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Fachzeitschrift der fenaco-LANDI Gruppe • www.ufarevue.ch • 6 / 2010

Sonderthema «Suisse Garantie» Seite 17

Ladewagen Agrar «Bison 452» im Test Seite 30

Getreide: Anbau auf Markt ausrichten Seite 40

Wenn’s heiss wird im Futtersilo Seite 82


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INHALTSVERZEICHNIS EDITORIAL Die Sauendusche beugt vor gegen Durchfallprobleme bei Ferkeln sowie Wurmbefall und MMA der Sau. Bild: Matthias Roggli

Roman Engeler

FENACO AKTUELL Die fenaco konsequent auf Kurs Geschäftsjahr 2009

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Verwaltungsbeschlüsse Auf ein Wort von Lienhard Marschall

4 5

MANAGEMENT

Endstation Lausanne Wenn man sich bei Streitigkeiten um Grund und Boden nicht einigt, fällt das Bundesgericht das Urteil.

14

Raten, Fristen und Zinsen Kantonale Vielfalt in der Steuerveranlagung

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Kurzmeldungen Frage des Monats Endstation Lausanne

9 12 14

LANDTECHNIK Ein wahrer Allzweck-Ladewagen Der Ladewagen Agrar «Bison 452» im Praxis-Test

30

Kurzmeldungen New Holland: «T7070 Autocommand» im Test Auf zum Steyr-Fest nach Etziken Wettbewerb mit John Deere

29 32 35 36

PFLANZENBAU

Stufenlos Mit dem dem «T7070 Autocommand» brachte New Holland eine neue Generation von Traktoren auf den Markt.

32

Saatgut Vorgekeimte Samen haben Zukunft

42

Kurzmeldungen Getreide: Anbau auf Markt ausrichten Pflanzenschutz: Behandlung im Gewächshaus Futterproduktion: Der Einfluss des Futtersystems Neue Impulse für den Futterbau Düngung: Rapsanbau für Profis Mutterkuhhaltung: Anforderungen an den Fütterungsbau Bio-Seite: LANDI sind attraktive Getreideabnehmer

39 40 44 52 54 56 60 62

NUTZTIERE

Welche Fütterung? Die Grundfutterkosten variieren von Betrieb zu Betrieb stark. Manches ist aber auch eine Frage des Blickwinkels.

52

Schweinemast Ökologischer mit Phasen

74

Kurzmeldungen UFA aktuell: Die Seiten für den Tierhalter Welche Schweineimpfungen machen Sinn? Ansetzen, wo Schweinekrankheiten beginnen Trends in der Ziegen- und Schafmilchproduktion Schweinestall: Welches Kühlungssystem? Melktechnik: Qualität und Service entscheiden die Wahl Wenn’s heiss wird im Futtersilo

64 65 70 72 76 78 80 82

LANDLEBEN Selbstbewusst seinen Weg gehen Motivation und Wellness

86

Kurzmeldungen Rezepte ohne Handicap Blumen im Bauerngarten Beat Brunner ist gerne Bauer

85 88 93 94

SONDERTHEMA 11 % mit Kriechstrom Die meisten Milchproduzenten sind zufrieden mit ihrer Melktechnik. Vereinzelt sorgt die Elektrik für Probleme.

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UFA-REVUE · 6 2010

Suisse Garantie Chance für den Absatz von Schweizer Produkten

Mit Argusaugen beobachtet AgroMarketing Suisse (AMS), der Verein zur Förderung des Absatzes von Schweizerischen Landwirtschaftsprodukten, die aktuelle Entwicklung rund um die «Swissness»-Vorlage, die in den eidgenössischen Räten zur Beratung ansteht. Diese Diskussion steht in engem Zusammenhang mit «Suisse Garantie». AMS-Präsident Urs Schneider hält im Interview auf Seite 18 denn auch fest, dass für die Schweizer Landwirtschaft eine glaubwürdige «Swissness»-Regelung überaus wichtig für den Markterfolg sei. Strategische Überlegungen werden deshalb bereits jetzt angestellt, wie man «Suisse Garantie» parallel zu einer tauglichen «Swissness»-Regelung entwickeln, im Fall einer unbefriedigenden Lösung um so stärker davon differenzieren kann.

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ab Seite 17

MERKBLATT Streifenfrässaat Tipps und Tricks aus 20 Jahren Erfahrung

Schwerpunktthema dieser Ausgabe der UFA-Revue ist «Suisse Garantie». In den fünf Jahren seit seiner Einführung hat sich dieses Herkunftszeichen für Schweizer Lebensmittel auf dem Markt etabliert, seine Bekanntheit bei den Konsumenten ist mittlerweile beachtlich. Trotzdem werden weitere Anstrengungen notwendig sein, damit Schweizer Lebensmittel, und somit die einheimische Landwirtschaft, die Marktanteile auch in Zukunft und bei sich weiter öffnenden Grenzen zu halten oder sogar auszubauen vermögen. Einen Baustein dazu liefert nun die fenaco mit der Einführung von «Suisse Garantie» beim Brotgetreide (Seite 24). Damit kann die noch vorhandene Lücke bei einem wichtigen Grundnahrungsmittel geschlossen werden.

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AKTUELL FENACO

Die fenaco konsequent auf Kurs ERFOLGREICHES GESCHÄFTSJAHR Die breit abgestützte Geschäftstätigkeit der fenaco ermöglichte es ihr, sich auch in einem wirtschaftlich schwierigen Jahr zu entwickeln. So steht dem durch den Preiszerfall bei den Rohstoffen bedingten Umsatzrückgang im Agrargeschäft ein Umsatzplus im Detailhandel gegenüber.

Die im Agrarsektor, der Nahrungsmittelindustrie und im Detailhandel engagierte Unternehmensgruppe fenaco konnte sich 2009 in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld behaupten. Zwar wurde aufgrund des Preiszerfalls bei Agrarrohstoffen sowie bei Brenn- und Treibstoffen weniger Umsatz erzielt. Trotzdem stellt das Jahresergebnis einen zufriedenstellenden Leistungsausweis dar. Zusammengefasst liegt der konsolidierte Umsatz der fenaco-Gruppe mit 5.402 Mia. Fr. um 6.7 % unter dem Vorjahr. Die prozentuale Wertschöpfung (Bruttogewinn) hingegen schloss mit 1.123 Mia. Fr. um 2.3 % und das Betriebsergebnis mit 104.8Mio.

Fr. um 10.9 % über den Vorjahreswerten. Zudem weist das Unternehmen eine solide und stetig wachsende Eigenfinanzierung auf. Das Eigenkapital inklusiv Minderheitsanteilen ist 2009 auf 1.017 Mia. Franken angestiegen und beträgt neu 41.9 % der Bilanzsumme (Vorjahr 39.2 %).

Druck im Agrarbereich Nach dem Spitzenjahr 2008 hat die Übernahme und Verwertung der grossen Lagergemüse-, Obst- und vor allem Kartoffelernten im Agrarbereich merkliche Spuren hinterlassen. Zusammen mit den für die Landwirte hilfreichen Preissenkungen auf Dünger- und Pflanzenschutzmitteln

Tabelle: Umsatz- und Ertragsentwicklung der fenaco in den letzten 5 Jahren (in Mio. CHF) Gesamtumsatz Betriebsergebnis vor Zinsen, Abschreibungen und Steuern (EBITDA) Unternehmungsergebnis

2009 5402.4 246.3

2008 5787.7 247.9

2007 4874.7 219.4

2006 4745.2 206.5

2005 4377.7 207.4

56.3

62.2

64.0

51.2

54.6

reduzierte sich der Umsatz der fenaco in diesem Geschäftssegment um 7 % auf 1.572 Mia. Fr.

Erfreuliche Entwicklung im Detailhandel In der Nahrungsmittelindustrie brachte das sich verändernde wirtschaftliche Umfeld mit einem zunehmenden Konzentrationsprozess im Detailhandel die Preise weiter unter Druck. Hier reduzierte sich der Umsatz um 5.4 % auf 1.459 Mia. Fr. Aufgrund rechtzeitig eingeleiteter Restrukturierungs- und Kostensenkungsmassnahmen konnte das in diesem Segment erzielte Ergebnis jedoch auf dem Niveau der Vorjahre gehalten werden. Während bei ebenfalls zufriedenstellendem Ergebnis im Brenn- und Treibstoffgeschäft der Umsatz um 23.5 % auf 875 Mio. Fr. sank – hier brachen die Preise im Vergleich zum Vorjahr regelrecht ein – zeitigte die gezielte Expansionsstrategie im Detailhandel erfreuliche Früchte. Trotz verhaltener Konsumen-

VERWALTUNGSBESCHLÜSSE DÉCISIONS DU CONSEIL D'ADMINISTRATION

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frigemo investiert Die frigemo gehört zur fenaco, produziert und vermarktet Frisch- und Tiefkühlprodukte. Dank der erfreulichen Geschäftsentwicklung der in Unterseen bei Interlaken ansässigen frigemo-Handelsfirmen Gourmador und Michel Comestibles, hat die Verwaltung fenaco eine Investition von 2.25 Mio. Fr. in einen Erweiterungsbau des Betriebsgebäudes beschlossen. Die seit der Inbetriebnahme im Jahr 2002 erzielte Mengensteigerung von 60% führt zunehmend zu nicht optimalen Betriebsab-

läufen und zu Engpässen beim Warenumschlag. Mit dem geplanten Erweiterungsbau wird eine kontinuierliche Weiterentwicklung der beiden Handelsfirmen gewährleistet und die Effizienz der Verteilplattform gesteigert. Im Juni 2010 wird mit dem Baubeginn gerechnet, so dass im Dezember die Tiefkühlräume bezugsbereit sein werden.

Spatenstich Volg-Frischdienst Heute werden die Volg-Dorfläden mit Frischprodukten von Suhr aus beliefert,

wo Volg mit Emmi einen Frischdienst betreibt. Das wird in einem Jahr anders aussehen. Dann nämlich übernimmt diese Funktion der Frischdienst Oberbipp (BE) der Volg Konsumwaren AG. 6 2010 · UFA-REVUE


AKTUELL

NATS ES MO IS D D L I B DU MO PHOTO

FENACO AUF EIN WORT EN UN MOT

Der Tag für Kartoffelprofis in Bercher Die Vorbereitungen laufen seit Monaten. Die Kartoffeln wachsen und gedeihen und werden sich anfangs Juli prächtig präsentieren. Dann ist nämlich im waadtländischen Bercher die offizielle Eröffnung des modernsten Kartoffellager- und Abpackbetriebes der Schweiz. Die Tagung am Freitag, dem 2. Juli 2010, richtet sich an Kartoffelprofis. Anmeldung über die LANDI. Für Familien und die übrige Bevölkerung ist der Samstag, 3. Juli reserviert. www.kartoffeltag.ch

tenstimmung und auf dem Sortiment vorgenommenen Preissenkungen stieg der Umsatz in diesem Segment um 6.3 % auf 1.468 Mia. Fr. an.

schaftlichen Umfeld erneut leicht erhöht werden. Zu diesem Personalbestand gehören auch 412 Lernende (Vorjahr 396), die in 15 Berufen ausgebildet werden.

Solider Arbeitgeber Die fenaco beschäftigte 2009 durchschnittlich 8292 Mitarbeitende (Ende Vorjahr 8127). Mit 7047 Personaleinheiten (Vorjahr 6973) konnte der Mitarbeiterbestand in einem schwierigen wirt-

Spatenstich war Mitte Mai (Bild). Auf einer Fläche von über 20 000 m2 entsteht mit einem Investitionsvolumen von 25 Mio. Fr. ein geräumiges Betriebs- und Verwaltungsgebäude, von wo aus 350 Dorfläden westlich des Bareggtunnels optimal beliefert werden können.

Konzentration in Winterthur Die Verwaltung der fenaco hat dem Projekt, die Büroarbeitsplätze der im Zentrum von Winterthur ansässigen UFA-REVUE · 6 2010

Leistungsprämie statt Rückvergütung Per 31. Dezember 2009 gehörten der fenaco 292 Mitgliedgenossenschaften (LANDI) mit 46 773 Mitgliedern an. Der Delegiertenver-

fenaco-Bereiche und Tochtergesellschaften an der Theaterstrasse zu konzentrieren, zugestimmt. Durch einen Mieterwechsel besteht die einmalige Gelegenheit eines Umzugs von der Schaffhauserstrasse 6 und der Neuwiesenstrasse 44 an die Theaterstrasse in fenaco-eigene, zweckmässige Büroräumlichkeiten. Mit dieser Konzentration werden Synergien genutzt und die Arbeitsabläufe innerhalb der Gesellschaften rationeller gestaltet. Der Umzug ist ab Herbst 2010 geplant.

Die massiven Investitionen, die wir in den letzten Jahren in unseren Mischfutterwerken vorgenommen haben, gekoppelt mit der Konzentration auf vier Standorte, zeigen erwartungsgemäss Wirkung. Ganz im Gegensatz zu der allgemeinen Teuerung konnten wir die Fabrikationskosten um satte 40 % senken, eine Leistung, die voll und ganz den Tierhaltern zugutekommt. Nun sind wir daran, im Sektor der Landesprodukte unsere Infrastrukturen anzupassen oder zum Teil neu zu erstellen. Wollen wir die immer komplexeren Wünsche in noch kürzerer Zeit – und selbstverständlich bei geringeren Kosten – erfüllen, sind hier Annahmezentren, Klimalager und Packanlagen mit modernster Technik ein Muss. Nur so werden wir den Erwartungen unserer Produzenten gerecht, sei das beim Obst, den Kartoffeln, Karotten oder Zwiebeln. Ganz im Gegensatz zur übrigen Wirtschaft hat die fenaco im Jahr 2009 ihre Investitionen erhöht. So ist es auch im Budget 2010 geplant. Wollen wir auch in Zukunft eine produzierende einheimische Landwirtschaft, müssen wir dafür sorgen, dass die Rohstoffe hierzulande rationell und effizient zu hochwertigen Nahrungsmitteln verarbeitet werden. Das zurzeit im Bau befindliche Frischfleischzentrum Bazenheid, mit einem Investitionsvolumen von rund 90 Mio. Franken, ist ein weiteres Beispiel, an dem ich zeigen möchte, dass wir an eine heimische Nahrungsmittelproduktion und Verarbeitung glauben. Mit unseren beiden Detailhandelsketten LANDI und Volg investieren wir auch an der Verkaufsfront. Als Produzent, Landwirt, LANDI-Genossenschafter und fenaco-Verantwortungsträger freut es mich ganz besonders dort zu erneuern, wo wir unsere Produkte an die Konsumenten bringen können. Damit wir dem statutarischen Auftrag auch in Zukunft gerecht werden, investieren wir weiterhin in Produktionsanlagen, Verarbeitungsbetriebe sowie in Verteilsysteme und in die Logistik. Wer die Logistik beherrscht, hat grössere Chancen im Markt. Zum Betreiben von Anlagen und Systemen braucht es heute wie auch morgen motivierte Menschen, die sich mit ihrem Unternehmen identifizieren. Ich möchte hier die Gelegenheit benutzen, um allen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die erbrachte grossartige Leistung zu Gunsten der fenaco ein herzliches Dankeschön auszusprechen. Lienhard Marschall Präsident der Verwaltung 5


AKTUELL FENACO

Damit die fenaco beste Marktleistungen erbringen kann, arbeitet sie in dezentralen, flexiblen Organisationseinheiten, die mit grossem Engagement den Markt bearbeiten. Bilder: Michael Sinn

Kontakt: fenaco-Infostelle Hans Peter Kurzen Erlachstrasse 5 CH-3001 Bern 寿 +41 (0)58 434 00 34 info@fenaco.com www.fenaco.com

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6 · 10

Grafik: Umsatz 2009 nach Geschäftssegmenten

Nahrungsmittel 1459 Mio. Fr. (27.0 %)

Detailhandel 1468 Mio. Fr. (27.2 %) Agrarhandel 1572 Mio. Fr. (29.1 %)

Brenn- und Treibstoffe 875 Mio. Fr. (16.2 %)

Diverses 28 Mio. Fr. (0.5 %)

29.1 % des Gesamtumsatzes der fenaco-Gruppe wurden im Agrarbereich, das heisst mit dem Verkauf von Produktionsmitteln, Getreide, Ölsaaten und Futtermitteln sowie im Tierhandel und der Agrartechnik erzielt. 27 % fielen im Segment Nahrungsmittel bei der Übernahme, Verarbeitung und Vermarktung von agrarischen Erzeugnissen an. Im Segment Detailhandel waren es 27.2 % und im Segment Brenn- und Treibstoffe (Agrola) 16.2 % des Gruppenumsatzes.

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sammlung vom 24. Juni 2010 wird beantragt, die Anteilscheine der MitgliedLANDI unverändert mit 6 % zu verzinsen (7.3 Mio. Fr.). Neu wurde gemäss Delegiertenversammlungsbeschluss auf die Ausschüttung einer Rückvergütung an die LANDI verzichtet und eine Leistungsprämie als Teil der ordentlichen Konditionenordnung eingeführt. Sie ist im Jahresabschluss 2009 erstmals als Erlösminderung im Stammhaus mit 7.25 Mio. Fr. berücksichtigt.

Ein Unternehmen der Schweizer Bauern Die fenaco ist ein genossenschaftlich organisiertes Unternehmen der Schweizer Bauern. Sie verfolgt das übergeordnete Ziel, eine möglichst hohe Inlandproduktion von Lebensmitteln

zu erhalten und dadurch die wirtschaftlichen Verhältnisse der Bauern zu fördern. In verbindlicher Partnerschaft mit den LANDI versorgt sie die Landwirte mit allen Produktionsmitteln (Sämereien, Futtermitteln, Pflanzennahrung und anderen mehr) die sie benötigen, um qualitativ hochwertige Lebensmittel produzieren zu können. Gleichzeitig übernimmt die fenaco die Erzeugnisse der Bauern wie zum Beispiel Saatgut, Getreide, Ölsaaten, Kartoffeln, Schlachtvieh, Eier, Mais, Gemüse, Obst und Weintrauben, veredelt diese und vermarktet sie. Zudem betreibt die fenaco die Detailhandelsketten LANDI, Volg, Visavis und TopShop, verkauft unter der Marke Agrola Holzpellets, Heizöl, Diesel und Benzin und engagiert sich mit der Serco Landtechnik AG sowie ihren Umatec-Werkstätten im Landmaschinenhandel. 䡵 6 2010 · UFA-REVUE


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06 2010 ¡ UFA-REVUE


KURZMELDUNGEN MANAGEMENT

Pachtanpassungsklauseln: Pachtzinsen indexieren Der deutsche Agrarökonom Henning Hotopp (Bild links) berichtete an der Tagung der schweizerischen Gesellschaft für Agrarökonomie und Agrarsoziologie (SGA) über Pachtanpassungsklauseln. Bei sehr grossen Betrieben mit hohem Pachtlandanteil könnten die fix zu zahlenden Pachtzinsen in kritischen Jahren zu Liquiditätsproblemen führen. Eine Lösung wäre, so genannte Pachtanpassungsklauseln einzuführen. Darin wäre geregelt, dass der Pächter in ertragsschwachen Jahren niedrigere und in ertragsstarken Jahren höhere Pachtzahlungen leisten könnte. Der Pachtzins könne zum Beispiel an

die landwirtschaftliche Preise oder an den Verbraucherpreisindex (Konsumentenpreis) gekoppelt werden. Eine weitere Möglichkeit wäre, den Pachtzins an einen niederschlagsoder wetterbasierten Index zu koppeln. Der Einführung solcher Pachtanpassungsklauseln stünden die Verpächter eher skeptisch gegenüber, erklärte Hotopp. Was ist denn hierzulande von solchen Pachtanpassungsklauseln zu halten? Gemäss Martin Goldenberger (Bild rechts) sind Pachtzinsanpassungen im Bundesgesetz über die landwirtschaftliche Pacht (LPG) sogar vorgesehen und zwar im Artikel 13 LPG zum Abschnitt über Pachtzinsnachlass. So könne der Pächter verlangen, dass der Pacht-

Was ist ein Zugrecht Unter einem Zugrecht versteht man die Möglichkeit, eine Sache an sich zu ziehen, ohne dass ein Zuweisungs- oder Vorkaufsrecht besteht. Das bäuerliche Bodenrecht enthält verschiedene Zugrechte. Wenn zum Beispiel kein Erbe das landwirtschaftliche Gewerbe aus der Erbschaft übernehmen will, hat ein Geschwister, das nicht Erbe ist, ein Kaufsrecht, wenn es das Gewerbe selber bewirtschaften will. Es kann, wenn es will, das Gewerbe an sich ziehen; es hat ein Zugrecht. Allerdings handelt es sich beim Zugrecht um einen Begriff der juristischen Umgangssprache, der nicht gesetzlich definiert ist. Teilweise werden auch Zuweisungsrechte als Zugrechte bezeichnet. Dr. Eduard Hofer, Heimberg (BE)

Lidlohnansätze aktualisiert Eigentlich ist von Lidlohnverhältnissen abzusehen, aber es kommt doch immer wieder vor, dass rückwirkend Lidlohn angerechnet wird. Der Anspruch auf Lidlohn beginnt mit der Mündigkeit. Die aktuellen Lidlohnansätze sind online verfügbar. www.sbv-treuhand.ch

Futtermittelbilanz Rund 8.4 Mio. t Futtermittel (in Trockensubstanz) werden in der Schweiz verfüttert. 89 % der Futtermittel stammen aus inländischer Produktion. 11 % werden importiert, wobei ein Teil davon als NeUFA-REVUE · 6 2010

benprodukte aus der Nahrungsmittelherstellung mit importierten Rohstoffen hergestellt wird. Die Importe sind in den letzten Jahren gestiegen. Abgenommen hat die Inlandproduktion von Futtergetreide. SBV Statistik

Anicom in Leaderposition Die Anicom AG vermarktete im Jahre 2009 über 1.24 Mio. Tiere und konnte ihre Leaderposition halten. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Anzahl gehandelter Tiere um 29 021 Tiere. Aufgrund der tieferen Produzentenpreise sanken der Umsatz und der Bruttogewinn leicht unter

zins für bestimmte Zeit angemessen herabgesetzt werde, sofern aufgrund eines ausserordentlichen Unglücksfalles oder Naturereignisses der Ertrag vorübergehend beträchtlich zurückgegangen sei. «Im Unwetter-Sommer 2008 haben einige Bauern von diesem Gesetzespassus Gebrauch gemacht», weiss Goldenberger zu berichten und fährt fort, dass die Verpächter dabei den Pächtern entgegengekommen sind. Hingegen betrachtet Martin Goldenberger die Vorstellung einer Indexierung des Pachtzinses als wenig realistisch.

die Vorjahreszahlen. Die Anzahl der vermarkteten Tiere verteilte sich auf 92.4 % Schweine und 7.6 % im Haartierbereich. Ein Rückgang ist bei den Tränkern zu verzeichnen. Viele Milchproduzenten haben aufgrund der kritischen Milchpreissituation vermehrt die eigenen Tränker ausgemästet.

Agrarpaket Mai 2010 Rückwirkend auf den 1. Januar 2010 erhöhte der Bundesrat Direktzahlungen und Sömmerungsbeiträge. Die Besitzstandswahrung für Tierhaltung unter erschwerten Produktionsbedingungen (TEP) wird um zwei Jahre auf 2013 verlängert. Folgende Ansätze gelten: • Zusatzbeitrag offene Ackerfläche und Dauerkulturen: 640 Fr./ha • Hanglagen: 410 Fr./ha • Steillagen: 620 Fr./ha • Bio Spezialkulturen: 1350 Fr. • Bio übrige offene Ackerfläche: 950 Fr./ha • Bio übrige LN: 200 Fr. Sömmerungsbeitrage: • Schafe, ständige Behirtung: 320 Fr. /Normalstoss • Schafe Umtriebsweide: 250 Fr./Normalstoss • Schafe, übrige Weiden: 120 Fr./Normalstoss • Milchkühe, Milchschafe, Milchziegen: 330 Fr./RGVE • Andere RGVE: 330 Fr./Normalstoss.

Gebrauchsleihe Pachtverträge dauern in der Regel sechs Jahre. Wem diese Frist zu lange dauert, vereinbart eine Gebrauchsleihe (Art. 305ff OR). Der Unterschied zwischen Gebrauchsleihe und Pacht ist, dass in keiner Art und Weise ein Pachtzins bezahlt wird. Aus der Gebrauchsleihe kann kein Vorkaufsrecht abgeleitet werden. Verbreitet ist auch der Kauf von Futter oder Ackerprodukten ab Feld, wobei der Besitzer die Arbeiten bis zur Ernte selbst oder durch einen Dritten ausführt und das wirtschaftliche Risiko trägt. Nur dann sind diese Vertragsverhältnisse der Pacht nicht gleichgestellt (und werden nicht als Umgehungsgeschäft beurteilt). Auskunft schweizerischen Bauernverband: 寿 056 462 52 71

Insgesamt hat der Bundesrat Änderungen von 13 landwirtschaftlichen Verordnungen beschlossen. Ab 2011 müssen zudem alle Fohlen mit einem Mikrochip markiert und alle Pferde in der Tierverkehrs-Datenbank (TVD) registriert werden sowie einen Pferdepass haben. Einen umfassenden Überblick zum Thema Direktzahlungen gibt das Merkblatt, welches das Bundesamt für Landwirtschaft auf seiner Homepage publiziert. www.blw.admin.ch Rubrik: Themen-Direktzahlungen.

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 9


AGRO-TREUHAND MANAGEMENT

Raten, Fristen und Zinsen STEUERVERANLAGUNG Alle Kantone kennen seit rund 10 Jahre die einjährige Gegenwartsveranlagung. Punkto Bezahlung der Steuern sowie der Verzinsung von Voraus- und Nachzahlungen schöpfen die Kanton ihren Spielraum jedoch voll aus.

Föderative Steuerveranlagung in der Schweiz.

Hans Imhof

Grafik 1: Steuerbezug und -bemessung für das Jahr 2009 2009

2010

Steuerperiode Bemessungsperiode ➜ provisorische Raten

Steuererklärung Veranlagung ➜ Schlussabrechnung

Grafik 2: Steuerbezug Bsp. Kanton Bern

effektiv geschuldete Steuer

Rückerstattung

3. Rate 30 % 2. Rate 30 % 1. Rate 40 % provisorische Raten

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effektiv geschuldete Steuer

Nachzahlung

Seit der Steuerharmonisierung vor rund 10 Jahren kennen alle Kantone bei der Einkommens- und Vermögenssteuer die einjährige Gegenwartsveranlagung. Das heisst die geschuldeten Steuern werden aufgrund der jedes Jahr einzureichenden Steuererklärung – bei selbstständig Erwerbenden inklusive der Buchhaltung – veranlagt. Steuerperiode und Bemessungsperiode stimmen dabei überein. Die zum Beispiel im Jahr 2009 geschuldete Steuer wird aufgrund des im Jahr 2009 erzielten Einkommens und des am Stichtag (31. 12.) vorhandenen Vermögens festgelegt. Die Steuer kann aber erst dann definitiv veranlagt werden, wenn die Steuerperiode abgelaufen ist. Die für das Jahr 2009 geschuldete Steuer wird mit der im Jahr 2010 einzureichenden Steuererklärung bestimmt (Grafik 1). Die meisten Kantone kennen einen provisorischen Steuerbezug bereits während des Steuerjahres. Nach Vorliegen der definitiven Veranlagung (für das

Jahr 2009 im Jahr 2010) erfolgt eine nachträgliche Korrektur. Wurde im Rahmen des provisorischen Bezugs mehr als die geschuldete Steuer bezahlt, gibt es eine Rückerstattung an den Steuerpflichtigen, andernfalls ist eine Nachzahlung geschuldet (Grafik 2). Wegen den jährlichen Einkommensschwankungen sind bei selbstständig erwerbenden Landwirten Korrekturen im Rahmen der definitiven Veranlagung häufig.

Teilrechnung und Ratenzahlung Beim Steuerbezug ist es mit der Harmonisierung nicht weit her. Es gibt fast so viele verschiedene Varianten wie Kantone. Im Kanton Bern zum Beispiel werde drei provisorische Teilrechnungen (Raten) gestellt, je eine im Juni, September und Dezember. Jede Teilrechnung kann in bis zu drei Raten bezahlt werden. Die Schlussabrechnung erfolgt nach Vorliegen der definitiven Veranlagung in dem der Steuerperiode folgenden Jahr (Grafik 1). Ähnliche Systeme mit drei Teilrechnungen kennen auch 6 2010 · UFA-REVUE


AGRO-TREUHAND MANAGEMENT die Kantone Zürich, Schaffhausen, Thurgau und St. Gallen. Andere Kantone wie Luzern, Basel oder Aargau kennen nur eine provisorische Steuerrechnung. In den Westschweizer Kantonen erfolgt der Bezug der Steuern in bis zu 10 gleichmässigen Raten. Ein wichtiger Aspekt ist, dass gegen die provisorischen Steuerrechnungen keine Einsprache erhoben werden kann.

Bundessteuer Bezug und Veranlagung der direkten Bundessteuer (nur das Einkommen wird besteuert) hat der Bund an die Kantone delegiert. Der Bezug erfolgt in einer provisorischen Rate – fällig am 1. März, der dem Steuerjahr folgt – und in einer Schlussabrechnung nach Vorliegen der definitiven Veranlagung. Auch hier gibt es je nach Verhältnis von provisorischer Rechnung zu effektiv geschuldeter Steuer eine Rückerstattung oder ist eine Nachzahlung geschuldet.

Verzugszinsen Steuerrechnungen müssen in der Regel innerhalb von 30 Tagen bezahlt werden. Bei nicht fristgerechter Bezahlung ist grundsätzlich ein Verzugszins geschuldet. Wie bereits erläutert, ziehen die meisten Kantone die Steuern mit provisorischen Raten ein, die in den meisten Fällen nicht genau dem geschuldeten Steuerbetrag entsprechen. Verzugszinse bei den Ratenzahlungen werden nur auf den in Rechnung gestellten und gemäss Schlussabrechnung auch effektiv geschuldeten Steuern erhoben. Mit Ausnahme von einigen Kantonen (LU, TG, SH) läuft der Zins aber ab Fälligkeit der provisorischen Rate. Die Verzugszinssätze von ausgewählten Kantonen gehen aus der Tabelle hervor. Zuviel, zuwenig Die Differenz zwischen provisorischen Raten und effektiven geschuldeten Steuern führt zu Nachzahlungen oder Rückerstattungen (vgl. oben). Nachzahlungen müssen in einzelnen Kantonen zu Lasten des Steuerpflichtigen verzinst werden (negativer Ausgleichszins), Guthaben der Steuerpflichtigen werden in allen Kantonen verzinst (positiver Ausgleichszins oder Rückerstattungszins). Viele Kantone kennen sowohl den Rückerstattungszins als auch den positiven Ausgleichszins. UFA-REVUE · 6 2010

Bei letzteren handelt es sich dabei um eine Spezialvariante. Einzelne Kantone und der Bund bezahlen sogar einen Vergütungszins auf zu früh bezahlten Steuerraten oder sogar auf freiwillig zu hoch bezahlten Raten (JU). Wiederum andere gewähren, wenn der Steuerbetrag für das ganze Jahr bis zu einem bestimmten Termin bezahlt ist, ein Skonto (SZ, AG).

Einsprache Es ist sehr wichtig, genau zu prüfen, ob die veranlagten Steuerdaten mit der eingereichten Steuererklärung übereinstimmen. Stellt man einen Fehler fest oder hat die Steuerbehörde ungerechtfertigte Aufrechnungen vorgenommen, muss eine Einsprache geprüft werden. In allen Kantonen und beim Bund beträgt die Einsprachefrist 30 Tage. In einzelnen Kantonen haben sowohl kommunale wie kantonale Behörden ebenfalls ein Einspracherecht (BE, LU, SO AG), in einzelnen nur die Gemeindebehörden (ZH, FR, BL, AR, JU). Im Kanton Bern haben die Behörden sogar 60 Tage Zeit für eine Einsprache. Alle andern Kantone kennen kein Einspracherecht der Behörden. Die Einsprache wird bei der Veranlagungsbehörde schriftlich innerhalb der Frist eingereicht. In den meisten Kantonen muss die Einsprache begründet werden und einen Antrag enthalten (zum Beispiel: Steuerbares Einkommen ist um 6000 Fr. zu reduzieren). Vor einer Einsprache sind Chancen und Risiken abzuwägen, denn die Veranlagungsbehörde kann im Einspracheverfahren Bereiche überprüfen, die vom Einsprecher nicht beanstandet wurden. Am besten wendet man sich an den Treuhänder. Absprachen Das Einspracheverfahren ist kostenlos. Wenn grosse Steuerbeträge auf dem Spiel stehen, Ermessenspielraum besteht und die Interpretation der Bestimmungen nicht eindeutig ist, empfiehlt es sich, bereits vor Abgabe der Steuererklärung und Buchhaltung mit den Steuerbehörden eine Vereinbarung zu treffen (Beispiel grosser Gebäudeunterhalt). Rekurs Einspracheentscheide können innerhalb von 30 Tagen an die Rekursinstanz weitergezogen werden. Die Formvorschriften sind strenger als bei der Einsprache und das Verfahren ist

nicht kostenlos. Die unterliegende Partei hat in der Regel die Verfahrenskosten zu tragen und zusätzlich eine Parteikostenentschädigung zu leisten (je nach Kanton unterschiedlich). Einzelne Kantone kennen eine zweite kantonale Instanz (Verwaltungsgericht, Kantonsgericht). Ein Steuerstreit, der auf kantonaler Ebene nicht gelöst wird, kann an das Bundesgericht weiter gezogen werden. Der Gang an das höchste Gericht sollte gut überlegt sein. Die Urteile in Steuersachen enden nur in wenigen Fällen zu Gunsten der Steuerpflichtigen. 䡵 Tabelle: Zinssätze im Steuerbezug von ausgewählten Kantonen und dem Bund Kanton Verzug 1) Vergütung 2)

RückAusgleich erstattung 3) + 4) 1.00 % 0.60 % 3.50 % 3.25 % 1.00 % 1.00 %

Ausgleich – 5)

GR 4.00 % BL 5.00 % 0.60 % FR 3.50 % 1.00 % BE 3.25 % SG 4.00 % 1.00 % SZ 3.50 % 1.00 % AG 5.50 % 1.50 % SO 3.50 % 1.00 % 3.50 % ZH 4.50 % 2.00 % 2.00 % SH 5.00 % 2.00 % 2.00 % 2.00 % SG 4.00 % 1.00 % 1.00 % 1.00 % TG 3.00 % 1.00 % 1.00 % 1.00 % LU 5.00 % 1.00 % 1.00 % 1.00 % ZG 2.00 % 2.00 % 2.00 % 2.00 % VD 3.50 % 1.00 % 1.00 % 1.00 % JU 5.00 % 0.50 % 1.25 % 1.25 % NE 4.50 % 1.50 % 1.50 % 3.50 % Bund 3.50 % 1.00 % 3.50 % Angaben ohne Gewähr 1) Zins auf geschuldeten und zu spät bezahlten Steuern 2) Zins auf Vorauszahlungen 3) Zins auf Steuerrückerstattungen (wenn Ratenzahlungen höher als geschuldete Steuer) 4) Ausgleichszins positiv: zu Gunsten des Steuerpflichtigen; in einzelnen Kantonen steht der positive Ausgleichszins an Stelle des Rückerstattungszinses; in andern stellt er eine Spezialvariante des Rückerstattungszinses dar. 5) Ausgleichszins negativ: zu Gunsten des Staates, wenn geschuldete Steuern höher sind als die provisorischen Ratenzahlungen.

Autor Hans Imhof ist Bereichsleiter Betriebsberatung bei der Agro Treuhand Rütti. Molkereistrasse 23, 3052 Zollikofen, 寿 031 910 51 29, www.atruetti.ch Bei Fragen zum Thema Steuern stehen die landwirtschaftlichen Treuhandunternehmen gerne zur Verfügung. Adressen auf www.satv-asaf.ch

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UMFRAGE MANAGEMENT

Firmenberatung im Aufwind Wo wenden Sie sich normalerweise hin, wenn Sie produktionstechnische Probleme im Stall oder im Feld haben? Diese Frage stellte die UFA-Revue im Rahmen einer repräsentativen Telefonumfrage 300 Landwirten in der Deutsch- und Westschweiz. Den Befragten wurden fünf Antwortmöglichkeiten vorgelesen, dabei waren Mehrfachnennungen möglich. Die Mehrheit der Landwirte holt sich bei produktionstechnischen Problemen im Stall oder im Feld Hilfe bei Beratern von Firmen, mit denen sie zusammenarbeiten. Knapp die Hälfte wendet sich bei produktionstechnischen Problemen an Berufskollegen oder die Nachbarschaft. Gut ein Viertel holt sich Hilfe in der Fachpresse oder im Internet. Etwas

weniger als ein Viertel kontaktieren Mitarbeiter von kantonalen landwirtschaftlichen Beratungsstellen und 18 % geben an, andere Hilfe in Anspruch zu nehmen, wobei hier des öfteren Mitarbeiter der LANDI oder landwirtschaftlicher Schulen erwähnt wurden. In der Deutschschweiz gibt jeder zwölfte Landwirt an, keine produktionstechnische Probleme zu haben und 1 % wollen oder können keine Antwort geben. Die Westschweizer Bauern beraten sich im Vergleich zu den Deutschschweizern doppelt so häufig bei den kantonalen landwirtschaftlichen Beratungsstellen und konsultieren tendenziell häufiger die Fachpresse oder das In-

ternet bei produktionstechnischen Problemen. Die Umfrage zeigt, dass die Firmenberatung eine grosse Bedeutung hat. Das spürt auch der UFA-Beratungsdienst. Samuel Geissbühler, Mitglied der Geschäftsleitung der UFA AG erklärt dazu: «Um sich für die Zukunft erfolgreich auszurichten, werden die Landwirtschaftsbetriebe wachsen und sich spezialisieren. Dies erfordert spezifisches Knowhow, das beispielsweise in der Tierhaltung beim UFA-Berater abgeholt werden kann. Wir spüren, dass die spezialisierten UFA-Berater mit ihrem Wissen und der Erfahrung von vielen Betrieben für alle produktionstechnischen Fragen beigezogen werden.» 䡵

An wen wenden Sie sich bei Problemen in Stall und Feld?

Die aktuelle repräsentative Umfrage wurde vom Marktforschungsinstitut TransferPlus AG in Stansstad im Auftrag der UFA-Revue im Mai 2010 durchgeführt. Wollen Sie sich auch zur Monatsfrage äussern? Die nächste Fragestellung ist auf www.ufarevue.ch aufgeschaltet.

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Berater von Firmen, mit denen Sie zusammenarbeiten

56 55 60

Hilfe von Berufskollegen oder Nachbarschaft

49 50 48

Hilfe via Fachpresse oder Internet

28 26 34

Kantonale landwirtschaftliche Beratungsstelle

23 18 36

andere Hilfe

18 19 13

䡵 Total (Basis: 300)

8 10 0 1 1 0

keine Probleme weiss nicht 0%

䡵 Deutschschweiz (Basis: 220) 䡵 Westschweiz (Basis: 80) 10 %

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MANAGEMENT

Endstation Lausanne DAS BÄUERLICHE BODENRECHT gibt immer viel zu diskutieren. Auch im Jahre 2009 fällten die Bundesrichter in Lausanne wichtige Urteile in Streitigkeiten um Grund und Boden. Der Agronom und Rechtsanwalt Andreas Wasserfallen fasst sie für die UFA-Revue zusammen.

Andreas Wasserfallen

Wer ein landwirtschaftliches Gewerbe oder Grundstück erwerben will, braucht dazu eine Bewilligung. Von dieser grundsätzlichen Bewilligungspflicht gibt es im Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB) Ausnahmen. So ist zum Beispiel der Erwerb durch Erbgang, der Erwerb durch einen Nachkommen, ein Geschwister oder Geschwisterkind des Veräusserers nicht bewilligungspflichtig. Ist eine Bewilligung notwendig, wird diese verweigert, wenn der Erwerber nicht Selbstbewirtschafter ist. Bei fehlender Selbstbewirtschaftung ist die Bewilligung trotzdem zu erteilen, wenn der Erwerber einen wichtigen Grund nachweist. Ein solcher wichtiger Grund liegt zum Beispiel dann vor, wenn trotz öffentlicher Ausschreibung zu einem nicht übersetzten Preis kein Angebot eines Selbstbewirtschafters vorliegt. Dieser Ausnahmegrund wurde im letzten Jahr nach dem Kauf von Landwirtschaftsland durch den Nicht-Landwirt und ExBanker Marcel Ospel berühmt. Das Bundesgericht beschäftigte sich jedoch nicht mit diesem, sondern einem anderen Fall aus dem Kanton Waadt.

Erwerbsbewilligung Im Amtsblatt des Kantons Waadt wurden dreizehn, teils in der Landwirtschafts- und teils in der Bauzone liegende Grundstücke öffentlich ausgeschrieben. Im Inserat war festgehalten, dass man eine Käuferin gefunden habe, die für diese Grundstücke einen Globalpreis von 17.5 Mio. Fr. zahle. Selbstbewirtschafter im Sinne des bäuerlichen Bodenrechts, welche bereit seien, mindestens diesen Preis zu bezahlen, könnten Kauf-Offerten einreichen. Darauf bot ein Landwirt als Kaufpreis den um 35% erhöhten Ertragswert. Trotz14

dem wurden die Grundstücke an die Nicht-Selbstbewirtschafterin verkauft. Die öffentliche Ausschreibung kann sich laut dem Bundesgericht nur auf landwirtschaftliche Grundstücke oder Gewerbe beziehen. Nicht integriert werden dürfen Grundstücke, die dem Anwendungsbereich des bäuerlichen Bodenrechts nicht unterliegen, wie zum Beispiel Bauland. Ausserdem muss, soweit landwirtschaftliche Grundstücke betroffen sind, der Verkaufspreis für jedes einzelne Grundstück separat angegeben werden. Im vorliegenden Fall erfüllte die öffentliche Ausschreibung diese Anforderungen klar nicht. BGE 135 II 123

Sömmerungsbetriebe Das Realteilungsverbot besagt, dass von landwirtschaftlichen Gewerben nicht einzelne Grundstücke oder Grundstücksteile abgetrennt werden dürfen. Auch zu diesem Verbot enthält das BGBB Ausnahmen. In einem Fall aus dem Kanton Freiburg stellte sich die Frage, ob ein Alpbetrieb diesem Realteilungsverbot unterliegt oder ob er aufgeteilt werden kann. Die Alp liegt auf einer Höhe von 995 m ü. M., wird während rund 110 Tagen im Jahr genutzt und besteht aus Weiden, Wald, Stallgebäuden mit Melkanlagen sowie einem Chalet mit Wohnteil und Installationen für die Käseherstellung. Das Bundesgericht wies darauf hin, dass ein landwirtschaftliches Gewerbe ökonomisch und geografisch eine Einheit bilden muss. Es müsse im Prinzip eine einzige Person die Gesamtheit von landwirtschaftlichen Grundstücken mit den gleichen Mitteln (Arbeit, Kapital, Material) von einem Betriebszentrum aus führen können. Ausserdem müssten

die Gebäude, die Anlagen und das Land den Existenzmittelpunkt des Betriebsleiters und seiner Familie bilden sowie die Nutzungsgrundlage für das landwirtschaftliche Gewerbe. Gerade dies sei bei der fraglichen Alp aber nie der Fall gewesen. Sie sei nur rund 110 Tage im Jahr bewirtschaftet worden, entsprechend ihrer Natur als Sömmerungsbetrieb. Die Anforderungen an ein landwirtschaftliches Gewerbe seien nicht erfüllt. Die Anzahl SAK, die für die Bewirtschaftung der Alp nötig seien, spiele keine Rolle. Sömmerungsbetriebe könnten nie die Existenzgrundlage des Bewirtschafters bilden und deshalb nie ein landwirtschaftliches Gewerbe darstellen. Das Bundesgericht zeigte Verständnis für die kantonalen Behörden, welche solche Alpbetriebe als Einheit bewahren möchten. Das BGBB unterscheide aber allein zwischen landwirtschaftlichen Grundstücken und landwirtschaftlichen Gewerben. Wenn schon, wäre es am Gesetzgeber, für die Alpbetriebe eine gesonderte Lösung zu schaffen. BGE 135 II 313

Pächtervorkaufsrecht Wird ein landwirtschaftliches Grundstück veräussert, so hat der Pächter am Pachtgegenstand ein Vorkaufsrecht, wenn • die gesetzliche Mindestpachtdauer von 6 Jahren abgelaufen ist, • der Pächter Eigentümer eines landwirtschaftlichen Gewerbes ist oder wirtschaftlich über ein solches verfügt und • das gepachtete Grundstück im ortsüblichen Bewirtschaftungsbereich dieses Gewerbes liegt. 6 2010 · UFA-REVUE


MANAGEMENT Landwirtschaftliche Gewerbe sind begehrt. Wenn darüber ein Streit entflammt, führt der Weg oft über das Gericht. Zeichnung: zü

In einem Streit um ein Vorkaufsrecht des Pächters an einem landwirtschaftlichen Grundstück stellte die Bewilligungsbehörde fest, dass der Pächter im Zeitpunkt der Ausübung des Vorkaufsrechts die Voraussetzungen erfüllte, insbesondere Eigentümer eines landwirtschaftlichen Gewerbes war. Zur Berechnung der für seinen Viehbestand massgeblichen Standard-arbeitskraft (SAK) ging die Behörde von der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche von 17.87 ha (Eigenland und zugepachtetes Land) aus und rechnete den gesamten Nutztierbestand von 18.8 Grossvieheinheiten (GVE) proportional auf die Eigenlandfläche von 8.28 ha herunter. Der Landkäufer wehrte sich gegen eine solche Berechnungsweise. Er war der Meinung, es müsse gemäss den Kriterien der Direktzahlungsverordnung (DZV) auf einen objektivierten Standardviehbesatz abgestellt werden. Laut dem Bundesgericht spielt die Direktzahlungsverordnung in dieser Frage keine Rolle. Es komme einzig darauf an, ob die Tiere tatsächlich gehalten würden beziehungsweise wieviel Arbeitsaufwand anfalle. Das sei solange nicht zu beanstanden, als dies nicht in einem unverhältnismässigen Verhältnis zur verfügbaren Nutzfläche stehe. Urteil 2C_876/2009 vom 14.07.2009

Ungünstige Betriebsstruktur Ist ein Betrieb unabhängig von seiner Grösse wegen einer ungünstigen Struktur nicht mehr erhaltungswürdig, finden die Bestimmungen des BGBB über die landwirtschaftlichen Grundstücke Anwendung. Der Betrieb gilt nicht mehr als GeUFA-REVUE · 6 2010

werbe. Landwirt X, Eigentümer eines landwirtschaftlichen Gewerbes an den Standorten B und C, erhielt anfangs 2005 die Bewilligung für den Erwerb des in der Gemeinde A liegenden Grundstücks Z, auf welchem unter anderem ein Schweinestall steht. Die Behörde ging davon aus, dass der 14 km vom Betriebszentrum in B entfernte Schweinestall im ortsüblichen Bewirtschaftungsbereich des Gewerbes von X liegt. Im Jahre 2006 verlangte X eine Bewilligung für die Aufteilung seines Betriebs. Er wolle sich auf die Schweinemast konzentrieren und die in B und C gelegenen Betriebszweige seinem Sohn abtreten. Diese Aufteilung wurde verweigert. Vor dem Bundesgericht machte X geltend, sein Gewerbe habe angesichts der drei Standorte eine ungünstige Betriebsstruktur. Es handle sich also nicht mehr um ein landwirtschaftliches Gewerbe. Das Realteilungsverbot gelte nicht mehr, eine Teilung sei möglich. Das Bundesgericht hielt fest, man könne nicht beim Erwerb von einem Gewerbe und einem ortsüblichen Bewirtschaftungsbereich ausgehen und kurze Zeit später die Betriebsstruktur als ungünstig einstufen, damit der Betrieb nur noch den Bestimmungen über die landwirtschaftlichen Grundstücke unterstellt sei. Es könne auch nicht gesagt werden, die gesamte Betriebsstruktur sei ungünstig, weil an zwei Standorten zwei verschiedene Betriebszweige geführt würden. Das Bundesgericht bestätigte, dass selbst dann, wenn eine Liegenschaft einen Arbeitskraftbedarf von mindestens einer Standardarbeitskraft (SAK) erfor-

Gewerbegrenze Im bäuerlichen Bodenrecht ist die Unterscheidung zwischen «landwirtschaftlichen Grundstücken» und «landwirtschaftlichen Gewerben» von zentraler Bedeutung. Als «landwirtschaftliches Grundstück» gelten – entgegen dem allgemeinen Sprachgebrauch – nicht nur einzelne Parzellen, sondern auch Betriebe, welche die so genannte Gewerbegrenze nicht erreichen. Diese ist definiert in Art. 7 BGBB: «Als landwirtschaftliches Gewerbe gilt eine Gesamtheit von landwirtschaftlichen Grundstücken, Bauten und Anlagen, die als Grundlage der landwirtschaftlichen Produktion dient und zu deren Bewirtschaftung, wenn sie landesüblich ist, mindestens eine Standardarbeitskraft (SAK) nötig ist.» Neben den SAK-Faktoren, wie sie auch im Bereich der Direktzahlungen zur Anwendung kommen, gelten für das bäuerliche Bodenrecht zusätzliche Faktoren (zum Beispiel für Kartoffeln, Beeren, Christbäume und betriebseigenen Wald).

dert, noch nicht erstellt ist, dass es sich um ein landwirtschaftliches Gewerbe handelt. Beim SAK-Erfordernis handle es sich nur um eines von mehreren Elementen, die erfüllt sein müssten, damit ein Gewerbe vorliege. So sei es zum Beispiel nicht erlaubt, eine «industrielle» Schweinehaltung ohne weitere Analyse den landwirtschaftlichen Gewerben zu unterstellen, nur weil die Anzahl Tiere multipliziert mit dem GVE-Umrechnungsfaktor und multipliziert mit dem SAK-Faktor den massgebenden SAKWert überschreite. Urteil 2C_200/2009 vom 14.09.2009

Rücktritt vom Vertrag Mit Vertrag vom 31. März 2001 verkauften die Ehegatten A ihren landwirtschaftlichen Betrieb für 1 450 000 Fr. an C. Er leistete eine Anzahlung von 100 000 Fr. Am 1. April 2001 übernahm er den Betrieb zur Bewirtschaftung. Zum Eigentumsübergang kam es jedoch nicht. Mit Schreiben vom 23. November 2001 erklärte C den Rücktritt vom Vertrag und forderte 15


MANAGEMENT die Anzahlung zurück. Er machte geltend, die Ehegatten A hätten ihm für den Betrieb und die zu übernehmenden Grundstücke einen Ertragswert von 539 500 Fr. sowie eine Belastungsgrenze von 677 000 Fr. zugesichert. Nachträglich habe er jedoch realisieren müssen, dass der effektive Ertragswert nur 247 000 Fr. und die Belastungsgrenze 334 100 Fr. betragen habe. Bei der Berechnung der C zugesicherten Belastungsgrenze wurden bereits Bauvorhaben der Ehegatten A einbezogen. Diese Belastungsgrenze schöpften die Ehegatten A aus, indem sie weitere Hypothekarkredite auf ihre Grundstücke aufnahmen. Die Kredite verwendeten sie jedoch nicht zur Erstellung der Bauten. Damit erwiesen sich die Grundstücke als zu hoch belastet. Dies führte dazu, dass C in diesem Umfang kein Fremdkapital beschaffen konnte, um seine eigenen Bauvorhaben zu verwirklichen. Laut Bundesgericht hat sich C im Moment des Vertragsschlusses aufgrund der ihm zugesicherten Belastungsgrenze über die

tatsächliche Belastungssituation geirrt. Die Zusicherung sei wesentlich gewesen für den Kaufentschlusses. Nach Treu und Glauben im Geschäftsverkehr habe er die zugesicherte Belastungsgrenze als eine notwendige Grundlage des Vertrages betrachten dürfen. C konnte den Vertrag wegen einem wesentlichen Irrtum wirksam anfechten. Urteil 4A_237/2009 vom 26.10.2009

Kein Standesrecht Im Dezember hatte das Bundesgericht den Fall einer Hobby-Pferdehalterin zu beurteilen, die für ihre zwei Pferde ein landwirtschaftliches Grundstück von 150.18 Aren erwerben wollte. Im Bewilligungsverfahren war unter anderem umstritten, ob sie als Selbstbewirtschafterin gelten könne. Laut dem Bundesgericht schafft das bäuerliche Bodenrecht kein ausschliessliches Standesrecht für Landwirte. Wer eine landwirtschaftliche Tätigkeit als Freizeitbeschäftigung ausübe, könne ebenfalls als Selbstbewirtschafter gelten. Als landwirtschaftliche Nutzung

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Autor Der Agronom und Rechtsanwalt Andreas Wasserfallen ist Spezialist für landwirtschaftsrechtliche Fragen. Länggassstrasse 7, 3012 Bern  031 300 37 00 www.agrarrecht.ch

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gelte auch die Haltung von Pensionsund Sportpferden, sofern sie auf betriebseigener Futterbasis beruhe. Wer Pferde halte und für diese Raufutter produziere, sei Selbstbewirtschafter, wenn er die anfallenden Arbeiten für die Futtergewinnung selber ausführe. Der Einsatz von ausserfamiliären Kräften in untergeordnetem Mass sei grundsätzlich zulässig. Im Übrigen müsse ein Selbstbewirtschafter nicht zwingend Eigentümer sämtlicher erforderlicher Maschinen und Geräte sein. Wenn er im nötigen Umfang darüber verfügen könne, erscheine dies als ausreichend. Urteil 2C_855/2009 vom 11.12.2009 

Abris pour petits animaux, 12 m x 2.50 m ou 6 m x 2.50 m, fr. 2000  079 250 65 64 Silos à céréales, 10 à 30 t, de fr. 600 à fr. 100; vis à céréales, 10 cm x 6 m, 16 cm x 4 m ou 6 m; ventilateur, fr. 1000  079 250 65 64 Remorque surbaissée, 3 ess., 30 t, rampe hydr., fr. 9800; surbaissée, 2 ess., 16 t, 9 m x 2.5, fr. 7000  079 250 65 64 Steilförderer Huber, max. Silohöhe 7.60 m, mit Zubringerband 2.30 m, Fr. 6000  079 613 88 65 Kartoffelernter Samro Farmer B, mit Kalibrierung und Kippkasten, all-hydr. Steuerung vom Traktor aus, Fr. 2000, Diskussionsbasis  026 322 14 08

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S O N D E R T H E M A FOCUS

Juni 2010

Suisse Garantie

Bild: Agro-Marketing Suisse (AMS)

«Suisse Garantie» mit zentraler Bedeutung Ausgerichtet auf die Zukunft Teil einer Qualitätsstrategie Fleisch und Eier mit hoher Qualität Vorteile für den Obstbau

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SUISSE GARANTIE MANAGEMENT

Eine zentrale Bedeutung URS SCHNEIDER, ist als Präsident von Agro-Marketing Suisse, der Vereinigung der landwirtschaftlichen Branchenorganisationen der Schweiz, Schirmherr über das Herkunftszeichen «Suisse Garantie». Im folgenden Interview gibt er Auskunft über die Entstehung, die heutige Bedeutung und über die mögliche Weiterentwicklung dieses Zeichens.

UFA-Revue: Wie ist das Herkunftszeichen «Suisse Garantie» entstanden, was wurde damit bezweckt und welche Bedeutung hat es? Urs Schneider: Entstanden ist das Zeichen, weil man Schweizer Produkte bei sich öffnenden Grenzen einfach besser positionieren, differenzieren und profilieren muss und sie gegenüber ausländischen Produkten auch besser abgrenzen wollte. Die Bedeutung des Zeichens ist mittlerweile gross. Ziel ist es ja, dieses einheitliche Zeichen auf den verschiedensten Verpackungen von Fleisch, Milch, Gemüse oder Früchten einzusetzen, damit der Konsument auf den ersten Blick erkennt, dass das Produkt aus der Schweiz stammt. So bekommt der Konsument eine schnelle Orientierungshilfe. Wie grenzt sich «Suisse Garantie» zu Labels ab, wo liegt der Unterschied zu Schweizer Produkten oder generell zur Bezeichnung «Swissness»? Ein Label gibt in der Regel Aufschluss über eine bestimmte Produktionsart, was man ja mit «Suisse Garantie» nicht verfolgt. Eine erste Abgrenzung zu anderen, oft mit «Swissness» bezeichneten Produkten, ist die zertifizierte Kontrolle. Dann garantiert das Zeichen «Suisse Garantie» eine schweizerische Herkunft zu 100 Prozent, was bei «Swissness» so nicht der Fall ist. In der aktuellen Diskussion wird ja gar eine 80-prozentige Schweizer Herkunft von der Lebensmittelindustrie schon als zu hoch betrachtet. Wer vergibt dieses Zeichen? Agro-Marketing Suisse (AMS), der Ver18

bund der Branchen- und Produzentenorganisationen, ist Inhaber dieser Marke. Eine von AMS eingesetzte, technische Kommission nimmt die entsprechenden Beurteilungen vor und regelt auch die Vergabe des Zeichens. Welche Auflagen muss man dazu erfüllen? Es sind vier Hauptkriterien, die im Reglement festgehalten sind, und die es zu erfüllen gilt: • Produktion gemäss den ÖLN-Richtlinien. • 100-prozentige Herkunft der Produkte aus der Schweiz. • Es dürfen keine gentechnisch veränderten Pflanzen oder, bei der Tierproduktion, Futtermittel eingesetzt werden. • Eine zertifizierte Kontrolle überwacht alles. Dies sind die Grundvoraussetzungen. Weiterführend gibt es neun ergänzende Reglemente mit branchenspezifischen Auflagen, von der Produktion bis zur Verarbeitung. Die Lebensmittelsicherheit ist im Rahmen des ordentlichen Qualitätssicherungssystem gefordert und muss zudem gewährleisten, dass ein klarer Warenfluss besteht, damit keine Vermischung mit Import-Produkten stattfinden kann. Gibt es Ausnahmen von diesen Regelungen? Es gibt eine Ausnahmeregelung für Zusatzstoffe, die in der Schweiz nicht angebaut werden können, beispielsweise Ananas, die in einem Ananas-Joghurt verwendet werden. Der Anteil für diese Ausnahmen ist jedoch auf 10 % beschränkt.

Wer kontrolliert diese Auflagen? Gibt es unterschiedliche Kontrollorgane für Produktion, Verarbeitung, Handel? Auf der Stufe der Produktion geschieht dies, soweit möglich, im Rahmen der ordentlichen ÖLN-Kontrollen. Es gibt aber auch branchenspezifische Kontrollen. Auf Verarbeitungsstufe sind das, wie bereits erwähnt, die Lebensmittelsicherheit im Rahmen des ordentlichen Qualitätssicherungssystems. Bei einzelnen Bereichen sind es spezifische Kontrollen, die von anerkannten Zertifizierungsstellen vorgenommen werden. Gibt es auch Sanktionen, Aberkennungen bei nicht Einhalten dieser Vorschriften? Wenn man die Glaubwürdigkeit wahren will, dann braucht es nebst den Kontrollen auch Sanktionen. Diese Sanktionen reichen von der Verwarnung bei einer Bagatelle bis hin zum Ausschluss, den die technische Kommission vor allem bei Verletzung der Herkunftsangabe veranlassen kann. Dies geschieht allerdings nur mit Genehmigung des Vorstands, da diese Massnahme ein doch einschneidender Eingriff für ein Unternehmen darstellen kann. Wie geschieht die Auslobung im Detailhandel? Die Grossen im Detailhandel machen an vorderster Front mit. Coop beispielsweise setzt das Zeichen bei allen Produkten ein, die Migros benutzt es vorwiegend bei Obst, Gemüse, Kartoffeln und Butter. Weitere Partner sind Volg, Denner, Spar, Aldi, Lidl. Einige Detailhändler setzen ja teilweise auch auf Eigenmarken, die dann mit «Suisse Garantie» in einer gewissen Konkurrenz stehen können. Prodega, ein wichtiger 6 2010 · UFA-REVUE


SUISSE GARANTIE MANAGEMENT Lieferant für Restaurants, führt ein Teilsortiment. Stichwort Gastronomie: Wie passiert in diesem Segment die Auslobung von «Suisse Garantie»? In der Gastronomie besteht bestimmt noch ein Handlungsbedarf. Im Rahmen eines Pilotprojekts wurden in sechzig Restaurants «Suisse Garantie»-Menus angeboten, die von den Gästen gut nachgefragt wurden. Sie waren auch bereit, für dieses Menu einen Mehrpreis zu bezahlen. Für das Restaurant ist die

Das Sortiment von «Suisse Garantie» • Gemüse, Früchte, Milch und Milchprodukte, Käse, Fleisch, Fleischprodukte, Kartoffeln und Kartoffelprodukte, Eier, Brotgetreide, Zucker, Speisepilze, Müllereiprodukte, Rapsöl und Bienenhonig. • Ende 2008 waren 673 benutzungsberechtigte Betriebe registriert.

Auslobung aber anspruchsvoll, weil die ganze Menufolge konsequent schweizerischer Herkunft sein muss. Wir werden mit Gastrosuisse Gespräche führen, wie man dieses Projekt in die Praxis umsetzen und weiter verbreitern kann. McDonalds setzt das Zeichen bereits in breiter

Urs Schneider: «Oberstes Ziel von ‹Suisse Garantie› ist ganz klar das Halten des Marktanteils im Inland».

Front ein. Geplant sind auch Gespräche mit dem SV-Service über die Verwendung von «Suisse Garantie» in ihren Restaurationsbetrieben. Der ausserhäusliche Konsum hat eine grosse Bedeutung, weshalb wir hier die Anstrengungen intensivieren müssen. Sind «Suisse Garantie»-Produkte eigentlich teurer? Man versucht natürlich immer, mit einem Zeichen oder Label einen gewissen Mehrpreis zu lösen. Ziel von «Suisse Garantie» ist nicht primär, wie bei Labels, einen Mehrwert zu verkaufen, sondern die Positionierung und Abgrenzung steht im Vordergrund. Wir möchten die Konsumenten dazu bringen, vermehrt schweizerische Produkte zu kaufen. Ein Mehrpreis ergibt sich in der Abgrenzung zu ausländischen Produkten. Grundsätzlich geht es darum, eine Preisdifferenz von Schweizer Produkten zu ausländischen zu halten. Viele ihrer Partner spüren heute mehr denn je den Druck auf Preise und Margen. Ist in diesem Zusammenhang ein gewisser Druck zur Abschwächung der Auflagen feststellbar? Ganz klar nicht zur Debatte steht, nicht zuletzt aufgrund des noch gültigen Volksentscheides, die Gentechfreiheit. Dann ist auch der ökologische Leistungsnachweis unbestritten, der Schweizer Produkte gegenüber importierten glaubwürdig differenziert. Ebenfalls keine Abstriche machen wir bei den Kontrollen. Auch an der 100-prozentigen Garantie der Schweizer Herkunft werden wir vorderhand festhalten. Der Vorstand und Arbeitsgruppen stellen jedoch strategische Überlegungen an, wie man im Falle eines Inkrafttretens der «Swissness»-Vorlage allenfalls Anpassungen machen könnte. Vielleicht wird es ein einheitliches Zeichen geben. Aber dies ist momentan noch offen. Kommt die «Swissness»Vorlage nicht oder nicht in unserem Sinn, dann wird es um so wichtiger sein, das bestehende Herkunftszeichen «Suisse Garantie» noch stärker zu positionieren. Sind mit «Suisse Garantie» auch Ambitionen im Export verknüpft? Oberstes Ziel ist ganz klar das Halten des

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SUISSE GARANTIE MANAGEMENT Marktanteils im Inland. Ergänzend dazu möchten wir aber, mit verarbeiteten Produkten und Spezialitäten, auch in grenznahen Märkten auftreten. Ein nächster Schritt ist es also, mit einem einheitlichen Zeichen auch im Ausland zu agieren. Wie sind Sie aktuell mit der Umsetzung von «Suisse Garantie» zufrieden? «Suisse Garantie» wurde im Jahre 2004 geschaffen und wird seit 2005 eingesetzt. Der Bekanntheitsgrad ist nach dieser relativ kurzen Zeit doch schon beachtlich. Es ist jenes Zeichen, das in der Bekanntheit am stärksten zugelegt hat. Trotzdem möchten wir es noch weiter stärken und wir werden dazu weitere Kampagnen starten. Wo orten Sie Verbesserungspotenzial? Gibt es allenfalls eine strategische Neuausrichtung? Es gibt noch einiges Entwicklungspotenzial. Insgesamt sollte «Suisse Garantie» noch breiter abgestützt werden. Viele

Unternehmen gewichten ihre eigene Markenprofilierung noch höher, wofür ich aber auch ein gewisses Verständnis habe. Ich bin jedoch der Meinung, dass man «Suisse Garantie» noch vermehrt als Komplementär-Zeichen zur eigenen Marke einsetzen könnte. Eine zweite Stossrichtung ist die weitere Steigerung der Bekanntheit unseres Zeichens. Sind neue Produkte, allenfalls neue Partner im Gespräch? Bei den Produkten haben wir schon beinahe die ganze Palette im Boot und wenn jetzt auch die fenaco ihre Getreideprodukte unter «Suisse Garantie» vermarktet, stärkt uns das weiter. Wir freuen uns sehr darüber. Die Detailhändler würden wir gerne noch etwas stärker einbinden. Denkbar ist auch eine vertiefte Zusammenarbeit mit dem Tourismus. Zum Abschluss ein genereller Ausblick: Wo steht Suisse Garantie in zehn Jahren? In der Schweiz ist, gerade in Zeitalter von Globalisierung und Liberalisierung,

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Zur Person Urs Schneider ist stellvertretender Direktor des schweizerischen Bauernverbands und Präsident von Agro-Marketing Suisse. Gegenwärtig amtiert er zudem als OK-Präsident des eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes, das dieses Jahr vom 20.-22. August in Frauenfeld stattfinden wird.

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ein gewisser Gegentrend mit Rückbesinnung auf lokale, regionale Werte und einheimisches Schaffen festzustellen. Wenn wir unsere Arbeit für das Herkunftszeichen «Suisse Garantie» gut machen, dann werden wir in einigen Jahren wieder ein paar Schritte weiter sein, so dass weitere Teile der Bevölkerung «Suisse Garantie» kennen und mit den Grundwerten, die dahinter stehen, in Verbindung bringen. Ob das Zeichen in zehn Jahren noch gleich aussehen wird, ist offen. Ich bin aber sicher, dass es auch in Zukunft ein starkes Herkunftszeichen für Schweizer Lebensmittel geben wird. 

Front Doppelmesser Mähwerke, 230 m oder 250 m, hydr. Antrieb; Motorsense Sachs; Reifen Vredestein 13,6R36, 30 %  079 430 57 71 Achse von Ladewagen, 10 x 15; Stützrolle; Motormäheranhänger; Zweiachspneuwagen, leicht  062 963 24 19 Säsack Menzi; Armeerucksack; Sester, altes Getreidemass; Garbenbinder, alt  056 284 23 46 Ladewagen Mengele 285 Quadro, 25 m3, wurde nur im Dürrfutter eingesetzt, sehr guter Zustand  079 327 92 00 Kt. BE

Ladegerät Trunkenpolz ALG 80; Bandeingraser Rapid 606 und AM30, mit Triebachsanhänger; Aggregate Surge Melotte; Bockwagen; Pferdegeschirr; Absperrgitter, 10 m  034 493 34 18 Gummimatten 1 x 2 m, neu; Zaunmaterial; Ferkelautomaten Chromstahl; Teleskopverteiler Wild, 16–20 m, Ø 45 cm; Kunststoffpfähle und Federstahlpfähle; Zaunband  034 493 34 18 Firstbinder, 12 Stk, Länge 7.30 m, Höhe 1.20 m, Fr. 100 / Stk  078 615 49 73 Vierradmäher Bucher TM 600, Allrad, mit Kubota 18 PS Diesel, Sturz Dach Front., Jg. 1989, mit Busatis Mähwerk, Doppelrad, Fr. 8000; Ladewagen Agrar Jumbo 300, 30 m3, Jg. 1997, Fr. 9000  032 381 14 89

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SUISSE GARANTIE MANAGEMENT

Mit «Suisse Garantie» in die Zukunft MILCH- UND MILCHPRODUKTE gehörten zu den ersten Produkten, die mit «Suisse Garantie» versehen wurden. Der Erfolg dieser Dachmarke überzeugte auch Skeptiker. Die Zukunft von «Suisse Garantie» ist eng verknüpft mit der SwissnessVorlage des Bundes und der Qualitätsstrategie für die Schweizer Landwirtschaft.

Kurt Nüesch

Thomas Reinhard

Angesichts der zunehmenden Öffnung der Märkte und zur besseren Positionierung im In- und Ausland hat der damalige Zentralverband Schweizer Milchproduzenten (ZVSM) 1994 beschlossen, ein Herkunftszeichen für Schweizer Milch und Milchprodukte zu schaffen. Damit sollten Konsummilch, Rahm, Butter, Käse und weitere Milchfrischprodukte ausgezeichnet werden, die dem schweizerischen Standard entsprechen und bestimmte Anforderungen erfüllen. In der Folge ist das Projekt zusammen mit dem Schweizerischen Bauernverband und diversen Branchenorganisationen und Unternehmen auf eine breitere Basis gestellt und zum Gütezeichen «Q Swiss Quality» für Landwirtschaftsprodukte aus der Schweiz weiterentwickelt worden. Einwände und Widerstände von Seiten einzelner Konsumentenschutzorganisationen und Kantonschemikern haben dazu geführt, dass daraus über «Suisse Controle» und «Suisse Qualite» im Jahre 2004 «Suisse Garantie» als Dachmarke der Agro Marketing Suisse (AMS) hervorgegangen ist.

Schwieriger Aufbau Aus Sicht der Schweizer Milchproduzenten hatte die spezielle Auszeichnung der einheimischen Agrarprodukte und die dazugehörende Kommunikation seit der Lancierung des Herkunftszeichens immer eine sehr hohe Bedeutung. Problem bei der Umsetzung waren Vorbehalte und teilweise auch Widerstände innerhalb der Branche. Unverständlicherweise kamen diese vor allem von Seiten einzelner Akteure der Käsewirtschaft, welche mit dem Käsefreihandelsabkommen mit der EU seit 2007 vollständig der euro22

päischen Konkurrenz ausgesetzt sind. Offenbar spielten gewisse Befürchtungen eine Rolle, dass etablierte und hoch positionierte Käsesorten damit weniger Differenzierungsmöglichkeiten haben könnten. Natürlich können Gattungsprodukte wie Konsummilch, Rahm oder Butter stärker von einer gemeinsamen Marke wie Suisse Garantie profitieren als starke und gut positionierte Markenprodukte. Die Möglichkeiten, zusätzlich Vorzüge von Produkten wie Le Gruyère AOC, Emmentaler AOC oder Appenzeller® zusätzlich und spezifisch auszuloben, werden mit dem Herkunftszeichen aber in keiner Weise eingeschränkt. In den letzten Jahren ist die Palette der Milchprodukte, die mit «Suisse Garantie» ausgezeichnet sind, laufend ausgeweitet worden. Alle bedeutenden Molkereiunternehmen, immer mehr Unternehmen des Detailhandels und auch der Gastronomie verwenden heute die Marke. Zunehmend werden auch Käse damit ausgezeichnet, um im Inland eine klare Differenzierung zu den importierten Käsen zu schaffen. Mehrheitlich erfüllen die Schweizer Milchproduzenten die Anforderungen, die für Suisse Garantie bei Milch und Milchprodukten verlangt werden. Entsprechend haben die Milchverarbeiter die besten Voraussetzungen, mit einem geringen Mehraufwand für die Zertifizierung ihre Produkte damit auszuzeichnen.

Anforderungen und Kontrollen Für «Suisse Garantie» bei Milch und Milchprodukten gelten die folgenden Anforderungen: • Milch von schweizerischen Betrieben, deren Tiere in der Schweiz ge-

halten werden. Inbegriffen sind dabei Betriebe im Fürstentum Liechtenstein, in der Freizone Genf und in Staatsverträgen verankerten Grenzzonen, sofern die Vorgaben der schweizerischen Gesetzgebung Anwendung finden. • Erbringung des ökologischen Leistungsnachweis. Für Sömmerungsbetriebe müssen die Anforderungen der Sömmerungsbeitragsverordnung erfüllt werden. • Kein Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel. • Keine gentechnisch veränderten Tiere. • Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben. Die Anforderungen, die den Konsumentinnen und Konsumenten über das Markenzeichen «Suisse Garantie» kommuniziert werden, müssen erfüllt sein. Zur Umsetzung musste jeder Milchproduzent schriftlich erklären, dass er die Anforderungen einhält. Er bestätigt, dass er den ÖLN erbringt, keine GVO-Futtermittel einsetzt und die Qualitätssicherung Milchproduktion berücksichtigt. Die Bestätigungen müssen nach maximal fünf Jahren erneuert werden. Die Anforderungen Suisse Garantie sind in der Regel auch in den Milchkaufverträgen oder Reglementen hinterlegt. Produzenten, die keine Direktzahlungen erhalten, müssen für Suisse Garantie den Nachweis der Einhaltung der Anforderungen direkt über eine Inspektionsstelle erbringen. Verarbeitungsbetriebe müssen zertifiziert sein. Auch können die Zertifizierungsstellen weitergehende Abklärungen vornehmen. Rund 98 % aller Milchproduktionsbetriebe, die Direktzahlungen erhalten, erbringen den ÖLN. GVO-Futtermittel 6 2010 · UFA-REVUE


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Suisse Garantie ist ein zentraler Erfolgsfaktor für die schweizerische Milchwirtschaft. Bild: © Schweizer Milchproduzenten (SMP)

dürfen in der Schweiz nicht angebaut werden (Moratorium) und gentechnisch veränderte Tiere dürfen nicht gehalten werden. Gemäss den Importstatistiken werden keine GVO-Futtermittel mehr importiert, was durch amtliche Kontrollen auch bestätigt wird. Der hohe Erfüllungsgrad ist damit ausgewiesen. Vereinzelt wird gefordert, dass die Anforderungen «Suisse Garantie» bei der Milchproduktion direkt auf jedem Betrieb geprüft werden. Die Milchproduzenten hätten nebst den vielen anderen Kontrollen eine zusätzliche Kontrolle, was für Inspektionen und Datenaufbereitungen Mehrkosten verursachen würde. Da für Milch, welche die Anforderungen erfüllt, kein Mehrpreis erzielt werden kann, wäre dies unverhältnismässig. Deshalb wurden für Suisse-Garantie-Milch und -Milchprodukte die Tierhaltungsprogramme (BTS, RAUS) hinsichtlich Anforderungen geprüft und anerkannt. Vorgesehen ist, die Kontrollergebnisse der anerkannten Programme in der Datenbank Milch zu hinterlegen und UFA-REVUE · 6 2010

den berechtigten Akteuren wie den Milchproduzenten, den Milchkäufern und den Zertifizierungsstellen zugänglich zu machen. Die schriftlichen Bestätigungen der Produzenten müssten dann nicht mehr eingeholt werden, was eine Vereinfachung bedeutet. Aus technischen Gründen konnte dieser Ansatz bisher noch nicht umgesetzt werden. Weitere Lösungen werden aber evaluiert. So plant das Bundesamt für Landwirtschaft den Aufbau einer Kontrolldatenbank. Es wird nun von der SMP geprüft, ob Lösungen darüber realisiert werden können oder ob der Ansatz via Datenbank Milch weiterverfolgt werden soll. Dabei gilt es abzuwägen, zwischen maximaler Sicherheit (halten was man verspricht), den Fakten des Erfüllungsgrades (Teilnahme ÖLN, Verfügbarkeit von GVO-Futtermitteln) sowie dem vertretbarem Aufwand für Kontrollen und Datenaufbereitung.

Ausblick Die Zukunft von «Suisse Garantie» ist eng verknüpft mit der Swissness-Vorlage des Bundes und der Qualitätsstrategie für die schweizerische Landwirtschaft. Falls die Swissness-Vorlage mit der 80 Prozent-Regelung für die Rohstoffe durchkommt und die Qualitätsstrategie, wie vom Bundesamt für Landwirtschaft geplant, umgesetzt wird, kann Suisse Garantie angepasst und im Rahmen der Qualitätsstrategie weitergeführt werden. Dabei soll, was bisher investiert wurde, in eine zukunftsgerichtete und der Landwirtschaft dienenden Regelung übergeführt werden. Sollte die Swissness-Vorlage mit der vorgesehenen Anforderung an die Rohstoffe nicht umgesetzt werden, wird Suisse Garantie als gemeinsame Herkunftsmarke der AMS und der Schweizer Landwirtschaft in der heutigen Form weiter an Bedeutung gewinnen. 䡵

Autoren Kurt Nüesch und Thomas Reinhard, Schweizer Milchproduzenten SMP, Bern

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SUISSE GARANTIE MANAGEMENT

Teil der Qualitätsstrategie BROTGETREIDE UND ÖLSAATEN Mit der breiten Einführung von «Suisse Garantie» bei Brotgetreide ermöglicht die fenaco LANDI-Gruppe den nachgelagerten Stufen, ihre verarbeiteten Produkte mit dem bekannten Herkunftszeichen bis zum Konsumenten auszuzeichnen. Damit kann die Lücke in der Auslobung der wichtigsten Grundnahrungsmittel geschlossen und von einem erfolgreichen Basismarketing profitiert werden.

Pius Eberhard

Der zunehmende Abbau des Grenzschutzes auf verarbeiteten Produkten begünstigt auch den Import von Backmehl in verstärktem Masse. Dies stellt die Mühlen vor eine herausfordernde Ausgangslage und bringt die Getreideproduzenten unter zusätzlichen Preisdruck. Da sind erfolgversprechende Massnahmen gefragt. Mit der Einführung des Qualitätsstandards «Suisse Premium» für Brotgetreide vor sieben Jahren schaffte die fenaco LANDI-Gruppe im System Maxi vorausschauend bereits die Grundlagen für eine spätere Auslobungsmöglichkeit mit dem Herkunftszeichen «Suisse Garantie». Die aktuellen Veränderungen im

Marktumfeld führten nun zur Umsetzung dieses Schrittes, um künftig auch verarbeitete Produkte aus Schweizer Brotgetreide mit der breit bekannten Marke bis zum Konsumenten auszeichnen zu können. Gleichzeitig kann damit aber auch die Stellung der fenaco in der Vermarktung sowie die Konkurrenzfähigkeit ihrer Abnehmer gestärkt werden.

Was ist Qualität? Bei landwirtschaftlichen Produkten wird Qualität oft über ökologische Mehrleistungen definiert. Eine Qualitätsstrategie kann aber auch vielfältigere Aspekte beinhalten:

So gelingt es beispielsweise zunehmend, den inländischen Ölsaatenanbau gezielt auf Kulturen mit speziellen Fettsäurenzusammensetzungen auszurichten für eine optimale Verwendung in der Nahrungsmittelproduktion oder im Verkauf von hochwertigen Speiseölen. Die einheimische Züchtung von standortgerechten, leistungsfähigen Brotgetreidesorten im ÖLN-Anbau mit guten backtechnischen Eigenschaften ist ebenso Teil einer Qualitätsstrategie. Die Bereitstellung von grossen, homogenen Getreidepartien mit garantierten Qualitätsspezifikationen – künftig eventuell

Neue Marktchance effizient nutzen Der Einsatz der Garantiemarke «Suisse Garantie» für Raps und Sonnenblumen und neu bei Brotgetreide verbessert die Positionierung der inländischen Produkte, nicht zuletzt im Hinblick auf eine bevorstehende Marktöffnung und die Einführung der Swissness-Vorlage. Mit «Suisse Garantie»-Produkten kann die Lebensmittelindustrie auf kontrollierte Schweizer Ware und Schweizer Qualität für ihre Verarbeitung zählen. Dies kommt sowohl den Konsumenten wie den Produzenten zugute. Durch die Ausdehnung von «Suisse Garantie» auf den Brotgetreidemarkt entstehen aber auch Vorteile und Synergien bei den Ölsaaten, insbesondere durch die Nutzung der gemeinsamen Datenbank der Agrosolution AG. Dieses Potenzial nutzt der SGPV konsequent und leistet damit einen Beitrag an die Reduktion der Kosten. So kann die Effizienz der Garantiemarke insgesamt gesteigert werden. Möglich war die Einführung von «Suisse Garantie» beim Brotgetreide dank dem Interesse der nachgelagerten Stufen. fenaco hat das Vorhaben vorangetrieben und gemeinsam mit dem SGPV wurde die nötige Basisarbeit geleistet, um der Idee auch zum Durchbruch zu verhelfen. Der SGPV freut sich, dass die Getreideproduzenten mit «Suisse Garantie» preislich besser gestellt werden. Als beispielhaft und vorbildlich darf in diesem Zusammenhang auch erwähnt werden, dass fenaco die administrativen Kosten für «Suisse Garantie» via den Produktpreis abrechnet und dadurch der Produzent keine separate Rechnung bezahlen muss. Eine analoge Lösung konnte mit den Ölwerken für die Ölsaaten getroffen werden. Alles in allem ein grosser Schritt in Sachen effizienter Administration und Kostensenkung! Olivier Sonderegger, SGPV 24

Schweiz. Natürlich. Suisse. Naturellement.

Das Gros der Brotgetreidemenge im Vermarktungssystem «Maxi» wird mit der Ernte 2010 als «Suisse Premium/Suisse Garantie» in die LANDI/ Getreidesammelstellen eingeliefert. Dadurch können verarbeitete Produkte aus Schweizer Brotgetreide und Ölsaaten bis zum Konsumenten mit dem breit bekannten Herkunftszeichen ausgezeichnet werden. Die Produzenten profitieren gleichzeitig von einer guten Ausgangslage am Markt, einer Besserstellung im Markterlös sowie einer straffen, kostengünstigen Administration und Kontrolle. 6 2010 · UFA-REVUE


SUISSE GARANTIE MANAGEMENT nach neuen Parametern eingelagert und entsprechend gegenüber den Produzenten abgerechnet – kann darauf aufbauend ebenfalls als Marktchance betrachtet werden. Nachhaltig sind qualitative Mehrleistungen letztlich dann, wenn dadurch eine Differenzierung gegenüber Importen gelingt und die damit verbundenen Mehrkosten über einen Mehrerlös bis zum Konsumenten abgegolten werden können.

Starke Kombination «Suisse Premium» als Marke der fenaco LANDIGruppe bleibt auf der Beschaffungsseite in der Zusammenarbeit zwischen Produzenten, Getreidesammelstellen und fenaco weiterhin bestehen – sie versteht sich als Qualitätsstandard für Brotgetreide vom Produzenten bis zur Mühle. Darin beinhaltet sind der Anbau nach den Richtlinien für die ÖLN-Produktion, die Verwendung von zertifiziertem Saatgut der empfohlenen Sortenliste von «swiss granum», die Einhaltung einer guten Sammelstellenpraxis (GSP) sowie eine

stufenübergreifende Qualitätssicherung inklusive Rückverfolgbarkeit. Weitergehend ist die Ausbildung der Sammelstellenleiter, die Förderung zukunftsgerichteter Strukturen sowie eine umfassend optimierte Logistik einzuschliessen. «Suisse Premium» zeichnet die Qualität einer Leistung aus – «Suisse Garantie» als Marke mit hoher Bekanntheit ermöglicht die Auslobung der Rohstoffherkunft auch auf den verarbeiteten Produkten. Die Einhaltung der Anforderungen unterliegt externen Kontrollen.

«Effiziente Administration» In der Administration der Anbauplanung mit den Produzenten setzte fenaco von Beginn weg auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Getreideproduzentenverband sowie mit Agrosolution AG, der Datenbank verschiedener Produzentenorganisationen. Dies führte zu Synergieeffekten und zu tieferen Kosten in der Organisation und Administration des Vertragswesens sowie der Kontrollen durch die kantonalen Stellen. 䡵

Bereits erfolgreich bei Ölsaaten Speiseöle aus Schweizer Ölsaaten werden bereits erfolgreich mit dem Herkunftszeichen «Suisse Garantie» vermarktet. Die Ölwerke Florin AG in Muttenz und Oleificio SABO in Manno zeichnen das von ihnen unter den Marken «Florin» und «Sabo» im Detailhandel (Flaschen) und in der Gastronomie (Biboxen) vertriebene Rapsöl und «HOLL»-Rapsöl mit «Suisse Garantie» aus. Sabo erweitert das «Suisse Garantie»-Sortiment neu auch bei Sonnenblumenölen. Die beiden Ölwerke stellen dadurch eine flächendeckende Vermarktung sicher und bringen so diese Herkunftsmarke im Bereich Speiseöle in die Verkaufsstellen, beziehungsweise zu den Konsumenten. Des Weiteren wird Rapsöl sowie «HOLL»Rapsöl «Suisse Garantie» ebenso prominent bei McDonald’s sowie den für McDonald’s produzierenden Betrieben eingesetzt. Lorenz Hauck, Florin AG, Lorenzo Centonze, Oleificio Sabo

Autor Pius Eberhard leitet den nationalen Geschäftsbereich Brotgetreide und Ölsaaten der fenaco.

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SUISSE GARANTIE MANAGEMENT

Kontrollierte Herkunft für Fleisch und Fleischprodukte IMMER MEHR KONSUMENTINNEN UND KONSUMENTEN bevorzugen Fleisch aus der Schweiz. Dank «Suisse Garantie» erhalten sie die Sicherheit, dass Fleischprodukte wirklich aus Schweizer Fleisch im Inland hergestellt wurden.

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Im globalen Markt setzen Produzenten und Fleischverarbeitungsbetriebe zunehmend auf das einzige Zeichen, das die Schweizer Herkunft von Lebensmitteln wirklich kontrolliert: «Suisse Garantie». Sie stärken so das Vertrauen der Konsumenten in ihre hochwertigen Produkte aus Schweizer Rohstoff und bieten Entscheidungshilfe und Sicherheit beim Einkauf.

Hoher Qualitätsstandard Heute ist der Qualitätsstandard bei der Tierhaltung und Fleischverarbeitung in der Schweiz extrem hoch. «Suisse Garantie»

Ernst Sutter AG fördert Schweizer Fleischproduktion Die Ernst Sutter AG bekennt sich klar zum Produktionsstandort Schweiz und fördert die Vermarktung von Schweizer Fleisch. 95 bis 97% der verarbeiteten Menge stammt aus Schweizer Produktion. «Wir kommunizieren Swiss Garantie wo immer möglich und dort, wo es unsere Absatzmittler wünschen», erklärt Daniel Härter von der Ernst Sutter AG. Bei seiner neuen Linie «Braumeister» arbeitet das fenaco-Unternehmen mit der Schweizer Brauerei Locher zusammen und fördert so den Export von inländischen Agrarerzeugnissen. Auf diesen Produkten werde «Swiss Garantie» intensiv ausgelobt. «Swiss Garantie»-zertifiziert sind folgende Betriebe der Ernst Sutter AG: Suttero Gossau, Gemperli, F&W, Gattiker, Reber, Viaca, Sulai, Gastro Metzg. Matthias Roggli, UFA-Revue 26

untermauert diesen Qualitätsanspruch. Die Herstellung der Produkte, die mit «Suisse Garantie» gekennzeichnet sind, wird durch unabhängige Zertifizierungsstellen, die vom Bund anerkannt sein müssen, streng kontrolliert. Das Kontrollsystem deckt die ganze Produktionskette von den Produzenten über die Verarbeiter bis zum Verkaufspunkt ab und stellt dadurch die Rückverfolgbarkeit der Produkte sicher.

Die Tiere müssen aus der Schweiz kommen, dürfen nicht mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert werden und der Betrieb muss den Ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN) erfüllen. Die Durchführung von Schlachttiertransporten ist Personen vorbehalten, die über ein gültiges Ausbildungszertifikat für tierschutzkonforme Transporte verfügen.

Rohstoff zu 100 % aus Inland Strenger als das Gesetz Für Fleisch und Fleischprodukte werden über die gesamte Produktionskette strenge Anforderungen gestellt. Die Tierhalter müssen an einem zugelassenen QS-Programm (Labelprogramm) teilnehmen. Dies sind beispielsweise «Bio-Suisse», «Coop Naturafarm», «QM Schweizer Fleisch», «IP-Suisse», «NaturaBeef» oder «Swiss Prime Gourmet».

Die Verarbeitung des Fleisches muss vollständig in der Schweiz stattfinden. In einem Fleischprodukt soll der Rohstoff Fleisch zu 100 % aus der Schweiz stammen. Die Rückverfolgbarkeit der «Suisse Garantie»-Erzeugnisse ist mittels Rohstoffbilanz und Beschreibung des Warenflusses – bei konsequenter Trennung zwischen «Suisse Garantie» und Fortsetzung Seite 28

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SUISSE GARANTIE MANAGEMENT

Vorteile für den Obstbau MIT «SUISSE GARANTIE» werden frische und verarbeitete Früchte, die in der Schweiz produziert und verarbeitet wurden, gekennzeichnet. Alle Betriebe müssen über das entsprechende Zertifikat einer akkreditierten und zugelassenen Zertifizierungsstelle verfügen.

Ausgehend von Resistenzproblemen bei der chemischen Schädlingsbekämpfung suchte die Obstbranche sehr früh nach nachhaltigen, erfolgreichen, chemiearmen und trotzdem wirtschaftlichen Pflanzenschutzmethoden. Aufgrund der Erkenntnisse der Forschung war schnell klar, dass nur durch die Integration aller Produktions- und Vermarktungsmassnahmen dieses Ziel erreicht werden kann.

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Zusammenarbeit mit der Forschung Den Erfolg verdankt die Obstbranche vor allem den eidgenössischen Forschungsanstalten und den kantonalen Beratungsstellen für Obstbau, welche Pionierarbeiten leisteten und zusammen mit fortschrittlichen Obstproduzenten die Strukturen für die Umsetzung der integrierten Produktion aufbauten. Die Schonung von Nützlingen, Schadschwellen, krankheitsresistente Sorten, Verwirrungstechnik, An-

bautechniken, welche die Gesundheit der Bäume fördern, sind Methoden, die heute zum Standard gehören. Das war damals neu und revolutionär. Der Schweizer Obstbau hat der integrierten Produktion, ausgezeichnet mit «Suisse Garantie», heute viel zu verdanken. Ohne die Anwendung der integrierten Produktionsmethoden wäre es in bestimmten Regionen ab ca. 1960 kaum mehr möglich gewesen, erfolgreich Birnen zu produzieren. Die Resistenzprobleme bei

Louis Suter

Im Schweizer Obstbau wird ein nachhaltiger, chemiearmer und trotzdem wirtschaftlicher Pflanzenschutz konsequent angestrebt.

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SUISSE GARANTIE MANAGEMENT

Garantiewert «Suisse Garantie»

der Bekämpfung des Birnblattsaugers schienen unlösbar zu sein. Nachbauund Bodenprobleme beim Stein- und Beerenobst können heute mit anbautechnischen Methoden in Kombination mit Kompost erfolgreich bekämpft werden. Auf die Züchtung von robusten und resistenten Sorten setzt die Obstbranche bei der Bekämpfung des Feuerbrandes und des Schorfes grosse Hoffnung.

Produkte mit dem Herkunftszeichen «Suisse Garantie» müssen:

Qualität in Vordergrund Eine

• in der Schweiz hergestellt und verarbeitet sein (inbegriffen sind das Fürstentum Liechtenstein, die Freizone Genf sowie die in Staatsverträgen geregelten Grenzzonen).

wichtige Errungenschaft mit «Suisse Garantie» ist jedoch das Vertrauen, dass die Bevölkerung für gesunde Produkte in die Schweizer Landwirtschaft setzt. Gerade beim Obstbau, wo die Früchte den Weg zum Konsumenten meistens unverarbeitet und direkt finden, ist dies von grösster Wichtigkeit. Nachhaltige, naturschonende Anbaumethoden, Nachverfolgbarkeit und seriöse Kontrollen sind die «Garantiewerte» von «Suisse Garantie» für gesunde, natürliche und gute Nahrungsmittel.

• ohne gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere produziert sein. • von umweltschonend arbeitenden Betrieben stammen Produkte mit dem Herkunftszeichen «Suisse Garantie» werden über die gesamte Produktionskette strikte kontrolliert. Das Herkunftszeichen «Suisse Garantie» • wird von der Schweizer Landwirtschaft getragen, • stärkt das Vertrauen in Schweizer Nahrungsmittel, • gibt den Konsumentinnen und Konsumenten grösstmögliche Sicherheit.

Anforderungen für Produzenten «Suisse Garantie» geht über die Anforderungen der integrierten Produktion hinaus. Neben den gesetzlichen Anforderungen des Bundes müssen zusätzliche Auflagen erfüllt und die Rückverfolgbarkeit gewährleistet sein. Regelmässige Qualitäts- und Rückstandskontrollen stellen sicher, dass alle Produktions- und Verarbeitungsbetriebe von Früchten die Vorschriften einhalten. Wie bereits oben angetönt, ersetzt «Suisse Garantie» im Obstbau das bisherige IP-Label. 䡵

Autor Louis Suter, Anbauberatung fenaco Genossenschaft, Obsthalle Sursee/PROVEROS, 6210 Sursee www.obsthalle.ch

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Fortsetzung von Seite 26

Nicht-«Suisse Garantie»-Erzeugnissen – bis hin zur vor- und nachgelagerten Stufe zu gewährleisten. Für Betriebe, welche selbst hergestellte Produkte mit der Garantiemarke kennzeichnen oder selbst hergestellte «Suisse Garantie»-

Eico vermarktet über 110 Mio. Schweizer Eier «Suisse Garantie» setzt für Schweizer Eier voraus, dass die Küken von in der Schweiz gehaltenen Elterntieren stammen müssen und natürlich in der Schweiz ausgebrütet und aufgezogen wurden. Das ist mit wenigen Ausnahmen bei allen Schweizer Eierproduzenten der Fall, da diese Bedingungen für Lieferanten der beiden grossen Detailhändler obligatorisch sind. Im Schaleneiermarkt hat sich das Schweizer Ei mit zirka 70 % Marktanteil gut etabliert. Die Eico vermarktet über 110 Mio. Eier aus dem Inland und findet einen einheitlichen Standard wie «Suisse Garantie» sinnvoll, wie Hannes Messer, Geschäftsführer des fenaco-Eiervermarkters, erklärt. Im Eiproduktemarkt ist das Schweizer Ei noch wenig vertreten. Matthias Roggli, UFA-Revue 28

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Produkte verpackt oder offen unter der Garantiemarke anbieten, besteht Zertifizierungspflicht.

Zirka 100 Betriebe zertifiziert Wie die bisherigen Erfahrungen zeigen, ist die Umsetzung der Richtlinien trotz zusätzlichem Administrativaufwand für die Beteiligten durchaus machbar – und lohnend. Heute sind bereits rund 100 fleischverarbeitende Betriebe zertifiziert. 䡵

Autorin Dr. Regula Kennel, Leiterin GB Marketingkommunikation von Proviande, 3001 Bern. www.schweizerfleisch.ch

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KURZMELDUNGEN LANDTECHNIK Vogel & Noot erweitert Grubber-Baureihe

8-reihige klappbare Legemaschine

Der Spezialist für Bodenbearbeitungstechnik Vogel&Noot lancierte die Baureihe «TerraTop» der Aufsattelgrubber mit der Serie «S» im bereits letzten Jahr und legt nun mit dem leichteren Bruder «TerraTop M» nach. Die Grubber-Baureihe «TerraTop M» ist in den Arbeitsbreiten von 4, 5 und 6 Metern erhält-

Zur Steigerung der Flächenleistung und zum zügigen Umsetzen von Schlag zu Schlag entwickelte Grimme die neue 8-reihige klappbare, strassenzugelassene Kartoffellegemaschine «GL 840 Compacta». Der gesamte Klappvorgang geschieht vollautomatisch auf Knopfdruck über das Terminal «VC 50». Für die Feldarbeit werden jeweils die äusseren zwei Legeelemente hydraulisch auseinandergeklappt. Für die Hangstabilität und Wendigkeit ist die Legemaschine mit einer Teleskopdeichsel ausgestattet, die nach dem abgeschlossenen Klappvorgang vollautomatisch einfährt. Die «GL 840 Compacta» soll die Vorteile einer gezogenen 4-reihigen Legemaschine vereinen und dennoch mehr als doppelt so leistungsstark sein, da zeitaufwendige Wendevorgänge halbiert werden.

lich. Der kleine Strichabstand sorgt für feinen Bodenaufbruch und gute Krümelung. Der 5-balkige Rahmenaufbau mit grossen Abständen zwischen den Zinken soll verstopfungsfreies Arbeiten und eine gleichmässige Einmischung von Ernterückständen garantieren. Für eine reibungslose Strassenfahrt kann der «TerraTop M» 2-teilig geklappt werden.

Rapid-Techno-Tage Eine Neuheit an den Demo-Tagen war der Rapid «Rex». Mit nur 89 kg Gewicht (ohne Anbaugerät) ist er ein leichter, hydrostatischer Berg-

mäher. Neu ist der «Rex» wahlweise mit der praktischen Transport-Box erhältlich. Auch das weitere Einachser-Sortiment mit den Modellen «Swiss«, «Mondo», «Euro» und «Universo» und verschiedenen Anbaugeräten war ausgestellt und zum Testfahren bereit. Die Highlights aus dem Iseki-Kleintraktorenprogramm waren der Rasentraktor «SXG 15», der seit Jahren meistverkaufte Kompakttraktor «TH 4330» oder der «ICT 50» mit Breitspurmähwerk. Der Knicklenker «Egholm 2200» war in Kombination mit dem Aggregat für ökologische Unkrautvernichtung zu sehen. Von Lindner schliesslich stand ein Kommunaltransporter im Zentrum des Interesses.

Stihl mit neuen Akku-Geräten Motorgerätehersteller Stihl wird im Herbst (in der Schweiz ab 2011) neue, Akku angetriebene Geräte auf den Markt bringen. Nachdem

man bereits im letzten Jahr mit Akku-Heckenscheren einen ersten erfolgreichen Versuch wagte, wird UFA-REVUE · 6 2010

nun mit einer Motorsäge, zwei Motorsensen und einem Blasgerät nachgelegt. Die Stihl Akku-Geräte sind im Baukastensystem konzipiert, so dass die mit moderner Lithium-IonenTechnologie gefertigten Akkus für alle Geräte verwendet werden können. Stihl siedelt diese Geräte im Profi-Segment an und sieht die Verwendung dort, wo in Lärm-sensiblen Umgebungen gearbeitet wird, wo man im Handling der Geräte auf eine grosse Flexibilität angewiesen ist oder wo ein Arbeiten ohne Abgase gewünscht wird.

Bereits jetzt ist mit dem Modell «MS 261« (Bild) eine neue Benzin-Motorsäge auf dem Markt (in der Schweiz ab Herbst 2010 im Fachhandel erhältlich), mit der Stihl die legendäre «MS 260» ablöst. Mit einer Leistung von 3.8 PS und einer Schnittlänge von 37 cm ist diese mit neuem Filterkonzept und niedrigem Vibrationsniveau ausgestattete Säge geeignet für Durchforstungsarbeiten und für die Schwachholzernte. Neben der Basisversion ist die «MS 261» auch in einer luxoriösen Ausführung mit Kettenschnellspannung, Kettenbremsschnellsystem, elektrischer Vergaser- und Griffheizung sowie mit «ErgoStart» erhältlich.

Treibstoffverbrauch bei Traktoren Ein Motor wird in der Regel nach dem Verlauf seines Drehmoments und nach seinem Kraftstoffverbrauch beurteilt. Dazu braucht man Messwerte. Die Messergebnisse – ermittelt unter Voll-Last – werden

üblicherweise in dem bekannten Diagramm mit Drehmoment, Leistung, absolutem und spezifischem Verbrauch über der Motordrehzahl dargestellt. Die Motoren laufen im praktischen Einsatz jedoch unter wechselnden Lasten und werden selten voll ausgenutzt. Um auch Aussagen für die Charakteristik eines Motors im Teillastbereich machen zu können, hat die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) vor einigen Jahren in Zusammenarbeit mit der Industrie und Fachzeitschriften einige zusätzliche Messpunkte entwickelt und eingeführt. Diese Teil-Lastpunkte bei der Zapfwellenleistungsmessung sind mittlerweile Pflicht-Bestandteil des «OECD Code 2». Der sogenannte «DLG-PowerMix» habe sich inzwischen als ein anerkanntes Messverfahren bei den Herstellern etabliert und sei auch bei den Landwirten eingeführt, lautet das Fazit der DLG. Dieser Test biete heute eine gute Vergleichsmöglichkeit für den Verbrauch eines Traktors unter standardisierten, künstlichen Feldbedingungen. Neben den Eigenschaften des Motors im Voll-Lastbereich könnten so bessere Aussagen über den praxisbezogenen Verbrauch gemacht werden, betont die DLG weiter.

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 29


PRAXISTEST KNOW-HOW

Ein wahrer Allzweck-Ladewagen AGRAR «BISON 452» Vor drei Jahren ergänzte der Schweizer Hersteller Agrar seine Produktpalette von Ladewagen mit speziellen Dosier- und Silier-Ladewagen. Die Baureihe «Bison» mit gesteuertem Schwingenrotor ist gerade für das Silieren unter hiesigen Bedingungen mit dem häufigen Vorkommen von Fremdkörpern gut geeignet.

Mit fünf Modellreihen und insgesamt 25 Typen verfügt Agrar heute über ein umfangreiches Sortiment an Ladewagen. Die Baureihe «Bison» ist ein Allzweck-Ladeaggregat für das tägliche Eingrasen sowie für die Heuund Silageernte.

Der Schwingenrotor

ist das zentrale Element bei den «Bison» Ladewagen. Je nach Modell sind vier oder sechs Förderschwingen vorhanden, die über einen Lenker und nicht über eine Kurvenbahn gesteuert sind, so dass das Futter möglichst schonend durch das Schneidwerk in den Laderaum befördert wird. Die Förder-

Der Agrar «Bison 452» mit Ganzstahlaufbau kann auch als Erntewagen eingesetzt werden.

zinken sind versetzt angeordnet, was den Kraftbedarf reduziert. Die spielfreie Verbindung, ohne Kurvenbahn und ohne Laufrollen, wirkt positiv auf den Verschleiss auf und sorgt auch für die nötige Laufruhe.

Schneidwerk In zwei leicht versetzten Ebenen sind die 35 Messer des Schneidwerks angeordnet. Somit wird erreicht, dass die Schnittqualität, Förderfolge und Kraftaufwand in einem optimalen Verhältnis stehen. Jedes Messer lässt sich einzeln ein-

und ausschalten und kann zudem über ein neuartiges Federelement einzeln gegen Überlast abgesichert werden. Alle Funktionen des Schneidwerks sind von der Wagenseite aus bedienbar. Über eine Vorwahlschaltung können 6, 18 oder 35 Messer mit theoretischen Schnittlängen von 240, 80 und 40 mm gruppiert werden. Mit einem Vierkant-Hebel kann man diese Messergruppen einfach zuschalten. Optional ist es möglich, für die Wartung den Schneidrahmen seitlich hinauszuziehen. Als weitere Option gibt es auch die hydraulische Bedienung des Schneidrahmens.

Pendel-Pickup Agrar setzt auf das an drei Punkten aufgehängte Pickup: Der verwindungssteife Rahmen ist zentral gelagert und beidseitig vom Fahrwerk geführt. Über Zugseile wird das Pickup in allen

Steckbrief Ladewagen Agrar «Bison 452» Ladevolumen Grüngut/Dürrgut (nach DIN): 15.70/27.60 m3. Länge: 8.60 m Breite: 2.50 m Höhe: 3.50 m (Scherengitter aufgeklappt oder mit Stahlaufbau), 2.50 m (Scherengitter abgeklappt). Schneidwerk: 35 Messer in Gruppen zu 0, 6, 18 oder 35 schaltbar. Leergewicht: 3600 kg. Gesamtgewicht: 8600 kg. Fahrwerk: gefederte Doppelachse, Bereifung: 15.0/55-17 10 PR AW. 30

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PRAXISTEST KNOW-HOW Positionen aktiv entlastet. Fünf Zinkenreihen nehmen das Futter auf. Dank den beweglichen Einlaufblechen werden erste Schmutzteile oder Steine bereits zu Beginn des Förderprozesses ausgeschieden. Bezüglich der PickupBreite bietet Agrar in den mittleren Ladewagen-Klassen zwei Varianten an: Wer die Vorteile hinsichtlich optimaler Bodenanpassung einer schmalen Ausführung bevorzugt, wählt die Breite 1.60 m, für jene, die mehr auf Leistung setzen, sind mit 1.80 m gut beraten.

Laderaum und Aufbau Der Boden des «Bison 452» besteht aus druckimprägnierten Verbundplatten. Für den Kratzboden, hydraulisch mit einem Untersetzungsgetriebe angetrieben, sind verzinkte Ketten verbaut. Die verzinkten Seitenwände, mit sogenannten C-Stützen am Rahmen verschraubt, können entweder mit einem Scherengitter- oder Ganzstahlaufbau ergänzt werden. Bei Wahl der Bedienoption «EHF» (elektrohydraulische Fernbedienung) steht auch

Die «Agrar Doppelachse» mit den versetzten Fahrspuren: Der Achsabstand beträgt 67 cm.

Schlanke Zugdeichsel mit Untenanhängung. Auf Wunsch gibt es eine hydraulische Knickdeichsel.

eine automatische Ladeanzeige mit einer Ladeautomatik zur Verfügung. Als Option beim Entladen ist beim «Bison» eine Dosiereinheit mit wahlweise zwei oder drei Dosierwalzen verfügbar. Diese Einheit kann zudem mit einem hydraulisch angetriebenen Querförderband noch ergänzt werden. Die Verriegelung der Gitterrücktüre erfolgt kombiniert mechanisch und hydraulisch, bei der Silierrücktüre geschieht diese Verriegelung über ein hydraulisches Sperrventil.

Fahrwerk

Bis zu einem Ladevolumen von 24 m3 (Dürrgut nach DIN) wird beim «Bison» eine Einzelachse verbaut. Darüber hinaus gibt es Doppelachsen in verschiedenen Ausführungen, unter anderem auch die «Agrar Doppelachse», bei der die Fahrspuren versetzt sind und der Abstand gerade mal 67 cm beträgt. Diese Variante ist optional auch mit Federung und Pendelausgleich lieferbar und nebst der guten Gewichtsverteilung insbesondere für Kurvenfahrten gut geeignet. Zur Wunschausrüstung gehört die hydraulische Knickdeichsel. 䡵

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur In loser Folge publiziert die UFA-Revue unter dem Titel «Praxistest» Berichte über landwirtschaftliche Maschinen. Die Interviewpartner, respektive Eigentümer dieser Maschinen, werden jeweils in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Herstellern oder Importeuren ausgesucht. www.gvs-agrar.ch

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Praxisstimme zum Agrar «Bison 452» Die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) hat seit zwei Jahren einen Allzweck-Ladewagen Agrar «Bison 452» im Einsatz, nachdem ein Vorserienmodell ein Jahr zuvor intensiv getestet wurde. Mit dem neuen Ladewagen gelang es dem Betrieb in Tänikon, gegenüber der früher beim Silieren angewandten Verfahrenskette mit Feldhäcksler Personal einzusparen. Der Ladewagen selbst dient in den zahlreichen (Vergleichs)-Versuchen als Standard- oder Ausgangsmaschine. Dem Kauf voraus ging ein langes Evaluationsverfahren, bei dem die in Frage kommenden Geräte ein detailliertes Anforderungsprofil zu erfüllen hatten. So musste der Betrieb des Wagens mit einem 110-PS-Traktor möglich sein, das Schneidwerk sollte einen exakten Schnitt, wenn auch nicht jenen eines Feldhäckslers garantieren. Dann sollte der Wagen über ein leicht zügiges, gefedertes Fahrwerk verfügen, das enge Kurvenradien zulässt. Die Räder durften aufgrund der zu überfahrenen Hartplätze wenig Abrieb aufweisen. Letztlich war im Feld eine hohe Bodenschonung gefragt und beim Befahren des Flachsilos eine gute Walzwirkung erwünscht. Gefordert wurde zudem eine Untenanhängung mit Kugelkopf-Kupplung. Dass die Wahl dann auf das Modell Agrar UFA-REVUE · 6 2010

«Bison 452» fiel, hatte verschiedene Gründe. So spielten der Schwingenrotor, die rasche Messerschaltung wie das Argument «Swiss Made» eine Rolle. August Sidler, Leiter des Versuchsbetriebs der ART, betont, dass dieser Kauf auch mit einem gewissen Risiko verbunden war. «Es gab von dieser Maschine keinerlei Praxiserfahrungen, zudem wurden einige Komponenten wie die versetzte Doppelachse und die schlanke Deichsel für die Untenhängung speziell auf unseren Wunsch in dieses Fahrzeugkonzept integriert». Im Wissen, mit dem lokalen Händler Schneider Landmaschinen AG in Matzingen, einen leistungsfähigen Partner in der Nähe zu haben, ging man dieses Risiko ein, ohne es heute zu bereuen. «Der Ladewagen hat seine Feuertaufe bestanden», hält Sidler fest. Das Futter werde schonend behandelt und es gebe keinen Mus-Effekt. Hingegen stosse man gerade beim Aufwärtsfahren mit dem 110PS-Traktor an die Grenzen. August Sidler sieht darin aber auch noch einen Vorteil: «Man fährt dann etwas weniger aggressiv, es gibt weniger Schlupf und geringere Narbenschäden». Die Bedienung beurteilt Sidler als einfach und selbsterklärend. Das System mit in zwei Ebenen angeordneten Messern spart nach Ansicht Sidlers

einiges an Kraft. «Der Schnitt selbst ist sauber und exakt, die Schnittlängen können einfach und schnell verstellt werden». Gerade der letzte Punkt ist für den ARTVersuchsbetrieb wichtig, weil am gleichen Tag oft Silage und Heu geerntet werden müssen und eine rasche Messerumstellung nötig ist. Auch die Wartung der Messer bezeichnet Sidler als einfach.

August Sidler, Leiter des ARTVersuchsbetriebs in Tänikon.

Da man den Wagen auch bei der Maissilage einsetzen möchte, hat man anstatt eines Scherengitters die Variante Ganzstahlaufbau gewählt. Das Fahrverhalten des Ladewagens sei gut. «Das Fahrwerk ist ruhig, lässt zusammen mit der schlank gehaltenen Deichsel enge Radien zu und unterstützt vor allem beim Befahren des Flachsilos die Walzarbeit», meint Sidler. Als (anfänglich) negative Punkte waren nach Aussage von Sidler anfänglich die Ladeautomatik und die Entladung über die Dosierwalzen aufgefallen. «Was diese Mängel betrifft, hat aber Hersteller Agrar nachgebessert. Insbesondere die Dosierwalzen sind mit mehr Zinken ausgestattet worden, so dass beim Abladen von Siliergut nun eine gute Leistung erzielt wird».

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PRAXISTEST KNOW-HOW

Stufenlos in die Zukunft NEW HOLLAND «T7070 AUTOCOMMAND» Im letzten Jahr ergänzte New Holland die Serie «T7000» mit fünf stufenlosen Modellen in einem Bereich von 167 bis 224 PS. Das neue Getriebe wurde auf die stärkeren Motoren abgestimmt und erreicht die in der Schweiz maximal zulässige Geschwindigkeit von 40 km/h bereits bei 1450 Umin. Neues Spitzenmodell der Baureihe ist der «T7070 Autocommand».

Ein Highlight der neuen «T7000 Autocommand» ist die «Sidewinder»Bedienarmlehne.

Herzstück des «T7070 Autocommand» ist das von CNH für diese neue Baureihe extra entwickelte, stufenlose Getriebe. Neben hydrostatischen Elementen werden darin auch mechanische Komponenten verwendet, damit das Getriebe, das last-, drehzahl- und geschwindigkeitsabhängig gesteuert wird, einen maximalen mechanischen Wirkungsgrad erreicht. Der Fahrer wählt die gewünschte Geschwindigkeit vor, die Elektronik passt in der Folge automatisch Motordrehzahl und Getriebeeinstellung an. So wird Treibstoff gespart.

Manuell- oder Zapfwellenmodus. Im standardmässigen Automatikmodus wird die Traktorgeschwindigkeit per Multifunktionshebel oder Fusspedal gesteuert, und die Steuerlogik wählt die dazu passende (verbrauchsgünstigste) Motordrehzahl. Im Geschwindigkeitsregelmodus wird diese Funktion um eine Tempomatfunktion (Beschleunigung auf eine eingestellte Geschwindigkeit und Beibehaltung dieser Geschwindigkeit) erweitert. Beim manuellen Betrieb wird die Motordrehzahl per Gaspedal oder Handgashebel gesteuert und die Getriebeübersetzung mit dem Multifunkti-

onsgriff gewählt. Im Zapfwellenmodus wird die Fahrgeschwindigkeit automatisch der gewünschten Zapfwellendrehzahl angepasst. Bedient wird das ganze über einen Multifunktionshebel, der zusammen mit dem Monitor in die neu konzipierte Armlehne «Sidewinder II» integriert ist.

Motor

Der von Fiat Powertrain Technologies entwickelte NEF-Sechszylindermotor mit 6.7 l Hubraum leistet 225 PS bei Nenndrehzahl. Mittels

Vier Betriebsarten Beim Getriebe kann zwischen vier Betriebsarten gewählt werden. Automatik-, Tempomat-,

Steckbrief New Holland «T 7070 Autocommand» Motor: 6.7 l Turbo-Motor mit Ladeluftkühlung und Commonrail-Einspitzung, 4 Zylindern und 224 PS (165 kW) Nennleistung bei 2200 Umin (mit Boost 251 PS). Maximales Drehmoment: 1025 Nm. 410 l Treibstoff-Tank. Getriebe: Stufenloses Getriebe mit aktiver Stillstandsregelung und lastschaltbarer Wendeschaltung. Zapfwelle: 540/540E71000/1000E, elektrohydraulisch geschaltet. Frontzapfwelle: 1000 (optional). Hydraulik: Axialkolbenpumpe mit 120 oder 150 l/min. 3 (maximal 8) doppeltwirkende, elektrisch geschaltete Steuergeräte. 10 463 kg Hubkraft (Heck), 3785 kg Hubkraft (Front). Masse: Leergewicht: 7450 kg. Zulässiges Gesamtgewicht: 13 000 kg. Länge: 5.503 m. Radstand: 2.884 m. Höhe: 3.165 m. Wenderadius: 5.705 m (mit Supersteer-Achse). (Angaben des Herstellers) 32

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Powerboost lässt sich diese Leistung bis auf 251 PS (bei maximaler Motordrehzahl) steigern. Wie alle Motoren der Baureihe ist der neue Motor mit einem Turbolader mit Ladeluftkßhler sowie einer elektronischen Kraftstoffeinspritzung ausgestattet und erfßllt die neuen Abgasnormen.

Optionen Die bekannten New Holland ZusatzausrĂźstungen wie die ÂŤSupersteerÂť-Achse, die einen hĂśheren Lenkeinschlag ermĂśglicht, oder die ÂŤFaststeerÂť-Lenkung fĂźr schnelle WendemanĂśver sind auch in dieser Baureihe verfĂźgbar. Auf Wunsch kĂśnnen die Traktoren neu

bereits ab Werk mit einer automatischen Parallelfßhrung ausgerßstet werden. 䥾

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur In loser Folge publiziert die UFARevue unter dem Titel ÂŤPraxistestÂť Berichte Ăźber landwirtschaftliche Maschinen. Die Interviewpartner, respektive EigentĂźmer dieser Maschinen, werden jeweils in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Herstellern oder Importeuren ausgesucht. www.bucherlandtechnik.ch

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Joel Bossy, Landwirt und Lohnunternehmer in Franex/Murist (FR), setzt auf seinem Betrieb seit letztem Jahr zwei Traktoren des Typs New Holland T7070 Autocommand ein. Er war damit der erste Kunde in der Schweiz, der auf die neue Stufenlos-Technologie von New Holland setzte. Mittlerweile kann er mit diesen beiden Traktoren auf insgesamt rund 500 Einsatzstunden zurßckblicken. Joel Bossy, er vertraut nicht nur bei Traktoren, sondern auch bei Grosspackenpressen und Mähdreschern auf die Marke New Holland, kennt die Vorzßge eines stufenlosen Getriebes bereits vom Vorgängermodell T7500. Einziger Makel: Dieses Getriebe stand bei New Holland damals im Segment ßber 200 PS nicht zur Verfßgung.

Mit dem Traktor, insbesondere mit dem Getriebe des T7070 Autocommand, ist Bossy sehr zufrieden. Es brauchte eine gewisse AngewÜhnungsphase, betont er. Zwar kÜnne man problemlos beim ersten Mal einsteigen und abfahren, doch wenn man all die zur Verfßgung stehenden technischen MÜglichkeiten nutzen mÜchte, dann sei eine intensive Auseinandersetzung unumgänglich. Die Vorgängerserie war diesbezßglich vielleicht etwas einfacher, hat letztlich aber auch weniger geboten, analysiert Bossy. Bossy setzt die beiden T7070 Autocommend bei Transportarbeiten, beim Mistzetten, Gßllen und Aufkalken mit schwerem Gerät sowie in der Bodenbearbeitung und zusammen mit der Grosspackenpresse ein. Ziel ist, jährlich zwischen 800 und 900 Einsatzstunden zu absolvieren. Als positive Elemente der je mit einer 710er Bereifung hinten und 600er Bereifung vorne ausgerßsteten Traktoren erwähnt Bossy den Komfort in der Kabine, inklusive jenen der Bedienkonsole, sowie das gute GewichtLeistungsverhältnis. Diese Traktoren sind wirklich fßr die verschiedensten Arbeiten geeignet. Positiv erwähnt Bossy auch den Treibstoffverbrauch mit gemessenen 14.7 l/h mit einem 7-Schar-Pflug. Da schneidet er wesentlich besser ab als das Vorgängermodell T7500. Einzig bei gewissen Transportarbeiten dßrften die Traktoren, die Bossy in Ergänzung zum Serienumfang mit einer Druckluftbremse, einem Umkehrlßfter, Power-Beyond-Anschlßssen sowie mit einer Piton-Fix-Anhängevorrichtung ausrßstete, ßber etwas mehr Gewicht verfßgen.

UFA-REVUE ¡ 6 2010

Kapazität durch gute Bodenkonturfolge! Ein groĂ&#x;er Vorteil der Tandemachse ist das ruhige Fahrverhalten der Maschine,

Praxisstimme zum New Holland ÂŤT7070 AutocommandÂť

Landwirt und Lohnunternehmer Joel Bossy.

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wodurch

die

Kapazität

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Rotors

vollständig genutzt werden kann.

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BILDERBOGEN KNOW-HOW

Schweizerisches «Steyr»-Treffen DAS WOCHENENDE VOM 12. UND 13. JUNI 2010 steht ganz im Zeichen der Marke «Steyr». An diesen Tagen findet in Etziken (SO) das dritte schweizerische «Steyr»-Treffen statt. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, damit die Besucher voll auf ihre Rechnung kommen werden.

Das dritte schweizerische «Steyr»Treffen beginnt am Samstag, 12. Juni 2010. Bereits am ersten Tag ist einiges los. So kann jeder anwesende «Steyr»-Traktor an der Zapfwellenbremse seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. Der grosse Fan-Shop ist ebenfalls geöffnet und am Kabinensimulatormodell werden Spezialisten aus dem Werk in St. Valentin die neueste «Steyr»Technik präsentieren. Ausgestellt ist auch die gesamte aktuelle Produktpalette von Steyr. Für Speis und Trank ist natürlich ebenfalls gesorgt. Am Samstagabend steigt dann die grosse Party mit der Stimmungsband «Alpenstarkstrom» sowie mit weiteren Attraktionen. Alle «Steyr»-Fahrer können direkt beim Festgelände in der Zivilschutzanlage kostenlos übernachten. Das Festprogramm am Sonntag, 13. Juni 2010 startet um 9 Uhr mit der offiziellen Eröffnung des Treffens. Eine Fülle von Attraktionen wartet auf die Besucher. So können sich die kleinen Besucher im betreuten Kinderparadies aus-

Das detaillierte Programm Samstag, 12. Juni 2010 • Gratis Leistungsmessung • Warm-Up-Party mit der Stimmungsband «Alpenstarkstrom» • Steyr-Bar • Gratis Übernachtung Sonntag, 13. Juni 2010 • «Steyr»-Treffen • Kabinensimulator • Traktor Hinterrad-Fahren • Festwirtschaft • Gratis Eintritt • Betreute Kinderattraktionen • Steyr-Bar • Helikopterrundflug UFA-REVUE · 6 2010

toben, während die Erwachsenen die «Steyr CVT»-Hinterradshow bestaunen, sich das Festgelände von oben aus dem Helikopter anschauen oder einfach die vielen «Steyr»-Traktoren der aktuellen oder auch letzten Generation bewundern. Ebenfalls ist der «Steyr»-Fanshop den ganzen Tag geöffnet und die neueste Technik von «Steyr» wird regelmässig präsentiert. Alle weiteren Informationen finden Sie unter: www.schopfopenair.ch 䡵

In loser Folge publiziert die UFA-Revue unter dem Titel «Bilderbogen» illustrierte Berichte über landwirtschaftliche Maschinen – in enger Zusammenarbeit mit den entsprechenden Herstellern oder Importeuren. Mehr zu den vorgestellten Weidemann-Produkten erfahren Sie unter www.case-steyrcenter.ch

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John Deere «5R» – Premium Technik im kompakten Design Die Traktoren der Serie «5R» sind ideal für Gemischt-, Ackerbauund Spezialbetriebe – der richtige Traktor für jeden Betrieb und jeden Job. Die Modelle der Baureihe (mit 80, 90 und 100 PS Nennleistung nach EC 97/68) sind auf mehr Leistung, zusätzlichen Fahrkomfort und noch mehr Wirtschaftlichkeit ausgelegt. Der «PowerTech-E»-Motor, der auch bei der grösseren Baureihe «6030» zum Einsatz kommt, zeichnet sich durch ein Mehr an nutzbarer Motorleistung und geringen Kraftstoffverbrauch aus. Der «5R» ist dank des durchgehenden Brückenstahlrahmens ideal für schwere Arbeiten geeignet. Er übernimmt die gesamte Last von Frontlader und Kraftheber und entlastet gleichzeitig die anderen Traktorkomponenten. Der elektrische «PowerReverser» erleichtert dem Fahrer den Einsatz des Traktors vor allem bei Frontladerarbeiten. Die John Deere Konstrukteure haben grössten Wert auf jedes noch so kleine Detail gelegt und die Bedienfreundlichkeit des Traktors und den Komfort in der Kabine verbessert.

Beantworten Sie diese Kreuzworträtsel-Fragen: Der nebenstehende Text hilft Ihnen dabei. 1 Die Traktoren der Serie «5R» von John Deere sind geeignet für jeden Betrieb und jeden ...? 2 Wie heisst die elektrische Funktion, die das Manövrieren des Traktors vor allem bei Frontladerarbeiten erleichtert? 3 Welche Last übernimmt der durchgehende Brückenstahlrahmen? 4 Wo wurde der Komfort bei der Serie «5R» entscheidend verbessert?

1 2 3 4 Schreiben Sie das Lösungswort (dunkler Raster senkrecht) auf eine Postkarte und senden Sie diese bis Ende Monat an UFA-Revue «Know-how Wettbewerb», Postfach, 8401 Winterthur oder senden Sie das Lösungswort via Internet über www.ufarevue.ch Name, Adresse und Telefon-Nummer nicht vergessen!

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Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeitende der fenaco-Gruppe sowie der beteiligten Landtechnik-Firmen (siehe unten) sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Der UFA-Revue Wettbewerb 2010 wird ermöglicht durch: Aebi Schmidt, Hochdorf; Agromont AG, Hünenberg; Bucher Landtechnik AG, Niederweningen; Case Steyr Center, Niederweningen; GVS-Agrar AG, Schaffhausen; Matra, Zweigniederlassung Robert Aebi AG, Lyss; Service Company AG, Oberbipp, Althaus AG, Ersigen; Pöttinger AG, Birmensdorf.

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NEUHEITEN KNOW-HOW

Sonderangebot für Claas «Axos 320C» Der kräftige Allroundtraktor mit seinen kompakten Abmessungen entspricht genau den Anforderungen, mit dem alle im Betrieb anfallenden Arbeiten erledigt werden können. Die Baureihe «Axos», mit vier Modellen von 70 bis 100 PS, zeichnet sich durch eine optimale Gewichtsverteilung und einer vergleichbar hohen Nutzlast aus. Gleichzeitig ist der Traktor enorm wendig – genauso wie es der Praktiker verlangt. Sie überlegen sich, welcher Allroundtraktor zu ihnen passen könn-

te? Kein Problem, denn aufbauend auf dem Basismodell kann der gewünschte «Axos» zusammengestellt werden. Bis am 16. Juli 2010 erhalten Sie das Aktionsmodell «Axos 320C» mit 86PS sogar zum einmaligen Nettopreis. Fragen Sie uns an, wir beraten Sie gerne. Serco Landtechnik AG 4538 Oberbipp  032 636 66 66 www.serco.ch info@serco.ch

Abgas-Lösungen von Steyr und Case Steyr und Case IH bieten zwei Lösungen, um die ab dem Jahr 2011 gültige Abgasnorm Tier 4a zu erfüllen: Ein SCR-System mit AdBlue für Motoren mit einer Leistung über 100 PS sowie eine gekühlte Abgasrückführung für Motoren mit einer Leistung bis 100 PS. In Motoren mit hoher Leistung bietet SCR gegenüber der gekühlten Abgasrückführung den Vorteil längerer Wartungsintervalle, niedrigeren Kraftstoffverbrauchs und besserer Eignung für unterschiedliche Kraftstoffe. Für Motoren mit geringerer Leistung werden Steyr und Case IH vorübergehend, wie alle anderen Hersteller, auf die gekühlte Abgasrückführung zurückgreifen. Diese Maschinen werden in kleineren Betrieben eingesetzt und weniger intensiv genutzt. Einhellige Meinung der in der Branche führenden Inge-

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Marktplatz Fortsetzung von Seite 34 Heugebläse Lanker P50, 10 PS mit Rohr und Bogen, Fr. 350; Achs, 2 Stk, 7.50 x 16, bereift, Fr. 250; Schweissmaschine BBC, 500 Amp., Fr. 250,  052 336 11 37 Traktor IH 383; Metallteile für Abschrankungen mit Rundholz  041 910 28 45 Schwader Kuhn-Flex, mit neuen Kunststoffteilen,

zusätzlich 4 Ersatzscheiben, guter Zustand, Fr. 300  079 625 46 76 Milchmengenmesser 3 Tru-Test  071 642 16 06 Dampfkessel Certuss, Dampfleistung 700 kg / h, 10 bar, mit Brenner und Speisepumpe; Wasserenthärtungsanlage  041 921 43 35 Bewässerungspumpe Bauer F3 60, Zapfwellenantrieb auf Dreipunkt mit neuem

Saugschlauch, Fr. 800; Bewässerungsrohre Bauer HK 50, mit Kreisregner und Schnellkupplung, Rohr, 50 Stk, Regner, 25 Stk, Fr. 1800  079 513 36 15, Kt. AG Baucontainer, Fr. 500; Einscharpflug, 2 Stk, Fr. 400; Bodenfräse 2M10, Fr. 320; Bergpflug, Fr. 80; Pferdesämaschine, Fr. 100  079 636 12 64 Raupenlader Liebherr LR 631, Jg. 1986, 16 t, 2100 l Hydrostat, 6000 Std.; Moorraupenlader Komatsu D31-Q16, Jg. 1979, 7 t, 1100 l, 7600 Std.  079 661 70 50 Milchtank mobil, Kühlaggregat, neu  079 665 35 21

NEU NOUVEAU mit zusätzlichen Rubriken 38

nieure ist es jedoch, dass alle Hersteller früher oder später SCR einsetzen werden müssen, um ab dem Jahr 2014 die Anforderungen der noch strengeren Norm Tier 4b zu erfüllen. In einem SCR-System werden Motorabgase durch eine Katalysatorkammer geführt, in der sie mit einem ungiftigen, farb- und geruchlosen Gemisch aus synthetischem Harnstoff und gereinigtem Wasser besprüht werden. Wenn das Gemisch in der Katalysatorkammer mit den heissen Abgasen in Berührung kommt, wird es in Wasserdampf und Stickstoff zersetzt. Case Steyr Center, 8166 Niederweningen,  044 857 22 00 www.case-steyr-center.ch

Heurüstmaschine, Fr. 150; Bandeingraser, Fr. 1180; Motorhacke mit Messerbalken, Fr. 450; Motormäher mit Hackvorrichtung, Fr. 790  079 636 12 64 Warmluftofen EC70 Kiebler, zu Heubelüftung, wenig gebraucht; Viehbänne Traktorenzug, für 5 Rinder,  079 646 33 58 Krananhänger, einachsig, 6 t, Fr. 3000  062 844 34 50 Gummiförderband Blaser, 8m; Gummiförderband, 14 m und 6 m; Gummiförderbänder, diverse, ab 2 m,  033 437 51 54 / 079 628 83 80 Futtermischwagen Seko, 11 m3, (Horizontalmischer ohne Waage), top Zustand, nur für Winterfütterung gebraucht, Fr. 11'200  079 483 60 90 Dreipunkt-Stapler, 1400 kg, Hub 3.2 m, Seitenschieber, Drehgerät 360º, Klappgabeln, Stützarme um

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Erdschaufel zu Mistkran  079 324 87 74 Zweischarpflug Ott, nonstop 2 / 2000, Zustand neuwertig, Fr. 550; Düngerstreuer Kuhn, 2 Scheiben, 450 l, Zustand neuwertig, Fr. 750  079 776 33 78 Motorsense Efco 8465, Rucksackmodell, Hubraum 43 cm3, Ausstellungsmodell, Neupreis Fr. 1195, Verkaufspreis Fr. 895; Mähbalken Aebi, 2.2 m, mit Schneidezusatz, breiter Fingerabstand, wie neu, mit 2 Messern, Fr. 1500  055 440 34 64 Front Doppelmesser-Mähwerke, 230 m oder 250 m, hydr. Antrieb; Motorsense Sachs; Reifen Vredestein, 13.6R36, 30 %  079 430 57 71 Fortsetzung Seite 58 6 2010 · UFA-REVUE


KURZMELDUNGEN PFLANZENBAU

Schweizer Hagel gut positioniert Das Rekordschadenjahr 2009 und die vorangegangene Reihe schwerer Schadenjahre haben bei der Schweizer Hagelversicherung eine Überprüfung der Produkte und Prämien fürs 2010 erfordert. Zwei extreme Hagelzüge im Mai und im Juli machten das 2009 zu einem Rekordjahr in der 130-jährigen Geschichte der Versicherung. Noch nie wurde in der Schweiz in einem Jahr ein so hoher Schaden an landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen registriert. Die Schadenzahlungen haben sich gegenüber 2008 vervierfacht,

während das Prämienvolumen stabil geblieben ist. Die Verluste in der Schweiz konnten durch das gute Ergebnis im Ausland nur teilweise kompensiert werden. Die hohen Schadenbelastungen der letzten

Bild: Meteo Schweiz

zehn Jahre und die daraus resultierenden hohen Verluste machten Anpassungen bei den Selbstbehalten und Tarifen unumgänglich. Die für 2010 beschlossenen Anpassungen können je nach Kultur und Region zu Prämienerhöhungen von etwa 10 % führen. Die Risikodeckung bleibt unverändert. Als Selbsthilfeorganisation der Landwirtschaft will die Schweizer Hagel sicherstellen, dass sie auch künftig und bei klimatisch schwierigen Bedingungen ein verlässlicher Partner der Landwirtschaft bleibt.

Pilzkrankheiten im Internet

Kraut rechtzeitig vernichten

GVO und Regenwürmer

Eine umfangreiche Sammlung von Pilzarten, vor allem Krankheitserreger von Kulturpflanzen, hat die Gruppe Mykologie von Agroscope Changins-Wädenswil ACW über vier Jahrzehnte zusammengetragen. Diese Mykothek gibt einen guten Überblick über die Pilzkrankheiten, die in der Schweiz vorkommen. Gleichzeitig ist sie eine nützliche Grundlage für die Forschung in die-

Die späte Pflanzung und die nasskalte Witterung im Monat Mai scheinen die Frühkartoffeln nicht allzu stark behindert zu haben, entwickelten sich die Kulturen doch erstaunlich gut. Der Kampagnenstart für schalenlose Frühkartoffeln gemäss Konzeptphase 1 war der 25. Mai. Der Übergang auf die Phase 2 mit mehrheitlich schalenfester Ware wird auf Mitte Juni angestrebt. Dies vor allen Dingen mit dem Ziel, den Markt mit mehrheitlich schalenfester Ware aus dem Inland zu bestücken. Die Produzenten sind daher aufgerufen, das Kraut rechtzeitig zu vernichten.

Ein mehrjähriger Anbau von gentechnisch verändertem Bt-Mais beeinträchtigt Regenwürmer nicht, wie eine vier Jahre dauernde Studie von Ökologen aus den USA und der Schweiz gezeigt hat. Für die Menge der vier auf dem Versuchsfeld vorkommenden Regenwurmarten war es unerheblich, ob Bt-Mais oder konventioneller Mais auf den Versuchsparzellen stand. Zur Absicherung dieser Ergebnisse empfehlen die Forscher, die Untersuchungen mit anderen Regenwurmarten fortzusetzen.

Ein Schädling, der sich anpasst Es gibt mehrere Zünslerarten. Zwei davon stehen sich genetisch sehr nahe, aber greifen zwei verschiedenen Pflanzen an. Ostrinia scapulalis schädigt vor allem Beifusspflanzen, während Ostrinia nubilalis den Mais bevorzugt. Der Maiszünsler erschien mit der Einführung des Mais in Europa vor 500 Jahren. Man nimmt an, dass seine Wurzeln auf Ostrinia scapulalis zurückgehen und dass die Einführung des Mais zu seiner eigentlichen Entstehung führte (Veränderung des Wirts). Anfangs des 20sten Jahrhunderts wurde der Zünsler zufällig nach Amerika

Lasertechnologie

sem Gebiet. Da die Bedeutung der Sammlung über die Schweizer Grenzen hinausgeht, soll sie über eine Computerdatenbank mit dem internationalen Projekt «Barcode of Life» vernetzt und der Wissenschaft sowie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Initiative ist Teil der bereits seitens der Vereinigten Staaten und Kanada getätigten, umfangreichen Bemühungen zur Erfassung der Biodiversität der Pilze. www.agroscope.ch UFA-REVUE · 6 2010

Die nichtchemische Unkrautbekämpfung ist Gegenstand eines aktuellen Forschungsprojektes. Die Idee ist mit der Abflammtechnik verwandt. Mit einem Laserstrahl trifft man die jungen Unkrautpflanzen «punktgenau» und schont dabei die umliegenden Pflanzen. Das «Laserjäten» lässt sich automatisieren. Machbarkeitsstudien sind bereits durchgeführt worden. Nun wollen die Forscher ein Schädigungsmodell entwickeln, in dem die Laserwirkung auf die Pflanzenart und das Wachstumsstadium dargestellt wird. Das Projekt läuft zunächst bis Anfang 2012 und zielt auf eine Unkrautbekämpfung ohne Chemie für den professionellen Gartenbau ab.

Bilder: Bayer

Feuerbranderreger ist entschlüsselt Der genetische Bauplan des Feuerbranderregers Erwinia amylovora, der weltweit berüchtigsten Obstkrankheit, ist entschlüsselt worden. Die Wissenschaft versucht nun, auf dieser Grundlage innovative Strategien gegen den Feuerbrand zu entwickeln und feuerbrandtolerante Kernobstsorten zu züchten.

gebracht. Eine Studie hat gezeigt, dass er in den unteren Stängelteilen des Mais überwintert und seine Überlebensrate mittlerweile auf nahezu 50 % angewachsen ist. Sehr wahrscheinlich haben die Kultivierungsmethoden zur Selektion der überwinternden Zünsler beigetragen. Die Ernte von Hand und später mit den Mähdreschern begünstigte die Entstehung solcher Arten.

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 39


PFLANZENBAU

Anbau auf Markt ausrichten BROTGETREIDE UND ÖLSAATEN Kann eine normale Getreideernte eingefahren werden, zeichnet sich bereits heute ein Überangebot an Brotgetreide ab. Unterstützt durch tiefe Importpreise dürfte dies nicht ohne Folgen für das Preisniveau bleiben. Dadurch wird der Anbau von Futterweizen wieder interessant. Der Trend, auch verarbeitete Produkte mit «Suisse Garantie» auszuzeichnen, entwickelt sich erfreulich.

Pius Eberhard

Stark rückläufige Importpreise, ein reichliches Inlandangebot mit sortenspezifisch ungewohnt tiefen Feuchtkleberwerten prägten die Vermarktung der Ernte 2009. Zusätzlich drängte überschüssiges Labelgetreide auf den konventionellen Markt. Diese Faktoren machten sich insbesondere in der Schlussabrechnung für die Klasse Top bemerkbar. Dadurch ist die preisliche Differenz zwischen Brot- und Futtergetreide deutlich kleiner geworden. Die Marktentlastung des Getreideproduzentenverbandes vermochte zusätzlichen Preisdruck zu verhindern.

Was ist zu tun? Mit einer moderaten Reduktion des Anbaus von Brotgetreide können die Produzenten den Markt aus eigener Kraft stabilisieren. Im Gegenzug soll auf Grund der veränderten Ausgangslage deutlich mehr Futterweizen ausgesät werden. Bei einer Preisdifferenz von ca. Fr. 8.00/100 kg zu Brotgetreide Klasse 1 eine durchaus konkurrenzfähige Alternative. Begleitend ist der Flächenbeitrag für Futtergetreide möglichst rasch um mindestens

«Suisse Premium/Suisse Garantie» gewinnt Marktanteile Mit grossem Schwung wurde das Gros des «Suisse Premium»-Brotgetreides innerhalb des Systems Maxi mit den Anforderungen von «Suisse Garantie» komplettiert. Dies ermöglicht die Auslobung von Backmehl und Backwaren mit der Herkunftsmarke der Schweizer Bauern auf den nachfolgenden Verarbeitungsstufen. Damit wird die bereits breite Produktpalette mit einem hohen Bekanntheitsgrad bei den Konsumenten wertvoll ergänzt. Beachten Sie das Sonderthema in dieser Ausgabe. 40

Fr. 200.00/ha zu erhöhen, um die bedrohlich sinkende Inlandversorgung aufzuhalten. Diese Massnahme wird von der Mehrheit der Mitglieder von «swiss granum» mitgetragen. Bezüglich der Klassenqualität bei Brotgetreide kommt den backtechnischen Resultaten der kommenden Ernte eine entscheidende Bedeutung zu. Wiederholen sich die tiefen Feuchtkleberwerte einzelner Sorten, besteht Handlungsbedarf in der Qualitätsselektion in den Sammelstellen und der Bezahlung gegenüber den Produzenten. Damit dürfte ein weiterer Schritt in Richtung Sorten-/Qualitätslagerung und –vermarktung folgen. Die nachstehenden Anbaurichtlinien gelten national betrachtet für «Suisse Premium/Suisse Garantie»-Produzenten.

schung mit anderen Sorten der Klasse 1 zu achten. fenaco empfiehlt den Sammelstellen, den Produzenten für die feuchtkleberstarke Sorte «Arina» einen Mehrpreis zu zahlen, dies zu Lasten der anderen Sorten dieser Qualitätsklasse.

Standardweizen erhöhen Der Anbau von Sorten der Klassen 2 und 3 kann gesteigert werden. Die Sorte «Levis» hat ihren festen Platz im Anbau und wird von den Verarbeitern geschätzt. In der Preisklasse 3 kann in Rücksprache mit der Sammelstelle (Lagermöglichkeit) gezielt die Sorte «Impression» angebaut werden.

Topweizen reduzieren Der Anteil dieser Klasse liegt bei maximal 20 %. Mit zunehmender Dominanz der Sorte «Siala» kann sich der Preisabstand zur Klasse 1 auf unter Fr. 2.00/100 kg reduzieren. fenaco zahlt in Absprache mit den Sammelstellen für grosse Lagerpartien der Sorte «Runal» wiederum einen Mehrpreis. Damit will sie die nachweislich bessere teigphysikalische Qualität belohnen. Offen bleibt die Frage, welche Menge Labelgetreide dieser Qualitätsklasse für die Ernte 2011 wieder unter Vertrag genommen werden kann. «Zinal» nicht ausdehnen Diese Sorte hat bezüglich Feuchtkleberwerte in der Ernte 2009 enttäuscht – kann sie dies in der kommenden Ernte korrigieren? Je nach Qualitätserhebung sind die Sammelstellen gefordert, in der Aufbereitung und beim Verlad auf eine Vermi6 2010 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU Futterweizen

verdoppeln Die Anbaufläche ist in den letzten Jahren deutlich reduziert worden. Dies hängt direkt mit der preislichen Attraktivität gegenüber dem Brotgetreideanbau zusammen. Nun haben sich aber die Relationen verschoben. Futterweizen ist preislich wieder konkurrenzfähig. Im Interesse der Inlandversorgung kann der Anbau zu Lasten von Mahlweizen oder -roggen deutlich gesteigert werden. Die leistungsfähige Mischfutterproduktion der fenaco LANDI-Gruppe garantiert dem Produzenten zudem eine optimale Ausgangslage mit der Anrechnung des eigenen Futtergetreides.

Raps und Sonnenblumen gefragt Die Nachfrage nach Rapsöl aus Schweizer Raps wächst stetig. Die Auslobung mit «Suisse Garantie» unterstützt diesen Trend. fenaco zahlt für abgeschlossene Anbauverträge für HOLL-Raps wiederum plus Fr. 10.00/100 kg. Die Anbaufläche für Sonnenblumen darf nicht weiter reduziert werden – dank «Suisse Garantie» kann fenaco für konventionelle und HO-Sonnenblumen mit Anbauverträgen plus rund Fr. 5.00/100 kg mehr zahlen als für konventionellen Raps. Diese Absatzchance gilt es zu nutzen! 䡵

Tabelle: Anbaurichtlinien der fenaco für die Ernte 2011 Stand am 25. Mai 2010, Anpassungen bleiben je nach Ernteergebnisse 2010 vorbehalten. Produktionsziele – Eckpunkte für Herbstsaat 2010

• Anbau Brotgetreide reduzieren zu Gunsten mehr Futtergetreide • Preisdifferenz zwischen Brot- und Futterweizen wird kleiner • «Suisse Premium/Suisse Garantie» bildet Standard im System Maxi • Ölsaaten bleiben interessante Kulturen – Absatzchancen nutzen Anbau «Suisse Premium/Suisse Garantie» Brotgetreide Klasse Top: ca. 20 % Runal (min. 50 %)

Klasse 1: ca. 55 % Arina (min. 50 %)

Klasse 2: ca. 25 % Levis (min. 50%)

Spezialitäten im Vertragsanbau Biskuit-Weizen Manhattan, Muveran

Nara Claro Titlis Siala

Combin Forel Zinal

Ludwig Galaxie

Roggen Palazzo, Matador Dinkel Oberkulmer, Ostro

• Anteil Klasse Top reduzieren - Klasse 2 entsprechend erhöhen • Auf qualitativ bewährte Hauptsorten setzen wie Runal, Arina, Levis • Sorten Siala und Zinal reduzieren zu Gunsten Hauptsorten – neue Sorten Nara und Combin testen • Roggen reduzieren und durch Futterweizen ersetzen Anbau von Futtergetreide/Körnerleguminosen Futterweizen

Triticale

Gerste

Körnermais

Eiweisserbsen

Anbau verdoppeln Mulan, Winnetou Tapidor Rustic

nicht erhöhen

erhöhen

erhöhen

erhöhen

Anbau von Ölsaaten Raps

Sonnenblumen

Soja

– Über 70000 t gem. Zuteilung SGPV – HOLL nur im Vertrag mit Mehrpreis

High oleic und konv. Sorten nur im Vertrag mit Mehrpreis

Anbau auf traditionelle Gebiete konzentrieren

Bei Fragen wenden Sie sich an Ihre LANDI/Maxi-Sammelstelle.

Wird eine normale Getreideernte eingefahren, so zeichnen sich bereits jetzt Überschüsse beim Brotgetreide ab. Entsprechend sollte bei der nächsten Aussaat reagiert werden.

Autor Pius Eberhard leitet den nationalen Geschäftsbereich Brotgetreide und Ölsaaten der fenaco. Richtpreise Die Branchenorganisation «swiss granum» vertagte die Richtpreisverhandlungen für Brotgetreide auf den 1. Juli 2010. Für Futtergetreide gelten die nachstehenden Ernterichtpreise je 100 kg ab Sammelstelle: • Futterweizen Fr. 36.50 • Triticale Fr. 34.50 • Gerste Fr. 34.50 • Hafer Fr. 30.50 • Eiweisserbsen Fr. 37.00 • Körnermais Fr. 36.50

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PFLANZENBAU

Vorgekeimte Samen haben Zukunft EINE ERFOLGREICHE SAAT ist für die Landwirte von zentraler Bedeutung. Der Erfolg hängt indessen von der Keimfähigkeit der Saatgutposten und den zum Zeitpunkt der Aussaat herrschenden agroklimatischen Verhältnissen ab. Beim Vorkeimen, auch als Saatgutaktivierung bezeichnet, handelt es sich um eine viel versprechende Technologie zur Verbesserung der Saatgutqualität und des Saaterfolgs bei ungünstigen Bedingungen.

Françoise Corbineau

Vorgekeimtes Saatgut sorgt für einen schnelleren und regelmässigeren Auflauf. Foto: agrarfoto.com

Dass aus einem Samen eine Pflanze entsteht, ist eine unabdingbare Anforderung, dies umso mehr, als das Saatgut einen grossen finanziellen Aufwand für den Landwirt, den Gartenoder Gemüsebauer bedeutet. Für einen homogenen Feldaufgang müssen hochwertige Saatgutpartien verwendet werden, also Samen, die ausnahmslos keimen, sich zu normalen und kräftigen Keimlingen entwickeln, eine geringe Anfälligkeit gegenüber den Umweltfaktoren aufweisen (die folglich unter sehr unterschiedlichen agroklimatischen Verhältnissen gut keimen) und ihre Keimfähigkeit auch während der Lagerung bewahren. Die Keimeigenschaften einer Saatgutpartie werden allerdings weitgehend von Faktoren beeinflusst, die von der Entwicklung des Samens auf der Mutterpflanze bis zur Aussaat jederzeit auftreten können. Dies erklärt, weshalb die Saatgutpartien unabhängig von den im Laufe der Produktion getroffenen Vorsorgemassnahmen uneinheitlich ausfallen, was sich bei der Saat in einer zeitlich gestaffelten Keimung, in einer fehlenden Keimung eines Teiles der Samenpopulation oder in einem manchmal schwierigen Auflaufen der Keimlinge zeigt. Um die Heterogenität des Keimverhaltens der Samen einer Samenpartie zu verringern und die Anfälligkeit der Samen auf Umweltfaktoren herabzusetzen, hat die Samenindustrie neue Technologien entwickelt, darunter die Vorkeimung.

Phasen des Keimungsverlaufs der Samen. Dieser biologische Vorgang vollzieht sich in drei Stufen: Die Wasseraufnahme oder die Quellung der Samen, die Keimung im eigentlichen Sinn und das Wachstum des Keimlings. Der ungestörte Ablauf der zweiten Stufe ist wesentlich, denn davon hängt das Wachstum des Keimlings ab. Diese Phase ist mit zellulären, biochemischen und metabolischen Vorgängen verbunden, die den Austritt der Keimwurzel vorbereiten. Ihre Dauer variiert allerdings von Samen zu Samen, was zur zeitlichen Staffelung der Keimung beiträgt. Solange das Wachstum nicht eingesetzt hat,

das heisst, solange die Keimwurzel die Samenschale nicht durchbrochen hat, ist ausserdem eine Rücktrocknung der gequellten Samen möglich, während bei gekeimten Samen ein Wasserentzug zu deren Absterben führt. Bei der Vorkeimung erfolgt die Wasseraufnahme der Samen unter kontrollierten Bedingungen, damit sich die zweite Keimphase bei jedem einzelnen Samen vollzieht, ohne dass sich die Samenwurzel verlängert. In der Folge können die Samen vor deren Verwendung zurückgetrocknet und gelagert werden, was den Behandlungsnutzen nicht beeinträchtigt. Die Keimung aktivierter

Was ist unter der Vorkeimung zu verstehen? Das Vorkeimverfahren oder die Aktivierung – besser bekannt unter der englischen Bezeichnung «Priming» – beruht auf den einzelnen 42

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PFLANZENBAU

Welche Techniken und für welche Arten? Grundsätzlich lässt sich die Vorkeimung bei den Samen aller Arten anwenden. Technische Aspekte wie das Samenvolumen und die Trocknungsschwierigkeiten erschweren allerdings im Falle von Ackerkulturen eine solche Behandlung im industriellen Massstab. Zuckerrübensamen werden allerdings häufig im vorgekeimten Zustand vermarktet. Für zahlreiche Gemüsearten (Lauch, Karotten, Endivien, Kohl, Tomaten, Peperoni usw.) oder Blumenarten (Stiefmütterchen, Schlüsselblumen, Begonien usw.) ist die Samenaktivierung hingegen eine ausgesprochen interessante Technik, denn die Behandlungskosten werden durch den Mehrwert des Saatguts wettgemacht. Zur Aktivierung der Samen kommen zwar verschiedene Methoden zum Einsatz, die aber alle auf die Steuerung der Samenquellung abzielen, damit es zu einer Keimung (Phase II des Keimvor-

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gangs) ohne Verlängerung der Keimwurzel kommt und damit die Samen getrocknet und gelagert werden können, bevor sie verwendet werden. Die Samen können in Wasser (Hydropriming) oder häufiger in einer Kochsalzlösung beziehungsweise in Polyethylenglykol (Osmopriming) eingequellt werden. Das Osmopriming kann durch Eintauchen der Samen in eine Flüssigkeit mit osmotischem Druck und unter konstanter Luftzufuhr erfolgen. Die Samen können auch einem festen organischen oder nichtorganischen Medium beigemischt werden, das ein hohes Wasserhaltevermögen aufweist und dadurch die Wasseraufnahme der Samen verringert. In diesem Fall spricht man von «Matrixpriming» oder «Solid matrix». Beim Hydropriming wird den Samen in einer Drehtrommel eine kontrollierte Wassermenge mittels Sprühnebel zugeführt. In der Regel erfolgt die Behandlung bei einem Wassergehalt der Samen von rund 40 % der Frischmasse und dauert fünf bis zehn Tage.

Grafik: Abfolge der Keimphasen Wurzel bricht durch

Wurzel bricht durch

Absorbiertes Wasser

Samen erfolgt schneller, da die Samen nur noch quellen und den Wachstumsvorgang vollziehen müssen, nachdem die zweite Phase vollständig oder zum grössten Teil bereits während der Behandlung vorgenommen wurde.

Zeit Unbehandelte Kontrollsamen (braun). Dem Vorkeimverfahren unterzogene Samen (grün). I = Quellung; II = Keimung im strengen Sinn; III = Wachstum.

Vorgekeimtes Saatgut = Highspeed® UFA-Samen bietet vorgekeimtes oder geprimtes Saatgut unter dem Namen «Highspeed®» an. Bei den Rasen- und Futterbau-Highspeedmischungen wird die sehr langsam auflaufende Wiesenrispe geprimt. Dadurch wird sie im Vergleich zu seinen Mischungspartnern, vor allem dem englischen Raigras, konkurrenzstärker. Das Ergebnis ist eine verbesserte Ablösung des englischen Raigrases durch die Wiesenrispe. Dies ist bei allen länger dauernden Mischungen für einen dichten, ausdauernden Grasbestand unbedingt notwendig. «Highspeed®» wird auch bei allen wichtigen Übersaatmischungen eingesetzt.

Vorteile der Aktivierung Der Hauptvorteil der Vorkeimbehandlung besteht in der schnelleren und einheitlicheren Keimung, die eine grosse Temperaturbandbreite (beispielsweise kalte Böden) und auch eine schlechte Sauerstoffversorgung zulässt (Wasserüberschuss und strukturschwacher Boden). Auf diese Weise lässt sich ein besseres Auflaufen der Keimlinge unter ungünstigen Saatbedingungen erreichen. In der Praxis darf man sich eine Halbierung der Keimzeit und eine Erweiterung des Keimtemperaturbereichs um 5 bis 10 °C erhoffen. Ein Beispiel: Vorgekeimte Lauchsamen keimen bei einer Temperatur zwischen 5 und 35 °C, während nicht vorbehandelte Samen nur zwischen 15 und 20 °C keimen, und Tomatensamen werden dank Vorkeimung fähig, bei Temperaturen unter 15 °C zu keimen. Bei Zierarten (Stiefmütterchen, Schlüsselblumen, Begonien usw.) erhalten die Saatgutproduzenten mittels Vorkeimung homogenere und kräftigere Keimlinge. Die Behandlung stellt auch die Keimung von Samen wieder her, die ihre Keimkraft teilweise verloren haben. Grund dafür ist sicherlich die Förderung von Reparaturmechanismen auf Zellebene.

Keine

risikolose

Behandlung

Wird die Behandlung nicht einwandfrei ausgeführt, besteht bei der Trocknung die Gefahr, dass die Samen, deren Samenwurzel sich während der Behandlung verlängern konnte, absterben. Daher muss sorgfältig gearbeitet werden (Wassergehalt der Samen, Temperatur und Dauer der Behandlung), damit kein Samen in die Wachstumsphase übertritt. Durch das Vorkeimverfahren werden die Samen oft alterungsanfälliger. Die Saatgutgesellschaften mussten daher Technologien entwickeln, dank denen sich ein bestmöglicher Nutzen der Behandlung erzielen lässt und gleichzeitig die Samen eine Lagerfähigkeit während mindestens einem Jahr bewahren, damit sie vermarktet werden können.

Technik mit Zukunft Bei der Vorkeimung oder Aktivierung von Samen handelt es sich um eine biologische Behandlung, die bei guter Durchführung sehr wirksam ist, um die Samenkeimung zu beschleunigen und das Feldverhalten besonders bei suboptimalen Bedingungen zu verbessern. Vorgekeimte Samen dürfen als qualitativ hochwertiges Saatgut bezeichnet werden. 䡵

Autorin Pr Françoise Corbineau, «Germination et Dormance des Semences», UR 5, Université Pierre et Marie Curie, Paris www.upmc.fr

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PFLANZENBAU

Behandlung im Gewächshaus MIT EINEM GEEIGNETEN, korrekt kalibrierten und eingestellten Gerät sollten Pflanzenschutzmittel im Gewächshaus angepasst an den Pflanzenbestand ausgebracht werden, wozu heute aber noch praxisgerechte Empfehlungen fehlen. Auch bei der Kaltvernebelung und der Applikation via Tröpfchenbewässerung bestehen beträchliche Beratungslücken.

Jacob Rüegg

1 · Die Einstellung des Gerätes war nicht optimal wie der Vorabtest mit wassersensitivem Papier gezeigt hat. Die Blattoberseiten wurden gut bis übermässig besprüht … 2 · … die Blattunterseiten wurden wenig oder gar nicht besprüht. 3/4 · Die Einstellung des Gerätes wurde verbessert, was sich in einem ausgeglicheneren Spritzbild zeigt.

In modernen Gewächshäusern werden Tomaten, Gurken, Auberginen unter möglichst optimalen Ernährungs- und Klimabedingungen herangezogen. Sofern sie auftreten, können Schlüsselschädlinge oft durch den Einsatz geeigneter Nützlinge unter Kontrolle gebracht werden. Dennoch kann meist nicht vollständig auf direkte Pflanzenschutzmassnahmen verzichtet werden. Pflanzenschutzmittel sollen mit einer geeigneten Technik und einer 1 möglichst der Kultur angepassten Produktedosierung und Wassermenge eingesetzt werden, was zur Zeit aber noch mit etlichen Unsicherheiten behaftet ist. Pflanzenschutzfachleute von Agroscope ACW in Changins-Wädenswil haben im Tessin und in der deutschen Schweiz in Zusammenarbeit mit Applikationstechnikspe3 zialisten der Firma Syngenta AG Untersuchungen auf Versuchs- und Praxisbetrieben vorgenommen.

Vertikalbalken mit Luftunterstützung auf Raupenfahrzeug montiert.

2

Tabelle 1: Kaltvernebelung, mittlere Depositionswerte (diverse Wirkstoffe) in ng/cm2 Kollektorfläche Saison 2009 Pflanze Boden

Entfernung zum Kaltvernebelungsgerät

Auberginen Mitte Mitte Mai Juli

Tomaten Mitte Mitte Mai Juli

circa 50 m

557

929

151

426

circa 100 m

140

232

68

42

circa 50 m

926

1364

284

1086

circa 100 m

175

281

95

50

4

Diverse Sprühgeräte im Einsatz Im Gegensatz zum Obst- und Weinbau sind im Gewächshausgemüsebau die Applikationsgeräte nicht standardisiert. 44

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PFLANZENBAU Es werden Spritzpistolen, von Hand geführte Lanzen, Vertikalbalken mit Düsen auf Fahrgestellen mit und ohne Luftunterstützung, modifizierte Weinbauaxialsprühgeräte, sowie Motorrückensprühgeräte eingesetzt. Die Untersuchungen zeigen, dass die Produzenten ihre Geräte meist nicht kalibrieren, sodass die angenommene Brühemenge von der tatsächlich durch Messung ermittelten Brühemenge zuweilen stark abweicht. Messungen mit einer fluoreszierenden Markiersubstanz haben ergeben, dass die Verteilung der Spritzbrühe über die ganze Laubwand der doppelreihigen Tomatenkulturen oft recht ungleich war. Der Prozentsatz der ausgebrachten Produktemenge, welcher auf den Pflanzen angelagert wurde, lag in einigen Fällen lediglich bei 50 %. Es wurden jedoch auch gute Werte von 70–90 % ermittelt. Auf Grund der bisherigen Untersuchungen wird deutlich, dass der sorgfältigen Kalibrierung und Einstellung der Geräte auf die jeweilige Kultur und deren Wachstumsstadium grosse Bedeutung zukommt. Als Beispiel mag der Test eines neuen Vertikalbalkens mit Luftunterstützung dienen (Fotos 1-4). Mit wassersensitivem Papier konnte einfach und schnell gezeigt werden, dass die anfängliche Einstellung des Gerätes nicht optimal war. In der Folge wurde der Anstellwinkel der unteren Düsen und Luftführungselemente geändert, was ein besseres Spritzbild im Test mit wassersensitivem Papier ergab. Die Verteilung der Spritzbrühe in der Laubwand wurde zudem mit Markiersubstanz überprüft. ACW möchte eine einfache Anleitung erarbeitet, wie die Dosis der Pflanzenschutzmittel und die Wassermenge an die effektiv zu behandelnde Zielfläche angepasst werden können. Der Reihenabstand und die Höhe der Laubwand sollen dabei als einfach zu messende Hilfsgrössen dienen.

Kaltvernebelung, praktisch aber nicht unproblematisch Das Ausbringen von Insektiziden und Fungiziden mit Spritzgeräten in Gewächshauskulturen ist mit einem hohen Arbeitsaufwand verbunden. Es ist naheliegend, dass ein Applikationsverfahren wie die Kaltvernebelung, welches einen sehr viel geringeren Arbeitsaufwand erfordert, für den Produzenten attraktiv UFA-REVUE · 6 2010

erscheint. Mit handelsüblichen Kaltvernebelungsgeräten wird das Pflanzenschutzmittel in einer geringen Wassermenge von etwa 5 – 40 Litern pro Hektare meist am Abend nach Arbeitsschluss bei geschlossenem Gewächshaus fein zerstäubt. Ventilatoren im Gewächshaus erzeugen einen schwachen Luftstrom, welcher den feinen Sprühnebel während der Nacht durch das Gewächshaus transportiert. Bei der Kaltvernebelung wird mit ungefähr einer Stunde Arbeitsaufwand pro Hektare ein Insektizid oder Fungizid appliziert, was mit Standardtechniken leicht einen Arbeitstag erfordert. Messungen von ACW in je einem Gewächshaus mit Tomaten und Auberginen haben jedoch deutlich gezeigt, dass mit einem stationären Kaltvernebelungsgerät und einem Ventilator pro 500 m2 Gewächshausfläche keine auch nur annähernd gleichmässige Verteilung der Wirkstoffe im Gewächshaus und im entsprechenden Pflanzenbestand erreicht wurde. Auf den Blattoberseiten wurden je nach Wirkstoff und Kultur 2 bis 8 mal höhere Depositionswerte als auf den Blattunterseiten gemessen. Im Mittel aller Messungen wurde weniger als die Hälfte der ausgebrachten Wirkstoffmengen auf den Pflanzen gefunden. Beträchtliche Anteile wurden auf dem Boden und ein kleinerer Teil an der Gewächshauskonstruktion gefunden. Pflanzen, die in der Nähe des Durchganges standen, in welchem das Kaltvernebelungsgerät betrieben wurde, wiesen deutliche Blattverbrennungen und teilweise auch zu hohe Rückstände auf. Die Kaltvernebelungstechnik muss verbessert werden, möglicherweise durch einen mobilen Einsatz der Kaltvernebelungsgeräte.

Pflanzenschutzmittel via Tröpfchenbewässerung Bei der Applikation von Pflanzenschutzmitteln durch die im Gewächshaus bereits installierte Tröpfchenbewässerungsanlage wird die Gewächshauskonstruktion nicht konta-

miniert. Für den Anwender ist diese Applikationsmethode risikoarm und arbeitszeitsparend. Zudem besteht keine Gefahr einer Abdrift der ausgebrachten Pflanzenschutzmittel. Die Messdaten ergaben ein sehr tiefes Niveau von Rückständen für die bisher untersuchten Wirkstoffe in den erntebereiten Tomaten. Einschränkend muss sogleich beigefügt werden, dass sich diese Applikationsmethode längst nicht für alle Pflanzenschutzmittel eignet. Eine gute Aufnahme über die Wurzeln, eine vollsystemische Verteilung in der Pflanze sowie eine gute Wirkung gegen Blattläuse konnte bisher für die Wirkstoffe Thiamethoxam (Actara) und Pymetrozin (Plenum) in hors-sol-Kulturen nachgewiesen werden. Bei Kultivierung in natürlichem Boden ist die Produktewahl jedoch bereits stärker eingeschränkt, da hier nur wenige Substanzen genügend mobil sind. Die zweijährigen Versuche

Handelsübliches Kaltvernebelungsgerät in einem Gewächshaus mit Auberginen.

Tabelle 2: Kaltvernebelung, Wiederfindungsraten in % der vernebelten Wirkstoffmengen Wiederfindung in % Blattoberseite Blattunterseite Ganzes Blattwerk Nicht Zielflächen (Boden, Gewächshauskonstruktion)

Mittelwert 37 10 47 40

Bereich 20 – 50 3 – 27 23 – 77 35 – 67

in den Gewächshäusern des ACW Zentrums von Cadenazzo haben auch gezeigt, dass die Anpassung der Dosierung der systemischen Insektizide auf die jeweilige Kultur und deren Wachstumsstadium nicht ganz einfach ist. Es soll eine gute, möglichst lang anhaltende Wirkung erzielt werden und gleichzeitig muss eine Auswaschung der Wirkstoffe in Bodenkulturen unbedingt vermieden werden. Die fachgerechte Applikation von Pflanzenschutzmitteln via Tröpfchenbewässerung erfordert einiges Know-how. 䡵

Autor Jacob Rüegg, Applikationsspezialist im Gemüse Extension-Team von Agroscope Changins – Wädenswil. In Zusammenarbeit mit René Total und Mauro Jermini ACW sowie Ronald Wohlhauser, Peter Wyss, Syngenta Applikationstechnologie Basel. Im Rahmen von Extension-Projekten werden Lösungen für aktuelle Probleme der Gemüsebau-Branche entwickelt. Zusätzlich werden in längerfristigen Forschungs-Projekten Strategien zur Regulierung von Schädlingen und Krankheiten erarbeitet und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Düngern optimiert. www.ufarevue.ch

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phyto-news Blattdüngung in Zuckerrüben: Wenns ein bisschen mehr sein darf! Die früh gesäten Zuckerrübenfelder sind durch die anfängliche Trockenheit und den darauf folgenden Kälteeinbruch verzögert Aaufgelaufen. Dies führte in vielen Feldern zu etwas lückigen oder unregelmässigen Beständen. Zum Reihenschluss der Zuckerrübe wird meist noch eine Blattdüngung gemacht, oft nur mit einem FlüssigBorpräparat. Könnte man nicht mit einem umfangreicheren Produkt die Zuckerrüben optimaler versorgen?

Optimaler Rübenbestand für eine Goëmar Multi Behandlung.

Die positiven Effekte von Meeresalgen sind anerkannt. Eine bessere Nährstoffversorgung der Wachstumszentren mit verbesserter Aufnahme und Weitertransport der Nährlösung, weniger Welkeerscheinungen und bessere Trockenheitstoleranz sind positiven Effekte von Frischalgenpräparaten. Diese Vorteile überzeugten auch die Zuckerrübenproduzenten. Mit Goëmar Multi ist ein Produkt erhältlich, welches neben den Frischalgen zusätzlich noch 130 g/Liter Bor enthält. Dieses Produkt kombiniert somit das nötige Bor mit den stimulierenden Effekten der Frischalgen. Goëmar Multi wird vorzugsweise vom 6-Blatt-Stadium bis im August eingesetzt und ist mit der 1. Fungizidbehandlung mischbar.  062 746 80 00   

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Was ist Ihre Strategie gegen Kraut- und Knollenfäule in Kartoffeln? Nach dem schwierigen Frühling haben sich die Kartoffelbestände etwas erholt und damit wird es schon wieder höchste Zeit, eine griffige Strategie zur Krautfäulebekämpfung zu planen. Es zeigt sich jedes Jahr wieder, dass es äusserst wichtig ist, den Spritzstart nicht zu einem Fehlstart zu machen. Mit den ersten erfolgreichen Spritzungen legt man die Basis für die ganze Saison. Was am Anfang gespart wird, bezahlt man bei ungünstiger Witterung später. Die Erfahrung der letzen Jahre zeigt klar, dass Produzenten welche von Anfang an mit klaren Strategien und den richtigen Intervallen behandeln, die besten Erfolge hatten. Das Elementare am Ganzen ist, dass das gewählte Intervall zum jeweiligen Produkt passt. Jedes Produkt hat seine Limiten und die Nachfolgespritzungen müssen entsprechend dieser Limiten erfolgen. Bei Überschreiten der Spritzabstände (z.B. witterungsbedingt) muss immer mit einem kurativen Produkt weiter bekämpft werden. Neu kann ab Bestandesschluss bis zur Blüte Fantic M als systemische Lösung und zum Wirkstoffwechsel eingesetzt werden. Auch Valbon ist in den letzten Jahren ein wichtiger Baustein in der Krautfäulebekämpfung geworden. Der transsystemi-

Krautreicher Kartoffelbestand.

sche Wirkstoff von Valbon zeichnet sich durch eine vorbeugende, abstoppende und sporentötende Wirkung aus. Da Valbon transsystemisch ist, wird der Wirkstoff vor Regen sehr gut geschützt. Der Wirkstoffwechsel bleibt trotz allen Vorteilen von transsystemischen Fungiziden wichtig und kann mit Tanos zum Start sowie den bewährten Daconil Combi DF und Daconil 500 erfolgen.

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Empfohlene Krautfäulestrategie 2010 Mai – Juni Tanos oder Fantic M (systemisch) + Daconil 500

Juni – Juli 0,7 kg/ha 2,5 kg/ha

Valbon transsystemisch

Juli – August 1,6 kg/ha

3 l/ha

Wichtig ist ab einer Staudenhöhe von 20 cm oder Anfang Juni generell beginnen mit Krautfäulebekämpfung

Während der Zeit mit dem grössten Krautvolumen.

Daconil Combi DF + Daconil 500

2 kg/ha 3 l/ha

Kraut gut schützen und bis zur Vernichtung Intervalle einhalten.

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MERKBLATT PFLANZENBAU

Tipps aus 20 Jahren Erfahrung STREIFENFRÄSSAAT von Mais in Wiesen ist eine schweizerische Spezialität. Sie verbindet den effizienten, umweltschonenden Anbau des Mais mit der Produktion von Gras auf ideale Weise. Die hohe Bearbeitungsintensität im Streifen garantiert eine gute Jugendentwicklung des Mais. Der unbearbeitete Streifen schützt den Boden vor Erosion und bietet eine gute Befahrbarkeit. Dank langer Bodenbedeckung nimmt die Nitratauswaschung ab und die Bodenstruktur wird gefördert. 20 Jahre Erfahrung belegen, dass sich die Streifenfrässaat in der Praxis erfolgreich umsetzen lässt. Stimmen die Voraussetzungen, resultieren gleich hohe Erträge wie mit dem Pflugverfahren.

Streifenfrässaat ist auf eine gute Bodenstruktur angewiesen, wobei sich schwere und leichte Böden gleichermassen eignen. Die Bearbeitung nasser Böden ist zu unterlassen. Die Unkrautregulierung erfordert aufmerksames Beobachten, Erfahrung und rasches Eingreifen. UFA-REVUE · 6 2010


MERKBLATT PFLANZENBAU

Erfolgsfaktoren im Überblick Bodenbedingungen und Technik Einfluss der Bodenbedingungen Je schwerer die Böden, desto höher sind die Anforderungen an die Fräsqualität. Verdichtete Oberböden, wie bei beweideten Naturwiesen oder feucht und intensiv befahrenen Kunstwiesen, erschweren die Arbeit.

Bodenstruktur schonen Voraussetzung für eine erfolgreiche Streifenfrässaat ist eine gute Bodenstruktur! Darum: • Befahren bei nassen Bedingungen (Gülle und Mist!) vermeiden. • Reifendruck reduzieren. • Grossvolumige Reifen einsetzen.

Gezielte Nährstoffversorgung Unterfussdüngung mit Mass 30 bis 50 kg N/ha (Harnstoff, Mg-Ammonsalpeter) zur Saat. Eine Phosphorgabe (Mischdünger) ist in gut versorgten Böden grundsätzlich nicht nötig. Bei kühler Witterung, alkalischen oder mit unterversorgten Böden verbessert eine Unterfussdüngung mit wasserlöslichem Phosphor die Jugendentwicklung (DAP, No-till), da das Nachlieferungsvermögen aus dem Boden eingeschränkt ist. Violette Verfärbungen zeigen einen kühlebedingten Phosphormangel an. Eine ausreichende Magnesiumversorgung muss vor allem in sandigen und sauren Böden beachtet werden.

Nasse Böden abtrocknen lassen • Variante 1: Warten bis Boden abgetrocknet ist. • Variante 2: Durch eine flache Bodenbearbeitung (10 cm) Abtrocknung fördern, dann «Streifenfrässaat light».

Streifenfräse gezielt einstellen • Eine Grubbertiefe von 20 bis 25 cm erzielt in der Praxis sichere Erträge. Bei guter Bodenstruktur flacher einstellen. Frästiefe: 6 bis 10 cm. • Rotordrehzahl 250 Umin, 3 bis 5km/h. Kraftbedarf: 120 PS. • Mehr PS erlauben ein zügigeres Arbeiten. • Schwere Scheibenschare sind ein wichtiger Bestandteil des Systems.

Kopfdüngung zur Reihe Eine verbesserte Wirkung wird mit zwei Gaben zur Reihe und nicht breitSchwere Scheibenscharen sind Pflicht. Eine schneidende Scheibe vor der Doppelscheibenschar verbessert die Säqualität.

flächigem Ausbringen erzielt. Harnstoff tendiert bei heissem Wetter zu verflüchtigen. Auf trockene Pflanzen ausgebracht, verursacht er keine Verbrennungen.

Mist und Gülle sind gut möglich Gut verrotteter Mist kann in einer Menge von bis 30 t/ha vor der Saat ausgebracht werden. Zu beachten ist, dass schmieriger Mist beim Fräsen die Zugkraftübertragung der Traktorräder behindern kann. Schlecht verrotteten Mist nach der Saat ausbringen (Verstopfungen, N-Blockade). Gülle kann vor oder nach der Saat (anstelle Kopfdüngung) oder in stehenden Mais (6-Blatt) ausgebracht werden (Bodenverdichtungen vermeiden).

Der Grubber vermeidet die Bildung einer Schmierschicht durch die Fräse und verbessert die Durchwurzelung in die Tiefe.

Regulierung des Grases • Behandeln des Grasstreifens beim Fräsen: Die Behandlung der Zwischenstreifen mit Glyphosat gibt viel Sicherheit. Die Applikation geschieht über Düsen, die sich zwischen den Fräskörpern der Säkombination befinden. • Breitflächig mit Glyphosat: Frisch geschnittene Stoppeln behandeln, dann wird Glyphosat durch die Pflanzen aufgenommen. Sind Schnittstellen vernarbt, muss rund sieben Tage gewartet werden bis genügend Blattmasse vorhanden ist. 48

Eine bodenschonende Bereifung ist eine wichtige Massnahme, um die Verdichtungsgefahr zu reduzieren. 6 2010 · UFA-REVUE


MERKBLATT PFLANZENBAU

Bewährte Herbizidstrategieen

Schädlinge Schnecken, Erdschnaken

Glyphosat im Vorauflauf Geringe Wassermengen von zirka 100 l/ha und der Einsatz von enthärtetem Wasser (zirka 5 kg Ammonsulfat pro 100 l Wasser) verbessern die Wirkung deutlich. Die Vorauflauf-Spritzung erfasst frische Grasstoppeln (maximal zwei bis drei Tage nach Schnitt), die noch nicht vernarbt sind. Ansonsten gilt es, eine Grashöhe von 8 bis 10 cm abzuwarten. Nach Glyphosatbehandlungen mit dem Güllen mindestens zwei bis drei Tage zuwarten.

Nachauflauf gemäss Verunkrautung Die Verunkrautung ist im Nachauflauf frühzeitig bei einer Grashöhe 8 bis 10cm konsequent zu regulieren. Gegen Gräser

kommt ein Sulfonylharnstoff (Nico-, Rim-, Foramsulfuron) zum Einsatz. Dabei ist die Pflanzenverträglichkeit der Maissorten (Packung) zu beachten. Gelber, gestresster Mais reagiert deutlich empfindlicher auf das Herbizid als kräftige Pflanzen. Maissorten mit zügiger Jugendentwicklung sind vorzuziehen (Sortenliste).

Blacken gezielt nachbehandeln Bei erster Herbizidbehandlung, Dicamba den Gräserhebiziden beimischen. Falls nötig, erfolgt später eine Nachbehandlung mit Thifensulfuron und Exell (nur bei wüchsigem Wetter). Achtung: Sortenverträglichkeit beachten! Die Beigabe eines Magnesium-Blattdüngers vermindert beim Mais den Stress.

Gras zwischen den Maisreihen wirkt als Ablenkfütterung. Probleme sind selten und können bei frühem Abspritztermin auftreten (Ablenkfutter fehlt). Eine spätere Saat und eine schnelle Maisentwicklung vermindern die Probleme.

Drahtwürmer Bei hohem Drahtwurmdruck insektizidgebeiztes Saatgut einsetzen. Bei gut wüchsigem Wetter sind die Schäden geringer.

Mäuse Bei starkem Mäusebefall ist Vorsicht geboten, da Mäuse nur durch zirka 15cm tiefe, ganzflächige Bodenbearbeitung (Grubber, Pflug) stark dezimiert werden.

Krähen Im Vergleich zum Pflug ist bei Streifenfrässaat in Bezug auf die Krähen kein Unterschied feststellbar.

Maiszünsler Der Maiszünsler befällt Streifenfrässaaten nicht stärker als konventionelle Felder. Werden Maisstoppeln nicht eingearbeitet, so sind sie tief zu mulchen. Bei Frost ist dies besonders wirksam (Stoppeln zerspringen).

Spritzen von Glyphosat (vor der Fräse) zwischen den Reihen vermeidet Grasdurchwuchs am Rande des gefrästen Bandes. Staubbildung bei Trockenheit vermindert die Wirkung von Glyphosat.

Rechts (siehe Pfeil) hat es keine Wurzeln. Derart verdichteter Boden führt zu Ertragseinbussen. UFA-REVUE · 6 2010

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MERKBLATT PFLANZENBAU Lohnt sich der Lohnunternehmer wirklich? Variable Fixe Kosten Kosten Total Arbeit Fr./ha Fr./ha Fr./ha AKh/ha Pflügen 1 ha, 4 Schar* 81 102 183 1.6 Eggen 1 ha, 3 m Kreiselgge* 41 75 116 0.92 Einzelkornsaat 1 ha** 140 Total 439 2.53 Streifenfrässaat im Lohn** 440 *** Variable Kosten mit Amortisation fürs Pflügen und Eggen, Saat durch Lohnunternehmer, ohne Entschädigung für die eigene Arbeit. * Maschinenkosten siehe www.maschinenkosten.ch ** Tarif Lohnarbeit siehe www.agrartechnik.ch *** nur Organisation

Häufige Fragen

Verbessert Streifenfrässaat die Bodenstruktur? Folgekulturen wie Weizen oder Rüben nach Streifenfrässaat erzielen mit geringem Bearbeitungsaufwand hohe Erträge. Die Schonung der Bodenstruktur beim Mais wirkt sich auf die Fruchtfolge positiv aus.

Warum nicht Direktsaat?

Streifenfrässaat wird in England seit 2003 praktiziert.

Direktsaat stellt die höchsten Anforderungen an die Beikrautregulierung und Bodenstruktur. Das häufige Befahren der Wiesen (vier bis sechs Schnitte) führt zu Oberbodenverdichtungen. Deshalb konnte sich die Direktsaat auf Wiesen nicht durchsetzen. Bei optimaler Bodenstruktur sind Direktsaaten ohne Ertragseinbussen möglich.

Warum wenig Verbreitung in Ackerbaugebieten? In Ackerbaugebieten lässt sich Mais auf einfache Weise mit Mulchsaaten oder Direktsaat anbauen. Aus Kostengründen wird häufig die vorhandene Mechanisierung eingesetzt.

Streifenfrässaat light? Statt nach dem Pflug oder Grubber konventionell ein Saatbett zu bereiten, ist die Saat auch per Streifenfrässaat-Kombination möglich. Die groben Schollen zwischen den Reihen sorgen für einen guten Erosionsschutz und vermindern die Nährstoffabschwemmung. Je nach Situation ein sinnvoller Kompromiss.

Pflugloser Anbau der Folgekultur möglich? Streifenfrässaat passt bestens in den pfluglosen Anbau. Bei Berücksichtigung der Fusarienanfälligkeit ist ein pflugloser Anbau nach Streifenfrässaat problemlos möglich. Für viele Lohnunternehmer war die Streifenfrässaat der Einstieg in den pfluglosen Anbau.

Benötigt Streifenfrässaat viel Wasser? Nein, im Vergleich zum Pflug vermindert die Streifenfrässaat die Wasserverdunstung sogar. Wichtiger als die Bodenbearbeitung ist der Wasserbedarf der Begrünung zwischen den Reihen. Ei-

ne Wiese benötigt pro Kilogramm Trockensubstanz zirka 500 l Wasser. Wächst der Bestand weiter, dann kommt es zu Wassermangel. Deshalb ist die Kontrolle der Begrünung sehr wichtig.

Verzögerter Feldaufgang im Frühling? Die Bearbeitung des Streifens ermöglicht eine rasche Erwärmung und einen schnellen Feldaufgang. Bei trockenen Bedingungen ist der Feldaufgang im Vergleich zum Pflugsystem häufig besser.

Benötigt Streifenfrässaat viel Schneckenkorn? Nein, grüner Zwischenreihen-Bewuchs wirkt als Ablenkfütterung. Heikel sind einzig frühzeitig abgespritze Vorkulturen, was dazu führt, dass die Schnecken beim Maisauflauf nur Mais zu fressen haben. Totes Material mögen die nicht.

Kann die Wiese nach Mais wieder genutzt werden? Wird die Begrünung wegen der Verminderung des Wasserverbrauchs konsequent reguliert, wächst nur wenig Gras nach, das im Herbst kaum eine Nutzung ermöglicht. Bei hohem Grundwasserspiegel genügt eine leichtere Regulierung, worauf mehr Gras nachwächst und eine Nutzung (Herbstweide) möglich wird.

Impressum In loser Folge publiziert die UFA-Revue in Zusammenarbeit mit Forschungs-, Beratungs- und Fachinstitutionen hilfreiche Merkblätter. Autoren Thomas Anken und Gregor Albisser, Agroscope Reckenholz-Tänikon; Johannes Berweger senior & junior, Eschlikon; Josef Krummenacher, Dietwil; Ruedi Senn, Haag; Armin Brönimann, Wil. Herausgeber Agridea, Eschikon 28, 8315 Lindau; Agridea, Av. des Jordils 1, cp 128, 1000 Lausanne 6; www.agridea.ch Redaktion Bruno Arnold, Sylvain Boéchat, Agridea; Matthias Roggli, UFA-Revue. Fotos Agroscope Reckenholz-Tänikon; J. Wilson, UK-Kent. Layout und Publikation UFA-Revue, 8401 Winterthur.

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UFA-SAMEN EMPFIEHLT SAATGUT

Jetzt den Kunstfutterbau planen! BEI DER MISCHUNGSWAHL darf es keine Kompromisse geben, bildet sie doch die Grundlage für eine leistungsfähige Milch- und Fleischproduktion.

Im breiten Sortiment von UFA-Samen findet sich für jeden Standort und jede Nutzungsart die richtige Mischung. UFA-Samen garantiert optimale Rezepturen mit an das Schweizer Klima angepassten TopSorten. Dass es sich dabei meist um Schweizer Sorten handelt, ist der inländischen Gras- und Kleezüchtung der Forschungsanstalt Agroscope ReckenholzTänikon ART zu verdanken. Schweizer Sorten sind weltweit führend in den agronomischen Eigenschaften.

Hier drei Beispiele: UFA 240 CH ist eine zwei- bis dreijährige Italienisch-Raigras-Mattenklee-Mischung mit Schweizer Spitzenzüchtungen beim Mattenklee, grossblättrigen Weissklee, Italienisch-, Bastard- und Englisch-Raigras. UFA 330 M ist eine dreijährige GrasWeissklee-Mischung mit Mattenklee. Bei den Komponenten Mattenklee, grossblättrigem Weissklee, EnglischRaigras und Wiesenschwingel werden ausschliesslich einheimische Zuchtsorten verwendet. UFA Bergwiese Highspeed® ist eine Mischung zum Überführen in eine Naturwiese. Die Arten grossblättriger Weissklee, Englisch-Raigras, Wiesenfuchsschwanz und Wiesenschwingel stammen aus Schweizer Züchtung. Mischungen mit Schweizer Zuchtsorten sind besonders an die hiesigen Bedingungen angepasst und bringen darum den höchsten Ertrag kombiniert mit bester Ausdauer.  UFA-REVUE · 6 2010

Für Fragen fenaco Sursee, Dominik Fischer  058 433 65 88

KleegrasSommer-Aktion 2010

GVS Schaffhausen, Bruno Gnädinger  052 631 17 65

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LV St. Gallen, Albert Fässler  071 226 77 11 fenaco Winterthur, Hanspeter Hug  058 433 76 04

So wird es gemacht: Bon ausschneiden, ausfüllen und mit Ihrer Saatgutbestellung in der LANDI abgeben.

fenaco Yverdon, Lukas Aebi  024 424 01 43 fenaco Lyssach, Andreas Wyss  034 448 18 61

Lassen Sie sich bei der Bestellung vom UFASamen Beratungsdienst in Ihrer Nähe beraten. Infos zu den Mischungen gibt es auch im UFASamen Feldsamenkatalog (in Ihrer LANDI) oder via www.ufasamen.ch.

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Name/Vorname Strasse/Hof UFA-Mischung

Menge

kg

UFA-Mischung

Menge

kg

Gültig: Bezug bis am 1. Juli 2010 51


Der Einfluss des Fütterungssystems

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DIE GRUNDFUTTERKOSTEN sind von Betrieb zu Betrieb sehr unterschiedlich. In jedem Fall stellen sie aber einen bedeutenden Kostenanteil an der Tierproduktion dar. Entsprechend macht das Futter etwa 20 bis 30 % der Milchproduktionskosten aus.

Wie in Grafik 1 dargestellt, sind die Kostenunterschiede zwischen den verschiedenen Grundfutterarten gross: Gemäss den Berechnungen des Programms «Grufko» (SHL Zollikofen) gehen die Kosten im Durchschnitt der Jahre 2007 und 2008 für die verschiedenen Futtermittel im Talgebiet

Mathieu Bezençon

Grafik 1: Durchschnittliche Grundfutterkosten im Talgebiet (T) und Berggebiet (B) 60

von 17 Fr./dt Trockensubstanz (TS) für die Weide, über 30 Fr./dt TS für Maissilage und 42 Fr./dt TS für Belüftungsheu bis hin zu 45 Fr./dt TS für Grassilage. Diese Zahlen entsprechen den Gesamtkosten für eine bestimmte Futterart von der Saat bis zur Krippe. Was die Bedeutung der verschiedenen Kostenpositionen anbelangt, scheinen im Mittel die Maschinenkosten mit 42 % der Gesamtkosten am meisten ins Gewicht zu fallen, gefolgt von den Arbeitskosten mit 32 %. Die übrigen Kosten (Direktkosten, Lagerkosten, Kosten für Maschinenmie-

te und für Arbeit durch Dritte) machen zusammen lediglich 26 % aus.

Grosse Schwankungen Es darf allerdings nicht ausser Acht gelassen werden, dass es sich bei den Angaben in Grafik 1 um Durchschnittswerte handelt. Hinter diesen Zahlen verbergen sich nämlich die grossen Kostenschwankungen, die sich von Betrieb zu Betrieb für eine bestimmte Futterart ergeben. Der Unterschied zwischen dem Durchschnittswert der zehn günstigsten und demjenigen der zehn teuersten Boden-

CHF /dt TS

50 40 30 20

 Arbeit durch Dritte  eigene Arbeit  Maschienenmiete

 Maschinenkosten  Lagerkosten  diverse Kosten

Grossballensilage T Grossballensilage B

Grassilage T Grassilage B

Siloballen T Siloballen B

Bodenheu T Bodenheu B

Maissilage T

Eingrasen T Eingrasen B

0

Weide T Weide B

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Jeder Betrieb verfügt über sein eigenes Fütterungssystem. Darunter versteht man die verschiedenen Futtermittel, die auf einem Betrieb produziert werden und ihre Anteile an der Fütterung.

Quelle: Stettler und Vetsch, 2008

Grafik 2: Grundfutterkosten in Abhängigkeit des Futtersystems

Euro /t TS

160 140 120 100 80 60 40 20

Maissilage

 Mais-dominant

Weide

Heu

 Mais-Gras

Grassilage

Grossballensilage

 nur Gras

Quelle: Réseaux d’Elevage Rhône-Alpes, 2009 52

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PROFI LAIT PFLANZENBAU heue beispielsweise beträgt 37 Fr./dt TS, was eine Differenz von rund 170 % bedeutet. Die Schwankungen innerhalb einer Futterkategorie sind auf eine grosse Anzahl betriebsspezifischer Parameter zurückzuführen. Zu diesen Parametern gehören die Produktionsmengen, die Ernteketten, die benutzten technischen Verfahren, die Gebäude, die Einrichtungen und die benötigten Arbeitskräfte. Nicht zu vergessen sind die geografische Lage des Betriebs, die Topografie sowie die Parzellenstruktur.

Fütterungssysteme sind kostenwirksam Jeder Betrieb besitzt sein eigenes Fütterungssystem. Darunter wird die Gesamtheit der verschiedenen auf dem Betrieb produzierten Futterarten, deren Produktionsweise und ihr jeweiliger Fütterungsanteil verstanden. Das Fütterungssystem ist eng mit den verschiedenen oben genannten Betriebsparametern verbunden. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass zwischen dem Fütterungssystem und den Kosten für die Futterproduktion eines Betriebs ein Zusammenhang besteht. Dies scheint auch Grafik 2 zu be-

UFA-REVUE · 6 2010

stätigen, welche auf einer Studie über die Grundfutterkosten aus dem Jahr 2009 der Réseaux d’Elevage RhôneAlpes basiert. Die Grafik stellt die durchschnittlichen Produktionskosten von 63 Betrieben für fünf Futterarten je nach betrieblichem Fütterungssystem dar. Zu den Produktionskosten zählen die Direktkosten, Abschreibungen, Kapitalkosten, Materialunterhalt und -versicherungen, Diesel und Arbeit durch Dritte. Den grössten Einfluss scheint das Fütterungssystem im Falle der Weide und der Grassilage zu haben: Bei der Weide dürfte dieser Umstand grösstenteils auf die weniger gute Verwertung der Weideflächen im maisdominierten System zurückzuführen zu sein. Bei der Grassilage können die erhöhten Kosten im Mais-Gras-System und im reinen Grassystem hauptsächlich durch die geringen Erntemengen erklärt werden. Bei den Betrieben mit Mais-Gras-System und reinem Gras-System, die in der genannten Studie untersucht wurden, handelte es sich nämlich hauptsächlich um kleinere Betriebe im mittleren Berggebiet, deren Maschinenpark aber demjenigen der Talbetriebe praktisch eben-

Online-Kostenrechner Mit dem Kostenrechner unter www.swissmilk.ch/kostenrechner steht allen Milchproduzenten ein einfaches Hilfsmittel zur Verfügung, mit dem die Direktkosten abgeschätzt und mit nationalen Referenzbetrieben verglichen werden können. Einfach einmal ausprobieren! Wer danach Lust auf mehr hat und seine Vollkosten im Detail berechnen möchte, wird für den Besuch von Vollkostenkursen von den Schweizer Milchproduzenten (SMP) mit einem finanziellen Beitrag unterstützt. Weitere Informationen über die von SMP, Agridea, Profi-Lait und dem BeratungsForum Schweiz (BFS) getragenen Kampagne «Kostenoptimierung der Milchproduktion» finden Sie auf der eingangs erwähnten Homepage.

bürtig war. Entsprechend lagen bei den Betrieben mit Mais-Gras-System und mit reinem Grassystem die Maschinenkosten in Zusammenhang mit der Grassilage-Ernte umso höher, je geringer die Futtermengen waren. Ausserdem wirkt sich bei diesem Betriebstyp die häufigere vorübergehende Verwendung von Futtermischungen insbesondere im Mais-Gras-System ebenfalls nachteilig auf die Grassilage-Kosten aus.

Neue Betrachtungsweise Eine weitere interessante Erkenntnis der Studie ist, dass die gewichteten durchschnittlichen Kosten für eine Dezitonne Futter-TS (über alle Futtertypen berechnet) auf jedem Betrieb weniger variieren als die jeweiligen Kosten für die einzelnen Futterarten. Es scheint also, dass es zwischen den Kosten der verschiedenen Futterarten auf einem Betrieb zu einem Ausgleich kommt. Dieser Ausgleich ist auch in Grafik 2 ersichtlich: Wie beispielsweise die Kurve des reinen Grassystems zeigt, kann dieses System höhere Grassilage-Kosten als jene im maisdominierten System dank geringerer Weidekosten zumindest teilweise kompensieren. Bei der Analyse der Futterproduktionskosten eines Betriebs ist man oft versucht, einen Vergleich mit den Durchschnittskosten anderer Betriebe anzustellen. Dabei werden meist Kriterien wie die Landwirtschaftszone, die Nutzfläche oder die Anzahl GVE berücksichtigt. Diese eher «statistischen» Kriterien geben aber leider die Funktionsweise eines Betriebes nur schlecht wieder. Mit Blick auf den Einfluss des Fütterungssystems auf die Produktionskosten ist indessen die Frage berechtigt, ob ein Vergleich auf der Grundlage des Fütterungssystems nicht sinnvoller wäre. 

Autor Mathieu Bezençon‚ Tierproduktion, Agridea, 1006 Lausanne. www.agridea.ch

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PFLANZENBAU

Neue Impulse KUNSTFUTTERBAU Die Frage nach der besten Futterbaumischung wird immer wieder gestellt. So einfach sich die Frage anhört, so komplex ist die Antwort. Während sich der Futterbestand bei den Naturwiesen dem Standort und der Nutzungsintensität anpasst und sich nur sehr langsam beeinflussen lässt, kann mit einer Kunstwiese gezielt ein Leistungsziel angestrebt werden.

Hanspeter Hug

Die Anforderungen an den Kunstfutterbau sind von der fütterungstechnischen Seite her betrachtet unterschiedlich. Viele strukturelle und klimatische Gegebenheiten beeinflussen die Qualität des Grundfutters.

Übernutzte

Naturwiesen Der Glaube, dass nur jung geschnittenes Futter hohe Qualitätsgehalte bringt, kann vor allem bei Naturwiesen fatale Folgen haben. Werden Naturbestände über mehrere Jahre übernutzt (5 – 7 Jahresnutzungen), so verändert sich der Pflanzenbestand. Gute Futterpflanzen verschwinden, Gemeine Rispe, Straussgras, Quecke, Hirse, Hahnenfuss, Kerbel, Blacken, Löwenzahn und andere besiedeln die entstandenen Lücken. Solche Bestände bringen bei jungem Schnitt schlechte Qualitäten. Nachhaltig bewirtschaftete Bestände (bis 4 Jahresnutzungen) liefern pro Schnitt einen etwas tieferen Gehalt an APD und MJ NEL/kg TS, jedoch einen konstant hohen Gehaltund TS-Ertrag pro Fläche. Kunstwiesenmischungen ertragen hohe Schnittintervalle! Je nach Hauptnutzungsjahre sind dies die Hauptmischungen UFA 240 CH, UFA 330, oder UFA 440 Highspeed.

Eine Frage des Kunstwiesenanteils Je kleiner der Kunstwiesenanteil in der Ration, desto besser kann der Kunstwiesengehalt an die übrige Ration angepasst werden. Dies gilt insbesondere bei Rationen mit hohen Mais- und Rübenschnitzel-Anteilen, (UFA Harvestore, UFA 320, UFA 323 GOLD) wie auch bei hohen Naturwiesenanteilen.

Leistungsniveau der Herde Je nach Leistungsniveau der Herde werden 54

pro Kuh und Tag unterschiedlich hohe Gaben an Kraftfutter verabreicht. Je nach Rationsgestaltung kann eine Kunstwiese eher als Strukturlieferant (UFA Strufu, UFA 420) oder als Energieund Eiweisslieferant (UFA 330, UFA 440) dienen. Dies sind nur einige Überlegungen, die zur Optimierung der Futterration führen

Gräser mit Vorsprung Pflanzenbaulich verändert sich ein Bestand sehr stark in seiner Zusammensetzung während der Vegetationsperiode. Gräser benötigen zum Wachsen weniger Wärme als der Klee. Darum starten sie im Frühjahr schneller als der Mischungspartner. Dieser Wachstumsvorsprung hält an, bis die Tageshöchsttemperatur über zirka 28 °C steigt und die Tage lang werden. Je trockener und heisser der Sommer, desto tiefer sinkt die Graswachstumskurve. Sie kann erst wieder ansteigen bei länger werdenden Nächten und tieferen Temperaturen. Beim Klee liegt die Wachstumskurve gerade umgekehrt. Im Frühling können die Leguminosen erst bei einer Bodentemperatur ab rund 8 °C richtig starten. Dann steigt die Wachstumskurve stetig an und erreicht den Höhepunkt in den heissen, eher trockenen Sommermonaten. Zum Herbst hin senkt sich die Kurve wieder.

MJ NEL, der zweite Aufwuchs meist einen höheren Gehalt an Fasern und die Sommerschnitte werden immer faserärmer, dafür APD-reicher. In der Fütterung spielt es eine grosse Rolle, ob man nun vom ersten Schnitt oder von Sommerschnitten verfüttert. Vor allem beim Hochsilo und bei den Siloballen, wo nicht wie im Fahrsilo alle Schnitte miteinander entnommen und gemischt werden können, muss der Fütterungsplan immer wieder an die veränderten Gehalte angepasst werden. Beim Dürrfutter ab Heustock ist darauf zu

Jeder Schnitt mit anderem Gehalt Das ist der Hauptgrund, warum die Wiesenbestände in der zweiten Hälfte der Vegetationszeit höhere Anteile an Leguminosen aufweisen als im Frühjahr. Dass dies auch Auswirkungen auf den Gehalt des Futters hat, ist die logische Konsequenz. So hat der erste Schnitt immer den höchsten Gehalt an 6 2010 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU Grafik: Wachstumskurve von Klee und Gras

Mischungen der Grasanteil gehalten werden kann, muss die Düngung an die Graswachstumskurve angepasst werden. Das heisst, N-Düngungspriorität im Frühling, zu den ersten zwei Aufwüchsen im Herbst, ab Mitte August, den Rest. Sommer N-Gaben können Gräser zu wenig in Ertrag umsetzen, da ihre Wachstumskurve im Sommer tief ist. Dies gilt für alle N-Quellen, also für Handelsdünger wie auch Gülle. Vor allem die Mischung «UFA Bergwiese Highspeed» bleibt die ganze Nutzungsperiode hindurch gräserstark, dies auch bei mehrjähriger Nutzungszeit.

Klee Gras

April

Mai

Juni

Juli

achten, dass möglichst von allen Schichten regelmässig verfüttert wird.

Klee gewünscht? Damit ein übers Jahr möglichst ausgeglichenes Futter heranwachsen kann, muss der Praktiker genau wissen, was er überhaupt anstrebt. Hohe Kleeanteile übers ganze Jahr sind am besten mit Luzerne (UFA Harvestore GOLD) und Luzerne-Rotklee-Mischungen (UFA 320/323 GOLD) zu erreichen. Luzernemischungen bedürfen eine eigene Nutzungs- und Düngungsstrategie. Diese passt sicher nicht

August

Sep- Oktober Notember vember

in diejenige von Naturwiesen, GrasWeissklee- oder Mattenklee-ItalienischRaigras-Mischungen. Auf Betrieben mit Fahrsilokonservierung wird das praktische Umsetzen mit diesen Mischungstypen oft schwierig.

Düngung an Graswachstum anpassen Werden vor allem gräserstarke Mischungen gewünscht, so eignen sich Gras-Weissklee-Mischungen (UFA 330, alle UFA 400er Mischungen sowie UFA Bergwiese Highspeed) am besten. Damit (vor allem) bei den raigrasstarken

Der Landwirt muss wissen, welche Ziele er mit einer Kunstwiese erreichen will.

Flexible Mischungen Es gibt auch Mischungen, die sich dem Standort sowie der Düngung und Nutzung besonders optimal anpassen können (UFA Queen GOLD, UFA Bergwiese Highspeed). Mit diesen von der Rezeptur her breit abgestützten Mischungen werden über die Jahre gesehen konstant hohe Erträge an TS und Gehalt pro Fläche geerntet. Der Grund liegt darin, dass sich immer diejenige Einzelart durchsetzen wird, welche die besten Wachstumsbedingungen vorfindet. Ihr Gehalt im Futter kann über die Nutzungszeit jedoch stark schwanken. Fazit Je nach Kuhherde, Leistungsziel und Rationsgestaltung werden an das Grundfutter unterschiedliche Ansprüche gestellt. Der Landwirt muss sich im Klaren sein, welche (Ertrags-)Ziele er mit einer Kunstwiese erreichen will (TSErtrag pro Fläche, Gehaltsertrag pro Fläche oder Gehalt im Futter). Mit einer Kunstwiese kann diesen Anforderungen teilweise Rechnung getragen werden. Je länger die Nutzungszeit einer Mischung sein muss, desto wichtiger wird, dass die standortangepassten Arten gesät werden. Der Ausgleich der Ration erfolgt dann mit dem Ergänzungsfutter. 䡵

Autor Hanspeter Hug, UFA Samen, 8401 Winterthur Details zu den Wiesenmischungen von UFA-Samen erfahren Sie im UFA-Feldsamenkatalog (in Ihrer LANDI) oder via www.ufasamen.ch

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PFLANZENBAU

Rapsanbau für Profis AN DIE NÄHRSTOFFVERSORGUNG stellt der Raps besonders hohe Ansprüche. Nicht nur Stickstoff, Phosphor und Kali, auch Schwefel und Mikronährstoffe tragen entscheidend zu einem hohen Ertrag bei. In der gezielten Düngung liegt eine Erklärung, warum Spitzenbetriebe Erträge von bis zu 50 kg/a erreichen.

Heinz Mathys

Raps gehört mit zirka 320 Vegetationstagen zu den Kulturen, die eine Ackerfläche am längsten belegen. Umso mehr darf beim Anbau nichts dem Zufall überlassen werden. Im Jahr 2009 wurden in der Schweiz rund 22 000 ha Raps angepflanzt, vor zehn Jahren waren es noch 16 000 ha. Die Durchschnittserträge lagen in den letzten vier Jahren bei 30 bis 38 kg/a. An guten Standorten wurden auch schon 50 kg gedroschen. Kann man in der Schweiz 50 kg Ertrag/a zur Regel machen? Fact ist, 5 kg/a Mehrertrag ergeben bei den heutigen Preisen zirka 400 Fr./ha Mehrerlös!

Wurzelwachstum behindern. Ernterückstände sollten gut verteilt und mit dem Boden durchmischt werden. Deshalb lohnt es sich auch, vor jedem Pflugeinsatz die Stoppeln der Vorfrucht gut zu lockern und einzumischen, um so eine Matratzenbildung zu verhindern. Auf trockenen Standorten wird mit einer flachen Bodenbearbeitung die Kapillarwirkung unterbrochen und die Austrocknung der Ackerkrume reduziert. Gerade nach später, nasser Getreideernte ist es besser, mit zwei Durchgängen (1. Mal flach, 2. Mal tiefer) eine Bodenbearbeitung vorzunehmen.

verbessert wird. Eine ausreichende Kaliversorgung stabilisiert den Ertrag durch eine verbesserte Samenzahl pro Quadratmeter sowie das Tausendkorngewicht und den Ölgehalt. Die Phosphatdüngung im Herbst fördert das Wurzelwachstum. Raps hat in der Jugendentwicklung einen hohen Bedarf an Phosphat (P), weil die Zellanlagen für Fruchtstände im Wurzelhals eingelagert sind, aus denen der Raps im zeitigen kalten Frühling aus den Reserven schöpft. Auf Böden mit pH-Wert über 7 wird mit Vorteil eine wasserlösliche Form von P-Düngern verwendet. Durch die Düngung und das Einarbeiten im

Nicht zu dicht säen Ob EinzelFeinkrümeliges, rückverfestigtes Saatbeet Raps gehört zu den Kulturen, die Fehler in der Bodenbearbeitung nicht tolerieren. Eine grosse Zeitspanne zwischen der Ernte der Vorkultur bis zum Saattermin ermöglicht eine erfolgreiche Strohrotte mit entsprechender Bodenbearbeitung. Dieser Zeitraum kann vom Betriebsleiter geplant werden, indem er frühe Weizensorten oder sogar Gerste als Vorfrucht anbaut. Der Raps liebt ein feinkrümeliges, rückverfestigtes Saatbeet. Raps mag es nicht, wenn Ernterückstände das

PK-Dünger – Jetzt optimaler Kaufzeitpunkt Aufgrund der Turbulenzen auf dem Düngermarkt in den vergangen Jahren wurde die Grunddüngung mit Phosphor und Kali zum Teil vernachlässigt. Die Bodenreserven sind ausgeschöpft. Nun gilt es, diese wieder aufzufüllen. Die Preise für Phosphor und Kali liegen momentan auf tiefem Niveau. Deshalb macht es jetzt auch aus wirtschaftlicher Sicht Sinn, PK-Dünger einzukaufen. Profitieren Sie jetzt zusätzlich noch vom Einlagerungsrabatt von 2 Fr. pro 100 kg (gültig bis Ende Juni 2010). 56

kornsaat oder Drillsatt durchgeführt wird, kommt auf die Mechanisierung des Betriebes an. Wichtig ist, dass die Bestände nicht zu dicht gesät werden. Ziel im Frühling wäre ein Bestand von rund 35 bis 40 Rapspflanzen pro Quadratmeter. Eine höhere Saatdichte aufgrund von Schnecken geht nie auf, da Schnecken beim Fressen nicht selektionieren. Bevorzugt werden Böden im alkalischen Bereich. Es ist deshalb sinnvoll, eine Kalkung in der Raps-Fruchtfolge vorzunehmen. Sollte es etwas schneller gehen, können 1000 bis 1500 kg Branntkalk zur Saat gegeben werden. Branntkalk vermindert die Ausbreitung des Kohlhernie-Bakteriums und verschafft ein feines, krümeliges Saatbett.

Kalium und Phosphor nicht vernachlässigen Raps hat einen hohen Kalibedarf. Kalium (K) stärkt das Gewebe und reguliert den Salzhaushalt in den Zellen, so dass eine verbesserte Standfestigkeit daraus resultiert und die Widerstandfähigkeit gegenüber Pilzen 6 2010 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU Tabelle: Mikronährstoffe: Bedarf an Spurenelementen bei 50 dt/ha Ertrag (in g / ha) Bor 628

Kupfer 56

Mangan 3299

Molybdän 31

Zink 1272

Eisen 1445

Grafik: Einsatzzeitpunkt der Boden- und Blattdünger

Aussaat

6 Blattstadium

Ausgang Winter

Rosettenstadium

Längswachstum

Knospenbildung

500 kg Rapsdünger 5.12.24 +2Mg +5S + 9Ca + B 2 l Photrel FL + Fungizid 250 kg Bor-Ammonsalpeter 2 l Photrel FL + Insektizid 250 kg Bor-Ammonsalpeter

Herbst gelangen Phosphat, Kalium und Magnesium rechtzeitig in den Wurzelbereich, was die Nährstoffausnutzung verbessert (Grafik).

Schwefel in Wechselwirkung zu Stickstoff Wie bei allen Kreuzblütlern gehört der Schwefeldüngung im Raps eine besonders hohe Beachtung. Die Wechselwirkung von Schwefel (S) und Nitrat (N) ist bekannt. Schwefel ist verantwortlich für die Aminosäurenund Eiweissbildung und den Chlorophyll-Haushalt. Bei Mangel geht die Chlorophylldichte zurück und die Pflanze wird heller. Das Enzym der Nitratreduktase enthält als Baustein die Aminosäure Cystein. Bei S-Mangel kann Nitrat nicht in die Stoffkreisläufe des Stickstoffs überführt werden. Dies verursacht einen Nitratstau in der Pflanze und sie wächst nicht mehr weiter. Schwefel sollte im zeitigen Frühjahr mit dem ersten Stickstoff ausgebracht werden. Der Schwefelbedarf bei Raps liegt bei zirka 70 kg/ha, je nach Ertragserwartung und Bodennachlieferung. Schwefel gehört zusammen mit dem ausgebrachten Stickstoff in den Wurzelraum, da so hohe Mengen über das Blatt gar nicht verabreicht werden können.

Mikronährstoffe sind im Herbst zum Einlagern und in der Streckungsphase wichtig. Raps ist ein regelrechter Spurennährstoff-Fresser. Besonders Bor ist für die Entwicklungsphase Blüte bis Samenbildung unentbehrlich. Zudem wird mit einer Borbehandlung über das Blatt die Winterfestigkeit verbessert. Da Bor in der Pflanze nicht gelagert werden kann, ist eine mehrmalige Behandlung so nahe wie möglich an der Blüte empUFA-REVUE · 6 2010

fehlenswert. Fast keine andere Pflanze benötigt so viel Molybdän wie Raps. Molybdän wird zwar bei höheren pHWerten am besten gelöst und Raps sollte ja eher auf alkalischen Böden angebaut werden. Doch hohe Schwefeldüngungen mit Stickstoff benötigen begleitende Gaben von Molybdän über das Blatt. Da in kurzer Zeit sehr hohe Mengen von Schwefel und Stickstoff gedüngt werden, senkt sich der pH-Gehalt im Wurzelraum stark; damit wird die Aufnahme von Molybdän gehemmt, dies wiederum kann nur durch eine Blattdüngung behoben werden. Auch die Mengen an Mangan (300 – 350 g/ha) sind nicht zu unterschätzen. Mangan wird bei hohen pH-Werten blockiert und kann somit von der Pflanze nicht aufgenommen werden. Spurennährstoffe werden vor allem in sehr wüchsigen Wachstumsphasen benötigt: Im Herbst zur Einlagerung, damit im Frühling aus dem Vollen geschöpft werden kann, und in der Streckungsphase bis hin zur Kornbildung (Tabelle).

Anfang Winter mindestens 10 bis 12 Blattachseln Eine Behandlung mit Fungiziden aus der Gruppe der Azole ist im 6 – 8-Blattstadium (Ende September/Anfang Oktober) im intensiven Anbau ein Muss. Die Pflanzen werden eingekürzt, verstärkt und winterhart gemacht. Zudem werden die Bestände ausgeglichener und die Seitentriebe gefördert. Zugleich kann das erste Mal ein Flüssigdünger beigemischt werden (z. B. Photrel FL, 2 – 3 l/ha), um die Spurenversorgung abzudecken. Die Beimischung von Photrel verstärkt zusätzlich das Einkürzen des Raps. Ein gut entwickelter Raps hat anfangs Winter

mindestens 10 bis 12 Blattachseln. So viele Seitentriebe resultieren im Frühling auf sicher. Wenn dann nochmals zehn Seitentriebe in der Streckungsphase dazukommen, sind es 20 Seitentriebe. Mit 2.7 kg Ertrag pro Seitentrieb kommt man der magischen Grenze von 50 kg/a sehr nahe. Photrel wird zur Stängelrüssler- und Rapsglanzkäfer-Bekämpfung mit je 2 bis 3 l/ha nochmals eingesetzt.

Ammonium – N wird eingelagert Für 1 dt/ha Ertrag werden 5 N benötigt. Stickstoff ist der Motor des Pflanzenwachstums und aus Sicht der praktischen Düngung der wichtigste Nährstoff. Raps benötigt für eine optimale Entwicklung im Herbst 50 bis 60 kg N. Besonders zur Förderung der Strohrotte und Vermeidung der N-Immobilisierung ist vor allem bei pflugloser Bodenbearbeitung eine Ausgleichsdüngung angebracht. Raps hat sehr früh in der Vegetationsperiode einen hohen Bedarf an Stickstoff: bei 4 bis 5 Grad Lufttemperatur fängt der Raps bereits an zu wachsen. Hauptziel der N-Startgabe ist die Förderung und Regeneration von Wurzeln-, Blatt- und Blütenanlagen. Zusätzlich wird durch die Einlagerung von Speicherprotein die Ausbildung späterer Ertragsanlagen gefördert. Üppige Bestände sind in der Regel weniger stark anzudüngen. Dadurch werden eine zu starke Krautbildung und eine verfrühte Schossneigung verhindert. Zuviel Nitratstickstoff führt eher zu hohem Blattwachstum, Ammoniumstickstoff wird eingelagert und für das generative Wachstum bereitgestellt. Die Anschlussgabe sollte im Normalfall 3 bis 4 Wochen später folgen. Bei lan-

Rapsblüten benötigen besonders viel Bor.

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PFLANZENBAU gem Winter und spätem Frühling dürfte der Zeitraum geringer ausfallen, insbesondere in Lagen wo Frühlingstrockenheit herrscht. Die Anschlussgabe fördert vor allem das generative Wachstum, also den Schotenansatz. Zudem ist sie auch eine Absicherung der Nährstoffversorgung zum Zeitpunkt des Hauptbedarfs (Streckungsphase). Wird der Zeitpunkt der Anschlussgabe verpasst, kann eine Reduktion der Seitentriebe beobachtet werden. Damit sind Ertragseinsbussen vorprogrammiert. Hohe und verspätete Gaben wirken sich negativ auf die Abreife sowie den Ölgehalt aus.

unten nach oben. Die Reife verläuft von oben nach unten. Die oberen Schoten sind aber immer am wenigsten entwickelt, da sie weniger Vegetationszeit haben als die unteren. Die 2 % der oberen aufgeplatzten Schoten weisen in der Regel nur Kümmerkerne auf. Zudem wurde in der Züchtung die Schotenqualität verbessert. Vermutlich verändert auch der Einsatz von Fungiziden den Hormonhaushalt der Pflanze und somit wird eine bessere Schotenqualität erreicht. Starke Nerven werden in der Regel mit 12 bis zu 20 % mehr Ertrag belohnt. Damit lässt sich schon bald der Mähdrescher bezahlen. 

Nicht zu früh dreschen Starke Nerven sind bei der Ernte gefragt. Viel Raps wird viel zu früh gedroschen. In der Wahl des richtigen Zeitpunkts schlummert ein grosses Ertragspotenzial. Durch die geringen Saatdichten verzweigen sich die Bestände stärker und der Horizont, in der Schoten gebildet werden und ausreifen sollen, wird höher. Die Blüte beim Raps verläuft von

Brennhafen, 350 l, mit Kühler und Katalysator, Beheizung Dampf, Nachrüstung mit Rührwerk möglich; Brennhäfen occasion, diverse  041 921 43 35 Breitreifen 800/65-32, passend zu Fendt 700er Serie  079 653 96 35 Walze Cambridge, 5 m Arbeitsbreite, 5-teilig mit hydr. absenkbarem Plattformanhänger für Strassentransport, Anhänger auch für andere Transporte einsetzbar, Fr. 6200  079 280 54 15 Hochdruckreiniger Alto Typ 3040 HA, Heisswasser, 10 m neuer Schlauch, top Zustand, Fr. 1400; Gabel mit 2 Spitzen, für Rund- oder Quaderballen, Fr. 750  031 819 35 73 58

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Kombitrack Rasant 1903 SD, Jg. 1994, Motor defekt; Menzi Muck Kaiser X3000, guter Zustand  079 673 24 71

Doppelräder Schaad, 12.4/36, Fr. 1200  026 481 36 50 Eterniträuche, guter Zustand  032 675 26 36 Chiantiflaschen, ca. 150 Stk, mit Gummizapfen; Doppelräder zu Fiat 500 9,5/9-36; Motorheuer Reform; Kirschenentstieler; Bauernbuffet Hofmann  041 711 17 94 Garage-Kipptor, mit Schlupftüre im Torflügel, 3.50 m breit, 1.90 m hoch, neuwertig, günstig  071 794 13 35

Offset Samro SC.RB, Jg. 1988, top Zustand, ca. 50 ha gerodet, Fr. 18'500  052 657 13 93 Tischkreissäge Einhell, 1500 kW, mit Ständer, ungebraucht, Verhandlungspreis unter Neupreis  041 933 23 56 Sternhackgerät Haruwy  079 810 43 53 Gewindeschneidesatz M6 - M24, metrisches und Feingewinde  079 622 45 82

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6 · 10

Nutzen Sie die Kontaktchancen mit allen Schweizer Landwirten

Marktplatz Fortsetzung von Seite 38

Autor Heinz Mathys, Düngerberater bei der Landor. Weitere Infos erhalten Sie via Gratis-Beratungstelefon 0800 80 99 60 oder info@landor.ch

Subaru Impreza Turbo, 2.0 l, Kombi, Allradantrieb, Jg. 1999, 174'000 km, neue Bremsen, Fr. 11'500; Spindel-Rasenmäher Aebi Loipfinger, an Fronthydraulik, Arbeitsbreite 3.2 m, Schnitthöhe 12 - 80 mm, Antrieb über Heckzapfwelle, perfekter Schnitt, geringer Kraftbedarf, top Zustand  078 744 30 32 Kantholz, ab Fr. 300/m3  079 324 52 25

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Metrac 2002 Reform, Jg. 1988, 2980 Betriebsstunden, letzte MFK 4 / 2009, Frondhydraulik Kat. 1, Front- und Heckzapfwelle 540 U / min, Fotos auf agrarmaschinen.ch; Handkehrmaschine Hako Flipper, Arbeitsbreite 67 cm, Fr. 200; Wischmaschine zu Grillo Mäher, Arbeitsbreite mit Seitenbesen 1 m, ungebraucht, neu, Fr. 850  078 744 30 32 Wildkrautbürste Honda zum Strassenränder reinigen, mit Kunststoff- und Stahlbesen, 5.5 PS, Vorführmaschine, NP Fr. 6943, VP Fr. 3200; Elektrostapler Still, Hubkraft 1600 kg, Hubhöhe 2.9 m, mit Seitenschub, Gewicht 2880 kg, Fr. 3200  078 744 30 32

Laub-/Heubläser zu Traktor oder Zweiachsmäher, Zapfwellenantrieb 1000 U / min, Neumaschine, Fr. 3200, Fotos auf agrarmaschinen.ch  078 744 30 32 Teleskop-Verteileranlage Aebi, 17 m lang, mit Steuerungskasten, Fr. 750; Tiefgängerwagen, geeignet für Hoflader- oder Siloballentransporte, Höhe 67 cm, Breite 142 cm, Länge 390 cm, Fr. 2900  079 676 34 50 Ladewagen Agrar TL 230, neues Pick up vor 3 Jahren, guter Zustand, Fr. 3900; Kreiselheuer Pöttinger Hit 54, Fr. 2800; Kreiselschwader Pöttinger Top 340 U, Fr. 3200  079 676 34 50 6 2010 · UFA-REVUE


Branchen

Nutzen Sie diese aktuellen Adressen im neuen Branchenverzeichnis der UFA-Revue.

LANDMASCHINEN

FUTTERMITTEL

PFLANZENBAU

GVS AGRAR AG 8207 Schaffhausen  052 631 19 00 www.gvs-agrar.ch

Stähler Suisse SA 4800 Zofingen  062 746 80 00

Raufutter von der LANDI

Landtechnik Zollikofen 3052 Zollikofen  031 910 85 50

www.landtechnikzollikofen.ch

Landwirtschaftsund Forstreifen

infoline 0800 808 850 www.raufutter.ch

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Pneus agricoles et forestières

Gesunde Kühe – bessere Milch

info.tws.de@trelleborg.com www.trelleborg.com/wheelsystems

Kriechströme und Wasseradern verursachen Probleme im Stall und Melkstand. Lassen Sie Ihren Stall auf Störstrahlen messen! www.stallmessen.ch  041 781 26 60 BRICONA , 6330 Cham

2942 Alle 2800 Delémont 1564 Domdidier 1470 Estavayer-le-Lac 3360 Herzogenbuchsee 3232 Ins 1733 Treyvaux

 032 471 09 79  032 422 49 25  026 675 21 41  026 663 93 70  062 956 62 25  032 312 03 70  026 413 17 44

www.umatec.ch

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Cisaille à colza Zürn, pour MB John Deere, parfait état, fr. 500  079 414 74 24

oder spez. lackiert, massive Ausführung, wegen Lagerräumung günstig abzugeben, Fr. 50 / Stk  079 328 76 63

Kunststofftank, 1000 l, mit Gitteraufbau und Absperrhahnen, einmalig gebraucht in der Lebensmittelindustrie, gereinigt, optisch und technisch wie neu, Fr. 75; Schieberhahnen Von Roll, div. Grössen, neu, ID ab 65 mm, mit Lochflanschen, verzinkt UFA-REVUE · 6 2010

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Räder 505 / 50 x 17; Räder 15.0 / 70 x 18, 12 BLi, Vredestein AW, 105 m3; Tanksäule Diesel; Kreiselegge Falc Fox  079 243 75 25 Gareegge, 2.30 m  079 623 10 23

fenaco GOF

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Getreide, Ölsaaten und Futtermittel www.fenaco-gof.ch

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BAUEN

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HOFTECHNIK

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MELKTECHNIK

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 079 282 71 87

BURGMER Geflügelzucht AG 8570 Weinfelden  071 622 15 22, www.burgmer-ag.ch

Ersatzteile zu DeutzFahr, Maishäcksler 6-reihig oder Mähdrescher; diverse Hydraulikpumpen und -motoren  079 653 96 35

Federzahnegge, 2.5 m, Fr. 700; Motoregge, 2.5 m, Fr. 600; Zweischar-Pflug Ott, hydr., Fr. 500; Pl. Fässli, 120 und 200 l, Fr. 10 / Stk  079 636 63 68

Frontgewicht original, 3 Stk à 32 kg, zu Fendt; Doppelrad, 2 Stk, System Müller, 9.5 / 9-36  079 664 29 74

Grubber Kverneland, Occ., B 2.40 m, Federstahlzinken, Nachläufer, Doppelstern, Krümler Haruwy, hydr. anhebbar, absolut gepflegter Zustand, top Angebot, Fr. 4000  079 450 98 03

Schilter Senior mit Dieselmotor  079 245 11 39

• Hallenbau • Hallenbausätze zur Selbstmontage 058 433 65 20, per Fax 058 433 65 35 oder per Mail: info@ufarevue.ch auf! Wollen Sie immer auf dem Laufenden

Gemüsesetzmaschine Accord, 3-reihig, Preis nach Absprache  031 755 67 44 Dampfkessel Ott, Leistung 320 kg / h, 6 bar, Beheizung Holz oder mit Ölbrenner; Niederdruck-Dampfkessel Althaus, 0.5 bar, mit automatischer Niveausteuerung, 120 kg / h, DampfBeheizung Holz  041 921 43 35

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Dünger-Säaggregat Haruwy, 4-reihig, 8 Abgänge, 3 m, guter Zustand, Fr. 590  079 810 43 53 Doppelräder 12.4/36, Pat. Müller, 5 Stern, zur Grundbereifung 16.9/30  079 765 20 26 3-Schar-Pflug Ott, non stop, Verschleissteile i.O., neuer Zylinder, Fr. 3500  076 365 16 02 Fortsetzung Seite 61 59


PFLANZENBAU

Anforderungen der Mutterkuhhalter an den Futterbau DER WIRTSCHAFTLICHE ERFOLG in der Mutterkuhhaltung ist in starkem Masse abhängig von einer bedarfsgerechten Fütterung der Tiere auf der Basis von betriebseigenem Grundfutter.

Stefan Lüthy

Die Fütterung einer Mutterkuhherde unterscheidet sich nicht grundsätzlich von einer Milchviehherde. Grundsätzlich ist die tierische Leistung einer Mutterkuh tiefer und somit ihr Nährstoffbedarf entsprechend geringer als bei einer Milchkuh. Die Milchleistung bleibt trotzdem der entscheidende Faktor für die Produktion von schlachtreifen Tieren.

Grundfutter-Produktionsstrategie Je nach Standort und Ausrichtung des Betriebes wird das Grundfutter mit ein- bis mehrjährigen Kunstwiesen, Naturwiesen oder Zwischenfutter produziert. Der Standort, die Fruchtfolge, die Lagermöglichkeiten, die Mechanisierung sowie die vorhandenen Arbeitskräfte haben einen grossen Einfluss auf die zu wählende Grundfutter-Produktionsstrategie. Strukturiertes Futter und der Ertrag (dt TS/ha) sind sehr wichtige Indikatoren für die Futterproduktion in der Mutterkuhhaltung. Die Anzahl Schnitte pro Jahr ergeben sich aufgrund des (Futter-)Pflanzenbestandes, der

Tabelle:

Nicht zu lang warten Bekanntlich ist im Futterbau mit dem ersten Schnitt am meisten Futter zu hohlen. Wenn jedoch allzu lange gewartet wird, kann das Futter schnell alt werden, was sich natürlich negativ auf die Qualität und den Pflanzenbestand in den folgenden Nutzungen auswirkt. Lagernde Bestände, die am Boden gelb werden, werden zu hoch geschnitten. Folglich bleiben hohe Stoffeln auf dem Feld und die Wüchsigkeit der nächsten Aufwüchse hält sich in Grenzen. Dies zeigt sich anhand des Pflanzenbestandes: Die wert-

Ertrag (pro kg N) 149

Ertrag APDE (kg NEL) (kg) 69 020 928.2

APDN (g) 1095

RP (kg) 1737.4

RF (kg) 2808

112

68 320

907.2

1164.8

1848.0

2441.6

83

62 370

821.7

1148.4

1831.5

2049.3

Schnittintervalle 65 – 75 Tage 50 Tage 40 Tage 30 – 35 Tage

Erntestadium 5 4 3 2–3

Roggen als Mischungspartner in der STM UFA 200er Mischung.

vollen Futtergräser gehen zurück, an ihre Stelle entstehen Lückenfüller wie etwa das Gemeine Rispengras, der Löwenzahn und die Blacken.

Welche längerdauernden Mischungen wählen? Als Interessante

Der Ertrag in dt TS/ha nimmt mit der steigenden Nutzungszahl ab (Quelle: ART)

Erträge pro Ertrag Jahr und ha (dt TS) 4 Schnitte, 119 20 kg/N 5 Schnitte, 112 20 kg/N 6 Schnitte, 99 20 kg/N Nutzungen / Jahr 3 4 5 6 60

Düngung und des Standorts. Aus der Tabelle ist ersichtlich, dass mit einer Vier Schnitt-Strategie sogar auch bei einer Grasweissklee-Mischung der höchste Ertrag geerntet werden kann. Wenn das Englische Raigras das Leitgras bildet, muss mit der Nutzung zugewartet werden bis sich das Leitgras im Stadium 4, das heisst im vollen Rispenschieben, befindet. Dies bedeutet, dass der Futterbestand alle 50 bis 60 Tage geschnitten werden soll.

Mischung im zweijährigen Nutzungsspektrum eignet sich die Standardmischung STM 230 CH. Als Strukturlieferant dienen in dieser Mischung das Italienische Raigras sowie das Knaulgras. Bei der dreijährigen Futterbaumischung UFA Strufu (Strukturfutter) wird Grundfutter mit der nötigen Struktur produziert. Als Basis dient bei dieser Mischung die bekannte STM 330, zusätzlich sind Italienische und Bastard-Raigräser darin enthalten. 6 2010 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU Mit der STM 420 ist eine Standardmischung im Angebot, welche zu 50 % aus Raigräsern besteht. Die Mischung eignet sich für drei und mehr Überwinterungen. Als Strukturlieferanten dienen die Bastard-Raigräser. Die Mischung UFA Harvestore mit Luzerne oder die STM 300 CH mit Mattenklee sind für eher trockenere Lagen geeignet. Dank Luzerne oder Mattenklee bringen sie strukturreiches Futter mit hohem Ertrag und minimalen Stickstoffgaben.

Eignen sich auch Zwischenfutter? Soll möglichst viel Futter aus dem Zwischenfutter produziert werden, so ergeben sich verschiedene Möglichkeiten. Um den eingangs erwähnten Anforderungen gerecht zu werden, hat UFA-Samen seit zwei Jahren mehrere Varianten geprüft. Reine Westerwoldisch-Raigras-Bestände bringen mit der nötigen Nährstoffgabe und genügend Niederschlägen

Zwischenfutterproduktion nicht überwinternd: • Westerwoldisches Raigras, 40 kg/ha • Sommerroggen, 75 kg/ha Variante mit Luzerne: • UFA WELUZ, 35 kg/ha • Sommerroggen, 75 kg/ha Zwischenfutterproduktion überwinternd: Variante mit Luzerne • UFA Regina Gold, 33 kg/ha • Grünroggen, 40 kg/ha Variante mit Rotklee • UFA 200, 35 kg/ha • Grünroggen, 50 kg/ha

Kompostumsetzer, hydr. Antrieb, Preis auf Anfrage; Düngerstreuer Kuhn, 12 m, 1000 l  079 314 91 25 Mulchgerät Omarv, 2.80 m breit, mit Seitenschub, Fr. 4500; Mulchgerät Breviglieri, 2.80 m breit, Front/ Heck, neu, Fr. 9500  079 475 44 60 Stahlblech Profit, occ.; Heizlüfter, div.; Entfeuchter, div.; Alu Iso Fenster, 2 Stk, neu, 1.2 x 2 m; Kipplampe, hydraulisch, 2.3 x 6 m  062 968 11 64 Traktor-Jaucherührwerk 505 Rapid, mit Bandeingrasser  052 385 16 51 UFA-REVUE · 6 2010

Fazit Die Wahl der richtigen Futter-

viel Masse mit hohen Qualitätsgehalten. Reinsaaten sind im Auflauf jedoch anfällig auf Ausfälle (Trockenheit, Fritfliege)! Westerwoldisches Raigras zusammen mit Sommerroggen ergibt ein sehr gut strukturiertes Futter. Dank Sommerroggen wird das Futter strukturreicher und ist beim Silieren trockener.

Nutzen Sie die Kontaktchancen mit allen Schweizer Landwirten

Fortsetzung von Seite 59

Soll mit dem Zwischenfutter auch im Frühjahr nochmals ein Schnitt geerntet werden, so ist die Aussaat der Mischung Regina Gold mit Grünroggen eine weitere Variante, die eine Kombination von hohem Ertrag und gut strukturiertem Futter verspricht. Sobald Mischungen mit Leguminosen eingesetzt werden, kommen Vorteile wie die Stickstoffnachlieferung, Schmackhaftigkeit des Futters und geringere Anfälligkeit auf die Fritfliege als positive Punkte hinzu.

UFA-Samen Tipp:

Sämaschine Nodet, 17 Schleppscharen, 2.20 m o.F.; Federzinkenegge, 2.20 m; Hubersilo grün, 60 m3  044 734 23 23 Raupenbagger, 4.40 t, mit 4 Löffeln; Kamo 3X, mit 3 Löffeln; Mistzetter, 6 m3, 4 Walzen; Rapid 505, mit BE  044 935 19 70 Getreidemischer; Getreidesilos Neuero, 18 t Inhalt; Huckepack zu Kreiselegge Falc  079 243 75 25 Traktor Fiat 88-94 DT, 88 PS, 40 km / h, schöner Zustand, ab MFK, Fr. 27'800  079 287 52 89 Kompressor, 100 l, 380 V, auf Rädern, Fr. 400; Kübelzetter Schmid und Mägert mit Motor,

baumischung ist die Grundlage für eine erfolgreiche Grundfutterproduktion. Es gilt, mit der richtigen Schnittstrategie das Grundfutter zu produzieren, welches die Mutterkuh auch wirklich braucht. Dabei spielen der Standort und die Betriebsabläufe eine zentrale Rolle. Indem Natur- und Kunstwiesen nicht übernutzt werden, lässt sich eine nachhaltige Futterproduktion gewährleisten. 

Autor Stefan Lüthy, UFA Samen, 8401 Winterthur Details zu den Mischungen von UFA-Samen erfahren Sie im UFAFeldsamenkatalog (in Ihrer LANDI) oder via www.ufasamen.ch.

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Marktplatz Anbau an Raupendumper, gut erhalten, Fr. 500  079 218 59 76

Heubombe MAZ Griesser  079 615 64 67

Pumpfass Kaiser, 4000 l, neue Pneu, guter Zustand, Fr. 6500; Messerschleifapparat Geba, Fr. 250  077 418 96 43

Förderband mit Knick unten, L 4 m; Heuverteiler Aebi TL20, neuwertig, demontiert; Heugebläse Taurus; Tränkebecken Alfa Laval, blau  076 325 21 77

LKW-Kipper, 2 Stk, 2-Achs, 220 x 450, 14 m3, korndicht  079 287 79 63 Wendetraktor Carraro 7700, mit Fronthydraulik, Doppelräder hinten, 1700 h, 64 PS, Kriechgänge, 2 Zapfwellenanschlüsse, 540 und 1000 U/min rechts, 1000 links, Wegzapfwelle, Kupplung neu, ab Mfk, Fr. 19'000  079 318 93 07 Autoräder, 16 Zoll  079 318 93 07 Körner-Transportschnecke President Griesser, 7.5 m lang, Motor 3 PS, 380 V;

Zaunpfähle aus Holz, Länge 1.6 m, bis 300 Stk  079 318 93 07 Räder Komplett, 10.75-15.3 AS, 11,5.815,3 AS; Doppelräder, 10.75-15.3 AS, 11,5.8-15,3 AS  079 318 93 07 Güllenmixer Kirchner, 12.5 PS, mit Untersetzungsgetriebe; Güllenmixer MFH, 20 PS; Schaufelrührwerk, 2 Stk, 100 und 300 m3; Antrieb, für Flügel Rührwerk, 5.5 PS  079 678 81 49

Milchtank Griesser, 1200 l, inkl. Kühlaggregat, sehr guter Zustand, Fr. 3000  055 412 40 36 Roller Yamaha Aerox YQ 50, blau, Jg. 8 / 2005, 19'300 km, ab Service und MFK 5 / 2010, top Zustand  041 467 12 91 Luftdruckanlage, komplett, zu Traktor; Unibeed Schaad; Allradachse, von New Holland Feldhäcksler; Kreiselegge Falc Fox, 3 m  079 243 75 25 Legenest, 3 Stk für je 40 - 50 Hühner, Fr. 30 / Stk; Futterautomat, Fr. 40; Tränkeautomat, Fr. 10  041 460 28 56 Sommerpneu, 195/70 R15, Fr. 250; Kunststoffkistli, verschiedene, Fr. 3 / Stk  052 232 22 69 Motorsäge Dolmar 116  033 722 25 84

Faucheuse rotative PZ 185, avec éclateur; Chiesel Ott, 2.80 m, 9 dents; piquets en chêne, refendus, 1.80 m, 1000 m fil barbelé  026 652 32 38 / 079 728 96 25 Stapler Still, Diesel, 1.5 t Hubkraft, 3 m Hubhöhe, Servo, Automat, Freihub, mechanisch und optisch top Zustand, günstig  079 422 30 55 Motorsäge, 50 ccm, Schwert 40 cm, neu, NP Fr. 1070, VP Fr. 770  079 340 15 94 2-Achs-Anhänger, 2 Stk, mit Stahlchassis und Holzbrücken mit Holzaufsatz, BrückenLänge 4.5, -Breite 1.8, Fr. 250 / Stk  031 781 27 09 Fortsetzung Seite 69 61


BIO-SEITE

Der Bio-Markt wächst weiter! DIE ANGEBOTS- UND NACHFRAGESCHERE bei einzelnen Bio-Produkten öffnet sich immer mehr. Ursache sind einerseits die rückläufige Zahl der Produzenten, die nach Biorichtlinien produzieren. Andererseits stieg der Umsatz mit Bioprodukten im Jahre 2009 erneut um erfreuliche 7 %.

In der Schweiz sind rund 30 LANDIGetreidecenter für die Bio-Getreideabnahme zertifiziert.

Gesunde und nachhaltige Ernährung der Konsumenten sowie aktive Werbung von Bio-Suisse und des Detailhandels lassen die BioUmsätze weiter ansteigen. Leider kehren immer mehr Landwirte dem BioLandbau den Rücken. Begründet wird

Bild: agrarfoto.com

dieser Entscheid meist mit den eingeschränkten Vermarktungschancen bei Bio-Milch und zum Teil beim BioFleisch. Bio-Suisse startet eine sogenannte «Bio-Offensive» und erhofft sich davon, dass wieder vermehrt Landwirte auf die Karte Bio setzen.

Über Richtpreisen

Oberstes Ziel von fenaco ist immer, die Produkte der Bauern bestmöglichst zu vermarkten. Dies ist einmal mehr beim Bio-Mahlgetreide der Ernte 2009 gelungen. fenaco konnte den Sammelstellen wiederholt über den Richtpreisen liegende Beträge ausbezahlen.

Marktpotenzial berücksichtigen Der Inlandanteil bei den einzelnen Getreidearten liegt meist weit unter 50 %. Somit würden sich eigentlich diese Anbauempfehlungen erübrigen. Trotzdem ist es wichtig – aus Sicht der Struktur, Lage und Topographie des Betriebes, aber

auch um den Bedürfnissen der Vermarktungspartner gerecht zu werden – die richtige Kultur auszuwählen.

Weizen ausdehnen

Der Anbau von Weizen eignet sich besonders in den guten Ackerbaugebieten. Weizen ist das wichtigste Bio-Mahlgetreide und der Anbau könnte noch stark ausgedehnt werden. Für die Aussaat 2010 wurden erstmals nur noch Sorten der Klasse «Top» verwendet, um dem Ruf der Müller nach höheren Klebergehalten gerecht zu werden. Die aktuelle Sortenliste von Bio-Suisse liefert ausführliche Informationen über die einzelnen Sorten für die Aussaat 2011.

Roggen- und Dinkelanbau erst abklären Der Absatz von Roggen und Dinkel bereitete in der Vermarktung 2009/10 keine Probleme. Trotzdem gilt es zu beachten, dass für Weizen ein weit grösseres Vermarktungspotential besteht als für diese beiden Kultu-

ZMP sucht Sommermilch

62

Im Gebiet der Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) wird aktuell BioMilch gesucht. ZMP-Geschäftsführer Pirmin Furrer erklärt, weshalb und was es dafür gibt.

Käse aus Österreich zu. Wie die Schweiz will auch Österreich die europäischen Märkte mit Premium-Produkten beliefern. Darauf sollten wir eine Antwort geben.

UFA-Revue: Warum sehen sie im BioMilchmarkt noch Potenzial? Pirmin Furrer: Weil der zweite grosse Detailhändler in der Schweiz sich mit Bio-Produkten abheben möchte. Parallel dazu nehmen die Importe von Bio-

In welchem Umfang wollen Sie die BioMilchmenge ausdehnen? Bio-Milch weist eine stärkere Saisonalität auf als ÖLN-Milch. Während dem Sommer gehen viele Bio-Produzenten auf die Alp oder melken weniger. Daher

haben wir vor allem in den Sommermonaten zu wenig Bio-Milch. Mit welchem Milchpreis können Bio-Produzenten rechnen? Aktuell zahlen die ZMP für die A-Menge 76 Rp./kg. Während den Sommermonaten wird es auch für die B-Menge den A-Preis geben. Milchproduzenten im Jahresabrechnungsmodell erhalten im April und Mai 66 Rp. und von Juni bis Oktober 82 Rp./kg. 6 2010 · UFA-REVUE


BIO-SEITE

mehr gedroschen (Fläche ausdehnen!). Eiweisserbsen sind die einzigen relevanten Proteinkomponenten (Fläche ausdehnen!). Für Umstellungsbetriebe empfiehlt fenaco die Aussaat von Futterweizen der Sorte «Ludwig». Saatgut in Bio-Qualität ist im Samenhandel erhältlich.

ren. Vor der Aussaat ist deshalb die Rücksprache mit dem Vermarkter empfehlenswert.

Futtergetreide im öffentlichen Interesse Das Manko beim inländischen Bio-Futtergetreide ist noch markanter als beim Mahlgetreide. Nicht nur vom wirtschaftlichen (inländische Wertschöpfung) oder ökologischen Standpunkt (Transportwege) her gesehen, sondern auch im Sinne des öffentlichen Interesses sollte die Anbaufläche von Futtergetreide in der Schweiz keinesfalls weiter sinken. Als geeignete Kultur für Mischfutter gilt nach wie vor Gerste (Fläche ausdehnen!). Für Triticale ist der Absatz limitiert (Fläche halten!). Mais wird vermehrt als Silage verwendet und nicht

Ölsaaten sehr gesucht Der Anbau von Bio-Ölsaaten, im Speziellen von Bio-Raps, ist rückläufig, obwohl diese am Markt sehr gesucht sind. Für Ölsaaten wie auch für alle übrigen Kulturen schliesst fenaco gerne einen Anbauvertrag ab. Logistik möglichst optimieren

LANDI sind attraktive Partner zur Übernahme von Bio-Getreide fenaco und die UFA AG arbeiten flächendeckend in der ganzen Schweiz mit rund 30 LANDI-Getreidecentern zusammen, welche für die Bio-Getreideannahme zertifiziert sind. Diese Getreidecenter verfügen zusammen mit fenaco GOF (Getreide, Oelsaaten, Futtermittel) über einen Lizenzvertrag mit Bio-Suisse. Bio-Bauern können ihr Futtergetreide dort abgeben und via fenaco vermarkten oder als UFA-Lohnposten zu Bio-Mischfutter verarbeiten lassen. Auch das Mahlgetreide wird via fenaco an Bio-Mühlen vermarktet. Dank einer optimalen Koordination der Logistik und einer effizienten, modernen Bio-Mischfutterproduktion im Rücken haben die LANDI-Getreidecenter beste Voraussetzungen, um sehr gute Preise für Bio-Getreide bezahlen zu können. Gestützt auf die Gute Sammelstellenpraxis (GSP) und die strengen Bio-Kontrollen ist sichergestellt, dass die Rückverfolgbarkeit und die Sorgfaltspflichten aller Beteiligten eingehalten werden. Auf www.fenaco-gof.ch sind die Adressen der bio-zertifizierten LANDI-Getreidecenter unter «Downloads» gelistet. Fortunat Schmid, GOF

Vermehrt entstehen Kosten durch den Abtransport von Kleinmengen aus den Sammelstellen. Landwirte sprechen sich deshalb am besten mit ihrer Sammelstelle und mit ihren Berufskollegen ab, damit die Menge der einzelnen Kulturen wenn möglich gebündelt werden kann. Mit dieser Massnahme wird die Basis für einen hohen Auszahlungspreis gelegt. 䡵

Der Autor (寿 058 434 06 66) sowie Ihre nächste LANDI oder Getreidesammelstelle geben gern weitere Auskunft über Anbau, Verträge, Ablieferung und Vermarktung von Bio-Kulturen.

INF BOX INFO 6 · 10

Grafik: Einlieferungen 2009 im ZMP-Gebiet

Bio-Milch in Mio. kg

2.20

Milchanlieferung

1.60

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 8401 Winterthur

fehlende Milchmenge

Mittelwert

Was die Zentralschweizer Milchproduzenten sonst noch tun und wollen, erfahren Sie unter www.zmp.ch

1.40 1.20

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Im Gegensatz zum Kupferersatz erweist sich eine Kupferreduktion im Bio-Kartoffelanbau als weitgehend praxisreif. Werden Kupferfungizide gemäss dem Warn- und Prognosemodell «PhytoPRE» appliziert, lassen sich mit geringen Kupfermengen gute Bekämpfungserfolge erzielen. www.phytopre.ch

Tierheilung mit Kräutern Der neue «Ratgeber für die Anwendung ausgewählter Heil- und Gewürzpflanzen» führt wissenschaftliche Erkenntnisse und traditionelles Hausmittelwissen zusammen, beleuchtet alles Wissenswerte zu über 50 Heilpflanzen und gibt konkrete Anwendungsbeispiele. Das 160-seitige Werk kostet 15 Euro und kann über www.infoxgen.com bestellt werden.

Gruppenhaltung von Sauen Der Erfolg einer Gruppenhaltung von Sauen hängt ganz entscheidend vom Management ab, wie Studien der Universität Wageningen bestätigen. Unter anderem wurden 900 Schweinezüchter befragt, die dieses System praktizieren. Demnach hat die Gruppenhaltung von Sauen auf Reproduktionsleistung, Wohlbefinden und Kondition weder einen negativen noch einen positiven Einfluss.

Der gemischte Weidegang von Schafen und Kühen sowie Lämmern und Kälbern reduziert den Befall mit Darmparasiten. Dieser Ansatz wird von Agroscope Changins-Wädenswil (ACW) nicht nur für die Bio-Tierhaltung erforscht, sondern auch weil bei Kleinwiederkäuern zunehmend Resistenzen gegen MagenDarm-Parasiten auftreten. Hat gemischter Weidegang in der Praxis wirklich eine Chance? ACW-Wissenschaftler Marco Meisser kann sich vorstellen, dass auf Kleinwiederkäuer spezialisierte Betriebe Rindvieh für die Beweidung ihrer Parzellen «organisieren». Umgekehrt werde dies wohl weniger der Fall sein.

Käse von neuseeländischen Kühen

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Bio-PhytoPRE

Gemischter Weidegang?

Autor Ueli Zürcher, fenaco, 3052 Zollikofen

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KURZMELDUNGEN

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6 · 10

Was die Qualität der Verkäsungsmilch (Zellen, Kasein, Ausbeute) und die sensorischen Analysen des Käses betrifft, gibt es zwischen Schweizer und Neuseeländer Holstein-Milch unter BioBedingungen keinen signifikanten Unterschied. Das zeigt eine zweijährige Untersuchung von Agroscope LiebefeldPosieux auf dem Betrieb l’ Abbaye (FR). 63


KURZMELDUNGEN NUTZTIERE

Schweiz am DLGMelkwettbewerb Am Melkwettbewerb der DLG (Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft) haben Ende April mit Franziska Duss und Konrad Affolter auch zwei Schweizer teilgenommen. «Beide überzeugten mit ihrer ruhigen Hand und einer guten Übersicht», bilanziert Claude Gerwig, Geschäftsleiter des DLG-Büros Schweiz. Die Schweiz war als Gastland dabei und tauchte deshalb in der Rangliste nicht auf. Aufgrund ihrer Punktezahl hätten Franziska Duss und Konrad Affolter einen Rang im Mittelfeld der Teilnehmenden erreicht. Die Ställe in der Schweiz sind zwar kleiner als in Deutschland und die Prüfungsgegebenheiten am DLG-Wettbewerb mussten erst erkundet werden. «Dennoch zeigte sich, dass wir punkto Melktechnik durchaus mit unseren nördlichen Nachbarn mithalten können», so Claude Gerwig. Neben der eigentlichen Melktechnik- wurde ebenfalls eine schriftliche Theorieprüfung abgelegt. Der DLG-Melkwettbewerb

hat zum Ziel, die Melktechnik der Betriebe auf spielerische Art zu verbessern. 2010 war die Bayrische Landesanstalt in Weiden der Austragungsort. Der nächste bundesdeutsche Wettbewerb findet 2012 im Landwirtschaftszentrum Haus Düsse statt. Vorangestellt sind die Landesmeisterschaften.

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 64

Schweizer Fleisch: Erfolg mit Qualität Schlachtvieh- und Fleischbranche. Anlässlich der Generalversammlung Ende Mai war man sich einig, dass mit Blick auf die sich öffnenden Agrarmärkte eine Bündelung der Kräfte unabdingbar ist. In diversen Projekten hat die Proviande in letz-

ter Zeit die Geräteklassifizierung für Rindvieh geprüft, die Schätzformeln für den Magerfleischanteil bei Schweinen überdacht, die Ursachen für verwachsene Unterspälten erforscht und ein Forschungsprojekt zur Destrukturierung von Muskeln beim Kochschinken initiiert. Mit der Administration des Fonds zur Anschubfinanzierung der schmerzfreien Ferkelkastration sowie der Leitung der Fachgruppe für tierschutzkonforme Tiertransporte und Schlachtbetriebe wurde die Dienstleistungspalette für die Branchenpartner ausgebaut.

Kleines Braunvieh nicht effizienter

Neuseeländer Holstein interessant für Verarbeitung

«Beef Jerky» wird aus 100 % Schweizer Rindfleisch hergestellt und ist mit einem Fettanteil von nur 3 % ein schmackhafter Energielieferant. Die Lancierung in Volg und LANDI-TopShops war so erfolgreich, dass die Ernst Sutter AG bereits an einer Sortimentsausdehnung arbeitet. Demnächst führt das fenaco-Unternehmen den «Chicken Jerky», einen Snack aus Geflügelfleisch, ein.

Grosse Kühe produzieren mehr Milch als kleine, haben aber einen höheren Erhaltungsbedarf. Das ist bekannt. Wie effizient kleine und grosse Kühe im Vergleich genau sind, ist umstritten – unter anderem, weil sich die Berechnung des Energieinputs schwierig gestaltet. Verschiedentlich wird aktuell die Energieeffizienz untersucht. Auch der Braunvieh-Zuchtverband hat sich mit diesem Thema befasst und eine Schätzgleichung aufgrund von Wägungen entwickelt. Die Resultate zeigen, dass das Gewicht beim Braunvieh keinen signifikanten Einfluss auf die Energieeffizienz hat. Mit weiteren Studien soll nun die optimale Widerristhöhe für eine braune Kuh festgestellt werden.

Die Vorderfüsse von neuseeländischen Holstein Friesian Kälber wiegen leichter als jene von Schweizer Holsteintieren, was auf einen tieferen Knochenanteil hinweist und die Fleischverarbeitung erleichtert. Gezeigt hat sich das in einer Bachelorarbeit an der Schweizer Hochschule für Landwirtschaft (SHL). Bezüglich Zunahmen und CH-TAX unterscheiden sich die beiden Rassen wenig.

Harnstoffgehalt und Fruchtbarkeit

Afrikanische Schweinepest: Wie nah kommt sie wohl?

Beim Schweizer Braunvieh beeinflusst der Harnstoffgehalt der Milch die Verzögerungszeit (erste bis erfolgreiche Besamung) nur geringfügig. Das ist das Resultat einer Bachelorarbeit an der Schweizer Hochschule für Landwirtschaft (SHL). Als Datengrundlage dienten 134164 Standardabschlüsse aus dem Kontrolljahr 2006/07. Die geringste Verzögerungszeit liefern demnach Tiere mit einer guten Energiebilanz in der Startphase.

Von Afrika ist die Afrikanische Schweinepest (AS) gegen Osten verschleppt worden und seit 2007 verbreitet sie sich rund um Georgien massiv. Die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) rechnet mit einer weiteren Ausbreitung via Wildschweine. Auch in der Schweiz könnte die AS ein Thema werden, vermutet das Bundesamt für Veterinärwesen. Aktuell liesse sich ein Seuchenzug nur via Tötungen und Handelssperren abdämpfen.

3.23 kg Kalbfleisch hat eine Person in der Schweiz 2009 durchschnittlich verspiesen. Davon stammten 98.6 % aus dem Inland. Das Kalbfleisch konnte als einzige Fleischsorte zulegen, während der totale Fleischkonsum pro Kopf von 53.35 auf 52.38 kg ( 1.8 %) sank. Der leichte Anstieg des Fleischkonsums in den letzten Jahren wurde damit gebrochen. Unter dem Motto «Erfolg mit Qualität» will die Proviande die Vermarktung von Schweizer Fleisch weiter fördern. Der Verwaltungsrat der Proviande vereinigt die einflussreichsten Persönlichkeiten der

Ernst Sutter AG mit innovativem Rindfleischprodukt

Weidemyopathie der Pferde Auch in der Schweiz ist die Atypische Weidemyopathie der Pferde bereits aufgetaucht, vor allem im Jura. Geweidete Tiere erleiden einen Kreuzschlag, ruhen oft auf den Flanken, ihr Urin ist dunkel und in 90% der Fälle sterben sie bald. Weiden, wo Myopathie auftrat, sollten nicht mehr benutzt werden. Im Verdachtsfall sind Tierarzt und die Pferdeklinik Bern zu informieren, damit Gegenmassnahmen erforscht werden können.

6 2010 · UFA-REVUE


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UFA 395 Mineralsalz für Schweine Von einem wirtschaftlichen Schwein werden hohe biologische Leistungen erwartet. Der Bedarf an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen ist sicherzustellen. Bei Stresssituationen wie Hitze und extremen Leistungen übersteigt der Bedarf die Normwerte. Je nach Rationengestaltung wird eine Ergänzung mit Wirkstoffen nötig. UFA 395 Mineralsalz für Schweine enthält organisch gebundene Spurenelemente und deckt den zusätzlichen Bedarf sicher ab. Jetzt Rabatt Fr. 20.–/100 kg Fr. 5.–/ 25 kg Sack Bis 26. Juni 2010. UFA-REVUE · 6 2010

In Ihrer LANDI

Einsatzempfehlung Galtsauen • 10 g/kg Gras- oder Maissilage. • Bei Trächtigkeit 30 bis 40 g pro Tier und Tag. • Bei Klauenproblemen 100 g pro Tier und Tag. Säugende Sauen • 60 g pro Tier und Tag.

Mastschweine/Remonten • 15 bis 25 g pro Tier und Tag.

Jungsauen ab ELP • 20 bis 30 g pro Tier und Tag.

UFA 395 Mineralsalz für Schweine deckt den Mineralstoff- und Vitaminbedarf in jeder Situation.

Das Problem

Im Wachstum, bei Stress und hohen Leistungen übersteigt der Bedarf an Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen die Normwerte.

Die Symptome

Schwache Knorpel und Knochen, Leistungsdepressionen, Agressionen und schlechte Klauen.

Die Lösung

UFA 395 Mineralsalz mit organisch gebundenen Spurenelementen und Biotin deckt den erhöhten Bedarf der Schweine sicher ab. 65


UNTERWEGS MIT... EN ROUTE AVEC …

UFA-Schweinespezialist Sepp Gmünder Sepp Gmünder betreut im Alpsteingebiet (Appenzellerland) Schweine- wie auch Geflügelbetriebe. Mit der Übernahme der Alpstein-Futter AG durch die UFA im Jahr 2008, konnte das Alpsteinfuttersortiment ausgebaut und mit einem grossen Sortiment und den Dienstleistungen der UFA erweitert werden. Von dem qualitativ hochwertigen Futter und einem breiten Know-how aus dem UFA-Beratungsdienst ist auch Schweine- und Geflügelproduzent Ruedi Huber aus Appenzell überzeugt.

Investition in Tierhaltung Nachdem Ruedi

Rusch im Jahr 2005 einen weiteren Meilenstein in der Betriebsgeschichte.

Neuer Erdstall Da die Schweinezucht kontinuierlich gewachsen ist, stand 2006 ein Neubau mit 120 Plätzen für die Remontenaufzucht und für einen Teil der Galtsauen an. Auf der Suche nach einem Labelstall ohne grosse Temperaturschwankungen wurden mit UFABerater Sepp Gmünder verschiedene Erdställe in der Schweiz besichtigt. Dem gelernten Maurer Ruedi Huber gefiel dieses Bausystem vor allem auch, weil keine Heizung und Lüftung und somit keine Energie notwendig ist. Mit Wind-

schutznetzen im Auslauf kann die Temperatur so geregelt werden, dass im Stall keine grösseren Temperaturschwankungen vorkommen (Sommer und Winter zwischen 18 und 23 °C). Im Innenbereich des Stalles sind Häckselstroh und Sägemehl eingestreut. Dürrfutter (Emd) wird zur Ablenkung verabreicht. Um die Luftfeuchtigkeit zu verbessern und den Staub zu binden, wird diesen Sommer eine Wasserverneblungsanlage eingebaut. Hubers wollen in nächster Zeit ein neues Deckzentrum realisieren. Im gleichen Zug soll ein verglaster Schauraum mit einer Hygieneschleuse inklusive Dusche erstellt werden.

Hubers Vater die Liegenschaft in Enggenhütten im Jahre 1967 kaufen konnte, stellte er von der Milchwirtschaft auf die Schweinezucht um. 1978 wurde der Betrieb mit der Legehennenhaltung um einen Betriebszweig erweitert. Die Geflügelhaltung wurde 1995 mit einem Neubau für die Aufzuchthennen erweitert. Einen Teil der Eier vermarktet die Familie Huber direkt an Haushalte (alle 14 Tage), an Bäckereien und Läden. Im Jahr 2002 übernahm Ruedi Huber dann den Remontierungsbetrieb seines Vaters. Der passionierte Schweinezüchter legte mit der Übernahme der Duroc-Zucht von Walter

Sepp Gmünder, Ebnistrasse 4, 9050 Appenzell Familie Geboren

verheiratet mit Brigitte, 2 erwachsene Kinder 22. März 1948

Ausbildung gelernter Geflügelzüchter und Konstruktionsschlosser auf Mühlenbau, seit dem 26. Lebensjahr im Aussendienst und seit der Fusion Alpstein-Futter mit UFA im Jahr 2008 im UFA-Beratungsdienst Wil. Hobbies

Sportschiessen 300 m, Biken, Joggen, Jassen

Motto

«Meine Kunden mit einer guten produktionstechnischen Beratung wirtschaftlich weiter bringen.»

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Gesunde Klauen für langlebige Sauen Nur Zuchtsauen mit gesunden Klauen sind in der Lage, hohe Futtermengen aufzunehmen, viele gesunde Ferkel aufzuziehen und eine lange Lebensdauer zu erreichen. Klauenprobleme gehören zu den häufigsten Abgangsursachen. Durch gezielte Zufütterung des Mineralsalzes UFA 395 mit Biotin wird das Klauenwachstum und die Klauenhärte unterstützt und somit das Auftreten von Klauenrissen im Tragrand und in der Klauensohle vermindert.

Organische

Spurenelemente

Spurenelemente in organisch gebundener Form werden vom Organismus besonders gut aufgenommen, da diese zunehmend mit Aminosäuren absorbiert werden können und nicht zuerst noch in eine lösliche Form gebracht werden müssen. UFA 395 enthält zusätzlich zu den Mineralstoffen organisch gebundene Spurenelemente und Vitamine. Erwähnenswert sind hier vor allem das Vitamin D, das beim Kalzium-Phosphor-Stoffwechsel eine wich6 2010 · UFA-REVUE


Betriebsspiegel Rahel und Ruedi Huber Enggenhüttenstrasse 95 9050 Appenzell www.DurocEuroc.ch LN: 4 ha Grünland Tierhaltung: 80 Zuchtsauen, 120 Remonten, 4400 Lege- und 2200 Aufzuchthennen Arbeitskräfte: Betriebsleiterehepaar und ein Angestellter

Vorne im Bild der schön gelegene Betrieb im Appenzellerland der Hubers.

Duroc-Zucht Der Ursprung der Duroc-Herde ist Dänemark. Später arbeitete man mit Sperma aus den USA und heute wird irische Genetik eingesetzt. Ruedi Huber vermarktet einen grossen Teil seiner Duroc-Eber und Remonten selbst und liefert diese direkt an verschiedene Produktionsbetriebe. Etwa ein Drittel der Remonten werden auf dem Betrieb Huber auf einen Wunschtermin gedeckt, bevor sie ausgeliefert werden. Entscheidende Mineralisierung Die Remonten werden mit Breifutterautomaten gefüttert, die über eine Futterspirale automatisch nachgefüllt wer-

BLICKPUNKT POINT DE VUE

Ruedi Huber

«Mit UFA/Alpsteinfutter habe ich einen zuverlässigen Partner, welcher mich mit hoher Fachkompetenz unterstützt.»

tige Rolle spielt. Vitamin E, Selen und Eisen tragen zur Stärkung des Immunsystems bei. Weiter enthält UFA 395 Biotin, das zu einer guten Klauenqualität beiträgt, die Vitamine A, B1, B2, B6, B12, K3, Kupfer, Zink und Mangan. Die zusätzliche Zufuhr dieser Vitamine und Spurenelemente hilft dem Tier, die in dieser Phase häufig auftretenden Probleme zu überwinden oder erst gar nicht aufkommen zu lassen. UFA-REVUE · 6 2010

den. Über einen Zusatzdosierer, der auf der Futterspirale montiert ist, werden während den ersten 10 bis 14 Tagen der Aufzucht 10 g UFA 395-Mineralsalz pro Tier und Tag zudosiert. Eine Unterversorgung an Mineralstoffen und Spurenelementen sollte in der Aufzucht möglichst vermieden werden. Mangelsituationen, die hier auftreten, können später nicht mehr korrigiert werden. Insbesondere Kalzium und Phosphor sind an vielen Stoffwechselvorgängen der Zelle beteiligt und tragen massgeblich zum Skelettbau bei. Ruedi Huber setzt UFA 395 auch bei den Zuchtsauen ein. «Während der Absetzphase zur Unterstützung von Stoffwechsel und Ovulation in der Brunstzeit hat sich UFA 395 besonders bewährt», wie der Betriebsleiter anfügt. Es kann aber auch zur Ergänzung von Galtsauenrationen mit einem hohen Raufutteranteil, zur Überbrückung von Stresssituationen (Eingliederung, Entwurmung) oder bei Bedarf während der Säugezeit eingesetzt werden. 䡵 Rahel und Ruedi Huber mit den Kindern Tim, Rico und Luca sowie Angestellter Niklaus Kuster.

Der sogenannte Erdstall für die Remontenaufzucht wurde in das Gelände eingebaut, was viele Vorteile bringt.

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SCHWEINEZUCHT ELEVAGE PORCIN

Massnahmen gegen das Sommerloch Muttersauen sind darauf angewiesen, dass sie in der Säugezeit möglichst bedarfsgerecht gefüttert werden. Während einer Hitzeperiode zeigen sie eine schlechtere Futteraufnahme und die notwendige Energiemenge kann bei weitem nicht aufgenommen werden. Ein zu grosser Gewichtsverlust in der Säugezeit macht sich durch eine zu dünne Rückenspeckdicke bemerkbar. Fett ist nicht nur ein Energielieferant, sondern auch ein Speicher für fettlösliche Vitamine und Geschlechtshormone. Dies kann die Ursache für ein gehäuftes Auftreten von verzögerter Rausche oder Umrauschen sein. Zudem muss die fehlende Körperkondition während der Trächtigkeit wieder kostspielig aufgefüttert werden.

Checkliste Sommerloch Phasenfütterung mit UFA 362 EXTRA (11.8 MJ VES) während der Galtphase und UFA 361 EXTRA (14 MJ VES) in der Säugezeit. Einsatz eines Hochenergiekonzentrates (z.B. UFA top-pig) zur Deckung des zusätzlichen Energiebedarfs während der Säugezeit und übers Decken. Verwendung von Vitaminen und Spurenelementen (z. B. UFA-Solvi) gegen Hitzestress. Ration der individuellen Körperkondition und dem jeweiligen Zyklusstand (Früh-, Hochträchtigkeit, Säugephase) anpassen. Wasser: Galtsauen mindestens 15 l/Tag, säugende Sauen mindestens 35 l/Tag. Sauenduschen und beschattete Ausläufe. Rauschekontrolle zweimal pro Tag mit Eber. Vermehrter Einsatz von künstlicher Besamung (garantierte Spermaqualität auch während der warmen Jahreszeit). Spermalagerung in Thermobox. Lichtprogramm: mehr als 200 Lux im Deckzentrum, mehr als 8 h pro Tag.

An heissen Tagen verdunsten Kühe durch Schwitzen viel Wasser und scheiden mehr Mineral- und Wirkstoffe über den Harn aus. Gleichzeitig sinkt der Futterverzehr. Deshalb sind um 20% höhere Mineralstoffgaben pro Kuh empfehlenswert, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Tränkeeinrichtungen reinigen

Vitaminstoss nach Medizinieren

Mineralstoffversorgung beim Pferd Besonders bei reinen Heu-/Haferrationen müssen diese lebensnotwendigen Stoffe zugeführt werden. Auch Weidegras ist diesbezüglich oft nicht ausgewogen. Speziell bei Zuchtstuten mit Fohlen ist auf eine be- HYPONA 895 darfsgerechte Mineralsalz Versorgung zu • ist vitaminiert • Kalzium / Phosphorverhältnis von 4:1 • mit Biotin und Selen • mit Eukalyptus • erhältlich im 10 kg Kessel oder im 25 kg Sack

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Bei Hitze Mineralstoffgaben erhöhen

Kühe wollen sauberes Wasser. Das heisst tägliches Entleeren und mindestens einmal die Woche gründliches Reinigen der Tränkeeinrichtungen. Besonders bei warmen Temperaturen können sich Keime explosionsartig vermehren und Leistung sowie Eutergesundheit negativ beeinflussen.

HOBBYTIER-ECKE ANIMAUX D’AGREMENT

Mineralstoffe und Vitamine sind neben Eiweiss und Energie unerlässliche Bausteine für einen gut funktionierenden Stoffwechsel der Pferde. Deshalb ist auf eine ausgewogene Ergänzung zu achten. Bei intensiv beanspruchten Pferden ist der Bedarf an Mineralsalzen, Vitaminen und Spurenelementen erhöht.

LESE-FUTTER À LIRE

achten. HYPONA 895 hat ein weites Kalzium/Phosphorverhältnis von 4:1 und ergänzt Heu-/Hafer- sowie grasreiche Rationen ideal. Das zusätzlich enthaltene Biotin sorgt für kräftige Hufe und bildet somit die Basis für einen gesunden Bewegungsapparat. Eukalyptus zur Unterstützung der Atmungsorgane. Die empfohlene Tagesmenge beträgt für Kleinpferde 50 bis 100 g, für Sport- und Arbeitspferde 100 bis 250 g und für tragende oder laktierende Stuten 200 bis 300 g je Pferd und Tag. HYPONA 895 erhalten Sie bis 26. Juni 2010 als Spezialität des Monats: Rabatt Fr. 3.50 /10 kg Kessel Rabatt Fr. 7.50 / 25 kg Sack In Ihrer LANDI

Nach dem Entwurmen oder Medizinieren kommen die Tiere rascher wieder in Schwung, wenn der Stoffwechsel stimuliert und unterstützt wird. Das Vitaminpräparat UFA-Solvi mit Elektrolyten, Spurenelementen und Milchsäurebakterien reguliert die Verdauung und ersetzt dem Körper verloren gegangene Mineralien. Es kräftigt den Organismus nachhaltig.

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NUTZTIERE

Welche Impfungen machen Sinn? IN DER HEUTIGEN SCHWEINEPRODUKTION sind Impfungen ein wichtiges Hilfsmittel zur Bekämpfung und Prophylaxe vieler Krankheiten. Grundvoraussetzungen für die Wirksamkeit einer Impfung bilden jedoch die sachgemässe Lagerung und die ordnungsgemäss durchgeführte Applikation.

Christiane Schaller

Entscheidend für den Impferfolg ist die Qualität des Impfstoffes zum Zeitpunkt der Verabreichung. Impfstoffe sind sehr empfindlich, daher muss eine sachgerechte Lagerung sichergestellt werden.

Richtige

Lagerung Impfstoffe müssen in einem funktionstüchtigen Kühlschrank zwischen + 2 ° und + 8 °C aufbewahrt werden. Es ist darauf zu achten, dass der Kühlschrank nicht vereist und die Impfstoffe nicht gefrieren. Eine unsachgemässe Lagerung kann die Wirksamkeit des Impfstoffes beeinträchtigen. Eine Impfstoffflasche darf nur mit einer sauberen Kanüle angestochen werden, somit verhindert man eine Verunreinigung des Injektionsguts. Verunreinigte Impfstoffe können zu schlimmen Unverträglichkeitsreaktionen bis hin zur Unwirksamkeit führen. Die angegebene Aufbrauchfrist von angebrochenen Flaschen ist unbedingt einzuhalten, denn nach Ablauf dieser Frist lässt sich eine Wirkung des Impfstoffs nicht mehr garantieren.

Wichtig ist, das Entnahmedatum auf den Impfstoffen zu notieren, um den Ablauftermin nicht zu verpassen. Bild: VUW

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Eine unsachgemässe Lagerung birgt viele Risiken. Bild: VUW

Korrekte Applikation Nur eine korrekte und saubere Impftechnik führt zum Erfolg. Dabei ist folgendes zu beachten: • Nur gesunde Tiere impfen. • Sterile Nadeln und Spritzen verwenden (am besten Einwegmaterial). • Um eine Inaktivierung von Impfstoffen zu vermeiden, müssen zur Impfung verwendete Materialien frei von Antibiotika, Reinigungsmitteln oder Desinfektionsmitteln sein. • Nur scharfe Kanülen verwenden, sonst kann es zu Gewebereizungen kommen. • Impfstoffe körperwarm verimpfen (vorher 20 Minuten in den Hosensack stecken). • Die intramuskuläre Injektion sollte im Nackenbereich der Schweine erfolgen. Die richtige Einstichstelle befindet sich ein bis drei fingerbreit hinter dem Ohrgrund senkrecht zur Hautoberfläche. In diesem Bereich befindet sich der Musculus brachiocephalicus. Die passende Kanüle ist abhängig vom Gewicht der zu impfenden Tiere zu wählen (Tabelle). Bei einem Absetzferkel mit 10 bis 25 kg sollte die Länge der Kanüle rund 25 mm, bei einem Schwein über 100 kg rund 40 mm betragen. Als Hilfsmittel bei Massenimpfungen von Tieren über 25 kg kann auch ein Impfstab verwendet werden. • Die Verabreichung verunreinigter Impfstoffe, mangelhafte Hygiene als auch die Injektion an der falschen Körperstelle kann zum Auftreten von Impfabszessen führen. Die Abszesse verursachen Entzündungs- und Abstossungsreaktionen und können das Immunsystem der Sau und somit

Tabelle: Die passende Kanülenlänge Körpergewicht (kg) bis 10 10 – 25 25 – 50 50 – 100 über 100

Länge (mm) 12 – 20 25 30 35 40

auch deren Leistung deutlich beeinflussen.

Rotlauf und Parvovirose Die Impfung (Vakzination) gegen Rotlauf und Parvovirose ist einzeln oder mit einem kombinierten Impfstoff möglich. Die kombinierte Impfung sollte im Zuchtbetrieb als Standardimpfung angesehen werden. Wichtig ist vor allem die richtige Grundimmunisierung der Jungsauen vor dem ersten Decken. Die Impfung sollte zweimal im Abstand von drei bis vier Wochen erfolgen. Spätestens zwei Wochen vor dem Belegen ist die zweite Injektion durchzuführen. Nur so lässt sich ein Schutz zum Zeitpunkt des Deckens gewährleisten. Die Wiederholungsimpfung der Sauen kann entweder terminorientiert (meist in der späteren Säugezeit) oder bestandesweise zweimal im Jahr (zum Beispiel März und September) durchgeführt werden. Auch der Eber sollte zweimal im Jahr gegen Parvovirose und Rotlauf geimpft werden. Lawsonien «Enterisol® Ileitis» ist ein Lebendimpfstoff zur aktiven Immunisierung von Schweinen ab einem Alter von drei Wochen. Die Verabreichung erfolgt in der Schweiz fast ausschliesslich oral 6 2010 · UFA-REVUE


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Die richtige Injektionsstelle liegt ein bis drei Fingerbreiten hinter dem Ohrgrund.

mittels Drench. Der Impfstoff sollte nach der Auflösung innerhalb von vier Stunden verbraucht werden. Da es sich bei dieser Impfung um einen Lebendimpfstoff handelt, dürfen drei Tage vor, am Tag der Impfung und drei Tage nach der Impfung keine Antibiotika eingesetzt werden, denn diese könnten die Impfbakterien abtöten. Rund drei Wochen nach der Impfung ist der Impfschutz aufgebaut. Ist der richtige Impfzeitpunkt in einer Schweineherde nicht bekannt, so kann mit Hilfe einer Antikörperbestimmung im Blut der betriebsspezifische Infektionszeitpunkt bestimmt werden.

Stallspezifische Circoviren Bei der Circoviren-Impfung gibt es sowohl Impfstoffe für Tiere in der Säugephase als auch Vakzinen für Sauen zum passiven Schutz von Ferkeln durch die Aufnahme antikörperhaltiger Biestmilch. Welcher Impfstoff eingesetzt werden soll, ist pro Betrieb individuell zu beurteilen.

Colidurchfall und Clostridien Im

Impfstoffe sollen beim Verimpfen körperwarm sein. Bild: agrarfoto.com

UFA-REVUE · 6 2010

keit des Darms für maternale AK sinkt 24 bis 36 Stunden nach der Geburt. Auch der AK-Gehalt in der Milch fällt in den ersten Stunden nach der Geburt drastisch ab. Damit die kleinen und später geborenen Ferkel genügend Kolostrum erhalten, kann das sogenannte «split nursing» durchgeführt werden. Nach dem ersten Saugen wird die Hälfte des Wurfes (die grossen Ferkel) für rund zwei Stunden ins Ferkelnest gesperrt. Somit können auch die kleinen Ferkel ausreichend Biestmilch aufnehmen. Je nach Erreger hält der Schutz der maternalen AK mehrere Wochen lang an.

Gegensatz zu den bisher erwähnten Impfungen handelt es sich bei der Coliund Clostridienimpfung um eine Mutterschutzimpfung. Die Grundimmunisierung der Sauen erfolgt Ende Trächtigkeit zweimal im Abstand von drei bis vier Wochen. Die zweite Impfung muss spätestens zwei Wochen vor dem geplanten Abferkeltermin stattfinden, damit die Sauen genügend Antikörper (AK) in der Milch produzieren können. Die Wiederholungsimpfungen erfolgen jeweils spätestens zwei Wochen vor dem nächsten Abferkeltermin. Nach der Vakzination bildet die Muttersau AK, die über die sogenannte Biestmilch (Kolostrum) von den Saugferkeln aufgenommen werden. Durch diese maternalen Antikörper sind die Saugferkel passiv geschützt. Voraussetzung für einen optimalen Schutz bildet die rechtzeitige und ausreichende Aufnahme von Kolostrum.

Maternale

Antikörper Ferkel werden ohne schützende Abwehrstoffe geboren. Daher ist die gesicherte Aufnahme von antikörperhaltiger Biestmilch besonders wichtig. Die AK werden über den Darm des Ferkels aufgenommen. Die Adsorptionsfähig-

Vakzinen Bei bestimmten Problemen in einem Schweinebetrieb oder beim Fehlen herkömmlicher Vakzinen ist der Einsatz von stallspezifischen Impfstoffen gerechtfertigt. Zur Herstellung eines stallspezifischen Impfstoffes muss aus typisch erkrankten, unbehandelten Tieren der verantwortliche Keim isoliert werden. Aus dem isolierten, angezüchteten und standardisiert abgetöteten Keim wird dann ein Impfstoff im Labor zubereitet. Nicht jeder Erreger eignet sich zur Herstellung eines stallspezifischen Impfstoffes. Gute Erfolge mit diesen spezifischen Impfstoffen können bei Streptokokken, HPS oder speziellen Escherichia coli erzielt werden.

Fazit Impfungen sind aus der heutigen Schweineproduktion nicht mehr wegzudenken. Für ein optimales und erfolgreiches Impfmanagement ist eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Tierhalter und dem Bestandestierarzt notwendig. 

Autorin Christiane Schaller, Dr. med. vet. FVH, Suisag, Geschäftsbereich Schweinegesundheitsdienst (SGD), 6204 Sempach. Weitere Informationen zu den wichtigsten Impfungen entnehmen Sie der Richtlinie 2.04 auf der Homepage der Suisag (www.suisag.ch) oder kontaktieren Sie Ihren zuständigen SGD-Berater.

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Ansetzen, wo Krankheiten beginnen BEI DER HYGIENE IM SCHWEINESTALL gibt es auf vielen Betrieben noch Potenzial. Gründliches Händewaschen, die Reinigung und Desinfektion von Arbeitsschuhen, Stall und deren Einrichtungen sowie die Sauendusche lassen sich oft mit wenig Aufwand umsetzen. Die Schweine verdanken es mit guter Gesundheit und hoher Leistung.

Robert Diem

«Was die Hygienemassnahmen betrifft, haben wir in der Schweiz gegenüber Spitzenbetrieben im Westen und Norden noch Nachholbedarf», beobachtet Hansueli Christen, Leiter des Schweineproduktionsprogramms UFA 2000. Klar, solche Massnahmen bringen Arbeit und Kosten. Aber die Erfahrung zeigt, dass auf Betrieben mit hohem Hygieneniveau auch die Leistungen stimmen. Sinkt das Infektionsrisiko, nehmen Erkrankungen, Tierarzt- und Medikamentkosten, Tierverluste und Beanstandungen bei der Schlachttieruntersuchung ab. Darum misst Peter Käser, der in Leimiswil (BE) 240 Zuchtsauen hält, der Hygiene vom Stalleintritt über die Kammerreinigung bis hin zur Sauendusche eine hohe Bedeutung zu.

Hände, Kleider und Schuhe Bakterien, Viren und Pilzsporen lauern überall. Sie gelangen über Personen in den Stall. Daher gilt es, die Hände vor dem Betreten des Stalls mit einer bakteriziden Seife zu waschen. Hautschonende und pflegende Eigenschaften mit hoher Wirkung gegen ölige, fettige und pigmenthaltige Verunreinigungen vereint etwa «Haladerm 761». Das Abtrocknen erfolgt mit Einwegpapier. Mehrmals verwendete Stoffhandtücher bergen das Risiko, erneut Krankheitserreger zu verschleppen. Auch das Kleiderwechseln und die Schuhdesinfektion gehört zu den Pflichten vor dem Stalleintritt. Vor der Neubefüllung der Desinfektionswanne (z.B. mit der Desinfektionslösung «Halades 777») muss diese gut gereinigt werden.

Tabelle: Hygieneplan für den Schweinestall Stall säubern (bei jedem Umtrieb) Reinigen • Benetzen mit Niederdruck. • Einweichen mit Stalltop 645. • Nach 30 Minuten mit Hochdruck reinigen.

5 dl auf 10 l Wasser. Ca. 50 l Lösung pro 100 m2. 70 bis 100bar.

Desinfizieren • Halades 777. • Bei Problemen mit Circoviren und Durchfall: Stalldes 03.

1 dl auf 10 l Wasser. 0.4 l Lösung pro m2 Fläche. 1 dl auf 10 l Wasser. 0.4 l Lösung pro m2 Fläche.

Sauendusche (vor Einstallen in Abferkelbucht) • Mit Schaumsprühgerät und Tiershampoo 823 einweichen. • Abwaschen mit Hochdruckreiniger.

2 bis 4 dl auf 10 l Wasser. Maximal 30 bis 40 bar.

Klauendesinfektion (bei jedem Umtrieb) • Formaldehyd 40% in Desinfektionswanne.

0.5 l auf 10 l Wasser.

Händereinigung (vor jedem Betreten des Stalls) • Haladerm 761 (bakterizide Handseife) aus Wandseifenspender. Schuhdesinfektion (vor jedem Betreten des Stalls) • Desinfektionswanne mit Matte. Halades 777 1dl auf 10l Wasser. mindestens einmal pro Woche (bei optischer Verschmutzung früher). Reinigungs- und Desinfektionsprodukte, Desinfektionsmatten und -wannen, Wandseifen- und Handtuch-Spender, Einwegpapier sowie «Schäumer» sind in Ihrer LANDI bzw. direkt bei Halag Chemie AG, 8355 Aadorf erhältlich. Bei Halag oder UFA können ebenfalls Hygienepläne für die perfekte Stallhygiene angefordert werden. 72

Kammerdesinfektion Vor jedem Umtrieb erfolgt eine gründliche Säuberung von Stallböden, -wänden und -anlagen. Wichtig ist dabei, Vorräume und Lüftungseinrichtungen nicht zu vergessen. Nach der Vorreinigung mit Schorer und Besen kommt das Vornetzen mit Niederdruck via Hochdruckreiniger. Hochwirksame Reiniger wie «Stalltop 645» lösen Rückstände von Eiweiss, Fett und Kot und weichen hartnäckige Verschmutzungen ein, ohne dass dabei die Stalleinrichtungen leiden. Dieses Einweichen erleichtert die nachfolgende Reinigung und spart Zeit.

Spezialprodukte bei Circoviren Nach dem Abtrocknen (keine Wasserlachen!) ist der Stall bereit für die Desinfektion von Flächen, Futtertrögen und Trinkgefässen. Die Produktewahl hängt davon ab, ob vorher Probleme mit Circoviren oder Durchfallerkrankungen (Escheria coli, Clostridien) aufgetreten sind. Nein? Dann empfiehlt sich der Einsatz eines Produktes wie «Halades 777». Ja? Dann sollten die Stallflächen bis auf 1.5 m Höhe mit einem Mittel wie «Stalldes 03» behandelt werden, das auch widerstandsfähige Krankheitserreger abtötet, sich jedoch hundertprozentig abbaut und somit keine Rückstände in der Gülle verursacht. «Stalldes 03» enthält neben Peressigsäure zusätzliche Substanzen, welche die Oberflächenspannung herabsetzen und den Eintritt der Peressigsäure in die Zellmembranen der Pilze, Bakterien und Viren begünstigen. Diese Wirkstoffkombination hat zur Folge, dass gegenüber herkömmlichen Peressigsäure-Konzentraten ein geringerer Produkteinsatz nötig ist. Allerdings darf 6 2010 · UFA-REVUE


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In Ton und Bild Wie die Hygienemassnahmen auf dem Betrieb von Peter Käser, Leimiswil (BE), umgesetzt werden, zeigt ein Video unter www.ufarevue.ch. Peter Käser hält 240 Zuchtsauen und verfügt über 980 Jager- und 100 Mastplätze. Vor dem Umstallen in die Abferkelbucht (Alpha-Nester) el m Artik zu diese u e . c h werden die Sauen von Michael lm fi o e v Vid re Minder einshampooniert und gewa- w w w . u f a schen. Dann fühlen sie sich wohl, riechen vorzüglich, bringen keine Krankheitserreger in den desinfizierten Raum und die Ferkel bleiben gesünder.

mit «Stalldes 03» nur säurefestes Material desinfiziert werden. Oberflächen aus verzinktem Eisen und Buntmetalle erfahren einen geringen Abtrag.

Keine Resistenzen «Halades 777» und «Stalldes 03» wirken bei Temperaturen von über 4 °C. Die Desinfektionsmittel können via Hochdruckreiniger, Desinfektionsgerät oder Giesskanne verteilt werden. Ein Nachspülen mit Wasser ist nicht nötig. Um sich vor dem Aerosolnebel zu schützen, wird von hinten nach vorne gearbeitet. Bei korrekter Einsatzkonzentration lässt sich eine Resistenzbildung gegen «Halades 777» und «Stalldes 03» ausschliessen. Dusche lohnt sich Jetzt ist der Stall sauber. Für eine gute Hygiene sollten aber auch die Schweine zur Einstallung möglichst keimfrei sein. «Mit dem Waschen der Tiere schaffen wir eine Keimbarriere», erklärt Peter Käser, warum die Sauendusche in seinem gut gelungenen und einladenden Neubau eingeplant wurde. «Wir sind überzeugt, dass es sehr sinnvoll ist, die Sauen vor dem Einstallen in die Abferkelbucht zu waschen», bestätigt ebenfalls Enzo Fuschini, Leiter des Schweinege-

Peter Käser reinigt die Hände mit der Handseife «Haladerm 761» aus der Einwegflasche und trocknet sie mit dem Einwegpapier. UFA-REVUE · 6 2010

sundheitsdienstes (SGD). Damit verstärke man den Effekt der Reinigung und Desinfektion und senke den Keimdruck. Die Sauendusche beugt vor gegen Streptokokken- und Durchfallprobleme bei Ferkeln, Saugferkelverluste sowie Wurmbefall und MMA der Sau.

Shampoo entfernt Wurmeier Mindestens eine Woche vor der Geburt werden die Sauen umgestallt und geduscht. Der Einsatz vom «Tiershampoo 823» – über ein Schaumsprühgerät oder von Hand – löst an den Tierborsten anhaftenden Schmutz, Wurmeier, Parasiten und verleiht den Tieren einen frischen Eukalyptusduft. Warmes Wasser (35 bis 37 °C) hat bei der ersten Duschrunde eine effektivere Reinigungswirkung als Kaltwasser. Zehn Minuten nach dem Einshampoonieren werden die Tiere mit Niederdruck via Hochdruckreiniger kalt abgespritzt. Besonders auch an Gesäuge, Klauenspalt und Innenschenkel sollte beim Abspritzen speziell gedacht werden, wobei der Abspritzdruck nicht zu stark sein darf.

Wo duschen? Bei bestehenden Ställen bietet sich der Zentralgang für die Dusche an. Für Um- und Neubau-

Werden die Oberflächen mit einem Mittel wie «Stalltop 645» eingeweicht, geht die Arbeit mit dem Hochdruckreiniger mühelos.

ten wird empfohlen, die Dusche als separater Raum zwischen Warte- und Abferkelbereich einzuplanen (0.8 und 1 m2 pro Tier). «Durch den Einbau von Düsen in Boden oder Wand auf 15 cm Höhe können auch Gesäuge, Klauen und Innenschenkel erfasst werden», erklärt Christiane Schaller vom SGD.

Klauenbad? Noch sauberer werden die Füsse, wenn die Schweine vor jedem Umtrieb durch eine Desinfektionswanne (z. B. mit Formaldehyd 40 %) spazieren. So gelangen weniger Krankheitserreger in den neuen Stall und infektiöse Klauenerkrankungen lassen sich reduzieren. 

Bringt nicht viel Aufwand, verhindert aber die Einschleppung von Krankheitserregern: Immer eine Schuhdesinfektion vor dem Stalleintritt.

Eukalyptusduft für den Schweinestall: Michael Minder duscht die Sauen von Peter Käser mit «Tiershampoo 823».

Autor Robert Diem, Leiter Verkauf, Halag Chemie AG, 8355 Aadorf, www.halagchemie.ch Mehr zur Hygiene im Schweinestall erfahren Sie bei der Halag Chemie AG, Aadorf  058 433 68 68, info@halagchemie.ch, Ihrem UFA-Berater oder in Ihrer LANDI.

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Phasenfütterung für Tier und Umwelt EINE WIRTSCHAFTLICH ERFOLGREICHE SCHWEINEMAST lässt sich nur durch hohe Leistungen im Stall realisieren. Die Phasenfütterung ist zwar aufwändiger, bringt aber viele Vorteile.

Barbara Eichenberger

Hansruedi Tschumper

Mit dem Mehrphasen-Fütterungskonzept wird das Fleischansatzvermögen der Schweine besser ausgeschöpft und gleichzeitig der Nährstoffanfall auf dem Betrieb optimiert. Hoher Tageszuwachs und eine gute Futterverwertung führen bei optimaler Schlachtkörperzusammensetzung zu wirtschaftlich besseren Ergebnissen in der Mast.

Gleiche Herkunft Genetisch homogene und gesunde Jagerposten stellen die Basis für eine problemlose Mast dar. Nachkommen mit dem gleichen genetischen Ursprung (z. B. Primera®-Sau x Premo®-Endprodukte-Eber) verhalten sich in der Regel einheitlicher in ihren Leistungsparametern und somit können Management und Fütterung einfacher an ihre Bedürfnisse angepasst werden.

Fleischansatz unterstützen Allgemein ist bekannt, dass sich die Entwicklung der Körpergewebe mit zunehmendem Alter respektive LebendVevoVitall® – Bessere Leistung und bessere Luft Der Futterzusatzstoff VevoVitall® ist offiziell als Wachstumsförderer anerkannt und besteht zu 99.9 % aus Benzoesäure. Diese organische Säure ist ein natürlicher Inhaltsstoff in Früchten, Beeren, Zwiebeln und Anissamenöl. Durch ihre gezielte Wirkung in den hinteren Darmabschnitten führt sie zu höherem Tageszuwachs und besserer Futterverwertung. UFA 331-3 mit VevoVitall brachte auf UFA Bühl im Exaktversuch eine Verbesserung der Tageszunahmen um 2.5 % (Masttageszunahme von 850 g) gegenüber dem Standardfutter. Gleichzeitig wurde die Futterverwertung um 2.4 % von 2.51 auf 2.45 kg Futter pro Kilogramm Zuwachs verbessert. Durch die Reaktion von Benzoesäure mit der Aminosäure Glycin wird im Stoffwechsel der Schweine Hippursäure gebildet. Diese Säure gelangt über die Niere in den Urin. Dadurch sinkt der pH-Wert im Urin. Bei tiefem pH-Wert spaltet sich weniger NH3 ab. Es wird mehr Stickstoff in Form von Ammonium (NH4) in der Gülle gebunden und es entsteht weniger Geruch.

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gewicht (LG) verändert. Während der Zuwachs in den ersten zwei Dritteln der Mast (bis ca. 70 bis 80 kg LG) hauptsächlich aus Muskelmasse besteht, wird im letzten Drittel vermehrt Fettgewebe angesetzt (Grafik). Speziell konzipierte Vormastfutter mit höherem Lysin/VESVerhältnis unterstützen den Fleischansatz. In der Ausmast kann der Aminosäuregehalt reduziert werden. Aktuelle Empfehlungen gehen bis auf 0.58 g Lys/MJ VES bei 80 kg LG zurück.

lang zu Beeinträchtigungen führen. Dies gilt in erster Linie für die Rohproteinversorgung. Wird über die gesamte Mastdauer nur ein Futter eingesetzt, so liegt das Rohprotein- beziehungsweise Aminosäurenangebot in der zweiten Mast-

Nach Geschlecht trennen Um ein übermässiges Verfetten der Tiere zu verhindern, gilt es auch, die Energiemenge im Auge zu behalten. Hier machen sich zudem Geschlechtsunterschiede bemerkbar. Kastraten nehmen in der Endmast, vor allem ab 80 kg LG, wesentlich grössere Mengen an Futter auf als weibliche Tiere. Die Konsequenzen sind tiefere Magerfleischanteile (MFA) im Schlachthof und eine schlechtere Futterverwertung. Wenn immer möglich sollten die Mastgruppen nach Geschlecht getrennt und ausgeglichenem Anfangsgewicht zusammengestellt werden. Dadurch können geschlechtsund gewichtsspezifische Futterkurven eingesetzt und das genetische Potenzial voll ausgeschöpft werden. Parallel zum vermehrten Fleischansatz läuft die Skelettbildung bis zirka 50 kg LG. In dieser Zeit sind die notwendigen Speicher zu füllen. Der Einsatz von Phytase im Vormastfutter optimiert die Phosphorversorgung in der kritischen Phase. Stickstoffverluste Eine dem Leistungsvermögen nicht angepasste Nährstoffversorgung kann über kurz oder 6 2010 · UFA-REVUE


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• Rein-Raus-Prinzip mindestens im Kammersystem. • Gründliche Nassreinigung, eventuell Desinfektion. • Einstallen in vorgeheizte, eingestreute Abteile. • Genetisch einheitliche, gesunde Jagerposten, wenn möglich nach Geschlechtern getrennt einstallen. • Moderates Erhöhen der Futterkurve nach dem Einstallen bis zum Maximum. • Je nach Silokapazität umsetzen von Phasenfütterung. • Einsatz von VevoVitall.

hälfte deutlich über den Bedarfsempfehlungen. Dadurch fällt im Organismus mehr Stickstoff an, der hauptsächlich

über die Leber verarbeitet werden muss und mit Kot und Harn ausgeschieden wird. Schweine koten und harnen häufig am gleichen Ort, so dass ein KotHarn-Gemisch entsteht. Durch Verdunsten der Gülle wird Stickstoff in Form von Ammoniak (NH3) freigesetzt. In der Folge wird die Stallund bei offenen Ställen auch die Umgebungsluft stärker mit Emissionen belastet.

Ammoniak beeinträchtigt Leistungen Ammoniak hat nicht nur Geruchsemissionen zur Folge. Eine hohe NH3-Konzentration im Stall hat auch negative Auswirkungen auf die Tiere. In Versuchen im Ausland konnte gezeigt werden, dass sowohl Tageszunahme wie auch Futterverwertung bei Mastschweinen bei hoher NH3-Belastung

Grafik: Entwicklung der Körpergewebe durchschnittliches Schwein

Proteinansatz relativer Gewebeansatz

Merkpunkte für erfolgreiche Schweinemast

fleischreiches Schwein Fettansatz

Mineralstoffansatz / Skelettaufbau Geburt

50 kg

100 kg

schlechter waren. Zudem stieg der Anteil an Lungenentzündungen und Atemwegserkrankungen um über 60 % an. NH3 reizt die Schleimhäute. Krankheitserreger können sie so besser angreifen. Für ein optimales Stallklima sollten Konzentrationen in der Luft von 10 ppm/m3 NH3 und 3000 ppm/m3 CO2 nicht überschritten werden. Der Schweinegesundheitsdienst (SGD) verfügt über die notwendigen Messinstrumente, um die Schadgaskonzentration im Schweinestall zu messen.

Der Umwelt zuliebe Mit der Unterzeichnung des sogenannten Göteborg-Protokolls hat sich die Schweiz unter anderem verpflichtet, die Ammoniakemissionen deutlich zu reduzieren. Rund 90 % des anfallenden NH3 stammen aus der Landwirtschaft und davon ein Grossteil aus der Nutztierhaltung. Massnahmen im Bereich der Güllelagerung (Abdeckung) und -ausbringung (Schleppschlauch) sind sehr effektiv. In der Schweinemast besteht zusätzliches Reduktionspotenzial, wenn der Rohproteingehalt bei einer ausreichenden Aminosäurenversorgung im Futter gesenkt und somit eine Überversorgung der Tiere vermieden wird. Wissenschaftlich bestätigt In einem aktuellen Schweinemastversuch mit Mehrphasenfütterung auf UFA Bühl konnte die Stickstoffaufnahme um 2.9 respektive 7.5 % gesenkt werden, wenn das Ausmastfutter ab 70 kg LG 15 beziehungsweise 30 g/kg weniger Rohprotein enthielt. Die berechneten Stickstoffausscheidungen verringerten sich dadurch um 5.4 bis 13.7 %, ohne Nachteile für die Mast- oder Schlachtleistung. 䡵 UFA-REVUE · 6 2010

150 kg

Im Verlauf der Mastdauer ändert sich der Nährstoffbedarf der Schweine.

Autoren Dr. Barbara Eichenberger, Technischer Dienst, UFA AG, 3360 Herzogenbuchsee. Hansruedi Tschumper, Schweinespezialist im UFA-Beratungsdienst, 9501 Wil. Details zur Schweinefütterung und über die Futtermittel der UFA finden Sie unter www.ufa.ch

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Nische mit Wachstumspotenzial ZIEGEN- UND SCHAFMILCHPRODUKTE erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Schaf- und Ziegenkäse werden oft gekauft, um Abwechslung in den Käsealltag zu bringen. In einer von Agroscope Liebefeld-Posieux ALP durchgeführten Umfrage wurden zudem der Geschmack und das natürliche und gesunde Image als Hauptgrund für die Beliebtheit angegeben.

Walter Schaeren

Jürg Maurer

Barbara Walther

Produkte von Ziegen und Schafen boomen: Neugier auf Innovatives sowie Natürlichkeit und handwerkliche Produktion sind die wichtigsten Gründe dafür.

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In der Schweiz fristet die Ziegenund Schafmilchproduktion – im Gegensatz zu einigen Ländern in Europa – immer noch ein Nischendasein. Im Vergleich zu den gut 4 Mio. Tonnen Kuhmilch wurden im Jahr 2008 lediglich 4000 t Schafmilch und 20 400 t Ziegenmilch produziert. Bei den Grossverteilern liegen die Ziegen- und Schafmilchprodukte denn auch nur im tiefen einstelligen Prozentbereich des Umsatzes des gesamten Milchprodukte-Sortiments, allerdings mit stark wachsender Tendenz.

einer Kuhmilchallergie leiden, Ziegenmilch vertragen. Ob Schaf- oder Ziegenmilch für Kuhmilchallergiker als Alternative geeignet ist, sollte deshalb nur unter medizinischer Anleitung geprüft werden. Eine allgemeine Bevorzugung von Ziegen- und Schafmilchprodukten gegenüber Kuhmilchprodukten ist aufgrund der wissenschaftlichen Grundlagen kaum begründet. Ziegen- und Schafmilchprodukte können aber zu einer vielfältigen, ausgeglichenen und gesunden Ernährung beitragen.

Gesünder als Kuhmilch? Vor al-

Rasant steigende Käsemenge

lem Menschen, bei denen die Aufnahme von Nahrungsbestandteilen durch die Darmwand vermindert ist, schätzen die gute Verdaulichkeit von Ziegen- und Schafmilch. Die bessere Verdaulichkeit ist auf zwei Eigenschaften zurückzuführen: Einerseits ist die Durchschnittsgrösse der Fettkügelchen in der Milch der kleinen Wiederkäuer kleiner als diejenige in Kuhmilch. Kleinere Fettkügelchen bieten mehr Angriffsfläche für fettspaltende Enzyme. Andererseits enthalten Ziegen- und Schafmilch mehr kurz- und mittelkettige Fettsäuren als Kuhmilch. Je höher der Gehalt an kurz- und mittelkettigen Fettsäuren, desto besser die Verdaulichkeit eines Fettes. Oft wird bei einer Kuhmilchallergie auf Ziegen- oder Schafmilch ausgewichen, da diese angeblich weniger allergieauslösend sein soll. Es gibt zwar verschiedene Fallbeispiele, wo Ziegenmilch bei Kindern mit einer Kuhmilchallergie verschiedene Beschwerden linderte oder diese ganz verschwinden liess. In den 80er Jahren wurde jedoch gezeigt, dass nur zirka 40% aller Kinder, die an

Im Jahr 2008 wurden in der Schweiz gut 36 200 Milchziegen unterschiedlicher Rassen und knapp 11 000 Milchschafe, vorwiegend der Rassen Ostfriesisches Milchschaf und Lacaune, gehalten. Die durchschnittliche Milchleistung lag bei gut 580 kg je Ziege beziehungsweise bei 350 bis 400 kg je Schaf und Jahr. Viele der Ziegen werden in kleinen Herden und oft als Nebenerwerb gehalten. Milchschafe sind auch auf Betrieben mit mehr als 20 und oft sogar mit mehr als 50 Tieren anzutreffen. Die offiziell erfassten Mengen von Ziegen- beziehungsweise Schafmilchkäse haben sich zwischen 2000 und 2009 von 403 auf 900 t beziehungsweise von 82 auf 225 t jeweils mehr als verdoppelt.

stoffe und hygienische Qualität (z.B. Zell- oder Keimzahl) schwanken sehr stark. Diese Unterschiede sind saisonal, betriebs-, fütterungs-, haltungs- sowie rassebedingt und nicht zuletzt von einzelnen Tieren abhängig. Insgesamt sind sich die Verarbeiter einig, dass die Milch der Rasse Lacaune gehaltvoller und somit besser verkäsbar ist, so dass sich in der Schafmilchproduktion ein deutlicher Trend hin zur Lacaune-Zucht abzeichnet.

Kühlkette

verbesserungsfähig

Die mikrobiologische Qualität der abgelieferten Ziegen- und Schafmilch ist im Allgemeinen gut. Problematisch können vor allem die fast in allen SchafmilchLieferantenproben nachzuweisenden

Trend zu Lacaune-Zucht Für die Erfassung der Rohmilchqualität und Verkäsbarkeit von Ziegen- und Schafmilch gibt es kaum standardisierte Methoden. Insbesondere unterliegen die Ergebnisse von Käserproben grossen Schwankungen und der Wunsch nach Richtwerten ist gross. Auch die Inhalts6 2010 · UFA-REVUE


NUTZTIERE Buttersäurebakterien-Sporen und in Einzelfällen massiv zu hohe Gehalte an Staphylococcus aureus sein. Die Situation vor allem der zu hohen Gehalte an Staphylokokken liesse sich in den meisten Fällen mit einer konsequenteren Einhaltung der Kühlkette nach dem Melken verbessern.

Hoher Importanteil Griechischer Feta, spanischer Manchego, italienischer Pecorino und französischer Roquefort sind die bekanntesten Käsesorten aus Schafmilch. Da es sich bei diesen Käsesorten um Produkte mit geschützter Ursprungsbezeichnung handelt, ist eine Verdrängung durch solche aus Schafmilch schweizerischer Herkunft kaum möglich. Bei Coop stammen daher ungefähr zwei Drittel der verkauften Produkte aus dem Ausland. Kleine «Schafchäsli» mit Weissschimmel, Typ Camembert, sowie Halbhartkäse mit Rotschmiere sind die wichtigsten Schafmilchprodukte aus Schweizer Produktion. Daneben gewinnen Blauschimmelund Frischkäse immer mehr an Bedeutung. Zusätzlich wird eine grosse Auswahl an weiteren Erzeugnissen wie Joghurt, Frischkäse, Quark und Pastmilch produziert. Traditionell gibt es in der Schweiz keine industrielle Schafmilchverarbeitung, weshalb innovative Schafhalter die Milch häufig selber verarbei-

ten oder regionale Käsereien ihr Sortiment mit Schafmilchprodukten erweitern. Auch die Strukturen der Ziegenmilchverarbeitung sind sehr unterschiedlich: Von lokaler Hof- bis zu überregionaler Milchverarbeitung. Teilweise müssen daher lange Transportstrecken in Kauf genommen werden. Bei den Produkten aus Ziegenmilch gewinnen neben den traditionellen, oft saisonal als Alpkäse produzierten Halbhartkäsen aktuell Weichkäse mit Weissschimmel und vor allem cremige Frischkäse an Bedeutung.

«Mal etwas anderes» Die Ergebnisse eines Konsumententests von Agroscope Liebefeld-Posieux ALP erklären die wachsende Beliebtheit von Käse aus Ziegen- und Schafmilch: Als Kaufgründe wurden Eigenschaften wie «besonderer Geschmack» (50 %), «mal etwas anderes» (44 %), «gesund» (39 %) und «natürlich» (27 %) am häufigsten genannt. Weiter wurde deutlich, dass die Mehrheit der Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten die neutraleren Käsevarianten mit weniger tierischem («böckeligem») Aroma bevorzugen (70 %). Auf Ziegen oder Schafe umstellen? Die klimatischen und topographischen Bedingungen in der Schweiz

Grafik:

Nährstoffe in Ziegen-, Schaf- und Kuhmilch Beitrag (in %) zur Deckung des empfohlenen Tagesbedarfs bei 25- bis 50-jährigen Frauen.

Vitamin C Folsäure Vitamin B12 Vitamin B6 Vitamin B2 Vitamin B1 Vitamin E Vitamin A Mangan Kupfer Eisen Zink Phosphor Magnesium Kalium Kalzium Natrium KH/Laktose Fett Protein Energie

2 dl Kuhmilch 2 dl Ziegenmilch 2 dl Schafmilch

0

10

20

30

50

60

eignen sich gut für die Haltung von Milchziegen und -schafen. Allerdings stellen Milchschafe und -ziegen hohe Ansprüche an die Haltung und Pflege. Zudem bevorzugen die Verarbeiter eine ganzjährige Milcheinlieferung, was angesichts der ausgeprägten Saisonalität der Tiere nicht einfach zu erfüllen ist. Trotz der günstigen Marktlage setzt ein Einstieg eine grosse Portion Eigeninitiative und seriöse Abklärungen des Absatzes voraus.

Fazit Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass • Ziegen- und Schafmilch ernährungsphysiologisch wertvolle Lebensmittel sind. • die mikrobiologische Qualität der Milch gut ist. Mit einer verbesserten Melkhygiene (Zitzenreinigung vor Melken, rasche Milchkühlung) könnte die Belastung mit unerwünschten Keimen weiter gesenkt werden. • die Verarbeitung sich regional unterscheidet: Von lokaler Hof- bis zur überregionalen Milchverarbeitung. • die Marktlage für Schaf- und Ziegenmilch momentan günstig aussieht. Trotzdem braucht es viel Eigeninitiative und die Absatzmöglichkeiten sind vor einem Einstieg seriös abzuklären. 䡵 UFA-REVUE · 6 2010

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Autoren Walter Schaeren, Jürg Maurer und Barbara Walther, Forschungsanstalt Agroscope LiebefeldPosieux ALP, 3003 Bern. Die «ALP aktuell» 24 und 28 gehen ausführlich auf die Eigenschaften von Schaf- und Ziegenmilchprodukten in der Ernährung ein. www.agroscope.ch

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Jedem Stall sein Kühlungssystem SCHWEINE KÖNNEN NICHT SCHWITZEN und so kommt es bei Temperaturen über 25°C zu einem Hitzestau. Abhilfe schaffen Sonnenschutznetze, Wasservernebelungssysteme oder die Ansaugung von kühler Luft aus dem Erdreich. Stallbauexperten verraten, welche Kühlungsmethode sie in welchem Fall für die beste halten.

Hitzestress führt bei Schweinen zu einer Schwächung des Immunsystems sowie zu einer Abnahme von Futterverwertung und Zuwachs. Bei Sauen leiden Milchleistung und Fruchtbarkeit und bei Ebern die Spermaqualität.

Bei Systemställen lässt sich die Unterflurluft-Ansaugung einfach einrichten.

Lüftungsmängel beseitigen Mit der neuen Tierschutzverordnung sind Kühlungsmöglichkeiten für Schweine bei Neubauten vorgeschrieben. In bestehenden Ställen werden solche ebenfalls empfohlen. Zuerst gilt es aber, das

Wohin geht der Trend? Bei den Fachleuten der Stalleinrichtungsfirmen und der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ist man sich einig, dass die Unterflurluft-Ansaugung bei Neubauten von Systemställen eine sehr gute Variante darstellt – dank dem hohen Abkühlungseffekt und da nur geringe Zusatzkosten entstehen. Mathias Marbet von der Huber Metallbau & Stalleinrichtungen AG sieht den Trend vermehrt in Richtung ganzflächige Unterflurluft-Ansaugung gehen. In Labelmastund Galtsauenställen wird im Auslauf häufig auf eine Beschattung und eine temperaturgesteuerte Berieselung gesetzt. Ebenfalls flexibel nachrüstbar, aber kühlungsmässig mit grösserem Effekt ist das Hochdrucksystem. 78

Lüftungssystem zu optimieren: Temperaturfühler in der Mitte des Tierbereichs positionieren, Lüftungseinrichtungen regelmässig reinigen, Lüfterkapazität kontrollieren und so weiter. «Fehler entstehen häufig dann, wenn Ställe für andere Schweinegruppen umfunktioniert werden und dabei keine Anpassung bei der Belüftung erfolgt», beobachtet Markus Bucheli von der Krieger AG.

Luftansaugung

und

Isolation

Eine wichtige Rolle spielt der Ort der Luftansaugung. Bevorzugt wird Luft von der Nord-, Ostseite und aus dem Schattenbereich. Nachträglich lässt sich die Beschattung des Luftansaugebereichs mit Bepflanzungen erreichen. Es eignen sich schnell wachsende Büsche und Gehölze. Warmeinträge über die Aussenwände oder übers Dach werden via Isolation verringert. Auch eine pflanzliche Beschattung oder die Berieselung des Dachs mit Wasser (Rasensprenger auf Dachfirst) bieten eine Alternative zur Hitzedämmung. Südfenster können mit Milchglas versehen werden, um die direkte Sonneneinstrahlung in den Stall zu reduzieren.

Niederdruck bei wilden Luftströmungen Ist es im Stall immer noch zu heiss, kommt der Einbau von Vernebelungsanlagen in Frage. Es wird unterschieden zwischen Nieder- und Hochdrucksystemen. Die Niederdruckvernebelung (unter 15 bar) eignet sich für offene Ställe, wo die Luft sich «unkontrolliert» bewegt. Das selbstmontierbare System besteht aus Kunststoffleitungen, Düsen, einem Filter und einer Steuereinheit. Da etwa die Hälfte des versprühten Wassers nicht durch die Luft aufgenommen werden kann, kommt die Niederdruckvernebelung nur über Güllekanälen im Auslauf zum Einsatz. Die Anlage dient parallel für die Schweinedusche oder zum Einweichen

Netze für Aussenbereich Einfachste Abkühlungsmöglichkeit im Aussenbereich sind Beschattungsnetze. Nach RAUS-Verordnung darf die ungedeckte Fläche vom 1. März bis 30. September Tag und Nacht mit einem Netz beschattet werden. Hagelnetze sind günstig, aber nicht so robust und nicht so lange haltbar wie extra konzipierte Sonnenschutznetze, die für rund 50 Fr. je Quadratmeter angeschafft werden können. 6 2010 · UFA-REVUE


NUTZTIERE Tabelle: Kühlsysteme im Überblick Investitionskosten* Luftkühlung Auch für bestehende Bauten? Zusatznutzen

Erdwärmeaustauscher

Unterluft-Ansaugung

1000 Fr. pro Abferkelbucht bis 10 °C (konstant) ja, aber aufwändig Erwärmung im Winter (bis 15°C)

0 bis 400 Fr. pro Abferkelbucht bis 8 °C (konstant) ja, aber aufwändig Erwärmung im Winter (bis 12°C)

Luftbefeuchtung Hochdruck Niederdruck 120 Fr. 25 Fr. pro Abferkelbucht pro Sau 5° C (eingeschaltet) 4 °C (eingeschaltet) ja ja Schmutzeinweichung, Desinfektion, Staub- und Ammoniakbindung, Geruchsreduktion

* inklusive Montage

des Stalls. Im Winter muss das System entleert werden, da sie nicht frostsicher ist. Die Düsen werden gereinigt, indem man sie in Essig einlegt. Berieselungsanlagen kühlen im Gegensatz zur Hochdruckvernebelung vor allem die Schweine und weniger die Luft.

Hochdruck in geschlossenen Ställen Beim Hochdrucksystem (50 bis 80 bar) lösen sich die Wassertröpfchen fast vollständig in der Luft auf. Daher können auch Räume mit Einstreu gekühlt werden. Via Hochdruckvernebelung, die sich für geschlossene Ställe eignet, lässt sich die Luft um rund 5 °C kühlen. Nachteilig ist der höhere Anschaffungspreis, der eine Hochdruckpumpe, Steuerung (über Temperatur und Luftfeuchtigkeit), chemische Feinfilter sowie Edelstahl-Leitungen und düsen umfasst. Von Vorteil ist gegen-

über der Niederdruckvariante der geringere Wasserverbrauch. Teils wird nicht der Stallraum, sondern die Zuluft im Vorraum oder im zentralen Zuluftkanal mit Hochdruck gekühlt. Im Vergleich zur Vernebelung in den Stallabteilen kostet dies zwar weniger, hat aber auch einen geringeren Effekt. Hochdrucksysteme binden den Staub und befeuchten im Winter die heizungstrockene Stallluft. Möglich ist ebenfalls das Vernebeln von Zusätzen zur Luftverbesserung. Wie bei der Niederdruckvernebelung reduziert sich die Ammoniakund Geruchsbelastung.

PAD-Cooling

für Zuluft? In Deutschland wird das sogenannte «PAD-Cooling»-System immer beliebter. Es kommt zum Einsatz, wo die Frischluftansaugung für den ganzen Stall zentral erfolgt. Im Gang der Luftansaugung

wird beispielsweise eine Wand aus Hohlblockziegeln so aufgemauert, dass die Löcher in Ansaugrichtung liegen. Von oben kann Wasser über die Steine rieseln und die Frischluft abkühlen.

Erdwärmetauscher Eine weitere Variante ist der Einsatz sogenannter Erdwärmetauscher. Die Zuluft wird durch im Boden verlegte Rippenrohre geleitet. Im Sommer wird die Luft bis zu 10 °C abgekühlt, im Winter bis zu 15 °C erwärmt. Der Erdwärmetauscher sorgt das ganze Jahr für einen Temperaturausgleich der Zuluft zwischen Tag und Nacht. Der Nachteil: Das System kostet viel. Daher lassen sich Erdwärmetauscher nicht alleine durch geringere Heizkosten abschreiben, sondern benötigen auch bessere Tierleistungen. Zudem kommen sie meist nur bei Neubauten in Frage, weil dann die Rohre leicht verlegt werden können und der Sammelkanal sich optimal an die Stalllüftung anschliessen lässt. Zuluft aus Hohlraum unter Stall Statt die Luft durch Rippenrohre zu leiten, kann sie auch aus dem Hohlraum unter dem Stall über regulierbare Frischluftkamine in die Buchten gelangen. Messungen von Agroscope ReckenholzTänikon haben ergeben, dass die Zuluft beim Durchqueren des Hohlraums im Winter um bis zu 12 °C angewärmt und im Sommer um bis zu 10 °C gekühlt wird. Der Hohlraum verursacht Mehrkosten für die Schalung, Armierung, Zwischenabstützungen und Wärmedämmung der Bodenplatte. Aus diesem Grund kommen meist komplett isolierte Elementplatten zum Einsatz und der Bau erfolgt im Systemstall-System. Kosteneinsparungen entstehen – wie übrigens auch beim Einsatz von Erdwärmetauschern – durch Wegfall der Heizanlage. 䡵

UFA-REVUE · 6 2010

Die Hochdruckvernebelung ist auch über Einstreu möglich.

Das einfachste Kühlungssystem: Berieselung und Sonnenschutznetz. Bilder: Krieger AG

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 8401 Winterthur Als Grundlage für den Artikel dienten Angeben der Firmen Globogal, Huber und Krieger sowie von Ludo Van Caenegem, Agroscope Reckenholz-Tänikon ART.

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NUTZTIERE

Beurteilung aus Sicht der Praxis MELKTECHNIK IM MELKSTAND Im Rahmen einer Umfrage bei Schweizer Milchviehhalterinnen und -haltern wurden die Verbreitung von Melkstandformen, die technische Ausstattung sowie die Gründe für den Kaufentscheid und die Zufriedenheit mit der Melktechnik analysiert.

Frauke Korth

Maren Kauke

Obwohl die Bedeutung moderner Melkstände in der Schweiz kontinuierlich zunimmt, sind detaillierte Informationen hinsichtlich der technischen Ausstattung im Melkstand kaum vorhanden. Insbesondere über die Bedürfnisse der Milchviehhalter beim Kauf moderner Melktechnik, Beweggründe für die Kaufentscheidung und die Zufriedenheit mit dem erworbenen Produkt ist bislang wenig bekannt. Daher wurden aus einer Grundgesamtheit von zirka 15 000 Betrieben, die am BTS-Programm (Besonders tierfreundliche Haltungssysteme) teilnehmen, 2000 Betriebe aus der deutschen und französischen Schweiz zufällig ausgewählt und mittels Fragebogen zu ihrer Melktechnik befragt. Schwerpunkte waren die vorhandene technische Ausstattung, Gründe für die Kaufentscheidung sowie die Beurteilung durch die Landwirtin oder den Landwirt. Die Rücklaufquote betrug 53 %. Alle Angaben im folgenden Bericht beziehen sich auf die beantworteten Fragebögen, die eine Grundgesamtheit von 100 % darstellen.

Allgemeine Angaben Die Betriebe halten durchschnittlich 40 Milchkühe (Minimum 14 , Maximum 140, Median 35 Tiere) mit einer mittleren Leistung von zirka 7500 kg Milch pro Kuh und Jahr. Die grösste Verbreitung haben mit einem Anteil von 38 % derzeit die Tandem- und Autotandemmelkstände, gefolgt von den Fischgräten-Melkständen mit 30-Grad-Schrägstellung (32 %). Wenig Verbreitung finden aktuell noch die automatischen Melksysteme (AMS) und das Karussell mit jeweils 2 %. Es ist jedoch zu erwarten, dass diese Melk80

verfahren in den kommenden Jahren deutlich zunehmen werden.

Technische Ausstattung Über einem Warteraum vor dem Melkstand verfügen 66 % der Befragten, mechanische Nachtreibehilfen sind hingegen mit einem Anteil von 4 % kaum verbreitet. Letztere ermöglichen einen konstanten Eintritt der Kühe in den Melkstand während der Melkzeit und dadurch einen höheren Durchsatz. 73 % der Betriebe verfügen über eine Milchmengenmessung. Dieser hohe Wert könnte darauf zurückzuführen sein, dass bei der Umfrage nicht explizit zwischen Milchmengenmessegeräten und True-Test unterschieden wurde. Die Milchmengenmessung ist nur in Kombination mit einer automatischen Tiererkennung sinnvoll. Es kann daher angenommen werden, dass der Anteil Milchmengenmessgeräte ähnlich wie bei der Tiererkennung bei zirka 30 % liegt. Im Gegensatz zur Abnahmeautomatik (60 %) ist die Anrüstautomatik (34 %) weniger verbreitet. Dies liegt unter anderem daran, dass der Einsatz einer Anrüstautomatik vor allem in Autotandem- und Karussellmelkständen zu einer effizienten Steigerung der Melkleistung führen kann. Zirka 45 % der Melkstände sind mit einem Melkplatzcomputer ausgestattet. Die automatische Zwischendesinfektion, die Dippautomatik sowie eine Einrichtung zur automatischen Nachselektion sind mit einem Anteil von jeweils unter fünf Prozent von geringer Bedeutung.

Qualität von Kundendienst und Service (Grafik 1). Als ebenfalls sehr wichtige Kriterien erachtet werden der Arbeitsplatzkomfort, die Technik, das PreisLeistungs-Verhältnis, der Kaufpreis sowie die Handelspartner. Weniger wichtig bei der Anschaffung einer neuen Melktechnik sind die Erfahrungen von Berufskolleginnen und -kollegen oder die Beurteilung der Fachpresse.

Gründe für den Kaufentscheid

Zufriedenheit mit der Technik

Wichtigstes Kriterium beim Kauf einer Melkanlage ist für die Befragten die

Beim Kauf einer Melkanlage haben Betriebsleiter bestimmte Erwartungen an 6 2010 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

Wie zufrieden sind die Schweizer Milchviehhaltenden mit ihrer Technik im Melkstand? Foto: ART

die Melktechnik. Ob diese erfüllt worden sind und ob der Landwirt mit seiner Melktechnik zufrieden ist, spiegelt sich in der Beurteilung der vorhandenen Melktechnik wieder (Grafik 2). Alle Beurteilungskriterien der vorhandenen Melktechnik wurden im Durchschnitt mit «gut» bezeichnet. Am besten beurteilen die Befragten die Funktionssicherheit und den Kundendienst. Letzterer wird von 45 % der Landwirte mit der Note «sehr gut» bewertet. 85 % der Befragten sind mit ihrer Melktechnik zufrieden bis sehr zufrieden und würUFA-REVUE · 6 2010

Schlussfolgerungen Die hohe Rücklaufquote dieser Umfrage weist auf die grosse Bedeutung der Melktechnik für Schweizer Milchviehhalter hin. Die Zufriedenheit der Landwirte mit ihrer Melktechnik ist sehr hoch, was sich auch in der Treue zum Hersteller widerspiegelt. Dennoch scheinen vereinzelt immer noch grundlegende Probleme beim Melken vorhanden zu sein, was insbesondere die Angaben zur Kriechstromproblematik unterstreichen. Im aktuellen ART-Forschungsprojekt «Optimierung in der Milchgewinnung» wird diese Thematik daher im Detail bearbeitet. 䡵

Grafik 1: Bedeutung verschiedener Entscheidungshilfen beim Kauf von Melktechnik

60 45 30

nicht wichtig eher unwichtig teilweise wichtig

ArbeitsplatzKomofort

KundenDienst

HandelsPartner

Kaufpreis

Fachpresse

BerufsKollegen

0

PreisLeistung

15 Technik

Anteil Landwirte in %

75

wichtig sehr wichtig

Grafik 2: Beurteilung der Melktechnik und des Kundendienstes 75 60 45 30

ungenügend mangelhaft ausreichend

Zufriedenheit gesamt

ArbeitsplatzKomfort

Lärmpegel

Euterzugang

Melkzeug

Kundendienst

0

FunktionsSicherheit

15 VerarbeitungsQualität

Anteil Landwirte in %

den bei einer Investition in neue Technik das gleiche Fabrikat wieder kaufen. Die Zufriedenheit spiegelt sich ebenfalls in der Beurteilung des Arbeitplatzkomforts wieder. Das Arbeitsumfeld im Melkstand empfinden 55 Prozent der Landwirte als «gut» und 22 % als «sehr gut». Bei der Arbeit sehen sich die Melker kaum Lärm ausgesetzt. 39 % der Befragten erachten den Lärmpegel als sehr gut, 23 % als gut (Grafik 2). Dies kann auf die von Agroscope Reckenholz-Tänikon ART empfohlenen und in den Richtlinien über die Installation der Melkanlagen (Schweizer Branchenstandard, Anhang 4, 2006) umgesetzten Massnahmen zur Reduktion von Lärm und Vibrationen zurückgeführt werden. Häufige Probleme mit nicht funktionierenden Arbeitsmitteln beim Melken treten ebenfalls sehr selten auf. 11 % der Befragten gaben an, dass erwiesenermassen elektrische Immissionen (Streu- oder Kriechströme) in ihrem Melkstand auftreten. Diese können die Kühe durchfliessen und sich je nach Stromintensität negativ auf deren Wohlbefinden auswirken. Zudem vermuten weitere 10 % der Landwirte elektrische Immissionen als Ursache für ihre Melkprobleme. Aus der Umfrage geht allerdings nicht hervor, wie beziehungsweise wie viel elektrischer Strom in den Melkständen gemessen wurde, weshalb diese Ergebnisse nicht quantifiziert werden können. Dennoch wird deutlich, dass zirka 20 % der befragten Landwirte Probleme beim Melken haben oder hatten.

befriedigend gut sehr gut

Autorinnen Frauke Korth ist Studentin der Agrarwissenschaften an der Christian-Albrecht-Universität Kiel und absolvierte ein sechsmonatiges Praktikum bei der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART). Maren Kauke ist Doktorandin bei ART in der Gruppe Bau, Tier und Arbeit und Mitglied im Projektteam «Optimierung in der Milchgewinnung» (Projektleitung: Pascal Savary, pascal.savary@art.admin.ch). Im Laufe des Sommers erscheinen zwei ART-Berichte mit den ausführlichen Ergebnissen.

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NUTZTIERE

Wenn’s heiss wird im Silo KÄFER, MILBEN UND MOTTEN können Mischfutter-Rohkomponenten wie Getreide und Ölkuchen schädigen, zur Erwärmung bringen und zusammen mit Feuchtigkeit ideale Bedingungen für Bakterien, Pilze und ihre Giftprodukte schaffen. Befallenes Futter begünstigt Verdauungsstörungen und Fruchtbarkeitsprobleme bei den Tieren.

Jürg Ammann

2

Der Kornkäfer (1), die Mehlmotte (2) und der Getreideplattkäfer (3) gehören zu den wichtigsten Getreideschädlingen. Schädlingsbilder: formaco

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Wie viele, die Rohkomponenten lagern, wissen auch Sepp Räss und Stefan Hardegger, was es bedeutet, wenn’s im Silo plötzlich warm wird. Oft merkt man es zu spät. Dann, wenn Schweine bereits Durchfall haben oder die Sauen nicht trächtig werden. Die Sanierung ist eine «Feuerwehrübung» und bringt viel Arbeit mit sich. Verdorbenes Futter muss entsorgt werden.

Keine ungereinigten Ernten Sepp Räss verfügt über 1200 Mastschweineplätze. Sein Hauptsitz befindet sich in Hosenruck (TG). 550 t Getreide, Erbsen, Soja und gemahlene Rüben schlägt er jährlich in seinen Silos um. «Aus heutiger Sicht würde ich auf die Investitionen in eine eigene Mühle und Silos verzichten, das Mischfutter zukaufen und die gewonnene Zeit anderweitig einsetzen», erklärt der Mäster. Die Überwachung der gelagerten Produkte ist anspruchsvoll. Doch Sepp Räss hat gelernt, auf was es ankommt: «Nur bereits gerei-

nigte, lagerfähige Ware zukaufen und Restbestände vor Neubefüllungen entfernen», fasst er zusammen.

Säuberung nach jeder Leerung Die

Mastjager von Sepp Räss stammen aus Niederbüren (SG) von Stefan Hardegger. Im Gespräch mit diesen beiden Primär- und Sekunehemaligen Käsern merkt man därschädlinge Getreide kann diverse Vorratsschädlinge 1 bald, dass es sich um echte Profis handelt. Stefan Hardegger hält 230 Zuchtenthalten. Man unterschiedet zwisauen, verfügt über 250 Mastplätze und schen Primär- und Sekundärschädlinist ebenfalls Selbstmischer. In sechs Silos gen. Bei ersteren handelt es sich um Kähat er eine Kapazität für 28 t Gerste, 38 t fer, die Getreidekörner befallen und Weizen und 38 t Soja. aufbrechen. Vom gebahnten Weg zum Getreide mit hohem HektolitergeMehlkörper oder vom Getreidebruch wicht weist weniger Spelzen auf und profitieren die Sekundärschädlinge. Dabietet den Schädlingen und Keimen wezu gehören rüssellose Käfer, Staubläuse, niger Entfaltungsraum. Reduziert ist das Motten und Mehlmilben. Verlustrisiko auch bei «kleinen» Silos, Silofutter erwärmt sich meist im Somdie häufig geleert werden. Stefan Harmer, weil die Schädlinge vorwiegend zu degger säubert seine Silos nach jeder dieser Jahreszeit aktiv sind. Durch ihre Leerung. Mit Strickleiter, Besen und bei Stoffwechselaktivitäten heizen sie die Bedarf mit Wasser. Andere putzen imProdukte im Silo auf. Zusammen mit eimer gleich, wenn die Ware im Silo wiener hohen Luftfeuchtigkeit ergeben sich der einen Mann tiefer liegt. Aber Voroptimale Bedingungen für Hefen, sicht vor Gärgasen oder bei Schimmel und Bakterien. Nicht entfernBrückenbildung von Produkten! te Restanhaftungen am Silo können eingefüllte Ware erneut mit Pilzen, Bakterien oder mit Vorratsschädlingen Keine Rillen und kein Holz Bei kontaminieren. der eigenen Getreidelagerung geht der

6 2010 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

Sepp Räss kontrolliert vor jeder Neubefüllung genau, ob noch Rückstände zu entfernen sind.

verschlossen. Das Rückstellmuster wird am Silo aufgehängt, regelmässig kontrolliert und ermöglicht es, bei Schädlings- oder Schimmelbefall im Silo frühzeitig intervenieren zu können. Noch besser wäre die Installation einer Temperaturmessung und Belüftung. Doch diese Einrichtungen lohnen sich nur für Grossanlagen. Die ideale Lagertemperatur im Getreidestock läge zwischen 8 und 10 °C und der Feuchtigkeitsgehalt unter 13 %.

Trend aus kosten- und arbeitswirtschaftlichen Gründen zu Aussensilos aus Kunststoff, wie sie auch Stefan HardegFeuerwehrübung mit Gasen Sepp ger vor zwei Jahren erstellt hat. Solche Räss kann seine Silos umlaufen lassen, Silos können mit vorhandenen Hallen sobald er eine Erwärmung feststellt. gut kombiniert werden, sind schadnaDurch die Umlagerung in einen anderen ger- und vogeldicht und verfügen über Silobehälter lässt sich der noch «gesunglatte, leicht zu reinigende Wände. Mede» Anteil retten und eine Abkühlung tallsilos mit Rillen dagegen verursachen erreichen. Bei Lagerbefall können viel Aufwand, wenn alles Personen mit entsprechendem Fachsauber werden soll. ausweis weiterhelfen und die SchädHolzsilos kosten zwar linge mit Gasen bekämpfen. Für den nicht viel, aber ihre Ritze Transport dieser Begasungsprostellen für die Hygiene ein Produkte wird eine ADR-Bewilliblem dar. Teilweise werden die gung (Transport von GefahrenRitze deshalb vor Neubefüllungut) benötigt. Geleerte Silos, gen mit einem Insektizid behandie kontaminiert wurden, delt. Bei der Insektizidwahl sind die sollten erneut mit einem In3 Vorschriften der FIV (Fremd- und Insektizid behandelt werden. Die haltstoffverordnung) oder der Label Leerraumbehandlung darf auch ohne (z.B. Knospe) einzuhalten. Fachausweis erfolgen. Zu beachten ist, dass dabei Hände, Augen, Nase und Aussensilo oder eingebaute Va- Mund gut geschützt werden. riante? Gegenüber im Gebäude integrierten Silos haben Aussensilos einen Durchfall und FruchtbarkeitsNachteil: Bei starker SonneneinstrahSchimmelprobleme Bakterien, lung begünstigen Temperaturunterund Hefepilze vermehren sich in Flüssigschiede zwischen Innen- und Aussenfutter besonders intensiv, können die luft, dass sich Kondenswasser im Silo Darmflora der Schweine negativ beeinbildet. Daher sollten Aussensilos wenn flussen und zu Verdauungsstörungen möglich an der Nordseite eines Gebäuführen. Wo es feucht ist, breiten sich des stehen, wo sie der Hitze weniger Schimmelpilze im Getreide rasch aus. ausgesetzt sind. Kondenswasser-BilSie bauen Nährstoffe ab und bilden Giftdung wird auch durch undichte Stellen, stoffe. Diese sogennanten Mykotoxine Schrauben oder andere leitende Metallkönnen bei Schweinen das Immunsysteile an den Silowänden begünstigt. tem schwächen. Fäulnisbakterien, giftiOptimal sind Lüftungsöffnungen, damit ge Proteinabbauprodukte, Lagerpilze das Produkt atmen kann. Lüftungsöffund ihre Mykotoxine reduzieren Appenungen müssen mit Vogel- und Insektit, Leistung und Fruchtbarkeit. Durchtenschutz abgedichtet werden. fall und Infektionen werden ausserdem durch Mäuse-, Ratten-, Vögel- oder Rückstellmuster als Kontrolle Katzenkot im Futter begünstigt. Mikrobiologische Analysen ermögliVon jeder Rohkomponenten-Anliefechen es, Gesamtkeimzahl sowie Schimrung erstellen Stefan Hardegger und mel- und Hefenbefall der RohkompoSepp Räss ein Rückstellmuster. Ab Lastnenten nachzuweisen. Die Richtwerte wagen werden 250 g der Ware in ein sind je nach Futtermittel sehr unterGefäss gefüllt und mit einem Deckel UFA-REVUE · 6 2010

Silohygiene im Überblick Vorbeugende Massnahmen • Leicht zu reinigende Silotypen vorziehen (ohne Rillen, Ritze und Metallteile im Innenbereich). • Silos innerhalb des Gebäudes oder auf der Nordseite platzieren, um sie vor starker Sonneneinstrahlung zu schützen. • Es ist von Vorteil, wenn die Silos umgelagert werden können. • Getreide nie direkt ab Feld einfüllen. Zuerst reinigen. • Der Feuchtigkeitsgehalt der eingelagerten Ware muss stimmen. • Rückstellmuster erstellen (Glas mit Deckel), um bei Problemposten frühzeitig intervenieren zu können. • Restfutteranhaftungen im Silo vor jeder Neubefüllung lösen. • Hartnäckige Verschmutzungen (Fett) mit heissem Wasser und Reinigungsmitteln entfernen. Gründlich nachspülen. • Silo nach Nassreinigungen gut abtrocknen lassen. • Vor Einstieg ins Silo: Stromzufuhr der Füll- und Entleereinrichtungen unterbrechen. Gut lüften (Gärgase). Brückenbildung der Produkte beachten. Sich vor Absturz sichern. Notfallplan bei Erwärmung der Siloware • Befallene von gesunden Partien trennen, wenn eine Umlagerung der Silozellen möglich und genug Lagerraum vorhanden ist. • Nachweislich verdorbene Ware entsorgen. Verdächtiges Futter zuerst nur wenigen Tieren (aber nicht Zuchtsauen und Ferkeln) verabreichen, diese beobachten und dann über die Weiterverwendung entscheiden. • Bei akuter Siloerwärmung eine Fachperson beiziehen, welche über die Fachprüfung zur Schädlingsbekämpfung mit Begasungsmitteln verfügt. • Leere Silos, die mit Vorratsschädlingen kontaminiert wurden, mit Insektizid behandeln (mit Schutzbekleidung!).

Das Rückstellmuster ermöglicht es Stefan Hardegger, Problemposten früh erkennen und behandeln zu können.

schiedlich, weshalb die Resultate durch ein Labor interpretiert werden sollten.

Fazit Die Lagerung von MischfutterRohkomponenten stellt hohe Anforderungen und birgt ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Wer Futterverluste und Gesundheitsprobleme bei den Tieren vermeiden will, befolgt die Tipps rund um die Silohygiene (Kasten). 䡵

Autor Jürg Ammann arbeitet beim UFA-Beratungsdienst Wil und verfügt über einen Fachausweis zur Schädlingsbekämpfung mit Begasungsmitteln. Bei Verdacht auf eine Kontamination des Futters können über den UFA-Beratungsdienst mikrobiologische Analysen erstellt werden. Beim UFABeratungsdienst sind auch Strickleitern fürs Auswaschen der Futtersilos erhältlich.

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Nutzen Sie die Kontaktchancen mit allen Schweizer Landwirten

Marktplatz Fortsetzung von Seite 69 Tränkefass, Alu, 550 l, mit Trog  031 809 14 09 Sämaschine Hassia, 3 m, 25 Scharen, Fahrgassen, Fr. 1700; Mistrampe Alu, neuwertig, Fr. 450; Glattwalze Erismann, 2.3 m, 3-Punkt und Deichsel  079 710 07 71 Milchtank, 4500 l, nicht für Roboter  052 316 12 19 / 079 577 22 19

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KURZMELDUNGEN

Betrifft Hobby! (UFA-Revue 5/2010 «Im tätigen Ruhestand») Mein Mann Karl (74 J.) hat schon immer ein Hobby betrieben, auch wenn es neben der Arbeitsbelastung eine Herausforderung war. Das Schwingen gab er zu Gunsten von Springkonkurrenzen auf. Er erreichte mit seinem Springpferd «Pullmann» viele gute Ränge und erste Plätze. Das Pferd ist älter geworden und der Reiter auch. Das Turnen in der Männerriege war das Nächste. Als eine Hüftoperation nötig wurde, ist der Besuch vom Rheumabaden nötig gewesen. Aber sein Hobby, mit dem er schon als achtjähriger begonnen hatte, begleitet ihn durch alle Lebensstationen: Es ist das Musizieren und Handorgelspielen. Er erfreut mit lustigen Melodien und Liedern unsere fünf Kinder und die neun Grosskinder. Heute tritt er mit dem Schwyzerörgeli in einer Grossformation auf. Tägliches Üben ist ein

guter Ausgleich zur Mithilfe auf dem Betrieb des Sohnes. Ich, auch 74 Jahre alt, bin froh, dass ich ab und zu ruhig an einer Strickarbeit sitzen kann. Mit meinem Gärtchen und den Blumen um unser Stöckli herum, habe ich genug zu tun. Oft kommen die Grosskinder und fragen: «Grosi, hast du...», «Grosi, machst du...», oder «Grosi, wie geht das...». Und wenn es dann so tönt: «Grosi, auf dich kann man sich verlassen», dann tut das im Innersten gut. Ich habe immer viel fotografiert und seit etwa zehn Jahren bin ich zum Filmen über gegangen. Mir wird nie langweilig. Mit dem Computer machen wir gar nichts. Aber in einem «Anfängerkürs-

li» haben wir beide gelernt mit dem Handy umzugehen. Auch zieht es mich bei jeder Gelegenheit ans Wasser, am liebsten in einem Thermalbad. Dass man sich etwas, was einem gut tut, im Alter mit gutem Gewissen leisten kann, finde ich das Schönste am Ruhestand. Weil wir etwas abgelegen wohnen, ist es wichtig, dass wir uns mit Autofahren fit halten. Gertrud Lüthi, Belpberg

Kanada-Leserreise: 5. bis 16. September 2010

Sparen auf dem Land

Sommerlektüre

Kanadas Ostküste bietet – zur besten Reisezeit – viel mehr als allgemein bekannt und auf der UFA-Revue-Leserreise wird einiges mehr als bei sonst üblichen Reisen geboten. Vielfältigste Landschaften und spannende Landwirtschaft (unter ande-

Wer auf dem Land lebt, kann sparen, stand kürzlich im Beobachter (10/10) zu lesen. In den städtischen Agglomerationen sind die Fixkosten deutlich höher als auf dem Land. Ausserdem wurde vermerkt, dass das unverzichtbarste Bedürfnis der in der Schweiz lebenden Mittelschichtsfamilien der eigene Privatwagen sei.

Speckzopf-Rezept (Korrigenda: UFA-Revue 5/2010)

rem Kartoffeln, Milch- und Mastviehhaltung, Obst- und Gemüsebaubetriebe, Beerenkulturen und Ahornverarbeitung), quirlige Städtchen sowie spektakuläre Naturschauspiele werden auch die UFARevue-Leser faszinieren. Die Reise wird organisiert durch Agrar Reisen Aarau, 寿 062 834 71 51. Informationen auf www.ufarevue.ch oder www.agrar-reisen.ch. Es hat noch Plätze frei. Bitte rasch anmelden: groups@agrar-reisen.ch UFA-REVUE · 6 2010

Aufmerksame Leserinnen und Leser haben es bemerkt. In der Rezeptseite der Maiausgabe gingen beim Speckzopf 6.5 bis 7 dl Milch vergessen. Also, es braucht für den Speckzopf: 1 kg Mehl, 80 g Butter, 20 g Salz, 1 Hefewürfel, 1 Zwiebel, 200 g Speck und eben 6.5 bis 7 dl Milch.

Elisabeth Zurbrügg, Bäuerin aus Dotzigen (BE), ist über ihre Bücher, aber auch durch Radio-DRS-Beiträge bekannt. Mit ihren Lesungen vermittelt sie Freude und Zuversicht. Soeben von ihr erschienen ist «Im grüene Paradies – Gschichte vo dusse dür e Summer». Im praktischen Agendaformat (11.5 x 15.5 cm) für 14 Fr. (plus Versandkosten). Blaukreuzverlag, Lindenrain 5a, 3001 Bern, 寿 031 300 58 66, verlag@blaueskreuz.ch Lehrlingspool auf lobag.ch Im August 2011 startet zum ersten Mal das 3. Lehrjahr für Lernende zum Landwirt. Auf der Homepage des bernischen Bauernverbands ist eine Lehrstellenbörse aufgeschaltet, wo Lernende nach einem geeigneten Lehrbetrieb für das 3. Lehrjahr suchen können. Umgekehrt können Berufsbildner im Lehrlingspool nach Lernenden suchen. www.lobag.ch

LANDLEBEN

VERLOSUNG! Über Stock und Stein 2

... Und weiter pilgern Nik Hartmann und Hündin Jabba über Stock und Stein durch Schweizer Alltagsgegenden. Entstanden ist der Band 2 des Wandertagebuchs «Über Stock und Stein». Der Medienmacher Nik Hartmann gewann den Schweizer Fernsehpreis 2010 und vereinigt in seinem Buch Kommentare, Geschichten, Persönlichkeiten, Routenbeschreibungen, Restaurant- und Übernachtungstipps und auch feine Rezepte. Schicken Sie eine SMS mit KFL Hartmann Name Adresse an 9292 (90 Rappen) und gewinnen Sie eines von zehn Wandertagebüchern «Über Stock und Stein 2. Von Basel auf den Piz Bernina». Einsendeschluss ist der 25. Juni 2010.

Gewinner Verlosung UFA-Revue 5/2010 Das Jubliäums-Volg-Kochbuch «Frühling Sommer» geht an Klara Krauer aus Altbüron, Rita Grab aus Unterägeri, Monika Spuler-Scherrer aus Würenlingen, Christa Kübler aus Siblingen, Mathilde Ettlin aus Aettenschwil, Stefan Notz aus Nottwil, Cécile Leubin aus Schupfart , Irene Hollinger aus Gansingen, Bea Stauffer aus Thierachern und Margrit Truninger aus Uesslingen. Weiterhin ist das Kochbuch auch in allen Volg-Läden zum Preis von Fr. 29.90 erhältlich.

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 85


LANDLEBEN

Selbstbewusst seinen Weg gehen MOTIVATION UND WELLNESS Renata Bürki steht für lebendige und humorvolle Vorträge und Schulungen zum Thema Motivation, Arbeits- und Zeitgestaltung. Bei ihr können Bäuerinnen, aber auch Landwirte und LANDI-Mitarbeiter die Seele baumeln lassen, entspannt lachen und Wellness-Tipps für den Alltag erhalten.

UFA-Revue: Was machen Sie in Ihren Vorträgen? Renata Bürki (lachend): Kurz gesagt «Frauen bespassen». Mit Humor geht vieles leichter. Meine Vortragsthemen sind sachlich und ernsthaft mit einem Schuss Humor. Meistens erzähle ich Anekdoten über Ausrutscher von mir, was die Zuhörerinnen zum «Schmunzeln» bringt. Wenn ich über

Wellness im Alltag rede, gebe ich die Anregung, dass die beste Wellness morgens vor dem Spiegel sei und sich dabei freundlich zu grüssen und anzulächeln. Dann verteile ich Spiegel und wir üben. Natürlich mit viel Gelächter.

pflegen. Den Händen danke sagen, denn die Hände machen wirklich viel. Der Effekt dabei ist, dass man mit seinen Gedanken gesammelt ist. Die Sorgen sind weg. Man lebt im Moment. Auch wenn es nur ein paar Minuten sind.

Brauchst es heute noch Vorträge zum Thema Wellness? Ein Wellness-Weekend kann sehr gut tun, der Bäuerin und auch der Familie. Aber es bedeutet fünf Tage Stress, für zwei Tage Wellness. Mein Ansatz ist ein anderer: Ich plädiere dafür, Wellness in den Alltag zu integrieren. Das heisst mit sich liebevoll umgehen, bewusst Pausen einschalten, sich auch mal auf die Schultern klopfen oder einmal pro Tag ganz bewusst die Hände waschen und

Und was bringt das? Das Gefühl von Zufriedenheit hat damit zu tun, dass man im Moment lebt. Gerade in der Landwirtschaft macht man sich oft im Vorfeld über vieles Sorgen und blockiert dadurch Kräfte. Ich sage nicht, dass man blind in die Zukunft leben soll, man muss planen und Weichen stellen. Aber irrationale Ängste sind blockierte Energien. Und diese fehlen dann, um den Alltag zu bewältigen. Leben, Kreativität und Beweglichkeit haben mit dem Moment zu tun und so kleine Augenblicke, wie der vor dem Spiegel, können Kraft geben.

Renata Bürki gibt in ihren Vorträgen Impulse, um den Alltag zu bewältigen und das Leben zu geniessen.

Was haben Sie für Tipps? Mit Ratschlägen bin ich sparsam, denn ich bin überzeugt, dass die meisten Leute wissen, was ihnen gut tut. Wer seinen Weg geht und sucht, wird Lösungen finden, die in ihm angelegt sind. Mit meinen Vorträgen will ich die Leute ermuntern, ihren Weg zu gehen. Wer seinen eigenen Weg geht, kann von niemandem überholt werden. Ein Spruch in Ihren Schulungsunterlagen lautet: «Ich könnte alles tun, wenn ich wüsste, was ich will». Ist es nicht eher umgekehrt: Man hat ein Ziel und kann es aufgrund von fehlendem Geld, Knowhow oder zuwenig Zeit, Land oder dem falschem Partner nicht erreichen? Nein, eigentlich krankt es beim Ersteren. Oft sind die Leute latent unzufrie-

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LANDLEBEN den. Sie fühlen sich unwohl, harren lange in dieser Situation aus und sind entscheidungsmüde. Sie tun sich schwer aus sich heraus, Ziele oder eine Vision zu finden. Veränderungen, sind leider oft erst in einer Krise möglich. Oft, so heisst es, herrsche in Frauengruppen das Krabbenkorb-Prinzip. Krabbenfänger brauchen ihre Fangkörbe mit den Krabben nicht abzudecken. Wenn eine Krabbe versucht den Korb zu verlassen, holen die anderen sie wieder zurück. Im Krabbenkorb ist es wichtig, dazu zu gehören, Freundschaft zu pflegen, etwas mit Gleichgesinnten zu unternehmen. In vielen Landfrauen- und Bäuerinnenvereinen ist das Alter zwischen 40 plus und 80 Jahren und die Gruppe war oder ist ein wesentlicher Bezugspunkt, um sich ausserhalb der Familie zu treffen. Hingegen ist die junge Generation mehr nach aussen gerichtet. Diese sind viel beschäftigt und haben kaum Zeit, um in Gruppen mitzumachen. Der Gemeinschaftssinn bleibt auf der Strecke. Es gibt auch Bäuerinnengruppen, die wirtschaftliche Ziele verfolgen wie Party-, Service- oder Geschenkkorbgruppen. Für die einen ist es wichtig, dabei zu sein und harmonisch miteinander umzugehen. Der andere Teil der Frauen engagiert sich, will aber auch bezahlt sein. Dann kracht es? Das ist die Crux momentan zum Beispiel in einigen Geschenkkorbgruppen: Es gibt Alteingesessene, die so genannte Gründer- und Pioniergeneration, die nun an Jüngere übergeben. Pioniere haben immer einen tiefen idealistischen Zug. Die neuen Frauen haben das weniger. Das kann zu Spannungen führen. Wenn man offen, ehrlich und transparent ist, können diese Unstimmigkeiten gelöst werden. Also Gemeinsamkeit erleben ist wichtig, aber wenn man in einer gewinnorientierten Gruppe mitmacht, dann soll auch etwas herausschauen. Das gilt nicht nur für Gruppenaktivitäten, sondern auch für jeden persönlich. Ich habe das miterlebt am Beispiel «Schlaf im Stroh» oder Direktvermarktung. Die einen haben geglaubt, damit ein neues Standbein für den Betrieb zu UFA-REVUE · 6 2010

Wer motiviert ist, hat mehr Freude, erbringt bessere Leistung, ist kreativer, aufgestellter, überzeugender, energievoller und somit erfolgreicher. Renata Bürki

haben. Aber nicht das Einkommen ist gestiegen, sondern der Arbeitsaufwand. Man muss klar erkennen, ob sich der Aufwand finanziell lohnt. Wenn nicht, kann man seine Kräfte lohnender einsetzen. Ausser man macht es quasi als Hobby und ist sich dessen bewusst. Bestätigen Sie dabei nicht die Vorurteile, dass so genannte weibliche Betriebszweige wie Direktvermarktung oder Agrotourismus nicht rentabel seien? Stimmt, Direktvermarktung und Agrotourismus sind professionelle Betriebszweige, und sollen von der ganzen Familie getragen werden. Wird es nur nebenbei betrieben, heisst dies für die Frauen: viel Arbeit, wenig Verdienst und kaum Anerkennung. Ist man sich dessen nicht bewusst, kommt irgendwann die grosse Enttäuschung. Pseudoaufwertungen sind mir suspekt. Man hat sogar Deckungsbeitragsberechnungen für den Hausgarten gemacht, um zu beweisen, dass es rentiert. Das ist für mich der falsche Ansatz. Vielleicht bedeutet die Gartenarbeit ein Ausgleich und man ist dadurch zufriedener, hat frischen Salat, was besser schmeckt, kocht mehr Gemüse und ernährt sich abwechslungsreicher. Das heisst Lebensqualität, aber nicht mehr Einkommen. Warum rechtfertigen Bäuerinnen ihre Aktivitäten und geraten so in ein Spannungsfeld zwischen Rendite und Hobby. Oft höre ich auch, dass man sich engagiert, um Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirtschaft oder den Verband zu machen. Man kämpft mit diesen Mitteln um Anerkennung. Ich weiss, es kann einem sehr den Finger hineinnehmen beim Herstellen von Sirups und Konfitüren.

Wenn diese verkauft werden, gibt es ein gutes Gefühl. Um dieses gute Gefühl zu rechtfertigen, werden anerkannte Beweggründen gesucht, wie zum Beispiel Öffentlichkeitsarbeit. Einfach zu sagen, ich mache es, weil es mir Freude macht und es mir dabei gut geht, dazu braucht es ein gesundes Selbstvertrauen. Mein Anliegen ist es, den Frauen mit meinen Vorträgen Selbstwert und Selbstbewusstsein zu stärken. Sie sind farbenprächtig angezogen – was bedeuten Ihnen Farben? Ich finde Farbe gibt Kraft und ziehe deshalb kräftige Farben, meistens Ton in Ton, an. Das ist wie ein Motor für mich. Wie kommen Ihre Vorträge bei Männern an? Eigentlich gut, kürzlich war ich an einem Suisseporc-Höck und bei

Den Händen zwischendurch eine kleine Massage gönnen, tut nicht nur der Haut gut.

einem Inforama-Arbeitskreis. Frauen sind vielleicht offener für Zwischentöne. Bei den Männern muss ich Aussagen konkreter belegen. Aber grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die Bedürfnisse zwischen Frauen und Männer gar nicht so anders sind. Männer haben auch Ängste, vielleicht sprechen sie weniger darüber. Interview Daniela Clemenz

Renata Bürki (44) aus Wichtrach (BE) ist Betriebsökonomin FH und hat sich im Bereich Marketing und Konfliktbewältigung weitergebildet. Sie ist eine beliebte Referentin bei Landfrauenund Bäuerinnenverbänden, an landwirtschaftlichen Schulen, aber auch bei den Mitarbeitern der LANDI. www.motivation-buerki.ch

INF BOX INFO

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BÄUERINNEN KOCHEN LANDLEBEN

Rezepte ohne Handicap FRISCH AUS DEM GARTEN soll das Gemüse verwendet werden. Das schmecke einfach besser, findet die Bäuerin Rita Muff. Ihre Gerichte sind sehr fein und vielfach erprobt, einerseits in der Familie, andererseits in der Gästebewirtung.

CantadouSchinkengipfeli 2 Blätterteig rund (ausgewallt) 1 Cantadou Knoblauch/ Kräuter Frischkäse 100 g Schinken 1 Eigelb 1 EL Rahm Den Schinken fein schneiden, mit dem Cantadou und einem Löffel Rahm zu einer streichfähigen Masse vermischen. Den runden Blätterteig in 16 gleich grosse Dreiecke schneiden. Je einen Kaffeelöffel Füllung im breiteren Teil des Dreiecks verteilen. Das Dreieck von der brei-

Rita Muff bereitet einen feinen KirschBecher zu.

ten Seite her einrollen und auf ein Backblech legen. Mit Eigelb bestreichen und bei 180 °C. 20 Min. backen.

CurryKnöpfli 1 kg Mehl 8 Eier 3 KL Salz 5 dl Milch-Wasser-Gemisch 1 KL Curry Gratinieren: Butterflocken 1 dl Rahm geriebener Käse Aus den Zutaten einen Knöpfliteig machen. Eine Stunde zugedeckt mit einem feuchten Küchentuch bedeckt ruhen lassen. Pfanne mit Salzwasser aufkochen, den Teig durch das Knöpflisieb durchstreichen und die Knöpfli erwärmen bis sie an der Oberfläche schwimmen. Abschöpfen und sofort kalt abspülen. Knöpfli in eine eingefettete Auflaufform geben. Butterflocken und etwas Rahm darüber verteilen. Mit Käse bestreuen und überbacken bei 200 °C, 20 Minuten gratinieren.

Unsere Rezeptbäuerin Rita Muff (52 J.) betreibt mit ihrem Ehemann Leo und den vier Söhnen (David 20 J., Florian 18 J., Manuel 15 J., Benedict 13 J.) einen Bauernhof zusammen mit einer 9-Loch-Golfanlage. Zwischendurch schwingt die begeistere Bäuerin selber gerne den Golfschläger und geniesst dabei die wunderschöne Rundsicht in Underrot bei Ruswil (LU). Der Golfplatz ist das ganze Jahr über für Privatpersonen geöffnet. Es gibt auch immer wieder Golfanlässe für angemeldete Gruppen, Vereine und Familien. Die Verköstigung erfolgt im umgebauten Wöschhus und liegt in den Händen von Rita Muff.

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Rhabarberwähe 1 Blätterteig 2 Bananen 500 g Rhabarber Haselnüsse gemahlen 3 Eier 100 g Zucker

Die Cantadou-Schinkengipfeli sind bei den Gästen und Golfern sehr beliebt.

1 KL Zimt 2 dl Rahm Den Blätterteig ausrollen und in Blech legen. Mit einer Gabel den Boden einstechen und mit Haselnüssen bestreuen. In Scheiben geschnittene Bananen darauf verteilen. Rhabarber schälen, in Stücke schneiden und darauf verteilen. Mit wenig Zucker bestreuen. Für den Guss: Eier, Zucker, Zimt und Rahm verrühren und über die Früchte giessen. Bei 190 °C ca. 30 Min. backen.

Kirsch-Becher 1 kg Kirschen 700 g Zucker 3 dl Kirsch Vanilleglacé Die Kirschen entsteinen und mit dem Zucker aufkochen. Den Kirsch beigeben. Pro Person zwei Kugeln Vanilleglacé zusammen mit den Kirschen in einem Glas oder einer Schale anrichten. 䡵 6 2010 · UFA-REVUE


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Die Schönheiten vom Lande BAUERNGÄRTEN mit romantischen Blumen stehen wieder hoch im Kurs. Kein Wunder: Auf Stockmalve, Fingerhut, Königskerze und Akelei ist Verlass, auch auf Bartnelke, Nachtkerze und Silberling! Sie sind robust, einfach in der Kultur und erst noch überaus treu.

Die Basis für Blumen mit ländlichem Charme legt man mit der Aussaat im Frühsommer. Zu ihnen zählen auch Rittersporn, Schafgarbe, Margerite, Gemswurz, Orientalischer Mohn, Islandmohn und Sonnenhut. Gesät wird in Schalen oder ins Frühbeet. Wichtig für die Keimung ist gleichmässige Feuchtigkeit: Erde morgens und abends sanft überbrausen!

Blüten erst im zweiten Jahr Bis im Herbst entwickeln die Pflanzen erst einmal Blätter. Ihre bezaubernden Blüten entfalten sie erst im nächsten Jahr. Viele unter ihnen sind traditionelle Heilpflanzen. Die Stockmalve, verwandt mit Hibiskus und Eibisch, enthält in Blatt und Blüte Schleimstoffe, die bei BronGrüne Tipps für den Nutz- und Ziergarten • Lockerer Boden kann Feuchtigkeit besser speichern als eine zugebackene Erdkruste. Also fleissig hacken.

chialkatarrh, Husten und Heiserkeit helfen. Die auch als Bauernrose bekannte Pflanze liebt einen humusreichen Boden an sonniger Lage. Ideal gedeiht sie am Zaun oder an einer warmen Hauswand. Der Fingerhut (Digitalis) geniesst als Herzmittel hohe Gunst seit dem Mittelalter. Wie viele Heilpflanzen enthält er jedoch Giftstoffe und sollte nicht angepflanzt werden, wo kleine Kinder Zutritt haben. Fingerhut bevorzugt tiefgründige, nährstoffreiche Böden und eignet sich sowohl für Sonnen- als auch für Schattenplätze. Entfernt man den verwelkten Blütenstand, so bilden sich Seitentriebe, die Anfang Herbst neue Fingerhütchen entfalten.

Ungestümer Verbreitungsdrang Vorsicht mit der Nachtkerze (Oenothera): Sie produziert massenhaft Samen, die sich weitläufig im ganzen Garten verbreiten! Um dies zu Verhindern, die

verwelkten Blütenstände laufend abschneiden. Nachtkerzensamen sind aber auch Leckerbissen für Vögel. Ebenfalls willig vermehrt sich die Königskerze. Die samtig behaarten Blattrosetten malen ein paar Farbtupfer in die vegetationsarme Winterzeit. Wo sie stören, kann man sie im Frühjahr ausreissen oder an einen geeigneteren Platz setzen. Ideal ist eher magerer Boden an sonnigem Standort. Die goldgelben Blüten der Königskerze zählen zu den teuersten Heilkräutern. Sie helfen frisch oder getrocknet als Tee aufgebrüht bei Erkältungskrankheiten. 䡵

Edith Beckmann

Geheimnisvolle Blüten: Man sagt, dass in den Fingerhütchen Elfen wohnen.

• Wenn immer möglich, am Morgen giessen. Abendliches wässern lockt Schnecken an! • Tomaten wöchentlich ausgeizen, bei Bedarf aufbinden. Schütteln der Pflanze fördert die Bestäubung!

Bild: Rita Köhler/pixelio

• Nach der Sonnenwende (21. Juni) ist Saattermin für Kopf- und Rosettenzichorie (Cicorino), zum Beispiel zwischen die bald erntereifen Zwiebeln, für Chinakohl, Pak Choi, Herbstfenchel und Zuckerhut. • Rosen im Juni ein zweites Mal düngen. Um die neue Knospenbildung zu fördern: Verwelkte Blüten unterhalb von zwei ausgebildeten Laubblättern abschneiden. • Hecken schneiden, wenn der Vogelnachwuchs ausgeflogen aus.

Ländlicher Charme: Fingerhüte verbreiten romantischen Blütenzauber.

Blüten wie Samt und Seide: Stockmalven blühen durch bis zum Frost. Bild: Jutta BSS/pixelio

Bild: M. Grossmann/pixelio

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ICH BIN GERNE BAUER LANDLEBEN

Der schönste Beruf der Welt

Beat Brunner (26) aus Schwellbrunn (AR):

«Ich wollte schon von klein auf Landwirt werden. Am meisten Freude habe ich am Melken.»

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«Wir haben den schönsten Beruf, den es gibt. Aber hinten rechts, im Portemonnaie sollte es auch stimmen», sagt Beat Brunner (26) aus Schwellbrunn (AR). Sein Betrieb umfasst 19 ha Eigenland. Der Stall ist erst kürzlich fertig geworden und anfangs Mai hat er ihn bezogen. Geplant hat ihn der junge Hofübernehmer im Rahmen der Betriebsstudie, die er für das Erreichen der Meisterprüfung machen musste. Planungsrechnungen, Tragbarkeit, Termine und Nutzungskonzept erwiesen sich dabei als praxistauglich und eins zu eins konnte der Stallbau realisiert werden. Einen Heustock sucht man vergebens. Beat Brunner setzt auf Siloballen. Er will Milch vor allem aus dem Grundfutter produzieren. Sein Ziel sind langlebige fruchtbare Kühe mit einer guten Milchleistung. Stolz zeigt er den hellen modernen Melkstand. Melken ist eine Tätigkeit, die ihm gefällt und das ist, trotz der tiefen Milchpreise, zu spüren. Freude auch an der Technik – bisher hat er nämlich mit Standeimern gemolken. Ja, man müsse mit der Zeit gehen, aber auch die Traditionen bewahren, wie zum Beispiel die Viehschau, ist die Meinung von Beat Brunner. Er ist offen für Neues, interessiert nicht nur an der landwirtschaftlichen Produktion, sondern auch an Betriebswirtschaft, an Agrarpolitik, am Pacht- und Bodenrecht, am bäuerlichen Vereinsleben und am Brauchtum. Bedauerlich sei die derzeitige Uneinigkeit der Bauern, vor allem im Milchsektor. Man sollte mehr zusammenstehen, findet er. Der junge Meisterlandwirt hat den Betrieb von den Grosseltern übernommen und sieht seine Zukunft in der Landwirtschaft. Beat Brunner konnte sich angrenzendes Pachtland sichern und möchte seinen Betrieb professionell weiterentwickeln. Grundvoraussetzung ist dabei natürlich Gesundheit. Wichtig sei aber auch Know-how, das heisst auf dem Laufenden sein, was es an neuesten Erkenntnissen in der Landwirtschaft gibt und umsetzen, was den Betrieb weiterbringt. dc

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UFA-Revue 6/2010  
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