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Fachzeitschrift der fenaco-LANDI Gruppe • www.ufarevue.ch • 3 / 2012

Fairness im Direktzahlungsvollzug Seite 10

Exakt und emissionsarm Seite 22

Mehr aus Naturwiesen machen Seite 34

Aufzucht: Welche Mineralstoffe? Seite 64


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Sicherheit am steilen Hang

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1713 ST. ANTONI, GABAG Landmaschinen AG 3148 LANZENHÄUSERN, Staudenmann AG 3179 KRIECHENWIL, Hämmerli AgroTech AG 3232 INS, GVS Agrar AG 3315 BÄTTERKINDEN, Wyss Landtechnik GmbH 3324 HINDELBANK, Käser Agrotechnik AG 3365 GRASSWIL, LMG Landmaschinen AG Grasswil 3555 TRUBSCHACHEN, Wingeier Alfred 3615 HEIMENSCHWAND, Garage Hans Roth 3647 REUTIGEN, Burger Reutigen AG 3664 BURGISTEIN, Sterchi Landtechnik AG 3860 MEIRINGEN, Streich Landmaschinen 4147 ANGENSTEIN/AESCH, Brunner Daniel 4415 LAUSEN BL, Hugo Furrer AG 4624 HÄRKINGEN, Studer & Krähenbühl AG 5054 KIRCHLEERAU, Peter Roos AG

5064 WITTNAU, Patrik Jehle GmbH 5324 FULL-REUENTHAL, Kämpf Heinz 5502 HUNZENSCHWIL, Odermatt Landmaschinen AG 5630 MURI, Gerber Muri AG 6016 HELLBÜHL, Amrhyn Gustav AG 6130 WILLISAU, Kronenberg Hans 6170 SCHÜPFHEIM, Zihlmann Franz 6403 KÜSSNACHT A R., Knüsel Sepp Landmaschinen 7302 LANDQUART, Kohler Landmaschinen AG 8193 EGLISAU, Landmaschinenstation Eglisau AG 8207 SCHAFFHAUSEN, GVS Agrar AG 8214 GÄCHLINGEN, GVS Agrar AG 8308 MESIKON-ILLNAU, Gujer Landmaschinen AG 8476 UNTERSTAMMHEIM, Brack Landmaschinen AG

8587 OBERAACH, Jakob Hofer AG 8722 KALTBRUNN, Steiner Berchtold AG 8834 SCHINDELLEGI, Schuler Maschinen und Fahrzeuge AG 8934 KNONAU, Hausheer & Sidler 9249 ALGETSHAUSEN, Schedler Landtechnik AG 9303 WITTENBACH, LV-Maschinencenter Wittenbach AG 9445 REBSTEIN, LV-Maschinencenter Rebstein AG 9470 BUCHS, A. Stricker Landmaschinen 9494 SCHAAN, Wohlwend Damian Anstalt 9548 MATZINGEN, Schneider Landmaschinen AG 9562 MÄRWIL, Märla AG 9606 BÜTSCHWIL, Franz Bachmann AG


INHALTSVERZEICHNIS EDITORIAL

Roman Engeler

Bei der Fütterung des Jungviehs ist der Mineralstoffbedarf zu beachten.

FENACO AKTUELL Qualitätssicherung Vom Korn zum Brot

4

Aus der Verwaltung der fenaco Auf ein Wort

4 5

MANAGEMENT Innovativer Maschinenring

Einkommensschere zwischen Milch und Aufzucht und innerhalb der Bergzonen

14

Die Silierkette für Fahrsilos stand am Anfang des Maschinenrings «Zuger Berggebiet». Finanziell ein Unternehmen, das sich lohnt.

Kurzmeldungen Fairness im Vollzug Ein Kommentar und Pflichten der Pächter Mehr als ein Maschinenring

9 10 12 17

17

LANDTECHNIK Technik für die organische Düngung Exakt und emissionsarm ist heute gefragt

22

Kurzmeldungen Melkroboter und Herdenmanagement Produktneuheiten Wettbewerb mit GVS-Agrar

19 20 27 27

PFLANZENBAU

Stallbau und Technik Ein gezieltes Stallkonzept mit passendem Melksystem und eine strikte Arbeitsplanung erleichtern das Management.

20

Schwefeldüngung Ertragreiche Qualitätsernte

40

Kurzmelungen Handeln, aber mit Köpfchen Bodenschutz auf Baustellen Mehr aus Naturwiesen machen Aufrechter Wuchs Noch nicht ausgereizt

29 30 32 34 36 45

NUTZTIERE

Nach der Baustelle Spezialisten begleiten grössere Baustellen und kümmern sich für die Rückkehr zu einer landwirtschaftlichen Nutzung.

32

Ticken Hochleistungskühe anders? Konsequenzen fürs Fruchtbarkeitsmanagement

50

Kurzmeldungen UFA aktuell: Die Seiten für den Tierhalter Werden Nutzkühe teurer? Fliegen: Physikalisch, chemisch oder biologisch bekämpfen? Gegen Parasiten: Bolus oder Pour-on? Nicht zu unterschätzen: Mineralstoffbedarf von Jungvieh Praxisgespräch: Schon im März weiden? SQ-Mästerschaft: Strategien der Gewinner Schweinemast: Mit Daten arbeiten Kaninchenzucht: Etwas für Tierliebhaber Unfälle mit Tieren: Wie versichern?

49 55 59 60 62 64 66 67 68 71 72

LANDLEBEN

Auswerten und profitieren Pro Mastschwein haben die besten Betriebe rund 20 Fr. geringere Futterkosten als das schwächste Viertel.

UFA-REVUE · 3 2012

68

Bäuerinnen-Picknickservice Ein Beitrag zum Einkommen?

74

Kurzmeldungen Landfrauenküche auf DVD UFA-Revue-Leserreise nach Irland Alpines Menü aus dem Binntal Raritäten und Nostalgie Garten Generationen in der Landwirtschaft

73 77 78 79 80 85 86

Die Landwirtschaft steht immer häufiger im Fokus der Gesellschaft. Je nach Standpunkt eines Betrachters wird der moderne Bauer heute als Produzent von qualitativ hochwertigen und gesunden Nahrungsmitteln, als Mitverantwortlicher für die Pflege eines charakteristischen und attraktiven Landschaftsbildes oder gar als Klimasünder und Umweltzerstörer angesehen. Diese breite Palette von diesen Einschätzungen zeigt eines: Die Landwirtschaft ist mehr denn je auf ein gutes Image angewiesen, um auf die Dauer erfolgreich wirtschaften zu können. Diese strategische Aufgabe wurde bereits vor Jahren erkannt. Organisationen beispielsweise wie der landwirtschaftliche Informationsdienst haben sich die Öffentlichkeitsarbeit auf die Fahne geschrieben und sind entsprechend aktiv. Auch jeder einzelne Landwirtschaftsbetrieb selbst kann dazu wichtige Beiträge leisten und so zum Multiplikator einer erfolgreichen Öffentlichkeitsarbeit werden. Gerade in den nächsten Tagen und Wochen, wenn Hofdünger wie Gülle oder Mist ausgebracht werden müssen, besteht dazu wieder einmal beste Gelegenheit. Mit einer geeigneten Wahl von Uhrzeit und Wochentag, mit einwandfrei funktionierenden Maschinen und mit emissionsmindernder Technik kann beim Verrichten einer notwendigen Tätigkeit schon viel erreicht werden, die heute von der Allgemeinheit oftmals nur als Geruchsbelästigung angesehen wird.

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AKTUELL FENACO

Qualität vom Korn zum Brot FENACO GOF Rund 20 000 Bauern liefern ihr Getreide an Getreidesammelstellen, die einer LANDI angeschlossen sind und mit der fenaco zusammenarbeiten. Dabei übernimmt die fenaco nebst der Vermarktung von Suisse Premium und SuisseGarantie-Brotgetreide auch eine Schlüsselrolle in der Qualitätssicherung.

Fortunat Schmid

Damit das Grundnahrungsmittel Brot gesund und von hoher Qualität ist, leisten alle Akteure in der Wertschöpfungskette einen gros-

sen Beitrag. Die Bauern als erste Stufe produzieren Brotweizen professionell und mit Sorgfalt. Sie bewirtschaften die Felder nach gesetzlichen Vorschriften,

Die fenaco-LANDI Gruppe arbeitet mit über 100 Getreidesammelstellen zusammen. Bild: Getreidesammelstelle Chavornay (VD)

sind sparsam und umweltschonend im Umgang mit Hilfsstoffen wie Dünger, Pflanzenschutzmitteln oder auch Hofdünger. Sie halten die vertraglichen Anforderungen der Herkunfts- und Garantiemarke Suisse Premium und Suisse Garantie respektive Label-Organisationen ein. Fruchtfolge, Bodenbearbeitung und Sortenwahl werden so gewählt, dass das Risiko von Fusarienbefall minimiert werden kann. Damit legen sie die Basis, um die unabhängigen, periodischen Betriebsinspektionen möglichst ohne Auflagen zu bestehen.

Überprüfte Ernte- und Transportmittel Für die Ernte sowie den Transport vom Feld zu Getreidesammelstellen sind nebst dem Produzenten zunehmend auch Lohnunternehmer involviert. Die Mähdrescher müssen gut gewartet und die Trans-

VERWALTUNG FENACO CONSEIL D’ADMINISTRATION Wechsel an der Spitze der Ernst Sutter AG Per 1. Juli wird Reto Sutter die Leitung des Fleischverarbeitungsunternehmens Ernst Sutter AG, einer Tochtergesellschaft der fenaco, übernehmen. Gleichzeitig tritt er als Leiter des Departements Fleisch in die Geschäftsleitung der fenaco ein. Reto Sutter ist seit 1988 für die Ernst Sutter AG tätig, wo er zurzeit als Geschäftsführer für den Betrieb Suttero in Gossau verantwortlich ist. Die Verwal4

tung der fenaco ist solvierte ein Nachdiüberzeugt, dass Reto plomstudium als WirtSutter mit seinem breischaftsingenieur FH. Er ten Leistungsausweis in freut sich auf die neue der Fleischbranche die Herausforderung. Die nötigen VoraussetzunStellvertretung wird wie gen mitbringt, um die bisher durch den Markeneue, verantwortungs- Reto Sutter wird neuer tingleiter der Ernst Sutvolle Aufgabe mit Er- Leiter der Ernst Sutter AG ter AG, Daniel Härter, und Mitglied der folg zu erfüllen. wahrgenommen. Reto Geschäftsleitung fenaco. Reto Sutter wird im Sutter tritt in die FussApril 44 Jahre alt. Er ist gelernter Metzstapfen seines älteren Bruders Ernst Sutger, Lebensmittelingenieur HTL und abter, der das traditionsreiche Familien3 2012 · UFA-REVUE


AKTUELL

NATS ES MO IS D D L I B DU MO PHOTO

FENACO AUF EIN WORT EN UN MOT

Trotz dem trockenen Frühling fielen die Getreide- und Ölsaatenerträge im Inland im Vorjahr erfreulich gut aus. Gesamtschweizerisch wurde eine qualitativ wie mengenmässig gute Brot- und Futtergetreideernte eingefahren. Erstmals konnte über 70 000 t Raps geerntet werden. Die Schweizer Getreidevermarktung ist trotz Grenzschutz von den internationalen Marktschwankungen abhängig.

Meilenstein in Neuenburg Mit einem Festakt wurde der neue LANDI-Laden in Bevaix (NE) eröffnet. Dank der Weitsicht und Kooperation der LANDI St.-Aubin, Val-de-Travers und Crêt-du-Locle SA bringt dieses LANDI-Projekt im Kanton Neuenburg einen zukunftsträchtigen Aufschwung. Geschaffen wurden dadurch 20 neue Arbeitsplätze. Verantwortlich dafür zeichnen sich Frédy Bigler (Geschäftsführer), Lydie Conterno (Leiterin Finanzen), Laurent Petitpierre (Leiter Detailhandel), Philippe Conus (fenaco LANDI Treuhand) und Raymond Christen (Leiter AGRO).

portmittel in sauberem und trockenem Zustand sein, was vor jedem Beladen zu kontrollieren ist. Mit der Unterschrift auf dem Anbauvertrag sowie dem Empfangsschein bei der Getreidesammelstelle verpflichtet sich der Pro-

duzent, bis und mit dieser Stufe seine Sorgfaltspflichten wahrzunehmen und die Hygienevorschriften einzuhalten.

Charge für Charge dokumentiert Der Getreidesammelstelle ob-

Fortsetzung Seite 6

TERMINE AGENDA unternehmen seit 1995 als Geschäftsleitungsvorsitzender leitet. 2003 wurde die Suttero-Gruppe von der fenaco gekauft. Seither hat Ernst Sutter die positive Entwicklung der fenacoFleischgruppe mit seiner grossen Erfahrung und seinem Wissen stark mitgeprägt, wofür ihm Verwaltung und Geschäftsleitung der fenaco herzlich danken. 2006 wurde Ernst Sutter in die Geschäftsleitung der fenaco berufen. Sein Rücktritt erfolgt aus persönlichen Gründen. UFA-REVUE · 3 2012

Regionalversammlungen • Zentralschweiz: 3. Mai 2012 • Westschweiz: 10. Mai 2012 • Ostschweiz: 11. Mai 2012 • Mittelland: 15. Mai 2012

Jahresmedienkonferenz fenaco 23. Mai 2012

Delegiertenversammlung fenaco 27. Juni 2012

So konnten die EU und die Schwarzmeerregion (zur Schwarzmeerregion gehören als wesentliche Getreideanbieter Russland, Ukraine und Kasachstan) dank ihrer guten Ernten grosse Mengen Getreide exportieren. Gepaart mit der allgegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise führte dies an den Warenterminbörsen sowie den physischen (realen) Märkten zu einem Preisdruck mit ausgeprägten Schwankungen. Die extremen Störungen (Verwerfungen) an den Devisenmärkten verstärkten den volatilen Trend. In diesen Wochen richtet sich der Blick bereits wieder auf die Südhalbkugel sowie die Aussichten auf die Ernte 2012. Mögliche Ernteausfälle durch Trockenheit in Argentinien oder Winterfrost in Osteuropa begründen den aktuellen Preisanstieg für Getreide an den Warenterminbörsen. Die Natur wird die künftige weltweite Verfügbarkeit und damit die Preisbewegung verstärkt beieinflussen. Die Landwirtschaft wird gefordert sein, dass die Getreideproduktion mit der weltweiten Nachfrageentwicklung auch in den nächsten Jahren Schritt halten kann. Die Politik muss zudem Rahmenbedingungen zur Eindämmung der Spekulation mit dem Grundnahrungsmittel Getreide schaffen. Vor diesem internationalen Hintergrund ist es angezeigt, dass die Akteure der schweizerischen Agrarpolitik zukunftsweisende und mehrheitsfähige Lösungen betreffend Selbstversorgungsgrad und Ernährungssicherheit, Ökologie und Strukturentwicklung finden. Die Bedeutung einer eigenen, produzierenden Landwirtschaft, verbunden mit einer leistungsfähigen Verarbeitungsindustrie wird immer wichtiger.

Heinz Mollet Leiter Geschäftsbereichsgruppe fenaco Getreide, Oelsaaten, Futtermittel GOF

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AKTUELL FENACO

Hygiene und Sauberkeit sind ein Muss für jede Getreidesammelstelle. Die Rückverfolgbarkeit erfolgt mit Rückstellmuster.

überprüft. Erst wenn die Deklaration vollständig und korrekt ist, die nötigen Nachweisdokumente des Produzenten vorliegen und die Ware taxiert wurde, wird diese eingelagert. Noch auf dem Weg in die Zielzelle im Silo wird ein automatisches Durchschnittsmuster gezogen. Dieses wird etikettiert und für mindestens ein Jahr aufbewahrt. Es bietet Gewähr, bei Beanstandungen der Abnehmer (z. B. Kontaminationen mit Mykotoxinen oder unerlaubten Pestiziden) mittels der Rückverfolgbarkeit in der Sammelstelle den Urheber ausfindig und sofern notwendig haftbar zu machen. liegt es, das Mähdruschgetreide auf verschiedene Qualitätskriterien zu prüfen, es zu reinigen, notfalls zu trocknen und damit erst lagerfähig und bereit zur Weiterverarbeitung aufzubereiten. Bei der Weizenablieferung des Landwirts werden die vertraglichen Kriterien

Mit Handbuch und Checklisten gerüstet Da der Getreidesammelstelle eine wichtige Funktion in der Qualitätssicherung und Rückverfolgbarkeit beim Brotgetreide zukommt, hat der fenaco-Geschäftsbereich Getreide, Ölsaaten, Futtermittel (fenaco

GOF) einen spezifischen Leitfaden für die sichere Aufbereitung von Getreide und Ölsaaten, die «Gute Sammelstellenpraxis» GSP erstellt. Das vom Bundesamt für Landwirtschaft als Leitfaden anerkannte Handbuch behandelt alle wichtigen Prozesse – von der Getreideannahme und Trocknung feuchter Ernteware über die Lagerung und Kühlung der Zellinhalte, der Probenahme bis zum Verlad und zur Reinigung der Anlage. Durch periodische Schulungen (Kasten «Schulung bringt uns weiter») werden die Fachleute zudem auf neue Anforderungen oder Trends vorbereitet. Alle Getreide-Sammelstellen der fenaco-LANDI Gruppe durchlaufen periodisch interne, aber auch unabhängige externe Audits. Dabei wird dann unter anderem geprüft, ob die Hygieneanforderungen erfüllt sind, aber auch ob die Maschinenwartung, Schädlingsbekämpfung, Dokumentation und Rück-

Tabelle: Qualitätsmanagement in der Wertschöpfungskette Brotgetreide

Akteure

Vorschriften

Problemfelder

Massnahmen

Anbau Landwirte

Transport Landwirt, Lohnunternehmen

Sammelstelle LANDI

Handel fenaco GOF

Mühle Swissmill Weichweizenmühlen

LwG, ÖLN, Bio/IP-S/SGA, LGV Label Hygienevorschrift fenaco/IP Suisse Pestizidrückstände Mycotoxine Kontaminationen mit unerwünschten Stoffen und Produkten Feuchtigkeit/ Schädlinge

LGV Hygienevorschrift fenaco/IP Suisse

LGV GSP Label HACCP-Konzept

LGV IS0 9001:2008 ISO 22000:2005 HACCP-Konzept

LGV ISO-Normen IFS/BRC HACCP-Konzept

Kontaminationen mit unerwünschten Stoffen und Produkten Feuchtigkeit

Nachweise, Dokumentation Mycotoxin

Aus- und Weiterbildung Z-Saatgut Druschzeitpunkt Mycotoxinprophylaxe

Deklaration Reinigen Instandhaltung

Kontamination mit unerwünschten Produkten Feuchtigkeit/ Schädlinge Mangelnde Dokumentation/ Nachweis Mycotoxin Aus- und Weiterbildung Kontrollen Rückstandsanalysen Deklaration Temperaturkontrollen Mycotoxintest Reinigen, Trocknen, Kühlen

SchadstoffMonitoring (StichprobenAnalysen auf Inhaltstoffe und Pestizide) Lieferantenauswahl und -audits.

Bäckerei Industriebäckereien Gewerbliche Bäckereien LGV ISO-Normen IFS/BRC HACCP-Konzept

Detailhandel Coop, Migros, Volg, LANDI, etc.

Kontaminationen mit unerwünschten Stoffen und Produkten Feuchtigkeit Gehalte Mycotoxin

Betriebshygiene Gehalte Deklaration

Hygiene Deklaration Schimmel

SchadstoffMonitoring (StichprobenAnalysen auf Inhaltstoffe und Pestizide) Lieferantenauswahl und -audits. Ablaufdaten

Lieferantenauswahl Hygienemassnahmen Ablaufdaten

Hygienemassnahmen Deklaration Kühlkette (Teiglinge) Ablaufdatum

LGV ISO-Normen IFS/BRC HACCP-Konzept

Branchenorganisation Swiss Granum gibt Basisvorgaben nach Qualitätsnormen. Die Tabelle betrifft Vorschriften, die in direktem Zusammenhang zur Produktion und Qualitätssicherung stehen und ist nicht abschliessend.

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3 2012 · UFA-REVUE


AKTUELL FENACO Grafik : Rückverfolgbarkeit vom Korn zum Mehl • Suisse Premium Anbauvereinigung • ÖLN gemäss Richtlinien des Bundes inklusive Suisse Garantie-Anbau • Z-Saatgut mit Los-Nr.-Deklaration • ESL-Sorten Swiss Granum • Hygienebestimmungen und Qualitätsvorgaben

• Annahmeschein • Zellenjournal • Verladerapport • GSP-Handbuch • Pflichtenheft CHP / SGA

versiegeltes Rückstellmuster je Anlieferung

• Hygienebestätigung • Wagennummer

• Übernahmeschein • Hygienebestätigung • Disposition • Faktura

versiegeltes Rückstellmuster je Verladeeinheit

versiegeltes Rückstellmuster je Anlieferung

Suisse Garantie Betriebs-Kontrollen GSP-Audits intern und extern Zertifizierungs-Audits und interne Kontrollen

verfolgbarkeit sowie die lagernde Ware in Ordnung sind.

Innovativ und kompetent fenaco GOF als Vermarkter des inländischen

Brotgetreides der Maxi-Sammelstellen verfügt über ein Qualitätsmanagement-System nach ISO EN 9001: 2008 sowie ISO 22000 : 2005 (Lebensmittelsicherheit). Basierend auf den zwölf

Schulung bringt uns weiter Zusammen mit dem Verband kollektiver Getreidesammelstellen der Schweiz (VKGS) organisiert der Geschäftsbereich Getreide, Ölsaaten, Futtermittel der fenaco (fenaco GOF) regelmässig Sammelstellenschulungen. Der diesjährige Kurs hatte das Schwerpunktthema «Schädlingsbekämpfung und fand in der Ostschweiz, im Mittelland und der Westschweiz statt. Anwesend waren jeweils zwischen 50 und 60 Sammelstellenleiter. Kompetente Referenten, wie zum Beispiel Daniel Fassbind, Inhaber der Schädlingsbekämpfungsfirma Desinfecta AG, zeigten die heutigen Anforderungen und Möglichkeiten der Schädlingsbekämpfung auf. Auch die Bio Suisse war jeweils mit einem Referenten vertreten und nahm Stellung zur Rückstandsproblematik. Der zweite Kursteil fand am Nachmittag vor Ort in einer Getreidesammelstelle statt. In der Ostschweiz war man zu Gast bei Rolf Häusler (Geschäftsführer der Genossenschaft Getreidesammelstelle Thalheim und Präsident des VKGS). In der Region Mittelland fand der Praxisteil in der Sammelstelle Lyssach (BE) und in der Westschweiz in der Sammelstelle Chavornay (VD) statt. Diskutiert wurden dabei die Anwendung von Nützlingen (Rolf Lösch, UFA-Samen), Stickstoff-Behandlung/N2 Grain Conserver (Daniel Jungo, fenaco Anlagenbau) sowie vorbeugende Massnahmen der Schädlingsbekämpfung.

HACCP-Etappen des «codex alimentarius» werden alle Produktegruppen und Aktivitäten periodisch durch ein kompetentes HACCP-Team überprüft. Dabei werden auch sämtliche Aktivitäten der Getreidesammelstellen, Lagerhalter sowie die Transporte miteinbezogen. Das erfolgreiche Lenken der ganzen Wertschöpfungskette zum Nutzen des Kunden macht mit zunehmender Vernetzung und Geschwindigkeit der Marktentwicklung Sinn. Die Überprüfung aller Massnahmen erfolgt mittels einer regelmässigen und umfassenden Kontrolle (Monitoring) über alle Produktgruppen. Dieses bietet Gewähr, der Verantwortung bezüglich Produktesicherheit nachzukommen, die Lieferanten bezüglich der Produkt- und Kontraktanforderungen zu überprüfen und damit präventiv Einfluss auf die Rohstoffqualität zu nehmen. Zudem steuert fenaco GOF auch aktiv Knowhow zur Ernährungs-Sicherheitsgruppe der Branchenorganisation Swiss Granum bei. Diese informiert periodisch alle Marktteilnehmer der Wertschöpfungskette Brotgetreide über die Mykotoxin-Situation der Getreideernte (Kasten «Mykotoxin-Konzept»). 䡵

Periodisch organisiert fenaco GOF zusammen mit dem Verband kollektiver Getreidesammelstellen sehr gut besuchte Weiterbildungsanlässe. UFA-REVUE · 3 2012

MykotoxinKonzept Bereits seit vielen Jahren unternimmt fenaco GOF branchenübergreifend Anstrengungen, um den Fusarienbefall und Mykotoxine im Getreide zu verhindern. Neben Ernte- und Qualitätsverlusten führen Fusarien zu Belastungen des Ernteguts mit giftigen Stoffwechselprodukten (Mykotoxine), welche die Gesundheit von Mensch und Tier gefährden. Durch Massnahmen im Feld und in der Sammelstelle kann der Befall vermindert oder sogar ausgeschaltet werden. Systematische engmaschige Kontrollen der Inlandsowie der Importpositionen garantieren für die Sicherheit des Brotgetreides.

Autor Fortunat Schmid ist Mitglied der Geschäftsleitung im fenaco-Geschäftsbereich Getreide, Ölsaaten, Futtermittel (GOF) und für die Qualitätssicherung verantwortlich.

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KURZMELDUNGEN MANAGEMENT

Gesättigter, volatiler und umkämpfter Käsemarkt Zum dritten Mal führten die Schweizer Milchproduzenten (SMP) gemeinsam mit den Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) ein Milchforum durch, das auf grosses Interesse stiess. Die Teilnehmer kamen aus allen Teilen der Schweiz und aus allen Stufen der Wertschöpfungskette. Für einmal ging es nicht um Politik und Preise, sondern darum die Marktchancen für Schweizer Milch und Milchprodukte auszuloten. Gastreferent war der niederländische Milchwirtschaftsexperte Mark Voorbergen (Bild) von der Rabobank Int, welche ein Verbund von Genossenschaftsbanken ist. Der Käsemarkt in der EU sei gesättigt und Marktanteile liessen sich nur durch Verdrängung von anderen Produkten gewinnen, erklärte Voorbergen und fuhr

fort: «Das Preispremium für Käse ist verschwunden.» Die Milchmenge werde in der EU steigen, denn die Quotenregelung fällt 2015. Heute müssten aber schon die Entscheide über die Erweiterung von Produktionskapazitäten fallen. «Ein gesättigter, volatiler und umkämpfter Käsemarkt braucht neue Strategien», erklärte er, was da seien Marktkonsolidierung und Effizienzsteigerungen, neue Produkteigenschaften

(fettarm), Steigerung des Zusatznutzens in Logistik und Verpackung. Ausserdem muss der Export für Wachstumsmärkte ausserhalb der EU in Angriff genommen werden. Voorbergen erachtet die Ausgangslage für Schweizer Käse als intakt. Der Nachteil des höheren Milchpreises könne durch Einzigartigkeit, Qualität und Marketing kompensiert werden. Es gibt Hausaufgaben zu machen in Form von Investitionen in Distribution, Vermarktung und Vertrieb und in eine stärkere Kundenbindung im Bereich Einzelhandel (Retail) und Foodservice (Catering). Es brauche portionengerechtes Zuschneiden und Verpacken sowie Just-in-time-Belieferung, was nichts anderes als massgeschneiderte Serviceleistungen heisst.

Feststellungsverfügung Wer ein schutzwürdiges Interesse hat, kann von der zuständigen Behörde im Voraus die verbindliche Feststellung verlangen, ob eine Bewillung erteilt wird oder nicht. Eine solche Feststellungsverfügung kann zum Beispiel verlangt werden für die Frage, ob ein bestimmter Grundstückkauf oder ein Pachtzins bewilligt wird oder ob ein landwirtschaftliches Gewerbe besteht. Gegen die Feststellungsverfügung kann Beschwerde erhoben werden. Dr. Eduard Hofer, Heimberg

Hofübergabe Ist ein Betriebsleiterwechsel auf Jahresbeginn erfolgt oder auf den 1. Mai 2012 geplant, muss dies den jeweiligen kantonalen Landwirtschaftsämtern mitgeteilt werden. In den meisten Kantonen gilt die Frist bis anfangs Mai (Stichtag). Wer sich im Kanton Thurgau bis zum 16. März 2012 meldet, profitiert von einem aktualisierten Login in Hinblick auf die Betriebsstrukturdatenerhebung. Als Betriebsleiterwechsel gilt nebst der Hofübergabe auch die BilUFA-REVUE · 3 2012

dung einer Betriebsgemeinschaft sowie der Wechsel von der Betriebsführung auf die Ehefrau. Auch müssen den Amtsstellen die Abgabe und Übernahme von Pachtland gemeldet werden. Christoph Högger, Landwirtschaftsamt Kanton Thurgau

Info-Veranstaltungen Zurzeit finden Informationsveranstaltungen über diese HF-Ausbildungsgänge statt. Start der Ausbildung ist an den jeweiligen Standorten im August oder im Oktober 2012. Eine Ausbildung, die sich lohnt, denn HF- Absolventen sind auf dem Arbeitsmarkt gesucht. Anbieter der Lehrgänge sind: • LBBZ Schluechthof: 041 227 75 51 • LBBZ Plantahof: 081 857 60 38 • Feusi Bildungszentrum Bern: 031 537 34 34) • Institut Agricole Grangeneuve: 026 305 55 00 • Inforama Rütti: 031 910 52 61 • Strickhof Lindau: 052 354 99 15 www.agrokaufmann.ch www.agrotechniker.ch

Schnuppertag Am 14. März 2012 gibt es einen Schnuppertag an der HAFL (ehemals SHL) in Zollikofen. Die Teilnehmer können einen halben oder ganzen Tag am Unterricht mitmachen. Es lässt sich mit Studierenden und Dozierenden ins Gespräch kommen. Zudem steht eine individuelle Beratung zur Verfügung.

Stop mit Projektskizzen Gemäss Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) können bis Ende April 2012 keine Projektskizzen mit Ausrichtung auf ein Vernetzungsprojekt nach ÖQV angenommen werden. Grund dafür seien die grosse Anzahl der bisher eingereichten Projektskizzen und die knappen Mittel des BLW zur Unterstützung der Vorabklärung. Diese Beschränkung wird verlängert, sofern bis Ende April keine zusätzlichen finanziellen Mittel für das Jahr 2013 zugesichert werden können. www.blw.admin.ch

Fundstücke aus den fenaco Archiven:

Globalisierung Schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es eine Globalisierung. Wie sich die Bauern und Genossenschaften damals verhielten, ist in den Archiven der Genossenschaftsverbände dokumentiert. 1894 schrieb der VLGZ, im vergangenen Jahr habe man sich zum ersten Male mit dem Ankauf von Werkgeschirr befasst. Bezogen hatte man mehr als 1600 Gabeln, Hauen, Kärste und Rechen direkt aus Amerika, von der Firma Jacson & Cie in Michigan. Aber auch viele Mähmaschinen der Firma Cormick wurden direkt in den USA gekauft. Bei der Vermittlung des notwendigen Wissens zum Kauf dieser Geräte und Maschinen spielte Hans Moos, Direktor der landwirtschaftlichen Winterschule Sursee eine Rolle. Er hatte 1880 die Weltausstellung in Chicago besucht und festgestellt, dass die Cormick-Mähmaschinen in Amerika ab Fabrik auf etwa 200 Fr. zu stehen kamen, während die Modelle der Firma Aebi in Burgdorf mehr als doppelt so teuer waren. Öffentlich durchgeführte Konkurrenzproben ergaben, dass die echte Cormick-Maschine und deren Imitation von Aebi qualitativ in etwa gleichwertig waren. Die Firma Aebi war nun bereit, beim Kauf von 150 Maschinen dem VLGZ den Preis auf je 300 Fr. zu reduzieren – was wiederum die Vertretung der Cormick-Mähmaschinen veranlasste, den Preis ihrer Mähmaschinen von 420 auf 305 Fr. herabzusetzen. Die erste Globalisierungswelle brachte nicht nur billiges Getreide in die Schweiz, sondern auch Geräte und Maschinen, die beim Ausbau der Milchproduktion und Käseherstellung für den Export eine wichtige Rolle spielten. Peter Moser, Archiv für Agrargeschichte (AfA)

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 9


MANAGEMENT

Fairness im Vollzug DIREKTZAHLUNGEN werden nach dem Prinzip «LeistungGegenleistung» ausgerichtet und dienen der Einkommenssicherung der Landwirte. Diese existentielle Bedeutung der Direktzahlungen darf beim Vollzug nicht aus den Augen verloren werden.

Pius Koller

Direktzahlungen sind für viele hauptberuflich tätige Landwirte zu einer wichtigen und für eine nicht unbedeutende Zahl von Landwirten zur wichtigsten Einnahmequelle geworden. Die Liquiditätsplanung, welche besonders in Zeiten von tiefen Produktpreisen (aktuell Milch, Schweine, Getreide) zu einer grossen Herausforderung wird, ist hauptsächlich auf die zwei jährlichen Auszahlungstermine ausgerichtet. Auch das Bundesgericht hat dies erkannt und im Bundesgerichtsentscheid (BGE) 134 II 287 festgehalten: «Die landwirtschaftlichen Direktzahlungen dienen aber nicht nur der ökologischen Landwirtschaft, sondern entschädigen die Landwirte allgemein für ihre gemeinwirtschaftlichen Leistungen (…), womit sie auch der Einkommenssicherung der Landwirte dienen. Ohne Direktzahlungen könnten viele Betriebe nicht überleben. Deren Zwecksetzung kann daher nicht ausschliesslich auf die Erbringung der naturnahen Leistungen reduziert werden, sondern es kommt ihnen eine weiterreichende Tragweite zu.»

Fall Gampel Mit Entscheid vom 13. November 2009 (B-3133/2009) hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass Art. 16 Abs. 2 Bst. b der Landwirtschaftlichen Begriffsverordnung des Bundes (LBV) über keine genügende gesetzliche Grundlage zum Ausschluss der Flächenbeiträge verfüge und somit nicht anwendbar sei. In der Sache hatte das Bundesverwaltungsgericht darüber zu entscheiden, ob das Landwirtschaftsland, welches für das Openair Gampel zur Verfügung gestellt wird, als landwirtschaftliche Nutzfläche (LN) gilt und somit zum Bezug von Direktzahlungen berechtigt. Der für nicht anwendbar erklärte Art. 16 Abs. 2 Bst. b LBV besagt, dass jene Flächen nicht als LN gelten, welche einen höheren nichtlandwirtschaftlichen als landwirtschaftlichen Ertrag abwerfen. 10

Ausfall Der teilweise oder gar gänzliche Ausfall von Direktzahlungen kann daher zur Existenzgefährdung der Bauernfamilie führen. Die Existenz wird spätestens in Frage gestellt, wenn die Direktzahlungen infolge einer ungeklärten Frage nicht nur im Kontrolljahr, sondern auch in den Folgejahren zurückbehalten werden und in einem Beschwerdeverfahren zusätzlich Gerichtskosten und Anwaltskosten anfallen, die bis zum Entscheid vorzuschiessen sind. Selbst wenn nach einem mehrjährigen Verfahren die Direktzahlungen teilweise oder ganz zugesprochen werden, erhält der Landwirt in den meisten Fällen keinen Zins, da gemäss wiederholter Rechtsprechung ein Verzugszins nur bei so genannt trölerischem Verhalten der Vollzugsbehörde zugesprochen wird. Der kritische Landwirt fragt sich spätestens jetzt, ob da alles mit rechten Dingen zu und her geht.

Anspruch Die Direktzahlungen unterstehen dem Prinzip der Leistungsabgeltung, indem sie als leistungsorientierte Zahlungen grundsätzlich nach dem Prinzip «Leistung-Gegenleistung» ausgerichtet werden. Rechtlich stellen sie Finanzhilfen im Sinne des Subventionsgesetzes des Bundes dar. Sie werden als geldwerte Vorteile Empfängern ausserhalb der Bundesverwaltung gewährt, um die Erfüllung einer vom Empfänger gewählten Aufgabe zu fördern oder zu erhalten. Insofern werden im heutigen Direktzahlungssystem alle Zahlungen an leistungsbezogene Kriterien geknüpft. Eine zentrale Voraussetzung ist die Erbringung des ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN).

Geht im Vollzug alles mit rechten Dingen zu, fragt sich mancher kritische Landwirt. Die Schrauben werden auf den verschiedensten Ebenen angezogen: Auf Gesetzesund Verordnungsebene, im Vollzug, bei den Kontrollen, Aufzeichnungen, Labels und sogar bei der Arbeitsorganisation.

ÖLN Gemäss Art. 70 Abs. 1 des Landwirtschaftsgesetzes (LwG) richtet der Bund Bewirtschaftern von bodenbewirtschaftenden bäuerlichen Betrieben unter der Voraussetzung des ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN) allgemeine Direktzahlungen, Ökobeiträge und Ethobeiträge aus. Der ÖLN umfasst eine tiergerechte Haltung der Nutztiere, eine ausgeglichene Düngerbilanz, einen angemessenen Anteil an ökologischen Ausgleichsflächen, eine geregelte Fruchtfolge, einen geeigneten Bodenschutz sowie eine Auswahl und gezielte Anwendung der Pflanzenbehandlungsmittel (Art. 70 Abs. 2 LwG). Wie der ÖLN zu erbringen ist, ist in Art. 16 der Direktzahlungsverordnung (DZV) geregelt. Danach müssen die Bewirtschafter, welche Direktzahlungen beantragen, der kantonalen Behörde den Nachweis erbringen, dass sie den gesamten Betrieb nach den Anforderungen des ÖLN bewirtschaften. Die Bestätigung einer akkreditierten Kontrollstelle gilt als Nachweis (Art. 16 Abs. 2 DZV). ÖLN-Kontrolle Die ÖLN-Kontrolle hat somit im Direktzahlungssystem eine herausragende Bedeutung. Die Kontrollstelle hält die Ergebnisse der Be3 2012 · UFA-REVUE


MANAGEMENT triebskontrolle in einem Bericht fest, welcher nach Art. 16 Abs. 2 DZV als Bestätigung für den ÖLN gilt. Somit – könnte man meinen – dürfen die Landwirte nach einer erfolgreichen Kontrolle «aufschnaufen» und die Direktzahlungen bis zur nächsten Kontrolle als gesichert erachten. Dieses Verständnis ergab sich zumindest bis am 31. Dezember 2011 aus der Inspektionskoordinationsverordnung des Bundes (VKIL). Nach Art. 3 Abs. 2 dieser Verordnung waren die Inspektionsresultate einer Inspektionsstelle für alle für den Vollzug zuständigen Behörden verbindlich. Die VKIL wurde jedoch Ende 2011 total revidiert und heisst neu Kontrollkoordinationsverordnung (VKKL). Die revidierte Verordnung tritt am 1. Januar 2012 in Kraft. Der für den ÖLN bedeutende Art. 3 Abs. 2 wurde bei der Revision neu gefasst und die Verbindlichkeit der Kontrollresultate ersatzlos aus der Verordnung gestrichen. Diese für den Vollzug der Direktzahlungen wesentliche Änderung war in der Medienmitteilung des Bundesamts für Landwirtschaft keinen Satz wert. Es macht den Anschein, als hätte sich die Verwaltung klammheimlich dieser für sie unbequemen Bestimmung entledigen wollen. Da eine Verordnungsanpassung durch den Bundesrat erfolgt, konnte die Verwaltung quasi im Alleingang über die Streichung dieser Bestimmung entscheiden.

Kontrollbericht Der Kontrollbericht der Kontrollstelle wird auch nach der Revision der Kontrollkoordinationsverordnung eine grosse Bedeutung beim Vollzug der Direktzahlungen haben. Dieser ist durch den Landwirt vor der Unterzeichnung genau zu prüfen. Vor Unterzeichnung sind offene Fragen zu klären und allfällige Bemerkungen kritisch zu hinterfragen. Die Durchschlagskopie des Berichts ist aufzubewahren. Bereits wiederholt ist es vorgekommen, dass die Kontrollstelle nach erfolgter Kontrolle den Bericht einseitig abgeändert und den Landwirt darüber nicht informiert hat. Dieser erfuhr erst mit der Direktzahlungsabrechnung von den angeblichen Verfehlungen. Ein solches Vorgehen verletzt die VerfahrensvorUFA-REVUE · 3 2012

schriften, ist wider Treu und Glauben und steht im Widerspruch zu Art. 16 Abs. 2 DZV, wonach die Bestätigung einer akkreditierten Inspektionsstelle als Nachweis gilt. In jedem Fall ist gegen eine nachträgliche Abänderung des Kontrollberichts sofort eingeschrieben zu protestieren und innerhalb der drei folgenden Werktage eine Nachkontrolle zu verlangen (Art. 66 Abs. 5 DZV).

Revisionsbedarf Die Direktzahlungen haben sich zu einem kaum mehr überschaubaren System von Gesetzesund Verordnungsbestimmungen, Weisungen, Merkblättern, Berechnungsprogrammen und dergleichen entwickelt. Dies mit der Folge, dass die Anforderungen an die Kontrolle von Jahr zu Jahr steigen. Bleibt eine Frage ungeklärt und kommt es infolgedessen zu einem Beschwerdeverfahren, ist dieses aufgrund der Komplexität der Materie in den meisten Fällen zeit- und kostspielig. Oft muss sich der Landwirt mit seinen Anliegen gegen das kantonale Landwirtschaftsamt und das Bundesamt für Landwirtschaft durchsetzen, welche von der eingenommenen Haltung nicht abrücken und ihre Position unkritisch verteidigen. Der Landwirt muss erst ein Gericht finden, das ihm Recht gibt. Wie eingangs erwähnt, sollte die Funktion der Einkommenssicherung der Direktzahlungen nicht aus den Augen verloren werden. Die Existenz einer Bauernfamilie darf aufgrund einer ungeklärten Frage nicht gefährdet werden. Deshalb müsste entweder die Vollzugspraxis so geändert werden, dass bei einer unklaren Sach- oder Rechtslage die Direktzahlungen unter Widerrufsvorbehalt ganz oder zumindest zum grössten Teil ausgerichtet werden oder es müsste eine Änderung auf Gesetzes- und Verordnungsstufe erfolgen, die den verfassungsmässigen Anspruch auf Einkommenssicherung gewährleistet. Schliesslich wäre auch Klarheit und Rechtsgleichheit bezüglich der Verzinsung von zu Unrecht zurückbehaltenen oder zu Unrecht ausbezahlten Direktzahlungen zu schaffen. Mit Fairness beim Vollzug kann der primären Funktion der Direktzahlungen als Einkommenssicherung gebührend Rechnung getragen werden. 䡵

Fall Kanton Schwyz Das Bundesgericht hatte im Jahr 2008 (BGE 134 II 287) in einem Fall aus dem Kanton Schwyz darüber zu entscheiden, ob ein Pächter, der nach Ablauf der Pacht unrechtmässig auf dem Pachtbetrieb verblieb, Anspruch auf Direktzahlungen hat. Gemäss Bundesgericht sind die Verhältnisse am Stichtag massgebend. Anspruch auf Direktzahlungen besteht nur, wenn die Bewirtschaftung aufgrund eines zivilrechtlich hinreichend abgestützten Nutzungsrechts erfolgt. Die Bewirtschaftung durch den Landwirt muss rechtmässig sein, denn der Staat soll nicht zivilrechtliche Verstösse mit der Ausrichtung von Direktzahlungen belohnen. Solange zivilrechtlich die Frage der Rechtmässigkeit der Bewirtschaftung nicht geklärt ist, sind die Direktzahlungen jedoch nach den vorläufigen Verhältnissen an den tatsächlichen Bewirtschafter auszurichten. Die Direktzahlungsbehörden dürfen nicht vorfrageweise über die zivilrechtliche Berechtigung der Bewirtschaftung entscheiden.

Heute ist das pünktliche Eintreffen der Direktzahlungen für viele Betriebe in Bezug auf die Liquidität überlebenswichtig. Gibt es Probleme mit der Auszahlung, den Kontrollen oder den Amtsstellen und entschliesst sich ein Landwirt, den Rechtsweg zu beschreiten, braucht er neben der täglichen Arbeit in Feld und Stall einen langen Atem.

Autor Pius Koller ist Rechtsanwalt und Agronom bei Studer Anwälte und Notare, Bahnhofstrasse 77, 4313 Möhlin www.studer-law.com

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MANAGEMENT

Ein grosser Kommentar und Pflichten der Pächter BODEN- UND PACHTRECHT Ende Februar veranstaltete SBV Treuhand und Schätzungen einen Weiterbildungstag für Juristen, Berater, Treuhänder und Grundbuchbeamte. Das Thema war Boden- und Pachtrecht – ein Thema, das immer aktuell ist.

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in den letzten Jahren gefällten Bundesund Obergerichtsurteile, sie sind dank eines fundierten Stichwortsverzeichnisses auch gut zu finden.

Pachtrecht Wer Land pachten will, muss kein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis als Landwirt vorweisen. Der Gesetzgeber verlangt diesbezüglich keine Grundvoraussetzungen. Die Bewirtschaftungspflicht obliegt dem Pächter persönlich – auf eigene Rechnung und Gefahr. Er kann die Bewirtschaftung aber auch an Familienmitglieder, Angestellte, Partner einer Betriebsgemeinschaft oder an Lohnunternehmen delegieren. Der Pächter muss das Land sorgfältig und nachhaltig bewirtschaften, was mit dem Einhalten der ÖLNRichtlinien gleichgesetzt wird. Im Pachtvertrag kann aber auch vereinbart werden, dass nach den Richtlinien des Bio-Landbaus bewirtschaftet werden muss. Nutzungsänderungen sind vom Verpächter zu bewilligen, beispielswei-

Veränderungen am Pachtgegenstand müssen vom Verpächter bewilligt werden. Bild: isignstock.com

Bei der Schaffung des Bundesgesetzes über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB) 1991 stand noch der Erhalt des landwirtschaftlichen Gewerbes an erster Stelle. Durch Gesetzesänderungen können heute aber selbst grössere Gewerbe parzellenweise verkauft oder verpachtet werden, sofern dies der Eigentümer anstrebt. Gemäss des Bauernverbands lenkt damit das BGBB den Strukturwandel in geordneten Bahnen zu Gunsten einer professionellen Landwirtschaft. Nun ist vom schweizerischen Bauernverband ein über 1000 Seiten grosser Kommentar zum BGBB in der 2. Auflage erschienen. Dieser übernimmt quasi die Funktion der Ausführungsbestimmungen zum bodenrechtlichen Gesetz und der entsprechenden Verordnung, wie es der ehemalige Vizedirektor des Bundesamtes für Landwirtschaft Eduard Hofer ausdrückte, der als Autor am Kommentar mitgearbeitet hat. Der neu aufgelegte Kommentar, mit 380 Fr. nicht ganz billig, umfasst nicht nur alle

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se, wenn die Tierhaltung aufgegeben wird. Auch kann vertraglich vereinbart werden, dass Liefermengen für Milch erhalten bleiben. Keine relevante Nutzungsänderung ist aber ein Maislabyrinth. Fragen stellen sich, wenn der Pächter investiert. • Investitionen, wertvermehrend, sind Aufgaben des Verpächters. • Hauptreparaturen liegen in der Verantwortung des Verpächters. Dazu gehören Anpassungen im Stall aufgrund des Tierschutzgesetzes oder neue Bestimmungen im Bereich Brand- oder Gewässerschutz. • Ordentlicher Unterhalt obliegt dem Pächter. Endet das Pachtverhältnis, muss der Pächter für Verschlechterungen, die bei gehöriger Bewirtschaftung hätten vermieden werden können, Ersatz leisten. Wichtig ist richtig dokumentiert zu sein. Ein Übergabeprotokoll leistet dafür wertvolle Dienste.

Pachtland in Bauzone Ist das Pachtland vollständig in der Bauzone, untersteht der Vertrag den Normen des Pachtvertrags nach OR. Wenn der Pachtgegenstand teilweise in der Bauzone und teilweise in der Landwirtschaftszone ist, ist das LPG anwendbar. 䡵

Pachtverträge EDV-Version Die Pachtverträge gibt es in Lizenz auch im Word-Format mit Gebühren zwischen 120 bis 180 Fr. Auskunft: Schweizerischer Bauernverband, Treuhand und Schätzungen, Laurstrasse10, 5201Brugg, 寿 056 462 51 11, info@sbv-treuhand.ch

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Milch und Aufzucht mit Einkommensschere

BERGGEBIET 2003 bis 2010 sank das Einkommen der Aufzuchtbetriebe stärker als jenes der Milchbetriebe. Daraus lässt sich schliessen, dass sich die wirtschaftliche Situation in der Bergzone II günstiger entwickelt als in den Zonen III und IV.

Andreas Roesch

Christian Flury

Die wirtschaftliche Situation der Betriebe in der Bergregion hat sich in den letzten Jahren leicht verschlechtert. Innerhalb der Bergregion bestehen jedoch grosse Abweichungen: Während die landwirtschaftlichen Einkommen der Betriebe in der Bergzone II leicht steigen, sinken sie in der Bergzone III und IV deutlich. Zusätzlich bestehen zwischen den Betriebstypen Unterschiede, die sich seit 2003 weiter vergrössert haben.

Datengrundlage und Methode Die Auswertung basiert auf 239 Betrieben aus der Bergregion, die in den vier Jahren 2003/2004 und 2009/2010 an der Zentralen Auswertung von Buchhaltungsdaten (ZA) teilnahmen und den Betriebstypen «Verkehrsmilch» oder «Anderes Rindvieh» angehören; letztere umfassen Aufzucht- und Mastbetriebe, werden hier aber als «Aufzuchtbetriebe» bezeichnet. Um spezifischere Aussagen machen zu können, werden nur Milchbetriebe ausgewertet, bei denen neben den Kriterien der Zentralen Auswertung der Anteil der «Rohleistung Milch» an der Rohleistung aus der Rindviehhaltung mindestens 60 % beträgt. Von den analysierten Betrieben sind 167 Milchund 72 Aufzuchtbetriebe. Um die Unterschiede zwischen den erfolgreichen und den weniger erfolgreichen Betrieben darzustellen, wird ein Streuungsmass verwendet, das anhand des 1. und 3. Quartils berechnet wird. Ein Viertel der Betriebe liegen unter dem 1. Quartil, ein Viertel der Betriebe über dem 3. Quartil. Als Streuungsmass wird das 3. Quartil durch das 1. Quartil geteilt: Je grösser der Wert ausfällt, desto ausgeprägter ist das Gefälle zwischen 14

dem untersten (Einkommensschwächsten) und dem obersten Viertel (Einkommensstärksten) der Betriebe. Im Jahr 2009/10 liegt dieses Streuungsmass für das landwirtschaftliche Einkommen der Milchbetriebe bei 2.42. Die Betriebe im obersten Viertel erzielen also mindestens das 2.42-fache des Einkommens eines beliebigen Betriebes im untersten Viertel. Das Streuungsmass wird für jede Messgrösse (Landwirtschaftliches Einkommen, Tabelle 1 und 2) separat bestimmt. Die Zusammensetzung der Betriebe in der Gruppe, die unter dem 1. Quartil oder über dem 3. Quartil liegt, ist für die verschiedenen Messgrössen nicht identisch.

Entwicklung Die Rohleistung (entspricht in etwa dem Umsatz) der Milchbetriebe beträgt im Mittel der Jahre 2009/10 rund 185 000 Fr., ein Viertel aller Betriebe weist eine Rohleistung unter 125 300 Fr. aus, 25 % der Betriebe liegen über 227 500 Fr. (Tabelle 1). Dabei nimmt von 2003/04 bis 2009/10 die mittlere Rohleistung und die Streuung zu – der Mittelwert um 20 300 Fr. (12.3 %), das Streuungsmass um 0.19 (Tabelle 1). Mit einer relativen Zunahme von 6.7 % (+ 9600 Fr.) konnten die Aufzuchtbetriebe (Tabelle 2) ihre Rohleistung weniger stark erhöhen. Der Grund für das überraschende Ergebnis liegt in der um 17 % ausgedehnten Milchmenge der Milchbetriebe und in den stärker gestiegenen Direktzahlungen. Die Milchbetriebe profitieren von der Aufstockung des Tierbestandes und von den höheren Beitragssätzen für Milchkühe. Die Fremdkosten der Milchbetriebe in der Bergregion betragen im Mittel der

Die wirtschaftliche Entwicklung der Milch- und Aufzuchtbetriebe verläuft in der Bergregion unterschiedlich. Bild: AMW, Winterthur

Jahre 2009/10 134 800 Fr. und liegen 22 700 Fr. (21.8 %) über dem Mittel von 2003/04 (Tabelle 1). Die Aufzuchtbetriebe weisen insgesamt 15 900 Fr. (15.5 %) höhere Fremdkosten aus, wobei rund die Hälfte der Kostensteigerung auf eine Zunahme der Sachkosten Tierhaltung entfällt. Wie bei den Milchbetrieben (+ 20.9 %) steigen die Kosten für Kraftfutter bei den Aufzuchtbetrieben (+ 25.0 %) trotz tieferer Futtermittelpreise markant an. Die Kraftfutterintensität (Kraftfutter pro GVE) steigt bei den Aufzuchtbetrieben um knapp 16 % an, während diese bei den Milchbetrieben lediglich um 7 % zunimmt. Insgesamt erhöht sich die Streuung der Fremdkosten bei den Milchbetrieben von 2003/04 bis 2009/10 leicht (das Streuungsmass nimmt um 0.19 zu), bei den Aufzuchtbetrieben reduziert sie sich minimal (– 0.04). Die landwirtschaftlichen Einkommen sinken bei beiden Betriebstypen, da die steigenden Kosten durch die zunehmende Rohleistung nicht vollständig kompensiert werden. Während die Einkommen der Milchbetriebe von 3 2012 · UFA-REVUE


PROFILAIT MANAGEMENT Tabelle 1: Resultate der Verkehrsmilchbetriebe 2003/2004 Mittel 1. Quartil 3. Quartil Landwirtschaftliche Nutzfläche ha 19.0 12.6 23.1 GVE GVE 20.6 15.1 25.0 Rohleistung Fr. 164 800 119 400 194 200 Fremdkosten Fr. 112 100 78 500 137 800 Betriebseinkommen Fr. 67 000 43 700 82 800 Landwirtschaftliches Einkommen Fr. 52 700 35 000 68 900 Arbeitsverdienst/FJAE Fr./FJAE 32 900 19 600 42 000 Ausserlandwirtschaftliches Einkommen Fr. 19 200 6 700 28 600 Gesamteinkommen Fr. 72 000 53 400 86 700 Mittelwert und Quartile sowie Streuungsmass (3. Quartil dividiert durch 1. Quartil)

3.Q/1.Q 1.82 1.66 1.63 1.76 1.90 1.97 2.14 4.28 1.62

Mittel 19.8 23.2 185 100 134 800 66 300 50 200 30 600 23 800 74 100

2009/2010 1. Quartil 3. Quartil 13.6 24.1 16.5 28.2 125 300 227 500 88 400 172 200 38 700 84 400 26 800 64 800 16 800 40 200 7 500 36 200 51 600 91 100

Mittel 18.0 17.8 152 800 118 900 45 700 33 900 19 200 58 400

2009/2010 1. Quartil 3. Quartil 12.1 22.2 13.3 20.8 109 800 184 900 84 600 143 900 25 000 61 100 17 400 49 400 8 700 25 900 37 900 70 600

3.Q/1.Q 1.77 1.71 1.82 1.95 2.18 2.42 2.39 4.83 1.76

Veränderung 2003/04 ➠ 2009/10 Mittel 3.Q/1.Q 0.80 – 0.05 2.60 0.05 20 300 0.19 22 700 0.19 – 700 0.28 – 2500 0.45 – 2300 0.25 4600 0.55 2100 0.14

3.Q/1.Q 1.83 1.56 1.68 1.70 2.44 2.84 2.98 1.86

Veränderung 2003/04 ➠ 2009/10 Mittel 3.Q/1.Q 1.1 – 0.04 1.3 0.04 9 600 0.02 15 900 – 0.04 – 4 200 0.42 – 6 300 0.85 – 5 200 0.49 – 2 000 0.10

Tabelle 2: Resultate der Aufzuchtbetriebe 2003/2004 Mittel 1. Quartil 3. Quartil Landwirtschaftliche Nutzfläche ha 16.9 11.4 21.4 GVE GVE 16.5 12.4 18.9 Rohleistung Fr. 143 200 103 200 171 000 Fremdkosten Fr. 103 000 71 400 124 000 Betriebseinkommen Fr. 49 900 31 800 64 200 Landwirtschaftliches Einkommen Fr. 40 200 25 700 51 100 Arbeitsverdienst/FJAE Fr./FJAE 24 400 14 200 35 400 Gesamteinkommen Fr. 60 400 43 200 75 900 Mittelwert und Quartile sowie Streuungsmass (3. Quartil dividiert durch 1. Quartil)

2003/04 bis 2009/10 um 2500 Fr. (4.7 %) auf 50200 Fr. sinken, verdienen die Aufzuchtbetriebe 6300 Fr. (15.7 %) weniger (Tabelle 2). Kritisch ist, dass sich die Einkommensschere vor allem bei den Aufzuchtbetrieben, welche bereits 2003/04 tiefe Einkommen und Arbeitsverdienste aufwiesen, weiter öffnet. So nimmt das Streuungsmass bezüglich des landwirtschaftlichen Einkommens um 0.85 zu, während die wirtschaftlich besser gestellten Milchbetriebe nur eine Zunahme von 0.45 aufweisen. Diese Entwicklung trifft auch für den Arbeitsverdienst zu. Das Streuungsmass erhöht sich bei den Aufzuchtbetrieben von 2.49 in den Jahren 2003/04 auf 2.98 (2009/10). Damit liegt im Mittel der Jahre 2009/10 der Arbeitsverdienst der Betriebe im besten Viertel um mindestens das Dreifache über dem der Betriebe im untersten Viertel. Die abnehmenden Einkommen aus der landwirtschaftlichen Produktion werden durch steigende ausserlandwirtschaftliche Einkommen kompensiert. Die Bedeutung der ausserlandwirtschaftlichen Tätigkeit hat bei den MilchUFA-REVUE · 3 2012

3.Q/1.Q 1.87 1.52 1.66 1.74 2.02 1.99 2.49 1.76

und bei den Aufzuchtbetrieben stark zugenommen (Milch: + 4600 Fr. respektive + 23.8 %; Aufzucht: + 4300 Fr. respektive 21.2 %).

Fazit Die wirtschaftliche Entwicklung der Milch- und Aufzuchtbetriebe in der Bergregion verläuft von 2003 bis 2010 unterschiedlich. Beide Betriebstypen weisen sinkende landwirtschaftliche Einkommen aus, die Abnahme ist bei den Aufzuchtbetrieben aber ausgeprägter als bei den Milchbetrieben. Dies führt dazu, dass die Aufzuchtbetriebe ihr Gesamteinkommen trotz stark steigenden Nebeneinkommen nicht zu steigern vermochten. Zudem nimmt die Streuung der Einkommen aus der landwirtschaftlichen Produktion bei beiden analysierten Betriebstypen deutlich zu. Aus der Verteilung der Betriebe – Aufzuchtbetriebe wirtschaften mehrheitlich in den Bergzonen III und IV, Milchbetriebe vor allem in der Bergzonen II – lässt sich schliessen, dass sich die wirtschaftliche Situation in der Bergzone II günstiger entwickelt als in den Bergzonen III und IV.

Der Vergleich der Streuungsmasse für die betrachteten Messgrössen zeigt, dass innerhalb einer Betrachtungsperiode die Streuung bei den Rohleistungen deutlich geringer als beim landwirtschaftlichen Einkommen und beim Arbeitsverdienst ist. Gleichzeitig öffnet sich die Schere zwischen den erfolgreichen und den weniger erfolgreichen Betrieben im Zeitverlauf beim landwirtschaftlichen Einkommen wesentlich stärker als bei den Rohleistungen und den Fremdkosten. 䡵

Autoren Andreas Roesch ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART. Christian Flury leitet das Forschungsprogramm AgriMontana. Die in AgriMontana eingebettete Analyse beruht auf den zentralen Buchhaltungsauswertungen der Jahre 2003 bis 2010. Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART, Agrarökonomie und Agrartechnik Tänikon 1, 8356 Ettenhausen

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Mehr als ein Maschinenring MR ZUGER BERGGEBIET Eine Gruppe von Zuger Jungbauern liess sich 1988 bei einem Besuch von Betrieben im Vorarlberg mit Flachsilos befüllt durch den Maschinenring begeistern. Bereits ein Jahr darauf erstellten die Jungbauern die ersten Traunsteiner Flachsilos im Zuger Berggebiet.

Jeder beteiligte Betriebsleiter spezialisierte sich im Maschinenring Zuger Berggebiet auf ein Glied der Silierkette – Mähen – Zetten/ Schwaden – Einführen – Walzen und verkaufte überflüssige Maschinen. Statt in aufwendiger einzelbetrieblicher Arbeit mit Silieren über mehrere Tage, silierten drei Betriebe an einem Tag den gesamten 1. Schnitt. Heute, 23 Jahre nach der Gründung, umfasst der Maschinenring 140 Mitglieder. Längst reichen seine Dienstleistungen weit über das Anbieten der Silierkette hinaus. Dank dem umtriebigen Geschäftsführer Fredy Abächerli und einem Vorstand, der neue Ideen mitträgt, stieg der Umsatz von 30 000 Fr. im Gründungsjahr auf über 2.5 Mio Fr.

Kerngeschäft Selbsthilfe Das eigentliche Kerngeschäft, als Selbsthilfeorganisation Maschineneinsätze zu vermitteln, trägt nur noch rund 13 % zum Umsatz bei. Geschäftsführer Fredy Abächerli relativiert diesen erstaunlich tiefen Anteil. Effektiv werde innerhalb des Maschinenrings deutlich mehr überbetrieblich zusammenarbeitet. Viele Bauern würden das heute direkt untereinander regeln. Für ihn ist das richtig, weil der Maschinenring eine Non-Profit-Organisation mit dem Ziel ist, in der Landwirtschaft die Maschinenkosten zu senken. Dass dies gelingt, kann Abächerli anhand dreier Betriebe belegen.

Kosten sparen Drei Betriebe wurden untersucht, gelegen in der Bergzone 1 mit teils starker Hanglage. Die durchschnittliche Fläche betrug 19.5 ha LN und die Betriebsleiter hielten im Mittel 17 Mutterkühe. Die EigenmeUFA-REVUE · 3 2012

Fredy Abächerli findet, dass es noch sehr viel Potenzial für die überbetriebliche Zusammenarbeit in der Schweizer Landwirtschaft gibt.

chanisierung war tief und bestand je Betrieb aus einem Traktor oder einem alten Transporter, Motormäher und einer Heuraupe. Die drei Betriebe sparten dank des Maschinenrings rund 600 Fr. pro ha und Jahr (Vergleichszahlen ART), jährlich machte das rund 12 000 Fr. weniger Mechanisierungskosten.

Leistungsfähig Damit eine Kostenreduktion gelingt, muss man konsequent sein. Einzelne müssen in moderne und leistungsfähige Maschinen investieren, wobei der Maschinenring eine ausreichende Auslastung gewährleistet. Die Maschinenkäufe koordinierte der Geschäftsführer des Maschinenrings.

Maschinenrings nachgegangen. Im Jahr 2009 leisteten 45 MR-Mitglieder über 23 000 Arbeitsstunden ausserhalb der Landwirtschaft. Auch bemüht sich Fredy Abächerli, neue Tätigkeitsfelder zu schaffen. Kompostieren im grossen Stil und Pflegearbeiten in Naturschutzgebieten gehören dazu. Neu besteht ein Projekt, in welchem auf kluge und umweltschonende Weise Hackschnitzel getrocknet werden sollen – eine Marktlücke. Er denkt auch an das Anbieten der Reinigung von Güllelagern für die Kontrolle oder der Pflege von Hochstammbäumen im Rahmen des Hochstammprojektes (Kirschen) im Kanton Zug.

Die Silierkette für Fahrsilos stand am Anfang des MR Zuger Berggebiet.

Fazit Es lohnt sich, das Potenzial für Einkommen Der Maschinenring ermöglicht nebst Kostensenkung auch Zeitgewinn. Dieser wird unterschiedlich genutzt. Oftmals wird einem Nebenerwerb auch durch die Vermittlung des

kostengünstige Arbeitserledigung auszuschöpfen. Leistungsfähige, den Bedürfnissen angepasste Maschinen sind im Einsatz und es ergeben sich zusätzliche Erwerbsmöglichkeiten für Bauern. 䡵

Autor Beat Gügler, Dipl. Ing. Agr. ETH, Warth (TG)

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CHF 1000.– Hans Vollenweider, Zwillikon Tel. 079 415 13 25

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Notstromgruppe, 220 Volt, neuwertig, für Alp, Fr. 230  044 761 32 19 Ladewagen Mengele Pico 220T, mit 7 Messer, sehr gut erhalten  052 743 12 69 oder 079 397 32 34 Belüftungsheu; Bio-Grassilageballen; MaiskolbenschrotSilageballen  077 472 26 18 Elektrosilogabel, für Grassilo, Entnahme im Hochsilo, Melkboy  041 480 28 36 Volvo V70, 4 x 4, alle Optionen, top Zustand, Fr. 9900  079 583 70 11 Heuschrote, mit Kabelrolle, S + M; Düngerstreuer, ca. 350 l, mit zwei Auswürfen, Fr. 150  079 812 98 66 Heurüstmaschinen, Kran- und Kleinmodel; Heuschrote, elektrisch, 220V und 380  079 678 81 49 Ladewagen Claas T300, Tiefgänger, sehr guter Zustand  041 493 01 62 Strohmühle Doldec, 15 PS, Elektromotor  041 493 01 62 Fortsetzung Seite 24 3 2012 · UFA-REVUE


KURZMELDUNGEN LANDTECHNIK Gras-Rundballen ohne Netze

«Zünslerschreck»

Die Bezeichnung «F&F»-System steht für eine neue Dualfolientechnik. Anstelle des Netzes werden die Ballen mit der neuartigen Mantelfolie «Baletite» gebunden. Zusammen mit der Wickelfolie «Silotite Pro» wird die Sauerstoffbarriere so um 40 % erhöht. Das war bei Quaderoder Netzballen mit 8 Lagen herkömmlicher Wickelfolie nicht annähernd erreichbar. Durch diese Technologie wird die 5-lagige «Silotite» beim Herstellungsprozess auf 19 % vorgedehnt und verdichtet. «Baletite» für Grasballen wird auf 15 % verdichtet. Die «Pro»-Technologie verleiht der Folie eine glattere Oberfläche und eine höhere Rückstellkraft. Siloballen, die mit dem F&F-System hergestellt werden, haben einen höheren Futterwert und werden beim Transport weniger beschädigt. Die Produkte werden in der Schweiz von den Firmen Läderach Agro AG und Baltensperger Farmtechnik vertrieben.

Beim «Zünslerschreck» von Knoche handelt es sich um eine kompakte Doppel-Vierkantwalze an einem ro-

Neubau bei Fliegl Fliegl-Agrartechnik, vor mehr als 35 Jahren aus einem Einmann-Betrieb entstanden, investiert kräftig und baut derzeit auf einem 30-ha-Gelände ein neues Werk. Die Inbetriebnahme des Neubaus soll mit einer Qualitäts- und Marktoffensive begleitet sein. Die neue Produktionshalle allein ist rund 400 m lang und bis zu 200 m breit. Je nach Bausegment überspannt das Dach in einer Höhe von 10 bis 25 m rund 6 ha Bodenfläche. Die Inbetriebnahme ist für anfangs 2013 geplant. Dann wird auch eine vollständig neue Lackieranlage für Lösemittellacke in Betrieb gehen, wo in zwei Spritzkabinen und einem Tauchbecken Teile bis zu einer Länge von 10 m sowie einer Breite und Höhe von jeweils 3m lackiert werden können.

busten Rahmen für Front- oder Heckanbau. Das Gerät führt eine leichte Erdbewegung aus. Dabei werden die Stoppeln effizient aufgeschlagen und zerkleinert, was den Larven des Maiszünslers den Lebensraum zerstört. Die Bearbeitung fördert zudem die Verrottung und wirkt einem Fusariumbefall nachhaltig entgegen. Eine hohe Flächenleistung bei ausgezeichneter Bodenanpassung sowie der geringe Kraftstoffbedarf machen den «Zünslerschreck», der in der Schweiz von der Firma Althaus vertrieben wird, zum interessanten System für Landwirte, Maschinenringe und Lohnunternehmer.

Neues «5400»er Modell von Massey Ferguson Mit dem Modell «5410» erweitert Massey Ferguson die «5400»er Reihe nach unten. Der Traktor, der an der Polagri-Messe in Polen erstmals gezeigt wurde, weist die gleichen Ausstattungselemente auf wie seine leistungsmässig stärkeren Geschwister der Reihe. Die Baureihe «5400» habe sich vor allem in Kombination mit einem Frontlader im Markt bestens etabliert, heisst es bei Massey Ferguson. Deshalb erweitere man diese Baureihe mit dem 75 PS starken «MF 5410» nach unten und könne so hochwertige Technik auch im Segment zwischen 70 und 80 PS anbieten. Als Motor kommt ein UFA-REVUE · 3 2012

4-Zylinder Aggregat von Perkins mit 4.4 Litern Hubraum und mechanischer Einspritzung zum Einsatz (75PS, 210 maximales Drehmoment). Beim Getriebe setzt Massey Ferguson auf das bewährte, kupplungsfreie 16 x 16 «Dyna 4» mit Power-Control und optionalem Kriechgang. Äusserlich fallen die

einteilige Freisichthaube und die (optional mit Federung verfügbare) Low-Profile-Kabine (2.49 m Höhe) auf, die sich bei Hofarbeiten mit tiefen Durchfahrten bewährt haben. Mit dem erneuerten Power-ControlHebel auf der linken Seite des Steuerrads kann der Fahrer nicht nur die Richtung wechseln, sondern auch die Geschwindigkeit beeinflussen, ohne die Kupplung betätigen zu müssen. Die Hubkraft im Heck (mit EHR) beträgt 4300 kg. Für die meisten Arbeiten dürfte die Hydraulikleistung des Zweipumpensystems von 42 l/min in Addition mit 57 l/min ausreichend sein.

Neue Heckmähwerke Pöttinger hat sich beim Anbau der Heckmähwerke die Benutzerfreundlichkeit zu Herzen genommen und diese mit der hydraulischen Unterlenkerwippe massgeblich verbessert. Die Hubwerksstreben müssen nie mehr verstellt werden, die Anpassung der neuen «Novacat 402» und «442» Heckmähwerke an das Traktorhubwerk erfolgt hydraulisch vom Traktorsitz aus. Mit dieser hydraulischen Unterlenkerwippe lässt sich der Anbaubock immer in die waagrechte Position bringen – unabhängig von der Geometrie des Traktorhubwerks. Für den Transport wird das Mähwerk um 90° über einen doppelt wirkenden Zylinder nach hinten geschwenkt. Der doppelt wirkende Zylinder der Rückschwenkung dient zugleich auch als Anfahrsicherung. Während des Mähens werden die

Heckmähwerke mittels eines einfachwirkenden Steuergerätes in die Vorgewendeposition gebracht. Die spezielle Aushebung sorgt für eine hohe Bodenfreiheit im Vorgewende (mindestens 50 cm innen). Ein kleiner Zusatzzylinder fixiert die Mäheinheit in der Vorgewende- wie auch in der Transportposition und verhindert so ein Durchpendeln der Mäheinheit. Die beiden neuen Mähwerke lassen sich hydraulisch entlasten, was sich mit den Doppelzylindern feinfühlig einstellen lässt. Am Mähwerksrahmen ist ein Manometer angebracht, auf dem sich der Entlastungsdruck leicht ablesen lässt.

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 19


STALLBAU & -TECHNIK LANDTECHNIK

Hauptaugenmerk auf die 20 % SPEZIELL ZU BETREUENDE KÜHE sind auf automatisierten Betrieben für den grössten Anteil der Arbeit verantwortlich. Ein gezieltes Stallkonzept mit Selektionsmöglichkeiten, ein passendes Melksystem sowie eine strikte Arbeitsplanung erleichtern das Management. Wie das in der Praxis konkret aussehen kann, zeigen drei Betriebe aus Deutschland, Holland und Schweden.

1 • Das Abhängen der Melkbecher erfolgt viertelspezifisch anhand des Milchflusses. 2 • Ein Roboterarm bedient bis zu fünf Melkboxen. 3 • Wird die gesamte Melktechnik in einem Zentrum zusammengefasst, ist der Arbeits- und Energieaufwand geringer.

Über 10 000 Landwirtschaftsbetriebe melken heute mit einem Roboter. Für den Erfolg eines automatischen Melksystems (AMS) ist das Managen der «Special needs»-Kühe von entscheidender Bedeutung. Es handelt sich um Frischmelker, kranke oder abkalbende Tiere. Rund 20 % einer Herde verursachen auf automatisierten Betrieben etwa 80 % der Arbeit, wird gesagt. Anlässlich einer Presseveranstaltung von GEA Farm Technologies stellten Praxisbetriebe, die alle Laktationsleistungen von über 8000 kg ausweisen, ihr AMSSystem und Herdenmanagement vor.

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Konzentration aufs Wesentliche Bloss 23 h pro Kuh wendet Milchproduzent Elström aus Laholm (Schweden), inklusive Galtkuh-, Jungviehbetreuung und Büroarbeit, pro Jahr auf. Die Bewirtschaftung seiner 310 ha Fläche hat Mikael Elström ausgelagert, um sich mit den zwei Angestellten ganz aufs Management der 225 Holsteinkühe konzentrieren zu können. Der Betriebsleiter legt Wert darauf, für die Tierbeobachtung und Datenanalyse genug Zeit einzuplanen, handelt es sich doch um einen wesentlichen Erfolgsfaktor beim automatischen Melken (siehe Kasten).

Stroh- und Separationsbereich Der Stall ist in einen Liegeboxen-, Fütterungs-, Warte-, Separations- und Strohbereich gegliedert. Gemolken wird mit einem «Mlone» (vier Boxen). «Zu einem AMS passt eine automatisierte Fütterung; frisches Futter motiviert die Kühe, einen Durchgang durchs Melkzentrum zu unternehmen», stellt Mikael Elström fest. Bewusst lässt er das Futter von einem Roboter drei Mal pro Tag vorlegen. 20

«Mlone»: Ein Arm für viele Boxen Mit dem «Mlone» stellt GEA Farm Technologies das Konzept des Melkzentrums in den Mittelpunkt. Zu den von der Firma erwähnten Vorteile gehören kurze Arbeits-, Milchund Wasserleitungswege sowie das erleichterte Melken von Kühen mit «Special needs». Zitzenerkennung mit 3-D-Kamera Bis fünf Boxen können mit einem Roboterarm bedient werden, wodurch bei vielen melkwilligen Kühen etwas Zeit verloren geht. Wiederum Zeit aufgeholt wird, weil die Zitzenreinigung und das Stimulieren in den Melkbecher integriert sind und in einem Arbeitsgang erfolgen. Die Zitzenerkennung geschieht mit einer 3-D-Kamera, das Anhängen der Melkbecher druckluftgesteuert. Ist ein Viertel leer, wird es separat abgehängt. Nach jedem Melken werden die Becher gespült. Dippen ab Boden steht als Option zur Verfügung. Behandlungen, das Trockenstellen und Anmelken sind direkt in der Melkbox möglich, ohne dass dabei der Roboterarm im Weg steht. Drei Servicestufen GEA Farm Technologies bietet drei Servicestufen mit unterschiedlicher Betreuungsintensität an. Es gibt eine Hotline, die 24 Stunden im Tag erreichbar ist. Über eine geschützte Internetleitung im «DairyPlan» hat GEA Farm Technologies Zugang zu jedem «Mlone» auf der Welt, so dass Software-Updates heraufgeladen werden können. Innen komplett anders als Titan Seit der Vorstellung des Prototyps an der «EuroTier» 2008 wurde der Mlone laufend optimiert. Er ähnelt dem Vorgängermodell «Titan», für den GEA eine Lizenz erworben hatte, nur noch aussen. Standardbauteile wie «StimoPlus», Milchmengenmessung, -transport, Melksteuergerät, «VoD» (Vakuum bei Bedarf) stammen aus der bekannten «WestfaliaSurge» Melk- und Vakuumtechnik. «Mit der Lancierung in der Schweiz wollte ich warten, bis das Verkaufsmodell sich in der Praxis bewährt hat – nun ist es soweit», ist Geo Ferrari, Geschäftsführer von GEA Farm Technologies Schweiz, überzeugt. Bis jetzt wurden weltweit rund 157 «Mlone» mit 312 Melkboxen verkauft. 3 2012 · UFA-REVUE


STALLBAU & -TECHNIK LANDTECHNIK Neulich gab es grosse Gras- und Maissilageerträge und der Anteil dieser Komponenten in der Ration wurde auf Kosten der Ergänzungsfutter ausgedehnt. Prompt musste ein Rückgang der Melkungen auf 2.4 pro Tag registriert werden, worauf die Ration wieder energiereicher gestaltet wurde. Die individuelle Kraftfutterzuteilung erfolgt im Roboter.

Kuh-Fressplatz-Verhältnis 2 zu 1 Die Familie Neuvy aus Kevelaer-Wetten (Deutschland) hält 140 Kühe und hat 2010 drei «Mlone»-Boxen ausserhalb des bestehenden Boxenlaufstalls in Betrieb genommen. Die Fütterung ist auf zwei Leistungsgruppen ausgerichtet. Am Futtertisch werden zirka 78 %, am Roboter rund 22 % der Trockensubstanz verabreicht. Das Kuh-FressplatzVerhältnis beläuft sich auf 2 zu 1, was verschiedentlich für Roboterbetriebe empfohlen wird, um einen hohen Verkehr zu gewährleisten.

Genug Platz für Selektion Pro Kuh und Tag erreicht der Betrieb Neuvy denn auch gute 2.8 Melkungen. Es wird auf eine Vorselektion der melkberechtigten Kühe gesetzt, damit vor dem Roboter keine Zeit verloren geht. In der Nachselektion werden auffällige Tiere ausgesondert oder Kühe für Behandlungen und Besamungen in den Selektionsbereich (für 8 bis 10 Kühe) geführt. «Wenn man bedenkt, dass wir 8 % der Herde selektieren, so muss auf unserem Betrieb der Selektionsbereich noch vergrössert werden», stellt Betriebsleiter Andreas Neuvy fest. 5 bis 7 % der Tiere – neue, kranke, lahme oder alte – müssen manuell zum Melken geführt werden. Umgang mit Frischmelkern In einem separaten Abkalbestall gewöhnen sich Frischmelker auf dem Betrieb Verstraten aus Westerbeek (Holland) ans Fressen in der Futterstation (Stallplan). Direkt nach dem Abkalben werden die Frischmelker an den Melkroboter herangeführt, gemolken und im Separationsstall gehalten. Dort bleiben sie so lange, bis sie sich an den «Mlone» (zwei Boxen) gewöhnt haben und selbstständig zum Melken kommen. Das dauert ein bis zwei Wochen. UFA-REVUE · 3 2012

Futterstation mindert Azidoserisiko Die Fütterung der 100 Kühe ist bei Verstratens in den ersten 160 Laktationstagen auf 27 kg Milch ausgelegt. Der Rest wird durch Kraftfutter über den Melkroboter sowie die Futterstation im Laufstall tierindividuell zugeteilt. Nach den 160 Tagen erfolgt eine Reduktion auf ein Milchproduktionspotenzial von 20 kg, wobei Eiweisskonzentrat über den Melkroboter sowie Kraftfutter über die Futterstation und den Roboter verabreicht werden. Die zusätzliche Futterstation ermöglicht es bei hohen Leistungen, das Azidoserisiko zu reduzieren, da im Melkstand pro Minute maximal 300 g und pro Besuch maximal 2 kg pelletiertes Kraftfutter aufgenommen werden dürfen.

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management die Aktivitätslisten beziehungsweise Eutergesundheit kontrolliere. Danach kommen Servicearbeiten wie der Filterwechsel und das Überprüfen von Reinigungs- und EutersprayMitteln sowie des Vakuumpumpenöls. Bei der Boxenpflege werden Kühe mit

Skizze des Stalls Verstraten: A · Bereich für speziell zu betreuende Tiere B · Separationsbereich C · Mlone (zwei Boxen) D · Wartebereich E · Fressbereich 1 F · Fressbereich 2 G · Ruhebereich 1 H · Ruhebereich 2

Risiken eines Melkroboters Beim Entscheid für ein Melksystem gilt es, «nicht nur dem Trend hinterher zu laufen, sondern zu schauen, was auf den Betrieb passt», betont Jan Harms, der sich am Institut für Landtechnik und Tierhaltung in Grub (D) intensiv mit Melksystemen befasst. Neben durchschlagenden Vorteilen wie einer erhöhten Zeiteinteilungsflexibilität, mehr Daten zu Einzeltieren und weiteren technischen Möglichkeiten gibt es bei der Anschaffung eines Melkroboters auch Risiken: • Sind die Investitions- und die jährlichen Folgekosten tragbar? • Kann die gewonnene Zeit wirtschaftlich sinnvoll genutzt werden? • Besteht Rufbereitschaft bei technischen Problemen? • Hält die Ausbildung des Betriebspersonals mit? • Werden die Daten aus dem Herdenmanagementprogramm richtig genutzt?

Mit Weidegang vereinbar Von Mitte Juni bis Mitte Oktober gehen die Kühe des Betriebs Vertraten täglich rund 9 h auf die Weide. Die Nachselektion wird genutzt, um die Tiere nach Laktationstagen zu teilen, auch die Selektion für den Weidegang erfolgt hierüber. Trotz Weidegang befindet sich die Melkleistung im Soll. «Wir erreichen pro Tag 2.7 Melkungen à je 11 kg», erklärt Jos Verstraten. Pro Box und Tag werden 1350 kg Milch gemolken. Bei höherem Weideanteil ist das Problem, dass sich – je nach Distanz zum Stall – manchmal mehrere Tiere gemeinsam melken lassen wollen. Wichtig sind genügend Melkboxen.

Strikter Arbeitsplan Wie sieht ein typischer Arbeitstag auf dem gut laufenden Betrieb Verstraten aus? «Mein Tag fängt gegen 7 Uhr an. Zuerst werden die frisch melkenden sowie kranken Tiere gemolken und die Kälber gefüttert, worauf ich über das Herden-

hohen Zwischenmelkzeiten zum Roboter ‹mitgenommen›. Am Nachmittag kümmere ich mich um die Fütterung und die Sägemehl-Einstreu auf den Wasserbetten in den Boxen. Kurz vor dem Schlafengehen mache ich noch einen letzten Kontrollgang», fasst Jos Verstraten zusammen. 䡵

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee. Dieser Artikel entstand anlässlich eines Presseevents von GEA Farm Technologies: • Hauptsitz: Bönen (Deutschland) • Entstand 2008 aus «WestfaliaSurge» • Gehört zur GEA Group • Neuer CEO: Ulrich Hüllmann • 2100 Angestellte • 447 Mio. Euro Jahresumsatz www.gea-farmtechnologies.com/ch/de

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LANDTECHNIK

Exakt und emissionsarm AUSBRINGEN VON HOFDÜNGERN «Von der Entsorgung zur exakten und emissionsarmen Ausbringung» – auf diese Kurzformel lässt sich die Entwicklung der Hofdüngertechnik der letzten Jahre kurz zusammenfassen. Der Wert von Hofdüngern wird heute wieder mehr geschätzt, gerade auch in Ackerbauregionen.

Vorteile des Schleppschlauchs ist die hohe Verteilgenauigkeit sowie die bodennahe und geruchsarme Ablage der Gülle.

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Das Ausbringen von Hofdüngern, sogenannt organischen Düngern, steht heute wieder verstärkt in der Diskussion. Einerseits wird deren betriebswirtschaftlicher und pflanzenphysiologischer Wert vermehrt geschätzt, anderseits sind es Umweltanliegen, die zu einem Fokus auf die Wirtschaftsdünger führen. Gülle weist eine für viele Kulturen günstige Nährstoffzusammensetzung auf, sorgt für die Zufuhr von Mikro- sowie Makronährstoffen und beeinflusst den Humusgehalt positiv. Nachteilig ist, dass die Nährstoffgehalte einer grossen Schwankung ausgesetzt sind und sogar innerhalb eines Lagerbehälters stark differieren können. Mit einer Homogenisierung durch angepasstes Aufrühren kann zumindest der letztgenannte Punkt korrigiert werden.

Gehalte

kennen Mit

blossen Faustzahlen für Güllegehalte kann des-

halb – vor allem im Ackerbau – keine Düngungsplanung gemacht werden. Neben den Laboruntersuchungen bietet sich heute auch ein Schnelltest mit dem von der Universität Bonn entwickelten «Quantofix»-Gerät an. Dieses Gerät kann allerdings nur den pflanzenverfügbaren Stickstoff bestimmen. Mehr Möglichkeiten bieten zwei andere Methoden, mit denen die Gehalte von Stickstoff, Phosphor und Kalium bei der Ausbringung, also quasi «online», bestimmt werden können. Eine erste Methode berechnet die Gehalte auf Basis der Leitfähigkeit der Gülle. Dazu muss aber das aktuell-spezifische Verhältnis der einzelnen Nährstoffkonzentrationen zueinander bekannt sein. Zudem sind die entsprechenden Geräte nicht «Temperatur kompensiert», das heisst, die Proben sollten immer die gleiche Temperatur aufweisen. Eine zweite Methode macht sich die Nahinfrarotspektroskopie-Technik (NIR) zu Nutze. Foto-Dioden messen in einem Spektroskop die Intensität eines von einer Halogenlampe ausgehenden, vom

Der Schleppschuhverteiler ist ein kostengünstiger Kompromiss zwischen Schleppschlauch und Injektor, öffnet den Pflanzenbestand und die Gülle wird direkt im Boden abgelegt.

Güllestrom reflektierten und in seine Farbspektren zerlegten Lichts. Mittels Referenzanalysen können die aufgenommenen Lichtspektren dann direkt mit den Gehalten in eine Beziehung gesetzt werden. Beide Methoden werden heute als erforscht betrachtet, Problemzone bleibt allerdings der überaus grosse Aufwand für die Kalibrierung der Messgeräte. Weiter stellt sich die Frage, wie schnell nach einer Messung die Ausbringmenge entsprechend (via Fahrgeschwindigkeit und/oder Volumenstrom) reguliert werden kann. Diesbezüglich sind die Systeme noch nicht praxisreif.

Lagerung Damit

Gülle sowohl pflanzen- wie terminverträglich ausgebracht werden kann, sind entsprechend grosse Lagerkapazitäten nötig. Ist der geeignete Ausbringungstermin gekom3 2012 · UFA-REVUE


LANDTECHNIK men, so muss die Gülle homogenisiert werden, damit sich die Nährstoffkonzentrationen nicht von Fass zu Fass ändern. Eine weitere Aufbereitung (Separierung) macht dort Sinn, wo Nährstoffüberschüsse effizient abtransportiert werden müssen. Eher zurückhaltend sollte man mit diversen Güllezusätzen operieren, weil der Nutzen nicht bei allen wirklich belegt ist. Ausnahme bilden Produkte wie der Stickstoffstabilisator «Piadin» (siehe Kasten auf Seite 24), dem verschiedene, neutrale Untersuchungen einen positiven Effekt bescheinigen.

Beim Ausbringen werden an die Technik heute vielfältige Anforderungen gestellt. So gilt es, die Umweltanliegen bezüglich der Ammoniakemissionen oder des Austrags von Phosphaten zu berücksichtigen. Dann sollte die Verteilgenauigkeit in Längs- und Querrichtung möglichst exakt sein, sowohl bezogen auf die Güllemenge, als auch auf die Menge der einzelnen Nährstoffe. In diesem Zusammenhang ist auch ein einfaches oder gar automatisches Einstellen der Verteilmenge von Interesse. Weiter steht der Wunsch im Raum, die Nährstoffe genau dann zu applizie-

ren, wenn die Pflanze sie auch benötigt. Dies setzt eine Technik voraus, die sowohl in einem Pflanzenbestand als auch vor der Saat eingesetzt werden kann. Zunehmende Transportvolumina und schwere Technik stehen zudem oft im Widerspruch mit den Anliegen des Bodenschutzes.

Emissionsreduktion Ein wichtiges Anliegen ist heute die Reduktion von Ammoniak. «Der Stickstoff soll in den Boden und nicht in die Luft» ist eine Forderung, bei der sich Umweltschützer, Pflanzenbauer und Betriebswirtschafter wohl einig sind. Differenzen entstehen am ehesten bei der konkreten und finanzierbaren Umsetzung. In Holland besteht schon seit einiger Zeit die Pflicht, ausgebrachte Gülle auf offener Ackerfläche sofort einzuarbeiten. Deutschland hat für dieses Jahr dies ebenfalls gesetzlich vorgeschrieben, lässt dazu aber eine Frist von vier Stunden zu. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Hauptemission nicht während der Flugphase der Gülle, sondern in den ersten Stunden am Boden erfolgt. Das Einarbeiten im Acker gemäss der Devise «so flach wie möglich

und so tief wie nötig» bringt dann auch die besten Ergebnisse mit Reduktionen von 80 % und mehr.

Mit dem Injektor wird die Gülle optimal verteilt und äusserst geruchsarm in den Boden gebracht.

Ausblick Die Technik für das Ausbringen von Hofdünger wird sich weiter entwickeln. Der Lohnunternehmer oder die überbetriebliche Zusammenarbeit werden bei diesen Arbeiten vermehrt an Bedeutung gewinnen, damit die Anschaffungskosten für die entsprechende

Tabelle 1: Ausbringtechniken im Überblick System

Prallkopf, Schwenkverteiler ++ ++ ++ –/– – –/O + ++ O O Für Eigenmechanisierung, gezogene Fässer, eher bei geringen Ausbringmengen/Jahr, Ausbringung im Grünlandbestand nur unmittelbar nach der Futterernte.

Schleppschlauch

Schleppschuh (federbelastet), Schlitzschuh Preis O O/– Arbeitsbreite ++ O Gewicht +/O O/– Ammoniakemission O/+ O/+ Geruchsemission +/O +/O Phosphataustrag O O Verteilgenauigkeit + + Futterverschmutzung O O Narbenschäden O O Ätzschäden O O Eignung Für Eigenmechanisierung Für Eigenmechanisieund überbetrieblichen rung, gezogene Fässer Maschineneinsatz, oder Verschlauchung, Ausbringung im Bestand gezogene Fässer, Kombimöglich, Einsatzbereich nationsgerät «Grünland v.a. im Ackerbau, im und Ackerbau», im Grünland mit verdünn- Grünlandeinsatz auf ter Gülle/Gärrest, «angewachsenen» eingeschränkte TaugBeständen, nur bedingt lichkeit bei TS- und hangtauglich. faser-reicher Gülle/ Gärrest. Zeichenerklärung: ++ sehr günstig; + günstig; O durchschnittlich; – Tendenz zu ungünstig; – – ungünstig

Injektor, Schlitzgerät –– O/– – ++ ++ ++ ++ ++ O/– + Für überbetrieblichen Maschineneinsatz, hoher konstruktiver Aufwand an gezogenen Fässern, daher für Selbstfahrer geeignet, zulässiges Gesamtgewicht beachten, nicht unbedingt hangtauglich.

Scheiben-/Federzinkenegge, Güllengrubber O –– O ++ ++ ++ ++

Für Eigenmechanisierung oder überbetrieblichen Maschineneinsatz im Ackerbau, mit zunehmender Arbeitsbreite nimmt der konstruktive Aufwand zu und somit der Zugkraftbedarf, daher für Selbstfahrer geeignet.

Quelle: Stefan Neser, Bayrische Landesanstalt für Landwirtschaft, Freising

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LANDTECHNIK Technik breiter abgewälzt und so in der Gesamtheit ďŹ nanzierbar bleiben. Um die Bodenbelastung zu verringern, sind nicht nur Niederdruckreifen in Verbindung mit Reifendruckregelanlagen gefragt, es ist auch Ăźber eine Trennung von Transport und Ausbringung nachzudenken. Vor allem bei grĂśsseren Distanzen macht dies durchaus Sinn. Wird ab Feldrand verschlaucht, so verringert sich das Problem der Bodenbelastung nochmals. Allerdings steigt der Planungsaufwand fĂźr die gesamte Logistik. Die Reduktion von Emissionen wird auch kĂźnftig ein Erfordernis bleiben. In Dänemark wird das Ansäuern der GĂźlle – unmittelbar vor dem Austrag – intensiv diskutiert (ÂŤSyre-NÂť-System), soll doch GĂźlle bei einem pH-Wert von unter 5 fast kein Ammoniak mehr entweichen lassen. Ob jedoch der an der Fronthydraulik mitgefĂźhrte Schwefelsäure-Tank hinsichtlich der Gefahrengutverordnung gesetzeskonform ist, bleibt fraglich.

Hofdßnger gezielt aufwerten Problem LÜsung • Hoher Ammoniumgehalt • Stabilisieren der Gßlle – Landor Piadin • Schwimmschicht auf der Gßlle • Microbactor in die Gßlle einrßhren • Starke Geruchsbelastung durch die Gßlle • Hasorgan MC in die Gßlle einmischen • Mangelnde Verrottung vom Mist • Hasolit B Pulver streuen • Hoher Schwefelbedarf von Grßnland • Landor Schwefel in die Gßlle mischen • Fehlende Spurenelemente im Grßnland • Bio-lit einblasen Genauere Informationen erhalten Sie beim Beratungsdienst der Landor:  0800 80 99 60

Aus den USA kommt der Trend, mit dem dort häuďŹ g praktizierten ÂŤStrip-TillageÂť-Verfahren (Streifen-Bodenbearbeitung) auch gleich die GĂźlle (zum Teil als Unterfuss-DĂźngung) zu applizieren. An der Agritechnica in Hannover wurden im letzten November von verschiedenen Herstellern solche Geräte fĂźr den Einsatz in ReihenfrĂźchten präsentiert. Forschungs- und Entwicklungsbedarf besteht zudem bei der Nährstoffanalyse der GĂźlle und der darauf basierenden Applikation. Auch da sind erste, vielversprechende Prototypen vorhanden, bis zur Praxistauglichkeit sind jedoch noch viele Problemfelder zu bearbeiten. 

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Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur Die Grundlagen zu diesem Artikel stammen von der Tagung ÂŤLand.Technik fĂźr ProfisÂť des Vereins Deutscher Ingenieure, die Mitte Februar 2012 bei der Firma Fliegl in TĂśging am Inn (D) stattfand und dem Thema ÂŤTechnik fĂźr die organische DĂźngungÂť gewidmet war.

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KNOW-HOW

Pressen in neuen Dimensionen Die neuste Ballenpresse von Claas heisst «Quadrant 3300», garantiert höchste Pressdichte bei perfekter Ballenform und maximalem Durchsatz mit einem auf 90 x 120 cm ausgelegten Ballenformat. Das Erntegut wird von einem 2.35 m breiten Pick-up aufgenommen, der mit einer Nockenschaltkupplung gesichert ist. Der leistungsstarke Förderrotor ist mit Doppelzinken ausgestattet, um das Gut problemlos und schnell in die Vorkammer zu fördern. Der neue Pick-up nimmt besonders Kurzstroh noch besser

an. Das heisst: Mehr Leistung, bessere Futterqualität, weniger Staub im Futter. Die Presse besitzt ein neues Vorkammersystem, das automatisch oder durch den Fahrer gesteuert wird. So lässt sich je nach Schwadbreite immer das optimale Ergebnis erzielen. Die Raffersteuerung geschieht mit einer Kurvenscheibe, um eine optimierte Bewegung der Raffer im kurzen Zyklus und eine gleichmässige Befüllung der Vorkammer zu erreichen. Die langen Zyklen werden mit Hilfe eines Zylinders und einer Fächerwelle gesteuert. Mit Hilfe

des «Communicator» lässt sich die Vorkammerbefüllung aus der Traktorkabine über drei Stufen hydraulisch steuern. Die komfortable Kabinensteuerung spart Zeit und steigert die Effizienz der Maschine. Mit den neuen «Quadrant 3300» Pressen aus dem Werk im französischen Metz hat Claas jetzt insgesamt sechs Grosspackenpressen im Programm. Serco Landtechnik AG 4538 Oberbipp  058 434 07 07 www.sercolandtechnik.ch

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weise bis 28 m3 Volumen sind Zuverlässigkeit und Komfort inbegriffen. Beim Schneidwerk wird auf das bewährte System mit Einzelmessersicherung gesetzt: Egal, wo der Fremdkörper am Messer auftritt, die Auslösekraft ist immer konstant. Das Besondere bei Pöttinger ist das «Supermatic»-Ladesystem für futterschonendes Laden

durch mittig geteiltes Ladeaggregat und versetzte Förderschwingen. Mit der Komfortbedienung sind sämtliche Ladewagenfunktionen steuerbar. Das bewährte, verwindungsfähige Pick-up sorgt für saubere Futteraufnahme bei Grasnarben schonender Bodenanpassung. Der Kleinladewagen «Boss» ist bereits mit Traktoren ab 30 PS (22 kW) einsetzbar. Pöttinger AG, 5413 Birmenstorf  056 201 41 60 info@poettinger.ch www.poettinger.ch

Case-IH mit Zertifikat für Energie-Effizienz Das Case IH-Traktorenwerk in Racine (USA), in dem die «Magnum» Traktoren gefertigt werden, erhielt die Zertifizierung nach «ISO 50001» für Energiemanagement und reiht sich damit in einen kleinen Kreis von Unternehmen weltweit ein, die diese seltene Auszeichnung

bisher erhalten haben. «Diese Zertifizierung erfolgt in Anerkennung unserer Bemühungen für eine Verbesserung der Energie-Effizienz und des langfristigen Bekenntnisses zur Verringerung der Auswirkungen der Produktion auf die Umwelt», so Steve Tyler, Werksleiter in Racine. «Diese Zertifizierung ist zudem eine weitere Bestätigung der Weltklasse dieses Produktionswerks, auf die wir stolz sein können.» Das Werk Racine ist die Produktionsstätte der Serie «Magnum» von Case IH, die sich einer

grossen Nachfrage erfreut. Im vergangenen Jahr wurden rund 40 % der im Werk erzeugten «Magnum»-Traktoren exportiert. Das Werk stellt auch Getriebe und Achsantriebe für «Axial-Flow»Mähdrescher und «Module Express»-Baumwollerntemaschinen, Kabinen für «Patriot»-Sprühgeräte sowie Achsen und Ventile für die Traktorenserie «Steiger» her. Case Steyr Center 8166 Niederweningen  044 857 22 00 www.case-steyr-center.ch

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KURZMELDUNGEN PFLANZENBAU

Für höhere Rentabilität im Obstbau Strengere Vorgaben auf dem Obstmarkt und die zunehmende Konkurrenzsituation fordern die Obstproduzenten. Durch Verbesserung der Managementkenntnisse erhöhen sich ihre Chancen, weiter am Markt bestehen zu können. Wie aber können die geforderten Kompetenzen aufgebaut werden? Forscher, Berater und Treuhander arbeiten am gemeinsamen Ziel: Der Förderung von Managerfähigkeiten der Obstproduzenten. Anfang 2009 startete das Programm «Betriebsmanagement im Obstbau» als «Interreg IV»-Projekt. Acht Projektpartner aus BadenWürttemberg und der Schweiz haben beim Projektanstoss, bei der Akquirierung und Umsetzung zusammengearbeitet. Das Projekt wurde in verschiedene Teile gegliedert.

Neue Produkte bei Syngenta Syngenta hat kürzlich mehrere Zulassungen für neue Pflanzenschutzmittel erhalten. So sind mit «Modera» und «Axial One» zwei neue Getreideherbizide im Markt verfügbar und mit «Affirm» steht ein Insektizid zur Verfügung, das dank der Wirkstoffgruppe «Emamectinbenzoat» vollkommen neue Perspektiven im Kampf gegen die Schädinge wie Apfelwickler, kleiner Fruchtwickler, Schalenwickler und Frostspanner im Kernobstbau ermöglicht. Im Weinbau steht zudem mit «Pergado C» neu ein mit Kupfer (als Oxychlorid) angereichertes Fungizid gegen den falschen Mehltau bereit, das dank kombinierter Wirkungsweise einen sicheren Krankheitsschutz bieten soll. UFA-REVUE · 3 2012

Gemeinsam wurden neue Instrumente für die betriebswirtschaftliche Analyse entwickelt und Arbeitskreise mit Betriebsleitern und Obstbau-Experten organisiert sowie

Lösungen für aktuelle und Management relevante Themen erarbeitet. Zu den selbstständig nutzbaren Instrumenten gehören die von der Forschungsanstalt ACW entwickelten Excel-basierten Anwendungen «ArboPlus Parzelle», «ArboPlus Betrieb» und «Arbo-Plus Familie». Für Betriebe, die umfangreichere Analysen anstreben, wurde in einem Teilprojekt das «BMO Merging-Tool» entwickelt. Es ist ein Versuch, die Möglichkeiten einer Schlagkartei zu optimieren. Das Tool verarbeitet produktionstechnische und betriebswirtschaftliche Aufzeichnungen einer Schlagkartei mit Buchhaltungsdaten. Durch die Kombination beider Datenquellen können die Ergebnisse/Auswertungen präzisiert werden. Denn wie Erfahrungen zeigten, sind die Aufzeichnungen in der Schlagkartei oft mit Fehlern behaftet.

Mehrfachtolerante Sorten gewinnen an Bedeutung

Zuchtfortschritt angestrebt

In Deutschland haben mit den Zukkerrübensorten «Finola» (Rizomaniaund Nematoden-tolerant sowie blattgesund), «Susetta» (Rizomaniatolerant und blattgesund) und «Vivianna» (Rizomania- und Rhizoctoniatolerant) drei mehrfachtolerante die Zulassung erhalten.

Bayer CropScience und Texas AgriLife Research haben eine mehrjährige Vereinbarung über die Entwicklung und Vermarktung verbesserter Weizensorten unterzeichnet, mit dem Ziel, die Markteinführung neuer Sorten zu beschleunigen.

Stähler mit neuer Zulassung Das Herbizid «Dancor 70 WG» von Stähler hat vom Bundesamt für Landwirtschaft neu die Zulassung für den Einsatz bei Karotten (zwei Splits von 0.25 kg/ha vom Stadium Keimblatt bis 6-Blatt) und bei Spargeln (einmal pro Jahr mit 0.65 kg/ha) erhalten.

Transgener Anbau von Pflanzen nimmt weiter zu Der Anbau transgener Pflanzen nimmt weltweit rasant zu. 2011 wurden weitere 12 Mio. ha gepflanzt, was gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung von 8% entspricht. Gemäss einem Bericht der ISAAA (International Service for the Acquisition of Agri-biotech Applications) werden mittlerweile auf 160 ha transgene Pflanzen angebaut. Insgesamt sollen heute über 16 Mio. Landwirte in 29 Ländern (darunter 19 Entwicklungs-

länder und 10 Industrieländer) solche Pflanzen anbauen. Weiterhin führend im GVO-Anbau sind die USA mit geschätzten 69 Mio. ha. An zweiter Stelle rangiert Brasilien mit 30.3 Mio. ha vor Argentinien. Mit einer Steigerung von 20 % weist Brasilien die höchste Zuwachsrate auf. Weiter folgt Indien, wo transgene Pflanzen vor allem bei Baumwolle eingesetzt werden. Transgene Baumwolle ist auch in China ein Thema, so werden dort drei Viertel der Anbaufläche mit GVO-Sorten besiedelt. Ebenfalls starke Zuwachsraten weisen die Philippinen auf. Dort spielt vor allem der transgene Mais eine wichtige Rolle. Die Philippinen sind das einzige asiatische Land, in dem GVO-Mais angepflanzt wird. In Afrika sind es geschätzte 2,5 Mio. ha mit gentechnisch veränderten Pflanzen. Afrika spielt aber eine wichtige Rolle bei entsprechenden Feldversuchen.

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PFLANZENBAU

Rückstände vermeiden PFLANZENSCHUTZMITTEL müssen richtig eingesetzt werden, um Gewässerverunreinigungen zu vermeiden. Beispielsweise beim Zuckerrübenanbau kann mit einer Splittanwendung die Spritzung abgestimmt werden, dennoch ist für eine erfolgreiche Unkrautregulierung profundes Wissen über die Parzelle und viel Know-how Voraussetzung.

Pestizidrückstände werden oftmals in Gewässern nachgewiesen. Eine korrekte Dosierung und ein richtiger Umgang mit Gerätereinigung und Brüheresten sind unumgänglich. Foto: AMW, Winterthur

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Das Einhalten von Maximalmengen ist ein Beitrag zur Verminderung von Rückständen in Gewässern. Bei der Standardstrategie für die Unkrautbekämpfung bei Zuckerrüben kommen üblicherweise vier Hauptwirkstoffe zum Einsatz: Phenmedipham ist ein Blattwirkstoff während Chloradizon eine Wurzelwirkung aufweist. Ethofumesat entfaltet seine Wirkung vorwiegend über die Blätter und nur zu einem geringen Teil über die Wurzeln. Metamitron wirkt hauptsächlich über die Wurzeln und weniger über die Blätter. Mit der kombinierten Wirkung über Blätter und Wurzeln ist es möglich, die Behandlungsstrategie den Wetterverhältnissen und dem Unkrautbefall auf anzupassen.

Tabelle: Wirkstoffe

Bei der Unkrautregulierung von Zuckerrüben dürfen beim Ausbringen der Wirkstoffe die geltenden Maximaldosen pro Hektare und Jahr nicht überschritten werden. Diese Werte werden jedoch mit den normalen Behandlungsprogrammen üblicherweise nicht erreicht. In gewissen Fällen aber, wie in der langen Trockenperiode vom Frühling 2011, werden diese Maximallimiten bei einigen Produkten erreicht. Durch angepasste Splittbehandlungen in mehreren Durchgängen kann die Gesamtmenge der ausgebrachten Produkte tief gehalten werden. Einerseits kann so die Gefahr von Phytotox gebannt werden, andererseits wird mit einer Begrenzung der ausgebrachten Menge das Risiko einer Gewässerverunreinigung mit Herbiziden gesenkt.

Auf

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Gewässern reagiert die Bevölkerung sensibel. Auch ist unbestritten, dass die in Wasserproben festgestellten Rückstände zu einem guten Teil auch aus der Landwirtschaft stammen. Es liegt in der Verantwortung der Bauern, Massnahmen zu ergreifen, um eine Verunreinigung der Gewässer zu vermeiden. Dosierungen müssen unbedingt eingehalten und die Produkte sorgfältig und überlegt ausgebracht werden. Das Mischen der Brühmengen sowie die Reinigung von Sprühgeräten und Traktoren erfolgen üblicherweise auf

Jährliche Maximaldosen für verschiedene einfache Produkte zur Unkrautregulierung von Zuckerrüben. Produkte

Wirkstoffinhalt Maximaldosis g/kg oder g/l der Produkte/Jahr Metamitron Goltix Compact 900 4 kg Beta Omya 700 5l Bettix SC/WG 700 5 l oder kg Goltix SC/WG 700 5 l oder kg Sugaro Gamma 700 5l Metamitron 700 5 l oder kg Betron 700 5 kg Chloridazon Chloridazon DF 650 4 kg Jumper 650 4 kg Pyramin DF 650 4 kg Phenmedipham Beetup 157 5–6l Betam LG 157 5–6l Ethofumesat Sugaro Alpha 500 2.5 l S-Metachlor Dual Gold 960 1.3 l Dimethenamid Frontier-X2 720 1.4 l Lenacil Lenacil 800 0.4 l Vanzar 800 0.4 l Liste nicht abschliessend. Anwendungshinweise auf den Etiketten berücksichtigen. 3 2012 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU dem Hofplatz auf einer befestigten Fläche mit Ableitung in die Güllegrube. Überlaufende Tanks und das Spülwasser weisen einen erhöhten Gehalt an Rückständen von Pflanzenschutzmitteln auf und es besteht die Gefahr, dass sie Gewässer verunreinigen.

Der Frühling ist jene Jahreszeit, in der Pflanzenschutzmittel in den höchsten Konzentrationen festgestellt werden. Dies ist nicht weiter erstaunlich, da zwischen April und Juni die meisten Pflanzenschutzmassnahmen im Ackerbau durchgeführt werden. Je mehr gespritzt wird, desto mehr Rückstände können in den Wasserläufen nachgewiesen werden. Es ist unmöglich herauszufinden, ob diese Rückstände aus den Parzellen ausgewaschen werden oder von Oberflächen, auf denen Maschinen und Geräte befüllt und gereinigt werden, abgeflossen sind. Letzteres führt zu einer direkten Verschmutzung der Wasserläufe, denn es besteht für die Stoffe keine Möglichkeit, sich im Boden festzusetzen oder dort abgebaut zu werden. Der Effekt ist vergleichbar, wie wenn die Brühe direkt auf die Wasseroberfläche gespritzt würde.

Eine Reduktion der Rückstände in den Gewässern ist dringend notwendig und zwar aus ökologischen Gründen und zum Wohl der öffentlichen Gesundheit. Eine Reduktion der Pestizidbelastung in Gewässern beginnt bereits beim Ausspülen der Gebinde, deren Spülwasser nicht in den Ausguss, sondern in den Sprühtank geleert werden muss. Die Reinigung der Tanks auf den behandelten Feldern trägt dazu bei, dass die bei der Reinigung anfallende Wirkstoffmenge zurückgeht. Mit mitgeführtem Wasser in Frischwassertanks können die Spritzbehälter vorgereinigt und das Waschwasser auf das Feld ausgebracht

werden. Die verbleibende Restmenge bleibt trotzdem verschmutzt und muss richtig behandelt werden. In einigen Regionen bestehen Wascheinrichtungen für Sprühgeräte, wo das Wasser aufbereitet, die Wirkstoffe herausgefiltert und in einer zugelassenen Zusammensetzung ausgeschieden werden können. Die Reinigung des Sprühmaterials sollte auf befestigten Böden erfolgen, von denen aus ein Abfliessen in die Güllengrube gewährleistet ist. Das Spülwasser darf keinesfalls ins Sickerwasser gelangen. Die Öffentlichkeit betrachtet den Einsatz von chemischen Produkten für den Pflanzenschutz mit immer kritischeren Augen. Werden diese Mittel jedoch verantwortungsvoll und angemessen eingesetzt, wird nicht nur ihre Wirksamkeit erhöht, sondern es können auch Verluste und Gewässerverunreinigungen eingedämmt werden. Die richtige Dosierung, das Einhalten von Sicherheitsabständen und eine einwandfreie Reinigung der Sprühgeräte in geeigneten Anlagen vermitteln ein Bild vom Bauern, der verantwortungsvoll handelt und den Produkten aus der schweizerischen Landwirtschaft zu einem hohen Ansehen verhilft. 䡵

Zu den Massnahmen, die beim Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln ergriffen werden müssen, gehört eine persönliche Schutzausrüstung. Bild: Hardy-Evrard

Tipps zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln • Kanister und Messbehälter nicht im Ausguss ausspülen, sondern das Spülwasser muss vor dem Ausbringen ins Sprühgerät abgefüllt werden. Gut ausgewaschene Gebinde mit dem Hauskehricht entsorgen. • Die gesetzlich vorgegebenen Abstände bei Gewässern einhalten. Strassen und Zufahrtswege nicht besprühen. • Abdrift auf Nachbarparzellen oder Strassen vermeiden, vor allem wenn sie in Gewässer gelangen könnten. • Brühe- und Spülresten müssen auf dem Feld mit dem Sprühgerät entsorgt werden. Mit Frischwasser auf dem Feld vorreinigen. • Sprühgerät innen und aussen auf einem befestigten Platz reinigen. • Sprühgeräte vor Regen schützen, da sonst Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Gewässer eingetragen werden können.

Autor Gaël Monnerat, UFA Revue, 1070 Puidoux Die Angaben auf den Gebinden sowie die verfügbaren Dokumentationsunterlagen für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sollten beigezogen werden.

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PFLANZENBAU

Bodenschutz auf Baustellen DAS BAUGRUNDSTÜCK ist während der Bauphase oftmals wichtiger als die am Schluss bebaute Fläche. Diese Parzellen, die während des Bauens für das Lagern von Erdmaterial oder die vorübergehende Installation von Einrichtungen genutzt werden, werden nach Abschluss der Bauarbeiten wieder für die Landwirtschaft hergestellt. Mit dieser Aufgabe werden auf den Baustellen Fachleute für Bodenschutz betraut.

Emmanuel Brandt

Boden ist eine natürliche nicht erneuerbare Ressource, die es zu schützen gilt. Er erfüllt in ökonomischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht viele Funktionen, die für den Menschen lebenswichtig sind. In der Schweiz mit einer grossen Verstädterung wird jede Sekunde ein Quadratmeter bebaut. Dies bedeutet, dass täglich 10 ha zumeist ackerfähiges Kulturland verschwinden. Wird im gleichen Rhythmus weitergebaut, ist in 200 Jahren die landwirtschaftlich nutzbare Fläche in der Schweiz zugebaut. Aufgrund dieser alarmierenden Zahlen haben sich engagierte Gruppen für den Schutz des Schweizer Bodens eingesetzt. Hierzu wurden Gesetze, Verordnungen und Normen erstellt sowie Spezialisten für die bodenkundliche Baubegleitung, die Baubegleiter BGS, ausgebildet.

Grosse Aushubprojekte werden einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unterzogen. Dabei müssen die Aushubarbeiten von anerkannten Baubegleitern überwacht werden. Diese sind in alle Projektphase involviert, und bei grossen Bauvorhaben bildet ihr Pflichtenheft eine der Voraussetzungen, damit ein Bauprojekt überhaupt umgesetzt werden kann. Schutzmassnahmen Noch

vor Baubeginn müssen während der Projektierungsphase mehrere Bodenstudien durchgeführt werden. Vorerst wird mit einer präzisen Methode eine Bodenkarte erstellt, mit der die Bodentypen (durchlässige, nicht versickerbare oder organische Böden, Böden mit Stauschicht) bestimmt und in bodenkundliche Einheiten zusammengefasst wer-

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Für die Rekultivierung der Parzelle muss sie mit einer Luzerne-Grasmischung begrünt und während drei Jahren «extensiv» bewirtschaftet werden. Bild: Emmanuel Brandt, FRI

den. Ausgehend von Erscheinungsform, Farbe und Beschaffenheit wird eine Evaluation zur Verdichtungsanfälligkeit erstellt. Auf dieser Grundlage unterbreitet der Baubegleiter dem Hauptauftragnehmer sowie der lokalen Bauleitung Vorschläge für die Maschinenwahl.

Bodentypen Auf verdichtungsanfälligen Böden (tiefgründige und tonhaltige Böden) wird der Einsatz von leichten Maschinen empfohlen, die den Boden nur gering belasten. Ist die Verdichtungsanfälligkeit nur schwach (oberflächliche und kiesige Böden), ist die Maschinenauswahl grösser. Weiter ist aufgrund der Bodenkartierung ersichtlich, welche Mächtigkeit die abzutragende Erdschicht aufweist, und das Erdmaterial, das behandelt werden muss, kann sortiert werden (Wiederverwendung problemlos, beschränkte Wiederverwendung). Mit der genauen Kenntnis des Aushubmaterials können das zu lagernde Volumen abgeschätzt, die Oberflächen für die Lagerung vorbereitet und, wenn möglich, das Baustellengelände abgesperrt werden. Weiter

nimmt der Baubegleiter die Begrünung der Böden an die Hand. Mit dieser Massnahme wird die Tragfähigkeit des Bodens erhöht, die Bodendrainage beschleunigt, zudem ist der Nutzer dadurch flexibler. Empfohlen werden Kunstwiesen, die spätestens ein Jahr vor Baubeginn angelegt werden müssen.

Schutz während den Arbeiten Vor dem Auffahren der Baumaschinen werden neben der Baustelle die Messstationen installiert. Die Tragfähigkeit der Böden wird mit einem Tensiometer gemessen, dem Lieblingsgerät des Baubegleiters. Während der Vegetationsperiode sind die Voraussetzungen erfüllt, um einen abgetrockneter Boden bearbeiten zu können. Keinesfalls dürfen die Arbeiten bei aufgeweichten Böden erfolgen. Die Wahl der Baumaschinen (Raupenbagger, Bulldozer, Raupentrax) und das empfohlene Vorgehen fallen in den Entscheidungsbereich des Baubegleiters. Dieser ist regelmässig auf der Baustelle anzutreffen, um die korrekte Ausführung der Arbeiten zu überwachen. Er nimmt daher an allen Baustel3 2012 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

In Verfassung verankert In jüngerer Zeit wurde die Problematik des Bodenschutzes erkannt und man begann, sich mit diesem Thema eingehender auseinanderzusetzen. Der Bodenschutz ist seit den 1970-er Jahren in der Bundesverfassung verankert und wurde mit Gesetzen und Verordnungen im Laufe der Zeit konkretisiert. Heute ist die Fruchtbarkeit der Böden gewährleistet durch: • Das Umweltschutzgesetz USG • Die Verordnung über die Belastung des Bodens (VBBo)

lensitzungen, die den Boden betreffen, teil und überprüft unabhängig alle Arbeitsschritte, die den Boden betreffen.

Bei Baubeginn hat der Baubegleiter die Aufgabe, das Bauunternehmen über die auszuhebende Erde (Kulturerde und Unterschicht) und die vorgesehenen Deponiebereiche zu informieren. Die Erdmaterialien müssen getrennt und den Bestimmungen entsprechend deponiert werden. In Ausnahmefällen wird der deponierte Aushub verschoben. Dies erleichtert den Unterhalt und bietet die Möglichkeit, nach Trockenperioden und bei Verfestigung der Erde den Aushub öfter zu bearbeiten. Je nach Aushubmaterial und der Lagerdauer beträgt die Lagerhöhe zwischen 1.5 und 3.5 m. Nach dem Lagern muss das deponierte Aushubmaterial möglichst rasch mit einer LuzerneGrasmischung begrünt werden. Mit ihren Wurzeln entzieht die Luzerne das in den Deponien angereicherte Wasser und verhindert dadurch ein Ersticken des Bodens. Landwirte bearbeiten die

Depots regelmässig und mehrmals pro Jahr. Zwei bis drei Schnitte pro Jahr sind machbar. Mit Spezialbehandlungen wird der Ausbreitung von problematischen Unkräutern (Ampfer und Disteln) begegnet.

wird für die Wiederherstellung mit der Schichtmethode gearbeitet. Hierzu wird vorerst eine Teilschicht eingebracht, gefolgt von einer Humusschicht. Bei dieser Methode muss das frisch eingebrachte Erdmaterial nicht befahren werden.

Schutz nach den Bauarbeiten

Das Ende der Arbeiten wird mit einem Protokoll über die Wiederinstandsetzung der Parzelle festgehalten, das vom Besitzer, dem Nutzer, dem Baubegleiter, der Bauleitung und dem Hauptauftragnehmer erstellt wird. Danach muss die Parzelle mit einer Luzerne-Grasmischung angesät werden und sollte während mindestens drei Jahren „extensiv“ bewirtschaftet werden. Diese Frist ist für die Erholung des Bodens sehr wichtig und sollte eingehalten werden. Der Boden gewinnt dadurch wieder seine Struktur, Fruchtbarkeit und sein Ertragspotential zurück. Danach kann die Parzelle freigegeben und wieder normal bewirtschaftet werden. 䡵

Nach den Bauarbeiten können die provisorischen Aushubdepots der Baustelle wieder an den ursprünglichen Ort gebracht werden. Dies muss bei guten Bedingungen auf abgetrockneten Böden erfolgen. Vor Beginn der Instandsetzungsarbeiten wird das Material gesichtet. Mit dem Grundstückbesitzer wird besprochen, welche notwendigen Anpassungen in Bezug auf Drainage und Nivellierung des Materials vorgenommen werden sollen. Darauf erfolgt die Rückführung des Erdmaterials unter Berücksichtigung der Mächtigkeit in den ursprünglichen Zustand. Am häufigsten

Die Masse der A- und B-Horizonte sind wichtige Qualitätskriterien eines Bodens. Diese beiden Horizonte müssen getrennt abtransportiert und gelagert werden. Bild: Emmanuel Brandt, FRI

Autor Emmanuel Brandt, Berater für Pflanzenbau und Experte für Bodenschutz auf Baustellen, Fondation Rurale Interjurassienne, 2852 Courtételle

Humus ist wertvoll. Ein deponierter Aushub muss angemessen dimensioniert sein und regelmässig bewirtschaftet werden. Bild: Emmanuel Brandt, FRI

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PFLANZENBAU

Mehr aus Naturwiesen machen DER FUTTERBAU ist auf vielen Betrieben die wichtigste Kultur. Sowohl der TS-Ertrag pro ha, als auch die Qualität müssen stimmen. Um aus dem Grünland das Bestmögliche zu erwirtschaften, ist eine ausführliche Bestandesbeurteilung zum Vegetationsstart eine zentrale Grundvoraussetzung. Darauf sind Pflege und allfällige Übersaaten abzustimmen.

Stefan Lüthy

Für einen nachhaltigen Erfolg im Grünland sind die folgenden sechs Punkte entscheidend.

Analyse Geht der Winter zu Ende,

Mit starken Zinken kann der Filz ausgerissen werden.

Pflegemassnahmen und allfällige Übersaaten sind nach einer ausführlichen Bestandesbeurteilung der Wiesen vorzunehmen.

sind die Grünflächen zu kontrollieren, um die Bewirtschaftungsstrategie zum Vegetationsstart festzulegen. Folgende Fragen spielen eine zentrale Rolle: • Sind Schäden an der Grasnarbe entstanden (z. B. durch Mäuse, Wildschweine, Engerlinge, usw.)? • Sind Auswinterungsschäden da (z. B. Schneeschimmel bei Raigräsern)? • Wie dicht ist die Grasnarbe? Hat es bereits viele Lückenfüller (Gemeines Rispengras, Löwenzahn)? Ein Bestand kann auch wegen falscher Nutzung, Trockenheit oder Nässe Lücken aufweisen. Der Anteil wichtiger Futtergräser geht zurück, die frei werdenden Stellen werden von Lückenfüllern besiedelt. Das sind meist schlechte Futterpflanzen oder Weissklee. Für einen top abgestimmten Futterbaubestand bezüglich Ertrag, Qualität und Ausdauer ist ein Verhältnis von 60 – 70 % Futtergräser, 20 – 40 % Klee und maximal 10 % Kräuter anzustreben.

Zeitpunkt

bestimmen Bodenschluss, Wärme, Wasser und Licht: Das sind die vier Elemente, die ein Sämling braucht, um zu keimen. Zugleich sind

dies auch die Grundvoraussetzungen, damit eine Übersaat zum Erfolg wird. Der optimale Zeitpunkt einer Übersaat ist vegetationsabhängig. Der grösste Erfolg ist zu erwarten sehr früh im Frühjahr, unmittelbar beim Vegetationsstart, in Niederschlagsreichen Regionen nach dem ersten Schnitt oder Ende August bis September, wenn die Temperaturen nicht mehr so hoch sind.

Maschinenwahl Das einzusetzende Gerät muss Mäusehaufen und Wildschweinelöcher verstreichen oder diese ausebnen können. Dies ist mit einer gängigen Wiesenegge möglich. Wenn aber bereits eine Verfilzung oder Vermoosung festgestellt worden ist, muss ein Gerät eingesetzt werden, das mit starken Striegelzinken ausgerüstet ist. Mit einer aggressiven Einstellung lässt sich der Filz herausstriegeln. Bei hohem Filzdruck muss oft ein zweiter Durchgang vorgenommen werden. Ein Sämling kann nur im offenen Boden unter Licht- und Wärmeeinfluss anwachsen. Die durch das scharfe Striegeln entstandenen Lücken sind die Basis für die nachfolgend ausgesäten Samen. Wichtig ist, dass nach dem Striegeleinsatz nicht gleich mit einer Walze das ausgestriegelte Filz-Pflanzenmaterial wieder angedrückt und dadurch zum Weiterwachsen geführt wird. Die Wiese sollte nach dem Striegeln und Säen vor dem Walzen gut abgetrocknet sein. Darum erfolgt das Walzen erst einige Tage nach der Saat. Mischungswahl Dem Standort und der Bewirtschaftung angepasste Übersaaten-Mischungen bringen den besten Ertrag. Darum gilt: Der Standort be-

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stimmt die Mischungswahl. Vor allem die Raigras-Fähigkeit des Standorts spielt die entscheidende Rolle. In den AGFF-Unterlagen sowie im UFA-Samen Feldsamentkatalog 2012 gibt es detaillierte Informationen zur Mischungswahl.

Die Nutzung ist früh durchzuführen. Diesem Punkt gilt es eine besondere Beachtung zu schenken. Bei einer Übersaat in eine bestehende Wiese hat der noch vorhandene Bestand Vorteile, da diese Pflanzen bereits etabliert sind und schneller wachsen. So sind sie eine grosse Konkurrenz für die auflaufenden Keimlinge. Deshalb gilt: Schneiden sobald der Altbestand zu dominant wird. Damit erhalten die neu auflaufenden Pflanzen Licht, Wärme und den notwendigen Platz zum wachsen. Die Ernte muss aber so schonend wie möglich durchgeführt werden, damit die wachsenden Keimlinge unversehrt bleiben. Am schonendsten ist deshalb Eingrasen, Weiden oder Silieren.

Strategie überdenken Jeder «schlechte» Grünlandbestand hat seine Geschichte. Es setzen sich immer jene Arten durch, denen die besten Wachstumsbedingungen geboten werden. Das «Ein-Mal-Eins» im Futterbau ist das Kennen der wichtigsten Futterpflanzen, deren Bewirtschaftung und Düngung. Das ist der einzige Weg zum optimalen, gewünschten Grünlandertrag. 䡵

Autor Stefan Lüthy, UFA-Samen, 8401 Winterthur

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PFLANZENBAU

Aufrechter Wuchs VON WACHSTUMSREGULIERUNG können Ökonomen nur träumen, für Getreidebauern ist sie eine alljährlich wiederkehrende Realität. Der Einsatz von Pflanzenregulatoren senkt das Risiko für Lagerfrucht, jedoch müssen zum Zeitpunkt des Applizierens das Kulturstadium und die Wetterbedingungen überprüft werden.

Damit die Standfestigkeit einer Kultur gewährleistet ist, muss eine klare Strategie vorliegen, die während der ganzen Anbauperiode umgesetzt wird. Foto: agrarfoto.com

Aus verschiedenen Untersuchungen geht hervor, dass Lagerbruch bei Getreide je nach Frühreife zu Ertragseinbussen von 5 bis 20 dt/ha führt. Diese Abnahme entsteht, weil die dem Licht ausgesetzte Pflanzenoberfläche und somit auch die Aktivität der Photosynthese der Blätter abnimmt und zudem der Wasser- und Nährstofftransport zwischen Wurzeln und restlicher Pflanze gestört wird. Durch Lagerfrucht wird ebenfalls die Ernte in Mitleidenschaft gezogen, sodass die Qualität der Ernteprodukte nicht mehr gewährleistet ist. Weiter nehmen die Kornfeuchtigkeit, der Auswuchs, die Anzahl beschädigter Körner,

Insektenschäden und der Verschmutzungsgrad zu. Durch dieses Phänomen werden das spezifische Gewicht und das 1000-Korn-Gewicht beeinträchtigt. Es gibt also viele Gründe, Lagerfrucht vorzubeugen.

Funktionsweise Das

Pflanzenwachstum wird durch Pflanzenhormone reguliert, dazu gehören die Zytokinine, Gibberelline, Auxine, Ethylen und Abszisinsäure. Die Produktion dieser chemischen Stoffe durch die Pflanzen schwankt während des Wachstums, bis sich zum Schluss üblicherweise eine normal entwickelte Pflanze gebildet hat. Mit den Wachstumsregulatoren

Tabelle 1: Wichtigste Wirkung von Wachstumsregulatoren Wirkstoff Chlormequat Chlorid (CCC) MepiquatChlorid ProhexadionKalzium Trinexapac-Ethyl Ethephon

Wirkung • Verlangsamt die Gibberellinesynthese. • Beeinflusst das Wurzelwachstum. • Verlangsamt die GibberellineSynthese. • Hemmt den Auxintransport durch die Bildung von Ethylen.

Ergebnisse • Reduziert die Halmstreckung und stärkt den Halm.

• Hemmt den Auxintransport durch die Bildung von Ethylen. • Blockiert den Transport von Auxinen durch die Bildung von Ethylen.

• Hemmt das Längenwachstum.

• Reduziert die Zelldehnung und stärkt das Halmgewebe. • Stärkt die Halmbasis und fördert die Wurzelentwicklung.

• Reduziert das Zellwachstum, stärkt die Zellwände. • Beschleunigt die Reifung des Gewebes. • Besonders geschätzt zur Bekämpfung von Lagerfrucht bei entwickelter Gerste.

soll die Produktion dieser Pflanzenhormone gesenkt oder ausgeschalten werden, obgleich deren Wirkung oft auf Gibberelline und Auxine ausgerichtet wird. Die unterschiedlichen Applikationsstadien von Wachstumsregulatoren ergeben sich direkt aus den verschiedenen Syntheseperioden der Pflanzenhormone in der Pflanze.

Die Wirkung der Regulatoren auf das Gewebe ist unterschiedlich und kann anhand der Zellen untersucht und gemessen werden. Die Studien zeigen, dass die Halmwände stärker und das Gewebe dichter ist, zudem sind die Zellen kürzer. Dadurch sind die Halme wi-


PFLANZENBAU Tabelle 2: Wichtigste Pflanzenwachstumshormone Natürliche Entstehungsort chemische Boten im Getreide Cytotkinin Wurzeln, Knospen Gibberelline

Junge Pflanzenteile

Auxine

Oberste Pflanzenteile

Ethylen

Ganze Pflanze

Abszisinsäure

Körner, Knospen, Früchte

derstandsfähiger und die Gefahr ist geringer, dass die Pflanzen brechen.

Es ist möglich, der Lagerfrucht vorzubeugen. Wachstumsregulatoren müssen nicht zwingend appliziert werden und sollten nur auf Risikoparzellen zum Einsatz kommen. Humusreiche Böden, hohe Stickstoffreserven Ende Winter, Sorten mit schwacher Standfestigkeit, hohe und unregelmässige Hofdüngergaben, dichte Bestände und frühe Aussaat sind die Faktoren, die die Lagerfrucht begünstigen. Das Einhalten der Saatzeit und Saatmengen, die Wahl von standfesten Sorten sowie eine auf die Parzelle abge-

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Wirkung auf die Getreideentwicklung Stimuliert die Vermehrung von Zellen, Wurzeln und Wurzelschösslingen. Stimuliert die Entwicklung aller Pflanzenteile und das Längenwachstum. Hemmt das Wurzel- und Knospenwachstum. Stimuliert das Längenwachstum der Zellen, insbesondere beim Halm. Blockiert Auxine, fördert die Gewebestärke und die Reifung. Hemmt das Wachstum

Das Vorbeugen von Lagerfrucht beginnt bereits mit der Wahl einer robusten Sorte und der geeigneten Aussaatdichte.

stimmte Düngung bilden weitere wirksame Massnahme zur Senkung des Lagerfruchtbefalls.

Das Wetter spielt bei einem erfolgreichen Einsatz von Wachstumsregulatoren bei Getreide eine wichtigere Rolle als das Pflanzenstadium. Ist die Wettersituation bei geeignetem Pflanzenstadium für eine Applikation ungünstig, sollte besser zugewartet und später mit einem Produkt für ein fortgeschritteneres Pflanzenstadium appliziert werden. Trockene Pflanze, wüchsige Bedingungen und viel Licht sind für die Anwendung von Wachstumsregulatoren günstig. Bei Frost, Bise,

Foto: Sulky Burel

grossen Schwankungen zwischen Tagund Nachttemperaturen, Hitzeperioden, Wasser- oder Nährstoffmangel sollten keine Wachstumsregulatoren ausgebracht werden.

Die Produktionsstrategie beim Getreideanbau muss vor der Aussaat festgelegt werden. Unabhängig davon, ob intensiv oder extensiv angebaut wird, ist das Ziel dasselbe: Den besten finanziellen Ertrag pro Hektare zu erreichen. Während bei der extensiven Methode die Strategie darin besteht, möglichst wenig Einträge vorzunehmen um die Produktionskosten zu senken, versucht man bei der intensiven Produktion, eine maximale Wirkung der verwendeten Einträge zu erzielen. Die Applikation von Wachstumsregulatoren ist beim intensiven Getreideanbau mit Zusatzkosten verbunden. Für einen maximalen Ertrag muss das gesamte Pflanzenpotential ausgeschöpft werden und der Getreidebauer ist gezwungen, beim Einsatz von Wachstumsregulatoren an die Grenzen zu gehen. Eine ungeeignete Applikation kann sich jedoch auf die Qualität und den Ernteertrag schlecht auswirken. Nur durch sorgfältiges Beobachten von Kultur und Wetter sowie fundierte Kenntnisse über die Parzelle ist es möglich, die höchsten Produktionsziele zu erreichen. Die Wachstumsregulatoren sind ein Instrument, das gut beherrscht werden muss, damit es tatsächlich wirkt. 䡵

Pflanzenhormone Die Pflanzenhormone, genannt Phytohormone, sind organische Moleküle, die mit winzigen Dosen die Zellfunktion beeinflussen. Sie werden in sehr schwachen Mengen durch die Pflanze synthetisiert und transportieren eine Information, die sich auf die Funktionsweise eines Stoffes oder eines Organes auswirken. Oft sind sie Stimuli für die Zelldifferenzierung und die Pflanzenentwicklung, während ihre Synthese und Verteilung im Innern der Pflanze sehr oft von externen Stimuli wie Licht oder Temperatur abhängt.

Autor Gaël Monnerat, UFA-Revue, 1070 Puidoux Alle detaillierten Infos über den Einsatz von Wachstumsregulatoren und Einsatzstrategien sind im PflanzenschutzZielsortiment bei Ihrer LANDI erhältlich.

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UFA-SAMEN EMPFIEHLT SAATGUT

Maissaat 2012 DIE MAIS-SORTENWAHL ist wichtig. Nach dem aussergewöhnlichen Jahr 2011, sind womöglich einige versucht, spätreifere Sorten einzusetzen. Die Reife muss in jedem Fall erreicht werden, damit die Maissorte die Anforderungen für die optimale Verwendung erfüllen kann.

Mit der Verwendung von Körneroder Silomais, der ausschliesslich für die Tierproduktion bestimmt ist, muss man beim Maisanbau im Hinblick auf die Sortenwahl besonders vorsichtig sein. Der Bauer muss vorerst die Sorten wählen, bei denen Frühreife und Produktionsregion gut aufeinander abgestimmt sind. Ziel ist, den Mais zu einem günstigen Zeitpunkt zu ernten, das heisst, Silomais ab 30 % TS und Körnermais bei etwa 30 % Wassergehalt. Nach dem extrem guten Jahr 2011 ist es einerseits verständlich, anderseits aber

auch ein Wagnis, sich für spätere Sorten zu entscheiden, die ein höheres Ertragspotenzial versprechen. Bei der Sortenwahl muss auch die spätere Ernte berücksichtigt werden. Die Ergebnisse der Qualitätsanalysen von Agroscope Changins-Reckenholz sind gute Hilfsmittel, um eine Sorte zu wählen, die den richtigen Stärkegehalt oder die gewünschte Verdaulichkeit aufweist. UFASamen bietet ein komplettes Sortiment mit den besten Sorten an, die sich vorzüglich für ihre Bedingungen eignen.

Die späteren Sorten haben ein höheres Ertragspotenzial, aber können damit die 30 % TS mit den Voraussetzungen des eigenen Betriebs erreicht werden? Foto: Pöttinger

Der Grundstein für eine Qualitätsernte wird mit der am besten geeigneten Sorte gelegt. Foto: KWS Saat AG

Frühsorten • LG 30.222: Ausgezeichneter Körner- und Siloertrag • Ludixx: Idealer Körnermais • Coxximo: Anerkannt für seine grosse Stabilität • Fabregas: Sehr guter Siloertrag

Für Fragen fenaco Sursee, Dominik Fischer  058 433 65 88

Mittelfrühe Sorten • LG30.218: Leader punkto Qualität für Milch und Fleisch • Ricardinio: Zweinutzungssorte • Ceresia: Hohes Ertragspotenzial • NK Cooler: Idealer Körnermais

GVS Schaffhausen, Daniel Item  052 631 17 65 LV St. Gallen, Albert Fässler  071 226 77 11

Mittelspäte Sorten

fenaco Winterthur, Hanspeter Hug  058 433 76 04

• NK Silotop: Sehr guter Ertrag und Gehalt • DKC 3420: Ideale Körnersorte

fenaco Moudon, Lukas Aebi  058 433 67 81 fenaco Lyssach, Andreas Wyss  034 448 18 61

Infos zu den Mischungen gibt es auch im UFASamen Feldsamenkatalog (in Ihrer LANDI) oder via www.ufasamen.ch.

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Gewisse Sorten sind in die empfohlene Sortenliste für Silo- und Körnermais eingetragen. Diese Zweinutzungssorten bieten die Möglichkeit, eine gute Ernte mit Körnermais zu erzielen, wenn die Silos voll sind. Der Beratungsdienst UFA-Samen und die Berater von UFA beraten Sie gerne und verhelfen Ihnen zu einem erfolgreichen Anbau.  3 2012 · UFA-REVUE


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PFLANZENBAU

Ertrag und Qualität optimieren SCHWEFELDÜNGUNG Um ein hohes Ertragspotenzial zu erzielen, muss der Nährstoffbedarf der Pflanzen gedeckt werden. Genetische Verbesserungen bei den Sorten gehen einher mit dem Rückgang des Schwefeleintrags aus der Atmosphäre, was zu Mangelerscheinungen führt. Diese gilt es zu verhindern, so dass das Pflanzenpotenzial ausgeschöpft werden kann und eine Qualitätsernte gewährleistet ist.

Jakob Roth

Schwefel ist für den Stoffwechsel von Pflanzen und Tieren ein wichtiges Element. Er ist nicht nur bei zahlreichen chemischen Reaktionen beteiligt, sondern auch in schwefelhaltigen Aminosäuren wie Methionin und Cystein enthalten, die für einige Tiere und insbesondere für Menschen und Schweine sehr wichtig sind. Schwefelmangel ist ein junges Phänomen. Während Jahren profitierten die Kulturen vom Schwefel, der bei der Verbrennung von fossilen Treibstoff ausgestossen wird und in den Boden gelangt, wo er zu Sulfat umgewandelt wird, das die Pflanzen zur Deckung ihres Nährstoffbedarfs aufnehmen.

Der Nährstoffmangel, der sich heute zeigt, hat zwei Ursachen. Einerseits sank der Schwefeleintrag aus der Atmosphäre aufgrund des technischen

Fortschritts bei Motoren und Heizungen und andererseits erhöhte sich der Nährstoffbedarf der Pflanzen wegen der Steigerung des Pflanzenertrags. Mit dem Rückgang der Ausstossmenge und des gleichzeitig erhöhten Bedarfs sind die Voraussetzungen für die erwähnten Mangelerscheinungen gegeben.

Schwefeldüngung ist im Ackerbau Standard, denn Ackerbau-Betriebsleiter wissen seit rund zwanzig Jahren, dass Mängel auftreten können. Diese führen zu Ertragseinbussen von bis zu 60 % beim Raps und 30 % beim Weizen. Im Grünland konnte bislang der Schwefelbedarf auf der Parzelle mit Hofdüngern gedeckt werden. Die Erfahrung zeigt, dass dies heute nicht mehr zutrifft. Die Schwefelgehalte im Hofdünger sind zu gering, um den Bedarf zu decken.

Saftige Wiesen als Ziel Josef Gschwend

Josef und Judith Gschwend bewirtschaften mit ihren vier Kindern den Betrieb in Bursthof in Altstätten mit einer LF von 30.8 ha, davon 6 ha Ackerland (Mais). Die Betriebszweige umfassen Milchproduktion, Kälber- und Munimast. 2009 haben sie einen Laufstall für 44 Milchkühe errichtet. UFA-Revue: In welcher Form versorgen Sie Ihre Kulturen mit Nährstoffen? Josef Gschwend: Mit unseren Tieren setzen wir auf Hofdünger und verwenden zur Ergänzung Mineraldünger. Seit zwei Jahren setze ich schwefelhaltige Dünger wie «Kieserit» ein, da sich Probleme mit der Schwefelversorgung zeigten.

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Wie bemerkten Sie, dass bei der Schwefelversorgung Probleme bestehen? Vor allem beim Grünland zeigte sich im zweiten und dritten Schnitt ein schwacher Wuchs. Trotz Düngung nach Normen wies der Bestand eine helle bis gelbe Farbe auf, was auf einen Schwefelmangel hindeutete. Seither dünge ich im Frühling zusätzlich mit 1.5 kg «Kieserit» pro Are. Was hat sich dadurch verändert? Die Wiesen sind während des ganzen Sommers grün und optimal im Schuss. Der Stickstoff meines Hofdüngers wird dadurch besser ausgenutzt. So konnte ich Ertrag und Qualität steigern.

Die Symptome von Schwefelmangel äussern sich ähnlich wie bei einer Unterversorgung mit Stickstoff oder Magnesium. Da Schwefel in der Pflanze nur bedingt mobil ist, sind erste Anzeichen an den jungen Blättern sichtbar. Die Entfärbungen oder Blattchlorosen beginnen am Blattrand und breiten sich zur Blattmitte aus. Die Blätter nehmen eine hellgrüne, bei ausgeprägtem Mangel auch eine gelbliche Farbe an. Die Blattadern hellen sich auf und können sich weisslich verfärben. Schwefel wird von den Pflanzen in Form von Sulfat (SO4 2-) aufgenommen. Diese Form ist äusserst wasserlöslich und wirkt daher schnell. Dadurch besteht aber auch ein erhöhtes Auswaschungsrisiko. Eine Schwefeldüngung ist somit vergleichbar mit einer Stickstoffdüngung. Hohe einmalige Sulfatgaben können zu Auswaschungen führen. Zur Senkung dieses Risikos kann eine Schwefelapplikation in organischer Form oder in Form von Elementar-Schwefel (S) erfolgen, wodurch das Auswaschungsrisiko umgehend gesenkt wird. Dies hat jedoch zur Folge, dass Bodenmikroorganismen den Schwefel mineralisieren müssen, bevor er den Pflanzen zur Verfügung steht. Dadurch verlangsamt sich der Düngungsprozess, was die Wirkungsdauer wiederum erhöht. Aus diesem Grund sind kleinere, mehrfach applizierte Mengen einer einzigen hohen Schwefel- oder Schwefelsulfatgabe vorzuziehen. Wird mit Elementarschwefel gedüngt, kann einmalig eine grosse Menge ausgebracht werden, ohne dass daraus erhebliche Verluste entstehen. 3 2012 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

Landor Schwefel Landor Schwefel 80 % ist wasserlöslich und wird in die Gülle eingerührt oder in den Mist eingestreut. Anwendung Gülle: Für die Applikation 1 kg/m3 Landor Schwefel einrühren. Mist: Vor dem Ausbringen 1 kg/m3 Landor Schwefel in den Mist einstreuen. Hauptanwendungszeit Frühling und Sommer. Beispiel 1 kg Landor Schwefel 80 % in 1 m3 Gülle eingerührt, ergibt bei 20 m3 Gülle pro Hektare 16 kg Schwefel.

Wirkung von Schwefel Schwefel erhöht den Ertrag und die Qualität der Kulturen. Schwefel ... • ist ein wesentlicher Baustein für die Produktion von Eiweiss in den Pflanzen. • verbessert die Backqualität von Getreide. • fördert das Gleichgewicht von Kräutern in den Wiesen. • verbessert die Kälteresistenz der Pflanzen. • verbessert die Wirksamkeit von Stickstoff

Die Gefahr, dass auf einer Parzelle

Foto: agrarfoto.com

Schwefelmangel auftritt, hängt von mehreren Faktoren ab. Das Risiko ist geringer, wenn der Boden organisches Material aufweist, lehmhaltig und tiefgründig ist. Hingegen steigt das Risiko, je steiniger der Boden ist und je ausgie-

Gratis-Beratung 0800 80 99 60 landor.ch LANDOR, fenaco Genossenschaft Auhafen, 4127 Birsfelden Telefon 058 433 66 66 · 3 2012 UFA-REVUE E-Mail info@landor.ch

biger die Winterniederschläge sind. Wird Hofdünger regelmässig ausgebracht und werden die Normen der Stickstoffdüngung berücksichtigt, kann der Schwefelmangel gesenkt werden. Diese Faktoren wurden für eine Evaluation der Risikoabschätzung für Schwefelmangel beigezogen.

Eine schlechte Grünlandentwicklung trotz einer genügend hoch ausgebrachten Güllenmenge könnte auf einen Schwefelmangel zurückgeführt werden, der die Wirksamkeit von Stickstoff herabsetzt. Bild: Agrarfoto.com

Erst in jüngerer Zeit hat sich gezeigt, dass die Schwefeldüngung notwendig ist, da der Ausstoss durch fossile Brennstoffe zurückgegangen ist und das Ertragspotenzial der Ackerbaupflanzen verbessert wurde. Heute ist Schwefel ein wichtiger Faktor. Besteht ein Mangel, wirkt sich dies nicht nur auf den Ertrag aus, sondern auch auf die Qualität der Ernteprodukte. In einer Zeit, in der die Versorgung mit einheimischen Eiweissquellen an Aktualität gewonnen hat, können mit der Schwefeldüngung das ganze Potenzial der Kultur ausgeschöpft und Qualitätsernten sichergestellt werden. Dies trifft insbesondere für Futterkulturen zu, denn proteinreiches Futter trägt zu einer verbesserten Leistungsfähigkeit der Tiere bei. 䡵

Tabelle: Schwefelgehalt in verschiedenen Mineraldüngern Ammonsulfat, granuliert Bor-Ammonsalpeter Mg-Ammonsalpeter Novaphos Patent-Kali Kalisulfat Korn-Kali Kieserit Landor Spezial Terbona Landor Kartoffeln Landor Raps

24 % 14 % 7% 9% 19 % 18 % 7% 20 % 15 % 11 % 8% 5%

Autor Jakob Roth, Landor Beratungsdienst, 4127 Birsfelden. Kostenloses Beratungstelefon: 0800 80 99 60

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phyto-news Das Beste aus den Pflanzen herausholen Das Ertragspotential unserer Pflanzen wird durch verschiedene Faktoren begrenzt, wie beispielsweise Wurzelmasse, Wasser- und Nähstoffangebot. Mit unserem Know-how sind wir bestrebt, alle einschränkenden Faktoren positiv zu beeinflussen mit Bewässerung, Düngung, Pflege der Bodenstruktur, etc.). Dabei sind diese Faktoren aber auch eng voneinander abhängig. So sind optimales Wurzelwachstum und eine bestmögliche Wasser- und Nährstoffaufnahme bei einer guten Bodenstruktur gewährleistet. Oftmals werden diese Faktoren durch Trockenheit oder Nässe negativ beeinflusst. Besonders bei jungen und rasch wachsenden Pflanzen ist eine verbesserte Wasser- und Nährstoffaufnahme besonders wichtig.

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Effiziente Unkrautbekämpfung in Kartoffeln Die Planung und Vorbereitungen der neuen Kartoffelsaison sind am Laufen. Auch beim Pflanzenschutz hilft eine gute Organisation und der Vorbezug der Produkte, um in der Saison nichts zu verpassen. Meist sind die Spritzfenster sehr kurz und es muss am Abend oder am Wochenende gearbeitet werden. Wer da richtig vorgesorgt hat, geht die ganze Sache viel effizienter an. Nach der Pflanzung wird die Unkrautbekämpfung sofort aktuell. Die reine Vorauflaufbehandlung nach dem Pflanzen oder Dammformen ist am sinnvollsten, weil da die Felder auch gut befahrbar sind. Bei Pflanzverfahren mit Allin-One ist eindeutig das beste vor dem ersten Regen zu behandeln, um die ersten Fahrspuren bei trockenen Bedingungen zu legen. In trockenen Jahren ist es zudem ein Vorteil, dass noch genügend Bodenfeuchtigkeit vorhanden ist, um von den Bodenwirkstoffen die volle Wirkung zu erhalten. Was erwarten die heutigen Kartoffelpflanzer von einem guten Kartoffelherbizid? 1. Eine sichere Wirkung gegen die vorhandenen Unkräuter. 2. Genügende Wirkung bei Trockenheit 3. Hoher Anwenderkomfort betreffend Gebinde, Formulierung und Reinigung.

Unkrautfrei bis zur Ernte.

Das Resultat der Unkrautbekämpfungsmassnahmen kann erst bei der Ernte beurteilt werden. Dort entscheidet sich der Einfluss einer Verunkrautung auf den Kartoffelertrag, die Kartoffelqualität und die Erschwernis bei der Ernte. Während der Saison wird des öftern «etwas» Unkraut toleriert, welches dann bei der Ernte erheblich stört. In trockenen Jahren sollte der zusätzliche Wasserentzug und Ertragseinfluss des Unkrautes nicht unterschätzt werden. Die Mischungen mit dem Produkt Centium 36 CS für den Einsatz im Vorauflauf haben die letzten zwei Jahre auch bei Trockenheit überzeugt, insbesondere auch auf Betrieben im All-inOne Pflanzung. Der vom Raps her bekannte Wirkstoff Clomazone zeichnet sich durch seine hervorragende Wirkung gegen Klebern und Knöteriche aus. In Mischung mit Dancor 70 WG ergibt sich ein weites Wirkungsspektrum und geben die Möglichkeit Wirkungslücken zu füllen.

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Sofort nach dem Pflanzen spritzen und danach Flies verlegen

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Sofort nach der Pflanzung oder spätestens nach dem Durchstossen der Kartoffeln behandeln Gegen aufgelaufene Klebern, 40 g/ha Amaranthen und Ungräser. Auf 0,5 l/ha trockene Stauden behandeln. Sortenverträglichkeit auf Etiketten beachten 43


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PFLANZENBAU

Noch nicht ausgereizt DIE FUTTERBAUERTRÄGE, so wie sie im vergangenen Jahr geerntet wurden, lagen quantitativ auf hohem, qualitativ auf sehr hohem Niveau. Zwei neue Mischungen von UFA-Samen für Übersaaten in Naturwiesen sollen helfen, die Erträge auch künftig auf hohem Niveau halten zu können.

Der Grund für die hohen Futtererträge 2011 liegt vor allem beim Wetter. Die Trockenheit im Frühjahr konnten vor allem die Kunstwiesen mit ihren tief wurzelnden Arten gut wegstecken. Positiv kam dazu, dass bei den Erntearbeiten die Böden mit den schweren Erntemaschinen nicht «verkarrt» wurden und somit der Wiederaustrieb sehr positiv verlief. Genau im richtigen Augenblick änderte das Wetter. In der Zeit, in der die meisten Sonnenstunden pro Tag anfallen, wurde es regnerisch. Nicht allzu warm und viel Regen während dieser Zeit gibt bekanntlich viel Futter. Vor allem die Gräser profitierten von diesen Bedingungen überproportional. Ein fast nicht mehr endender Herbst füllte zudem die Futterlager noch vollständig.

Mischungswahl Das Wetter können wir – zum Glück – nicht beeinflussen, die Mischungswahl hingegen schon. Bei immer extrem werdenden Witterungsbedingungen kommt der richtigen Mischungswahl eine grössere Bedeutung zu. Es ist zentral, wenn die bestehende betriebliche Mischungswahl überprüft und gegebenenfalls an neue Situationen angepasst wird. Grosse Betriebe stellen oft ganz andere Ansprüche an die Futterbaumischung als kleinere Betriebe. Fahrsilobetriebe als Beispiel verlangen, dass die gesamte Fläche miteinander geerntet werden kann, um effizient und kostengünstig Ernten zu können. Da gibt es keinen Platz für eine pflanzengerechte, abgestufte Bewirtschaftungsintensität. Der Ideale Schnittzeitpunkt kann in der gleichen Gemeinde, je nach Standort um bis zu 10 Tage variieren. Da sind UFA-REVUE · 3 2012

Neue UFA-Mischungen «UFA Ensil»

«UFA U 462 AR»

Zusammensetzung

Zusammensetzung

Hanspeter Hug

Rotklee 2n

25 g/a

Weissklee kleinblättrig

5 g/a

Mattenklee 2n

25 g/a

Weissklee grossblättrig

10 g/a

Weissklee grossblättrig

30 g/a

Englisch Raigras früh

40 g/a

Italienisches Raigras 2n

30 g/a

Wiesenrispe

60 g/a

Italienisches Raigras 4n

30 g/a

Rohrschwingel

Bastard Raigras

70 g/a

Saatmenge

Englisches Raigras

70 g/a

Wiesenschwingel

70 g/a

Saatmenge

350 g/a

85 g/a 200 g/a

Eigenschaften • Übersaatmischung

Eigenschaften

• Für Naturwiesen und längerdauernde Kunstwiesen

• 2 bis maximal 3 Nutzungsjahre

• Für Mäh- und Weidenutzung

• Zum Silieren und Eingrasen

• Für sonnige, flachgründige und trockene Standorte

• Sehr gute Gülleverträglichkeit • Sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis • Sehr hoher Ertrag

Kompromisse nötig. Ein solcher Kompromiss heisst, dass die eine Parzelle etwas zu spät geerntet wird, die andere etwas zu früh. Im Silo kann es trotzdem eine recht gute Mischsilage geben, doch die Flächenerträge an Qualität und/oder Quantität sowie die Ausdauer leiden so darunter. Mit einer gezielten Mischungswahl kann diesem entgegengewirkt werden. Es gibt, je nach Art, recht grosse Unterschiede in der Frühreife der Gräsersorten. Frühreife Sorten sollten an späteren Lagen, spätreife Typen an frühen Lagen eingesetzt werden. Diese fachliche Ausreizung kann mit Kunstwiesenmischungen in Raigraslagen leicht gemacht werden. Die Überlegung nach der Raigrasart ist für die Erntezeitoptimierung entscheidend. Begrannte italie-

• Dichte Grasnarben • Sehr gute Gülleverträglichkeit • Exklusiv von UFA-Samen

nische Raigräser starten im Frühjahr schneller als die englischen, unbegrannten Arten. Die Gefahr zur Lagerung ist jedoch auch früher. Zudem schieben sie im zweiten Aufwuchs auch schneller als die englischen Raigräser. Mit dem gezielten Einsatz dieser pflanzenbaulich sehr relevanten Unterschiede kann der Futterbauprofi seinen Kunstfutterbau optimieren und die Erntezeitpunkte synchronisieren.

Mischungsrezepturen Sowohl UFA-Samen als auch die AGFF überprüfen die bestehenden Mischungen ständig und suchen, wenn nötig, nach neuen Varianten. Während die AGFF ihre Rezepte in Kleinparzellen mit Wiederholungen überprüft, macht dies UFASamen in Streifenversuchen und lässt 45


PFLANZENBAU Erfahrungen aus der Praxis mit einfliessen. Schon oft haben ungewollte «Bewirtschaftungsfehler» von Landwirten zu innovativen Ideen geführt. Ein grosser Beitrag zur Weiterentwicklung der Futterbaumischungen wird durch die Pflanzenzucht erreicht. Dank ausschliesslicher Verwendung von Sorten, die in der Empfohlenen Sortenliste von Futterpflanzen aufgeführt sind, erhält der Landwirt weltweit die geeignetsten, neusten und besten Zuchtsorten von Futterpflanzen.

Zwei neue Mischungen «UFA Ensil» ist eine neue zweijährige Mischung, die sich bestens zum Silieren und Eingrasen eignet. Der Name entstand durch das französische Wort «ensiler» (zu Deutsch «silieren»). Somit sagt bereits der Name, wie diese Mischung am besten verwendet wird. Durch die ideale Zusammensetzung der einzelnen Komponenten bringt diese Mischung einen sehr hohen Ertrag. Die Standard-

mischung «UFA 240» diente als Grundgerüst, wobei der Wiesenschwingel die Wiesenrispe ersetzt, die sich in vielen «240er»-Anlagen nie richtig etablieren konnte. Eingesetzt wird diese Mischung vor allem im ein- bis zweijährigem Nutzungsbereich. Als Mischung zur Weideoder Dürrfutternutzung eignet sie sich weniger. «UFA U 462 AR» ist die Übersaatversion der Standardmischung «UFA 462». Ihr Einsatz liegt in trockenen bis sehr trockenen Gebiete mit einer beschränkten Raigrasfähigkeit. Neue Zuchtsorten beim Rohrschwingel ermöglichen diese sehr trockenheitsverträgliche Art neu einzusetzen. Vor allem im MähweideUmtrieb oder in der reinen Mähnutzung kann der zuckerreiche Rohrschwingel eingesetzt werden. Sehr gute Trittfestigkeit und guter Narbenschluss zeichnen diese Mischung weiter aus. Sie ist eine Ergänzung des Sortimentes für Übersaaten in Naturwiesen mit Mäh- bis Weidenutzung. 䡵

Mit zwei neuen Mischungen ergänzt UFA-Samen das Sortiment.

Autor Hanspeter Hug, UFA-Samen, 8401 Winterthur

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Verschärfte Transportvorschriften Das neue Tierschutzrecht sieht eine Ausbildungspflicht für in Viehhandels- und Transportunternehmen tätige Fahrerinnen und Fahrer sowie für jeweils eine Person in leitender Funktion der Unternehmen vor. Die transportbezogene Ausbildung ist bei gewerbsmässigen Transporten vorgeschrieben. Eine Branchenlösung umschreibt die Gewerbsmässigkeit wie folgt: Ein landwirtschaftlicher Tiertransport mit einem landwirtschaftlichen Fahrzeug gilt als gewerbsmässig, wenn der Landwirt mehr als durchschnittlich einmal pro Woche beziehungsweise mehr als viermal pro Monat Tiere von Dritten in Schlachtbetriebe transportiert. Tiertranspor-

te mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen durch Landwirte, wie Transporte im Zusammenhang mit der Sömmerung, mit Märkten oder Ausstellun-

gen, gelten nicht als gewerbsmässig. Unter www.viehhandel-schweiz.ch finden Sie die Details zu den Ausund Fortbildungskursen. Proviande

Silo gut reinigen

Mortellaro: Genetik als Ursache

Kein maximaler Rostanteil

Grosse Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht führen im Frühling zu Kondenswasserbildung und damit zu einem besonders ausgeprägten Pilzwachstum im Silo. Würfelfutter verdirbt eher als Mehloder Expanderfutter, weil die feuchte Luft in den Hohlräumen besser zirkulieren kann. Wichtig ist, das Silo vor der Befüllung ganz zu leeren und mit dem Besen gut zu reinigen.

Bei der Selektion sollte darauf geachtet werden, ob eine Kuh anfällig auf Mortellaro ist. Die Anfälligkeit für diese Klauenerkrankung scheint

vererbbar zu sein, wie neue Studien aus England zeigen. Hauptaugenmerk bleibt aber weiterhin auf einer regelmässigen Klauenpflege und möglichst trockenen Laufflächen.

Früherkennung des Milchfieberrisikos

Fett oder Fleisch? Gentests sollen es künftig ermöglichen, in der Mast zwischen Tieren zu unterscheiden, die das Futter eher zu Fett verarbeiten, und solchen, die vor allem Fleisch ansetzen. Davon würde der Zuchtfortschritt profitieren. proplanta.de UFA-REVUE · 3 2012

Säure-Basen-Parameter im Harn sind nur beschränkt geeignet, um das Milchfieberrisiko früh zu erkennen. Die pH-Messung im Harn oder die Berechnung der Säure-BasenParameter, wie es der UFA-Beratungsdienst anbietet, liefern vergleichbare Infos. Das zeigt ein Versuch von Agroscope LiebefeldPosieux mit einer Grassilage-Maissilage-Heu-Ration für 100 Galtkühe.

Im Artikel «Genügend Zeit einberechnen» der UFA-Revue 1/12 wurde in der Tabelle ein maximaler Rostanteil (m2) erwähnt. Eine solche Forderung gibt es in der Tierschutzverordnung nicht. Diese schreibt nur eine minimale Gesamt- und eine minimale Liegefläche pro Tier vor. Als Minimum (nicht Maximum) für eine Aktivitäts- oder Kotfläche lässt sich die Differenz von Liege- zu Gesamtfläche ausrechnen. Der Rostanteil darf höher sein als diese Differenz, wenn die Gesamtfläche pro Tier mehr als die minimal vorgeschriebene Fläche beträgt. Die Fläche ausserhalb des Liegebereiches muss nicht unbedingt ein Rost sein, sondern kann aus unperforiertem Boden bestehen.

SAK: Für Sauen am meisten reduziert Die Faktoren zur Berechnung der Standardarbeitskräfte (SAK) auf einem Landwirtschaftsbetrieb sollen mit der Agrarpolitik 2014/17 dem aktuellen technischen Stand angepasst werden. Prozentual verlieren dabei die Zuchtschweine am meisten (– 50 %). Eine Grossvieheinheit Zuchtsauen zählt demnach noch 0.02 SAK. Eine bedeutende Veränderung gibt es auch bei der landwirtschaftlichen Nutzfläche (ohne Spezialkulturen), bei denen der SAK-Satz um 29 % auf 0.02/ha reduziert werden soll. Der Zuschlag für Kartoffeln

wird um 20 % auf 0.036/ha gesenkt und bei den «anderen Nutztieren» (Mast-, Aufzuchtrinder, Pferde usw.) betragen die SAK neu 0.025 (– 17 %). In der Agrarpolitik haben die SAK eine Bedeutung für den Erhalt von Direktzahlungen (mindestens 0.25 SAK) und Strukturverbesserungsbeiträgen (meist mindestens 1.2) sowie für die Einstufung als landwirtschaftliches Gewerbe (mindestens 1, in einigen Gebieten 0.75), damit Familienmitglieder den Betrieb zum Ertrags- statt zum Verkehrswert übernehmen können. Änderungen sind vorbehalten. Denn die Agrarpolitik 2014/17 wird im Bundesparlament noch diskutiert.

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 49


NUTZTIERE

Ticken Hochleistungskühe anders? DIE BRUNSTERKENNUNG ist bei Hochleistungskühen schwieriger, weil sich die Dauer verkürzt, während der das Tier «steht». Wird die Fruchtbarkeit pro Kilogramm Milch betrachtet, stellen längere Zwischenkalbezeiten nicht unbedingt ein Problem dar. Jedoch lohnt es sich, mehr in die Tierbeobachtung und/oder entsprechende Hilfsmittel zu investieren.

Seit Domestikationsbeginn werden Kühe selektiert. Jahresleistungen von 10 000 kg Milch und darüber kommen immer häufiger vor. Beim Rind sind 44 charakteristische Verhaltensweisen bekannt, die sich mit höheren Leistungen teils verändern. Entsprechend muss das Management reagieren.

Wilfried Brade

Mehr Mahlzeiten Als tagaktive Die Fruchtbarkeit ist bei Hochleistungskühen die bedeutendste Herausforderung.

Tiere fressen Rinder 60 bis 90 % der Futtermenge in der Hellphase. Der höhere Energie- beziehungsweise Nährstoffbedarf führt dazu, dass die hochleistende Kuh vergleichsweise länger am Futtertisch verweilen muss. Gleichzeitig steht der Hochleistungskuh weniger Zeit zum Ruhen und Liegen zur Verfügung. Der Landwirt kann das Ruhebudget wie folgt beeinflussen:

Liegen/Ruhen soziale Interaktionen Wiederkauen Trinken Management bedingte Aktivitäten

Milchmenge

Zeitbedarf pro Tag (h) 3–6 (9 – 14 Mahlzeiten) 12 – 13 2–3 7 – 10 h 0.3 2 – 3.5

Grafik: Wahrscheinlichkeit der Brunsterkennung aufgrund des «Stehens» beim Bespringen 100

Prozent

80 60 40 20 0

30

34

Beobachtungsintervalle: 50

38 42 46 Milchleistung (kg/Kuh/Tag)

6h

12 h

ren, zu akzeptieren. Allgemein gilt, dass die Galtzeit etwa das Zwei- bis Dreifache der Milchmengenleistung in der Laktationsspitze betragen soll (z. B. bei 43.5 kg Milch/ Kuh/Tag etwa 100 Tage).

Nicht zu schnell Auf der Weide le-

Tabelle: Zeitbudget für laktierende Kühe (= Orientierungswerte) Aktivität Fressen

• Gezielte Gruppenbildung: höhere Energie- und Nährstoffdichte im Futter für die höher leistenden Tiere. • Kraftfutter-Automatenfütterung: höhere Kraftfutterzuteilung bei höherer Leistung.

50

24 h

mal

zwei Viele

Milcherzeuger stellen negative Tendenzen bei der Herdenfruchtbarkeit hochleistender Kühe fest. Zu den Ursachen gehören das Energie- und Nährstoffdefizit in den ersten 70 bis 80 Laktationstagen, die begrenzt verfügbare Zeit für die Brunstbeobachtung oder eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit. Die Brunstdauer (Beginn bis Ende des «Stehens») scheint bei Hochleistungskühen kürzer zu sein. Diese Verhaltensänderung erfordert eine intensivere Herdenbeobachtung und -betreuung (Grafik). Gleichzeitig ist der Einsatz technischer Hilfsmittel (z. B. Pedometer) mit zunehmender Herdengrösse empfehlenswert. Auch sollte es durchaus rentabel sein, längere Zwischenkalbezeiten für hochleistende Tiere, im Vergleich mit den leistungsschwäche-

gen Rinder etwa 3 bis 4 km zurück. Vor allem laktierende und hochtragende Kühe sollten nicht zu schnell getrieben werden. Geschwindigkeiten von über 5 km/h bedeuten für sie Stress.

Fazit Wie sich eine Kuh verhält, hängt von der Genetik, Haltung und vom Management ab. Hochleistungskühe benötigen nicht nur eine intensivere Fütterung, sie sind auch auf eine intensivere (Brunst-)Beobachtung und Betreuung angewiesen. 䡵 Autor Prof. Dr. Wilfried Brade, Tierärztliche Hochschule Hannover, 30159 Hannover. www.tiho-hannover.de

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Fortsetzung Seite 54 51


DF_Bio_0312 ok_2012 28.02.12 15:37 Seite 52

BIO-SEITE

Vorteil für Bio-Milchbetriebe UNTERSCHIED ZWISCHEN BIO UND ÖLN Bio-Milchbetriebe haben eine niedrigere Milchleistung pro Kuh, aber höhere Direktzahlungen und einen höheren Milchpreis. Dadurch stehen sie besser da als ÖLN-Betriebe. Bei den gemischtwirtschaftenden Betrieben ist der Unterschied zwischen Bio und ÖLN nicht so stark ausgeprägt.

Dierk Schmid

Die Direktzahlungen sind aufgrund der Bio-Beiträge und des grösseren Anteils an RAUS-Programm höher. Bild: sinnart.com

Der Einkommensvorteil bei biologischen Gemischtbetrieben ist gegenüber ihren Kollegen mit Ökologischem Leistungsnachweis (ÖLN) weniger stark ausgeprägt als bei den auf Milchvieh spezialisierten Bio-Betrieben. Aus den Zahlen der Zentralen Auswertung von Buchhaltungen der Jahre 2007 bis 2009 können die Gründe aufgezeigt werden.

grösseren Anteil Spezialkulturen zurückgeführt werden kann. Die Kosten für Nährstoffe und Pflanzenschutz sind in den Buchhaltungsergebnissen im biologischen Pflanzenbau nicht direkt erkennbar. Sie ergeben sich

vor allem durch eine weitere und anders gestaltete Fruchtfolge, höheren Arbeitseinsatz und der Kombination mit Tierhaltung. In der Summe führt dies zu einem Einkommensunterschied von rund 8000 Franken.

Bio-Milchproduktion Die BioMilchviehbetrieben produzieren bedingt durch die leicht kleinere Anzahl Kühe und niedrigere Milchleistung pro Kuh zwar insgesamt weniger Milch, durch den höheren Milchpreis ist aber die Rohleistung aus der Milch nur unwesentlich geringer als bei den ÖLNBetrieben. Die Direktzahlungen sind aufgrund der Bio-Beiträge und des grösseren Anteils an der Teilnahme im Programm für Regelmässigen Auslauf für Tiere im Freien (RAUS) höher. Niedrigere Kosten bei den Bio-Betrieben sind in erster Linie Folge des gemäss den Bio-Richtlinien geforderten geringeren Kraftfuttereinsatzes, der in direktem Zusammenhang mit der Milchleistung steht. Insgesamt ergibt sich bei gleichem Arbeitseinsatz ein Einkommensvorteil von rund 20 000 Fr. Gemischtbetriebe

Diese Gründe gelten weitgehend auch bei den Gemischtbetrieben. Jedoch sind diese Betriebe im Vergleich mit ihren ÖLN-Kollegen etwas kleiner und halten weniger Kühe, was zu einer niedrigeren Rohleistung aus der Milch führt. Trotz kleinerem Anteil an offener Ackerfläche erreicht die Rohleistung im Pflanzenbau höhere Werte, was auch auf den etwas

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3 2012 · UFA-REVUE


DF_Bio_0312 ok_2012 28.02.12 15:38 Seite 53

BIO-SEITE Fazit

Bio-Milchbetriebe haben eine niedrigere Milchleistung pro Kuh, aber höhere Direktzahlungen und Milchpreise. Sie stehen besser als ÖLN-Betriebe da. Bei den gemischtwirtschaftenden Betrieben ist der Unterschied zwischen Bio und ÖLN weniger ausgeprägt. Diese Zahlen eignen sich nicht direkt als Grundlage für eine allfällige Umstellungsentscheidung. Sie spiegeln den strukturellen Unterschied des Produktionssystems im wirtschaftlichen Bereich wieder. Die ökonomischen Auswirkungen einer Umstellung auf Bio-Produktion müssen betriebsindividuell geprüft werden. Neben Produktionstechnik und Investitionsentscheiden spielen auch Fragen der Absatz- und Vermarktungsmöglichkeiten eine Rolle, da der Preis für die Produkte ein entscheidender Faktor ist. 䡵

KURZMELDUNGEN

Tabelle 1: Verkehrsmilchbetriebe Talregion, 10 – 30 ha 2007 – 2009 in Fr. Rohertrag Total davon Milch davon Direktzahlungen davon Bio-Beiträge davon BTS / RAUS Fremdkosten total davon Futtermittel davon Maschinen davon Gebäude, feste Einrichtungen davon Personalkosten Landwirtschaftliches Einkommen Ausserlandwirtschaftliche Einkommen Milchproduktion (kg)

Bio 251 700 111 000 54 300 5 400 7 600 164 000 22 800 24 000 37 200 11 800 87 700 21 600 147 000

Nicht-Bio 238 700 116 400 42 800 0 5 700 170 100 28 700 23 600 34 400 11 200 68 600 20 700 175 000

Quellen der beiden Tabellen: ART, Referenzbereiche der zentralen Auswertung

Tabelle 2: Gemischtbetriebe Talregion, 10 – 30 ha 2007 – 2009 in Fr. Rohertrag Total davon Pflanzenbau davon Milch davon Direktzahlungen davon Bio-Beiträge Fremdkosten total davon Dünger und Pflanzenschutz davon Futtermittel davon Gebäude und feste Einrichtungen Landwirtschaftliches Einkommen Arbeitsverdienst je FJAE Ausserlandwirtschaftliche Einkommen Milchproduktion (kg)

Bio 218 200 42 200 68 900 46 600 7 400 148 400 1 100 13 600 41 300 69 800 44 000 18 100 102 200

Nicht-Bio 235 200 37 800 81 400 44 300 0 173 600 7 800 22 200 30 900 61 600 41 900 23 800 126 900

Bio-Pioniere im Film Thomas Alföldi und der Filmemacher Benno Hungerbühler erzählen mit dem Film «Zwischen Zorn und Zärtlichkeit» die Geschichte des Bio-Landbaus und all seinen Pionieren wie zum Beispiel Hanni Buess, Fritz Dähler, Christof Dietler, Ursina Eichenberger, Padruot Fried, Ernst Frischknecht, Regina Fuhrer, Martin Ott, Werner Scheidegger, Otto Schmid und vielen mehr. Bezug: FiBL, Postfach, 5070 Frick, 062 865 72 72. Preis: 30 Fr. (Bio-Suisse-Mitglieder 15 Fr.). Wer die Geschichte des FibL kennenlernen will, dem steht übrigens auch ein Film auf youTube.com zur Verfügung. «Die FiBLChronik». info.suisse@fibl.org

Bio-Betrügern auf der Spur Im Dezember 2011 deckten Ermittlungsbehörden einen gross angelegten Handel mit gefälschten Bioprodukten auf. Nun wollen Wissenschaftler aus elf europäischen Ländern den Bio-Betrügern das Leben schwer machen. Bislang konnten Bio-Produkte verkauft werden, sofern der landwirtschaftliche Betrieb als Bio-Betrieb zertifiziert ist. Eine Kontrolle der Lebensmittel selbst gab es nur in Verdachtsfällen. Mit dem europaweiten Forschungsprojekts «Authentic Food» soll nun gemäss dem Newsletter Forschung Ökolandbau geklärt werden, inwieweit Aussagen über die Produktionsweise der Lebensmittel getroffen werden können. Mit verschiedenen Analysemethoden lassen sich heute feinste Spuren von Pestizidrückständen nachweisen. Auch die geografische Herkunft mancher Lebensmittel kann geklärt werden.

Knospe-Lizenz 2011 verzeichnet die Bio-Suisse erstmals wieder eine steigende Zahl an KnospeLandwirtschaftsbetrieben. Auch hat auf Ende 2011 zum ersten Mal die Zahl der Knospe-Lizenznehmer bei den Verarbeitungs- und Handelsbetrieben die 800er Marke überschritten.

Label-Schulung für Profis • 27. März 2012: Schulung über Bio-Verordnungen (CH, EU, USA, CA). Autor Dierk Schmid, Dipl. Ing. sc. Agr., ist Mitarbeiter der zentralen Auswertung von Buchhaltungsdaten. Forschungsanstalt Agroscope ReckenholzTänikon ART, 8356 Ettenhausen.

INF BOX INFO

www.ufarevue.ch

UFA-REVUE · 3 2012

3 · 12

• 22. Mai 2012: Bio-Labels (Knospe, M-Bio, Demeter, Bio Natur Plus). • 19. Juni 2012: Berg- und Alpverordnung, Max Havellar, Suisse Garantie, Aus der Region. Kursort ist Bio-Inspecta, FiBL, Frick (AG). Der Kurspreis beträgt für Bio-InspectaKunden 750 Fr. und beinhaltet Dokumentation und Verpflegung. Auskunft: Roland Bitzi, 寿 062 865 63 11 roland.bitzi@bio-inspecta.ch. 53


Marktplatz Fortsetzung von Seite 51

LANDTECHNIK zu verkaufen Mäher Aebi AM30, Diesel; Heuwiesel, mit Sitz; Mäher Agria, alt  033 783 13 75 Pneu, min. 95%, Michelin 650/65 R38 hinten, Michelin 540/65 R28 vorne  079 404 82 57 KunststoffheizölDieseltänke, 2 Stk., 2000 l, Tänke sind nicht vergilbt, in schön weissem einwandfreien Zustand, entleert, ohne Auffangwanne, Fr. 150/Stk., im Paket Fr. 250, Kt. Bern  079 328 76 63 Motormäher Brielmaier, 27 PS, mit 2.6 m Mähbalken  081 738 10 16 oder 081 738 14 46 Traktor Fendt 209 und 211, Vario TMS, in Vollausrüstung, Vorführmaschine  077 492 51 10 Waschmaschine Wyss, Fr. 500, Inhalt 4.5 kg  077 492 51 10 Traktor MF 245, 2 Rad, Mauser Kabine, 8 Gang Getriebe, 6900 h, Fr. 6800  079 235 49 62 Motormäher Rapid 505, mit Schneepflug und Schneeketten, Fr 1200; Staplermast, mit Pallettgabeln, ca 3.2 m Hubhöhe, Fr. 1000; Ausleger, mit Messerbalken und Messer, von Aebi Am 52, Fr. 200  062 299 04 36 Traktor Same Dorado 85, Jg. 2001, 3600 h, FH, evtl. mit Doppelrad  079 216 52 13 Motormäher Brielmaier, 27 PS, mit 2.6 m Mähbalken  081 738 10 16 oder 081 738 14 46 Waschmaschine Schulthess Spirit 5050, guter Zustand, Fr. 300  079 713 34 82 Holz, ab Wald, geschlagen oder zum selber fällen  071 633 31 49 54

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Autoanhänger Wiederkehr, Gesamtgewicht 1500 kg, Nutzlast 990 kg, Ladefläche 170 cm x 400 cm, mit Blachen-Verdeck, Auffahrrampe, guter Zustand, VP. Fr. 3800  078 744 30 32

Kreiselschwader, 2.8 m, mit Stützrad  052 745 21 12 oder 079 567 83 11

Traktor International 423, 42 PS, 11000 h, Jg. 1967, vorne neue Pneu, hinten 80%, mit leichtverdeck und Doppelrad, hydraulische Lastschaltstufe, sehr guter Zustand, ab MFK. Verhandlungspreis Fr. 10'000  079 775 37 02

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4 Rad-Holzwagen, Fr. 150  079 470 26 57 oder 052 657 27 74 Rasenkehrmaschine Wiedenmann, an Rasentraktor, mit Benzinmotor 7 PS, auch zum Laubsammeln geeignet, VP. Fr. 950; Unkrautbürste Nimos Honda zur Entfernung von Unkraut auf Pflasterstein und an Strassenrändern NP. Fr. 7500, VP. Fr. 2100  078 744 30 32 Tränkefass, 1000 l, mit TB oder Trog, verzinkt, Fr. 1150; Aluminiumtüren; Laufhofabschrankungen, in diversen Ausführungen; Weidefutterraufen, in div. Ausführungen, 12 Pl. Rundbogen, Fr. 900 inkl. MwSt. 7.6 %; Div. Kälberiglus, inkl. Umzäunung, mit Tränkevorrichtung und Heuraufe, Fr. 590, inkl. MwSt; Futtersilo, für aussen; Weideunterstand, mit Pultdach, Holzwände, Eisenkonstruktion, verzinkt, 4 x 3 m  079 514 69 87 Pirouette Pöttinger, semi-portée, Eurohit 91, AZ 2007, Fr. 16'000; Eclateur Kurmann K618, Twin 2003, Fr. 6000  079 610 93 73 Pferdeboxen, in div. Ausführungen; Weidezelt, 3.6 x 3.6 m, Montage auf Panels; Kunststofftank, 1000 l, Fr. 30  079 514 69 87 Traktor Ford 2910, Jg. 85, MFK 2.11, 5100 Betriebsstunden, Bereifung 9 x 36 und 12 x 32, VP. Fr. 7500;

Reihendünger-Sägerät Haruwy, mit 8 Abgängen, für Maiskartoffeln etc.  077 492 51 10

Landw. Frontmähwerk Mörtl FT292, 1000 l, sehr gepflegt, frisch rev., alle Messer neu, div. Lagerungen & Teller ersetzt, Vorbereitung für Seiten-Schub, mit schwenkbarem Aufnahmebock, Fr. 3900  061 983 98 61 Karottenvollernter Simon, Fr. 7800; Spritze Birchmeier, Balken 12 m gepr., Fr. 650; Schreckschussapparat, mit Gassflasche, Fr. 350  079 259 56 80 Silierwagen Gilioli; LKW Anhänger, 6.5 x 2.2, günstig, ab Platz  079 251 24 14 2-Scheiben Düngerstreuer Kuhn ZSB 900, Trichter 120 cm x 190 cm, mit Aufsatz Platz für 1200 kg Ammonsalpeter, einsatzbereit, Fotos unter www.emmerhof.ch, Fr. 1800  052 680 18 58 Laveuse à eau froide Favaro, 150 bar, excellent état, Fr. 300  079 332 08 73 Komplettrad zu FordNewHolland 420/70R28 Kleber Fitker, 80% Profil, Fr. 1150 pro Stück  078 614 77 07 Ladewagen Pöttinger, Trend1, Tiefgänger, AS Pneu  034 435 14 80 Doppeltrommelwinde, mit Funk, 2 x 6 t, Fr. 10'800; Ballenladewagen, für Kleinballen, Fr. 800  079 653 64 77 Motormäher Rapid Euro 4 occ., mit 2.5 m Mähbalken, mit Stollenrad, top Zustand, von Privat  079 455 73 48

Mistzetter Mengele ES 45, Agrar LW 270; LW Pöttinger Boss 511 T; Teleskopgebläse Gehl 1540, mit Motor Bührer, Räder 6-Loch 9 5R 36, Düngerstreuer Vico, 402 PS  044 942 23 16 Autom. Schlauchaufroller Raasm, bis 200 Bar für Wasser, Luft sowie auch Niederdruck, mit 3/8 und 1 Zoll-Anschluss, beste Qualität, zum halben Preis  079 792 57 67 2-Schar Pflug Althaus Non-Stop, mit neuen Verschleissteilen, Ladeaggregat zu LW Pöttinger Top kpl. rep., mit neuen Verschleissteilen und neuwertiges Pick-up, nur für Heu gebraucht; Schaufelrührwerk Fankhauser  078 627 41 02 Wischmaschine Hako Hamster 700E, Arbeitsbreite 75 cm, BatterieElektroantrieb mit Ladegerät, NP. Fr. 6500, VP. Fr. 1500; Kehrmaschine Hako Hamster 800V, Benzinmotor, Fahrantrieb vor- und rückwärts, Arbeitsbreite 81 cm, ab Service, VP. Fr. 2800  078 744 30 32 Reform Muli 575 G, Jg. 01, PS 72, 40 km/h; Vielschnitt-Ladegerät, Reform, 19 m3; Aufbaupumpfass O+Z, 4000 l, mit Hochdorfpumpe; Aufbaumistzetter, alter Saco  041 887 06 30 Scharhackgerät Rau Sicam, 6-reihig, hydr. klappbar, automatische Steuerung, Beleuchtung, neuwertiger Zustand, sehr wenig gebraucht, günstiger Preis  079 420 82 74 oder 044 941 23 02 Tandem-3-Seitenkipper; Einachs-3Seitenkipper  079 278 45 31 Grossballenpresse Claas 1200, mit Schneidewerk, Fr. 24'000  044 860 03 91 Bergmäher Aebi AM 20, Jg. 07, 10 Betriebsstunden, 1.75 m, Doppelrad, mit Garantie, Fr. 8300  079 445 61 28

Silohäcksler Eberl 2200, günstig; 2 Lastwagenpneu, 9.00 r20 95%  078 723 90 48 Laubbläser Komatsu EB76200, ab Service, betriebsbereit, Fr. 300  055 440 34 64 Hydraulikaggregat, mit Honda Motor, 6.5 PS, mit Anlasser, mit Öltank 20 l; 2-Tonnenbagger, mit Tandemanhänger; Ladewagen Pöttinger, Trend, Tieflader; Heumesser, schneidfix; Holzhacker, mit Benzinmotor  079 457 69 77 Spülautomat de Laval Alwa 1600; Messerschleifgerät Rotax Combi, ohne Motor  079 713 34 82 Kreiselschwader Pöttinger Top 28, abnehmbare Armen, Tastrad, sehr guter Zustand, Fr. 2400  079 445 61 28 Standhäcksler Ibr Botsch 33 Hg  079 580 16 37 oder 056 242 18 91 Kreiselheuer Pöttinger Hit 54 A, gezogen, hydraulisches Heben der Kreisel, 5.2 m, sehr guter Zustand, Fr. 2500  079 445 61 28 Gebläserohre Aebi, 400 mm, 2 m Segmente, 1 Segment mit Drehkranz, inkl. Spannschellen, Einsatz nur in Dürrfutter, in tadellosem Zustand, Fr. 100  079 328 76 63 Kt. BE Pferdeanhänger, Jg. 2000, Leergewicht 737 kg, Gesamtgewicht 2000 kg, Stützlast 100 kg, Polyesterdach, ungeprüft, Fr. 2300  079 772 12 60 Eternit-Dachplatten, Asbest geprüft, div. Längen, ca. 70 Stk; Diesel- oder Heizöltank, 2000 l, mit Auffangwanne; Messerschleifapparat  061 761 51 18 Kratzbodenwagen JF 5000, Tandem, günstg  079 778 10 87 Tracteur Hürlimann D90, expertisé, Fr. 3500  079 549 83 07 Fortsetzung Seite 61 3 2012 · UFA-REVUE


TOP ANGEBOTE ATTRAKTIVE KONDITIONEN

UFA-Futtertage 10 % Rabatt auf UFA-Hobbytierfutter Frühbezugsaktion CAKE-BLOC und UFA 999 8. bis 10.3.2012 SPEZIALITÄT DES MONATS

UFA-Rumilac Rabatt Fr. 20.–/100 kg bis 31.3.2012 AKTION

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Gratis-Zubehör für über Fr. 1200. – bei Kauf eines Vario bei UFA bis 31.3.2012

UFA-AKTUELL UFA-ACTUEL

UFA-Futtertage in Ihrer LANDI 8. bis 10. März Vom 8. bis 10. März 2012 finden in Ihrer LANDI die alljährlichen UFAFuttertage statt. Auf Hobby- und Profitierhalter warten attraktive Rabatte und tolle Beigabeartikel. • CAKE-BLOC und UFA-Leckschalen erleichtern die Mineralstoffzufütterung und sichern die Bedarfsdeckung bei den Tieren. • UFA Schaf- und Ziegenfutter mit dem Zusatz «ProRumin» stehen für eine hohe Pansenaktivität dank Lebendhefen, eine gute Energieverwertung dank Niacin sowie eine hohe Schmackhaftigkeit dank Kräuterzusatz. • Die Produktion von Geflügelfutter gehört seit langem zur Kernkompetenz der UFA. Eine ideale Futterstruktur weisen Expanderfutter wie UFA 505 auf. Sie sind hygienisiert und die Nährstoffe sind besser verfügbar. • UFA-Kaninchenfutter enthalten Fenchel, was die Schmackhaftigkeit erhöht, die Widerstandskraft

der Tiere stärkt und die Milchproduktion der Zibben fördert.

Grosser Wettbewerb Während der Futtertage führen verschiedene LANDI einen Wettbewerb durch. Als Preis lockt ein Kaninchen-Tranchierset.

10 % Rabatt auf dem UFA Kaninchen-, Geflügel-, Schafund Ziegenfutter; Gratis-Ohrengarn bei Bezug von HYPONAFutter für über Fr. 150.–; attraktive Konditionen bei CAKE-BLOC und UFA-Leckschalen: Das alles gibt es an den UFA-Futtertagen!

TIPP DES MONATS CONSEIL DU MOIS

UFA-Rumilac Blähschutz

UFA-Rumilac ist bis am 31. März 2012 mit einem Rabatt von Fr. 20.– pro 100 kg erhältlich. UFA-REVUE · 3 2012

Junge Pflanzenbestände, ein hoher Anteil Leguminosen sowie rasch abbaubare Proteine begünstigen Blähungen mit schaumiger Gasbildung im Pansen. In Speichel hätte es schaumbrechende Komponenten. Bei hastigem Fressen ist die Einspeichelung aber zu gering. UFA-Rumilac enthält reinen Dorsch-Lebertran von hochstehender Qualität und verhindert

eine übermässige Schaumbildung im Pansen. Darüber hinaus werden die Tiere via UFA-Rumilac mit fettlöslichen Vitaminen (A, E) und Omega-3-Fettsäuren zur Stärkung

des Organismus sowie mit appetitanregenden Kräutern wie Hagebutten, Kamille und Brennesseln versorgt. Die Verabreichung ist einfach und arbeitssparend.

Das Problem

Junge Wiesenbestände, viel Leguminosen, rasch abbaubare Proteine, schnelles Fressen.

Die Symptome

Schaumbildung und Blähung im Pansen.

Die Lösung

Für Kühe bis 250 g, für Schafe und Ziegen bis 50 g UFA-Rumilac pro Tier und Tag vorbeugend einsetzen. 55


UNTERWEGS MIT... EN ROUTE AVEC …

UFA-Zuchttechniker Peter Guggisberg «Trotz vielen Dienstjahren bei der UFA habe ich kein Problem, mich zu motivieren – auch weil die Schweinezüchter sehr motivierte Kunden sind», stellt Peter Guggisberg fest. Seit über 30 Jahren ist der Schweinespezialist bei UFA/Anicom tätig. Als Zuchttechniker nimmt er die Lineare Beschreibung und Ultraschallmessungen auf den Kernzuchtund Vermehrungsbetrieben vor und organisiert den Zuchttierhandel mit der Anicom.

Kernzuchtbetrieb Heute steht ein Besuch bei der Familie Liechti in Utzenstorf auf dem Programm. Auf diesem Kernzuchtbetrieb werden PREMO®Eber der Rasse Edelschwein-Vaterlinie für den Verkauf an Produktionsbetriebe und für die KB-Station sowie Jungsauen (EdelschweinMutterlinie) für die Vermehrung von PRIMERA®-Sauen gezüchtet. «Ich will Qualität produzieren – das schulde ich meinen Abnehmern», versichert Urs Liechti. Der Grundstein für eine hohe Qualität ist eine konsequente Selektion der Tiere. Ultraschall und Lineare Beschreibung Das geht so: Sauen und Eber im Gewichtsbereich von 80 bis 120 kg werden beschrieben und gewogen, um den Lebendtageszuwachs zu berechnen. Danach misst Peter Guggisberg die Fett- und Fleischauflage am Rücken mit dem Piglog-Gerät. Das Gesäuge wird auf Anzahl Zitzen links und rechts, Anzahl Stülpzitzen und Anzahl Zwischenzitzen (schwächer entwickelt

und zwischen normalen Zitzen) beurteilt. Bei den Hintergliedmassen gehören X-O-Beinigkeit, Säbel-Stuhl-Beinigkeit und die Fesseln (weich/steil) sowie die Innenklauen (verkleinert/vergrössert) zu den Kontrollpunkten. Peter Guggisberg verfügt über ein geschultes Auge, so dass die Lineare Beschreibung speditiv verläuft. Die erhobenen Daten werden der Suisag elektronisch übermittelt. Rund zwei Drittel der Tiere erreichen das Soll und können an die Vermehrung weitergeleitet werden. Neben der Ohrenmarke der Tierverkehrsdatenbank (TVD) erhalten zuchttaugliche Eber auch die PREMO®-Marke. Ausserdem erfolgt gleichzeitig die Rotlauf- und Parvoschutzimpfung. Ungeeignete Tiere werden von Urs Liechti konsequent herausselektiert und geschlachtet.

Seit 1967 im Geschäft Der Be-

techniker tätig. Für die langjährige Zusammenarbeit mit UFA/Anicom nennt Urs Liechti folgende Gründe: • Gesicherter Tierverkauf zu bestmöglichen Preisen – auch in schlechten Zeiten. • Korrekte Tierselektion im UFA 2000 Zuchtprogramm. • Kompetente Beratung.

27 abgesetzte Ferkel UFA 2000 Kern- und Vermehrungszüchter gehören zur europäischen Spitze. Pro Sau und Jahr setzen sie über 26.3 Ferkel ab, die Saugferkelverluste befinden sich deutlich unter dem Schweizer Schnitt. Auf dem Betrieb Liechti werden in der Edelschwein-Mutterlinie gar 27 Ferkel pro Sau und Jahr abgesetzt.

Mix für Mast und Aufzucht Bei den Sauen kommt das Säugendfutter

trieb Liechti ist im Jahr 1967 in die Schweinezucht eingestiegen. Bereits damals arbeitete man mit der Anicom zusammen, seit 1980 kam das Zuchtprogramm UFA 2000 ins Spiel. «Dies war ein wichtiger Schritt in unserer Betriebsentwicklung», erinnert sich Urs Liechti. Während der ganzen Zeit war Peter Guggisberg auf dem Betrieb als Zucht-

Betriebsspiegel Urs und Annemarie Liechti, Marcel (17 Jahre), Melanie (12), 3427 Utzenstorf Nutzfläche: 36 ha Tierhaltung: 70-80 Muttersauen, 200 Mastplätze, 250 Jager- und Aufzuchtplätze Arbeitskräfte: Betriebsleiter, 1 Angestellter, Mithilfe durch Grossvater Hans

Peter Guggisberg, 3128 Kirchenthurnen Geboren:

5. Juni 1955

Familie:

Zwei erwachsene Söhne

Werdegang: Seit 1978 bei der UFA, zuerst als Zuchtberater und seit zehn Jahren als Zuchttechniker Hobbys:

Familie, Garten, Sport, Männerriege

Motto:

«Schweinezüchter motivieren und mich von ihnen motivieren lassen.»

56

Mit UFA 2000 Ferkeln einen Schritt voraus PREMO®-Eber stammen aus der erfolgreichen Edelschwein-Vaterlinie. Dank einer konsequenten Zucht auf den UFA 2000 Kernzucht- und Vermehrungsbetrieben

ist PREMO® ein ausgesprochen leistungsstarker Endprodukte-Eber mit hervorragender Fleischqualität. PRIMERA®-Jungsauen sind eine Kreuzung von reinrassigen Tieren der Rassen Schweizer Edelschwein und Schweizer Landrasse zur vollen Aus3 2012 · UFA-REVUE


UFA 361-6 Extra (14 MJ VES/kg) und das Galtsauenfutter UFA 362-6 Extra (11.8 MJ VES) zum Einsatz. Um nicht ein zusätzliches Silo aufstellen zu müssen,

Für die Zucht vorgesehene Eber erhalten die blaue PREMOOhrenmarke.

werden die beiden Extra-Produkte für die Mast- und Aufzuchttiere zusammengemischt (85 % Säugendfutter).

Drei Futter für die Kleinen Bereits ab zwei Lebenstagen wird den Ferkeln das neue FRESTA® Gel in einer Schale zugefüttert. Besonders bei leichten Ferkeln bewährt sich dieses gelartige Produkt, weil es den Übergang von Muttermilch auf Prestarter oder Starterfutter erleichtert und die Muttersau entlastet. Ab der zweiten Lebenswoche verabreicht Urs Liechti dann Starterfutter, so dass die Ferkel beim Absetzen bereits an feste Nahrung gewöhnt sind und nicht in ein «Loch» fallen. Eine bis zwei Wochen nach dem Absetzen kommt der Wechsel auf UFA 412-6, wobei die Futterumstellung über rund sieben Tage schrittweise erfolgt. Ein Teil der Mastjager geht via Anicom in den TerraSuisse-Kanal.

Wühlerde und Eisenzucker Was die Eisenversorgung anbelangt, hat Urs Liechti – als Ergänzung zur Eisenspritze – gute Erfahrungen mit UFA-Fenergie (u.a. Eisenzucker) und UFA 303 Wühlerde gemacht, die beide mit dem Starterfutter gemischt werden können. Neben Eisen enthält UFA 303 auch Huminsäuren, welche toxische Verbindungen und Durchfallerreger in Schach halten helfen. UFA-Fenergie liefert noch Vitamin C und E zur Stärkung des Immunsystems. Wann steigen die Preise? Die konsequente Zuchtarbeit und professionelle Produktionstechnik werden aktuell von der Marktsituation überschattet. Zusammen mit allen Schweinehaltern wünscht sich Urs Liechti, dass die Preise bald wieder steigen. «Die momentane Marktlage ist gravierend», spricht er Klartext. Unter den gegenwärtigen Bedingungen will sich Urs Liechti vorwiegend darauf konzentrieren, die Schweinehaltung weiter zu optimieren und Kosten zu senken. 䡵

Mit dem Einsatz einer Mischung aus den beiden UFA-SauenPhasenfutter wird ein Silo eingespart.

BLICKPUNKT POINT DE VUE

Urs Liechti, Utzenstorf (BE).

«Der Beitritt ins UFA 2000 war für unseren Betrieb ein wichtiger Erfolgsfaktor.» nützung des Heterosiseffektes. Die Kombination PREMO®-PRIMERA® im UFA 2000 bedeutet: • überdurchschnittlich viele abgesetzte Ferkel • sehr gutes Wachstumsvermögen • starke Futterverwertung UFA-REVUE · 3 2012

• homogene Schlachtschweine • beste Schlacht- und Fleischqualität Da sich PREMO®-PRIMERA®Nachkommen im Hinblick auf die Bezahlungsmaske der Proviande als optimal erweisen, geht Urs Liechti davon aus, dass sich diese Schweizer

Genetikmarke weiter durchsetzen wird, mahnt aber auch: «Die Entwicklung muss weitergehen». Dazu trägt Peter Guggisberg zusammen mit den anderen UFA-Zuchttechnikern Toni Agner (Zentralschweiz) und Alois Gämperli (Ostschweiz) täglich bei.


ERFOLG IN DER PRAXIS SUCCÈS DANS LA PRATIQUE

LESE-FUTTER À LIRE Gratis für HYPONA-Kunden Das blaue HYPONA-Ohrengarn bildet die passende Ergänzung zur bestehenden Schabracke. Die Ohren sind aus elastischem Material gefertigt und passen sich den unterschiedlichen Formen der Pferdeohren optimal an. Beim Kauf von HYPONAPferdefutter im Wert von mindestens Fr. 150.– gibt es gratis ein HYPONA-Ohrengarn (2 Stück ab Fr. 300.–, solange Vorrat)!

Jörg Hottinger, Samstagern (ZH).

Praktisch: Propylenglykol in Würfelform «Seit ich UFA-Ketonex EXTRA verfüttere, tritt Azeton bei meinen Kühen deutlich seltener auf», stellt Jörg Hottinger fest. Der Landwirt hält 50 Brown Swiss Kühe und verabreicht UFA-Ketonex EXTRA via Abrufstation. Nach dem Abkalben ist der Energiebedarf von Milchkühen hoch, während der Verzehr noch nicht das gewöhnliche Mass erreicht. Hochkonzentrierte Futtermittel ermöglichen es, eine negative Energiebilanz zu vermeiden und damit akuter oder

schleichender Ketose (Azeton) vorzubeugen. Dank seiner Würfelform ist die Verabreichung von UFA-Ketonex und UFA-Ketonex EXTRA gegenüber flüssigem Propylenglykol viel einfacher. Neben Propylenglykol enthält UFAKetonex schmackhafte Träger- und Aromastoffe für beste Fressbarkeit. UFA-Ketonex EXTRA verfügt zusätzlich über Biotin für gesunde Klauen, das Fruchtbarkeitsvitamin Beta-Carotin (Vorstufe von Vitamin A) sowie or-

ganisch gebundene Spurenelemente, die von den Tieren besonders gut aufgenommen werden.

Einsatz von UFA-Ketonex und UFA-Ketonex EXTRA (pro Kuh und Tag): Eine Woche vor dem Abkalben mit 200 bis 300 g anfüttern, 400 g vorbeugend nach dem Abkalben während zirka 40 Tagen, 600 g bei akuter Ketosegefahr (zu fette Kühe), 800 bis 1000 g bei akuter Ketose (maximal vier bis fünf Tage).

HOBBYTIER-ECKE ANIMAUX D’AGREMENT

Was Federn und Eier über die Fütterung sagen Befiederung und Legeleistung sind eng mit der Fütterung verknüpft.

Limitierende Aminosäuren Je nach Befiederungszustand variiert der Erhaltungsbedarf. Als Faustregel gilt: Pro 10 % weniger Gefieder muss die Legehenne täglich rund 3 g mehr Futter aufnehmen. Protein dient – neben der Deckung des Erhaltungsbedarfs und zur Eibildung – auch dazu, ein schönes Federkleid zu fördern. Beim Geflügel zählen Methionin und Cystin, von welchen das Schwefelelement zur Federnbildung beiträgt, zu den limitierenden Aminosäuren. 58

Kalzium spielt eine wichtige Rolle bei der Eischalenbildung. Zu Beginn der Legetätigkeit wird im Futter ein Kalziumgehalt von 3.5 bis 3.8 %, in der zweiten Legephase von zirka 4 %

empfohlen. Wird ab der 50. Lebenswoche via separate Tröge 2 bis 3 g Muschelschalen oder Kalkgrit je Tier und Tag bereitgestellt, kann das Huhn seinen Kalziumbedarf selber decken.

Tabelle: Futterverbrauch je Henne Kombinierte UFA 505 / 605 Fütterung UFA 506 UFA 503 / 603 zu Körnern UFA 504 für Bio-Betriebe Alleinfutter

Legehennenfutter zu Körnern Körner-Plus Bio-Legehennenfutter 90 – 100 g Körner-Plus 20 – 30 g

UFA 525 / 625 Alleinfutter für Legehennen UNIVERSAL NATURA

Jungsauenabo Unregelmässige oder ausbleibende Bestandeserneuerung rächt sich in der Ferkelproduktion immer in einer Herdenüberalterung, verbunden mit Leistungsdepressionen. Die Lösung heisst: UFA 2000-Jungsauenabonnement. Mit dem UFA 2000-Jungsauenbedarfsrechner wird die notwendige Anzahl Jungsauen pro Jahr ermittelt: Jährlicher Jungsauenbedarf = (Würfe je Sau und Jahr x Bestandessauen) Lebenswurfleistung

UFA-Berater Services techniques

pro Tag

pro Jahr

3052 Zollikofen 058 434 10 00

80 – 90 g 35 – 40 g

30 kg 15 kg

1070 Puidoux 058 434 09 00

35 kg

6210 Sursee 058 434 12 00

10 kg

9500 Wil 058 434 13 00

115 – 125 g

45 kg

ufa.ch 3 2012 · UFA-REVUE


GENETIK NUTZTIERE

Anteil so hoch wie noch nie FLEISCHRASSEN-BESAMUNGEN nehmen seit drei Jahren zu. Dadurch sinkt tendenziell die Genetikauswahl, was den Zuchtfortschritt beeinträchtigen kann. Dafür verbessern sich die Schlachtqualitäten in der Rindviehmast und die Non-Return-Raten steigen. Aktuell hat es noch genug Nutzkühe auf dem Markt, die Preise sind im Jahr 2011 sogar etwas gesunken.

Der Trend ging im letzten Jahr ungebremst weiter. Erneut wurden prozentual mehr Kühe mit Fleischrassen-Stieren (FrS) gedeckt (Grafik).

Zu den Vorteilen gehört, dass Mäster mit besseren Tränkern versorgt werden und so die Schlachtqualitäen steigen, wie die Resultate 2011 der Anicom zeigen. Für den Milchviehhalter bringen Tränker von FrS einen höheren Verkaufserlös bei geringerem Risiko. Werden Kälber aufgezogen und erst als Kuh verkauft, ist dies vorerst mit hohen Kosten verbunden. Höhere

Non-Return-Rate Bei Besamungen mit FrS liegt die Non-Return-Rate (NRR) höher als beim Einsatz von Milchrassen-Stieren (MrS). Jutta Berger von Swissgenetics erklärt: «Für die künstliche Besamung ausgewählte Maststiere werden – neben einem leichten Geburtsverlauf und einer guten Tageszunahme – gezielt auf die Befruchtungsfähigkeit selektioniert. Stiere der Milchrassen dagegen unterliegen sehr viel mehr Selektionskriterien: Leistungsund verschiedensten Exterieurmerkmale werden ebenso wie die funktionellen

Merkmale beachtet.» Die Befruchtungsfähigkeit sei daher nur eines von sehr vielen Puzzleteilen, die einen guten MrS ausmachen würden. Die Besamungsfähigkeit jedes Stiers ist im Samenkatalog anhand der NRR 56 kommuniziert.

Bei mehr als einem Drittel FrSBesamungen bedarf es einer Erhöhung der Nutzungsdauer, die aktuell knapp drei Laktationen beträgt, damit der Kuhbestand erneuert werden kann. Aber: «Viele Milchkühe werden früher veräussert als nötig», beobachtet Andreas Bigler von Swissherdbook und ergänzt: «Wenn weniger Nachzuchttiere für die Selektion und den Verkauf zur Verfügung stehen, wirkt sich dies mittelfristig negativ auf den Zuchtfortschritt aus.» Je nach Blickwinkel positiv sei, dass ein knapperes Angebot an Nutzkühen zu höheren Preisen führen könne. Steigen nun die Kuhpreise? Momentan ist dies noch nicht soweit. Wegen der um 7 % zu hohen Milchproduktion, was etwa 7000 Kühen entspricht, kamen die Auktionspreise 2011 etwas tiefer als im Vorjahr zu liegen (Fleckvieh: 2896 gegenüber 2998 Fr.

Grafik: Gleichläufiger Trend

Quelle: Swissgenetics

70 % 65 % 40 % 35 % 30 % 25 %

01/02 02/03 03/04 04/05 05/06 06/07 07/08 08/09 09/10 10/11 Jahre

Non-Return-Rate UFA-REVUE · 3 2012

Anteil Fleischrassen-Besamungen

pro Kuh). Natürlich führen steigende Milchleistungen auch zu einem Minderbedarf an Kühen (minus 500 pro Jahr), während die Tierzahl in der Mutterkuhhaltung wächst. «Gut ist die Nachfrage nach hochstehender Milchviehgenetik und Bio-Kühen», bestätigt auch Gion Capeder von der Graubünden Vieh AG. Der Import von Zuchtrindern ist auf 1200 Stück pro Jahr begrenzt und erfolgt via Versteigerung. Mit dem tiefen Euro haben die Zuschlagspreise (Zölle) für die Importeure gegenüber 2010 massiv zugenommen. Der Kuhverkauf ins Ausland ist wegen dem Wegfall der Exportbeiträge im 2011 gegenüber dem Vorjahr um 163 auf 392 Stück gesunken.

Der Anteil Besamungen mit FleischrassenStieren lag 2010/11 bei über 34 %.

Spermasexing und genomische Selektion Der Erfolg von gesextem Sperma, das mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 % ein Kuh- oder Stierkalb bringt, spricht dafür, dass die FrS-Besamungen nicht abnehmen, da gezielt mit den besten Tieren gezüchtet werden kann. Gesextes Sperma und die genomische Selektion bringen den Zuchtfortschritt voran, während ihn die geringere Auswahl an Zuchttieren hemmt. 䡵

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee.

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NUTZTIERE

Hilfsmittel gezielt kombinieren DIE BEKÄMPFUNG ALLER ENTWICKLUNGSSTADIEN im Stall ist sehr wichtig, um eine explosionsartige Fliegenvermehrung zu vermeiden. Schlüssel zum Erfolg einer erfolgreichen Fliegenbekämpfung ist ein geplantes Vorgehen mit dem strategischen, wiederholten, regelmässigen und überprüfbaren Einsatz der richtigen Mittel.

Martin Meszaros

Jeder, der Nutztiere hält, ist wohl oder übel mit dem Ärgernis der Fliegen vertraut. Schon rein durch die Belästigung kann eine Fliegenplage zu Produktionseinbussen führen. Bekannt sind Fliegen auch als Träger

Grafik: Entwicklungsstadien

nur 15 % der Fliegenpopulation sind Adulte

85 % sind Eier, Larven oder Puppen

Fliegen

Puppen

Larven

Eier

und Verschlepper von ansteckenden Keimen.

Feuchte Stellen als Brutstätte Wer im Frühjahr bei noch tieferen Temperaturen durch die Ställe geht und ein Auge auf die «Fliegensituation» wirft, mag den Eindruck bekommen, dass die Fliegenplage noch nicht so gross ist. Mit dem Wissen, dass jede Fliege zuvor einmal eine Larve war und die sichtbaren, erwachsenen Fliegen nur 15 % der Gesamtpopulation ausmachen, sollte die Aufmerksamkeit auf feuchte Bereiche zum Beispiel Pfosten, Tränkebecken, Futterkrippen oder Stellen unter Spalten und Brettern gerichtet sein. An diesen Stellen werden bevorzugt die Eier abgelegt und dort finden die Larven ein ideales Milieu für ihre Entwicklung.

Massnahmen aufzeichnen Um das «Übel» Fliegenplage an der Wurzel anzupacken, wird eine kombinierte Fliegenbekämpfung empfohlen. Dies bedeutet, ein Larvizid und ein Adultizid zusammen einzusetzen. Massnahmen zur Larvenbekämpfung müssen frühzeitig getroffen werden. Nur mit entsprechenden Aufzeichnungen ist eine Kontrolle möglich, wie der Bekämpfungsplan umgesetzt wurde und welche Massnahmen Erfolg hatten. Physikalisch, biologisch und chemisch Gegen adulte Fliegen wird die integrierte Fliegenbekämpfung empfohlen. Am besten hilft der gezielte Einsatz

Fliegenstress führt zu Leistungseinbussen. 60

An den Rändern hat es in Tiefstreueställen am meisten Fliegenlarven. Entsprechend sollen die chemischen Mittel dort verteilt werden.

einer Kombination von physikalischen, biologischen und chemischen Hilfsmitteln. Barrieren wie Schutznetze wehren schon einmal den Einflug der unerwünschten Lästlinge in den Stall ab. Die Förderung der Ansiedlung von natürlichen Fressfeinden wie der Schwalbe führt zu einer weiteren Reduktion der Population. Chemische Mittel schliesslich – die Bekämpfung der Larven an den Brutstätten – unterbrechen den Entwicklungszyklus der Fliegen und die Adultizide dämmen die ausgewachsene Fliegenpopulation ein. 䡵

Autor Martin Meszaros, Novartis Tiergesundheit AG, 4002 Basel. www.novartis.ch In Ihrer LANDI finden Sie eine breite Palette an chemischen und biologischen Fliegenbekämpfungsmitteln.

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NUTZTIERE

Taktiken der Weideparasiten EINE ENTWURMUNG oder die Eingabe eines Bolus wird nicht selten als notwendiges und kostspieliges Übel angeschaut. Der Entscheid für eine Behandlung fällt oft kurzfristig und man vergibt die Chance, Weideparasiten mit System zu bekämpfen. Eine auf den Betrieb angepasste Parasitenstrategie ermöglicht es, das Wachstumspotenzial der Rinder auszuschöpfen und die Kosten in einem vertretbaren Rahmen zu halten.

Erich von Ah

Weideparasiten benötigen Nutztiere als Zwischenstation in ihrer Entwicklung. Sie wandern dabei in ihr bevorzugtes Gewebe (Verdauung, Lunge oder Leber) und schädigen dieses. • Ein Befall mit Magen- und Darmwürmern führt in der Regel dazu, dass der mögliche Zuwachs nicht ausgeschöpft werden kann und die Tiere in der Entwicklung zurückbleiben. Die Tiere sind struppig im Fell und haben ohne erkenntlichen Grund dünnen Kot. • Ein massiver Befall mit Lungenwürmern beim Kalb führt zur Schädigung des Lungengewebes und beeinträchtigt das Tier somit für das ganze weitere Leben. Bereits nach kleinen Anstrengungen ist ein tiefer und feuchter Husten sowie schnelle Atmung beobachtbar. • Beim kleinen Leberegel sind die Auswirkungen eines Befalles nicht klar ersichtlich. Aber die Leber ist für die spätere Milchkuh ein derart wichtiges Stoffwechselorgan, dass mit negativen Auswirkungen auf Leistung und Fruchtbarkeit gerechnet werden muss. Die Schlachtbefunde von ausgemerzten Kühen liefern einen wichtigen Hinweis, wie stark die kleinen Leberegel vorhanden sind. Die weiteren Ausführungen sind auf den Befall mit Magen- und Darmwürmern ausgerichtet. Beim Lungenwurm und kleinen Leberegel spielen die geografischen und klimatischen Verhältnisse eine wichtige Rolle.

Schon im Herbst daran denken Über den ganzen Sommer hatten die Weideparasiten Zeit, sich auf den Weiden und in ungeschützten Tieren zu ver62

mehren. Für den Winter haben sie sich drei Taktiken ausgedacht: Zum einen verbleiben die ausgeschiedenen Wurmeier auf den Weiden und warten geduldig bis zum nächsten Frühling. Zum andern finden sich auch nach dem Einstallen noch Eier im Kot, die je nach Stallsystem die jungen Kälber im Stall anstecken können. Zum dritten kapieren die Parasiten, dass die Weidezeit vorbei ist und überwintern in den verwurmten Rindern als Ruhestadien. Sehr wichtig ist daher, die Weiderinder nach dem Einstallen im Herbst zu entwurmen. Es existieren Entwurmungsmittel, welche die Ruhestadien vernichten und man kann zusätzlich ein Mittel auswählen, das gegen Leberegel wirkt. Für die gezielte Mittelwahl ist der Tierarzt der Ansprechpartner. Weiter sollte im Herbst festlegt werden, auf welche Weiden die jüngste Tiergruppe im Frühling getrieben werden kann.

Trainingscamp organisieren Rinder entwickeln im Verlaufe der Aufzucht eine Immunität gegen die meisten Parasiten. Die mit dem Weidefutter aufgenommenen Larven und Eier richten

dann in den Kühen keinen grösseren Schaden mehr an. Dazu ist es aber notwendig, dass das Tier als Kalb mit den Parasiten Kontakt hatte, um das eigene Immunsystem zu entwickeln. Es ist besser, das Kalb zu Beginn nur einer kleinen Dosis Larven oder Eier «auszusetzten», um das Immunsystem nicht zu überfordern. Ein Lehrling führt auch im ersten Jahr die einfachen Arbeiten und Handgriffe aus und wird später dann mit anspruchsvolleren Aufgaben betreut. Auf die Kälber im ersten Weidejahr übertragen heisst dies, dass diese ohne Entwurmung auf die Weide können. Es lohnt sich aber, die vorangegangene Nutzung in die Weidenwahl mit einzubeziehen. • Im besten Falle wurde die Weide letztmals für Heu oder Silage geschnitten. Denn dies reduziert die Larven und Eier praktisch vollständig und führt mit dieser tiefen Dosis zu einem guten Aufbau der Immunität. • Ebenfalls vorbildlich wäre eine Beweidung mit Kühen, denn diese nehmen die vorhandenen Larven und Eier auf, vernichten diese dank ihrer Immunität und lassen so eine Weide mit tiefem Parasitenbefall zurück. Die Fachwelt spricht hier von einem «Staubsauger-

Günstige Alternative zu Parasitenboli Neu ist Cydectin (Moxidectin) auch als langwirksames Präparat zur Injektion bei Rindern erhältlich. Es ist das erste Injektionspräparat mit einer Wirkdauer von bis zu 150 Tagen gegen Endoparasiten und bis zu 133 Tage gegen Ektoparasiten. Dieses Produkt stellt aufgrund des modernen Wirkstoffes und der einfachen Applikation eine innovative und preiswerte Alternative zu Parasitenboli dar. Die neue Formulierung gibt es auch für Schafe. Für Schafe ist es das erste Antiparasitikum, welches eine lange Wirksamkeit (bis 111 Tage gegen Haemonchus contortus) aufweist. Wenn man die Mutterschafe damit entwurmt, müssen die Lämmer eventuell nicht mehr entwurmt werden. Zudem lassen sich hiermit auch Betriebe sanieren, welche Parasitenprobleme aufweisen. Matthias Roggli, UFA-Revue

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NUTZTIERE effekt», da die Kühe einen grossen Teil der Larven und Eier «aufsaugen». Dank diesem Effekt sind die Kälber von Mutterkühen recht gut vor Parasiten geschützt. Auch mit der Beweidung durch Schafe, Ziegen oder Pferde lässt sich dieser Effekt erzielen. • Im schlimmsten Fall kommen die Kälber auf eine Weide, welche zuvor mit stark verwurmten Rindern genutzt wurde. In deren Kot hatte es massenhaft Larven und Eier, welche problemlos auch einen Winter überstehen. Ein Trainingscamp kann ruhig bis zu sechs Wochen dauern, denn dank der tiefen Wurmverseuchung haben die Würmer keine Chance, sich im grossen Stile zu vermehren. Doch dann ist es Zeit, mit einer Wurmbehandlung grössere Schäden zu vermeiden.

schafts- oder auch Dauerweide verabreicht werden. Die Wirkungsdauer der einzelnen Produkte ist unterschiedlich lange und sollte mindestens die Zeit des hohen Parasitendruckes überdauern. Da ein Bolus im Verhältnis teuer ist, möchte man unbedingt sicher gehen, dass dieser auch im Tier bleibt und wirkt. Der Bolus kommt nach der Verabreichung in den Pansen und wandert mit dem Futterbrei zu seinem definitiven Aufenthaltsort, dem Netzmagen. Darum ist die Gefahr, dass ein Bolus herausgewürgt wird, in den ersten Stunden nach der Verabreichung am

allenfalls welche Parasiten vorhanden sind. Dies erleichtert die Auswahl des Wirkstoffes und hilft die Strategie zu optimieren.

Fazit Zusammengefasst lassen sich Probleme mit Magen- und Darmwürmern wie folgt reduzieren: • Rinder nach dem Einstallen im Herbst entwurmen. • Junge Rinder im Frühling auf Flächen treiben, die im Herbst konserviert oder von Kühen genutzt wurden. • Verabreichung eines Bolus vor der Alpung oder der Nutzung von Dauer-

Durchdachte Weidestrategien reduzieren Entwurmungen auf ein Minimum. Bild: AMW, Winterthur

Bolus ja oder nein? Im Gegensatz zu einer einfachen Entwurmung bleibt der Bolus im Netzmagen des Tieres liegen und gibt über einen längeren Zeitraum Wirkstoffe gegen Parasiten ab. Es wird so ein dauerhafter Parasitenschutz erreicht, was durch eine lange Absetzfrist deutlich wird. Diesen Langzeitschutz benötigen Rinder typischerweise auf Alpen und Gemeinschaftsweiden. Die Tiere kommen aus diversen Ställen zusammen und sind eventuell bereits schon stark mit Parasiten befallen. Weiter weiden die Tiere länger in der gleichen Parzelle, nehmen die ausgeschiedenen Eier wieder auf und erhöhen so den Parasitendruck zusätzlich. Je weniger der Landwirt den Parasitendruck auf seine Tiere beeinflussen kann, desto eher ist ein Bolus für diese Zeit angesagt. Es gibt aber auch Alpen im Kanton St. Gallen, die mit Erfolg alle Tiere beim Weidewechsel entwurmen und auf den Einsatz eines Bolus verzichten.

Bolus beschriften Ein Bolus soll wie erwähnt nicht bereits beim ersten Weideaustrieb, sondern vor der Alpung oder dem Auftrieb in eine GemeinUFA-REVUE · 3 2012

höchsten. Landwirte haben gute Erfahrungen gemacht, wenn sie die Tiere einstallen und den Bolus mit einem wasserfesten Stift beschriften. Wird danach im Stall ein herausgewürgter Bolus entdeckt, kann anhand der TVD-Nummer auf dem Bolus das entsprechende Rind einfach ausgemacht werden.

Kotuntersuchung Auf dem Weg zur guten Parasitenstrategie lohnt es sich also, den Parasitendruck der Tiere zu analysieren und wo möglich zu mindern. Werden trotzdem kümmernde Rinder im Bestand festgestellt, lohnt sich eine Kotuntersuchung. Dabei wird der Kot der zwei bis drei schwächsten Tiere gemischt und man erhält relativ kostengünstig die Gewissheit, ob und

weiden im Frühjahr. Alternative: Entwurmung mit Pour-on beim Weidewechsel. • TVD-Nummer mit wasserfestem Stift auf Bolus schreiben. • Von Kümmerern eine Kotuntersuchung machen und Entwurmungswirkstoff gezielt auswählen. 䡵

Autor Erich von Ah, Landwirtschaftliches Zentrum St. Gallen, Fachstelle Rindvieh, 9230 Flawil. www.lzsg.ch

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NUTZTIERE

Je mehr Zuwachs, desto höher der Bedarf MINERALSALZVERSORGUNG BEIM JUNGVIEH Nicht nur das Energieund Eiweissangebot muss bei Aufzuchtrindern mit dem Wachstumsziel mithalten. Auch eine entsprechende Mineral- und Wirkstoffversorgung ist nötig.

Joseph Girardin

Ein Aufzuchtkalb benötigt Mineralund Wirkstoffe für die Pansenmikroorganismen, die Körpererhaltung und das Wachstum. Je mehr ein Tier wachsen beziehungsweise je früher es abkalben soll, desto höher liegt der Bedarf (Tabelle).

100 g Mineralsalz und 10 bis 20 g Viehsalz nötig. Auf der Weide und im Laufhof eignen sich Mineralstoffleckschalen. Diese enthalten sowohl Viehsalz als auch alle notwendigen Mineralien. Die Rinder können damit selektiv ihren Bedarf decken und das volle Leistungspotential ausschöpfen.

Vitamin D Reserven werden früh angelegt. Mangelerscheinungen bei Jungtieren führen zu gestörter Kalkeinlagerung im Skelett. Zu den Folgen gehören weiche Knochen (Rachitis). Fehlt Vitamin D, ist der Organismus nicht in der Lage, genügend Mineralstoffe über den Dünndarm aufzunehmen.

Beim neu geborenen Kalb deckt Milch den Eisen- und teilweise auch den Selen- (Se) und Vitamin-E-Bedarf nicht. Mangelsituationen lassen sich durch gezielte Eisengaben ab der zweiten Lebenswoche (z.B. UFA-Eisenpaste) sowie einen auf die Aufzuchtmilch abgestimmten Einsatz von Mineral- und Wirkstoffkonzentraten (z.B. UFA top-fit, top-punch) vermeiden. Sobald Dürrfutter und 1 kg mineralisiertes und vitaminiertes Aufzuchtfutter (z.B. UFA 116) aufgenommen werden, ist der Mineralund Wirkstoffbedarf in der Regel gedeckt. Klarheit schafft ein Futterplan. Als Ergänzung für Tiere mit höherem Bedarf eignen sich Lecksteine (Kasten) oder beispielsweise im UFA-Microfeeder angebotene Mineralsalze.

Ab dem zweiten Lebensjahr sinkt der Einsatz von Aufzuchtfutter. Weil die meisten Grundfutter den Bedarf an Kalzium (Ca), Phosphor (P) und vor allem an Natrium (Na) nur knapp decken, ist eine Ergänzung von 50 bis 64

Was braucht‘s für Trächtigkeit? Für die Bildung und Funktion des Reproduktionsapparates sind Spurenelemente unabdingbar. Vier Monate vor der Geschlechtsreife sollte insbesondere die Kupfer- (Cu) und Manganversorgung (Mn) überprüft werden. Neben der Bedeutung für den Geschlechtsapparat sind Cu und Mn am Wachstum massgeblich beteiligt. Cu fördert die Aufnahme von Eisen (Fe). Cu, Mn und Fe sind etwa in Minex 971 in erhöhtem Mass vorhanden. Im Frühling ist der Einsatz eines Mineralsalzes (z.B. Minex 974) mit erhöhtem Magnesiumgehalt nötig, da der erste Aufwuchs einen Mangel aufweist. Neben Weidetetanie gehören auch Fruchtbarkeitsstörungen zu den möglichen Folgen eines Mangels an Magnesium (Mg). Die Mg-Absorption klappt optimal, wenn mindestens fünf Mal so viel Na wie Kalium zur Verfügung steht. Bei hohem Wassergehalt in der Ration nimmt die Na-Bildung durch Speichel ab. Eine wichtige Rolle spielt Beta-Carotin. Weil die Gehalte in Grassilage und Dürrfutter sinken, wird eine Zufütterung ab Ende Dezember und generell zu maisreichen Rationen empfohlen (z.B. UFA 996 Cyclo Extra).

Produkte abstimmen Bei den Spurenelementen ist das Verhältnis zu-

Bedarfsdifferenzen einkalkulieren Sowohl der Mineral- und Wirkstoffbedarf von Tier zu Tier als auch das Angebot im Grundfutter schwankt erheblich. Gestresste Tiere haben tendenziell einen höheren Bedarf. Ein Leckstein ist eine tiergerechte und günstige Quelle, um die individuelle Aufnahme von Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen zu ermöglichen, so dass jedes Tier «auf seine Rechnung kommt». Durch eine direkte Beschaffung bei einem neuen Lieferanten kann der UFAKälberleckstein seit 2011 mit gleichen Gehalten, aber zu deutlich attraktiveren Konditionen angeboten werden. Das Gewicht des Steins beträgt 12 kg, wie es von der Praxis gewünscht wurde. Einsatz: Mastund Aufzuchtkälber ab zweiter Lebenswoche zur freien Verfügung (auch für Bio-Tiere zugelassen).

einander von Bedeutung. So hindert ein hoher Ca-Überschuss die Absorption von Cu und Zink. Deshalb sollen immer ausgewogene Mischungen von Spurenelementen verfüttert werden, so dass verschiedene Produkte einander nicht in ihrer Wirkung einschränken.

Vor dem Abkalben muss das Rind lernen, Mineralstoffreserven zu mobilisieren. Mit dem Absenken des Ca-Serumspiegels im Blut bildet der Körper Hormone, welche die Verwertung dieser Stoffe aus dem Skelett fördern. Ein Manko an Se und Vitamin E in der Trächtigkeit führt zu lebens- und trinkschwachen Kälbern. Spätestens ab dem 3 2012 · UFA-REVUE


NUTZTIERE achten Trächtigkeitsmonat ist der Einsatz von 100 g eines Ca-armen Mineralstoffes mit Se und Vitaminen (z.B. Minex 971) die richtige Wahl.

Fazit Zusammengefasst funktioniert die Mineralstoffversorgung beim Jungvieh so (Mengen pro Tier und Tag): • Ab zweiter Lebenswoche: Eisengabe (8 bis 10 ml Eisenpaste). • Der Milch – je nach Qualität – ein Wirkstoffkonzentrat beimischen. Kälberleckstein für den individuellen Zusatzbedarf. • Nach dem Absetzen wird der Grundbedarf mit vitaminiertem und mineralisiertem Kraftfutter (1.5 bis 2 kg) und 10 bis 20 g Viehsalz gedeckt. Microfeeder für Tiere mit höherem Bedarf. • Zweites Lebensjahr: 50 bis 100 g Mineral- und 10 bis 20 g Viehsalz. • Mg-reiches Mineralsalz zum ersten Wiesenaufwuchs. • Zur Besamung insbesondere Cu-, Mnund Fe-Versorgung sicherstellen. • 100 g Ca-armer sowie Se- und vitaminreicher Mineralstoff ab dem achten Trächtigkeitsmonat. 䡵

Widerstandsstark und fruchtbar «Mein Ziel ist, meinen Partnerbetrieben schöne, gesunde und leistungsfähige Rinder zu liefern – und das möglichst günstig», fasst Jean-Pierre Queloz zusammen. Seinen Betrieb in der Bergzone II hat er von Milchproduktion auf Jungviehaufzucht umgestellt. Die Tiere sollen mit 24 bis 26 Monaten abkalben. Besonderen Wert legt er auf eine entsprechende Mineral- und Wirkstoffversorgung. Täglich kommt Minex 975 zusammen mit Viehsalz über das Kraftfutter beziehungsweise über den Mais bei den besamten Tieren zum Einsatz. Ein nach Kalzium und Phosphor ausgewogenes Mineralsalz wie Minex 975 wird empfohlen zu ausgewogenen Wiesen und wenn der Mais-, Rüben- und Kartoffelanteil in der Ration gemessen an der Trockensubstanz unter 30 % liegt. «Minex 975 wird immer komplett weggeschleckt», stellt der Betriebsleiter fest. Zu seiner Produktwahl habe die Erfahrung eines Berufskollegen beigetragen, bei dessen Rindviehbestand die Gesundheitsprobleme mit dem Wechsel auf Minex deutlich abgenommen hätten. Während der Weidezeit – fünf Normalstösse bringt Jean-Pierre Queloz jeweils auf die Alp – wird Minex 975 via UFA Micro-Feeder verabreicht. Ein Blick in den Stall zeigt vitale, ruhige Tiere mit schönem Fell. Kein Wunder, ihr Meister hat Freude an der Aufzucht und ein aufmerksames Auge. Auch die Fruchtbarkeit stimmt. «Für zusätzliche Jungviehlieferanten bin ich offen», ergänzt Jean-Pierre Queloz. Den Laufstall hat er so gebaut, dass Erweiterungen nichts im Wege steht. Betriebsspiegel Queloz Jean-Pierre und Céline, Kilian (5 Jahre), Noah (3), 2364 St-Brais Nutzfläche: 22 ha (1000 m über Meer) Tierhaltung: 56 Stück Jungvieh, 6 Mutterkühe

Tabelle: Bedarfsnormen Tageszuwachs Mineralstoff 200 kg Gewicht 400 kg Gewicht 550 kg Gewicht

600 g Kalzium 22 32 41

(Quelle: Grünes Buch)

800 g 27 37 47

600 g Phosphor 13 19 24

800 g 15 21 26

600 g 800 g Magnesium 5 6 9 10 12 13

Jean-Pierre Queloz, St-Brais (JU), hat sich auf die Kälberaufzucht spezialisiert.

Autor Joseph Girardin, Rindviehspezialist im UFA-Beratungsdienst, Delémont. www.ufa.ch Unsicher? Melden Sie sich beim UFA-Beratungsdienst, wenn Sie die Mineral- und Wirkstoffversorgung Ihres Jungviehs optimieren möchten.

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PRAXISGESPRÄCH NUTZTIERE

Schon Mitte März weiden? ES WIRD EMPFOHLEN, Weiden möglichst früh zu bestossen, um den Bestand zu regulieren und den Futterberg im Frühling zu reduzieren. In der Praxis stösst dieser Rat auf Skepsis. Was ist mit den Trittschäden? Wie reagieren die Kühe auf so junges Gras?

Traditionell führt Melk Staller sein Rindvieh erst zum Grasen, wenn sich der Bestand im Weidestadium (15 – 20 cm) befindet. Ruedi Rathgeber (RR): Die Wiesen im Tal werden grün. Mitte März beginnt die Weidezeit. Melk Staller (MS): Mitte März? Die Weiden werfen dann kaum Ertrag ab. RR: Die sogenannte Vorweide regt gute Weidegräser wie Englisch Raigras oder Wiesenrispe durch Tritt und Biss zu starker Seitentriebbildung an. Für die schrittweise Fütterungsumstellung ist es von Vorteil, wenn das Weidegras erst grün geworden ist und sich die Kühe noch nicht voll fressen können. MS: Gilt das auch für die Parzellen, die im Mai konserviert werden sollen? RR: Ja. Im ersten Durchgang wird mit geringer Besatzdichte grossflächig geweidet, später die Fläche eingeschränkt. MS: Der Ertrag im ersten Aufwuchs wird doch gehemmt? RR: Dafür steigen die Emderträge. Der Futteranfall wird gestaffelt. Die erhöhte Seitentriebbildung erwünschter Gräser hemmt Blacken und Co. und die Rasendichte nimmt zu. MS: Schwere Böden sind im März noch zu wenig abgetrocknet. RR: Wichtig ist, die Besatzzeit kurz zu halten. Gibt es Trittschäden, kann eine Stickstoffdüngung die Bestockung fördern, wobei Mineraldünger der Gülle vorzuziehen ist. Via Walzen werden entwurzelte Pflanzen wieder angedrückt und Unebenheiten ausbalanciert. Früh beweidete Flächen können von Jahr zu Jahr abgewechselt werden. In weidegewohnten Beständen fallen Trittschäden geringer aus und Lücken werden durch Weidegräser rasch wieder geschlossen. 66

MS: Junges Weidegras begünstigt Durchfall. RR: In der Vorweidephase sollte die Winterfütterungsration struktur- und energiereicher gestaltet werden. Vorweidefutter ist mit über 200g Rohprotein pro Kilogramm Trockensubstanz eiweissreich und mit deutlich unter 200g Rohfaser strukturarm. Die Verdaulichkeit liegt bei über 80%. MS: Was hältst du von Übersaaten zur ersten Beweidung? RR: Sie gelingen oft gut, da die Tiere die Samen eintreten. Ein aufwändiges Verfahren mit Striegeln, Einsäen und Anwalzen ist nicht in allen Fällen nötig. MS: Welche Besatz- und Ruhezeiten sowie Bestossdichten gelten bei der halbtägigen Umtriebsweide, sobald der Bestand das Weidestadium erreicht hat? RR: Für Hochleistungskühe werden häufige Weidewechsel empfohlen – mit 10 bis 14 Schlägen und einer Besatzzeit von bloss zwei bis vier Tagen. Beim Weidewechsel soll der Bestand auf 6 cm abgefressen sein. Die Ruhezeit beträgt 15

«Vorweidefutter ist eiweissreich, strukturarm und hochverdaulich.» bis 20 Tage im Frühling, 20 bis 30 Tage im Sommer und über 30 Tage im Herbst. Bei guten Standortverhältnissen sind pro Kuh und Tag etwa 0.4 ha nötig. MS: Letztes Frühjahr sanken die Milchfettgehalte, Azidosen nahmen zu. RR: Tiefe Fettgehalte kombiniert mit niedrigen Harnstoffwerten und dünnem Kot weisen auf einen Mangel an schnell abbaubarem Rohprotein hin. Je nach Zuckergehalt des ersten Aufwuchses eignet gut strukturiertes Emd als Ergänzung besser als zuckerreiches Heu, um die Passagerate im Pansen zu verlangsamen. Weidetetanie und Fruchtbarkeitsprobleme lassen sich vermeiden, indem im Frühling magnesiumreiche Mineralstoffe und genügend Viehsalz eingesetzt werden. 䡵

Anders als Melk Staller ist Ruedi Rathgeber von den Vorteilen des frühen Weidens überzeugt.

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee. Bei diesem Artikel handelt es sich um ein fiktives Gespräch fiktiver Personen.

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Rezepte der erfolgreichsten Mäster AM UFA-REVUE-FORUM an der «Tier&Technik» in St. Gallen tellten die Gewinner der «SQ-Mästerschaft» ihre Strategien vor. Erfolgreiche Betriebsleiter stallen qualitativ gute Tränker ein und vermarkten das Schlachtvieh zum richtigen Zeitpunkt. Auffällig ist, dass es sich bei den fünf Erstplatzierten in der Kategorie Grossvieh um Swiss-Quality-Beef-Produzenten handelt.

Die Schlachtqualität ist einer der Gründe, weshalb die Bedeutung von Schweizer Rindfleisch in den letzten 40 Jahren zugenommen hat.

Handlungsbedarf Trotz markanten Verbesserungen gilt es, sich gegen Mitbewerberprodukte hochspezialisierter Rindviehmäster aus dem Ausland zu wappnen, weil der Grenzschutz möglicherweise weiter reduziert wird. Vor diesem Hintergrund haben UFA und Anicom eine Meisterschaft durchgeführt. Dabei ging es darum, die Rezepte erfolgreicher Betriebe zu analysieren, damit die Schlachtqualität optimiert werden kann. Preisverleihung der «SQMästerschaft» hat an der «Tier & Technik 2012» stattgefunden. Es wurden je drei Preise für die Kategorien «Mastkälber» und «Grossvieh» vergeben. Bei der Analyse der erfolgreichsten Betriebe kristallisieren sich folgende Erfolgsrezepte einheitlich heraus: • Einstallung qualitativ guter Tränker. • Enge Zusammenarbeit mit der Beratung im Bereich der Fütterung. • Regelmässige Gewichtserhebung und Vermarktung zum richtigen Zeitpunkt. • Analyse der Schlachtresultate und laufende Optimierungen.

Swiss Quality Beef (SQB), das Programm für Muni mit einem Schlachtgewicht von 240 bis 270 kg, hat seinem Namen als Qualitätsrindfleisch alle Ehre gemacht. Bei den ersten Fünf der Kategorie Grossvieh handelt es sich allesamt um SQBProduzenten. 䡵

Fast 50 Betriebe nahmen an der SQ-Mästerschaft teil.

Yvan Meuwly, Anicom, sucht noch weitere SQB-Betriebe.

Die «Mästerschaft» dauerte vom 1.3.11 bis am 31.1.12.

Die

Gewinner der Kategorie Kälber: 1. Thomas Amrhein, Dietschwil (m), 2. Rolf Keller, Beringen (l), 3. Roland Hutter, Kriessern (r).

Spannung vor der Rangverkündigung.

UFA bietet ein bewährtes Futtersortiment für Gross und Klein.

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee Details folgen Die Gewinner der SQMästerschaft werden in der UFA-Revue in loser Folge porträtiert.

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Ignaz Hutter, UFA, gratulierte den Gewinnern für ihre Top-Resultate.

Sieger in der Grossvieh-Kategorie: 1. Felix Tenger, Schleitheim (m), 2. Fredy Saller, Volken (l), 3. Roman Näf, Bubikon (r). 67


NUTZTIERE

Existenziell wichtig BETRIEBSZWEIGKONTROLLEN wie die Schweinemastauswertung erlauben dem Betriebsleiter nicht nur Leistungsdaten und wirtschaftliche Kennzahlen seines Betriebes zu berechnen. Überbetriebliche Vergleiche dienen als Standortbestimmung für den Einzelbetrieb. Durchschnittswerte ermöglichen auch Hinweise für Praxis, Beratung und Unterricht, und welche Faktoren für den Betriebserfolg entscheidend sind.

Roland Künzler

Technisch-wirtschaftliche Kontrollen und Auswertungen sind wichtige Bestandteile der landwirtschaftlichen Betriebsführung. Diese lässt sich bekanntlich als Kreislauf darstellen (siehe Grafik). Dem Betriebsleiter stehen dabei für das Kontrollieren und Analysieren verschiedenste Programme zur Verfügung. Die Schweinemastauswertung ist eines dieser Instrumente, das ohne grossen Aufwand die Berechnung relevanter Kenndaten zulässt.

Grafik: Kreislauf der Betriebsführung

KONTROLLIEREN Wirtschaftliche Kontrollen z. B. Buchhaltung, Vollkosten Technische Kontrollen z. B. SuisInfo, Behandlungsjournal Technisch-wirtschaftliche Kontrollen z. B. Zucht- und Mastauswertungen

ANALYSIEREN

REALISIEREN

• Stärken-/Schwächenvergleich mit Durchschnitt anderer Betriebe oder mit Vorjahren • Eruieren der Gründe

Breit nutzbare Datengrundlage Neben der Berechnung der betriebsindividuellen Leistungsdaten haben breit genutzte Auswertungsprogramme noch andere wichtige Funktionen: Sie erlauben die Darstellung von Durchschnittswerten vergleichbarer Betriebe und ermöglichen es, wirtschaftliche Einflussgrössen nach verschiedensten Kriterien zu analysieren. Damit können entscheidende Erfolgsfaktoren eruiert und für die Beratung sowie die Aus- und Weiterbildung aufbereitet werden. Mit jährlich über 250 000 ausgewerteten Mastschweinen aus 1000 Abrechnungen verfügt die UFA über eine Datengrundlage, die breit genutzt werden könnte.

Nicht nur in schlechten Zeiten Wirtschaftlichkeitskontrollen und Betriebszweigauswertungen sind für alle Betriebe wichtig, für Schweineproduzenten sind sie jedoch – und das nicht nur in schlechten Zeiten – existenziell wichtig. Dies aus folgenden Gründen: • Gesetzliche Rahmenbedingungen (Gewässerschutz, Tierschutz) legen die Stallkapazitäten fest und zwingen zur optimalen Ausnutzung des gegebenen Tierbestandes. 68

• Gruppenanlässe, Check-Liste Schweine

ENTSCHEIDEN PLANEN

• AgroBudget, BETVOR • Teilbudget • Arbeitsvoranschlag • Businessplan

• Relativ hohe Futterkosten führen dazu, dass in Relation zum grossen Geldverkehr auf einem Schweinebetrieb ein sehr kleiner Deckungsbeitrag übrig bleibt. • Weitgehendes Fehlen von staatlichen Interventionen führt zu starken Preisschwankungen und häufigen Perioden mit minimalen Erträgen.

Die UFA-Mastauswertung

erfasst rund 10 % aller Schweizer Schweinemäster. Auch wenn der Schweinepreis natürlich eine entscheidende Rolle für die Rentabilität der Schweinezucht und Mast spielt, sind die grossen Differenzen zwischen den besten und den mittleren Betrieben bei gleichen Preisen doch immer wieder verblüffend. Bei den Futterkosten beträgt der Unterschied

zwischen dem besten und dem schwächsten Viertel beispielsweise rund 20 Fr. pro Mastschwein. In der früheren Schweinemastauswertung der Beratungszentralen COTEC konnten deshalb für gewisse Auswertungen die Schweinepreise standardisiert werden.

Aufschreiben lohnt sich Etliche Schweinehalter sind wahre Rechengenies. Sie kennen den Einfluss der Kenndaten ihres Betriebes bestens, können ihren Lieferanten und Abnehmern Margen und Rabatte im Kopf vorrechnen, finden beinahe jederzeit kleinere und grössere Einspar- und Mehrerlösvarianten, sind deshalb auch konsequente Verhandlungspartner und haben ihren Betrieb im Griff. Viele Schweinehalter überlassen jedoch das Rechnen lieber 3 2012 · UFA-REVUE


NUTZTIERE Wo liegt das Optimierungspotenzial? Schweinemastauswertungen zeigen es auf. Bild: agrarfoto.com

anderen. Ein Minimum an Leistungsdaten und wirtschaftlichen Kennzahlen sollte jeder Schweinehalter erfassen und analysieren. Mit einer Schweinemastauswertung bis zum Deckungsbeitrag 1 (DB1), die neben der UFA von verschiedenen Futtermittel- und Handelsorganisationen angeboten werden, kann dieses Ziel erreicht werden.

Was der DB nicht sagt Der DB1 ist in der Schweinemast eine sehr wichtige Kenngrösse und einfach zu berechnen: Ertrag aus verkauften Schlachtschweinen minus Remontierungskosten (Zukauf der Ferkel), minus Futterkosten und minus weiterer kleinerer Direktkosten. Mit den Futter- und den Remontierungskosten werden über dreiviertel aller Kosten erfasst. Der DB1 wiederspiegelt jedoch nicht das ganze Betriebszweigergebnis. So kann ein grosser Arbeitsaufwand bei der Futterbeschaffung und –zubereitung die im DB1 ausgewiesenen tiefen Futterkosten wieder kompensieren. Andere Beispiele sind hohe Zins- oder Fremdarbeitskosten, die im DB1 nicht zum Ausdruck kom-

men. Um alle Kosten zu erfassen, braucht es eine Vollkostenrechnung, wie sie etwa Agridea anbietet.

Mit Daten arbeiten Kontrollinstrumente sind nur dann sinnvoll, wenn deren Ergebnisse auch analysiert werden. Überbetriebliche Vergleiche dienen dabei als Standortbestimmung für den Einzelbetrieb. Je nach Kontrollsystem sind folgende Analysen möglich: • Vertikaler Vergleich: Entwicklung über Jahre • Horizontaler Vergleich: Vergleich mit anderen Betrieben • Stärken-/Schwächenangabe einzelner Parameter • Soll-/Ist-Vergleiche einzelner Resultate • Indexberechnungen

Betriebs- und Systemvergleiche Die zentrale Auswertung einer Vielzahl einzelbetrieblicher Ergebnisse erlaubt nicht nur das Berechnen von vergleichbaren Durchschnittswerten. Sie ermöglicht auch gesicherte Hinweise für Praxis, Beratung und Unterricht. In der UFA-Auswertung werden beispielswei-

Agridea-Datensammlung Schweine Die Datensammlung Schweine von Agridea bietet umfassende und aktuelle Informationen rund um die Schweinehaltung. Sie ist als Ordner mit Datenblättern in Papierform (Print) und/oder elektronisch als PDF-Datei via Internet (Online) erhältlich. Die Datenblätter und PDF-Dateien werden laufend aktualisiert und sind im Abonnement erhältlich. Inhalt: Allgemeines; Produktionssysteme/Haltungsformen; Zucht/KB; Betriebsführung/ Management; Fütterung; Gesundheit/Hygiene; Tierschutz/Tierwohl; Gebäude/Einrichtungen; Betriebs- und Arbeitswirtschaft; Markt; Qualitätsproduktion; Ökologie; Für die Schweinehaltung tätigen Organisationen. Bezug: AGRIDEA, 8315 Lindau, Tel. 052 354 97 00, www.agridea-lindau.ch UFA-REVUE · 3 2012

UFA 2000: 1000 g Zuwachs sind möglich Im UFA 2000 werden 254 240 Mastschweine in 997 Auswertungen analysiert. Der Masttageszuwachs (MTZ) ist im Jahr 2011 gegenüber 2010 um 9 g gestiegen, während die Futterkosten mit 5 Rp. pro Kilogramm Zuwachs erneut abnahmen. Über die letzten 20 Jahre gesehen, haben sich die Futterkosten halbiert. Aufschlussreich ist der Blick auf die besten Betriebe. Der MTZ liegt beim ersten Viertel um 10 g höher und die Futterverwertung (13.5 MJ VES) ist um 0.19 kg besser als beim Schnitt. Das bedeutet 12 Rp. geringere Kosten pro Kilogramm Zuwachs. An den UFA-Schweinetagungen wurden Betriebe erwähnt, die bereits 1000 g MTZ erreichen. UFA-Beratungsdienst

se die Parameter Haltungsform, Fütterungsart, Vermarktung, Rationenplan, Futtertyp und Futterform miterhoben. Auch die Resultate in der Qualitätsbezahlung (Zuschläge, Abzüge, MFA, Fettzahl, pH-Wert usw.) können Aufschluss über Optimierungspotenzial geben. Diese Parameter liefern die Grundlage für vielfältige Auswertungen. Wie schneiden die einzelnen Label ab? ReinRaus oder kontinuierliche Mast? Wie steht die Trockenfütterung im Vergleich zur Suppen- oder Breifütterung? Wie ist der Unterschied zwischen Allein- und Ergänzungsfutter? Oder zwischen Computer- und Handfütterung? Ergebnisse, die wiederum den Weg aufzeigen können, das beste Viertel zu erreichen. 䡵

Autor Roland Künzler, Leiter Gruppe Tierhaltung, Agridea, Eschikon 28, 8315 Lindau. www.agridea.ch

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Etwas für Tierliebhaber DIE KANINCHENZUCHT erfreut sich grosser Beliebtheit. Über 40 Rassen werden an Schauen präsentiert und im Exterieur beurteilt. Leidenschaftliche Züchter sind Lüthis aus Wyssachen, die an der Rammlerschau 2012 in Freiburg mehrere Champions stellten.

«Man muss Tiere gern haben», nennt Hans Lüthi, Wyssachen (BE), eine Voraussetzung für den Erfolg in der Kaninchenzucht. In seinem Stall sind über 30 Zibben und Rammler mehrerer Rassen untergebracht. Einige Tiere gehören ihm selber (Marder, Schwarzund Blauloh), einige Bruder Paul Lüthi und einige gehören Neffe Roland Lüthi (Havanna, Hotot, Farbenzwerg). Etwas ist «allen» Lüthis gemeinsam: Sie mögen Tiere, haben Freude an der Kaninchenzucht und stellten Champions an der Rammlerschau 2012 in Freiburg. Auch weitere Wyssacher waren dort erfolgreich: Marcel Schär mit dem Deilenarund Johann Günter mit dem AlaskaChampion.

Der

Anforderungskatalog für Schautiere umfasst je nach Rasse rund acht Punkte. Nach einem halben Lebensjahr können Kriterien wie Kopf, Ohren, Hals, Brust, Schultern, Rücken oder Becken beurteilt werden. «In diesen Positionen müssen je 9.5 Punkte resultieren, sonst lohnt es sich nicht, mit diesen Tieren zu züchten», erklärt Hans Lüthi seine Strategie. Schon früh lassen sich Tiere mit unerwünschter Farbe oder unpassendem Fellmuster selektieren. So ist beispielsweise die Marder-Rasse spalterbig. Das heisst, es kann schwarze, weisse oder – wie erwünscht – schwarzrötliche Tiere geben.

Gezielte Paarungen Damit Zuchtrammler oder -zibben zur Ausstellungszeit Ende Jahr das erforderliche Gewicht erreichen – bei der Marder-Rasse sind es 2.8 bis 3.2 kg – müssen das Decken und die Fütterung gezielt erfolgen. «Keine Paarungen mit zu leichten Tieren», rät Hans Lüthi. Deckzeit ist jetzt. Inzuchtproblematik Bei Rassen mit geringen Populationen (z. B. Hotot, Japaner) stellt Inzucht und die damit zusammenhängende geringe Krankheitsresistenz ein Problem dar. «Weil es keine Abstammungsausweise gibt, ist ein Zukauf nicht verwandter Tiere oft schwierig», erzählt Paul Lüthi. Wie sein Bruder Hans ist er im Kaninchenzuchtverein aktiv und nimmt jährlich an rund fünf Schauen teil, wo jeweils insgesamt um die 40 Rassen präsentiert werden.

Hans Lüthi mit dem Champion der Rasse Marder. UFA-REVUE · 3 2012

Daniel Schmied

Paul Lüthi mit dem Sieger der Kategorie Hotot an der Rammlerschau Freiburg. Das Tier gehört Roland Lüthi. oben Mit ihrem Rammler erreichten Paul und Margrit Lüthi den Farbschlagsieg. links

Fütterung rund ums Absetzen Bezüglich Fütterung ist die Zeit rund ums Absetzen der Jungen entscheidend. Hans Lüthi hat gute Erfahrungen mit UFA 853 gemacht, welches das Darmmilieu günstig beeinflusst und schädliche Coli-Baktierein hemmt. UFA 853 kommt im ersten Aufzuchtdrittel zum Einsatz und wird ab zehn Tagen vor dem Absetzen (mit 8 – 10 Wochen) angefüttert. Danach erfolgt – in Ergänzung zu Heu – der Wechsel auf UFA 857. Dieses Würfelfutter enthält wertvolle Oligosaccharide, Lebendhefe und Milchsäurebakterien zur Förderung der Gesundheit und Milchleistung der Zibben.

Auf 1.5 ha produziert Hans Lüthi das Dürrfutter für seine Tiere, zu denen auch 15 Ziegen und zwei Böcke gehören. 1.5 ha seines Landwirtschaftbetriebs, auf dem er vor der Pensionierung noch Kühe gemolken hatte, sind verpachtet. Neben Dürr- und Kraftfutter werden den Kaninchen auch Rande und Haselstauden verabreicht. 䡵

Autor Daniel Schmied, Ressortleiter, Kaninchen- und Schweinespezialist im UFA-Beratungsdienst, 3052 Zollikofen. www.ufa.ch 10 % Rabatt auf UFA-Hobbytierfutter Während den Futtertagen vom 8. bis 10. März 2012 sind die UFA-Kaninchenfutter in Ihrer LANDI mit 10 % Rabatt erhältlich.

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NUTZTIERE

Wer kommt für Schäden auf? IN DER TIERHALTUNG lassen sich Sach- und Personenschäden nie vollständig ausschliessen. Wichtig ist, die nötigen Vorbeugungsmassnahmen zu treffen und sich gezielt zu versichern. Aktuell wird eine Verschärfung der Haftung sowie eine allgemeine Versicherungspflicht diskutiert.

Markus Heer

Nebst der zivilrechtlichen Verantwortung hat sich der Pflichtige je nach Schaden auch einer strafrechtlichen Verfolgung zu gewärtigen (Körperverletzung usw.).

Die Haftungsvoraussetzungen für durch Tiere verursachte Schäden sind in Artikel 56 des schweizerischen Obligationenrechts (OR) beschrieben: «Für den von einem Tier angerichteten Schaden haftet, wer dasselbe hält, wenn er nicht nachweist, dass er alle nach den Umständen gebotene Sorgfalt in der Verwahrung und Beaufsichtigung angewendet habe oder dass der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt eingetreten wäre. Vorbehalten bleibt ihm der Rückgriff, wenn das Tier von einem andern oder durch das Tier eines andern gereizt worden ist.»

Als Tierhalter gilt nicht in jedem Fall der Tiereigentümer selbst, sondern möglicherweise der Betriebsleiter, der Rindviehaufzucht oder die Galtviehbetreuung für einen Partnerbetrieb besorgt. Hat der Tierhalter eine andere Person wie den Knecht oder Lehrling mit der Obhut über seine Tiere betraut, so muss er auch für deren mangelnde Sorgfalt einstehen.

Befreiungsbeweis Der Tierhalter ist ohne Rücksicht auf sein Verschulden ersatzpflichtig für Schäden der von ihm gehaltenen Tiere (einfache Kausalhaftung). Er kann sich von der Haftung befreien, wenn er nachweist, dass er alle nach den Umständen gebotenen Massnahmen zur Schadensvermeidung getroffen hat. In einem Gerichtsentscheid klappte dies nicht. Ein Bauer hatte seinen Hund an einer zu langen Kette angebunden und eine zu kleine und unauffällige Tafel «Achtung vor dem Hund» an der Scheunenwand anbracht. Eine Wandergruppe wurde durch den aus der Scheune stürzenden Hund erschreckt, so dass ein Wanderer über ein Mäuerchen stürzte und in eine Baugrube fiel. Dabei verletzte er sich mit bleibenden Schäden. Der Hundehalter wurde zur Zahlung von 250000Fr. verpflichtet.

Risiko beschränken Generell müssen folgende Verhaltensgrundsätze eingehalten werden: • Sorgfaltspflicht: tierhalterspezifische Gesetze und Reglemente (Strassenverkehrsrecht, Alp- und Sömmerungsregelungen, kantonaler Leinen- und Maulkorbzwang bei Hunden usw.) sowie anerkannte Regeln (BUL-Empfehlungen und Merkblätter). • Vorhersehbare Gefahren meiden (z.B. Weide von Wanderwegen gut abgrenzen, sichere Zäune erstellen). • Qualifizierte Instruktion und Auswahl von Hilfspersonen. Privat- oder BetriebshaftpflichtVersicherung? Bei gewerbsmässiger Tierhaltung ist auf jeden Fall eine Betriebshaftpflicht-Versicherung abzuschliessen, um den Bereich abzudecken,

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der mit der Führung und Tätigkeit in einem Betrieb zusammenhängt. Schäden im Zusammenhang mit Tieren von Dritten bedürfen eines Versicherungszusatzes, der insbesondere auch den Schaden am Tier selbst deckt. Der Deckungsumfang für Haftpflichtschäden sollte 2 bis 3 Mio. Fr. betragen. Wie bei der Krankenversicherung steigt die Prämie ebenfalls bei der Tierhalter-Haftpflicht mit sinkendem Selbstbehalt.

Teilrevision des OR Die Haftung im OR zu verschärfen, wie vom Bundesrat im Zuge der Kampfhunde-Problematik vorgeschlagen, bedeutet, dass kein Entlastungsbeweis mehr möglich ist; für die Haftung genügt, dass der als gefährlich eingestufte Hund einen Schaden angerichtet hat. Eine allgemeine Haftpflicht-Versicherungspflicht ist problematisch, da eine solche Vorschrift hauptsächlich den Tierhalter vor direkten Schadensersatzansprüchen, nicht aber die Opfer schützt. Fazit In der gewerblichen Tierhaltung ist eine Betriebshaftpflicht-Versicherung unverzichtbar. Diese entbehrt nicht der Sorgfaltspflicht und der qualifizierten Instruktion von Angestellten. Gegen Haftpflichtansprüche Dritter braucht es eine Privathaftpflicht-Versicherung. 䡵

Autor Markus Heer, Rechtsanwalt, Degersheimstrasse 6, 9230 Flawil. heer@heeranwalt.ch

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KURZMELDUNGEN LANDLEBEN

Die Unternehmensstrategie, die nicht überfordert. Die Führung eines Unternehmens, die Befolgung von Strategien ist vergleichbar mit einer Ballonfahrt. Es ist wunderschön selbstständig in die Zukunft zu gleiten, aber manchmal ist es Wolkenverhangen, manchmal ist der Sinkflug angesagt und es kann der Absturz drohen. Die Herausforderungen an die Bauernfamilien steigern sich stetig. Unternehmerisches Handeln führt in vielen Fällen dazu, mit gleichvielen Arbeitskräften mehr leisten zu wollen. Zu der eigentlichen, geplanten Betriebsausrichtung – neben der Optimierung und Anpassung an technischen Fortschritten – auch noch mehr Wertschöpfung auf dem Betrieb zu generieren, ist meist nicht zum Nulltarif zu haben. Die vollständige Auslas-

tung aller Familienarbeitskräfte berücksichtigt keine Notfälle, Koordinationslücken und andere Bremsen in den so schön ausgedachten Unternehmensprozessen. Eine ständige Auslastung am Limit, ohne Ruhephasen führt zu Abwehrmechanismen und zu Ausfällen. Am Strickhof

Strategie-Tag, der am 21. März 2012 stattfindet, wollen wir dies zum Thema machen, über Burnout-Situationen sprechen, von Erfahrungsberichten lernen und mit erfahrenen Fachkräften über Vorbeugung und Aufmerksamkeit diskutieren. In Workshops sollen alle Teilnehmer voneinander profitieren. Bei aller unternehmerischen Ausrichtung soll die Tragbarkeit für den Menschen immer in die Optimierung der Prozesse mit einbezogen werden. Claude Gerwig, Strickhof Lindau

Blüten-Honigauszug Von einem Glas flüssigem Honig ein Drittel herausnehmen, damit die Blüten Platz haben. Von März bis Juli folgende Kräuter und Blüten unter täglichem Wenden dazugeben: Veilchen-, Huflattich-, Gänseblümchen-, Schlüsselblumen- und Rosenblüten sowie zarte zerkleinerte Spitzwegerich-Blätter und etwas blühenden wilden Thymian. Nach dem Thymian noch drei Wochen ziehen lassen, dann den Honig durch eine Gaze oder ein Sieb filtern. Aus dem BlütenFiltersatz gibt es einen feinen Tee. Der Blüten-Honigauszug ist ein bewährtes Hustenmittel, das auch Kinder mögen. Karin Näf www.kraeuterkurse.ch

Auf www.swissfarm.ch (das Facebook der Landwirtschaft) gibt es Hofpages. Ein schönes Beispiel ist die Hofpage von drachenried oder auch die Seite von swissfarm Adventures. Virtuell lässt sich auch der Schache-Märit besuchen oder die Wellnessfarm im Herzen von Mostindien. Neuerdings gibt es auch eine Gruppe von ehemaligen Absolventen, die die Agro-Kaufleute-HFAusbildung besucht haben. Immer wieder werden auch interessante Umfragen gestartet, zum Beispiel die Frage «Welcher Beruf ist am schönsten?» (Ist ja wohl klar, Landwirt.)

Bäuerinnen-Leben Auf rund 150 Seiten und mit Bildern berichtet das Buch «BäuerinnenLeben» über die Entstehung des Bäuerinnenverbandes St.Gallen, der 1962 gegründet wurde, und beschreibt auch das vielseitige Leben der Bäuerin von heute. Bezug Bäuerinnen Leben: Kantonaler Bäuerinnenverband SG, Heidi Preisig, Erlen 4, 9467 Frümsen,  079 731 51 56, info@baeuerinnen.ch. Preis 34 Fr. (inklusive Versandkosten 42 Fr.).

Edelweiss-Foulard

Anmeldung Strickhof-Strategie-Tag vom 21. März 2012: Kurssekretariat Strickhof, 8315 Lindau,  058 105 98 00. ww.strickhof.ch

AHV belohnt Pflege Karins Kräutertipps

Verlosung

In vielen Bauernfamilien werden pflegebedürftige Verwandte (Eltern, Kinder über 16 Jahre, Geschwister, Grosseltern, Ehegatten, Schwiegereltern und Stiefkinder) zu Hause betreut und umsorgt. Damit haben Bauern und Bäuerinnen Anspruch auf Betreuungsgutschriften der AHV, welche später AHV- und IVRenten verbessern. Betreuungsgutschriften müssen bei der AHV-Ausgleichskasse jedes Jahr neu beantragt werden. Christian Kohli, SBV Versicherungen

Gartentagebuch 2012 Auf www.baeuerinnentreff.ch diskutieren die Bäuerinnen aus der Schweiz, Deutschland und Österreich neuerdings Tipps und Tricks über ihre gartenbaulichen Tätigkeiten, über Gewächshäuser, Folien oder Vlies, über Sorten und Mondrhythmen.

Gesunde Ernährung in Zahlen Ist der tägliche Kalziumbedarf gedeckt? Liegt der BMI im Idealbereich? Wie viele Kalorien braucht der Körper? Wie viel Fett darf beim Abnehmen der Speiseplan enthalten? Rechner und Tests auf www.swissmilk.ch verraten es.

Waren früher vor allem urchige Bauernhemden mit den Edelweissen bestickt, liegen heute Accessoires im Edelweiss-Look voll im Trend. Zu seinem 75-Jahr-Jubiläum verlost deshalb der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) fünf Foulards im Edelweisslook im Wert von je 35 Fr. Das Foulard eignet sich für viele Auftritte, bei denen die Landwirtschaft in ein gutes Licht gerückt werden soll, beispielsweise kann die Serviercrew in der Besenbeiz oder können die Verkäuferinnen im Hofladen damit ausgestattet werden. An der Verlosung nehmen Sie teil, wenn Sie ein SMS an 880 schreiben (90 Rp.) mit KFL Foulard Name Adresse. Einsendeschluss ist der 15. März 2012.

Gewinner 02/2012 Adrian Grossenbacher aus Messen (SO), Clau Schlosser aus Dardin (GR), Klara Krauer aus Altbüron (LU), Margrit Helbling aus Walperswil (BE) und Thomas Lengwiler aus Andwil (SG) gewannen eine tolle LID-Aktentasche im Wert von 35 Fr. Bestellen kann man diese Aktentasche auch beim LID in Bern.  031 359 59 77, www.lid.ch/Shop

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 73


LANDLEBEN

Ein Beitrag zum Einkommen PICKNICKEN In der Oberpfalz/Deutschland existiert seit vier Jahren ein Picknickservice von Bäuerinnen für Wandergruppen. Mit klar umrissenen Leistungen und effizientem Service hat sich daraus für die Bäuerinnen zusammen mit anderen Aktivitäten ein Betriebszweig entwickelt.

Ruth Schumann

Mein Herzblatt ist eine echte Romantikerin. Wie kann ich ihr nur meine Liebe gestehen? Immer diese Geburtstage. Was soll ich ihm nur schenken? Mein Kleiner will mit den Freunden den Kindergeburtstag als Räuber im Wald feiern. Aber das mit der Verpflegung ist mir viel zu aufwendig. Was soll ich tun? All diese Fragen lassen sich, zum Glück, im Landkreis Schwandorf (Bayern/Deutschland) seit vier Jahren problemlos beantworten. Ganz einfach mit der Frage: Wie wär´s mit einem Landfrauen-Picknick?

Von der Idee zum Projekt Die Idee einen Picknickservice ins Leben zu rufen wurde vom Schwandorfer Landrat geboren: Auf seiner alljährlichen Wanderung durch den Landkreis an einem schönen Ort niedergesetzt und geseufzt: «Jetzt wär ein Picknick recht.»

Dieser Ausspruch wurde ge(er)hört und an das regionale Tourismusbüro weitergeben. Aufgrund guter Kooperationen aus früherer Zeit kam die Anfrage «ob wir nicht Landfrauen kennen, die so etwas anbieten möchten» an das Sachgebiet Haushaltsleistungen und Bildung Schwandorf, Nabburg. Aus der Idee wurde ein gemeinsames Projekt.

Organisation und Logistik

Die hauswirtschaftliche Amtsstelle kontaktierte den Hauswirtschaftlichen Fachservice der Bäuerinnen. Die Vorsitzende stand der neuen Idee aufgeschlossen gegenüber und präsentierte das Projekt ihren Vereinsmitgliedern. Dem Projekt gegenüber aufgeschlossen waren zu diesem Zeitpunkt vorrangig die Unternehmerinnen, die schwerpunktmässig einen Bäuerinnen-Partyservice betrei-

ben und den Picknickservice als ein ergänzendes Angebot zum Partyservice begriffen haben. Auch wurde darauf geachtet, dass sich die Picknickgruppe aus den Teilen des Landkreises, an dem die meisten Wanderwege laufen, zusammensetzt. So konnten auch die Logistikprobleme gelöst werden. Je nach Gruppengrösse und Sonderwünschen der Gruppe sind ein oder zwei Bäuerinnen mit der Picknickvorbereitung beschäftigt. Kommt jedoch eine Firma mit drei Bussen angereist, die sich das Freilandmuseum anschauen, helfen alle zusammen.

Rendite und Einkommen Grundsätzlich gilt, dass das Angebot nur dann auf dem Markt bleibt, wenn die Arbeits-

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1 • Wandervereine als Kunden des Picknickservices. 2 • Bei Schlechtwetter wird das Picknick in eine Scheune des Freilandmuseums verlegt. 3 • Angeboten wird die regionale Küche. 4 • Isolierte Picknickdecke schützt gegen Kälte und Nässe. 5 • Die meisten Kunden bevorzugen Plätze mit Bänken und Tischen. 74

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LANDLEBEN zeit (von Herstellung über die Lieferung bis zum Rückholen) voll bezahlt wird. Entsprechend muss der Preis des Korbes kalkuliert oder der Inhalt zusammengestellt werden. Ab einer Gruppengrösse von zehn Personen wird 12.50 Euro pro Person gerechnet, bei kleinerer Gruppenzahl erhöht sich der Preis. Die Picknickplätze sollten in der Nähe der Anbieterinnen sein, denn sonst werden die Spritkosten zu hoch. Die Herstellung des Korbinhaltes darf zudem nicht zu zeit- und kostenintensiv sein, muss aber dennoch für die Kunden attraktiv sein.

Angebot Bei unserem Picknick-Korb ging es vorrangig darum, das Regionaltypische anzubieten. Die regionale Küche steht im Vordergrund, ein Konzept, das sich inzwischen als erfolgreich herausgestellt hat. In der Erprobungsphase gab es immer wieder Überraschungen. So hat sich ein Wanderer darüber gewundert, dass es bei der einen Anbieterin für den selben Preis wesentlich mehr «Korbinhalt» gegeben hat, als bei einer anderen Anbieterin, obwohl der Korb für die selbe Personenanzahl bestellt worden war. Eine Standardisierung war also notwendig.

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Der Picknickservice im Naabtal n.e.V. hat sich daraufhin in wöchentlichen Sitzungen in den Wintermonaten zusammengesetzt und sowohl die Rezepte abgeglichen, als auch die Portionsmengen pro Person festgelegt, inklusiv einer Absprache, wie mit Kindern als Kunden umgegangen wird. Aufgrund der RezepUFA-REVUE · 3 2012

Picknickservice in der Schweiz Die UFA-Revue wollte wissen, ob so ein Picknickservice von Bäuerinnen auch für die Schweiz eine Möglichkeit wäre. Auskunft gab Michael Dubach. Er leitet das Regionalmanagement «Pro Zürcher Berggebiet» (PZB) und findet den Landfrauen-Picknickservice ein spannendes Projekt und erklärt: «Das Beste der Region, bei welchem wir Mitglied sind, bietet bereits den Znüniservice für Schulen an. Selber hatten wir auch schon die Idee eines Landfrauencaterings aus dem Zürcher Oberland für die Stadt Zürich.» Die Möglichkeiten für so einen Picknickservice wären vorhanden. Aber, so fügt Dubach an, viele Landfrauen hätten häufig kaum zeitliche Kapazitäten. Zudem müsse so ein Projekt einen Verdienst einbringen, was auch bei ähnlich gelagerten Aktivitäten nicht immer der Fall sei. Chancen sieht Dubach in der regionalen traditionellen Küche, die heutzutage sehr gut ankomme, sowie in der Zusammenarbeit mit Tourismusorganisationen. Diesbezüglich bestünden bereits sehr gute Kontakte von PZB und diese würden noch intensiviert. «Ein tolles Projekt», schwärmt Pauline Gigandet, welche in Courtetelle (JU) an der Fondation rurale interjurassiene für die Förderung des Agrotourismus verantwortlich ist. «Wir haben im Kanton Jura und im Berner Jura viele schöne Wanderwege, aber auch Mountain-Bike-Strecken. Zudem sind viele unserer Bäuerinnen bereits im Bereich Apero-Service engagiert und ein Landfrauen-Picknick würde das bestens ergänzen», erklärt sie die positiven Faktoren. Fragezeichen setzt Gigandet in Bezug auf die Logistik und Rentabilität. «Das sind die Knackpunkte eines solchen Projektes. Ich kann mir vorstellen, dass man auch ein Pauschalarrangement anbieten würde, mit einer geführten Wanderung oder einer Käsereibesichtigung», fügt sie an. Als Zielgruppe sieht sie vor allem auch Familien, die einen Tagesausflug in den Jura machen. (dc)

te und ihrer Zusammenstellung haben sich zwei Muster-Körbe herausgebildet: der Brozeitkorb und der Schmankerlkorb. Der eine ist mehr bodenständig, der andere ist mit einer grösseren Vielfalt bestückt. Zusätzlich können die Körbe nach Wunsch der Kunden erweitert werden.

Picknickplätze Die Kooperation mit der Leiterin des Tourismuszentrums war überlebensnotwendig. Diese hat Wanderwege zusammengestellt, die einen fest installierten Picknickplatz haben, der auch für die «normal» geübten Wanderer gut erreichbar ist (und die tatsächlich meist in nächster Nähe der Korb-Lieferantinnen liegen). Die Plätze müssen schön gelegen und wenig einsichtig sein. Sie müssen gemeindeeigen oder öffentlich sein, ansonsten muss die Erlaubnis der Besitzer eingeholt werden. Jeder Picknickplatz muss auch für den Lieferservice mit dem Auto erreichbar sein. «Wo» ist nicht nur räumlich, sondern auch «sitztechnisch» zu sehen. Ursprünglich sollte das Picknick auf einer Picknickdecke (die eine Isolierschicht gegen Kälte und Feuchtigkeit hat) angeboten werden. Aber nur eine kleine Anzahl von Kunden wollte es so romantisch haben. Der Grossteil der Kunden bevorzugt Plätze mit Bänken und Tischen, an denen bequem gespeist werden kann.

Wanderzeit In der Versuchsphase hatte eine Anbieterin ein Picknick vorbereitet. Aber das junge Paar kam und kam nicht. Fanden sie den Picknickplatz nicht? Die Bäuerin packte alles wieder ein, fuhr zurück, hat die Handynummer der Kunden herausgefunden und angerufen. Das Pärchen hatte einen romantischen Platz auf der Wanderung entdeckt, wo sie ein bisschen länger verweilten und sagten, sie würden gleich weiter gehen. Das war uns eine Lehre. Inzwischen telefonieren die Anbieterinnen mit den Kunden das erste Mal, wenn die Gruppe mit der Wanderung startet oder am Abend vorher. Sollte die Wanderung sich verzögern, weil spontane, grössere Pausen eingelegt werden, müssen die Anbieterinnen in Kenntnis gesetzt werden. Die Bäuerin bleibt im Normalfall während des Picknicks nicht am Picknickplatz, denn sie gehört nicht zur Gruppe. (Was sollte die Anbieterin tun, wenn der Jüngling verzagt dem Mädchen seine Liebe gesteht? Die Rose halten?) Sie ist jedoch telefonisch erreichbar und wird, wenn das Picknick sich dem Ende neigt, vom Kunden angerufen. Sie bringt den Picknickplatz in Ordnung und regelt gegebenenfalls das Finanzielle.

Picknickkorb des Bergrestaurants Moosalp, Törbel (VS). www.moosalp.ch

Wenn es regnet «Wir gehen immer, wir sind ja nicht aus Zucker» ist ein Spruch, den die Lieferantinnen der Kör75


LANDLEBEN

Kundengruppen sind Paare (romantisches Picknick für zwei), Familien-Picknick (unkompliziert) oder Picknick für Gruppen (Firmenanlass im Grünen). Bild: isignstock.com

be schon des Öfteren von ihren Kunden gehört haben. Aber die Kunden wollen sich beim Essen entspannen, ob es regnet oder nicht. Sie wollen bequem sitzen und auf keinen Fall beim Essen nass werden. Auch das Essen soll nicht nass werden. Deshalb hat der Picknickservice mit einem nahegelegenem Freilandmuseum abgemacht, in einer der vielen Scheunen überdacht zu picknicken.

Buchungen Die Buchung eines Picknicks erfolgt, wie beim BäuerinnenPartyservices üblich, nach mündlicher (in der Regel telefonischer) Rücksprache mit der zuständigen Anbieterin oder nach dem ersten Mailkontakt in schriftlicher Form. Dazu hat der Picknickservice Bestell-Faxlisten erstellt. Diese be-

Marktplatz Fortsetzung von Seite 70

LANDTECHNIK gesucht Samro KK, oder Grimme 75-30/40/55, mit Zusatzbunker, evtl. Obenanhängung, ab Jg. 2003  079 328 76 63 Zubringerband, Gummi  078 910 87 39 Busatis, 2 m oder 2.40 m  041 370 38 45 Ballenzangen Altec Typ M12G, oder MC4; Melkstand; Laufstalleinrichtung, Fressgitter, Schieber und Boxenbügel; Grasband  079 243 75 25 Schneeketten, für Traktor 14.9/28 und 320./70/20, Spur oder Trig  041 480 28 36 Förderband, gerade, ca. 9 m, ohne Fahrgestell  079 483 60 90 76

Kreiselmäher PZ CM 185 H, auch defekt  055 280 29 09 Glocken und Treicheln; Kreiselschwader; Milchkannen 50 l  079 826 24 30 Milchtank de Laval, 6000 l, inkl. Rührwerk und 2 Sprühdüsen, ab Platz ca. Ende April/Mai 12, Fr. 6000  079 650 19 76 Rapid 505, 606, spezial/Super Euro, Alter und Zustand egal, wird abgeholt und bar bezahlt  079 603 85 63 ab 18 Uhr Klauenstand  079 318 93 07 Drahtgittersiloringe  041 741 36 06 Heugebläse Aebi, HG 12 oder HG 9; Güllenschlauchhaspel, für Flachrollbareschläuche, für 75er Güllenschläuche oder Flache; Gras-

inhalten die Inhalte des gewünschten Korbes, Zusatzleistungen, den Preis, die Wanderroute und Stornogebühren. Dies bestätigt der Kunde mit Unterschrift und faxt das Angebot als angenommen wieder zurück. Erst dann ist der Vertrag zustande gekommen. Die Stornogebühren sind auf dem Faxvordruck aufgelistet. Zum Glück hat der Picknickservice des HWF im Naabtal n.e.V. bisher keine Erfahrungen mit dem Verlangen von Stornogebühren gesammelt. Viele gute Erfahrungen hingegen hat der Picknickservice mit dem Verkauf der Picknickkörbe mit Hilfe von Gutscheinen gesammelt. Die Gutscheine werden rege nachgefragt, eingelöst und ziehen oftmals neue Kunden hinterher.

Werbung Gibt es überhaupt Interessenten für das Angebot? Diese Frage lässt sich oftmals nur in der Praxis beantworten. In der Theorie, also in der Gästebefragung waren alle befragten Urlauber dem Angebot gegenüber aufgeschlossen gewesen. Doch wird tat-

sämaschine mit Walze  079 673 58 66 Schollencracker Kerner, für 4-Scharpflug  079 507 90 62 Getreidesilos Kongskilde, guter Zustand  079 255 88 68

Moteur Mag 1, cyl 2 temps 220 cm3, type 022SRB G34B  079 242 34 86 Transporterli, oder kleinen Traktor, bis ca. Fr. 1500  062 299 04 36

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Frontgewicht, für Hürlimann xe307  079 730 48 12 Pflegeräder, 230/95R24 v bzw. 270/95R36 h , Fixspur 1.8 m, passend zu Deutz-Fahr Agroplus 70 Same Dorado/Hürlimann XA, evtl. mit Doppelrad Anbauteilen Schaad AW 20-24 x 200 bzw. 30-36 x 170  071 657 28 82 Zweischaarpflug, funktionstüchtig, gratis oder sehr günstig  041 980 62 65

Remorque à bétail, ancienne  079 299 11 06 Hofladeneinrichtung, mit Glastablar-Ladenkorpus, inklusive Ladenkasse  078 739 75 39 Kt. St. Gallen Selbsttränkebecken Occ., 20 Stk.  079 735 14 45 Landwirtschaftstraktor MF 135, in gutem fahrbereitem Zustand  044 761 32 19

sächlich gebucht? Die Praxis hat gezeigt, dass hier die guten Kontakte zwischen den Vertretern des Tourismus und dem Hauswirtschaftlichen Fachservice mit den Vereinen vor Ort, speziell den Wandervereinen, gute Dienste tun. Diese haben nämlich das Picknick als besondere Attraktion für ihre geführten Wanderungen entdeckt. Auch die Zusammenarbeit mit dem regionalen Fernsehsender hilft bei der Etablierung des Angebots. Dieser hat sein Interesse gezeigt und Aufnahmen gemacht. Das Echo war ungemein, und der Bekanntheitsgrad stieg enorm, auch ausserhalb des Landkreises. 

Autorin Ruth Schumann ist Hauswirtschaftsoberrätin am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Schwandorf, Regensburger Str. 51, D-92507 Nabburg www.oberpfaelzerwald.de/ aktiv/wandern/picknick.html

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Tandem- oder Einachskipper, kein LKW  077 441 69 81 Kartoffelsäcke, 50 kg  031 981 13 03 Landwirtschaftstraktor Bührer, 55-70 PS, OP 17 PF, 19 PF 21 oder 455, mit Tr. Speed, guter Zustand  079 776 33 78 Cambridgewalze  077 492 51 10 Hinterradtraktor Fendt, 250 S bis 280 S, oder 304 S bis 307 S, max. 4500 h,  079 420 82 74 Cambridgewalze  031 829 09 91 3-Seitenkipper LKW; Anhänger, für landwirtschaftlichen Einsatz, 30 oder 40 km/h; Zweioder Tandemachse, guter Zustand, L. Laderaum innnen mind. 4.8 m, mit oder ohne Bordwanderhöhung  079 459 83 06 Pflugkörper, zu 2 Chars, Pflug permanit, um auf 3 Chars aufzurüsten  079 225 42 93

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Traktor Fiat, 45-50 PS, 45-66 PS, 2 RM, oder 45-66 DT, 4 x 4, evtl. 50-66  079 436 96 66 Frontgewicht, zu Bührer und Hürlimann  062 299 14 30 Liegeboxenbügel  079 673 24 71 Mofa  079 245 11 39 Behandlungsstand, für Muttertiere  076 355 78 88 Seilwinde, 3-Punkt, bis 6 t, auch defekt  079 757 31 53 Stallfenster, bzw. Stalltüren, in gutem Zustand  041 755 36 30 Menzingen Nachlaufwalze oder Krümler, für einen Grubber  079 652 25 34 Grubber oder schwere Egge, zum ausschlachten, günstig wird abgeholt  079 663 81 15 Kt. Luzern Fortsetzung Seite 87 3 2012 · UFA-REVUE


LANDLEBEN

Landfrauenküche auf DVD JETZT ZU VORZUGSKONDITIONEN Sieben Landfrauen aus sieben Regionen kochten auch 2011 wieder um die Wette. Dabei gab es neue Landschaften und neue Gerichte zu entdecken. Zu Vorzugskonditionen sind nun die DVD der «Landfrauenküche» erhältlich.

«SF bi de Lüt» schaute den Landfrauen in die Kochtöpfe und begleitete die Bäuerinnen durch ihren Alltag auf den Betrieben sowie in der Freizeit mit ihren Familien. Die Gastgeberinnen 2011 waren: • Barbara Gerber, Zollbrück (BE) • Ramona Stulz, Alterswil (FR) • Priska Scherrer, Bütschwil (SG) • Eveline Bättig, Kaltbach (LU) • Sandra Belser, Wölflinswil (AG) • Silvia Krebs, Twann (BE) • Kathrin Sprecher, Langwies (GR)

1. Reihe: Sandra Belser, Barbara Gerber, Eveline Bättig, Ramona Stulz. 2. Reihe: Priska Scherrer, Kathrin Sprecher, Silvia Krebs Bild: Merly Knörle

Bild: SRF/Paolo Foschini

Die Doppel-DVD kosten Fr. 29.90 (exklusive Versandkosten von Fr. 3.60). Hingegen ist das Set mit allen fünf DVD versandkostenfrei für 120 Fr. erhältlich. Auf der aktuellsten DVD ist auch die Finalsendung mit Nik Hartmann vom 30. Dezember 2011 aus der Festhalle Altrüti im zürcherischen Gossau zu sehen. Zur Siegerin wurde dabei Kathrin Sprecher aus Langwies bei Arosa erkoren. In den Vorjahren gewannen Brigitte Burgi aus Kägiswil (OW), Priska Abegg aus Steinerberg (SZ), Annemarie Eberle aus Altnau (TG) und Migga Falett aus Bergün (GR). Die Sendereihe ist beliebt und wird auch 2012 fortgesetzt. UFA-REVUE · 3 2012

COUPON

Nik Hartmann mit der Gewinnerin 2011: Kathrin Sprecher.

Versandkosten: Fr. 3.60. Das Set mit allen 5 Staffeln für 120 Fr. ist versandkostenfrei.

Vorname, Name

Ich bestelle: Anzahl

Adresse

1. Staffel 2007 Fr. 29.90 (Doppel DVD)

PLZ, Wohnort

2. Staffel 2008 Fr. 29.90 (Doppel DVD)

Telefon (Festnetz)

3. Staffel 2009 Fr. 29.90 (Doppel DVD)

Datum

4. Staffel 2010 Fr. 29.90 (Doppel DVD)

Unterschrift

5. Staffel 2011 Fr. 29.90 (Doppel DVD)

Coupon ausschneiden und einsenden an: UFA-Revue, Landfrauenküche, Theaterstr. 15a, 8401 Winterthur oder die Angaben per Email an: info@ufarevue.ch, Betreff: Landfrauenküche.

Set mit allen 5 Staffeln 5 Doppel DVDs Fr. 120.–


LESERREISE LANDLEBEN

UFA-Revue-Leserreise 17. bis 23. Juni 2012

Irland – Die Grüne Insel Natur pur – Irland wird nicht umsonst die grüne Insel genannt. Sie ist reich an verschiedenen Landschaftsformen und hat lediglich eine Bevölkerungsdichte von 65 Einwohnern pro km2. Die Insel weist eine Gesamtfläche von 7 Mio. ha auf, wovon 5 Mio. ha landwirtschaftlich genutzt werden. Diese Reise gibt einen Einblick in die irische Landschaft mit den endlos scheinenden Ebenen, die durch viele Gewässer und den steilen Klippen an der Westküste geprägt sind. Auch Überreste von mittelalterlichen Ruinen fügen sich gut in das atemberaubende Landschaftsbild ein. Die Gastfreundschaft und Offenheit der einheimischen Bevölkerung ist weit herum bekannt, dies alles wird zu einer unvergesslichen Reise in Irland beitragen. Fachbesuche Der fachliche Teil wartet mit zahlreichen Farmbesuchen auf. So wird das bekannte «Belmont»-Gestüt bei Athlone, ein Produzent von Räucherlachs sowie eine Whiskey-Distillerie (mit Degustationsmöglichkeit) besucht. Dann stehen Besuche einer Rinderfarm und von zwei Milviehbetrieben auf dem Programm. Weitere Fixpunkte betreffen Werksbesuche von international bekannten Landtechnikherstellern. So sind Besichtigungen der Firmen McHale (Ballenpressen), Keenan (Futtermischwagen und Fütterungskonzepte) sowie Dairymaster

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(Melk-, Fütterungs- und Hofdüngertechnik) geplant. Als Highlight ist ein spannender Diskussionsabend mit einem Vertreter des irischen Bauernverbands (selbst Milchbauer) vorgesehen. Das Rahmenprogramm bietet zahlreiche Highlights, beginnend mit einer Stadtrundfahrt in Dublin und der Besichtigung wichtiger Sehenswürdigkeiten, wie die St. Patrick Kathedrale und das Book of Kells im Trinity College. Die unendliche Weite und die schönen Gewässer bezaubern unterwegs nach Galway sowie bei der Fahrt durch das Gebiet Connemara. Das grosse neugothische Schloss mit seiner restaurierten gotischen Kirche, genannt Kylemore Abtei, befindet sich im Herzen der Connemara-Berge. Eine Bootsfahrt auf dem Killary Fjord, dem 15 km langen Meeresarm umgeben von Hügeln und Feldern, darf nicht fehlen. «The Burren», die kahle Sandsteinfläche mit 160 km2, die einer Mondlandschaft gleicht, ist die Heimat von etwa 20 wildwachsenden Orchideen-Arten. Die 200 m hohen Klippen, die Cliffs of Moher, stürzen fast senkrecht in die atlantische Brandung und erstrecken sich über 8 km entlang der Westküste.

Preise und Leistungen Im Pauschalpreis von 1990 Fr. pro Person (bei einer Gruppengrösse von 35 Personen) sind folgende Leistungen eingeschlossen: • Flug Zürich – Dublin – Zürich an Bord der Siwss in der Economy Klasse, Bordverpflegung und Taxen (Stand Februar 2012). • Unterkunft in guten Mittelklasshotels, Basis Doppelzimmer (Doppelbelegung) mit Bad oder Dusche/WC, inklusive Frühstück. • Alle Nachtessen sowie zwei Mittagessen. • Alle im Programm vorgesehenen Ausflüge, sowie die fachlichen und touristischen Besichtigungen, inklusive Eintritte, sofern nicht als fakultativ bezeichnet. • Lokale, fachkundige und deutschsprechende Reiseleitung. • UFA-Revue Reisebegleitung ab/bis Zürich. • Ausführliche Reisedokumentation. Nicht inbegriffen sind die An- und Abreise zum und vom Flughafen Zürich, Getränke und alle nicht aufgeführten Mittagessen, persönliche Auslagen, Trinkgelder an lokale Reiseleitung und Busfahrer, Einzelzimmer-Zuschlag (320 Fr.) sowie alle nicht im Programm aufgeführten Leistungen.

Die detaillierte Reiseausschreibung und der Anmeldetalon sind zu finden auf www.ufarevue.ch oder www.agrar-reisen.ch/ Landwirtschaftsreisen. Die Unterlagen können auch unverbindlich bestellt werden bei: Agrar Reisen, Rohrerstrasse 100, 5001 Aarau,  062 834 71 51. Anmeldeschluss ist der 10. April 2012 www.ufarevue.ch

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REZEPT LANDLEBEN

Alpines Menü AUS DEM BINNTAL Heuen gehört für die Bergbauernfamilien zu den strengsten, aber oftmals auch schönsten Arbeiten. So sieht es zumindest Jacqueline Imhof. Das feine Bergheu bereichert nämlich auch ihren Speisezettel.

Oberwalliser Heusuppe 8 dl Wasser 1 Handvoll Heu 1 kleine Zwiebel (fein gehackt) 2 Knoblauchzehen, gehackt 2 El Maizena oder Mehl 1 ⁄2 dl Rahm Bratbutter 2 dl Rahm oder Halbrahm wilder Thymian oder Majoran 4 Stück Vollkornbrot (in Würfel geschnitten) Bouillon, Pfeffer und Paprika Das Heu im Wasser aufkochen und 15 Minuten ziehen lassen. Das Heu absie-

ben und den Sud zur Seite stellen. Zwiebeln und Knoblauch in wenig Bratbutter andämpfen. Mit dem Heusud ablöschen und aufkochen. Maizena mit Rahm glatt rühren und in die kochende Brühe giessen. Bouillon, Pfeffer und Paprika beifügen. Die Suppe mindestens 20 Minuten köcheln lassen. Brotwürfelchen in wenig Bratbutter rösten, warmhalten. Den Rahm zur Suppe geben, glattrühren und abschmecken. Die Heusuppe mit wildem Thymian oder Majoran bestreuen und mit Brotwürfelchen servieren. Foto: LID, Agnes Schneider

SchinkenLauch-Auflauf 900 g Kartoffeln 250 g Lauch 350 g Schinken 1 kleine Zwiebel 2 Knoblauchzehen 60 g Mehl 1 l Milch Aromat, Pfeffer, Salz 50 g Käse Öl Die Kartoffel schälen und in Würfel sowie den Lauch in Rädchen schneiden und im Salzwasser kochen. Dann in einer Auflaufform verteilen. Zwiebeln und Knoblauch andämpfen. Mehl beifügen. Mit Milch ablöschen. Würzen und 30 g Käse beifügen. Über dem Gratin verteilen. Die restlichen 20 g Käse darüberstreuen. Bei 200 Grad Celsius im Backofen 20 Minuten überbacken lassen. 䡵

Jacqueline Imhof empfiehlt für die Suppe, Heu aus dem ersten Schnitt zu verwenden.

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Die Oberwalliser Heusuppe ist in der LID-Broschüre «Suppenküche der Schweizer Bäuerinnen» zu finden, welche 28 Suppenrezepte aus allen Kantonen der Schweiz umfasst. Die Minibroschüre ist gratis erhältlich. Landwirtschaftlicher Informationsdienst (LID), Weststrasse 10, 3000 Bern 6, 寿 031 359 59 77, info@lid.ch

Die Bäuerin Die Bäuerin Jacqueline Imhof (43), ihr Mann Willy (50) und die Kinder Janine (15) und Vanessa (9) wohnen in der 145-Seelen-Gemeinde Binn auf 1400 m ü. M. Dort bewirtschaften sie einen Milchwirtschaftsbetrieb. Jacqueline hat ein Teilpensum an der Dorfschule. Ein wichtiges Anliegen ist ihr und der ganzen BinnerDorfbevölkerung, die Abwanderung zu stoppen. Einen Beitrag dazu leisten das reichhaltige Vereinsleben sowie kulturelle Anlässe. Alle im Dorf beteiligen sich. Zu den Hobbys der engagierten Bäuerinnen gehört das Singen im Kirchenchor und im Gommer Chor sowie Lesen. Mehr Leidenschaft als Hobby sind für sie alternative Heilmethoden, wie die Homöopathie oder auch Kräuteranwendungen. 79


RARITÄTEN & NOSTALGIE LANDLEBEN

Appenzellische Weissküferei KUNSTHANDWERK MIT TRADITION 1977 gründete der passionierte Weissküfer Hans Mösli seine Firma «Weissküferei und Drechslerei» in Gais (AR), die er bei Führungen auch gerne dem Publikum zeigt.

Was ist das? Ein Nutsägeli oder ein Laubsägeli?

Schreiben Sie die Antwort an: info@ufarevue.ch oder per Post: UFA-Revue, Theaterstr. 15a, 8401 Winterthur. Verlost wird ein LANDIGutschein im Wert von 20 Fr. Einsendeschluss Mitte Monat.

Unter dem Begriff «Weissküferei» versteht man das Handwerk, mit dem aus hellem Fichten- oder Ahornholz geschnitzte Gerätschaften für die sennische Milchwirtschaft und Käseproduktion hergestellt werden. Das Handwerk entstand zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Damals begann sich der steigende Wohlstand und das daraus resultierende Standesbewusstsein der Sennen auf die Verzierung und die reichhaltige Machart alltäglicher Gebrauchsgegenstände auszuwirken. Stand zu dieser Zeit der land- oder milchwirtschaftliche Nutzen der Geräte eindeutig noch Vordergrund, so dienen heute die meisten Anfertigungen wie Melkeimer, Butterfässer, Rahmschöpfer

Hans (rechts) und Robert Mösli (links) in ihrer Werkstatt.

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oder Käseteller mehr Dekorationszwecken oder sind willkommene Geschenksartikel. Geblieben ist bis heute jedoch die Bedeutung einer sorgfältigen Auswahl des Ausgangsprodukts. Für die weitere Bearbeitung des Holzes ist es wichtig zu wissen, wo und wie der Baum gewachsen ist. Dies gibt dem erfahrenen Handwerker Rückschlüsse über die spezifischen Eigenschaften des Materials. Das Handwerk selbst ist ebenfalls traditionell geblieben, obwohl heute maschinelle Hilfsmittel wie Drehbänke eingesetzt werden, die ein schnelleres und rationelleres Arbeiten ermöglichen. Sämtliche Schnitzereien und Verzierungen stellen jedoch weiterhin reine Handarbeit dar und verlangen Präzision und künstlerische Fertigkeiten. Der Name «Weissküferei» wird zwar heute da und dort mit dem hellen Holz in Verbindung gebracht, hat seinen Ursprung aber beim «weissen» Lebensmittel Milch, das mit diesen Gerätschaften verarbeitet, transportiert oder gelagert wurde. Hans Mösli, Weissküferei und Drechslerei, 9056 Gais www.weisskueferei-moesli.ch

Ähren und Getreidedekorationen Die Getreide-Deko-Ausstellung auf dem Hof von Claudia und Ruedi Künzi in Maschwanden (ZH) ist 365 Tage im Jahr geöffnet. Strohfinken, Strohhüte, Strohsterne, Strohfiguren, Gestecke, Kränze, Bänder, Mobile, Ostereier, Intarsien, Strohballen oder Getreidegarben sind auf einer Fläche von knapp 40 m2 ausgestellt. Falls Beratung oder Informationen erwünscht sind, sollte man sich anmelden. Es kann sich dabei um Fragen zur Sortenwahl, zum Mengenbedarf, zur Verarbeitung, Lagerung und Schädlingsbekämpfung handeln. Regelmässig finden zudem mit Claudia Künzi-Schnyder (dipl. Bäuerin HFP, Strohflechterin) Kurse statt. Kursdaten Strohflechten am 14. oder 15. April 2012. Anmeldung bis 17. März 2012, 044 767 14 23, info@getreidedeko.ch. Ein weiterer Kurs mit Claudia Künzi über hängenden Strohschmuck (Wokkel) findet am 9. oder 11. Juni statt und zwar auf dem Volg Erlebnishof, Hofmärcht in Baar (ZG). Anmeldung bis 18. Mai 2012 an Volg Konsumwaren AG, Naturena, 8401 Winterthur, + 058 433 54 99, www.volg.ch. Getreidedeko Künzi, Steinbüllenstrasse 25, 8933 Maschwanden, www.getreidedeko.ch

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So macht man Boden gut HUMUS ist die Zauberformel für erfolgreiches Gärtnern. Es gilt, diese duftende Erde mit den lockeren Krümeln gezielt aufzubauen. Helfer sind Milliarden von Bodenlebewesen. Sie stellen die Nahrung für die Pflanzen her. Voraussetzung sind schonende Bearbeitung und bedarfsgerechte Düngung.

Edith Beckmann

1 • Senfwurzeln lockern den Boden; die Blüten spenden einem Aurorafalter Nektar. Bild: Dieter Haugk/pixelio.de

2 • Konkurrenzlose Gründüngung: Phacelia (Bienenfreund) mit blau-lilafarben Blüten. Bild: Karl-Heinz Liebisch/pixelio.de

Kluge Gärtner fördern die Bodenlebewesen durch Mulch (Bodenabdeckung), Kompost oder Pflanzenbrühen. Sie verzichten aufs Umgraben, weil dadurch tiefere Schichten nach oben gekehrt und damit die Tierchen empfindlich gestört werden. Bester Verbündeter für eine gute Bodenstruktur ist der Regenwurm: Im Laufe eines Jahres schafft er das 70fache seines Gewichtes an fruchtbarem Humus!

Ein natürlicher Kreislauf Der Garten ernährt sich praktisch selbst: Wer konsequent sämtliches anfallendes Grüngut fachgerecht kompostiert, benötigt kaum zusätzlichen Dünger. Denn der Bedarf wird oft gewaltig überschätzt: Für die Grunddüngung reichen ein bis zwei

Grüne Tipps für den Nutz- und Ziergarten • Nur Geduld: Beete erst vorbereiten, wenn der Boden abgetrocknet ist und die Erde nicht mehr am Werkzeug klebt. • Saattermin im Freiland ist für Nüsslisalat, Spinat, Lauch, Kefen, Erbsen, Puffbohnen, Pastinaken und Peterli, ab Mitte März auch für Rüebli. • Im kalten Treibbeet oder unter Folie Kresse, Radiesli, Schnittsalat, Kohlrabi und Lauch säen.

Schaufeln (2 bis 3 Liter) Kompost pro Quadratmeter und Jahr. Dieser Richtwert gilt für mittelzehrende Gemüse wie Karotten, Lauch, Rettich, Zwiebeln, Gurken und Zucchetti sowie für die verschiedenen Salatsorten. Es lohnt sich, immer wieder einmal eine neue, dünne Schicht Kompost auszubringen. Auf diese Weise stehen den Pflanzen während der gesamten Wachstumszeit laufend Nährstoffe in für sie optimal aufbereiteter Form zur Verfügung.

Hübsche Blüte mit doppeltem Nutzen: Tagetes dezimiert Wurzelälchen. Bild: Kunstart.net/pixelio.de

begünstigen die auf Kreuzblütler spezialisierten Schädlinge und Krankheiten. Ein Gründünger für alle Fälle ist hingegen Phacelia. Sie zählt zur Familie der Wasserblattgewächse und hat keine Verwandten im Garten. Zu einem fruchtbaren Boden verhelfen auch Tagetes, Kokarde und Mädchenauge. Sie ziehen schädliche Wurzelälchen (Nematoden) an und hungern sie aus. Diese winzigen Plagegeister verursachen bei Karotten und Knollensellerie verkrüppelten Wuchs.

Gründünger als Bodenkur

Senf kann vom Frühjahr bis im Spätherbst gesät werden. Seine verzweigten, tief in die Erde ragenden Wurzeln schliessen verdichteten Boden auf und hinterlassen fein krümelige Erde. Mit Senf oder auch Ölrettich (Raphanus sativus) kann man ein Stück Land urbar machen. Aber aufgepasst: Wo Kohlarten oder Rettich standen – oder folgen sollen, darf kein Senf wachsen! Sie alle sind Kreuzblütler, entziehen der Erde die gleichen Nährstoffe und

Analyse zum Saisonstart

Wer wissen will, wie es um seine Gartenerde steht, sollte zum Saisonstart eine Bodenprobe untersuchen lassen. Set mit genauer Anleitung erhältlich bei: lbu, Labor für Boden- und Umweltanalytik, Maienstrasse 8, 3613 Steffisburg, Tel. 033 227 57 31. www.lbu.ch 䡵

• Pflanzzeit ist für Rosen, Gehölze und das gesamte Beerensortiment, aber auch für Gartenfarne und Staudengräser. • Zur Schneckenregulierung Bretter auslegen: Als Köder dienen Hundebiskuits, Weizenkleie oder halbierte Kartoffeln.

Leckere Würze: Kapuzinerkresse bereichert Salat und tut dem Boden gut.

• Geranien, Fuchsien und Strauchmargeriten aus dem Winterquartier holen, kräftig zurückschneiden und in frische Erde setzen.

Bild: Ernst Rose/pixelio.de

Autorin Edith Beckmann, Freie Journalistin BR aus Frauenfeld (TG), leidenschaftliche Gärtnerin mit Wurzeln in der Landwirtschaft.

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SCHWEIZER BAUERN: WOHER – WOHIN? LANDLEBEN

Generationengespräche in der Landwirtschaft

Vom Bio-Chabis bis zum Bio-Ei 1949 hat Fritz Dähler als Bub mit seinem Vater erstmals biologisch produzierten Einschneide-Chabis an die Sauerkrautfabrik Schöni in Rothrist geliefert – mit Pferd und Wagen hat er die Fracht an den Bahnhof Kiesen gebracht und verladen. In Noflen, am Fusse des Berner Oberlands, betrieb er Milchwirtschaft sowie Acker- und Gemüsebau und trug auf seinen Feldern Urgesteinsmehl aus dem Gotthard-Massiv aus. Adrian Knuchel verstreut zwar kein Urgesteinsmehl aus den Bergen auf seinen Feldern, ist aber auch überzeugter Bio-Bauer. Zusammen mit seinem Vater und seiner Frau Yvonne bewirtschaftet der 30-Jährige in Bätterkinden 37 ha 86

Land. Daneben hält er 2000 Legehennen und produziert Bio-Eier für den Grosshandel. Die beiden Biobauern sind sich einig: Den Boden sollte man möglichst schonend bearbeiten und die Felder so wenig als möglich pflügen. Im Gespräch findet Knuchel, dass die Landwirtschaft derzeit ein Nettokalorienvernichter sei. Will heissen: Die Bauern brauchen mehr Rohstoffe als sie produzieren. Gemäss Dähler lautet die Logik: «So gesund der Boden, so gesund sind auch die Pflanzen, die Tiere und die Menschen, die sich davon ernähren.» Dähler hat seine Kühe mit eigenem Bio-Futter versorgt und somit eine in sich geschlossene Kreislaufwirtschaft

betrieben. Knuchel hingegen kann das Futter für seine Legehennen nicht selber produzieren und ist auf Importe angewiesen. Doch es sind nicht nur Bioprodukte, die in die Schweiz eingeführt werden, einige gehen auch den umgekehrten Weg. So ist in den USA etwa das «Organic Swiss Müesli» bekannt. Das Bild auf der Verpackung ziert noch immer Fritz Dähler und seine Frau Margrith: die beiden posieren in der Tracht vor ihrem Bauernhaus in Noflen. Die Mitglieder der Dähler-Familie seien 1947 Pioniere in der Biolandwirtschaft gewesen, ist neben dem Bild zu lesen. Helene Soltermann

Der Landwirtschaftliche Informationsdienst LID ist inzwischen 75 Jahre alt. Aus diesem Anlass tauschen sich jeden Monat zwei Bauerngenerationen aus, blicken zurück und in die Zukunft. Was war besser, was schwieriger und wohin steuert die Landwirtschaft? Einen umfassenden Bericht dieses Generationengesprächs finden Sie auch auf der Website www.lid.ch.

75 Jahre Kommunikation zwischen Stadt und Land

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Fortsetzung von Seite 76

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Nebenerwerb der Bäuerin

Effiziente GülleLogistik

Kleearten im Fokus

Fütterung auf Vorrat

Sous-Vide: Sauerkraut und Rippli

Soll der Nebenerwerb der Bäuerin auch in den gemeinsamen Einkommenstopf des Betriebs fliessen? Wenn nein, was ist wie zu regeln?

Beim Ausbringen von Gülle werden Lohnunternehmer oder überbetriebliche Zusammenarbeit wichtiger. Effiziente Konzepte können Kosten sparen.

Bei Futterbaumischungen für Weideflächen spielt der Weissklee eine wichtige Rolle. Die Rotklee-Sorte «Pastor» könnte dies jedoch ändern.

Werden Rindviehrationen gehäuft vorgelegt, spart dies Arbeit. Aber wie verhält es sich mit der Futterqualität? Und welchen Einfluss haben Siliermittel?

Sous-vide-Garmethoden eignen sich für Bauernhaushalte. Man spart Zeit und isst erst noch gesund. Es braucht aber spezielle Geräte dazu.

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Impressum UFA-Revue Die Mitglieder-Fachzeitschrift der fenaco-LANDI Gruppe. Die Ausgaben Nr. 1, 3, 5, 7-8, 9 und 11 erscheinen mit im Abonnement inbegriffener Beilage des LANDI-Contact. ISSN 1420-5106

Herausgeber fenaco Genossenschaft, Erlachstrasse 5, 3001 Bern Hans Peter Kurzen, Publizistische Leitung

UFA-REVUE · 3 2012

Mitherausgeber LV-St. Gallen, GVS Schaffhausen. Die Beteiligungen der Herausgeber an anderen Unternehmungen sind in den gültigen Geschäftsberichten aufgeführt. Erhältlich beim Verlag. Redaktion Tel. 058 433 65 30 Fax 058 433 65 35 Theaterstrasse 15a, 8401 Winterthur Dr. Roman Engeler (Chefredaktor), Daniela Clemenz, Christian Hirschi, Gaël Monnerat, Cyril de

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UFA-Revue 03/2012  
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