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Landwirtschaftliche Genossenschaften Seite 10

Herunterladen und bearbeiten Seite 24

Besaugschutz bei Tr채nkeautomat Seite 54

Rarit채ten in der Fundgrube Seite 72


Inserate UR 0112 D_2012 27.12.11 09:08 Seite 2

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DF_Inhalt_0112 ok_2012 27.12.11 16:25 Seite 3

INHALTSVERZEICHNIS EDITORIAL

Beim Tränken von Kälbern sollte dem gegenseitigen Besaugen die entsprechende Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Roman Engeler

Foto: agrarfoto.com

FENACO AKTUELL Vom Bauer zum Konsumenten Qualitätssicherung entlang der Wertschöpfungskette

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Aus der Verwaltung der fenaco Auf ein Wort

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MANAGEMENT

Alpwirtschaft Die Infrastruktur ist ein wichtiges Entscheidungskriterium, ob man auf eine Alp geht. Weniger wichtig ist der Lohn.

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Eierproduktion noch kein Meister vom Himmel gefallen

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Kurzmeldungen Tief verwurzelt und zukunftsorientiert Weiterbildung für Profis Ökonomisch und ökologisch auf Kurs Währungsverlierer und -gewinner Überbetriebliche Zusammenarbeit Infrastruktur wichtiger als Lohn

9 10 12 14 16 20 21

LANDTECHNIK Herunterladen und Bearbeiten Geografische Online-Karten lassen sich landwirtschaftlich nutzen

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Kurzmeldungen Produktneuheiten Trioliet «Triomix 1-1200»: Effizient und wirtschaftlich füttern

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PFLANZENBAU

Selbstbefüller im Test Trioliet bietet den selbstladenden Futtermischwagen «Triomix» in fünf Grössen an – das Modell «1-1200» im Praxistest.

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Einsatz von Branntkalk Damit die Ernte leichter wird

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Kurzmeldungen Fruchtfolgen im Bio-Landbau: Flexibilität ist wichtig Neue Sorten: Die neue Sortenliste liegt vor Sonnenblumen: Anbau ist gefährdet

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NUTZTIERE

Sonnenblumen gesucht Die Sonnenblumenfläche muss noch gesteigert werden, um die Nachhaltigkeit der Branche langfristig zu sichern.

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Beta-Carotin zufüttern spätestens ab Januar

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Kurzmeldungen Bio-Seite: Zukauf von Nicht-Bio-Tieren UFA aktuell: Die Seiten für den Tierhalter Biotin hilft den Klauen und mehr Warmes Getränk nach dem Abkalben Mehrlinge: In der Fleischproduktion wirtschaftlich Besaugschutz bei Tränkeautomaten Muniaufzucht: Intensität beeinflusst Gesundheit Gesunder Rindfleischmarkt und neue Zuschläge Neues Herdenbuchsystem für Ziegen Schweinestallbau ab 2018 Eisenversorgung bei Ferkeln Anicom Regionalversammlung Neues Schadnager-Bekämpfungssystem

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LANDLEBEN Status kontrollieren Ob via Injektion oder Paste – die Eisenversorgung der Ferkel ist matchentscheidend. UFA-REVUE · 1 2012

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Das neue Jahr, insbesondere der Neujahrstag, wurde in der Vergangenheit nicht selten als Erneuerungstag angesehen, begleitet von allerlei rituellen oder magischen Handlungen. Zwar wurde dieses Brauchtum durch den heute üblichen Kommerz rund um den Jahreswechsel fast verdrängt, bis in die heutige Zeit geblieben sind jedoch die guten Vorsätze, die in dieser Saison wieder Hochkonjunktur haben. Man will die alten Laster loswerden und strebt nach einer Besserung. Doch, so schnell diese Vorsätze gefasst sind, so schnell hat man sie auch wieder vergessen. Da geht es allen wohl in etwa gleich. Es ist ja nicht unbedingt nötig, mit solchen Vorsätzen gleich sein eigenes Leben oder den ganzen Betrieb auf den Kopf zu stellen. Auch mit kleinen Schritten und vergleichsweise einfachen Massnahmen lässt sich ein anvisiertes Ziel erreichen. Vielleicht gibt es ja noch Potenzial, um Betriebsabläufe zu optimieren. Möglicherweise hat man noch nicht alles ausgeschöpft, um die Qualität der erzeugten Produkte zu verbessern. Oder man kann den Hebel im oft wenig geliebten administrativen Bereich ansetzen. Der Möglichkeiten sind bekanntlich viele. Redaktion und Verlag der UFA-Revue wünschen Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, entsprechende Ausdauer bei der Umsetzung Ihrer persönlichen Vorhaben für das Jahr 2012, einen nachhaltigen Erfolg bei Ihrer täglichen Arbeit und insbesondere alles Gute in Haus, Hof und Stall.

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DF_FEN_Aktuell_0112 neu ok_2012 27.12.11 16:21 Seite 4

AKTUELL FENACO

Vom Bauer zum Konsumenten QUALITÄTSSICHERUNG ENTLANG DER LEBENSMITTELKETTE Noch nie waren Lebensmittel in unseren Breitengraden sicherer als heute und unbedenklicher zum Konsumieren. Zu verdanken ist dies der Qualitätssicherung. Dieser Begriff steht für hervorragende Produkte und maximalen Genuss. Qualitätssicherung steht aber auch für transparente Produktionsprozesse, Lebensmittelsicherheit, Sauberkeit und Hygiene.

Urs Vollmer

Die Qualitätssicherung fängt beim Landwirt an und setzt sich auf allen Stufen der Produktion, der Verarbeitung und des Handels fort. Sie endet mit der Zubereitung und dem Verzehr beim Konsumenten. Am Beispiel der Pommes-frites-Produktion lässt sich gut nachvollziehen, was Qualitätssicherung bedeutet.

Lebensmittelkette nach ISO 22 000 Für die Sicherstellung der Qualitätsansprüche existieren eine ganze Reihe verschiedener Qualitätsnormen wie ISO 9001, BRC (British Retail Consortium), IFS (International Food Standard) oder die neusten Normen wie ISO 22 000 oder FSSC 22 000 (Food Safety System Certification). Jede dieser Normen setzt den Schwerpunkt auf unterschiedliche Bereiche. So beleuchten beispielsweise die ISO-Normen eher das Q-Management, die BRC und IFS eher die Inspektion des Hygienestandards in Betrieben. Der neuste und um-

fassendste Standard FSSC 22 000 beinhaltet beide Schwerpunkte durch die Kombination der ISO 22 000 mit dem Lebensmittel-Inspektionsstandard PAS 220. Während die ISO-Normen ein internationaler Standard für Qualitätsmanagement und Lebensmittelsicherheit darstellen, sind BRC und IFS Einzelinitiativen einzelner Detailhändler und Länder. Die Zertifizierung erfolgt immer durch eine akkreditierte Zertifizierungsstelle. Die Verarbeitungsbetriebe der fenaco (frigemo, Ramseier, Ernst Sutter AG, UFA, GOF) sind je nach Bereich nach ISO 9001, BRC, IFS oder nach ISO 22000 zertifiziert. Aktuell bereitet sich die frigemo-Gruppe für eine Zertifizierung nach FSSC 22 000 vor.

(30 %), Detailhandel (28.4 %), Nahrungsmittel (25.3 %) und im Brenn- und Treibstoffhandel (16.8 % erwirtschaftet. Mit den drei erst genannten Geschäftsfeldern steht die fenaco in der Lebensmittelkette (LM-Kette) und ist angehalten die Massnahmen zur Lebensmittelund Qualitätssicherheit umzusetzen.

fenaco ist zusammen mit den LANDI ein genossenschaftlich organisiertes Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 5.4 Mia. Fr. Der Jahresumsatz (2010) wird in den Geschäftsbereichen Agrar

Frigemo in der LM-Kette Die Tochtergesellschaft Frigemo der fenaco entwickelt und produziert für zahlreiche Geschäftspartner hochwertige Produkte wie tiefgekühlte Kartoffelspezialitäten, Gemüse, und Frischsalate. Sie darf unter anderem McDonald’s, Coop, Volg, Nestlé und Unilever (Knorr) zu ihren Geschäftspartnern zählen. Das Unternehmen verarbeitet und vermarktet primär Schweizer Produkte und leistet damit einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Inlandproduktion von gesunden Lebensmitteln. In der Herstellung von Kartoffelprodukten in der Schweiz ist die frigemo die Nummer 1.

anlage sowie eine automatisierte Packlinie für Kirschen, Zwetschgen und Mirabellen. Die neue Anlage ermöglicht eine Verdoppelung der Stundenleistung. Der technische Fortschritt ge währleistet zudem gegenüber den Produzenten und den Kunden eine lückenlose Rückverfolgbarkeit und vollständige Transparenz der Aufbereitung. Die Inbetriebnahme der erneuerten Infrastruktur wird vor der Ernte, im Mai 2012, erfolgen.

Die Infrastruktur Steinobst in Utzenstorf erweitert ihre Kapazität.

fenaco in der LM-Kette Die

VERWALTUNG FENACO CONSEIL D’ADMINISTRATION Leistungszentrum

Steinobst

Aufgrund von Kapazitätsengpässen der Steinobstaufbereitungsanlagen in Utzenstorf (BE) hat die Verwaltung fenaco an ihrer November-Sitzung beschlossen, 1.75 Millionen Franken in die Modernisierung zu investieren. Die zentrale Infrastruktur für Steinobst wird so auf den Standort Utzenstorf konzentriert. Das Investitionsprojekt umfasst die Neuanschaffung einer leistungsfähigen Kirschen-Kalibrier- und Sortier4

1 2012 · UFA-REVUE


DF_FEN_Aktuell_0112 neu ok_2012 27.12.11 16:22 Seite 5

AKTUELL

NATS ES MO IS D D L I B DU MO PHOTO

FENACO AUF EIN WORT EN UN MOT

Für Braeburn, Golden, Jonagold, Cox Orange und viele andere Apfelsorten Braeburn heisst das neue Leistungszentrum bei der Union Fruits SA in Charrat (VS). Die Inbetriebnahme findet im Januar 2012 statt. Zugute kommt diese moderne Anlage den Walliser Apfelproduzenten. Verarbeitet werden dort rund 15 000 t Äpfel mit einer Stundenleistung von 10 t. Auch wurden die Lagermöglichkeiten auf den modernsten Stand gebracht. Die Bauzeit für dieses moderne Leistungszentrum für Äpfel war kurz, Baubeginn war im Frühjahr 2011. Investiert wurden dafür von der fenaco 15 Mio. Fr.

Jedes Jahr werden in der Produktionsstätte Cressier rund 50 000 t Kartoffeln zu über 100 verschiedenen Produkten verarbeitet (tiefgekühlt, gekühlt, Flocken). Die frigemo ist zudem der Schweizer Lizenznehmer der Weltmarke McCain, welche die Nummer 1 unter den Marken im Schweizer Detailhandel

ist. Die Geschäftsprinzipien der frigemo beruhen auf dem Prinzip der Loyalität gegenüber den Bauern, die ihre Produkte dem Unternehmen anvertrauen. Die Bauern finden in der Frigemo einen verlässlichen Marktpartner, der Sorgfalt im Umgang mit den Produkten hegt, der für Lebensmittelhygiene und -siFortsetzung Seite 6

TERMINE AGENDA

Mittelland • Gwatt-Tagung 10. und 11. Januar 2012

Ostschweiz • Kartause Ittingen 19. und 20. Januar 2012

Die fenaco gilt in der Öffentlichkeit als eher verschwiegen. Dieser Ruf kommt wahrscheinlich daher, dass sie gegenüber den Kunden nicht mit dem Namen fenaco, sondern mit demjenigen der bekannten Tochtergesellschaften oder einer ihren beliebten Marken auftritt. Die fenaco informiert jedoch offen gegenüber ihren Eigentümern, den LANDI und den Bauern. Die LANDI Verwaltungsmitglieder sind zweimal jährlich eingeladen zu den Regionalversammlungen in den vier Regionen. Mit rund 600 Teilnehmern pro Jahr erfreuen sich diese Veranstaltungen einer hohen Beliebtheit. Die Landwirte erfahren aus erster Hand vom Geschäftsgang der fenaco und den LANDI. Sie nehmen Kenntnis von Strategien und Konzepten der Geschäftsbereiche und der Tochtergesellschaften und sie können ihre Anliegen einbringen. Auf demokratische Art und Weise beantragen sie zudem der Delegiertenversammlung ihre Vertreter im fenaco Verwaltungsrat. Alle zwei Jahre wird dieser Anlass ausgeweitet auf zwei Tage, so in den nächsten Wochen in den Regionen Ostschweiz, Mittelland und Westschweiz (siehe Box Termine). In der Zentralschweiz fand die zweitägige so genannte Waldstättentagung 2011 statt. An diesen Tagungen bleibt genügend Zeit für spannende Diskussionen und gezielten Erfahrungsaustausch mit den fenaco Kaderleuten und den LANDI Geschäftsführern, sei es in Gruppen oder im Plenum. Schliesslich sollen die Eigentümer nicht nur zuhören, sondern auch mitreden können. Diese gelebte Praxis ist eine der Stärken der fenaco-LANDI Gruppe und macht sie zu einem Unternehmen, das so transparent und offen kommuniziert wie sonst kaum ein anderes.

Westschweiz • Séminaire Léman, Montreux 26. und 27. Januar 2012 UFA-REVUE · 1 2012

Christian Ochsenbein Mitglied der Geschäftsleitung fenaco

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DF_FEN_Aktuell_0112 neu ok_2012 27.12.11 16:22 Seite 6

AKTUELL FENACO cherheit steht, der kreativ neue Absatzkanäle eröffnet und schliesslich, den Konsumenten Freude am Essen vermittelt und die Arbeit des Kochs optimal unterstützt.

Lebensmittelkette Pommesfrites Die Lebensmittelkette Pommes-frites der frigemo umfasst sieben Schritte der Qualitätskontrolle: 1. Eingangskontrolle: Im Beisein des Produzenten werden die Kartoffeln entgegengenommen und durch eine neutrale externe Prüfstelle auf ihre äussere und innere Qualität überprüft (Schäden, Stärkegehalt, Krankheiten) sowie die Kalibergrösse gemessen. Für die Fritesproduktion

benötigt die frigemo diverse Kartoffelsorten wie Innovator, Agria, Markies und Fontane. Zur Eingangskontrolle gehört auch der Backtest, der zeigt, ob die Kartoffeln eine schöne goldgelbe Fritesfarbe entwickeln und nicht zuviel Acrylamid bilden. 2. Die Kartoffeln werden maschinell nach Länge und Durchmesser kalibiriert, von Hand auf grobe Schäden sortiert, im Dampf geschält und nachfolgend in Frites geschnitten. Die Kontrolle erfolgt nachfolgend automatisch mittels optischer Sensoren, um schwarze Stellen auszusortieren. 3. Nach dem Blanchieren (Vorgaren) und Trocknen der Kartoffeln wird der

litätskontrolle wird sichergestellt, dass die gesetzlich geforderte Mindestkerntemperatur von –18° Celsius permanent eingehalten wird. 6. Die nachfolgende Abpackanlage prüft automatisch jeden Beutel auf das Soll-Gewicht und detektiert zudem im sogenannten Metalldetektor allfällige Fremdkörper. Bei der kleinsten Abweichung, wird der Beutel automatisch ausgeworfen. Nach dem Abpacken werden die Beutel stichprobenweise auf die Dichtheit der Schweissungen gerprüft. Auch der Produktionscodes wird genau unter die Lupe genommen, das ist nämlich das wichtigste Element der Rückverfolgbarkeit.

3 2 1

Grafik 1: Wo die frigemo in der Lebensmittelkette steht Landwirtschaftsbetrieb

Überwachungsbehörde

Futtermittelhersteller Lebensmittelhersteller Weiterverarbeiter von Lebensmitteln Grosshändler Einzelhändler, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegungsbetriebe

Konsumenten 6

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Hersteller von Pestiziden, Düngemitteln und Tierarzneimitteln Lebensmittelkette für die Produktion von Zutaten und Zusatzstoffen Transport- und Lagerbetriebe Gerätehersteller Reinigungs- und Desinfektionsmittelhersteller Hersteller von Verpackungsmaterial Dienstleistungsanbieter

Wassergehalt analysiert, damit die Pommes-frites später die ideale Knusprigkeit und eine feine Innentextur haben. 4. Bei 180° Celsius werden die Frites ca. 2 Minuten vorfritiert. Die Qualitätskontrolle umfasst erneut den Wassergehalt sowie die Überwachung der Ölqualität auf unerwünschte Zersetzungssprodukte und Frischegrad des Öls. Wichtig ist beim Fritieren, dass das Öl laufend gefiltert wird, um Krümel und Kleinstücke zu entfernen, die sonst in der Fritteuse verkohlen würden. 5. Nach dem Auskühlen werden die Frites bei – 35° Celsius im Schockfroster tiefgefroren. Durch die Qua-

7. Zur Endkontrolle der Produkte im eigenen Labor vor dem Verladen gehört chemische Analyse auf Wassergehalt, Fettgehalt, Zubereitung und Degustation der Produkte sowie die optische Prüfung auf Fehler wie Kurzstücke, schwarze Punkte, verbrannte Spitzen oder graue Flecken. Zuletzt werden die Produkte auf mikrobiologische Keime untersucht. Für alle diese Kriterien gibt es genaue Grenzwerte, die einzuhalten sind.

Rückverfolgbarkeit Die Rückverfolgbarkeit der Pommes-frites gipfelt im so genannten Produktions-Code. In Kürzestform sind dort alle wichtigen In1 2012 · UFA-REVUE


DF_FEN_Aktuell_0112 neu ok_2012 27.12.11 16:22 Seite 7

AKTUELL FENACO Tabelle 1: Akteure der Lebensmittelkette und externe Anforderungen Landwirtschaft

Verarbeitung

Handel

Konsumenten Gastronomie

Produzenten, Betriebsmittel, Sortenpolitik, Saatgut, Agrartechnik, Übernahme, Taxation, Lagerung,Transport

Warenannahme, Taxation, Eingangskontrolle, Herstellprozess, Prozesskontrolle, Verpackung, Lagerung, Endkontrolle

Kühlkette, Transport, Zentrallagerung, Verteillogistik, Feinverteilung, Verkaufspunkt, Anpreisung

Individualtransport, Zubereitung, Ernährungsgewohnheiten. Verzehr, Gesundheit, Entsorgung

Fazit Noch nie waren Lebensmittel

Gesetzliche Grundlagen und Kontrollinstanzen LandwirtschaftsLebensmittelLebensmittelgesetVerordnung, gesetze (LGM, ze: (LGM, LGV, Anbaurichtlinien LKV, ZuV, Hyv, FIV) LGV, LKV), (ÖLN, Bio), Labels Qualitäts-Normen Labels, Qualitäts(SGA SGAP), (ISO 9001, 22 000, Normen: (BRC, Qualiservice. BRC, IFS). AIB, ISO 22000).

4

formationen zu finden. Dabei handelt es sich um das Produktionsdatum, Abfüllzeit, Produktionslinie, Artikelnummer, Artikelname, Ölsorte und Rohstoff-Sorte. Wenn der Weg des Produktes noch genauer verfolgt werden muss, wird ein «Tracing-Back» durchgeführt, welches den ganzen Weg vom Produzenten durch die Verarbeitung bis zum Konsumenten umfasst. Dazu dienen weitere Daten wie die Lieferanten der eingesetzten Rohstoffe, Linienkontrollen, Laborkontrollen und Analysen, Lieferpapiere, Aussenlager, die Silo- und Lagerzelle sowie das Einlagerungszeitintervall und nicht zuletzt der Lieferzeitpunkt und der Weg der Endprodukte zu den einzelnen Kunden. Der Aufwand für eine komplette Rückverfolgung ist für das Unternehmen beträchtlich, dazu muss ein Team von UFA-REVUE · 1 2012

Produkte zu einem grösseren gesundheitsgefährdenden Problem werden, bestehen in der frigemo und der fenaco Massnahmen wie Notfallpläne, Verhaltensschemas, eine Krisen-Taskforce sowie erfahrene Riskmanagement-Teams, welche zusammen mit den zuständigen Behörden und betroffenen Kunden schnell eingreifen können.

in unseren Breitengraden sicherer als heute und unbedenklicher zum KonsuStifutng für Konsumentenschutz, Presse, TV (Kassensturz), Internet-Plattformen.

1 · Eingangskontrolle, wenn der Landwirt die Kartoffeln anliefert. 2 · Die Kontrolle erfolgt auch automatisch mittels optischer Sensoren.

6 7

5

vier bis sechs Personen innert 3 Stunden alle geforderten Daten zusammentragen und interpretieren können. Solche «Tracing-Back-Tests» werden zu Schulungszwecken mehrmals pro Jahr durchgeführt.

Was ist, wenn etwas schief läuft? Trotz diesen internen QSMassnahmen gibt es nie eine 100 %-Sicherheitsgarantie, da bei einer Linienleistung von mehreren Tonnen pro Stunde nicht jedes Kilo analysiert werden kann, sondern die Prüfungen auf einer repräsentativen Stichprobe beruhen. Weiter verlassen die Produkte irgendwann den Kontrollbereich des Herstellers und die frigemo hat keinen Einfluss auf die weitere Behandlung der tiefgekühlten Produkte (langer Transport, unpassende, zu warme Lagerung oder fehlerhafte Zubereitung). Sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten und

mieren. Wenn es in Einzelfällen zu Problemen mit der Lebensmittelsicherheit kommt, hat das jeweils ein enormes Medienecho zur Folge. Was zeigt, das Lebensmittel, wie schon der Name sagt, die Menschen existentiell und emotional betreffen. Die frigemo ist sich zusammen mit der fenaco-LANDI Gruppe dieser grossen Verantwortung im Umgang mit Lebensmitteln bewusst, einerseits gegenüber den Bauern, die einwandfreie Rohprodukte anliefern, und andererseits gegenüber den Konsumenten. 䡵

Autor Urs Vollmer ist dipl. Lebensmittelingenieur ETH und in der frigemoGeschäftsleitung verantwortlich für Qualität, Umwelt und Spezialprojekte.

3 · Die Kartoffeln werden maschinell kalibiriert, im Dampf geschält und in Frites geschnitten. 4 · Goldgelb verlassen die Kartoffelschnitze die Fritteuse. 5 · Der Weg von der Kartoffel zum Pommes-frites wird genau verfolgt. 6 · Nach dem Abpacken werden die Beutel geprüft. 7 · Die Qualitätskontrolle findet auch im eigenen Labor statt.

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DF_MA0_Kurznews_0112 ok_2011 28.12.11 08:55 Seite 9

KURZMELDUNGEN MANAGEMENT

Uferbereich wird Gewässerraum Gewässerraum entlang Fliessgewässern Die Änderungen der Gewässerschutzverordnung (2011) verlangen, dass entlang von Fliessgewässern ein Gewässerraum ausgeschieden wird. Der Gewässerraum dient vor allem dem Schutz vor Hochwasser, aber auch den natürlichen Funktionen des Gewässers. Vorgesehen ist, dass die Kantone bis 2018 den Gewässerraum ausscheiden und bei der Richt- und Nutzungsplanung berücksichtigen. Die betroffenen Kreise müssen dazu angehört werden, das Vorgehen ist jedoch in jedem Kanton anders. Wichtig ist, dass die Bauern mit ihren kantonalen Bauernverbänden mitreden, wenn es bei der Richtund Nutzungsplanung um die Ausscheidung von Gewässerraum geht.

Beschwerde und Rekurs, Einsprache und Revision Mit der Beschwerde kann sich der Betroffene gegen einen behördlichen Entscheid bei einer höheren Instanz wehren (z. B. im Boden- und im Pachtrecht). Gleichbedeutend ist der Begriff Rekurs. Dagegen richten sich die Einsprache (z. B. im Steuerrecht) und das Revisionsgesuch an die Behörde, die den Entscheid getroffen hat. Sie wird aufgefordert, ihren Entscheid noch einmal zu überdenken.

Bei diesem Bach würde der Gewässerraum eine Breite von elf Metern ausmachen.

Januar Goldvreneli unter den Tierhaltern, die die Browsererweiterung «Microsoft Silverlight» installiert haben. www.agate.ch

Rütti ISO-zertifiziert Die Agro-Treuhand Rütti AG ist neu zertifiziert nach ISO-Norm 9001:2008. Die Auszeichnung wurde von Hans Ulrich Sturzenegger (Qualitäts-Auditor Swiss TS, Bild l.) an Hans Stalder (Geschäftsleitung Agro Treuhand) überreicht. Das Qualitätsmanagement-System umfasst alle Geschäftsprozesse wie Buchhaltungsabschluss, den Ablauf

Dr. Eduard Hofer, Heimberg

Tiermeldungen via agate.ch Ab 7. Februar 2012 müssen Meldungen an die TVD über die Homepage www.agate.ch gemacht werden. Die TVD verlost bis zum 20.

einer Hofübergabe, die Durchführung von Kursen aber auch die Einarbeitung neuer Mitarbeiter. Hans Imhof, Agro-Treuhand Rütti

E-Banking Plattformwechsel Einige Regionalbanken haben auf den 1.1.2011 einen E-Banking-Plattformwechsel vorgenommen. Landwirte, die von Agro-Office das MoUFA-REVUE · 1 2012

Gewässerraum hat Nutzungseinschränkungen zur Folge. Die Bewirtschaftung muss extensiv sein, es darf nicht gedüngt werden, zudem gilt ein Bauverbot. Die Folge sind Ertragsausfall und Mehraufwand für die separate Bewirtschaftung. Der Flächenbedarf für den Gewässerraum wird gesamtschweizerisch auf 20 000 ha geschätzt. Im Rahmen der AP 2014 – 2017 ist ein Budget für den neuen Ökotyp Gewässerraum/ Uferbereich von 20 Mio. Fr. vorgesehen, was rund 1000 Fr. pro ha ausmachen würde. Allerdings sind zu diesem Beitrag die genauen Anforderungen und allfällige Abstufungen noch nicht klar. Auskunft: Ruedi Streit, SBV Treuhand und Schätzungen, Brugg, 寿 056 462 51 11.

dul Kontoabgleich im Einsatz haben und diese Kontodaten im alten System nicht abgeholt haben, müssen nun manuell die Kontobewegungen in der Finanzbuchhaltung erfassen. www.agro-office.ch

Arbeiten mit Pferden Der Kurs land- und forstwirtschaftliche Arbeiten mit Pferden ist offen für Leute mit Freude an der Arbeitspferdehaltung und im Rahmen des Modul B 57 anrechenbar für die Berufsprüfung. Themen: Holzrücken am 27./28. Februar 2012 (Hirschthal), Transporte März/April (Arisdorf), Futterbau 21. oder 28. Juni (Witzwil), Ackerbau 30. August oder 6. September 2012 (Witzwil). Am 26. Oktober kann eine Prüfung abgelegt werden (freiwillig). Anmeldung bis am 27. Januar 2012 am Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg, Sarah Vock, 寿 062 855 86 12, sarah.vock@ag.ch, www.liebegg.ch

Schaden an gemieteter Maschine Viele Bauern nutzen oftmals Maschinen der Nachbarn. Bei solchen überbetrieblichen Einsätzen kommt

es immer wieder vor, dass die gemieteten oder entlehnten und meist teuren Landmaschinen beschädigt werden. Diese Schäden an Sachen, die unter Obhut genommen worden sind, sind durch die Betriebshaftpflichtversicherung nicht gedeckt. Dafür muss der Mieter oder Verursacher selbst aufkommen. Es gibt die Möglichkeit eine «Obhutsschadenversicherung» abschliessen. Diese Zusatzversicherung deckt selber verschuldete Schäden an fremden landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten ab. SBV Versicherungen empfiehlt den Abschluss einer solchen Versicherung. Die Abdeckung muss gut geprüft werden, soll doch die Obhutsversicherung auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten sein. Aufgepasst: Werden regelmässig sehr teure Maschinen entlehnt, deckt eine Obhutsversicherung den Schaden nicht ausreichend ab. In diesem Fall ist eine Maschinenbruchversicherung zweckmässiger, welche allerdings vom Vermieter oder Eigentümer abzuschliessen ist. Mit einer Maschinenbruchversicherung sind alle Schäden gedeckt, egal, wer sie verursacht hat. Auskunft: SBV Versicherungen oder die Versicherungsberatungsstellen, die den kantonalen Bauernverbänden angegliedert sind. Christian Kohli, SBV Versicherungen, Brugg www.sbv-versicherungen.ch

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 9


DF_MA1_Moser_0112 ok_2012 27.12.11 16:35 Seite 10

MANAGEMENT

Tief verwurzelt und zukunftsorientiert DIE GENOSSENSCHAFTEN sind ein Produkt des 19. Jahrhunderts. Sie haben die Land- und Ernährungswirtschaft in den letzten hundert Jahren geprägt und werden auch im 21. Jahrhundert noch eine wichtige Rolle spielen.

Peter Moser

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts machte das Schweizerische Bauernsekretariat eine Umfrage bei den landwirtschaftlichen Organisationen. Bei der Antwort auf die Frage nach ihrem Gründungsdatum antworteten viele Alpgenossenschaften: «schon immer bestanden», «seit Menschengedenken» oder: seit «uralter Zeit». Einige von ihnen hatten in der Tat eine lange Geschichte. Diese reichte zuweilen bis ins 15. Jahrhundert zurück. Allerdings waren die Alpgenossenschaften lange eher Institutionen mit öffentlichem

Mehr als nur gegen den Zwischenhandel Produzenten und Konsumenten von Nahrungsmitteln schlossen sich auch, aber bei weitem nicht nur zur Ausschaltung des Zwischenhandels in Genossenschaften zusammen. Den Produzenten diente die Form der Genossenschaft immer auch zur Organisation und Risikominimierung der Produktion. Und für die ursprünglich im Verband Schweizerischer Konsumgenossenschaften (VSK, heute: COOP) organisierten Konsumenten waren Genossenschaften auch wichtig, um sich Kenntnisse über die Produktion von Nahrungsmitteln zu verschaffen. Die vom VSK gegründete Schweizerische Genossenschaft für Gemüsebau beispielsweise war lange der grösste Gemüseproduzent in der Schweiz und bestand bis vor zehn Jahren. Schon 1898 hatten der VSK und der VOLG zusammen den Schweizerischen Genossenschaftsbund gegründet. Doch der Streit um die Zollbelastung trieb einen Keil in die organisatorische Zusammenarbeit von Produzenten und Konsumenten, so dass der Genossenschaftsbund rasch an Bedeutung verlor. Doch mit der Schaffung gemeinsam betriebener Verarbeitungsunternehmen wie den Milchzentralen und Molkereien vertiefte sich die Zusammenarbeit auf der geschäftsmässigen Ebene trotzdem weiter. Mit der Gründung des Schweizerischen Ausschusses für Zwischengenossenschaftliche Beziehungen kam es 1934 erneut zu einem organisatorischen Zusammenschluss der Genossenschaftsverbände der Konsumenten und der Produzenten. Der Ausschuss verfolgte ähnliche Zielsetzungen wie der Genossenschaftsbund, war aber lockerer strukturiert. Seit den 1980er Jahren sind zudem neue Formen der genossenschaftlichen Zusammenarbeit von Produzenten und Konsumenten entstanden: In den letzten Jahren etwa im Rahmen der regionalen Vertragslandwirtschaft, in der die Produzenten und Konsumenten zum Beispiel auch die Produktionsrisiken teilen. 10

Charakter als Genossenschaften wie wir sie seit dem 19. Jahrhundert kennen.

Milch- und Käsereigenossenschaften Die ersten modernen Genossenschaften, die in grosser Zahl entstanden, waren Milch- und Käsereigenossenschaften. Deren Gründung ging mit der Ausdehnung der Hartkäseproduktion von den Alpen ins Mittelland einher. Im Talgebiet, wo die Viehhaltung bisher nur eine geringe Bedeutung hatte, waren auch organisatorische Massnahmen nötig, um genügend Milch für die Produktion von Hartkäse zur Verfügung zu haben. Die ersten zu diesem Zweck gegründeten Milch- und Käsereigenossenschaften entstanden am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Ab den 1850er Jahren nahm die Zahl der Neugründungen stark zu, so dass es vor dem Ersten Weltkrieg schweizweit rund 2800 lokale Milch- und Käsereigenossenschaften gab.

Landwirtschaftliche Genossenschaften Parallel zum Ausbau der Milch- und Käsereigenossenschaften, die als Milchkäufer und Milchverarbeiter auftraten, erfolgte im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts die Gründung zahlreicher Landwirtschaftlicher Genossenschaften im engeren Sinn. 1910 gab es bereits 550 solcher Genossenschaften, vor allem in den sich rasch industrialisierenden Mittellandkantonen Bern, Solothurn, Aargau, Luzern und Zürich. Die Landwirtschaftlichen Genossenschaften funktionierten vor allem als Scharnier zwischen der Industrie und der Landwirtschaft. Sie vermittelten den Bauern Maschinen, Geräte, Futtermittel

Conrad Schenkel (1834 – 1917) war Mitgründer des VOLG und von 1886 bis 1902 dessen erster Präsident.

und Dünger und kauften umgekehrt deren Produkte für den Lebensmittelhandel, der sich auch zunehmend genossenschaftlich organisierte (Kasten: Mehr als nur gegen Zwischenhandel).

Genossenschaftsverbände Schon in den 1880er Jahren begannen die lokalen Genossenschaften sich in sogenannten Genossenschaftsverbänden zusammenzuschliessen. Im Sommer 1886 entstand der VOLG und 1889 die Verbände der Landwirtschaftlichen Genossenschaften von Bern (VLGB) und der Zentralschweiz (VLGZ). Bis 1910 gab es gesamtschweizerisch zehn solche Genossenschaftsverbände. 1993 schlossen sich die meisten der damals noch bestehenden neun Genossenschaftsverbände zur fenaco zusammen. Viehzucht Fast gleichzeitig wie die Landwirtschaftlichen Genossenschaf1 2012 · UFA-REVUE


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Rechtliche Definition Auf schweizerischer Ebene erstmals rechtlich geregelt wurden die Genossenschaften im 1881 entstandenen Obligationenrecht (OR). Genossenschaften sind gemäss Art. 828 OR als Körperschaft organisierte Verbindungen, die in der Hauptsache die Förderung oder Sicherung bestimmter wirtschaftlicher Interessen ihrer Mitglieder in gemeinsamer Selbsthilfe bezwecken. Gemäss Artikel 830 OR entsteht eine Genossenschaft nach Aufstellung der Statuten und deren Genehmigung in der konstituierenden Versammlung durch Eintragung in das Handelsregister. An der Gründung einer Genossenschaft müssen mindestens sieben Mitglieder beteiligt sein.

ten entstanden auch viele Viehzuchtgenossenschaften. Sie waren bedeutend zahlreicher und auch gleichmässiger über die ganze Schweiz verteilt. Um 1910 gab es bereits rund 1000 Viehzuchtgenossenschaften. Dazu kamen noch fast 50 Pferdezucht- und ebenso viele Schweinezuchtgenossenschaften sowie mehr als 200 Ziegen- und rund 50 Schafzuchtgenossenschaften. Auch die Tierzuchtgenossenschaften schlossen sich zu Genossenschaftsverbänden zusammen. Allerdings nicht primär nach geografischen Kriterien, sondern nach der Gattung und Rasse der Tiere.

Obst und Wein Von grosser Wichtigkeit waren, vor allem in der Ost- und Innerschweiz sowie im Bernbiet und der Romandie, die Obstbau- und Obstverwertungs- sowie die Weinbaugenossenschaften, die ebenfalls schon im 19. Jahrhundert entstanden. Dazu kamen zahlreiche Genossenschaften im Verarbeitungsbereich. So beispielsweise die Dreschmaschinen- und Brennereigenossenschaften. Genossenschaften spielten zudem auch im Meliorations-, Kreditund Versicherungswesen eine zentrale Rolle. Agrarpolitik Vom Ersten Weltkrieg bis in die 1980er Jahre erleichterten die Marktordnungen den Ausbau der geschäftsmässigen Beziehungen zwischen den Genossenschaften der Produzenten und der Konsumenten. Die Agrarreformen der 1990er Jahre hingegen erleichterten gewinnorientierten Akteuren UFA-REVUE · 1 2012

So sah im 19. Jahrhundert das Maschinenlager des Volg aus. Heute gibt es eine Vielzahl von Maschinen, Geräten und Traktoren.

Die alten Genossenschaftsgebäude sind zweckmässigen Gebäuden mit einem schweizweit einheitlichen Auftritt gewichen. Getreide-Samenreinigung früher und Getreideverarbeitung heute.

Früher 100 kg-Säcke im Lagerhaus einer landwirtschaftlichen Genossenschaft, heute wird in die Höhe gestapelt.

den Marktzutritt. Zahlreiche Genossenschaften fusionierten, lösten sich auf oder wurden in Aktiengesellschaften umgewandelt. Doch viele der gewinnorientierten Akteure stagnieren oder sind sogar schon wieder verschwunden, so dass die bestehenden Genossenschaften heute weiter an Bedeutung

gewinnen und auch durch neue genossenschaftliche Formen ergänzt werden. Gerade weil Genossenschaften mehr als nur den Zwischenhandel ausschalten, sind sie für Produzenten und Konsumenten auch in Zukunft eine geeignete Form zur Gestaltung des Ernährungsbereichs. 䡵

Autor Peter Moser ist Leiter des Archivs für Agrargeschichte, Bern, www.agrararchiv.ch Die Uno erklärte 2012 zum Jahr der Genossenschaften. In der UFARevue werden im Laufe des Jahres zum schweizerischen Genossenschaftswesens regelmässig Artikel zu lesen sein.

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Weiterbildung für Profis ARBEITSKREISE An das Motto «Von Berufskollegen lernen» halten sich bereits über 400 Landwirte im Kanton Bern. Sie pflegen in 37 Arbeitskreisen, die von InforamaBeratern geleitet werden, den Erfahrungsaustausch, geben einander Tipps und ermutigen sich gegenseitig, den Herausforderungen, die sich der Landwirtschaft stellen, erfolgreich die Stirn zu bieten.

Dietrich Bögli

Bereits 2002 wurde am Inforama (landwirtschaftliche Bildungs-, Beratungs- und Tagungszentrum des Kantons Bern) das Projekt «Stärkung der Konkurrenzkraft der Futterbaubetriebe mittels Arbeitskreisen» lanciert. Die Entwicklung, welche die Arbeitskreistätigkeit seither durchgemacht hat, ist eindrücklich: Waren es im März 2003 noch 14 Arbeitskreise sind es heute bereits 37 und die Anzahl wird nach der geplanten Kampagne im Frühling 2012 wohl noch weiter wachsen (Grafik). Einzelne Kreise bestehen bereits seit neun Jahren. Aber auch Arbeitskreise, die deutlich weniger lang zusammenarbeiten, haben sich bereits zu einer «Lebensgemeinschaft» entwickelt, in der der Erfahrungs- und Gedankenaustausch weit über die produktionstechnischen und fachlichen Fragen hinausgehen.

So funktioniert es In einem Arbeitskreis schliessen sich 10 bis 15 Bauern oder Bäuerinnen zu einer Gruppe zusammen. Moderiert wird die Gruppe von einem Inforama-Berater. Ziele setzen, die Anzahl Anlässe und Themenwahl bestimmen, ist in erster Linie Sache der Mitglieder. Der Erfahrungsaustausch steht im Vordergrund, aber je nach Thema werden Fachexperten beigezogen oder der Moderator übernimmt eine Expertenfunktion. Damit ein Arbeitskreis erfolgreich arbeiten kann, sind folgende Punkte zu beachten: 1. Die Grundsätze der Unternehmensführung stehen im Zentrum der Überlegungen. 2. Es wird konsequent mit Zielen gearbeitet: Ziele steckt jeder für seinen 12

3. 4. 5. 6.

7. 8.

Betrieb. Ziele setzt die Gruppe für den gesamten Arbeitskreis und jeden Anlass. Die Zielerreichung wird regelmässig überprüft. Die Mitglieder bestimmen das Thema. Die Anlässe finden auf einem Betrieb statt. Es werden konkrete und aktuelle Probleme bearbeitet. Es wird immer eine hohe Aktivität aller Arbeitskreismitglieder angestrebt. Eine Feedbackrunde schliesst jeden Anlass ab. Konsequent wird die Verbindung zwischen Buchhaltung und Produktionstechnik beachtet.

Vielfältige Themen Die 37 Arbeitskreise im Kanton Bern teilen sich thematisch wie folgt auf: Milchproduktion (21), Rinderaufzucht (3), Arbeitskreis Bäuerinnen (4), Mutterkuhhaltung (2), Schweinhaltung (1), Grossviehmast (1), Milchschafe (1), Biolandbau (1), Homöopathie (1), Agrotourismus (1) und Betreuungsleistungen (1). Die Themen der Arbeitskreise lassen sich in folgende drei Kategorien zusammenfassen: • Gesamtbetriebliche Fragen zu Betriebsstrategien, betrieblichen Neuausrichtungen, Vollkostenrechnungen, Veränderungen durch das neue Direktzahlungssystems, Kosten sen-

ken, Optimierungen der Arbeitsabläufe oder kostengünstige Stallbauten. • Produktionstechnische Fragen, wie: Welches ist die optimale Milchkuh für meinen Betrieb? Wie kann man die Aufzucht optimieren, die Wiesenbestände verbessern, die richtige Kunstwiesenmischung für den Betrieb finden? Auch werden Fragen zur Tiergesundheit, Fruchtbarkeit, Optimierung des Weidesystems und Futterkonservierung behandelt. • Persönliche und zwischenmenschliche Themen über den Umgang mit Überlastung und Dauerbelastung. Wie kann man Burnout früh erkennen? Wie lässt sich ideal die Steuerund Vorsorgeplanung verbinden. Fragen zur Büroorganisation, Scheidung, Öffentlichkeitsarbeit, Erziehung, Familie, Betrieb und Hobby.

Erfahrungs- und Gedankenaustausch zwischen Bauern, der jeweils weit über produktionstechnische und fachliche Fragen hinausgeht. 1 2012 · UFA-REVUE


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Anlässe finden auf dem Betrieb eines Arbeitskreis-Teilnehmers statt. Der Betriebsleiter schildert ein bis drei Probleme, die er diskutieren möchte. Die Sicht der Kollegen bringt oft neue, unerwartete und wertvolle Impulse und sogar Lösungen. Je nach Thema bereiten der Betriebsleiter und der Moderator Informationen zum Betrieb vorgängig auf. So können zum Beispiel Futterpläne, Arbeitskraftbilanzen oder Wirtschaftlichkeitsrechnungen eine Grundlage für die Diskussion sein. Manchmal stellen die Teilnehmer während des Anlasses selber Berechnungen an. Experten werden je nach Thema beigezogen und sorgen dafür, dass Spezialistenwissen in den Arbeitskreis einfliessen kann. Einmal jährlich findet ein so genannter Boxenstopp statt. Dieser dient als Standortbestimmung. Üblicherweise plant ein Arbeitskreis am Boxenstopp die Anlässe für das kommende Jahr.

Beispiel Ein Arbeitskreisanlass zum Thema «Fütterung» könnte etwa so ablaufen: Zehn Landwirte des Arbeitskreises der Region xy treffen sich um 19.30 Uhr auf dem Betrieb von Landwirt A. Nebst dem Moderator ist der Fütterungsberater des Inforama zugegen, welcher zum Voraus mit Landwirt A die Fütterung analysiert hat. Als erstes besichtigen die Arbeitskreisteilnehmer den Betrieb und machen sich ein Bild

Die Mitglieder bestimmen die Themen weitgehend selber.

darüber, welche Futtermittel gefüttert und gelagert werden. Nebenbei wird die neue Liegehalle begutachtet. Im zweiten Teil stellt der Fütterungsberater die Ergebnisse vor. Ziel ist es herauszufinden, ob der Anteil Mais optimiert werden kann. Die Diskussion geht thematisch weiter und Fragen wie «Lohnt sich der Einsatz von Starterfutter?» oder «Welchen Einfluss auf die Mineralstoffversorgung hat der Maisanteil?» werden aufgeworfen und diskutiert. Am Schluss des Abends hat nicht nur A eine fundierte und von Praktikern hinterfragte Analyse, sondern jeder Landwirt nimmt für sich Erkenntnisse mit nach Hause. Klar, dass nach dem offiziellen Teil die Gespräche bei Kaffee und Kuchen weitergehen und kaum weniger interessant sind.

Boxenstopp Regelmässig Rückmeldungen einholen, ist eine wichtige Aufgabe des Moderators. Mindestens am Boxenstopp stellt er Fragen wie «Wollt ihr mit dem Arbeitskreis weiterfahren?» oder «Könnt ihr mit Hilfe des Arbeitskreises eure gesteckten Ziele besser erreichen?» Meistens sind die Rückmeldungen auf diese Fragen über weite Strecken sehr positiv. Hier ein paar Zitate von Betriebsleitern: «Für mich ist der

Grafik: Entwicklung Arbeiskreise im Kanton Bern Anzahl Arbeitskreise

Auf den Betrieben Die meisten

40 35 30 25 20 15 10 5 0

2003

2006

2011

Waren es im März 2003 noch 14, so sind es heute bereits 37 Arbeitskreise zu den verschiedensten Themen.

Arbeitskreis eine Plattform, wo ich mich mit Berufskollegen ehrlich, offen und konstruktiv-kritisch austauschen kann. Ich bin jetzt sechs Jahre dabei und bin sehr überzeugt von dieser Weiterbildungsform.» «Die Diskussionen im Arbeitskreis stärken mich für die täglichen Arbeiten. Überall gibt’s kleinere und grössere Schwierigkeiten, die wir in einem kleinen Rahmen besprechen. Daraus schöpfe ich Kraft, herausfordernde Situationen zu meistern.» Ein anderer Landwirt meinte: «Ich schätze sehr, dass wir in einer Gruppe auf Vertrauensbasis offen über Erfolge und Misserfolge sprechen können.»

Kampagne im Frühling

Im Frühling 2012 finden jeweils um 20.00 Uhr an jedem Inforama-Standort Informationsanlässe statt und neue Arbeitskreise können gebildet werden. Vorgesehen sind Arbeitskreise zu den Themen Milchproduktion, Fleischproduktion, Rindvieh-Aufzucht, Schweinehaltung, spezifische Bäuerinnen-Themen und Agrotourismus. Interessierten Berner Bäuerinnen und Landwirten ist sehr zu empfehlen, diese Gelegenheiten für den Einstieg zu nutzen. Auch in anderen Kantonen finden Arbeitskreise statt. Auskünfte gibt es bei den landwirtschaftlichen Schulen. 䡵

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2008

Autor Dietrich Bögli, Regionalleiter Beratung, Inforama, 3052 Zollikofen. www.inforama.ch Informationsanlässe Inforama-Arbeitskreise: 20. Februar 2012 (Inforama Berner-Oberland), 1. März 2012 (Inforama Rütti), 5. März 2012 (Inforama Emmental) und am 12. März 2012 (Inforama Waldhof).

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Ökonomisch und ökologisch auf Kurs PROJEKT ZA-AUI Parallel zur jährlichen Datenerhebung und Ablieferung von Buchhaltungsdaten an die Zentrale Auswertung ART Tänikon erfassen seit 2009 Betriebsleiter aus der ganzen Schweiz auch produktionstechnische ÖLN-Daten. Diese Daten werden ausgewertet und liefern die quantitative Antwort auf die Frage nach der ökologischen Nachhaltigkeit der schweizerischen Landwirtschaft.

Bendicht Münger

Futuristische vision: Wann gibt es eine direkte Verknüpfung vom Traktor zur Datenbank.

Grundvoraussetzung für die beteiligten Betriebe ist, dass parallel zu den ÖLN-Daten auch ihre Buchhaltungsdaten an die ART geliefert werden. Dabei werden ökonomische mit den ökologischen Daten verknüpft. Es sind dann Aussagen möglich, wie zum Beispiel jene, die kürzlich von der ART veröffentlicht wurden: Der ARTForscher Pierrick Jan wies nach, dass Synergien zwischen Ökologie und Ökonomie möglich sind, und dass Skaleneffekte (sinkende Stückkosten bei zunehmender Grösse) nicht nur im ökonomischen Bereich, sondern auch im ökologischen Bereich möglich sind. Jan untersuchte dies anhand von 56 Milchviehbetrieben der Bergregion.

Software Buchhaltungsdaten, die an die ART abgeliefert werden, müssen aus technischen Gründen mit der Buchhaltungssoftware Agro-Twin erfasst werden. Die ökologischen Daten werden mithilfe der Software Agro-Tech gesammelt. Die Software Agro-Tech ermöglicht ein professionelles Betriebs- und Herdenmanagement und dient als Aufzeichnungsinstrument zur vollständigen Erbringung des ökologischen Leistungsnachweises. Alle Massnahmen können im Schlagregister aufgezeichnet werden. Zudem gibt es eine Schnittstelle zur Tierverkehrsdatenbank.

Mobile Erfassung Diese Software motiviert vor allem jüngere Betriebslei-

ter an diesem Projekt, das unter dem Namen ZA-AUI läuft (Zentrale Auswertung von Agrar-Umwelt-Indikatoren), mitzumachen. Den beteiligten Betrieben wird die Software Agro-Tech gratis zur Verfügung gestellt und sie können zudem einen Einführungs- und Weiterbildungskurs besuchen. «Agro-Tech hat mich gerettet», erklärt Reto Kofel aus Ottikon (ZH). Der junge Landwirt möchte sogar einen Schritt weitergehen und die Daten mobil erfassen, das wäre dann für ihn wie Weihnachten und Ostern zusammen. Ähnlich sieht es der junge Betriebsleiter Walter Haas aus Hellbühl. «Eine mobile Version wäre super», sagt er, denn es gebe oftmals auch in der Landwirtschaft Wartezeiten, wo man Smartphones und Handy benutzen könnte, um die Aufzeichnungen quasi zeitgleich nachzuführen. Genau das verspricht Urs Jacober von der Agridea den Bauern. Ab März 2012 wird eine Testversion der mobilen Erfassung im Einsatz sein. Die definitive Mobil-Onlineversion der Agridea sollte ab August 2012 zur Verfügung stehen.

Evaluation Das Projekt ZA-AUI ist nun im dritten Jahr. Heute beteiligen sich 300 Betriebsleiter daran. Im November 2011 fanden drei Informationsveranstaltungen statt (Yverdon, Zollikofen und Illnau), wo die beteiligten Bauern über erste Resultate des Projekts informiert wurden. Der Vertreter des Bundesamtes für Landwirtschaft, Samuel Vogel, definierte dabei die Ziele der ZA-AUI. Man wolle Grundlagen haben, um in der jährlichen Agrarberichterstattung über die ökologische Nachhaltigkeit zu informieren, man brauche dieses Zahlenmaterial für internationale 14

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Vor allem junge Betriebsleiter setzen auf die elektronische Erfassung des ÖLN-Nachweises. Das Programm Agro-Tech leistet dabei gute Dienste. Bild: www.isignstock.com

Vergleiche und um die Agrarstützung gegenüber der Öffentlichkeit zu legitimieren. Die Bauern erhalten eine kleine Entschädigung für die Ablieferung der Daten, ebenso wie die Treuhandstellen. Diese betreuen die Bauern auch bei technischen Problemen mit der Software. Die Bauern und Agro-Treuhänder wollen wissen, was beim BLW und bei der ART mit ihren Daten passiert. Im Kanton Luzern ist es so, dass der beteiligte Walter Haas Junior (siehe oben) im Mandat der Agro-Treuhandstelle Sursee 25 Projektbeteiligte mitbetreut. Auch 2012 können interessierte Bauern sich melden und am Projekt teilnehmen. Voraussetzung ist, dass sie sowohl Agro-Twin als auch Agro-Tech anwenden und zeitnah und zuverlässig die ökologischen Daten erfassen. Informationen gibt es bei den kantonalen AgroTreuhandstellen. Die Adressen sind auf www.satv-asaf.ch zu finden. 䡵

Autoren Daniela Clemenz, UFA-Revue, 8401 Winterthur Bendicht Münger leitet die Agro-Treuhandstelle in Grangeneuve (FR) und er ist Projektleiter von ZA-AUI im Mandat des schweizerischen Agro-Treuhändervereins. www.satv-asaf.ch.

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Nutrition

Mit L-Carnitin höhere Produktivität Zuchtsauen gebären stärkere Ferkel und geben mehr Milch. Ferkel weisen eine bessere Futterverwertung und eine höhere Resistenz gegen Krankheiten auf. Eber produzieren mehr und vitalere Spermien.

Carniking

Carniking™ bietet reines L-Carnitin und ist ein Warenzeichen der Lonza AG, Schweiz.

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MANAGEMENT

Währungsverlierer und -gewinner DIE BAUERN, FENACO UND DIE EMMI Der starke Franken beschert der Schweizer Landwirtschaft Währungsverluste im Export von Emmentaler Käse oder Caffè Latte. Auf der Importseite hingegen bringt der schwach bewertete Euro auch Vorteile, zum Beispiel beim Dünger- oder Landmaschinenkauf.

In den letzten Monaten beschäftigen sich nicht nur Ökonomen und Manager mit Finanzmarktproblemen, Währungsverlusten und Staatsverschuldung, auch für die Landwirtschaft ist die Lage schwierig geworden. Das zeigte der DLG-Unternehmertag am Strickhof Lindau. Mechthild Becker-Weigel referierte über Trends in den Agrarmärkten. Sie ist Projektleiterin des DLG-Agrar-Tickers, der wöchentlich Analysen zu den wichtigsten Agrarrohstoffmärkten verschickt.

te, deshalb erweitern Finanzinvestoren immer öfter ihr Portfolio und investieren in Getreide, Mais oder Kaffee. Die Preistrends werden durch das spekulative Kapital verstärkt. An der Terminbörse in Chicago (Chicago Board oft Trade CBoT) werden an physischer Menge rund 2.5 Mrd. t Weizen gehandelt. Diese physische Menge wird 6.7 Mal gehandelt. Gemäss Frau Becker-Weigel werden durch diese spekulativen Geschäfte die Teilnehmer, die sich wirklich mit Getreide eindecken wollen, zu Randfiguren an den Agrarrohstoffmärkten.

Was treibt die Märkte an?

Einkaufstourismus Gemäss der Konjunkturforschungsstelle BAK Basel wurden 2011 für 2.3 Mrd. Fr. Produkte im Ausland eingekauft. Wenn diese Produkte in der Schweiz gekauft würden, ergäbe das einen Wert von 3.2 Mrd. Fr. Gegenüber 2010 haben die Schweizer Konsumenten 2011 310 Mio. Fr. mehr für Lebensmittel im grenznahen Ausland ausgeben.

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Die weltweiten Agrarmärkte für Getreide, Ölsaaten, Futtermittel und Düngemittel reagieren nachfrageseitig auf das steigende Bevölkerungswachstum und den zunehmenden Fleischkonsum. Gemäss Becker-Weigel ist der Fleischkonsum ein stärkerer Impuls für die Agrarmärkte als das Bevölkerungswachstum. Die Agrarrohstoffe werden sich dorthin verlagern, wo Wohlstand und Kaufkraft ist. Zukünftig steigen werden auch die Mobilität und der Energiebedarf. Agrarrohstoffe gelten angesichts der Finanz- und Währungsturbulenzen als sichere Wer-

Nicht dramatisieren Man müsse die Situation nicht dramatisieren, erklärte der Ökonom Reiner Eichenberger in seinem Referat. Die Schweiz sei ein Hort der Stabilität und die Zukunft sei positiv. Das führte er auf die direkte Demokratie und dezentrale Strukturen zurück. Der schwach bewertete Euro sei gut für die Konsumenten und in der Landwirtschaft würden dadurch die Preise für Vorleistungen sinken (Dünger, Maschinen). Schlecht sei der überbewertete Franken für exportorientierte Unternehmen und für Firmen, die Produkte herstellen, die

sich mit Importprodukten konkurrenzieren. Das Thema Spekulation mit Agrarrohstoffen sei ebenfalls nicht überzubewerten, fand der Freiburger Professor. Denn die Spekulation werde durch die begrenzte Lagerbarkeit von Agrarrohstoffen und den Bedarf an geeigneten Lagerkapazitäten begrenzt. Sobald der Handel real würde, seien die Finanzinvestoren gezwungen, das Getreide weiterzuverkaufen. Für die Schweizer Landwirtschaft sah Eichenberger folgende Trends: 1. Der Absatz von landwirtschaftlichen Produkten wird durch die Zuwanderung positiv beeinflusst. 2. Zum Vorteil gereicht den Schweizer Bauern, dass sie währungsgeschützte Einkommensbestandteile wie Direktzahlungen haben. 3. Der Schweizer Markt ist durch den Grenzschutz vor Importen zwar relativ gut geschützt. Vor Einkaufstourismus gibt es aber keinen Schutz. 4. Swissness kann vor Importprodukten schützen. Eine Qualitätsstrategie muss den Unterschied zwischen Schweizer und ausländischen Produkten deutlich machen (CH-Bio versus EU-Bio).

Währungsgewinner Weltweit sind die Düngerpreise in den letzten Jahren stark angestiegen. Vom billigeren Euro profitiere die Düngerfirma Landor, die zur fenaco-Gruppe gehört. Dieser Wechselkursvorteil werde an die Bauern weitergegeben, erklärte fenaco-Geschäftsleitungsmitglied Martin Keller an der Unternehmertagung. Keller illustrierte dies an einem Beispiel: «Aufgrund des sinkenden Euros, sind die Preise für Ammon-Salpeter in der 1 2012 · UFA-REVUE


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MANAGEMENT teuer und brauche Zeit, erklärte Weilenmann. Emmi versucht die Verluste klein zu halten. Der Warenaufwand werde reduziert durch Milchpreissenkungen und durch den vermehrten Einkauf von Rohstoffen im Ausland, zum Beispiel für Verpackungsmaterialien.

Die Euro-Krise ist täglich in den Schlagzeilen und betrifft auch den Agrarsektor.

Schweiz von 2009 auf 2011 ‹nur› um 30 % angestiegen. In Deutschland hat sich der Preis für das gleiche Produkt im gleichen Zeitraum verdoppelt.» Währungsgewinner seien auch die Lohnunternehmer, führte Keller weiter aus. Aktuell würden Mähdrescher in der Schweiz bis zu 10 % weniger kosten als in den vorangehenden Jahren, und dies trotz massiven Preissteigerungen seitens der Hersteller und trotz Technologiefortschritten.

Fremdwährungsmanagement Der Import von Claas-Traktoren für die fenaco-Tochterfirma Serco Landtechnik AG oder der Düngereinkauf für die Landor erfolgt meistens in Euro. Verantwortlich für diese Fremdwährungsbeschaffung ist das fenaco Stammhaus in Bern. Bei der Devisenbeschaffung für die Geschäftsbereiche werde das Risiko mit Teileindeckungen gesplittet. Das heisst, bei verschiedenen Bankinstituten werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten Devisen beschafft. Die fenaco habe bezüglich der Devisengeschäfte strenge Richtlinien (Riskmanagement), erklärte Keller und fuhr fort, dass die Wechselkursgewinne an Bauern und Kunden weitergegeben werden. Fundierte Marktkenntnisse und ein professionelles Fremdwährungsmanagement tragen dazu bei, die Stabilität der Unternehmergruppe zu wahren. Keinen Währungsvorteil gebe es beim Import von Futtergetreide. Die Zollabschöpfung verteuert das Importgetreide, dadurch sind keine Währungsgewinne möglich. Durch die Zölle ist jedoch der Preis für das Inlandgetreide geschützt. UFA-REVUE · 1 2012

Emmi-Exporte Wichtigstes Exportprodukte der Schweizer Landwirtschaft ist Käse. Aufgrund der Währungsprobleme kämpft Emmi um schwarze Zahlen im Export von Caffè Latte, Emmentaler und Emmi GriessTöpfli, wie Daniel Weilenmann aufzeigte. Weilenmann leitet den Bereich Wirtschaftsund Agrarpolitik bei Emmi. Emmi hat laut eigenen Angaben seit 2008 währungsbedingte Umsatzeinbussen von 120 Mio. Fr. zu verkraften. Bei stabilen Wechselkursen seit Anfang 2009 wäre der Exportumsatz um einen Sechstel höher gewesen. Die Halbjahreseinbusse 2011 sei bereits höher als jene des gesamten Vorjahres 2010. Ihre Exportstrategie will Emmi wegen des gesättigten Inlandmarktes beibehalten. Der Gewinn von Marktanteilen sei

Exportnische In kleinen Mengen exportiert die fenaco Bündner Fleisch nach Deutschland und Äpfel der Sorte Golden Victor nach Frankreich. Diesbezüglich sei die Lage nicht rosig, erklärte Martin Keller. Diese Nischen will fenaco, trotz Währungsverlusten, weiterhin bedienen. Das Know-how über eine Qualitätsstrategie sei für die Unternehmergruppe wichtig, meinte Keller. Für Deutschland als Absatzmarkt spreche, dass es keine Sprachbarrieren gebe und effiziente Strukturen vorhanden seien. Trotzdem könne man Deutschland als Absatzmarkt für Qualitätsprodukte hinterfragen. Nirgends auf der Welt sei die Discountermentalität bei Lebensmitteln weiter verbreitet als dort. Die fenaco setze aber grundsätzlich auf den Binnenmarkt Schweiz, fuhr Keller fort. Oberstes Ziel sei, die Marktanteile im Inland zu halten. Er sehe auch noch Potenzial zum Beispiel bei Eiern, Geflügelfleisch, Gemüse und Steinobst. 䡵

Der Schweizer Franken ist eine stabile Währung.

Autorin Daniela Clemenz, UFA-Revue, 8401 Winterthur

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Noch kein Meister vom Himmel gefallen EIERPRODUKTION Jeder neue Betriebszweig, so auch die Eierproduktion, birgt in sich Chancen und Risiken. Es braucht eine solide Finanzierung, fundierte Produktionskenntnisse und zuverlässige Abnehmer.

Oswald Burch

Martin Würsch

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Die schweizerische Eierproduktion kann sich dem allgemeinen Preisdruck, dem Drang nach mehr Leistung bei gleichzeitiger Margenschmälerung nicht entziehen. Und doch gelang und gelingt es der Branche immer wieder, übermässige Produktionsmengen im Griff zu behalten oder wieder in den Griff zu bekommen. Nicht unerheblichen Anteil hat das periodische Zusammensitzen von Abnehmern und Produzenten an einem gemeinsamen Tisch. Miteinander zu sprechen steht am Anfang vieler Lösungsfindungen. Mit dem Grundziel zum Wohle des Schweizer Eies zu agieren werden gemeinsame Vorgehensweisen realisierbar. Der Markt kann aber Eierproduzenten auch auf die Probe stellen: Läuft es gut, ist die Lust nicht fern, den Schwung zu nützen, noch ein bisschen mehr herausholen zu wollen. Umsichtig und weitsichtig soll man planen. Zustände aus dem agrarischen Umfeld, beispielsweise aus dem Milchsektor illustrieren, wie der Markt leiden kann. Und was übermässiger Druck zustande bringt, sah man 2011 in Deutschland gleich mehrmals anhand happiger Lebensmittelskandale.

Kalkulation Während der Vertragsdauer werden die Eierpreise entsprechend Qualität, Label und Marktverhältnissen verbindlich festgelegt, so dass eine Kalkulation über die Vertragsdauer hinaus möglich wird. Für die ersten fünf Jahre ist ein Mindestpreis zu garantieren.

Eiermarkt Die Inlandpro-

Absatzförderung Der Absatz von

duktion an Eiern stieg 2010 an (Grafik). Ein Fortsetzen des Anstiegs wird erwartet und könnte bei Absatzschwierigkeiten zu Preiseinbrüchen führen. Aus diesem Grunde ist ein guter Vertrag mit den Abnehmern wichtig. Für Neueinsteiger, die gross investiert haben, ist ein guter Vertrag eine eigentliche Überlebensversicherung.

Schweizer Eiern wird vom Bund durch Absatzförderungsbeiträge unterstützt, unter Vorbehalt von mindestens 50 % Eigenfinanzierungsanteil durch die Branche. Zudem gilt noch eine Marktentlastungsstützung nach Ostern für den Aufschlag von Schaleneiern als Verarbeitungseier und Verbilligungsaktionen (Absatzeinbruch nach österlicher Vollproduktion der Legehennen).

In neue Betriebszweige einsteigen Landwirtschaftliche Produkte stehen unter Preisdruck. Der Milchmarkt ist in der Landwirtschaft leider zum Dauerthema geworden. Boden ist rar, so dass kaum Land neu zugepachtet oder dazugekauft werden kann. Wie und wo soll der Landwirt sich entfalten können und seine landwirtschaftliche Produktion ausdehnen? Viele investieren in die alternative Stromproduktion oder in die intensivere Pflanzen- oder Tierproduktion. Wo es möglich ist werden landwirtschaftsnahe Dienstleistungen angeboten, um so dem ewigen Preiskampf mindestens teilweise entgehen zu können. SBV Treuhand und Schätzungen hat zusammen mit Gallosuisse zwei Merkblätter ausgearbeitet, die für Neueinsteiger in die Eierproduktion zu empfehlen sind. Download auf www.gallosuisse.ch oder auf www.sbv-treuhand.ch.

Futter- und Tierlieferung Der Landwirt als Produzent sollte sich seine Freiheit bei der Wahl seiner Zulieferer nicht unnötig einschränken lassen. Angesichts der steigenden Anforderungen punkto Lebensmittelsicherheit, der im Raum stehenden Qualitätsstrategie und der Swissnessvorlage sind die Schweizer Eierproduzenten und ihre Partner in Zukunft noch mehr gefordert aktiv zu einer überschaubaren, vertrauenswürdigen und transparenten Produktion beizutragen. Die Eierproduzenten sind gehalten, ihre Produktionsmittel (Küken und Futter) ausschliesslich von kontrollierten und zertifizierten Partnerunternehmen der Schweiz zu beziehen. Die Produktion von Schweizer Eiern unter der Garantiemarke «Swiss Garantie» schliesst zwingend ein, dass nur in

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MANAGEMENT

hennenhaltung können sich kumulieren und führen zu finanziellen Verlusten. Das Risiko, das ein Neueinsteiger mit einem grossen Stall eingeht, ist deshalb um einiges grösser, als wenn er sein «Lehrgeld» mit einer kleineren Einheit beglichen hat und er den Betrieb erst als Meister des Metiers vergrössert. Folgende Aspekte gilt es zu berücksichtigen, damit bei einem Einstieg in die Eierproduktion das Risiko kalkulierbar und fassbar bleibt: • Gründliche Vorbereitung: Zur Vorbereitung gehört das Studium des Marktumfeldes und das Einholen von Zweitmeinungen. Neben der persönlichen Überzeugung und dem Engagement des Betriebsleiterehepaars muss sich das Bauernpaar überlegen, ob die zusätzliche Arbeit auch bewältigt werden kann. • Aus- und Weiterbildung: Eine intensive Produktion bedarf einer fundierten Ausbildung. Fehler in der Haltung und Fütterung der Leghennen haben Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Erfolg. • Gute Produktionsbedingung: Nicht nur eine genügend grosse Eigenkapitalbasis, sondern auch der gute Standort ist für eine intensive Tierhaltung von Bedeutung.

Grafik: Die Schweizer Eierproduktion 750

90 Produktion CH-Eier

650

80 Inlandanteil Schalenverbrauch

550

70

450 350

60 Inlandanteil Gesamt-Eierverbrauch

250 1990

1995

2000

% Inlandanteil

Lehrgeld Kleine Fehler in der Leg-

• Wirtschaftlichkeit: Der Einstieg in eine neue Produktion bindet Liquidität. Neben dem Bau müssen die Tiere, das Futter und weitere Produktionsmittel vorfinanziert werden. Ein Liquiditätsplan für das erste Jahr zeigt den Kapitalbedarf auf. Die Wirtschaftlichkeit ist am besten durch eine unabhängige Beratung überprüfen zu lassen. Neben einem optimistischen Szenario ist auch eine schlechtere Variante zu rechnen, denn selten verläuft alles wie am Schnürchen. • Absatzsicherheit: Die Abhängigkeit vom Abnehmer ist in der Regel gross. Alternativen sind zu prüfen, denn nur so kann der Bauer in einer guten Position verhandeln. Die Marktrisiken fallen in der Regel auf den Produzenten zurück. Das Verhandlungsergebnis ist schriftlich in einem Abnahmevertrag festzuhalten. • Rechtsform und Risikobegrenzung: Obwohl mit einer GmbH oder AG das Risiko auf diese Gesellschaft beschränkt werden kann, muss für die Kreditvergabe (Hypotheken, IK) der Betrieb mit einem Grundpfand mithaften. Die Wahl der Rechtsform hat Einfluss auf Steuern, Sozialversicherung und Mehrwertsteuer. Beratung lohnt sich!

Mio. CH-Eier

der Schweiz zu Mischfutter verarbeitetes Futter verwendet werden darf.

50 2005

2010

40

Vertrag und Verbindlichkeit Ein

Fehler in der Haltung und Fütterung der Leghennen haben Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Erfolg.

Eine intensive Produktion bedarf einer fundierten Aus- und Weiterbildung. Bild: Aviforum

Vertrag ist im Idealfall das Ergebnis unter gleichberechtigten Parteien, welche im Vertrauen aufeinander ein Geschäft eingehen. Der Vertrag darf nie mangelndes Vertrauen ersetzen. In den Eierabnahmevertrag gehören neben den Parteien folgende Punkte: • Vertragsdauer (Empfehlung: 5 Jahre fest). • Pflicht zur Eierabnahme zu definierten Abnahmebedingungen (inklusive Nachbesserungsklausel, sollte der gleiche Abnehmer gegenüber anderen Produzenten bessere Konditionen anbieten). • Wahrung der Wahlfreiheit bei Futterund Tierlieferung sowie bei der Finanzierung. • Pflichten des Produzenten: Einhalten der Produktionsrichtlinien, der Vorschriften und der Qualitätssicherung. • Schlussbestimmungen: Gerichtstand, Massgebliches Recht, Zeitpunkt der in Kraftsetzung, rechtsgültige Unterschriften. 䡵

Autoren Oswald Burch ist Geschäftsführer der Vereinigung der Schweizer Eierproduzenten (Gallosuisse), 8049 Zürich, 寿 031 915 35 48 und Martin Würsch ist Leiter SBV Treuhand und Schätzungen, Laurstrasse 10, 5201 Brugg, 寿 056 462 51 11 Download der Merkblätter für Neueinsteiger www.sbv-treuhand.ch www.gallosuisse.ch

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DF_MA7_CalabreseMann_0112 ok_2012 27.12.11 16:44 Seite 20

MANAGEMENT

Infrastruktur wichtiger als Lohn ALPWIRTSCHAFT Trotz wenig Komfort, bescheidenen Löhnen und langen Arbeitstagen zieht es Sommer für Sommer Männer und Frauen «z’Alp». Ob man Jahr für Jahr wieder auf die Alp geht, hängt von positiven Erlebnissen und der Infrastruktur ab. Die finanziellen Anreize dagegen spielen eine untergeordnete Rolle. Das zeigte sich bei einer Befragung von Älplern.

Chiara Calabrese

Stefan Mann

Schaut man beispielsweise nach dem Zusammenhang zwischen der Situation auf der Alp und dem Willen der Arbeitskräfte, den nächsten Sommer wieder auf der gleichen Alp zu verbringen, so ist die Einschätzung der Infrastruktur auf der Alp eine zentrale Variable. Wer die Infrastruktur gut findet, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit wiederkommen wollen. Eine Heizung beispielsweise ist nicht auf allen Alpen vorhanden, gehört aber zur unverzichtbaren Grundausstattung für die Älpler. Grafik: Erholung vom gestressten Leben 40 % 30 % 20 %

20

völlig

ja

teilweise

0%

nicht

10 % gar nicht

Älpler sind oft junge Aussteiger, die den Alpsommer als einmaliges Event planen. Manche bleiben dabei und gehen Jahr für Jahr wieder auf die Alp.

Dagegen scheinen die finanziellen Bedingungen keinen Ausschlag für die Entscheidung zu spielen, im Folgejahr zur gleichen Alp zurückzukehren. Weder die Zufriedenheit mit dem Lohn, der tatsächliche Lohn noch der gezahlte Bonus (oder Malus) gegenüber dem Standardlohn liessen sich mit den Plänen der Befragten für das kommende Jahr in irgendeinen signifikanten Zusammenhang bringen. Soziale Schwierigkeiten spielen eine wichtige Rolle. 21 der 120 befragten Angestellten berichteten von fehlender Kommunikation zwischen dem Alppersonal und 16 Älpler gar von unerwartetem Streit. Auch mit den Alpmeistern kann es Probleme geben. Der Belgier T. beispielsweise fühlt sich auf seiner Alp im Unterengadin als einzelner Hirte mit den vielen verschiedenen Tierkategorien alleine gelassen. Wer solche Erfahrungen macht, wird am Ende des Sommers eher kein Retour-Billet lösen. Auch die vielen Touristen auf der Alp machen zu schaffen und sind ein Grund, sich nächstes Jahr einen anderen Arbeitsplatz zu suchen. Älpler sind einerseits zumeist junge Aussteiger, deren Alpsommer von vornherein als einmaliges Event konzipiert wurde und andererseits den erfahrenen Älplern. Wer dem Satz zustimmte «Die Alpsommer sind bei mir zur Gewohnheit geworden» (und dies waren 18 der 120 befragten Angestellten), der wollte natürlich in den meisten Fällen im nächsten Jahr wiederkommen. Auch wenn man gerade aus diesen Kreisen häufig Klagen hört, die häufigen Wechsel im Team würden es schwer machen, die eigenen Erfahrungen in die nächste Generation zu vermitteln. Eine besonders

Beispiel für eine Lohnkostenberechnung Starten Sie mit dem Grundgehalt

8000 Fr.

Addieren Sie für jedes Ihrer Lebensjahre 50 Fr.

+… Fr.

Wenn Sie mindestens einen Alpsommer hinter sich haben, addieren Sie 2000 Fr.

+… Fr.

Wenn Sie eine Ausbildung zum Senn oder Hirten haben, addieren Sie 1000 Fr.

+… Fr.

Wenn Sie in der Landwirtschaft aufgewachsen sind, addieren Sie 500 Fr.

+… Fr.

Wenn Sie im Ausland wohnen, ziehen Sie 1500 Fr. ab

–… Fr.

Summe

wichtige Rolle spielte der Aspekt, vom Leben im Tal eine Erholungspause einzulegen. Dies unterstrichen nicht nur die meisten Befragten, es war auch ein wichtiges Kriterium für die Rückkehr: Wer auf der Alp Erholung fand, wollte zumeist auch wieder dorthin zurückkehren. Bei den Älplern, die vor allem der Natur oder der Tiere wegen «z’Alp» gehen, ist das anders. Für sie ist eine einmalige Alp-Erfahrung oft ausreichend. 䡵

Autor Chiara Calabrese und Stefan Mann (Leiter Sozioökonomie) sind für die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART, Tänikon, 8356 Ettenhausen tätig. Die Stiftung für Alpine Forschung finanzierte ein Projekt, in dessen Rahmen 50 Alpen besucht und Interviews mit Alpmeistern und Älplern geführt wurden.

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DF_MA5_KoopGuegler_0112_2012 27.12.11 16:43 Seite 21

KOOPERATION MANAGEMENT

Wirtschaftlich von Vorteil GEMEINSAME GÜLLENPUMPE Franz Zürcher, Alois Meienberg und Bruno Hegglin bewirtschaften je einen Grünlandbetrieb im Zuger Berggebiet. Gemeinsam schafften sie eine Güllenpumpe an. Die überbetriebliche Zusammenarbeit bietet wirtschaftlich grosse Vorteile, ist aber menschlich sehr anspruchsvoll. Die Artikelserie soll die Landwirte dazu animieren, immer wieder über die überbetriebliche Zusammenarbeit nachzudenken.

Vor 10 Jahren drängte sich bei den drei Betriebsleitern Franz Zürcher, Alois Meienberg und Bruno Hegglin der Ersatz der Güllenpumpe auf. Die drei Landwirte sind in der Region zu Hause, wo auch der Maschinenring «MR Zuger Berggebiet» sein Tätigkeitsfeld entfaltet.

Maschinenring

sensibilisiert

Der Maschinenring besteht seit 1989 und animiert die Bauern, sich dauernd über die Mechanisierungskosten Gedanken zu machen. Und das mit gutem Grund. Gemäss Auswertung der Buchhaltungen 2010 durch die ART Tänikon weisen die untersuchten Betriebe im Mittel 195 000 Fr. Fremdkosten aus. Davon sind rund 90 000 Fr., also 46 %, Mechanisierungskosten. Auch fördert der Maschinenring das Gespräch und die Kommunikation unter den Landwirten. Die Sensibilisierung für die Maschinenkosten und das Gespräch unter den Landwirten seien die Grundlage, um im Maschinenbereich zusammenzuarbeiten, erklärt Franz Zürcher, Bio-Landwirt mit rund 29 ha Grünlandfläche im zugerischen Edlibach. Als er sich über den Ersatz seines Güllefasses Gedanken machte, hörte er sich um, ob Berufskollegen vor den gleichen Fragen stünden. Dies war der Fall bei Alois Meienberg und Bruno Hegglin im benachbarten Menzingen. Aus den Gesprächen resultierte die gemeinsame Anschaffung einer modernen und leistungsfähigen Zweikolbenpumpe. Die in der Anschaffung wohl teure, aber leistungsfähige und zuverlässige Technik wurde durch den gemeinsamen Kauf finanziell tragbar und dank der überbetrieblichen Zusammenarbeit ist die Auslastung hoch. UFA-REVUE · 1 2012

Beat Gügler

Toleranz, Toleranz, Toleranz Auf Tiefere Kosten Hohe Leistungsfähigkeit und Robustheit waren für die drei Betriebe wichtig, gilt es doch im Berggebiet Höhendifferenzen zu überwinden, welche zu entsprechend hohem Leitungsdruck führten. Die Wahl fiel auf eine doppelwirkende Zweikolbenpumpe mit Elektromotor und Funksteuerung. Die Anschaffungskosten würden mit rund 28 000 Fr. für den Einzelbetrieb einen vernünftigen Rahmen sprengen. Gemeinsam bewirtschaften die drei Landwirte rund 60 ha Grünland. So ist eine gute Auslastung möglich. Gemäss ART-Maschinenkosten-Berechnung ist dieser Güllenpumpe eine Auslastung von 60 Stunden pro Jahr zugrunde gelegt. Bei der Zuger Güllenpumpen-Gemeinschaft kommt die Pumpe auf 100 Jahresstunden und weist nach 10 Jahren knapp 1000 Einsatzstunden auf. Franz Zürcher beansprucht die Pumpe rund 45 Stunden pro Jahr. Hätte er sie nur für sich allein angeschafft, so würden seine Jahreskosten ca. 3000 Fr. betragen. Dank der Anschaffung zu Dritt schlagen die Jahreskosten nun mit 1570 Fr. zu Buche und spart knapp die Hälfte der Kosten.

die Frage an die drei, was es braucht, damit eine solche Zusammenarbeit klappt, lautet die Antwort einhellig, es brauche einfach Toleranz. Sehr wichtig sei aber auch eine gute Organisation, wobei das jeweils nach dem 1. Schnitt am anspruchsvollsten sei. Da müsse zum Voraus sondiert werden, wer, wann zu mähen gedenke. Franz Zürcher hat sich das Zeitfenster für das Güllen mit der Anschaffung eines Schleppschlauchverteilers im Frühjahr 2011 vergrössert und so Flexibilität gewonnen. Auch diese Anschaffung erfolgte überbetrieblich, nicht mit seinen jetzigen Partnern, sondern mit einem weiteren Partner. Seine jetzigen Partner hatten aus unterschiedlichen Gründen noch keinen Bedarf für einen Schleppschlauchverteiler.

Fazit Alle drei sind sich einig. Der gemeinsame Kauf der Güllenpumpe hat sich gelohnt. Unter den Partnern herrscht ein gutes Einvernehmen. Sie können sich so eine leistungsfähige, zuverlässige Pumpe leisten, die dank hoher Leistung und Zuverlässigkeit hilft, Zeit zu sparen. Und die Gülle wurde in den letzten 10 Jahren auf allen drei Betrieben immer zur richtigen Zeit ausgebracht. 䡵

Die GüllenpumpenGemeinschaft aus dem Zuger Berggebiet: Alois Meienberg, Franz Zürcher und Bruno Hegglin (v.r.).

Autor Beat Gügler, Dipl. Ing. Agr. ETH, ist Betriebsberater beim Zürcher Bauernverband, Nüschelerstrasse 35, 8001 Zürich. Das Jahr 2012 widmet die UFA-Revue dem Thema überbetriebliche Zusammenarbeit und Kooperation. In jeder Ausgabe erscheint ein Artikel dazu.

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DF_Kleinmarkt_0112 okd_okf_2012 27.12.11 18:12 Seite 22

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DF_LT0_Kurznews_0112ok_2011 27.12.11 16:26 Seite 23

KURZMELDUNGEN LANDTECHNIK

«Drive-Guard» Die neue Überlastsicherung «DriveGuard» von Fella ist die Lösung gegen die gefürchteten Fremdkörper beim Mähen. Das für diese Überlastsicherung wichtige Element sitzt ausserhalb des Mähbalkens – leicht zugänglich auf der Mähscheibe. Ein zweiteiliger Profilflansch – verbunden durch das Überlastelement und einem Wälzlager – sorgt für die sichere Übertragung des Drehmoments. Das Überlastelement selbst ist eine Blechscheibe, die ebenfalls zweiteilig gestaltet ist. Der Sicherungsbereich zwischen innerem und äusserem Ring bietet durch Form und Blechstärke ein exakt definiertes Abscher-Drehmoment. Blockiert ein Fremdkörper die Rotation einer Mähscheibe, schert das «Drive-Guard»-Überlastelement an den definierten Sollbruchstellen ab. Der Antriebsstrang ist somit unterbrochen und die Mähscheibe kann frei drehen.

100. «VMS»-Melkroboter

Claas «Xerion» im Jura

Der 100. Betrieb, auf dem das Melksystem «VMS» von Delaval in Betrieb genommen wurde, befindet sich in Roggliswil (LU). Thomas Blum (Bild) melkt seine Herde mit der neuesten «VMS 2011»-Version. Er profitiert vom neuen Herdenmanagement-Programm mit übersichtlichem Aufbau und allen notwendigen Informationen pro Tier auf einen Blick. Am Überwachungsbildschirm direkt beim Euter sind alle wichtigen Informationen abrufbar. Thomas Blum weiss die verbesserte Zitzenvorbereitung zu schätzen, denn sein oberstes Ziel ist die Produktion von Qualitätsmilch.

Seit Mitte Dezember ist im Kanton Jura ein Claas «Xerion 5000» unterwegs. Michel Guttly, Inhaber eines

Mengele heisst nun Lely Mengele Agrartechnik AG vollzog im Rahmen der Eingliederung in die Lely-Gruppe den letzten Schritt. So änderte sich der Firmenname von Mengele Agrartechnik AG auf Lely Agrartechnik GmbH.

Tiefbauunternehmens in Asuel (JU), hat diese Maschine mit einer maximalen Leistung von 524 PS (nach ECE R 120) für seinen Betrieb angeschafft und wird diesen «Xerion» vor allem mit seinem 7 t schweren und 3 m breiten Steinbrecher im Strassenbau einsetzen. Gerade für ein solches Anbaugerät, von denen europaweit kaum eine Hand voll im Einsatz stehen, sind die Leistung einerseits und das stufenlose «Eccom 4.5» Getriebe anderseits die überragenden Vorzüge. Bereits bei abgesenkter Motordrehzahl von 1730 Umin wird beispielsweise die Zapfwellendrehzahl von 1000 erreicht. Das günstige Übersetzungsverhältnis reduziert darüber hinaus den spezifischen Kraftstoffverbrauch bei Zapfwellenarbeiten mit Mulch- oder Fräsgeräten.

Neue Verkaufsorganisation von Rapid etabliert sich 2011 wurde Rapid Technic AG neu gegliedert. Ziel war eine schlagkräftigere Verkaufsstruktur und eine bessere Betreuung der Vertriebspartner. Rapid Technic besteht nun aus zwei Bereichen «Rapid Landund Kommunaltechnik» und «Rapid Engineering». Der Bereich «Rapid Land- und Kommunaltechnik» ist in die Sparten «Einachsgeräte» (Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Einachsern) sowie «Traktoren und Spezialfahrzeuge» (unter anderem Import von Lindner Traktoren und Transportern). Der Einachser ist für Rapid ein wichtiges Produkt, sowohl wirtschaftlich (rund 50 % des Gruppenumsatzes), als auch emotional. Nach UFA-REVUE · 1 2012

dem Einstieg in die Produktion von hydrostatisch angetriebenen Modellen im Jahre 1990 wurde mit den Modellen «Euro», «Mondo», «Universo», «Swiss» und «Rex» (Bild) die Palette ausgearbeitet und parallel dazu das Programm von Anbaugeräten erweitert. Zudem hat man in den Vertrieb investiert und neben dem Heimmarkt zusätzliche Exportmärkte in Deutschland und Österreich aufgebaut. 2006 wagte man

sogar den Eintritt in den amerikanischen Markt, was durch eine Zusammenarbeit mit der Firma Ariens möglich wurde. Vor vier Jahren erfuhr der Handel von Maschinen durch die Übernahme der Generalvertretung für die österreichische Marke «Lindner» eine massive Stärkung. Rapid vertreibt die Lindner Transporter des Typs «Unitrac» in der ganzen Schweiz und die Traktoren des Typs «Geotrac» – in Ergänzung zum Parallel-Importeur Sebastian Müller – im Berggebiet sowie in den französisch sprechenden Landesteilen. 2011 sind rund 30 % aller in der Schweiz verkauften Lindner Traktoren über Rapid vertrieben worden.

Neue Kompakte Neu zur Baureihe «T5» stösst das Modell «T5.115» mit 3.4-l-Motor, der mit einer Höchstleistung von 114 PS aufwartet und die Abgasnorm der Stufe 3b ohne SCR-Technik erfüllt. Bei New Holland ist man überzeugt, dass diese Serie mit «T5.95», «T5.105» und «T5.115» bei Vieh- und Gemischtbetrieben gefragt sein wird. Bei Arbeiten mit dem Frontlader profitiert der Fahrer von der neuen Frontscheibe mit guter Sicht nach oben. Die Traktoren sind mit Load-Sensing-Steuergeräten für den Heck- und Zwischenachseinbau ausgerüstet. Die Hydraulikleistung beträgt 127 l/min bei kombiniertem Ölstrom. Das Schaltverhalten der Wendeschaltung ist einstellbar und erleichtert das Wenden am Feldrand und bei der Arbeit mit dem Frontlader, der voll integriert ist und bereits im Werk montiert wird.

Die neue «TD5» Baureihe umfasst sechs Modelle von 65 bis 113 PS, die ebenfalls mit der neuen «Visionview» Kabine ausgestattet sind, worin der Fahrer einen optimalen Fahrerkomfort und eine ergonomische Gestaltung vorfindet. Die Modelle «TD5.65» und «TD5.75» sind mit Dreizylindermotoren ausgerüstet, der «TD5.85» ist mit einem Motor von FiatPowerTrain ausgestattet, während die drei grösseren Modelle einen 4.5-l-FPT-Turbomotor haben. Erstmalig kann man in dieser Serie als Option eine hydraulische Wendeschaltung wählen, die an der Lenksäule montiert ist und die Fahrtrichtungswechsel ohne Betätigung des Kupplungspedals ermöglicht.

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DF_LT1_SchnieperBurger_0112 okf_okd_2012 27.12.11 16:28 Seite 24

LANDTECHNIK

Herunterladen und bearbeiten ONLINE-KARTENDATEN Die meisten Kantone unterhalten ein Geographisches Informationssystem (GIS) und stellen kantonsbezogene Kartendaten auf ihren Geoportalen online zur Verfügung. Mit einem Grafikprogramm lassen sich damit Betriebsübersichts-, Fruchtfolge- oder Anfahrtspläne einfach und effizient selber herstellen.

Suzanne Schnieper

Lisa Burger

In einem GIS werden raumbezogene Daten erfasst und verwaltet. Das System ist nach dem Ebenenprinzip aufgebaut. Die Erdoberfläche wird in verschiedenen thematischen Datenebenen erfasst. So gibt es zum Beispiel eine Ebene mit Fliessgewässern, Wald oder Parzellengrenzen. Alle Ebenen beziehen sich auf ein einheitliches Koordinatensystem. Dies ermöglicht es, dass die Ebenen je nach Bedarf in verschiedenster Weise miteinander kombiniert werden können. Werden alle Ebenen übereinander gelagert, entsteht die Gesamtdarstellung der Karte.

Angebot

Die kantonalen OnlinePortale (Tabelle) bieten eine grosse Vielfalt an Online-Karten zu verschiedenen Themen an. Für die Landwirtschaft interessant sind Karten zu ökologischen Ausgleichsflächen oder zur Nutzungsplanung (Bauzonenplan, Kulturlandplan). Bei jeder Karte können die Landwirte einzelne Datenebenen ein- oder ausschalten und nach ihren Bedürfnissen anpassen. Die Benutzerfreundlichkeit der Portale ist unterschiedlich. Hilfreich kann eine ausgedruckte Kurzanleitung sein, anhand derer der Landwirt die Karten öffnen, mit dem Massstab variieren, den eigenen Betrieb suchen und die Werkzeuge der Menuliste nutzen lernt. Die gewünschten Kartenausschnitte können gedruckt oder heruntergeladen werden.

Bearbeiten Grundsätzlich kann man die Datei als pdf oder als Grafik herunterladen. Pdf-Dateien sind Kopien des gewählten Ausschnittes. Sie können nicht mehr direkt bearbeitet werden. Werden die Karten für eine Dokumen24

tation benötigt oder nur zum Ausdrucken, dann ist ein pdf ideal. Pdf-Dokumente können mit dem Programm Acrobat Reader geöffnet werden und gehören mittlerweile zum Standard am PC. Ausschnitte aus dem pdf können in ein Worddokument eingefügt werden. Mit Hilfe von Kreis und Linien lässt sich damit ein einfacher Situationsplan erstellen (siehe rechte Seite). Wer Pläne am PC bearbeiten will, sollte die Ausschnitte als Grafik herunterladen. Auf einigen Portalen kann man wählen, in welchem Format man die Karte möchte. Am idealsten ist das jpgFormat. Teilweise geht auch ein separates Fenster auf, wo die Karte mit einem rechten Mausklick gespeichert werden kann. Auch andere Grafikformate sind möglich, müssen aber meist umgewandelt werden. Für die Weiterbearbeitung am PC benötigt man ein Grafikprogramm. Fall keines installiert ist, gibt es im Internet auch einfache Gratis-GrafikProgramme zum Herunterladen.

sich ein Fruchtfolgeplan erstellen, ein Umbau planen oder auch ein Übersichtsplan für ein Hoffest gestalten. Die überarbeitete Grafik sollte neu benannt und regelmässig abgespeichert werden.

Rechtliches Teilweise sind die Karten als «öffentliche Karte» bezeichnet. Wird ein Kartenausschnitt aber für eine gedruckte Publikation verwendet, muss mindestens die Quelle angegeben werden. Je nach Verwendungszweck ist es ratsam, beim Kanton nachzufragen. Infos dazu sind auf der Homepage vorhanden. 䡵

Werden die Karten nicht kommerziell genutzt, können sie verwendet werden. Für weitere Verwendungszwecke ist es ratsam, beim kantonalen Onlineportal nachzufragen.

Für den Umgang mit Grafikprogrammen ist etwas Übung notwendig. Erst wenn man die Werkzeuge kennt und halbwegs beherrscht, sollte man sich an die Arbeit machen. Allenfalls finden an den kantonalen landwirtschaftlichen Weiterbildungszentren auch Kurse statt – im Aargau, an der Liebegg, ist dies der Fall. Beim Herunterladen sollte der Ausschnitt nicht zu knapp gewählt werden. Es ist einfacher, nachträglich etwas wegzuschneiden! Die Karten können vielfältig bearbeitet werden: Parzellen lassen sich einfärben, Linien nachziehen oder zusätzliche Elemente können eingefügt werden (Symbole, Beschriftungen). Damit lässt 1 2012 · UFA-REVUE


DF_LT1_SchnieperBurger_0112 okf_okd_2012 27.12.11 16:28 Seite 25

LANDTECHNIK Tabelle: Geodaten der einzelnen Kantone Websites www.ag.ch/agis www.geoportal.ch www.be.ch/geoportal www.geo.bl.ch www.geo.bs.ch www.geo.fr.ch http://etat.geneve.ch/sitg www.gis.gr.ch http://geoportail.jura.ch www.geoportal.lu.ch http://sitn.ne.ch www.lis.nw.ch www.gis-ow.ch www.gis.sh.ch www.sogis1.so.ch www.geo.sz.ch www.sitinfo.ti.ch www.thurgis.tg.ch www.lisag.ch www.geoplanet.vd.ch kein Geoportal www.zugmap.ch www.gis.zh.ch http://map.geo.admin.ch

Gebiet AG SG, AR, AI BE BL BS FR GE GR JU LU NE NW OW SH SO SZ TI TG UR VD VS ZG ZH ganze CH

Festzelt Festzelt

Versuchsfelder 2012

Grasmischun

gen

Erdbeeren Gemüse Mais

Getreide Gränichen, Suhr, Aarau

Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg

Teufenthal Reinach, Menziken

Zum Vergrössern und Verkleinern immer nur an der «Ecke» ziehen, nicht seitlich oder unten! Sonst wird das Bild verzerrt. Grafiken: agis

Autorinnen Suzanne Schnieper, Dipl. Ing. agr. Univ., Spezialistin für Gemüse und Beeren Lisa Burger, Master of Science, Spezialistin für Feuerbrand und GIS-Daten Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg, 5722 Gränichen, www.liebegg.ch

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NEUHEITEN KNOW-HOW

Stärker, komfortabler und umweltfreundlicher DIE NEUE «MULI S»-SERIE hat eine stärkere Motorisierung, grössere Bodenfreiheit, höhere Bremswirkung sowie zahlreiche weitere technische Raffinessen. Hier ein Überblick über die wichtigsten Highlights der neuen «S-Muli».

Die neuen Modelle der «S»-Baureihe runden zukünftig das «Muli»Sortiment der Reform Werke ab. Die Modelle «T8» und «T9» werden jeweils durch deren Nachfolgemodelle «T8 S» und «T9 S» ersetzt. Die bewährten Modelle «T5», «T6» und «T7» sind selbstverständlich weiterhin erhältlich und das Sortiment wird nach oben hin mit dem neuen «T7 S» abgerundet.

«Muli T7 S» und «T8 S» Beide Modelle zeichnen sich durch eine neue und stärkere Motorisierung aus. Der Commonrail-Turbo-Diesel-Motor mit elektronischer Einspritzung (4-ZylinderViertakt-Dieselmotor, VM-R754 IE3, 74 kW/101 PS/340 Nm) verfügt über Ladeluftkühlung und Direkteinspritzung. Sowohl «T7 S» als auch «T8 S» erreichen das volle Anfahrmoment bereits knapp über der Leerlaufdrehzahl. WahlGerade im Steilhang ist ein hohes Anfahrmoment wichtig. Dieses bietet der «Muli T7 S» bereits knapp über Leerlaufdrehzahl.

weise ist beim «T7 S» eine mechanisch gefederte Vorderachse verfügbar, die für komfortables Fahren auf der Strasse, Schonung des Fahrers und Fahrgestells, sowie eine bessere Traktion am Hang sorgt. Das mechanische Schaltgetriebe der beiden Muli-Modelle ist mit einer Druckumlaufschmierung ausgestattet und das elektronische Gaspedal verfügt über «PTO»-Modus. Dieser «power takeoff»-Modus ist eine Voreinstellungsmöglichkeit der Motordrehzahl für den Zapfwellenbetrieb. Somit kann ab sofort bei «Muli T7 S» und «T8 S» mittels Kippschalter eine präzise Motordrehzahleinstellung ausgewählt werden. Diese Drehzahl kann ausserdem stufenweise nach oben oder unten justiert werden. Doch nicht nur die Leistung, sondern auch die Bremswirkung der beiden «Muli» wurde deutlich verstärkt. Neben der Vergrösserung des Bremsscheiben-

durchmessers, stehen die «T7 S» und «T8 S» optional auch mit RetarderBremssystem zur Verfügung, das eine völlig verschleissfreie Geschwindigkeitsreduktion des Fahrzeugs ermöglicht. Auch Antriebsstrang und Fahrwerk wurden beim «T7 S» und «T8 S» weiter verstärkt. Die höheren Portale garantieren ausserdem eine grössere Bodenfreiheit. Der um rund 30 mm längere Radstand macht die «Muli» noch steigfähiger als bisher. Die Montagepunkte zu den verschiedenen Anbaugeräten bleiben dabei unverändert. Auch in der Fahrerkabine gibt es neue technische Raffinessen zur Auswahl. So stehen dem Kunden ab sofort ein integrierter Drei-Punkt-Gurt sowie eine höhen- und neigungsverstellbare Lenksäule zur Option.

«Muli T9 S» Selbstverständlich wurden alle Neuheiten und Verbesserungen der Modelle «T7 S» und «T8 S» wie elektronisches Gaspedal, höhere Bremswirkung oder grössere Bodenfreiheit auch im neuen «Muli T9 S» eingepflegt. Ebenso wie bei den anderen Modellen der «S»-Baureihe ist auch der «T9 S» ab sofort mit einer neuen und stärkeren Motorisierung verfügbar. Dabei handelt es sich um einen Commonrail-TurboDiesel-Motor mit elektronischer Einspritzung. Der VM-R754 EU5 (72 kW / 98 PS / 340 Nm) mit Turboaufladung, Ladeluftkühlung und Direkteinspritzung verfügt zusätzlich über einen Russpartikelfilter, der den «T9 S» zum wahren «Umweltfreund» macht Agromont AG Reform Schweiz 6331 Hünenberg www.agromont.ch

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NEUHEITEN KNOW-HOW

Abschiebewagen der neuen Generation Drakkar heisst ein neu entwickeltes Fahrzeug des belgischen Transportspezialisten Joskin. In Bezug auf die Entladung stellt der Wagen eine Innovation dar und unterscheidet sich deutlich von herkÜmmlichen Abschiebewagen. Die bewegliche Vorderwand wird von einem ultrahochfesten selbstaufrollenden Transportboden angetrieben, so wird die Ladung buchstäblich aus dem Fahrzeug transportiert, erklärt man beim Hersteller Joskin. Auf der Hinterseite des Kastens rollt sich der Transportboden automatisch auf. Die geringe erforderliche Leistung verringert erheblich den Treibstoffverbrauch. Der Drakkar-Kasten besteht aus einer gewichtsreduzier-

ten Struktur mit synthetischen Wänden und verfßgt somit ßber ein geringeres Leergewicht. Das Ladevolumen beträgt 37 m³ und kann mittels Aufsätzen weiter erhÜht werden. Das Fahrzeug eignet sich fßr die verschiedensten Transportarbeiten. Neben der klassischen Verwendung fßr Schßttgßter aller Art kÜnnen ßber die Heckklappe zum Beispiel auch Ballen verladen werden. Selbstverständlich ist der Drakkar auf die bekannten Joskin Fahrgestelle mit Hydro-Tandem- oder Hydro-Tridem-Fahrwerken aufgebaut. Althaus AG Ersigen, 3423 Ersigen  034 448 80 00 www.althaus.ch

Vorfreude auf mehr Jaguar Ein rundes Jubiläum feierte Claas im November 2011, lief doch im Werk Harsewinkel der 30 000. Jaguar Feldhäcksler vom Band – als Sondermodell mit kompletter Ausstattung in schwarzer Sonderlackierung. Die Erfolgsstory des Jaguar begann im Jahr 1972, als der erste zweireihige, selbstfahrende Häcksler SF60 hergestellt wurde. Innerhalb von zwei Jahren wurden ßber 500 Einheiten verkauft. Heute ist jeder zweite Feldhäcksler, der auf den Markt kommt, ein Claas Jaguar. Um diese enormen Stßckzahlen zu fertigen, arbeiten in Harsewinkel 50 Mitarbeiter an 16 Montagestationen. Diese Montagestationen erstrecken sich ßber eine Länge von 170 m. Beim Jaguar wirkt alles optimal zusammen – und jedes Detail trägt dazu bei, ein unter allen Erntebedingungen absolut professionell und hochwirtschaftliches Häckseln zu gewährleisten. Mit der Komfortkabine Vista Cab sind gute Rundumsicht, volle Bewegungsfreiheit und konzentriertes Arbeiten bei niedrigem Geräuschpegel garantiert. Quick Access (schneller Zugang)

hält, was er verspricht und bietet einen schnellen und leichten Zugang zur Messertrommel. Das komplette Einzugsgehäuse lässt sich leicht zur Seite schwenken. Das Ergebnis sind hoher Wartungskomfort und minimierte RĂźstzeiten. Der geradlinige Gutuss ist das Erfolgsrezept des ÂŤJaguarÂť, optimal ausgelegt in Breite und DurchsatzhĂśhe fĂźr eine maximale EfďŹ zienz. Der Beweis: Viel Durchsatz in Tonnen mit so wenig Treibstoff wie nĂśtig. Serco Landtechnik AG, 4538 Oberbipp  058 434 07 07 www.sercolandtechnik.ch

              

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PRAXISTEST KNOW-HOW

Effizient und wirtschaftlich Füttern TRIOLIET «TRIOMIX 1-1200» Vor rund 15 Jahren brachte Trioliet die ersten Vertikalmischer mit Entnahmevorrichtung auf den Markt. Die Zahl von Anbietern solcher Selbstbefüller ist bis heute klein geblieben. Erstaunlich, denn als Schneid-, Misch- und Verteilwagen eignet sich der Trioliet «Triomix 1-1200» gut für einen effizienten und wirtschaftlichen Einsatz auf mittleren bis grösseren Viehbetrieben.

Trioliet, der niederländische Spezialist für Fütterungstechnik, bietet den selbstladenden Futtermischwagen vom Typ «Triomix» in fünf Grössen von 8 bis 16 m3 und mit einer oder zwei vertikalen Schnecken an. Diese Maschinen werden mit beweglichen Schneidmessern (Version «M») oder mit feststehenden Messern (Version «S» – System Stanzen) angeboten. Der Vorteil eines Selbstbefüllers liegt darin, dass kein zweites Fahrzeug für das Füllen benötigt wird. Voraussetzung ist allerdings, dass man das Futter aus einem Fahrsilo entnehmen kann.

Zum Befüllen

fährt man rückwärts und mit angehobenem Schneidschild gegen den Fahrsilo, wobei die mit Laufrollen versehene Ladeklappe unter das Futter gedrückt wird. Mit einer einfachen Hebelbewegung wird nun das leicht gebogene Schneidschild mit seinen beweglichen Messern in Betrieb genommen. Eine vom Traktor aus sichtbare Kontrollleuchte zeigt, wenn sich das Schneidschild bis auf die Ladeklappe hinuntergeschnitten hat. Mit einem zweiten Bedienhebel wird die hydraulische Ladeklappe hoch gekippt und das komplett vom Schneid-

Über ein Förderband (optional in der Höhe verstellbar) kann das Futter wahlweise nach links oder rechts verteilt werden.

schild umschlossene Futter fällt von oben in den ovalen Mischbehälter. Durch diese

Praxisstimme zum Trioliet «Triomix 1-1200»

Walter Bosshard.

Urs Jucker.

«Für uns ist der Futtermischwagen – neben der Melkmaschine – das wichtigste Gerät auf dem Betrieb», führt Walter Bosshard aus. Deshalb schauen er und sein Partner Urs Jucker von der Betriebsgemeinschaft Bosshard und Jucker in Oberhittnau (ZH) darauf, dass der Mischwagen stets in einem einwandfreien Zustand ist. Nach rund fünf Jahren wird die Maschine auch wieder veräussert, weil sie dann noch über einen gewissen Wiederverkaufswert verfügt. Auf dem Betrieb wurde dieses Frühjahr somit bereits der dritte Mischwagen seit 1999 angeschafft. «Ja, es war immer ein Trioliet-Modell mit vertikaler Schnecke», antwortet Bosshard auf die entsprechende Frage. Als Gründe nennt er neben der soliden Konstruktion und der schonenden Futterbehandlung auch die Tatsache, dass Trioliet im Segment der Selbstbefüller («jedenfalls in dieser Qualität») fast ohne Mitbewerber sei. «Trioliet ist ein Spezialist für Futtermischwagen, konzentriert sich in Forschung und Entwicklung ausschliesslich auf solche Maschinen, da fühlt man sich

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auch als Kunde an der richtigen Adresse». Bosshard und Jucker haben einen Selbstbefüller gewählt, weil sie den Wagen ohne zusätzlichen Traktor oder Hoflader füllen können. Ein Selbstfahrer ist für sie zu teuer, da sie den Mischwagen ausschliesslich für den eigenen Bedarf benötigen. Pro Tag werden bis zu 9 t Futter gemischt, jeweils zwei bis drei Füllungen. Das Grundfutter stammt in der Regel aus dem Fahrsilo, der mit Gras-, Mais- und Zuckerrübersilage im Sandwich-Verfahren gefüllt ist. Je nach Bedarf werden Stroh, Heu oder Rundballen der Mischung beigefügt und diese mit Kraftfutter und Mineralstoffen, angepasst auf den Bedarf der jeweiligen Fütterungsgruppe, ergänzt. «Für uns ein effizientes System, in 20 Minuten ist der Wagen gefüllt, nach weiteren 30 Minuten Mischzeit kann die Ration den Kühen vorgelegt werden». Den Leistungsbedarf des Traktors schätzt Bosshard auf rund 80 PS, «weniger für das Laden und Mischen, als vielmehr für den Transport des bis zu 10 t schweren Wagens im

gefüllten Zustand». Voraussetzung für ein einwandfreies Beladen sei eine rutschfreie Fläche beim Fahrsilo, betont Bosshard. «Im Winter muss man darauf schauen, dass diese Flächen schnee- und eisfrei sind, ansonsten kann man nicht genügend tief in den Silo eindringen». Im Gegensatz zu einer Fräsmaschine brauche man etwas Erfahrung, damit man die abgeschnittene Futtermenge abschätzen könne. Zwar wird das Gewicht auf der (optional verfügbaren) Waage aufgezeigt, aber was einmal im Wagen drin ist, lässt sich nicht so leicht wieder entfernen. Bis jetzt habe der Mischwagen «Triomix 11200» einwandfrei funktioniert, betont Urs Jucker. Der Verschleiss halte sich in Grenzen. Das schaltbare Reduziergetriebe trägt das Seine dazu bei: Die Schnecke kann so bei grossem Widerstand langsamer drehen. Nachträglich wurde zudem seitlich ein dickes Schutzblech angebracht, damit man exakt und schadlos an der Silowand entlang fahren und Futter entnehmen kann. 1 2012 · UFA-REVUE


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PRAXISTEST KNOW-HOW

Steckbrief Trioliet «Triomix 1-1200» Inhalt: 12 m3; 4500 kg. Leergewicht: 6090 kg. Masse: Länge: 5.22 m; Breite: 2.60 m; Höhe: 2.99 m; Breite Schneidrahmen: 2.24 m. Entnahmehöhe: 3.60 m. Erforderliche Traktorenleistung: 82 PS; 25 l/min Hydraulikpumpe, ein einfach wirkendes Ventil mit freiem Rücklauf.

Auf Wunsch lieferbar: Elektronische Wiegeeinrichtung mit programmierbarem Wiegecomputer.

Der Trioliet «Triomix 1-1200» ist serienmässig mit einer elektrischen Fernbedienung ausgestattet.

mit dem Mischkammerboden fest verbundenen Turm montiert und ist unten und oben gelagert. Die Schnecke ist mit sechs Messern versehen (auf Wunsch bis neun), so dass auch langfaserige Futterbestandteile verarbeitet werden können. Auf Wunsch gibt es (hydraulisch) einklappbare Gegenmesser, die an der Mischkammerwand montiert sind, als eine Art Gegenschneide funktionieren und die Schneidleistung speziell bei trockener Silage verbessern können.

Verteilvorgang

(Herstellerangaben)

Technik sind Futterverluste, beispielsweise durch Windeinwirkung oder Bröckeln, fast ausgeschlossen. Nach dem Schneidvorgang hinterlässt der «Triomix 1-1200» eine sauber geschnittene und feste Anschnittfläche am Silo, so dass Nachgärungen kaum eine Chance haben.

Die

vertikale

Mischschnecke

ist das Herzstück der ovalen und oben ganz offenen Mischkammer. Diese vertikal arbeitende Schnecke ist auf einem

Der «Triomix 11200» hat an der Vorderseite ein breites Querförderband, das resistent gegen alle aggressive Futtersorten ist und somit nur wenig Pflege verlangt. Die Futterverteilung erfolgt wahlweise nach links oder nach rechts. Nicht unwichtig ist die Position der beiden Räder: Sie sind so angeordnet, das ein Überfahren des verteilten Futters kaum stattfindet.

Zubehör Der Futtermischwagen kann mit elektronischer Wiegeeinrichtung, einer Abdichtbürste für mehliges Kraftfutter oder mit einem schaltbaren Reduziergetriebe ausgerüstet werden. Eine Beleuchtung und eine Druckluftbremse sind ebenfalls gegen einen Aufpreis erhältlich. 䡵

Zum Befüllen fährt man rückwärts und mit angehobenem Schneidschild gegen den Fahrsilo, wobei die mit Laufrollen versehene Ladeklappe unter das Futter gedrückt wird.

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur In loser Folge publiziert die UFA-Revue unter dem Titel «Praxistest» Berichte über landwirtschaftliche Maschinen. Die Interviewpartner, respektive Eigentümer dieser Maschinen, werden jeweils in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Herstellern oder Importeuren ausgesucht. www.sercolandtechnik.ch

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UFA-REVUE · 1 2012

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1 2012 ¡ UFA-REVUE


DF_PB0_Kurznews_0112_okf_okd_2012 28.12.11 09:24 Seite 31

KURZMELDUNGEN PFLANZENBAU

Die 9. Agrovina, vom 24. bis 27. Januar in Martigny Die alle zwei Jahre stattfindende internationale Fachmesse für Weinbau, Önologie und Obstbau hat sich zum bevorzugten Treffpunkt für alle Fachleute aus der Wein- und Obstbau-Branche entwickelt. Sie ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Die Agrovina mit ihren 15 500 Besuchern und rund 220 Ausstellern ist eine Messe von sympathischer Nähe. Darüber hinaus werden an drei Tagen von anerkannten Forschungsstellen Fachtagungen organisiert, die als Ziel haben, einander zu begegnen und auszutauschen, um die zukünftigen Herausforderungen von morgen zu erfassen. Damit stellt die Agrovina eine einmalige Chance dar, sich zu informieren und sein Wissen mit allen Akteuren der Weinbau-, Önologie- und Obstbaubranche zu teilen.

Rücksicht nimmt die Agrovina auch auf die Schweizer Strukuren, schliesslich sind 95 % der im Einzugsgebiet der Agroviva tätigen Betriebsleiter von kleinen und mittleren Betrieben. Die Letzteren

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Kartoffeln aus der Agrobox

Zielsortiment 2012 Das Zielsortiment 2012 der LANDI ist ein wertvolles Nachschlagewerk, um geeignete Pflanzenschutzmittel zu finden. Unverzichtbar sind zudem die Informationen über die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Mehr dazu in der Februarausgabe der UFA-Revue.

arbeiten im Bereich der Önologie, des Weinbaus und Obstbaus in den Bergregionen, genauer gesagt auf dem Alpenbogen (in Frankreich, in der Schweiz, in Österreich und Italien). Sie finden dort alle Produkte, Dienstleistungen und Technologien für Betriebe in Hanglagen. Das ist eine Besonderheit, mit der sich die Agrovina von allen anderen Messen unterscheidet. Anlässlich ihrer 9. Ausgabe lanciert die Agrovina zudem einen Innovationspreis. Teilnahmeberechtigt sind alle Aussteller. Mit diesem Preis werden die besten Innovationen bei Geräten, Produkten und Serviceleistungen im gesamten Tätigkeitsbereich der Messe ausgezeichnet. Eine Jury von Fachleuten wird die drei besten Innovationen bestimmen.

Künftig wachsen Kartoffeln auch in der Dose und bilden Knollen wie dies Kartoffeln üblicherweise in der Erde tun. Biotechnologie-Experten der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil (ACW) haben zur Kartoffelsaatgutproduktion einen Pflanzcontainer entwickelt. Der Vorteil gegenüber herkömmlichen Systemen ist, dass Kartoffelsaatgut ganzjährig und in noch besserer Qualität produziert werden kann.

Neuheiten in Sortenliste Die Sorten Antina für Kartoffelchips und Challenger, die zur Pommesfrites-Verarbeitung oder als Speisekartoffel einsetzbar ist, wurden in die Sortenliste 2012 aufgenommen. Antina ist eine relativ späte Sorte für die Kartoffelchipsindustrie. Die eher mehlige Sorte Challenger wird zur industriellen Herstellung von

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Kartoffellager sind voll Die Kartoffelernte 2011 wurde mengenmässig im Durchschnitt um 20% übertroffen und wird nicht vollständig auf dem Markt abgesetzt werden können. Bereits Anfang Dezember wurden über 62 000 t Kartoffeln für die Fütterung verarbeitet. Trotzdem sind die Vorräte immer noch zu hoch. Ende November beliefen sich die Lagerbe-

Aus einer Studie der Universität Berlin geht hervor, dass die Pflanzenschutzmittel mit 4 Mia. Euro zum wirtschaftlichen Wohlstand Deutschlands beitragen. Der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel würde zu einem Verlust von 870 Mio. Euro führen. Die Studie wurde von Professor Harald von Witzke geleitet und vom Industrieverband Agrar (IVA) unterstützt. Die Forscher bestätigen, dass «der Pflanzenschutz eine enorme wirtschaftliche Bedeutung hat». Von den hohen Erträgen und tiefen Preisen profitieren alle Marktteilnehmer – nicht nur die Bauern, sondern auch die Hersteller von Produktionsmitteln,

stände auf rund 185 000 t, 25 000 t mehr als in den beiden Vorjahren.

Aromavielfalt von Äpfeln Die Experten der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil (ACW) haben das erste Aromarad für Äpfel entwickelt. Es funktioniert ähnlich wie das Aromarad für Wein. Daraus abgeleitete Informationen können eingesetzt werden, um den Konsumenten zu helfen, sich für ein bestimmtes Produkt zu entscheiden. Fachleute nutzen das Aromarad bei professionellen Degustationen.

Volkswirtschaftlicher Nutzen des Pflanzenschutzes

Pommes-frites oder als Speisekartoffel verwendet. Die nicht mehr angebaute Sorte Derby wurde von der Liste gestrichen.

Verarbeiterbetriebe sowie Verkäufer und Konsumenten von landwirtschaftlichen Produkten. Laut der Studie kann mit dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland die Versorgung für 150 bis 200 Millionen Menschen mit landwirtschaftlichen Produkten gesichert werden. Allein bei Weizen auf Pflanzenschutz zu verzichten, würde zu einem Angebotsrückgang führen, mit dem jährlich 180 Millionen Menschen ernährt werden könnten. Würde man bei Kartoffeln auf eine Behandlung verzichten, hätte dies Ernteverluste zur Folge, mit denen 60 Millionen Menschen ernährt werden könnten.

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 31


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PFLANZENBAU

Flexibilität ist wichtig FRUCHTFOLGEN UND BODENBEARBEITUNG IM BIOLANDBAU Eine Umfrage von Agroscope bei Bioackerbau-Betrieben zeigte, dass die Vielfalt an Fruchtfolgen gross ist und diese vermehrt flexibel gestaltet werden. Während für den Anbau der Acker- und Gemüsekulturen meistens gepflügt wird, werden Kunstwiesen und Zwischenbegrünungen fast durchwegs pfluglos angebaut.

Urs Zihlmann

Brigitte Dorn

Fredi Strasser

Marcel van der Heijden

Die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) führte 2010/11 bei den 400 grössten Bioackerbau-Betrieben in der Deutschschweiz und den 100 grössten in der Westschweiz eine Befragung zu Bodenbearbeitung, Fruchtfolgegestaltung und anbautechnischen Herausforderungen durch. Die Auswertung der 41 %, beziehungsweise 30 % retournierten Fragebögen zeigte, dass die Betriebsvielfalt gross ist. Die Deutschschweizer Betriebe werden im Mittel seit 16 Jahren biologisch bewirtschaftet, die Westschweizer seit acht (Tabelle 1). Die Biobetriebe in der Westschweiz bewirtschaften eine grössere landwirtschaftliche Nutzfläche und halten weniger Vieh. Der Anteil viehloser Biobetriebe ist mit 26 % in der Westschweiz doppelt so hoch wie in der Deutschschweiz. Um die Nährstoffbilanz auf Betrieben ohne oder mit wenig Vieh ausgeglichen zu gestalten, werden Gülle, Mist und Kompost zugeführt so-

Grafik: Wichtigste Kulturen in Bio-Fruchtfolgen Häufigkeit im 2010/11. Auswertung von 172 Fruchtfolgen in der Deutschschweiz und 26 in der Westschweiz (ART-Umfrage 2010/11)

Anteil in %

100 80

Deutschschweiz Westschweiz

60 40

0

32

Kunstwiese Winterweizen Mais Dinkel Triticale Kartoffeln Gerste Raps Roggen Hafer Karotten Eiweisserbsen Sonnenblumen Soja Leindotter Konservenbohnen Ackerbohnen

20

wie Handelsdünger eingesetzt. Fast die Hälfte der knapp 200 Betriebe verwendet Handelsdünger (z. B. Biorga-Dünger), vornehmlich bei den Gemüsekulturen. Die Kunstwiesen nehmen durchschnittlich ein Drittel der Ackerfläche ein.

Bodenbearbeitung Für Ackerkulturen wird meistens und für Gemüsekulturen fast immer gepflügt. Der Pflug wird hauptsächlich eingesetzt, um Ernterückstände und mit Pflanzenkrankheiten befallene Erntereste zu beseitigen. Die «saubere» Bodenoberfläche beim Pflugeinsatz erleichtert zudem die mechanische Unkrautregulierung (Foto). Einige Betriebe versuchen flach zu pflügen, was jedoch bei viel Ernterückständen, wie zum Beispiel bei Maisstroh, oder bei Wiesenumbruch wegen der Gefahr von Durchwuchs, schwierig zu realisieren ist. Die drei antwortenden Betriebsleiter aus dem Tessin begründen ihren konsequenten Pflugeinsatz mit dem höheren Unkrautdruck in der Südschweiz gegenüber der Alpennordseite. Im Gegensatz zu den Acker- und Gemüsekulturen wird für die Ansaat von Kunstwiesen, Zwischenfutter oder Gründüngungen nur selten gepflügt, meistens wird gegrubbert (Tabelle 2). Der Einsatz von Scheibeneggen wird wegen dem Zerschneiden und damit Vermehren von Wurzelunkräutern wie Quecke oder Disteln eher kritisch beurteilt. Die Kreiselegge ist das am häufigsten (50 %) eingesetzte Gerät für die Saatbettbereitung (Tabelle 3). Auf eher leichteren Böden wird vielfach mit der Federzinkenegge gearbeitet (30 %). Bo-

denfräsen werden praktisch nur beim Anbau von Gemüse verwendet.

Unkräuter Die grösste Herausforderung im Bioackerbau ist die Kontrolle der Unkräuter. Deshalb sind vorbeugende Massnahmen zur Unkrautregulierung zentral. Im Zeitraum zwischen zwei Hauptkulturen wird hauptsächlich (nach Getreide) entweder mit Stoppelbearbeitung und/oder der Ansaat von Zwischenfutter oder Gründüngungen versucht, die Unkräuter zu unterdrücken (Foto). Teilweise werden Zwischenbegrünungen bereits in ausreifendes Getreide eingesät. Mechanische Un-

1 2012 · UFA-REVUE


DF_PB1_ZihlmannDorn_0112_okd_okf_2012 27.12.11 17:49 Seite 33

PFLANZENBAU krautkuren, die gleichzeitig die N-Mineralisierung fördern, werden vor allem vor Sommerfrüchten durchgeführt. Da diese Kuren immer auch die Bodenstruktur (zer)stören, werden sie eher skeptisch beurteilt.

Bodenfruchtbarkeit Die Umfrage zeigte, dass die Thematik Bodenschonung und Förderung der Bodenfruchtbarkeit den meisten Betriebsleitenden sehr am Herzen liegt. So versuchen sie, wo möglich auf den Pflug zu verzichten, flach zu pflügen oder einen OnlandPflug einzusetzen. Bei problemlosen Kulturübergängen – beispielsweise Anbau von Wintergetreide nach Kartoffeln – wird grösstenteils auf den Pflug verzichtet und der Grubber eingesetzt, was zudem Zeit und Geld spart. Bemerkenswert ist, dass in 29 % der Deutschschweizer und 42 % der Westschweizer Fruchtfolgen mindestens eine Ackerkultur pfluglos angebaut wird. Pflugverzicht? Einige BioackerbauPioniere, meist viehlose Betriebe in der Deutschschweiz, verzichten seit mehreren Jahren gänzlich auf den Pflug, sowohl auf mittelschweren als auch auf schweren Böden. Abgestimmt auf ihre

Tabelle 1: Kennzahlen der Bioackerbau-Betriebe Mittelwerte der Bioackerbau-Betriebe in der Deutsch- und Westschweiz

Deutschschweiz Westschweiz

Anzahl Betriebe 165 (100 %) 31 (100 %)

Anzahl Anteil Jahre viehlose Bio Betriebe 16 13 % 8 26 %

LN 29 ha 37 ha

offene Ackerfläche 11 ha 18 ha

(ART-Umfrage 2010/11) Verwendete Dünger (Anteil Betriebe) Kunstwiesen 7 ha 11 ha

(Mist-) HandelsMist Kompost dünger 88 % 32 % 41% 68 % 61 % 61%

Tabelle 2: Verwendete Geräte als Pflugersatz Häufigkeit (inkl. Direktsaat) im Bioackerbau für den Anbau von Acker- und Zwischenkulturen sowie Kunstwiesen. Grubber 74 % Scheibenegge 8% Federzinkenegge 6% Direktsaat 4% andere 8%

Tabelle 3: Geräte für Saatbettbereitung

Kunstwiesen und Zwischenbegrünungen werden auf Bioackerbau-Betrieben meist pfluglos angebaut, wie dieser direkt gesäte Grünschnittroggen als Bodendecker und zur Unkrautunterdrückung nach Silomais.

Auf BioackerbauBetrieben sind oft innovative Maschinenkonstruktionen anzutreffen wie dieses Selbstfahrgüllefass kombiniert mit einem Hackgerät. Damit kann in einem Arbeitsgang gehackt und hinter dem Gänsefussschar Gülle verlustarm direkt in die Wurzelzone eingearbeitet werden.

Häufigkeit im Bioackerbau. Kreiselegge Federzinkenegge Zinkenrotor Fräse Spatenrollegge andere

Fruchtfolge haben sie zum Teil sehr individuelle pfluglose Anbausysteme entwickelt wie beispielsweise Anbau aller Ackerkulturen mit demselben Reihenabstand (z. B. 33 cm). Pflugverzicht hat oft zur Folge, dass ein mehrmaliges oberflächliches Bearbeiten über einen längeren Zeitraum vor der Saat nötig ist, um den Unkrautdruck zu reduzieren. Dabei ist es von Vorteil, wenn für diese Bearbeitungsgänge aus verschiedenen Geräten jeweils das am besten passende ausgewählt werden kann. Dies bedingt jedoch Zugang zu einem grösseren (eigenen oder fremden) Maschinenpark. Aus diesen Gründen bezweifeln viele der pflügenden Bioackerbauern die wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile des pfluglosen Anbaus gegenüber dem (einmaligen) Pflugeinsatz und bearbeiten ihre Äcker beispielsweise nach dem Motto «Immergrün und OnlandPflügen» (Antwort eines Betriebsleiters).

Die Fruchtfolgen sind betriebsspezifisch und oft flexibel gestaltet. Variieren Bodenbeschaffenheit und/oder UFA-REVUE · 1 2012

Gülle 90 % 66 %

50 % 30 % 12 % 5% 2% 1%

Geländeeigenschaften auf einem Betrieb sehr stark, werden zum Teil zwei verschiedene Fruchtfolgen praktiziert. Am häufigsten sind 6- oder 7-jährige Fruchtfolgen: Ihr Anteil liegt in der Deutschschweiz bei 50 % und in der Westschweiz bei 70 %. Auf viehhaltenden Betrieben, bei denen die Futterproduktion im Vordergrund steht, dominieren in der Regel einfache Fruchtfolgen mit 2- bis 3-jährigen Kunstwiesen, Mais (meist nach Wiesenumbruch) und Wintergetreide (hauptsächlich Winterweizen). Diese drei Kulturen finden sich denn auch am häufigsten in den gesamthaft 200 ausgewerteten Fruchtfolgen (Grafik). Mit abnehmendem Tierbesatz pro Hektar werden die Fruchtfolgen im Allgemeinen flexibler und vielfältiger gestaltet und die Anzahl angebauter (Gemüse-)Kulturen nimmt zu. Diese Flexibilität bei der Kulturwahl ist gemäss den Befragten insbesondere erforderlich, um rasch auf Marktänderungen (Nachfrage, Preise) reagieren zu können. Auch Betriebe ohne Tiere haben in ihren Fruchtfolgen meistens kurzdauernde Kunstwiesen. 33


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PFLANZENBAU Angebaut wird praktisch das ganze Spektrum der Ackerkulturen. Mais, Dinkel und Kartoffeln sind häufiger in den Deutschschweizer Fruchtfolgen zu fin-

den. Sonnenblumen und Soja sind verbreiteter in der Westschweiz, wo als «Exklusivität» auch Leindotter zur Ölgewinnung angebaut wird.

Die grösste Herausforderung im Bioackerbau ist nach wie vor die Unkrautregulierung.

Mit dieser Umfrage konnte ein guter Einblick in die aktuelle Praxis im Bioackerbau gewonnen werden. Um Anbautechniken mit minimaler Bodenbearbeitung zur Praxisreife zu bringen, braucht es vor allem im Bereich Unkrautregulierung noch viel Pionier- und Forschungsarbeit. 䡵

Bild: R. Tschachtli

Autoren Urs Zihlmann, Brigitte Dorn, Fredi Strasser und Marcel van der Heijden, Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART, 8046 Zürich Dank Die Autorin und die Autoren danken allen Betriebsleitenden, die sich an der Umfrage beteiligt haben sowie den beiden Übersetzern J. Taramarcaz (agridea) und M. Bertossa (ACW) ganz herzlich.

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PFLANZENBAU

Neue Sommersorten DIE EMPFOHLENE SORTENLISTE für die Sommersaaten 2012 Jahr liegt vor. Eine aus Experten bestehende Kommission kam unter der Leitung von «swiss granum» zusammen. Ihr Auftrag lautete, aufgrund von Versuchen von Agroscope Changins und Reckenholz, die Sorten zu bestimmen, die neu in die Sortenliste eingetragen werden oder sie zu streichen.

Die Kommission tritt alljährlich zusammen, um eine Auswahl jener Sorten zu treffen, die für den Anbau in der Schweiz am besten geeignet sind. Es besteht die Vereinbarung, dass eine Sorte aus der Sortenliste gestrichen wird, sobald sie für die Landwirte wirtschaftlich nicht mehr von Interesse ist. Durchschnittlich ist eine Sorte während fünf Jahren in der Sortenliste (SL) eingetragen. Damit eine Sorte in die Sortenliste aufgenommen wird, muss sie unabdingbar eine höhere Qualität aufweisen als der Durchschnitt der Standardsorten. Unsere schweizerischen Kriterien und Minimalanforderungen gelten als die höchsten Europas.

Notwendiges Instrument Die empfohlenen Sortenlisten sind unver-

UFA-REVUE · 1 2012

zichtbare Entscheidungshilfen für die Bauern. Sie können elektronisch über die Internetseite www.swissgranum.ch heruntergeladen werden. Einige Produzenten hegen Zweifel am Nutzen der Sortenlisten für die Schweizer Landwirtschaft, da sie vor allem ausländische Sorten, die nicht eingetragen sind, oder solche, die von der Liste gestrichen wurden, anbauen möchten. Die offiziellen Sortenlisten haben zwei grosse Vorteile: Einerseits enthalten sie Sorten, die aufgrund der Ergebnisse aus den offiziellen, schweizweit durchgeführten Sortenversuchen ausgewählt wurden. Es werden nur jene Sorten berücksichtigt, die tatsächlich Vorteile bringen und sich am besten für die Anbaubedingungen in der Schweiz eignen. Andererseits wird mit einer beschränkten Anzahl ange-

bauter Sorten das Marktangebot gesteuert. Die geernteten Mengen jeder Sorte sind grösser, wodurch die Logistik vereinfacht und die Vermarktungskosten gesenkt werden. Zudem schreiben gewisse Labels, insbesondere Suisse Garantie, vor, dass nur die in die Sortenlisten eingetragenen Sorten angebaut werden dürfen, wodurch ein Produzent, der keine auf der SL eingetragene Sorte produziert, Gefahr läuft, die Abnahmegarantie für seine Produktion zu verlieren.

Mais 2012 In die Sortenliste für Silomais wurden sieben neue Sorten eingetragen, die bei allen Reifeklassen bessere Ergebnisse aufweisen. Die richtige Sortenwahl hängt nicht nur vom Ertragspotenzial ab. So bestimmt die Kli-

Jean-Paul Krattiger

Die empfohlenen Sortenlisten bieten die Gewissheit, dass das Saatgut für Schweizer Anbaubedingungen geeignet ist und die Übernahme der Ernte gewährleistet wird. Bild: Kverneland

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PFLANZENBAU mazone, in der sich der Betrieb befindet, die Frühreife. Ein weiteres entscheidendes Kriterium ist die Endverwendung der angebauten Kultur. Es gibt zahlreiche Unterschiede zwischen Silound Futtermais. Eine ertragsstarke Sorte mit einer schlechteren Verdaulichkeit weist im Endeffekt eine schlechtere Verwertung durch das Vieh auf als eine etwas ertragsschwächere Sorte, die dafür besser verdaulich ist. Die Kommission hat zudem entschieden, von der Sortenliste die MaissiloSorten Abrosini, Anjou 249, Aurelia, LG 32.52, Taxxoa und auch von der Sortenliste Körnermais Ambrosini, Anjou 249 Avixxène, Koutelass, Podium, PR39G12, Santurio, PR36B08, Sineno und Sphinxx zu streichen.

Sommer-Eiweisserbsensorten Die Mitglieder der Kommission wurden informiert, dass in den nächsten zwei Jahren keine Agroscope-Sortenversuche durchgeführt werden. Für 2012 lieferte nur die Sorte Audit qualitativ befriedigende Ergebnisse. Für die neue Kampagne und bis zur Wiederaufnahme offizieller Sortenversuche sind auf der Liste die bewährten Sorten Hardy, Starter, Alvesta sowie neu Audit eingetragen. Gregor wird dieses Jahr letztmals auf der Sortenliste zu finden sein. Mascara wird 2012 noch vermarktet, bis die Lagerbestände aufgebraucht sind.

Qualitätssaatgut ist die Grundlage für einen erfolgreichen Anbau. Bild: Kverneland

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Tabelle 1: Neue Maissorten in der SL 2012 Früher Silomais

Nitro

Neue Sorte, die sich durch ihren Gehalt an verdaulicher organischer Substanz abhebt. Diese Sorte weist einen interessanten Durchschnittswert auf. Diese Sorte belegt mit einem Gesamtindex von + 5.1 den zweiten Platz der Gruppe, gleich hinter LG 30.218. Mit dem Index +1.6 liegt diese Sorte bezüglich Ertrag weit in Führung, nicht aber bei den Fütterungseigenschaften.

DKc 3014 Mittelfrüher Silomais

LG 30.223

Geoxx

Millesim

Mittelspäter Silomais KXA 9361 PR38Y34 Mittelfrüher Körnermais SY Montecarlo

Mit einem Index von +0.5 ist diese Sorte im Vergleich zur Ricardinio vom gleichen Züchter nur geringfügig besser. Sorte mit einem guten Ertragspotential, aber die späteste der Gruppe. Gleiches Ertragspotential wie KXA 9361, aber mit weniger verdaulicher organischer Substanz. Hoher Ertrag.

Tabelle 2: UFA Samen Empfehlungen Um den Bauern eine Entscheidungshilfe zu bieten, hat UFA-Samen aus den verschiedenen Reifeklassen zehn der interessantesten Maissorten aus der Sortenliste ausgewählt. Reife Früh

Mittelfrüh

Sorten LG 30.222

Silo +

Fabregas Coxximo Ludixx LG 30.218 Ricardinio

+ +

Ceresia

+

+ +

NK Cooler Mittelspät

NK Silotop DKc 3420

+

Körner Eigenschaften + Aussergewöhnliche Qualität für die Mast- und Milchproduktion. Ertragsstark Bewährt und standfest + Robust und hoher Körnerertrag Ideal zur Optimierung der Milchproduktion + Regelmässiger Mais, schwache Resistenz gegen Helminthosporium Aus Schweizer Züchtung mit sehr gutem Ertrag + Körnermaissorte, die auch als Silomais verwendet werden kann Ausgezeichnetes Ertragspotenzial und Nährwerte + Zahnmais ideal für Körnermais

Soja Es wurden keine Änderungen vorgenommen. Zu den Hauptsorten zählen somit immer noch Amphor, Gallec und Opaline.

Sonnenblumen Die von den Ölmühlen verbreiteten Informationen, wonach die Gefahr besteht, dass einheimische Sonnenblumen nicht mehr übernommen werden, wenn die Produktionsmenge unter 10 000 t sinkt, hat in Landwirtschaftskreisen wie ein Blitz eingeschlagen. Die Kommission hat daher nach Möglichkeiten gesucht, um den Sonnenblumenanbau anzukurbeln. Hierzu wurden die drei neuen Sorten ES Biba für den konventionellen und PR64H41 sowie SY Valeo für Ölsaaten eingeführt. Da es sich leider um Spätsorten handelt, sind sie nur für Regionen geeignet, die für den Sonnenblumenanbau besonders günstige Bedingungen bieten. Infolgedessen ist es schwierig, die Anbauzonen zu erweitern, hingegen ist ein intensiverer Anbau in günstigen Regionen wünschenswert. Mit den kon-

ventionellen Sorten Sanluca (sehr früh), LG5380 und LG 5525 (früh) sowie mit den beiden frühen und ölsäurehaltigen Sorten Aurasol und LG 5450HO sollten wir die Anbaufläche für diese Produktion beibehalten oder gar erweitern können. Die Sorte Dynamic ist nicht mehr erhältlich. 䡵

Autor Jean-Paul Krattiger, UFA-Samen, 1400 Yverdon Tipps Die UFA-Berater für Saatgut und Futter beantworten Ihre Fragen gerne ausführlich an der Swiss Expo (Stand 1515, Halle 15) vom 12. bis 15. Januar 2012 in Lausanne oder aber an der Tier & Technik, die vom 23. bis 26. Februar 2012 in St. Gallen stattfindet.

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Inserate UR 0112 D_2012 27.12.11 09:11 Seite 37

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Axial One und Mondera: Die neuen Getreideherbizide von Syngenta Syngenta lanciert mit Axial One und Mondera zwei neue Getreideherbizide, die dem Landwirt die Unkrautbekämpfung weiter erleichtert. Axial One wirkt gegen Gräser und breitblättrige Unkräuter und kann in Weizen und Gerste eingesetzt werden. Mondera wirkt gegen breitblättrige Unkräuter und ist in allen Getreidearten anwendbar. Axial One ist eine Kombination der beiden Wirkstoffe Pinoxaden und Florasulam und wirkt sowohl gegen Gräser als auch gegen breitblättrige Unkräuter. Pinoxaden wird von den Blättern der Ungräser aufgenommen und verteilt sich anschliessend systemisch in der ganzen Panze. Die Gräser stellen nach der Behandlung ihr Wachstum sofort ein und sterben ab. Florasulam ist ebenfalls systemisch und wirkt gegen die breitblättrigen Unkräuter. Anwendung sowohl im Frßhjahr als auch im Herbst Axial One ist sehr exibel bezßglich des Anwendungszeitpunktes und kann sowohl im Herbst als auch im Frßhjahr im Nachauauf eingesetzt werden. Bei der Behandlung im Frßhjahr, ab Vegetationsbeginn bis zum 2-Knotenstadium, werden Ackerfuchsschwanz, Windhalm und Raygras sehr gut bekämpft. Von den

breitblättrigen Unkräutern werden Klebern, Kamille, Hirtentäschel und andere wichtige Arten sicher erfasst. Die Dosierung von Axial One als Soloanwendung bei der Frßhjahrsbehandlung beträgt 1,3 l/ha. Zur Erweiterung des Wirkungsspektrums, insbesondere gegen Ehrenpreis, Taubnesseln und Ackerstiefmßtterchen empfehlen wir die Mischung mit Mondera, der zweiten Neuheit im Syngenta Sortiment. Die Dosierungen liegen dann bei 1 l/ha Axial One + 1,5 l/ha Mondera. Die Mischung mit Mondera kann bis Ende Bestockung des Getreides (Stadium 29) ausgebracht werden. Mondera enthält die beiden Wirkstoffe Diufenican, welcher vorwiegend ßber den Boden aufgenommen wird, und Mecoprop-P, als blattwirksame Aktivsubstanz. Somit vereint Mondera zwei unterschiedliche Wirkstoffe die viele wichtige Unkräuter

im Getreide inklusive Ehrenpreis, AckerstiefmĂźtterchen und weitere sicher bekämpfen. Mondera kann in allen Getreidearten eingesetzt werden. Der Einsatz von Axial One ist aber auch im Herbst ab dem 2-Blattstadium des Getreides mĂśglich. Damit auch noch nicht aufgelaufene Unkräuter und Gräser miterfasst werden, empfehlen wir im Herbst die Mischung von 1 l/ha Axial One + 3–4 l/ha Boxer. Optimales Produkt auch fĂźr Gerste Nebst dem Einsatz in Weizen ist Axial One auch in der Gerste anwendbar und somit bietet Syngenta auch fĂźr diese Getreideart ein neues innovatives Produkt an. Die Unkrautbekämpfung in der Gerste wird häuďŹ g bereits im Herbst durchgefĂźhrt. Da Axial One, in Kombination mit Boxer, auch im Herbst zugelassen ist, stellt das Produkt eine optimale LĂśsung auch fĂźr den Gerstenproduzenten dar.

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PFLANZENBAU

Für eine leistungsfähigere Ernte BRANNTKALK Auf dem Markt stehen viele Kalkdünger zur Verfügung. Ihre Unterschiede sind gross. Nicht nur der Preis, sondern auch der Gehalt, die Mahlfeinheit, die Kalkform und die Anwendung sollen die richtige Auswahl bestimmen. Denn Kalk hebt nicht einfach nur den pH-Wert des Bodens, es sind viele andere Wechselwirkungen damit verknüpft.

Walter von Flüe

Sämi Mathis

Feinkrümeliges Saatbett fördert optimales Auflaufen.

Der Regen hat im mitteleuropäischen Raum einen pH-Wert von 5.6. Durch ihn werden laufend Säuren in den Boden eingetragen. Kalk neutralisiert diese Säuren, wodurch der pH-Wert angehoben wird. Kalk wird nach der Neutralisierung und auch zuvor vom Regen ausgewaschen. Dazu kommt, dass durch die Abfuhr der Ernteprodukte dem Boden Kalk entzogen wird (Tabelle 1). Der pH-Wert des Bodens beeinflusst die Mobilisierung der Nährstoffe massgebend. Das optimale Verhältnis für die meisten Kulturen liegt bei einem pH-Wert von 6 bis 7. Sinkt der pH-Wert, ist die Verfügbarkeit von beispielsweise Stickstoff und Phosphor reduziert. Weicht der pH-Wert stark vom Optimum ab, werden Schwermetalle mobilisiert, die einen negativen Einfluss auf das Pflanzenwachstum haben und sogar toxisch wirken können.

Gutes Auflaufen Wenn sich die Tonteilchen von den Schluffteilen trennen, erfolgt eine Verschlämmung. Die kleineren Tonteile spült es nach unten, wo sie die Poren verstopfen. Die Schluffteile bilden an der Oberfläche eine Kruste. Damit ist der Luft und Wasserhaushalt stark gestört. Kalk ist jener Bestandteil, der die Struktur der Tonteilchen schafft und den Ton-Humus-Komplex fixiert. Er bildet eine stabile Krümelstruktur, was für einen sauberen Luft-, Wasser- und auch den Wärmehaushalt wesentlich ist. Die Krümelstruktur bietet Raum für eine bessere Durchwurzelung, der Boden lässt sich leichter bearbeiten und das Saatgut läuft besser auf. Zudem ist dank des besseren Wasserhaushalts die Befahrbarkeit oftmals früher gegeben. Förderung Bodenleben Mit der Regulierung des pH-Werts wird auch

der optimale Lebensraum für Organismen geschaffen. Bakterien, Einzeller, Ringel- und Regenwürmer bevorzugen einen pH um 7. Pilze hingegen entwickeln sich am besten bei einem pH-Wert unter 5.5 (siehe Tabelle 2). Mit der Aufkalkung kann also auch eine Reduktion der Schadpilze und eine erhöhte Bodenaktivität angestrebt werden.

Welcher Kalk? Als Ausgangslage zur Kalkung dient die Bodenprobe. Auf ihr ist der pH-Wert ersichtlich. Er besagt, ob eine Erhaltungskalkung oder ein Aufkalken angebracht ist. Im Ackerbau gilt es einen pH-Wert zwischen 6.5 und 7 zu erreichen. In Naturwiesen liegt das Optimum zwischen 6 und 6.5. Auf leichten Böden sogar 5.5 bis 6.5. Grundsätzlich gilt, je schwerer der Boden, desto näher soll an die obere Grenze aufgekalkt werden. Bei Magnesium armen Böden können über den Kalk di-

Tabelle 1: Ernte-Entzüge Fruchtart

Ertragsniveau CaO-Entzug in dt/ha in kg/ha Getreide 80 8 Raps 40 20 Zuckerrüben 500 50 Ackergras 100 100 Silomais 100 50 Quelle: Petter, 2001

Tabelle 2: Optimale pH-Bereiche Bakterien Pilze Einzeller Ringelwürmer Regenwürmer Quelle: FAL, 2003 38

pH-Bereiche 6.0 – 9.0 < 5.5 6.5 – 7.5 5.5 – 7.5 6.5 – 8.0

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PFLANZENBAU Tabelle 3:

Landor-Kalke

Aufkalkung: Futterbau bis pH 5.8 Ackerbau bis pH 6.5 Mg-Feucht- 43 CaO, 15 % MgCO3 kalk Mahlfeinheit <0.09 mm Feuchtmehl Nur lose erhältlich Feuchtkalk 48 CaO Mahlfeinheit < 0.09 mm Feuchtmehl nur lose erhältlich Agrokalk 54 CaO, 15 % MgCO3 Diverse Körnungen erhältlich Gesackt, Big Bag, Lose Erhaltungskalkung DolomitMg-Kalk

Düngkalk

Hasolit Kombi

Futterbau ab ph 5,8 Ackerbau ab pH 6,5 55 CaO, 11 Mg Mahlfeinheit < 0.09 mm Granuliert Gesackt, Big Bag 50 CaO, 3 Mg Mahlfeinheit < 0.09 mm Granuliert Gesackt, Big Bag 58 CaO, 3.5 Mg Mahlfeinheit < 0.09 mm Granuliert Big Bag

Kulturspezifische Kalkdüngung Branntkalk 90 CaO Wasserlöslich Splitt Gesackt, Big Bag Mg94 CaO, 15 Mg Branntkalk Wasserlöslich Splitt Gesackt, Big Bag

rekt Magnesium und weitere Spurenelemente zugeführt werden, wie beispielsweise mit Dolomit-Mg, Hasolit Kombi oder Mg-Feuchtkalk. Ausserdem ist die vom Hersteller vorgegebene Wirkungsgeschwindigkeit zu beachten. Je schneller die Wirkung, desto früher wird das gesetzte Ziel auch erreicht.

Mahlfeinheit entscheidend Die Wirkgeschwindigkeit ist jedoch nicht nur vom Stoff abhängig, welcher ausgebracht wird. Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Mahlfeinheit. Je feiner ein Stoff zermahlen wurde, desto schneller und effizienter tritt seine Wirkung in Kraft. Bei der Auswahl des Kalkdüngers (Tabelle 3) muss auch die dazu benötigte Streutechnik beachtet werden. Der Feuchtkalk (< 0.09 mm) kann nicht mit einem normalen Schleuderstreuer homogen ausgebracht werden. Es muss UFA-REVUE · 1 2012

ein Grossflächenstreuer oder ein Kastenstreuer verwendet werden. Die Landor stellt solche Grossflächenstreuer kostenlos zur Verfügung.

Feines Saatbeet Branntkalk hat auf mittleren und schweren Böden von allen Kalken die beste Strukturwirkung. Es besteht auch die grösste Wirkung auf den pH-Wert. Die CaO-Atome reagieren mit Wasser zu Ca2+ und OH- Ionen. Ca2+ Ionen verbinden sich mit Ton und Humus zum erwähnten Ton-HumusKomplex und sorgen für eine stabile Struktur des Gefüges. Ein grosser zusätzlicher Nutzen daraus wird seit einigen Jahren in der Schweiz, Deutschland und Holland genutzt. Langjährige Erfahrungen und Versuche in Holland und Deutschland zeigen es. Bei Kartoffeln wird die Ernte durch Einsatz von Branntkalk stark erleichtert. Es gelangen weniger Erdklumpen aufs Band. Zudem ist der Erdbesatz der Knollen stark vermindert. Die Knollen sollen auch uniformer ausgebildet werden. Dies alles, da sich die Erde durch das gut gebildete Gefüge besser sieben lässt, damit leichter zerfällt und auch im Damm bereits weniger Druck auf die Entwicklung der Knollen ausübt. Ein lockerer, krümeliger Boden kann auch bei Kulturen wie Zuckerrüben und Karotten einen grossen Vorteil bringen. Der Erdbesatz und die Leistungssteigerung bei der Ernte sind interessante Ansätze. Die Ca2+ Ionen haben durch Bildung des Gefüges zur besseren Siebbarkeit des Bodens geführt. Die freien OH- Ionen hingegen verbinden sich mit den Säuren. Durch diese Verbindung werden die Säuren neutralisiert. Dies hebt den pH-Wert. Bei Branntkalk wird der pH-Wert kurzfristig speziell hoch angehoben, da Branntkalk mit Wasser rasch reagiert und viele freie Ionen entstehen. Wie bereits erwähnt wurde, liegt der optimale Lebensraum für Pilze bei einem pH-Wert unter 5.5. Durch die kurzfristige Anhebung des pH-Werts wird damit der Druck von Pilzkrankheiten vermindert. Ein Versuch der Agroscope Changins-Wädenswil zeigt es. Innert zwei Jahren wurden erhöhte Branntkalkgaben bei Weisskohl gegeben. Der pH-Wert erhöhte sich in der oberen Bodenschicht kurzfristig auf über 8. Der Kohlherniebefall wurde damit stark un-

terdrückt. In beiden Versuchsjahren wurden ein signifikanter Unterschied des Befalls und eine Erhöhung des marktfähigen Kohlertrags festgestellt. Jedoch ist dabei anzumerken, dass beim Versuch eine Branntkalkmenge eingesetzt wurde, welche weit über der empfohlenen Gabe liegt. Die eingesetzte Menge ist durch den damit verbundenen Preis kaum wirtschaftlich. Deshalb kann in der Praxis nur von einer Teilwirkung gesprochen werden. Die austrocknende und leicht ätzende Wirkung des Branntkalks reduziert zudem den Schneckenbestand. Durch den erhöhten pH werden Stickstoff und Phosphorreserven mobilisiert. Dies unterstützt das Auflaufen und die Entwicklung der Kultur. Bei der Ausbringung des Branntkalks ist eine spezielle Vorgehensweise wichtig. Der Kalk muss auf noch feuchte Böden ausgebracht und in die obere Bodenschicht 3-10 cm tief eingearbeitet werden. Nur so entfaltet sich seine Wirkung im Boden optimal.

Weniger Erdbesatz an Erntegut dank Branntkalk.

Die Wirkung in Kürze • Branntkalk hat die beste Strukturwirkung auf den Boden. Damit unterstützt er die Ernte von Kartoffeln, Rüben und Karotten. • Der hohe pH-Wert wirkt sich positiv auf das Bodenleben und die Stickstoff-, Phosphor- und Schwefelverfügbarkeit aus. • Es kann von einer Teilwirkung gegen Schadpilze wie Kohlhernie und Rhizoctonia gesprochen werden. • Der Schneckenbestand wird reduziert. 䡵

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DF_PB4_Monnerat_0112_okf_okd_2012 27.12.11 17:55 Seite 40

PFLANZENBAU

Sonnenblumenanbau gefährdet DAS INTERESSE DER PRODUZENTEN für den Sonnenblumenanbau ist seit einigen Jahren rückläufig, obschon diese Kulturpflanze viele Vorteile aufweist. Zwischen dem Getreideproduzentenverband und den Ölmühlen wurde eine Abnahmegarantie von 18 000 t vereinbart, eine Menge, die mit den für 2012 gemeldeten Vertragsflächen bei Weitem nicht erreicht wird. Noch können Neueinsteiger Flächen nachmelden.

Obschon Sonnenblumenöl ein beliebtes Produkt ist und sich einer steigenden Nachfrage erfreut, nimmt die Anbaufläche alljährlich ab. Die Jahre 2011 und 2012 könnten für den Sonnenblumenanbau in der Schweiz richtungsweisend sein. Aufgrund kleinerem Budgets sah sich Agroscope Changins-Wädenswil (ACW) veranlasst, das Aufnahmeprogramm für Sonnenblumen zu stoppen, zudem wollen die Ölmühlen ihrer Abnahmeverpflichtung vorläufig nicht mehr nachzukommen, wenn der Trend bei den Anbauflächen weiterhin rückläufig bleibt. Während 2007 noch auf rund 4900 ha angebaut wurde, waren es 2011 nur noch 3300 ha. Das Rahmenabkommen mit den Ölwerken umfasst für die Ernten 2011 und 2012 ein Kontingent von 18 000 t, 12 000 davon mindestens HO-Sonnenblumen.

Rentable Kulturpflanze Die zentrale Auswertung der Buchhaltungsda-

ten ART für die Jahre 2007 bis 2009 zeigt , dass zwischen Raps und Sonnenblumen wirtschaftlich gesehen kaum ein Unterschied besteht. Die Vergleiche zwischen den paritätischen Erträgen der beiden Kulturen, die vom Forum Ackerbau durchgeführt wurden, zeigen, dass mit dem Sonnenblumenanbau ein normaler wirtschaftlicher Ertrag möglich ist. 2010 enthielt die Tabelle als Referenz einen ÖLN-Weizen der Klasse 1, mit dem 70 kg je Are produziert werden. Um mit dem Sonnenblumenanbau die gleiche wirtschaftliche Leistung zu erzielen, ist ein Ertrag von 26 kg notwendig. Der Rückgang der Anbauflächen kann somit nicht mit wirtschaftlichen Gründen erklärt werden. Die möglichen Ursachen müssen bei den Anbaubedingungen gesucht werden. In der Schweiz ist bei Sonnenblumenkulturen im Nachlauf das Ausbringen von Herbizid verboten, weshalb die Unkrautvernichtung ausser für die spezifischen Graminiziden

vor dem Auflaufen vorgenommen werden muss.

Viele Feinde Nebst Tauben, Krähen, Schnecken, Blattläusen, Pilzerkrankungen und der nicht möglichen chemischen Unkrautregulierung beim Nachlauf herrschen im Frühling für die Sonnenblumen auch schwierige Wetterbedingungen. Kommen eine späte Ernteperiode, spezielle Erntegeräte und grosse Trocknungskosten hinzu, ist die Zurückhaltung der Bauern beim Sonnenblumenanbau verständlicher. Dennoch entspricht die Rentabilität wirtschaftlich gesehen dem Raps, dem grossen Konkurrenten bei der Fruchtfolge. Die Tabelle 1 des Getreideproduzentenverbandes (SGPV) zeigt eine Schätzung der Bruttomargen für die verschiedenen Raps- und Sonnenblumensorten im 2011.

Begrenzte Anbaugebiete Sonnenblumenkulturen benötigen Wärme

Tabelle 2: Empfohlene Sortenliste für Sonnenblumen für die Kampagne 2012

Quelle: swiss granum Typ Normalsorten Ölsäurereiche Sorten * Sorte Sanluca LG 5380 1 LG5525 Esbiba PR64H41 Aurasol LG5450HO Sy Valeo Aufnahmejahr 1996 2004 2011 2011 2011 2002 2007 2011 Frühreife zum Erntezeitpunkt sf f f ms ms f f ms Ertrag + ++ ++ ++ ++ + + ++ Ölgehalt + + ++ + + + + ++ Resistenz: Phomopsis 2 + ++ ++ + + ++ ++ + Resistenz: Sclerotinia-Stengelhalsfäule 2 – + + + – + ø ø Resistenz: Sclerotinia-Korbfäule 2 + ø ø + + + + + * Diese Sorten stehen nur für den ölsäurereichen Sonnenblumenanteil mit speziellem Vetrag zur Verfügung. 1 Ohne Metalaxyl-Beizung verfügbar. 2 Angaben aus ausländischer Literatur. Züchter: Syngenta Seeds (F) für Sanluca, Aurasol, SY Valeo; Euralis (F) für Dynamic und Es Biba; Limagrain (F) für LG5380; LG5525 und LG5450HO. Pioneer für PR64H41. Dynamic (HO) ist nicht mehr auf der Liste eingetragen, kann aber im 2012 noch vermarktet werden. Legenden: +++ = sehr gut | ++ = gut | + = mittel bis gut | ø = mittel | – = mittel bis gering | sf = sehr früh | f = früh | mf = mittelfrüh | ms = mittelspät | s = spät 40

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DF_PB4_Monnerat_0112_okf_okd_2012 27.12.11 17:56 Seite 41

PFLANZENBAU Tabelle 1: Vergleich der Bruttomargen von verschiedenen Rapsund Sonnenblumensorten Quelle: FSPC Raps «normal» Ertrag 1 34.0 30.6 Preis 2011 (Schätzung) 2 83.7 Leistungen Produkte 2844 Anbaubeitrag 1000 Total Leistungen 3844 Saatgut – 159 Düngung – 448 Pflanzenschutz (ohne Durchfahrten) – 388 Trocknung – 145 andere Kosten 3 – 104 Total Direktkosten – 1244 Vergleichbarer Deckungsbeitrag 2600 Aussaat – 120 Durchgänge Pflanzenschutz 4 – 240 Ernte/Dreschen – 465 Bodenbedeckung 5 0 Deckungsbeitrag 1775 Differenz zum Raps 0 Stützungsbeiträge zum Ausgleich aktueller Stützungsbeitrag (E 2011)6 zusätzliche notwendige Stützung 1

2 3 4 5 6

0 0 0

Raps HOLL 30.0 93.7 2866 1000 2866 – 159 – 448 – 388 – 145 – 104 – 1244 2622 – 120 – 240 – 465 0 1797 22

SoBlumen «normal» 28.5 88.3 2648 1000 3648 – 212 – 263 – 225 – 281 – 78 – 1059 2589 – 120 – 80 – 515 – 210 1664 – 112

SoBlumen HO

0 0 0

14 10 4

12 8 4

93.1 2652 1000 3652 – 212 – 263 – 225 – 281 – 78 – 1059 2593 – 120 – 80 – 515 – 210 1668 – 107

angenommene Erträge: Holl-Raps = 10 % weniger als normaler Raps; HO-Sonnenblumen = 5 % weniger als ormale Sonnenblumen Nettoproduzentenpreis, nach Abzug der Annahmegebühren und Beiträge Hagelversicherung und diverse Kosten Durchgang = Fr. 80 Fr./ha. 1 Herbizid, 2 Insektizide für Raps; 1 Herbizid für Sonnenb. Durchschnittlich 110 Fr./ha für die Aussaat und 100 Fr./ha für das Saatgut Die Stützung 2012 beträgt 12 Fr. und 10 Fr. für Sonnenblumen HO

und einen langen und trockenen Herbst. Dunkle Erde ist weniger geeignet. Günstige Anbaugebiete sind daher in der Schweiz begrenzt und liegen vorwiegend in tiefen Lagen in der Westschweiz sowie im Raum Bodensee. Ein entschei-

dendes Element bei der für die hiesigen Bedingungen richtigen Sortenwahl ist die Frühreife der Sorten. Da das Programm zum Eintrag in die Sortenliste nicht weitergeführt wird, ist die Einführung von frühreiferen Sorten nicht mög-

Werden die Mähdrescher 2013 für die Sonnenblumenernte eingesetzt? Der Ball liegt bei den Produzenten.

lich. Die Erweiterung der Anbauflächen wird somit hauptsächlich in den für den Sonnenblumenanbau günstigen Regionen erfolgen.

Vorteile Die Sonnenblumenkultur ist nicht besonders anspruchsvoll. Ausser der Unkrautbekämpfung vor dem Auflaufen werden während der Kampagne üblicherweise keine weiteren chemischen Pflanzenschutzmassnahmen ergriffen. Es handelt sich um eine problemlose Kultur, die trockenverträglich ist, was im Hinblick auf die Klimaänderung ein entscheidender Faktor sein dürfte, da häufiger Trockenperioden zu erwarten sind. In Bezug auf das Düngen benötigt die Sonnenblumenkultur viel Kali und Magnesium (395 kg/ ha bzw. 55 kg/ha, gemäss Düngernormen von 2009), die über die Ernteabfälle wieder abgegeben werden, so dass 90 % des Kalis und 80 % des Magnesiums auf der Parzelle verbleiben und den Folgekulturen zur Verfügung stehen. Auf politischer Ebene sollte eine Trennung der Länge der Fruchtfolge bei Raps und Sonnenblumen sowie eine allfällige Zulassung eines Herbizids nach dem Auflauf für Sonnenblumen diskutiert werden.

Grafik: Paritätischer Ertrag in dt/ha pro Kultur im 2010 Die aufgeführten Erträge müssen erreicht werden, um eine Bruttomarge zu erzielen, die vergleichbar ist mit jener von ÖLN-Weizen Klasse 1. (Quelle: Forum Ackerbau) 140 Ertrag in kg/Are

120 100 80 60 40

UFA-REVUE · 1 2012

W.Wweizen Kl I ÖLN

Gerste ÖLN

Körnermais

Raps Ext.

Raps ÖLN

Raps Holl

Sonnenblumen

0

Eiweisserbsen

20

Jetzt handeln! Wenn die Anbauflächen weiterhin zurückgehen, fehlen den Ölwerken die notwendigen Mengen, um die Ölproduktion aus Schweizer Sonnenblumen aufrechtzuerhalten, und sie werden diesen Produktionszweig einstellen, woran die ganze Branche leiden wird. Zur Rettung der Schweizer Sonnenblumenproduktion muss jetzt gehandelt und ein Vertrag für die Kampagne 2012 unterschrieben werden. Wer mit dem Anbau bis 2013 zuwarten will, sollte dies überdenken. Womöglich ist er dann zu spät. 䡵

Autor Gaël Monnerat, UFA-Revue, 1070 Puidoux Es gibt keine Frist für die Eintragungen. Interessierte Produzenten können sich bei Agrosolution AG im Büro in Lausanne über 寿 021 601 88 08 anmelden oder das Anmeldeformular von den Webseiten www.agrosolution.ch oder www.sgpv.ch herunterladen.

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1 · 12

41


DF_Kleinmarkt_0112 okd_okf_2012 27.12.11 18:12 Seite 42

Marktplatz Fortsetzung von Seite 34

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Kombi 4 x 4, 22'000 km, Farbe Beige, 105 PS, 6-Gang, unfallfrei, Sitzheizung, mit Fabrikgarantie aus 1. Hand von Privat, Zustand wie neu, NP. Fr. 32'400, VP. Fr. 24'900, Leasing möglich 寿 079 857 80 09 Kreiselegge Rabe, 3 m; Kreiselschwader Claas 420; Kreiselheuer Kuhn, 7.5 m; Federzahnegge, 3 m, mit Doppelkrümmler; Dreischarpflug Kverneland; Viehputzbürste Hatta; Feldsprizte Rau, 12 m; Vielfachgerät Bertschi, mit 4 Kart.-Setzgeräte und Hackgeräten für Kartofflen, Zuckerrüben und Mais 寿 052 337 34 69 Container Sosag-Box; Pferdeanhänger; Tandemachse; Schleifapparat, für Motormähermesser 寿 031 751 04 23 oder 076 576 07 47 Heubelüftung Lanker, 10 PS; Axial Wild, 7.5 PS; Warmluftofen Sumag, 100000 kcal; Kreiselschwader Fahr KS 85D, für Ersatzteile 寿 041 979 13 31 Holzleiter, 3-fach, 3 x 4 m, breitstehend 1 m; Aluminiumleiter, 2-fach, 2 x 5 m, mit Bodenspitzen; Aluminiumleiter, 6 m, mit Bodenspitzen 寿 031 751 04 23 oder 076 576 07 47 Agropilot, mit 6 PS, elektr. Sacklift, Plattform 50 x 55 cm, Tragkraft 150 kg, H. bis 160 cm; Elektro-Motoren, 20 PS, 10 PS, 5 PS, 1400 Touren 寿 079 678 81 49 Kreiselegge Bertschi, 3 m, mit Packer, Fr. 4500 寿 079 356 88 13 Dieselstapler Hyster Triplex, H. 4.3 m, Hublast 1.75 t, Pedalsteuerung, total revidiert, mit neuem Kistendrehgerät, Fr. 14'200 auch einzeln erhältlich; Silageschneidezange Stoll, für Frontlader, grosse Ausführung, neuwertig, Fr. 4000 寿 052 747 11 32

Standhäcksler, IBRBotsch 34 HRS, Zw. Antrieb + El. Motor, 25 PS, guter Zustand; Futtersack Lose , 3 t, günstig abzugeben 寿 079 525 77 52 Motormäher Bucher Reco rd 27K, mit Gitterrad 寿 079 430 57 71 Fronttrommelmähwerk Vicon, 2.7 m, w/Umstellung, gut erhalten, Fr. 2900, Bar-Zahlung 寿 079 204 66 82 Tiba-Herd, sehr guter Zustand 寿 079 441 52 33 Frontmähwerk Busatis, 2.5 m, 寿 079 430 57 71 Frontmähwerke, mit rotierenden Fingern, 2.5 m, für ökoflächen mähen 寿 079 430 57 71 Güllenrührwerk, an 3-Punkt, 4 m, Fr. 500 寿 078 817 65 00 4-Radwagen Neuhaus, 5 x 2 x 0.7 m, mit Auflaufbremse, körnerdicht 寿 079 821 66 10 Elektro-Silogabel, für Grasssiloentnahme im Hochsilo; Melkboy 寿 041 480 28 36 Fanggitter, 33 Plätze; Tieftroghäcksler Eberl 2500 寿 078 912 36 29 Vorkeimgestelle, neuwertig, Möhri und Brunner, lediglich 3-mal gebraucht, Fr. 500 pro Stück 寿 079 370 79 92 oder 052 319 18 02 Autoräder Alu, 16 Zoll 5 Loch; Elektromotoren 380 Volt, 1 PS, 2800 Umdrehungen/Min., 220 Volt, 0.75 PS, 1400 Umin/ Min., 1 PS, 1370 Umin/ Min, 0.75 PS, 3000 Umin/Min., 220 Volt, 寿 079 318 93 07

Fr. 60 pro Stück; Futtertransportwagen, aus Polyethylen, mit Unterteilungen, Fr. 550 寿 079 636 28 42 oder 052 740 45 45 Kt. TG Benzin-Petro Meili P22, mit Messerbalken kpl. restauriert; Heckschaufel, 2.2 m, neuwertig, hydraulisch kippbar 寿 079 688 25 74 Kompletträder, 2 Stk., AW 10/75-15.3, 8-ply, Vredestein, Fr. 350; Kompletträder, 2 Stk., 16.0/70-20, 12 Ply, Fr. 600 寿 079 676 34 50 Dieseltank, 2000 l, mit Auffangwanne 寿 079 441 52 33 Elektr. Baumschere, mit neuem Ladegerät, einsatzbereit, Fr. 750 寿 079 713 95 05 Kt. Bern Motormäher Rapid 505, Motor Vanquard, 14 PS, Bandeingraser, Mähsitzwagen, Fr. 3800 寿 079 713 95 05 Kt. Bern Ladewagen Pöttinger Boss, 2 hoch, hydr. Kratzbodenantrieb, Breitreifen, neuer Silierschneidbalken, Fr. 6500 寿 097 713 95 05 Kt. Bern Futtermischwagen Strebel, 2.5 m3, hydrostatische Antriebe, revidiert, für gehäckseltes Futter, Krippenhöhe bis 70 cm, Fr. 8000; Dosieranlage Neuero, 6 m, Fr. 8000 寿 056 634 15 43 oder 079 679 10 22 Säkombination Rabe, 2.5 m, Amazone 08-25 spezial, Fr. 5000 寿 032 435 50 12 oder 079 314 12 31

Kompletträder, 15.7515.3 AS, 11.80-15.3 AS; Doppelräder, 15.7515.3 AS, 11.80-15.3 AS 寿 079 318 93 07

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Fortsetzung Seite 52

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1 2012 · UFA-REVUE


D_NT0_Kurznews_0112 ok_2012 27.12.11 17:41 Seite 43

KURZMELDUNGEN NUTZTIERE

Änderungen der Zuchtwertschätzung Per 1. März 2012 ändert sich die Zuchtwertberechnung bei den Schweinen. Die grösste Anpassung erfolgt bei den Produktionsmerkmalen. Einerseits gibt es aufgrund der ausgelagerten Schlachtung der MLP-Prüftiere neue Selektionsmerkmale, andererseits werden die Populationsparameter (Erblichkeit usw.) für die Zuchtwertschätzung aktualisiert. Bisher wurde als Fleischigkeitsmerkmal der Anteil wertvoller Fleischstücke (AwF) gewichtet. Nun soll ein Wechsel auf den Magerfleischanteil (MFA; geschätzt mit AutoFOM) und die Fleischfläche (FlF, gemessen am Karreeanschnitt) erfolgen. In einem ersten Schritt wird die aktuelle Gewichtung des AwF auf 50 % reduziert. Im

Jahr 2013 soll dann der AwF ganz aus dem Zuchtziel verschwinden. Die Umstellung geschieht schrittweise, damit die Produktionszuchtwerte nicht zu stark ändern. Bei den Mutterlinien erhält die Fleischigkeit ein leicht höheres Gewicht. Die Fleischfarbe wird neu mit dem Minolta-Gerät beurteilt. Das bisher verwendete Gerät ist sehr alt und misst allein die Farbhelligkeit. Mit dem Minolta-Gerät sind auch der Farbton und die Pigmentierung des Fleischs messbar. Neu soll der Pigmentgehalt im Fleisch gewichtet werden. Auch diese Umstellung wird in zwei Schritten umgesetzt. Bei der Schätzung des Reproduktionszuchtwerts wird neu der Anteil untergewichtiger Ferkel (AUF) mit

«Premo» nach Brasilien?

geringem Gewicht zu Lasten der Ferkelaufzuchtrate (FAR) integriert. Unter den Exterieurmerkmalen erhält die Grösse der Innenklauen eine stärkere Gewichtung. Andreas Hofer, Suisag

MRSA mal drei

Kein Joghurt für Mastkälber

In zwei Jahren hat sich die Zahl der mit Multiresistenten Staphylokokken (MRSA) infizierten Schweine in der Schweiz verdreifacht, wie eine Untersuchung der Universität Bern zeigt. Die beste MRSA-Vorbeuge ist eine Hygieneschleuse sowie der Kleiderwechsel vor und nach der Stallarbeit. Die Verbreitung des Keimes gilt als problematisch, da sich Tierbetreuer anstecken und die Keime in Spitäler tragen können. MRSA gehört zu den 6000 Staphylococcus-aureus-Stämmen, die gegen eine oft in der Humanmedizin eingesetzte Antibiotika-Gruppe (BetaLactam) resistent sind. Mitverantwortlich kann die Unterdosierung oder der zeitlich zu kurze Einsatz von Antibiotika bei Mensch und Tier sein. Der Verzehr von Fleisch MRSA-positiver Tiere bleibt gefahrlos möglich.

Gemäss einem österreichischen Versuch eignet sich die Joghurt-Säuretränke in der Kälbermast nicht, weil sie von den Tieren schlechter aufgenommen wird als Milch und dementsprechend geringere Zunahmen resultieren. Hergestellt wird die Säuretränke, indem man zu kuhwarmer Milch ein gekauftes Joghurt beimischt, den Trank bei 20 °C stehen lässt und beim nächsten Melken zusammen mit Milch verabreicht.

Neuartige Wärmegewinnung Potenzial beim Erstkalbalter Laut den Zuchtverbänden beträgt das Erstkalbalter (EKA) beim Braunund Fleckvieh 30, bei Holstein 29 und bei Jersey 25 Monate. Mit einer Senkung des EKA lassen sich die Aufzuchtskosten effektiv senken.

Mehr Tiere

Dippen bei Kälte?

Im Jahr 2011 haben in der Schweiz – mit Ausnahme der Schafe – die Bestände aller Tiergattungen zugenommen. Den grössten Zuwachs verzeichnete das Pouletfleisch mit einem Plus von über 4 %. Um rund 2 % ist auch die Eierproduktion gewachsen.

Sind sie nass, können Zitzen bei extremer Kälte erfrieren. Bei Dippmitteln wird im Winter auf die pflegende Komponente (z.B. Glyzerin, Allantoin, Lanolin) geachtet, um Risse und Hyperkeratosen zu vermeiden. Vom Melkfett-Einsatz ist aus hygienischen Gründen abzuraten.

UFA-REVUE · 1 2012

Verschmutzung ist eines der grössten Probleme, welches die Funktion von Wärmerückgewinnungsanlagen beeinträchtigen kann. Neuerdings werden solche Anlagen deshalb ausserhalb des Stalls installiert. Gemäss Stallbauern ist eine Amortisation der Wärmerückgewinnungsanlage innert sechs Jahren möglich, da rund 50 % der Energiekosten eingespart würden.

Verbandspräsidenten, Zuchtleiter und Vermarkter aus fünf Nationen sind der Einladung der Suisag an die Suisse Tier 2011 gefolgt und haben sich über die Schweizer Schweinezucht informiert. Für die Gäste aus Slowenien, Italien, Deutschland, Grossbritannien und Österreich war vor allem die Freilaufbucht im Abferkelstall eine der Attraktionen im Besucherprogramm. Die «Primera®»-Sauen sind bereits an Freilauf gewöhnt und lagen trotz Besuchern ruhig säugend in ihrer Bucht. Fredy Bürki aus St. Urban zeigte, wie er den Deckbetrieb eines AFP-Rings mit 400 Sauen führt. Ein Höhepunkt war auch die Schweizer Zucht gegen Ebergeruch. Dr. Baes liess die Teilnehmer an standardisierten Proben riechen, die Androstenon, Skatol sowie verschiedene Cocktails der beiden Stoffe mit Indol in definierten Konzentrationen enthielten. Auf diese Weise konnte die Suisag demonstrieren, dass sie auf dem Gebiet der Zucht gegen Ebergeruch ein interessanter Partner für ausländische Markenfleischprogramme ist.  Unter anderem aus Brasilien besteht konkretes Interesse an «Premo®» als Endstufeneber. Vor Ort war auch ein Berater eines führenden Labelprogrammes aus Deutschland. Er berichtete eine Woche nach dem Besuch in Luzern, sein Vorstand habe ein Projekt zur Ebermast mit «Premo» genehmigt.

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 43


DF_Bio_0112 ok_2011 27.12.11 17:39 Seite 44

BIO-SEITE

KURZMELDUNGEN

Zukauf von Nicht-Bio-Tieren

Tagung «Bio gesucht»

UNTER GEWISSEN BEDINGUNGEN kann ein Bio-Tierhalter auch Nicht-Bio-Tiere zukaufen. Denn manchmal sind auf dem Markt keine Bio-Tiere verfügbar.

Christoph Fankhauser

Grundsätzlich gilt: Bio-Betriebe kaufen ihre Tiere bei Bio-Betrieben ein. Dies nicht zuletzt, um zu garantieren, dass etwa Bio-Milch auch von einer biologisch aufgewachsenen Kuh stammt. Aber es gibt Ausnahmen.

men. Keine Bewilligung wird für männliche oder weibliche Masttiere erteilt.

Mutterkuhhaltung

Der Zukauf eines nichtbiologischen Ersatzkalbes für eine Mutter- oder Ammenkuh ist frei. Das tote Kalb muss in der TVD gemeldet sein.

Aufzuchttiere

Beim Rindvieh (inklusive Bison und Büffel) können jährlich 10 % des Bestandes an ausgewachsenen Nicht-Bio-Tieren zugekauft werden. Es müssen Tiere sein, die noch nie geworfen haben. Ein Betrieb mit 30 Milchkühen kann also pro Jahr drei nicht biologische Rinder erwerben, wenn er keine Bio-Tiere findet. Um Letzteres für die Bio-Kontrolle nachzuweisen, kann er das Angebot der Bio-Börse (www.bioboerse.ch) ausdrucken oder zwei Absagen von Händlern (Telefonnotiz) vorweisen, die zeigen, dass innerhalb 50 km Fahrdistanz keine Bio-Tiere erhältlich waren.

Ausnahmesituationen

Auf Gesuch kann die Zertifizierungsstelle den Zukauf von bis zu 40 % nicht biologischer Tiere bewilligen, wenn der Betrieb • die Haltung erheblich ausweitet, • die Rasse umstellt, • einen Betriebszweig aufbaut oder • Pro Specie Rara-Rassen hält. Bei hoher Mortalität aufgrund einer Seuche oder einer Katastrophensituation bewilligt die Markenkommission die Erneuerung oder den Wiederaufbau des Bestandes mit Tieren aus nichtbiologischen Betrieben, sofern keine Tiere aus Bio-Betrieben verfügbar sind.

Männliche Zucht- und Masttiere Männliche Zuchttiere aus Nicht-Bio-Betrieben können zugekauft werden, wenn sie nicht aus einem Embryotransfer stamDer Tierzukauf gehört zu den Knackpunkten für Bio-Betriebe.

Tagung «Schlachtqualität in der Mutterkuhhaltung» Im Hotel-Restaurant Bären, Zernez (GR), sind Bio-Mutterkuhhalter am 26. Januar 2012, 13 bis 16 Uhr, für einen Vortragsnachmittag eingeladen. Programm: Aktuelles von der SVAMH, Mutterkuhfütterung, Wiesenbewirtschaftung, Betriebsbesichtigung mit Futterstation CFS top-beef. Anmeldung bis 20.1.: bdwil@ufa.ch, Tel. 058 434 13 00.

Weltweite Anerkennung Der Verband IFOAM (International Federation of Organic Agriculture Movements) hat das Ziel, die weltweite Öko-Bewegung zu führen, zu unterstützen und zu vereinen. Es sollen ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltige Systeme entwickelt werden. Ende 2011 ist Bio Suisse als eine der ersten Organisationen in der «IFOAM Family of Standards» aufgenommen worden. BioSuisse-Präsident Urs Brändli sieht darin eine Aufforderung, den hohen Standard der Knospe auch in Zukunft aufrechtzuerhalten und weiterzuentwickeln.

Vermarktung

Für die Knospe-Vermarktung von zugekauften Nicht-BioTieren und deren Produkte gelten Wartefristen: • Fleisch: 12 Monate (mindestens drei Viertel des Tierlebens) • Milch: 6 Monate

Fazit

Die Knospe-Bestimmungen sehen Ausnahmen für Betriebe vor, die innerhalb von 50 km keine Bio-Tiere finden oder innert kurzer Zeit eine hohe Anzahl neuer Tiere benötigen. 䡵 Autor Christoph Fankhauser, Bio Suisse, 4053 Basel. www.bio-suisse.ch

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Am 19. Januar 2012, 9.15 bis 14 Uhr, findet in der Bündner Arena, Cazis (GR), eine Tagung für Bio-Milchproduzenten statt. Programm: Einkommensoptimierung auf dem Bio-Milchproduktionsbetrieb (Oscar Duschletta, Plantahof), gesunde Kühe leisten mehr (Ignaz Hutter, UFA-Beratungsdienst), mehr Milch aus der Wiese (Hanspeter Hug, UFA-Samen), Chancen in der Bio-Geflügelhaltung (Othmar Hungerbühler, Eier Hungerbühler AG), gemeinsames Mittagessen. Anmeldung bis 13.1.: bdwil@ufa.ch, Tel. 058 434 13 00. Unter den rechtzeitig Angemeldeten werden drei Futtergutscheine à 40 Fr. verlost.

1 · 12

Würste aus Eberfleisch Auch Eberfleisch mit Ebergeruch kann ohne grosse Rezeptänderungen und ohne geschmackliche Auswirkungen zu bestimmten Wurstprodukten verarbeitet werden, wie eine repräsentative Verkostung von fünf Verarbeitungsprodukten zeigt. In der Untersuchung des Forschungsinstituts für biologischen Landbau Österreich schnitten die Wurstund Speckwaren aus geruchlich unauffälligem Eberfleisch im Vergleich zu Fleisch von Kastraten und weiblichen Masttieren am besten ab. Als gut empfunden wurde ebenfalls die stark geruchsbelastete Variante bei Mini-Rohwürstel, während die mässig geruchsbelasteten Proben bei Frankfurtern, Kochschinken, Karreespeck und Dauerwurst am schlechtesten bewertet wurden. 1 2012 · UFA-REVUE


DF_UFA_Aktuell_0112_ok_2012 27.12.11 17:58 Seite 45

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Das Fruchtbarkeitsvitamin

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UFA-REVUE · 1 2012

UFA 996 CYCLO EXTRA jetzt mit 3000 mg Beta-Carotin Häufen sich in Ihrer Milchviehherde zu Beginn des neuen Jahres jeweils die Fruchtbarkeitsprobleme? Dann lohnt es sich, die Beta-Carotin-Zufütterung zu prüfen. Beta-Carotin ist eine Vorstufe von Vitamin A und beeinflusst die Vorgänge im Geschlechtstrakt massgebend. Vor allem im Dürrfutter, aber je nach Qualität und Lagerdauer auch in Grassilage wird dieses «Fruchtbarkeitsvitamin» stark abgebaut. Maissilage enthält von Natur aus nur wenig Beta-Carotin. Mit 3000 mg Beta-Carotin pro Kilogramm ergänzt UFA 996 CYCLO EXTRA Milchviehrationen in der

zweiten Hälfte der Winterfütterung ideal. Auf Betrieben mit Ganzjahres-Silagefütterung und nur wenig Weide empfiehlt sich eine Beta-Carotin-Gabe über das gesamte Jahr. Wo regelmässig UFAKetonex zum Einsatz kommt, kann Das Problem

die Beta-Carotin-Versorgung auch durch den Wechsel auf UFA-Ketonex EXTRA sichergestellt werden. Auf Betrieben mit Ganzjahressilage und hohem Maisanteil eignet sich das neue Mineralsalz UFA 197 Biotin, welches Beta-Carotin enthält.

Beta-Carotin-Gehalt nimmt insbesondere bei Dürrfutter und Maissilage durch Konservierung und Lagerung ab.

Die Symptome Schwache oder fehlende Brunst und ungenügende Fruchtbarkeit. Die Lösung

Ab Januar bis zum Beginn der Grünfütterung: 100 bis 150g / Kuh / Tag UFA 996 CYCLO EXTRA während drei Wochen vor dem Abkalben bis zur erneuten Trächtigkeit. Zusätzlich zu den üblichen Mineralsalzgaben. UFA 996 eignet sich für Sauen: 100 g /Muttersau / Tag während drei Tagen vor bis sieben Tagen nach dem Absetzen. 45


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UNTERWEGS MIT... EN ROUTE AVEC…

Kälberspezialist Kurt Fischli «Mir gefällt der tägliche Kontakt zu den Tierhaltern sehr», rühmt Kurt Fischli. Der Kälberspezialist betreut die Regionen St. Gallen, Glarus, Teile von Schwyz und einzelne Kunden im Graubünden. Zu manchen Landwirten sind die Geschäftsbeziehungen innert der acht Jahre, während denen Kurt Fischli im UFA-Beratungsdienst tätig ist, freundschaftlich geworden.

Gute Qualität Das merkt man auch beim Besuch der Familie Roffler in Luzein (GR). Der Kälbermastbetrieb mit eigener Milchproduktion bezieht vorwiegend BrownSwiss-Tränker, die aus dem Prättigau stammen. Zusammen mit Kurt Fischli suchte Hanspeter Roffler nach einer Strategie, aus der milchbetonten Genetik eine möglichst gute Schlachtqualität zu erreichen. Im Schnitt werden rund 70 % Kuhmilch eingesetzt und mit Milchpulver ergänzt. Mit der Kälbermilch UFA 209 gelingt es, Tageszunahmen von 1.5 kg zu erreichen und das Ziel von 70 % T3-Klassierungen weit zu über-

treffen. UFA 209 ist eine 4-Sterne-Milch mit 85 % Milchprotein am Gesamtprotein und hohem Fettgehalt.

Stabiler als Milchmarkt Schon immer war die Kälbermast bei Rofflers ein wichtiger Betriebszweig gewesen. Im Jahr 2000 wurde ein neuer Laufstall für die Kühe inklusive einer Bucht für die Mastkälber gebaut. Früher hatte man zusätzlich Rinder im Aufzuchtvertrag, mit dem Neubau spezialisierte man sich ganz auf die Kälbermast. «Der Bankkälbermarkt ist stabiler als der Milchmarkt», bilanzert Hanspeter Roffler heute – zufrieden mit seinem damaligen Entscheid. Keine offene Halle Ein ausgeklügeltes

Klimamanagement,

ergänzt

durch eine mit dem Tierarzt abgesprochenen Einstallprophylaxe und einem gezielten Mineral- und Wirkstoffeinsatz sorgen für eine gute Kälbergesundheit. Um Zugluft zu vermeiden, wurde das Kälberabteil innerhalb der Stallhalle mit Brettern abgedeckt und seitlich mit Windschutznetzen ausgestattet. So ist der nötige Luftaustausch gewährleistet, ohne dass die Tiere Kälte oder Wind ausgesetzt sind. Mit dem Scheren der oberen Linie wird Schwitzen entgegengewirkt und die Tierhygiene erhöht.

Die Eisenversorgung erfolgt zu Mastbeginn mit UFA-Eisenpaste und später mit Eisen-Plus über den Tränkeautomaten. Zur Deckung des Wirkstoffbedarfs kommt UFA top-fit zum Einsatz. Neben Heu dienen die UFA-Rolls und

Der Betrieb Roffler liegt 950 m über Meer.

Kurt Fischli, 8752 Näfels Geboren

26. Juli 1973

Familie

verheiratet mit Vreni, Tochter Sabrina (6.5 Jahre)

Werdegang Nach der Ausbildung verschiedene Anstellungen im Viehhandel und als Tierbetreuer, seit 2004 im UFA-Beratungsdienst Wil Hobbies

Familie, Viehzucht

Motto

«Den Kunden gute Beratungs- und Automatenservice-Dienstleistungen bieten.»

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Arbeit gespart – Mastleistung gesteigert Die beiden FörsterTränkeautomaten sind auf dem Kälbermastbetrieb Roffler kaum mehr wegzudenken. Sie nehmen nicht nur viel Arbeit ab, sondern tragen auch zu höheren Zunahmen und einer verbes-

serten Kälbergesundheit bei, indem sie die richtige Tränketemperatur gewährleisten und eine über den ganzen Tag verteilte Tränkeaufnahme ermöglichen. Geradeso wichtig wie die Produktequalität ist die Service- und Reparaturdienstleistung des Anbieters. «Mit der 1 2012 · UFA-REVUE


DF_UFA_Aktuell_0112_ok_2012 27.12.11 17:58 Seite 47

der UFA-Kälberleckstein zur Beschäftigung respektive Mineralstoffversorgung der Kälber. Die Vitalität der Masttiere, ihr schönes Haar und die Mastresultate bestätigen das Fütterungskonzept.

währleistet, dass alle Kälber zu ihrer zugeteilten Ration kommen. Ebenso wie für die Fütterung sorgt Kurt Fischli für das stete Funktionieren des Tränkeautomaten. Während 365

Eigener Limousinstier Bei der Milchviehherde läuft ein Stier der Rasse Limousin mit. «Das wirkt sich positiv auf die Fruchtbarkeit aus», ist Hanspeter Roffler überzeugt. Alle Kühe werden zugekauft, selber zieht der Betrieb keine Kälber auf.

Automatenservice gesichert Im Melkstand, der den Kuh- vom Mastkälberstall trennt, führt eine Milchleitung direkt in die Tanks zweier Förster-Tränkeautomaten. Mit den je zwei Trinkstellen für die beiden Kälbergruppen ist ge-

Tagen im Jahr stellt er zusammen mit dem Automatenfachmann Xaver Hasler den Service sicher. Am UFA-Leckstein können die Kälber ihren Mineralstoffbedarf decken und das Leckbedürfnis stillen. Hoch montiert ist er geschützt vor Verschmutzung.

BLICKPUNKT POINT DE VUE

Hanspeter Roffler

«Beratung und Automatenservice der UFA sind sehr gut.» Näht und vermarktet originelle Besenfiguren: Heidi Roffler.

Betriebsspiegel Hanspeter & Heidi Roffler, 7242 Luzein LN: 32 ha, Bergzone 3, teilweise Bergzone 4 Tierhaltung: 25 Kühe, 40 Mastkälberplätze Arbeitskräfte: Betriebsleiterehepaar und Eltern

UFA bin ich diesbezüglich sehr zufrieden», versichert Hanspeter Roffler.

GRATIS! Zusatzoptionen für über 1200 Fr. Bis Ende März 2012 wird der Kauf eines Förster-Tränkeautomaten «Vario+» beim UFA-BeratungsUFA-REVUE · 1 2012

dienst zusätzlich versüsst. Drei praktische Zusatzoptionen mit einem Totalwert von über 1200 Fr. sind gratis erhältlich: • Ausstattung mit Edelstahl • Fliegenschutzpaket • automatische Kalibrierwaage

Wie der Vater, so der Sohn. Arno Roffler mag die Kälber. 47


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ERFOLG IN DER PRAXIS SUCCÈS DANS LA PRATIQUE

LESE-FUTTER À LIRE Mehr als Futter Wer das Milchviehfutter bei der UFA bezieht, profitiert von wertvollen Zusatzdienstleistungen. Im Rahmen des UFA HERD SUPPORT unterstützen die UFA-Milchviehspezialisten die Kunden bei der Analyse der Milchkontrollergebnisse und helfen bei der Fütterungsoptimierung anhand des Fütterungssystems UFA W-FOS.

Valentin Von Arx, Niederbuchsiten (SO).

«Wirksamer als Natriumbicarbonat» «Früher habe ich die Milchviehration mit Natriumbicarbonat gepuffert, doch der Effekt überzeugte nicht und die Milchfettgehalte waren tief», erinnert sich Valentin Von Arx. Gemäss einem Tipp von UFA-Milchviehspezialist Stefan Schmidt erfolgte der Wechsel auf UFA-Alkamix. Mit seiner 3-Phasen-Wirkung hält dieser Puffer den Pansen-pH über eine längere Zeit konstant, ein zu tiefes Absinken wird ver-

hindert. UFA-Alkamix korrigiert den Säure-Base-Haushalt und liefert Kalzium, Magnesium und Natrium. Die Teilmischration des Betriebs Von Arx besteht aus Mais-, Gras- und Biertrebersilage, Luzerneheu, Weizen, UFA 159, Futterharnstoff, UFA 197 Biotin, Viehsalz und 200 g/Kuh und Tag UFA-Alkamix. Ab einer Tagesmilchleistung von 32 kg erhalten die Kühe noch UFA 263 Leistungsfutter

über die Abrufstation. «Wegen der beschränkten Nutzfläche und häufiger Trockenheit habe ich die Fütterung meiner 68 Kühe auf einen hohen Silomaisanteil ausgerichtet», erklärt Valentin Von Arx. Die nährstoffreiche Mischration bringt hohe Laktationsleistungen von über 9500 kg «und mit den Milchgehalten und der Kuhgesundheit bin ich jetzt sehr zufrieden», bestätigt der Betriebsleiter.

UFA-SPEZIALITÄTEN SPECIALITÉS UFA

LANDI und UFA

für Verlosung eines Kaninchen-Tranchiersets am UFA-Stand

Täglich zwei Verlosungen an der Rammlerschau 2012, 10.00 Uhr und 15.00 Uhr. Bon ausfüllen, am UFA-Stand abgeben und gewinnen.

Name Vorname Adresse PLZ/Ort E-Mail Das Tranchierset wird zu den Verlosungszeiten persönlich überreicht. Kein Postversand.

LANDI und UFA sind Hauptsponsoren der 12. Rammlerschau 2012, die vom 6. bis 8. Januar in Freiburg stattfindet. Highlights am UFA-Stand sind die Verlosung von Tranchiersets, ein Glücksrad mit Sofortgewinnpreisen sowie das Starterfutter UFA 853. Das Absetzen der Jungkaninchen ist eine kritische Phase. Abgänge treten oft zehn bis 14 Tage nach der Entwöhnung von der Zibbe auf. UFA 853 enthält Rohkomponenten, die das Darmmilieu günstig beeinflussen und schädliche Coli-Bakterien hemmen. Zum Einsatz kommt das Starterfutter ab zehn Tagen vor dem Absetzen während des ersten Drittels der Aufzucht.

Bon

– an der Rammlerschau 2012

Lösung bei Umrindern UFA 269 fertil plus ist ein neues Produkt, das mit seinen Omega3-Fettsäuren dem Umrindern vorbeugt und die Fruchtbarkeit der Kühe steigert. Die würfelförmige Futterspezialität verfügt über eine hohe Mineralisierung und Vitaminierung, wird ab Brunstbeginn rund 20 Tage eingesetzt und eignet sich auch für die Abrufstation.

Damit sich Pferde wohl fühlen Regelmässige Gaben von HYPONA 899 Mash erhöhen das Wohlbefinden der Pferde, unterstützen die Verdauung und sorgen für glänzendes Fell. HYPONA 899 enthält Leinsamen, Gerstenflocken, gequetschten Hafer, Kräuter, Salz und Kleie. Es sollte immer mit heissem Wasser aufbereitet und handwarm verfüttert werden. Aktuell ist HYPONA 899 Mash mit Rabatt erhältlich.

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NUTZTIERE

Wichtiger Player im Fruchtbarkeitsgeschehen EINE GUTE VERSORGUNG AN BETA-CAROTIN ist für Milchkühe entscheidend. Beta-Carotin ist nicht nur die natürliche Vorstufe von Vitamin A, sondern hat auch eine bedeutende Funktion als Fruchtbarkeitsvitamin.

Vor dem Abkalben zufüttern Beta-Carotin hat einen entscheidenden Einfluss auf die Eibildung und die Gelb-

300

Quelle: DSM

250 200 150 100 50

terkonserven verlieren im Lauf der Lagerungszeit hohe Anteile an Beta-Carotin. Vor allem in der zweiten Winterhälfte besteht daher ein Mangel. Deshalb gehört in diesem Zeitraum in jede Ration eine Ergänzung von 300 bis 500 mg pro Kuh und Tag. Am besten wird BetaCarotin während der Vorbereitungsfütterung bis zur erfolgreichen Trächtigkeit verabreicht. 䡵

Stroh

Maissilage

Luzerneheu

Heu

0 Luzernesilage

Gehalte im Grundfutter oft überschätzt Sofern ein beachtli-

Grafik: Beta-Carotin-Gehalte

Gras/Luzerne Cobs

sichtbare Brunstsymptome, ein verzögerter Eisprung und eine niedrige Fruchtbarkeitsrate. Weiter tendieren die Kühe zur Zystenbildung oder zu frühen embryonalen Verlusten.

cher Teil der Ration aus Grünfutter besteht, ist ein Beta-Carotin-Mangel während der Vegetationsperiode kaum ein Thema. Auch qualitativ hochstehende Grassilage vermag die Bedarfsdeckung in der Regel sicherzustellen. Wenn die Ration hingegen viel Maissilage enthält, besteht das Risiko einer Mangelversorgung. Ergänzende Grassilage kann das Manko oft nicht kompensieren. Beta-Carotin wird sowohl in Dürrfutter als auch in Grassilage relativ schnell abgebaut. So weist das konservierte Futter nach rund fünf Monaten gerade noch die Hälfte des ursprünglichen Gehaltes an Beta-Carotin auf. Aus diesem Grund sollte Beta-Carotin spätestens ab Januar zugefüttert werden.

UFA-REVUE · 1 2012

Hansueli Rüegsegger

Fazit Beta-Carotin ist ein wichtiger Player im Fruchtbarkeitsgeschehen. Fut-

Grassilage

Ein Beta-Carotin-Mangel kann via Fruchtbarkeitsprobleme hohe Kosten verursachen.

Der Beta-Carotin-Gehalt in UFA 996 Cyclo Extra ist auf 3000 mg/kg erhöht worden. Zusätzliches Vitamin E vermindert den oxidativen Stress, was sich ebenfalls positiv auf die Fruchtbarkeit auswirkt. Mit dem Einsatz von 100 bis 150 g je Kuh und Tag kann die BetaCarotin-Versorgung auch in der zweiten Winterhälfte sichergestellt werden.

körperentwicklung. Aus diesem Grund soll bereits vor der Abkalbung Beta-Carotin zugefüttert werden. Am besten wird Beta-Carotin in die Vorbereitungsfütterung integriert. Dies beeinflusst auch die Qualität der Kolostralmilch positiv. Denn nur mit ausreichend BetaCarotin kann die Kuh genug von dieser hochwertigen Erstmilch für das Neugeborene produzieren.

Weide

Mangelsymptome Der Bedarf an Beta-Carotin liegt bei rund 300 bis 500 mg pro Kuh und Tag. Eine unzureichende Versorgung mit dieser VitaminA-Vorstufe verschlechtert die Fruchtbarkeit. Zu den Folgen gehören schlecht

UFA 996 mit noch mehr Beta-Carotin

mg Beta-Carotin pro kg Trockensubstanz

Auf vielen Betrieben wird die Fruchtbarkeit als DIE Herausforderung angesehen. Die Aussage «die Fruchtbarkeit ist ein Dauerbrenner» kommt vielen bekannt vor. Bekanntlich wird die Fruchtbarkeit von vielen Faktoren beeinflusst. Beta-Carotin ist einer davon.

Autor Hansueli Rüegsegger, Ressortleiter Milchvieh, UFA AG, 3360 Herzogenbuchsee. www.ufa.ch

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NUTZTIERE

Biotin mit vielen Vorteilen WIRKSTOFFERGÄNZUNG Dass Biotin einen positiven Einfluss auf die Klauengesundheit hat, bezweifelt niemand mehr. Obschon die Pansenmikroorganismen selber Biotin herstellen, hat die Kuh oft ein Manko. Es muss abgewogen werden, wann es Sinn macht, dieses Vitamin zuzufüttern.

Hansueli Rüegsegger

Pierre-Yves Favre

Biotin wird von Pansenbakterien produziert. Früher nahm man an, dass diese Menge ausreichend sei. Neuere Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass Milchkühe auf zusätzliche Biotingaben ansprechen. Das heisst, dass die im Pansen hergestellte Menge oft nicht reicht, um den hohen Biotinbedarf zu decken.

Effekte

bei

Klauenschäden

Zahlreiche Versuche bestätigen, dass Biotin für die Klauengesundheit gut ist. Die Zufütterung dieses Vitamins festigt unter anderem das Ballenhorn und zeigt bei Zwischenklauenbildungen positive Reaktionen. Die Hornwachstumsrate wird nicht unbedingt gesteigert, aber die Festigkeit des nachwachsenden Hornes erhöht sich. Fredéric und Dominique Gendre, Benoît Horner und Philippe Villoz von der LANDI (v.l.).

Wann ist der Einsatz sinnvoll? Vor allen bei hochleistenden Kühen in der Startphase können die Pansenbakterien oft nicht ausreichend Biotin her-

stellen. Der Biotineinsatz ist zudem bei einem Wechsel von Anbindehaltung auf Boxenlaufstall oder einem Futterwechsel sehr empfehlenswert. Bei Beständen mit vermehrten Klauenproblemen wirkt der Biotineinsatz unterstützend. Alleine mit Biotin können jedoch Bestandsprobleme kaum eliminiert werden. Haltung, Betreuung und Fütterung müssen ebenfalls überprüft und optimiert werden. Wird Biotin eingesetzt, muss dies über mehrere Monate geschehen, um einen Effekt zu erzielen. Bewährt hat sich das schmackhafte Minex 976 mit 100mg/kg Biotin (siehe Kasten).

Milchleistungssteigerung Die Zugabe von Biotin hat vor allem bei Hochleistungskühen eine Leistungssteigerung zur Folge. Neuere Versuche zeigen, dass die Milchleistung bis zu 3kg erhöht werden kann. Aber auch hier spielt die Eigensynthese eine wichtige Rolle, da der Abbau und die Bildung von Biotin in den Vormägen gering sind.

Zur freien Verfügung Die Betriebsgemeinschaft Gendre-Horner von Villarsel-sur-Marly (FR) verfügt über 83ha landwirtschaftliche Nutzfläche, die hauptsächlich zur Grundfutterproduktion für 80 Milchkühe und die Aufzucht dienen. Zum Betrieb gehört ebenfalls eine Alp für rund 80 Rinder. «Seit seiner Lancierung setzen wir Minex 976 mit Biotin ein, welches die Klauengesundheit unterstützt», stellen die Betriebsleiter fest. Als «excellente» bezeichnen sie die Schmackhaftigkeit dieses Mineralsalzproduktes. Die Milch des Nicht-Silo-Betriebs dient zur Herstellung von AOC-Gruyere. Im Winter besteht die Grundfutterration der Milchviehherde aus Heu, Emd und Trockenmais. Während der Vegetationsperiode weiden die Tiere jeweils Tag und Nacht. Nach dem Melken gibt es Heu und UFA 253-8 am Futtertisch. Die Verabreichung von Minex 976 erfolgt via UFA Micro-Feeder. «So steht das Mineralsalz den Kühen ad libitum zur Verfügung», begründet Dominique Gendre. Der hohe Magnesiumgehalt in Minex 976 erlaubt es, während des ganzen Jahres allein dieses Mineralsalzprodukt einzusetzen – eine willkommene Vereinfachung. «Mit Minex 976 legen wir die Basis für eine optimale Fruchtbarkeit und Klauengesundheit», erklären die Betriebsleiter Gendre-Horner. Aline Bapst, UFA Puidoux

MINEX

Jahre ans

Fazit Die Zufütterung von Biotin zahlt sich in Stressituationen hochleistender Milchkühe aus. Biotin hat nicht nur auf die Klauengesundheit und die MiIchleistung einen positiven Einfluss, sondern auch auf die Zellzahlen, wenn es genug lang eingesetzt wird. 䡵

Autoren Hansueli Rüegsegger, Ressortleiter Milchvieh, UFA AG, 3360 Herzogenbuchsee. Pierre-Yves Favre, Milchviehspezialist im UFA-Beratungsdienst, 1070 Puidoux. www.ufa.ch

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PRAXISGESPRÄCH NUTZTIERE

Warm oder kalt? WASSERTEMPERATUR An kalten Wintertagen geht manchem Nord-Bürger nichts über ein warmes Getränk. «Warum sollen sich Kühe fortwährend mit 4 °C kaltem Wasser begnügen?», fragt sich Melk Staller folgerichtig. Experte Ruedi Rathgeber rät, warmes Wasser insbesondere kurz nach dem Abkalben grosszügig anzubieten.

Verbesserungen in der Wasserversorgung wirken sich in der Milchviehhaltung besonders positiv aus. Denn Wasser gehört zu den wichtigsten Elementen in der Tierernährung und ist an allen bedeutenden Lebensvorgängen beteiligt. Wie viel Wasser eine Kuh braucht, hängt von der Leistung, Futterration, Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab. Ein Teil wird via Futter aufgenommen. Pro Kilogramm Milch beläuft sich der Flüssigkeitsbedarf auf 4 bis 5l. Steigt die Temperatur um 10 °C, trinkt eine Kuh zusätzlich rund 15 kg. Melk Staller (MS): Auf eine gute Wasserversorgung meiner Kühe lege ich hohen Wert. Kein Futter ist günstiger. Ruedi Rathgeber (RR): Eine hohe Flüssigkeitsaufnahme fördert den Futterverzehr und damit die Milchleistung. MS: Saufen Kühe mehr, wenn sie warmes Wasser erhalten? RR: Untersuchungen an der Universität Hohenheim zeigten, dass leicht angewärmtes Wasser mit 16 °C von den Kühen zwar bevorzugt wird. Im Vergleich zu kaltem Wasser mit 4 °C wurde aber kein erhöhter Wasserkonsum und auch kein vermehrter Futterverzehr festgestellt. Einen Unterschied beobachtete man in der Trinkgeschwindigkeit. Diese lag bei kaltem Wasser zwischen 3.53 bis 4 l pro Minute und bei warmem zwischen 4.53 bis 5.35l. MS: Gibt es einen Einfluss auf die Milchleistung oder den Milchgehalt? RR: Die Milchleistung und der Milchfettgehalt waren bei der Aufnahme von kaltem Wasser geringfügig höher. MS: Wenn Kühe warmes Wasser aufnehmen, müssen sie doch keine Energie aufwenden, um das Getrunkene auf Körpertemperatur zu bringen. AllerUFA-REVUE · 1 2012

Normales Leitungswasser mit 5 bis 15 °C genügt den generellen Anforderungen. Bei heissen Temperaturen ist umgekehrt auf genügend kaltes Wasser zu achten, damit die Tiere sich abkühlen können.

dings würden Krankheitserreger in den Leitungen wohl besser gedeihen. RR: Tiefere Wassertemperaturen scheinen die rohfaserabbauenden Bakterien im Pansen und damit das Angebot an Essigsäure im Pansen eher zu fördern, weshalb ein besserer Fettgehalt resultiert. MS: Wie kann ich die Wasseraufnahme einer Kuh schätzen und fördern? RR: Pro zehn Sekunden Trinkzeit nehmen Kühe zirka 3.5 l Wasser auf. 40 % ihres Wasserbedarfs decken sie nach dem Melken. In Laufställen mit bis 40 Kühen werden pro Tier idealerweise 10 bis 12 cm Troglänge zur Verfügung gestellt, so dass auch rangniedere Kühe ihren Bedarf stillen können. Wichtig ist ein Wassernachlauf von mindestens 0.3 l pro Sekunde. Als Distanz zwischen den Tränken werden 15m empfohlen. MS: Was hältst du von Warmwassergaben nach dem Abkalben?

RR: Beim Abkalben gehen der Kuh mit dem Kalb, Fruchtwasser und der Nachgeburt schlagartig um die 90 kg verloren. Viel Flüssigkeit und Mineralien werden ausgeschieden, was den Kreislauf belastet. Die meisten Kalberkühe nehmen nach dem Abkalben grosse Wassermengen auf, um den leer gewordenen Platz in der Bauchhöhle zu füllen. 30 bis 70 l Warmwasser in Kombination mit Traubenzucker und Wirkstoffen – etwa Kalzium, um Milchfieber vorzubeugen – tragen zur Stärkung des erschöpften Tiers bei. MS: Der Labmagen bleibt an seinem Platz, weil der Pansen mit Wasser aufgefüllt ist. RR: Ja, zudem wird der Abgang der Nachgeburt beschleunigt, der Pansen stimuliert, der Futterverzehr angeregt und Gift ausgeschwemmt. Am besten erfolgt das Extra-Tränken gleich nach dem Abkalben. 䡵

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee. Bei diesem Artikel handelt es sich um ein fiktives Gespräch fiktiver Personen. UFA start-fit enthält Traubenzucker, Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine. 1l dieses Diät-Futtermittels eignet sich als Zusatz zu 30 l handwarmem Tränkewasser nach dem Abkalben. UFA start-fit fördert einen schnellen und sicheren Start in die neue Laktation. www.ufa.ch

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DF_Kleinmarkt_0112 okd_okf_2012 27.12.11 18:13 Seite 52

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Schlitzfräse, für die Führung des Entmistungsschiebers, günstige Lösung für glatte Stallgänge, Spaltenböden, Gussasphalt 寿 079 514 69 87 Zweiachsmäher, Reform 3000, mit Busatis Mähwerk 2 m, einsatzbereit, Fr. 5200; Scheibenmähwerk Claas, mit Frontdreieck, total neu revidiert, B. 2.9 m, Fr. 4700; Baumspritze Birchmeier, mit Honda Motor, 300 l, Vorrichtung für Bärtschi Dreieck 寿 034 431 27 61

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DF_NT5_Roggli_0112 ok_2012 27.12.11 16:50 Seite 53

GENETIK NUTZTIERE

Mehrlingsgeburten erwünscht? WÄHREND DIE MILCHLEISTUNGEN LAUFEND ZUNEHMEN, gibt es bezüglich Anzahl Kälber pro Geburt nichts Neues unter der Sonne. Dabei können Zwillings- und Mehrlingsgeburten wirtschaftlich durchaus interessant sein, sofern Mutter und Kälber gesund bleiben. Die Erblichkeit von Zwillingsgeburten ist mit jener der Fitnesseigenschaften vergleichbar.

Das Rind gehört zu den «uniparen» Tieren, bei denen normalerweise nur eine Eizelle zur Reifung gelangt. Dafür sind Abschnitte von vier Chromosomen verantwortlich, wie Wissenschaftler herausfanden. Eineiige Zwillinge oder Mehrlinge, die fast gleich aussehen, entstehen bei einer zufälligen Teilung der Eizelle. Sogenannt «monozygote» Geschwister eignen sich in der Zucht, um den Umwelteinfluss gewisser Eigenschaften zu schätzen. Entwickeln sich mehrere befruchtete Eier zu einem Kalb, dann handelt es sich um di- oder trizygote Geschwister, die sich äusserlich voneinander unterscheiden. Selten geschieht es, dass eine trächtige Kuh erneut brünstig wird und durch eine zweite Besamung ein weiteres Tier heranwächst.

• mehrlaktierenden Kühen • reinrassigen Tieren • mehreren Belegungen pro Trächtigkeit (Braunvieh, Fleckvieh und Holstein) • Milchrassen (über 3 %); Pinzgauer, Fleckvieh (je über 5 %); Charolais (3 %)

Kälberreiches Jahr 2011 Der 25. August 2011 bleibt bei Priska und Martin Grob wohl noch lange in Erinnerung. Kuh Ginette brachte Drillinge zur Welt. «Wir nahmen den dicken Bauch von Ginette wahr, aber mit drei Kälbern rechneten wir nicht», erinnert sich Martin Grob. Die drei Kuhkälber meisterten den Lebensstart bestens. Ginette produzierte ausreichend Kolostrum, musste jedoch später behandelt werden, weil die Nachgeburt nicht vollständig abging. Im Dezember war die Red-Holstein-Kuh mit 25 bis 30 kg Milch pro Tag wieder voll im Saft.

Risiken Weibliche Kälber aus gemischt geschlechtlichen Zwillingsgeburten sind oft unfruchtbar. Weitere Risiken sind Geburtskomplikationen, Nachgeburtsverhalten, Gebärmutterentzündung, verzögerte Trächtigkeit und Ketose. Mit wachsenden Würfen nehmen Todgeburten besonders bei Stierkälbern zu. Meist erreichen die Mütter eine niedrigere Laktationsleistung. Die Trächtigkeitsdauer ist bei Zwillingsgeburten um rund fünf Tage, bei Mehrlingen um bis zehn Tage verkürzt, womit ein tieferes Geburtsgewicht resultiert.

Für den Betrieb Grob ist das 2011 kälberreich verlaufen. Fünf Mal brachte eine Kuh Zwillinge zur Welt. Meist wogen die Kleinen über 40 kg. Allesamt handelte es sich um Tränker, die verkauft wurden. Die Aufzuchtrate ist mit neun Stück auf 35 Kühe tief, weil die meisten Tiere mindestens zehnjährig werden. Auf eine gezielte Fütterung wird Wert gelegt. Mit Matthias Löhrer vom UFABeratungsdienst wurde eine Winterration mit Dürrfutter und UFA 243/249 erstellt. Die Mineralstoffergänzung erfolgt mit Minex 971 (Galt), 972 (Start) und Minex 975 (Produktion) phasenspezifisch.

Eine Untersuchung mit 4 Mio. Kälbern (Analyse Zwillings- und Mehrlingsgeburten, V. Attender, Boku) zeigt, dass Zwillinge etwa bei 3 bis 5 %, Mehrlinge bei 0.02 bis 0.05 % der Geburten vorkommen. Väterlicherseits besteht eine tiefere Erblichkeit (bis 0.5%) als mütterlicherseits (6% ab 2. Laktation). Relativ häufig sind Zwillingsgeburten bei

Fazit «Zusatzkälber» wirken sich in der Fleischproduktion tendenziell positiv auf die Wirtschaftlichkeit aus, während in der Milchviehnachzucht ein positiver Effekt wegen der reduzierten Anzahl fruchtbarer Kuhkälber sowie der tieferen Geburtsgewichte und Milchleistungen eher auszubleiben scheint. 䡵

Die Drillinge der Kuh Ginette stammen vom Limousin-Stier Neplong.

Priska und Martin Grob, Schönholzerswilen (TG).

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee.

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DF_NT7_Waldenspuhl_0112 ok_2012 27.12.11 17:41 Seite 54

STALLBAU & -TECHNIK NUTZTIERE

Schutz vor gegenseitigem Besaugen TRÄNKESTÄNDE lassen sich mit automatisch gesteuerten Gittertüren ergänzen. Im Hinblick auf die Zitzenschäden, Leistungseinbussen und Tierverluste, welche gegenseitiges Besaugen unter Kälbern zur Folge haben kann, lohnt es sich, eine solche Option zu prüfen. Zwei bayrische Rindviehhalter berichten über ihre Erfahrungen mit der Erweiterung «CalfProtect».

Julia Waldenspuhl

Für die Wahl eines Besaugschutzes gab es für Anton Schober und Josef Kari mehrere Gründe.

Praktisch beim Antränken Auf dem Bullenmastbetrieb Schober im Landkreis Deggendorf werden bis zu 40 Tiere über zwei Tränkestationen gefüttert. «Gerade beim Anlernen neuer Tiere», so der Betriebsleiter, «ist eine Schutzeinrichtung eine grosse Hilfe, welche auch Zeit spart.»

Pneumatisch geregelt Die Erweiterung, die an die reguläre Standbegrenzung angebaut wird, besteht aus einer Gittertür und einem pneumatischen Schliessmechanismus. Betritt ein Kalb mit Futteranrecht die Station, schliesst die Tür über ein Druckluftventil und bleibt für einige Minuten geschlossen. «Dieser Mechanismus schützt kleinere, schwächere Tiere davor, von stärkeren Tieren verdrängt zu werden», so Schober. Somit können alle Kälber in Ruhe ihre Portionen abrufen, was sich auf das gesamte Stallklima übertragen hat.

Wartezeit reduziert Saugdrang «Weil die Kälber den Tränkestand nicht sofort nach der Futteraufnahme verlas-

Tränkestationserweiterung «CalfProtect» «CalfProtect» ist eine Tränkestationserweiterung der Förster-Technik GmbH, die Kälber nach der Tränkeaufnahme vom Besaugen anderer Tiere abhält. Die Nachrüstung ist einfach und jederzeit möglich. Im Vergleich zu anderen Systemen werden die Tiere beim Betreten der Tränkestation nicht behindert, was gerade beim Anlernen von besonderer Bedeutung ist. Der UFA-Beratungsdienst verkauft und vermietet Förster-Tränkeautomaten mit Zubehör wie «CalfProtect» und bietet während 365 Tagen im Jahr einen umfassenden Reparatur- und Servicedienst an. Informieren Sie sich beim UFA Beratungsdienst oder in der LANDI Ihrer Region. 54

sen können, klingt der Saugdrang der Kälber ab», beobachtet Landwirt Schober. Gegenseitiges Besaugen sei in seinem Stall kaum noch zu beobachten. Früher kam es zu Blähungen, welche Schober auf das gegenseitige Besaugen und das damit verbundene Verschlucken von Haarbüscheln zurückführt.

Ruhige Atmosphäre Josef Kari, von der Landwirschafts-GbR Kari im Landkreis Dachau stiess durch Betriebsbesichtigungen und Diskussionen in der Technikerschule auf die Möglichkeit, Kälbertränkeautomaten einzusetzen. Im seit Februar 2011 bezogenen Offenstall, wird die eigene Nachzucht nach der Einzelhaltung in Kälberiglus in zwei Gruppen über den Tränkeautomaten versorgt. «Neben der Arbeitserleichterung durch den Automaten herrscht im Kälberbereich eine ruhigere Atmosphäre», was nach Karis Meinung auch durch die Standerweiterung bedingt ist.

Muss ins Konzept passen Bevor das Vieh anfangs 2011 in den Laufstall umzog, hatte es Probleme mit gegenseitigem Besaugen gegeben, was aber auch durch das Tränkeverfahren bedingt war. Die Kälber wurden mit Eimern, die in das Fressgitter eingehängt wurden, getränkt. «Mit der Erweiterung sieht man gegenseitiges Besaugen kaum noch und wenn, dann nur für sehr kurze Zeiträume», so Josef Kari. «Wir haben mit dem Neubau versucht, so viele Arbeitsschritte wie möglich zu automatisieren, damit bei Arbeitsspitzen im Lohnunternehmen nicht noch viel Arbeitszeit im Stall aufgebracht werden muss», begründet Kari den Einsatz des Kälbertränkeautomaten.

Die Erweiterung der Tränkestation ermöglicht jedem Kalb eine ungestörte Tränkeaufnahme und schützt vor gegenseitigem Besaugen.

Fazit Zusammengefasst erleichtert der Schutz an der Tränkestation das Anlernen der Kälber, gegenseitiges Besaugen wird minimiert, auch schwächere Tiere können ungehindert saufen, es herrscht mehr Ruhe im Stall und der Betriebsleiter spart Arbeit. 䡵

Autorin Julia Waldenspuhl, Förster-Technik GmbH, 78234 Engen. www.foerster-technik.de

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DF_NT6_Voegeli_0112 ok_2012 27.12.11 16:52 Seite 56

NUTZTIERE

Gesünder mit Intensivregime AUFZUCHTPHASE IN DER MUNIMAST Wissenschaftliche Versuche zeigen, dass hohe Zunahmen in den ersten Lebenswochen nicht nur die spätere Mastleistung, sondern auch die Gesundheit der Kälber positiv beeinflussen. Aus Sicht der Wirtschaftlichkeit ist es sinnvoll, die tägliche Milchmenge zu beschränken, um die frühe Aufnahme von Kraft- und hochwertigem Grundfutter zu fördern.

Markus Voegeli

Das Zusammenführen von Kälbern unterschiedlicher Herkunft begünstigt einen hohen Krankheitsdruck im Rindviehmaststall. Die Tiergesundheit beeinflusst den wirtschaftlichen Erfolg entscheidend.

Bessere Genesungschance Ein intensives Fütterungsregime hilft die Krankheitsresistenz der Tiere steigern, wie Beobachtungen und Versuche bestätigen (u.a. DLG). Gut entwickelte Kälber sind weniger krankheitsanfällig und weisen im Krankheitsfall eine höhere Genesungschance auf. Auch in der späteren Ausmast erreichen intensiv aufgezogene Kälber bessere Resultate, weil sie «metabolisch»

soll frühestens zwei Stunden nach Ankunft im Maststall erfolgen, weil gestresste Tiere sonst mit Durchfall reagieren können. Durch eine Begrenzung der Milch auf 6l pro Tag und das frühe Angebot von Festfutter entwickelt sich das Aufzuchtkalb rasch zum Wiederkäuer. In der Tabelle ist ein bewährter Aufzuchtplan aufgeführt.

Gesundheitskonzept Ein mit dem Tierarzt abgesprochenes Gesundheitskonzept minimiert den Krankheitsdruck bei den Tränkern. Zur Stärkung des Immunsystems ist die Eisen- und Selenversorgung (Tabelle) besonders wichtig. Ein rascher Wiederaufbau der Darmflora bei Durchfall oder nach Medizinierungen

Höhere

Dosierung? Um das Wachstumspotenzial junger Kälber zu nutzen, werden in einigen Ländern höhere Pulverkonzentrationen empfohlen als in der Schweiz. Wie Erfahrungen im UFA-Beratungsdienst zeigen, verbessert sich die Wirtschaftlichkeit mit Tränkekonzentrationen von über 100 g/l im Gegensatz zum Ausland nicht, sofern die Empfehlungen zur MilchpulverWahl und Festfutter-Angewöhnung befolgt werden. Eine wichtige Rolle spielt die Eiweissqualität des eingesetzten Milchpulvers. Die Enzyme junger Kälber sind auf Milchprotein ausgerichtet.

Kraftfutter ad libitum Die Festfutteraufnahme lässt sich mit dem Ein-

Tabelle: Fütterungsplan für intensive Aufzucht (75 kg Einstallgewicht) Wochen nach Zukauf 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

Tränke (l/Tag) 2x3 2x3 2x3 2x3 2x2 2x2 1x2

UFA 207 plus/ 209 start (g/l) 100 100 100 100 100 100 100

entsprechend programmiert sind. Wachstumsrückstände in den ersten Lebensmonaten können später nicht mehr kompensiert werden.

Erfolgreich starten Zentral ist ein erfolgreicher Maststart. Das Antränken 56

UFA 114/116 (kg/Tag)

UFA 230 (kg/Tag)

Heu

Maissilage

Ad libitum Ad libitum Angewöhnen 1.5 – 2 2 1.5 0.5

Rationen auf 1 kg beschränken

0.5 1.2 1.7 2.2 2.2

lässt sich mit Hefeprodukten wie UFAAlkamix ready begünstigen. Die erwünschten Laktobazillen und Bifidobakterien werden gefördert, unerwünschte Keime wie E. coli werden an die lebenden Hefen gebunden und mit dem Kot ausgeschieden.

Langsam angewöhnen

Mineral- und Wirkstoffe UFA top-start/-punch UFA Kälbermineralleckstein UFA top-fit

Ad libitum

satz geeigneter Starterkraftfutter fördern. Gute Erfahrungen werden mit dem Ad-libitum-Angebot von Kraftfutter – gemischt mit kurzem Heu oder kurzer Luzerne – gemacht. Flocken wie UFA 116 verfügen über einen hohen Anteil an langsam abbaubarer Stärke und wer1 2012 · UFA-REVUE


DF_NT6_Voegeli_0112 ok_2012 27.12.11 16:53 Seite 57

NUTZTIERE den daher besser absorbiert. Die Pansenbakterien entwickeln sich rasch, so dass das Kalb bald viel Raufutter verwerten kann. Stabiles Eiweiss mit einem engen APDE/Rohprotein-Verhältnis legt in der Aufzucht- und Vormast den Grundstein für das Muskelwachstum.

Heumenge begrenzen Locker in die Krippen verteiltes Heu oder gut strukturiertes Emd wird besser aufgenommen als Dürrfutter aus Heuraufen. Die Heumenge ist auf 0.5 bis 1 kg pro Tag zu beschränken. Sonst gelingt es nicht, die erforderliche Energiedichte in der Ration zu erreichen. Mit einer Begrenzung der Heumenge werden zudem die Schleimhäute weniger forciert.

«OptiCell» für bessere Kotkonsistenz Der Zusatz «Opticell» in UFA 207 plus beschleunigt die Dickdarmpassage, verbessert die Kotkonsistenz und hat einen stressmindernden Effekt. Mit dem Vollmilchersatz UFA 207 plus hat Simon Müller gute Erfahrungen gemacht. Auf dem Munimastbetrieb werden die Tränker via Stand-Alone-Tränkeautomat versorgt. Die Milchmenge wird ab 90 kg Lebendgewicht reduziert, so dass die Masttiere mit 110 kg abgetränkt sind. Zur Erhöhung der Sauglust und Stärkung des Immunsystems kommt das Wirkstoffkonzentrat UFA top-punch über den Zudosierer zum Einsatz. «Die Vitalität der Kälber überzeugt mich, seit wir UFA top-punch verabreichen», bestätigt Simon Müller.

Junge Kälber sind der falsche Ort, um auf dem «Ausfressen» zu beharren. Zweimaliges Reinigen der Krippe pro Tag und das Angebot frischer Futter erhöht den Verzehr und die Zunahmen.

Sorgfältiges Absetzen Um einen Wachstumsknick zu vermeiden, sollten die Kälber über zwei bis drei Wochen schrittweise von der Milch abgesetzt werden. Ansonsten besteht die Gefahr von Verdauungsstörungen und hoher Kalziumausscheidungen via Harn. Auch Kraftfutterwechsel werden am besten schrittweise über einen Zeitraum von zwei Wochen vorgenommen, um nicht die Mikroorganismen im Kälberpansen zu überfordern. 䡵

Betriebsspiegel Simon & Fränzi Müller, 5054 Moosleerau LN: 25 ha Tierhaltung: 130 Muni (IP-Suisse), 80 Zuchtsauen Pflanzenbau: Silomais, Futterweizen, Gerste, Kunst- und Naturwiesen Arbeitskräfte: Simon und Vater Rudolf Müller (30 %)

Dario, Mailin, Simon, Fränzi, Finia und Elia Müller.

Autor Markus Voegeli, Rindviehspezialist im UFA-Beratungsdienst, 6210 Sursee. www.ufa.ch Aktion Die Aufzuchtmilchen UFA 207 instant/207 plus/209 start sind in Ihrer LANDI bis am 14. Januar 2012 mit einem Rabatt von Fr. 12.–/100 kg und die Aufzuchtfutter UFA 114/116/219/ 170 Bio von Fr. 4.–/100 kg erhältlich.

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DF_NT13_Meuwly_0112 ok_2012 27.12.11 17:46 Seite 58

NUTZTIERE

Gesunder Rindfleischmarkt und neue Zuschläge LEICHTE MUNI-SCHLACHTKÖRPER erfreuen sich in der Gastronomie einer grossen Beliebtheit. Die Gewichtszuschläge für Swiss Quality Beef konnten deshalb angepasst werden. Auch in anderen Bereichen präsentiert sich der Rindfleischmarkt positiv.

Yvan Meuwly

Vermarktungsinnovationen wie SQB tragen dazu bei, den Importdruck in Schach halten.

Für Gastronomen ist Swiss Quality Beef (SQB) ideal. Die Grösse der Teilstücke sowie ihre Zartheit sind von gleichmässig sehr guter Qualität. Entsprechend wächst das SQB-Produktionsprogramm stetig. 2011 wurden rund 6500 Tiere vermarktet.

SQB-Produzenten anhand der aktuellen Gewichtsverteilung je SQB-Muni einen Mehrpreis. Neben den Zuschlägen profitieren SQB-Produzenten von einer rund 30 Tage kürzeren Mastdauer pro Umtrieb und einem tieferen Grundfutterbedarf.

Im Schnitt erhalten die SQBProduzenten mehr Die zunehmen-

Gutes 2011 Im vergangenen Jahr

de Nachfrage nach Fleisch leichter Muni hat eine Anpassung der SQB-Zuschläge per 1. Januar 2012 (Tabelle) ermöglicht. Mit dem neuen System, das zwar Schlachtgewichte von 200 bis 240 kg weniger, dafür Schlachtgewichte von 270 bis 280 kg mehr honoriert, erhalten

Tabelle: Zuschläge für Swiss Quality Beef Gewichtsbereich (kg) 200.1 – 220 220.1 – 240 240.1 – 250 250.1 – 260 260.1 – 270 270.1 – 280 Hinzu kommen die CH-TAX-Zuschläge. 58

Bisher Seit 1.1.2012 pro kg Schlachtgewicht 0.50 0.00 0.50 0.30 0.75 0.75 0.75 0.75 0.45 0.45 0.10 0.20

haben Bankmuni höhere Preise erzielt, obwohl mehr Tiere der Schlachtung zugeführt wurden. Die Labelprämie für IPSuisse Banktiere konnte erfreulicherweise per 1. September 2011 um 10 Rp. auf 65 Rp. erhöht werden. Schweizer Rindfleisch geniesst bei den Konsumenten starkes Vertrauen.

Mit marktkonformen Importfreigaben, sowohl bei Nierstücken wie auch Kühen in Schlachthälften, wurde die inländische Produktion nicht wesentlich konkurrenziert. Einen faden Nachgeschmack hinterlässt die Gesetzeslücke beim gepfefferten Fleisch mit dem tiefen Zollansatz. Zum wiederholten Male sind die Mengen an Würzfleisch teilweise massiv angestiegen. Glücklicherweise liess sich die insgesamt verfügbare Mehrmenge von gut 1.8 % Rindfleisch im 2011 gut absetzen, obschon Schweinefleisch sehr günstig verkauft wurde.

Verknappung der Tränker? Wie sich der Schweizer Grossviehmarkt weiterentwickelt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Der Rückgang der Milchviehbestände scheint in den nächsten Monaten zu einer Verknappung qualitativer Tränker zu führen. Dies obwohl der Anteil an Mastrassenbesamungen am Steigen ist. Am Terminmarkt in den USA rechnet man noch bis weit ins 2012 mit höheren Rindfleischpreisen. Diese Prognose dürfte jedoch ändern, wenn die globalen Wirtschaftsaussichten sich weiter verschlechtern und nachteilig auf den Konsum auswirken. 䡵

Autor Yvan Meuwly, Leiter Produktionsprogramm Rindfleisch, Anicom AG, 9501 Wil. www.anicom.ch Stabsübergabe Per 1. Januar 2012 hat Fritz Röthlisberger, der massgeblich zum Erfolg von «Swiss Quality Beef» (SQB) beitrug, die SQB-Projektleitung an Yvan Meuwly übergeben.

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DF_NT8_Herren_0112 ok_2012 27.12.11 17:42 Seite 59

NUTZTIERE

Vereinfachung für Ziegenzüchter EIN NEUES HERDEBUCHPROGRAMM soll den administrativen Aufwand für Ziegenzüchter per 2013 reduzieren. Kernpunkt ist der direkte Internetzugang für Tierhalter und Zuchtbuchführer. Geprüft wird der Meldeweg über die Tierverkehrsdatenbank. Auch mit Blick auf die steigende Nachfrage nach Ziegenmilch und -produkten befindet sich die Schweizer Ziegenzucht im Aufwind.

Der Schweizerische Ziegenzuchtverband (SZZV) führt das Herdebuch (HB) für zehn Rassen: Saanenziege, Appenzellerziege, Toggenburgerziege, Gämsfarbige Gebirgsziege, Bündner Strahlenziege, Nera Verzascaziege, Walliser Schwarzhalsziege, Pfauenziege, Anglo Nubian, Burenziege. Ursula Herren erklärt, wie die HB-Führung optimiert werden soll. UFA-Revue: Die Ziegenhaltung gewinnt an Bedeutung. Warum? Ursula Herren: Schweizer Landwirte trachten nach neuen Betriebszweigen und versuchen sich unter anderem in der Nischenproduktion. Ziegenmilchprodukte erfreuen sich an der Verkaufsfront

Milcheiweissgehalte wieder im Hick Die Ziegenmilchproben werden bei Suisselab AG in Zollikofen mit dem Kuhmilchprogramm analysiert und nachträglich mit einer linearen Regressionsgleichung auf «Ziegenwerte» umgerechnet. Eine auf Wunsch des SZZV durchgeführte Untersuchung zeigte, dass bis Dezember 2008 zu hohe und seit Dezember 2008 zu tiefe Eiweissgehalte ausgewiesen wurden, während die Fett- und Harnstoffwerte stimmten. Dieser Sachverhalt führte zu grossen Unterschieden bei den Eiweisswerten verglichen zwischen 2008 (und früher) und 2009/ 2010. Seit Mai 2011 werden die ermittelten Gehaltswerte korrekt von Qualitas AG umgerechnet und entsprechend vom SZZV publiziert. Per 1. Dezember 2010 wurden die Gehaltswerte rückwirkend korrigiert. Die zu tiefen Eiweissgehalte von 2009 und 2010 wurden aus statistischen Gründen (Werte bereits veröffentlicht) nicht angepasst. Ursula Herren UFA-REVUE · 1 2012

einer zunehmenden Beliebtheit. Gerade die Nachfrage nach schmackhaftem Ziegenkäse ist stark gestiegen. Die Produktion von reinem Ziegenkäse konnte – trotz zunehmenden Importen – in den letzten knapp 20 Jahren massiv gesteigert werden. Eine steigende Verbreitung weisen auch Bio-Ziegenprodukte auf. Inwiefern profitiert der Züchter vom HB? Für den Zuchtfortschritt ist ein HB unerlässlich. Die Kenntnis der Leistungen, Exterieurdaten und korrekten Abstammung bildet die Basis für eine gezielte Selektion und Anpaarung. Zuchtwerte der Einzel- oder Elterntiere liefern wichtige Informationen beim Tierkauf. Die HB-Führung soll vereinfacht werden. Wie? Mit dem neuen HB-System, welches Züchtern und Zuchtbuchführern einen direkten Internetzugang ermöglicht, wird der Aufwand zur Datenaufzeichnung geringer. Es fällt weniger Papierkram an, die direkte Dateneingabe wird erleichtert und Zwischenschritte werden ausgeschaltet. Der Züchter kann seine Tiere und deren Leistungen direkt online verfolgen sowie Auswertungen, Abstammungsund Leistungsausweise bequem von zu Hause aus ausdrucken. Meldungen in Papierform werden auch mit dem neuen System noch möglich sein. Geprüft wird der Meldeweg über die Tierverkehrsdatenbank (TVD). Wie hoch ist das Interesse in der Praxis? Hoch, wie nicht repräsentative Umfragen anlässlich der SZZV-Veranstaltungen und der Suisse Tier 2011 gezeigt ha-

ben. Die grosse Mehrheit der befragten Züchter sprach sich für den Meldeweg via TVD aus – vor allem jene, die auch Grossvieh halten und die jüngeren Züchter. Eine Umfrage bei allen Ziegenhaltern erfolgt diesen Winter. Wird auch die Milchkontrolle angepasst? Der SZZV sucht Möglichkeiten, um etwa den Zeitbedarf der Milchkontrolle in der professionellen Ziegenzucht zu verringern. Er ist mit Melktechnik-Anbietern in Kontakt, damit praxistaugliche Milchmessgeräte auf den Markt kommen. Das bei den Kühen bewährte Milchmessgerät TRU-TEST konnte im Einsatz bei Ziegen noch nicht überzeugen. Wann ist das neue HB-System umgesetzt? Die Programmierung erfolgt 2012, die Inbetriebnahme ist für März 2013 vorgesehen. Basis bildet das von der Qualitas AG erarbeitete neue Programm für Swissherdbook und für Braunvieh Schweiz. 䡵

Ursula Herren, Geschäftsführerin vom Schweizerischen Ziegenzuchtverband.

Die Schweiz gilt als Ursprungsland der modernen Ziegenzucht.

Interview Matthias Roggli, UFARevue, 3360 Herzogenbuchsee.

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DF_NT9_Bucheli_0112 ok_2012 27.12.11 17:43 Seite 60

STALLBAU & -TECHNIK NUTZTIERE

Genügend Zeit einberechnen SCHWEINESTÄLLE AB 2018 Die Übergangsbestimmung für die klassischen Vollspaltenställe läuft bis Ende August 2018 aus. Da die gesetzlichen Grundlagen bezüglich Perforation noch ändern können, ist sofortiges Handeln nicht erforderlich. Allerdings muss genug Zeit für die Planung und Bewilligung allfälliger Ersatzbauten einberechnet werden, um verlorengehende Mastplätze zu kompensieren.

Markus Bucheli

Für am 1. September 2008 bestehende Mastställe gelten während der Übergangszeit folgende Gesamtflächenmasse: • abgesetzte Ferkel bis 25 kg: 0.30 m2 • Schweine mit 25 bis 60 kg: 0.45 m2 • Schweine mit 60 bis 110 kg: 0.65 m2

Die Prozentzahlen für die maximale Perforation der Liegeflächen sind noch nicht definitiv.

Die Liegefläche darf in Schweineställen ab dem 1.9.2018 nur noch einen geringen Perforationsanteil zum Abfliessen von Harn aufweisen. Zudem soll die Liegefläche ab diesem Zeitpunkt bei Neubauten 2 % und bei einem Umbau maximal 5 % Perforation umfassen. Diese Prozentzahlen sind aber noch nicht in Stein gemeisselt. Seit August 2008 arbeiten Agroscope (Projektleitung), das Bundesamt für Veterinärwesen, die Suisseporcs, Mäster und Stalleinrichter am Projekt «Perforierte Liegeflächen in der Mastschwei-

Durchlass der Roste Wichtiger als die Perforation in der Festfläche erach-

Tabelle: Schweineställe ab 1. September 2018 abgesetzte Ferkel Schweine bis 15 kg bis 25 kg 25 – 60 kg 60 – 85 kg 85 – 11 0kg 110 – 160 kg 0.2 0.35 0.6 0.75 0.9 1.65

Gesamtfläche (m2/Tier) Liegefläche 0.15 (m2/Tier) maximaler 0.05 Rostanteil (m2) Wandschlitz < 2 cm od. 4 – 5 cm

0.25

0.4

0.5

0.6

0.95

0.1

0.2

0.25

0.3

0.7

< 2 cm od. < 4 cm od. < 4 cm od. 4 – 5 cm 8 – 9 cm 8 – 9 cm

nehaltung». Auf vier Betrieben werden folgende Produkte getestet: • Vollspalten • Rost mit 5 %, 6 %, und 8 % Perforation teilflächig (Schmidiger CH) • Rost mit 6.4 % Perforation (D) • Spaltenklick • Gummimatten mit 10 % Perforation (Kraiburg) Die Datenerhebung erstreckt sich über drei Mastperioden, damit jahreszeitliche Unterschiede erfasst werden können. Erste Ergebnisse sind im Verlauf dieses Jahres zu erwarten.

Umgestaltung meist nötig In den von der Firma Krieger realisierten 60

Bauten hat sich gezeigt, dass das alleinige Auswechseln bestehender Roste durch Platten zu keinem befriedigenden Ergebnis führt. Will man eine saubere und trockene Liegefläche erhalten, so kommt man um eine Umgestaltung der Buchten oft nicht herum. Ziel muss eine lange und schmale Bucht sein. Dadurch wird eine Rosttiefe erreicht, welche es auch einem schlachtreifen Schwein erlaubt, den Kot sauber auf den Rost zu setzen.

< 4 cm od. < 6 cm od. 8 – 9 cm 10 – 11 cm

tet die Firma Krieger den Durchlass der Roste. Nur wenn der Kot rasch in den Kanal fällt, kann mit einer geringen Verschmutzung der Liegefläche gerechnet werden. Dies lässt sich mit Metallrosten und einem Wandschlitz gewährleisten. Bei Mastschweinen darf die Randspalte 8 bis 9 cm breit sein (Tabelle).

Neue Vorschriften per 2013 Schon bis am 1. September 2013 müssen in der Schweinehaltung erste Anpassungen vorgenommen worden sein. Die Schweine sollen sich jederzeit beschäftigen können. Als geeignetes Beschäftigungsmaterial wird Stroh, Chinaschilf oder betriebseigenes Raufutter wie Heu oder Ganzpflanzensilage angesehen. Mit Blick auf die Hygiene und die Arbeitswirtschaft in Vollspaltenbuchten erreicht man mit Stroh- oder Heuwürfeln mit Sicherheit die besten Ergebnisse. Des Weiteren müssen die Tiere jederzeit Zugang zu Wasser haben. Wie bei allen Neu- und Umbauten ist natürliches Tageslicht erforderlich. Als Faustregel gilt: Die Glasfläche muss zirka 5 % der Stallfläche betragen, womit 15 Lux im Tierbereich erreicht werden sollten. Allen Schweinen ab 25 kg muss bei neu eingerichteten Ställen die Möglichkeit gegeben werden, sich ab 25 °C abzukühlen. Durch Kühlung der Zu- oder Stallluft mittels einer Hochdruckvernebelung oder der Zuluftführung über das Erdreich erzielt man einen sehr guten Effekt.

Ammoniakreduktion nicht zu einer Vereinfachung führen wird. Sollte sich in der Umgebung die Wohnbausituation geändert haben, kann es zu Problemen mit der Lufthygiene kommen. Zu rechnen ist mit einer Anpassung der Lüftungsanlage, da durch die veränderte Haltung der Lüftungseffekt oft nicht mehr genügt. 䡵

Bewilligung und Lüftungshygiene Bevor man sich mit viel Elan an das Auswechseln alter Roste macht, muss man noch einige Punkte beachten. Dieser Eingriff gilt als Umbau und ist als bewilligungspflichtig anzusehen. Leider ist davon auszugehen, dass die Bewilligungspraxis vor allem im Bereich der

Autor Markus Bucheli, Projektleiter/ Leiter Schweinecenter, Krieger AG, 6017 Ruswil www.krieger-ruswil.ch

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NUTZTIERE

Versorgungsstatus gut beobachten EINE GEZIELTE EISENVERSORGUNG gehört zu den bedeutendsten Voraussetzungen für eine problemlose Entwicklung der Ferkel. Bei einzelnen Tieren ist die Eisenreserve bereits vor der Injektion am dritten Lebenstag aufgebraucht. Ein Manko in dieser Phase ist heikel. Es gilt, den Versorgungsstatus im Auge zu behalten. Zu empfehlen ist die Ergänzung der Eiseninjektion oder -paste mit Eisenzuckerprodukten wie UFA-Fenergie.

Ferkel kommen mit einem Eisenreservoir von 40 bis 60 mg pro Kilogramm Körpergewicht zur Welt. Bereits bei der Geburt weisen manche Tiere ein Eisendefizit auf. Der Eisenbedarf liegt bei 10 mg pro Ferkel und Tag. Da Sauenmilch bloss 1 mg pro Liter enthält, ist der Vorrat schnell erschöpft.

Mangel erkennen Eisen ist Bestandteil des Blutfarbstoffes Hämoglobin sowie des Muskelfarbstoffes Myoglobin. Es ist unverzichtbar für den Sauerstofftransport zu den Organen und Geweben. Fehlt es an Eisen, leidet das Ferkel an Blutarmut, was sich in einer weiss-gelblichen Verfärbung der Schleimhäute und in extremen Fällen der Haut zeigt. Ein Eisenmangel kann auch zu Trägheit, Atmungsstörungen, gehemmtem Wachstum und erhöhter Durchfallanfälligkeit führen. Vor- und Nachteile der Spritze Unter Fachleuten ist unbestritten, dass Ferkel mit Eisen versorgt werden müssen. Die

klassische Eiseninjektion am dritten Lebenstag stellt bei richtiger Durchführung eine sichere Variante dar, weil die ganze Dosis ins Blut gelangt. Zu den Nachteilen gehören mögliche Oxidationsprozesse im Blut sowie die Vermehrung unerwünschter Keime wie Streptokokken. Ferkeln, die bereits mit einem Eisenmangel geboren werden, steht dieses Spurenelement bei einer Verabreichung am dritten Lebenstag zu spät zur Verfügung. Vorverlegen lässt sich die Eiseninjektion schlecht, weil insbesondere Ferkel mit einem Körpergewicht von unter 1.4 kg durch den Einstich noch mehr gestresst würden.

Paste mit guten Ergebnissen Als Alternative oder Ergänzung zur Injektion bietet sich Eisenpaste (Eisendextran) an. Untersuchungen – unter anderem am Lehr- und Forschungszentrum Raumberg-Gumpenstein – zeigen, dass der alleinige Einsatz von Paste vergleichbare Effekte bringt wie die Injektion. Eisenpräparate enthalten Verbindungen, welche die Aufnahme des Eisenmoleküls verbessern und die Darmverträglichkeit sicherstellen.

Nach einer Woche kontrollieren Ob es nach der der ersten Pastengabe oder Injektion noch Nachschub braucht, hängt vom Geburtsgewicht, von der angestrebten Wachstumsintensität, der Beifütterung sowie vom Gesundheitsmanagement ab. Um eine nachhaltige Versorgung sicherzustellen, empfiehlt sich eine zweimalige Gabe eines Eisen-

Strategie mit Eisenpaste Bewährt hat sich die orale Verabreichung von Eisenpaste, kombiniert mit dem freien Angebot von Eisenzucker (UFA-Fenergie). Die UFAEisenpaste wird nach erfolgreicher Kolostrumaufnahme sowie je nach Bedarf acht bis zehn Tage später mit je 2 x 2 ml dosiert. Ab dem zweiten Lebenstag wird UFA-Fenergie auf den Boden gestreut, damit bedürftige Ferkel über eine zusätzliche Eisenquelle verfügen. Verabreicht werden 50 g UFA-Fenergie pro Wurf und Tag während 20 Tagen. Eine andere Variante ist der Einsatz von Wühlerde (UFA 303), von der 0.5 bis 1 l pro Wurf und Tag auf den Boden verteilt werden. UFA-Fenergie liefert neben Eisen weitere wichtige Stoffe wie Vitamin C und E zur Stärkung des Immunsystems. UFA 303 enthält Huminsäuren, welche toxische Verbindungen und Durchfallerreger in Schach halten helfen. Beide Produkte lassen sich mit Ferkel-Starterfutter problemlos mischen, was die frühzeitige Festfutter-Aufnahme fördert. Als alleinige Eisenquelle genügen UFA-Fenergie und UFA 303 nicht. Eine Ergänzung mit Eisenpaste ist nötig.

Dextranpräparates am ersten und achten Lebenstag. Auf jeden Fall will der Versorgungsstatus gut kontrolliert sein.

Ergänzende Substanzen Auf den Boden verteilte Eisenzucker- oder Wühlerdeprodukte bewähren sich als Ergänzung zur Eiseninjektion oder -paste. Tiere, die es brauchen, haben so die Möglichkeit, mehr Eisen aufzunehmen. Eisenpaste – eine tierfreundliche Eisen-Verabreichungsmethode.

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Urs Berweger

Fazit Eisenpaste bringt ähnliche Resultate wie die Injektion. Wichtig ist, auf Mängel rasch zu reagieren. Der Einsatz von Eisenzucker oder Wühlerde steigert die Versorgungssicherheit. 䡵

Autor Urs Berweger, Schweinespezialist und Ressortleiter im UFA-Beratungsdienst, 9501 Wil. www.ufa.ch

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BILDBERICHT NUTZTIERE

Zu hohe Inlandproduktion beim Schweinefleisch ANICOM REGIONALVERSAMMLUNGEN Wiederum gross war der Aufmarsch der Tierproduzenten zu den Regionalversammlungen. Neben Orientierungen über die Situation auf den einzelnen Märkten interessierten die Referate zur Agrarpolitik.

1 · Christian Probst, neuer Leiter der Niederlassung Mittelland. 2 · Die Tierhalter lassen sich über das aktuelle Marktgeschehen informieren. 3 · Peter Widmer (Bild) ersetzt René Kocher… 4 · …und Stefan Brodbeck Ernst Lüthi im Regionalausschuss Mittelland. 5 · Rudolf Bigler, Präsident des Regionalausschusses Mittelland, dankt fenaco Geschäftsleitungsmitglied Eugen Brühlmeier für sein Referat. 62

Beim Fleischkonsum, der momentan bei 62.4 kg pro Person und Jahr liegt, herrscht in der Schweiz eine stabile Situation. Im Schweinesektor haben die Produzenten jedoch mit tiefen Preisen zu kämpfen. So galten die Schlachtschweine 2011 im Schnitt nur rund 3.60 Fr. pro kg Schlachtgewicht und die Mastjager (SGD-A zu 25 kg) liegen um die 4.47 Fr. Knapp 9000 Zuchtbetriebe liefern heute jährlich 323 Schlachtschweine je Betrieb ab. «Die Inlandproduktion mit einem Anteil von aktuell 95.1% des Konsums ist zu hoch, das Angebot muss gesenkt werden», wurde an den Regionalversammlungen der Anicom betont. Beim Rindvieh hingegen ist die Marktsituation besser. «Bei den Kälbern läuft der Markt knapp, bei den Muni ziemlich und beim übrigen Rindvieh sei der Absatz recht gut», lautete die Analyse. Alternativen für Milchproduzenten oder für Muni-Mäster, die wegen den Stallbauvorschriften per 2013 aufzuhören gedenken, sieht man bei der Anicom in der Kälbermast, in der Erzeugung von Label-, High-Qualitiy oder Swiss-Quality-Beef, von Fressern oder sonstigem Label-Fleisch.

Transparent und leistungsfähig Die Anicom ist bestrebt, als Vermarkter volle Transparenz hinsichtlich Taxation, Preisgestaltung und Abrechnung zu bieten. «Heute sind Abnehmer gefragt, welche dies und darüber hinaus noch weitere Dienstleistungen bieten können». Erwähnt wurden dabei Vorzüge wie die Bezahlung innert zehn Tagen, die zusätzlichen Auswertungen oder das breite Angebot verschiedener Produktionsprogramme.

Topmoderne fenaco «Basierend auf 216 landwirtschaftlichen Genossenschaften mit über 48 000 bäuerlichen Mitgliedern behauptet sich die fenaco als solides und topmodernes Unternehmen», hielt fenaco-Präsident Lienhard Marschall fest. «Unser Auftrag ist es, die Bauern mit Produktionsmitteln zu versorgen und von ihnen die Erzeugnisse abzukaufen, diese zu veredeln und letztlich wieder zu verkaufen», sagte Mar-

schall weiter. Zu diesem Zweck investiert die fenaco jährlich weit über 200 Mio. Fr. in neue Anlagen – für eine produzierende Schweizer Landwirtschaft.

Kooperation

anstreben Wie sieht die Zukunft in den Teilmärkten der Schweizer Tierproduktion aus? «Die Milchproduktion muss erhalten bleiben, um die Wertschöpfung der Schweizer Landwirtschaft zu halten«, ist Eugen Brühlmeier, Mitglied der fenaco-Geschäftsleitung, überzeugt. Investieren müsse man vor allem in die Strukturverbesserung. In der Fleischproduktion selbst bestehe wenig Ausdehnungspotenzial. «Die Flächenmobilität setzt einer Betriebsvergrösserung oft Grenzen, da

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BILDBERICHT NUTZTIERE ist es vorteilhaft sich mit einem Partner zusammenzutun und gemeinsam zu investieren», meinte Brühlmeier.

Landwirtschaft nicht schwächen «Die schweizerische Agrarpolitik basiert auf den drei Pfeilern Grenzschutz, Marktstützung und Direktzahlungen und in jedem dieser Bereiche setzt sich der Bauernverband (SBV) dafür ein, dass die Landwirtschaft nicht geschwächt wird» betonte Bauernverbandspräsident Hansjörg Walter. Der Grenzschutz müsse erhalten bleiben, wobei der bilaterale Weg mit der EU weiterverfolgt werden müsse, «Der SBV sträubt sich aber gegen

ein Freihandelsabkommen mit der EU.» Skeptisch stehe man zudem Freihandelsabkommen mit Ländern wie China, Indien und Brasilien gegenüber. Punkto Direktzahlungen und Agrarpolitik 2014 – 2017 gäbe es Knacknüsse, erklärte Hansjörg Walter weiter. Zurzeit werde bundesintern die Botschaft zur Agrarpolitik erstellt. Positiv sei, dass Ernährungssouveränität und Qualitätsstrategie nun Bestandteil seien. Zudem soll das Budget für die Landwirtschaft nicht geschmälert werden. Negativ falle ins Gewicht, dass die produzierende Landwirtschaft, insbesondere die Tierhaltung, geschwächt werde, dass Pla-

nungsunsicherheiten mit der Agrarpolitik verbunden seien und längerfristig die Verwaltungskosten zunehmen werden. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die Swissness. Eine glaubwürdige Swissness-Regelung sei für die Schweizer Landwirtschaft existenziell, erklärte Walter. Nur wenn Schweiz drin sei, wo Schweiz drauf stehe, könne die Primärproduktion an dem mit der Marke Schweiz verbundenen Mehrwert teilhaben. Deshalb hätten die SBV-Delegierten ihrem Vorstand für die Lancierung einer Swissness-Initiative grünes Licht erteilt.

Agrarpolitik im Waadtland «We-

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gen der geringeren Konzentration der Tierproduktion scheint die neue Agrarpolitik die Landwirte in der Romandie weniger zu beeinträchtigen», prognostiziert Luc Thomas, Direktor Prométerre. Das Herz der neuen Agrarpolitik sei die Weiterentwicklung der Direktzahlungen, die 83% aller in der Landwirtschaft eingesetzten Mittel ausmachen. Der Anteil für Ökologie und Tierschutz soll 2014 um 100 Mio. und 2017 nochmals um 170 Mio. Fr. zu Lasten der allgemeinen Direktzahlungen erhöht werden. Die Prométerre setzt sich – als Waadtländer Organisation zur Förderung der Landwirtschaft – dafür ein, dass die landwirtschaftliche Produktion nicht durch weitere Extensivierungen reduziert wird. 䡵

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6 · Engagierte Diskussion mit Suisseporcs-Präsident Ulrico Feitknecht (links). 7 · Yvan Meuwly, hier mit Josef Schmid (Präsident Regionalausschuss Ostschweiz) und Hansjörg Walter, wird nationaler Bereichsleiter Rindvieh und übergibt die Funktion des Niederlassungsleiters Ostschweiz… 8 · …an Roland Lienhard. 9 · Die neue Geschäftsleitung der Anicom mit Paul Steiner, Stefan Schwab (Vorsitz) und Alice Brüschweiler (v.l.n.r.). Auf dem Bild fehlt Marcel Allemann. 10 · Luc Thomas, Direktor von Prométerre. 11 · fenaco-Präsident Lienhard Marschall und fenaco-Geschäftsleitungsmitglied Josef Sommer (v.r.n.l.). 12 · Gilbert Catillaz, Niederlassungsleiter Westschweiz, Cédric Roch, Leiter Schweinebereich, und Ulrich Kocher, Präsident Regionalausschuss Westschweiz (v.l.n.r.). 13 · Oskar Brunner, Präsident Regionalausschuss Zentralschweiz, verabschiedet Fredy Bürki aus diesem Gremium (in der Mitte Niederlassungsleiter Beat Wandeler) und...

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14 · … heisst Niklaus Küchler dort willkommen.

Autoren Dr. Roman Engeler, Daniela Clemenz, Matthias Roggli, UFA-Revue, 8401 Winterthur

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NUTZTIERE

Effektive Schadnagerbekämpfung RATTEN UND MÄUSE sind auf Landwirtschaftsbetrieben weit verbreitet. Das Ausmass eines Schadnagerbefalls und die Gefährdung der Tiergesundheit werden oft unterschätzt. Neuartige Hygienemanagement-Verfahren, die an den UFA 2000 Tagungen im Detail präsentiert werden, reduzieren die Gefahr einer Krankheitseinschleppung wirkungsvoll.

Volkmar Hedwig

An Nahrungsangeboten für Schadnager mangelt es auf dem Bauernhof nicht. Bild: Roman Engeler

Ein mittlerer Befall mit 100 Ratten produziert im Jahr über 700 l Urin und 1 000 000 Kotpartikel. Wenn nur ein Promille dieser Fäkalien in das Tierfutter – und damit in die Kette der Lebensmittelproduktion – gelangt, so sind das im Jahr 700 ml Urin und 1000 Kotpartikel.

Reservoir der Krankheitserreger Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Mäuse und Ratten als Überträger und Reservoir gefährlicher Krankheitserreger dienen. Einige davon, wie Salmonellen oder Campylobacter, werden mit dem Kot ausgeschieden. Leptospiren und Brucellen werden mit dem Urin verbreitet und Erreger wie das Aujeszky-Virus können verschiedene Organe der Nager befallen und werden von Schweinen beim gelegentlichen Verzehr einer Ratte aufgenommen.

übertragen die Erreger zwischen Beständen, zwischen Wildtieren und Beständen und auch in zeitlich aufeinander folgende Bestände. Um die Infektionskette zu unterbrechen, ist neben der Desinfektion auch die Nagetierbekämpfung notwendig.

Desinfektion und Bekämpfung

Welcher Köder? Ratten und Mäu-

Schadnager können die infektiösen Partikel über lange Zeit ausscheiden. Sie

se besitzen einen guten Geruchs- und Geschmackssinn. Besonders Ratten sind äusserst wählerisch. Ein Köder muss mit den anderen Futterquellen auf dem Bauernhof konkurrieren können. Der Erfolg einer Schadnagerbekämpfung hängt wesentlich von der Verteilung und regelmässigen Versorgung der Köderstellen ab. Üblicherweise wird empfohlen, den Betrieb genau zu inspizieren und überall dort, wo Rattenaktivität vermutet wird, eine Köderstelle einzurichten. Dieser Ansatz führt nur dann zur Tilgung des Befalls, wenn auch im normalen Tagesablauf kaum besuchte, aber von Ratten bevorzugte Plätze des Betriebes einbezogen werden und der Landwirt sich als guter Spurensucher erweist.

UFA 2000 Tagungen An den UFA 2000 Tagungen werden griffige Massnahmen zur Bekämpfung von Schadnagern im Detail vorgestellt. Präsentiert werden zudem die Ergebnisse der UFA 2000 Zuchtauswertung sowie Wissenswertes rund um die Schweinefütterung und den Schweinemarkt. Eine Anmeldung beim UFA-Beratungsdienst ist erforderlich. • 17.1.12, 9 Uhr, Begegnungszentrum Schenkon (LU) • 18.1.12, 9 Uhr, Restaurant Toggenburgerhof, Kirchberg (TG) • 19.1.12, 9 Uhr, Saalbau Kirchberg (BE) • 7.3.12, 9 Uhr, Hôtel restaurant de la Gare, Moudon (VD) 64

Neues

Bekämpfungsverfahren

Selbst der Einsatz von Ködern mit hoher Attraktivität für Ratten garantiert nicht immer den Erfolg. Im Rahmen einer Kampagne und weiterer Feldversuche im Münsterland und in Niedersachsen wurde ein Verfahren entwickelt, mit dem ein auf den jeweiligen Betrieb zugeschnittener Schadnager-Bekämpfungsplan erstellt werden kann, dessen Umsetzung mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Tilgung führt. Ohne auf Spurensuche gehen zu müssen, erhält der Landwirt kostenlos einen zuverlässigen Bekämpfungsplan.

Fazit Schadnager können Krankheiten via Harn und Kot auf Nutztiere übertragen. Neue Verfahren helfen, die Bekämpfung zu erleichtern. 䡵

Autor Volkmar Hedwig, Bayer CropScience, 51373 Leverkusen. www.bayercropscience.de

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Nutzen Sie diese aktuellen Adressen im neuen Branchenverzeichnis der UFA-Revue.

LANDMASCHINEN

Branchen

FUTTERMITTEL

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BURGMER Geflügelzucht AG 8570 Weinfelden 寿 071 622 15 22, www.burgmer-ag.ch

8207 Schaffhausen 寿 052 631 19 00 www.gvs-agrar.ch

METRABOL

PFLANZENBAU 2942 Alle 2800 Delémont 1564 Domdidier 1470 Estavayer-le-Lac 3360 Herzogenbuchsee 3052 Zollikofen 1733 Treyvaux

寿 058 434 04 10 寿 058 434 04 20 寿 026 675 21 41 寿 026 663 93 70 寿 062 956 62 25 寿 058 434 07 90 寿 026 413 17 44

www.umatec.ch

HOFTECHNIK Die Entstörung von

Bolus nach dem Kalben 026 913 79 84

www.lgc-sa.ch Stähler Suisse SA 4800 Zofingen 寿 062 746 80 00

www.staehler.ch

ONLINE

SHOP

BAUEN

MELKTECHNIK

Wasseradern und Erdstrahlen

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Fortsetzung von Seite 52

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2 Rüben- und Kartoffelbröckler, an Traktor, Zapfwellenantrieb; Rübenschneider, mit el. Motor; Strohmühle, 2 Stk, 12.5 und 15 PS 寿 079 678 81 49 Heubelüftungsroste, 90 m2; 3 Futtersilos, für innen, 2.5 t, 4.5 t, 6 t 寿 041 448 29 26 Milchtank Alfa Laval, 1040 l, stationär 寿 041 448 29 26 Traktor John Deere 6420, 12 PS, Jg. 2007,

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DF_LL0_Kurznews_0112 ok_2012 27.12.11 18:17 Seite 67

KURZMELDUNGEN LANDLEBEN

Betreuungsangebote weiterentwickeln Soziale Dienstleistungen bieten Bäuerinnen und Bauern die Möglichkeit, ein zusätzliches Einkommen zu erzielen. Dazu gehören beispielsweise Kinderbetreuung, Arbeiten mit behinderten Menschen, Pflege von älteren Personen oder Time-outs für Suchterkrankte. Damit die Qualität der erbrachten Dienstleistungen hoch bleibt und weitere Betriebe für diese Art der Dienstleistung gewonnen werden können, sind im Agrarbericht 2011 eine Reihe von Massnahmen vorgeschlagen. Zum einen solle die Transparenz innerhalb der aktiv Beteiligten und die Kommunikation gegen aussen verbessert werden. Für Familienbetriebe wäre es sinnvoll, die Charakteristiken der Fami-

lie in einer Art Portfolio gegen aussen darstellen zu können. Dieses könnte dazu beitragen, dass eine zu betreuende Person eine ideale Fa-

Ideenbörse Landjugend Karins Kräutertipps Kräuter-Badesalz An Winterabenden sind wohltuende Kräuterbäder besonders willkommen. Duftende Kräuter und grobes Meersalz lagenweise in ein geruchfreies SchraubverschlussGlas füllen, verschliessen und drei bis sechs Wochen ziehen lassen. Eine ordentliche Handvoll des fertigen Badesalzes in ein Gaze- oder Baumwollsäcklein abfüllen. Dieses in den Heisswasserstrahl halten und anschliessend ins Badewasser legen und das Bad geniessen. Als Badekräuter eignen sich ungespritzte Rosen-, Lavendelund Ringelblumen-Blüten, Frauenmantel, Schafgarbe, Basilikum, Rosmarin (Letzteres nicht bei Bluthochdruck). Karin Näf www.kraeuterkurse.ch

Keine Ideen für das nächste Landjugend-Treffen? www.landjugend.ch Rubrik Service-Ideenbörse sind Beschreibungen von Anlässen zu finden. So profitiert man von den guten Ideen der anderen – erst noch gewollt und kostenfrei.

milie zu ihrer Betreuung findet. Eine zweite Massnahme könnte darin bestehen, die Qualität der geleisteten Arbeit durch die Netzwerkorganisationen sowie durch die Familienbetriebe weiter zu entwickeln, indem Qualitätssicherungssysteme aufgebaut und systematisch implementiert werden. Drittens wäre es wünschbar, wenn Akteure von sozialen Dienstleistungen die Weiterentwicklung und Sicherung solcher Leistungen durch eine eigene Interessengemeinschaft, Gesellschaft oder Plattform weiter vorantreiben könnten.

Verlosung

Agrarbericht 2011, Bundesamt für Landwirtschaft. www.blw.admin.ch

Zu seinem 75-Jahr-Jubiläum im Jahr 2012 verlost der Landwirtschaftliche Informationsdienst monatlich in der UFA-Revue tolle Angebote aus dem LID-Shop beispielsweise Edelweisskravatten, wie sie auch öfters unser zurzeit höchster Schweizer, Nationalratspräsident Hansjörg Walter (Bild), trägt. Schreiben Sie eine SMS an 880 (90 Rp.) mit KFL Edelweiss Name Adresse. Einsendeschluss ist der 23. Januar 2012. Sie haben die Chance eine von fünf Edelweisskravatten im Wert von je 35 Fr. zu gewinnen

den Hilfe-Punkt anklicken und das Installationsvideo für die Fanpage anschauen. Und zweitens die Beispiele anderer Bauern durchsehen.

Melkbare Kuh Für Veranstaltungen/Messen oder private Anlässe vermietete die Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) zwei melkbare KunststoffKühe (Jaqueline und Simona), beide braun. Der Transport geht zu Lasten des Benutzers. Für ZMP-Mitglieder ist die Miete gratis. Private zahlen 100 Fr. für zehn Tage. Onlinereservation: www.zmp.ch

Mein Hof im Internet Wer jetzt noch keine eigene Homepage von seinem Hof hat, dem wird das mit www.swissfarm.ch leicht gemacht. 1. Schritt: Registrieren. 2. Schritt: Unter der Rubrik Anwendungen «Eigene Seite erstellen» anklicken und die Menüpunkte durchgehen (Text, Bilder, Videos einfüllen). 3. Schritt: Den Hof mit GoogleMaps einbinden, dass man auch gefunden wird. 4. Schritt: Fans und Freunde einladen, damit sie den Hof kennen lernen. 5. Ab und zu News aufschalten. Zu schwierig: Dann erstens die Startseite herunterscrollen,

Kochtipps fürs neue Jahr In der Reihe Landfrauen kochen wurden die beliebtesten Rezepte neu zusammengestellt. Aussergewöhnlich, praxisnah mit wunderschönen Bildern kostet 29 Fr. Erhältlich edition Vorsatz, Staatsstrasse 159, 3626 Hünibach, Tel. 033 243 00 77. www.landfrauenkochen.ch

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Gewinner 12/2011 Einen Birchmeier Granulatstreuer Granomax im Wert von je 39 Fr. gewannen: Dominique Berger aus Bonfol, Rahel Bohrer aus Nenzlingen, Irene Mühlebach aus Tegerfelden, Beatrice Schmidlin aus Ettenhausen und Tavernier Didier aus Vionnaz. Wer auch so einen Birchmeier Granulatstreuer Granomax will, findet ihn in den LANDI und Gartencenter zu kaufen.

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 67


DF_LL1_Dudda_0112_ok_2011 27.12.11 18:18 Seite 68

SCHWEIZER BAUERN: WOHER – WOHIN? LANDLEBEN

Schweizer Bauern: Woher – wohin?

Als Farmer geschätzt Wenn sich ein junger Milchproduzent wie Stefan Muntwyler (31) mit einem ehemaligen Melker wie Burkhard Eggenberger (86) unterhält, stellen sie Gemeinsamkeiten fest. Dabei ist heute vieles anders als früher: Melker waren früher angesehene Leute und wurden vergleichsweise gut entlöhnt, wie Burkhard Eggenberger (86) aus Hinterforst (SG) erzählt. Und heute? Stefan Muntwyler (31) vom Hof Onderegg in Oberriet (SG): «In der Stadt schauen sie einen schon mal komisch an, wenn man sagt, man sei Bauer. Im ländlichen Raum ist das weniger der Fall.» Ganz anders als in Neuseeland, wo er vor neun Jahren einmal war: «Wenn man dort sagte, man

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sei Farmer, dann war man der King.» Muntwyler bewirtschaftet seinen Hof im St. Galler Rheintal mit 34 ha Land, 75 Kühen, 65 Mastschweineplätzen und drei Pensionspferden weitgehend allein mit einem Lehrling. Bei Arbeitsspitzen helfen seine Mutter und die Freundin mit. Eggenberger hat früher auf Höfen gearbeitet, welche allein für 60 Kühe drei Melker anstellen mussten. Damals hat man das Heu noch getragen, das Gras von Hand gemäht und die Kühe manuell gemolken. Heute geht die technische Entwicklung immer noch weiter. Aber auch gegenläufige Trends finden den Weg in den modernen Stall. So ist Muntwyler

zum Beispiel via Melkroboter zur Homöopathie gekommen. Fragt man nach der Zukunft, dann fallen die Antworten durchwachsen aus. Muntwyler: «Kurzfristig wird es wohl nicht viel besser. Aber langfristig sehe ich nicht nur schlecht, sonst müsste ich sofort aufhören.» Eggenberger: «Essen brauchts immer.» Aber vor allem vereint die beiden Herren die Freude am Beruf. Sie scheint heute wie früher die treibende Kraft zu sein. Eveline Dudda

Seit 75 Jahren schlägt der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) Brücken zwischen Stadt und Land. In einer Artikelserie mit Bauern verschiedener Generationen sucht der LID 2012 Perspektiven für die Schweizer Landund Ernährungswirtschaft. www.lid.ch

75 Jahre Kommunikation zwischen Stadt und Land

1 2012 · UFA-REVUE


DF_LL1_Rediger_0112 ok_2012 27.12.11 18:19 Seite 69

LANDLEBEN

Der LID verbindet Stadt und Land IMMER MEHR MENSCHEN IN DEN STÄDTEN wissen immer weniger über die Landwirtschaft. Da braucht es gezielte Kommunikation, um Verständnis und Vertrauen zu fördern. Dafür arbeitet der Landwirtschaftliche Informationsdienst LID seit 75 Jahren.

Die Schweizer Bauern stellen einen immer kleineren Anteil an der Bevölkerung. Sie stehen unter wachsendem Marktdruck und müssen sich auf ständig veränderte Ansprüche einstellen. Da sind sie für ihre Existenz mehr denn je auf das Verständnis und Vertrauen der Konsumenten und Stimmbürger angewiesen. Dies ist keine neue Erkenntnis: Sie war 1937 ausschlaggebend dafür, dass der Landwirtschaftliche Informationsdienst gegründet und erstmals das «Bauernblatt für die Schweizer Stadt» an die Städter verteilt wurde.

Brückenbauer seit Generationen Durch Information und Kommunikation bei der Bevölkerung Verständnis für die Landwirtschaft schaffen und Vertrauen aufbauen, Begegnungen zwischen Stadt und Land fördern, das ist die Vision und bleibt das Ziel des LID. Alle sollen verstehen, dass unsere Landwirtschaft mit ihren vielfältigen Werten ein wertvolles Allgemeingut ist und sich als Konsumenten und Stimmbürger dafür einsetzen, dass sie es auch für die nächsten

Generationen bleibt. Mit vielfältigen Massnahmen und Projekten baut der LID Brücken: zwischen der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft und den Medien, zwischen Bauernfamilien und Schulklassen, zwischen Produzenten und Konsumenten.

Bauernfamilien setzen gerne Lockpfosten ein.

Für Medien Regelmässige Gespräche mit Journalisten zeigen, dass der LID für die Medien ein bewährter und vertrauenswürdiger Partner ist. Mit täglichen Agro-News, dem Mediendienst und Dossiers informiert er über das aktuelle Geschehen in der Land- und Ernährungswirtschaft. Die Medien nehmen die LID-Artikel und Themenimpulse regelmässig auf. Theodora Peter, die Leiterin der Inlandredaktion der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA), hält den LIDMediendienst für «sehr professionell gemacht», man merke, dass unabhängige Autoren journalistisch an die Themen herangehen. Der Mediendienst sei «übersichtlich, gut portioniert, mit einem guten Überblick». «Der LID hilft auch, Trends herauszuspüren, er ist glaubwürdig, nützlich und relevant», sagte auch der Redaktor Marc Lettau von der Tageszeitung «Der Bund». Niklaus Bernhard von der Berner Zeitung meint, dass das Schweizer Fernsehen (vor allem 10 vor 10) viele Beiträge über die Landwirtschaft bringe, die nach-

Markus Rediger

Jürg Rindlisbacher

Für’s Leben lernen auf dem Bauernhof: Schule auf dem Bauernhof www.schub.ch.

75 Jahre Kommunikation zwischen Stadt und Land

LID: Für die Bauern! • Der LID ist ein Verein. Er wird von seinen rund 80 Mitgliederorganisationen aus der Land- und Ernährungswirtschaft zur Kommunikations- und PR-Arbeit beauftragt und von diesen getragen. • Im LID-Team arbeiten zurzeit 9 Personen. Sie werden in ihren Projekten durch externe Partner ergänzt. • Der LID gibt Wissen und Erfahrung weiter. Mit Schulungen und Publikationen für Bauernbetriebe und Organisationen motiviert er diese, auch ihr grosses Kommunikationspotenzial zu nutzen. • Beim LID gibt’s praktische Unterstützung. Bauernbetriebe und Organisationen können beim LID Informationsbroschüren und Werbeartikel für ihre Kommunikation bestellen und sich auch in ihren PR-Aktivitäten und -Projekten beraten lassen. • LID, Landwirtschaftlicher Informationsdienst, Weststrasse 10, 3000 Bern 6, Tel. 031 359 59 77, info@lid.ch, www.lid.ch UFA-REVUE · 1 2012

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DF_LL1_Rediger_0112 ok_2012 27.12.11 18:19 Seite 70

LANDLEBEN

Rahmdeckeli-Aktion des LID und der Cremo.

weislich vom LID übernommen werden oder inspiriert sind, der LID liefere quasi das Drehbuch für TV-Sendungen. Medienschaffende können sich für Auskünfte direkt an den LID wenden oder für Recherchen das umfangreiche Archiv der LID-Publikationen im Internet nutzen. Mit der Presseschau beobachtet der LID täglich, wie die Landund Ernährungswirtschaft in den Medien abgebildet ist. Diese Informationen sind auch für Verantwortliche innerhalb der Landwirtschaft von Nutzen und können abonniert werden.

Jubiläumsaktivitäten LID.75 im Jahr 2012 Artikelserie «Von Bauer zu Bauer – Generationengespräche in der Landwirtschaft»: monatlich im Mediendienst und in der UFA-Revue 1-12/2012 Verlosung von Edelweissartikel: UFA-Revue 1-12/2012 (Seite 67) LID-Dossier 75 Jahre LID, Januar. Aktion «Baumschule»: Schulklassen setzen von Januar bis März 75 Obstbäume PR-Ausstellung «Wegweiser», ganzjährig, an diversen Veranstaltungen und in landwirtschaftlichen Schulen Lehrset «PR auf dem Bauernhof»: ab Juni erhätlich Medien-Event «Vom Schwein zum Schnitzel»: Ende August LID-JUBILÄUMS-DV: Mittwoch, 17. Oktober, Olma St. Gallen Wettbewerb «Den LID entdecken»: Januar bis September Kaffeerahmdeckel-Serie LID «Was ist das?»: Cremo, erstes Halbjahr 2012

vermitteln, ist eine nachhaltige Arbeit. So engagiert sich der LID stark für das Projekt «Schule auf dem Bauernhof». Durch selbst erstellte Unterrichtsmittel verschafft er Lehrpersonen vereinfachten Zugang zum Thema Landwirtschaft und Ernährung. Lehrer Andreas Riedwyl schätzt die Angebote: «Das Lernheft Pick up 22 ist ein Volltreffer». In Schulen und bei Konsumenten sehr geschätzt sind die LID-Broschüren zu Pflanzen und Tieren in der Landwirtschaft.

Für Konsumenten

Für eine Landwirtschaft, die Neugier weckt und begeistert.

Für Schulen Schon früh war beim LID klar, dass «nicht nur das Geschriebene im ausgebauten Pressedienst» zur Wirkung kommen müsse, sondern «auch alle andern modernen Mittel der Public Relations», so Oskar Howald, der erste LID-Präsident, 1962 in der Agrarpolitischen Revue zu 25 Jahre LID. Diesem Grundsatz lebt der LID auch heute nach. In den letzten fünfzehn Jahren hat sich der LID immer mehr auch auf die Zielgruppe Schulen ausgerichtet. Kindern und Jugendlichen BauernhofGrundwissen und Bauernhoferlebnisse

Wo es darum geht, Konsumenten anzusprechen und Beziehungen zwischen ihnen und der Land- und Ernährungswirtschaft aufzubauen, setzt der LID in seiner PR-Arbeit alle gängigen Kommunikationsinstrumente ein. Internetauftritte, Facebook, Minibroschüren, Stallvisite, Lockpfosten, Messeauftritte und Ausstellungen, Werbeartikel, Plakatkampagnen und TV-Spots zeugen vom breiten Repertoire. Vieles davon wird im Rahmen der Imagekampagne «Gut, gibt’s die Schweizer Bauern» des Schweizerischen Bauernverbandes umgesetzt.

Glaubwürdig

«Soeben habe ich ihre neuste Ausgabe des LID Dossiers erhalten und gelesen. Vielen Dank für die gute, wichtige und interessante Informations-Arbeit, welche sie damit leisten! Ich schätze ihre Zeitschrift sehr». Irmgard Bühler, Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der CVP Schweiz, Bern «Die Minibroschüren sind echt super. Ich freue mich diese zu verschenken. Das habt Ihr gut gemacht.» Ruth Osterwalder, Aadorf «Vielen Dank, dass Sie an unserem Anlass teilgenommen haben und für den Bericht und das Bild mit Frau Sommaruga, das hat mich sehr gefreut.» Christine Gerber, Bäuerin, Dettligen. «Ich habe an der Olma den Landwirtschaftlichen Informationsdienst kennen gelernt. Ich war begeistert! Gerne bestelle ich einige Exemplare Ihrer Broschüren für meine Praxis für Ernährungsberatung und für den Unterricht in der Erwachsenenbildung und im Einzelunterricht.» Angela Zwisler, dipl. Ernährungsberaterin, Schaffhausen «Vielen Dank für das sehr gut aufgearbeitete und umfangreiche LIDDossier anlässlich unseres Jubiläums.» Stefan Felder, Swissgenetics Zollikofen.

kommunizieren.

Albert Rösti, Präsident des LID sagt zur Aufgabe des LID: «Die Kommunikation zur Qualität, zum Vertrauen und zum Wert der Schweizer Landwirtschaft ist dann am glaubwürdigsten, wenn sie von einer unabhängigen Stelle aus erfolgt und die Informationen auf Fakten basieren. Dies ist die zentrale Aufgabe des LID. Wir dürfen, unter anderem gestützt auf Medienkritiken, feststellen, dass der LID mit seiner heutigen Arbeit dieser Anforderung vollauf gerecht wird.» 䡵 70

Erfreuliche Echos

Autoren Markus Rediger, Geschäftsführer, Jürg Rindlisbacher Projektleiter PR, Landwirtschaftlicher Informationsdienst LID, Weststrasse 10, 3000 Bern Hilfsmittel und Projektangebote für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit finden sich auf www.lid.ch oder www.landwirtschaft.ch.

INF BOX INFO

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1 2012 · UFA-REVUE


DF_Kleinmarkt_0112 okd_okf_2012 27.12.11 18:13 Seite 71

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RARITÄTEN & NOSTALGIE LANDLEBEN

Alte Landtechnik lebt und fasziniert DER VERBAND «Freunde alter Landmaschinen der Schweiz» (FALS) ist die Dachorganisation von neun regionalen Sektionen.

Was ist das?

Schreiben Sie die Antwort an: info@ufarevue.ch oder per Post: UFA-Revue, Theaterstr. 15a, 8401 Winterthur. Verlost wird ein LANDIGutschein im Wert von 20 Fr. Einsendeschluss Mitte Monat.

Die regionalen Sektionen in ZürichSchaffhausen, Ostschweiz, Linth, Zentralschweiz, Aargau, Nordwestschweiz, Bern, Westschweiz, Tessin sowie des Agro-Modell-Clubs (AMC) vereinigen über 4000 Mitglieder (auch aus dem Ausland). FALS ist Herausgeber der Verbandszeitschrift «alteLandtechnik», welche vier Mal pro Jahr erscheint, mit Beiträgen in den Sprachen deutsch, französisch und italienisch. Die «alteLandtechnik» kann auch ohne Mitgliedschaft abonniert werden. Das eigentliche Geschehen spielt sich in den Sektionen ab. Diese haben folgende Vereinsziele:

• Erhaltung, Restaurierung und Betrieb alter Landtechnik (Handgeräte, Geräte und Maschinen für Tier- und Traktorzug). • Veranstaltung von Vorführungen, Mithilfe bei historischen Anlässen, Umzügen und Festen. • Durchführung von Weiterbildungskursen, Museumsbesuchen und Reisen. • Zusammenarbeit mit anderen Vereinen, Verbänden und Museen, welche sich mit der Arbeits- und Lebensweise unserer Vorfahren beschäftigen. Paul Müri, Gränichen www.fal-schweiz.ch www.altelandtechnik.ch

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DF_LL3_Rezept_0112 ok_2011 27.12.11 17:36 Seite 77

REZEPT LANDLEBEN

Bewährte Winterküche AUS DEM BERNER JURA Thérèse Sommer aus Les Reussilles ist in der Westschweiz bekannt durch die Kochsendung «Dîner à la ferme», wo vier Bäuerinnen und drei Bauern um die Wette kochten. Für die UFARevue besinnen sich Thérèse und Pierre Sommer auf ihre jurassischen Wurzeln und präsentieren Gerichte aus der Region und der Familie. Totché 2 dl Milch 15 g Hefe 20 g Butterflocken 300 g Mehl ½ KL Salz Füllung: 2 dl Rahm oder Sauerrahm 1 EL Joghurt 1 Ei 20 g Mehl Salz, Pfeffer Für den Rand: 1 Eigelb 1 EL Öl Einen Hefeteig herstellen, das Kuchenblech belegen und einen Rand hochziehen. 15 Minuten ruhen lassen. Teigboden mit einer Gabel einstechen. Für die Füllung alle Zutaten vermischen und auf dem Teig verstreichen. Den Rand mit vermischtem Eigelb/Öl einstreichen. Backen bei 220 °C ungefähr 25 Minuten. Eignet sich sowohl zum Apéro oder zum Zvieri, als auch mit einem Salat zum Abendessen.

Gelbe-RübenStock 6 grosse Kartoffeln 1 grosse Gelbe Rübe (Kohlrübe) Rahm Salz, Pfeffer, Muskat

«Dîner à la ferme» mit Thérèse Sommer (4. von links). Bild: Radio Télévision Suisse

Thérèse und Pierre Sommer.

Die Kohlrübe waschen, schälen und in Würfel schneiden, in kochendes Wasser geben und köcheln lassen. Die Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden und den Kohlrüben beifügen. Weich kochen. Das Wasser abgiessen und mit dem Kartoffelstampfer zu einem Mus verarbeiten. Rahm darunter rühren und würzen. Servieren mit Räucherspeck oder Räucherwurst und einem feinen Salat. 䡵

Totché ist ein pikanter Rahmkuchen. Bild: Radio Télévision Suisse

Die Gelbe Rüben (Kohlrüben) halfen früher Notzeiten zu überbrücken. Heute ist diese alte Gemüsesorten wieder im Trend. Das Rezept stammt von der Mutter von Pierre Sommer. UFA-REVUE · 1 2012

Das Westschweizer Fernsehen suchte für die Kochsendung «Dîner à la ferme» die Kandidaten aufgrund ihre Verbundenheit zu volkstümlichen Anlässen aus. So traf die Wahl Thérèse Sommer, die am Bauernmarkt «Foire de Chaindon» Bauernhof-Glace verkauft. «Dîner à la ferme» war ein Quotenrenner. Thérèse und Pierre Sommer sind seit 40 Jahren verheiratet, haben fünf Kinder und sechs Enkelkinder. Der mittelgrosse Bauernbetrieb auf über 1000 m ü. M. wird von Sohn Raphaël geleitet und Vater Pierre arbeitet mit. Neben der Glaceproduktion liefert Thérèse Sommer Biscuit und Meringue für den Geschenkkorb «Das Beste aus dem Jura Bernois». 77


DF_LL4_Garten_0112 ok_2011 27.12.11 17:37 Seite 78

GARTENSEITE LANDLEBEN

Gärtnern mit Köpfchen ANBAUPLÄNE bereits im Januar schmieden? Doch, doch, das lohnt sich, wenn man eigenes Gemüse und Salat anbauen will. Mit der richtigen Wahl und ein paar Kniffen lässt sich die Arbeit im Nutzgarten reduzieren und wird mit Kräutern und Blumen zum attraktiven Gartenvergnügen.

Edith Beckmann

Was ist im vergangenen Jahr besonders gut gediehen – und was möchte man diesmal unbedingt ausprobieren? An langen Abenden bleibt Zeit, Samenkataloge und Internet-Angebote zu studieren. Achten Sie bei der Sortenwahl auf Bezeichnungen wie «robust» oder «resistent». Welche Samentütchen sind noch vorhanden? Es lohnt sich, überlagerte Briefchen auszusortieren, andernfalls spart

Geordnetes Durcheinander mit Stangensellerie, Gurken und Buschbohnen, flankiert von Blumen. Foto: CMA

Kunterbunter Küchengarten: Blumen setzen Salatbeete und die Beerensträucher im Hintergrund so richtig in Szene. Foto: CMA 78

man am falschen Ort! Aufschluss gibt eine Keimprobe. Dazu einige Sämchen auf einen Teller mit feuchtem Haushaltpapier streuen und bei Zimmertemperatur zum Keimen bringen. Falls nicht mindestens die Hälfte der Samen austreibt, ist das Saatgut wertlos.

Gut zu wissen Für die Selbstversorgung einer 4-köpfigen Familie rechnet man mit rund 100 Quadratmeter Nutzgarten. Das entspricht in etwa auch einem Einsatz von 100 Arbeitsstunden. Klug ist, wer auf gestaffelte Ernten achtet und lagerfähigem Gemüse und tiefkühlgeeigneten Sorten den Vorzug gibt. Beete von einem Meter Breite sind leichter zu bestellen als solche mit dem Normalmass von 120 Zentimetern. Für die Wege dazwischen empfehlen sich 30 Zentimeter Breite. Praktisch sind Gehplatten: Sie ermöglichen einen sauberen Zugang bei Regen, speichern Wärme und ersparen das Jäten in den Wegen. Kunterbunt gewinnt Beim Anbauplan gilt es, den Turnus von Frucht, Blatt- und Wurzelgemüse einzuhalten. Leichter gelingt dies mit Mischkulturen auf dem gleichen Beet, die sich gegenseitig beim gesunden Wachstum unterstützen. So vertreiben etwa Rüebli die Lauchmotte, Lauch die Möhrenfliege. Kopfund Schnittsalat zwischen Kohlgewächsen helfen gegen Erdflöhe. Tomaten neben Kohlgewächsen halten die Kohlfliege ab. Knoblauch und Zwiebeln schützen Erdbeeren vor Pilzkrankheiten und Erdbeermilben. Ringelblumen und Tagetes sollten nicht fehlen: Sie regenerieren den Boden und machen ihn fruchtbar.

Ringelblumen im Gemüsebeet regenerieren den Boden und locken Schmetterlinge wie den Perlmuttfalter an. Foto: Dieter Haugk/pixelio

Grüne Tipps für den Nutzund Ziergarten • An milden Tagen bis Ende Februar Reben, Kiwi, Obstbäume und Gehölze schneiden, aber keine Ziersträucher, die im Frühling blühen. • Kübel- und Zimmerpflanzen auf Schädlingsbefall kontrollieren, abgestorbene Pflanzenteile entfernen. Im kühlen Winterquartier nur gerade so viel giessen, dass der Wurzelballen nicht austrocknet. • Aussaaterde an einen temperierten Platz stellen: Ab Ende Januar ist Saattermin für Geranien, Petunien, Fleissige Lieschen und Rizinus. Schalen für gleichmässige Feuchtigkeit mit Haushaltfolie abdecken, bis sich erstes Grün zeigt. • Saattermin auf der Fensterbank ist auch für Peterli, Schnittlauch und Rucola. • Sind noch ein paar Steckzwiebeln übrig geblieben? In einen Topf mit Erde gepflanzt, liefern sie frischen Ersatz für Schnittlauch.

Denken Sie bei der Planung auch an den praktischen Nutzen: In der Beetmitte Gemüse mit wenig Handarbeit platzieren, etwa Kohlarten, Kopfsalat oder Tomaten. Buschbohnen lassen sich hingegen am Beetrand einfacher Pflücken, Rüebli, Radiesli und Rettich besser vereinzeln. Oder man wählt Saatbänder, die das mühsame Erdünnern überflüssig machen. 䡵

Autorin Edith Beckmann, Freie Journalistin BR aus Frauenfeld (TG), leidenschaftliche Gärtnerin mit Wurzeln in der Landwirtschaft.

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Zu diesen Themen lesen Sie mehr in der nächsten Nummer

Photovoltaikanlagen: Wie bewerten?

Vorsicht bei Fremd-Maschinen

Krankheiten bei Kartoffeln

Für eine Hofübergabe reicht es längst nicht mehr Land und Gebäude zu bewerten, sondern auch die Photovoltaikanlage hat ihren Wert.

Bio-Betriebe müssen darauf achten, dass beim Einsatz fremder Maschinen keine Verunreinigungen mit schädlichen Folgen auftreten.

«Pectobacterium» und «Dickeya» sind zwei gefährliche Bakterien mit zunehmender Wichtigkeit in der Produktikon von Kartoffeln.

3-3-3 ist vorbei In den letzten Jahren hat sich die Trächtigkeitsdauer bei den Schweizer Sauen etwas verlängert. Daraus ergeben sich einige Veränderungen beim Absetzmanagement.

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Impressum UFA-Revue Die Mitglieder-Fachzeitschrift der fenaco-LANDI Gruppe. Die Ausgaben Nr. 1, 3, 5, 7-8, 9 und 11 erscheinen mit im Abonnement inbegriffener Beilage des LANDI-Contact. ISSN 1420-5106

Vom Korn zum Brot

Mitherausgeber LV-St. Gallen, GVS Schaffhausen. Die Beteiligungen der Herausgeber an anderen Unternehmungen sind in den gültigen Geschäftsberichten aufgeführt. Erhältlich beim Verlag.

Poret und Matthias Roggli. Anne-Marie Trümpi (Redaktionsassistentin).

Redaktion Tel. 058 433 65 30 Fax 058 433 65 35 Theaterstrasse 15a, 8401 Winterthur Dr. Roman Engeler (Chefredaktor), Daniela Clemenz, Christian Hirschi, Gaël Monnerat, Cyril de

UFA-Revue Anzeigenberatung Theaterstrasse 15a 8401 Winterthur Martina Bernet, Alex Reimann

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Verlag Tel. 058 433 65 20 Fax 058 433 65 35 Verlag LANDI-Medien, ein Bereich der fenaco, Postfach, 8401 Winterthur Martina Bernet, Verlagsleiterin; Hans Peter Kurzen, Publizistische Leitung Auflage Mitgliederabonnemente 75’580 davon deutsch 62’307 davon französisch 13’273 (WEMF/SW beglaubigt 2010) Druckauflage 78’327

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