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Fachzeitschrift der fenaco-LANDI Gruppe • www.ufarevue.ch • 9 / 2010

Merkblatt Raumplanung Heftmitte

Fendt «211 Vario» im Praxistest Seite 24

Getreide: Anbau auf Markt ausrichten Seite 44

So würde der Tierarzt füttern Seite 76


Ernten mit

Volles Programm In Flawil SG baut AGRAR Ladewagen, die auch Ihre Wünsche voll erfüllen. Wählen Sie das Ladesystem, welches Ihren Fütterungsanforderungen entspricht. Ob Tief- oder Hochlader, ob wenig oder viele Messer, ob Scherengitter oder Festaufbau, AGRAR baut Ihren Ladewagen so wie Sie ihn gerne haben möchten.

AGRAR Ladewagen – 5 Baureihen von 17 – 65 m3 Inhalt

JUMBO

BISON

Übrigens: AGRAR baut auch Aufbereiter und Ballen-Ladegeräte

LEON

4147 9249 9204 9212 5644 6340 3123 9606 6130 8505 6112 5074 6145 8500 5324 8214 1735 3365 2575 6289 4624 3615 6016 3324 4434 5502 9423 8722 5054 8934 3197 7302 3148 6014 9562 9548 5634 8308 9313 8867 8587 6370 8197 6026 9445 9424 3647 6221 6418 3088 9494 8834 3433 4911 5707 9475 5643 9042 6210 1713 3555 6314 8476 8730 3665 9057 9303 3532

Aesch, Brunner Landmaschinen Algetshausen, Erwin Schedler, Mech. Werkstätte Andwil, Sutter GmbH, Traktoren & Landmaschinen Arnegg, Keller Landtechnik AG Auw, Alfred Herr, Mech. Werkstatt Baar, Wismer Landtechnik Belp, Stucki Landmaschinen AG Bütschwil, Franz Bachmann AG Daiwil-Willisau, Hans Kronenberg Dettighofen, H. + E. Roth AG Doppleschwand, Lingg Agrartechnik AG Eiken, Hermann Schweizer Fischbach, Josef Imbach, Landmaschinen Frauenfeld, A. Hilzinger AG Full-Reuenthal, Kämpf Heinz Gächlingen, GVS Agrar Agrowerkstatt Giffers, Felix Jungo, Landmaschinen Grasswil, LMG Landmaschinen AG Hagneck, Dubler Agrar-Service Hämikon, Bucher Agro-Technik AG Härkingen, Studer & Krähenbühl AG Heimenschwand, Hans Roth Hellbühl, Gustav Amrhyn AG Hindelbank, Käser Agrotechnik & Co. Hölstein, Werner Gysin Hunzenschwil, Odermatt Landmaschinen AG Jonschwil, Technik Center Jonschwil AG Kaltbrunn, Steiner Berchtold AG Kirchleerau, Peter Roos AG Knonau, Hausheer & Sidler AG Kriechenwil, Hämmerli AgroTech AG Landquart, Kohler Landmaschinen AG Lanzenhäusern, Staudenmann AG Littau, Josef Rüedi, Mech. Werkstätte Märwil, Märla AG Matzingen, Fritz Schneider AG Merenschwand, Bucher Agrotechnik AG Mesikon-Illnau, Gujer Landmaschinen AG Muolen, Bruno Ebneter Niederurnen, Pfeiffer AG Oberaach, Jakob Hofer Landmaschinen Oberdorf NW, Schallberger AG Rafz, René Matzinger, Landmaschinen Rain, Burkart Landmaschinen GmbH Rebstein, LV-Maschinencenter Rebstein AG Rheineck, Lantech AG Reutigen, Burger Reutigen AG Rickenbach, Sebastian Müller AG Rothenthurm, Martin Moser, Landmaschinen Rüeggisberg, Ramseyer Landtechnik AG Schaan FL, Wohlwend Damian Anstalt Schindellegi, Albert Schuler Schwanden BE, Anton Siegenthaler Schwarzhäusern, Gerber & Reinmann AG Seengen, R. Sandmeier AG Sevelen, LV Maschinencenter Sevelen AG Sins, Paul Burkhardt Speicher, Rüsch AG Sursee, Paul Furrer, Landmaschinen St. Antoni, GABAG Landmaschinen AG Trubschachen, Alfred Wingeier Unterägeri, Karl Merz-Gabriel Unterstammheim, Brack Landmaschinen AG Uznach, Technikcenter Uznach AG Wattenwil, Paul Wenger, Landmaschinen Weissbad, Josef Fuchs, Landmaschinen Wittenbach, LV-Maschinencenter Wittenbach AG Zäziwil, Herrmann Ueli & Ruedi GmbH

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INHALTSVERZEICHNIS EDITORIAL Ferkelkisten bieten Flexibilität in der Aufzucht und die Krankheitsausbreitung wird unterbunden.

Roman Engeler

FENACO AKTUELL

Bild: Roman Engeler

Millionen für die Verarbeitung von Landesprodukten Kartoffeln, Obst und Gemüse

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Verwaltungsbeschlüsse Auf ein Wort

4 5

MANAGEMENT

Mehrwertsteuer Wenn man die Umsatzgrenzen bei der Mehrwertsteuer nicht beachtet, kann dies sehr schnell sehr teuer werden.

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Stillstand heisst Rückschritt Investitionen in Käsereien

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Kurzmeldungen Rechtsformen prüfen Rechnungen, Verzugszins, Bussen Frage des Monats Merkblatt Raumplanung

9 10 14 16 47

LANDTECHNIK Neues und Bewährtes sinnvoll kombiniert Praxistest zum «Metrac G5 X» von Reform

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Kurzmeldungen Neue Generation der «Lexion» Mähdrescher von Claas Bodenbearbeitung von Vogel&Noot neu bei Serco Landtechnik Fendt «211 Vario» im Praxistest Wettbewerb über die Ladewagen von Pöttinger Pöttinger Mähwerkskombination mit «alpha-motion» Produktneuheiten

19 21 22 24 26 28 30

Technik mit Bewegung Bei Frontmähwerken ist eine optimale Bodenanpassung der Maschine das wohl entscheidende Kriterium.

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PFLANZENBAU Kartoffel Einige Worte zur Ernte

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Kurzmeldungen Holunderblüten: Produktion in der Schweiz Mais: Genaue Kalkulation wichtig Hofdünger: Fruchtbarer Boden mit Diabassteinmehl Getreide: Aussaat der Nachfrage anpassen Feldtag: Europäischer Weizenanbau im Vergleich Mais: Silierreife nicht verpassen

35 36 40 42 44 52 56

NUTZTIERE Der Nachfrage anpassen Im Interesse guter Absatzmöglichkeiten von Brotgetreide sind die Vorgaben der Vermarkter zu berücksichtigen.

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Milchwirtschaftliche Exkursion nach Bayern und Vorarlberg

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Kurzmeldungen Bio-Seite: Zwei 4000er Ställe innert vier Jahren UFA aktuell: Die Seiten für den Tierhalter Melkhygiene: Reinigungs- und Desinfektionsmittel im Überblick Mutterkuhhaltung: Lohnt sich Kraftfutter? UFA W-FOS: Fünf Jahre Erfahrung belegen höhere Effizienz Baby-Pig: Puffer für Abferkelbetriebe Mikrobiologische Futteranalysen: Was bringt das? Kälberaufzucht: So würde der Tierarzt füttern Oft unterschätzt: Harnwegsinfektionen bei Sauen

59 60 61 66 68 71 72 74 76 78

LANDLEBEN Weide ist nicht genug In der Mutterkuhhaltung lassen die schlachtreifen Absetzer bezüglich Schlachtqualität oft zu wünschen übrig.

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Verschiedenen Berichten zufolge bewegen sich heuer die weltweiten Ernten eher auf mittlerem, wenn nicht auf unterdurchschnittlichem Niveau. Entgegen ursprünglicher Annahmen zeichnet sich speziell beim Weizen eine Lücke ab: Das Angebot soll nämlich die Nachfrage nicht decken. Nach marktwirtschaftlicher Lehre würde dies zwangsläufig einen Anstieg der Produzentenpreise zur Folge haben, was die Praxis nun auch bestätigt: Innerhalb eines Monats sind die Weltmarktpreise für Weizen um rund 50% gestiegen. Trotz den Ernteeinbussen rechnen Fachleute (noch) nicht mit einer generellen Versorgungskrise. Zu hoch seien momentan die weltweiten Vorräte. Für diesen Preisanstieg seien vielmehr spekulative Aktivitäten an den Terminmärkten verantwortlich, wird da und dort behauptet. Dem wiederum entgegnet der oberste Chef eines bekannten internationalen Lebensmittelkonzerns: «Der Einfluss von Agrarspekulanten wird völlig überschätzt». Nichtsdestotrotz ist es stossend, dass Spekulanten mit lebensnotwendigen Gütern ihr Spiel treiben. Zwar mag dies in der Phase eines Preisanstiegs für die Landwirte durchaus interessant sein, aber nachhaltig sind solche Entwicklungen in den wenigsten Fällen. Viel ändern kann man daran wohl nicht. Im Gegenteil, die Bestrebungen nach noch offeneren Grenzen heizen diese Geschäfte zusätzlich an.

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AKTUELL FENACO

Millionen für die Verarbeitung von Landesprodukten KARTOFFELN, OBST UND GEMÜSE Die fenaco-LANDI Gruppe verarbeitet und lagert Landesprodukte und sichert damit den Bauern den Produkteabsatz. Im heutigen Marktumfeld zu bestehen ist eine grosse Herausforderung.

Fritz Stucki

Schweizer Bauern produzieren jährlich zwischen 400 000 bis 500 000 t Kartoffeln, 200 000 t Kern-, Steinobst und Beeren sowie 300 000 t Gemüse. Die Schweizer Konsumenten schätzen das einheimische Angebot. Es ist qualitativ hochstehend und besticht dank nachhaltiger Anbaustrategien und

modernsten Lager- und Verarbeitungsanlagen sowie kurzer Transportwege durch Frische und Geschmack. Der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Willy Gehriger, hat es in «Auf in ein Wort» (Seite 5) nachdrücklich betont, die Vermarktung der Ernten von landwirtschaftlichen Produkten ist und bleibt ei-

ne wesentliche Tätigkeit innerhalb der fenaco. Das sind keine leeren Worte, denn dieses Engagement hat die fenaco-LANDI Gruppe im Zusammengehen mit der Union Fruits SA in Charrat (VS) und der Steffen-Ris AG in Utzenstorf (BE) eindrücklich unterstrichen. Die fenaco-LANDI Gruppe ist sich diesbezüglich der Erwartungshaltung und Verantwortung gegenüber ihren bäuerlichen Produzenten und ihren Kunden bewusst. Im heutigen Marktumfeld zu bestehen ist eine tägliche Herausforderung. Voraussetzung dafür sind leistungsfähige, mit modernen Anlagen und Lagern versehene Dienstleistungszentren.

Im Kernobst- und Beerensektor investiert die fenaco-Tochter Union Fruits SA in Charrat 15 Millionen Franken in ein von Grund auf neu gebautes Kernobstleistungszentrum. Der Spatenstich erfolgt im Herbst 2010. Die Inbetriebnahme ist für die Erntesaison

Die Übernahme und Aufbereitung von Kartoffeln ist eine der Kernkompetenzen der fenaco-LANDI Gruppe.

VERWALTUNG FENACO CONSEIL D'ADMINISTRATION

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Charrat (VS) und Perroy (VD) Die Verwaltung fenaco hat an ihrer Juli- und August-Sitzung beschlossen, 31 Mio. Fr. in einen Neubau in Charrat (VS) und die Erneuerung des Betriebes in Perroy (VD) zu investieren. Der Neubau der Sortier- und Abpackhalle bei der Union Fruits SA in Charrat für 15 Millionen Franken ist in einemProduktionsgebiet von rund 12 000 t Äpfeln. Die Sortier- und Abpacktätigkeit für Birnen bleibt am heutigen Standort bestehen. Baubeginn ist im Herbst 2010

und die Inbetriebnahme auf die Ernte 2011 geplant. Die Erneuerung des Betriebs «Léman Fruits» in Perroy für 16 Millionen Franken drängt sich auf, datieren doch die alten Gebäude und Kühler aus dem Jahr 1966. Die Ernte der Apfelproduzenten der Genossenschaft «fruitière lémanique» von rund 10 000 t und weitere Sortier- und Abpackaufträge lassen sich mit dem Neubau problemlos bewältigen. Baubeginn ist Ende Jahr und die Inbetriebnahme im Herbst 2011 vorgesehen.

Waldegg bei Zollbrück (BE) Die Verwaltung fenaco hat an ihrer Juli-Sitzung für das Neubau-Projekt der LANDI Region Langnau AG am Standort «Waldegg» bei Zollbrück einen Kredit von 9.8 Millionen Franken bewilligt. Das Bauprojekt Waldegg, ein «LANDI-Marktplatz», auf einer Fläche von 11 300 m2 umfasst einen LANDI-Laden mit Agrola-Tankstelle und TopShop sowie eine Waschanlage und den Agrarteil. Baubeginn ist im Herbst 2010, die Eröffnung auf Frühjahr 2011 geplant. 9 2010 · UFA-REVUE


AKTUELL

NATS ES MO IS D D L I B DU MO PHOTO

FENACO AUF EIN WORT EN UN MOT

Modernes Leistungszentrum Kernobst in Sursee Die Obsthalle am Standort Münchrüti in Sursee (LU) wurde für 9.4 Mio. Fr. saniert und präsentiert sich am 3. September, an der offiziellen Eröffnung, als zukunftsgerichtetes und leistungsfähiges Kernobstzentrum. Der Einbau einer modernen Aufbereitungsanlage für Äpfel und Birnen, verspricht eine effiziente Übernahme, Lagerung und Aufbereitung der Zentralschweizer Obstproduktion.

Herbst 2011 geplant. Im gleichen Zeitraum erfolgt die Modernisierung des bestehenden Betriebs Léman Fruits in Perroy (VD). Dafür werden 16 Millionen Franken aufgewendet. «Léman Fruits» hat hierzulande durch seine Marken, vor allem durch die Apfelmarke «Golden

Victor», einen grossen Bekanntheitsgrad. «Golden Victor» werden mehrheitlich nach Frankreich exportiert und sind schweizweit die einzige Obstmarke, die im Export von Äpfeln mengenrelevant sind. Die Investitionen in der Westschweiz erfolgen nicht ohne Grund, Fortsetzung Seite 6

TERMINE AGENDA Tag der offenen Tür Halag Chemie AG Samstag, 11. September 2010 in Aadorf (TG) 10.00 – 16.00 Uhr Besichtigung Neubau und Festwirtschaft

Die bestmögliche Vermarktung der Ernten und der landwirtschaftlichen Produkte ist und bleibt eine der wesentlichen Tätigkeiten der fenaco. Um diese Rolle wahrnehmen zu können, ist es notwendig, am Markt eine gewisse Bedeutung einzunehmen. Diese Situation kann manchmal bei unseren nachgelagerten Kunden bestimmte Besorgnis auslösen, welche nur durch eine höhere Dienstleistungsqualität als jene der Konkurrenz verringert werden kann. Letztere spielt ihre Rolle übrigens hervorragend, dies manchmal bis zur Verunsicherung unserer Produzenten, die dann die fenaco als zu gross betrachten. Das Departement Landesprodukte, das ich in diesen Tagen Dr. Martin Keller übergebe, ist tagtäglich dieser Problematik gegenübergestellt. Die in der Vermarktung von Kartoffeln, von Gemüse und Lagergemüse, von Äpfel, Birnen, Kirschen, Aprikosen und von zahlreichen Beeren tätigen Mitarbeiter, stehen jeden Tag vor dem Dilemma, einerseits die der Produktion zugesagten Preise zu realisieren und andererseits den Ansprüchen der Detailhandelskunden nachzukommen. Die Konkurrenz tobt an der Handelsfront und so schwinden auch die Margen. Die Lagerungs-, Zubereitungs- und Verteilungsrationalisierung dieser Produkte ist heute eine Frage des Überlebens. Die Verwaltung der fenaco hat dies richtig verstanden und unterstützt das Departement in seiner Strategie. Innert den nächsten zwei Jahren werden sämtliche Betriebseinrichtungen des Departements reorganisiert und modernisiert. Dies ist die unerlässliche Voraussetzung, die Möglichkeit zu haben, sowohl unsere Landwirte als auch unsere Kunden der Verteilung zufrieden stellen zu können. Willy Gehriger Vorsitzender der fenaco Geschäftsleitung

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AKTUELL FENACO denn rund 50 % des schweizerischen Kernobsts werden in der Westschweiz und im Wallis produziert.

Leistungszentrum Die Erneuerung der Obsthalle Sursee (LU) verlief erfolgreich und die Einweihung dieses neuen Leistungszentrums für Kernobst findet am 3. September 2010 statt. Der in den siebziger Jahren entstandene Betrieb wurde komplett modernisiert und ist heute nicht wiederzuerkennen. Steinobst Handlungsbedarf für eine rationellere Aufbereitung und Abwicklung besteht auch bei den Kirschen und Zwetschgen, also dem Steinobst. Neue Sorten haben sich auf dem Markt durchgesetzt, welche maschinell auf Grösse und Optik sortiert und getrennt werden. Diese hochautomatisierten Anlagen in allen Produktionsgebieten der Schweiz (Westschweiz, Seeland, Baselbiet, Zentral- und Ostschweiz) anzuschaffen, würde den finanziellen Investitionsrahmen und damit die Rentabilität der Wertschöpfungskette sprengen. Aktuell stellt die fenaco-LANDI Gruppe, beziehungsweise das Departement Landesprodukte,

Grafik 1: Äpfel- und Birnenproduktion in der Schweiz (t)

strategische Überlegungen an, wo ein neues, auf die heutigen Bedürfnisse abgestimmtes Leistungszentrum auf die Ernte 2011 hin realisiert werden kann.

Kartoffeln Die Übernahme und Aufbereitung von Kartoffeln ist eine der Kernkompetenzen der fenaco. Bei diesem Produkt und Grundnahrungsmittel nimmt die fenaco-LANDI Gruppe eine Leaderposition ein und verfolgt eine so genannte Dreisäulen- und Regionenstrategie, basierend auf Regionalität und Nähe zu den Produzenten und Kunden. In Bercher (VD) ist seit Anfang Februar 2010 ein neues Kartoffelzentrum in Betrieb (UFA Revue 7-8/2010). Im Mittelland ist geplant, den Kartoffelaufbereitungsbetrieb in Zollikofen (BE) Mitte 2012 nach Bätterkinden (BE) in den Betrieb der Steffen-Ris AG zu integrieren. In diesem Betrieb werden auch Karotten und Zwiebeln aufbereitet. Die Detailprojektphase läuft in den nächsten Wochen an. In der Ostschweiz wurde Mitte Juli der fenaco-Packbetrieb in Marthalen (ZH) geschlossen und die Produktion in

Grafik 2: Kernobststrategie der fenaco-LANDI Gruppe

40 000 35 000 30 000

Äpfel Birnen

Zentralschweiz 5000 t Projekt Sursee

25 000 20 000 Projekt Perroy

15 000

Wallis 32 000 t

10 000 5000 0

6

Genfersee Gebiet 16 000 t

Bodenseegebiet 35 000 t Projekt Zürich/ Ostschweiz

Übrige Schweiz 14 000 t

Projekt Charrat Wallis

Genferseeregion

Mittelland

Zentralschweiz

Ostschweiz

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AKTUELL FENACO Um im Markt zu bestehen, setzt die fenaco auf moderne, leistungsfähige Anlagen.

das von Steffen-Ris AG im Jahr 2005 erbaute und nun für 15.5 Millionen Franken erweiterte Dienstleistungszentrum in Frauenfeld (TG) integriert. Während in Frauenfeld die Kartoffelaufbereitung und Abpackung seit Mitte August in Vollbetrieb ist, steht aktuell die Montage einer bislang in der Schweiz einmaligen Hydrocoolertechnik mit Kaltwasserbecken für Karotten in der Endphase.

Grafik 3: Im Fokus: Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln

Lagerhaltung Beträchtliche Summen investierte die fenaco-LANDI Gruppe auch in die Lagerhaltung von Kartoffeln und Karotten. In drei Etappen (2003, 2006, 2010) wurden in Bargen (BE) Lagerräume für 25 000 t Kartoffeln und 1000 t Karotten gebaut. In Marthalen (ZH) wurden die Lager 2007 um eine neue Kartoffelhalle mit einem Fassungsvermögen von 9000 t erweitert. Im neuen Dienstleistungszentrum in Bercher (VD) sind Lagerräume für 4000 t integriert. Im Endausbau werden es in Frauenfeld Lager für Kartoffeln und Karotten im Umfang von 4000 t sein. Weitere Lager für Kartoffeln und Karotten sind bei Steffen-Ris AG in Bätterkinden (BE) in Planung. 䡵

Autor Fritz Stucki leitet den Geschäftsbereich Kartoffeln der fenaco. www.fenacolandesprodukte.ch

INF BOX INFO

www.ufarevue.ch

9 · 10

Marthalen Frauenfeld Bätterkinden

Ins

Leistungszentrum Ostschweiz

Zollikofen Kerzers Leistungszentrum Mittelland Moudon

Bercher

Bargen

Leistungszentrum Westschweiz

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KURZMELDUNGEN MANAGEMENT

Strukturdatenerfassung nur noch im Internet Einmal jährlich, anfangs Mai, werden von jedem Betrieb die Strukturdaten erhoben. Aufgrund dieser Daten werden die Direktzahlungen ausbezahlt. Ein grosser Teil der Bauern füllen die Formulare von Hand aus und schicken sie dem Ackerbaustellenleiter. Das soll sich nun ändern: 2011 wird das Bundesprojekt «ASA 2011» eingeführt. Damit soll der administrative Aufwand verkleinert, der Datenfluss und die Datenqualität verbessert werden. Daher haben die Kantone Thurgau, Luzern, Basel-Stadt/Basel-Land, Schaffhausen, Zug und das Fürstentum Liechtenstein beschlossen, die Datenerfassung ab dem Jahr 2011 nur noch per Internet anzubieten. Eric Baur untersuchte in seiner Diplomarbeit (Agro-Techniker HF, Strickhof Lindau), wie im Kanton

Landwirtschaftliches Gewerbe Ein landwirtschaftliches Gewerbe besteht aus landwirtschaftlichen Grundstücken, Gebäuden und Anlagen, die dem gleichen Eigentümer gehören und die Grundlage für einen landwirtschaftlichen Betrieb bilden, dessen Bewirtschaftung je nach Kanton 0.75 – 1 Standardarbeitskraft beansprucht. Es kann von einem Selbstbewirtschafter innerhalb der Familie zum Ertragswert übernommen werden. Dr. Eduard Hofer, Heimberg (BE)

Korrigenda UFA-Revue 7-8/2010 In der letzten Ausgabe der UFA-Revue hat sich leider ein Fehler eingeschlichen. Wir berichtigen: Die elf Mitgliedländer von Intercoop (Verein von landwirtschaftlichen Genossenschaften) in Europa erwirtschaften einen Umsatz über 40 UFA-REVUE · 9 2010

Thurgau die bestehenden EDV-Anlagen und EDV-Kenntnisse, sowie die Motivation zur Erfassung via Internet sind. Es zeigte sich, dass ein grosser Teil der Bauern die Strukturdaten bereits via Internet abliefert und die Betriebsleiter gute Erfahrungen damit machen, vor allem die jüngeren. Die älteren Bauern fühlen sich oft zu alt dazu und finden es mühsam, wieder etwas Neues lernen zu müssen. Wesentlich seien folgende Punkte für eine komplette Interneterfassung, schreibt Eric Baur: • Das Internetportal soll einfach und gut strukturiert sein. • Der Papierverbrauch soll effektiv reduziert werden.

• Übersichtlichkeit. • Der Aufwand soll sich reduzieren • Es braucht Unterstützungen bei der Erfassung (Hotline). Der Aufwand für die Betriebsstrukturdatenerhebung sinke, wenn, wie im Kanton Luzern, alle Bauern nur noch via Internet abliefern. Der Aufwand wurde geringer, weil die Gemeindestellenleiter die deklarierten Angaben nur noch bei Mutationen kontrollieren und das Landwirtschaftsamt auch nur kontrolliert, wenn das EDV-Interneterfassungsprogramm eine Unstimmigkeit aufzeigt.

Milliarden Euro und nicht wie geschrieben Billionen. Das angelsächsische Billion wurde eins zu eins übersetzt.

schreibens zur Ehepaar- und Familienbesteuerung veröffentlicht und die Anhörung eröffnet. Der schweizerische Bauernverband verlangt in seiner Stellungnahme eine flexible Lösung beim gemeinsamen Sorgerecht, der Nachweis des getrennten Lebens auch bei gleichem Wohnsitz, zum Beispiel im gleichen Bauernhaus und die Abzugsmöglichkeiten für Kinderbetreuungskosten bei wesentlicher Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten.

Schätzer aufgepasst! SBV Treuhand und Schätzungen führt am 17. September und am 1. Oktober 2010 in Brugg einen Bewertungskurs durch. Thema sind: Ertragswert, Verkehrswert, Inventarwert, Unternehmensbewertung und Investitionsrechnung. Kurskosten 450 Fr. www.sbv-treuhand.ch

Datensicherung und andere Fragen? Wie kann ich meine Buchhaltungsdaten sichern? Was sind kumulierte Abschreibungen? Ist eine Kreditkarte in der Landwirtschaft sinnvoll? Welchen Lohn muss ich meinem Schnupperlehrling zahlen? Antworten auf solche und ähnliche Fragen sind auf der Homepage des schweizerischen Agro-Treuhänder-Verbands zu finden. Die Antworten sind kurz und sachlich gehalten, zum Beispiel werden für die Datensicherung ein Back-up auf USB-Stick oder CD (Bild) empfohlen. Weiter wird gesagt, dass die Buchhaltungsdaten zur Sicherung auch periodisch dem Treuhänder übermittelt werden können. Kumulierte Abschreibungen sind bei einem Verkauf eines Gebäudes zu beachten und eine junge Person ohne Ausbildung verdiene im Durchschnitt 1355 Fr. pro Monat. Kreditkarten sind eher nicht zu empfehlen,

Leitbild der Agro-Treuhänder ricardo.ch 53 Spezialitäten aus dem Berggebiet sind seit Mai 2010 mit Fixpreisen auf ricardo.ch aufgeschaltet. Dahinter steckt die Vermarktungsplattform «Alpinavera». In den Sommermonaten wurden durchschnittlich 80 Produkte pro Monat bestellt, woraus ein monatlicher Umsatz von 1100 Fr. resultierte. Alpinavera ist mit dem Verkauf via ricardo.ch zufrieden und kann sich eine weitere Zusammenarbeit vorstellen.

Familienbesteuerung Die eidgenössische Steuerverwaltung hat den Entwurf des Kreis-

Der Agro-Treuhänder-Verband (SATV) ist der bedeutendste Zusammenschluss für treuhänderisch tätige Firmen, die vorwiegend in der Landwirtschaft tätig sind. Am 20. August 2010 trafen sie sich zur Generalversammlung und segneten ein zeitgemässes und kundenorientiertes Leidbild ab. www.satv-asaf.ch

denn dies habe Spesen und Schuldzinsen zur Folge. Landwirte sollten mit «Debitkarten» (Postkarte, Bankkarte) arbeiten, damit können sie Geld vom Post- oder Bankkonto abheben ohne oder mit geringen Spesen. Noch mehr Fragen und Antworten hat der Leiter der jurassischen AgroTreuhandstelle in Courtemelon (JU), Olivier Boillat, auf deutsch und französisch zusammengestellt. Nachzulesen auf: www.satv-asaf.ch

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 9


MANAGEMENT

AG ist kein Universalmittel RECHTSFORMEN Die Gründung einer Aktiengesellschaft oder Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist kein Universalmittel zur Lösung von bestimmten Problemen auf Landwirtschaftsbetrieben. Meistens fährt der Landwirt besser, wenn er seinen Betrieb wie bis anhin als Einzelfirma führt.

Jean-Michel Ravussin

Wer seinen bäuerlichen Familienbetrieb entwickeln will, muss sich auch für eine Rechtsform entscheiden.

Wer ein Unternehmen gründen oder restrukturieren will, muss entscheiden, welche Rechtsform er ihm geben soll. Obschon die Rechtsform jederzeit geändert werden kann, ist ein solcher Schritt vielfach mit Kosten und steuerlichen Problemen verbunden. Die ideale Rechtsform, welche die Risiken minimiert, die totale Unabhängigkeit garantiert und ein Maximum an steuerlichen Vorteilen bietet, gibt es nicht. Folglich sollte die gewählte Form in erster Linie auf die Bedürfnisse und die Organisation des Betriebes abgestimmt sein. Die Schweizer Gesetzgebung bietet durch das Obligationenrecht zwei Kategorien von Möglichkeiten bei der Wahl 10

der Rechtsform eines Unternehmens: • Natürliche Personen (ohne eigene Rechtspersönlichkeit): Einzelfirma, einfache Gesellschaft, Kollektivgesellschaft, einfache Kommanditgesellschaft. • Juristische Personen (selbständiges Rechtssubjekt von Individuen, die diese gebildet haben): Aktiengesellschaft, Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmBH), Genossenschaft, Verband, Kommanditaktiengesellschaft. Wer das Risiko selber tragen will und mit seinem Privatvermögen für allfällige Forderungen haftet, muss kein Unternehmen gründen. Der Unternehmer kann sich als Einzelfirma im Handelsregister eintragen lassen (diese Auflage

gilt nicht für jene, die ausschliesslich als landwirtschaftliche Betriebsleiter tätig sind). Unternehmer, die mit Partnern den Schritt wagen, werden dagegen mit Vorteil eine einfache Gesellschaft, eine Kollektiv- oder Kommanditgesellschaft gründen. Wer finanziell weniger Risiken eingehen will, beschränkt diese durch die Gründung einer Kapitalgesellschaft (juristische Person). Die Haftung beschränkt sich in der Regel auf das Kapital der Aktiengesellschaft (AG) oder der GmbH. 2005 waren etwa 90 % der landwirtschaftlichen Betriebsleiter als Einzelfirma, 7 % als einfache Gesellschaft, 1.4% (<1000) als Aktiengesellschaft und 1.6 % in einer anderen Form organisiert. 9 2010 · UFA-REVUE


MANAGEMENT Gerüchte

und

Informationen

Seit einigen Jahren kann man beobachten, dass sich zahlreiche Landwirte und Winzer an ihre Berater oder Treuhänder wenden, um sich über die Gründung einer AG oder GmbH beraten zu lassen. Die Bauern folgen Gerüchten, dass solche juristische Formen ein Wundermittel für die verschiedensten Probleme in ihrem Betrieb sein sollen, zum Beispiel soll dadurch das Vermögen im Fall einer neuen «Risikotätigkeit» geschützt werden. Man hofft, weniger Steuern zu zahlen, will den Verlust von Direktzahlungen minimieren, wenn die Einkommens- oder Vermögensgrenzen überschritten werden. Man will der Mehrwertsteuerpflicht entgehen oder die Bestimmungen des bäuerlichen Bodenrechts (BGBB) umgehen. Angesichts dieser Flut von Anfragen und dem Anspruch, die Klienten sorgfältig und umfassend zu informieren, hat Prométerre (Waadtländer Landwirtschaftskammer) eine aus drei Personen bestehende interdisziplinäre Gruppe gebildet, die den Bereich Steuern, Buchhaltung und Recht abdecken und die Bauern umfassend beraten. In einem Erstgespräch stellt der Klient sein Projekt und seine Beweggründe dar. Danach erhält er Informationen über die verschiedenen Gesellschaftsarten und die zur Gründung erforderlichen Schritte. Anschliessend wird das Projekt evaluiert, Kosten sowie Vor- und Nachteilen werden dargestellt. Schutz des Vermögens Wer einen neuen, nicht sicheren Geschäftsbereich lanciert, macht sich legitimerweise Gedanken darüber, wie er sein Vermögen schützen kann. Leider ist dies auch mit der Gründung einer AG oder GmbH sehr oft nicht möglich. Denn der Finanzierungsbedarf für die Investitionen – und sogar der Bedarf an Betriebskapital – bedingt geeignete Sicherheiten für die Kreditgeber, die vom Aktionär erbracht werden müssen, wenn die Gesellschaft nicht darüber verfügt. Somit übernimmt der Kreditgeber bei späteren Schwierigkeiten die Garantien des Aktionärs und unterstützt im Konkursfall der AG oder GmbH den Aktionär ganz oder teilweise. Weniger Steuern Hierzulande existiert das System der Doppelbesteuerung für Gesellschaften und Aktionäre. Aus dem erwirtschafteten Gewinn bezahlt UFA-REVUE · 9 2010

die Gesellschaft die Ertragssteuer, wenn sie anschliessend aus dem Gewinn eine Dividende an die Aktionäre bezahlt, müssen diese die Dividende wiederum als persönliches Einkommen versteuern. Die Gesellschaft verfügt über einen gewissen Handlungsspielraum, um ihren Gewinn auf ein Minimum zu reduzieren, jedoch verlangen die Steuerbehörden bei allen Finanzbeziehungen zwischen Gesellschaft und Aktionären eine klare und stabile Politik. Mit den Normen, die bei Zinsen, Löhnen, Erntekäufen, Vermietung von Maschinen und Gebäuden angewendet werden, soll vermieden werden, dass das Gesellschaftsergebnis nach Gutdünken angepasst werden kann. Wenn die Aktionäre von der Gesellschaft entlöhnt werden und ihre Erwerbsquote unverändert bleibt, kann man ihren Lohn nicht dem Geschäftsgang entsprechend erhöhen oder herabsetzen. Schliesslich darf man nicht vergessen, dass die Gewinnsteuer 25% beträgt, was bedeutend höher ist als die Steuern, die Landwirte als natürliche Personen entrichten müssen. Mehrwertsteuerpflicht umgehen Die gewählte Rechtsform – juristische Person oder Einzelfirma – wirkt sich nicht auf die Mehrwertsteuer (MWST) aus. Die Umsatzhöhe ist für die MWSTPflicht ausschlaggebend und gilt für jede Rechtsform eines Betriebs. Hingegen könnte mit der Gründung einer AG oder GmbH ein Tätigkeitsbereich ausgegliedert werden. Wäre er noch in den Betrieb integriert, würde dieser mehrwertsteuerpflichtig werden. Reduktion der Direktzahlungen Die eidgenössische Verordnung über die Direktzahlungen an die Landwirtschaft führt dazu, dass die Gründung einer Gesellschaft keine Auswirkungen auf die Einkommens- oder Vermögensgrenze hat. Der Gewinn und das Kapital der AG oder GmbH müssen zum Einkommen und Vermögen der bewirtschaftenden Person hinzugefügt werden, um festzulegen, ob die Bedingungen für Direktzahlungen erfüllt sind. Dies gilt auch, wenn der erzielte Gewinn nicht an den Aktionär weitergegeben wird, sondern im Unternehmen bleibt. BGBB umgehen Mit der Gründung einer AG oder GmbH ist es auch nicht möglich, die Bestimmungen des bäuerlichen Bodenrechts in Bezug auf die

Übergabe und Aufteilung eines Landwirtschaftsbetriebes zu umgehen. Die Übertragung der Mehrheitsrechte auf einen landwirtschaftlichen Betrieb unterliegt dem BGBB ebenso wie die Übergabe eines eigenen Landwirtschaftsbetriebs. Gemeinsames Projekt Für die Umsetzung eines gemeinsam zu realisierenden Projekts ist die Gründung einer AG oder GmbH eine gute Idee. Sie ist dann ideal, wenn zur Lancierung eines neuen Geschäftsbereichs mehrere Partner investieren wollen, sie zum Beispiel ihre Arbeit rationalisieren und von Grössenvorteilen, der Arbeit Dritter oder der Verwertung von Produkten profitieren möchten. Administration Erfahrungsgemäss darf der administrative Aufwand für eine juristische Person, auch wenn sie von geringer Grösse ist, nicht unterschätzt werden. Im Gegensatz zu einem Betrieb, der als Einzelfirma geführt wird, ist die Administration, Buchhaltung und die Verwaltung in Sachen Steuern mit einem grösseren Zeitaufwand verbunden und somit auch teurer.

Fazit Nach den Erfahrungen von Prometerre verzichtet die Mehrheit der bäuerlichen Kunden nach einer umfassenden Beratung auf die Gründung einer AG oder GmbH. Ihre Erwartungen konnten nicht erfüllt werden. Oft wird ihnen durch die Beratung auch klar, dass mit einer einfachen Gesellschaft erfolgreich Ziele erreicht und umgesetzt werden können. Vor allem lassen sich damit die Nachteile von juristischen Kapitalgesellschaften wie AG oder GmbH, die es eben auch gibt, vermeiden. 䡵

Autor Jean-Michel Ravussin arbeitet als Treuhänder bei der Fidasol, der Waadtländer Landwirtschaftskammer Prométerre. Fidasol SA, av. des Jordils 1, 1000 Lausanne 6, 寿 021 614 24 28 fidasol@prometerre.ch. Fragen zum Thema Rechtsformen können von den Agro-Treuhandstellen beantwortet werden. Adressen auf www.satv-asaf.ch

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MANAGEMENT

Stillstand hiesse Rückschritt INVESTITIONEN IN KÄSEREIEN Der Milchmarkt ist geprägt von Überproduktion, sinkenden Preisen, Verdrängung von Marktpartnern, schlechter Laune und falschen Hoffnungen. Und auch der Käseabsatz ist nicht sorgenfrei. Durchschnittlich isst jeder Schweizer über 20 kg Käse pro Jahr, wovon rund ein Viertel ausländischer Käse ist – und dieser Anteil ist steigend. Zudem ist der Käseexport durch den Eurokurs unter Druck.

In der EU werden durchschnittlich 19 kg Käse gegessen. Als Vorbild für die Schweizer könnten die Franzosen gelten. Sie haben einen jährlichen Pro-Kopf-Konsum von über 25 kg und sind ihren nationalen Käsesorten treu. Die Käseverarbeitung in der Schweiz hat eine harte Restrukturierung hinter sich und steckt zum Teil noch mitten drin. Es gibt je länger je weniger Käsereien und diese schliessen sich für Erneuerungen und Neubauten zusammen und wollen mit geballter Kraft vorwärts machen, meistens nicht mehr in Genossenschaftsstrukturen, sondern in Form von Aktiengesellschaften.

Mutschlis aus Grindelwald Eines dieser neuen Projekte ist die Eigermilch AG in Grindelwald. Im Frühjahr fand der Spatenstich für die neue Käserei statt. Mittels Mikrofiltrationsanlage sollen dereinst aus 2.6 Mio. kg Silomilch Bergkäse, Mutschli, Raclettekäse, Joghurt und Pastmilch hergestellt werden. Bauherrin ist die Eigermilch AG. Dahinter stehen mit einer Aktienmehrheit die 90 Grindelwaldner Milchproduzenten. Die meisten Bauern sind auch Mitglied der landwirtschaftlichen Genossenschaft LANDI Grindelwald. Und weil es in den Randregionen nötig sei, dass die landwirtschaftlichen Organisationen ihre Kräfte bündeln und gemeinsam an einem Strang ziehen, stehen hinter der neuen Käserei nicht nur die Eigermilch AG mit den Milchbauern, sondern auch die LANDI Grindelwald, erklärt der LANDI Geschäftsführer Bruno Appert. So wird auf der heutigen LANDI-Aussenverkaufsfläche eine Betondecke eingebaut und darauf im ersten Stock entsteht im Stockwerkeigentum die neue 12

Käse produzieren ist anspruchsvoll. Vermarkten aber auch. Bild: Swissmilk.ch

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MANAGEMENT Käserei. Angebaut wird auch ein Lagerraum, zudem werden die LANDI und der Volg-Laden vergrössert. Im Volg-Laden gibt es dann den neu hergestellten Käse zu kaufen. Das gesamte Bauvorhaben kostet 6.2 Mio. Fr., wovon über 4.3 Mio. Fr. die Käserei betreffen. Die Finanzierung ist sichergestellt. Da es sich mit diesem Vorhaben um ein Regionalprojekt handelt und alle Aktien bei den Bauern sind, unterstützen auch Bund und Kanton den Neubau. Zusätzlich beteiligt mit 1 Mio. Fr. ist die Gemeinde Grindelwald und rund 400 000 Fr. bringen die Bergschaften in die AG ein. Die Käserei in Grindelwald ist nicht die einzige, welche mit Bundesmitteln unterstützt wird.

stützen diese Käsereiprojekte, bedeuten sie doch, dass damit die Wertschöpfung in der Region erhalten bleibt.» 2010 ist auch Startschuss für das Neubauprojekt der Käserei Sennaria Surselva in Disentis. Das Bauprojekt sieht eine Verarbeitungskapazität von 2.8 Mio kg Milch pro Jahr vor. Das Planungsteam um den renommierten Vriner Architekten Gion A. Caminada veranschlagt den Neubau auf 6.7 Mio. Fr. Unterstützung erhalten auch sechs Käsereien im Kanton Freiburg. Aber auch diese Käsereien entsprechen nicht einem «wirren» Wachstum, sondern einer geordneten Strukturentwicklung entlang eines kantonalen Strukturleitbildes, wie Samuel Brunner präzisiert.

Bundesunterstützung 2008 un-

Stillstand

terstützte das Bundesamt für Landwirtschaft mit Investitionskrediten und Beiträgen à fonds perdu 24 bäuerliche und gewerbliche Käsereien in der Grössenordnung von 13.7 Mio. Fr. 2009 waren es 20 Käsereien mit 8.2 Mio. Fr. Unterstützt wurden mehrheitlich Umund Erweiterungsbauten bestehender Käsereien oder Ersatzneubauten für Zusammenschlüsse mehrerer Käsereien, erklärt Samuel Brunner. Er leitet beim Bundesamt für Landwirtschaft den Fachbereich Hochbau und Betriebshilfen. Brunner verweist auf den Konkurrenzartikel im Landwirtschaftsgesetz und in der Strukturverbesserungsverordnung. «Jedes neue Projekt, sei es eine gewerbliche oder bäuerliche Käserei, muss im Amtsblatt publiziert werden. Wenn es Einsprachen gibt, müssen diese vor einer Zusicherung bereinigt sein. Wir unter-

Positiv vermerkt Stefan Hagenbuch von den Schweizer Milchproduzenten diese Initiativen. «Wir freuen uns grundsätzlich, dass in der Schweiz in Verarbeitungsstrukturen investiert wird. Das ist ein Zeichen, dass auch in Zukunft die Milch verarbeitet wird», erklärt er. Befürchtungen bezüglich einer Käseüberproduktion hat er nicht. Denn, so erklärt er, stünden hinter diesen Neubauten oft Strukturbereinigungsprozesse. Zum Beispiel Fusionen von bestehenden Käsereigenossenschaften, deren Einrichtung nicht mehr den Anforderungen entsprechen würde und die investieren müssten. Zuden würden Berg- und Alpkäse insbesondere in Tourismusregionen auf breite Sympathie

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heisst

Rückschritt

stossen. Auch fänden diese Spezialitäten sogar oft den Weg in die Regale der Grossverteiler. Jede Investition ist objektiv allerdings immer auch mit Risiken verbunden, die es zu begrenzen gilt. Tabelle: Unterstützte Käsereien mit Bundesmitteln Investitionskredit Beiträgen à fonds perdu* Anzahl (Fr.) Anzahl (Fr.) 2008 24 13 151 000 9 605 600 2009 20 5 661 000 10 2 559 400 2010** 19 16 905 200 8 4 056 252 * Käsereien im Berggebiet können zusätzlich zu den Investitionskrediten noch Beiträge erhalten. ** Zusicherungen bis 10.8.2010: Davon sind 17 Umbauten oder Erweiterungen von bestehenden Käsereien und 2 Neubauprojekte. Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft

Vorsicht Auf die leichte Schulter nehmen kann man den Um- oder Neubau einer neuen Käserei gleichwohl nicht, das zeigen Nachlassstunden- und Konkursmeldungen zu diesem Thema. Wirtschaftliche Probleme, Qualitätsund Absatzprobleme von Käsespezialitäten belasten finanziell in den meisten Fällen auch die beteiligten Milchbauern. 䡵

Autorin Daniela Clemenz, UFA-Revue, 8401 Winterthur

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Käsermeister Johann Wittwer erklärt in Grindelwald, wie gross die Käseproduktion werden soll.

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MANAGEMENT

Rechnung, Verzugszins und Busse MEHRWERTSTEUER Viele Bauernbetriebe ergänzen ihr landwirtschaftliches Einkommen mit dem Verkauf von zugekauften Produkten oder von Dienstleistungen, welche nur noch am Rande mit Landwirtschaft zu tun haben. Plötzlich muss sich der Landwirt auch mit dem Thema Mehrwertsteuer (MWST) auseinandersetzen. Tut er dies nicht, muss er sich auf unliebsame Überraschungen gefasst machen.

Hans Ulrich Sturzenegger

Landwirt X führt einen kleineren Landwirtschaftsbetrieb in der Ostschweiz. Mitte der 90er Jahre baute er einige Pferdeboxen in seinen Stall ein und bot diese für die Pferdepension an. Da die Nachfrage prächtig war, entschloss er sich im Jahre 1998 einen Pferdepensionsstall für 500000Fr. zu bauen. Nach kurzer Zeit war dieser Stall voll vermietet. Der Gesamtumsatz bewegte sich immer um 300 000 Fr. Davon resultier-

Jeder Steuerpflichtige muss sich bei der Hauptabteilung Mehrwertsteuer der eidgenössischen Steuerverwaltung in Bern anmelden.

ten 140 000 Fr. von der Pferdepension. Die Buchhaltung führte er mit grossem Stolz selber. An die Mehrwertsteuer dachte er nie. Anfangs 2010 bekam er von der Steuerverwaltung Post und einigermassen verwirrt suchte er Rat beim Agro-Treuhänder. Aufgrund eines Hinweises nahm die eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) an, dass die steuerpflichtigen Umsätze bei Landwirt X über 100 000 Fr. betragen. Hinweise erhält die Steuerverwaltung beispielsweise durch eine MWSTRevision bei einem Lieferanten oder Kunden. Aber auch durch anonyme Meldungen zum Beispiel durch einen Konkurrenten.

Selbstdeklaration Die MWST ist eine Selbstdeklarationssteuer. Das heisst, der Leistungserbringer muss sich selber melden, sobald er steuerpflichtig wird. Da Landwirt X steuerpflichtige Leistungen erbringt, hätte er sich ab einem Umsatz aus MWST-pflichtigen Leistungen von 100 000 Fr. (bis 31.12.2009 noch 75 000 Fr.) bei der ESTV anmelden müssen. Die Anmeldung hat mittels eines Fragebogens zu erfolgen. Dieser Fragebogen kann auf der Homepage der ESTV (www.admin.estv.ch) online erfolgen oder telefonisch bestellt werden

Tabelle: Umsätze Pensionspferdehaltung Jahr 2005 2006 2007 2008 2009

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Umsatz (Fr.) 140 000 140 000 140 000 140 000 140 000

Saldosteuersatz (%) 5.2 5.2 5.2 5.2 5.2 Total Steuerbetrag

Steuerbetrag (Fr.) 7280 7280 7280 7280 7280 36 400

( 031 322 71 06). Folgende Angaben werden bei einem Einzelunternehmen wie jener des Landwirt X verlangt: • Rechtsform: Einzelunternehmen, allfällige Handelsregisternummer. • Unternehmensdaten: Firmenname, Adresse, Name und Adresse sowie Telefonnummer, Geburtsdatum und Heimatort des Inhabers. • Geschäftstätigkeit: Tätigkeit, Geschäftsaufnahmedatum, Bilanzdatum, steuerpflichtige Umsätze (seit Geschäftsaufnahme, aber maximal der letzten sechs Geschäftsjahre). • Modalitäten und Abschluss: Entscheid über vereinfachte Abrechnung (Saldosatz), Entscheid über die Abrechnung nach vereinnahmtem oder vereinbartem Entgelt, Auskunft über allfällige Betriebsübernahmen, Bankoder Postverbindung. Der Fragebogen muss rechtsgültig unterzeichnet der ESTV eingereicht werden. Nun reichte Landwirt X den ausgefüllten Fragebogen im April 2010 ein und erhielt kurz darauf von der ESTV ein Schreiben, in dem ihm mitgeteilt wird, dass er ab dem 1.1.2005 mehrwertsteuerpflichtig sei und daher auf diesen Zeitpunkt ins Register eingetragen wurde. Dem Schreiben beigelegt waren die Abrechungsformulare für die Jahre 2005 bis 2009 mit den dazugehörigen Einzahlungsscheinen. Da Landwirt X das vereinfachte Abrechnungsverfahren wählte, deklarierte er Umsätze gemäss Tabelle, woraus ein Steuerbetrag von 36 400 Fr. resultierte. Dieser Betrag muss der ESTV innert 30 Tagen einbezahlt werden. Anschliessend wird ihm die Steuerverwaltung noch eine Verzugszinsrechnung (Verzugszinssatz 4.5 %) zustellen. 9 2010 · UFA-REVUE


MANAGEMENT

Ermittlung des für die Steuerpflicht massgebenden Umsatzes Aufgrund der speziellen Verhältnisse haben Urproduzenten für die Abklärung der Steuerpflicht den Umsatz aus allen steuerbaren Leistungen – also ohne Umsätze der im eigenen Betrieb erzeugten Urprodukte – zu ermitteln. Erreicht dieser die Betragsgrenze von 100 000 Fr., ist die subjektive Steuerpflicht gegeben und der Betrieb hat sich bei der eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) anzumelden.

Gemäss Gesetz könnte die Steuerverwaltung auch noch eine Busse wegen Verletzung von Verfahrenspflichten aussprechen. Da Landwirt X die Pensionspreise nicht mehr rückwirkend anheben kann, muss er den Steuerbetrag aus der eigenen Tasche bezahlen, was seinen Gewinn entsprechend schmälert. Hätte er sich rechtzeitig angemeldet, hätte er diese Steuer auf den Kunden überwälzen können und es würde ihm kein finanzieller Schaden entstehen. Hätte er sich sogar auf den 1.1.1999 angemeldet, so hätte er auch die MWST auf dem Bau des Stalles von fast 30 000 Fr. zurückfordern können. Landwirt X musste in den sauren Apfel beissen und die Rechnung samt Verzugszins bezahlen.

Aufgepasst! Häufige MWST-pflichtige Tätigkeiten sind landwirtschaftliche Lohnarbeiten, Kommunalarbeiten, Forstarbeiten für Dritte, Pferdepension, Besenbeiz, Dünger- und Saatguthandel, Handel mit Lebensmitteln, Schlafen im Stroh, Lohn-Mosten und Verkauf von Alkoholika. 

Der Umsatz aus zugekauften Urprodukten kann aufgrund der Buchhaltung oder anderer dafür geeigneter Aufzeichnungen ermittelt werden. Diese Umsatzgrösse kann beispielsweise mittels des verbuchten Warenaufwandes folgendermassen kalkulatorisch bestimmt werden: Beispiel Umsatzgrösse Ein Landwirt produziert Mais und übernimmt zusätzlich die Ernte seines Nachbarn.

Post von der Steuerverwaltung ist meistens nicht erfreulich.

Autor Hans Ulrich Sturzenegger leitet die Agro-Treuhand Lindau AG (ZH). Es lohnt sich, sich rechtzeitig zum Thema Mehrwertsteuer zu erkundigen. Adressen der Agro-Treuhänder auf www.satv-asaf.ch.

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Umsatz aus Handel mit zugekauften Urprodukten

16 500 Fr.

* Der angewandte Bruttogewinnzuschlag wird marktgerecht kalkuliert und entsprechend belegt.

Beispiel massgebender Jahres-Umsatz

Federzahnegge mit Nachläufer, Fr. 200; Pneuwagen Holz, mit Brettern, Fr. 100; Einachs-Anhänger, z.B. für Transport Motormäher, Fr. 200; Vorkeimharasse Holz, sehr günstig; Paletten-Gestelle, stapelbar, Länge 1.2 m, Höhe 0.7 m, Fr. 20 / Paar  031 755 89 89 / 079 323 23 40

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Die Ermittlung des für die Steuerpflicht massgebenden Umsatzes kann wie folgt vorgenommen werden:

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Zukauf von Mais + Bruttogewinnzuschlag von 10 %*

Lohnunternehmen (Feldarbeiten) Gesamtertrag Mais 50 000 Fr. davon Handel mit zugekauftem Mais (siehe oben) Transporte für Dritte Total Umsatz aus steuerbaren Leistungen

40 000 Fr. 16 500 Fr. 60 000 Fr. 116 500 Fr.

Für den Umsatz von 116 500 Fr. aus steuerbaren Leistungen ist die Steuerpflicht gegeben, weil dieser Umsatz 100 000 Fr. erreicht beziehungsweise überschreitet. Auszug aus der MWST-Branchen-Info 01

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UMFRAGE MANAGEMENT

Wenig Bedarf nach AG und GmbH Rund ein Sechstel der befragten Landwirte (16 %) haben schon einmal rechtliche Abklärungen bei einem Spezialisten wie zum Beispiel einem Jurist oder Agro-Treuhänder vorgenommen, um ihren Betrieb oder Teile davon in eine andere Rechtsform zu überführen. Gemeint sind mit anderen Rechtsformen zum Beispiel eine einfache Gesellschaft, eine Aktiengesellschaft oder eine GmbH. Die Mehrheit der Bauern (82 %), so zeigte sich, hat bisher noch keine rechtliche Abklärung vorgenommen und 2 % konnten oder

wollten keine Angaben machen. Dies ergab eine repräsentative Telefonbefragung, die im Auftrag der UFA-Revue bei 300 Landwirten in der Deutsch- und Westschweiz durchgeführt wurde. Einige der befragten Landwirte, die eine rechtliche Abklärung vorgenommen hatten, meinten, dass sie bei einer Überführung ihren Einzelunternehmens in eine andere Rechtsform keine Direktzahlungen mehr erhalten würden. Zudem seien sie mit ihrer Rechtsform zufrieden. Wenige äusserten spontan

Interesse an der Möglichkeit, ihren Betrieb in eine andere Rechtsform zu überführen. Vergleicht man die beiden Landesteile, so zeigt sich, dass in der Westschweiz im Vergleich zur Deutschschweiz mehr als doppelt so viele Landwirte schon einmal einen Spezialisten für eine rechtliche Abklärung aufgesucht haben (WCH 29 % / D-CH 12 %). Der Unterschied ist signifikant und bestätigt die Erfahrungen, die auch der Agro-Treuhänder Jean-Michel Ravussin gemacht hat. Lesen Sie dazu den Artikel Seite 10. 䡵

Haben Sie schon einmal geprüft, ihren Betrieb in eine andere Rechtsform zu überführen?

nein 71 %

ja 29 % keine Angabe 2%

keine Angabe 3% Westschweiz

nein 85 % ja 12 %

nein 82 %

Deutschschweiz Total Schweiz 16

ja 16 %

Die aktuelle repräsentative Umfrage wurde vom Marktforschungsinstitut TransferPlus AG in Stansstad im Auftrag der UFA-Revue im Juli/August 2010 durchgeführt. Wollen Sie sich auch zur Monatsfrage äussern? Die nächste Fragestellung ist auf www.ufarevue.ch aufgeschaltet.

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KURZMELDUNGEN LANDTECHNIK Ott: Neue Geschäftsführung Ott Landmaschinen in Zollikofen hat Jürg Schmid (Bild) als Nachfolger des bisherigen Geschäftsführers Bendicht Hauswirth ernannt. Hauswirth wird sich aus dem operativen Geschäft zurückziehen und als Delegierter des Verwaltungsrats der Firma für Spezialaufgaben weiterhin zur Verfügung stehen. Ott Landmaschinen wird zudem ab 1. September 2010 das komplette Futterernte- und Bodenbearbeitungsprogramm von Kverneland in der Schweiz vertreiben.

ken) in diesen Jahren 36mal im ersten Rang der Traktorenverkäufe etablieren konnte, zuletzt mit einem Marktanteil von 17.2%. Die Nachfolge von Ueli Peter tritt Ferdinand Smolders an, der das Unternehmen Bucher-Guyer bereits seit 18 Jahren kennt, zwölf Jahre davon war er bei Bucher Landtechnik tätig.

Neue Häcksler-Generation

«MF Delta» nun praxisreif

ren des Herstellers MAN, und zwar einen V-8-Motor mit 16.16 l Hubraum und einer Maximalleistung von 669 PS für den «Big X 700» sowie einen V-12-Motor mit 24.24 l Hubraum und einer Maximalleistung von 825 PS für den «Big X 850», respektive mit 1034 PS für den «Big X 1100». Verzichtet wird bei den oberen Modellen auf die Doppelmotor-Technik, deren Vorteile aber insofern erhalten bleiben, als dass den neuen Motoren elektronisch zwei Leistungskurven hinterlegt sind («X-Power» für schwere Einsätze und «Eco-Power» für leichtere Arbeiten). Neben der neuen Motorenausstattung bietet die neue Baureihe auch eine neu gestaltete und geräumigere Kabine. Neu entwickelt und speziell für die Anforderungen von selbstfahrenden Häckslern konzipiert, wurde zudem der Joystick.

Massey Ferguson stellte kürzlich den neuen Hybrid-Mähdrescher «Delta 9280» vor. Die Maschine verfügt sowohl über die Qualitäten eines Tan-

Ueli Peter geht – Ferdinand Smolders übernimmt Auf Ende August 2010 ging der langjähriger Vertriebsleiter für New Holland Traktoren bei Bucher Landtechnik, Ueli Peter (Bild rechts), in Pension. Rund 40 Jahre war Peter für Bucher tätig und hat in dieser Zeit nicht nur das Unternehmen geprägt, sondern auch Anteil daran gehabt, dass sich die Marke «New Holland» (inklusive Vorläufermar-

gential-Dreschwerkes als auch über die hohe Abscheidleistung moderner Zwillingsrotoren. Neu bei den Mähdreschern ist der Einsatz der SCR-Technik der Abgasbehandlung mit «AdBlue». Der entsprechende 7Zylinder-Motor von Sisu mit 9.8 l Hubraum leistet 466 PS. Zusammen mit der Palette von Schüttler- und Rotor-Modellen will Massey Ferguson seinen Marktanteil in Westeuropa innert fünf Jahre verdoppeln.

Für die neuen drei Feldhäcksler «Big X 700», «Big X 850» und «Big X 1100» verwendet Krone nun Moto-

«Tornado» wirbelt im Praxiseinsatz Für Aufmerksamkeit anlässlich der Lely-Feldtage bei Wolfenbüttel (D) sorgte die neue Press-Wickel-Kombination «RPC 445 Tornado», die erstmals im praktischen Einsatz gezeigt wurde. Es sei die schnellste, kürzeste (5.75 m, Einzelachse) und

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schmalste (2.80 m) Maschine ihrer Art auf dem Markt, wurde seitens Lely betont. In der Tat weist diese Kombination einige Eigenschaften auf, die sich sehen lassen. So ist die Presskammer höher positioniert, sodass die Ballen mühe-

los auf den Wickeltisch rollen können. Dieser schnelle Transfer wird noch beschleunigt, indem der Wickelvorgang bereits beginnt, bevor die Klappe wieder geschlossen wird. Der spezielle Ringwickler passt sich in seiner Höhe automatisch dem aktuellen Ballendurchmesser an, was nochmals Zeit spart. Zudem kann das System die notwendige Anzahl der Wicklungen selbst berechnen. Der Aufsammler kommt neu ohne Kurvenbahnsteuerung aus und der 800-mm-Rotor mit seinen sechs Zinkenreihen gibt der Maschine eine neue Dimension. Das «Xtracut»-Schneidwerk lässt Messerschaltungen von 0, 12, 13 und 25 Messern zu.

Maschinen zeigen ihre Zähne In den letzen zehn Jahren ereigneten sich in der Schweizer Landwirtschaft total 462 registrierte tödliche Unfälle. In der Hälfte der Fälle waren Maschinen und Fahrzeuge in diese Unfälle verwickelt. Als Ursachen kommen zunehmend der falsche Umgang mit an sich sicheren Fahrzeugen und Maschinen zum Vorschein. Landwirte und Lohnunternehmer sind wetter- oder auch einkommensbedingt zusehends einem hohen Erfolgsdruck ausgesetzt. Viele Fahrer gehen mit ihren Fahrzeugen zu hohe Risiken ein, insbesondere in Hanglange. Kommt hinzu, dass bei Betriebsstörungen und Stresssituationen oft die einfachsten Sicherheitsregeln missachte werden. Mit einer Präventionskampagne bestehend aus einem Infomix von Fachartikeln, Flyern, Fachausstellungen sowie Schulungen für Landwirte und weitere Kreise versucht die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL), diese Thematik aktiv anzugehen und nachhaltig eine Verbesserung herbeizuführen. Die Kampagne «Maschinen zeigen ihre Zähne» richtet sich an alle, die in ihrem Berufsalltag mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Maschinen umgehen.

In den letzten Jahren ereigneten sich im Schnitt jährlich 50 tödliche Unfälle in der Landwirtschaft – über 50 % davon im Umgang mit Maschinen.

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Stand 08/2010

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LANDTECHNIK

Erweiterung in der Oberklasse der Mähdrescher CLAAS lanciert 15 Jahre nach Einführung der «Lexion» Baureihe neue, noch leistungsfähigere Modelle. Zwei 5-Schüttler- und vier 6-Schüttler- sowie vier Hybrid-Maschinen repräsentieren ab nächstem Jahr die Oberklasse der Mähdrescher von Claas.

Es war damals ein grosser Wurf, als Helmut Claas vor 15 Jahren den ersten «Lexion»-Mähdrescher der Öffentlichkeit vorstellte. Mittlerweile ist man in dieser Baureihe beim «Lexion 600» mit 12 000-l-Korntank und einer Motor-Maximalleistung von 583 PS angekommen. Damit scheinen die Dimensionen ausgereizt, jedenfalls lassen gesetzliche Vorgaben keine nennenswerten Steigerungen mehr zu. Trotzdem bringt Claas eine neue «Lexion»-Generation auf den Markt und ersetzt damit die bestehenden Modelle (510 – 600).

Was ist neu? Mit der Integration der vom «Xerion»-Systemtraktor und «Jaguar»-Häcksler bekannten, geräumigen Kabine bieten die neuen Drescher nochmals einen Komfortgewinn. Dank der Verwendung von Aluminium bei der Seitenverkleidung wurden zudem Fortschritte beim Korrosionsschutz und Gewicht erzielt. Erweitert wurde das Bordinformationssystem «Cebis», das auf einem nun farbigen Bildschirm alle relevanten Daten und Fakten übersichtlich präsentiert. Neu integriert hat Claas ein elek-

Mit der neuen Generation der «Lexion» Mähdrescher (auf dem Bild das Modell «Lexion 670») will Claas seine führende Position im Markt weiter festigen.

tronisches Optimierungssystem mit der Bezeichnung «Cemos». Dieses System gibt dem Fahrer auf einem zusätzlichen Display in Bezug auf Leistung, Qualität, Sicherheit und Effizienz anhand von 50 Einstellparametern stets die richtige Maschineneinstellung mit auf den Weg. Neben dem komplett neuen Elektroniksystem wurde bei den neuen «Lexion» auch eine leistungsfähigere und schnellere Hydraulik mit einem Betriebsdruck von 200 bar (120 l/min) eingebaut, was sich beispielsweise in einer höheren Abtankleistung zeigt. «Mit der neuen Ge-

Weitere Neuheiten Claas dehnt die Palette der Schneidwerke für Mähdrescher aus und bringt das «Maxflo» auf den Markt. Bei diesem Schneidwerk für ertragsschwache Parzelle werden die Pflanzen durch Transportbänder zur Mitte und dort in einer Kurvenbahn weiter zum Einzugskanal geführt. Auf Basis der grossen Quaderballenpresse «Quadrant 3200» kommt das Modell «2200 RC Advantage» mit dem Ballenmass 120x70cm auf den Markt. Dieses Modell verfügt über weniger Ausstattungsmerkmale als die «3200», weist aber ein gutes Preis-Leistungsverhältnis auf. Auf die nächste Saison bietet Claas für die Quaderballenpressen zudem neu einen Vorbaustrohhäcksler an. Ausgedehnt wird die Baureihe der variablen Rundballenpressen vom Typ «Variant». Die Zusatzbezeichnung «Pro» bei insgesamt vier Modellen weist künftig darauf hin, dass sich die Schneidwerksmulden absenken können, wenn Verstopfungen beim Rotor drohen. Im Segment der Futterernte wird der Kombiwagen «Cargos» neu mit 30.5 Zoll Reifen und einer Ladegewichtsanzeige angeboten. Dann ersetzt in der Familie der 4-Kreiselschwader das Modell «Liner 3500» mit 12.50 m Arbeitsbreite den Vorgänger «Liner 3000» und die bewährte, hydropneumatische Entlastungstechnik «Active Float» bei den Mähwerken ist nun auch für die Frontgeräte «Disco 3100 Profil» verfügbar (Bild). Für den Einsatz in blattreichem Ackerfutter wie Luzerne kommt zudem der Heckscheibenmäher «Disco 2700 RC Contour» mit 2.60 m Arbeitsbreite und Rollenaufbereiter auf den Markt. UFA-REVUE · 9 2010

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LANDTECHNIK Tabelle: Modellpalette «Lexion» Der Reifen «Cerexbib»: Ein Boden schonender Pneu für Erntemaschinen, gemeinsam von Claas und Michelin entwickelt.

Modell Nennleistung (PS) Korntank (l) APS-Hybrid Anzahl Schüttlerhorden Terratrac-Laufwerk Montana-Ausführung

770 530 12 000

760 476 10500

750 431 10500 9600 䡲 䡲 䡲

740 390 9600

670 390 10500

660 355 10500 9600

650 313 9600 8600

640 279 8600 8100

630 313 8600

620 279 8600 7800

6 䡲 䡲

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Vogel&Noot neu bei Serco Landtechnik AG Serco Landtechnik AG wird ab 1. September Importeur für Vogel&Noot, einer der führenden Hersteller von Bodenbearbeitungstechnik. «Wir freuen uns, dass wir die breite Produktpalette von Vogel&Noot in der Schweiz vertreiben können», freut sich Thomas Frey, Verkaufs- und Marketingleiter bei Serco Landtechnik. Der grösste Pflughersteller in Europa kann nämlich neben diversen Pflugbaureihen ein Vollsortiment für die Bodenbearbeitung anbieten: Grubber, Scheibenund Kreiseleggen, Frontpacker, Saatbettkombinationen, Sämaschinen, Feldspritzen und Mulchgeräte stehen in den verschiedensten Ausrüstungsvarianten zur Verfügung.

Der Radartest als Beweis: Mit dem Raupenlaufwerk sind Geschwindigkeiten bis 40 km/h möglich, aber (noch) nicht überall erlaubt.

Serco Landtechnik stärkt mit dem Import und dem Vertrieb der Vogel&Noot-Produkte seine Position im Schweizer Landtechnikmarkt. «Wir waren mit verschiedenen Herstellern im Gespräch, mit Vogel&Noot haben wir jedoch die beste Vereinbarung treffen können», kommentiert Thomas Frey. Zudem passe das Sortiment und die entsprechenden Produkte ideal zu den Bedürfnissen der Schweizer Landwirte.

neration führt Claas nun einen Mähdrescher ein, der schneller, komfortabler, produktiver und zugleich wirtschaftlicher geworden ist», betonte das Unternehmen an der Vorstellung.

40 km/h mit Raupen Um Stras-

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur Informationen Mehr Informationen zu den neuen MähdrescherModellen von Claas finden sich auf der Homepage www.claas.ch oder beim Schweizer Importeur Serco Landtechnik, Oberbipp, www.serco.ch.

INF BOX INFO

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senfahrten mit dem stark nachgefragten Raupenlaufwerk «Terratrac» schnell hinter sich zu bringen, hat Claas sämtliche Komponenten wie Triebrad, Laufrad und Stützrollen dieses Laufwerks überarbeitet und separat gefedert. Die bessere Traktion am Hang oder bei Nässe und die Bodenschonung – 66 % besser als bei einer entsprechenden Radmaschine – sind unbestritten, mit der Auslegung auf 40 km/h sind auch die bisherigen Nachteile bei der Geschwindigkeit beseitigt (vorbehältlich Zulassung durch die entsprechenden Ämter). Zusammen mit Michelin hat Claas zudem exklusiv für Erntemaschinen den Reifen «Cerexbib» entwickelt, der innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Transportbreite eine grössere Aufstandsfläche hat und so einen geringeren Bodendruck erzeugt. 䡵

Josef Hirtler, der als Produktmanager von Vogel&Noot den Schweizer Markt betreut, verspricht sich viel von der neuen Zusammenarbeit. «Wir haben nun erstmals einen Importeur in der Schweiz, der unser gesamtes Programm – und nicht nur die Pflüge – vertreibt». Bei Serco Landtechnik wird Bernhard Jenzer als Produktmanager das Vogel&NootSortiment betreuen. Er wird alles daran setzen, den Bekanntheitsgrad dieser Marke zu stärken. Neben dem Auftritt an der Agrama werden auch Vorführtourneen diesen Prozess unterstützen. «Wir werden die Maschinen in einer Einführungsphase mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten können», stellt Bernhard Jenzer in Aussicht. Die Wurzeln des Spezialisten für die Bodenbearbeitung gehen auf das Jahr 1872 zurück, als die Partner Friedrich Wilhelm Vogel und Hugo von Noot in Wartberg (A), dem heutigen Sitz des Unternehmens, die erste Werksanlage errichten. Schon bei Beginn produzierte man hauptsächlich landwirtschaftliche Geräte, wie beispielsweise den ersten Pflugkopf aus Stahl. Später kamen auch andere Produkte hinzu. Der in der Folge stetig gewachsene und diversifizierte Konzern (3200 Mitarbeitende in 2001) wurde in den Jahren 2001 bis 2002 komplett umstrukturiert und in Teilbetriebe gegliedert. Der jährliche Umsatz von Vogel&Noot (Landtechnik) beträgt heute rund 80 Mio. Euro.

Thomas Frey, Verkaufs- und Marketingleiter, und Bernhard Jenzer, Produktmanager (beide Serco Landtechnik), sowie Josef Hirtler, Produktmanager bei Vogel&Noot.

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Fortsetzung von Seite 15

Marktplatz

LANDTECHNIK zu verkaufen Kälberiglus, diverse, inkl. Umzäunung, mit Tränkevorrichtung und Heuraufe; 2er-Iglu, mit Umzäunung, neu, Ausstellungsmodell, Fr. 838; Futtersilos, diverse, für aussen  079 514 69 87 Weideunterstand, mit Pultdach, Holzwände, Eisenkonstruktion, verzinkt 4 x 3 m, Aktion Fr. 4000; Pferdeboxen, div. Ausführungen; Weidezelt, 3.6 x 3.6 m, Montage auf Panels, Dachkonstruktion, Plane bis zum Boden, Fr. 2290; Kunststofftank, 1000 l, Fr. 40 Aktion  079 514 69 87 Günstige Lösung für glatte Stallgänge, Spaltenboden, Gussasphalt; Schlitzfräse, für Führung des Entmistungsschiebers; Panels, diverse, 3 x 1.60 m, robust, neu, Fr. 159 Sonderaktion; Lüfter, fahrbar, Fr. 1690, aktion  079 514 69 87 Lüftungsanlage, Automatik, 3 Ventilatoren; Fütterungscomputer System Loosli, Suppe Mixerpumpe Bottich, 600 kg  079 342 39 13 Motormäher Rapid 505, wahlweise mit Bandeingraser oder Bandrechen, Service im Frühling 2010, Fr. 1500  041 870 37 05 Maishäcksler John Deere, 1-reihig, Fr. 1100; Ersatzteile zu Rübenroder Stoll V 35; Gegenschneide zu Maishäcksler Claas Prin. 220  052 680 12 51 Einachs-Brückenwagen, Fr. 2000  052 336 20 68 Hecklader Farmi, mit Mistgabel und Schaufel  071 866 11 27 Dieseltank, 2 Stk, Kunststoff, je 1000 l, mit 100 % Auffangwanne, nur einmal gefüllt, sehr schöner Zustand, neu, Neupreis Fr. 1600, Verkaufspreis Fr. 600  079 328 76 63 Kt. BE Heuraupe Pöttinger, neuer Motor und Doppelrad, Rechen auf Gummiband, sehr gut erhalten, Fr. 900  071 983 34 02 Schneckenpumpe Stöckli, für Traktor, Fr. 2500; Elektroseilzug Demag, 1.6 t, mit Fahrwerk  062 893 34 87 UFA-REVUE · 9 2010

Doppelräder System Müller, 15,5 / 16,9 x 38', Fr. 800; Siloblockschneider Strautmann HT 1, Doppelmesserschneidrahmen BVL, mech. Abschieber, hydr. Oberlenker, gepflegt, einsatzbereit, Fr. 3800  079 713 95 05 Kt. BE Getriebe, Motor, Tür, 2 Stk, zu VW Bus CE / 03 / 11 / 2 1973, dem Meistbietenden; Kirschenentstieler Herbot, dem Meistbietenden  041 711 17 94 Samro Spezial; 2erPferdeanhänger; Kreiselheuer Fahr; 4-Scharpflug Regent Streifen, neue Verschleissteile  079 438 22 59 Ballenladewagen New Holland 1006, eigene Bordhydraulik mit Hydromotor, div. Ventile und Zylinder, Zapfwelle 100 %, verhandelbarer Preis, Fr. 600  032 665 49 37 Maishäcksler Claas, einreihig; Zapfwellenvorrichtung für Anhänger Grubber Ott; Rad, 2 Stk, für Ladewagen, 11.5 / 80 - 15.5, 8 PLY; Felge 13.0 / 75 - 16; FensterAlurahmen, 3 Stk, doppelt verglast, Breite 100 - Höhe 148; Gittersilo, 2 Stk, Höhe 120, Ø 250  032 351 36 87 Silierwagen, 2 Stk, 7 m3, aus umgebautem VLGMistzetter, Preis nach Vereinbarung; Zweiachsanhänger mit Holzbrücke, 1.9 x 4.5 m, 4000 kg Nutzlast, Preis nach Vereinbarung; Einachsanhänger mit Gestütz, 4500 kg Nutzlast, 2 x 5 m, guter Zustand, Preis nach Vereinbarung  079 346 94 52 Frontladerwerkzeug Alö; Palettgabel, Fr. 800; Mistgabel, Fr. 800; Schaufel, 2 m, Fr. 800; Roller Gilera DNA 50, rot, Jg. 2001, 16'000 km, Fr. 1800; Faltschieber B + M, bis 3 m Arbeitsbreite, Fr. 500; Heckstapler Fenwick, Fr. 1500; Ameise Hub elektr., 2.5 m, Hublast 1100 kg, Fr. 2500  079 848 15 70 Ballenförderband mit Elektromotor; Zuckerrübenvollernter, 2-reihig, Stoll und Timm; Traktorensitzschale, neu; Benzinmotor Honda, neu  079 607 00 79

Gebläserohre, div., Ø 40 cm, 2 m, 0.75 m, 90º Bogen, mit Verschlüssen, günstig; Obstauflesemaschine Bücheler, guter Zustand  052 376 11 52 Traktor Steyr 8060, 4-Rad-Antrieb, 55 PS, Jg. 1980, 4480 Std., mit Kippschaufel, aus erster Hand, Preis auf Anfrage  081 757 14 13 mittags oder gegen Abend Kompressor Prematic, 10 bar, 380 Volt, dazu Schlagschrauber  032 618 24 13 / 076 516 06 48 Saug- und Druckfass DeLaval BSA, 8000 l, mit abbaubarem Schleppschlauchverteiler, 9 m, und Schneckenpumpe, zum Verschlauchen, Jg. 2005, infolge Betriebsumstellung, Fr. 45'000  044 715 44 54 Heurüstmaschine, günstig; Transporter Schilter 2500, inkl. Ladegerät; Kipper; Holzbrücke  079 656 42 78 Feldhäcksler Pöttinger Mex Profi, 3 Pt., Mais 2R, schwenkbar; Futtersilo Rotaver, 2 Stk, 80 m3, günstig, ab Platz; Feldhäcksler, gezogen, NH 717, super Gras / Mais 2R, top Zustand; Getriebe MF 188, inkl. Multi rev., MFK März 2010  079 625 46 76 Wagen Marolf; Tandem3-Seitenkipper, 5 x 2, 2 m, 12 t, Luftbremse; Pneuwagen, 5, 2 x 2, 3 m, 13 t, Luftbremse; Pneuwagen, 5 x 2 m, 9 t, Auflaufbremse  044 860 25 01 / 079 357 23 94 Ansaugheugebläse Stabag, 13 PS, EL-Motor, 3 Flügel, Rohr Ø 400 mm, ca. Jg. 1970, dem Meistbietenden  052 336 18 56 Hecktrommelmähwerk JF CM 1900, mit abnehmbarem Aufbereiter, hydr. aufklappbar und schwenkbar nach hinten, neue Gleitteller, guter Zustand, Fr. 1500  079 218 62 02 Andaineur Kuhn 3201, 5 roues, Fr. 1500  079 360 80 75 Miststreuer IF, 4 t, Fr. 1600; Düngerstreuer, Fr. 650  062 891 42 26

Siloblockschneider Strautmann HT1 Doppelmesserschneidrahmen Titan, hydr. Oberlenker, mech. Blockabschieber, mech. Fernbedienung, guter Zustand, ab Platz Fr. 2400  079 713 95 05 Kt. BE Kleinballenpresse Fahr 440, mit Spicker, Fr. 5500; Samro MC, mit Kippbunker, Fr. 1000  0033 474 23 08 63 Kunststofffenster, 5 Stk, mit Isolierverglasung, fest mit Flügel, neuwertig, abholbereit KW 37, pauschal Fr. 600; Boiler, 200 l  079 339 45 45 Kunststoffsilo, mit UV-rehbraun MWB, Höhe 10 m, 10 m3, Ø 3 m, Fr. 4500  041 787 01 19 Antriebsrad, Felge und Pneu, passend zu Mähdrescher oder Häcksler, 23.1 - 26, 14 PLY, Profil 70 - 80 %, Fr. 700; Pneu, 2 Stk, Profil 90 %, Dimension 800 / 65 R32, infolge Nichtgebrauchs, geeignet für Häcksler oder Traktor, Fr. 1700  052 681 14 53 Ladewagen Agrar TL 219, Scherengitteraufbau, 5 Messer, Bereifung 15.0 / 55 - 17, Kratzboden neuwertig, Weitwinkelgelenkwelle, div. Bänder und Lager ersetzt, günstig  079 422 30 55 Sämaschine Nordsten, 2.5 m, elektrische Fahrgassen, Fr. 1500; Maishäcksler Claas Jaguar 25, Fr. 1000  079 759 07 01 Traktor Fiat 441 R, Jg. 1965, mit Sternradrech. Vicon, in gutem Zustand; Motormäher Bucher K3  061 841 27 82 Strohmühle Vakuumat mit Elektromotor; Heubombe mit Kabel und Schalter; Siloverteiler Elektro, 2 Stk, Ø 30 cm und 40 cm  079 678 81 49 Autoanhänger, Jg. 2005, Ladefläche Länge 210 cm, Breite 110 cm, mit Planeaufbau  071 971 17 16 Rigitrac SKH 90, Jg. 2008, ca. 335 Std., geschlossene Kabine, 2 Paar Doppelräder, Fr. 120'000 ab Platz, ohne Garantie  079 695 37 27

Ladewagen Hamster Rapid; Pick-up neu, revidiert; Knetmaschine MLB, 5 kg Mehl, fahrbar  079 402 15 79 Installation de tirage à pommes de terre, 3 pièces à 20 t / h, doseur Climax Profit 2000, table de tirage Samro, tapis, 3 pièces, année 2000, calibreur DT Dijkstra, 4 sorties, année 2001; Char Hämmerli, 15 m3, ridelles en alu, année 1982, bon état  079 449 43 89 Mahl-Mischanlage mit 2 Förderschneken und 2 Mehlsilos à 1000 kg; Körnergebläse mit 10 m Rohr; Rübenbröckler mit Reinigung; Gartenhacker Simar; Notstromgruppe; 1-Achs-Anhänger zu Agria Gartenhacke  081 322 56 78 Mostfritz, Fr. 300  055 784 15 53 Case MX 150, année 2002, 1800 heures, pont av. susp. relevage, av. Fr. 65'000  079 688 26 37 Ladewagen Hamster junior, einsatzbereit Fr. 500; Querförderband, Gummi, Länge 2.4 m, Fr. 500  079 755 33 85 Europaletten, 500 Stk, Preis nach Absprache  079 575 25 52 Betonträger, 2 Stk, je 8.6 m lang, 30 cm, breit, 50 cm hoch, z.B. für Brücke über Bach, Fr. 200 / Stk; Maishäcksler Kemper zum Eingrasen, Fr. 550; Ansauggebläse Grimm, mit vielen Rohren, Fr. 250  052 745 12 08 Traktor Meili DM 25, 30 PS, Jg. 1962, im Einsatz, Fr. 6000; Doppelrad Schaad, 9.5 x 32, ohne Bügel, Fr. 300; Baufräse, Fr. 300; Kreiselheuer Fahr, 2-teil zu Rapid Spez., Fr. 400  062 756 24 69 Brunnentrog, Beton, Rand mit Eisen verstärkt, Armiert, Ablauf: Oben Konus, Unten 1 1/4 Gewinde, Ideal für Viehtränke oder normaler Einsatz auf dem Hof, Breite 570 mm, Länge 2000 mm, Höhe 420 mm, Wandstärke 38 mm, guter Zustand, wenig gebraucht, feine Haar-Risschen, Fr. 220, Raum Winterthur  079 459 83 06

Förderband, 6 m, GitterStab-Band, elektrish getrieben, Breite 0.48 m, Länge 6.15 m, 400V mit J15 Stecker, 3 Geschwindigkeiten ab ca. 0.17 m/s, Höhenverstellung mit Handseilwinde, kleiner Einlauftrichter, leichtes Mass zwischen den Gitterstäben 22 mm, Ø Gitterstab 6.5 mm, Pneuräder 4.00-8, Kugelgelagert, guter Zustand, gebraucht, einsatzfähig, Fr. 350, Raum Winterhtur  079 459 83 06 Tränkefass, 400 l, verzinkt, Fr. 200  044 761 49 66 / 079 324 75 36 Futterraufe für Rundballen, Fr. 500  079 215 74 32 Kartoffeldämpfer; Holzfeuerung; Pneuwagen, leicht, 4 T., mit Aufsatz; Sturmlaterne Petrol; Pferdegeschirr und Reitsattel  032 351 23 58 Kälbertränkeautomat, Küng, Minimat  041 870 05 81 Armeewagen mit Grossviehaufsatz, Jg. 1944  031 829 09 91 Staplermast Dreipunkt, Huhöhe ca. 4 m, mit Seitenschub  079 719 63 71 Chaine d'évacuateur Albert, 91 mètres, usée à 1/3 1000 frs  079 360 80 75 Doppelräder 13.6R38, neu, Patent Müller, 5 Arm, passend zu 540 - 65R34, Fr. 2950  079 765 20 26 Viehwagen-Traktorzug, günstig, für 2-3 6V  055 283 16 27 Presse Welger, TVP AP 730, Jg 1999, mit 2 Sammelwagen  079 299 49 09 Tandem Holzanhänger, 18 t, blattgefedert, mit Exte Rungenschemeln; Halfe-pipe, Vollalu, neu, 5 x 2.55 x 1.5 m; 3-Achs Jumbo Krone, 8.8 x 2.55 m, luftgefedert, ab Mfk 40; Hackengerät, Aufbau Meiller und Marell, 2 Stk, www.sigg-sh.ch  079 404 87 06 Fortsetzung Seite 58 23


PRAXISTEST KNOW-HOW

Der kompakte Allrounder FENDT «211 VARIO» «Nun auch bei den Kleinen stufenlos», titelte Fendt im Herbst 2009 bei der Vorstellung der neuen 200er Baureihe. Die mit einem 3-Zylinder Motor von Sisu ausgerüsteten Modelle waren die ersten Traktoren, die in der Leistungsklasse 60-100PS (Nennleistung nach ECE R24) mit einem stufenlosen Getriebe auf den Markt kamen.

Mit der neu konzipierten Baureihe «200 Vario» ist die Traktorenpalette von Fendt seit letztem Jahr nicht nur durchgehend mit stufenlosen Getrieben ausgestattet, den Ingenieuren ist es auch gelungen, wesentliche technische Komponenten der grossen «Vario»-Traktoren in das gerade für Schweizer Verhältnisse wichtige Segment von 70 bis 100 PS zu integrieren. Aufgrund seiner Wendigkeit und seines tiefen Schwerpunkts kann der «211 Vario» für vielseitige Tätigkeiten eingesetzt werden.

Sisu-Power, so heisst nicht nur die Motorensparte bei Agco, Sisu-Power lautet die Devise auch beim Fendt «211 Vario». Der neue, speziell für die 200er Reihe entwickelte 3-Zylinder-Motor mit 3.3 l Hubraum ist kompakt gebaut, entspricht der gesetzlich geforderten Abgasstufe IIIa, in dem das CommonrailEinspritzsystem durch das externe, Treibstoff sparende Abgasrückführungs-

system «Agrex» unterstützt wird. Die Nennleistung bei 2100 Umin liegt bei genau 100 PS(nach ECE R24), das maximale Drehmoment beträgt 458 Nm bei 1600 Umin (Anstieg 42 %).

Getriebe Obwohl Fendt mittlerweile auf einer Erfahrung von über 100 000 stufenlosen Getrieben aufbauen kann, war es für die Ingenieure eine Herausforderung, ein solches Getriebe in dieser Leistungsklasse zu verbauen. Bei der 200er Baureihe kommt das leistungsverzweigte Vario-Getriebe «ML 75» zum Einsatz, bekannt vom Fendt «300 Vario». Es hat nur einen Fahrbereich und ermöglicht Geschwindigkeiten von 20 m/h bis 40 km/h (rückwärts bis 25 km/h). Die maximale Geschwindigkeit wird bei 1750 Umin erreicht. Serienmässig gibt es die TempomatFunktion, über die sich zwei Geschwindigkeiten speichern lassen. Optional bietet Fendt das Traktor-ManagementSystem «TMS» an. Bei aktiviertem

Die externe Bedienung im Heck umfasst Hubwerk und Zapfwelle.

«TMS» wählt der Fahrer nur die Geschwindigkeit vor, das System steuert Motor und Getriebe so an, dass der Traktor im wirtschaftlichen Optimum fährt. Das «TMS» ermöglicht zudem die Funktion «Stop&Go», mit der ein Fahrer den Traktor bis zum Stillstand verzögern kann, in dem er einen Taster am Reversierhebel gedrückt hält. Das Getriebe selbst ermöglicht zwei Fahrstrategien.

Steckbrief Fendt «211 Vario» Motor: 3.3 l wassergekühlter 3-Zylinder-Motor von Agco-Sisu-Power mit Commonrail und externer Abgasrückführung. 100 PS Nennleistung, 100 PS Maximalleistung (nach ECE R24). 125 l Tankinhalt. Getriebe: Stufenloses Getriebe mit einem Fahrbereich, Motor-GetriebeManagementsystem auf Wunsch. Zapfwelle: 540, 540E und 1000 oder 540, 1000 und Wegzapfwelle. Hydraulik: EHR mit Schwingungstilgung. Pumpenleistung 48 l/min, optional mit Tandempumpe 76 l/min. Maximal 4 Zusatzsteuerventile. Hubkraft: 4202 kg (Heck), 2490 kg (Front). Masse: Leergewicht: 3920 kg. Radstand: 2294 mm. Kleinster Spurkreisradius: 3.98 m. Höhe: 2530 mm. Breite: 2186 mm. Länge: 4068 mm. Angaben des Herstellers

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PRAXISTEST KNOW-HOW

Willkommene Beinfreiheit dank Wegfall des Getriebetunnels.

Die Bedienfunktionen in der linken Konsole sind farblich abgestimmt.

Einerseits mit dem «Variostick»: Wird dieser nach vorne gedrückt, so wird der Traktor bis zur maximalen Geschwindigkeit beschleunigt, zieht man den Knopf zurück, verzögert die Maschine die Geschwindigkeit bis zum Stillstand. Anderseits gibt es den Fahrpedal-Modus, mit dem sich der Traktor wie ein Automatik-PKW fahren lässt. Für den Richtungswechsel gibt es ebenfalls zwei Möglichkeiten, mit der rechten Hand über den «Variostick» oder mit der linken Hand über die Wendeschaltung an der Lenksäule.

schalten. Der EHR-Kraftheber im Heck weist eine maximale Hubkraft von 4200 kg auf, beim optional erhältlichen Frontkraftheber, der komplett ins Chassis integriert ist, liegt dieser Wert bei 2490 kg. Fendt bietet für den «200 Vario» drei Zapfwellengeschwindigkeiten an. Man hat die Wahl zwischen den Drehzahlen 540, 540E und 1000 (Serie) oder 540, 1000 und Wegzapfwelle (Option). Die Zapfwellenschaltung ist als Komfortschaltung mit einer Vorwahl der Drehzahl ausgeführt. Eine Automatik schaltet in Abhängigkeit der Hubhöhe des Hubwerks die Zapfwelle automatisch zu (mit Anlaufautomatik) oder ab.

Die Hydraulik

verfügt über eine vom Getriebe getrennte Ölfördermenge von maximal 48 Litern. Wird eine besonders hohe Förderleistung benötigt, kann über eine optionale Tandempumpe die Ölstromsummierung für eine maximale Fördermenge von 76 l/min zu-

Die Kabine

mit serienmässigem Beifahrersitz ist für diese Leistungsklasse grosszügig dimensioniert. Durch den Wegfall des Getriebetunnels – das Getriebe ist weitestgehend im Hinterachsgehäuse integriert – ergibt sich eine willkommene Beinfreiheit und eine geringe

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur In loser Folge publiziert die UFA-Revue unter dem Titel «Praxistest» Berichte über landwirtschaftliche Maschinen. Die Interviewpartner, respektive Eigentümer dieser Maschinen, werden jeweils in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Herstellern oder Importeuren ausgesucht. www.gvs-agrar.ch

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Gesamthöhe. Mit dem zentralen Bedienkonzept auf der rechten Konsole, das sämtliche Arbeits- und Bedienfunktionen farblich abgestimmt integriert, wird eine hohe Ergonomie erreicht. Sowohl die Heck- als auch die Frontscheibe lassen sich aufklappen und ergeben mit dem serienmässigen Dachfenster zusätzliche Belüftungsmöglichkeiten. Optional sind eine Klimaanlage sowie eine mechanische Kabinenfederung mit Konuslager vorne und Stahlfederdämpfer hinten verfügbar. 䡵

Praxisstimme zum Fendt «211 Vario» Simon Egger

Edwin Egger

Edwin Egger bewirtschaftet in Chavornay (VD), südlich des Neuenburgersees, einen grösseren Betrieb mit Munimast und Ackerbau. Neben den Ackerkulturen wie Getreide, Mais und Zuckerrüben baut er auch Gemüse (Karotten, Zwiebeln, Sellerie) an. Schon seit einiger Zeit beschäftigte er sich mit dem Gedanken, als Ersatz von zwei in die Jahre gekommenen 80-PS-Traktoren ein neues, stufenloses Modell zu kaufen. «Gerade für den Gemüsebau ist der Fendt «211 Vario» ein interessantes Fahrzeug», betont Egger. Als Fendt im Herbst 2009 die neue Baureihe vorstellte, war er wohl einer der ersten, die im Werk Marktoberdorf Probefahrten absolvieren konnten. Diese Fahrten und die Tatsache, dass der «211 Vario» in der Basisausrüstung knapp unter 4 t Leergewicht zu liegen kam, haben ihn vom Kauf überzeugt. Seit diesem Frühjahr ist der Traktor nun im Einsatz, bis jetzt rund 250 Stunden für Sä- und Transportarbeiten sowie im Betrieb mit dem Ballenwickler. Später werden noch weitere Aufgaben dazukommen, wie beispielsweise das einstufige Ernteverfahren bei den Karotten (vorne schlegeln, hinten roden), wo der Traktor seine Vorzüge besonders ausspielen kann. Ein erstes Fazit von Edwin Egger und seinem Sohn Simon, Lastwagenmechaniker und Landwirt, ist positiv: «Der Traktor ist dank Vorderachs- und Kabinenfederung komfortabel und in der Bedienung einfach». Positiv bewerten die beiden auch die hohe Zapfwellenleistung mit der Drehzahlvorwahl und der Automatikfunktion, die in Abhängigkeit der Hubhöhe die Zapfwelle zu- oder abschaltet sowie die Anlaufoptimierung. «Imposant ist die Wendigkeit: Der 3-ZylinderMotor baut sehr kurz, was zusammen mit dem grossen Lenkeinschlag von 52° einen kleinen Wendekreis ergibt». Egger hat den Traktor mit nahezu allen verfügbaren Optionen ausrüsten lassen, unter anderem mit einer Spurverstellung und einem fünften Steuerventil, das ihm der Händler, der Umatec-Werkstätte in Ins, einbaute. «Dies alles hatte aber zur Folge, dass das Zielgewicht von 4t nicht ganz eingehalten werden konnte», resümiert Egger. Als nachteilig empfindet er, dass werkseitig nicht mehr als vier und nur mechanische Steuerventile zur Verfügung stehen. Auch sollte der Traktor etwas höher (als 440/65R24 vorne und 540/65R34 hinten) bereift werden können. «Die externe Bedienung von Hubwerk und Zapfwelle ist zwar gut, doch komfortabel für das Handling von Anbaugeräten wäre auch eine solche für ein Steuerventil», meint Egger.

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KNOW-HOW

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Pöttinger-Ladewagen – Sicherheit im steilen Gelände Leichtzügigkeit, Schlagkraft und Hangtauglichkeit kennzeichnen das Ladewagen-Programm von Pöttinger. Steile Hänge, unebenes Gelände und grosse Steigungen, das sind Einsatzverhältnisse, die der Ladewagen-Weltmarktführer seit Jahrzehnten bestens kennt. Mit «Boss» und «Euroboss» bietet Pöttinger attraktive Produkte für den Klein- und Mittelbetrieb. Alle Modelle der Reihe «Boss junior» und «Boss LT» werden als Tieflader, «Euroboss» als Hoch- und Tieflader angeboten. Beim Tieflader ist durch die Verlagerung des Schwerpunkts nach unten beste Hanglage garantiert: Die Pöttinger-Kurzschnittladewagen von 17 bis 37 m2 «kleben» förmlich am Hang und geben somit entsprechend Sicherheit bei Arbeiten im steilen Gelände. Beim Schneidwerk wird auf das bewährte System mit Einzelmessersicherung gesetzt. Das Besondere bei Pöttinger: Ein mehrfach ausgezeichnetes, seitlich ausschwenkbares Schneidwerk – «Easy Move» für bequeme, einfache Wartung. Mit der Komfortbedienung sind sämtliche Ladewagenfunktionen steuerbar.

Beantworten Sie diese Kreuzworträtsel-Fragen: Der nebenstehende Text hilft Ihnen dabei. 1 Welcher Ladewagentyp wird als Hoch- und Tieflader angeboten? 2 Wie wird das ausschwenkbare Schneidwerk bei Pöttinger genannt? 3 Was zeichnet die Pöttinger Ladewagen aus? 4 Was ist bei Pöttinger bei Arbeiten am Hang das oberste Ziel?

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Schreiben Sie das Lösungswort (dunkler Raster senkrecht) auf eine Postkarte und senden Sie diese bis Ende Monat an UFA-Revue «Know-how Wettbewerb», Postfach, 8401 Winterthur oder senden Sie das Lösungswort via Internet über www.ufarevue.ch Name, Adresse und Telefon-Nummer nicht vergessen!

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PRAXISTEST KNOW-HOW

Technik mit Bewegung PÖTTINGER «EUROCAT 316 F PLUS ALPHA-MOTION ED/275 H ED» Bei Frontmähwerken ist die gute Bodenanpassung das wohl entscheidende Kriterium. Mit dem Anbaubock «alpha-motion» gelang Pöttinger diesbezüglich ein guter Wurf. Zusammen mit dem Heck-Trommelmähwerk «Eurocat 275 H ED» ergibt sich eine schlagkräftige Kombination für nahezu alle Einsatzgebiete.

In der Regel werden Frontanbaugeräte geschoben, bei Mähwerken sind vor einigen Jahren Produkte auf den Markt gekommen, die mit einer gezogenen Aufhängung eine bessere Bodenanpassung ermöglichen. Vor fünf Jahren ging Pöttinger noch einen Schritt weiter und läutete mit dem Anbaubock «alpha-motion» quasi eine neue Ära bei Frontmähwerken ein. Das Mähwerk ist über zwei Lenker ziehend aufgehängt, zudem kann sich der ganze Tragrahmen in der Höhe anpassen, so dass lokale Bodenunebenheiten von +/– 25 cm ausgeglichen werden können.

Schlagkräftige Kombination mit optimaler Bodenanpassung: Pöttinger Frontmähwerk «Eurocat» mit «alphamotion»-Anbaubock mit Heckmähwerk.

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Funktionsweise Pöttinger bietet die «alpha-motion»-Technologie bei Scheiben- und Trommelmähwerken an. Das Ankuppeln erfolgt am konventionellen Gerätedreieck. Seitliche Begren-

Steckbrief Frontmähwerk «Eurocat 316 F plus alpha-motion ED» Arbeitsbreite: 3.05 m. Anzahl Trommeln: 4, mit je 3 Messen. Flächenleistung: 3.2 ha/h. Gewicht: 1070 kg. Anbau: Schnellkuppler, 1000er Zapfwelle. Heckmähwerk «Eurocat 275 H ED» Arbeitsbreite: 2.70 m. Anzahl Trommeln: 4, mit je 3 Messen. Flächenleistung: 2.7 ha/h. Gewicht: 1040 kg. Anbau: Kat. III, 1000er Zapfwelle (540er als Option). Herstellerangaben

zungsketten dienen dazu, das Hubwerk auf einer bestimmten Höhe zu fixieren. Im Anbaubock sind zwei gross dimensionierte Federn integriert. Sie bewirken

eine gleichmässige Entlastung des Mähwerks über einen grossen Arbeitsweg. Zwei weitere Federn garantieren die seitliche Stabilisierung. Zentrales Konstruktionselement ist der «aktive» Tragrahmen. Jede Bewegung des Mähwerks steuert diesen Tragrahmen und bewirkt

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PRAXISTEST KNOW-HOW so einen «schwebenden» Schnitt. Fällt das Gelände, so senkt sich der Tragrahmen und umgekehrt, bei ansteigendem Gelände, hebt sich dieser Rahmen wieder. Das Ergebnis ist eine optimale Bodenanpassung mit Schonung der Grasnarbe, sauberem Futter und nicht zuletzt auch einer geringeren Beanspruchung der Fronthydraulik des Traktors.

Aufbereiter Pöttinger bietet das Frontmähwerk «Eurocat 316 F plus alpha-motion» auch mit einem Aufbereiter mit V-förmigen, gehärteten Stahlzinken an. Dieser Aufbereiter wurde zusammen mit einem holländischen Institut entwickelt. Der Aufbereiter «Extra dry» lässt sowohl ein Breitstreuen als auch ein Schwadformen zu. Der Antrieb erfolgt direkt vom Balkenantrieb über Keilriemen auf den Rotor auf der linken Seite, was zusammen mit dem eigentlichen Mähwerksantrieb auf der rechten Seite eine gute Balance ergibt. Die Intensität der Aufbereitung kann in drei Stufen eingestellt werden. Wird der Aufbereiter nicht benötigt, so kann er rasch von einer Person mit einem kleinen Fahrwerk (Option) ausgebaut werden. Trommelmäher

sind für einen verstopfungsfreien Schnitt bekannt. Um dies zu erreichen, nehmen viele Land-

wirte das etwas höhere Gewicht gerne in Kauf. Damit bei hohen Futtermassen das Erntegut zügig durch das Mähwerk befördert wird, weisen die inneren Trommelkörper einen geringeren Durchmesser auf. Zudem wird eine bessere Schwadformung erreicht und das Mähwerk lässt sich leichter ziehen. In der «plus»-Ausführung gibt es eine stufenlose Schnitthöhenverstellung, die zentral für alle Trommeln vorgenommen werden kann. Die Schnitthöhe lässt sich zwischen 4 und 6.5 cm verstellen, bei Verwendung von Hochschnitt-Tellern resultiert eine zusätzliche Schnitthöhe von 2cm. Da die dauergeschmierte Verstellachse selbst nicht rotiert, drehen auch die Gleitteller bei ausgehobenem Mähwerk nicht mit. Für Mähwerke in der Standardausführung gibt es Distanzringe, die für verschiedene Schnitthöhen eingesetzt werden können.

Beim

Heckmähwerk «Eurocat 275 H ED» sorgen zwei Zugfedern für einen gleichmässigen Auflagedruck über die gesamte Mäheinheit. Durch Umstecken eines Bolzens ist dieser Auflagedruck in sechs Positionen ohne Werkzeug einstellbar. Dank der mittigen Aufhängung wird die Mäheinheit über die gesamte Breite entlastet, Seitenzug und Gleitwiderstand werden dadurch

Aktiver Tragrahmen des Frontmähwerks mit schneller Federentlastung (r.).

Blick auf den integrierten Zinkenaufbereiter mit den V-förmigen Stahlzinken (l.).

reduziert. Zudem kann das Mähwerk in einem Winkel von +/– 20° pendeln. Beim Vorgewende braucht man das Hubwerk nicht anzuheben, so dass sich ein Nachjustieren nach dem Absenken erübrigt. Angehoben wird lediglich der Mähbalken über ein einfach wirkendes Steuergerät. Bei der Anfahrsicherung bietet Pöttinger eine mechanische Lösung mit einem Tellerfederpaket und eine hydraulische Variante als Option an. Für den Transport gibt es grundsätzlich drei Stellungen: Die seitliche, vertikale Aushebung, die horizontale Schwenkung nach hinten (für niedrige Durchfahren) oder die Schwenkung nach hinten mit anschliessender vertikaler Anhebung, was zu einer maximaler Vorderachsbelastung führt. 䡵

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur In loser Folge publiziert die UFA-Revue unter dem Titel «Praxistest» Berichte über landwirtschaftliche Maschinen. Die Interviewpartner, respektive Eigentümer dieser Maschinen, werden jeweils in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Herstellern oder Importeuren ausgesucht. www.poettinger.ch

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Praxisstimme zur Mähkombination Pöttinger «Eurocat 316 F plus alpha-motion ED/275 H ED» Toni Frei bewirtschaftet in Zell (LU) einen grösseren Milchviehbetrieb und ist als Lohnunternehmer (vor allem Güllen, Häckseln, etwas weniger auch im Segment der Futterernte) aktiv. Pro Jahr mäht er gegen 300 ha Grünland, den ersten Schnitt jeweils als Silage, die folgenden Schnitte als Dürrfutter. Seit diesem Frühjahr ist er mit dem Frontmähwerk «Eurocat 316 F plus alpha-motion ED» und dem Heckmäher «Eurocat 275 H ED» von Pöttinger unterwegs. Mit dieser Anschaffung hat er zwei Frontmähwerke ersetzt, die er häufig parallel einsetzte. Der Grund für den Wechsel lag in erster Linie beim Anbaubock «alpha-motion». «Dieser Ansatz von Pöttinger für eine optimale Bodenanpassung des Fronmähwerks hat mich überzeugt«, fasst Frei seinen Kaufentscheid kurz zusammen. Hinzu kam, dass Pöttinger dieses Gerät mit einem integrierUFA-REVUE · 9 2010

ten Aufbereiter im Sortiment hat und somit gemäss Frei über ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal verfügt. Die Variante Trommelmäher hat Frei gewählt, weil er vor allem im Herbst nicht selten mit schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert ist (Feuchte, Maushaufen). «Da arbeitet ein Trommelmähwerk einfach sauberer», ist Frei überzeugt, wohlwissend, dass halt auch ein wenig mehr Leistung notwendig ist. Als Standardtraktor für den Einsatz mit der Mähkombination verwendet Toni Frei einen Fendt «411 Vario» mit einer 28er Bereifung vorne sowie Doppelbereifung hinten und vorne. «Die maximale Leistung von 115 PS reicht aus, ich kann mit rund 12.5 km/h fahren». Die gemachten Erfahrungen auf rund 120 ha gemähter Fläche sind positiv. «Meine Erwartungen haben sich erfüllt». So habe sich die Bodenanpassung bewährt, die Schnitthö-

henverstellung sei einfach und der Aufbereiter leiste eine gute Arbeit, indem das Futter nicht zerschlagen, sondern schonend geknickt werde. «Beim Silagefutter verzichte ich auf den Kreiselzettwender und spare mir so einen Arbeitsdurchgang». Anfänglich, so Frei weiter, habe insbesondere das Frontmähwerk etwas wuchtig und schwer gewirkt. «Aber es täuscht, das Gewicht hält sich in Grenzen und die Sicht nach vorne ist dank der Neigung des Anbaubocks gut». Nichts auszusetzen hat Frei auch an der Lieferung: «Die Maschine wurde gemäss Schweizer Vorschriften mit Beleuchtung, Warntafel und Spiegeln ausgerüstet». Einzig beim Heckmähwerk ortet Toni Frei noch Verbesserungspotenzial: «Eine hydropneumatische Mähbalkenentlastung, vom Traktor aus zu regulieren, wäre noch ein echter Gewinn».

Landwirt und Lohnunternehmer Anton Frei.

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NEUHEITEN KNOW-HOW

Serco Landtechnik mit neuem Firmenlogo

Lely lanciert «Walkway» Klauenpflegebad

Das Unternehmen Serco Landtechnik AG entstand anfangs 2010 aus der Fusion von Service Company AG mit Landtechnik Zollikofen. Mit dem neuen Firmenlogo ist dieser Zusammenschluss nun auch visuell vollzogen. Das Unternehmen beschäftigt nun über 40 Mitarbeitende. Die Resultate der ersten Erntesaison lassen die Serco Landtechnik AG positiv in die Zukunft schauen, hat doch der neu etablierte, nationale 24-h-Pikett-Dienst reibungslos funktioniert. Manche defekte Maschine wurde über Nacht und an Sonntagen wieder einsatzbereit gemacht und ermöglichte so Lohnunternehmern wie Landwirten die Fortsetzung ihrer Arbeit. Das Markenportfolio der Serco Landtechnik AG umfasst neben dem Traktoren- und Erntemaschinenprogramm von Claas auch die Palette der Spezialis-

Ein Vergnügen für den Bauern – eine wirksame Behandlung für die Kuh: Dies soll mit dem Klauenpflegebad «Walkway» von Lely erreicht werden. Eine gute Klauengesundheit ist wichtig, um ein optimales Besuchsverhalten am Melkroboter zu gewährleisten. Zur Verbesserung der Klauengesundheit und Minimierung von Klauenerkrankungen empfiehlt sich die regelmässige Anwendung von Klauenbädern. In den letzten Jahrzehnten haben sich nur wenige Entwicklungen in Bezug auf Design und Funktionalität eines Klauenbades durchgesetzt. Dennoch haben diese Standardklauenbäder nach wie vor zahlreiche Nachteile: schwierig in der Anwendung, verschmutzte Bäder, nicht umweltfreundlich und teuer in der Wartung. Um diese Nachteile zu beseitigen, hat Lely das

ten für Transport und Hofdüngerausbringung Fliegl und Gilibert, die Futtermischwagen von Trioliet, Hoflader von Intrac, die Hydraulikkräne von Lo-Ma und die Maispressen «LT Master» von Göweil. Die Serco Landtechnik AG legt hohen Wert auf eine maximale Verfügbarkeit und bietet optimale Dienstleistungen an. Aus Oberbipp und den Standorten der Händler in der ganzen Schweiz werden die Kunden kompetent betreut. Serco Landtechnik AG 4538 Oberbipp 寿 032 636 66 66 www.serco.ch info@serco.ch

Walliser Landwirte mit Agrar-Ladewagen Im Frühjahr 2010 hatten sich vier Landwirte aus Visp und Turtmann, die eine Betriebsgemeinschaft führen, für den Kauf dreier Agrar-Elevator-Ladewagen des Typs «Jumbo 452» entschieden. Die innovativen Landwirte entschieden sich, gleich drei identische Modelle zu kaufen, um die weiten Transportdistanzen zu bewältigen und so die Abfuhrleistung hoch zu halten. Die drei Ladewagen haben einen Inhalt von je 45 m3 und sind mit einer boden-

schonenden grossen Bereifung und einem gefederten Doppelachs-Aggregat ausgerüstet. Weiters sind zwei der Ladewagen mit 3, der dritte mit 11 Messern ausgerüstet. Auch die hydraulische Gitterrückwand und der hydraulische Dürrfutteraufsatz gehören zur Ausrüstung. Die hydraulischen Funktionen werden bequem über die elektrische Komfortbedienung gesteuert. Beim Kaufentscheid für die drei Ladewagen standen die grosse Erfahrung von Agrar in der Ladewagentechnik sowie die Langlebigkeit dieser Maschinen im Vordergrund. Zudem zeichnen sich die Ladewagen mit den Elevator-Ladesystemen durch ihr futterschonendes Laden und den geringen Leistungsbedarf aus. Weiter überzeugte die bedienerfreundliche Steuerung. GVS Agrar AG, 8207 Schaffhausen 寿 052 631 19 00 info@gvs-agrar.ch www.gvs-agrar.ch

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Klauenpflegebad auf den Markt gebracht. Das Klauenpflegebad ist anwenderfreundlich, es füllt sich automatisch mit Wasser und Chemikalien (zwei verschiedene Typen, in der richtigen Konzentration) und verfügt zudem über eine automatische Entleerungs- und Reinigungsfunktion. Ein wesentlicher Vorteil eines ständigen Klauenbads ist die Ruhe in der Herde. Ein temporäres Klauenbad hinter dem Roboter verlangsamt den Kuhverkehr. Mit dem Lely Walkway sind ein minimaler Arbeitsaufwand, keine schmutzigen Klauenbäder und ein freier Durchgang garantiert. Traktionsmanagement. Dairy Solution GmbH 4614 Hägendorf, 寿 0848 11 33 77 suisse@ch.lelycenter.com www.lely.com

Neues Häcksler-Flaggschiff Das neue Flaggschiff von John Deere bei den Feldhäckslern ist das Modell «7950i» mit 812PS. Damit stösst John Deere nicht nur in einen neuen Leistungsbereich vor, es floss gleichzeitig auch eine Reihe von konstruktiven Änderungen in die Maschine ein. Um diese Änderungen und die Neuerungen an der Häckseltrommel verwirklichen zu können, wurde der Fahrwerksrahmen verlängert und der Häcksler mit einer stärkeren Hinterachse für den Allradantrieb ausgerüstet. Ebenso wurden neu entwickelte Endantriebe eingesetzt, die Hubleistung um 23% verbessert und die Antriebe der Trommeln den Anforderungen angepasst. Weiter wurde das automatische Schnittlängengetriebe den gesteigerten Durchsätzen angepasst. Um bei grossen Erntemengen alle Körner zuverlässig anzuschlagen, verfügt der Körnerprozessor über ein Vierfach-Powerband. Die Auslegung des Antriebsstrangs am «7950i»

verbessert die Kraftstoffeffizienz der Maschine, so dass der Häcksler lediglich 0.5 l Diesel pro geernteter Tonne Mais verbraucht. Bei grossen Erntegutmengen bietet sich das «DuraLine»-Sortiment für den Erntegutkanal an, das im Vergleich zu

Standardteilen über eine wesentlich höhere Lebensdauer verfügt. Durch die Kombination der «DuraDrum»-Häckseltrommel und des Schnittlängengetriebes erzielt der Häcksler eine ausgezeichnete Silagequalität. Matra, 3250 Lyss 寿 032 387 28 28 info@matra.ch, www.matra.ch 9 2010 · UFA-REVUE


NEUHEITEN KNOW-HOW

New Holland: Vorreiter für saubere Energien New Holland versteht sich als Marktführer in Sachen umweltfreundliche Energie. Bereits 2006 leistete der Hersteller mit dem Einsatz von Biodiesel Pionierarbeit. Auch heute fokussiert das Unternehmen seine Entwicklungstätigkeit auf die fortschrittlichsten Technologien. So entwickelte die Marke den

preisgekrönten «NH2»-Traktor, den ersten Traktor mit Brennstoffzellen. Im Jahr 2011 wird die Abgasnorm Tier 4A für Motoren mit mehr als 174 PS (130 kW) für den mittelschweren und schweren Betrieb Gültigkeit erlangen. New Holland will auch in diesem Fall beispielgebend vorangehen und technisch an-

spruchsvolle Lösungen anbieten, um die Arbeit in der Landwirtschaft einfacher, effizienter und umweltfreundlicher gestalten zu können. Die selektive katalytische Reduktion (SCR) kommt bei Motoren über 100 PS zum Einsatz, während später die CEGR-Technik für Motoren bis 100 PS eingesetzt wird.

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PRAXISTEST KNOW-HOW

Sinnvolle Kombination REFORM «METRAC G5 X» Erstmals wurde der «Metrac G5 X» im Herbst 2009 auf der Hausaustellung von Agromont präsentiert. Mit neuem Motor und einem an die grösseren Modelle angelehnten Design rundet der «Metrac G5 X» die neue «X»-Serie der geschalteten Zweiachsmäher von Reform nach unten ab. So wird Neues und Bewährtes sinnvoll kombiniert.

Im letzten Jahr brachte Reform im Segment der Zweiachsmäher die neu motorisierte und deswegen auch neu konzipierte Baureihe «Metrac X» mit zwei geschalteten Modellen («Metrac G6 X» und «Metrac G7 X») sowie mit zwei hydrostatisch angetriebenen Typen («Metrac H6 X» und «Metrac H7 X») auf den Markt. Auf die aktuelle Verkaufssaison wurde diese Serie nach unten mit dem «Metrac G5 X» und «Metrac H5 X» abgerundet. Der «Metrac G5 X» bedient sich bei vielen Komponenten aus dem Baukasten der anderen «Metrac X»-Modellen, beispielsweise bei den Achsen, die nun eine Belastung mit 1800 kg erlauben.

Motor Angetrieben wird der «Metrac G5 X» von einem 59 PS starken Tur-

Steckbrief Reform «Metrac G5 X» Motor: 4-Zylinder, Vier-Takt Turbo-Dieselmotor Kubota, 2434 ccm, 59 PS (43.3 kW, EG 97/68), maximales Drehmoment von 165 Nm bei 1800 Umin.

bo-Diesel-Motor aus dem Hause Kubota mit einem Drehmoment von 165 Nm (nach EG 97/68, Bruttoleistung am Motor gemessen, ohne Lüfter). Dieser Motor mit 2434 ccm Hubraum erfüllt die Emissionsvorschriften der Stufe 3a und weist gegenüber dem Vorgängermodell «G5» eine imposante Leistungssteigerung auf (14 PS mehr Leistung, 19 Nm höheres Drehmoment).

Getriebe Das synchronisierte Schalt- und Wendegetriebe gibt es nach wie vor in zwei Varianten: Einerseits als Zwei-Gruppen-Getriebe mit Leichtschaltung und 8 Vorwärts- sowie 8 Rückwärtsgängen (Serienausstattung), anderseits ist auch ein Drei-GruppenGetriebe (Kriechgang-Ausführung) verfügbar, dann kommen je 4 Vorwärtsund Rückwärtsgänge hinzu. Die maximale Geschwindigkeit liegt bei 29.5 km/h (mit 33-Zoll-Bereifung), die Mindestgeschwindigkeit beträgt bei gleicher Bereifung 2.4 km/h (mit Kriechgang-Gruppe bei 1.12 km/h).

Die Sicherheit ist bei den Zweiachsmähern, die in der Schichtenlinie Hangneigungen bis 60 % und in der Falllinie bis 65 % (bei hydraulischer Geräteentlastung gar bis 70 %) bewältigen sollten, ein überaus wichtiges Thema. Tiefgelegener Schwerpunkt und grosse Fläche, die von den vier Rädern aufgespannt wird, sind die entsprechenden Kriterien. Der Radstand beträgt 1950 mm, die Fahrzeugbreite misst 2000 mm, bei Doppelbereifung liegt dieser Wert bei 2300 mm. Aufgrund der neu gestalteten Kabine ist die Höhe um einige Zentimeter auf 2080 mm gewachsen.

Getriebe: Gruppen-Wende-Getriebe mit je 8 Vor- und Rückwärtsgängen (4 Kriechgänge optional). Zapfwelle: Lastschaltbare Motorzapfwelle, vorne 540 Umin, hinten 540 oder 750 Umin. Antrieb: Allradantrieb, Vorderrad-Antrieb abschaltbar, handbetätigte Differenzialsperren vorne und hinten. Lenkung: Hydrostatische Allradlenkung «Load-Sensing», umschaltbar auf Front-, Heck- und Hundeganglenkung. Hydraulik: Pumpe 29.7 l/min, maximal 10 Steckkupplungen vorne und 8 hinten. Hubkraft: 1300 kg (vorne), 1200 kg (hinten, optional). Masse: Radstand: 1950 mm, Aussenbreite: 2000 mm bei Normbereifung. Länge mit Hubwerk: 3520 mm, Höhe: 20 850 mm, Wendekreis: 3550 mm (mit Allradlenkung), Leergewicht: 1870 kg, Gesamtgewicht: 3000 kg. Angaben des Herstellers

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PRAXISTEST KNOW-HOW

Blick in die Kabine mit der logischen Anordnung der Bedienelemente am seitlichen Bedienpult. Die Hubwerke können auch von extern bedient werden, im Heck sind bis acht Hydraulik-Anschlüsse möglich (links), während es vorne bis zehn sind (rechts).

Lenkung

Der «Metrac G5 X» kann entweder über einen Hinterrad- oder Allradantrieb betrieben werden. Die Vorderachse wird mechanisch über eine Klauenkupplung zu- oder weggeschaltet. Beide Achsen sind mit einer vorwählbaren, von Hand zu betätigender Differentialsperre ausgerüstet. Eine hydrostatische Allradlenkung mit «Load-Sensing» gehört zum Serienumfang. Es sind die für Reform typischen vier verschiedene Lenkungsarten möglich: Front-, Heck-, Allrad- und Hundeganglenkung. Über den Multifunktionshebel kann die Lenkungsart während der Fahrt vorgewählt werden. Die Umschaltung erfolgt automatisch, sobald die Nullstellung bei der Lenkbewegung erreicht wird.

Hubwerk und Hydraulik Die Hubwerke des «Metrax G5 X» stammen vom «G6 X». Vorne wird ein Drehwinkel-Hubwerk mit elektrohydraulischer Geräteentlastung und integriertem Seitenverschub verbaut. Die Hubkräfte be-

tragen 1300 kg (vorne) und 1200 kg (hinten). Bei der elektrohydraulischen Geräteentlastung, die auch für das optionale Heckhubwerk möglich ist, wird der gewünschte Wert per Knopfdruck eingestellt und das System lädt automatisch nach. Für den Transport von schweren, im Dreipunkt angebauten Lasten, steht sowohl für das Front- als auch für das Heckhubwerk eine Schwingungsdämpfung zur Verfügung. So können harte Schläge abgefedert und die

Praxisstimme zum Reform «Metrac G5 X» «Metrac G5 X»: Neuer Motor und neues Design, gepaart mit bewährter Technik für steile Passagen.

Franz Hediger bewirtschaftet in Küssnacht (SZ) einen Bio-Betrieb mit Milchwirtschaft und Futterbau. Der Betrieb auf rund 600 m ü.M. liegt an der Nord-West-Flanke der Rigi und ist der Bergzone I zugeordnet. Naturgemäss gibt es dort viele Steilflächen zu bewirtschaften, was von den Menschen einigen Mut und von den Maschinen eine überdurchschnittliche Hangtauglichkeit erfordert.

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur In loser Folge publiziert die UFA-Revue unter dem Titel «Praxistest» Berichte über landwirtschaftliche Maschinen. Die Interviewpartner, respektive Eigentümer dieser Maschinen, werden jeweils in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Herstellern oder Importeuren ausgesucht. www.agromont.ch

INF BOX INFO www.ufarevue.ch

UFA-REVUE · 9 2010

Maschine geschont werden. Die Hydraulikpumpe fördert das Öl in 29.7 l/min mit einem Druck von 195 bar. Maximal stehen zehn Steckkupplungen vorne und acht im Heckbereich zur Verfügung. Die lastschaltbare Frontzapfwelle läuft mit 540 Umin. Im Heck gibt es eine elektro-hydraulisch schaltbare Zapfwelle mit automatischer Anlaufsteuerung und einer Geschwindigkeit von 540 oder 750 Umin. 䡵

9 · 10

Diese Hangtauglichkeit war es denn auch, die Hediger zum Eintausch seines «Metrac 3004» und zum Kauf des neuen «Metrac G5 X» veranlasst hat, den er seit Mitte Juni 2010 vor allem bei der Futterernte (Scheibenmähwerk, Kreiselzwettwender) und zur Gülleausbringung einsetzt. Zwar musste er sich mit der neu gestalteten Bedienung zuerst etwas anfreunden, letztlich ist diese mit den vielfältigen Funktionen auf dem Joystick doch wesentlich komfortabler als beim Vorgängermodell und bietet mehr Funktionen. «Im Gelände macht die neue Maschine eine ausgezeichnete Figur», betont Hediger. Trotzdem ist eine Zusatzbereifung vorne und hinten in den meisten Fällen nach wie vor nötig. Dank den beweglichen Scheinwerfern könne auch bei Dunkelheit die Sicht je nach Arbeitsgerät optimiert

werden. Die schwingungsgedämpfte, seitlich offene Kabine mit Dach, getönter Frontscheibe und Seitenfenster rechts – Hediger verzichtete auf eine geschlossene Kabine – trage zusammen mit dem ruhigen Fahrverhalten zu einem echten Komfortgewinn bei. Die Schaltung der Gänge erfolge leicht und die optionale Aussenbedienung der Hubwerke erspare beim Geräteanbau manchen Gang zurück in die Kabine. Auch der Seitenverschub beim Fronthubwerk erleichtere vieles. Allerdings, so Hediger, wäre es wünschenswert, wenn das seitliche, rechte Fenster geöffnet werden könnte und der Pendelweg der Vorderachse etwas grösser wäre. Zudem sei der Einfüllstutzen des Dieseltanks etwas ungünstig platziert. «Es sind allerdings nur Details, welche die Ingenieure vielleicht bei einem Update der Maschine verbessern können», meint Hediger. Aufgrund einer Einsatzdauer von rund 100 Stunden fällt das Gesamtfazit von Franz Hediger bis jetzt sonst nämlich durchwegs positiv aus. Er hofft, den «Metrac G5 X» in den nächsten 15 bis 20 Jahre auf seinem Betrieb einsetzen zu können.

Franz Hediger. 33


Hohe Erträge und Rentabilität erzeuge ich nur mit Qualität.

0799-GC-EU-CH-DE – Foto: D. Rousselot

KUHN, das ist meine Stärke!

Im Ackerbau sind Sie ständigen Veränderungen ausgesetzt. Standortfaktoren, schwankende Erzeugerpreise, Termindruck und die Wahl der richtigen Produktionstechnik sind immer wieder miteinander in Einklang zu bringen. Da ist es wichtig, dass Sie sich bei Ihren Maschinen auf einen Ackerbauspezialisten verlassen können. Ob in der Bodenbearbeitung, der Sätechnik, im Pflanzenschutz oder beim Häckseln und Mulchen – KUHN bietet Ihnen innovative Lösungen, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit. Dabei spielt es keine Rolle, welche Produkte Sie erzeugen, auf welchen Böden Sie arbeiten und wie groß Ihr Betrieb ist. Wenn es Sie interessiert, wie die Produkte und Dienstleistungen von KUHN Ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken können, wenden Sie sich bitte an Ihren KUHN-Vertriebspartner oder an: KUHN Center Schweiz, 8166 Niederweningen Telefon +41 44 857 28 00 • Fax +41 44 857 28 08 www.kuhncenterschweiz.ch

Pflanzenbau I Tierhaltung I Landschaftspflege

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9 2010 · UFA-REVUE


KURZMELDUNGEN PFLANZENBAU

Bio-Apfelsorten und Lagerfäuleanfälligkeit In der Bio-Produktion von Äpfeln ist die Gloeosporium-Lentizellenfäule die häufigste Ursache für Lagerfäulnis. Sie tritt bei Bio-Äpfeln oft bereits nach wenigen Monaten im Kühllager und auch bei der Lagerung unter kontrollierter Atmosphäre auf. Der Grund für die höhere Anfälligkeit von Bio-Früchten im Vergleich zu integriert oder konventionell produziertem Obst liegt daran, dass die Abschlussspritzungen im Bio-Anbau während der Lagerung nicht gegen Lagerfäulen wirken. Weil die Bio-Produktion

von Äpfeln wirtschaftlich interessant ist, braucht es eine Lösung für dieses Problem. An der Forschungsanstalt ACW (Agroscope Changins-Wädenswil) werden seit 2008 Lagertests mit ausge-

wählten Apfelsorten durchgeführt. Ziel ist es, die Anfälligkeit der Äpfel für die Lentizellenfäule zu prüfen und Gegenmassnahmen abzuklären. Eine effiziente Massnahme ist das Verfahren der Heiss-Wasserbehandlung vor der Lagerung. Der Befall bei Topaz konnte erheblich reduziert werden. Für anfällige Sorten ist die Erforschung geeigneter Verfahren zur Minimierung von Lagerverlusten essentiell. Das Beispiel Ariane zeigt, dass auch mit der Sortenwahl eine Reduzierung von Lentizellenfäule-Befall zu erreichen ist.

Gen-Gegner zerstören Rebstöcke

Anbau von gentechnisch veränderten Zuckerrüben

Französische Umweltschützer haben genveränderte Rebstöcke des nationalen Instituts für landwirtschaftliche Forschung (INRA) in Colmar zerstört. Bei der Aktion haben 60 militante Naturschützer 70 Weinreben eines Forschungsprojekts aus dem Boden gerissen. Der Schaden wird auf eine Million Euro beziffert. Erforscht wird in dem Institut die so genannte Reisigkrankheit, die durch ein Virus übertragen wird und den Rebstock vernichtet. Nach Ansicht der Umweltschützer wird mit öffentlichen Geldern eine überflüssige Forschung finanziert, da die Reisigkrankheit in Europa kaum auftrete.

Ein Bundesgericht in San Francisco hat den Anbau von gentechnisch veränderten Zuckerrüben des Biotechkonzerns Monsanto verboten. Monsanto kostet das Verbot in den nächsten zwei Jahren rund zwei Milliarden Dollar. Das Anbauverbot gilt nur für Neupflanzungen. Bisher angebaute Pflanzen dürfen weiter ge-

recht umfangreich sind. Sicher ist jedoch, dass die niedrigeren Ernten in den Schwarzmeerländern die globalen Warenströme durcheinander wirbeln werden. Unter Berücksichtigung des Weizen-Exportstopps senkte das USDA seine Ausfuhrprognose für Russland auf drei Millionen Tonnen. In der Saison 2008/09 zählte Russland mit Exporten in Höhe von 18 Millionen Tonnen – zusammen mit den USA und Kanada – noch zu den wichtigsten Lieferanten am Weltmarkt. Die EU dürfte ihre Weizenausfuhren – trotz niedrigerer Ernten – auf 24 Millionen Tonnen ausdehnen und damit ihren Marktanteil auf 19 Prozent erhöhen.

Schwache Ernte in Europa erwartet In der EU wird bei der Apfel- und Birnenernte mit schwachen Erträgen gerechnet. Bei der Apfelernte wird mit einem Ertrag von 9.8 Millionen Tonnen gerechnet, was die zweitniedrigste Ernte seit 15 Jahren bedeuten würde, wie Fruchthandel Newsnet schreibt. Im Vorjahr waren in der EU noch 11 Millionen Tonnen Äpfel geerntet worden. Bei den Birnen wird gar die schwächste Ernte seit 20 Jahren prognostiziert. Aufgrund der tiefen Erträge werden im Handel Spitzenpreise erwartet. Grund für die schwache Ernte sind die ungünstigen Witterungsbedingungen im Frühjahr. UFA-REVUE · 9 2010

nutzt werden. Bundesrichter Jeffrey White begründete das Verbot damit, dass das Landwirtschaftsministerium die Folgen für die Umwelt bei der Bewilligung nur ungenügend berücksichtigt habe.

Globaler Weizenbedarf übertrifft Angebot Entgegen ursprünglicher Erwartungen zeichnet sich in dieser Saison weltweit ein deutliches Defizit bei Weizen ab. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) schätzt die Angebotslücke in seinem gerade veröffentlichten Bericht auf gut 19 Millionen Tonnen. Trotz der massiven Ernteeinbussen ist eine Nahrungsmittelkrise wie zuletzt 2007/08 unwahrscheinlich, da die Bestände

Eine neue Unterlage Im Zwetschgen-Unterlagenversuch auf dem Steinobstzentrum Breitenhof werden neue Unterlagen auf ihre Anbaueignung hin geprüft. Die Unterlage Wavit zeichnet sich durch einheitlichen Wuch aus, früh einsetzende und gute Erträge, das Fehlen von Wurzelausläufern und ihre Robustheit gegenüber dem verbreiteten bakteriellen Zwetschgensterben.

Steigen Angebot und Nachfrage Die Ausweitung des weltweiten Maisanbaus um etwa ein Prozent sowie günstige Vegetationsbedingungen könnten zu einer Rekordernte führen. Das US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) sagt eine Produktionsmenge von 835.8 Mio. t voraus. Damit würde das Vorjahresergebnis um 27 Mio.t übertroffen. Gleichzeitig wäre es die höchste, bisher erreichte Erntemenge. Für Mexiko rechnet man mit einer Steigerung um 2.7 Mio. t auf 24 Mio. t. In China werden demnach 11 Mio. t mehr Mais geerntet. Die dortige Erzeugung steigt auf 166 Mio. t an. Der Internationale Getreiderat (IGC)

schätzt die klimatischen Bedingungen vermutlich anders ein, denn er kommt in seiner Voraussage der weltweiten Maiserzeugung auf 822 Mio. t und liegt damit um 14 Mio. t unter der Einschätzung des USDA. Schätzungen gehen von einem deutlich steigenden Maisverbrauch aus. Das USDA rechnet mit einer Steigerung um 19 Mio. t. auf 832 Mio. t. Der IGC bleibt auch in diesem Punkt vorsichtiger und geht von einem Wachstum um 14 Mio. t auf 826 Mio. t aus. Ausschlaggebend ist ein stärkerer Verbrauch im Futtersektor vor allem in Asien und Südamerika sowie in der Industrie. Allein in der amerikanischen Bioethanolindustrie werden demnach 119.4 Mio. t Mais benötigt. Das sind vier Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr.

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PFLANZENBAU

Schwarze Holunderblüten 10 JAHRE ERFAHRUNG: EINE BILANZ Anfang 2000 wurde auf Initiative des Hauses Ricola mit dem Anbau von Schwarzem Holunder in Bergzonen begonnen, um die biologische Produktion von getrockneten Blüten zu gewährleisten. Seit 10 Jahren ist die Gruppe Heil- und Gewürzpflanzen der Forschungsanstalt Agroscope ChanginsWädenswil (ACW) für die agrarwissenschaftliche Begleitung zuständig.

Catherine Baroffio

Claude-Alain Carron

Die österreichische Sorte «Haschberg» wurde aufgrund ihres Ertrags und der Blütendoldengrösse gewählt.

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Der Strauch mit seinen gegenständigen, unpaarig gefiederten Blättern stammt aus der Familie der Caprifoliaceae und ist in Europa und Kleinasien weit verbreitet. Das schnell wachsende Gehölz erreicht eine Höhe von 6 bis 10 m. Um den Holunder ranken sich zahlreiche Legenden: So gilt er in der Tradition als Glücksbringer und soll in jeder Blüte eine Fee beherbergen. Die keltischen Druiden konnten mit Hilfe ihrer aus Holunderholz geschnitzten Flöten mit ihren Toten sprechen. Bei den alten Griechen waren die Holunderbeeren die Nahrung ihrer Götter, die nordischen Völker brachten den Holunderstrauch mit dem Gott Thunar in Verbindung und einer christlichen Legende zufolge soll Judas sich an einem Holunderbaum erhängt haben.

Die Verwendung des Strauches lässt sich bis ins Neolithikum zurückverfolgen. Seine therapeutische Wirkung war in der Antike bereits Hippokrates, Dioskorid, Plinius dem Älteren und Galen bekannt. Heute finden Blüten, Früchte, Rinde und Blätter des Holunders vielfältige Verwendung in der Medizin und Ethnobotanik. Die Früchte sind reich an Antioxidantien und Vitaminen und werden vor allem von der Industrie zur Herstellung von Sirup, Saft, Konfitüren und Extrakten gesucht. Holunderblüten enthalten ätherische Öle, Flavonoide, Hydroxyzimtsäure-Derivate, Triterpene, Pflanzenschleim und Gerbstoffe (Teuscher & Anton, 2003). Traditionellerweise werden sie zur Herstellung von Sirup, Wein und Limonaden verwendet. Ihre therapeutische Wirkung ist vielfältig (schleimlösend, fiebersenkend, schweiss-

treibend, entzündungshemmend usw.) zudem haben sie als Teeaufguss eine schweisstreibende Wirkung (diaphoretisch) bei Erkältungen und Grippe. Weiter verfügt die Rinde über abführende Eigenschaften.

Anbau In Bezug auf Heil- und Gewürzpflanzen eignet sich Holunder für die extensive Produktion auf Flächen mit Fruchtwechsel oder solchen, die schwierig zu unterhalten sind. Nach vorgängigen Versuchen von ACW in Arbaz (VS) und Bruson (VS) wurde die österreichische Sorte «Haschberg» gewählt, da diese grosse Blüten (Ø >20 cm) und ausgezeichnete Erträge liefert. Holunderbäume bevorzugen humusreiche, eher kalkhaltige, gut durchlässige und fruchtbare Böden der kollinen Stufe. Sie sind für subatlantisches Klima geeignet, weshalb sie grosse Temperaturschwankungen und späten Frost nur schlecht vertragen. Die Pflanzung erfolgt von März bis April oder Oktober bis November mit einer Pflanzendichte von 500 – 800 Pflanzen/ha. In niederschlagsarmen Zonen wird die Produktion mit Bewässerung verbessert. Düngungsnormen: Für einen mittleren Ertrag von 0,6 t getrockneter Holunderblütendolden pro Hektare wurde folgende Düngungsnorm festgelegt: N: 60; P2O5: 20; K2O: 60 und Mg: 10 (Carlen et al. 2003). Bodenpflege: Es wurden verschiedene Varianten zur Bodenpflege unter den Bäumen getestet: Abdecken mit einer Kokosfaserschicht, nackter Boden (bearbeitet), Allelopathie mit einer Aussaat von Dach-Trespen (Bromus tectorum) sowie das Ausmähen. Eine Wiese, die drei bis viermal jährlich gemäht wird, 9 2010 · UFA REVUE


PFLANZENBAU hat sich als einfachste und wirtschaftlichste Bodenpflege für diese Kultur erwiesen (Carron et al. 2007). Ertrag, Lebensdauer und Trocknung: Die Ernte erfolgt von Hand und wird das erste Mal nach zwei bis drei Jahren nach der Pflanzung durchgeführt. Je nach Höhenlage und Wetterbedingungen sind von Ende Mai bis Juli jedes Jahr fünf bis sieben Erntedurchgänge notwendig, um ein Maximum an Blüten pflücken zu können. Die Untersuchung der Erträge an den beiden Pilotstandorten zeigte, dass ein Ertrag von > 1 kg getrockneter Blüten pro Baum langfristig möglich ist. Die Lebensdauer der Kultur ist noch nicht genau bekannt, aber in jedem Fall höher als 15 Jahre. Die Trocknung erfolgt während 2 – 3 Tagen bei einer Temperatur von 35 – 40 °C. Die warme Luft wird über eine 20 bis 30 cm dicke Blütenschicht gepumpt. Der Gewichtsverlust bei der Trocknung ist beträchtlich (± 85 %). Die Ernte von Hand ist arbeitskraftintensiv; ein guter Pflücker bzw. eine gute Pflückerin schafft 1.5 kg getrocknete Blüten pro Stunde. Kulturpflege und Schnitt: Um die Ernte und die Bodenpflege (Mähen) zu ermöglichen, ist ein Strauch mit einer Kronenhöhe von 80 bis 100 cm empfehlenswert. Mit diesem System kann eine Niedrigstammkultur unterhalten werden. Bei der Ernte können die weichen Zweige problemlos vom Boden aus herunter gebogen werden. Der Schnitt erfolgt Ende Winter vor dem Laubaustrieb. Das Hauptprinzip besteht darin, diejenigen Äste zu beseitigen, die Blüten getragen haben, und nur junge Triebe aus dem Vorjahr zu behalten, damit die Bildung von Doldenblüten mit einem grossen Durchmesser begünstigt wird. Im ersten Jahr wird der Schössling auf der Höhe der gewünschten Krone geschnitten, wobei die beiden oberen Stufenstände stehen gelassen werden, während die anderen am Stamm geschnitten werden. Im zweiten Jahr müssen 4 – 5 schöne Zweige behalten werden, im dritten und vierten Jahr etwa zehn, je nachdem, wie kräftig der Strauch ist. In den Folgejahren können 20 bis 25 Triebe stehen gelassen werden. Der Schnitt erfolgt mit der Gartenschere, meist aber mit dem Fuchsschwanz oder – insbesondere bei älteren Bäumen – mit der Motorsäge. UFA REVUE · 9 2010

Es ist ebenfalls eine Aussaht im Frühling mit vernalisiertem Saatgut möglich, doch wird dies wenig praktiziert, da diese Population heterogen ist.

15 bis 25 Zweige des Vorjahres werden in voller Länge beibehalten.

Vermehrung Die einfachste Vermehrungsart für Holunder erfolgt mit Holzstecklingen. Es können Zweige verwendet werden, die im März wegen ihrer Grösse geschnitten wurden. Geeignet sind junge, gerade Zweige mit einem Durchmesser unten von 1.5 – 2 cm und einer Länge von 1 – 1.20 m. Der Schnitt muss sauber sein und sollte ca. 0.5 cm unterhalb einer Knospe erfolgen. Die Stecklinge werden zu einem Drittel ihrer Länge entweder in Sandboden, in ein Gefäss mit Gartenerde zur Vermehrung von Stecklingen oder in Sägemehl eingesteckt. Sie werden draussen an den Schatten und kühl gestellt, um der Verdunstung vorzubeugen, und müssen regelmässig gegossen werden. Die Bewurzelung erfolgt nach 1 bis 2 Monaten. Der Steckling kann ausgelaubt werden, wobei die oberen Knospen ausgespart werden, von denen man die Blüten ernten kann. Im Herbst des gleichen Jahres oder im Folgejahr kann man ihn pflanzen. Die Vermehrung mit Grünstecklingen im Frühling wurde ebenfalls untersucht. Der Vorteil dabei ist eine sehr hohe Vermehrungsrate, doch erfordert diese Technik mehr gärtnerisches Geschick und eine längere Aufzuchtsperiode (2 – 3 Jahre), bis die Sträucher genügend entwickelt sind und gepflanzt werden können. Die besonders in Kanada verbreitete In-vitro-Vermehrung (Brassard & al., 2004) ist möglich, aber sehr kostspielig. Zudem hat sie die gleichen Nachteile wie die Technik mit den Grünstecklingen. Diese Methode kann zur Gesundung von Sorten mit Virosebefall in Betracht gezogen werden.

Schwarze Holunderblattlaus Aphis sambuci L. ist gegenwärtig einer der häufigsten Schädlinge des Schwarzen Holunders (Sambucus nigra) in der Schweiz. Es wurde eine Methode zur Schätzung des Befalls entwickelt, indem die vorhandenen Läuse an den 5 Enddolden (50 Äste pro Hektare) bestimmt wurden. Bei der Bekämpfung zeigte sich, dass die aktiven Wirkstoffe Azadirachtin A und Pyrethrine/Sesamöl, die im biologischen Landbau zugelassen sind, je nach Einsatz zu 85 bis 100% wirken. Die erste Bekämpfung muss unverzüglich nach dem ersten Befall an den Blütendolden erfolgen. Mit einer visuellen Kontrolle zwei Wochen nach dem Einsatz des Mittels kann dessen Wirkung abgeschätzt und entschieden werden, ob eine zweite Behandlung notwendig ist. Im Allgemeinen wirkt ein einmaliger Einsatz von Azadirachtin A bei Beginn eines Läusebefalls. Hingegen ist bei der Verwendung von Pyrethrine/Sesamöl nach zwei Wochen eine weitere Behandlung nötig, um einen Neues Nachschlagewerk für die Kräuterpraxis Der Anbau von Heil- und Gewürzkräutern stellt in der Schweiz eine Nische dar. Dennoch zeigen die aktuellen Entwicklungen: Schweizer Kräuter – richtig produziert und vermarktet – sind gefragt! Die neuen Datenblätter Heil- und Gewürzkräuter bieten dazu das notwendige Fachwissen. Die Datenblätter Heil- und Gewürzkräuter werden von der landwirtschaftlichen Beratungszentrale AGRIDEA zusammen mit der ArGe Bergkräuter, der Forschungsanstalt Agroscope, dem Bonbonhersteller Ricola und weiteren Partnern herausgegeben. Die komplett überarbeiteten Datenblätter tragen den laufenden Entwicklungen im Kräuteranbau Rechnung und präsentieren in übersichtlicher Form die aktuelle Situation. In insgesamt acht Kapiteln wird unter anderem auf die Marktstruktur, die Produktionsverfahren, die Verarbeitung und die Lagerung eingegangen. In einem separaten Kapitel sind steckbriefartig eine Auswahl der bedeutendsten Arten beschrieben. Zahlreiche Bilder und Illustrationen runden diesen rund 150 Seiten umfassenden Ordner ab. Bestellung und weitere Informationen zum Kräuteranbau im Internet unter Agridea, Eschikon 28, 8315 Lindau, 寿 052 354 97 00, Fax 052 354 97 97. Preis Einzelexemplar Fr. 60.– (exkl. Versand), Abo, jährlich, Preis je nach Umfang.

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PFLANZENBAU

getrocknete BlĂźten (g/Baum) 2000 1800 1600 1400 1200 1000 800 600 400 200 0

Arbaz

Bruson

2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 Ertrag aus zwei Parzellen im Wallis (Arbaz und Bruson)

genĂźgend hohen Wirkungsgrad zu erzielen. Es ist anzunehmen, dass die Holunderblattlaus im biologischen Anbau auch langfristig kontrolliert werden kann (BarofďŹ o, 2009). Blattläuse speichern Sambunigrine, ein Gift, das in den Blättern enthalten ist, was sie auf natĂźrliche Weise vor Feinden schĂźtzt, darunter dem siebenpunktigen Marienkäfer. Dagegen verträgt der zweipunktige Marienkäfer das

Sambunigrine und ist ein oft beobachteter Feind der Läuse in den Kulturen. Der Druck des Schädlings ist aber häuďŹ g hĂśher, als dass die natĂźrliche Bekämpfung genĂźgen wĂźrde. Vor kurzem beobachtete man den asiatischen Marienkäfer (Harmonia axyridis) am Holunder, ohne dass sich ein deutliches RäuberBeute-Verhalten feststellen liess.

Schädlinge und Krankheiten Es wurden zahlreiche Insekten, die auf dem Holunder gefunden wurden, beschrieben (Didier, 2008), doch verursachen momentan nur wenige wirtschaftliche Schäden. Die Kulturen in der Schweiz weisen auch häuďŹ g Symptome der Eriophydae â&#x20AC;&#x201C; Gallmilben (Epitrimerus trilobus) â&#x20AC;&#x201C; auf. Bei diesem Milbenbefall sind die Blätter gekraust und haben rote Ränder. Der Schädling verursacht wirtschaftlich jedoch nur ganz begrenzt Schäden. Anlass zu Beunruhigung gibt der Thielaviopsis basicola, ein neuer Krankheitserreger, den die Forscher von ACW

SCHNELLER!

am Holunder auf drei Parzellen in der Deutschschweiz nachgewiesen haben. Die von diesem Bodenpilz verursachten Schäden äussern sich durch das Verwelken von Trieben, eine frĂźhzeitige Gelbfärbung der Blätter, ein schwaches Wachstum der neuen Triebe und einen schlechten Laubaustrieb im FrĂźhjahr. Eine kluge Wahl der AnbauďŹ&#x201A;äche hilft womĂśglich die Ausbreitung des Krankheitserregers zu verhindern. Desgleichen sollten zu schwere und feuchte BĂśden gemieden werden und durch regelmässiges Ausmähen die Konkurrenz durch die Gräser, die vermutlich einen Risikofaktor darstellen, begrenzt werden. 䥾

Autoren Catherine Baroffio und Claude-Alain Carron, Gruppe Heil- und Gewßrzpflanzen, Agroscope ChanginsWädenswil ACW, Centre de recherche Conthey, 1964 Conthey

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9 ¡ 10

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Grafik: Getrockneter BlĂźtenertrag (g/Baum) von zwei Holunderparzellen im Wallis

Schnelles beladen durch stabilen Ladearm reicht ein Tastendruck, um den Ladeund

Wickelvorgang

zu

starten.

Ein

Gegengewicht gewährleistet das korrekte Ausbalancieren beim Laden eines Ballens und ermÜglicht es, den Ladearm mit einem zusätzlichen Ballen zu beladen.

TRUMP

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9 2010 ¡ UFA REVUE


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PFLANZENBAU

Genaue Kalkulation ist wichtig WIRTSCHAFTLICHER MAISANBAU Auf rund einem Fünftel der offenen Ackerfläche wird in der Schweiz Mais angebaut. Flächenmässig ist der Mais nach dem Getreide die am zweithäufigsten angebaute Ackerkultur. Wie sieht es aber mit der Wirtschaftlichkeit von Mais aus?

Stefan Hadorn

Der Mais gehört im Ackerbau zu den extensiven Kulturen. Neben fruchtfolgetechnischen Überlegungen wird aber nur Mais angebaut, wenn er mindestens so viel Geld abwirft, wie eine mögliche Ersatzkultur. In der Regel wird die Frage lauten: Unter welchen Bedingungen lässt sich mit Mais derselbe Gewinn wie mit dem Weizenanbau erzielen?

Weizenpreis als Orientierungshilfe In der Tat liegen die vergleichbaren Deckungsbeiträge von Winterweizen und Körnermais nahe beisammen. Bekanntlich gibt es aber innerhalb einer Kultur grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Produzenten.

Tabelle 1: Maispreis vom Weizenpreis abgeleitet Position

Einheit

Flächenertrag

dt FS/ha

Winterweizen (intenso) 75 (85.5 % TS) 45 3375 229 316 277 74 78 213 54 450

Weizenpreis Fr./dt Leistung Fr./dt Saatgut Fr./ha Dünger Fr./ha Pflanzenschutz Fr./ha Hagelversicherung Fr./ha Trocknung Fr./ha Annahme Reinigung Fr./ha div. Beiträge Fr./ha Lohnarbeiten/ Fr./ha Maschinenmiete variable Maschinenkosten Fr./ha 443 Summe Kosten Fr./ha 2134 Deckungsbeitrag Fr./ha 1241 Gleichgewichtsdeckungs- Fr./ha beitrag Körnermais Gleichgewichtspreis je dt Fr./dt * zur Kontrolle ** Kosten Körnermais + Deckungsbeitrag Weizen

Körnermais 108 (86 % TS)

268 303 228 134 949 320

Im Beispiel aus Tabelle 1 ergibt sich bei den getroffenen Annahmen ein Winterweizendeckungsbeitrag (Gewinn) von Fr. 1241.–/ha. Ihm liegt ein Weizenertrag von 75 dt/ha zugrunde. Beim Körnermais wurde ein Ertrag von 108 dt/ha (14 % TS) berücksichtigt. Die Gesamtkosten liegen beim Körnermais bei Fr. 3143.–/ha. Daraus ergibt sich eine rechnerische Leistungsuntergrenze von Fr. 4384.–/ha um den gleichen Deckungsbeitrag wie beim Winterweizen zu erzielen (Fr. 3143.–/ha + Fr. 1241.–/ha). Oder anders ausgedrückt, müsste der Körnermais zu einem Preis von Fr. 40.60/dt verkauft werden, um die gleiche Wirtschaftlichkeit wie Winterweizen aufzuweisen. Im Jahr 2009 erhielt der Körnermaisproduzent im Schnitt Fr. 36.50/dt Körnermais. Soll der Preisunterschied mit einer höheren Erntemenge ausgeglichen werden, müssten ca. 120 dt/ha Körnermais bei gleich bleibenden Kosten wie in unserem Beispiel geerntet werden.

Maistagung 2010 Am 15. September führt das Inforama am Standort Rütti einen Maistag durch. An diesem Anlass erhalten Sie umfassende Informationen zu Themen wie: Anbauverfahren, Pflanzenschutz, Fusarienproblematik, Maissorten, Saat, Düngung, Konservierung, Erntetechnik und Wirtschaftlichkeit. Weitere Informationen finden Sie unter www.inforama.ch unter Agenda/ Termine.

Eine Auswertung bei Körnermaisproduzenten hat ergeben, dass sich die Besten durch folgende Punkte vom Durchschnitt unterscheiden: • Höhere Flächenerträge. • Tiefere Düngerkosten (der Einsatz von Hofdünger erschwert den Vergleich). • Im Verhältnis zum Ertrag tiefe Trocknungskosten!

Auf rund einem Fünftel der offenen Ackerfläche wird in der Schweiz Mais angebaut

640 301 3143 1241* 4384** 40.6

Quelle: Agridea Deckungsbeiträge 2009 / Hadorn, Inforama Seeland

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PFLANZENBAU Klasse statt Masse Mit einem Kostenanteil von rund einem Drittel haben die Trocknungskosten einen entscheidenden Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit von Körnermais. So muss gemäss einer Beispielsrechnung Körnermais mit einer Feuchtigkeit von 38 Prozent gegenüber Körnermais mit einer Feuchtigkeit von 28 Prozent einen Mehrertrag von rund 33 dt/ha aufweisen, um den gleichen Nettoerlös zu erzielen. Eine rechtzeitige Saat und eine dem Standort angepasste Maissorte, spielen für eine wirtschaftliche Körnermaisproduktion eine entscheidende Rolle. Silomais im Vergleich zu Körnermais Als Alternative zur Körnermaisproduktion bietet sich die Möglichkeit, Silomais stehend ab Feld zu verkaufen. Im Vergleich zu Körnermais muss man folgendes berücksichtigen: • Bei Gras als Vorkultur ist im Frühjahr vor der Silomaissaat eine Schnittnutzung möglich. • Silomais führt dem Boden keine Nährstoffe zurück. • Silomais verursacht keine zusätzlichen Trocknungs-, Annahme- und Erntekosten. • Silomais weist eine kürzere Kulturzeit auf. Folgekulturen können früher gesät werden. Unter den beschriebenen Bedingungen (Tabelle 2) müsste eine Hektar Silomais mit einem Ertrag von 600 dt (28 % TS) zu einem Preis von Fr. 3.90/dt oder pauschal zu Fr. 2351.–/ha verkauft werden. Soll der gleiche Deckungsbeitrag wie beim Weizen erzielt werden, müsste eine Hektar Silomais pauschal zu Fr. 2790.–/ha oder zu Fr. 4.65/dt (600 dt bei 28 % TS) verkauft werden.

Aus aktuellem Anlass Gut erinnern wir uns noch an den trockenen Juli. Besonders im westlichen Teil der Schweiz bewässerte manch ein Landwirt seinen Mais, um diesen «am Leben» zu erhalten. Da schmerzen Bewässerungskosten besonders stark bei einem bereits tiefen Deckungsbeitrag (Tabelle 3). Ob ein Betrieb nun bewässern kann oder nicht, beide Strategien wirken sich bei Trockenheit negativ auf den Gewinn aus. Erhält die Pflanze während der Blütenbildung zu wenig Wasser, sinkt ihr Ertragspotential stark. Wird die Pflanze UFA-REVUE · 9 2010

Tabelle 2: Silomais im Vergleich zu Körnermais Position

Einheit

Körnermais

Silomais stehend ab Feld 600 (168)

Ertrag dt FS/ha 108 TS Ertrag dt TS/ha (93) Körnermaispreis Fr./dt 36.5 Erlös Fr./ha 3942 2351 Nährstoffrückführung Fr./ha 403 Maisstroh* Leistung Fr./ha 4345 2351 Trocknungs- + Fr./ha 1269 Annahmekosten Erntekosten Fr./ha 500 Erntenachteil Fruchtfolge** Fr./ha 225 Kosten Fr./ha 1994 0 Leistungs-Kosten-Differenz Fr./ha 2351 2351 Gleichgewichtspreis Fr./dt 3.90 Silomais FS * 77 kg N; 26 kg P2O5; 183 kg K2O ** 5 kg/a Minderertrag Winterweizen (Fr. 45.–/dt); nicht berücksichtigt ev. zusätzlicher Saatgutbedarf, höherer Treibstoffbedarf Quelle: Agridea Deckungsbeiträge 2009 / Hadorn, Inforama Seeland

Tabelle 3: Bewässerungskosten Parzellengrösse: Wassergabe: Pumpenleistung: Kosten: Bewässerungsrolle pro Auszug: Dieselmotor (6 h à 50 m3 à Fr. 30.–/h): Arbeit, Transport, Zubringerleitung Bewässerungskosten pro ha Bewässerungskosten pro m3

1 ha 30 mm (300 m3/ha) 50 m3/h Fr. 100.– Fr. 180.– Fr. 100.– Fr. 380.– Fr. 1.27/m3

bewässert, verursacht dies nicht zu unterschätzende Kosten. Aus diesem Grund gilt: wenn die Möglichkeit besteht, bei sehr trockenen Verhältnissen zu bewässern, darf der ideale Zeitpunkt nicht verpasst werden.

Wir halten fest Bei optimalen Produktionsbedingungen ist der Mais durchaus mit Getreide konkurrenzfähig. Mit einer frühen Saat und einer standortgerechten Sorte lässt sich der Ertrag maximieren und die Trocknungskosten beim Körnermais minimieren. Hofdünger lassen sich ideal im Mais einsetzen. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es wichtiger denn je, dass sich jeder Betriebsleiter umfassend über die Rentabilität der einzelnen Betriebszweige ins Bild setzt. Dies kann er nur, wenn er die einzelnen Kostenpositionen den Betriebszweigen zuordnet. Mit einer Buchführung auf Stufe Deckungsbeitrag lassen sich erste wichtige Informationen gewinnen. Eine detaillierte Kostenaufschlüsselung ist jedoch nur mit einer Vollkostenrechnung möglich. 䡵

Autor Stefan Hadorn, Lehrer und Berater in Betriebswirtschaft, Inforama Seeland, 3232 Ins

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PFLANZENBAU

Silikate verbessern Hofdünger DIABASSTEINMEHL VERBESSERT die Pflanzen- und Bodenverträglichkeit der Gülle, steigert die Bodenfruchtbarkeit und die Gesundheit der Tiere. Durch die optimierte Nutzung des Hofdüngers kann Mineraldünger eingespart und die Umwelt durch weniger Ammoniakemissionen geschont werden.

Kurt Gugger

Michael Hodel

Diabassteinmehl ist ein reines Naturprodukt vulkanischen Ursprungs. Das feinst vermahlene Mehl (Mahlfeinheit: 95 % unter 0.09 mm), wird bei der Herstellung zusätzlich mit Milchsäurebakterien besprüht, welche die natürliche Hofdüngermikrobiologie in der Grube unterstützen. Einzigartig ist die Verbindung zwischen Silizium und Kalzium im Vulkangestein die durch die enorme Hitze vor langer Zeit miteinander verschmolzen wurden. Die sogenannte Kieselsäure hat wertvolle Eigenschaften.

Nutzen von Kieselsäure Kieselsäure ist stark quellfähig und kann leicht verschiedene Verbindungen eingehen. Tabelle: Gehalt von «Bio-Lit» Kieselsäure SiO2 46.63 % Kalium K2O 0.92 % Kalzium CaO 7.32 % Magnesium Mg 6.46 % Natrium Na 3.53 % Spuren von Phosphor, Mangan, Bor, Molybdän, Zink, Kupfer und weiteren Elementen.

Im Boden trägt sie zur Stabilisierung des Krümelgefüges durch Verkittung von Tonteilchen bei. Da es dieselben Bindungsstellen wie Phosphat belegt, kann es bereits an Bodenteilchen gebundenes Phosphat wieder freisetzen, oder eine schnelle Festlegung von gedüngtem Phosphat verhindern. Es handelt sich hier aber um reine Austauschvorgänge, so dass weder gedüngtes Rohphosphat zusätzlich aufgeschlossen, noch die Phosphatdüngung dauerhaft eingespart werden kann. Die Pflanzen nutzen Kieselsäure hauptsächlich zur Gewebestabilisierung und Krankheitsabwehr. Untersuchungen haben gezeigt, dass sie die aufgenommene Kieselsäure genau an den Stellen anlagern, wo eine Pilzinfektion des Gewebes erfolgte. Höhere Kieselsäuregehalte erschweren Pilzen das Eindringen in die Zellen. Insbesondere das Wachstum von Mehltau ist auf siliziumreicheren Pflanzen stark gehemmt.

Ammoniakverluste

verhindern

«Bio-Lit» Steinmehle haben durch die feine Vermahlung eine hohe Oberfläche (2500 m2/kg), die Ammoniak und damit auch den Geruch der Gülle bindet. Dadurch werden die gasförmigen Verluste reduziert. Weil auch die Fliessfähigkeit der Gülle auf der Pflanze besser ist, gibt es weniger Ammoniakverbrennungen an der Pflanze selber. Dies ist besonders wichtig, wenn eher dicke Gülle oder höhere Gaben ausgebracht werden und die Gefahr von Verbrennungen steigt. «Bio-Lit» Steinmehl reduziert beispielsweise die Ammoniakemissionen um nicht weniger als 27 % (Prüfbericht Austrian Research Centre, 2007, Messdauer 28 h). Dank der Feinstvermahlung werden die Gesteinsteile in der Gülle elektrostatisch angelagert und

Vom Camion wird das «Bio-Lit» direkt in den Gülle-Silo geblasen.

In Ton und Bild Wie die Anwendung von «Bio-Lit» funktioniert, zeigt ein Video unter www.ufarevue.ch. Am Beispiel des Betriebs von Ruth und Ueli Zumbrunn wird im Film dargestellt, wie das Steinmehl vom Camion in den Güllesilo geblasen und die so aufgewertete Gülle dann später auf dem Feld mit einem Schleppschlauch-Verteiler ausgebracht wird. 42

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PFLANZENBAU

Praxisstimme zur Anwendung von «Bio-Lit» Ruth und Ueli Zumbrunn bewirtschaften in Unterbach BE einen Milchwirtschaftsbetrieb mit Viehzucht (RH und SF). Zusammen mit einem polnischen Angestellten, melken sie mit den 50 Kühen 288 000 kg Milch/ Jahr. Die 30 ha bewirtschaften sie auf 578 m ü. M. (Zone 1) mit Mais, Kunstwiese und Naturwiese rund um den Militärflughafen Meiringen. Zusätzlich halten sie Pensionspferde auf ihrem Betrieb. UFA-Revue: Wie ist der Ablauf von der Bestellung bis zur Ausbringung?

Ideale Voraussetzungen für gesunde und milchproduktive Kühe: Silizium reiches Futter.

sinken nicht auf den Boden der Güllegrube.

Richtig einsetzen Steinmehle sind keine Wundermittel. Wichtig ist der richtige Einsatz. Damit Steinmehle wirken können, müssen sie bis zirka einen Monat vor dem Gülleaustrag in die Gülle eingeblasen werden. Die Gülle muss anschliessend während einer Woche täglich eine Stunde gerührt werden. Wird Steinmehl zu knapp vor dem Austrag eingeblasen, ist seine Wirkung nicht vollständig. Dies gilt besonders bei «Bio-Lit» Steinmehl, weil die natürlichen Abbauprozesse durch die aufgesprühten Mikroorganismen entsprechend Zeit brauchen. Fazit Durch Einsparung von Mineral-

VOR 1.10

düngern lohnt es sich auch aus wirtschaftlicher Sicht, das Beste aus der Gülle zu machen. Steinmehle wie «Bio-Lit» vermindern einerseits gasförmige Ver-

Ruth und Ueli Zumbrunn: Unser Landor-Vertreter hat mich auf «Bio-Lit» Steinmehl aufmerksam gemacht. Bei der LANDI konnte ich meine Bestellung aufgeben. Kurze Zeit später fuhr der Camion vor und blies das Steinmehl in die Gülle ein. Nach einer Wartezeit von rund einem Monat (Aktivierung der Mikroorganismen) konnte ich die Gülle ganz normal ausbringen. Wird der Geruch merkbar gebunden? Ja, ich besitze zwei Güllelöcher, im grossen habe ich das Steinmehl eingesetzt im kleinen nicht. Es ist ein klarer Unterschied zu erkennen. Was ist in Ihren Augen der grösste Vorteil von «Bio-Lit» Steinmehl? Es ist sehr arbeitsextensiv, ich muss dem Lieferanten nur beim Einblassen kurz helfen, das Ausbringen und alle anderen Arbeiten mit der Gülle bleiben gleich. Gut sichtbar wird der Unterschied beim Ausbringen der Gülle, sie ist viel homogener und perlt von den Pflanzenblättern ab. Was sind die Voraussetzungen für einen reibungslosen Ablauf? Die Zufahrt zum Gülleloch muss für den Camion frei sein. Eine gut gerührte Gülle erleichtert das Einblasen stark. Damit sich das Steinmehl ideal mit der Gülle verbinden kann, braucht es genügend organische Substanz in der Gülle. Stimmen Aufwand und Ertrag überein? Ich bin überzeugt, dass sich meine Investitionen langfristig lohnen werden, in Form von gesunden Kulturen und damit bestmöglichen Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Milchproduktion.

luste, ohne dass die Gülle verdünnt werden muss und fördern anderseits die mikrobiellen Zersetzungsprozesse. Weiter wird die Gülle fliessfähiger, was Verbrennungen an den Pflanzenbeständen

verhindert und die Versorgung der Pflanze wird mit wichtigen Nährstoffen wie Silizium ergänzt. Durch das qualitativ bessere Futter ist auch im Stall der Nutzen sichtbar. 䡵

Autoren Kurt Gugger (Berater) und Michael Hodel (Praktikant), Landor, 4127 Birsfelden Mehr Informationen über die Gratis Infoline 0800 80 99 60 www.landor.ch, info@landor.ch

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PFLANZENBAU

Aussaat der Nachfrage anpassen WINTERGETREIDE-SAAT 2010 In der Sortenwahl spielen die agronomischen Eigenschaften eine wichtige Rolle. Im Interesse guter Absatzmöglichkeiten von Schweizer Brotgetreide sind aber auch die Vorgaben der Vermarkter und Verarbeiter zur backtechnischen (inneren) Qualität einer Sorte zu berücksichtigen.

Andreas Wyss

Der Nachfrage entsprechend produzieren bedeutet auch, sich gegen eine zunehmende Importkonkurrenz zu schützen.

Die Sortentypen beim Weizen und bei der Gerste haben sich durch Züchtung und Anpassung an den Standort entwickelt. Wir unterscheiden beim Weizen vier verschiedene Sortentypen, bei der Gerste mehr- oder zweizeilige Sorten. Entscheidend sind dabei die Ertragsfaktoren Zielbestand (Ähren/m2, Kornzahl/Ähre und das TKG (Tausendkorngewicht).

Winterweizen Topweizen (Klasse Top) Runal · Bestandesdichter Typ. Referenzsorte betreffend Qualität in der Klasse Top. Mittlere Ertragsleistung und Krankheitsresistenz aber gute Standfestigkeit. CH Claro · Kompensations-Typ. Frühreife Sorte mit guter Ertragsleistung, sehr guter Standfestigkeit und mittleren Krankheitsresistenzen. CH Nara · Bestandesdichter Typ. Neue mittelfrühe Sorte mit guter Ertragsleistung. Niedrigwachsend mit mittlerer bis guter Krankheitsresistenz. Siala · Bestandesdichter Typ. Frühreife Sorte mit gutem Ertragspotenzial. Kurze Pflanze mit sehr guter Standfestigkeit. Mittlere Krankheitsresistenzen. Titlis · Bestandesdichter Typ. Mittlere Ertragsleistung, gute Krankheitstoleranz und gute Standfestigkeit. Stressanfällig gegen Trockenheit. Mittlere bis schlechte Bestockung. Gute Resistenz gegen Fusarien (Mykotoxine). Qualitätsweizen (Klasse 1) Arina · Kompensations-Typ. Referenzsorte betreffend Qualität in der Klasse 1. Bewährte Sorte, welche in allen Lagen gute Erträge und Qualität bringt. Mittlere Standfestigkeit, Braunrost anfällig. Sehr gute Resistenz gegen Fusarien.

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Forel · Kompensations-Typ. Mittelfrühe Sorte mit guten Erträgen bei mittleren Krankheitsresistenzen. Zinal · Kompensations-Typ. Frühreife Sorte mit guter Ertragsleistung, gute Standfestigkeit und gute Braunrostresistenz, neigt zu Mehltauanfälligkeit. Standardweizen (Klasse 2 und 3) Levis · Einzelährenertrags-Typ. Referenzsorte betreffend Qualität in der Klasse 2. Standfeste Sorte mit hoher Ertragsleistung und guter Krankheitsresistenz. Achtung: Sehr hohe Anfälligkeit auf Fusarien. Galaxie · Bestandesdichter Typ. Sehr frühe, standfeste Sorte, bringt im intensiven Anbau sehr gute und stabile Erträge. Gewisse Anfälligkeit auf Braunrost und Septoria tritici. Ludwig · Einzelährenertrags-Typ. Sehr hohe Ertragleistung, gute Standfestigkeit und gute Resistenzeigenschaften. Bei früher Saat sehr hohe Bestockung, bei später Saat schlechte Bestockung. Impression · Bestandesdichter Typ. Mittelspäte Sorte mit hohem Ertragspotenzial. Mittlere Standfestigkeit und mittlere Krankheitsresistenzen.

Biskuitweizen nur im Vertragsanbau Manhattan · Korndichte-Typ. Biskuitsorte mit hoher Ertragsleistung, sehr guter Standfestigkeit und guter Krankheitsresistenz.

Futterweizen Mulan · Kompensations-Typ. Mittelfrühe Sorte mit hoher Ertragsleistung, sehr guter Standfestigkeit und mittlerer bis guter Krankheitsresistenz. Tapidor · Einzelährenertrags-Typ. Sehr frühreife Sorte mit ausgezeichneter Er-

tragsleistung, guter Standfestigkeit aber mittlerer Krankheitsresistenz. Achtung: Sehr hohe Anfälligkeit auf Fusarien. Winnetou · Kompensations-Typ. Mittelspäte Sorte mit sehr hoher Ertragsleistung, mittlerer Standfestigkeit und mittlerer Krankheitsresistenz. Rustic · Kompensations-Typ. Neue, frühreife Sorte mit sehr guter Ertragsleistung und guter Krankheitsresistenz. Saatgut beschränkt verfügbar.

Wintergerste T = Tolerant bzw. resistent gegen Gelbmosaik-Virus, A = Anfällig auf Gelbmosaik-Virus. PMI = PUFA MUFA Index = Gesamtwert einfach- und mehrfach ungesättigten Fettsäuren in g/MJ VES (VES: verdauliche Energie Schwein).

mehrzeilige Sorten Franziska · (T) Im Ertrag ein sicherer Wert, mittleres Hektolitergewicht. Gute Standfestigkeit, gute Resistenz gegen Mehltau und Netzflecken, mittlere Resistenz gegen Blattflecken. PMI tief, mittel. Fridericus · (T) mittelfrühe Sorte mit sehr hohem Ertragspotenzial. Gute Standfestigkeit und gute Krankheitsresistenz, mittleres Hektolitergewicht, mässige Druscheignung. PMI mittelhoch. Landi · (T) Sicherer Wert in allen Anbaulagen. Erhöhtes Hektolitergewicht und mittlere Standfestigkeit. Stark anfällig auf Gelbverzwergungsvirus. PMI tief. Plaisant · (A) Überzeugt immer wieder durch das hohe Hektolitergewicht. Hat aber mittlere bis schwache Resistenzeigenschaften. PMI tief. 9 2010 · UFA-REVUE


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PFLANZENBAU Zweizeilige Sorten Die Versuche der letzten Jahre haben gezeigt, dass die neuen zweizeiligen Sorten im Ertragspotential deutlich zugelegt haben. Ebenfalls im Hektolitergewicht sind sie mit den mehrzeiligen Sorten absolut vergleichbar. Caravan · (T) Mittelspäte Sorte mit gutem Ertragspotential, erhöhtes Hektolitergewicht und gute Krankheitsresistenzen. PMI mittel. Eufora · (A) Neue, mittelspäte Sorte mit guten agronomischen Eigenschaften. PMI tief

Wintertriticale Bedretto · Frühreife Sorte bei hoher Ertragsleistung, sehr guter Krankheitsre-

sistenz und guter Standfestigkeit. Mittleres Hektolitergewicht. Cosinus · Neue, mittelfrühe Sorte mit hohem Ertragspotenzial und guter bis sehr guter Krankheitsresistenz, aber mittlerer Stand- und Winterfestigkeit. Dorena · Mittelfrühe Sorte mit gutem Ertrag und hohem Hektolitergewicht. Leichte Anfälligkeit auf Spelzenbräune. Prader · Robuste Sorte, mittlere Ertragsleistung. Gute Standfestigkeit und mittleres Hektolitergewicht. Triamant · Sehr hohe Ertragsleistung bei mittlerem Hektolitergewicht. Triamant ist bezüglich Mutterkorn die anfälligste Sorte. Mittlere Standfestigkeit. Trado · Winterfester Sommertriticale, für Spätsaaten geeignet.

Winterhafer Wiland · Neue Sorte mit hohem Ertragspotenzial, guter Standfestigkeit und Krankheitsresistenz. Saatgut wird ungebeizt angeboten, da Fungzidbeizung nur gegen Haferflugbrand wirkt.

Autor Andreas Wyss, UFA Samen, Lyssach Der pflanzenbauliche Beratungsdienst der fenaco Genossenschaft hat zusammen mit Landwirten wiederum Brot- und Futterweizen, sowie Wintergerstenversuche in verschiedenen Regionen durchgeführt. Die Versuchsresultate sind im Detail unter www.ufasamen.ch ersichtlich.

Winterroggen Nur im Vertragsanbau Palazzo · Mittelfrühe Hybridsorte mit sehr hohem Ertragspotenzial. Gute Standfestigkeit und gute Mutterkornresistenz. Matador · Ertragreiche Populationssorte mit guter Standfestigkeit. Auch für Grünschnitt geeignet. 䡵

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Tabelle: Die Saat den Bedingungen anpassen Winterweizen Runal Siala CH Claro CH Nara Titlis Arina Forel Zinal CH Camedo* CH Combin* Ludwig Levis Galaxie Impression Manhattan Futterweizen Tapidor Rustic Mulan Winnetou Wintergerste Franziska Fridericus Landi Plaisant Caravan Eufora Wintertriticale Bedretto Cosinus Dorena Prader Triamant

Qualitätsklasse Top Top Top Top Top I I I I II II II III B

Saattermine früher 300 300 325 300 325 325 325 325 325 250 275 325 325 250

Saatmenge Körner/m2 Saattermine optimaler 350 – 400 350 – 400 375 – 425 350 – 400 375 – 425 375 – 425 375 – 425 350 – 400 375 – 425 300 – 350 325 – 375 350 – 400 375 – 400 300 – 350

Fu Fu Fu Fu

250 300 275 275

300 – 350 350 – 400 325 – 375 325 – 375

mehrzeilig mehrzeilig mehrzeilig mehrzeilig zweizeilig zweizeilig

225 225 225 225 250 250

250 – 275 250 – 275 250 – 275 250 – 275 275 – 325 300 – 350

– 2 Wo

275 275 275 275 275 – 1 Wo

350 – 400 350 – 400 350 – 400 350 – 400 350-400 optimal

Saattermine später 475 475 475 475 500 475 475 475 475 550

2.1 2.1 1.9 1.9 2.0 2.0

2.3 2.8 2.5 2.3 2.3 2.2

475 475 475

1.2 1.4 1.3 1.4

1.9 1.9 1.9 1.9

2.2 2.3 2.2 2.3

1.1 1.2 1.1 1.0 1.2 1.2

1.4 1.5 1.4 1.4 1.8 1.8

1.6 1.7 1.5 1.5 2.0 2.0

1.3 1.3 1.3 1.3 1.4

1.5 1.5 1.5 1.5 1.6

1.7 1.7 1.7 1.7 1.8

475

450

325 325 325 325 350 350

1 Wo

frühe Saat möglich 46

400 450

1.5 1.3 1.4 1.5 1.6 1.2

500

425 425 425 425 425 2 Wo

Saatmenge kg/a Saattermine früher optimaler später 1.5 2.0 2.3 1.4 2.0 2.2 1.5 2.0 2.3 1.5 2.0 2.3 1.6 2.1 2.4 1.5 1.9 2.2 1.5 2.0 2.1 1.5 2.0 2.3

3 Wo

4 Wo

5 Wo

optimaler Saattermin

Spätsaaten verträglich 9 2010 · UFA-REVUE


RAUMPLANUNG MERKBLATT

Raumplanung, was man wissen muss! RAUMPLANUNG UND BAUEN Raumplanerisch ist zu unterscheiden zwischen Bauzone und Nichtbauzone. Im Raumplanungsartikel 75 der Bundesverfassung sind zudem der Schutz von Boden, Luft, Wasser, Wald und Landschaft festgehalten.

Soll ein neuer Stall entstehen, muss man die Raumplanung verstehen.

Oft werden Gesuche abgelehnt, weil nicht stimmig argumentiert wird.


RAUMPLANUNG MERKBLATT

Rechtserlasse beim Bauen Raumplanungsgesetz

Tierschutzgesetz und -verordnung

Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht

Gewässerschutzgesetz und -verordnung

Direktzahlungsverordnung

Luftreinhalteverordnung

Umweltschutzgesetz

Dies hat zur Folge, dass bei einem Baugesuch nicht nur die raumplanerischen Rahmenbedingungen überprüft werden und einzuhalten sind, sondern auch weitere Rechtserlasse zu beachten sind. Dass bei dieser Dichte von einzuhaltenden Ordnungen der Bauer und Bauherr überfordert sein kann, erstaunt deshalb wenig. Auch bestehen für Bauten auf Landwirtschaftland meist keine eindeutigen Masszahlen, wie Ausnützungsziffer oder maximale Gebäudehöhe. Die Dimension eines Gebäudes richtet sich nach dem tatsächlichen Bedarf und beinhaltet Ermessensspielraum. Damit dieser Spielraum genutzt werden kann, muss der Bedarf mit korrekten Begründungen glaubhaft gemacht werden können.

Baubewilligungspflicht Grundsätzlich unterstehen sämtliche bauli48

Landwirtschaftliche Begriffsverordnung

Baugesuchsvorbereitung 䡵 Was soll gebaut werden? 䡵 Unter welchen Rechtstitel fällt mein Bauvorhaben? 䡵 Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten? 䡵 Ist meine Argumentation stimmig? 䡵 Soll ich vorgängig die Nachbarn informieren? 䡵 Ist das Baugesuch vollständig, stimmig, Pläne verständlich und in genügender Anzahl?

chen Massnahmen oder Nutzungsänderungen der Baubewilligungspflicht. Dazu gehören regelmässig auch bauliche Anpassungen in Gebäuden, die von aussen nicht erkennbar oder ersichtlich sind. Ja, selbst die Zweckänderung an Gebäuden und Grundstücken kann ei-

ner Baubewilligung bedürfen! Letztere insbesondere dann, wenn die neue Nutzung Auswirkungen auf Raum, Erschliessung und Umwelt zeitigt (mehr Verkehr, Lärm, Geruch, verändertes Landschaftsbild). Auch haben einzelne Kantone bestimmte Bauten ausserhalb von Schutzzonen von der Baubewilligungspflicht befreit.

Planung Was machen, wenn die Familie wächst und der Wohnraum knapp wird? Was planen bei Neuerungen von Tier- und Gewässerschutzvorschriften? Wie ändern, wenn man den Betrieb aufstocken will, den Stall vergrössern oder alte Gebäude einer neuen Nutzung zuführen möchte? Nicht immer können alle Vorhaben auf einmal reali9 2010 · UFA-REVUE


RAUMPLANUNG MERKBLATT

Landwirtschaftsgesetz

Kantonale und Kommunale Bauordnungen siert werden. Der Bauer muss sich somit gut überlegen, welches Ziel erreicht werden soll und kann. Bei grösseren Bauvorhaben wird der Betriebsleiter mit einem Betriebskonzept die geplante Entwicklung aufzeigen und die Realisierbarkeit prüfen. Dieses Konzept soll den gewünschten Endzustand aufgrund der heutigen Kenntnisse und betrieblichen Faktorausstattung darstellen. Das Betriebskonzept muss einen Zeithorizont von 15 bis 20 Jahren abdecken, um Fehlinvestitionen und konzeptlose Investitionen zu vermeiden. Die lange Zeitdauer ist durch die lange Nutzungsdauer der Gebäude und die Amortisation des Fremdkapitals bedingt. Aus seinem Konzept heraus entsteht eine erste Projektidee, die mit einem UFA-REVUE · 9 2010

Architekten ausgearbeitet wird. Dabei lohnt es sich, einen Planer mit fundierten Kenntnissen im landwirtschaftlichen Bauen beizuziehen. Vor allem im Stallbau wirken sich Fehler in der Planung negativ auf den täglichen Arbeitsablauf, das Herdenmanagement oder das Stallklima aus. Nachträgliche Korrekturen sind aufwändig, kostspielig und nervenaufreibend. Meistens bleibt ein Flickwerk zurück. Es braucht für ein gutes Projekt viele Betriebsbesichtigungen, eingehende Diskussionen und häufig mehrere Projektvarianten. Wer genau weiss, was er umsetzen will, kann allerdings die Planungskosten tiefer halten.

Baugesuchsverfahren Der Ablauf des Baugesuchsverfahrens ist in den meisten Kantonen so festgelegt, dass die Baueingabe bei der Gemeinde erfolgt (Grafik). Nach einer ersten Prüfung leitet die Gemeinde das Gesuch an die kantonalen Stellen weiter. Teilweise gleichzeitig oder dann im Anschluss erfolgt die öffentliche Auflage mit Einsprachefrist (in der Regel 20 Tage). Bei Einsprachen erfolgt eine Einspracheverhandlung. Nach Vorliegen des kantonalen Entscheides wird durch die Gemeinde der Baubewilligungsentscheid gefällt. Gegen diesen kann Beschwerde (Rekurs) geführt werden. Erst nach ungenutztem Ablauf dieser meist 30-tägigen Frist tritt die Baubewilligung in Rechtskraft. Mit dem Bau darf erst anschliessend begonnen werden! Wichtig nach Erhalt der Baubewilligung ist, die Bewilligungsvoraussetzungen und Auflagen genau zu prüfen. Sofern der Bewilligungsempfänger mit dem Entscheid oder den Auflagen nicht einverstanden ist, sind die Rechtsmittel zu prüfen und die in der Rechtsmittelbelehrung aufgeführten Fristen genau einzuhalten (Nachweis mit Kopie des Zustellkuverts erforderlich). Die rasche Orientierung des Beraters oder Anwalts ist in diesen Fällen äusserst wichtig. Was ist zulässig? Viele kantonale Verwaltungen stellen die Richtlinien

oder Vollzugshilfen zum Bauen ausserhalb der Bauzonen als Download auf ihre Internetseiten. In diesen sind die Bewilligungsvoraussetzungen, allfällige Auflagen und Bewilligungsgrössen (beim Wohnraum) dargelegt. Die Details, respektive die spezifische Auslegung, kennt jedoch oft nur der versierte Fachmann oder die beurteilende Behörde selbst. Gemäss den Bestimmungen im Raumplanungsgesetz und der -verordnung sind all jene Bauten und Anlagen in der Landwirtschaftszone zonenkonform, die für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung oder den produzierenden Gartenbau notwendig sind und die der boden-

Innere Aufstockung – und darüber hinaus Als innere Aufstockungen im raumplanungsrechtlichen Sinn werden eine Tierhaltung bezeichnet, für die das Futter nicht auf dem eigenen Betrieb produziert wird oder eine Pflanzenproduktion beurteilt, bei der die Pflanzen nicht im gewachsenen Boden wurzeln (Hors-sol-Produktion). Bis zu einer bestimmten Grenze ist diese bodenunabhängige Produktion auch in der Landwirtschaftszone zulässig. Wird die jeweilige Grenze unterschritten, so erfordert dies die Ausscheidung einer speziellen Zone. Zur Ausscheidung einer solchen Spezial-Landwirtschaftszone ist ein Planungsverfahren durchzuführen (je nach Kanton: Umzonung, Gestaltungsplanverfahren, Überbauungsordnung). Dieses Verfahren erfordert in der Regel einen Gemeindeversammlungsbeschluss und eine kantonale Genehmigung.

abhängigen, gewinn- und ertragsorientierten Produktion verwertbarer Erzeugnisse aus Pflanzenbau und Nutztierhaltung sowie der Bewirtschaftung naturnaher Flächen dienen. Zudem sind Bauten für die Aufbereitung, Lagerung und den Verkauf von landwirtschaftlichen Produkten sowie gemeinschaftliche Stallbauten (Vertrag noch 10 Jahre Laufdauer) zulässig. Seit der Revision im Jahr 2007 sind zudem Anlagen zur Gewinnung von Energie aus Biomasse sowie Solaranlagen zonenkonform. 49


RAUMPLANUNG MERKBLATT Aufgrund verschiedener agrarpolitischer Lenkungsmassnahmen (Höchsttierbestand) und des Prinzips des Nachweises der Betriebsnotwendigkeit (Raumplanungsgesetz) werden die Raumprogramme von den Behörden einer Prüfung unterzogen. Es dürfen keine unbegründeten Raumreserven eingeplant und realisiert werden. Die Begründung für die Raumprogramme ergibt sich vor allem aus der Betriebsgrösse, der Betriebsart und der vorhandenen Produktionsrechte. Zur Ermittlung der Raumprogramme dienen gewässerschützerische Vorgaben (Gülle-/Mistlagervolumen, kantonale Formulare), Tierschutzgesetz und Ethoprogramme oder Labelvorgaben, Richtlinien der Forschungsanstalten (Agroscope Reckenholz Tänikon ART) und weitere. Es erscheint auch wirtschaftlich wenig sinnvoll, Raumkapazitäten zu planen und zu realisieren, welche keinen betriebswirtschaftlichen Erfolg versprechen (zum Beispiel teure Kuhplätze für die Produktion von Milch zur Mehrmengenproduktion). Wichtiger ist, kostengünstige Erweiterungsoptionen offen zu halten oder entsprechende Vorverträge für die Mehrproduktion vorzuweisen.

Schlafen im Stroh und Co. Agrotouristische Angebote wie Ferien auf dem Bauernhof, Schlafen im Stroh, Besenbeizli, Camping à la ferme erfreuen sich immer mehr Beliebtheit. Raumplanerisch sind sie allerdings nur als Ausnahme bewilligungsfähig und haben verschiedene Rahmenbedingungen einzuhalten. So können sie nur auf landwirtschaftlichen Gewerben nach bäuerlichem Bodenrecht, nur in unmittelbarer Hofnähe, vorab in bestehenden Gebäuden (Erweiterung um maximal 100 m² möglich) eingerichtet werden und dieser Nebenbetrieb ist vom Betriebsleiter oder dessen Lebenspartnerin zu führen. Meist muss detailliert dargelegt werden, mit wie vielen Übernachtungen zu rechnen ist, wie die Anbindung an das touristische Angebot der Region erfolgt, wie die Öffnungszeiten und das Angebot vorgesehen sind usw. Dies interessiert meist auch die Nachbarn, die von zusätzlichem Verkehr, nächtlichem Lärm, nicht mehr passierbaren Hof- und Feldzufahrten wegen parkierten Autos beeinträchtigt werden. Weiter sind bei diesen Angeboten auch brandschutz-, lebensmittelhygieneund wirtschaftsrechtliche sowie versicherungstechnische Aspekte respektive Auflagen zu berücksichtigen.

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Grafik:

Ablaufschema Baugesuchsverfahren Bauvorhaben ausserhalb Bauzone (Beispiel des Kantons Aargau)

Einsprecher

Bauherrschaft

Gemeinderat, Gemeindeverwaltung

Abteilung für Baubewilligungen

Beratung, Zusammenarbeit • Abklärung Baubewilligungspflicht • Erarbeitung Baugesuch • Profilierung

Baugesuchsformular

• Formelle Prüfung • Publikation • Öff. Auflage Zustimmung und Bewilligung anderer Behörden

Einsprachen • Entscheid über das Baugesuch und die Einsprachen • Eröffnung Beschwerde

Der Betrieb soll mit dem Vorhaben längerfristig bestehen können. Bei grösseren Projekten wird zur Beurteilung dieses Kriteriums immer häufiger ein Betriebskonzept (Businessplan) verlangt, allenfalls sogar der Nachweis der Tragbarkeit. Die Gewinn- und Ertragsorientierung sowie der Nachweis der längerfristigen Existenzfähigkeit, der Bewirtschaftungsumfang, die Direktzahlungsberechtigung oder das Fachwissen stellen Indizien zur Unterscheidung von Freizeit- und Nebenerwerbslandwirtschaft dar. Die Grenze wird denn auch von Kanton zu Kanton verschieden ausgelegt. Freizeitlandwirte sind nicht berechtigt Neubauten zu erstellen. Nebenerwerbslandwirte können hingegen betriebsnotwendige Ökonomiegebäude neu erstellen oder alte ersetzen. Wohnraum oder nichtlandwirtschaftliche Nebenbetriebe wie zum Beispiel agrotouristische Angebote setzen ein landwirtschaftliches Gewerbe nach bäuerlichem Bodenrecht (1 Standardarbeitskraft SAK, kantonale Ausnahmen!) voraus, weshalb Nebenerwerbsbetriebe regelmässig keine Baubewilligung für solche Vorhaben erhalten.

Seit dem Bundesgerichtsentscheid 1.C 67/2007, wonach ein Mutterkuhhaltungsbetrieb keiner zwingenden Überwachung bedarf, sind die Anforderungen an die Erstellung von Wohnraum zu einem Landwirtschaftsbetrieb erhöht worden. Verschiedene Kantone bejahen die Betriebsnotwendigkeit und damit die Baubewilligungsfähigkeit von Wohnraum nur noch auf Milchvieh-, Schweinezucht- und allenfalls Legehennenbetrieben, die zudem eine genügende Distanz zur nächsten Wohnzone aufweisen müssen. 䡵 Autor Hansueli Schaub, Schweizerischer Bauernverband, Treuhand und Schätzungen. Layout, Bilder: Layout, Bilder: AMW, UFA-Revue, L. Collet Grangeneuve Informationen Die Abteilung Treuhand und Schätzungen des schweizerischen Bauernverbands berät Bauherren bei der Baugesuchsvorbereitung und begleitet sie im Baugesuchsverfahren. Ein Anruf unter 寿 056 462 51 11 oder eine E-Mail an info@sbv-treuhand.ch

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Weizenanbau im Vergleich DIE DLG-FELDTAGE 2010 fanden auf dem Rittergut Bockerode bei Hannover statt. Tradition an diesem Anlass ist auch der Weizen-Anbauvergleich. Mit dabei als einziges Schweizer Team Markus Hochstrasser und Markus Bopp vom Strickhof. Ihre Entscheidung für eine extenso-Variante regte bei den Besuchern aus ganz Europa zu Diskussionen an.

Andrea Künzle

Aktiver Informationsaustausch vor und in den Weizenfeldern.

Die Teilnehmer des diesjährigen Anbauvergleichs beschäftigen sich seit dem August 2009 mit den Standortbedingungen in Bockerode. Die Bodenbearbeitung, Grunddüngung sowie der Saattermin waren für alle gleich. Alle anderen Massnahmen mussten mit einem Bestellschein für Feldarbeiten von den Teilnehmern via E-Mail ans Feldtagebüro gesendet werden. Sobalddas Wetter es zuliess, wurden die Arbeiten ausgeführt. Über eine Wetterstation vor Ort und das Prognosemodell «Proplant» wurden Empfehlungen abgegeben. Eine Dokumentation aller erfolgten Massnahmen wurden einheitlich auf einer bewährten Schlagkarte am Rand jeder Parzelle dargestellt.

Ziel des Vergleichs Die Teilnehmer haben zwei Varianten zur Verfügung. Eine ländertypische und eine ökonomische Variante. Ziel des Anbauvergleichs ist die betriebswirtschaftliche Auswertung, denn es ge-

winnt jener, der den höchsten Deckungsbeitrag erzielt.

Herausforderungen Dieses Jahr wurden die Teilnehmer vor besondere Herausforderungen gestellt. Ein Starkregen hat den Acker unmittelbar nach der Aussaat Anfang Oktober verschlämmt. Dieser verhinderte die optimale Entwicklung der Bestände, vor dem Einwintern. Der Frost und die lange Schneedecke reduzierten die Bestandesdichte zusätzlich.

Strategie

Die «Strickhöfler» haben sich dazu entschieden, eine extenso-Variante mit der Schweizer Sorte «Claro» anzubauen. Diese Variante ist in Europa undenkbar, wie die Kommentare der Besucher bestätigen. Im ersten Moment wurde das extenso-Feld der Schweizer von den vielen Besuchern belächelt. Doch nach der Erklärung, dass in der Schweiz der Bund den ökologischeren Anbau finanziell unterstützt und dass eine Zusatzprämie (von IP-Suisse) ausge-

Markus Bopp (rechts) gibt Auskunft über die Schweizer Parzellen.

richtet wird, verging ihnen das Lachen. Für die intensive Variante wurde die Sorte «Smaragd» ins Rennen geschickt. Die «Strickhöfler» wollten mit weniger Stickstoff (N) mehr Ertrag herausholen. Mit 180 kg N lag die Schweiz im Vergleich zu anderen Anbauern über 70 Einheiten tiefer. Mit dem Einsatz von CCC im Stadium DC 26 wurde die Bestockung gefördert.

Eindruck vor Ort Der Eindruck der Schweizer Felder an den DLG-Feldtagen war gut. Genaue Ergebnisse sind noch nicht vorhanden. Im Vergleich zu den Konkurrenzfeldern wird sich das Schweizer Feld wahrscheinlich nach der Auswertung im Mittelfeld befinden. 䡵

Autorin Andrea Künzle, höhere Fachschule für Agrarwirtschaft, Strickhof, 8315Lindau Weitere Informationen Markus Hochstrasser, Fachstelle Pflanzenschutz, Strickhof, Eschikon, 8315 Lindau markus.hochstrasser@bd.zh.ch Die Ergebnisse des Anbauvergleichs sind ab Mitte Oktober auf der Internetseite www.dlg-feldtage.de nachzulesen.

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PFLANZENBAU

Kein einfaches Kartoffeljahr NOCH LIEGEN KEINE OFFIZIELLEN ZAHLEN zur Anbaufläche 2010 vor. Aufgrund der Saatgutverkäufe, Gesprächen mit Produzenten und Beobachtungen ist davon auszugehen, dass sie sich auf dem Niveau des Vorjahres von gut 11 000 ha zu stabilisieren scheint.

Fritz Stucki

Nach drei recht guten Kartoffeljahren erinnert dieses Jahr mit all den Wetterkapriolen an das Trockenjahr 2006. Dieses Jahr fallen die Erträge je nach Sorte und Region sehr unterschiedlich aus. Am meisten unter der Trockenheit gelitten hat die Westschweiz, dort besonders die Chipssorte «Lady Claire». Bei dieser Sorte ist das Kraut viel zu früh abgestorben. Als Folge davon sind viele Knollen nicht über das Raclette-Kaliber hinausgewachsen. Über alles gesehen geht man davon aus, dass die Rekorderträge der letztjährigen Ernte dieses Jahr nicht erreicht werden. Waren im letzten Jahr die «Brätler» und Raclette-Kartoffeln Mangelware, so scheint nun dieses Jahr das Gegenteil einzutreffen, indem nicht die kleinkalibrigen Knollen, sondern die «Baked Potatoes» rar sein werden.

Einige Worte zur Ernte In diesen Tagen setzt die Ernte der Lagersorten ein. Bei zu hohen Temperaturen geerntete Kartoffeln sind nicht (Langzeit) lagerfähig. Bekanntlich sind weder zu trockene, noch zu nasse Böden geeignet für die Rodung. Ideal ist eine normale Bodenfeuchte mit Lufttemperaturen zwischen 15 und 25 °C. Ebenso wichtig ist, dass die Kartoffeln richtig abgereift und schalenfest sind. Im Vergleich zum Vorjahr erfolgt(e) die Krautvernichtung deutlich später. Es wäre ein Trugschluss zu glauben, dass bei einer Krautvernichtung Anfang September die Wartezeit bis zur vollständigen Reife und Schalenfestigkeit viel kürzer ist als im Monat August. Die Produzenten seien daran erinnert: Nicht reife und damit nicht schalenfeste Kartoffeln sind nicht lagerfähig. Solche Posten sind bereits nach 54

wenigen Wochen weich und schrumplig. Der wirtschaftliche Schaden für den Produzent und den Lagerhalter kann in einem solchen Fall enorm sein. Man sollte die Nerven behalten. Grosse Fortschritte und Beachtung hat in den letzten Jahren die Wartung der Erntemaschinen gemacht, die Ernteschäden sind deutlich zurückgegangen. Dafür ist den Kartoffelproduzenten ein grosses Lob auszusprechen. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Befüllung von Paloxen und Brückenwagen mit loser Schüttung. Fallsegel sind dabei ein Muss. Ab und zu erlebt man leider, dass bei Temperaturen von über 25 °C geerntete Kartoffeln ungeschützt dem Sonnenlicht und der Hitze ausgesetzt werden. Dies führt unweigerlich zu Qualitätseinbussen, zum Beispiel zu grünen Knollen. Kartoffeln sind generell vor Lichteinfall zu schützen.

Wissenswertes bei der Warenablieferung Die Produzenten sind es gewohnt, von Posten mit zweifelhafter Qualität vor der Ernte ein Muster an eine der Annahmestellen für eine Qualitätsbeurteilung vorbeizubringen, um so die bestmögliche Verwertungsart miteinander festzulegen. Ist die Ware zur Veredlung bestimmt, ist vorgängig ein Muster für Stärkegehalt und Backtest notwendig. Es ist wünschswert, wenn die Produzenten bei Anlieferung der Ware bei der Qualitätsbeurteilung persönlich dabei sind. Bei der Anlieferung in Paloxen sollte beachten werden, dass diese bis zur Oberkante des obersten Ladens gefüllt, aber nicht überfüllt, und somit nicht mehr stapelbar sind. Ein besonderes Augenmerk ist auch auf den Zustand der Kisten zu richten.

Man kontrolliert beim Wareneingang den Zustand der Kisten routinemässig und bringt defekte Paloxen allenfalls in Abzug. Jede Kiste ist mit einer Etikette versehen mit Namen und Adresse des Produzenten, der Sorte, der Herkunftsbezeichnung «Swiss Garantie» und – sofern zutreffend – mit dem Label «IP Suisse». Ersichtlich muss auch sein, ob der Posten «SwissGAP» anerkannt ist. Entgegen allen Aufrufen hat leider eine namhafte Anzahl Betriebe die «SwissGAP»-Kontrolle noch nicht durchgeführt. Viele Betriebsleiter haben die Anmeldung bei Agrosolution zu spät vorgenommen, so dass nun die Zeit für eine Kontrolle aller angemeldeten Betriebe vor der Ernte nicht mehr ausreicht. Die «SwissGAP»-Etiketten dürfen nur dann verwendet werden, wenn der Betrieb die Kontrolle erfolgreich durchlaufen hat. An der Absicht der Hauptkunden im Frischkonsum wie Coop, Migros und Volg, ab Ernte 2010 ausschliesslich «SwissGAP«» anerkannte Kartoffeln zu vermarkten, ändert sich nichts. Produzenten, die noch nicht kontrolliert sind, können sich bei einer der Annahmestellen über Möglichkeiten zur Ablieferung von nicht «SwissGAP» Ware erkundigen. Ab der Ernte 2011 ist «SwissGAP» für alle Produzenten verpflichtend.

Die (Zwischen)Lagerung Sind die Kartoffeln einmal geerntet, sind sie, wie vorgängig erwähnt, umgehend vor Licht zu schützen. Sind die Knollen nass und mit viel Erde durchsetzt, ist eine massvolle Belüftung zur möglichst raschen Abtrocknung empfehlenswert. Bei den Erwinia (bakterielle Fäulnis) anfälligen Sorten wie «Lady Felicia», «Agria» und 9 2010 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

Die Ansprechpartner an der Front

Dank guter Wartung der Maschinen sind die Ernteschäden bei Kartoffeln deutlich zurückgegangen. Informationsveranstaltungen können dazu wichtige Beiträge leisten.

«Victoria» kann eine unsachgemässe Lagerung fatale Auswirkungen haben. Sehr wichtig ist, dass die Produzenten bei der Anlieferung bei Verdacht auf Fäulnis informieren. Mit dieser Information haben die Abnehmer die Möglichkeit, solche Partien griffbereit an ein Lager zu stellen und so einen Totalschaden zu vermeiden. Bei der Verwendung von Keimhemmungsmittel sind die Anwendungsvorschriften des Produktherstellers zwingend einzuhalten. Alle Jahre stellt man entgegen den immer wieder platzierten Aufrufen fest, dass das Applizieren des Keimhemmmittels oft unregelmässig erfolgt. Nicht behandelte Knollen beginnen bei Langzeitlagerung unweigerlich zu keimen. So kommt es vielfach vor, dass bei einer Lagerkontrolle oben auf den Paloxen keine Keimbildung zu erkennen ist, aber beim Auslagern die Ware unten in den Kisten teilweise so verwurzelt sind, dass eine Vermarktung nicht mehr möglich ist. Künftig wird man es nicht vermeiden können, in solchen Fällen Regress auf die Produzenten zu nehmen. Aktuell steht man im zweiten Jahr ohne Marktstützung seitens des Bundes. Es ist im Interesse der gesamten Wertschöpfungskette alles zu tun, diese Ernte bestmöglich zu verwerten. Es wäre UFA-REVUE · 9 2010

bedauerlich, wenn Partien durch eine unsorgfältige Ernte und/oder (Zwischen-)Lagerung unbrauchbar würden. Während die äusseren Mängel, wie beispielsweise alle Schorfarten, Grüne, Drahtwurm und Drycoreschäden sowie innere Mängel nur bedingt beeinflussbar sind, können durch eine sorgfältige Ernte die Maschinen- und Schlagschäden vermieden werden. Leider erlebt man diesbezüglich alle Jahre Fehler, die vermeidbar gewesen wären.

Gedanken zum Ausblick Kaum mit der Ernte begonnen, stellt sich die Frage vom Anbau im Folgejahr. Meines Erachtens ist eine Anbaufläche um die 11 000 ha marktkonform. Diese Fläche gilt es sortenmässig so zu bepflanzen, dass die Teilmarktsegmente Speise, Frites und Chips sowohl sortenmässig und bedarfskonform mit Schweizerware beliefert werden können. Im Bereich «Frisch» setzt die fenaco anstelle von «Agata», «Victoria» und «Jelly» im Rahmen des verfügbaren Saatguts vermehrt auf «Lady Felicia». Diese Sorte ist formschön, hat eine helle Schale und ist im mehlig kochenden Bereich für verschiedene Gerichte verwendbar. Die Erfahrung zeigt, dass sie deutlich länger lagerfähig ist als ursprünglich angenommen und problem-

los bis Ende Februar des nächsten Jahres vermarktbar ist. Bei den Chipssorten darf die Fläche zulasten von früh- und mehlig kochenden Speisesorten wie «Jelly», «Victoria» und «Laura» massvoll ausgedehnt werden. So oder so bleiben wir auch diesbezüglich im ständigen Gespräch mit unseren Produzenten. Die fenaco–LANDI Gruppe mit einem bedeutenden Marktanteil ist sich um die Verantwortung bewusst. Gemeinsam mit den Produzenten wird alles daran gesetzt, die Marktstellung mit partnerschaftlichen Kontakten zu Produzenten und Abnehmern zu festigen und auszubauen. 

Hansruedi Stämpfli, fenaco Zollikofen (BE)  058 434 06 53

Ulrich Zürcher, fenaco Bargen (BE)  079 653 68 28

Ulrich Hebeisen, fenaco Bätterkinden (BE)  032 665 35 24

Autor Fritz Stucki, fenaco, Departement Landesprodukte, Leiter GB Kartoffeln, 3001 Bern Das Departement «Landesprodukte» der fenaco unterteilt sich in die zwei Geschäftsbereiche «Obst und Gemüse» sowie «Kartoffeln». Über vier Leistungszentren vermarktet das Departement «Landesprodukte» Speise- und Industriekartoffeln in der ganzen Schweiz.

Stefan Lenz, fenaco Marthalen (ZH)  052 305 41 47

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Silierreife nicht verpassen!

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MAISSILAGE Eine gute Qualität der Maissilage erreicht man nur, wenn der Mais zum richtigen Zeitpunkt geerntet wird und die Silierregeln bei der Ernte berücksichtigt werden.

Martin Lobsiger

Ueli Wyss

Die Silierreife vom Mais ist abhängig von der Sortenwahl, dem Saatzeitpunkt und natürlich der Witterung während der Wachstumsperiode. Heuer war vielerorts die Zeit nach der Saat nass und kalt, was das Auflaufen verzögert hat. Der Juli hingegen war sehr heiss. Dort, wo genügend Wasser vorhanden war, konnte dieser Temperaturschub das verzögerte Anfangsstadium kompensieren. Wo jedoch noch Trockenstress dazu kam, wird der optimale Erntezeitpunkt für den Silomais wohl später erreicht als in normalen Jahren. In einigen Regionen gab es Hagelschäden, was das Wachstum und die Qualität negativ beeinflusste.

Optimales Erntestadium Wann ist aber der «richtige» Zeitpunkt zum Ernten des Silomais gekommen? Regel Nummer eins lautet: Nicht nach dem Kalenderdatum silieren, sondern nach dem Entwicklungsstadium und dem Trockensubstanz-(TS)-Gehalt der Pflanzen!

Die TS-Gehalte der Ganzpflanze und der einzelnen Pflanzenbestandteile (Kolben, Stängel und Blätter) sind abhängig voneinander (siehe Abbildung 1). Deshalb kann zur Beurteilung des aktuellen TS-Gehaltes der Ganzpflanze auf den Zustand des Kolbens, respektive der Körner geschaut werden. Zum optimalen Erntezeitpunkt befinden sich diese im Stadium der «Teigreife». Dann haben die wichtigsten Inhaltsstoffe, vor allem die Stärke, ihr Maximum erreicht. Der Kolben weist in diesem Stadium einen TSGehalt von 50–60 % auf. Der TS-Gehalt der Ganzpflanze beträgt dann 30–35% – der ideale TS-Gehalt für Silomais! Vorteile bei Ernte im Stadium Teigreife sind: • gute Bedingungen für die Milchsäuregärung im Silo • kein Gärsaftverlust • gute Verdichtbarkeit • hoher Energieertrag und hohe Verdaulichkeit • hoher TS-Verzehr dank bester Silagequalität

Tabelle: Bestimmung des Reifestadiums Reife Milchreife

Beginn Teigreife Teigreife Vollreife (Druschreife)

TS-Gehalt Kolben, % unter 35

TS-Gehalt ganze Pflanze, % 20–25

35–50

25–30

50–60

30–35

über 60

über 35

Bemerkungen Korn leicht zerdrückbar, spritzt. Korninhalt milchig. Blätter und Spindeln grün. Korn teigig, am Spindelansatz noch feucht. Korn teigig bis mehlig. Korn mit Fingernagel noch ritzbar. Korn glasig, nicht mehr ritzbar. Blätter und Lieschen trocken und spröde.

Zu beachten: • In Abhängigkeit der klimatischen Bedingungen kann der TS-Gehalt der ganzen Pflanze pro Tag um 0.2 bis 0.5 %-Punkte zunehmen! • Bei Stay-Green-Sorten kann das Reifestadium nur schwerlich von aussen abgeschätzt werden, weil deren Stängel und Blätter länger grün bleiben. Hier ist die Fingernagelprobe unerlässlich. 56

Welche Nachteile entstehen, wenn der optimale Erntezeitpunkt verpasst wird? Zu frühe Ernte: Der Kolben ist noch nicht voll ausgebildet und ein tieferer Ertrag ist zu erwarten. Es entsteht Gärsaft, der abfliesst (Konservierungsverlust). Zu späte Ernte: Der TS-Gehalt in der Restpflanze nimmt stark zu. Die harten, sperrigen Stängel lassen sich weniger gut verdichten. Dadurch erhöht sich das Risiko von Fehl- und Nachgärungen. Es ist mit einer schlechteren Verdaulichkeit und einem geringeren Futterverzehr zu rechnen.

Schätzung des Reifegrades von Silomais Wer den optimalen Erntezeitpunkt nicht verpassen will, kontrolliert die Entwicklung der Maispflanzen auf dem Feld regelmässig. Dabei immer mehrere Pflanzen – und nicht nur am Feldrand – untersuchen, weil der Reifegrad sehr lokal variieren kann. Mit der «Fingernagelprobe» (siehe Abbildung 2) kann der Reifegrad des Silomaises abgeschätzt werden. Tabelle 1 zeigt den Reifegrad des Kolbens, die entsprechenden TS-Gehalte des Kolbens respektive der Ganzpflanze sowie die Beurteilungskriterien der Fingernagelprobe.

Temperatursumme als Hilfsmittel Als weiteres Hilfsmittel zur Bestimmung des Erntezeitpunktes kann auch die Temperatursumme herangezogen werden. Vereinfacht ausgedrückt, benötigt die Pflanze bis zur Teigreife eine bestimmte Anzahl warme Tage. Die Wärmesumme vom Zeitpunkt der Saat bis zur Ernte lässt sich aus den Daten der Wetterstationen leicht berechnen. Auf dem Internet steht ein praktischer Rech9 2010 · UFA-REVUE


PROFI-LAIT PFLANZENBAU

Fingernagelprobe zur Bestimmung des Reifegrades.

ner zur Verfügung, in welchem man den Saattermin und das aktuelle Datum eingibt und die dem Betrieb nächstgelegene Wetterstation auswählt. Der Rechner ermittelt die Temperatursumme und daraus den aktuellen TS-Gehalt der Pflanze. Liegt dieser bei 30–35 % TS, kann mit der Fingernagelprobe im Feld kontrolliert werden, ob das Resultat des Rechners auch für den eigenen Betrieb Gültigkeit hat. Auf der Internetseite der Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux ALP unter www.agroscope.admin.ch/ futtermittel (Silomaisreife) kann man den Rechner kostenlos benutzen. 䡵

8 goldene Silierregeln • Erntezeitpunkt: Nicht nach Kalender, sondern nach Entwicklungsstadium der Pflanzen silieren! Optimaler Erntezeitpunkt ist das Stadium Teigreife. • Schnitthöhe: Üblicherweise wird Mais zirka 20 cm hoch geschnitten. Da der unterste Teil des Stängels wasser- und rohfaserreich ist, können durch höhere Schnitthöhen Gehaltswerte gesteigert werden. Pro 10 cm erhöhter Stoppellänge steigt der Energiegehalt um rund 0.2 MJ NEL/kg TS, wobei der TS-Ertrag um 5 % abnimmt. • Häcksellänge: Durch optimales Häckseln (5 bis 8 mm) lässt sich das Futter besser verdichten und die gewünschte Milchsäuregärung setzt rasch ein. Je trockener der Mais ist, desto kürzer muss er gehäckselt werden. Andernfalls wird das Verdichten schwieriger. Durch den Einsatz eines Korn-Crackers werden die Körner aufgeschlagen, wodurch die Verdaulichkeit der Silage verbessert wird. • Einfüllen/Verdichten: Hochsilo: Das Verteilen des Einfüllkegels nicht vergessen. Pressen mit Wasserpresse von Vorteil. Flachsilo: Die Schichtdicke beim Abladen sollte maximal 30 cm betragen, damit das Futter noch gut verdichtet werden kann. Die Einfuhrmenge pro Stunde ist auf das Walzgewicht abzustimmen (max. 3-faches Walzgewicht). Die Walzarbeit ist der wichtigste Schritt beim Silieren! 2–3 Überfahrten sind nötig, um eine Dichte von 220 kg TS pro m3 zu erreichen. Rand- und oberste Schichten sind oft ungenügend verdichtet. • Abdeckung: Maissilage ist besonders anfällig auf Nacherwärmung und Schimmelbildung. Darum Silo zügig und ohne Unterbruch füllen und sofort luftdicht verschliessen oder mit Folie abdecken. • Siliermittel: Nur das richtige Siliermittel, in der empfohlenen Menge gleichmässig verteilt, verspricht einen Erfolg. Beim Silomais werden vor allem Siliermittel zur Verhinderung von Nachgärungen eingesetzt. • Siloöffnung: Die Silos sollten frühestens vier bis sechs Wochen nach dem Einsilieren geöffnet werden. Dann sind die Silagen stabil und weniger anfällig für Nachgärungen. • Silageentnahme: Wird zu wenig Silage entnommen und dabei die verbleibende Futterschicht im Silo aufgelockert, sind Probleme mit Nachgärungen vorprogrammiert. Die empfohlenen Entnahmemengen betragen im Hochsilo während dem Winter 10 cm, im Sommer 15 cm pro Tag. Bei der Entnahme mit Silofräse sind auch etwas geringere Mengen möglich. Im Fahrsilo sollte während dem Winter 1 m pro Woche und im Sommer mindestens 1.5 m pro Woche entnommen werden. Das Volumen und die Ausmasse der Silos sind somit unbedingt dem Tierbestand angepasst zu wählen. UFA-REVUE · 9 2010

Grafik: Zusammenhang zwischen den TS-Gehalte der Ganzpflanze, des Kolbens und der Restpflanze (Stängel und Blätter) 30–35 % TS-Gehalt der Ganzpflanze ist für die Siloernte optimal. TS-Gehalt % 70 60 50

Kolben

40 30 20 10 0

Stängel und Blätter 15

20

25

30 35 40 TS-Gehalt % Ganzpflanze

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Autoren Martin Lobsiger und Ueli Wyss, Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux ALP, Tioleyre 4, 1725 Posieux, www.agroscope.ch, 寿 026 407 73 47 Martin Lobsiger: Geschäftsführer ProfiLait und wissenschaftlicher Mitarbeiter, martin.lobsiger@alp.admin.ch Ueli Wyss: Projektleiter «Milchqualität», Spezialgebiet Futterkonservierung, ueli.wyss@alp.admin.ch

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9 2010 · UFA-REVUE


KURZMELDUNGEN NUTZTIERE

Spreu mit Potenzial Als Strohersatz weist Spreu in Geflügel-, Schweine- und Rindviehställen eine hohe Saugfähigkeit sowie eine homogene Struktur auf. Zu den arbeitswirtschaftlichen Vorteilen von Spreu gehören das tiefe Raumgewicht von 25 bis 50 kg/m3. Verglichen mit Stroh braucht es weniger Einstreumaterial, die Güllekanäle und Schleppschläuche werden nicht

verstopft und der Mist baut sich besser ab. In der Geflügelhaltung ist die Verletzungsgefahr gegenüber Holzspänen geringer. Vom Einstreuen abgeraten wird bei Spreu aus fusarienbefallenen Getreidebeständen, handelt es sich in diesem Fall doch sozusagen um eine konzentrierte Mykotoxin-Menge. Nutzen bringt Spreu auch als Futtermittel,

als Co-Substrat in Biogasanlagen, als Heizmaterial oder als Unterlage bei Erdbeerkulturen. Das Sammeln der 1 bis 2 t Spreu, die pro Getreidehektare anfallen, bietet ein Wertschöpfungspotenzial von 200 bis 400 Fr. Zusammen mit Technikfirmen hat die Schweizer Hochschule für Landwirtschaft darum eine alte Idee neu belebt und einen Spreusammler für Drescher entwickelt. Ab 2011 dürften die ersten Modelle auf den Markt kommen. Wegen seinem tiefen Raumgewicht wird Spreu für den Transport in Folien verpackt und zu Ballen à 175 bis 260 kg/m3 gepresst.

Geburtshilfe entscheidend

WHO beurteilt H1N1 neu

Mit zunehmender Wurfgrösse und somit einer verlängerten Abferkeldauer steigt das Risiko für tot geborene Ferkel. Dies bestätigt eine Studie an der deutschen Hochschule Anhalt über zwei Jahre mit 280 Abferkelungen. Das Hauptaugenmerk während der Abferkelung soll demnach dem Zeitabstand zwischen zwei Ferkeln gelten. Durch geburtsunterstützende Massnahmen lassen sich Verluste reduzieren.

Die weltweite Gesundheitsorganisation WHO hat die Gefährlichkeit der pandemischen H1N1-Grippe herabgestuft. Das H1N1-Virus ist bei der sogenannten Schweine- und der Vogelgrippe beteiligt.

Wanderer vor gefährlichen Tieren warnen

Aufruffütterung? Aggressive Auseinandersetzungen nehmen unter trächtigen Sauen ab, wenn die Tiere über ein Aufruf-, statt über ein Abruffütterungssystem versorgt werden. Das zeigen aktuelle Versuche in Deutschland. Bei der Aufruffütterung werden die Tiere durch akustische Signale fürs Fressen «eingeladen». Die Forscher erhoffen sich von der Aufruffütterung auch einen Beitrag gegen Ferkelverluste durch Erdrücken.

Auf tiefe Zellzahlen züchten In zwei Dritteln aller Fälle lässt eine hohe Zellzahl auf eine erhöhte Mastitisanfälligkeit schliessen. Wie wichtig die Berücksichtigung des entsprechenden Zuchtwerts (ZW) ist, bestätigt eine Studie des Braunviehzuchtverbands, in der die Zellzahlen der Töchter von guten (ZW über 115) und schlechten Vererbern (ZW unter 85) miteinander verglichen wurden. Es zeigte sich, dass der Anteil an Milchproben mit über 150 000 Zellen pro Milliliter mit dem Einsatz «guter» Stiere deutlich abnahm. Konkret um rund 15 % in der ersten Laktation und zirka 20 % in den folgenden Laktationen.

Schafsömmerung: Umtriebsweide mit Vorteilen Durch das Umtriebsweidesystem wird ein einheitlicherer Weidedruck auf die verschiedenen Gebiete einer Alp ausgeübt als wenn die Schafe frei weiden können. Das bestätigt eine Untersuchung von Agroscope. Die Studie zeigt ausserdem, dass die Floravielfalt via Umtriebsweide verbessert werden kann.

UFA-REVUE · 9 2010

Mutterkühe, die ihre Kälber verteidigen wollen, oder Stiere können für Wanderer eine Gefahr darstellen. Die Weideeinteilung sowie die Linienführung von Wanderwegen müssen daher geprüft und optimiert werden. Bei vielen Weiden mit stark frequentierten Wanderwegen sind Informationstafeln über das richtige Verhalten angebracht. Wanderer sollen immer ei-

nen ausreichenden Sicherheitsabstand zu den Tieren halten und den Wanderweg wenn möglich nicht verlassen. Die Kälber dürfen von den Wanderern auf keinen Fall gestreichelt werden. Ein Hund erregt bei Kühen, Rindern und Stieren erhöhte Aufmerksamkeit und weckt das angeborene Abwehrverhalten. Hunde sind deshalb an der Leine zu führen und im Notfall loszulassen. www.landwirtschaft.ch

Für nachhaltige Sojaimporte Soja aus umwelt- und sozialgerechtem Anbau beschaffen und gemeinsam den Mehrwert vermitteln: Wichtige Akteure der Schweizer Soja-Wertschöpfungskette – darunter einige Detailhändler, Bauernverbände, mehrere Sojahändler inklusive fenaco-GOF sowie der WWF – haben ein Netzwerk gegründet, das den Anteil nachhaltig produzierter Soja bis

2014 auf 90 % steigern will. Die Schweiz importiert für Futtermittel jährlich rund 250 000 t Sojaprodukte. Davon sind bereits heute 50% nach den Basler Kriterien zertifiziert. Das heisst, der Urwald in den Soja produzierenden Ländern wird geschützt. Steigen mit den strikteren Einfuhrbestimmungen nun die Preise? «Solange die Nachhaltigkeit mit der GVO-Freiheit einhergeht, ist dies nicht der Fall oder zumindest nicht spürbar», so Paul Klemenz, der bei fenaco-GOF den Geschäftsbereich Futterproteine leitet. Die grosse Preisdifferenz komme von der GVO-Freiheit, welche etwa 3 bis 5 Fr. pro 100 kg Soja ausmache. Heute seien die wesentlichen Produzenten von GVOfreier Soja nach Basler-Kriterien zertifiziert, so dass bei diesen Anbietern gar nicht mehr «ohne Nachhaltigkeit» gekauft werden könne.

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 59


BIO-SEITE

Tierhaltungskompetenz aus einer Hand AUF DEM BETRIEB BOLZ hat sich in letzter Zeit viel verändert. 2004 und 2008 wurde je ein Stall für 4000 Aufzuchtlegehennen gebaut. Der Einstieg in die Geflügelhaltung hindert den Bio-Betrieb nicht, auch in der Milchviehhaltung am Ball zu bleiben.

«Ich möchte nicht mehr zurück», sagt Thomas Bolz, wenn er heute auf seinen Entscheid zurückschaut, BioLandwirt zu werden und in die Geflügelhaltung einzusteigen. Nach der Umstellung auf Bio und Aufgabe der Schweinezucht stockte er seinen 14.5 ha grossen Betrieb im thurgauischen Amlikon-Bissegg um zwei Ställe mit je 4000 Plätzen für künftige Legehennen auf. Die

2 Mio. Fr. investiert, Praxis profitiert UFA hat diesen Sommer 2 Mio. Fr. ins Bio-Werk Hofmatt investiert, wo ein grosser Anteil an Schweizer Bio-Rohwaren verarbeitet wird. Die Investition reduziert den Energiebedarf des Werkes um weitere 100 000 kW pro Jahr, die neue Melassiermaschine ermöglicht eine schnellere und damit flexiblere Futterproduktion und das modernisierte Computersystem erlaubt eine noch genauere Rückverfolgbarkeit der verschiedenen Futterbestandteile. Die gewonnene Flexibilität wird genutzt, um neu auch Crumbs für verschiedene Tierarten anzubieten. Von den Investitionen profitieren die Tierhalter in Form von qualitativ hochwertigem Bio-Futter zu höchstmöglicher Sicherheit und günstigem Preis.

Jungtiere werden im Vertrag mit der Rüegg Gallipor AG aufgezogen. Auf dem Betrieb der Familie Bolz stehen zudem 22 bis 25 Kühe, welche die Milch für ein jährliches Lieferrecht von 158 000 kg produzieren.

In Ton und Bild «Das gibt es selten, dass ein Betriebsleiter innerhalb von nur vier Jahren zwei grosse Geflügelställe bauen lässt», kommentiert UFA-Geflügelspezialist Martin Fäh die Geschichte des Bio-Betriebs Bolz. Wie und warum es zum Einstieg in die Junghennenaufzucht kam, sehen Sie im neuen Online-Film unter www.ufarevue.ch.

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Thomas Bolz (l.) und Martin Fäh diskutieren das optimale Klima im Geflügelstall.

Umfassende Beratung Bei der Stallplanung im Jahr 2008 konnte Thomas Bolz auch auf die Tipps von UFABerater Martin Fäh zählen. Besonderer Wert wurde auf effiziente Arbeitsabläufe (einfach zu reinigendes Material) und eine hohe Tiergerechtheit gelegt (hell, «ruhiges» Licht). «Wir reden über vieles, am wenigsten fast über die Fütterung», erklärt Martin Fäh. Der Geflügelspezialist kennt sich nicht nur in seinem Hauptgebiet, der Fütterung, aus. Er verfügt auch über einen reichen Erfahrungsschatz in Haltungsfragen, zahlreiche Kontakte innerhalb der Geflügelbranche und weiss, worauf es für eine gute Zusammenarbeit zwischen Aufzucht- und Legebetrieb ankommt: «Ich empfehle, die Hennen vor der Verschiebung auf den Legebetrieb zu wägen; so ist die Frage des Abganggewichts geklärt und es gibt keine unnötigen Verdächtigungen.» Öko-effizientes Fütterungssystem Mehr als sonstwo geht es in der Bio-Tierhaltung darum, die Futtermittel

effizient einzusetzen. Dies einerseits aus ökologischen Gründen, bedeutet jedes falsch verabreichte Futtermittel doch einen unnötigen Energieaufwand für Produktion, Transport und Lagerung. Ein ausgeklügelter Fütterungsplan wirkt sich direkt auf die Betriebskasse aus. Darum hat Thomas Bolz die Fütterung seiner Kühe mit Werner Zuppiger, UFABerater und Milchviehspezialist, optimiert. UFA W-FOS berücksichtigt die Abbaugeschwindigkeit sowie die Fermentationsdauer der Nährstoffe im Pansen. Zusammen mit einer Futteranalyse nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen bietet dieses Fütterungssystem die Grundlage für eine gezielte Ergänzung der Grundfutterration. 䡵 Milchviehfutter: 5 Fr. Rabatt pro 100 kg Zum fünfjährigen Jubiläum von UFA-W-FOS gibt es pro 100 kg Bio-Milchviehfutter der UFA (Hauptsortiment) bis am 25. September 2010 einen Rabatt von 5 Fr.

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Jubiläumsaktion: Vor fünf Jahren wurde das aktuelle niederländische Fütterungsprogramm W-FOS von Schothorst Feed Research innerhalb der UFAMilchviehberatung UFA HERD SUPPORT (UHS) für Schweizer Verhältnisse angepasst und eingeführt. Einige tausend UFA-Betriebe in der Schweiz und tausende von Betrieben in verschiedenen europäischen Ländern füttern Milchvieh erfolgreich nach dieser Methode, die laufend den neuesten Ergebnissen der Forschung angepasst wird. Im Mittelpunkt des Systems W-FOS steht nicht nur die Bilanzierung des Nährstoffangebotes, sondern auch die Pansendynamik der Kuh. Umfangreiche Versuche der Forscher in den Niederlanden

5 Jahre UFA W-FOS

mit fistulierten Milchkühen führten zu neuen Erkenntnissen und zu neuen Fütterungsnormen in der Milchproduktion. Der Fütterungsberater muss wissen, welche Menge und wie rasch Energie- und Proteinträger im Vormagensystem abund umgebaut werden. So kann er die Fermentierbarkeit und Abbaugeschwindigkeit der einzelnen Rationenkomponenten bei der Rationengestaltung berücksichtigen und das Ergänzungsfutter kann exakt auf die Grundfutterration abgestimmt werden. Mehr Effizienz, sprich mehr Milch aus

dem aufgenommenen Futter und schliesslich tiefere Futterkosten pro kg Milch ist das Resultat.

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UNTERWEGS MIT... EN ROUTE AVEC …

UFA-Kälbermastspezialist Martin Baumeler Kälbermastspezialist Martin Baumeler ist in der Zentralschweiz und im Tessin für die Kälbermäster im Einsatz. Er unterstützt seine Kunden bei Fragen rund um das Stallklima, Tiergesundheit oder bei allgemeinen Fütterungsfragen. Zudem stellt er mit seinen Kollegen aus dem UFA-Beratungsdienst Sursee den Tränkeautomatenservice während sieben Tagen in der Woche sicher. Martin Baumeler stellt fest, dass nur gesunde Tiere hohe Tageszunahmen mit der gewünschten Fleischqualität erreichen können. Das muss das Ziel eines jeden Mästers sein. Durch kleine Anpassungen im Management konnten die Mastleistungen auch auf dem Betrieb von Roberto und Stefania Canonica im Tessin wesentlich verbessert werden, was sich positiv auf die Wirtschaftlichkeit, aber auch auf Freude und Motivation auswirkte.

Erster Kontakt mit Kühen Roberto Canonica ist in der Nähe von Lugano aufgewachsen und verbrachte seine Schulferien jeweils auf verschiedenen Alpen im Bleniotal als Hirtenjunge. Nach Abschluss der Schreinerlehre, stieg er 1991 in der Val Colla mit vier Kühen und einem Rind in die

Martin Baumeler, Hirzmatt, 6114 Steinhuserberg Familie

verheiratet mit Annelis

Geboren

26. Oktober 1969

Ausbildung

gelernter Landwirt, während 10 Jahren Lehrlingsausbildner bei der Traveco, seit 1. Juli 2008 Kälbermastspezialist im Beratungsdienst Sursee

Hobbies

Bienenzucht und Trychlerclub

Motto

«Durch Tipps für kleine Anpassungen im Management wie auch in der Fütterung den Erfolg in der Kälbermast positiv beeinflussen.»

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Landwirtschaft ein. Er suchte und fand im Jahr 2000 einen eigenen Landwirtschaftsbetrieb in Leontica, den er 2003 umbaute. Der alte Stall wurde in einen Laufstall mit 22 Plätzen umgewandelt. In der neuen Liegehalle wurden für die Mastkälber drei verschiedene Buchten integriert.

Leidenschaftliche

Tierzüchter

Roberto und Stefania Canonica mästen über das ganze Jahr Kälber. Über den Sommer bleiben ihre Milchkühe zu Hause. Das Jungvieh und die Galtkühe werden gealpt. Da die Kälbermast im Tessin nicht weit verbreitet ist, können alle Tränker in der Region eingekauft werden. Bei den Besamungen der eigenen Kühe ist sich das Betriebsleiterpaar nicht immer einig, denn Roberto ist passionierter Viehzüchter und möchte möglichst viele tolle Kuhkälber. Währenddessen zeigt Stefania mehr Freude an Mastrassenkälbern, denn schliesslich sei die Kälbermast ihr Haupteinkommen auf dem Betrieb. So werden nur die besten Kühe mit guten Brown Swiss Stieren besamt, die andere Hälfte vorwiegend mit Limousin Genetik.

obachtet, gut angetränkt und nach einem mit dem Tierarzt erarbeiteten Einstallungskonzept prophylaktisch behandelt werden. Im Anschluss an die Medizinierung wird während 10 Tagen UFA top-start mit leicht löslichen Vitaminen und Spurenelementen (Eisen) für eine gute Abwehrkraft der Kälber verabreicht. Sobald eine Gruppe von rund zehn Kälbern gebildet werden kann, wird diese in den Maststall umgestallt. Nach Möglichkeit bleiben die Kälber bis zum Mastende zusammen, ohne dass neue Tiere dazustossen. Im Maststall werden die Kälber mit zwei weiteren Tränkeautomaten gefüttert. Das Tränkeregime kann somit besser auf die einzelnen Gruppen abgestimmt werden. Zugleich können mehrere Kälber gleichzeitig getränkt werden, dadurch sind die Tiere ruhiger und wachsen mit weniger Stress auf. Im Winter wird die Vollmilch mit der Ergänzungsmilch UFA Mittels Umarmung (Brustumfang) schätzt Stefania den optimalen Schlachtzeitpunkt.

Ein waches Auge… Alle Tränker werden während mindestens 14 Tagen in einer Quarantänebucht, welche sich im alten Gebäudeteil befindet, eingestallt. Dort können die Kälber genau be-

Wirkstoffe für Kälber Vitamine unterstützen das Immunsystem, die Bildung von lebensnotwendigen Hormonen und sind bei der Bereitstellung von Energie beteiligt. Die Mikronährstoffe sind für den Aufbau von körpereigenem Gewebe zuständig. Auch für die Entgiftung des Körpers sowie die Funktionen der Enzyme haben Vitamine wichtige Aufgaben. Als «Nichtwiederkäuer» müssen dem Mastkalb sowohl die fett- als auch die wasserlöslichen Vitamine zugeführt werden. Der Bedarf an Vitaminen wird

mit Vollmilch allein nicht abgedeckt. Bei ungenügender Versorgung mit Vitamin E und Selen ist die Entwicklung und Funktion der Skelett- und Herzmuskulatur (Weissmuskelkrankheit) gestört. Vitamin E sichert die optimale Nutzung des zugeführten Eisens und ist an der Entgiftung von schädlichen Stoffwechselprodukten beteiligt. Vitamin A beeinflusst das Wachstum, die Bildung von Haut, Schleimhäuten und von Knorpelgewebe. Vitamin D ist für die Knochen wichtig. Verkrümmte Gliedmassen oder aufgetriebene Gelenke können ein Zei9 2010 · UFA-REVUE


202 aufgewertet. Da über den Sommer weniger Vollmilch auf dem Betrieb anfällt, wird auf UFA 201 mit einem höheren Anteil Milchprotein gewechselt. Stefania protokolliert täglich den Verzehr ihrer Mastkälber. Sobald ihr auffällt, dass die Tränkemenge zurückgeht, setzt sie über einen Zudosierer am Tränkeautomaten das Wirkstoffkonzentrat UFA top-fit ein.

…und gutes Management… Mit Leib und Seele betreut Stefania ihre Mastkälber. So überrascht ihr Übername in Leontica mit «La mamma dei vitelli» nicht. Geht es gegen das Mastende zu, misst die ehemalige Bankangestellte den Brustumfang der Kälber mit ihren

Armen. Reichen die Hände noch übereinander, ist das gewünschte Schlachtgewicht von rund 130 kg noch nicht erreicht. Stefania streichelt ihre Kälber bei der täglichen Einstreuarbeit und beobachtet jedes einzelne auf dessen Wohlbefinden. Fällt ihr etwas auf, reagiert sie sofort und behandelt die Kälber bei Durchfall mit eigenem Tee und verabreicht ihnen mit UFA-Hydrostop verlorengegangene Elektrolyte. Der neu eingebaute Grossraumlüfter und eine gezielte Fliegenbekämpfung sorgen für gute Luft im Stall.

…zahlen sich aus Von den im 2010 geschlachteten 57 Terra-Suisse Mastkälbern erreichten 22 Kälber die

Taxierung C, 18 H und 13 Kälber wurden mit der Fleischigkeit T+ beurteilt. Qualitätskalbfleisch zu produzieren macht Freude. Roberto und Stefania wollen sobald sie genügend Geld gespart haben, in einen neuen Kälberstall investieren. 䡵

BLICKPUNKT POINT DE VUE

Roberto Canonica

«Es ist ‹incredibile› (unglaublich), wie die Kälber auf UFA top-fit reagieren und der Verzehr wieder ansteigt.»

Der Betrieb der Canonica liegt auf der Westflanke des Bleniotals im Tessin.

chen von Vitamin D-Mangel sein. In der Kälbermast haben sich folgende Produkte zur Ergänzung von Wirkstoffen bewährt: • UFA-Eisenpaste Orale Verabreichung mit hochverwertbarem Eisen, Selen und Vitamin A+E zur Blutbildung. • UFA top-start Leicht lösliches Vitamin- und Spurenelementkonzentrat zur Ergänzung der Tränkemilch in den ersten Lebenswochen. Die einfache Art um eine genügende Eisenversorgung sicherzustelUFA-REVUE · 9 2010

len. Unterstützt die Abwehrkräfte der Kälber und fördert die Sauglust. • UFA top-fit Wirkstoffkonzentrat zu Vollmilch. Fördert Vitalität und Widerstandskraft der Kälber ab der dritten Lebenswoche. • UFA-Hydrostop Zur Zwischentränke. Ersetzt verloren gegangene Flüssigkeit und Elektrolyte bei Durchfall. • UFA-Solvi Multivitaminpräparat mit Elektrolyten und Spurenelementen. Verbes-

Roberto und Stefania Canonica vor schlachtbereiten Mastkälber.

Betriebsspiegel sert die Resistenz bei Stress oder Verdauungsstörungen. • UFA-Antifex Wiederaufbau einer gesunden Darmflora nach Verdauungsstörungen. • UFA-Mineralleckstein für Kälber Mineral- und Spurenelemente für ein schnelles Wachstum und einen guten Knochenbau. Stillt das Leckbedürfnis und stärkt das Immunsystem.

Roberto und Stefania Canonica La Lobbia, 6716 Leontica LN: 20 ha Grünland in BZ 3 und 4 Tierhaltung: 15 Brown Swiss Kühe, 11 Stk. Jungvieh, 40 Kälbermastplätze Arbeitskräfte: Betriebsleiterehepaar

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Besonders im Herbst steigt die Gefahr von Pansenblähungen. Rohfaserarmes Zwischenfutter mit viel Rohprotein oder auch Ausfallraps bilden im Pansen grosse Mengen an Gas. Das geruchsneutrale UFA-Rumilac mit reinem Lebertran und Kräutern beugt vor. Es enthält Vitamin A, E, Omega-3 Fettsäuren und mindert bei Rindvieh, Schafen und Ziegen auf einfache Art die Gefahr von Blähungen.

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Das Bedürfnis nach SchweizerKaninchenfleisch ist gross. Damit die Nachfrage auch in Zukunft gedeckt werden kann, sucht die UFA Interessierte, die in diesem Sektor einsteigen wollen. Der Kaninchenspezialist der UFA zeigt Ihnen gerne verschiedene Möglichkeiten der Profi-Kaninchenhaltung auf.

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EXKURSION NUTZTIERE

Milchwirtschaftliche Exkursion nach Bayern, 4. bis 6. Oktober 2010

Die UFA-Revue organisiert anfangs Oktober eine Fachreise nach Bayern und Vorarlberg. Besichtigt wird eine breite Palette an Melkverfahren und Melkmaschinen-Fabrikaten. Bayern gehört zu den traditionsbewussten Bundesländern, die über eine fortschrittliche Landwirtschaft verfügen. Die Milchproduktion ist dort die wichtigste Einnahmenquelle der Landwirte. In rund 40 042 Milchviehbetrieben werden zirka 1.24 Mio. Milchkühe der Rassen Fleckvieh, Braunvieh und Holstein gehalten. Damit stehen 30 % aller Milchkühe der Bundesrepublik Deutschland in Bayern. Ein Durchschnittsbetrieb hält dort 31 Kühe.

Programm Die Exkursion vom 4. bis 6. Oktober 2010 ermöglicht einen vertieften Einblick in die bayerische Milchproduktion, die sich in ähnlichen strukturellen und topographischen Verhältnissen befindet wie jene der Schweiz.

In Bayern herrschen topographisch und strukturell ähnliche Voraussetzungen wie in der Schweiz. Bild: Bayern Tourismus

Dienstag, 5. Oktober

Leistungen

Nach dem Frühstück geht es nach Kempten zum Spitalhof, ein Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Milchviehhaltung und Grünland. Für praktische Versuche dienen ein 2 x 6 Fischgrätenund ein 2 x 3 Tandem-Melkstand der Firma Happel. Auf dem Nachmittagsprogramm stehen ein Familienbetrieb mit 65 Kühen, die mit einem Lely-Roboter gemolken werden, eine Käserei sowie eine Brauerei.

Im Pauschalpreis von 545 Fr. sind folgende Leistungen inbegriffen: • Fahrt im Komfort Car Eurobus. • Zwei Übernachtungen im 3* Hotel, Basis Doppelzimmer, mit Frühstückbuffet. • Alle Mahlzeiten vom Mittagsessen am 4. bis zum Zvieri am 6. Oktober. • Alle im Programm aufgeführten Besichtigungen (Programmänderungen vorbehalten). • Reiseleitung der deutsch sprechenden Gruppe durch Dusan Nosal. • Reiseleitung der französisch sprechenden Gruppe durch UFA-Revue Redaktor Cyril de Poret. • Um die Versicherung einer allfälligen Annullierung oder anderer unvorhergesehener Kosten kümmert sich jeder Teilnehmer selber. 

Montag, 4. Oktober Um 6 Uhr fährt der Bus in Freiburg ab. Für den Zustieg weiterer Reiseteilnehmer hält er beim Motel Egerkingen, bei der Landwirtschaftsschule Wülflingen sowie der Raststätte Thurau. Auf dem Weg nach Bayern findet eine Besichtigung des Bio-Gutsbetriebs Rheinhof im vorarlbergischen Hohenems statt. In einem modernen Laufstall werden 45 Braunviehkühe gehalten, die in einem 2 x 4 Fischgeräten-Melkstand mit Herdenmanagement gemolken werden. Am späteren Nachmittag trifft die Reisegruppe in Wald (bei Marktoberdorf) ein, wo der Familienbetrieb Babel besucht wird. Die 70 Kühe werden mit dem «Fullwood»-Melkroboter «Merlin» gemolken. Im professionellen Hotelbetrieb der Familie Babel sind zwei Nachtessen und Übernachtungen geplant. UFA-REVUE · 9 2010

Mittwoch, 6. Oktober In Hugelfing wird ein Privatbetrieb mit 60 Fleckviehkühen und einem 2 x 8 Side by Side-Melkstand besichtigt. Zu guter Letzt gibt es einen Betrieb mit 2 x 16 Swing over der Marke «WestfaliaSurge» zu sehen.

Anmeldetalon

zur UFA-Revue Exkursion nach Bayern 2010

So schnell wie möglich, spätestens bis 20. September 2010 (Platzzahl beschränkt) einsenden an: UFA-Revue, Bayern-Exkursion, Postfach 344, 8401 Winterthur Name

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Einsteigeort  Ich bin bereit, ein Doppelzimmer zu teilen.

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Unterschrift

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NUTZTIERE

Für keimfreie Sauberkeit bei der Milchgewinnung REINIGUNGS- UND DESINFEKTIONSMITTEL tragen entscheidend zu einer hohen Milchqualität bei. Obwohl sie heutzutage in minimaler Dosierung zum Einsatz kommen, entfalten sie eine effiziente Wirkung, wenn die Einsatzbedingungen stimmen.

Simon Bamert

Die Zwischendesinfektion des Melkzeuges nach jedem Tier beugt der Verschleppung von Mastitiserregern vor.

Unerwünschte Keime gelangen über unterschiedlichste Wege in die Milch. Neben mangelnder Melkhygiene können auch verschmutzte Futtermittel oder ein dreckiger Stall für Probleme sorgen. Sind die Keime einmal in der Milch, geht es schnell. Bei optimalen Bedingungen verdoppeln sie sich alle 20 Minuten.

Vier Faktoren beeinflussen den Erfolg bei der Reinigung von Melkanlagen: Reinigungsmittel, Reinigungszeit, Temperatur der Reinigungslösung und Reinigungsmechanik. Säurehaltige Reinigungsmittel entfernen Mineralien und Milchstein. Alkalische Mittel be-

seitigen Fett und Eiweiss und wirken desinfizierend.

Ein- oder Zweiphasenreinigung?

Häufigste Fehler Rund um die Reinigung von Melkanlagen kann es an Vielem mangeln:

Empfohlen wird die alternierende Variante. Das heisst, dass täglich alkalisch und sauer gereinigt wird (Tabelle). Die Einphasenreinigung kommt bei Melkanlagen und besonders häufig auch in Milchtanks zur Anwendung. Es wird dabei nur sauer gereinigt. Die Gefahr, dass Keime resistent werden, ist bei alternierender Reinigung geringer.

• Reinigung nicht nach jedem Melken.

Im Winter oft zu kalt Die ideale Temperatureinstellung am Boiler liegt zwischen 75 und 80°C. Mindestens

• Schlechte Wasserqualität.

• Saure Reinigung zu selten. • Vorspülen erfolgt zu spät. • Reinigungsmittel-Kanister leer. Dosierpumpe zieht Luft an. • Dosierleitungen der Reinigungsmittel verstopft. • Einsatz falscher Mittel. • Ungenügende Konzentration, Temperatur oder Einwirkzeit der Reinigungslösung. • Mangelhafter Zustand des Reinigungsmaterials. • Service- und Unterhaltsarbeiten nicht nach Vorschrift. • Mangelhafte Aussenreinigung der Melkanlage. • Aufbewahrung des Melkzeugs in schmutziger, feuchter Umgebung. • Ungeeignete Lagerung von Reinigungsmitteln.

50°C soll die Lösung am Ende der Reinigung noch sein, was sich insbesondere im Winter nicht immer bewerkstelligen lässt. Eine Massnahme bei zu starker Abkühlung der Lösung stellt eine erhöhte Reinigungsmittel-Konzentration dar. Eventuell kann auch die Boilertemperatur noch gesteigert werden. Bei der Handreinigung sollte die Wassertemperatur 45 bis 50°C betragen. Wichtig nach dem Melken ist das rasche, lauwarme Vorspülen der Melkanlage. Die Zirkulationsreinigung dauert acht bis zehn Minuten. Im Melkroboter erfolgt die Reinigung des Melksystems dreimal pro Tag. Zitzenbürsten werden mit einem Produkt wie Halades 01 des66

9 2010 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

Tabelle: Reinigungskonzept für Melkanlagen Objekt

Reinigungsmittel

Morgens nach dem Melken alkalisch: Halapur M oder Halapur MP. Abends nach dem Melken sauer: Halacid ... oder Variante B Nach dem Melken alkalisch: Halapur M oder Halapur MP. Mindestens einmal pro Woche sauer: Halacid ... Milchsteinentfernung Zuerst sauer mit Halacid ... Variante A (alternierende Reinigung)

Eine saubere und aufgeräumte Michkammer ist die Referenz für den verantwortungsbewussten Milchproduzenten.

infiziert, um schädliche Mikroorganismen inklusive Sporenbildner zu bekämpfen. Nicht zu vergessen ist das Vakuumsystem. Man reinigt es regelmässig mit einer zweiprozentigen Lösung wie Halapur und lässt es anschliessend gut trocknen.

Eiweissbelagentfernung (Schockreinigung)

Danach alkalisch: Halapur M oder Halapur MP. Alkalisch mit Halapur MP.

Anwendung Konz. Temp. Zeit (%) (°C) (Min.) 0.5 50 20 – 70 0.5

0.5

1.0

2.0

0.5

3 – 5

50 – 70 50 – 70

20

20

50 – 70 50 – 70 50 – 70 50 – 70

20

20

Hilfsmittel / Bemerkungen

Reihenfolge kann auch umgekehrt angewendet werden: morgens sauer, abends alkalisch. Halacid Altag, Halacid P, Halacid S, Halacid flüssig TS Bioacid, Halacid ultra. Sofort gründlich vorspülen (ideal lauwarm). Endtemperatur bei Rohrmelkanlage und Melkstand nicht unter 50°C. Halacid Altag, Halacid P, Halacid S, Halacid flüssig TS, Bioacid, Halacid ultra. Halacid Altag, Halacid P, Halacid S, Halacid flüssig TS Bioacid, Halacid ultra.

20

30

Aufzeichnungen gemacht? Reinigungszeit, -temperaturen und -mittelmenge sind mindestens einmal pro Monat schriftlich aufzuzeichnen. Die Aufzeichnungen müssen mindestens drei Jahre aufbewahrt werden.

Hohe Anforderungen für BioMittel Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) empfiehlt einige Melkhygieneprodukte wie Bio SP, Bio AP, Bioacid, Bio AF, Bio SF, Halacid P oder Halacid S in seiner Betriebsmittelliste. Diese Mittel sind auf ihre gute Abbaubarkeit untersucht, wobei auch für konventionelle Mittel strenge Vorschriften gelten. Für die Bio-Milchproduktion ist der Einsatz von Bio-Reinigungsmitteln nicht zwingend. BioMittel verfügen über eine gute Wirksamkeit, vorausgesetzt, dass Faktoren wie die Reinigungsdauer, -temperatur und -mechanik stimmen.

Tuch oder Holzwolle? Nicht weniger als bei der Melkanlage wird eine hohe Milchqualität bei den Tieren und im Stall durch eine gute Hygiene gefördert. Einweg-Eutertücher wie Halanol und Agraro haben beim Anrüsten gegenüber Holzwolle den Vorteil, dass sie ein alkoholbasiertes Desinfektionsmittel enthalten. Dieses entfernt Keime vor dem Melken aus den Hautporen und wirkt pflegend auf Zitzen und Hände. UFA-REVUE · 9 2010

Feuchte Einweg-Tücher verfügen über eine gute Reinigungswirkung. Wird das Melkzeug nach jeder Entnahme mit spezifischen Geräten und einer Lösung wie Halades 01 eingesprüht oder getaucht, vermindert sich die Gefahr, dass schädliche Keime von einer Kuh zur nächsten verschleppt werden. Dem Eindringen von Mastitserregern lässt sich auch via Zitzentauchen entgegenwirken. Euterdesinfektions- und Euterpflegeprodukte leisten wertvolle Dienste und können die Milchqualität optimieren helfen. Erstere wirken vorbeugend gegen Mastitis, während letztere Euter und Zitzen beruhigen und die Melkbarkeit verbessern. Manche Produkte, zum Beispiel Lorasol oder das Zitzentauchmittel Agraro, kombinieren diese beiden Eigenschaften.

Stallreinigung mit Zusatz Stallböden, -wände, Läger und Futtertröge lassen sich einfacher reinigen, wenn zum Wasser noch ein Zusatz wie Stalltop 645 beigegeben wird. Oder Stallcid 536 löst beispielsweise auch Harnstein und Kalk. Via anschliessende Desinfektion werden neue Keime gehemmt. Bei Problemen mit Virenkrankheiten kommen am besten viruzide Desinfektionsmittel (z.B. Stalldes 03) zum Einsatz. In Anbindeställen ist die Reinigung unter

den Liegematten nicht zu vernachlässigen, sammeln sich dort doch viele Keime an.

Lagerung Eine unsachgemässe Lagerung kann die Wirkung von Reinigungsmitteln erheblich beeinträchtigen und birgt unnötige Risiken. Daher: • Mittel unter Verschluss aufbewahren. • Pulverförmige Mittel trocken lagern. • Geöffnete Pulververpackungen sofort wieder schliessen. • In Originalverpackung belassen. • Keine Lagertemperaturen unter –15°C (Auskristallisation). • Lagerraum mit Hinweisen zur Ersten Hilfe und Telefonnummern für den Notfall (Arzt, Feuerwehr) versehen. • Reinigungsmittel-Konzentrate nicht miteinander mischen (gefährliche Reaktionen). 䡵 Autor Simon Bamert, Halag Chemie AG, Beratungsdienst, 8355 Aadorf. Fragen? Haben Sie Probleme mit der Melkhygiene? Dann wenden Sie sich an info@halagchemie.ch, 寿 058 433 68 68, www.halagchemie.ch Aktion Die Hygieneprodukte der Halag sind bei Ihrer LANDI erhältlich. Aktuell läuft eine Aktion auf Reinigungsmitteln für Melkanlagen.

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NUTZTIERE

Lohnt sich Kraftfutter? IN DER MUTTERKUHHALTUNG lassen die schlachtreifen Absetzer bezüglich Schlachtqualität oft zu wünschen übrig. Eine gezielte Zufütterung kann die Wirtschaftlichkeit erhöhen. Bei den Mutterkühen empfiehlt sich die Ergänzung von Gras- und Heurationen je nach Milchleistung und Rasse. Eine ausreichende Mineralstoff- und Spurenelementversorgung wirkt Fruchtbarkeits-, Klauen- und Euterproblemen entgegen.

Anton Wyss

Neben Willy (grosses Bild) auch Andreas (links) und Fabian. Bei Zubers interessieren sich drei Generationen für die Mutterkuhhaltung.

Mutterkühe können mit Wiesenfutter wirtschaftlich versorgt werden. Anders sieht es bei den Kälbern aus. Diese erreichen die ideale Schlachtqualität nicht immer.

Milch zukommt, fallen Verluste an. Man spricht vom doppelten Transformationsverlust. Effektiver ist die direkte Beifütterung der Kälber, wie auch Versuche am Strickhof Lindau zeigten.

Vor allem gegen Laktationsende

Je nach Rasse Während extensivere Rassen wie Limousin oder Angus bei raschem Jugendwachstum zur Verfettung tendieren, ist bei grossrahmigen Tieren (Charolais, Blonde d`Aquitaine) ein starkes Jugendwachstum erwünscht. Stierkälber müssen ab 210 Tagen intensiver und energiereicher gefüttert werden als Kuhkälber und Kastraten. Sonst geraten sie in Wachstumsrückstand.

Ob Ergänzungsfutter nötig ist, entscheidet die Milchleistung der Kuh. Sinkt diese im Lauf der Laktation unter 10 kg pro Tag, braucht das Kalb für die angestrebten Tageszunahmen von 1.1 bis 1.3 kg zusätzliches Futter. Die Tabelle veranschaulicht den Effekt von 200 kg Kraftfutter. Der Mehrerlös von 302 Fr. gleicht die Mehrarbeit und zusätzliche Einrichtungen (Krippe ) bei Weitem aus.

Transformationsverlust Wird ergänzendes Futter zunächst der Kuh verabreicht, damit es dem Kalb über die

Die Tür zum Stall bleibt offen «Für eine gute Fettklassen-Einteilung brauchen vor allem die Stierkälber der Mutterkühe etwas Kraftfutter», erklärt Andreas Zuber, Selzach (SO). Der Landwirt, der den 25 ha grossen Betrieb mit 35 Mutterkühen und 60 Mastschweine-Plätzen einmal von seinem Vater Willy übernehmen will, legt Wert darauf, auch im Sommer, wenn die Preise für Natura Beef höher sind, immer ein paar Kälber verkaufen zu können. «Allerdings», gibt er zu bedenken, «benötigen die Tiere dann mehr Kraftfutter». Mit Sommerweide sei es schwierig, die gewünschte Schlachtqualität zu erreichen. Bei Zubers bleibt die Stalltür jeweils offen, damit sich Kühe und Kälber je nach Bedürfnis und Temperatur frei von der Kurzrasenweide nach drinnen bewegen und dort mit Heu, Kraftfutter und Mineralstoffen versorgt werden können. Die Sommerration der Kühe besteht aus Weide und Heu, im Winter erhalten sie via Mischwagen Heu, Grassilage, Rübenschnitzel und Stroh. 100 g UFA 1115 und rund 60 g Viehsalz pro Kuh und Tag versorgen die Tiere mit Mineralstoffen. Aus arbeitswirtschaftlichen Gründen werden alle Kühe in einer Gruppe gehalten. Originell ist die Lösung mit dem Rübenschnitzel-Fahrsilo. Nachdem dieses ab Ende Winter leer gefüttert ist, wird die Tiefstreue ausgemistet und das Silo als Miststock benutzt. 68

Futterautomat? Mobile Kraftfutterstationen mit Kälberschlupf ermöglichen es, unabhängig vom Stall bedarfsgerecht zu füttern und den Kühen den Zugang zu verwehren. Da die Kälber am liebsten in Gruppen fressen, funktioniert ein Automat aber nur, wenn mehrere Tiere gleichzeitig fressen können. Zur Ergänzung der Mineralstoffe haben sich Kälber-Lecksteine bewährt. Kuh nach Leistung und Grösse versorgen Neben den Differenzen im Rahmen und der Lebendmassen resultieren die Rassenunterschiede bei der Fütterung von Mutterkühen in erster Linie aus dem Milchleistungsvermögen. Muss eine Kuh mehrere Kälber säugen (Ammenkuhhaltung), ist eine höhere Nährstoffkonzentration nötig.

Wie ergänzen? Zur Ergänzung von Gras und Heu gibt es viele Varianten. Mais, Kartoffeln, Rüben, Eiweisskonzentrate oder Mischfutter. Letztere Variante kostet zwar pro Kilogramm mehr

als Rau- oder Saftfutter, dafür fällt der Arbeits- und Maschinenaufwand geringer aus. Ausserdem ergeben sich beim Rau- und Saftfutter je nach Nutzungstermin, Bestand und Erntetechnik teils massive Qualitätsschwankungen.

Verfetten vermeiden Galtstehende Kühe können im Winter ausschliesslich mit Heu oder Grassilage mittlerer Qualität, das heisst wie bei einer Leistung von 3 bis 5 l Milch versorgt werden. Gute Grassilagen werden am besten mit etwas Stroh ergänzt, um ein Verfetten der Kühe gegen Laktationsende zu verhindern. Bekanntlich sind fette Kühe empfindlicher auf Geburts- und Fruchtbarkeitsprobleme. Darum kommt der regelmässigen Konditionsbeurteilung eine hohe Bedeutung zu. Bei knapper Kondition kann die Beifütterung von Proteinkonzentraten wie UFA 248 (bei maisreichen Rationen) oder das energie- und proteinmässig ausgeglichene UFA 142 abhelfen.

Energie im Weidegras nutzen Kühe, die im Frühjahr abkalben, können den hohen Energiegehalt des Weidegrases im Frühjahr optimal nutzen. Die nachlassende Milchleistung im Herbst wird durch zunehmende Weidefutteraufnahme des Kalbes kompensiert. Zu empfehlen ist insbesondere bei sehr jungem Weidegras die Befütterung von Heu oder Stroh, um den Pansen mit Struktur zu versorgen. Bei säugenden Kühen sind zu hohe Milchleistungen das Problem. Es gilt, die Nährstoffkonzentration herunterzunehmen. Ansonsten können Durchfall beim Kalb oder Mastitis folgen. Kühe ab der zweiten Laktation kommen bis zu einer Leistung 9 2010 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

Willy Zuber verabreicht den Mutterkuh-Kälbern bis 1 kg Kraftfutter pro Tag, um die Schlachtqualität zu verbessern.

Tabelle: Berechnungsbeispiel Natura-Beef schlachtreife Charolais-Absetzer, 10 Monate alt 200 kg SG, T+3 10 Fr. pro kg SG 2000 Fr. Zuschlag Fleischigkeit 40 Fr. (20 bzw. 40 Rp. pro kg SG) 200 kg UFA 231 Total 2040 Fr. Differenz pro Kalb SG = Schlachtgewicht, LG = Lebendgewicht

Minex 974 magnesiumreich / UFA 994 W UFA 990

Minex 972 selenreich / UFA 995

Gegen Klauenprobleme, die in

Zusätzlich betacarotinreiches Mineralsalz UFA 996 Cyclo Extra

UFA 293 Mutterkuh-Mineralsalz

–138 Fr. 2358 Fr. +318 Fr.

oder sandigen Böden an Selen mangeln. Zur sicheren Bedarfsdeckung ist daher ein mit Spurenelementen angereichertes Mineralsalz zu empfehlen. Selen stärkt zusammen mit den Vitaminen E, A und C das Immunsystem und fördert die Fruchtbarkeit. Zweifel an der ausreichenden Versorgung mit Selen sind dann gegeben, wenn Erkrankungen trotz qualifizierter Behandlung nicht abheilen wollen. Neu geborene Kälber, denen es im Mutterleib an Selen gemangelt hat, verfügen über eine unterentwickelte Muskulatur.

Grafik: Mineralsalzversorgung der Mutterkuh Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember

240 kg SG, H3 2400 Fr. 96 Fr.

Laufställen vermehrt auftreten, eignen sich Mineralsalze wie UFA 195 Biotin Extra mit Biotin (Vitamin B7) und Zink. Beide Zusätze festigen das Klauenhorn. Zink beeinflusst die Bildung von Keratin, das auch für die Abwehrfunktionen des Zitzenkanals mit verantwortlich ist.

Minex 974 magnesiumreich / UFA 994 W Startphase

von 16 kg Tagesmilch mit Weidegras und etwas Dürrfutter zurecht.

Fruchtbarer mit Flushing Bei Fruchtbarkeitsproblemen kann das sogenannte «Flushing» helfen. Wird vier bis sechs Wochen vor der Besamung ein Kraftfutter wie UFA 145 eingesetzt, lässt sich die Trächtigkeitsrate vor allem bei Kühen, die längere Zeit eine Energieunterbilanz aufwiesen, deutlich steigern.

Natrium und Magnesium Mit Weidehaltung oder Dürrfutter ergibt sich bei den Kühen immer ein Mangel an Natrium. Natrium ist unter anderem für eine gute Fruchtbarkeit zuständig, kann die Tiere aber bei zu hohen Aufnahmemengen, beispielsweise wegen UFA-REVUE · 9 2010

Produktionsphase

Galtphase

unregelmässigem Angebot, auch vergiften. Ab 10 kg Tagesmilchleistung deckt der Weideaufwuchs den Bedarf an Kalzium, Phosphor und Magnesium nicht mehr. In rohprotein- (Frühling) und kaliumreichem Gras ist die Verwertung des Magnesiums eingeschränkt, wodurch sich Weidetetanien ergeben können. Für die Wahl des richtigen Mineralsalzes ist das Laktationsstadium, die Jahreszeit und Rationszusammensetzung entscheidend (Grafik). Automaten wie der UFA MicroFeeder oder Leckschalen erlauben eine arbeitsextensive Mineralsalzergänzung auf der Weide.

Moor- und Sandböden knapp an Selen Was die Spurenelemente betrifft, kann es in Futter aus moorigen

Fazit Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass bei Mutterkühen vor allem auf eine gute Mineral- und Wirkstoffversorgung zu achten ist. Bei den Kälbern zahlt sich ein gezielter Kraftfutter-Einsatz von 0.5 bis 1 kg pro Tier gegen Ende der Laktation und je nach Grundfuttersituation aus. 䡵

Autor Anton Wyss. UFA-Beratungsdienst, 3052 Zollikofen. www.ufa.ch High Quality Beef (HQB) Sind Mutterkuhkälber mit zehn Monaten noch zu leicht, um sie zu vermarkten, können sie bei der Anicom als HQB-Mastremonten vermarktet werden. HQB-Rinder werden nach der Weitermast mit einem Schlachtgewicht (SG) von 220 bis 310 kg geschlachtet. Für sie gibt es einen Zuschlag von 25 bis 65 Rp./kg SG (QM).

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NUTZTIERE

Effizienz in Milchvieh-Rationen FÜNF JAHRE UFA W-FOS Im Rahmen des UFA Herd Support (UHS) wurde vor fünf Jahren das in die Jahre gekommene Schweizer Fütterungssystem durch das moderne Programm W-FOS von Schothorst Feed Research in Holland abgelöst. Das Fütterungssystem fördert den gezielten Grundfuttereinsatz, erhöht die Kraftfuttereffizienz und steigert die Tiergesundheit, wie die Erfahrungen zeigen.

Die meisten UFA-Kunden in der Schweiz und Tausende von Betrieben in verschiedenen europäischen Ländern füttern heute ihr Milchvieh erfolgreich nach W-FOS. Dieses moderne Fütterungssystem aus Holland hat die UFA auf schweizerische Grundfutterverhältnisse angepasst und im Jahr 2005 breitflächig eingeführt. Neue Forschungsergebnisse werden laufend ins System integriert.

Zuverlässige Analysen Zusammen mit der neuen Rationenberechnung wurde auch die Futtermittelanalytik auf

Nährstoffangebotes, sondern auch die Pansendynamik der Kuh. Aus umfangreichen Versuchen mit fistulierten Milchkühen haben die Forscher von Schothorst Research neue Grundlagen für die Milchviehfütterung erarbeitet. Der kompetente Fütterungsberater muss wissen, welche Menge und wie rasch Energie- und Proteinträger im Vormagensystem abund umgebaut werden. So kann er die Fermentierbarkeit und Abbaugeschwindigkeit der einzelnen Komponenten bei der Rationengestaltung berücksichtigen. Das Ergänzungsfutter lässt sich exakt auf die Grundfutterration abstimmen.

eine neue, für die Praxis bezahlbare Basis gestellt. Von den UFA-Laboratorien wird das Grundfutter mit der erweiterten Methode nach Van Soest untersucht. Die Werte fliessen automatisch in das Fütterungsprogramm W-FOS ein.

Pansendynamik berücksichtigt Im Mittelpunkt des Systems W-FOS steht nicht nur die Bilanzierung des UFA-REVUE · 9 2010

Praxis profitiert Konkret bringt UFA W-FOS folgende Vorteile: • Da wesentlich mehr Werte für die Berechnung der Rationen berücksichtigt werden, steigt die Bedeutung der Grundfutterqualität. Nicht nur fressen die Kühe rechtzeitig geschnittenes und sauber konserviertes Futter besser, gutes Grundfutter ist auch einfacher und wesentlich günstiger zu er-

gänzen. UFA W-FOS zeigt Schwächen im Grundfutter schonungslos auf. Verbesserungen können diskutiert und eingeleitet werden. Die richtige Einschätzung der Futtermittel vorausgesetzt, erlaubt UFA WFOS eine zuverlässige Voraussage der Leistungsfähigkeit der Futterration. Die Rationen müssen nach der Milchkontrolle in geringerem Umfang und in kleineren Schritten optimiert werden als mit der traditionellen Rationenberechnung. Die Konsequenzen von Fütterungfehlern wie ungenügend strukturierte Grundfutter oder ungeeignete Ergänzungsfutter werden transparent aufgezeigt und können korrigiert werden. Die Werte von Futtermittelanalysen fliessen direkt ins System ein. Die Fehlerquote ist geringer. Praxiserhebungen der Technikerschule Strickhof zeigten, dass Betriebe, die nach UFA W-FOS füttern, zwar etwas mehr Protein einsetzen, insgesamt aber die höchste Kraftfuttereffizienz ausweisen, das heisst, pro Kilogramm produzierte Milch weniger Kraftfutter benötigen. Insgesamt erlaubt das Fütterungssystem UFA W-FOS, Milchviehrationen wiederkäuergerechter und effizienter zu gestalten. Dabei steht nicht die Leistungssteigerung im Vordergrund, sondern die Gesundheit und Fruchtbarkeit der Kühe, die Grundfutter und Ergänzungsfutter effizient und mit einer hohen Lebensleistung in Milch umsetzen. Milchviehhalter profitieren von den vertieften Kenntnissen der UFAMilchviehspezialisten. 䡵

Jakob Kuert

Auch moderne Fütterungsysteme sind auf bestes Grundfutter angewiesen.

Autor Jakob Kuert, Ressort-Leiter Milchvieh, UFA AG, 3360 Herzogenbuchsee Jubiläumsaktion Im Rahmen des Jubiläums «5 Jahre UFA W-FOS» und als Dankeschön an die treue Kundschaft gewährt UFA bis am 25. September 2010 einen Rabatt von 5 Fr. pro 100 kg Milchviehfutter. www.ufa.ch

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Puffer für Abferkelbetriebe WEGEN UNSICHEREN MARKTAUSSICHTEN sind die Schweineproduzenten vorsichtig mit Aufstockungen und Neubauten. Um die Investitionskosten für Stallbauten zu senken, hat die Anicom AG ein Projekt gestartet. In Zusammenarbeit mit der Firma Tool-Systems wurden neue Ferkelkisten entwickelt, die eine hohe Flexibilität ermöglichen und sich arbeitssparend bewirtschaften lassen.

Rolf Meier aus Aristau (AG) zieht seine Ferkel bereits seit 2006 «draussen» auf. Vor dem geschlossenen Abferkelstall befinden sich 16 Module mit Boxe und Auslauf für die abgesetzten Tiere.

In 20 Minuten aufgestellt Bereits über 150 solche Ferkelkisten konnte Eugen Schmid, Ibach (SZ), in der Schweiz vermarkten. «Auf vielen Betrie1 · Klimasteuerung der «Baby-Pig»-Kisten: Bedienungsfreundlich und wetterfest. 2 · Der Futterautomat besteht aus Edelstahl.

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3 · 1500 m /h Luft bei 50 Pa fördert der Ziehl/ Abegg-Ventilator. 4 · Die Lampe ist vor Beschädigungen geschützt. 5 · Dank Seilzug lässt sich die Tür der Ferkelkiste bequem von aussen öffnen.

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6 · Der Streifenvorhang ist einfach demontierbar.

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Rolf Meier ist überzeugt, dass seine Tiere in den Ferkelkisten gesünder bleiben als im geschlossenen Stall.

ben dienen die Boxen als Spitzenbrecher bei grossen Würfen, andere ziehen die Ferkel bis zu einem Gewicht von 15 kg allesamt in den Kisten auf, weil sie eine bessere Tiergesundheit beobachten», erklärt der Stallbauer. Die Ferkelkisten können bei Aussentemperaturen von –16° bis +37° eingesetzt werden.

Voraussetzung ist ein befestigter Untergrund. Die Montage dauert laut Eugen Schmid rund 20 Minuten pro Kiste.

Schweizer Modell In Zusammenarbeit mit der Anicom hat er die Modelle der Agritech, Italien, an die schweizerischen Anforderungen angepasst und 9 2010 · UFA-REVUE


NUTZTIERE Optimierungen vorgenommen. So wird bei den Kisten der Marke «Baby-Pig» der Auslauf hier zu Lande gefertigt und ein zusätzliches Fenster integriert, um im Fressbereich eine Helligkeit von 15 Lux zu gewährleisten. Trägerstangen und Serviceklappen bei den Rosten oder Schwellenhölzer und Streifenvorhänge bei der Öffnung zum Auslauf können individuell nachgerüstet werden.

Gesündere Tiere Den Hauptvor-

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7 · Das Schwellenholz verhindert, dass Stroh auf die Roste gelangt. 8 · Der Auslauf umfasst 2.9 m2. 9 · Bei der Serviceklappe kann ein Schieber betätigt werden und die unter dem Aussenbereich gesammelte Gülle läuft .... 10 · ... via 125 mmAuslaufrohr in den Jauchekasten.

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teil sieht Rolf Meier in der verbesserten Tiergesundheit. «Ich stelle einen deutlichen Unterschied zur vorherigen Stallhaltung fest», so der Schweinezüchter, der auch auf die Erdbeerenproduktion spezialisiert ist. Kränkelt eine Ferkelgruppe, ist das Risiko einer Weiterverbreitung der Bakterien oder Viren geringer als im geschlossenen Stallsystem. Die Medizinierung kann auf die betroffenen Schweine beschränkt werden, was die Gefahr von Resistenzen vermindert. «Dank gutem Luftaustausch und reduzierter Staubbelastung treten Atemwegserkrankungen nur selten auf», beobachtet Rolf Meier. Husten liesse sich bei den Jagern selten feststellen.

Bis 35 Ferkel Ein Modul der Firma Tool-Systems bietet Platz für 35 QMFerkel, bis diese 15 kg wiegen. Von 15 bis 25 kg dürfen noch 21 Jager in der Kiste gehalten werden. Die Boxen bestehen aus Polyurethan mit wärmeisoliertem Glasfaserkunststoff und Edelstahl und verfügen über eine Bodenheizung. Via wettergeschützte Computersteuerung lässt sich Temperatur und Lüftung für jede Ferkelkiste separat regeln. Gefrieren die Leitungen? Im Mini-Stall steht den Ferkeln ein Futterautomat (Trockenfütterung) zur Verfügung. Den Durst löschen zwei Tränken im Auslauf. Dass die Wasserleitungen gefrieren, hat Rolf Meier nie festgestellt, führen diese doch durch den warmen Innenraum der Boxen. Bei Temperaturen ab minus 10°C kann mal ein Nippel gefrieren, vor allem bei frisch abgesetzten Ferkeln, die noch wenig Wasser trinken. Bei den Ferkelkisten von Rolf Meier gelangen die Fäkalien vom Auslauf di-

Gezieltes Investieren lohnt sich Die Tierhandelsfirma Anicom unterstützt die Anschaffung von Ferkelkisten mit einer Aktion (siehe Infobox). Hans Peter Wolf, Mitglied der Anicom-Geschäftsleitung, erklärt die Beweggründe. UFA-Revue: Lohnt es sich noch, in die Ferkelproduktion zu investieren? Hans Peter Wolf: Der Strukturwandel schreitet auch in der Ferkelproduktion voran. Investitionen sind heute vorwiegend Ersatzinvestitionen und dienen nicht der Produktionsausweitung. Trotz der momentanen Preisbaisse sieht die Hans Peter Wolf. Anicom AG in der Schweinehaltung eine Zukunft. Die sprichwörtliche schweizerische Qualität und die tierschützerischen und ökologischen Mehrwerte werden auch in Zukunft eine genügend grosse Käuferschaft finden. Investitionen in die Schweinehaltung werfen daher im Mehrjahresvergleich immer noch eine genügende Rentabilität ab. Ein Instrument zur Kostensenkung sieht die Anicom in optimierten Ferkelkisten. Warum? Hans Peter Wolf: Dank Ferkelkisten lässt sich mit den bestehenden Produktionskapazitäten eine bessere Auslastung erreichen. Die temporäre Auslagerung bringt dem Züchter eine grössere Flexibilität und die Mastjagerposten können durch verschiedene Triagen im optimalen Gewichtsbereich mit grösserem Zuschlag verkauft werden. Wie gross ist das Problem mangelnder Flexibilität? Hans Peter Wolf: Durch die in den letzten Jahren gestiegene Produktivität und grössere Würfe verfügen viele Schweinezüchter nicht mehr über ausreichend Aufzuchtplätze. Die Ferkelkiste «Baby-Pig» ermöglicht für alle Mastjager ein genügendes Platzangebot.

rekt ins Gülleloch. In der Serie-Produktion der Tool-Systems ist unter dem Auslauf ein Auffangbecken integriert, von dem der Hofdünger über Rohre ins Gülleloch geführt wird.

bewilligungspflicht betrifft, gelten je nach Gemeinde und Kanton andere Gewohnheiten. Darum lohnt es sich, diese Frage zu klären, bevor eine Ferkelkiste hingestellt wird.

Wenig Arbeit Während seinem

Fazit Mit den Ferkelkisten lässt sich der produktive Raum rasch und ohne hohe Investitionen ergänzen. Statt extra eine ganze Stallhalle zu bauen, muss nur ein befestigter Platz für die Kisten gefunden werden. Ausserdem sprechen der hohe Luftaustausch und die Haltung in kleinen Einheiten für eine bessere Tiergesundheit. 䡵

Kontrollgang wirft Rolf Meier den Ferkeln täglich etwas neues Stroh in die Boxen. Zehn Tage nach dem Absetzen und danach wöchentlich senkt er die Temperatur boxenindividuell von anfangs 25 auf schliesslich 20°C. Die Hälfte des von den Tieren zerkleinerten Strohs wird alle zehn Tage aus dem Innenbereich entfernt.

Bewilligungspflicht bei Label Auf Betrieben, die fürs Label «Coop Natura Farm» produzieren, ist eine dauerhafte Haltung in Ferkelkisten nur in Ausnahmefällen erlaubt. Dazu gehören betriebliche Gründe wie Absonderung in Krankheitsfällen, überdurchschnittlich grosse Würfe oder Reinigung der Stalleinrichtung. Die Ferkelkisten dürfen nur zusammen mit einem frei zugänglichen Auslauf aufgestellt werden. Für IP-Suisse-Ferkel sind Ferkelkisten uneingeschränkt erlaubt. Was die Bau-

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee Preisaktion Die Anicom gewährt für Bestellungen vom 1. Oktober 2010 bis am 31. März 2011 auf den Ferkelkisten «Baby-Pig» der Firma Tool-System bestehend aus Box, Auslauf und Seilzugsystem (total 10 130 Fr.) einen Rabatt von maximal 3000 Fr. via Rückvergütung auf gelieferte Tiere.

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Futterqualität im Fokus MIKROBIOLOGISCHE ANALYSEN verleihen Sicherheit, dass ein Futter keine schädlichen Stoffe enthält. Aber: Die Interpretation von mikrobiologischen Analysen ist nicht einfach. Firmen wie die UFAG Laboratorien verfügen über die nötigen Erfahrungswerte, um den Tierhaltern aussagekräftige Prüfberichte zustellen zu können.

Stephanie Schuster

Die Bedeutung eines qualitativ hochstehenden Raufutters für die Tierleistung ist unbestritten. Trotzdem gelangt im Herbst mitunter Ware zur Nährstoffuntersuchung ins Labor, welche deutliche Mängel aufweist. «Qualität» bemisst sich eben nicht nur nach den klassischen chemischen Nährstoffparametern und dem daraus berechneten Energiegehalt, sondern muss ganzheitlicher betrachtet werden.

Es beginnt mit Pflanzen Bereits mit dem Pflanzenbestand beziehungsweise mit Auswahl der geeigneten Ansaatmischung wird auf die spätere Futterqualität Einfluss genommen. Art und Intensität des Grünlandmanagements müssen dann darauf ausgerichtet sein, die mittel- bis hochwertigen Pflanzen zu fördern und die Ansiedlung unerwünschter oder gar giftiger Pflanzen (z.B. Jakobskreuzkraut) zu unterbinden. Hinsichtlich des quantitativen und qualitativen Futterertrags spielt dabei eine angepasste Düngung eine wichtige Rolle. Maschineneinstellung und Verdichtung Trotz noch so guter Planung entscheidet letztlich zu einem Grossteil die Witterung darüber, wann und unter welchen Bedingungen das Futter geschnitten werden kann und wie sich der Trockungsverlauf darstellt. Bei der Feuchtkonservierung kommt der Einhaltung der Empfehlungen für eine gute Silierpraxis grosse Bedeutung zu. Nässe oder zu tief eingestellte Mähbalken führen zu Verschmutzung des Futters, was sich in überhöhten Rohaschegehalten zeigt. Erdmaterial erhöht den Keimbesatz drastisch und kann durch 74

Neu mit Maissilage-Manager Vom mikrobiellen Verderb her gesehen sind die Silagen am meisten gefährdet. Versäumnisse oder Fehler bei der Silobeschickung können auch durch Silierhilfsmittel nicht behoben werden. Am besten ist es, alles im Vorfeld zu unternehmen, damit der Hygienestatus des Futters gar nicht erst zum Thema wird. Für Maissilage im Profi-Paket wird bei Auswertungen der UFAG Laboratorien neu der pH-Wert enthalten sein, ein wichtiger, bisher fehlender Parameter zur Überprüfung des Siliererfolgs. Wer noch mehr über das Ergebnis seiner Siloführung wissen möchte, kann ab November auf den Maissilage-Manager zurückgreifen. Er enthält Angaben zum Essigund Milchsäuregehalt und schätzt aufgrund der Daten das Nacherwärmungsrisiko ein. Mit dieser Angebotserweiterung unterstützen die UFAG Laboratorien die Praktiker in ihrem Bestreben, die Futterbereitung weiter zu optimieren.

Tabelle: Orientierungswerte für Keimbesatz von Silagen Werte (KBE/g) normal erhöht Hefen (Maissilage)* < 1 Mio. > 10 Mio. Schimmel < 5000 > 50 000 Aerobe mesophile Bakterien < 1 Mio. > 10 Mio. * Gute Grassilagen weisen in der Regel tiefere Werte auf. KBE: koloniebildende Einheit. Bei erhöhten Werten ist von der Verfütterung abzuraten. ALP aktuell 2005, Nr. 18

Eintrag von Clostridien unter anderem Fehler bei der Käseherstellung hervorrufen. Unzureichende Materialzerkleinerung und mangelnde Verdichtung sind Hauptfehler bei der Silobereitung. Ein optimaler Konservierungsverlauf ist wichtig für den hygienischen Status des Futtermaterials und um Nährstoffverluste gering zu halten.

Hygienestatus des Futters Bleiben Tierleistung und Futteraufnahme hinter den Erwartungen zurück und zeigen sich Gesundheitsprobleme mit unklaren Ursachen, dann tritt schnell der Aspekt des mikrobiellen Status des eingesetzten Raufutters in den Vordergrund. Grundsätzlich gilt, dass sichtbar verschimmeltes Futter nicht mehr verfüttert werden darf. Aber wie ist der

«Graubereich» abzugrenzen? Wann tritt der «Verderb» ein, der mit menschlichen Sinnen nicht mehr erfasst werden kann?

Tests sind Momentaufnahmen Um Verständnis für die damit verbundene Problematik zu wecken, braucht es einige Basisinformationen zur mikrobiologischen Analytik. Die Untersuchung auf Mikroorganismengruppen ist kaum mit der Bestimmung chemischer Paramter zu vergleichen. Denn man versucht hierbei, spezifische Organismen, die «lebendig» sind, zu quantifizieren. Das heisst, dass grundsätzlich jede mikrobiologische Analyse eine «Momentaufnahme» der Keimflora des Futters zu einem bestimmten Zeitpunkt abbildet. Mikroorganismen haben die Eigenschaft, bei 9 2010 · UFA-REVUE


NUTZTIERE ausreichendem Nahrungsangebot und geeigneten Umweltbedingungen (Temperatur, Feuchtigkeit) sich populationsmässig rasant zu verändern. Lagen unsachgemässe Transportbedingungen vor, dann spiegelt die ermittelte Populationszahl nicht mehr die Situation im Futter zum Probenahmetermin wieder.

Homogenisierung nicht möglich Raufutter sind zudem als heterogen zu beurteilen. Aber eine komplette Homogenisierung des Probenmaterials scheidet bei mikrobiologischen Untersuchungen aus Gründen der Kontaminationsgefahr aus. Wichtig ist, dass absolut steril gearbeitet wird, damit eine Fremdeinschleppung von Keimen in die Proben ausgeschlossen werden kann. Nur so lassen die erhaltenen Resultate Rückschlüsse auf das untersuchte Probenmaterial zu.

Hohe Schwankungen Das Untersuchungsergebnis wird in Koloniebildenden Einheiten (KBE) ausgedrückt. Die möglichen Schwankungen der Keimzahlen sind erwartungsgemäss grösser als aus der klassischen Gehaltsanalytik bekannt.

30 000 KBE/g und 60 000 KBE/g können durchaus als vergleichbar angesehen werden.

und Hefen bestimmt werden, können die im deutschen Sprachraum gebräuchlichen Bewertungsschemata nicht oder nur begrenzt zur Beurteilung herangezogen werden. In Deutschland differenziert man beispielsweise gemäss VDLUFA-Methode auf der Basis von sieben Keimgruppen vier Kategorien. Die Keimgruppen unterscheiden zwischen produkttypischen und verderbnisanzeigenden Bakterien, Schimmel- und Schwärzepilzen.

Heikle Interpretation Zurück zur Frage der Beurteilung. Die genannten Besonderheiten sowie die Vielfalt in der Ausprägung des Raufutters, Tierrasse, den Haltungsbedingungen und fehlende Daten, die einen direkten Wirkungsbezug auf das Tier belegen würden, machen es extrem schwierig, Grenzwerte für den maximal tolerierten Keimbesatz festzulegen. In der Schweiz gibt es bis auf eine Ausnahme (Tabelle) keine derartigen Empfehlungen.

Werte aus Ausland? Da in der Schweiz bislang routinemässig die sogenannte Gesamtkeimzahl (GKZ; Summe aller Bakterien) sowie Schimmelpilze

Darf dieses qualitativ nicht ganz tadellose Futter den Tieren noch verabreicht werden? Mikrobiologische Analysen können darüber Aufschluss geben.

Fazit Als Folge davon können auf den Prüfberichten keine Grenz- oder Richtwerte aufgeführt werden. Dennoch brauchen Auftraggeber oder Berater oftmals eine Hilfestellung zur Einschätzung ihrer Daten. Dank langjähriger Tätigkeit in diesem Gebiet verfügen die UFAG Laboratorien über eine Vielzahl erhobener Erfahrungswerte. Dies erleichert eine Ergebnisbeurteilung unter Einbezug relevanter Fachpublikationen. 䡵

Bild: agrarfoto.com

Autorin Stephanie Schuster, UFAG Laboratorien AG, 6210 Sursee. Auftragsformulare, Probensäcke und Dokumententaschen für Futteranalysen können direkt bei den UFAG Laboratorien bestellt werden. Melden Sie sich via info@ufag-laboratorien.ch oder via 寿 058 434 43 00, Fax 058 434 43 01. Eine Übersicht zu den aktuell gültigen Raufutter-Prüfprogrammen sowie den Zugang zum elektronischen Auftragsformular finden Sie unter www.ufag-laboratorien.ch

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So würde der Tierarzt füttern KÄLBERAUFZUCHT Mit einer intensiven Fütterung im ersten Lebensjahr der Kälber verkürzt sich die Aufzuchtdauer und die Kosten für die Remontierung der Milchviehherde sinken. So besagt es die heutige Lehrmeinung. Aber zahlt sich diese Strategie für die Tiere auch aus gesundheitlicher Sicht aus?

Markus Rösch

Die Jungtierphase ist ein sehr kostenintensiver Abschnitt im Leben einer Milchkuh und jeder Aufzuchtmonat, der ein Alter von zwei Jahren übersteigt, schlägt mit rund 100 Fr. zu Buche.

Aufzucht bringt auch aus tiermedizinischer Sicht Vorteile, weil die Abwehrlage der Kälber durch die Vermeidung von Energiemangelzuständen verbessert werden kann.

Krankheiten minimieren Die hoOptimales Erstabkalbealter In vielen Versuchen konnte gezeigt werden, dass bei milchbetonten Rassen eine Absenkung des Erstkalbealters auf 24 bis 26 Monate möglich ist, ohne dass gesundheitliche Probleme oder Leistungseinbussen auftreten. Im Gegenteil: Intensiv aufgezogene Kälber und Rinder mit einem Erstkalbealter von 24 bis 26 Monaten haben höhere Milchleistungen und eine höhere Lebenseffektivität (Milchleistung je Lebenstag) als ihre weniger intensiv aufgezogenen Artgenossen. Hingegen ist eine weitere Reduktion des Erstkalbealters unter 24 Monate aus ökonomischer und tierärztlicher Sicht nicht sinnvoll, da mit einer verminderten Milchleistung, vermehrt auftretenden Schwergeburten – inklusive allen nachfolgenden Problemen wie Gebärmutterentzündung und Fruchtbarkeitsproblemen – und mit einer erhöhten Rate an frühzeitigen Abgängen zu rechnen ist.

Gut für Immunsystem Entscheidend für die Absenkung des Erstabkalbealters auf 24 bis 26 ist die Unterteilung der Aufzucht in ein intensives erstes Jahr und ein eher restriktives zweites Jahr. Kälber weisen eine sehr hohe Futtereffizienz auf, was bei entsprechender Fütterung genutzt werden kann, um das hohe Wachstumspotenzial voll auszuschöpfen. Eine intensive 76

hen Zunahmen können aber nur erreicht werden, wenn alle Massnahmen ergriffen werden, um ein Auftreten von Kälberkrankheiten (vor allem Durchfall und Atemwegserkrankungen) zu verhindern. Grundvoraussetzung dafür sind vitale, trinklustige Kälber mit guter Abwehrkraft in einer Umgebung mit niedrigem Erregerdruck (Stallhygiene und -klima). Entscheidende Punkte, dies zu erreichen, sind: • Eine bedarfsgerechte Versorgung der hochträchtigen Rinder und Kühe (Nährstoffe, aber auch Mengen- und Spurenelemente). • Eine hohe Abkalbe- und Kälberstallhygiene. Ideal sind sauber gereinigte Einzeliglus, mindestens für die ersten zwei Lebenswochen. • Eine gute Kolostrumversorgung: 100 g Antikörper in den ersten zwei bis drei Lebensstunden. Das entspricht bei mittlerer Kolostromqualität mindestens 2 l Erstkolostrum. Weitere 2 bis 3 l Erstkolostrum werden innerhalb der ersten acht bis zehn Stunden verabreicht. Insgesamt erhalten die Kälber während drei bis fünf Tagen Kolostralmilch des Muttertieres.

Milch nach Gewicht und Haltung Die tägliche Tränkemenge während der Kolostral- wie auch der weiteren Tränkperiode wird grundsätzlich nach dem Körpergewicht berechnet. Dabei gilt

die Faustregel: 12 % des Körpergewichts entsprechen der täglichen Milchmenge, das heisst, ein 50 kg schweres Kalb erhält 6 l Milch oder Milchaustauscher (MAT). Aufzuchtkälber sollten allerdings insgesamt nicht mehr als 6l Milch (maximal 8l) beziehungsweise MAT pro Tag erhalten und niemals mehr als 3 l pro Mahlzeit. Insbesondere Kälber in Igluhaltung müssen während der kalten Jahreszeit dreimal getränkt werden. Die tägliche Milchmenge ist dann bis auf maximal 8 l pro Tag zu erhöhen, um die zusätzlich benötigte Energie für den Wärmehaushalt zur Verfügung zu stellen.

Schrittweises Absetzen Zudem muss den Kälbern von Anfang an hochwertiges und täglich frisch dargereichtes Aufzuchtfutter mit einem Rohproteingehalt von mindestens 20 % ad libitum angeboten werden. Da nicht zuletzt die Wasseraufnahme auch Voraussetzung für die Aufnahme von Aufzuchtfutter ist, sollen alle Kälber stets Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Neben dem Konzentratfutter müssen alle Kälber mit einem geeigneten und hochwertigen Raufutter versorgt und die Aufnahme der notwendigen Mengen- und Spurenelemente in der Ration soll sichergestellt werden. Bei zunehmender Kraftfutteraufnahme kann die tägliche Milchmenge sukzessive reduziert und ab einer Aufnahme von mindestens 1 bis 1.5 kg pro Tag können die Kälber von der Milch oder vom MAT abgesetzt werden. Dies sollte vorzugsweise über mehrere Tage schrittweise erfolgen, um eine spürbare Depression in der Körpermassenzunahme zu verhindern. 9 2010 · UFA-REVUE


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Schmeckt’s dem Tier, nützt’s seinem Halter. Werden die Kälber im ersten Jahr intensiv aufgezogen, leisten sie später mehr. Bild: agrarfoto.com

Bis 900 g Zunahme pro Tag Im gesamten ersten Lebensjahr sind tägliche Zunahmen von 800 bis 900 g anzustreben, ohne dass die Tiere dabei verfetten. Der Rohproteingehalt in der Trockensubstanz kann ab zirka 130 bis 150 kg Körpergewicht von anfänglich über 20 % auf rund 15 % abgesenkt werden. So gefütterte Tiere erreichen mit 14 bis 15 Monaten die Zuchtreife und sind bereit für die Belegung.

Beifütterung

zur

Weide Im

zweiten Lebensjahr muss insbesondere einer Verfettung der Tiere entgegenge-

Fortsetzung von Seite 70

LANDTECHNIK zu verkaufen 2-Achs Jumbo, 2.55 x 6.4 m, Luftgefedert, ab Mfk 40; 2-Achs Jumbo, Luftgefedert, 7 x 2.5 m, ab Mfk 40; 3-Achs Dreiseitenkipper, 24 t; Tandem Kipper, 18 t, 40 m3, für Hackschnitzeltransporte, ab Mfk 40; 3-Achs Jumbo, 2.5 x 8 m, UFA-REVUE · 9 2010

wirkt werden. Daher sollte – mit Ausnahme in der Hochträchtigkeit – restriktiv gefüttert werden: Zirka 13 % Rohprotein in der Trockensubstanz und tägliche Zunahmen von 700 bis 800 g. Die Körperkondition ist spätestens ab der zweiten Hälfte des zweiten Lebensjahres periodisch zu überprüfen (BCS oder Rückenfettdickenmessung RFD), um überkonditionierte Tiere bei der ersten Abkalbung zu vermeiden. Verfettete Tiere weisen geringere Anteile an milchbildendem Eutergewebe auf und tragen ein grösseres Risiko für Geburtsschwierigkeiten sowie Probleme

blattgefedert, ab Mfk 40; 2-Achs Kühlauflieger, Kögel mit Hebebühne, www.sigg-sh.ch  079 404 87 06 2-Achs Anhänger Jumbo, Blattgefedert, 7.5 x 2.5 m; Tandem Anhänger Jumbo, 7.5 x 2.55 m, Luftgefedert, 18 t; Tridem Anhänger, 9.3x2.55 m, Luftgedfedert, www.siggsh.ch  079 404 87 06

1-Achs-Auflieger für Tiertransporte; Tandem Anhänger Jumbo, 6.2 x 2.5 m, blattgefedert, mit Luft- und HydraulikBremse, ab Mfk 40 km/h; Tieflader Tridem mit Rampen; Kran Hiab mit Holzgreifer, hydr. Pumpe und Tank; Tridemanhänger Jumbo, 2.5 x 9.2 m ab Mfk 40, 27 t, www.sigg-sh.ch  079 404 87 06

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mit dem Stoffwechsel. Um auch bei Weidehaltung die erwünschten Gewichtszunahmen zu erreichen, sind eine Beifütterung sowie eine wirksame Parasitenprophylaxe dringend notwendig.

Fazit Ein Abkalbealter mit 24 bis 26 Monaten bringt nicht nur betriebswirtschaftliche, sondern auch gesundheitliche Vorteile für die Aufzuchttiere. Stimmt das Management, bildet die intensive Aufzucht eine Voraussetzung für eine hohe Milchleistung pro Lebenstag. 

ger 24 t; Tandem Kipper, 20 t, ab Mfk 40; Tandem Jumbo, Wechselbrücken, Chassis, 18 t; 2-Achs Jumbo, Wechselbrücken, Anhänger mit Breitreifen; diverse Achsen 15, 17.5 und 22.5 Zoll Bereift, www.sigg-sh.ch  079 404 87 06 Güllenpumpe Vogelsang, mit Elektromotor, Fernsteuerung, neuer Schlauch, Fr. 3800; Einstreuwagen, Wurfweite bis 18 m, Inhalt

14 m3, geeignet für lose Einstreue und Ballen, neuwertig, Fr. 9500;  032 614 26 34 Elektromotor, 7.5 PS, 1440 U / min, mit Schalter und Stecker  079 318 93 07 3 Kunststofftanks, 2000 l, mit Auffangwanne, neuwertig, Fr. 950 pro Stk; 2 Falltore, neuwertig, Höhe 4.5 m, Breite 5 m, mit Servicetüre aus Alu, ca 2/3 Lichteinsätze, isoliert, Fr. 4500 pro Stk;

Autor Dr. med. vet. Markus Rösch ist Fachtierarzt beim Rindergesundheitsdienst (RGD). Seine Schwerpunkte liegen in der Bestandesmedizin. www.rgd.ch

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Schieberentmistung, hydr., neuwertig, 2 Bahnen für 40–70 Kühe, komplett, Fr. 7800  078 705 54 79 Kirschenentstieler; Plastikfässer, div., 200er, blau; Chiantiflaschen, div.; Doppelräder zu Fiat Schad 9.5 / 9 - 36, neuwertig; Bauernbuffet, 50-jährig, Hofmann und Eckbank  041 711 17 94 Fortsetzung Seite 80 77


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Bis 20 % des Bestandes betroffen HARNWEGSINFEKTIONEN kommen bei Schweinen viel häufiger vor als allgemein angenommen. Oftmals bleibt diese Erkrankung unerkannt und wird darum auch unterschätzt.

Yvonne Masserey

1 Mittels Vaginoskopie kann eine Tupferprobe zur Diagnose entnommen werden. Bild: Suisag

Die Häufigkeit von Harnwegsinfektionen liegt gemäss Professor Wendt schätzungsweise bei 4 bis 20 %, kann in Problembetrieben aber bis deutlich über 40 % ansteigen. Die Erkrankung verläuft meist schleichend und wird erst in Zusammenhang mit anderen Erkrankungen wie MMA (Mastitis-Metritis-Agalaktie Syndrom) oder Fruchtbarkeitsstörungen entdeckt.

Infektionsauslösende Faktoren Vor allem fäkale Keime Verantwortlich für Entzündungen der Harnwege sind vorwiegend fäkale Keime wie Escherichia coli, Streptokokken, Staphylokokken, Klebsiellen, Proteus oder aber ein für die Harnwege des Schweines spezifisch-krankmachender Keim wie Eubacterium suis (E. suis). Fäkalkeime treten oftmals bei schlechter Stallhygiene, Geburtsverletzungen oder MMA auf. Sie führen vor allem zu Fruchtbarkeitsstörungen ohne Komplikationen.

Deckinfektion E. suis ist ein Keim, den man nur im Harntrakt findet. Er kann nur sehr schwer im Labor angezüchtet werden und wird deshalb in der Praxis oft nicht diagnostiziert. Das Besondere dieses Keimes ist, dass er Urease produziert, ein Enzym, mit dessen Hilfe der im Urin befindliche Harnstoff in Ammoniak gespalten wird. Dieser kann im Urin betroffener Sauen von empfindlichen Nasen wahrgenommen werden. Als Folge davon steigt der Harn-pH an. Weiter kann E.suis eine Hämaturie verursachen. Das heisst, es wird Blut im Urin ausgeschieden. Diese Infektionen finden oft beim natürlichen Deckakt statt und werden deshalb auch als Deckinfektion bezeichnet. 78

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Damit Harnwegsinfektionen stattfinden, braucht es neben den erwähnten Erregern auslösende Faktoren. Dazu zählen: • Nasse, kalte (nicht isolierte) Liegeflächen. • Geschwächte Abwehr der Tiere (zum Beispiel stressbedingt). • Zu geringe Wasseraufnahme der Sauen, was wiederum zu einer verminderten Blasenspülung führt. • Erkrankungen des Bewegungsapparats. Diese können dazu führen, dass die Sauen weniger aufstehen und weniger harnlassen, was wiederum eine verminderte Blasenspülung nach sich zieht. • Geburtsprobleme, Geburtsverletzungen. • Infektionsübertragungen durch Eber. • Fütterung, die zu hohem Harn-pH führt.

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Fällen führt dies zu einem Harnleiterverschluss, der den sofortigen Tod der Sauen herbeiführt.

Fruchtbarkeitsprobleme und MMA Wie eingangs erwähnt sind Harnwegsinfektionen oft eng mit Fruchtbarkeitsproblemen und MMA verbunden, was sich mit der weiblichen Anatomie der Sau erklären lässt. Geschlechts- und Harnorgane liegen sehr nahe beieinander und man findet deshalb oft in beiden Organen dieselben Erreger (Fäkalkeime). Kurz gesagt: Sauen mit einer Harnwegsentzündung haben ein stark erhöhtes Risiko für Gebärmutterenzündungen und Fruchtbarkeitsprobleme.

Blasen- und Nierenentzündung

Rolle von Eber und KB Eber kön-

In der Folge können vorhandene Keime in die Blase gelangen, sich dort einnisten, vermehren und eine Zystitis (Blasenentzündung) hervorrufen. Keime wie E.suis steigen manchmal auch durch die Harnleiter in die Nieren auf und es kommt zu einer Pyelonephritis (eitriger Nierenentzündung). In ganz schweren

nen in ihrem Präputialbeutel Keime ansammeln (vor allem. E. suis) und so als Überträger von Harnwegsinfektionen agieren. Das Sperma der künstlichen Besamung (KB) stellt dagegen kein Problem dar, da es mit Antibiotika versetzt ist, welches die Keime in der Regel abtötet. 9 2010 · UFA-REVUE


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3 Diagnose schwierig Eine Diagnose ist häufig nicht einfach zu stellen. Nebst dem klinischen Erscheinungsbild ist eine Harnuntersuchung meist hilfreich. Oftmals verlaufen Infektionen schleichend und es sind kaum Anzeichen einer Erkrankung zu beobachten. Symptome Zu den typischen Symptomen gehören aber: • Eitriger Scheidenausfluss. • Eiter und Blut im Harn (je nach Erreger). • Harnveränderungen (Farbe, Klarheit, pH). • Aufgekrümmter Rücken beim Harnlassen (Schmerzen). • Erhöhte Sauensterblichkeit. • Fressunlust, Fieber, Untertemperatur. In der Folge treten vermehrt Umrauscher, kleinere Wurfzahlen und eine erhöhte embryonale Sterblichkeit auf.

Harnuntersuchung Liegt der Verdacht einer Harnwegsinfektion vor, empfiehlt sich, in Absprache mit dem Tierarzt eine systematische Harnuntersuchung durchzuführen. Dabei werden folgende Punkte beurteilt: • Optische Beurteilung des Harns. Urin von gesunden Tieren ist klar und durchsichtig. • Untersuchung des Morgenurins mittels pH-Streifen. Auf diesen Teststreifen lässt sich nebst dem pH auch noch prüfen, ob Blut, Nitrit, Protein oder Leukozyten (Entzündungszellen) vorhanden sind. Einige Keime können Nitrat zu Nitrit reduzieren. • Bakterielle Untersuchung des Harns im Labor; Anzüchtung von Keimen. • Bakterielle Untersuchung von Vaginaltupferproben. Stark betroffene Sauen ausmerzen Eine medikamentelle Therapie kann nur dann Erfolg versprechen, wenn begleitende Massnahmen durchgeführt werden. Und selbst dann gibt es UFA-REVUE · 9 2010

erhebliche Schwankungen in der Erfolgsquote. Dies liegt unter anderem am Resistenzverhalten der Bakterienstämme, zu spätem Therapiebeginn, Erregerwechsel während der Behandlungsphase und auch an hohen Eitermengen, die das Eindringvermögen der Wirkstoffe verringern. Deshalb sollte man sehr stark betroffene Sauen mit Hämaturie (Blut im Harn) vor der Gruppentherapie ausmerzen.

Vorläufig auf KB umsteigen Eine Schlüsselrolle in der Behandlung spielt der Eber. Bei Infektionen mit E. suis ist er für die Streuung der Bakterien im Bestand zuständig. Deshalb sollte vorübergehend von Natursprung auf KB umgestiegen werden. Nebst der antimikrobiellen Behandlung des Ebers sollte auch die Vorhaut gespült werden.

dass Sauen am Trog in kurzer Zeit bedeutend mehr Wasser aufnehmen können als am Nippel.

Harn via Futter ansäuern Der Harn-pH kann in einem gewissen Masse durch die Zusammensetzung der Futterration beziehungsweise durch Zusatz von Harn-ansäuernden Stoffen beeinflusst werden. Generell gilt: Ein tiefer Harn-pH (<6.5) stellt einen natürlichen Schutz gegen eine Keimbesiedlung der Blase und somit eine Blasenentzündung dar. Ein erhöhter Harn-pH (>7.5) ist ein Indikator für eine bereits bestehende Harnwegsinfektion oder steigert das Risiko einer Harnwegsinfektion. Temporär kann auch der NaCl-Gehalt im Futter um 1 bis 2 % erhöht werden. Dies führt zu mehr Durst und somit zu einer grösseren Wasseraufnahme. Aber vorher ist das Wasserangebot zu überprüfen.

2 Wasserzufuhr über Nippel oder in unbequemen Stellungen führen zu einer verminderten Wasseraufnahme. Bild: Suisag

3 Sau mit eitrigem Ausfluss. Bild: VU Wien

Resistenztest durchführen Bevor eine antibiotische Behandlung durchgeführt werden kann, muss ein Resistenztest gemacht werden. Bei akuten Erkrankungen ist eine parenterale Antibiotikagabe (intramuskulär) angezeigt. Handelt es sich um chronische Erkrankungen erfolgt übers Futter eine mindestens zehntägige Gabe eines Breitband-Antibiotikums, welches über den Harn ausgeschieden wird.

Genug trinken Die wohl wichtigste Rolle in der Prophylaxe kommt der genügenden Wasseraufnahme zu. Sie ist für einen vermehrten Harnabsatz und somit für eine mechanische Reinigung (Spülung) der Blase ausserordentlich wichtig. Auf diese Weise werden Keime auf natürlichem Wege aus der Blase ausgeschwemmt. Die erforderliche Menge der Wasseraufnahme ist stark abhängig von Fütterung, Stalltemperatur, Alter, Reproduktionsphase und Luftfeuchtigkeit. Als Richtwert gilt für Galtsauen 12 bis 15 l Wasser pro Tag und Tier (beziehungsweise drei- bis vierfache Wassermenge pro Kilogramm Futter). Säugende Sauen brauchen 20 bis 40 l Wasser pro Tag und Tier. Im Sommer kann sich der Wasserbedarf bis um 20 % erhöhen.

Wassertrog mit Vorteilen Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass die Tiere den Wassertrog der Nippeltränke vorziehen. Dies könnte daran liegen,

Hygiene und Klima Nicht zuletzt lässt sich Harnwegsinfektionen durch eine gute Hygiene im Stall vorbeugen. Dazu gehört etwa die tägliche Reinigung der Buchten und das Vermeiden von stehendem Harn. Zugluft ist zu verhindern und Liegeflächen werden am besten isoliert. Fazit Harnwegsinfektionen bei Sauen sind häufiger als angenommen. Unterschieden wird zwischen Infektionen mit Fäkalkeimen, die meist zu Fruchtbarkeitsstörungen ohne Komplikationen führen und Infektionen mit E. suis, einem Erreger, den man nur im Harntrakt des Schweins findet. Infektionen mit E. suis können zu Schädigungen der Nieren führen. Eine Diagnose erfolgt anhand der klinischen Symptome und einer Harnuntersuchung. Der Erfolg einer Therapie ist von vielen Faktoren abhängig. Vor allem aber die Berücksichtigung eines Antibiogramms, der Einbezug des Ebers und die Ausmerzung von Sauen mit starken klinischen Symptomen. Um einer Harnwegsinfektion vorzubeugen sind die Wasseraufnahme und der damit verbundene häufige Harnabsatz ausschlaggebend. Dadurch erfolgt eine Spülung der Harnwege und allfällige Keime werden «entsorgt». Besonderes Augenmerk sollte auch auf eine gesteigerte Stallhygiene und zugfreie, isolierte Liegeflächen gelegt werden. 䡵

Autorin Dr. med. vet. Yvonne Masserey, Suisag, Geschäftsbereich Schweinegesundheitsdienst (SGD), Büro Zürich, 9606 Bütschwil. www.suisag.ch

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KURZMELDUNGEN LANDLEBEN

Bettag und Erntedank 2010 Andächtig hört der Grossvater dem Buben zu. Dem fällt das Lesen nicht leicht; er muss sich enorm konzentrieren. Wort um Wort liest er. Er kommt gerade von einer Arbeit, für die er die Schürze umgebunden hat. War die eben verrichtete Arbeit für ihn vielleicht leichter als jetzt das Lesen? Für eine Bibel ist das Buch zu dünn. Wahrscheinlich ist es ein Andachtsbuch mit Gebeten und einigen Bibeltexten oder ein Neues Testament mit den Psalmen. Weil der Bub so langsam liest, kann der Grossvater Wort für Wort und Satz für Satz küstigen und nachklingen lassen … Hier hört die älteste Generation der jüngsten zu. Die jüngste Generation hört beim Lesen, was Generationen vor ihr gedacht haben. Aus dem Lesen und Vorlesen wird das Hören, aus dem Hören das Beten, aus dem

ZU GEWINNEN Selbstversorgung

Ankers Bild von 1893 «Grossvaters Andacht» (oben rechts)

kurzen Hereinschauen beim Grossvater die Andacht. Immer wieder ernten Jüngere von Älteren, Ältere von Jüngeren. Wir alle sind einige Generationen jünger als dieser Bub von 1893. Im Jahr 2010, hundert Jahre nach Albert Ankers Tod, ernten wir noch immer, was der Maler mit seiner Kunst und seinem tiefgründigen Denken gesät hat. Seine Bilder zeigen den Alltag, auf diesen Alltag fällt ein ganz besonderes Licht …

Der Dank-, Buss- und Bettag am 19. September ist eine Einladung, uns zum Grossvater zu setzen und an seiner Andacht teilzuneh-

men. Finden wir die Stille für eine andächtige Bettags-Stunde? Im Erntedankgottesdienst, der je nach Gegend und Tradition an unterschiedlichen Sonntagen im Herbst gefeiert wird, danken wir für das, was in diesem Jahr mit dem nass-kalten Frühling und dem trocken-heissen Sommer gewachsen ist. Säen und ernten ist anstrengend und muss Jahr für Jahr neu buchstabiert werden. Ueli Tobler, Pfarrer in Müntschemier (BE), Präsident des Bäuerlichen Sorgentelefons, 寿 041 820 02 15 www.bauernfamilie.ch

Landfrauen-Agenda

SF bei den Landfrauen

Die Landfrauen-Agenda 2011 ist ein Hit. Von den ersten Bestellungen wurden 10 Coupons ausgelost. Diese Gewinnnerinnen erhalten das Buch «Natürlich einmachen» gratis zu ihrer Bestelllung dazu. Es sind Maya Angst, Sina Caflisch, Maria Crameri, Helene Feusi, Marlene Herzog-Schmid, Nelly Moser, Monika Niggli, Susi Raschle, Erika Späti-Seringhaus und Monika Villiger. Bestellformular für die Landfrauen-Agenda auf www.ufarevue.ch.

Der bäuerliche Kochwettbewerb des Schweizer Fernsehens geht in die vierte Runde. In die Kochtöpfe gucken lassen sich ab dem 3. September Brigitte Bürgi, Lotti Baumann, Yvonne Bischof , Barbara Huber, Esthi Derungs, Brigitta Knörr und Maja Gisler.

Diplomierter Kuhhirte Auf 2000 m ü. M. grasen im Wallis, auf der Büchneralp, Moosalp und im Ginals, über 100 Kühe. Junge Feriengäste können den Hirten über die Schulter schauen, die Kühe in den Stall treiben und beim Melken helfen. Dabei erlangen sie das Diplom als «Kuhhirte». Die Teilnahme ist von Juli bis September täglich möglich und kostenfrei und wie man sieht ist Alphirt Stefan Portner zufrieden mit seinen diplomierten Kuhtreibern Philippe, Sarah, Marco, Sandrine und Robin.

Landfrauenchor probt

Jetzt anmelden!

35 Bäuerinnen singen im Kanton Schaffhausen unter der Leitung von Vreni Winzeler. Die bekannte Dirigentin hat die Texte selber geschrieben. Präsentieren wird sich der Landfrauenchor am 27. Oktober 2010 anlässlich der Vernissage «Schaffhauser Landfrauen kochen».

Anmeldungen für die Berufsprüfung (BP) und die Höhere Fachprüfung (HFP) Bäuerin sind bis am 9. Oktober 2010 möglich. Einsenden des Anmeldeformular an: Prüfungsleiterin Marlen Betschart, Austrasse 7, 8840 Trachslau am.betschart@freesurf.ch.

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Der Herbst bahnt sich an mit seiner Fülle in Feld und Garten. Jetzt ist noch Gelegenheit Konfitüren zu machen, den Tiefkühler zu füllen oder Bohnen zu dörren. Die UFA-Revue verlost 10 Ordner «Selbstversorgung» der Agridea. Das ist ein umfassendes Nachschlagewerk zur Verarbeitung von Obst, Gemüse, Milch

und Fleisch. Detailliert werden verschiedene Methoden zum Einmachen präsentiert. Der Agridea-Ordner «selbstgemacht – eingemacht – feingemacht» hat einen Wert von 65 Fr. Als besonderer Leckerbissen gibt es dazu eine CD mit einer Fülle von Rezepten, die gut auch zur Gästebewirtung gebraucht werden können. Gewinnen Sie ein Stück Unabhängigkeit mit dem Agridea-Selbstversorgungs-Ordner und schicken Sie eine SMS mit: KFL Agridea Name Adresse an 9292. Einsendeschluss ist der 10. September 2010.

Flechtworkshop Vor 25 Jahren stiegen Claudia und Ruedi Künzi-Schnyder in den Betriebszweig Dekogetreide ein und sind seither erfolgreich. Am Jubiläumsevent, am 18. September 2010, organiseren sie auf ihrem Betrieb in Maschwanden einen Flecht-Workshops zum Thema Erntedankflechtereien. Kosten 20 Fr. pro Person. Anmeldunge: Claudia Künzi-Schnyder, 寿 +41 44 767 14 23 www.getreidedeko.ch

Gewinner Verlosung UFA-Revue 7-8/2010 Die vier Tagespässe ans Eidgenössische Schwing- und Älplerfest haben gewonnen: Jolanda Gassmann aus Wauwil, Severin Küng aus Därstetten, Beat Leuenberger aus Eschert und Martha Frei aus Hörhausen.

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 81


LANDLEBEN

Grosse Ausstrahlung und herber Charme BÄUERINNEN UND BAUERN IM FERNSEHEN Obwohl die landwirtschaftliche Bevölkerung nur 4 % der Bevölkerung ausmacht, sind Bäuerinnen und Bauern fast täglich im Fernsehen zu sehen. Patrick Rohr erklärt das Medienphänomen Landwirtschaft.

UFA-Revue:

Warum sind Bäuerinnen und Bauern so häufig am Fernsehen zu sehen? Patrick Rohr: Die Landwirtschaft verkörpert ein Idealbild der Schweiz. Landwirtschaft bedeutet Heimat, Traditionen und Nähe zur Natur. Der Erfolg von Sendungen wie «SF bi de Lüt», «Landfrauen kochen» und «Bauer, ledig, sucht …» hat mit dieser Sehnsucht nach dem Ursprünglichen zu tun.

Patrik Rohr arbeitete von 1992 bis 2007 in verschiedenen Funktionen für das Schweizer Fernsehen, unter anderem als Redaktor und Moderator für «Schweiz aktuell» und «Quer» und als Redaktionsleiter und Moderator der «Arena».

Bäuerinnen und Bauern repräsentieren eine heile Welt? Ja, denn sie sind sehr authentisch. Ich habe gerne Reportagen mit Bäuerinnen und Bauern gemacht, weil ich wusste, da kommt ein unverfälschtes Zitat, es gibt echte Reaktionen und klare pointierte Ansichten. Wenn ich mit einem Bauern aus dem Entlebuch über seine Schweinehaltung rede und ihn mit Vorwürfen bezüglich seiner Tierhaltung konfrontiere, dann kommt keine geschliffene Antwort, sondern er erklärt fadengrad die Situation und das Dilemma zwischen Wirtschaftlichkeit und Tierwohl.

Kulissen zu sehen, und erkannt, dass diese Vorurteile an einem kleinen Ort sind. Ich lernte die Leistungen der Landwirtschaft schätzen, zum Beispiel ihren Beitrag zur Landschaftspflege. Ich verstand, dass der Landwirt effizient arbeiten muss. Ich sah auch die wirtschaftlichen Nöte bis hin zu einer Gant. Jeder Landwirt ist ein Unternehmer, und ich lernte dynamische Betriebsleiter kennen und auch solche, die sich schwer tun mit der heutigen Zeit. Das Fernsehen lebt von Bildern. Wie wichtig sind Äusserlichkeiten?

Wenn ich einen Landwirt interviewe, dann will ich ihn in Stallkleidern zeigen, mit der Mistgabel, mit den Hosen in den Gummistiefeln und zerzauster Frisur. Ich will das Bäuerliche spürbar machen. Auch die Bäuerinnen sollen nicht im Abendkleid und in Highheels zur Kochrunde gehen. Am liebsten natürlich in der Tracht. Wie soll man reagieren, wenn plötzlich ein Fernsehteam vor der Türe steht und eine Stellungnahme verlangt?

Was hat Sie an den Bauern am meisten beeindruckt? Für «Schweiz aktuell», die «Arena» und «Quer» habe ich wahrscheinlich weit über 3000 Personen interviewt und darunter waren sicher einige hundert Bauern zu finden. Wenn man mit den Augen des Städters die Landwirtschaft betrachtet, dann hat man viele Vorurteile, wie dass die Bauern stur sind, dass sie immer jammern, Subventionsempfänger sind und sich die Landwirtschaft nicht bewegt. Aber als Journalist hatte ich das Glück, hinter die 82

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LANDLEBEN

Die Journalisten melden sich meistens an und die Medien sind nicht nur böse, wenn sie kommen. Sie kommen auch nicht, um jemanden in die Pfanne zu hauen. Sie kommen, weil es attraktiv ist, über Konflikte zu berichten. Knatsch interessiert alle. In den meisten Fällen achten die Journalisten darauf, ausgewogen zu berichten. Sie lassen alle Seiten zu Wort kommen, zum Beispiel sowohl den Landwirt wie auch den Kantonstierarzt. Meine Empfehlung ist, sich nicht grundsätzlich zu verweigern. Wenn man ruhig seine Position darlegt, macht man nichts falsch. Wie reagiert man, wenn man sich durch eine Fernsehsendung zu Unrecht angeprangert fühlt? Im Prinzip gibt es nur eines: Darauf hoffen, dass das menschliche Gedächtnis schnell vergisst – und das ist auch so. Vielleicht kann man auch daraus lernen und die Tierhaltung ändern. Dann sich bei einer Regionalzeitung melden und sagen, ich war im «Kassensturz», habe alles geändert und bin nun vorbildlich. Zeigen Sie das bitte auch. Warum ist die Tierhaltung ein emotionales Thema? Der Mensch will wissen, was er isst. Auf jeder Wurst ist genau deklariert, was drin ist und woher sie kommt. Die einheimischen Produkte stehen

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für eine besondere Qualität, für tiergerechte Haltung und Umweltschutz. Hört man von Tiervernachlässigung, wird das von vielen als Angriff auf die eigene Gesundheit empfunden.

es keine Missverständnisse gibt. Man kann auch mal unverbindlich in der Kaffeepause über unverfängliche Themen plaudern, zum Beispiel über das Wetter oder das Wenn Sie einen Medienkurs Vertrauen Schwingfest. Dann kommt für Bauern machen müssschaffen man sich menschlich näher ten, worauf würden Sie durch und freut sich darauf, sich achten? sachliche wieder zu treffen. Das erGenerell ist es wichtig, Argumente, leichtert vieles. Auch grossich selber treu zu bleiben. se Wirtschaftskapitäne reiMan soll keine Rolle spiefreundliche sen um die ganze Welt, um len und eine Sprache spreMimik und ihre Geschäftspartner perchen, die man beherrscht. Interesse sönlich zu treffen, weil sie Ich hatte kürzlich tatsächam Gegenwissen, dass es auf die Belich Bauern bei mir in der über. ziehungs- und VertrauensMedienschulung und zwar ebene ankommt. Milchproduzenten, die für höhere Preise kämpfen. Die Zeiten der Also ist Smalltalk wichtig fürs Geschäft. Polarisierung sind vorbei, diese MilchAuf jeden Fall. Nur funktioniert das produzenten müssen über ihre Preise nicht gut, wenn man die Hände im Hound Verträge verhandeln. Dabei ist es sensack hat und auf den Boden starrt wichtig, der Gegenseite zu signalisieren, und hmmm … hmmm … grummelt. Ich dass man sie versteht. Man muss zuhönenne das den herben ländlichen ren und Verständnis signalisieren. Und Charme. Man muss dem anderen in die dann die eigene Situation so einfach wie Augen schauen, sonst hat man das Gemöglich erklären. Die heutigen jungen fühl, dass er etwas zu verbergen hat. LäBauern sind oft diskussionsbereiter. cheln ist auch nicht schlecht. Smalltalk Nicht so, wie vielleicht früher, als die hat einen grossen Stellenwert, vor allem Walliser Bauern Tomaten in die Rhone auch an privaten Anlässen. Ich war kürzschmissen. lich auf der Hochzeit eines Bauernpaars. Ein wunderschönes Fest. Aber mir fiel Aber heute machen auch die Milchbauern auf, wie schwierig es war, miteinander militante Aktionen? ins Gespräch zu kommen. Ich fragte Ehrlich gesagt, das ist nicht zeitgemäss mein Gegenüber: Was hast du für einen und erfolgreich ist man damit auch Betrieb? Wie viele Tiere? etc. Irgendnicht. Man muss verhandeln. Da sind wann fing er auch an Fragen zu stellen: die Bauern gefordert. Was eigentlich ein Kommunikationsberater sei, etc. So ergab sich ein GeWorauf soll man dabei achten? spräch. Der Smalltalk ist für soziale KonGrundlage für jedes Gespräch und jede takte angenehm und wichtig, und Beziehung ist Vertrauen. Vertrauen gibt schliesslich will man sich an einem es aber nur, wenn man am anderen inHochzeitsfest auch nicht den ganzen teressiert ist. Man muss sich in die AuAbend langweilen. gen schauen, sich dem anderen zuwenden und zuhören. Nicht noch nebenbei Besten Dank für das Gespräch. telefonieren. Auf der anderen Seite Daniela Clemenz muss man sich auch so ausdrücken, dass

Patrik Rohr kam in Glarus zur Welt und seine Familie zog nach Brig, wo er als 15Jähriger seinen Einstieg in die Medienwelt, im «Walliser Boten», hatte. Seit 2007 leitet er sein eigenes Kommunikationsberatungsbüro in Zürich, bietet Coaches und Kurse an und schreibt Bestseller. www.patrickrohr.ch «So meistern Sie jedes Gespräch» heisst der Bestseller von Patrick Rohr. Schreiben Sie eine SMS mit KFL TV Name Adresse an 9292. Einsendeschluss ist der 10. September 2010. Zwei Gewinner werden ausgelost und erhalten das Buch von Patrick Rohr zugestellt.

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LESERREISE LANDLEBEN

Reise ans schönste Ende der Welt New Zealand: 1. Reise: 14.1. bis 4.2.2011 oder 2. Reise: 22.1. bis 12.2.2011

Einmal mehr ruft das «Abenteuer Neuseeland» reisefreudige Bäuerinnen, Landwirte und sonstige Interessierte: Bereits zum dritten Mal organisiert die UFA-Revue eine Studienreise durch Neuseeland, eine Reise, die einem Trip um die halbe Welt gleichkommt. Neuseeland schmückt sich mit dem Beinahmen «Grüne Perle im Pazifik». Die beiden Inseln waren während Millionen von Jahren isoliert und verfügen deshalb über eine äusserst vielfältige Flora und Fauna. Aber auch kristallklare Seen, Vulkane, einsame Berggipfel, malerische Fjorde oder menschenleere Strände machen Neuseeland zum Traumziel all jener, die es mit den Zugvögeln aus der winterlichen Schweiz in die sonnigen und wärmeren Gefilde der Südhalbkugel zieht. Neuseeland gehört zu den führenden Agrarstaaten der Welt, die landwirtschaftlichen Güter machen denn auch einen Grossteil der Exporte aus. Rund ein Drittel der Landesoberfläche wird als Weideland benutzt. Ein weiteres Drittel sind Randgebiete, die der Viehzucht oder der Waldwirtschaft dienen. Insbesondere die (extensive) Milchviehhaltung wird immer wieder als mögliches Vorbild für die Viehzucht in unseren Breitengraden herangezogen. Für spannende Diskussionen auf den Fachbesuchen dürfte die Basis also geschaffen sein.

Das Programm 1. Tag: Zürich – Dubai Am späten Abend Abflug mit Emirate Airlines nach Dubai. 2. Tag: Dubai – Christchurch Am frühen Morgen Ankunft in Dubai, Umsteigen und Weiterflug. 3. Tag: Christchurch Ankunft in Christchurch (Südinsel) am Mittag. Auf dem Weg zum Hotel Rundfahrt durch die Gartenstadt. Der Rest des Tages und Abends zum Ausruhen und Flanieren durch den botanischen Garten.

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4. Tag: Christchurch Erkundung der Lincoln University (grösste Schule für Landwirtschaft und Obstbau) und Besichtigung von Wrightson Seeds (Forschung und Entwicklung von Saatgut). Am Nachmittag Besuch auf einem Ackerbaubetrieb mit Rindermast in der Canterburry Ebene. 5. Tag: Christchurch – Dunedin Fahrt in südliche Richtung mit Halt am Strand bei Shag Point mit den Moeraki Boulders (imposante tonnenschwere Felskugeln) und der Möglichkeit eines Bades im Pazifik. Am Nachmittag Besichtigung der Halbinsel Otago, wo die seltenen Königsalbatrosse und Gelb-Aug-Pinguine ihre Heimat haben. 6. Tag: Dunedin – Gore – Te Anau Fahrt zu einer Schaf- und Hirschfarm mit 10000 Tieren. Zur Farm gehört auch ein Forstbetrieb. Besichtigung und Mittagessen. Gegen Abend Ankunft in Te Anau, einer wunderschön am See gelegenen Kleinstadt. 7. Tag: Te Anau – Doubtful Sound – Te Anau Ganztagesausflug über den Lake Manapouri und den Wilmot-Pass zum wunderschönen Fjord Doubtful Sound mit 900 m hoch aufragenden Felswänden. Schiffahrt mit Mittagessen/Picknick. 8. Tag: Te Anau – Queenstown Unterwegs nach Queenstown zu Besuch bei der Familie Frei und ihrer Milchfarm mit 800 Kühen. Weiterfahrt nach Queenstown, dem St. Moritz Neuseelands, welches am wunderschönen Wakatipusee gelegen ist. 9. Tag: Queenstown – Central Otago Fahrt in Richtung Central Otago, dem grössten Anbaugebiet Neuseelands für Aprikosen, Pfirsiche, Nektarinen, Pflaumen und Kirschen. Besuch einer Plantage mit eigenem Packbetrieb. Anschliessend Weindegustation im Kawarau Tal. 10. Tag: Queenstown – Lindis Pass-Twizel Besichtigung der Goldgräbersiedlung Ar-

rowtown und am Lindis Pass Halt bei einer Merino-Schaffarm, die feine Wolle für Italien produziert. 11. Tag: Twizel – Christchurch Fahrt in den Mt. Cook Nationalpark mit dem höchsten Berg Neuseelands und die Möglichkeit zu einem Gletscherflug. Weiterfahrt entlang des Lake Tekapo über den Bourkes Pass in die Canterbury Ebene mit grossen Getreidefeldern. Abendflug nach Rotorua auf die Nordinsel. 12. Tag: Rotorua Erkundung der Gartenanlage von Rainbow Springs (Forellenzucht, einheimische Vögel, Kiwihaus). Am Nachmittag Besuch der Thermalgegend von Te Puia mit hoch aufschiessenden Geysiren und Maori-Handwerkzentrum. Am Abend servieren Maoris zum Nachtessen ein Hangi (im heissen Boden gekochte Speisen) und führen Lieder und Tänze vor. 13. Tag: Rotorua Zu Besuch bei der Familie Gretener auf ihrer Milchfarm mit 400 Kühen, 160 ha Weideland und einem 40er-Melkkarussell. Demonstration einer neuseeländischen Einzäunung. Am Nachmittag wird der führende Milchverarbeiter Fonterra besichtigt. 14. Tag: Rotorua – Te Puke – Waikato – Hamilton Am Morgen Einblick in die expandierende Forstwirtschaft Neuseelands. Anschliessend Fahrt an die Bay of Plenty, des Hauptanbaugebiets von Kiwis mit Besichtigung einer Plantage. In der Gegend um Hamilton/Cambridge Abendessen und Übernachtung auf verschiedenen Farmen (in Gruppen von 4 bis 6 Personen, z. T. Schweizer Farmen). 15. Tag: Waikato – Farmstay Vormittags unterwegs mit den Gastfamilien auf ihren Farmen. Am Nachmittag gemeinsamer Besuch einer Vorzeigefarm. Gemütlicher Abend mit dem Schweizerklub von Hamilton.

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Allgemeine Hinweise

Die Leistungen

18. Tag: Bay of Islands – Cape Reinga Ganztagestour ans Cape Reinga, dem nördlichsten Punkt Neuseelands, wo der blaue Pazifik und die türkisfarbene Tasman-See aufeinander treffen. Picknick unterwegs. Rückfahrt entlang der bekannten 90 Mile Beach.

Im Pauschalpreis von 7150 Fr. pro Person (Basis Doppelzimmer, Zuschlag für Einzelzimmer 1080 Fr., basierend auf 25 Teilnehmern) sind folgende Leistungen eingeschlossen: • Linienflüge in Economyklasse mit Emirate Airlines sowie Linienflug innerhalb Neuseelands laut Programm mit Abflugs-, Sicherheits-, Umwelttaxen. • Unterkunft in Erstklass- und/oder guten Mittelklasshotels und Lodges, Basis Doppelzimmer. • Während der ganzen Reise reichhaltiges neuseeländisches Frühstück, Halbpension und drei zusätzliche Essen. • Alle fachlichen Besuche mit spezieller Führung. • Transfers, Ausflüge, Eintritte gemäss Programm. • Fachliche Reiseleitung durch UFA-Revue (Hansruedi Henggeler, 1. Gruppe, und Catherine Marguerat, 2. Gruppe) sowie Terra Travel. • Ausführliche Reiseunterlagen.

19. Tag: Bay of Islands – Kauriwald – Auckland Rückfahrt via Hokinanga-Naturhafen und durch den Waipoa-Wald (Nationalpark) mit den bis zu 2000 Jahre alten Baumriesen.

Nicht eingeschlossen sind weitere Mahlzeiten, Getränke, Trinkgelder, Annullationskostenversicherung/Assistance sowie bei Umbuchungen oder eigenem Anschlussprogramm der separate Rückflug.

17. Tag: Bay of Islands Besichtigung des Maori Versammlungshaus und die Gouverneurs Residenz in Waitangi, wo die neuseeländische Nation geboren wurde. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung.

20. Tag: Auckland Stadtrundfahrt durch die grösste Stadt Neuseelands mit verschiedenen Besichtigungen. Abschieds-Abendessen auf dem AucklandSky Tower mit spektakulärer Rundsicht über die Millionenstadt. 21. Tag: Auckland – Dubai Morgen zur freien Verfügung. Am Nachmittag Transfer zum Flughafen und Rückflug mit Emirate Airlines nach Dubai. Umsteigen und Weiterflug nach Zürich. 22. Tag: Dubai – Zürich Am Mittag Ankunft in Zürich.

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Anschlussprogramme Badeferien in Dubai Dubai ist eine Stadt der Superlative. Hier scheint nichts unmöglich zu sein. Die spek-

Anmeldetalon

16. Tag: Hamilton – Bay of Islands Ganztagesfahrt via Auckland und weiter in nördlicher Richtung zur Bay of Islands. Gegen Abend Ankunft in den Bay of Islands.

Klima Reise in Neuseeland zur Hochsommerzeit, auf der Südinsel sind Temperaturen bis 32°C und auf der Nordinsel zwischen 22° und 28°C möglich. Formalitäten Schweizer Bürger benötigen für diese Reise einen noch mindestens 6 Monate über das Rückreisedatum gültigen Reisepass. Kein Visum erforderlich. Impfungen sind keine vorgeschrieben. Programmänderungen Bleiben bei allfälligen Flugplanänderungen vorbehalten. Anzahlung Nach Eingang Ihrer Anmeldung erhalten Sie von uns eine Bestätigung mit Einzahlungsschein für die Anzahlung von 800 Fr. pro Person. Anmeldung Anmeldungen bitte mit beiliegendem Talon bis spätestens 20. Oktober 2010. Da die Teilnehmerzahl beschränkt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge ihres Eintreffens berücksichtigt. Annullation Bei Annullation bis 2 Monate vor Abreise werden 50 %, bei späterer Abmeldung 80 % und am Abflugstag 100 % des Pauschalpreises in Rechnung gestellt. Wir empfehlen den Abschluss einer Annullationskostenversicherung kombiniert mit Assistance à 83 Fr. pro Einzelperson oder 159 Fr. für 2 Personen  oder Familien.

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Anmeldetalon zur UFA-Revue-Studienreise nach Neuseeland so schnell wie möglich bis 20. Oktober 2010 einsenden an: UFA-Revue, Studienreise Neuseeland, Postfach, 8401 Winterthur 1. Name (gem. Pass)

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Kürbis-Steinpilz-Lasagne 200 g breite Nudeln

Minibroschüren Mehr über Kürbisse gibt es in der handlichen Minibroschüre «Kürbis» nachzulesen. Astrid Berweger steuerte übrigens ein Rezept für die Rezeptsammlung «Winterküche» bei. Ideal zum Auflegen an Hof- oder Erntedankfesten. Bezug: LID, Weststrasse 10, Postfach, 3000 Bern, 寿 031 359 59 77, info@lid.ch

Kürbissauce 1 EL Öl 1 Zwiebel 1 Knoblauchzehe 600 g Kürbis 2 dl Bouillon Salz, Pfeffer, Thymian, Mayoran Die Zwiebel hacken und andämpfen. Den Kürbis würfeln und mitdämpfen. Mit der Bouillon ablöschen, weichkochen, pürieren und abschmecken. Pilzsauce 2 Beutel getrocknete Steinpilze Butter Die Pilze einweichen und dann abtropfen. In der Butter dünsten und würzen.

Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle 80 g geriebener Parmesan

Käsesauce 1 EL Butter 2 EL Mehl 3 dl Milch Salz, Muskat, Pfeffer 1 dl Rahm 50 g geriebener Sbrinz Das Mehl andünsten. Die Milch dazu geben und einkochen. Würzen. Den Rahm und Käse beigeben. Eine Gratinform bebuttern. Den Boden mit Kürbispüree decken. Lagenweise Nudeln, Kürbispüree, Pilz- und Käsesauce einfüllen. Die oberste Schicht ist Käsesauce. Mit Reibkäse bestreuen und bei 220 °C 35 Minuten backen.

Kürbisrisotto 1 kg Kürbis (ungeschält gewogen) 1 mittlere Zwiebel 100 g Butter 2 Tassen Risottoreis 4 Tassen Hühnerbouillon

Astrid Berwerger freut sich zusammen mit Jonas auf die Kürbissaison.

Den Kürbis schälen und in Würfeln schneiden. Die Zwiebel fein hacken und hellgelb dünsten. Die Kürbiswürfel beigeben, mit Wasser bedecken und kochen, bis der Kürbis weich ist. Den Reis beifügen und die Bouillon in kleinen Mengen zugeben. Den Risotto möglichst häufig rühren. Würzen. Mit Butter verfeinern. Käse unterziehen.

Kürbiskonfitüre 750 g Kürbis und 250 Äpfel (Boskop) 1 EL Zitronensäure 0.5 dl Weisswein 800 g Gelierzucker ½ KL Zimt, ½ KL Ingwer Kürbis, Äpfel, Zitronensäure, Weisswein und 500 g Gelierzucker aufkochen und pürieren. Die restlichen 300 g Gelierzucker, Zimt und Ingwer beifügen und aufkochen bis geliert. Heiss in Gläser abfüllen. 䡵

Unsere Rezeptbäuerin Astrid Berweger (37 J.) wohnt mit ihrer Familie in Bietenholz-Effretikon (ZH). Berwegers (Ehemann Jürg und die Kinder Anja und Jonas) bewirtschaften rund 21 ha. Sie halten Mutterkühe und der Gemüsebau hat eine grosse Bedeutung. Rund 40 Aren werden mit Kürbis bepflanzt. Mit grosser Unterstützung der Eltern betreiben sie einen Hofladen. Neben der Mutterkuhhaltung hat der Acker- und Gemüsebau einen grossen Stellenwert. Zeitweise arbeitet auf dem Betrieb auch ein Mitarbeiter mit einer geisten Behinderung mit. Astrid Berweger ist im Geschäftsausschuss des Zürcher Landfrauenverbands engagiert. Einmal in der Woche macht sie Jazztanz.

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GARTENSEITE LANDLEBEN

Die Kronen des Kaisers FRITILLARIEN begeistern im Frühling in vielfältiger Gestalt. Lust auf kleinkarierte Blüten? Auf pflaumenblaue Glöckchen oder majestätische Kaiserkronen? Damit die Zwiebelblumen pünktlich mit spektakulären Blüten aufwarten, werden sie bereits im September gepflanzt.

Im botanischen Namen der Pflanzengruppe steckt das lateinische Wort «Fritillus» für Würfelbecher. Er bezieht sich auf die Becherform der Blüte. Sie hat im regenreichen April eine wichtige Funktion: Wie ein Schirmchen falten sich die Blütenblätter über die Staubbeutel und schützen sie vor Nässe. Die Blüten der Kaiserkrone thronen erhaben auf Stängeln bis zu einem Meter Höhe und sind mit einem drolligen Blattbüschel gekrönt. Ihre Knollen duften eigenartig nach Moschus, was Mäusen den Appetit vergrault.

Imposanter Auftritt Bei der Persischen Glockenlilie (F. persica) schmücken bis zu 50 mystisch pflaumenblaue bis schwarz-rotbraune Glöckchen den 60 bis 80 Zentimeter hohen Stiel. Der verwelkte Blütenstand kann sogar getrocknet werden. Damit Kaiserkronen und Persische Glockenlilien nicht

Die Persische Glockenlilie bezaubert in mystischen Blütenfarben. Bild: Kiepenkerl

beim ersten Windstoss umkippen, muss man die Zwiebeln 30 Zentimeter tief in die Erde buddeln. Am schönsten wirken die Blüten als Gruppe zu dritt mit 30 Zentimeter Abstand. In Gefässen darf man die Zwiebeln näher zusammenrücken.

Niedlicher Würfelbecher Die Schachbrettblume (F. meleagris) ist eine alte, einheimische Bekannte. Sie steht jedoch auf der Liste gefährdeter Pflanzen, weil immer mehr Feuchtwiesen verschwinden.

Ein Grund mehr, die niedlichen Blüten mit dem ausgefallenen Karomuster im Garten oder in einem Topf zu kultivieren. Es gibt Sorten mit weissem oder purpurrotem Schachbrettmuster auf den Blüten. Sie entfalten sich einzeln, manchmal auch zu zweit, auf etwa 25 Zentimeter hohen Stängeln. Die Zwiebeln von Schachbrettblumen 10 Zentimeter tief mit ebensolchem Abstand setzen. Sie vermehren sich von ganz allein. Wenn man im Frühling die verwelkten Blüten abschneidet, so bilden sich besonders viele Brutzwiebeln. Die Blätter lässt man hingegen – wie bei allen Zwiebelblumen – in Ruhe absterben und einziehen. 䡵

Edith Beckmann

Die Kaiserkrone regiert auch in leuchtendem Gelb. Bild: Holger Beckmann

Imposanter Blickfang: Kaiserkronen halten Hof. Bild: B. Stolze/pixelio.de

Grüne Tipps für den Nutz- und Ziergarten • Abgeerntete Beete für Nachsaaten nutzen. Termin ist für Spinat, Radieschen, Kresse, Winterportulak, Rucola, Nüsslisalat und Winterschnittsalat. • Sollten sich die Köpfchen beim Rosenkohl noch nicht deutlich entwickelt haben, die Triebspitze abkneifen. Zudem ist die Nachdüngung fällig! • Lauch anhäufeln, damit ein langer weisser Schaft entsteht. Den oberen Knollenteil von Sellerie hingegen frei legen. • Stiefmütterchen, Goldlack, Vergissmeinnicht und Gartengänseblümchen (Bellis) setzen; Zwiebelblumen, die im Frühling blühen, verschwenderisch in Gruppen dazu pflanzen. • Dezimierten Balkon- und Fensterschmuck durch Herbstenzian, Staudenkissenastern, Eriken oder niedrige Chrysanthemen ergänzen.

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ICH BIN GERNE BAUER LANDLEBEN

Kindheitstraum hat sich erfüllt

Walter Habegger (35 J), Crémines/BE:

«Landwirt ist mehr als ein Beruf. Es ist vor allem eine Berufung.»

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Obwohl nicht aus einem bäuerlichen Milieu stammend, träumte Walter Habegger aus Crémines (BE), seit frühester Kindheit davon, Landwirt zu werden. Umso mehr Vergnügen bereitete es ihm, so viel Zeit wie möglich auf dem Hof Les Vaivres zu verbringen und er lernte Landwirt. Seinen Traum realisierte er 1997, indem er zusammen mit dem Besitzer des Betriebs Les Vaivres, René Ganguin, eine Betriebsgemeinschaft gründete. Schritt für Schritt wurde die Betriebsgemeinschaft ausgebaut und heute gehören rund 100 ha und ebenso viele Kühe dazu. «Ich bin glücklich hier. Leben und arbeiten in der Natur und mit den Tieren, täglich viel Zeit mit den Kindern und der Familie verbringen und nicht zuletzt Unabhängigkeit – das zählt für mich.» Optimistisch und unternehmerisch wie Walter Habegger ist, teilt er seine Hingabe zur Landwirtschaft, so hat er denn schon sieben Lehrlinge ausgebildet und an Anfragen für eine Lehrstelle mangelt es auf dem Betrieb nicht. Die Grösse des Betriebs mit dem Schwerpunkt Milchproduktion (900000 kg) fasziniert. Neben dem Futterbau werden Gerste, Triticale und Mais angebaut, siliert und ein leistungskräftiger Maschinenpark muss gewartet werden. 2007 wurde der Stall ausgebaut und ein Melkkarussell mit 18 Melkplätzen installiert. «Nächstes Jahr bauen wir eine Heutrocknungsanlage», erzählt Walter Habegger. Er legt selber gerne Hand an beim Bauen, findet daneben aber noch Zeit als Gemeinderatsmitglied von Crémines und stellvertretender Feuerwehrkommandant tätig zu sein. Auch die Familie darf nicht zu kurz kommen, im Winter liegt eine Sportferienwoche auf jeden Fall drin. «Und auch im Sommer achten wir darauf. Mit meiner Frau Véronique und unseren sechs Kindern verbrachten wir eine Camping-Ferienwoche in der Ostschweiz.» Walter Habegger hofft, dass eines seiner Kinder den Hof später mal übernehmen wird und so der Traum von der nächsten Generation weitergelebt wird. Christian Hirschi 9 2010 · UFA-REVUE


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Vor drei Jahren brachte John Deere die HäckslerBaureihe «7050» mit zahlreichen Verbesserungen und Weiterentwicklungen auf den Markt.

Aktuelle Sorten- und Anbauempfehlungen für den schweizerischen Kartoffelbau sollen den Produzenten helfen, den Anbau optimal zu planen.

UFA hat eine neue Managementhilfe eingeführt, die aufgrund der Milchkontrollergebnisse gezielte Optimierungen auf Einzeltier-Basis ermöglicht.

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Herausgeber fenaco Genossenschaft, Erlachstrasse 5, 3001 Bern

UFA-REVUE · 9 2010

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