; Grupper, 8 Zinken auf Streiereien; Rückenspritze, mit Benzinmotor; Birchmeier, Micronizer FP 71  079 243 75 25

Traktor Bührer OS 13, Tractospeed, Lelylandmotor, Jg. 1967, neuwertige Bereifung, Fr. 3300  079 422 30 55

Doppelschwader, Vikon, 6 m Arbeitsbreite  079 568 14 01

Kartoffelernter Wysent, mit Rollbodenbunker; Sortiermaschine Kunz; Vorkeimharassli; Fallsegel  062 961 74 02 3 Punkt Seilwinde, 3.5 t, mit 10 mm Seil und Gelenkwelle  076 332 15 87 Tracteur Steyr 8090, 4 Rm, 8200 h, bon état de marche, Fr. 9000  079 449 12 66

Motormäher Aebi AM 40, mit Gabeleingrasung; Mistzetter Saco, für Transporter, günstig  079 748 30 57 Alu Mistrampe, 4 und 5 m  079 812 98 66 Hd-Reiniger Heisswasser Kränzletherm K15/150, Arbeitsdruck 150 bar, Wasserleistung 15 l/min., Schlauchhaspel, Austellungsgerät  055 440 34 64

Gummi-Zubringerband  079 426 06 35

Förderband Blaser, 9 m, Gummi, Top-Zustand  079 426 06 35

Motor Perkins 3.152  079 245 11 39

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Traktor Deutz 10006, Allrad, Jg. 73, 7300 h, schöner Traktor, Fr. 16'500  021 843 29 72 Getreidemühle, mit Mischer Skjold, Motor 7.5 PS  056 243 10 93 Vielfachgerät, Bertschi, Teile zu Rapid U9; Verlängerungskabel, 40 m  041 921 28 49

Balance 1000 kg acec imprimante 1 m x 2 m; Caisse à Céréales «schwarz»; Bétonneuse moteur electrique 220 V  079 728 96 25

Fortsetzung Seite 88 10 2011 · UFA-REVUE


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NUTZTIERE

Kälbermast statt Milchlieferrecht DER BETRIEB AEBERHARD ist seit den 90er Jahren in der Kälbermast tätig. Mit der Aufhebung der Kontingentierung und in Folge eines Stallbrandes hätte sich eine gute Gelegenheit geboten, die Milch künftig zu verkaufen, statt zu vertränken. Doch Rudolf Aeberhard entschied sich, die Kälbermast auszubauen. Mit Blick auf die aktuelle Marktentwicklung hat sich der eingeschlagene Weg als richtig erwiesen.

Als die Eltern von Rudolf Aeberhard den Landwirtschaftsbetrieb in Diessbach bei Büren (BE) vor 25 Jahren kauften, konnten sie das bestehende Milchkontingent nach damaliger Regelung nicht mitnehmen. So vertränkten sie die Milch der damals neun Kühe an Mastkälber. Daneben wurden rund 17 Muttersauen gehalten. Im Jahr 1997 wurde der Betrieb auf Rudolf und Susan Aeberhard überschrieben.

Brand im 2007 Nachdem im Jahr 2007 das alte Stall- und Remise-Gebäude abgebrannt war, bauten Aeberhards 2009 einen neuen Laufstall für 24 Kühe, dehnten die Kälbermast aus und stellten die Schweinehaltung ein. Auch die Idee, Milchlieferrecht zu erwerben, wurde geprüft, dann aber nicht reali-

siert. Heute ist Rudolf Aeberhard froh über diesen Entscheid, hat sich der Industrie- und Käsereimilchpreis doch in den vergangenen Jahren negativ entwickelt. Wohlverstanden: «Das Risiko in der Kälbermast ist nicht zu unterschätzen», spricht Rudolf Aeberhard aus Erfahrung. Kälberverluste oder mangelhafte Schlachtqualitäten können ins Geld gehen.

Kompetente Beratung Auf der anderen Seite besteht mit einem professionellen Management bezüglich Wirtschaftlichkeit auch Luft «gegen oben». Um dieses Potenzial nutzen zu können, zählen Aeberhards auf die Tipps und den Tränkeautomaten-Service von Kälberspezialist Thomas Waber. «Wir sind sehr zufrieden mit seiner

Unterstützung», berichtet Andreas Aeberhard, der für die Kälber hauptverantwortlich ist, während sein Vater Rudolf sich vor allem um die Kühe kümmert. Die Kälber seien heute gesünder, nähmen in kürzerer Zeit mehr zu und das Management habe vereinfacht werden können. Wo der Betrieb steht und wo es Verbesserungsmöglichkeiten gibt, zeigen die Mastauswertungen, die Thomas Waber für Aeberhards erstellt. Sie enthalten alle wichtigen Kennzahlen zu den Zunahmen und Schlachtqualitäten.

Quarantäne Früher wurden die Kälber vier bis sechs Wochen nach dem Einstallen häufig krank. Nachdem der Tierarzt im 2010 die Durchfallerreger Mykoplasmen diagnostiziert hatte, gab Thomas Waber den Tipp, eine Quaran-

Tendenziell stiegt die Bruttomarge in der Kälbermast

Im Jahr 2010 variierte die Bruttomarge pro Kilogramm Milch bei einem Vollmilchanteil von 75 % zwischen 82 Rp. (April) und 112 Rp. (Dezember). Das zeigen die Berechnungen von Bettina Abplanalp bei der Statistikabteilung des Schweizerischen Bauernverbandes. 78

Die Statistikabteilung des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV) erhebt monatlich die Bruttomarge, die in der Kälbermast erzielt werden kann. Zur Berechnung dieses Wertes werden der Schlachterlös, die Tränkerkosten, 3 % Kälberverluste sowie der Milchpulveraufwand berücksichtigt. Bettina Abplanalp informiert über die Entwicklungstrends. UFA-Revue: Welche Marge erzielt Milch, die im Herbst und Winter 2011/12 an Mastkälber verfüttert wird? Bettina Abplanalp: Die Bruttomarge ist von den Tränkerpreisen vor drei Monaten, den Schlachtkälberpreisen sowie dem Preis für Milchpulver abhängig. Die Tränker, die anfangs Herbst eingestallt werden, werden teurer gekauft, da Ende Sommer das

Angebot an Tränkern eher knapp ist. Dafür sind diese auf Weihnachten schlachtreif und können somit höhere Schlachtpreise erzielen. Im Spätherbst und Winter nimmt das Angebot an Tränkekälbern zu und die Preise sinken wieder. Bis diese Tränker schlachtreif sind, fallen auch die Preise für Schlachtkälber, bis sie auf Ostern einen erneuten Anstieg verzeichnen. Angenommen, dass sich der Milchpulverpreis nicht gross ändert, werden während dem kommenden Weihnachtsgeschäft wie jedes Jahr höhere Bruttomargen erzielt werden können. Wie hoch ist momentan schwer abzuschätzen. Wahrscheinlich liegen sie leicht höher als im vergangenen Herbst und Winter, weil die Tränkerpreise dieses Jahr eher tiefer und die Schlachtkälberpreise eher höher als im Vorjahr sind.

Wie hat sich die Wirtschaftlichkeit in der Vergangenheit entwickelt? Die Bruttomarge wird seit 2002 berechnet. In der Tendenz steigen die Bruttomargen, wobei es 2009 einen leichten Einbruch gab. 2010 nahmen die Bruttomargen wieder zu. Warum ist die Bruttomarge pro Kilogramm Milch höher, je tiefer der Vollmilchanteil liegt? Mit einem hohen Vollmilchanteil kann wegen kleinerem Milchpulveraufwand eine grössere Bruttomarge pro Schlachtkalb erzielt werden. Diese Bruttomarge wird dann jedoch durch eine höhere Menge Milch dividiert, was pro Kilogramm Milch eine kleinere Bruttomarge ergibt. 10 2011 · UFA-REVUE


NUTZTIERE täne für neu eingestallte Kälber einzurichten. «Heute sieht man mit blossem Auge, dass die Kälber gesünder sind», so Andreas Aeberhard. Dank separatem Raum und separater Saugstelle gehen Krankheitserreger, welche die Tränker mitbringen, nicht auf die älteren Kälber über. Nebenbei hat es die Quarantäne ermöglicht, den Kälberbestand etwas aufzustocken.

Betriebsspiegel Familie Aeberhard, 3264 Diessbach bei Büren Nutzfläche: 13 ha Tierhaltung: 56 Mastkälberplätze, 24 Kühe, Jungviehaufzucht Pflanzenbau: Mais, Gerste, Weizen, Zuckerrüben, Grünland und Zwischenfutterbau

Bündelung von Routinearbeiten Die Wellness-Bucht für Neuankömmlinge befindet sich im alten Kuhstall. Dieser zentrale Standort beim «Hofeingang» neben dem Wohnhaus erleichtert die häufige Tierkontrolle. Mit dem neu eingeführten Rein-Raus-System lässt sich der Stall vor Neubelegungen gründlich reinigen und desinfizieren und die neuen Kälbergruppen können gleichzeitig mediziniert, geschoren und gezügelt werden. «Durch das Bündeln dieser Tätigkeiten sinkt der Arbeitsaufwand», ist Andreas Aeberhard überzeugt.

Erfolgreich mit gehaltreichem Pulver Ergänzt wird die Kuhmilch mit UFA 201. «Gegenüber dem gehaltsärmeren Milchpulver, das wir vorher einsetzten, zeigt sich ein deutlicher Unterschied», beobachtet Andreas Aeberhard. Vorher hätte eine Mast viereinhalb bis fünf Monate gedauert, heute nur noch drei bis dreieinhalb Monate.

Nebenerwerb: Rudolf (70 %), Susan (20 %), Andreas (50 %)

Andreas, Susan und Rudolf Aeberhard zusammen mit UFA-Kälberspezialist Thomas Waber (v.l.).

UFA 201 eignet sich bei einem Vollmilchanteil von 25 bis 50 % in der Tränke. Dosierung: bis 150 g Pulver pro Liter Tränke, je nach Anteil Vollmilch.

Automatenservice Besonders schätzen Aeberhards den Tränkeautomaten-Service von Thomas Waber. Andreas erklärt: «Wir erhalten die nötigen Tipps via Natel oder es kommt kurzfristig jemand vorbei, um das Gerät auf Vordermann zu bringen.» Eine Reparatur sei nur etwa alle drei Monate nötig. Doch wenn ein Problem auftaucht, darf die Reparatur nicht lange auf sich warten lassen. Die Futteraufnahme der Kälber soll möglichst ungestört bleiben.

Wirkstoffe Da Kuhmilch den Vitamin- und Spurenelementbedarf der Kälber nicht deckt, legen Aeberhards Wert auf eine gezielte Ergänzung. Zum Einstallen erhalten die Kälber UFA top-start über den Tränkeautomat-Zudosierer. Ab einem Lebendgewicht von 100 kg wird UFA top-start durch UFA top-fit (tieferer Eisengehalt) abgelöst. «Seit wir diese Spezialitäten einsetzen, sind die Kälber fitter, trinken mehr und haben ein schöneres Haarkleid», stellen Aeberhards fest. Nicht fehlen darf der UFA-Kälberleckstein, der vermeiden hilft, dass die Tiere Mist fressen oder an der Wand lecken und so mit Krankheitserregern infiziert werden können. 䡵

Die Quarantäne für die zehn neuesten Ankömmlinge im ehemaligen Kuhstall hat sich bewährt.

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee. Bei Fragen zur Kälbermast, zu Kälbermilchen, Futterspezialitäten oder zu den Tränkeautomaten wenden Sie sich an den UFA-Beratungsdienst in Ihrer Region. www.ufa.ch

INF BOX INFO

www.ufarevue.ch

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NUTZTIERE

Über 60 000 Automaten verkauft 40 JAHRE FÖRSTER-TECHNIK Seit den 80er Jahren ist die Förster-Technik GmbH ein innovativer Anbieter von Systemen zur Jungtierfütterung. Zu den wichtigsten Absatzmärkten für die Vario-Tränkeautomaten des Familienunternehmens gehört die Schweiz. Neu ist unter anderem die automatische Kalibrierung des Milchpulvers beim Tränkebesuch.

Thomas Förster steht dem technischen Bereich der Förster-Technik GmbH vor.

Die Förster-Technik GmbH ist mit einem Marktanteil von rund 50 % als Anbieter von Tränkeautomaten weltweit führend. Besonders häufig sind die Produkte des Familienunternehmens aus Engen, Süddeutschland, in der Schweiz anzutreffen. Die Gebrüder Markus und Thomas Förster haben im Jahr 2005 die Geschäftsführung von ihrem Vater Martin Förster übernommen. Im Interview informieren sie über die Höhepunkte und Erfolgsrezepte in der 40-jährigen Geschichte der FörsterTechnik GmbH, während der über 60 000 Tränkeautomaten ausgeliefert werden konnten. UFA-Revue: Welches waren die wichtigsten Meilensteine in der Geschichte von FörsterTechnik?

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Thomas Förster (T.F.): Im Jahr 1971 stieg unser Vater in den Vertrieb von Tränkeautomaten ein und stellte auch gleich den Reparaturservice sicher. 1977 begann er, die Geräte selber herzustellen. Ich war sieben Jahre alt, als der erste Grossauftrag an einen Schweizer Kunden mit einem VW-Bus ausgeliefert wurde. 1980 präsentierte unser Unternehmen den ersten System-Tränkeautomaten, der von Fütterungscomputern namhafter Hersteller von Melk- und Kuhfütterungsanlagen gesteuert wurde. Dank computergesteuerter Mengenregulierung waren diese Tränkeautomaten nicht nur für Mast-, sondern auch für Aufzuchtkälber einsetzbar. 1989 lancierte Förster dann die ersten StandAlone-Automaten. Das heisst, die Computersteuerung ist in den Automaten integriert. Markus Förster (M.F.): Die Software wird von uns seither eigens programmiert. Zusatzoptionen lassen sich dadurch leicht integrieren. Tierhalter können die Vario-Tränkeautomaten über die SD-Karte mit neuen Programmen aufdatieren.

Aktion UFA / Förster Zum 40-JahreJubiläum von Förster-Technik bietet Ihnen die UFA beim Kauf eines «Vario+» Tränkeautomaten (Wasser-Pulver oder Kombi-Automaten) folgende Zubehör im Wert von total über Fr. 1200.– gratis an: • Ausstattung mit Edelstahl • automatische Kalibrierung • Fliegenschutzpaket Diese Aktion gilt bis am 31. März 2012.

und vielseitige Erweiterungsmöglichkeiten aus.

Viele Landwirtschaftsbetriebe stehen wirtschaftlich unter Druck. Inwiefern werden sie darin durch Ihre Produkte unterstützt? T.F.: Tränkeautomaten reduzieren den Arbeitsaufwand. Zudem entwickeln sich die Kälber besser, wenn sie die Milch auf 41° Celsius erwärmt und auf mehrere Gaben verteilt erhalten.

Wie lässt sich die erwiesene Energieeffizienz Ihrer Tränkeautomaten erklären? M.F.: Das Anrühren der Tränke nach Bedarf und nicht auf Reserve sorgt für einen geringeren Heizungsaufwand, eine hohe Milchhygiene und verhindert, dass Milchreste entsorgt werden müssen. Eine letztes Jahr publizierte Studie hat bestätigt, dass sich dies positiv auf die Wirtschaftlichkeit der Kälberhaltung auswirkt. T.F.: Unsere Automaten heizen die Milch nur um ein Grad Celsius wärmer als sie sein soll, wenn sie beim Kalb ankommt. Auch dank Verwendung einer Energiesparpumpe fallen die Stromrechnungen beim Einsatz eines Förster-Automaten vergleichsweise tief aus.

Was sind die Stärken von Förster-Tränkeautomaten? T.F.: Sie zeichnen sich unter anderem durch Langlebigkeit, Energieeffizienz

Wie wird die Funktionstüchtigkeit der Automaten sichergestellt? M.F.: Jeder Automat wird nach der Fertigung während 24 Stunden getestet, 10 2011 · UFA-REVUE


NUTZTIERE um Fehler zu erkennen und noch im Werk zu beheben. Mit welcher Nutzungsdauer kann ein Käufer eines Förster-Tränkeautomaten rechnen? M.F.: Das ist je nach Beanspruchung unterschiedlich. Es gibt Automaten, die bis 25 Jahre genutzt werden können. Die Automaten lassen sich mit viel Zubehör und Extras ausstatten. T.F.: Ja, es stehen Optionen wie die automatische Kalibrierung, der Besaugschutz CalfProtect, ein Fliegenschutz, die elektronische Tierwaage oder eine Managementsoftware zur Verfügung. Wo sehen Sie noch Innovationspotenzial? T.F.: Vor allem bei den Zusatzoptionen des Software-Programms. Momentan arbeiten wir daran, die Kälber in den ersten Wochen ad libitum füttern zu können. Wenn die Jungtiere in den ersten Wochen viel Futter aufnehmen, entwickeln sie sich besser und leisten auch als Milchkuh mehr. Geplant ist zudem ein Alarmsystem, das anzeigt, wenn die Mindestmenge nicht abgeholt wird oder wenn ein Kalb über längere Zeit weniger trinkt als der Durchschnitt des Bestandes. Ausserdem prüfen wir Systeme, mit denen die Kälber gleich nach der Geburt via Tränkeautomat versorgt werden könnten. Der Marktanteil von Förster in der Schweiz ist hoch. Wie kam es dazu? T.F.: Ich würde mir wünschen, dass es überall läuft wie in der Schweiz, wo wir erfolgreich sind dank intensiver Kundenbetreuung durch Partnerfirmen wie die UFA beziehungsweise früher die Volg-Genossenschaften, mit denen unser Vater vor über dreissig Jahren zusammenzuarbeiten begann. Hilfreich sind die Feedbacks aus der Praxis, die über die UFA zu uns gelangen und so zur laufenden Optimierung der Automaten beitragen. M.F.: Der Schweizer Markt gehört für uns zu den Top-Vier unter allen Ländern. Dies obwohl wir in grossen Staaten wie Deutschland, Frankreich, den USA oder Kanada vertreten sind. Der Schweizer Markt ist wichtig wegen seiner Nähe zu unserem Produktionsstandort in Engen und wegen seiner hohen Ansprüche an UFA-REVUE · 10 2011

die Technik. Es sind nicht allein WasserPulver-, sondern auch Kuhmilch-PulverSysteme gefragt. Wie wirkt sich der tiefe Euro auf Ihr weltweites Geschäft aus? M.F.: Die Vor- und Nachteile halten sich die Waage, so dass wir bisher keine grossen Veränderungen feststellen konnten. Mit welcher Preisentwicklung rechnen Sie? T.F.: Weil die Zuliefermärkte und Wechselkurse kaum vorhersagbar sind, erweisen sich Prognosen als schwierig. Mit der 40-Jahr-Aktion offerieren wir aktuell ein attraktives Angebot. Wo sehen Sie den grössten Wachstumsmarkt für Tränkeautomaten? M.F.: Es scheint, dass die Nachfrage in China am bedeutendsten steigt. Die Chinesen sind sehr zielstrebig und bereit, sich mit moderner Technik auseinanderzusetzen. Neben den Tränkeautomaten bieten Sie noch weitere Produkte an. Welche Bedeutung haben diese umsatzmässig? T.F.: An erster Stelle kommen die Tränkeautomaten für Kälber und Lämmer, dann die Milch-Mobile und die Pasteure. Neu bieten wir auch ein Gerät an, mit dem sich der Progesterongehalt in Blut und Milch zur Brunst- und Trächtigkeitskontrolle analysieren lässt. Mit welchen Massnahmen halten Sie den Produktionsstandort Engen in Schwung? T.F.: Wir investieren laufend. Dieses Jahr haben wir eine neue Laserschneidmaschine gekauft. Vor einiger Zeit erfolgte die Umstellung auf Einzelfliessfertigung. Das heisst, die Geräte werden exakt auf das Abholdatum produziert und nicht mehr auf Vorrat. Sie fertigen viele Komponenten der Tränkeautomaten selber in Engen. Warum? T.F.: Die hohe Fertigungstiefe erlaubt uns, gezielt auf Kundenwünsche einzugehen, die Qualität zu sichern und trägt zu einer hohen Lieferflexibilität bei. In-

Förster-Technik im Überblick Hauptsitz und Produktionsstandort: Engen, Süddeutschland Produkte: Systeme zur automatischen Jungtierfütterung und Pasteurisierung Markus Förster ist für den kaufmännischen Bereich des Familienunternehmens zuständig.

novationen können einfacher und schneller umgesetzt werden. Das Förster-Kälberdorf mit der höchsten Prämierung im Bundeswettbewerb Landwirtschaftliches Bauen ausgezeichnet worden. Aus welchen Gründen? T.F.: Studien bestätigen, dass Kälber unter Aussenklima-Verhältnissen am gesündesten bleiben und am besten zunehmen. Iglus bringen einen hohen Tränkeund Entmistungsaufwand mit sich. Unser Kälberdorf bietet hier eine Alternative. Es besteht aus einem gedeckten Tiefstreustall, der sich mit dem Frontlader ausmisten lässt, und einer planbefestigten Fressachse mit Mistschieber sowie Tränke- und Kraftfutterautomaten. Die Prämierung erfolgte aufgrund einer wissenschaftlichen Studie, wonach im Förster-Kälberdorf nur 48 Sekunden Arbeitsaufwand pro Tier und Tag anfallen. Das Dorf vereinigt eine hohe Automatisierung mit optimalen klimatischen Bedingungen für eine gute Tiergesundheit. M.F.: Vorteilhaft ist auch, dass das Kälberdorf dank seinem Modulsystem beliebig erweitert werden kann. Vielen Dank fürs Interview!

Mitarbeitende: rund 100 Jahresumsatz 2010: 12 Millionen Euro Gründung: 1971 durch Martin Förster Geschäftsführung seit 2005: Thomas und Markus Förster

Interview Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee. Förster-Tränkeautomaten können beim UFA-Beratungsdienst gekauft oder gemietet werden. Die UFA-Kälberspezialisten beraten Sie nicht nur in der Fütterung, sondern organisieren auch den Automatenservice während 365 Tagen im Jahr.

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Partnerschaft für erfolgreiche Munimäster SWISS QUALITY BEEF 91 professionelle Munimäster produzieren heute leichte Muni mit kleinen Fleischstücken von hervorragender Qualität. Die Anicom hat sie an die SQB-Partnertagung im neuen Schlachthof von Bell in Oensingen eingeladen.

Samuel Geissbühler

Swiss Quality Beef (SQB), das Premium-Rindfleisch, entwickelt sich seit dem Jahr 2003 konstant positiv und umfasst mittlerweile 8 % der Schweizer Munimast. Die Abnehmer bezeichnen die SQB-Mäster als die Elite der Munimäster und honorieren die Qualitätsproduktion mit interessanten Preiszuschlägen.

wir es aber gut machen, bezahlt er einen Mehrpreis.»

Neu knochengereift Eine Innovation wird zusammen mit Bell realisiert: Edelstücke, die 21 Tage bei definierten Klimabedingungen am Knochen reifen – eine Garantie für schmackhaftes und zartes Fleisch. Daraus lassen sich zum Beispiel die berühmten T-Bone Steaks

schneiden. Allerdings gilt es neben den Edelstücken auch die Vorderviertel mit Mehrwert zu verkaufen und Marktpotenzial zu erschliessen. Hier gibt es in der Schweiz noch Spielraum. Während die Schweizer 11 kg Rindfleisch pro Kopf essen, sind es in der EU 20 kg. Und die Weltmeister im Rindfleischverbrauch, die Paraguayaner, vertilgen sage und schreibe 58 kg pro Kopf und Jahr.

Fleischverkauf ist Vertrauensgeschäft Adrian Schärz, der Leiter des Fleischgeschäfts bei Prodega/Growa CC brachte es auf den Punkt: «Wir alle sind gefordert, jeden Tag gewöhnliche Dinge aussergewöhnlich gut zu machen. Mit Fleiss und einem guten Angebot schaffen wir Kundenzufriedenheit. Wenn wir den Kunden einmal enttäuschen, braucht es viel, ihn zurückzuholen. Wenn

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1 · Adrian Schärz, Prodega, ist ein Kenner des Fleischgeschäfts: «Es braucht viel Vertrauen, bis der Gastronom immer wieder kommt.» 2 · Werner Klauser, Reitnau, gehört zur «Elite der Schweizer Munimäster». 3 · Schlachthof und Frischfleischverarbeitungszentrum von Bell in Oensingen. 82

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NUTZTIERE Zuverlässige Partner Die SQBProduktion ist eine Partnerschaft zwischen den Munimästern, Anicom, Abnehmern und den Futterlieferanten UFA und Melior. Die Wochenlieferungen müssen sorgfältig abgestimmt und auch auf Aktionswochen ausgerichtet werden. Kontinuierliche Lieferung, frühzeitige Anmeldung und ein genaues Gewichtsmanagement sind unabdingbar. Dahinter stecken eine dem Mastziel angepasste Fütterung mit hohen Tageszunahmen, die geeignete Genetik von Mastrassekreuzungen und optimale

Produktionsverhältnisse in allen Bereichen. Yvan Meuwly zeigte auf, dass es sich lohnt, leichte Muni zu liefern. Die Preiszuschläge liegen im Schnitt bei Fr. 129.–/Tier. Meuwly warnte die Munimäster: «Demgegenüber stehen die Gewichtsabzüge für zu schwere Muni, die im Durchschnitt bei den nicht SQBLieferungen Fr. 124.–/Muni ausmachen. Wenn wir die Differenz von über Fr. 250.– betrachten, stellen wir fest: Die Munimäster mit (zu) schweren Tieren verschenken Geld.» Urs Meier, Präsident von Swiss Beef und selber SQB-Produzent, betonte, dass das System nur funktioniert, wenn alle profitieren können und er dankte den Partnern für dieses wichtige Marktsegment, das als Aushängeschild für Schweizer Rindfleisch ein positives Image generiert.

Schlachthof für Haartiere Stefan Seiler, Leiter Einkauf/Verkauf Frischfleisch bei der Bell Schweiz AG, stellte

die Firma vor, die mit über 6000 Mitarbeitern in Europa einen Umsatz von 2.6 Mia. Fr. erarbeitet. In der Schweiz produzieren 3500 Mitarbeiter 125 000 t Fleischwaren. Bei der Besichtigung des Haartier-Schlachthofs und FrischfleischVerarbeitungszentrums in Oensingen beeindruckte der hohe Automatisierungs- und Rationalisierungsgrad. Pro Stunde werden 75 Kälber oder 55 Muni geschlachtet und zerlegt, pro Woche 85 000 kg Hamburger oder bis 500 000 Fleischpackungen für die Selbstbedienung produziert. Im gekühlten Hochregallager drehen 34 000 Gebinde. Auch die kostenintensiven Hygienevorschriften sind beeindruckend. Von den 600 Mitarbeitern in Oensingen gehören 35 der Reinigungsequipe an. Die Munimäster sind dankbar, dass es Unternehmen wie Bell gibt, die an den Produktionsstandort Schweiz glauben und Investitionen in der Schweiz tätigen, die auch in Zukunft ausgelastet werden wollen. 䡵

4 · Die Hinterviertel im Reiferaum: Auch der Verarbeiter trägt seinen Teil für höchste Qualität bei. 5 · Andreas Elmer, UFA-Rindviehmastspezialist, und Roman Naef arbeiten eng zusammen. 6 · Für Fritz Röthlisberger ist SQB ein Qualitätssegment und «die Marke der Top 10». 7 · Der Swiss Beef Präsident Urs Meier bezeichnet SQB als «Aushängeschild für Schweizer Rindfleisch». 8 · Ein schmackhaftes und zartes SQBEntrecôte lässt jedes Kundenherz höher schlagen. 9 · Yvan Meuwly, verantwortlich für Haartiere bei der Anicom: «SQBProduzenten dürfen stolz sein.» 10 · Adrian Schärz und Josef Zuber, Leiter Verkauf Bell Oensingen, kämpfen für den Absatz von Schweizer Fleisch.

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11 · Stefan Seiler leitet bei Bell Frischfleisch den Einkauf und Verkauf. 12 · Eugen Brühlmeier und Fritz Röthlisberger, der geistige Vater von SQB.

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Autor Samuel Geissbühler, UFAMarketing, 3360 Herzogenbuchsee. Mehr zu Swiss Quality Beef erfahren Sie auf den Homepages www.ufa.ch und www.anicom.ch

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Für eine Fleischkontrolle ohne Tadel KRANKE UND VERLETZTE SCHWEINE dürfen nicht oder nur unter gewissen Umständen in den Schlachthof abgeliefert werden. Wer unangenehme Überraschungen aufgrund der Fleischkontrolle vermeiden will, hält die Meldepflichten ein und zieht gegebenenfalls den Tierarzt bei. Dieser beurteilt den Zustand gesundheitlich beeinträchtigter Tiere und gibt Empfehlungen zum weiteren Vorgehen.

Jenny Markov

Mit der Gesundheitsmeldung zu Handen der Fleischkontrolle bestätigt der Schweinebesitzer auf dem Begleitdokument, dass die Tiere gesund sind und innerhalb der letzten zehn Tage weder krank noch verunfallt waren, alle Absetzfristen nach einer allfälligen Behandlung mit Arzneimitteln abgelaufen sind und die Tiere keine Futtermittel mit Wirkstoffen in Mengen erhalten haben, die im Fleisch Rückstände in unzulässigen Konzentrationen verursachen können (Artikel 24 der Verordnung über das Schlachten und die Fleischkontrolle VSFK).

Meldepflicht Treffen diese Sachverhalte nicht zu, müssen die Krankheit oder der Unfall, die Arzneimittel und die Absetzfrist oder der Wirkstoff angegeben werden (Meldepflicht). Grundsätzlich gilt ein Schlachtverbot für Tiere, bei denen die Absetzfrist noch nicht abgelaufen ist oder denen verbotene Stoffe verabreicht wurden. Der Schlachthoftierarzt kann die Schlachtung aber ausnahmsweise zulassen, wenn sich der

Grafik: Ansatzstelle für Betäubungsschuss

Ansatzpunkt bei flacher Stirn

Ansatzpunkt bei steiler Stirn

Anschliessend muss das Tier sofort durch Entbluten getötet werden. 84

Tierhalter verpflichtet, die Kosten einer amtlichen Rückstandsuntersuchung des Fleischs zu übernehmen.

Notschlachtungen Krankes Schlachtvieh muss zeitlich oder örtlich getrennt von anderen Tieren geschlachtet werden und anschliessend sind Arbeitsplatz und Einrichtung zu reinigen und desinfizieren. Dies ist nicht in allen Schlachtanlagen möglich. Viele Schlachthöfe lehnen daher die Schlachtung von krankem Schlachtvieh ab. Auch die Erwartungen der Konsumenten haben sich verändert. Die Qualitätsansprüche sind deutlich gestiegen und es wird nicht mehr jedes Stücklein Fleisch verwertet. Das sogenannte «Wurstschwein» hat als Ausschussware keinen reellen Wert mehr auf dem Markt, der mögliche Totalverlust eines Tieres muss betriebswirtschaftlich einkalkuliert werden. Zudem können die Kantone festlegen, dass Schlachtungen von krankem Schlachtvieh in den von ihnen bezeichneten Schlachtanlagen (Notschlachtanlagen) durchgeführt werden. In Kantonen, die solche Schlachtanlagen vorschreiben, müssen kranke Tiere zwingend in der nächstgelegenen dafür bezeichneten Schlachtanlage geschlachtet werden, ansonsten erfolgt eine Verzeigung. Transporteinschränkungen Verletztes Schlachtvieh ist insbesondere aus Sicht des Tierschutzes problematisch. Tiere dürfen nur transportiert werden, wenn zu erwarten ist, dass sie den Transport ohne Schaden überstehen. Verletzte und kranke Tiere dürfen gemäss Artikel 155 der Tierschutzverordnung (TschV) nur zwecks Behandlung oder Schlachtung, so weit als nötig, un-

Ein Tier mit chronischem Panaritium muss behandelt werden. Hilft die Therapie nicht, muss die Tötung in Kauf genommen werden, falls ein Abwarten der Absetzfrist nicht zumutbar ist.

ter besonderen Vorsichtsmassnahmen transportiert werden. Unter «besonderen Vorsichtsmassnahmen» wird im Minimum die Abtrennung von anderen Tieren auf dem Transport verstanden und «so weit als nötig» meint die nächstgelegene Schlachtanlage. Dies alles gilt nur unter der Voraussetzung, dass das Tier überhaupt noch als transportfähig zu betrachten ist. Nicht transportfähige Tiere müssen getötet und entsorgt werden, wobei die TschV hier eine Betäubungspflicht und die Tötungsmethoden vorgibt.

Vorgehen bei Betäubung oder Tötung Zur Betäubung kann ein Bolzen- oder Kugelschuss verwendet werden, das Kaliber muss der Tiergrösse an10 2011 · UFA-REVUE


NUTZTIERE gepasst und die Schussposition korrekt sein (siehe Grafik). Der Schlag aufs Genick ist keine zulässige Betäubungsmethode und soll daher nicht angewandt werden. Nach der Betäubung muss das Tier sofort durch Durchtrennen von Hauptblutgefässen im Halsbereich (beide Halsschlagadern oder Bruststich) entblutet werden. Erst danach ist das Tier sicher tot. Trotzdem muss der Todeseintritt noch überprüft werden (maximal geweitete und auf Licht reaktionslose Pupille). Die Entsorgung des Kadavers erfolgt in der lokalen Kadaversammelstelle.

Verletztes Tier, was tun? Tiere mit schweren Verletzungen müssen unverzüglich von der Gruppe separiert und die Verletzung soll, soweit nötig, versorgt werden. Danach ist in Rücksprache mit dem Tierarzt zu entscheiden, ob eine Heilungschance besteht und eine Behandlung finanziell gerechtfertigt scheint. Bestehen schlechte Heilungschancen oder kann das Tier nicht separiert werden, befindet sich aber in transportfähigem Zustand, soll es schnell in die nächste Schlachtanlage gebracht werden – abgesondert auf dem Transport und mit Meldung auf dem Begleitdokument (kein Kreuz bei «gesund»). Ansonsten muss das Schwein getötet und entsorgt werden (Tabelle), am besten gleich durch den anwesenden Tierarzt. Die Fleischkontrolle achtet bei der Schlachttieruntersuchung (früher «Lebendviehschau») im Schlachthof nicht nur auf Seuchen- und Hygieneaspekte, sondern auch auf die Einhaltung der Tierschutzvorschriften. Tiere mit offensichtlich alten oder schlecht versorgten Verletzungen, die längst hätten getötet werden müssen, werden beim Kanton angezeigt. Ebenso wie der Transport eines offensichtlich nicht mehr transportfähigen Tieres. Hinzu kommt, dass der Schlachttierkörper bei schweren Verletzungen an verschiedenen Körperteilen als genussuntauglich gilt.

Wenn Krankheiten auftreten, muss der Tierarzt kontaktiert werden. Krank ist ein Tier dann, wenn sein Allgemeinbefinden offensichtlich gestört ist (Apathie) oder sein Verhalten deutlich vom normalen Verhalten abweicht (Fressunlust). Dazu kommen spezifische Symptome wie beispielsweise LahmUFA-REVUE · 10 2011

Tabelle: Schlachtung oder Tötung? Tier gesund Tier verletzt transportfähig

➠ läuft gut ➠ Tier geht lahm

nicht transportfähig

➠ Transportverbot

Tier krank Allgemeinerkrankung

➠ Schlachtverbot

lokale Erkrankung transportfähig

➠ läuft gut ➠ Tier geht lahm

lokale Erkrankung nicht transportfähig Tier behandelt

➠ Transportverbot ➠ Schlachtverbot

➠ normale Schlachtung

➠ Bestätigung Punkt 5 auf Begleitdokument

➠ Transport kurz halten ➠ absondern + nächster Schlachthof ➠ Heilungschancen gut ➠ keine Chancen

➠ Vermerk auf Begleitdokument ➠ Vermerk auf Begleitdokument

➠ Heilungschancen gut ➠ keine Chancen ➠ Transport kurz halten ➠ absondern + nächster Schlachthof ➠ Heilungschancen gut ➠ keine Chancen ➠ Heilungschancen gut ➠ keine Chancen

➠ separieren + behandeln ➠ Tötung + Entsorgung ➠ Meldung an Tierarzt behandeln, wenn nötig ➠ Tötung + Entsorgung ➠ Vermerk auf Begleitdokument ➠ Vermerk auf Begleitdokument ➠ ➠ ➠ ➠

separieren + behandeln Tötung + Entsorgung Heilung + Absetzfrist abwarten Tötung + Entsorgung

Hautrotlauf: Das Tier kann nicht geschlachtet werden, da gesamter Körper als ungeniessbar gilt.

heiten, Fieber oder Durchfall. Husten muss beim Schwein als «verdächtige Erscheinung» bezüglich der Tierseuche Enzootische Pneumonie (EP) angesehen werden. Das Tierseuchengesetz verbietet damit grundsätzlich das Transportieren von hustenden Sauen. Der Transport kranker Tiere sollte aber ohnehin vermieden werden, weil auch Krankheiten, die nicht unter das Tierseuchengesetz fallen, verschleppt werden könnten (z.B. HPS, Influenza, Brachyspiren).

Genussuntauglichkeit Die typischen Krankheiten im Schweinestall sind meist gut therapierbar und es ist innert vernünftiger Frist mit einer Besserung zu rechnen. Nach Ablauf der Absetzfrist können die Tiere wieder der normalen Schlachtung zugeführt werden. Die Entscheidung, ein krankes Tier zu schlachten, bedarf reiflicher Überlegung. Es macht keinen Sinn (und verstösst zusätzlich gegen die TschV), ein

krankes Tier zum Schlachthof zu transportieren, dessen Fleisch sowieso für genussuntauglich erklärt wird. Gemäss der Verordnung über die Hygiene beim Schlachten (VHyS) gilt der ganze Schlachtkörper als genussuntauglich und geht «ins Loch» bei Symptomen einer Blutvergiftung, Fieber, wenn angenommen werden muss, dass sich Bakterien oder Viren im gesamten Tierkörper verbreitet haben (z. B. bakterielle Entzündung der Herzklappen oder Hautrotlauf) oder beim Auftreten von Tumoren oder Abszessen an verschiedenen Körperteilen (Risiko der Streuung). Hochgradige Abzehrung führt im Extremfall ebenso zum Verwerfen des gesamten Schlachttierkörpers. Weitere Gründe für Genussuntauglichkeit sind hochgradige, akute Veränderungen mit Störung des Allgemeinbefindens aufgrund entzündlicher Erkrankungen (z. B. Lungenentzündung, Mastitis oder Gelenkentzündung an mehr als einem Gelenk). 䡵

Autorin Jenny Markov, Dr. med. vet., Schweinegesundheitsdienst (SGD), Büro Zürich-Ostschweiz, 8057 Zürich. Merkblatt Der SGD hat zum Umgang mit kranken und verletzten Schlachtschweinen in Rücksprache mit dem Bundesamt für Veterinärwesen ein Merkblatt erarbeitet, das ab Herbst unter www.suisag.ch verfügbar sein wird.

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Mit BTS abheben? LEGEHENNEN Weil die Käfighaltung in der EU per 2012 verboten werden soll, richten die Zuchtunternehmen ihre Geflügelgenetik vermehrt auf Bodenhaltung aus. Davon profitieren auch Schweizer Produzenten. Mit dem europaweiten Trend hin zu tierfreundlicheren Haltungssystemen stellt sich allerdings die Frage, wie sich Schweizer Eier an der Verkaufsfront gegen Importware durchsetzen können.

Die EU-Länder nähern sich punkto Tierschutz der Schweiz an. Per 1. Januar 2012 ist die Käfighaltung für Geflügel offiziell verboten. «Da die Umsetzung national erfolgt, könnte sie sich allerdings in manchen Staaten noch hinauszögern», vermutet Ruedi Zweifel. Gemäss dem Direktor des Aviforums waren im Jahr 2010 noch 45 % der europäischen Hennen in Käfigen, in Frankreich 42 %, Holland 38 % und in Deutschland 17 %. Dies sind die drei wichtigsten Herkunftsländer für in der Schweiz vermarktete Importeier. Unter Käfighaltung versteht man die einstreulose Haltung von Hennen in Drahtgitterräumen ohne Ausgestaltungselemente.

50 % Schweizer Eier Der Inlandanteil an Schweizer Schaleneiern und

verarbeiteten Eiern beträgt rund 50 %. Mit dem Wachstum der Schweizer Bevölkerung (1.4 %. pro Jahr) nimmt auch der Eierkonsum zu. 74 % der Konsumentinnen und Konsumenten kaufen Schweizer Eier. Die Herkunft Schweiz sowie die tierfreundliche Haltung werden als wichtigste Auswahlkriterien genannt.

Einfach kommunizierbar «Die Schweizer Eierproduzenten heben sich mit dem Ökologischen Leistungsnachweis ÖLN und der Besonders tierfreundlichen Stallhaltung BTS vom Ausland ab», so Ruedi Zweifel. BTS sei ein gut kommunizierbares Argument, das vermehrt zur Profilierung von Schweizer Eiern genutzt werden könnte. Bereits 86 % der Schweizer Hennen profitieren von BTS-Haltung. Hinzu kommen die

Ruedi Zweifel vom Aviforum fordert, dass BTS vermehrt als Verkaufsargument für Schweizer Eier genutzt wird.

vorgeschriebenen 15 Lux bei Tageslicht sowie die Einstreupflicht, wo zum Ausland klare Unterschiede bestehen.

«Bei BTS sind die Managementanforderungen grösser» Aus seiner Versuchstätigkeit auf UFA-Bühl ist Pius Affentranger mit den Vor- und Nachteilen der Besonders tierfreundlichen Haltung (BTS) vertraut.

Pius Affentranger ist Forschungsleiter bei der UFA AG.

UFA-Revue: Bestätigt sich auf UFA-Bühl, dass die BTS-Haltung mit geringeren Leistungen einhergeht? Pius Affentranger: Mit BTS- und Freilandhaltung sind Spitzenleistungen möglich. Garantieren lassen sich Top-Resultate auch in geschlossenen Ställen nicht. Welchen Einfluss hat BTS auf die Futterverwertung? Wegen der höheren Aktivität der BTS-Tiere steigt der Erhaltungsbedarf. Bei tiefen

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Temperaturen nimmt zusätzlich der Energiebedarf für die Wärmebildung zu. Wird dies bei der Fütterung nicht beachtet, steigt bei gleichbleibender Leistung der Futterverwertungsindex. Gehen alle Tiere in den Wintergarten? Die Benützung des Auslaufs ist bei jeder Herde unterschiedlich. Es kommt kaum vor, dass alle Tiere rausgehen, viele Hennen bleiben lieber an ihrem vertrauten Ort. Das Auslaufverhalten ist zum Teil erblich bedingt, kann aber auch mit der Rangordnung zusammenhängen. Bei Poulets haben wir bezüglich der Benutzung der Aussenklimazonen riesige Hybrid-Unterschiede beobachtet.

Was müssen Praktiker beachten, die Geflügel neu in einem BTS-Stall halten? Unter BTS-Bedingungen sind die Managementanforderungen grösser. Die regelmässige Tierbeobachtung und allenfalls eine rasches Eingreifen sind wichtig. Temperaturunterschiede wirken sich deutlich auf den Verzehr und den Wasserverbrauch aus. In der kälteren Jahreszeit müssen Lüftung und Einstreuqualität im Auge behalten werden. Entscheidend ist aber die Startphase. Unsere UFA-Geflügelspezialisten begleiten die Betriebsleiter in der Startphase besonders eng, weil sie wissen, dass hier die Basis für eine gute Herdenleistung gelegt wird.

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Zuchtfortschritt wird beschleunigt Die Burgmer Geflügelzucht AG, Weinfelden, beliefert den Schweizer Markt mit Genetik der Lohmann Tierzucht GmbH. Tury Wagner ist bei der Burgmer Geflügelzucht zuständig für die Koordination, Qualitätssicherung und für das Marketing. UFA-Revue: Was erhoffen Sie sich davon, wenn Ihr deutscher Genetikanbieter mit dem Verbot der Käfighaltung in der EU spezifische Freilauf-Anforderungen vermehrt berücksichtigt? Tury Wagner: Die Lohmann-Legehennen zeichnen sich durch hohe Legeleistungen, einem niedrigen Futterkonsum und einer ausgezeichneten Schalenqualität aus. Durch die weltweite Zunahme von Alternativhaltungen erhoffen wir uns noch weitere Verbesserungen in der Nestgängigkeit der Legehennen, stabilen Befiederung und Optimierungen in der Stoffwechselstabilität, verbunden mit einer leistungs- und umweltgerechten Futteraufnahme. Welchen Nutzen bringt die genomische Selektion in der Legehennenzucht den Schweizer Produzenten? Die markergestützte Selektion zielt darauf ab, mehrere Stellen im Erbgut auf kleine Unterschiede zu analysieren. Sie verkürzt in der Tierzucht den Generationenintervall und lässt so den Zuchtfortschritt beschleunigen. Zudem lässt sich effizienter auf Vitalität und Krankheitsanfälligkeit selektionieren. Erfolgreiches Beispiel ist der Ausschluss des «Fischgeruch-Gens» bei den Braunlegern, wofür die Lohmann Tierzucht GmbH übrigens das europäische Patent besitzt.

BTS stellt hohe Anforderungen ans Management.

Hiesige Erfahrungen weltweit beachtet «Früher hat man in Europa darüber gelächelt, dass die Schweiz die Käfighaltung im Geflügelbereich aufgab», erinnert sich Rudolf Preisinger von der Lohmann Tierzucht GmbH in Cuxhaven (D). Doch heute zeige sich: Die Leistungen sind auch mit tierfreundlicherer Haltung gut. Die ganze Welt frage nun nach den Schweizer Erfahrungen mit Boden- und Auslaufhaltung.

Auslauf ändert Zuchtkriterien In der Freiland-, aber auch Boden- und Volierenhaltung liegen die Tierverluste tendenziell höher als mit Käfighaltung. Mitentscheidend ist laut Preisinger aber das Management. Bei der tierfreundlichen Haltung muss der Produzent mehr Zeit im Stall verbringen, um die Tiere zu überwachen (siehe Kasten). Geflügel, das auf Käfighaltung gezüchtet wird, hat Probleme mit mehr Freiheit. Gefragt wäre eine stabile Befiederung, ruhiges Verhalten, Stoffwechselstabilität, eine leistungs- und umUFA-REVUE · 10 2011

weltgerechte Futteraufnahme, optimale Relation zwischen Gewicht und Futteraufnahme sowie Robustheit gegen Mangelversorgungen. Der Züchtungsschwerpunkt verlagert sich von der Legeleistung in Richtung Tiergesundheit. Dieser Trend bei Lohmann könnte sich auch auf die Produktion in der Schweiz positiv auswirken (siehe Kasten).

Auslauftauglichkeit hocherblich Noch nicht ausreichend untersucht ist, inwiefern Geflügel den zur Verfügung gestellten Auslauf nutzt. «Wenn die Hühner nicht in den Auslauf gehen, droht ein Imageschaden bei den Konsumentinnen und Konsumenten», befürchtet Rudolf Preisinger. Die Anzahl Passagen in den Wintergarten sowie die Verweildauer hätten eine hohe Erblichkeit, wobei sie mit der Legeleistung negativ korreliert seien.

Mit der genomischen Selektion können laut Preisinger neu 600 000 Marker pro Huhn für 200 Euro identifi-

Das Dreierteam bestehend aus Tury Wagner (Finanzen und Koordination), Willi Neuhauser (Marketing und Verkauf) und Christoph Widmer (Produktionsleitung und Beratung) (v.l.) übernimmt per 1. Januar 2012 die Geschäftsleitung der Burgmer Geflügelzucht AG. Rosa Brönnimann tritt nach 21 Jahren erfolgreicher Geschäftsführung in den Ruhestand.

ziert werden. Zum Vergleich: Beim Menschen sind es zwei Millionen Marker. Die genomische Selektion bietet vor allem in der Selektion der Hennenväter auf Vitalität und reduzierte Krankheitsanfälligkeit viel Potenzial. Bis heute konnten nur die Hennen auf ihre Zuchtwerte geprüft werden. Die Zuchtwerte der Väter wurden anhand der Schwesternleistungen geschätzt. 䡵

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee. Dieser Artikel ist anlässlich der Produzententagung der Burgmer Geflügelzucht AG in Weinfelden entstanden.

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Transporterli oder kleiner Traktor sowie ein Motormäher, gßnstig  062 299 04 36

Tandem 3-Seitenkipper oder Einachs 3-Seitenkipper  079 278 45 31

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Transporterli oder kleinen Traktor, Marke egal, Preis bis Fr. 1500  062 299 04 36

Doppelrad, 7.50-18  079 622 45 82

Klauenstand; Motormäher; Elektrosilogabel fßr Hochsilo; Kreiselschwader; Glocken und Treicheln; Traktor, bis Fr. 300, Marke egal  079 851 35 94 Kipper, zweiachsig, Tandem oder einachsig, dreiseitig kippbar  079 810 43 53

Traktor HĂźrlimann, zum Restaurieren  062 299 14 30 Rapid 505, 606, Spezial/Super Euro, Alter und Zustand egal, wird abgeholt und bar bezahlt  079 603 85 63 ab 18 Uhr

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Fortsetzung Seite 103

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10 2011 ¡ UFA-REVUE


KURZMELDUNGEN LANDLEBEN

Internationaler Landfrauentag und Romy’s Diary’ An der UNO-Frauen-Weltkonferenz 1995 in Peking wurde die Idee eines «Internationalen Welt-Landfrauentages» geboren. Dieser findet am 15. Oktober statt, anderntags folgt der «Welternährungstag» der FAO. Das zeigt die Bedeutung der Landfrauen für die Nahrungsmittelversorgung der Menschheit. Die Frauen-Weltgipfel-Stiftung zeichnet Landfrauen aus, die Herausragendes geleistet haben. Zu den Preisträgerinnen 2011 gehört auch eine Schweizerin und zwar Romy Schmidt. Die Bergbäuerin aus Bergün (GR) erhält den Preis aufgrund ihrer vielfältigen Verdienste im Bereich Öffentlichkeits- und Medienarbeit. Ihre monatlichen Kolumnen im «Bündner Bauer», unter dem Titel «Und plötzlich bist du 50» oder über die Hofübergabe, finden auch

ausserhalb des Kantons Graubünden grosse Beachtung. Romy Schmidt kam vor 30 Jahren als Unterländerin in das Bergdorf

Kolumnen auf www.bioberguen.ch www.woman.ch

Nachschlagewerk Karins Kräutertipps Schwarze Heckenperlen 200 g reife Schwarzdornfrüchte, so genannte Schlehen, in ein Glas mit Schraubverschluss füllen. 100 g Salz darüber streuen und vier bis sechs Wochen stehen lassen. Täglich schütteln. Dann die Schlehen in ein Sieb geben, das Salz abspülen und die Früchte gut trocken tupfen. In kleine Gläser abfüllen und nach Belieben mit getrocknetem Majoran, Thymian oder Provencekräuter und wenig Chilischote würzen. Die Schlehen mit Rapsöl überdecken, die Gläser verschliessen und zwei bis drei Wochen ziehen lassen. Zu verwenden wie Oliven. Karin Näf www.kraeuterkurse.ch

Bergün und zusammen mit ihrem Mann Marco haben sie sich ein kleines Imperium, einen mittelgrossen Bauernbetrieb, aufgebaut. «Jetzt gilt es alles aus den Händen zu geben. Ein seltsames Gefühl», schreibt sie. Nachzulesen sind ihre Kolumnen auch im Internet. Wer übrigens regelmässig Kontakt mit der vielbeschäftigten Bäuerin haben möchte, kann das auch virtuell. Romy Schmidt betreut nämlich den Schweizer Stammtisch auf www.baeuerinnentreff.ch.

Als Abschluss und zugleich Höhepunkt des Jubiläumsjahrs des Obstverbands findet anlässlich der Zuger Messe vom 22. bis 30. Oktober in Zug gemeinsam mit der Organisation Fructus und der Zuger Messe die grösste je in der Schweiz durchgeführte Obstsortenausstellung mit über 1000 Obstsorten statt. www.1000obstsorten.ch

Der Ausweg beginnt im Paradies und endet auch fast wieder dort. Zwischendurch werden Grundsatzfragen über Wert und Preis, Wertschöpfung, Urproduktion und Rollenverteilung erörtert. Köbi Alt meint dazu: «Wir Bauern geraten immer wieder ins Schussfeld öffentlicher Kritik. So wird regelmässig gepredigt, unser Beitrag zum BIP sei vernachlässigbar. Es gibt aber ökonomische Theorien, welche genauer hinschauen.» So könne die Landwirtschaft auch als die Basis allen Wirtschaftens betrachtet werden. Die Ausstellung im Bauernmuseum Jerisberghof in Gurbrü, ist bis am 31. Oktober 2011 täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Kreativ und rebellisch

Tag der Bäuerin

In seiner aktuellen Ausstellung am Jerisberghof in Gurbrü (BE) schuf der pensionierte Landwirt und Künstler Köbi Alt eindrückliche Alteisenfiguren und verfasste dazu kritische Texte unter dem Titel «Der Ausweg.»

Der 19. Tag der Bäuerin an der Olma ist das Thema: Mehrere Generationen auf dem Hof – Balance zwischen Idylle und Konflikt. An der Olma in St. Gallen, am 20. Oktober 2011 im Forum der Halle 9.2, ab 9.45 Uhr.

In dem neuen Standardwerk des Haupt Verlags werden auf über 1000 Seiten rund 800 Sorten Früchte, Beeren und Nüsse vorgestellt. Autoren sind: David Szalatnay, Markus Kellerhans, Martin Frei und Urs Müller. Preis: 128 Fr.

Jubiläum Obstverband

Verlosung CD

Der gelehrte Bauer

Sebastian Lohse ist als Sänger und Schauspieler mit einem Liederund Geschichtenprogramm «Der Gelehrte Bauer» in Deutschland, der Schweiz und Österreich auf Bauernmärkten, Herbst- und Weinfesten und Landwirtschaftsfeiern unterwegs. Sein Schwänke, Possen, Bauernlieder und Dorfweisheiten in Wilhelm-Busch-Manier lassen sich am vergnüglichsten live erleben (www.der-gelehrte-bauer.de). Wer hineinhören will, hat jetzt die Gelegenheit via SMS eine der fünf CD’s «In Medias res» von Sebastian Lohse zu gewinnen. Schicken Sie eine SMS an 880 (90 Rp) mit KFL LOHSE Name Adresse. Einsendeschluss ist der 17. Oktober 2011.

Gewinner 9/2011 Eine Bistroschürze im Edelweisslook im Wert von 35 Fr. gewannen: Barbara Borer aus Laupersdorf, Antonia Caminada aus Vrin, Josef Niederberger aus Dallenwil, Serena Rüdisühli aus Schänis und Silvie Vienny aus St. Martin. Die Schürzen kann man auch via Internet bestellen: www.landwirtschaft.ch.

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 89


LANDLEBEN

Die Natur meint es gut mit uns EIN PLÄDOYER FÜR HAUSMITTEL Im letzten Jahrhundert mussten sich die Einwohner des Val d’Herens (VS) bei Krankheiten und Unfällen selber helfen, denn das Spital in Sion war sieben bis acht Stunden Fussmarsch entfernt und, da es keine Krankenkasse gab, sehr teuer. In diesem Umfeld blühte das Wissen um alle Arten von Hausmitteln. Germaine Cousin-Zermatten hat sie gesammelt.

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UFA-Revue: Wie kommt es, dass Sie soviel über Kräuter wissen? Germaine Cousin-Zermatten: Schon von frühester Kindheit an, mussten wir Kräuter sammeln gehen. Mein Vater schickte uns los und es wurde nur je eine Pflanzenart pro Tag gesammelt. So lernten wir die Pflanzen sehr gut kennen. Meine Mutter, die 14 Kinder zur Welt brachte, heilte uns mit Umschlägen, Kräutertees, Sirups, Salben oder Einreibemitteln. Diese Mittel wandte ich auch in meiner Familie und in meinem Umfeld an. In den 70er Jahren besuchte ich im Val d’Hérens 80- bis 90jährige Grossmütter, die mir spontan ihre Kenntnisse anvertrauten. Ich fand es schade, dass dieses Wissen verloren geht und so entstand mein erstes Buch «Gesundheitsrezepte unserer Grossmütter». Es gab dann Anfragen nach Kursen und ich begann dieses Naturwissen auch in Seminaren weiterzugeben.

liches Wunderkraut, das in der Schweiz selten vorkommt, heilt zusammen mit Meisterwurz und dem Weissen Adorn sogar Tuberkulose. Sehr schätze ich auch Beinwell (Wallwurz). Auch Salbei ist sehr nützlich. Ein französisches Sprichwort sagt, wenn man Salbei im Garten habe, könne man nicht sterben. Spitzwegerich kann sowohl als Heilpflanze als auch in Gerichten verwendet werden. Brennnesseln sind ebenfalls sehr reichhaltig. Wenn die Leute, um die vielen wertvollen Eigenschaften der Brennnessel wüssten, gäbe es an Wegrändern keine mehr zu finden.

Welches sind die Pflanzen, die Sie am meisten wertschätzen? Oh – da gibt es viele. Zum Beispiel Kicher-Tragant, ein eigent-

Wenn das Kopfweh nicht verschwindet? Hat man nach dem Essen Kopfweh, dann hat es mit der Verdauung zu tun. Dann soll man 1 Messerspitze Natron in

Stress ist heute weitverbreitet, ... Alle müssen immer schneller arbeiten, damit sie genügend Zeit für dieses und jenes haben. Früher hatte niemand eine Uhr. Verursacht Stress Kopfschmerzen wie Migräne, dann helfen rohe Kartoffelscheiben, die man sich an die Stirn pressen soll. Die Kartoffel ist übrigens ein wundervolles Heilmittel.

einem Glas auflösen und trinken. Und unmittelbar anschliessend ein Glas warmes Wasser mit Zitronensaft. Falls die Leber der Grund für Kopfschmerzen ist, soll man eine Tasse schwarzen Kaffee mit Zitronensaft, gezuckert oder ungezuckert, trinken. Für Ihre Hausmittel verwenden Sie auch ungewöhnliche Zutaten, die heute kaum mehr zu bekommen sind, zum Beispiel Murmeltierfett? Das ist doch kein Problem. Man muss einfach die Jäger nach Murmeltierfett fragen. Auch die Pflanzen findet man immer. Heutzutage sind alle Pflanzen zudem in Drogerien und Apotheken erhältlich. Hat die Heilung mit Hausmitteln auch mit Dran-Glauben zu tun? Ja sicher, Glauben braucht es immer. Ohne Glauben, keine Wirkung. Helfen Ihre Hausmittel auch Haustieren? 1997 war ich im Westschweizer Fernsehen regelmässig zu sehen und gab Tipps. Einmal rief eine Frau direkt in die Sendung an, weil sie Probleme mit einer jungen trächtigen Kuh hatte, die während Tagen nichts mehr gegessen hatte.

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LANDLEBEN

Die 86-jährige Walliserin Germaine Cousin-Zermatten findet, dass die Natur grosszügig sei und uns reich beschränkt.

Der Tierarzt wusste auch nicht mehr weiter. Nächstens würde die Kuh zur Schlachtbank geführt. Die Bäuerin beschrieb mir die Symptome. Meiner Meinung nach war die Kuh extrem gestresst und ihr Magen quasi durch Schleim blockiert. Also riet ich der Frau, sie solle je zwei grosse Flaschen à 1.5 l nehmen. Die erste Flasche fülle sie mit Wasser und einen grossen Löffel voll Natron, in die zweite Flasche solle sie Wasser mit dem Saft von vier oder fünf Zitronen füllen. Die Bäuerin soll zuerst die eine, dann die andere Flasche der Kuh einschütten und bis anderntags warten. Die Bäuerin machte das so wie ich gesagt hatte, schloss die Kuh in den Stall ein, nahm den Schlüssel mit, damit die Kuh nicht weggeführt würde. Am anderen Tag rief sie an und sagte, dass die Kuh wieder fresse. Sei nannte das Kalb «Espoir» (Hoffnung). Das ist eine schöne Anekdote. Ein anderes Mal rief eine Frau an und sagte, dass 80 % der gelegten Hühnereier kaputt seien. Die Eierschalen könne sie den Hühnern nicht zum Fressen geben, weil die Hühner dann alle Eier picken würden. Ich empfahl ihr aus gemahlenen Schneckenhäusern eine Mischung herzustellen und den Hühnern zu fressen zu geben. Das funktionierte super. Solche Sachen wussten unsere Grosseltern noch. Aber heute hat man keine Zeit mehr, um Schneckenhäuser zu sammeln? Heute hat man für alles Zeit. Wer eine Stunde vor dem Fernseher verbringen will, findet dafür auch Zeit. Es liegt an jedem selber, seine Zeit einzuteilen. JeUFA-REVUE · 10 2011

der hat 24 Stunden zur Verfügung. Gehen Sie auch selber zu einem Arzt? Ich gehe regelmässig zu Kontrolluntersuchungen. Im letzten Februar habe ich mich erkältet. Husten und Schnupfen konnte ich gut mit traditionellen Heilmitteln wie Zwiebelwickeln bekämpfen. Ich hatte aber immer noch Schmerzen in der Brust. Ich ging zum Arzt und er sagte, ich hätte den Beginn einer Angina pectoris. Ich fand das nicht weiter schlimm. Doch, doch, das sei sehr schlimm, insistierte der Arzt. Ich sagte ihm: Wissen Sie was, ich komme in drei Wochen wieder. Während dieser Zeit heilte ich mich mit Petersilien-Wein. Was wunderbar wirkte. Die Beschwerden waren weg. Wollen Sie das Rezept für Petersilien-Wein? Ja, gerne. Sie nehmen 1 l Rotwein, 3 EL Apfelessig, 300 g Honig und 1 grosser Strauss gekräuselter Petersilie. Die Petersilie hacken, zusammen mit dem Wein und dem Essig aufkochen. Ein bisschen auskühlen lassen, filtirieren und den Honig beifügen. Dann machen Sie eine Kur und nehmen dreimal täglich ein kleines Glas als Aperitiv. Petersilien-Wein stärkt das Herz und hilft bei Kurzatmigkeit. Lehnen Sie die konventionelle Medizin ab? Der Nachteil von pharmazeutischen Produkten oder auch von Operationen ist, dass sie immer Nebenwirkungen haben. In der Naturheilkunde verläuft der Heilungsprozess manchmal langsamer, aber ist von nachhaltiger und andauernder Wirkung. Zudem gibt es keine negativen Nebeneffekte. Die moderne Medizin schürt Angst. Es heisst

Bestellung: Bücher und DVD Ja, ich bestelle (Preis plus Versandspesen): Anzahl Gesundheitsrezepte unserer Grossmütter, deutsch Germaine Cousin-Zermatten, Rotten-Verlag, Preis: 29 Fr. Saveur et vertus des plantes sauvages, französisch, G. Cousin-Zermatten, R. Cousin, Editions Cabédita, 33 Fr. Tisanes bienfaisantes: Au gré des saisons et des âges, französisch, G. Cousin-Zermatten, Editions Cabédita, 20 Fr. Les bonnes soupes de nos grands-mères, französisch, Germaine Cousin Zermatten, Editions Cabedita, 23 Fr. Liqueurs apéritifs et sirops, französisch, Germaine Cousin-Zermatten, Editions Cabédita, 19 Fr. DVD: Germaine Cousin. Entretien au mayen, französisch, Jean-Robert Probst, Edition Cabédita, 19 Fr. (statt 20 Fr.) Vorname / Name Adresse PLZ / Ort E-Mail: Telefon Datum

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Einsenden an: Cousin, UFA-Revue, Theaterstrasse 15a, 8401 Winterthur. (Kein Rückgaberecht. Lieferung und Verrechnung über den jeweiligen Verlag)

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10 2011 · UFA-REVUE


LANDLEBEN meine Stiftung unterstützen. Haben Sie Kontakt zum Forschungszentrum Fougéres, das sich kanpp eine halbe Stunde Fahrzeit von St. Martin befindet und sich mit Heilpflanzen beschäftigt? Ja sicher. 2010 gründeten wir die Germaine Cousin-Zermatten-Stiftung mit dem Zweck Heilkräuter zu fördern und ein Gesundheitszentrum zu realisieren. Charly Rey, Forscher im Zentrum Les Fougères, ist bei uns im Vorstand. Charly Rey hat sich unwahrscheinlich verdient gemacht auf dem Gebiet des Heilkräuteranbaus. Ein weiteres Mitglied ist zudem der Biologe Alexandre Cotty. Wenn Sie mehr über unsere Pläne wissen wollen, consultieren Sie unsere Homepage.

dann, Sie müssen operieren, sonst … Der Mensch ist dann nicht mehr Eigner seiner selbst. Diese Ängste verunsichern. Schauen Sie mal, in meinem Dorf, wie unsicher sich die alten Menschen bewegen. Selbst mit einem Rollator, machen sie nur ganz kleine Schritte. Ich habe keine Angst, ich bin 86 Jahre alt und trete sicheren Schrittes auf. Was halten Sie von der Patentierung von Pflanzen? Ich bin dagegen. Die Schätze der Natur gehören allen. Wir sollen sie miteinander teilen und das Wissen darüber austauschen. Berücksichtigen Sie auch die chinesische Medizin oder andere Heilpraktiken? Nein, das kenne ich nicht. Ich nehme das, was ich von den Alten übernommen habe, was hier im Wallis wächst und sich bewährt hat. Wie viel kostet eine Konsultation? Ich stelle keine Rechnungen aus. Allenfalls gebe ich den Leuten einen Einzahlungsschein, dass sie mein Gesundheitszentrum und UFA-REVUE · 10 2011

T E L TZ URZ DE E J K AN R H FÜ IM IT ZE Die Kraft der Natur

für steht eit R E I h E RAMS Naturrein atz

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Wann werden Sie sich zur Ruhe setzen? Ich habe noch Projekte, die ich realisieren will. Zum Beispiel will ich in St. Martin dieses Gesundheitszentrum realisieren. Unsere Idee ist, dass die Leute ca. zehn Tage bei uns bleiben, ihren Körper entgiften und Energie und Kraft tanken können. Ein grosser Knackpunkt ist die Finanzierung. Das will ich noch auf die Reihe kriegen. Aber mit 90 gehe ich diesbezüglich in Pension, dann will ich Zeit auch noch für anderes haben. Haben Sie eine Nachfolge? Ja. Mein Sohn Raymond ist seit frühester Kindheit mit den Rezepten der Naturheilkunde vertraut. Er hilft mir Salben, Öle und Ur-Tinkturen herzustellen. Übrigens, auch mein siebenjähriger Enkel Philippe hilft mir beim Pflanzensammeln. 䡵

Danke für das Gespräch.

Interview Christian Hirschi und Daniela Clemenz, UFA-Revue, 8401 Winterthur www.germainecousin.ch

natürliche Landliebe

INF BOX INFO

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LESERREISE LANDLEBEN

Unter Zentralamerikas Sonne Gruppe A: 8. – 24. Januar 2012 | Gruppe B: 22. Januar – 7. Februar 2012

Bananen und Kaffee – Die Chancen stehen hoch, dass diese Produkte aus Costa Rica stammen. Costa Rica ist mit einer Jahresproduktion von 2.2 Millionen Tonnen nach Ecuador in Lateinamerika der zweitgrösste Bananenproduzent. In den Hochlandgebieten der Kordillieren, die Costa Rica und Panama durchziehen, kann man zudem den Kaffeeanbau hautnah erleben. Weniger bekannt, aber nicht minder uninteressant ist die Landwirtschaft in Nicaragua. Nicaragua – obwohl arm – ist potenziell ein reiches Land, es besitzt fruchtbare Böden und die grösste landwirtschaftliche Nutzfläche innerhalb Zentralamerikas. Die Kontinentalplattform bietet zudem ein hohes Potenzial für die Fischerei. Etwa ein Drittel der Arbeitskräfte ist in der Landwirtschaft tätig (29%) und verantwortlich für ein Fünftel des Volkseinkommens. Eine insgesamt exotische Welt, die aber dennoch viele Berührungspunkte zu unserem Alltagsleben hat.

Das Programm Sonntag, 8. Januar / 22. Januar 2012: Zürich – Frankfurt – Costa Rica Am Abend Flug mit Lufthansa und Condor via Frankfurt nach Costa Rica. Montag, 9. Januar / 23. Januar 2012: San José Ankunft am Morgen in San José. Transfer ins Hotel, mit Garten, Swimmingpool und Sicht auf die umliegenden Vulkane. Unterkunft für zwei Nächte. Am Nachmittag Stadtrundfahrt durch die Hauptstadt mit Besuch des Goldmuseums und des Nationaltheaters. Dienstag, 10. Januar / 24. Januar 212: Vulkan Poás–Kaffeeplantage Fahrt durch fruchtbare Hügel hinauf zum Vulkan Poás mit seinem riesigen Krater und herrlichster Aussicht aufs Tal. Spaziergang zum Nebenkrater und durch den Nebelwald. Mittagessen bei der Schweizer Familie Roland Zbinden. Am Nachmittag interessante Führung durch die familieneigene Kaffeeplantage. Mittwoch, 11. Januar / 25. Januar 2012: San José – Schnittblumen – Sarapiqui – Bananenplantage Fahrt durch den Braulio Carillo Nationalpark. In Guácima Besuch von Costa Flores, grösste Exportfirma für tropische Schnittblumen mit eigenem botanischen Garten. Weiterfahrt nach Puerto Viejo de Sarapiqui, wo das Nogal Projekt – Bananenplantage mit Abpackstation, von der Migros in Zusammenarbeit mit Chiquita ins Leben gerufen – besucht wird. Unterkunft für zwei Nächte in Sarapiquí. Donnerstag, 12. Januar / 26. Januar 2012: Ananasplantage–Schokoladentour Am Vormittag Besuch der biologisch produzierenden Ananasplantage Finca Corsicana. Danach geht es ins Tirimbinareservat mit einer «Schokoladentour». Information über die Kakaopflanze bis hin zur Herstellung von Schokolade. Gelegenheit zu einer kurzen Wanderung innerhalb des Privatreservates.

Freitag, 13. Januar / 27. Januar 2012: Sarapiqui – Betriebsbesichtigung – La Fortuna Nach dem Frühstück Fahrt durch die nördliche Tiefebene. Unterwegs Halt in Muelle und Besuch eines genossenschaftlichen Betriebs von Rio Cober mit Rinder- und Schweinezucht sowie Milchproduktion. Mittagessen mit hauseigenem Qualitätsfleisch. Gegen Abend Ankunft in La Fortuna, in der Nähe des noch aktiven Vulkans Arenal. Unterkunft für zwei Nächte in La Fortuna. Samstag, 14. Januar / 28. Januar 2012: Cano Negro Schutzgebiet Bootsfahrt durch die Feuchtgebiete des Caño Negro Schutzgebietes mit ihrer grossen Vogelvielfalt. Sonntag, 15. Januar / 29. Januar 2012: Arenal – Pequena Helvetia–Tamarindo Fahrt entlang des Arenalsees zum Landwirtschaftsbetrieb des ausgewanderten Schweizers Franz Ulrich nach Klein-Helvetien (Privatbahn, Drehrestaurant mit unglaublicher Sicht auf den Vulkan Arenal). Nach dem Mittagessen Weiterfahrt nach Tamarindo, an der Westküste gelegen. Unterkunft für zwei Nächte. Montag, 16. Januar / 30. Januar 2012: Guanacastekische Folklore – Baden Besuch einer Genossenschaft in Santa Cruz mit Einblick in die Guanacastekische Kultur und Küche. Vorführung einheimischer Musik und Tänze. Typisches Mittagessen. Am Nachmittag Zeit zum Baden im Pazifischen Ozean. Dienstag, 17. Januar / 31. Januar 2012: Tamarindo – Rincon de la Vieja Nach dem Frühstück Fahrt in Richtung Rincon de la Vieja. Ankunft am Nachtmittag, Thermalquellen, Natursauna. Übernachtung für einen Tag. Mittwoch, 18. Januar / 1. Februar 2012: Liberia – Precious Woods – Grenzübergang nach Nicaragua Am Morgen Besuch des Tropenwaldes und der Anpflanzungen von Precious Woods. Nach dem Mittagessen Weiterfahrt in Richtung Grenze und Übertritt nach Nicaragua. Weiterfahrt entlang des riesigen NicaraguaSees in die alte Kolonialstadt Granada. Unterkunft für vier Nächte in Granada. Donnerstag, 19. Januar / 2. Februar 2012: Ometepe – Genossenschaft Magdalena in Ojo de Agua Fahrt zur Hafenstadt San Jorge. Mit der Fähre zur Vulkaninsel Ometepe, bekannt für seine Petroglyphen (Steinbilder/Skulpturen). Weiterfahrt zur Genossenschaft Magdalena mit ökologischem Kaffeeanbau und Tourismus. Bademöglichkeit im frisch-blauen Wasser.

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LESERREISE LANDLEBEN Freitag, 20. Januar / 3. Februar 2012: Granada – Hacienda Ecolodge Besichtigung der Kolonialstadt Granada mit dem historischen Zentrum der ältesten Stadt des amerikanischen Kontinents. Danach Fahrt zum bekannten Badeort San Juan del Sur zur Morgan’s Rock Hacienda und Ecolodge. Informationen über das Wiederaufforstungsprojekt, die Produktion von Lebensmitteln und über eine Schmetterlingszucht. Samstag, 21. Januar / 4. Februar 2012: Granada – Getreidefarm – Finca Enenezer – Isletas Besichtigung eines kleinen Bauernbetriebs, der Mais, Yucca und Reis anbaut. Anschliessend Fahrt zu einer Biofarm mit Projekten zur Nutzbarmachung von Ackerland und Aufforstung. Auf dem Nicaragua See Bootsfahrt durch die tropischen «Isletas» von Granada, wobei man die üppige Vegetation und Vogelwelt beobachten kann.

Montag, 23. Januar / 6. Februar 2012: San José – Frankfurt Am späteren Morgen Abflug ab San José in Richtung Europa. Dienstag, 24. Januar / 7. Februar 2012: Frankfurt – Zürich Am frühen Morgen Ankunft in Frankfurt. Umsteigen und Weiterflug nach Zürich, mit Ankunft um 08.20h.

Die Leistungen Im Pauschalpreis von 5270 Fr. (Zuschlag Einzelzimmer 690 Fr.) sind folgende Leistungen eingeschlossen: • Flüge gemäss Programm mit der Lufthansa und Condor in Economyklasse sowie Lacsa Airlines. • Unterkunft in guten Mittelklass-/Erstklasshotels. Basis Doppelzimmer mit Bad oder Dusche/WC. • Während der ganzen Reise reichhaltiges Frühstück, Halbpension + zwei Essen. • Alle Transfers und Rundfahrten, Stadtrundfahrten, Eintritte, gemäss Programm. • Alle fachlichen Besuche mit spezieller Führung. • Fachliche Begleitung durch die Agronomen Hansruedi Henggeler (Gruppe 1) und Catherine Marguerat (Gruppe 2) • Alle Flughafentaxen. • Terra Travel Reiseleitung. • Ausführliche Reiseunterlagen. Nicht eingeschlossen sind: • Die nicht erwähnten Mahlzeiten, Getränke, persönliche Auslagen, Trinkgelder • Annullationskostenversicherung/Assistance UFA-REVUE · 10 2011

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Formalitäten Für diese Reise benötigen Schweizer Bürger einen noch 6 Monate über das Rückreisedatum hinaus gültigen Reisepass. Anmeldung Die Teilnehmerzahl ist beschränkt und die Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtig. Anmeldeschluss 17. Oktober 2011. Anzahlung Nach dem Anmeldeschluss erhalten alle Teilnehmer/innen eine Bestätigung mit Einzahlungsschein für die Anzahlung von 800Fr. pro Person.

Allgemeine Hinweise Klima Beste Reisezeit für Costa Rica/Nicaragua ist vom Dezember bis April, da herrscht Trockenzeit, es regnet wenig. Die Temperaturen im Januar und Februar bewegen sich zwischen 22 und 35°C. In den höheren Lagen/Bergregionen wird es tagsüber nicht so heiss, bis rund 24°C und kann nachts bis zu 14°C abkühlen.

Anmeldetalon

Sonntag, 22. Januar/5. Februar 2012: Granada – Managua – San José Auf dem Weg zum Flughafen von Managua Halt im hübschen Dorf Catarina mit herrlicher Aussicht auf den Kratersee Laguna de Apoyo. Besuch bei einem Pflanzenzüchter mit grossem Wissen über Zentralamerikas Flora. Weiter via San Juan de Oriente, bekannt für seine Töpferwaren in die Nähe des Vulkans Masaya. Am späteren Nachmittag Flug von Managua nach San José. Unterkunft und Abendessen.

Annullation Bei Annullation bis 2 Monate vor Abreise werden 50 %, bei späterer Abmeldung 80 % und am Abflugstag 100 % des Pauschalpreises in Rechnung gestellt. Wir empfehlen den Abschluss einer Annullationskostenversicherung kombiniert mit Assistance à 83 Fr. pro Einzelperson oder 159 Fr. für zwei Personen  oder Familien.

Organisation/ Durchführung Terra Travel + Consulting AG Schaffhauserstrasse 89 8042 Zürich  044 363 23 10 Spezialist für Landwirtschaftsreisen.

Anmeldetalon zur UFA-Revue-Leserreise nach Zentralamerika so schnell wie möglich bis 17. Oktober 2011 einsenden an: UFA-Revue, Reise Zentralamerika, Postfach, 8401 Winterthur 1. Name (gem. Pass)

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Farbenprächtige Früchtchen ZIERGEHÖLZE trumpfen nicht nur mit lieblichen Blüten und hübschem Blattwerk auf. Manche haben auch attraktiven Beerenschmuck zu bieten. Sie malen fröhliche Farbtupfer auf kahle Zweige und erfreuen eine bunte Vogelschar. Pflanzzeit ist ab Herbst bis im Frühjahr bei frostfreiem Boden.

Das Pfaffenhütchen schmückt sich mit attraktiven Früchtchen, die giftige Samen enthalten. Bild: Peter Rühl/pixelio.de

Edith Beckmann

Leuchtend lila brillieren die Beeren der Schönfrucht (Callicarpa). Sie blinzeln im Oktober unter einem gelborangen Blätterdach hervor. Nach dem Laubfall schmücken die zahlreichen, Pfefferkorn grossen, allerdings giftigen Früchtchen die kahlen Äste bis tief in den Winter hinein. Das robuste Gehölz wird kaum zwei Meter hoch und gedeiht auch in Trog oder Kübel.

Immergrüner Kraftprotz Mit der Mahonie kommt Blau ins Spiel. Sie ist ausgesprochen hart im Nehmen und das ganze Jahr attraktiv. Im Winter, wenn andere Laubgehölze kahl sind, strotzt sie mit sattgrünen, wie mit Lack überzogenen Blättern. Die sind allerdings mit wehrhaften Stacheln bestückt. Im Frühling verbreiten sonnengelbe Blütenbüschel lieblichen Duft, der Bienen zum Nektarmahl lockt. Ab August färben sich die grünen Beerchen blau bereift wie Heidelbeeren. Sie können zu säuerlichem, kräftig rotem Gelee eingekocht werden.

Die lila Beerchen der Schönfrucht malen fröhliche Farbtupfer ins Wintergrau und die orangefarbenen Sanddornbeeren sind wahre Vitamin-CBomben. Die Mahonie, blaue Beeren, haben immergrüne, dornige Blätter. Bilder: Daniel Stricker/pixelio.de, C. Nöhren/pixelio.de, PdM

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Robuster Vitaminlieferant Ein beerenstarker, immergrüner Strauch mit silbrig überhauchten Blättchen ist der einheimische Sanddorn. Er gedeiht selbst in kargem Boden und eignet sich sogar prima zur Hangbefestigung. Bis tief in den Winter haften die orangen Früchtchen am dornigen Gehölz. Und die haben es in sich: Sanddorn ist – nach Hagebutten – die reichhaltigste Quelle von natürlichem Vitamin C! Allerdings spriessen die Beerchen nur am weiblichen Strauch. Für die Befruchtung benötigt Sanddorn deshalb einen männlichen Partner. Ausnahme: Die selbstfruchtende Sandora hipparth.

Futter für Vögel Seine kardinalroten Fruchtkapseln erinnern an die Kopfbedeckung katholischer Geistlicher. Deshalb heisst der einheimische Spindelstrauch «Pfaffenhütchen». Im Herbst öffnen sich die Früchtchen und knallorange Samen quellen hervor. Sie laden Rotkehlchen und andere Vögel zum Festmahl ein. Ihnen können die giftigen Samen nichts anhaben. Kinder sind jedoch ausdrücklich zu warnen, denn das anspruchslose Gehölz gedeiht auch wild am Waldesrand. 䡵

Grüne Tipps für den Nutzund Ziergarten • Als Gründüngung auf abgeernteten Beeten Nüsslisalat, Spinat, Roggen oder Senf säen. Letzterer nicht nach Kohlgewächsen, andernfalls werden Schädlinge und Krankheiten begünstigt! • Endivie zum Bleichen gestaffelt zusammenbinden – oder einen Topf über den Salat stülpen. • Rhabarber zur Vermehrung ausgraben, teilen und die Wurzelstücke neu einsetzen. • Spargellaub eine Hand breit über dem Boden abschneiden und vernichten, damit keine Pflanzenkrankheiten übertragen werden. • Kartoffeln, Äpfel und Tomaten halten sich länger im Keller, wenn man sie auf Brennnesselblätter bettet. • Rasen weiterhin mähen, denn kurz geschnitten überwintert er besser. Wo noch nicht erledigt: Die Herbstdüngung ist fällig!

Autorin Edith Beckmann, Freie Journalistin BR aus Frauenfeld (TG), leidenschaftliche Gärtnerin mit Wurzeln in der Landwirtschaft.

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1023 Crissier/Lausanne*


REZEPT LANDLEBEN

Vorbereitung ist das A und O FEINE KÜCHE Im November lässt die Hektik in Feld und Stall nach und die Bäuerin Therese Bühler-Brunner nimmt sich Zeit, aufwendigere Menüs zu kochen, realisiert Rezeptideen ihrer Mutter (Hackbraten) und durchstöbert Kochbücher. Meistens geben die Vorbereitungen mehr Arbeit, als das Kochen oder Backen selber. Muettis Hackbraten 750 g Metzgerbrät 3 Eier 11⁄2 Zwiebel 1 Lauch 6 Kabisblätter 4 Brotscheiben (ohne Rinde) Bratfett 31⁄2 – 4 dl Milch 3 Handvoll Haferflöckli 4 EL Mehl Bratensauce und Wasser Das Brät würzen und mit den Eiern gut durchmischen. Zwiebel, Lauch und Kabisblätter fein schneiden und zusammen mit Brotwürfel im Bratfett langsam dämpfen. Mit der Milch ablöschen, einziehen und auskühlen lassen. Die Masse mit dem Brät und Haferflocken und Mehl gut durchkneten. In den Kühlschrank stellen, bis die Masse vollständig erkaltet ist. Einen Hackbraten (oder auch Hack-Tätschli) formen. Gut anbraten. Mit Bratensauce ablöschen und ca. 1 ½ Stunden in der Sauce köcheln lassen. Die Bäuerin nimmt sich gerne Zeit, um in Kochbüchern zu stöbern.

UFA-REVUE · 10 2011

Pflümli-Torte Meringues-Böden 125 g Eiweiss 175 g Zucker 1 Prise Salz 75 g Zucker Schokoladeglasur Eine Meringues-Masse herstellen. Zwei Meringue-Böden im Durchmesser von einer Springform dressieren. Backen bei 150 °C Umluft, 35 Minuten. Die Böden drehen und nochmals 35 Min. trocknen lassen. Erkalten lassen und mit Schokoladenglasur bestreichen.

Biskuit 4 Eier 2 EL warmes Wasser 150 g Zucker, 1 Prise Salz 10 g Kakao- und 30 g Schoggipulver 120 g Mehl Aus den Zutaten eine Biscuitmasse herstellen. Backen: 200°C, 20 Min. Das Biscuit zweimal durchschneiden, ergibt drei Tortenböden (ein Tortenboden bleibt übrig und kann tiefgekühlt werden.) 1.5 dl Pflümli-Zuckersirup Ca. 7. 5 dl Rahm, geschlagen Schokoladestreussel Schichten: 1.Meringue-Boden, 2. Schlagrahm, 3.Biscuitboden (mit Pflümli-Zuckersirup beträufeln), 4.Schlagrahm, 5.Meringue-Boden, 6.Schlagrahm, 7.Biscuitboden mit Pflümli-Zuckersirup und mit einer 8.Schlagrahm abschliessen. Den Tortenrand mit Schlagrahm einstreichen und mit Schokoladenstreusel einstreuseln. Mit Schokoladepulver bestäuben und Schlagrahm garnieren. Kühl stellen. 䡵 Therese Bühler lernte BäckerinKonditorin, entsprechend fein sehen ihre Torten aus.

Die Bäuerin Therese Bühler-Brunner (35) bewirtschaftet mit ihrem Mann Martin und den drei Töchtern (Angela 13, Jenny 12, Stefanie 9) einen 28ha-Mutterkuhhaltungsbetrieb in Laupen (ZH). Sechsmal im Jahr backt sie für den «PuuräMärt», der vor der LANDI in Wald (ZH) stattfindet. Ihre Brote und ihr Gebäck sind immer ausverkauft. Jeweils liefert sie auch das Dessertbuffet für den Catering-Service des Dorfmetzgers. Speziell gewünscht ist meistens die feine Pflümlitorte. Wann immer Therese Bühler Zeit findet, zieht es sie in die Berge. Klettern ist ihre grosse Leidenschaft. «Das tut gut und hilft den Kopf zu durchlüften», erklärt die sportliche Bäuerin. 101


ICH BIN GERNE BAUER LANDLEBEN

Weg dynamisch weitergehen

Christian Murer (25) aus Recherswil (SO).

«Landwirt ist ein schöner Beruf».

102

Die Landwirtschaft ist in Bewegung. Die Konsumenten wollen immer billigere, aber qualitativ hochstehende Lebensmittel. Die Agrarmärkte verunsichern durch Preisvolatilitäten und die Agrarpolitik reformiert sich zurzeit. Wer weiss das besser, als die jungen Bauern, die eben ihr Diplom als Meisterlandwirt erhalten haben. In einer dicken Betriebsstudie entwarfen sie Zukunftsszenarien für ihren Betrieb, stellten Berechnungen an, prüften die gesetzlichen Leitplanken und schätzten Absatzpotenziale. So auch der 25-jährige Christian Murer für den 17-ha grossen elterlichen Betrieb. Dieser ruht auf vier Standbeinen: Milchwirtschaft, Legehennen, Ackerbau und Solardach. Christian Murer berechnete für die Betriebsstudie eine zukünftige Variante mit 18 000 Legehennen, was nicht nur Investitionen für den Betrieb bedeutet, sondern auch raumplanerisch die Umwandlung der Landwirtschaftszone in eine Spezialzone zur Folge hätte. Noch liegt die Realisierung der Betriebsstudie in der Ferne. Die Hofübergabe steht noch nicht morgen oder übermorgen an. Die Mithilfe des jungen Meisterbauern auf dem Betrieb ist jedoch sehr willkommen. Zudem werden Ideen und Projekte für den Betrieb gemeinsam ausdiskutiert und angepackt. Willkommen ist Christian Murer auch bei einem Lohnunternehmer, für den er regelmässig arbeitet. «Ich bin gerne Bauer», erklärt Christian. Der Beruf sei abwechslungsreich und vielfältig. Schön sei die Selbstständigkeit. Die Ausbildung zum Meisterbauer fand Christian sehr gut. Der modulare Aufbau der Betriebsleiterschule sei den eigenen und betrieblichen Interessen entgegen gekommen. Zudem hätten sie in der Klasse einen wunderbaren Zusammenhalt gehabt und gemeinsam gelernt. Der junge Meisterbauer ist stolz auf seine Eltern und den Betrieb. In den letzten 25 Jahren sei viel investiert worden und der Betrieb habe sich positiv entwickelt. Diesen Weg wolle er weitergehen. dc

10 2011 · UFA-REVUE


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Zu diesen Themen lesen Sie mehr in der nächsten Nummer

Warum nicht eine Aktiengesellschaft?

Unfallverhütung im Wald

Die Bodenfruchtbarkeit fördern

Die Pansenfüllung verrät es

Allein mit Kindern und Haushalt

Bei kapitalintensiven Betriebszweigen wie bei einem Lohnunternehmen ist es manchmal empfehlenswert, eine Aktiengesellschaft zu gründen.

Viele Landwirte beginnen demnächst mit der Holzernte. Damit das Holzen nicht zum Albtraum wird, braucht es eine Vorbereitung und Planung.

Die Wahl der Bodenbearbeitung wie Pflug oder Direktsaat beeinflusst im hohem Masse die organische Substanz und Bodenfruchtbarkeit.

Fütterungsversuche zeigen, dass sich Kühe, die später Probleme machen können, schon unmittelbar nach dem Abkalben erkennen lassen.

Die Juristin Esther Lange und der Berater Cornel Rimle redeten mit getrennt-lebenden und geschiedenen Bauern.

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Impressum UFA-Revue Die Mitglieder-Fachzeitschrift der fenaco-LANDI Gruppe. Die Ausgaben Nr. 1, 3, 5, 7-8, 9 und 11 erscheinen mit im Abonnement inbegriffener Beilage des LANDI-Contact. Diese Ausgabe erscheint mit der Sonderbeilage «Bauen und Renovieren». ISSN 1420-5106 Herausgeber fenaco Genossenschaft, Erlachstrasse 5, 3001 Bern

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