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Fachzeitschrift der fenaco-LANDI Gruppe • www.ufarevue.ch • 1/ 2011

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Merkblatt: Wohnrecht

Besser zuwenig als zuviel Seite 14

Güllefässer: Achs- und Stützlasten beachten Seite 18

Sortenempfehlung zur Maissaat Seite 28

Wissen die Haare mehr? Seite 52


Ernten mit

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INHALTSVERZEICHNIS EDITORIAL Werden neue Kälber gleich nach der Ankunft im Maststall angetränkt, fühlen sie sich rasch wohl.

Roman Engeler

Bild: Matthias Roggli

FENACO AKTUELL Willy Gehriger im Gespräch «Wir nehmen unsere Verantwortung wahr»

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Verwaltungsentscheide fenaco Termine Auf ein Wort mit Lienhard Marschall

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MANAGEMENT Wohnrecht, Nutzniessung Das Merkblatt zeigt die gesetzlichen und vertraglichen Aspekte zum Thema «Wohnen im Alter» auf.

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www.agate.ch Das Internetportal für die Bauern

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Kurzmeldungen Frage des Monats Einkommens- und Vermögenslimiten

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LANDTECHNIK Achs- und Stützlasten beachten Bei Güllefässern sind gesetzliche Gewichtslimiten oft ein Problem

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Kurzmeldungen Technik-Trends an der Sima 2011 Produktneuheiten

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PFLANZENBAU Technische Innovationen Ausstellungen werden immer wieder dazu benutzt, Neuheiten zu präsentieren und deren Markteinführung zu starten.

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Sortenempfehlung zur Maissaat Versuchsergebnisse von 2010 ermöglichen Sortenvergleiche

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Kurzmeldungen Mikronährstoffe sind für Höchsterträge wichtig Aufwertung von extensiven Wiesen kann sich auszahlen Ein halber Liter mehr Milch Maissortenwahl 2011: Lehren aus der Praxis ziehen

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NUTZTIERE

Kürzer anrüsten? Eine Studie hat gezeigt, dass 15 Sekunden Stimulation, gefolgt von 45 Sekunden Wartezeit bei Kühen ausreichen.

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Zuchtstuten Fütterung beeinflusst Fohlengesundheit entscheidend

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Kurzmeldungen Bio-Seite: Pulver verbessert Schlachtqualität der Mastkälber UFA aktuell: Die Seiten für den Tierhalter Schlachttier-Transitverbot: SBV hofft auf Bundesrat MMA bei Sauen: Den Darm in Schwung halten Fütterung und bakterielle Belastung der Milch Haaranalysen mit Tücken Neues zur Euterstimulation Praxisgespräch: Komfort und Hygiene auf Liegematten Kälbermast: Rund ums Einstallen der Tränker Anicom-Tagungen: Weitere Qualitätsanstrengungen nötig

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Der Begriff «Nachhaltigkeit» ist in der Landwirtschaft seit vielen Generationen fest verankert. Oft wird dieser Begriff heute jedoch von rein ökologischen Gesichtspunkten aus betrachtet. Eigentlich sollte er aber weit mehr umfassen. Die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung unter dem Vorsitz der ehemaligen norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland (Brundtland-Kommission) hat eine nachhaltige Entwicklung vor Jahren einmal so umschrieben, «dass die gegenwärtige Generation ihre Bedürfnisse befriedigt, ohne die Fähigkeit zukünftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen zu können». Aus dieser Definition ist es klar, dass die Nachhaltigkeit neben der Ökologie auch ökonomische Aspekte und soziale Gesichtspunkte umfassen muss. Dies wird in der breiten Diskussion aber oft unterschlagen. Es entsteht dabei die Gefahr, dass die Bedeutung des Begriffs in seiner gesamten Breite zusehends verschwommen wahrgenommen wird. Willy Gehriger hat deshalb nur recht, wenn er im Interview ab Seite 4 dieser Ausgabe der UFA-Revue sagt: «Es liegt mir am Herzen, dass der in der Landwirtschaft bekannte Begriff der Nachhaltigkeit auch auf die betriebswirtschaftliche Ebene ausgedehnt werden kann.» Dieser als Wunsch für das Neue Jahr formulierten Aussage möchte ich mich anschliessen. Ich wünsche Ihnen einen nachhaltigen Erfolg bei Ihrer täglichen Arbeit, insbesondere alles Gute in Haus, Hof und Stall.

LANDLEBEN

Partnerschaft Wie Mann und Frau ihre Paarbeziehung gestalten, beeinflusst die Lebensqualität auf dem Bauernhof erheblich.

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UFA-REVUE · 1 2011

Lieben und arbeiten Partnerschaft in der Landwirtschaft

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Kurzmeldungen Winterrezepte von Carolin Auf der Maur Gartenseite Urs Dörig ist gerne Bauer

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MERKBLATT Wohnrecht Nutzniessung

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AKTUELL FENACO

«Wir nehmen unsere Verantwortung wahr» WILLY GEHRIGER, Vorsitzender der fenaco Geschäftsleitung, resümiert im Interview das vergangene Jahr und zeigt die Herausforderungen der fenaco-LANDI Gruppe auf. Auch künftig werden die Bauern die Hauptrolle in diesem Unternehmen spielen.

UFA-Revue: Herr Gehriger, wir stehen an der Schwelle eines neuen Jahres. Blicken wir kurz zurück: Wie haben sich die Geschäftsfelder der fenaco im vergangenen Jahr entwickelt? Willy Gehriger: Obwohl die detaillierten Zahlen noch nicht vorliegen, darf ich schon jetzt feststellen, dass das Ziel – es war bewusst etwas tiefer angesetzt als das Resultat des letzten Jahres – erreicht wurde. Das Ergebnis dürfte sich in etwa in der Höhe des Vorjahrs bewegen. Es gibt aber Unterschiede zwischen den einzelnen Geschäftsfeldern. Welche? Beginnen wir im Segment «Agrar». Dort wurden bei den Sämereien (insbesondere «Profi-Grün») und im Mischfuttergeschäft die Ziele übertroffen. Bei der Pflanzennahrung war man in den letzten Jahren mit stark schwankenden Preisen konfrontiert. 2010 konnten die Landwirte von günstigen Preisen profitieren. Im Pflanzenschutz verzeichneten wir ge-

ringere Umsätze. Es war für die Bauern ein einfacheres Jahr, es mussten weniger Mittel ausgebracht werden. Bei der Produktübernahme ist festzustellen, dass im vergangenen Jahr Angebot und Nachfrage bei den Landesprodukten wohl noch nie so gut übereinstimmten wie heuer. Beim Getreide hat der steigende Weltmarktpreis dazu beigetragen, dass die fenaco trotz gesenkten Schwellenpreisen und fehlendem Preisabkommen in der Branche die Preise des Vorjahrs wird auszahlen können. Bei den Kartoffeln war die Ernte wesentlich besser als die Schätzungen es vermuten liessen. Beim Lagergemüse sind wir punktuell etwas in die Defensive geraten. Zu Sorgen Anlass geben uns zudem die seit einiger Zeit tiefen Schweinepreise. Wie sehen die Resultate in den anderen Segmenten aus? Die Getränkesparte lief insgesamt gut, beim Wein liegen wir über Budget und

«Ramseier» ist nach etwelchen Schwierigkeiten wieder auf Wachstumskurs. Mit der kürzlich erfolgten Vereinbarung mit Thurella eröffnen sich hier neue Chancen. Bei der Verarbeitung von Kartoffeln waren wir, wie erwähnt, mit einer grösseren Ernte und etwas kleineren Knollen konfrontiert, so dass sich die Ausbeute reduzierte. In der Fleischverarbeitung ist die Lage ziemlich stabil. Stabil ist auch der Volg-Detailhandel, während bei den LANDI-Läden weiterhin ein steigendes Wachstum zu verzeichnen ist. Bei den Brenn- und Treibstoffen war das vergangene Jahr eher mittelmässig. Wo besteht noch Nachholbedarf? Ich habe es angetönt, dass wir beim Lagergemüse gefordert sind. Wir haben unsere Verarbeitungszentren regional konzentriert sowie modernisiert und müssen namentlich in der Ostschweiz noch für eine entsprechende Auslastung sorgen. Ich bin aber zuversichtlich,

VERWALTUNG FENACO CONSEIL D’ADMINISTRATION LANDI im westlichen Kantonsteil von Neuenburg Am 8. Dezember 2010 haben die LANDI Crêt-du-Locle SA, die LANDI St-Aubin und die LANDI Val-de-Travers rückwirkend per 1. Juli 2010 die Fusion zur LANDI Ouest neuchâtelois SA beschlossen. Die fenaco bringt den Betrieb in Crêt-duLocle ein und ermöglicht die direkte Beteiligung der Bauern an zeitgemässen Infrastrukturen. Die Verwaltung fenaco hat für den geplanten LANDI4

Neubau in Bevaix mit Laden, Agrarteil, Agrola-Tankstelle und Shop einen Kredit von 9.8 Mio. Fr. bewilligt. Mit dem Bau in Bevaix wird im Verlauf des Jahres der Standort in St-Aubin ersetzt.

Traveco-Werkstatt in Oberbuchsiten (SO) Die Verwaltung fenaco beschloss im Industriegebiet von Oberbuchsiten eine Nutzfahrzeugwerkstätte zu erwerben. Bezweckt werden damit Kosteneinsparungen bei der Reparatur

und dem Unterhalt der Lastwagenflotte der fenaco Tochtergesellschaft Traveco AG. Es gilt Stillstandszeiten bei einer Reparatur der Lastwagen auf ein Minimum zu reduzieren. In Oberbuchsiten steht ab Mai 2011 eine geeignete LastwagenReparaturwerkstätte mit eigener Prüfhalle, Waschstrasse, Tankstelle (Diesel, AdBlue) und genügend Umschwung zur Verfügung. 1 2011 · UFA-REVUE


AKTUELL

NATS ES MO IS D D L I B DU MO PHOTO

FENACO AUF EIN WORT EN UN MOT

Fit für die Zukunft

UFA 2000 Kundentagungen Wie jedes Jahr wird im Januar in jeder Region die traditionelle UFA 2000 Züchtertagung durchgeführt. UFA- und Anicom-Kunden profitieren exklusiv von diesen Fachtagungen. Aufgezeigt wird, warum in der Fütterung billiger nicht immer günstiger ist und welche Dienstleistungen die Anicom bereitstellt. Neben den Vorzügen des Managementinstruments UFA 2000planer präsentieren die UFA die Betriebsresultate aus dem Jahr 2010. Zudem informiert der Gastreferent Dr. Henning Luther, Zuchtleiter Suisag, über das Leistungspotenzial und die hervorragenden Eigenschaften von PREMO® und PRIMERA®.

dass uns dies mit neuen Lieferverträgen ab 2012 auch gelingt. Die fenaco hat in den letzten Jahren enorme Mittel in die Erneuerung von Produktionsanlagen, von Verarbeitungsbetrieben sowie von Verteilsystemen gesteckt und sich so für eine produzierende

Schweizer Landwirtschaft stark gemacht. Hält dieser hohe Investitionsrhythmus weiter an? Ja, dies stimmt, wir hatten in den letzten Jahren einen hohen Investitionsrhythmus. Es ist aber so, dass wir nicht mehr investieren, als der erarbeitete Cashflow hergibt. 2010 war vielleicht eine Fortsetzung Seite 6

TERMINE AGENDA Regionaltagungen der fenaco-LANDI Gruppe • Zentralschweiz, Waldstätter-Tagung 13. und 14. Januar 2011 • Mittelland: 11. Januar 2011 • Westschweiz: 27. Januar 2011

Züchtertagungen UFA 2000 • • • •

Zentralschweiz: Schenkon (LU), 18. Januar 2011 Ostschweiz: Kirchberg (SG), 19. Januar 2011 Mittelland: Kirchberg (BE), 20. Januar 2011 Tier und Technik: St. Gallen, 24. – 27. Februar 2011

Ganz im Gegensatz zur Wirkung der Weiterentwicklung der offiziellen Agrarpolitik des Bundes, die zunehmend die Extensivierung und das «Nicht-Produzieren» in den Vordergrund stellt, bin ich heute fest überzeugt, dass mittel- und langfristig wieder vermehrt eine Mehrheit der Bürger und Konsumenten dieses Landes eine produzierende Landwirtschaft verlangt. Es mag sein, dass die Szenarien von «eingefleischten Technokraten» immer wieder aufzeigen werden, dass es ein Leichtes sei, die Schweizer Bevölkerung mit genügend und günstigen Nahrungsmitteln zu versorgen. Als Landwirt, mit beiden Beinen auf dem Boden, erlaube ich mir aber zu bemerken, dass solche Szenarien und Visionen begleitet von «Bildschirm-Strategien» eher als Illusionen zu bewerten sind. Sicherlich nicht als Lösungen. Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung, der Zunahme an hungernden Menschen und dem Schwinden der Agrarflächen, müsste jeder vernünftige Bürger dieses Landes nach einer gesunden, leistungsorientierten und produzierenden Landwirtschaft rufen. Ganz im Gegensatz zur offiziellen Agrarpolitik, glauben wir von der fenaco an die Zukunft einer produzierenden Landwirtschaft. Unser Glauben an die Schweizer Produktion untermauern wir mit Taten. So haben wir im vergangenen Jahr einige Projekte für die Übernahme, Verarbeitung, Logistik und Vermarktung realisiert oder dafür die nötigen Kredite bewilligt. Beispiele sind der Ausbau der Obstzentralen in Perroy, Charrat und Sursee, der Ausbau der Kartoffelzentralen in Bercher und Frauenfeld, der Neubau der Fleischverarbeitung in Bazenheid und der VolgVerteilzentrale in Oberbipp. Lienhard Marschall Präsident fenaco

UFA-REVUE · 1 2011

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AKTUELL FENACO Ausnahme mit einigen kostenintensiven Bauten (Fleischverarbeitungszentrum Bazenheid, Volg-Verteilzentrale Oberbipp). Auch in diesem Jahr wird die fenaco in ihre Anlagen investieren. Ich denke da an den Ausbau der Volg-Verteilzentrale in Winterthur, an die Leistungszentren für Obst und Früchte in Charrat und Perroy, an das Kartoffelzentrum Mittelland oder an das Hochregallager für Getränke in Sursee. Bereits in den ersten Januartagen wurde ein grosses, nach aussen hin vielleicht wenig sichtbares Projekt umgesetzt, nämlich das neue EDV-System für die LANDI Schweiz AG, basierend auf einer ERP-Lösung von Bison.

schaftlicher Konzern zusammen mit den Branchenorganisationen zur Sicherung des Bauerneinkommens einen wesentlichen Beitrag leistet. Gibt es auch Nachteile dieser verbindlichen Partnerschaft? Den einzigen Nachteil sehe ich darin, dass unser Geschäft nicht spektakulär ist. Wir gehen mit unseren Marktpartnern fair um und verhalten uns berechenbar, sowohl zu unseren Kunden wie zu unseren Lieferanten. Wir machen keine Schnellschüsse und landen keine «Coups», wie dies vielleicht einige Bauern von uns erwarten oder manchmal gar fordern.

Die fenaco betont stets, in verbindlicher Partnerschaft mit den LANDI die wirtschaftlichen Verhältnisse der Bauern fördern zu wollen. Welches sind für die

1 · Das neue Fleischverarbeitungszentrum in Bazenheid (SG).

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gen. Ich hoffe einfach, dass die Schweiz in der Agrarpolitik einen vernünftigen, bodenständigen Weg einschlagen wird.

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4 · Die Halag Chemie AG bezog im Spätsommer das neue Produktionsgebäude. 5 · Das Kartoffelleistungszentrum in Frauenfeld wurde erweitert. 6 · Mit der Obsthalle Sursee will die fenaco die Früchteproduktion im Mittelland und in der Zentralschweiz fördern.

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Was bedeutet dieser Trend für die fenaco? Wie wird die fenaco in zehn Jahren dastehen? Was in zehn Jahren ist, ist im lebendigen Handelsgeschäft nur äusserst schwierig zu prognostizieren. Unser generelles Ziel ist es, im Markt eine gute Position zu haben. Wesentlicher Einflussfaktor wird die Agrarpolitik sein. Ob der neu zusammengesetzte Bundesrat die Öffnung der Grenzen weiter forcieren wird, bleibt abzuwarten. Wir haben diesbezüglich unsere Haltung kundgetan, müssen uns aber stets mit allen Optionen beschäfti-

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2 · Spatenstich für die Verteilzentrale in Oberbipp (BE) war Mitte Mai 2010. 3 · Im Juni 2010 wurde die Kartoffelzentrale in Bercher eröffnet.

ten. Wir erzeugen aber keinen Druck, der Strukturbereinigungsprozess muss von der Basis in Gang kommen.

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Schweizer Landwirte die Vorteile dieser Partnerschaft? Die Vorteile waren noch selten so gut sichtbar wie heute. Betrachten Sie als Vergleich einmal jene landwirtschaftlichen Geschäftsfelder, in denen die fenaco nicht aktiv ist. Ich weiss aber auch, dass nicht alle Landwirte die Vorzüge unserer Unternehmenskultur genau kennen. Da besteht in der Kommunikation noch Handlungsbedarf. Jene Bauern, die aktiv in den LANDI engagiert sind, realisieren jedoch, dass die fenaco-LANDI Gruppe als körper-

Wird die Zahl der LANDI weiter sinken? Es ist anzunehmen, dass die Zahl weiter sinken wird. Es gibt noch einige Gebiete, in denen Fusionen durchaus Sinn machen. In anderen Regionen wiederum, zum Beispiel in der Westschweiz, sind wir diesbezüglich gut aufgestellt. Die LANDI haben dort Dimensionen, die aus geographischen Gründen nicht mehr weiter wachsen sollten. Die Zielgrösse liegt zwischen 200 bis 250 professionell geführten LANDI-Standor-

Die fenaco sieht sich ja nicht selten dem Vorwurf ausgesetzt, gross zu sein und immer grösser werden zu wollen. Wie gehen Sie mit diesem Vorwurf um? Die fenaco ist nicht unbedingt gross, wir sind vor allem breit aufgestellt. Im Kerngeschäft, das wir seit mehr als hundert Jahren betreiben, hat die fenaco sicher eine gewisse Grösse erreicht, aber im internationalen Vergleich sind wir dort immer noch klein. Unser Ziel ist es, wettbewerbsfähig zu sein, ansonsten verlieren wir Märkte, was sich letztlich zum Schaden der Bauern auswirkt. Wir haben in gewissen Segmenten hohe Marktanteile. Ich behaupte jedoch, dass wir diese Situation nicht ausnützen. Wie sehen dies die Landwirte? Ich weiss, dass die Landwirte dies teilweise anders betrachten. Sie tragen vielfach zwei Herzen: Einerseits sehen sie, dass eine gewisse Grösse heute unab1 2011 · UFA-REVUE


AKTUELL FENACO dingbar ist, anderseits möchten sie die Nähe nicht verlieren. Die Geschäftsphilosophie der fenaco-LANDI Gruppe wird diesen, sich gegenseitig fast ausschliessenden Wünschen ziemlich gerecht. Die Nähe zur Basis ist gewährleistet, indem die Landwirte Besitzer der LANDI sind, und diese wiederum die fenaco besitzen. Zudem sind 12 der 17 fenaco-Verwaltungsmitglieder Landwirte. Die internationalen Märkte für Agrarprodukte, aber auch jene für landwirtschaftliche Hilfsstoffe wie Düngemittel zeigten sich in den letzten Jahren äusserst volatil. Wie geht ein Unternehmen wie die fenaco damit um? Wir versuchen mit unseren Infrastrukturen, diese Schwankungen zu dämpfen, was uns in den letzten Jahren auch gelungen ist – auf Kosten unserer Marge. Die fenaco ist ein traditionelles Unternehmen und betreibt eine umfangreiche Lagerhaltung. Wir nehmen so unsere Verantwortung wahr und sind auch dann noch lieferfähig, wenn andere bereits aus dem Markt ausgestiegen sind. Sie sind aktuell Präsident von «Intercoop Europe», dem europäischen Verband der Genossenschaften. Was bringt der fenaco-LANDI Gruppe dieses Engagement konkret? Dieser Verband hat in den letzten Jahren in Europa wieder an Gewicht und an Bedeutung gewonnen. Es ist ein Gremium von gleichgelagerten, nationalen Unternehmen mit genossenschaftlichen Strukturen, in dem ein reger Meinungsund Informationsaustausch gepflegt wird. Insbesondere im Mischfuttergeschäft wird dies sehr professionell gemacht. Neu hat «Intercoop Europe» damit begonnen, die Einkäufe im Sektor Pflanzenbau zu bündeln. Man tritt gegenüber den Lieferanten gemeinsam auf, kauft aber vorderhand noch selbstständig bei diesen Firmen ein. Die Konditionen werden dadurch transparenter, jeder weiss mehr oder weniger, wie der Kollege einkauft. Für Produkte im Segment «Haus und Garten» hat «Intercoop Europe» inzwischen eine gemeinsame, internationale Einkaufsplattform geschaffen. Wichtig erscheint mir, dass man in diesem Gremium einen Einblick in die UFA-REVUE · 1 2011

praktische, europäische Landwirtschaft bekommt. Man beschäftigt sich nicht theoretisch und politisch, sondern vielmehr mit den handfesten Dingen der Landwirtschaft.

unserem LANDI-Laden-Konzept haben und dieses Konzept jenem ihrer Organisation vorziehen würden. Momentan sind wir aber auch in dieser Sache zurückhaltend.

Einige Ihrer Verbandsmitglieder strecken ihre Fühler auch in Richtung Schweiz aus? Ist dies ein Problem für die fenaco? Das ist nicht neu. Bereits vor 15 Jahren haben französische Genossenschaften die Westschweiz beackert. Ich bekam damals die Möglichkeit, in Paris die fenaco vorzustellen. Die Leute merkten, was die fenaco ist und leistet. Die Aktivitäten dieser Genossenschaften haben sich in der Folge marginalisiert. Grundsätzlich ist es ja nicht verboten, neue Wirtschaftsgebiete zu erschliessen.

Zum Abschluss: Ihre Wünsche für das Neue Jahr? Aus Sicht der fenaco ist es mein Wunsch, dass es für unsere Besitzer, die Landwirte, ein gutes Agrarjahr gibt, dass wir ihnen auch dieses Jahr gute Preise zahlen können. Dann liegt es mir am Herzen, dass der in der Landwirtschaft bekannte Begriff der Nachhaltigkeit auch auf die betriebswirtschaftliche Ebene ausgedehnt werden kann. Ein letzter Wunsch betrifft die Agrarpolitik. Ich wünsche dem neuen Bundesrat Johann Schneider-Ammann eine glückliche Hand bei der Wahl des neuen Direktors des Bundesamts für Landwirtschaft.

Halten Sie auch Gegenrecht? Hat die fenaco allenfalls ausländische Märkte im Visier? Wir werden entsprechend reagieren. Bereits heute beliefern wir punktuell ausländische Märkte, beispielweise, wenn wir ein Schiff mit Rohstoffen für die Düngerherstellung kaufen, der gesamte Inhalt aber unseren Bedarf bei Weitem übersteigt. Es ist aber nicht unser Ziel, ausländische Märkte aggressiv zu bearbeiten. Dies würde nur unnötig viel Geld absorbieren, bei unsicherem Erfolg. Im Versorgungsmarkt sind wir in erster Linie für unsere Landwirte da. In den Absatzmärkten machen wir jedoch immer wieder Versuche mit Exporten in den europäischen Raum, aber die Mengen sind bescheiden und die Aktivitäten unter dem Strich noch nicht kostendeckend. Wir stellen aber mit Freude fest, dass einige regionale Genossenschaften Interesse an

Besten Dank für das Gespräch.

Willy Gehriger leitet seit 2002 als Vorsitzender der Geschäftsleitung die Geschicke der fenaco.

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Andere beraten, hilft einem selber eine wichtige Ventilfunktion übernehmen. Anders in Frankreich: Landwirtschaftsbetriebe können (müssen) sich «frei» verschulden. Zahlungsschwierigkeiten und Konkurse sind an der Tagesordnung. Eine gewisse Hilfe bietet das französischen Insolvenz-Verfahren: das Gericht kann die Gläubiger in einen vom Schuldner vorgelegten Sanierungsplan zwingen. Dabei vertreten die kampferfahrenen Freiwilligen von «Solidarité Paysan» Bauernfamilien direkt vor Gericht oder unterstützen sie gar mit gemeinsamen Blockaden vor hartherzigen Banken. «Solidarité Paysan» ist eine landwirtschaftliche Familienberatungsstelle in Frankreich, die aus

Bauern besteht, die selber auch kritische Lebenssituationen bewältigt haben. Ein Mitarbeiter fasste seine Erfahrung zusammen: «Anderen bei finanziellen Problemen zu helfen, hat mir selber auch geholfen: Es ist einfacher, für andere Abklärungen zu treffen als für sich selbst – so kann man mutiger werden und sein Fachwissen ergänzen!» Ueli Straub, Agridea, Bäuerliches Sorgentelefon: 寿 041 820 02 15, Mo 08.15 – 12.00, Do 18.00 – 22.00

Nebengewerbe

Termin verpasst, Pech gehabt

Lehrbetriebsverbund

Das nichtlandwirtschaftliche Nebengewerbe ist mit einem landwirtschaftlichen Gewerbe eng verbunden, beansprucht aber andere Grundstücke und Gebäude. Es wurde nicht nach Art. 24b des Raumplanungsgesetzes bewilligt, sondern bestand schon vor dessen Inkrafttreten (1.9.2000). Wer ein Zuweisungs- oder Vorkaufsrecht auf das landwirtschaftliche Gewerbe hat, kann auch das Nebengewerbe beanspruchen, allerdings zum Verkehrswert. Dr. Eduard Hofer, Heimberg

Einige Käserei- oder Viehzuchtgenossenschaften, die nur noch dem Namen nach bestehen und Vermögensanteile verwalten, haben nie eine professionelle Buchführung gemacht. Das rächt sich nun. Das Handelsgericht meldet sich bei Genossenschaften, die keine Revisionsstelle bestimmt haben oder den Verzicht auf eine solche (opting-out) nicht kundgetan haben.Die Folge-

Der kleinste Lehrbetriebsverbund besteht aus zwei Bauernbetrieben: dem Leitbetrieb mit ausgebildetem Meisterbauer und dem beteiligten Betrieb. Für die Genehmigung eines Lehrvertrages ist der Kanton zuständig. Der Leitbetrieb muss anerkannter Lehrbetrieb sein. www.agri-job.ch

Im Zentrum des dritten europäischen Treffens landwirtschaftlicher Familienberatungsstellen und Sorgentelefone stand der Umgang mit Geld und Überschuldung. Schnell wurde klar, dass die Hilfsangebote der beteiligten Länder (F, BE, DE, CH) unterschiedliche Herausforderungen meistern. In der Schweiz werden Bauernbetriebe mit einer Reihe von Massnahmen vor Überschuldung geschützt (Ertragswertprinzip, Belastungsgrenze, Investitionskredite, Betriebshilfen). So gibt es selten Konkurse. Trotzdem treten auch hierzulande finanzielle Schwierigkeiten auf – sie werden jedoch meist als persönliches Versagen empfunden. Folgerichtig redet niemand gerne darüber. Das Bäuerliche Sorgentelefon kann als verständnisvoller und diskreter Zuhörer

Berg- und Alpverordnung Seit drei Jahren ist die Berg- und Alpverordnung in Kraft. Nach wie vor ist der einheitliche Vollzug nicht gewährleistet. Nicht klar ist, wer sich zertifizieren muss oder ob auch Sömmerungsbetriebe unterstellt sind. Der Entwurf der Revision liegt nun vor und bis Mitte Februar kann man dazu Stellung nehmen. Inkrafttreten ist auf 2012 vorgesehen. www.blw.admin.ch UFA-REVUE · 1 2011

kosten werden sich auf mehrere Tausend Franken (Revisionen, Gerichtsgebühr, Handelsregister) belaufen. Beratung: SBV Treuhand und Schätzungen 寿 056 462 52 71.

Mandat verlängert Gemäss eines Parlamentsentscheids kann der Fonds Landschaft Schweiz (FLS) sein Engagement für wertvolle Kulturlandschaften bis ins Jahr 2021 weiterführen. www.fls-fsp.ch

Manchmal rieselt das Geld nur so durch die Hände.

Agrisano ist top Die Krankenkasse Agrisano konzentriert sich auf die Bedürfnisse der Bauernfamilien. Um dies sicherzustellen, wendet die Krankenkasse der Landwirtschaft ergänzend zum ISO das bewährte EFQM-Qualitätsmanagement-System an: Der Fokus liegt in der Messung und Kontrolle der Kundenprozesse (Zufriedenheit, Wünsche, Reklamationen) und der konsequenten Zielgruppenausrichtung. Alle Bereiche werden einer Punktewertung unterzogen. Die Agrisano erreichte eine äusserst hohe Punktzahl. Damit steht die Agrisano gegenüber zwölf anderen Krankenkassen, die ebenfalls EFQM anwenden, an erster Stelle. Bauernfamilien, die bei der Agrisano versichert sind, sind also gut beraten.

Aufruf! Die an der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) in Tänikon angesiedelte Zentrale Auswertung von Buchhaltungsdaten berechnet das landwirtschaftliche Einkommen, den Arbeitsverdienst der Familienarbeitskräfte und analysiert die Entwicklung der wirtschaftlichen Situation der Schweizer Landwirtschaft. Die Daten dienen als Grundlage für die Agrarpolitik, die landwirtschaftliche Beratung und Praxis sowie für die Forschung. Um die Genauigkeit der Einkommensschätzung zu erhöhen, ist die Einführung von zwei Zufalls-Stichproben (A und B) geplant. Das heisst, dass aus der Gesamtheit der Landwirtschaftsbetriebe eine zufällige Auswahl getroffen wird. Mit den Betrieben der Stichprobe A möchte man Kennzahlen aus einer einfachen Standardfinanzbuchhaltung erheben (Ertrag Tierhaltung, Ertrag Pflanzenbau). Detailliertere Angaben für ausgewählte Betriebstypen sollen mit der Stichprobe B aus einer Finanzbuchhaltung ergänzt mit Teilkostenrechnung erfasst werden. Zur Prüfung der Machbarkeit der Stichprobe A plant die ART von Februar bis April 2011 eine Testphase. Das unabhängige Link Institut für Markt und Sozialforschung aus Luzern wird dafür je 55 Verkehrsmilchund Spezialkulturbetriebe rekrutieren und bei der Datenablieferung unterstützen. Die Betriebe werden vorgängig informiert und danach vom Umfrageforschungsinstitut Link telefonisch für die Teilnahme angefragt. Die Forschungsanstalt ART bedankt sich schon jetzt für eine Teilnahme der Landwirte und der Treuhandstellen. Dunja Dux und Pierrick Jan, ART, Tänikon, 8356 Ettenhausen, 寿 052 368 31 31 «Testphase Zentrale Auswertung» www.agroscope.admin.ch/ zentrale-auswertung

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 9


MANAGEMENT

Nutzen für Bauern und Behörden WWW.AGATE.CH Jeder Bauer muss sich für seine Aufzeichnungen auf verschiedensten Websites registrieren. Hilfe bietet nun das Bundesamt für Landwirtschaft mit einem Internetportal. Die UFA-Revue fragte beim Programmleiter Dieter Wälti nach, ob mit www.agate.ch die Administration vereinfacht wird. Vielleicht wird gesamtschweizerisch gar der Vollzug ein bisschen einheitlicher?

Ab dem 3. Januar 2011 müssen über www.agate.ch Pferde und Schweine registriert werden. Dieses Webportal verspricht aber noch mehr, nämlich einen raschen Zugang zu Daten und Informationen für alle Bauern und Amtsstellen.

UFA-Revue: Mit Agate ist wohl nicht Agatha die Schutzpatronin der Feuerwehr gemeint. Was heisst es? Dieter Wälti: Agate ist zusammen gesetzt einerseits aus dem Anfangsbuchstaben A, was für Agriculture – Landwirtschaft, Animaux – Tiere und Aliment – Lebensmittel steht, und andererseits aus dem Wort «gate». Gate steht für Gatter, Tor, Portal und eröffnet den Zugang zu den drei genannten Bereichen. Das Webportal Agate ist ein Informationsportal und ein Arbeitsinstrument, das die Landwirte bei ihrer Aufzeichnungs- und Registrierungspflicht unterstützt. Welche Aufzeichnungen können via Agate gemacht werden? Die Bauern mussten sich bisher in die verschiedensten IT-Systeme einloggen, um ein Gesuch für Direktzahlungen einzureichen, den Tierverkehr zu melden oder bei Labelprogrammen mitzumachen. Mit Agate können diese Pflichten mit einem einzigen Login-Zugang vereinfacht wahrgenommen werden. Ab dem 3. Januar 2011 müssen die Zugänge von Schweinen in der Tierverkehrsdatenbank eingetragen werden. Das erfolgt nun via Portal agate.ch. Tierhalter,

Eine SuisseID braucht es, um in Kontrollresultate einzusehen. Für die Meldung der Equiden und Schweine ist keine SuisseID nötig.

welche die Meldung nicht selber machen wollen, können die Pflicht an einen Mandatnehmer übertragen. Auch die Pferde-, Ponys- oder Eselbesitzer müssen neu ihre Tiere registrieren lassen, diese Anmeldung läuft ebenfalls über das agate. Wie kommt man zu seinem Passwort? Die persönliche Agate-Nummer und das Passwort wurden den Schweinehaltern und den Schlachtbetrieben im Dezember zugestellt. Wenn dieses Kuvert im Weihnachtsrummel verloren gegangen ist, soll man sich während der Bürozeiten beim Agate-Helpdesk melden. Die Telefonnummer lautet 0848 222 400. Die Email info@agatehelpdesk.ch. Die Pferdeeigentümer müssen sich auf www.agate.ch selber registrieren. Was ist mit den Aufzeichnungen für die Direktzahlungen? Ab April wird ein Grossteil der Kantone, die über die EDV-Systeme Lawis und Agricola die Betriebsdaten erfassen, mit agate.ch verknüpft. Bis im Herbst folgen die übrigen Kantone mit den Systemen

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MANAGEMENT Acorda, Gelan und jenem aus dem Wallis. Die Bauern werden von uns und ihren kantonalen Landwirtschaftsämtern informiert. An www.agate.ch gekoppelt sind ferner das Informationssystem des Schweizer Veterinärdienstes, später auch Obst.ch der Fachstelle Obst, die nationale Datenbank Milch und die Verwaltung der Hofdüngerflüsse, genannt Hoduflu. Muss jetzt der Landwirt noch mehr Zeit im Büro statt im Stall verbringen? Ausgangspunkt für das Programm ASA 2011 war der Wunsch der Landwirtschaft nach einem Abbau der Bürokratie. In gewissem Sinne haben wir das mit Agate erreicht. Auf der anderen Seite entstehen neue Vorschriften und Forderungen, die diesen Anstrengungen zuwiderlaufen. Dieser Prozess lässt sich nicht aufhalten und der Landwirt muss versuchen, Schritt zu halten. Sie gehen davon aus, dass alle Bauern mit Internet ausgerüstet sind? 82 % der Rinderhalter machen ihre Meldungen bei der Tierverkehrsdatenbank via Internet. Wir rechnen, dass auch die Schweinehalter grösstenteils über Internet verfügen. Auch die kantonalen Behörden kommunizieren immer mehr via Internet mit den Bauern, was sich finanziell für die Bauern auszahlen soll. Für jene, die keinen Computer und keinen Internetanschluss haben, kann die Erfassung zum Beispiel über Familienangehörige oder über den Ackerbaustellenleiter erfolgen.

daktoren Einsicht in die Direktzahlungsdaten verlangen und dafür ein öffentliches Interesse geltend machen? Das ist aus Datenschutzgründen nicht möglich. Es wird wohl in der Schweiz auch nie so weit kommen, dass man via Internet Einsicht in die Daten von den Direktzahlungsempfängern hat. Im nördlichen Nachbarland wurde bezüglich dessen zurückgekrebst. Die so genannte Transparenzdatenbank, wo jeder Landwirt mit Adresse und seinen Direktzahlungen aufgeführt war, steht auf Grund eines Urteils des Gerichtshofes der Europäischen Union vom 9. November 2010 nicht mehr zur Verfügung. Wie kann sichergestellt werden, dass sich kein Unbefugter an den Daten zu schaffen macht? Über das ganze Vorhaben gibt es eine Benutzer- und Zugriffsverwaltung, wo genau geregelt wird, wer zu welchen Daten Zugang hat. Zudem sind nicht alle Daten gleich sensibel. Der

Datenschutz ist prioritär Die Landwirtschaft fordert schon lange eine Vereinfachung der Administration. Es gibt Doppelspurigkeiten im Kontrollwesen oder bei der Adressverwaltung. Mit der Vernetzung der bestehenden Lösungen sollten Verbesserungen möglich werden. Das Portal agate.ch ist dabei nur die sichtbare Spitze des Eisbergs. Ein zentrales Internetportal ist sinnvoll, da der Anteil der Landwirte, welche regelmässig mit dem PC arbeiten, zunimmt. Die bisherigen, so genannten Insellösungen von unterschiedlichen Ämtern (BLW, BVET, kantonale Landwirtschaftsämter, Kantonstierärzte) sind auf die Länge gesehen ineffizient. Zudem muss entlang der Lebensmittelkette die Einhaltung von Vorschriften und Qualitätsstandards dokumentiert werden können, damit man Lebensmittel exportieren kann. Aufmerksamkeit ist beim Datenschutz geboten, denn die zunehmende Vernetzung der Daten schafft neue Risiken. Dies ist allerdings ein generelles Problem unserer Zeit: Daten liegen zunehmend zentral in grossen Datenbanken und nicht mehr in Hängeregistern verteilt auf viele Ämter. Etwas Sorge bereitet die Erkenntnis, dass der Appetit oft mit dem Essen kommt: Man wird deshalb ein wachsames Auge darauf richten müssen, dass mit den neuen Instrumenten nicht neue Bedürfnisse entstehen. Das Ziel ist die Straffung und nicht der Ausbau der Administration. Daniel Erdin, Leiter Statistik des Schweizerischen Bauernverbands

Dieter Wälti, Agronom FH, bewirtschaftet einen Nebenerwerbsbetrieb in Köniz (BE) und leitet seit 4 Jahren das Gesamtprojekt ASA 2011, unter dem www.agate.ch läuft.

Geht es in Richtung gläserner Betrieb, weil bei Agate alle Erhebungsdaten zusammenlaufen? Meiner Meinung nach gibt es in der Schweiz andere Bereiche, wo die Transparenz um einiges grösser ist, zum Beispiel punkto Einkaufsverhalten. Die Datenhoheit auf www.agate.ch obliegt dem Landwirt. Er entscheidet selber, welcher Kontroll- oder Labelorganisation seine Daten zugänglich sein sollen. Es ist ein selektives Freigeben von Daten. Ein Sachbearbeiter einer Kontrollorganisation sieht dadurch nicht in alle Bereiche des Betriebes hinein. Was ist, wenn zum Beispiel militante Tierschutzorganisationen oder FernsehreUFA-REVUE · 1 2011

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MANAGEMENT Landwirt muss auch selber Sicherheitsvorkehrungen treffen, zum Beispiel AgateNummer und Passwort separat aufbewahren und auf keinen Fall die automatische Kennwortspeicherung aktivieren. Für die sehr sensiblen Daten wie Kontrolldaten haben wir eine höhere Sicherheitsstufe mit der SuisseID eingeschaltet. Bei Fragen kann man sich während der Bürozeiten an das Agate Helpdesk wenden: Telefon: 0848 222 400 info@agatehelpdesk.ch

Was ist eine SuisseID? Das ist eine offizielle elektronische mit Pincode geschützte Identitätskarte in Form eines USB-Sticks oder einer Karte, die über einen externen oder integrierten Kartenleser am Computer eingesteckt wird. Diese SuisseID muss wie ein Pass oder ein Autoschlüssel aufbewahrt werden. Die elektronische Unterschrift auf der SuisseID ist gemäss Obligationenrecht und Signaturgesetz der Handunterschrift gleichgestellt. Es ist fahrlässig den Autoschlüssel stecken zu lassen es ist gefährlich seinen Reisepass liegen

zu lassen, und genau gleich ungeschickt ist es, die SuisseID am Computer stecken zu lassen. In Prinzip könnte man mit der SuisseID einen Traktor bestellen, wenn der Lieferant die elektronische Unterschrift akzeptiert. Die Daten, die via www.agate.ch erfasst werden, wären auch nützlich für Betriebsplanungen oder Variantenrechnungen. Ist das technisch möglich? Ja, wir stellen zum Beispiel auf Ende Jahr einen Beitragsberechnungs-Service zur Verfügung.

Ist www.agate.ch kostenpflichtig für den Landwirt? Nein. Was kostet ist die SuisseID. Die Bauern, die in den letzten Monaten die Suisse ID über www.agate.ch bestellt haben, profitierten und mussten statt 165 Fr. nur 25 Fr. zahlen. Einige Kantone stellen ihren Bauern die SuisseID sogar gratis zur Verfügung. Zudem, wenn ein Landwirt seine Kontrolldaten gar nicht auf dem Web anschauen will, bei keinen Labelorganisationen mitmacht, dann braucht er auch keine SuisseID. Gibt es Einführungskurse für agate.ch? Heutzutage ist eine Webapplikation gut, wenn sie ohne Anleitung auskommt. Das ist auch unser Ziel. Es geht in Richtung Apps, wie sie viele Leute auf den IPhones haben. 䡵

Autorin Daniela Clemenz, UFA-Revue, 8401 Winterthur

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UMFRAGE MANAGEMENT

Wie 2011 Geld verdienen In einer repräsentativen Umfrage wollte die UFA-Revue von den Bauern wissen, in welchen Betriebszweigen sie glauben, 2011 am ehesten ein gutes Einkommen zu erzielen. Gut die Hälfte (52 %) der befragten Landwirte denken, dass das mit den Betriebszweigen in der Kategorie «Tiere» am ehesten der Fall sein wird. Knapp ein Drittel (32 %) denkt in erster Linie an «Pflanzenbau», 12 % erwähnt andere Erwerbsformen und 4 % können dazu keine Angabe machen. In der meist genannten Kategorie «Tiere» wird mit Abstand am häufigsten die Milchproduktion genannt (20 %), dies häufiger von den Romands als von den Deutschschweizern. Danach folgen die Mutterkuhhaltung, die Geflügelhaltung/-mast (öfters in der Deutschschweiz), die Rin-

der-/Kälbermast und Pensionspferde (je 3 %), sowie die Legehennenhaltung und Eierproduktion (2 %). In der am zweithäufigsten genannten Kategorie «Pflanzenbau» werden folgende Möglichkeiten erwähnt: Kartoffelbau (7 % vor allem in der Westschweiz), Bio-Landbau (mehrheitlich in der Deutschschweiz). Danach folgen Getreide (5 %), Gemüsebau (4 %), sowie Obstbau und Zuckerrüben, welche in der Westschweiz stärker favorisiert werden.

Bei den Betriebszweigen, welche weder in die Kategorie «Tiere» noch «Pflanzenbau» eingeordnet werden können, wird die Direktvermarktung am häufigsten genannt, gefolgt vom Agrotourismus und der Biogasproduktion. Mehrere Bauern erwähnten spontan, dass es keinen Betriebszweig gäbe, mit dem im 2011 ein gutes Einkommen erzielt werden könne. Andere äusserten sich positiver und glauben an einen Aufschwung, vor allem in der Milchproduktion. 䡵

Wie kann man 2011 am ehesten ein gutes Einkommen erzielen?

anderes 11 % Tiere 51 %

Tiere 52 % anderes 12 %

Pflanzen 33 % weiss nicht 5%

Deutschschweiz

anderes 17 %

Pflanzen 32 %

Tiere 54 % Pflanzen 29 % Total Schweiz

Westschweiz UFA-REVUE · 1 2011

weiss nicht 4%

Die aktuelle repräsentative Umfrage wurde vom Marktforschungsinstitut TransferPlus AG in Stansstad im Auftrag der UFA-Revue im Dezember 2010 durchgeführt. Wollen Sie sich auch zur Monatsfrage äussern? Die Fragestellung ist auch auf www.ufarevue.ch aufgeschaltet.

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MANAGEMENT

Einkommens- und Vermögenslimiten IM AGRARRECHT gibt es verschiedene Bestimmungen, deren Anwendbarkeit davon abhängig ist, welches Einkommen auf einem Landwirtschaftsbetrieb erwirtschaftet wird oder welches Vermögen vorhanden ist. Die Gerichte müssen sich nicht selten mit solchen Grenzwerten beschäftigen.

Andreas Wasserfallen

Obere und untere Einkommensgrenzen spielen in der Agrargesetzgebung eine wichtige Rolle.

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Die bekanntesten Limiten sind diejenigen im Direktzahlungsrecht. Gemäss dem Landwirtschaftsgesetz (LwG) bestimmt der Bundesrat «Grenzwerte bezüglich steuerbarem Einkommen und Vermögen der Bewirtschafter, ab denen die Summe der Beiträge gekürzt wird oder keine Beiträge ausgerichtet werden». Die konkreten Grenzwerte finden sich in der Direktzahlungsverordnung.

Direktzahlungen Ab einem Einkommen von 80 000 Fr. wird die Summe der Direktzahlungen gekürzt. Massgebend ist das steuerbare Einkommen nach dem Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer (DBG), vermindert um 50 000 Fr. für verheiratete Bewirtschafter. Liegt das Vermögen zwischen 800 000 und 1 Mio. Fr., werden die Direktzahlungen ebenfalls gekürzt. Übersteigt das massgebliche Vermögen 1 Million Fr., so werden keine Direktzahlungen ausgerichtet. Das massgebende

Vermögen ist das steuerbare Vermögen, vermindert um 270 000 Fr. pro Standardarbeitskraft und um 340 000 Fr. für verheiratete Bewirtschafter.

Strukturverbesserungen Einkommens- und Vermögensgrenzen gibt es auch im Bereich der Strukturverbesserungen. Sie basieren ebenfalls auf dem LwG und finden sich in der bundesrätlichen Strukturverbesserungsverordnung. In ihrer Höhe entsprechen sie im Wesentlichen den Grenzwerten bei den Direktzahlungen. Soweit ersichtlich hatten sich das Bundesverwaltungsgericht und das Bundesgericht bisher nicht damit beschäftigen müssen.

Nicht diskriminierend Anders ist es mit den Direktzahlungs-Grenzwerten, welche schon mehrfach zu Verfahren führten. Dabei ging es nicht nur um die Höhe von allfälligen Kürzungen, sondern um die Zulässigkeit der Limiten an sich. In einem Urteil aus dem Jahre 2008 hatte sich das Bundesverwaltungsgericht zu der von einem Landwirten aufgeworfenen Frage zu äussern, ob die Einkommens- und Vermögenslimiten gegen die Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) und gegen die Bundesverfassung verstossen. Er argumentierte, wegen den Einkommensgrenzen würden einige Landwirte im Gegensatz zu anderen vom Staat keinen Lohn erhalten. Das sei diskriminierend. Zudem gebe es keine sachlichen Gründe, Personen mit einem Vermögen von mehr oder weniger als 1 Mio. Fr. bei sonst gleichen Verhältnissen unterschiedlich zu behandeln. Das Bundes-

verwaltungsgericht wies diese Einwände zurück.

Gerechteres Fundament Bei der Bestimmung des steuerbaren Vermögens kann – anders als beim Einkommen – nicht auf ein gesamtschweizerisch einheitliches Bundesgesetz wie das DBG zurückgegriffen werden. Zur Berechnung des steuerbaren Vermögens wird kantonales Steuerrecht angewendet. Deshalb können je nach Wohnsitz eines Antragstellers stark voneinander abweichende Ergebnisse resultieren. Im Jahre 2008 warf das Bundesverwaltungsgericht die Frage auf, ob im Zusammenhang mit Direktzahlungen, welche letztlich durch den Bund ausgerichtet werden, nicht auch gesamtschweizerisch gleiche Bemessungsgrundlagen gelten müssten. Andere Berechnungsgrundlagen als die kantonal verschiedenen Steuerveranlagungen wären ein in der Sache gerechteres Fundament, um die massgeblichen Vermögensverhältnisse festzustellen. Ob und wie dies bewerkstelligt werden könne, sei aber Sache des Gesetzgebers, meinte das Gericht. Vergleichslohn als Grenzwert Das LwG enthält noch eine weitere «Einkommenslimite». Sie ist jedoch nicht in einer Bestimmung enthalten, die sich an die Landwirte richtet, sondern in einer solchen, welche die Aufgaben des Bundes umschreibt. Gemäss Art. 5 LwG wird mit den LwG-Massnahmen angestrebt, dass nachhaltig wirtschaftende und ökonomisch leistungsfähige Betriebe im Durchschnitt mehrerer Jahre Einkommen erzielen können, die mit den Einkommen der 1 2011 · UFA-REVUE


MANAGEMENT

übrigen erwerbstätigen Bevölkerung in der Region vergleichbar sind. Über die Auslegung dieser Anweisung gehen die Meinungen auseinander. Vor allem von Bundesseite wird behauptet, es reiche schon aus, wenn die besten 25 % der Betriebe dieses Ziel erreichen. Gemäss dem vom Bundesamt für Landwirtschaft herausgegebenen Agrarbericht 2010 erreichten von den Betrieben in der Tal- und Hügelregion nur das beste Viertel den entsprechenden Jahres-Bruttolohn der übrigen Bevölkerung. In der Bergregion verfehlte selbst das beste Viertel das Niveau des entsprechenden Vergleichslohns. Ein solches Resultat dürfte nicht dem Sinn und dem Zweck des Gesetzes entsprechen. Der gesetzliche Auftrag würde vielmehr nur erfüllt, wenn ein erheblicher Teil der Betriebe das im LwG verankerte Einkommensziel erreichen könnte. Soweit bekannt, haben sich das Bundesverwaltungsgericht und das Bundesgericht bisher nie mit dieser Gesetzesbestimmung beschäftigt.

Aufgehobene Grenzwerte Das Boden- und Pachtrecht kannte bis vor noch nicht allzu langer Zeit ebenfalls eine Art Einkommenslimiten, nämlich die «gute» und die «überdurchschnittlich gute» landwirtschaftliche Existenz. Sie wurden mit der «Agrarpolitik 2002» teilweise und mit der «Agrarpolitik 2007» vollständig aufgehoben. Auch bei den Familienzulagen fielen die früheren Einkommensgrenzen weg. Seit dem 1. Januar 2008 haben alle haupt- und nebenberuflichen Landwirte sowie die mitarbeitenden FamilienmitUFA-REVUE · 1 2011

glieder unabhängig von der Höhe ihres Einkommens Anspruch auf Familienzulagen.

Raumplanung Aus der Rechtsprechung zur Raumplanungsgesetzgebung sind ebenfalls Einkommenslimiten bekannt, zum Beispiel im Zusammenhang mit den nichtlandwirtschaftlichen Nebenbetrieben ausserhalb der Bauzonen (Art. 24b des Bundesgesetzes über die Raumplanung, RPG). Dabei wird unterschieden zwischen Nebenbetrieben, die einen engen sachlichen Bezug zum landwirtschaftlichen Gewerbe aufweisen (zum Beispiel Agrotourismus) und solchen, bei denen ein solcher Bezug fehlt (zum Beispiel Landmaschinenwerkstätte). Die zweite Kategorie kommt nur in Frage, wenn der Betrieb ohne eine zusätzliche Einkommensquelle nicht weiter bestehen kann. Mit einem Betriebskonzept ist nachzuweisen, dass die aus der gewerblichen Aufstockung fliessenden zusätzlichen Einkünfte erforderlich und geeignet sind, dem Betriebsinhaber und dessen Familie ein existenzsicherndes Einkommen zu gewährleisten.

Überlebensfähig Zur Frage, ab welchem Betrag ein landwirtschaftliches Gewerbe auf ein Zusatzeinkommen angewiesen ist, greifen die Gerichte auf die Unterlagen zur parlamentarischen Bera-

Im Rahmen der Diskussion über die AP 2014 bis 2017 wird die Streichung der Einkommens- und Vermögenslimiten bei den Direktzahlungen vorgeschlagen.

tung von Art. 24b RPG aus dem Jahre 1997 zurück. Damals wurde ausgeführt, ein Betrieb sei überlebensfähig, wenn ihm nach Abzug der betriebsnotwendigen Sachausgaben (Amortisation, Verzinsung, Rückstellungen) und vor dem Abzug der Lebenshaltungskosten noch mindestens 70 000 Franken Arbeitslohn für eine Familie verbleiben. Das Bundesgericht bezeichnet diesen Betrag als Richtwert. Nicht ganz klar ist, wie gross die durchschnittliche Familie sein soll, für welche dieses Einkommen festgesetzt wurde. Im Parlament war die Rede von zwei Erwachsenen und zwei bis drei Kindern. Im Sommer 2010 beschäftigte sich das Bundesgericht im Urteil «Heubüni Ortschwaben» intensiv mit dieser Einkommensgrenze. Es hatte unter anderem zu entscheiden, welches Einkommen unter die 70 000 Fr. Arbeitslohn fällt. Wenn landwirtschaftlich nicht mehr benötigte Bauten vermietet und daraus Einkommen erzielt werde, welches das finanzielle Überleben des Betriebs ermögliche, dann müssten diese Einkünfte bei der Beurteilung, ob ein Zusatzeinkommen nötig ist oder nicht, mitberücksichtigt werden. Neben Einkommen aus der Vermietung von temporär oder definitiv landwirtschaftlich nicht mehr benötigten Bauten und Anlagen seien insbesondere auch Einkommen zu berücksichtigen, die aus der Gewinnung von Energie aus Biomasse, aus Solaranlagen, aus der inneren Aufstockung, aus der Aufbereitung, der Lagerung oder dem Verkauf landwirtschaftlicher Produkte oder ausnahmsweise aus als standortgebunden bewilligten Nutzungen generiert würden.

Freizeitlandwirtschaft Neben dieser «Einkommensobergrenze» gibt es im Raumplanungsrecht auch eine Art «Einkommensuntergrenze». Gemäss dem RPG sind Bauten und Anlagen in der Landwirtschaftszone zonenkonform, wenn sie zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung oder für den produzierenden Gartenbau nötig sind. In der Raumplanungsverordnung ist ausdrücklich festgehalten, dass Bauten und Anlagen für die Freizeitlandwirtschaft nicht als zonenkonform gelten. Bei der Beurteilung, ob es sich um einen Betrieb mit zonenwidriger Freizeit15


MANAGEMENT landwirtschaft oder einen zonenkonformen landwirtschaftlichen Haupt- oder Nebenerwerbsbetrieb handelt, wird auf den jeweiligen Einzelfall abgestellt. Indizien für das Vorliegen eines Freizeitlandwirtschaftsbetriebs sind etwa die fehlende Gewinn- und Ertragsorientierung, das Nichterreichen einer gewissen Mindestgrösse oder der marginale Arbeitsbedarf auf dem Betrieb. Auf die Setzung starrer Grenzwerte wurde bewusst verzichtet.

Existenzfähigkeit Das Bundesgericht hielt fest, dass auch ein monatliches Einkommen von 1360 Fr., selbst wenn der Betrieb als gewinnorientiert zu bezeichnen wäre, keine längerfristige Existenzfähigkeit belege und deshalb immer noch von einer Freizeitlandwirtschaft auszugehen sei. Aus den Einkommensverhältnissen

müsse sich vielmehr ergeben, dass mit der landwirtschaftlichen Nebentätigkeit ein namhafter Beitrag an den Existenzbedarf der Bewirtschafterfamilie geleistet werde. Ein Beitrag von rund einem Drittel werde bei Vorhaben, die keine bedeutenden räumlichen Auswirkungen haben, als sachgerecht erachtet.

Teilweise streichen, teilweise beibehalten Wie ausgeführt, wurden Vorschriften über die Höhe des landwirtschaftlichen Einkommens In verschiedenen Rechtsbereichen schon aufgehoben. Im Rahmen der Diskussion über die Agrarpolitik 2014 bis 2017 wird einmal mehr – wie schon in früheren Reformetappen– die Streichung der Einkommens- und Vermögenslimiten bei den Direktzahlungen vorgeschlagen. Rein sachlich ist eine solche Aufhebung nachvollziehbar. Ob auch der politische Wille dafür vorhanden ist, wird sich zeigen. Im Raumplanungsrecht hingegen ist es ohne weiteres vertretbar, wenn die Gerichte im Zusam-

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menhang mit dem Aufbau von nichtlandwirtschaftlichen Nebenbetrieben ohne engen Bezug zum Hof eine Einkommensgrenze anwenden. Sie wurde nicht aufgestellt, um die Wettbewerbsfähigkeit von Landwirtschaftsbetrieben zu behindern, sondern um dem Grundsatz der Trennung von Bau- und Landwirtschaftszone nachzuleben, welcher letztlich gerade auch im Interesse der Landwirtschaft besteht. 䡵

Autor Der Agronom und Rechtsanwalt Andreas Wasserfallen ist Spezialist für landwirtschafts-rechtliche Fragen. Länggassstrasse 7, 3012 Bern 寿 031 300 37 00 www.agrarrecht.ch

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KURZMELDUNGEN LANDTECHNIK Bärtschi-Fobro fusioniert mit Kress

Pöttinger festigt Schweizer Standort

Ab 1. Januar 2011 treten beide Unternehmen unter dem Namen Fobro-Kress auf. Kilian Rölli (heute Geschäftsführer von Bärtschi-Fobro) und Christian Kirchhoff (heute Geschäftsführer der Kress & Co) übernehmen gemeinschaftlich die Geschäftsführung beider Unternehmen. Dabei ist Rölli verantwortlich für die Vermarktung neuer, auf spezifische Kundenbedürfnisse zugeschnittene Spezialmaschinen und Kirchhoff für den Vertrieb von Serienprodukten. In der Schweiz bleiben die Ansprechpartner bestehen, ebenso verändern sich die Verkaufsund Händlerstrukturen nicht.

Seit der Gründung einer eigenen Schweizer Niederlassung vor sieben Jahren hat Pöttinger rund 12 000 Maschinen vom Standort Birmenstorf (AG) verkaufen können. Nun konnte die Firma diese strategisch und logistisch gut gelegene Liegenschaft kaufen.

SDF verkauft Deutz-Aktien Same Deutz-Fahr hat beinahe die Hälfte seiner bisherigen Beteiligung beim Kölner Motorenbauer Deutz nach deutlichen Kursgewinnen der vergangenen Monate veräussert. Wie der italienische Landtechnikhersteller meldet, wurde die Beteiligung bei Deutz von 45 auf rund 25% reduziert und die entsprechenden Aktien an institutionelle Anleger verkauft. Same Deutz-Fahr bleibt aber grösster Einzelaktionär bei Deutz.

Claas setzt auf Wachstum Claas hat das Geschäftsjahr 2010 (Abschluss per Ende September 2010) dazu genutzt, um sich mit neuen Produkten sowie verbesserten Strukturen und Prozessen auf ein künftiges, profitables Wachstum vorzubereiten. Der Umsatz des Unternehmens reduzierte sich infolge der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise um 14.7 % auf 2.475 Mrd. Euro, das Ergebnis vor Steuern liegt bei 77 Mio. Euro (Vorjahr 112.3 Mio. Euro).

VDI-Tagung Am 15. und 16. Februar 2011 findet die 10. VDI-Fachtagung «Landtechnik für Profis» bei den AmazoneWerke in Hasbergen-Gaste statt. Unter dem Leitthema «Effiziente Technik für Düngung und Pflanzenschutz» werden Anforderungen, Konzepte und technische Lösungen für Düngung und Pflanzenschutz vorgestellt und in Fachkreisen diskutiert. www.vdi.de/meg

Schnell drillen auch auf kleinen Flächen Drilltechnik, die hohe Arbeitsgeschwindigkeiten mit passiver Bodenbearbeitung und geringem Leistungsbedarf kombiniert, war bisher überwiegend den schnellen angehängten Bestellkombinationen oder den aufgesattelten Drillkombinationen vorbehalten. Jetzt bietet Lemken für seine pneumatische Drillmaschine «Solitair» neben dem Aufbau auf die Kreiselegge «Zirkon» auch die Kombinationsmöglichkeit mit der angebauten Kurzscheibenegge «Heliodor» an. Vor allem Betriebe mit eher kleineren Flächenstrukturen, die sowohl Mulchsaat als auch konventionelle Verfahren anwenden, würden von dieser neuen Kombination profitieren, heisst es beim deutschen Landtechnikhersteller Lemken.

Wie weiter mit Precision Farming? Mit aktuellen Fragen des Precision Farming setzte sich der Ausschuss für Arbeitswirtschaft und Prozesstechnik der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) auseinander. Dabei beschäftigte sich das Gremium mit der Frage, wie es künftig mit Isobus weitergehen wird. Dazu wurden neue Entwicklungen und Produkte des Bereichs «Agricultural Management Solutions» von John Deere präsentiert, wie den «StarFire 3000 Receiver» und die Spurführung von Anbaugeräten. Zudem wurden die Ziele des «Competence Centers Isobus» (CCI) vorgestellt. Das CCI, dem die Unternehmen Amazonen-Werke, Grimme, Bernard Krone, Kuhn, Lemken und Rauch angehören, ist Mitglied der Agricultural Industry Electronics Foundation (AEF). Das CCI wurde im Februar 2009 gegründet, um die gemeinsame Entwicklung von Hard- und Software, insbesondere die Vereinheitlichung der Maschinenbedienung, voranzutreiben und Tests sowie die Schulung von Service, Vertrieb und Marketing durchzuführen.

Automatisches Füttern optimal gelöst DeLaval hat die erste «Optifeeding»-Anlage in Schweden in Betrieb genommen. «Optifeeding» ist eine intelligente Fütterungslösung, die dem Landwirt täglich massiv Arbeitszeit erspart, die Herdenleistung steigern und Futter- wie Gebäudekosten senken kann.

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«Das System ist das, wonach ich gesucht habe, es muss automatisch, laufen und zuverlässig sein», so die Aussage von Landwirt Patrik Johansson. Das System besteht aus mehreren Vorratstischen, Kraftfutter- und Mineralfuttersilos, die automatisch einen stationären Vertikalmischer mit Waage beschicken. Der Vertikalmischer erstellt gruppenspezifische Mischungen, die über schienengebundene Verteilwagen verfüttert werden. Dies ist an mehreren Startzeitpunkten während des Tages und in der Nacht möglich. «Optifeeding» lädt, schneidet, mischt und verteilt das Futter

automatisch, rund um die Uhr. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, für jede Tiergruppe eine individuelle Ration vorzulegen. Das System ist so flexibel, dass es jedem Betrieb seine eigene Fütterungsstrategie erlaubt, ohne Mehrarbeit zu verursachen. Totalmischfütterung ist ebenso möglich wie die Fütterung von TMR an mehrere Gruppen, mit individueller Ausfütterung über Kraftfutterstationen oder über den Melkroboter «VMS». Häufigere Futtervorlage sorgt nicht nur für eine verbesserte Futteraufnahme, sondern in Betrieben mit Melkroboter auch für mehr Besuche in der Melkstation.

Auf der Agritechnica 2011 soll ein neues Isobus-Logo vorgestellt werden, das die implementierten Funktionen besser beschreibt. Weiterhin soll bis dahin eine Internet-Datenbank erstellt werden, in der sich Landwirte, Händler und Hersteller ihre Traktor-Gerätekombination zusammenstellen können und dafür detailliert Aufschluss über die möglichen Funktionen der gesamten Kombination erhalten.

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 17


LANDTECHNIK

«Kann ich mein Fass ganz füllen?» ACHS- UND STÜTZLASTEN Oft wird beim Kauf eines Güllefasses den Aspekten wie Gesamtgewicht sowie zulässige Achs- und Stützlasten zuwenig Beachtung geschenkt. Die im Titel gestellte Frage ist deshalb berechtigt. Sie kann nicht in jedem Falle mit «ja» beantwortet werden, wenn man gesetzlich legal unterwegs sein will.

Bedingt durch den fortschreitenden Strukturwandel und die zunehmend grösseren Distanzen oder aus Gründen der weiteren Effizienzsteigerung gibt es auch bei den Güllefässern einen Trend zu grösseren Maschinen, die im beladenen Zustand nicht selten in Konflikt mit den gesetzlichen Vorgaben kommen (zulässiges Gesamtgewicht, maximale Achs- und Stützlasten). Wichtig zu wissen ist, dass weder ein Importeur noch ein Händler, sondern alleine der Fahrzeughalter haftet, wenn es zu einer Beanstandung oder gar zu einem Unfallereignis kommt.

Gesetzgebung Die schweizerische Mit einer Tandemachse lassen sich die meisten Gewichtsprobleme bei einem grösseren Güllefass lösen und für den Anbau eines Schleppschlauchverteilers bestehen in der Regel noch Reserven.

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Gesetzgebung (Strassenverkehrsgesetz, Verordnung über die Strassenverkehrsregeln, Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge) schreibt vor, welche Masse und Gewichte landwirtschaftliche Anhänger

einzuhalten haben. Im Ausland gelten oft andere Bestimmungen (z.B. keine Restriktionen für die Achslast). Deshalb ist es wichtig, dass man bei importierten Maschinen darauf achtet, wie sie in der Schweiz gesetzeskonform eingesetzt werden können. Diesbezüglich sind speziell die Gewichtslimiten von Bedeutung. Die Achslast – das von den Rädern einer Achse oder Achsgruppe auf die Fahrbahn übertragene Gewicht – beträgt für einen Einachs-Anhänger maximal 10 t. Bei einer Untenanhängung sind 3 t Stützlast erlaubt, so dass bei einem solchen Gefährt ein maximales Gesamtgewicht von 13 t zulässig ist. Je nach Achsabstand beträgt die maximale Achslast bei einem Tandemfahrwerk zwischen 11 und 20 t, bei einem Tridemfahrwerk zwischen 21 und 27 t. Neben den Abmessungen (maximale Breite 2.55 m, Höhe 4 m und Länge 12 m) sind insbesondere die Vor-

Diese drei Fragen sind bei einem Güllefass zu klären: • Lässt sich bei einer maximal zulässigen Achslast von 10 t das Güllefass legal ganz füllen? • Kann der Traktor die notwendige Stützlast übernehmen? • Sind Gewichtsreserven für mögliche Aufbauten beim Fass (z.B. Schleppschlauchverteiler) vorhanden?

schriften für Anbaugeräte zu beachten. In diesem Zusammenhang stellt sich schnell die Frage, ob bei einem Güllefass überhaupt noch Gewichtsreserven für einen Schleppschlauchverteiler vorhanden sind.

Problemzonen Aufgrund der gesetzlichen Vorschriften kann man einfach ausrechnen, dass man mit einem einachsigen 9000-l-Fass mit grosser Be-

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LANDTECHNIK

Das Anhängesystem hat einen Einfluss auf die Stützlast (v.l.n.r.): «Kugel-Zugöse 80» (3 t zulässige Stützlast), «Hitchring fix 50» (3 t) und «Zugöse 40» (1.5-2 t).

Feld verbunden ist. Es gibt aber auch Vorteile. Neben der generellen Verbesserung der Gewichtssituation weist ein Tandemfahrwerk in der Regel bessere Fahreigenschaften auf. So werden Schläge besser absorbiert und ein Aufschaukeln, wie bei grossrädrigen Einachsern bei hoher Geschwindigkeit zu beobachten, ist weniger ein Thema. Durch Zwangslenkungen kann man zudem den Nachteil der Manövrierfähigkeit wettmachen.

Grafik 1: 8000-l-Fass: Legal unterwegs, mit Reserven Eigengewicht 4000 kg

8000 Liter

3000 kg

9000 kg

Dieses Gefährt ist legal unterwegs, die Achslast beträgt 9 t, die Reserve für einen Schleppschlauchverteiler liegt bei 1 t. Würde das Fass oben angehängt, wäre das maximal zulässige Gesamtgewicht schon ohne zusätzlichen Anbau erreicht (alle Gewichte gerundet).

Grafik 2: 9000-l-Fass: Legal unterwegs, ohne Reserven

Anbaugeräte Um die Ammoniakreifung schon bald einmal an die Grenze stösst. Ab 10 000 l und einer Achse wird es dann besonders problematisch: Ein solches Fass darf in der Regel nicht ganz befüllt werden. Gewisse Hersteller lösen dieses Problem, in dem der Füllstandsanzeiger so justiert ist, dass dieser bereits unterhalb der maximal möglichen Füllmenge «Fass voll» signalisiert. Wird ein Fass oben angehängt, reduziert sich die zulässige Stützlast auf 2 t. Das wiederum bedeutet, dass im Vergleich zur Untenanhängung 1 t mehr auf die Achse drückt und das Problem weiter verschärft. Zu beachten gilt in diesem Zusammenhang, dass bei gewissen Traktoren die erlaubte Stützlast des Anhängers durch die zulässige Hinterachslast oder Zugeinrichtung des Schleppers nicht voll ausgenutzt werden kann. Tiefer in die Zwickmühle gerät man zudem mit Auf- oder Anbauten wie Schleppschlauchverteiler. Je nach Ausführung kommen so 500 bis über 1000 kg mehr Gewicht hinzu, das sich aufgrund der Hebelwirkung zudem überproportional auf die Achslast auswirkt.

Lösungsansätze Wie bereits erwähnt, besteht der einfachste Lösungsansatz darin, dass man ein hinsichtlich der Gewichtslimiten problematisches Güllefass nicht ganz füllt. Doch, wer investiert schon gerne in ein Gerät, das er nicht in vollem Umfange nutzen kann? Besser ist es, wenn man sich bei einem Fass ab 9000 l bereits vorzeitig mit alternativen Achsvarianten beschäftigt. Für schweizerische Verhältnisse im Vordergrund steht dabei die Tandemachse, deren Anschaffung mit einem höheren Preis und gewissen negativen Eigenschaften (z. B. Manövrierfähigkeit) im UFA-REVUE · 1 2011

Emissionen zu verringern, haben einige Kantone damit begonnen, Schleppschlauchverteiler mit finanziellen Beiträgen zu fördern. Schleppschläuche sind deshalb im Trend. Will man ein Fass mit einer Schleppschlauchverteilung ausrüsten, sind jedoch Vorabklärungen bezüglich Gewichtsverteilung, Tragkraft der Achsen und Reifen notwendig. Häufig sind bei Fässern die Achslasten für ein Anbaugerät zu knapp bemessen. In vielen Fällen wird sogar die Stützlast durch den Anbau eines Schleppschlauchverteilers zu gering, weil durch die Hebelwirkung die Anhängung entlastet wird. Es ist deshalb vorteilhaft, wenn der Verteiler möglichst nahe am Fasskörper montiert wird. Für das Anfahren bei einer Steigung von 15%, was vom Strassenverkehrsgesetz verlangt wird, benötigt man einiges an Stützlast. Um einer optimalen Gewichtsverteilung und der Einhaltung der Achsbelastung nachzukommen, muss die Achse eventuell nach hinten verschoben werden, was bei gewissen Fässern heute möglich ist.

Fazit Pro Jahr werden in der Schweiz rund 500 Güllefässer in verschiedenen Grössen verkauft. Dieser Markt wird von Produkten einheimischer Hersteller (rund 30 %) sowie ausländischer Fabrikanten bestritten. Ein Blick in die Angebotspalette zeigt, dass im kritischen Bereich von 8000 bis 10 000-l-Fässern verschiedene Anbieter mit einachsigen Fahrzeugen auf dem Markt präsent sind. Alleine der Fahrzeughalter ist dafür verantwortlich, dass ein Gefährt gemäss der Gesetzgebung legal unterwegs ist. Beim Kauf eines Güllefasses (oder generell bei Maschinen) empfiehlt es sich aber, den folgenden Grundsatz in den Kaufvertrag einzubinden: «Das Fahrzeug

Eigengewicht 4000 kg

9000 Liter

3000 kg

10 000 kg 4.5 m Das maximal zulässige Gesamtgewicht ist so erreicht.

Grafik 3: 10 000-l-Fass: Nicht legal unterwegs Eigengewicht 4500 kg

10 000 Liter

3000 kg

11 500 kg

Dieses Fass ist, wenn es ganz gefüllt ist, nicht mehr legal unterwegs.

Grafik 4: 8000-l-Fass mit Schleppschlauchverteilung 700 kg Eigengewicht 4000 kg

8000 Liter

3000 kg

10 000 kg 9000 kg ohne Schleppschlauch 9960 kg mit Schleppschlauch 4.0 m 5.5 m

Durch die Hebelwirkung drückt das Gewicht des Schleppschlauchverteilers von 700 kg mit 960 kg auf die Achse. Berechnung dieser zusätzlichen Achslast: 700 kg x 5.5m / 4 m = 960 kg. Im befüllten Zustand besteht somit nur noch eine Reserve von 40kg.

entspricht den aktuellen Anforderungen der Strassenverkehrsgesetzgebung». Neben dem Gesamtgewicht, den Achs- und Stützlasten sind zusätzlich das vom Hersteller angegebene Garantiegewicht des Geräts, die Tragfähigkeit der Reifen, die maximale Stützlast des Traktors und die Auswirkungen der gewählten Anhängevariante in die Überlegungen einzubeziehen. 䡵

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur

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LANDTECHNIK

Die Technik-Trends an der Sima INTERNATIONALE AUSSTELLUNGEN werden immer wieder dazu benutzt, technologische Neuheiten zu präsentieren und deren Markteinführung – nicht selten spektakulär – zu starten. Eine Jury der Sima hat die eingereichten Innovationen nicht nur rein technologisch, sondern auch aufgrund ihrer Nachhaltigkeit beurteilt.

Jean-Bernard Montalescot

Man kann im Vorfeld der Sima, die vom 20. – 24. Februar in Paris stattfinden wird, insgesamt drei grosse Tendenzen bei den landtechnischen Innovationen feststellen. Sie könnten für sich alleine einen Wendepunkt in der Landtechnik markieren. Es sind dies: • Multiple Kommunikationssysteme. • Technische Weiterentwicklung von Werkzeugen zur Entscheidungshilfe. • Wirtschaftliche Verwaltung von Maschinen und Betriebsmitteln.

Kommunikationssysteme Der Traktor, der bisher in der gesamten Steuerung der angekoppelten Maschinen eine dominante Rolle spielt, gerät in arge Bedrängnis. Neu findet die Kommunikation von Traktor und Maschine in beiden Richtungen statt. Für die partnerschaftliche Arbeit mit seinen Partnern Pöttinger und Grimme erhält John Deere eine Goldmedaille für ein System,

mit dem die Rundballenpresse den Traktor steuert. So stoppt die Presse den Traktor, wenn das Auswerfen der Ballen bevorsteht. Eine weitere Goldmedaille wird Case IH zugesprochen und zwar für die Steuerungs-Synchronisation von zwei Fahrzeugen, einer selbst fahrenden Erntemaschine und einem Traktor mit seinem Anhänger. Fahren die beiden Fahrzeuge Seite an Seite (z.B. während des Abtankens eines Mähdreschers), so wird die Fahrgeschwindigkeit des Traktors vom Mähdrescher bestimmt, so dass eine optimale Befüllung des Anhängers resultiert. Eine weitere Innovation in diesem Sektor betrifft die Computer gestützte Kontrolle der Aussaat (von Agrotronix). Mit diesem System wird jede Unregel-

mässigkeit bei der Aussaat gemeldet, so dass der Anwender sofort reagieren kann. Kverneland bringt eine neue IsobusKonsole auf den Markt, über die gleich zwei Anbaugeräte vom Traktor aus gesteuert werden können. Die Konsole ist sowohl GPS – wie auch Internet – fähig und kann Daten für die Rückverfolgbarkeit erfassen.

Werkzeuge zur Entscheidungshilfe Zum ersten Mal wird an der Sima ein Produkt präsentiert und auch kommerzialisiert, das mit neuer Bildverarbeitungstechnik Pflanzen erkennen kann und insbesondere in der Lage ist, Nutzpflanzen von Unkraut zu unterscheiden. Tecnoma erhielt für dieses System von der Jury eine silberne Aus-

Mähdrescher und Traktor bilden «Signalgeber und -empfänger», diese «Vehicle-to Vehicle»-Technologie von Case IH wird bei den Sima Innovation Awards mit einer goldenen Medaille ausgezeichnet.

Tabelle: Sima-Auszeichnungen Goldmedaillen Case IH Irrifrance John Deere Silbermedaillen Agrotronix Claas Case IH New Holland Franquet Isagri Kverneland Sulky Burel Tecnoma

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Vorrichtung für die automatische Synchronisation von zwei Fahrzeugen Elektrische Beregnungsanlage Isobus-Kommunikationssystem Traktor und Anbaugerät Steuerungssystem für die Verteilung von Hofdüngern Raupenlaufwerk für Mähdrescher Stufenlose Zapfwelle Etikettiersystem für Quaderballen Elektronisches System für die Steuerung und Kontrolle von Bodenbearbeitungsmaschinen Multipler Bordcomputer Isobus-Konsole mit Doppelbildschirm Düngerverteiler mit Optimierung der Streubreite Bildverarbeitungssystem für das Erkennen von Pflanzen 1 2011 · UFA-REVUE


LANDTECHNIK

Reiseangebot zur Sima Für UFA-Revue-Leser bietet Promosalons, die offizielle Schweizer Vertretung der Internationalen Fachmessen in Frankreich, ein exklusives Angebot an. Das Angebot beinhaltet die Hin- und Rückfahrt mit der Bahn (TGV) in 2. Klasse und zwei Übernachtungen im zentral gelegenen Hotel «All Seasons Chateau Landon Gare de l‘Est» sowie die Eintritte zur Messe. Die genauen Reisedaten: • 20. Februar 2011 – Hinreise: Genf ab 7.41 Uhr; Lausanne ab 7.22 Uhr; Zürich ab 7.00 Uhr: • 22. Februar 2011 – Rückreise: Paris ab 18.09 Uhr (nach Genf); Paris ab 17.58 Uhr (nach Lausanne); Paris ab 18.24 Uhr (nach Basel/Zürich). Die Preise: • Hotel (Basis Doppelzimmer): 250 Fr. • Reise (Bahnfahrt 2. Klasse): 300 Fr.

zeichnung zugesprochen. Sollte sich dieses in der Praxis bewähren, wäre eine Unkrautbekämpfung mit lokaler Applikation von Pflanzenschutzmitteln möglich. Die Rückverfolgbarkeit von landwirtschaftlichen Erzeugnissen wird an Bedeutung gewinnen. New Holland hat ein System (silberne Auszeichnung) entwickelt, das diese Rückverfolgbarkeit auch für Raufutter ermöglicht, indem Ballenpressen mit elektronischen Etiketten versehen werden, auf denen diverse Angaben während des Pressvorgangs gespeichert sind. Claas erfüllt ein altes Anliegen der Jäger und lanciert für Mähmaschinen eine Überwachungskamera auf Infrarot-Basis, die das Erkennen von Wildtieren in Futterbeständen ermöglicht.

Wirtschaftlicher Einsatz von Maschinen Die Firma CBM hat eine automatische Kupplungsvorrichtung entwickelt, mit der ein Traktor einen Anhänger ohne menschliche Bedienung angekuppelt und auch wieder gelöst werden kann. Durch ein Splintsystem wird die Kupplungsachse in dem Moment freigegeben, in dem die Zugöse des Anhängers mit der Kupplungseinheit des Traktors in Kontakt kommt. Claas erhält für das neu entwickelte Raupenlaufwerk für Mähdrescher eine UFA-REVUE · 1 2011

Silbermedaille. Dieses Laufwerk ermöglicht – rein technisch, vorbehalten bleiben länderspezifische Begrenzungen – erstmals Geschwindigkeiten von 40 km/h. Zusammen mit einem kompatiblen Strassenprofil verbessert dieses Laufwerk die Tragfähigkeit der Maschinen und reduziert dabei die Verdichtung der Böden. «Warum hat man nicht schon früher daran gedacht?» Diese Frage stellt sich, wenn man die mit einer silbernen Auszeichnung prämierte, stufenlos regelbare Zapfwelle von Case IH studiert. Durch diese stufenlose Regelung der Zapfwelle können die Anbaugeräte künftig stets den aktuellen Bedingungen angepasst werden. Dabei kann mit einer möglichst niedrigen Motordrehzahl gefahren werden, was das Gerät schont und zusätzliche Energieeinsparungen erlaubt. Für eine elektrische Beregnungsanlage bekommt Irrifrance eine Goldmedaille. Die Anlage gewährleistet eine optimale Beregnungsdichte und Verteilung des Wassers. Durch eine Reduzierung des Drucks werden zudem Wasser- und Energieeinsparungen erreicht sowie bei der gleichzeitigen Applikation von Dünge- oder Pflanzenschutzmitteln die Aspekte des Umweltschutzes besser berücksichtigt. 䡵

Gold auch für John Deere: Sensoren im angebauten oder angehängten Gerät steuern den Traktor so, dass dieser stets mit optimaler Geschwindigkeit und Zapfwellenleistung arbeitet. Unter anderem wird auch der Haltevorgang des Traktors beim Ballenauswurf von der Presse gesteuert.

Interessenten melden sich direkt bei: Promosalons (Suisse) Sàrl, Brüggstrasse 1, 2503 Biel, 寿 032 365 55 80, www.promosalons.ch switzerland@promosalons.com

Autor Jean-Bernard Montalescot ist Technologie-Experte der Sima, Beauftragter für wirtschaftliche Förderung beim Cemagref (französisches Zentrum für Landtechnik, Gewässer und Forstwesen) und Mitglied der Académie d'Agriculture de France (frz. Akademie für Landwirtschaft). Die Sima ist die internationale Fachmesse für Land- und Tierzuchttechnik. Alle zwei Jahre treffen sich dort über 1300 Aussteller mit insgesamt 1400 Marken. Die Zahl der Besucher betrug in den letzten Jahren über 200 000. Die 74. Auflage der Sima findet vom 20. bis 24. Februar 2011 auf dem Ausstellungsgelände Paris-Nord Villepinte statt.

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NEUHEITEN KNOW-HOW

Krone EasyCut – fßr den besseren Schnitt

Exklusivvertrieb von Gruber Miststreuern

Die Krone-Scheibenmähwerke der Baureihe EasyCut stehen fßr saubere und exakte Mäharbeit. Der geschlossene, rundum verschweisste Mähholm ist wartungsfrei und bleibt auch nach langjährigem Einsatz dicht und in Form. Die grossdimensionierten Stirnräder im Ölbad halten allerhÜchsten Dauerbelastungen stand und ßberzeugen durch besondere Laufruhe. Langsam drehende Stirnräder ßbertragen die Hauptantriebskräfte bis zum Ende des Mähholmes. Vorgelagerte Satellitenräder treiben mit hoher Dreh-

An der Agrama feierte Althaus die Premiere im Vertrieb von Maschinen des Üsterreichischen Maschinenbauers Gruber, der ein vollständiges Programm von Miststreuern herstellt, die sich hervorragend fßr das Schweizer Grßnland eignen. Die Otto Gruber GmbH ist in der Schweiz vor allem fßr ihre AufbauLadewagen bekannt. Sie beliefert damit namhafte Hersteller von Transportern als Erstausrßster. Bei den Miststreuern steht eine komplette Typenreihe mit Nutzlasten von 3 – 5 bis 10.5 t zur Verfßgung. Jeder Miststreuer von Gruber kommt mit einem Feinstreuwerk auf den Markt, dessen Streubild auch die anspruchsvollsten Kunden begeistern wird. Zudem sind serienmässig alle Stahlteile feuerverzinkt, was zusammen mit der ausgezeichneten Fertigungsqualität eine lange Lebensdauer der Maschinen garan-

zahl die Mähscheiben an. Die vorversetzten Scheibenantriebe bewirken eine bessere Ăœberlappung der Messerlaufbahnen. Das Ergebnis ist ein absolut perfektes Mähbild. Neu ist beim Krone Frontmähwerk die im Dreipunkt-Anbaurahmen integrierte Federentlastung ÂŤFloatÂť. Das ÂťFloatÂť-Mähwerk folgt allen Bodenunebenheiten, hinterlässt ein gleichmässiges Mähbild und legt das Futter sauber ab. Aufgrund der Kinematik zwischen Federn und Schwingen bleibt der eingestellte Auagedruck auch bei Bodenunebenheiten gleich. Das ÂŤFloatÂťSystem lässt sich sehr leicht an Traktoren mit unterschiedlichen AnbauhĂśhen anpassen. GVS Agrar AG, 8207 Schaffhausen,  052 631 19 00 info@gvs-agrar.ch www.gvs-agrar.ch

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tiert. Althaus ßbernimmt per sofort exklusiv den Vertrieb der Gruber Miststreuer fßr die ganze Schweiz. Die Modellpalette von Gruber ergänzt das bestehende MiststreuerAngebot von Althaus und fßllt perfekt die bisherige Lßcke zwischen den grossen Muldenstreuern von Joskin und den Seitenstreuern von StÜckl. Althaus AG, 3423 Ersigen,  034 448 80 00 www.althaus.ch

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KURZMELDUNGEN PFLANZENBAU

Waldboden ist Boden des Jahres 2011 Die bodenkundliche Gesellschaft der Schweiz hat den Waldboden zum Boden des Jahres 2011 deklariert. Aktuell sind 31 % der Fläche der Schweiz mit Wald bedeckt. Der Boden unter diesen Wäldern ist vielfältig und oft noch naturbelassen. Sprichwörtlich unter den Füssen verborgen, erbringt der Waldboden unbezahlbare Leistungen für eine gesunde und ökologisch funktionsfähige Umwelt. So ist er Wasserspeicher und -filter für Trinkwasser, die in ihm lebenden Mikroorganismen bauen riesige Mengen an Blättern und Holz ab, er ist ein CO2-Speicher und ein Lebensraum mit grosser Biodiversität. Die aus Luftfremdstoffen gebildeten und mit den Niederschlägen in den Boden eingetragenen Säuren überfordern heute zunehmend die

Pufferkapazität vieler Waldböden. Dies beschleunigt den natürlichen Versauerungsprozess, die Bodenfruchtbarkeit nimmt schleichend ab und letztlich verschlechtern sich die Lebensbedingungen für Wurzeln und Bodentiere. Hinzu kommt, dass gelegentlich unsachgemäss eingesetzte Maschinen bei der Holzernte das Hohlraumsystem der Waldböden beeinträchtigen oder gar schädigen können. Die internationale bodenkundliche Union hat den 5.

Dezember jeweils zum Weltbodentag erklärt. Die bodenkundliche Gesellschaft der Schweiz macht mit der Deklaration des Waldbodens zum Boden des Jahres 2011 auf dessen vielfältige Aufgaben für Natur und Mensch aufmerksam. Damit will sie dazu beitragen, dass man sich der Bedeutung des Bodens bewusster wird. Die Wertschätzung für die Böden ist Voraussetzung für den sorgsamen Umgang mit der Bodenfläche und mit der Ressource Boden.

Erfolgreicher Abschluss der Rübenverarbeitung 2010

Schutz des Bodens

Die Macht der Untermieter

Die Berner Bauernorganisation Lobag wehrt sich gegen den Sachplan Fruchtfolgeflächen. Der Richtplan müsse so angepasst werden, dass die Landwirtschaft genügend hochwertige Fruchtfolgeflächen bearbeiten könne. Ferner müssten die Fruchtfolgeflächen im Umfeld von Fliessgewässern als gleichwertig betrachtet werden. Durch Renaturierungen dürfen nicht Hunderte Hektaren an Fruchtfolgeflächen vernichtet werden.

Bis heute lassen sich Milben wegen ihrer Widerstandskraft nur schwer bekämpfen. Mitarbeiter der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART versuchen nun, die Artenvielfalt mit Bakterien, welche die Fortpflanzung der weiblichen Milben beeinflussen, gezielt zu verändern. Die Forscher wollen nun herauszufinden, ob sich die Macht dieser Bakterien gegen die schädlichen Milben einsetzen lässt. Man könnte beispielsweise Milben künstlich mit den Bakterien infizieren, so dass sie empfindlicher auf Pestizide reagieren. Wenn sich diese Bakterien auf die gesamte Milbenpopulationen ausbreiten, würde das diesen Schädling schwächen und man könnte ihn mit Pestiziden leichter bekämpfen.

Mitte Dezember konnte in den Zuckerfabriken Aarberg und Frauenfeld die letzte Rübe der Verarbeitung zugeführt werden. Bei einer gesamtschweizerischen Erntemenge von 1 303 000 t Rüben resultiert ein mittlerer Hektarertrag von 72 t. Es kann somit von einer guten Ernte 2010 gesprochen werden. Demgegenüber übertrafen die Zuckergehalte mit 18.5 % alle Erwartungen. Aufgrund der Flächenreduktion fiel die Verarbeitung rund 3 Wochen kürzer aus als im Vorjahr. In Frauenfeld dauerte die Kampagne 72 und in Aarberg 76 Tage. Sie war geprägt durch günstige Erntebedingungen, einige technische Pannen in den Fabriken sowie durch äusserst schwierige Witterungsverhältnisse in den letzten Kampagnewochen.

UFA-REVUE · 1 2011

Naturnahe Firmenareale Erstmals im Rahmen des InterregProgramms, bei dem Deutschland, Österreich, Schweiz und Liechtenstein involviert sind, fand eine Expertenkonferenz statt. Bislang wurden in diesem Programm «Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein» 73 Projekte genehmigt und mit 20 Mio. Euro EU- und 6 Mio. Euro Schweizer Fördermittel unterstützt. In vielen Projekten soll die Biodiversität der Region gefördert werden. Ziel eines neuen Projekts ist die Ökologisierung von Firmengeländen als Beitrag zum Schutz der Biodiversität.

Nützliche Mikroben aus der Flasche? «Effektive Mikroorganismen» – so heisst ein kommerzielles Produkt aus 80 verschiedenen Mikroben, das die Bodenfruchtbarkeit und das Pflanzenwachstum verbessern soll. In einer Studie von Agroscope ART wurde jedoch keine Wirkung gefunden. Das Produkt soll Pflanzen üppiger wachsen lassen und die Fruchtbarkeit der Böden verbessern. «Effektive Mikroorganismen» (EM) heisst es, besteht aus Wasser, Hefepilzen, Milchsäure- und Photosynthesebakterien und wird in Flaschen vertrieben. Zum Einsatz kommt es vor allem im biologischen Landbau zur Förderung der Gesundheit von Tieren und Böden und zur Verbesserung des Pflanzenwachstums. Ein Versuch der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART zeigte, dass EM weder einen Einfluss auf das Wachstum der Pflanzen hatten noch den Boden verbesserten. Im vierjährigen Feldversuch unter Bio-Bewirtschaftung baute man Kartoffeln, Wintergerste, Luzerne und Winterweizen an mit praxisüblichen Hofdüngergaben und Einarbeitung der Ernterückstände. Ein Teil der Versuchsflächen erhielt regelmässige EM-Gaben als Spritzpräparat. Ein weiterer Teil wurde mit so genanntem «Bokashi» behandelt, pflanzlichem Material, das mit Hilfe von EM fermentiert wurde. Die Kontrollgruppe erhielt weder EM noch «Bokashi». Das Resultat: Bei keiner Pflanzenart hatte EM eine Wirkung auf das Wachstum der Kulturen. Ebenfalls untersucht wurde die Wirkung von EM auf die Bodenfruchtbarkeit. Veränderungen bei den Mikroorganismen zeigen als Frühwarnsystem positive oder negative Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit. EM beeinflussten hier weder die Menge der Bodenmikroorganismen noch die Zusammensetzung.

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PFLANZENBAU

Mikronährstoffe für Höchsterträge wichtig RAPSDÜNGUNG Raps hat neben Stickstoff und Schwefel einen hohen Bedarf an Spurenelementen. Die Wirkung der Mikronährstoffe wird dabei meistens unterschätzt, da die Konzentration im Pflanzengewebe oft im Bereich von Millionstelgrammen liegt.

Heinz Mathys

Bei Höchsterträgen und damit steigendem Bedarf an Mikronährstoffen steigt auch die Bedeutung dieser Nährstoffe in der Düngung. Wenn ein Pflanzenbestand an Mikronährstoffmangel leidet, wird zuerst die Ertragsgrenze unterschritten. Der Ertrag geht zurück, ohne dass schon Mangelsymptome erkennbar sind. Das nennt man latenten Mangel. Erst wenn typische Verfärbungen auftreten, ist der zweite wichtige Grenzwert, die Symptomgrenze, unterschritten. Für die Praxis bedeutet das im ersten Fall, dass die Anwendung von Mehrnährstoffdüngern übers Blatt vor-

Entscheidend bei Blattdüngern: Bindungsform und Formulierung Vor allem die Wachsschicht des Blattes kann die Passage für gelöste Nährstoffe erschweren. Dies beruht auf den grundsätzlichen Funktionen der Wachsschicht, die Pflanze vor übermässiger Transpiration, Erhitzung und Schadorganismen zu schützen und Nährstoffverluste aus den Blattzellen zu vermeiden. Zunehmende Luftfeuchtigkeit führt zur Quellung der oberflächennahen Wachsschichten, so dass gelöste Nährstoffe leichter bis zur darunterliegenden Zellschicht diffundieren können. In neuen wissenschaftlichen Untersuchungen wurde inzwischen bestätigt, dass als Blattdüngung angebotene Nährstoffe auch in nennenswertem Umfang über die Spaltöffnungen ins Blattinnere gelangen können. In den zur Blattdüngung verfügbaren Produkten können die Spurenelemente in Form von wasserlöslichen Salzen, verdünnten Säuren oder Chelaten vorliegen. Die metallischen Spurenelemente Kupfer, Eisen, Mangan und Zink werden überwiegend als leicht lösliche Salze der Schwefelsäure (Sulfate) verabreicht. Bor und Molybdän werden als anionische Spurenelemente in der Regel als Natriumsalze angeboten. Aus Versuchen ist bekannt, dass die Anwendung von Spurenelementen wie auch von Magnesium als sulfatische Salze zu Verätzungen führen kann. In der Kombination mit Fungiziden wurden im Einzelfall auch Ertragsdepressionen hervorgerufen. Spurenelemente, die z.B. als Carbonatsalze in Suspensionen vorliegen, lassen eine etwas geringere Löslichkeit erwarten. Eine gleichwertige Nährstoffwirkung wird durch entsprechende Formulierungszusätze unterstützt. Dr. Stefan Weimar, Fachbereich Landwirtschaft, SLVA Bad Kreuznach-Simmern

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sorgenden Charakter hat. Ist allerdings die Symptomgrenze unterschritten, dann müssen gezielt hohe Gaben des fehlenden Elementes zur Anwendung kommen. Oft enden solche Symptombekämpfungen erfolglos, da die Ertragsgrenze bereits unterschritten worden ist, und der Einsatz nur noch schadensbegrenzende Funktion hat. Mehrnährstoffdünger enthalten vom Einzelnährstoff zu wenig, um einen bereits optisch sichtbaren Mangel zu beheben. Bei regelmässiger, organischer Düngung sind die meisten Mikronährstoffe in ausreichender Menge im Boden vorhanden. Ob sie für die Pflanzen im Boden auch verfügbar sind, wird von vielen Faktoren beeinflusst (Witterung, Bodenbearbeitung, Bodenart, Antagonisten).

Bor hat für die Rapspflanzen eine besondere Bedeutung. Bor ist indirekt an vielen hormonellen Regelkreisläufen in der Pflanze beteiligt. Bor fördert die Zellteilung, ist wichtig für die Befruchtung und die Ausbildung der Körner. Weiter ist Bor zusammen mit Kalium mitverantwortlich für die Winterhärte der Rapspflanze. Bor-Mangel zeigt sich durch ein verzögertes Streckungswachstum, gestauchte und verdickte Stängel und einen unregelmässigen Schotenansatz. Unter Stressbedingungen kann die Bor-Verfügbarkeit für die Pflanzenwurzel herabgesetzt sein. Daher kann trotz ausreichender Gehalte im Boden eine zeitlich begrenzte Unterversorgung der Pflanzen auftreten. Bei Bedarf sollte spätestens beim Knospenansatz BorDünger gespritzt werden. Mischungen mit Pflanzenschutzmitteln sind dabei in der Regel möglich.

Der Mangan-Bedarf bis über 1 kg/ha wird beim Raps häufig unterschätzt. Probleme bei Mangan-Mangel ergeben sich häufig bei hohen pH-Werten. Schon ab einem pH-Wert 7 können Mangelsymptome auftreten. In diesem Fall sind ebenfalls zu Wachstumsbeginn bis spätestens zum Knospenansatz Blattdüngungsmassnahmen vorzunehmen. Mit einer ausreichenden ManganVersorgung wird die Winterfestigkeit und Krankheitsresistenz gestärkt. Molybdän als essenzieller Mikronährstoff wird von den meisten Pflanzen nur in geringen Mengen benötigt, ist aber für die Nitrat-Reduktase und somit für die Aminosäurenbildung in der Pflanze unentbehrlich. Die Rapspflanze hat mit rund 0.04 g/dt Korn Rapsertrag einen der höchsten Molybdän-Bedürfnisse. Molybdän wird am besten bei hohen pH-Werten gelöst und stellt somit keine grösseren Probleme auf den meisten Rapsstandorten dar. Das Problem liegt darin, dass dem Raps im Frühling grosse Mengen an Schwefel über den Wurzelraum zugeführt werden. Das ist auch wichtig, da dieser Schwefel benötigt wird. Da Schwefel aber stark versauernd wirkt, wird über die Faserwurzeln der Rapspflanze grössere Mengen saures CO2 ausgestossen und somit der pH-Wert abgesenkt. Dadurch wird die Verfügbarkeit des Molybdäns stark eingeschränkt. Begleitmassnahmen (Molybdän-Düngung über das Blatt) schafft dabei Abhilfe. Neu auch flüssig Das neue «Photrel flüssig» ist vor allem anwenderfreundlicher geworden. Die flüssige Formulierung bietet folgende Vorteile. 1 2011 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

Raps hat neben Stickstoff und Schwefel einen hohen Bedarf an Spurenelementen.

• Einfaches Abmessen der Aufwandmenge (Litermassbecher). • Kein vorgängiges Auflösen. • Kein Staub. • Einfach verschliessbar. • Keine Rückstände von Trägerprodukten in Filter. • Weniger Abnützung der Düsen durch Trägerstoffe. Dabei mussten aber einige Kompromisse eingegangen werden. Aufgrund der chemischen Zusammensetzung ist es nicht möglich, viele Nährstoffe zusammen mit Schwefel in einer flüssigen Formulierung herzustellen. Da Raps einen sehr hohen Bedarf an Schwefel aufweist und somit Schwefel zu den Hauptnährstoffen zählt, wird Schwefel vorzugsweise über den Boden gedüngt, wo er in Sulfatform sehr gut über die Wurzeln aufgenommen wird. Die Behandlung über das Blatt mit Spurenelementen macht aus den oben erwähnten Gründen viel mehr Sinn. Tritt unerwartet Schwefelmangel auf, kann der formulierte Blattdünger «Azos» (340 g/l Schwefel) beige-

mischt werden. Auf Grund des hohen Schwefel-Bedarfs scheint die Düngung über das Blatt fast homöopathisch und wird einfacher über den Boden erledigt.

Keine

Kompromisse wurde

hingegen bei der Formulierung gemacht. Das Produkt bietet alle Vorteile der Aufnahme, Wirksamkeit und Mischbarkeit der bekannten Landor «Yara Vita»-Produkte. Nicht die Menge ist entscheidend, sondern die Wirksamkeit und Aufnahmefähigkeit über das Blatt sowie die Mischbarkeit mit Pflanzenschutzmitteln bestimmt die Wirtschaftlichkeit.

Zur Anwendung wird empfohlen, das Produkt mehrmals in kleineren Mengen anzuwenden. Da gewisse Nährstoffe in der Pflanze schlecht wandern aber trotzdem in allen wichtigen Wachstumsstadien wichtig sind, drängt sich eine Behandlung mit der Pflanzenschutzdurchfahrt auf:

• Herbstanwendung mit Fungizid (2 l/ha): Erhöht die Winterfestigkeit, reduziert Krankheitsdruck, verstärkt die Wurzelbildung. • Anwendung mit Mittel gegen den Stengelrüssler (2 l/ha): Sichert die Molybdän-, Mangan- und BorVersorgung. • Anwendung mit Mittel gegen den Rapsglanzkäfer (2 l/ha): Sichert die Molybdän-, Mangan- und Bor- Versorgung. 䡵

Autor Heinz Mathys, Landor Beratungsdienst, 4127 Birsfelden Gratis-Beratungstelefon 寿 0800 80 99 60, www.landor.ch, info@landor.ch In der neuen Düngerliste 2011 finden Sie das gesamte Landor Sortiment in übersichtlicher Form nach Nährstoff- und Produktgruppen aufgelistet.

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Tabelle: Raps hat folgenden Bedarf an Spurenelementen Bedarf Raps bei 40 kg/a Empfehlung über Bodendüngung Empfehlung über Blattdüngung 3 x 2 l Photrel

Bor 300 – 400 g 500 – 2000 g 300 g

Mangan 650 – 850 g 500 – 1000 g 420 g

Molybdän 7–9g – 24 g

Schwefel 50 – 80 kg 50 – 80 kg –

Magnesium 15 – 25 kg 15 – 25 kg 790 g

YA 4.10

Bild: agrarfoto.com

Photrel

jetzt flüssig! 50 g / l Bor, 70 g / l Mn, 4 g / l Mo, 133 g / l Mg, 103 g / l Ca, 79 g / l N Sichert den Ertrag Ihrer Rapsbestände zuverlässig ab Wichtige Zufuhr von Mikronährstoffen übers Blatt Optimale Winterhärte und N-Ausnutzung Einfache Anwendung zusammen mit Pflanzenschutz 2 l im Herbst, 2 x 2 l im Frühjahr

Gratis-Beratung 0800 80 99 60 0800 LANDOR landor.ch LANDOR, fenaco Genossenschaft Auhafen, 4127 Birsfelden Telefon 061 377 70 70 Fax 061 377 70 77 E-Mail info@landor.ch

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Aufwertung kann sich auszahlen EXTENSIV BEWIRTSCHAFTETE WIESEN Lohnt sich die Investition mehrerer hundert Franken zur Erneuerung extensiv genutzter Wiesen, wenn sogar bei intensiven Wiesen oft darauf verzichtet wird? Diese Frage stellten sich Freiburger Landwirte im Jahr 2005, die an Vernetzungsprojekten teilnehmen und für die ökologische Aufwertung ihrer extensiven Wiesen eine fachliche Begleitung wünschten.

Pierre Aeby

Stefan Dubach

Für die Neuansaat einer extensiven Wiese braucht es laut Direktzahlungsverordnung eine Bewilligung für die chemische Entfernung der Vegetation. Zudem muss für die Saat zwingend eine Blumenmischung verwendet werden. Angesichts der sehr hohen Kosten für Saatgut und Anbau kann ein Misserfolg teuer werden.

Erprobtes Vorgehen Vor der Aufwertung wurden die Wiesen besichtigt und jene mit den grössten Erfolgsaussichten ausgewählt: Mehrjährige extensive Bewirtschaftung, flachgründiger Boden und Ausrichtung nach Süden. Schliesslich wurden 11 Parzellen für die Erneuerung ausgewählt. Acht Parzellen wurden im Frühjahr 2005 nach folgendem Verfahren mit der Standardmischung «Salvia 450» neu angesät: • Behandlung der bestehenden extensiven Wiese mit einem Totalherbizid Ende März.

• Flache Bodenbearbeitung mit der Kreiselegge. Teilweise waren zwei Durchgänge notwendig. • Breitsaat mit pneumatischer Sämaschine und anschliessendem Walzen in der zweiten Aprilhälfte. • Blacken- und Schneckenkontrolle während der Keimung. Allgemein wurde das Auflaufen und die Entwicklung als gut beurteilt. Die neunte Parzelle wurde gepflügt. Das Auflaufen entwickelte sich ähnlich wie bei den acht ersten Parzellen. Im Gegensatz sind aber viele Blacken gekeimt. Die Erneuerung der Parzelle zehn erfolgte mit Direktsaat. In den beiden ersten Jahren wurden zwischen dem erneuerten und nicht erneuerten Teil kaum Unterschiede festgestellt. Im sechsten Jahr hingegen hat sich das Ergebnis der aufgewerteten Wiese verbessert. Es entwickelten sich mehrere Blumen, wenn auch in geringen Anteilen. Die elfte Parzelle wurde ohne Bodenbearbeitung und ohne Glyphosateinsatz lediglich übersät. Der Erfolg war praktisch null.

Erwünschte Arten nach ÖQV Die Artenvielfalt wurde im ersten, zweiten und sechsten Jahr nach der Aufwertung mit Hilfe eines Botanikers beurteilt. Dank der Aufwertung konnte die Artenzahl, insbesondere die Arten nach ÖQV, erhöht werden. Im sechsten Jahr wurden zwischen 7 und 19 Arten der ÖQV-Liste (Grafik) auf zehn der elf Parzellen vorgefunden. Im zweiten Jahr lagen diese Zahlen sogar noch höher: Ein klares Indiz, dass zahlreiche Arten zwar auflaufen, aber auch rasch wieder verschwinden. Um den Erfolg einer Aufwertung zu beurteilen muss man also etwas Geduld haben. Die Artenzahl alleine reicht aber noch nicht aus, um den ÖQV-Bonus für die zehn Parzellen zu erhalten. Verlangt sind zwar nur sechs Arten, sie müssen aber regelmässig in einer gewissen Anzahl vorkommen. Interessanterweise hat sich die Artenvielfalt auch auf den direkt anliegenden, aber nicht aufgewerteten Parzellen leicht erhöht (Grafik). Die Heubereitung

Herstellung von Heusaatgut • Eine blumenreiche und unkrautarme Wiese frühmorgens mähen. Im Mittelland ist das ungefähr Ende Juni. Kontrollieren, ob die Samen reif sind. • Die frisch geschnittenen Pflanzen aufladen und auf der gewünschten Parzelle, die flach bearbeitet wurde, verteilen (Handarbeit!). • Das Verhältnis zwischen Spenderwiese und zu erneuernden Wiese ist 1:2. • Ein oder zwei Durchgänge mit dem Kreiselheuer, damit die Samen auf den Boden fallen. Die Reste müssen nicht entfernt werden. Erfahrungen zeigen, dass mit dieser Technik die Erfolgsaussichten gut sind. Der Anteil Handarbeit ist aber recht hoch. Es sollte nicht mit einer zu grossen Fläche begonnen werden.

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Erfolgsfaktoren für eine ökologische Aufwertung von extensiven Wiesen sind nährstoffarme, leichte und flachgründige Böden an sonnigen Standorten. 1 2011 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU hat offenbar die Versamung begünstig, auch wenn die Ausbreitung über die sechs Jahre nur wenige Meter betrug.

Tabelle: Pflanzengruppen auf aufgewerteten Wiesen Gruppe

Blumen zeitweise unbeständig Mit der botanischen Erhebung auf den elf Parzellen konnten die gesäten und spontan gewachsenen Arten in vier Gruppen eingeteilt werden (Tabelle). Zu den sicheren Werten gehören typische Pflanzen von extensiven und wenig intensiven Pflanzen des Mittellandes wie die Margerite oder Salbei. Überraschend gehört Fromental nicht zu dieser Kategorie. Es konnte sich kaum drei bis vier Jahre halten. Die Folge ist eine Ertragsabnahme der Wiese. Ursache für das Verschwinden des Fromentals kann eine fehlende Versamung oder ein zu starker Rückgang der Bodenfruchtbarkeit sein. Im zweiten Fall wäre die Mischung «455 Broma» die bessere Wahl gewesen.

Aufwertung kostet viel

Die Kosten für das empfohlene Vorgehen betragen über 2200 Fr./ha. Neben dem Saatgut mit 1300 Fr. entstehen zusätzliche Ausgaben für das Herbizid, die Bodenbearbeitung, die Aussaat und den Ertragsverlust. Es ist jedoch ziemlich gewagt zu sparen, ohne das Risiko für einen Misserfolg zu erhöhen. Ein feines Saatbeet durch eine leichte Bodenbearbeitung scheint wichtig zu sein. Verteilt man die anfallenden Kosten auf fünf Jahre, beträgt die jährliche Belastung 440 Fr. Die ÖQV-Prämie von gegenwärtig 1000 Fr./ha würde eine Aufwertung rechtfertigen. Zudem kann diese Investition auch für andere Programme inte-

Beispiele

«Margerite» – die sicheren Werte Pflanzenarten, die auf den meisten Parzellen auftreten und bei denen die Chance gross ist, dass sie sich behaupten können. Witwenblume, Bocksbart, Wiesenpippau, Salbei, Flockenblume, Spitzwegerich, Ruchgras, kleiner Klee, Weissklee, scharfer Hahnenfuss und Löwenzahn.

vor Aufwertung Arten nach ÖQV-Kriterien restliche Arten

nach Aufwertung Arten nach ÖQV-Kriterien restliche Arten

Anzahl Arten

40 35 30 25 20 15 10 5 0

1

2

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3

4

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«Fromental» – die Aufbrausende Pflanzen, die auf den meisten Parzellen auftauchen, sich aber nicht behaupten können.

«gemeines Leimkraut», die Eintagsfliegen Pflanzen, die nur auf einzelnen Parzellen auftreten und sich nicht behaupten können.

Zittergras, rauer Löwenzahn, aufrechte Trespe, Glockenblume, Luzerne, Ferkelkraut, Labkraut, Wundklee, Klappertopf, Skabiose.

Rotschwingel, Bitterkraut, Sauerampfer, kleiner Wiesenkopf, Schotenklee, Knaulgras, Goldhafer, Rotklee, gemeines Rispengras und Bärenklau.

Echte Kamille, Fingerkraut, Mittelwegerich, Frauenmantel, Gänseblümchen, Kuckucksnelke, Esparsette, Vergissmeinnicht, breiter Wegerich, Schafgarbe, Storchenschnabel.

ressant sein (z.B. IP-Suisse). Um die Kosten beim vorgeschlagenen Verfahren zu begrenzen, soll nochmals auf einige wichtige Punkte hingewiesen werden: 1. Nur Parzellen oder Teilstücke erneuern, bei denen eine gute Chance besteht, die Blumenvielfalt zu erreichen und zu erhalten. Günstige Voraussetzungen sind eine mehrjährige Bewirtschaftung ohne Dünger, flachgründiger Boden, südseitige Ausrichtung, leichte Sommertrockenheit und leichte Böden. Für Parzellen, die noch vor kurzem in der Furchtfolge waren, ist das Risiko für einen Misserfolg gross. 2. Wenn keine Problempflanzen vorhanden sind, kann auf das Totalherbizid verzichtet werden. 3. Das im Handel erhältliche Saatgut kann durch eine Heusaat ersetzt werden (Kasten). 4. Die Bodenbearbeitung einschränken: Pflügen ist nicht erforderlich. Das Eggen für ein flaches Saatbeet genügt.

Grafik 1: Anzahl Arten vor und sechs Jahre nach der Aufwertung

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«Platterbse» – Pokerarten Pflanzen treten nur vereinzelt auf den Parzellen auf, jedoch mit sehr guten Aussichten, sich zu behaupten.

6 7 Parzellen

8

9

10

11

Die Pflanzen der neu angesäten Fläche (mittlerer Teil) verbreiten sich auch nach 6 Jahren nur wenig über die restliche Parzelle.

Bei Direktsaat sollte die bestehende Wiese vor der Saat sehr kurz geschnitten werden. In jedem Fall darauf achten, dass die Saattiefe 1 cm nicht überschreitet. Die gemachten Erfahrungen zeigen, dass eine Erneuerung dann grosse Chancen auf Erfolg hat, wenn die Wiese bereits nährstoffarm ist und das technische Verfahren richtig angewendet wird. Diese Untersuchung der Ökoqualität ist mit einer intensiven landwirtschaftlichen Nutzung kompatibel. Jeder Futterbaubetrieb hat unterschiedliche Parzellen. Tiefgründige Böden können intensiv, flachgründige Böden eher extensiv bewirtschaftet werden. Es ist möglich die Interessen einer dynamischen, produktiven und diversifizierten Futterproduktion unter einen Hut zu bringen und damit auf intelligente Art die Wertschöpfung jeder Parzelle zu erhöhen. 䡵

Autoren Pierre Aeby und Stefan Dubach, Landwirtschaftliches Institut des Kantons Freiburg, 1725 Posieux

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PFLANZENBAU

Die richtige Sortenwahl treffen MAISANBAU 2011 Die Versuchsergebnisse von 2010 liegen vor und ermöglichen Sortenvergleiche an verschiedenen Standorten. Trotz eines kalten Frühlings und eines insbesondere während der Blütezeit trockenen Sommers liegen die Erträge im Bereich des letzten Jahres mit Ausnahme der frühen Silogruppe, die leicht darunter liegt (weniger als 10 –15 %).

Jean-Paul Krattiger

Um die beste Sorte wählen zu können, muss der Bauer vorgängig die klimatischen Bedingungen seiner Region und die Bodenbeschaffenheit seiner Parzellen gut kennen. Abhängig von ins Auge gefassten Aussaatund Erntedaten ermöglichen ihm diese Informationen insbesondere den Reifetyp zu bestimmen. Weiter muss der Produktionstyp (Körner- oder Silomais) sowie der geplante Verwendungszweck des Maises berücksichtigt werden. Aus der Grafik geht hervor, dass die Sortenwahl nicht nur die agronomische Performance (Ertrag, Krankheitsresistenz, Jugendentwicklung usw.) umfasst, sondern auch die Qualitätskriterien (Stärkegehalt und Verdaulichkeit der Pflanze). Bei der Sortenwahl müssen der Produktionstyp sowie der geplante Verwendungszweck berücksichtigt werden.

Grafik: Prozedere bei der Sortenwahl Wie die Sorte bzw. die Sorten wählen Nutzungsrichtung Körnermais • Produktivität • Reifetyp • lokale Bedingungen

Nutzungsrichtung Silomais Fleischproduktion • sehr stärkehaltiger Mais

Ration mit weniger als 50 % Mais • sehr stärkehaltiger Mais

Milchproduktion

Ration mit mehr als 50 % Mais • ausgewogene Sorte (Verdaulichkeit – Stärke)

Unter Beizug der obigen Kurzangaben und mit Hilfe der Ergebnisse aus den Maisversuchen, die Agroscope, der Beratungsdienst UFA-Samen oder die Branchenorganisation «swissgranum» mit der empfohlenen Sortenliste zur 28

Verfügung stellen, sollte die richtige Sortenwahl für die entsprechende Nutzung kein Problem darstellen.

Neuheiten für 2011 Die Limagrain Gruppe, Züchterin des berühmten «LG 11» und seit 40 Jahren in der Schweiz präsent, schlägt eine neue Sortenpalette mit leistungsstarken Eigenschaften sowohl für die Mast als auch die Milchproduktion vor. Mit der Auswahl soll die Verdaulichkeit von Blättern und Halmen gefördert werden. Praxisversuche wiesen eine signifikante Verbesserung der Produktion bei der Verwendung von Sorten mit dem LG-Animal-NutritionGütezeichen auf. Syngenta präsentiert ebenfalls ein für unsere Bedingungen

geeignetes Sortensortiment. Die anderen Züchter bieten die gleichen bewährten Sorten an.

Verschiedenes Die technische Kommission von «swissgranum »trifft sich am 19. Januar 2011 zur Erstellung der empfohlenen Sortenliste. Angesichts der ersten Versuchsergebnisse wird voraussichtlich nur eine geringe Anzahl neuer Sorten aufgenommen werden. 䡵 Autor Jean-Paul Krattiger, UFA-Samen, 1400 Yverdon Beratung Die Beratungsdienste von UFA-Samen und UFA beantworten gerne Fragen zur Mais-Nutzung an der «Swiss Expo» in Lausanne vom 13. bis 16. Januar 2011 (Stand 1513, Halle 15) oder an der «Tier&Technik» in St. Gallen vom 24. bis 27. Februar 2011.

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Fast ein halber Liter mehr Milch IN FÜTTERUNGSVERSUCHEN des holländischen Forschungsinstituts Schothorst Feed Resarch/Lelystad konnte nachgewiesen werden, dass mit LG Animal Nutrition Mais, das heisst der Verfütterung einer besser verdaulichen Maissorte, die Milchproduktion erheblich gesteigert und auch der Fett- und Proteingehalt der Milch erhöht werden konnte.

Klaus Hasenclever

Gemäss Maiszüchter Limagrain liefern die Untersuchungen des Forschungsinstituts Schothorst Feed Resarch den Beweis, dass die neuen Sorten «LG 30.218» und «LG 32.34» – die auf den Sortenlisten die Durchschnittswerte für die ernährungsphysiologisch wichtigen Merkmale übertreffen – von einer signifikant höheren Futterverwertung profitieren. Der Berechnung wurde die gleiche TS-Aufnahme wie bei den Vergleichsorten zugrunde gelegt. Die Milchkühe im mittleren Laktationsstadium des Forschungsinstituts wurden mit den Sorten «LG 30.218» und «LG 32.34» gefüttert und produzierten im Vergleich zur Kontrollsorte 0.43 kg beziehungsweise 0.29 kg mehr Energie korrigierte Milch (ECM). Gemäss Limagrain ergaben sich aus den Untersuchungen wertvolle Hinweise über den TS-Verzehr von Maissorten mit unterschiedlichen Nahrungsqualitäten. Das Unternehmen hat bereits mitgeteilt, die Fütterungsversuche weiterzuführen, und ist überzeugt, den niederländischen und natürlich auch allen anderen interessierten Milchkuhzüchtern mit dem Spezialprogramm LG Animal Nutrition, das auf gute landwirtschaftliche Maissorten mit erhöhtem Nährwert setzt, eine wichtige Dienstleistung zu bieten.

Die Fütterungsversuche mit drei repräsentativen Gruppen zu 16 Kühen wurden im vergangenen Sommer während neun Wochen durchgeführt. In der dreiwöchigen Anfangsphase erhielten die Tiergruppen eine Standardration bestehend aus 52 % Silomais (gleiche Mi30

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Fast ein halber Liter mehr kann produziert werden, wenn in der Ration die richtige Maissorte verwendet wird.

schung der drei untersuchten Sorten, das heisst «LG 30.218» und «LG 32.34» sowie die Kontrollsorte), 35 % Grassilage und 13 % proteinhaltigem Ergänzungsfutter. Dieses Verhältnis wurde für den Versuch auf 60 % Silomais (für jede Gruppe mit 16 Kühen eine andere Sorte), 25 % Grassilage und 15 % proteinhaltige Ergänzung abgeändert. Die Aufnahme von Futter und Nährstoffen, die Milchproduktion und das Gewicht der Tiere wurden beobachtet und bei jeder Kuh individuell festgehalten, zudem lieferten die Milchproben Informationen zur Milchzusammensetzung (Tabelle 1 mit den Futterwerten der Maissilage).

Mehr Milch, mehr Einkommen Es liegt auf der Hand, dass bei einer Futteraufnahme von 23 kg TS pro Tag und Tier während diesen sechs Versuchswochen eine hohe Milchproduktion erzielt wurde (Tabelle 2). Die Kühe lieferten durchschnittlich 33 kg Milch pro Tag, ausgedrückt in Energie korrigierter Milch (ECM) mit Spitzenresultaten für die Sorten «LG 30.218» und «LG 32.34». Es versteht sich von selbst, dass diese Mehrleistung auch eine positive finanzielle Auswirkung hat.

Vollständiger Nährwert Limagrain wollte mit dem im Institut Schothorst durchgeführten Fütterungsversu-

Tabelle 1: Ergebnisse der Futterwerte der Maissilage TS-Gehalt (g/kg) Milch (ECM) Stärkegehalt Verdaulichkeit (DC-NDF in %)

Kontrollsorte 347 958 338 51.2

LG 30.218 329 981 355 55.5

LG 32.34 332 993 350 53.9

Tabelle 2: Auswirkung der Maissorte auf die Milchproduktion TS-Aufnahme pro Tier und Tag (kg) Milchfettgehalt (%) Milcheiweissgehalt (%) Milchzuckergehalt (%) Futterverwertungsindex Milchproduktion (kg ECM pro Tier und Tag)

chen nachweisen, dass Maissorten mit hohem Stärkegehalt und einer hohen Faserverdaulichkeit die beste Nettoenergie für hohe Milchproduktion und Milchinhaltsstoffe liefern. Nicht nur der Stärkegehalt, sondern alle Futterwertbestandteile einer Sorte sind relevant, da sich eine Maispflanze aus über 60 % weiteren Inhaltsstoffen zusammensetzt, die auch den Verdauungstrakt der Kuh durchlaufen müssen und folglich einen erheblichen Einfluss auf die Futterverwertung haben. Mit der Einführung dieser Sorten mit komplettem Nährwert aus dem neuen Programm von LG Animal Nutrition möchte Limagrain den Züchtern Maissorten liefern, die sich im Hinblick auf Produktion und Milchzu-

Kontrollsorte 23 4.23 3.50 4.52 1.42 32.76

LG 30.218 23 4.32 3.59 4.53 1.44 33.19

LG 32.34 23 4.26 3.55 4.53 1.44 33.05

sammensetzung beim Raufutter unterscheiden. Ausser der frühen Sorte «LG 30.218» und der mittelfrühen Sorte «LG 32.34» kündigen sich für die nächste Saison mit «LG 30.211» (erste Sorte der sehr frühen Gruppe) sowie den Sorten «LG 30.222» und «LG 30.225» weitere vielversprechende Sorten an. 䡵

Weitere Informationen Klaus Hasenclever, International Area Manager, Limagrain Europe, D-58093 Hagen klaus.hasenclever@limagrain.com

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Maissortenwahl 2011: Lehren aus der Praxis ziehen!

Aktuell befinden sich knapp 60 Maissorten auf der empfohlenen Liste von «swissgranum».

Für Fragen fenaco Sursee, Dominik Fischer  058 433 65 88

Momentan sind knapp 60 Sorten auf der empfohlenen Sortenliste (ESL) von «swissgranum» Silo- und Körnermais für den Anbau nördlich der Alpen aufgeführt. Somit besteht für Sie eine ausreichende Auswahlmöglichkeit. Die Kunst besteht jetzt darin, für den eigenen Betrieb und die eigenen Ansprüche die am besten geeignete Sorte zu finden. Das Maisjahr 2010 brachte sehr grosse Sorten-spezifische Unterschiede. Die frühe Saat im April, mit anschliessender Kaltwetterperiode im Mai, die grosse Hitze im Juni, mit zuletzt sehr knapper Wärmesumme im Herbst, konnten nicht alle Sorten gleich gut wegstecken. Die einen wurden mit Helminthosporium Blattflecken befallen, andere hatten Probleme in der Standfestigkeit und Einzelne Typen verfärbten sich gelb, weiss und/oder rot. In der Summe dieser Ent-

wicklung brachten solche Bestände im Vergleich zum Vorjahr bis über 20 % tiefere Erträge. Gefragt sind also nicht die Schönwettersorten, sondern solche, die auch unter schwierigen Bedingungen sichere Erträge bringen!

Lehren für den Anbau Folgende Lehren können für den Anbau 2011 aus den Erfahrungen der Vorjahre gezogen werden: Silomais • Silomais nicht im April säen. ➠ Aprilsaaten geben weniger Ertrag. • Helminthosporium-Anfälligkeit beachten. • Herbizidstrategie überdenken. ➠ Pflanzenschutzberater gefordert! • Silomais konnte 2010 mehrheitlich erst nach dem 20. Mai gesät werden! ➠ Diese späte Saat muss nicht zwangläufig einen negativen Ertragseinfluss nach sich ziehen.

Körnermais • Ziel: Kornfeuchte unter 34 %. • Standort ist entscheidender als die Sorte. • Der Mais ist eine Wärmesummekultur! ➠ Frühreife der Sorten unbedingt dem Standort anpassen. • Nicht zu dicht säen, 8 – 9 Pflanzen/m2. • Rücksichtsvoller Herbizideinsatz. • Frühe Saaten reifen früher ab! Trotzdem soll der Saatzeitpunkt durch den Bodenzustand und die Wetteraussichten und nicht vom Datum bestimmt sein. • Zu späte Stickstoff-Gaben verzögern die Abreife. ➠ Gülle und vor allem Mist liefern den Stickstoff spät nach.

Frühbezug

Früher Einkauf lohnt sich! Profitieren Sie jetzt von den attraktiven Frühbezugskonditionen. Ihre LANDI gibt Ihnen gerne nähere Auskunft.

Das Maisjahr 2010 brachte grosse Sorten-spezifische Unterschiede, die es nun zu beachten gilt.

GVS Schaffhausen, Daniel Item  052 631 17 65 LV St. Gallen, Albert Fässler  071 226 77 60 fenaco Winterthur, Hanspeter Hug  058 433 76 04 fenaco Yverdon, Lukas Aebi  024 424 01 43 fenaco Lyssach, Andreas Wyss  034 448 18 61

Lassen Sie sich bei der Bestellung vom UFASamen Beratungsdienst in Ihrer Nähe beraten. Infos zu den Mischungen gibt es auch im UFASamen Feldsamenkatalog (in Ihrer LANDI) oder via www.ufasamen.ch.

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1 · 11

Tabelle: Liste der empfohlenen Sorten Silomais

Körnermais

frühreif Ampezzo Coxximo LG 30.222 Pralinia NK Gitago LG 32.12 LG 30.222

mittelfrüh LG 30.218 Amadeo LG 32.20 Ciclixx

mittelspät DK 287 NK Silotop Marcello

DKC 2960 LG 32.20 NK Cooler

DKC 3420 LG 32.58

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Schnitt, das Gras wird geschnitten und wächst besser nach, geringer Kraftbedarf, top Zustand, Fr. 1600  078 744 30 32 Kehrsaugmaschine Hako-Hamster, 700 V, Benzinmotor, Arbeitsbreite 75 cm, ab grossem Service, wie neu, NP Fr. 4950, VP Fr. 2100; Handkehrmaschine Hako-Flipper, Arbeitsbreite 67 cm, Fr. 180; Motorsäge Oleomac / Efco, neu, 70 cm, NP Fr. 1680, VP Fr. 850  078 744 30 32 Silowasserpresse, 3.5 m, Fr. 350; Silowasserpresse, 3 m, Fr. 300  079 679 10 22 Mistkran Griesser 1614, top Zustand, Fr. 7800  079 720 11 20 Drainagelöffel, 40 cm, inklusive Hydraulikzylinder, für Mistkran Griesser, Fr. 700  079 720 11 20 Subaru Impreza Turbo 2.0 l, Kombi, Allradantrieb, Jg. 1999, 174'000 km, neue Bremsen, Fr. 10'900; Autoanhänger Humbaur HS 300, Gesamtgewicht 3000 kg, Nutzlast 2460 kg, Ladefläche 150 cm x 295 cm, 1. Inverkehrsetzung 2001, letzte MFK 2005, Fr. 2490  078 744 30 32 Kipper Branter, mit Aufsatz, 7 t, hydr. Bremse, neu bereift, Fr. 5500  079 720 11 20 Doppelräder 13.6R38, neu, Patent Müller, 5 Arm, passend zu 540 - 65R34,  079 765 20 26 2 Förderschnecken, Ø 10 cm, 9 m und 9.5 m lang  052 657 19 01 Brennholzfräse, mit Elektromotor, Fr. 100; Einachsanhänger, mit Auflaufbremse, 1.6 x 4 m, Fr. 100  079 720 11 20

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Silohäcksler Epple Blasius 936, Elektromotor 15 PS, Schleifvorrichtung, Tisch hochklappbar, Fr. 900  079 321 91 93

Anhänger, leicht, mit Brücke, 3 x 1.5 m, Stützrad, Beleuchtung; Gartenzaungeflecht, Höhe 120 cm; Wagenräder, alt  055 284 14 18

Glocken, Treicheln, Schellen, von klein bis gross, Albertan mit Jahrzahl, Biägi, Peter Berger, Gusset, Morier, Chamonix, Muotathaler Treicheln, Preise nach Absprache; Milchtaussen, 40 l, 50 l, 60 l, pro Stk., Fr. 100  041 832 14 63 Diverse Förderbänder  079 426 06 35 Bauholz, ab Fr. 330 pro m3  079 324 52 25 Milchtank, mit Tauchkühlung, 450 l, an PW, Fr. 2500  079 469 08 85 Silogabel, elektrisch, für Grasentnahme im Hochsilo; Melkboy  041 480 28 36 Traktor Bührer, 55 PS, Jg. 72, Doppelrad ab Platz; Sämaschine Fiona, 3 m mech. Fahrg., 21 Schar., Fr. 1500; Rübenbröckler Van Lengerich, Fr. 900; 2 Doppelräder Schaad, 12.4/11+36, passend zu 16.9+30, Fr. 500  076 564 42 83

Ballenförderband  079 426 06 35 Lagerbehälter, 1 m3, 1 m x 1.20 m, ab Fr. 60  079 426 06 35 Windschutzblache, Länge 3.5 m, Breite 2.5 m, für Stallgebrauch, Fr. 500  079 575 25 52 Scheibenmäher Aebi / Mörtl FTL 210, Arbeitsbreite 2.1 m, zu Aebi TT40 / 50 / 55, Jahrgang 2003, sehr guter Zustand  055 440 34 64 Tank a lait Packo, 800 l, remorque avec citerne trans lait 1050 l exp.  079 736 10 42 Schüttelgraber, passt zu Rapid, Fr. 150  031 747 80 23 Pneu Kleber, 2 Stück, neu, 420/85 R34  078 836 66 22 Kälberiglu, polyester mit Umzäunung, sehr handlich, neu, Fr. 870  079 723 61 25 Kt. BE

Umschlaggerät, für Beton oder anderes, Fr. 900; Silohäcksler Botsch IBR, 25 PS Motor, Fr. 1500  079 723 61 25 Gummiförderband, 7 m  079 426 06 35 Kreiselmäher PZ, 185 cm, mit Knicker, guter Zustand, gezogenes Gerät, Fr. 900  079 464 69 61 Traktor Hürlimann D60, Jg. 1956, schöner Zustand, Fr. 4500  079 723 61 25 Kt. Bern Fütterungscomputer, für Schweine, vollautomatisch, inkl. Silo, Fr. 5000  079 723 61 25 Melkstand Swing over, 2x4 Fischgrät Recordersystem, inkl. 8 Futterschalen, Futterschnecke mit Seilzug, 2 Futtersilos, komplett, Fr. 5200  079 464 69 61 Transporter Rapid Alltrac 1750, mit Verdeck, neue Batterie, Doppelrad, Aufgeb. LW Lüönd, 4 Messer, kleiner Defekt am LW, Fr. 3150  079 464 69 61 Förderband, mit Knick unten, Länge 4 m; Heuverteiler Aebi TL20, neuwertig, demontiert; Heugebläse Taurus; Tränkebecken Laval, alt, blau  076 325 21 77 2-Schar-Pflug Ott, neue Teile, hydraulisch  076 325 21 77 Erntewagen Pöttinger 2, Jg. 1977, top Zustand; Motormäher 606 + B.E.; Feldspritze Birchmeier, 12 m, neue Pumpe 2009  071 917 12 34 Fortsetzung Seite 54 1 2011 · UFA-REVUE


KURZMELDUNGEN

Wahrscheinlichkeit für Beanstandungen nimmt zu nach wie vor bei 80 000 Keimen/ml und 350 000 Zellen/ml. Ab diesem Jahr werden auf jedem Produktionsbetrieb zwei Milchproben pro Monat untersucht (bisher 14 Proben pro Jahr), wodurch wohl auch die Zahl der Beanstandungen zunehmen wird. Eine Erleichterung gibt es dafür bei der öffentlichrechtlichen Milchliefersperre. Sie erfolgt neu anhand des geometrischen Mittelwertes der Keim- und Zellzahl. Mit dieser Annäherung an die EU werden die Milchsperren in der Schweiz insgesamt zurückgehen. Bei den Hemmstoffen hat eine Beanstandung wie bisher in jedem Fall eine Milchsperre zur Folge.

Mit der Neuregelung der Qualitätsbezahlung sollen sowohl über verschärfte Abzüge wie auch mit Zuschlägen zusätzliche Anreize für eine qualitativ hochstehende Milch geschaffen werden. Ziel ist es, das im internationalen Vergleich bereits heute sehr hohe Qualitätsniveau der Schweizer Milch weiter zu verbessern und damit den Qualitätsvorsprung zu halten oder auszubauen. Neu erfolgt bereits bei der ersten Beanstandung der Zellzahl ein Preisabzug. Im Gegenzug soll bei besonders guter Milchqualität ein Zuschlag von 0.5 Rp./kg Milch ausgerichtet werden. Für Käsereimilch, bei der zusätzliche Qualitäts-

anforderungen erfüllt sein müssen, sind weitere Abzüge und Boni möglich. Die Beanstandungsgrenze liegt

SGD im Tierspital Zürich

Verwachsungen wegen Sturz

Werbung mit Tierschutz

Im Raum Zürich und Ostschweiz hat der Schweinegesundheitsdienst SGD seine ehemals zwei Büros auf einen Standort konzentriert. Neu ist der SGD im Tierspital Zürich angesiedelt und via 寿 044 635 82 21 oder sgd.zuerich@suisag.ch zu erreichen.

Qualitätsmängel am Stotzenmuskel («verwachsene Unterspälten»), der hauptsächlich für die Herstellung von Trockenfleisch verwendet wird, treten beim Rindvieh mit den zunehmenden Laufställen häufiger auf. Analysen von Agroscope Liebefeld-Posieux (ALP) zeigen, dass die Verwachsungen mit Verletzungen zusammenhängen, die beim Stürzen auf befestigten Oberflächen entstehen. In der ALP-Untersuchung waren 91 % der Tiere mit verwachsenen Unterspälten in der Vergangenheit gestürzt.

Die Fleischbranchen-Organisation Proviande sieht ihre Priorität darin, die Stärken von Schweizer Fleisch im Inland hervorzuheben und dessen Bedeutung in der Ernährung aufzuzeigen. In den Werbeauftritten soll neu auch auf die hohen Tierschutzanforderungen in der Schweiz aufmerksam gemacht werden.

Handling der neuen Blister Ab 1. März 2011 liefert die Suisag neue Blistermodelle aus mit einem speziellen Übergangsstück, an das der Katheter angesteckt werden kann. Im Januar und Februar finden an 14 verschiedenen Orten KBAbende statt, während denen die Anwendungspraktiken und Vorteile der neuen Blister demonstriert werden. Ein weiteres Referat befasst sich mit der gezielten Wahl von Endprodukteebern. Unter www. suisag.ch («Veranstaltungen») sind die Daten und Orte der KB-Abende aufgeführt. Erforderlich ist eine Anmeldung via 寿 041 462 65 50 oder info@suisag.ch UFA-REVUE · 1 2011

Arbeitsaufwand für Mutterkühe Der Arbeitszeitaufwand für die Mutterkuhhaltung variiert laut Erhebungen von Agroscope Reckenholz-Tänikon zwischen 28 und 120 Stunden und beträgt im Mittel 66 Stunden pro Mutterkuh und Jahr. Über die Hälfte der Zeit fällt auf Routinearbeiten wie Füttern, Misten, Einstreuen oder Zäunen. Für einen erhöhten Arbeitsaufwand sind kleine Bestände, viel Handarbeit, tägliches Einstallen bei Weidehaltung, mehrere Komponenten in der Futterration oder lange Wegzeiten aufgrund auseinander liegender Stallgebäude verantwortlich.

Warum Pass beim Pferd aufbewahren? Pferdeeigentümer wie Besitzer von Stallungen stört es, dass der Pferdepass seit der obligatorischen Pferderegistrierung per 2011 beim Tier deponiert werden muss. Cathy Maret vom Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) erklärt: «Diese Vorschrift hat ihren Grund. Im Seuchenfall müssen die wichtigsten Informationen zur Pferdeidentität ohne langwierige Recherchen im Stall verfügbar sein.» Doch das BVET sei bereit, die jetzige Lösung allenfalls nochmals zu diskutieren.

NUTZTIERE

TS-Bestimmung einfach gemacht Zur Herstellung qualitativ hochstehender Futterkonserven wie Silage oder Heu ist der Gehalt an Trockensubstanz (TS) bei der Ernte ebenso entscheidend wie für eine gezielte Berechnung von Futterrationen. Allerdings hat es bis vor Kurzem keine einfache, günstige und schnelle TS-Messmethode gegeben. Ab Januar 2011 ist nun der «Q-Dry» weltweit erhältlich. Das neue TS-Messgerät arbeitet

vollautomatisch und besteht aus einer integrierten Laborwaage, einer Heizung sowie einem Prozessrechner. Für die TS-Messung werden repräsentative 40 g eines Futtermittels oder einer Mischration benötigt. Der TS-Gehalt kann nach rund 45 Minuten Messzeit auf einem Display in Prozent abgelesen werden. Eine optionale Software erlaubt es, den «Q-Dry» über einen USBAnschluss mit dem Computer zu verbinden. In einer Datenbank können Informationen zu Betrieb, Futterart, Schlag, Datum, Ergebnis und Barcode den Proben zugeordnet und ausgedruckt werden. Der Einführungspreis für den «Q-Dry» beträgt netto 2490 Euro. www.herdenmanagement.com

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 35


BIO-SEITE

Besserer Ausmastgrad dank Pulver DIE KÄLBERMAST ermöglicht es, überschüssige Bio-Milch zu verwerten und dabei einen besseren Preis zu lösen als dies bei einer Milchvermarktung über den konventionellen Kanal der Fall wäre. Der neu erlaubte Einsatz von Milchpulver begünstigt eine höhere Schlachtkörperqualität bei kürzerer Mastzeit.

Alfred Erni

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Besonders bei Kälbern aus Milchrassen ist die Gefahr ungenügend ausgemästeter Schlachtkörper gross. Bild: sinnart.com

Jährlich kommen rund 4500 BioKälber auf den Markt und dazu zirka 6300 Bio-Natura-Beef-Kälber. Neben dem Detailhandel vermarkten auch verschiedene Metzger eine bedeutende Zahl an Bio-Kälbern. Bei vielen Konsumentinnen und Konsumenten ist Bio-Kalbfleisch ein gefragtes Produkt.

Der Deckungsbeitrag liegt in der Bergzone bei rund 600 Fr. je Platz und Jahr (inklusive Direktzahlungen). Das ist mindestens ein Sechstel mehr als beispielsweise mit der Remontenproduktion drinliegt. Idealerweise wird bei der Vermarktung der Kälber die Nachfrage berücksichtigt. Die besten Preise löst man in den Wintermonaten.

Verbot aufgehoben

Seit diesem Jahr darf Bio-Milchpulver an Bio-Tiere verfüttert werden. Bisher galt ein Verbot mit Ausnahmen, beispielsweise bei Drillingsgeburten von Schafen. Milchüberschüsse, Proteinmangel und die suboptimale Schlachtqualität von BioMastkälbern hatten die Delegiertenversammlung der Bio-Suisse im Frühling 2010 dazu bewogen, einem gezielten Einsatz von Milchpulver zuzustimmen. Die Ration eines Mastkalbes muss mindestens zu 1000 l aus Vollmilch bestehen.

Milchüberschüsse Jährlich werden rund 15 Millionen Kilogramm BioMilch deklassiert und zum grossen Teil konventionell vermarktet. Mit der Verwertung von Bio-Milchpulver über die Bio-Kälbermast soll ein Teil der saisonalen Überschüsse in den Bio-Kreislauf zurückfliessen. Proteinmangel

Eine Rolle spielte bei der Aufhebung des Milchpulver-Verbots weiter, dass per 2012 auch Schweine und Geflügel zu 100 % mit Bio-Futter versorgt werden sollen und dass bereits jetzt viel Protein (Bio-Soja) importiert werden muss. Es handelt sich um ein Potenzial von bis zu 750 t biologisches Rohprotein pro Jahr, das aus den BioMilchüberschüssen in Form von Pulver gewonnen werden könnte.

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BIO-SEITE 55 % mit Fettklasse 1 und 2

Tabelle 1: Tränkeplan für ein Bio-Mastkalb

Während laut Schlachtauswertungen rund 80 % der Knospe-Kälber eine gute Fleischigkeit in den Klassen T bis C aufweisen, haben über die Hälfte (55 %) einen ungenügenden Ausmastgrad (Fettklasse 1 oder 2). Dies einerseits bedingt durch die Genetik, aber auch durch die Fütterung. Die Fetteinlagerung macht das Fleisch aromatischer und zarter und spielt für die Beliebtheit eine entscheidende Rolle. Für ein Kalb mit Fettklasse 1 zahlt Bell, der wichtigste Verarbeiter von Bio-Kalbfleisch, nicht den Bio-Preis. Durch den Fettklassenabzug oder den fehlenden Bio-Zuschlag resultieren Verluste für den Tierhalter von 200 bis 350 Fr. pro Kalb.

Variante 100 % Vollmilch Mast- Flüssigkeitsauf- UFA 213 woche nahme (l / Tag) (g / l Milch) 1 09 – 11 0 2 10 – 12 0 3 11 – 13 10 4 12 – 14 20 5 13 – 15 30 6 14 – 16 45 7 14 – 16 60 8 14 – 16 60 9 – 12 14 – 16 60

Eine bedarfsgerechte Energieversorgung bedeutet mehr Trockensubstanz in der Endmastration. Sie verbessert die Schlachtresultate und verkürzt die Mastzeit. Die UFA AG hat deshalb die Kälbermilch UFA 213 entwickelt, welche sich zur Vollmilchergänzung mit 10 bis 30 % der Trockensubstanz-Ration eignet (Tabelle). Je nach Rasse, Geschlecht, Gewicht, Gesundheitszustand, Stalltemperatur, Hygiene und Tränkequalität variiert die Flüssigkeitsaufnahme bei Kälbern. Entsprechend ist die Pulverdosierung anzupassen. Bei längerer Lagerung des Flüssigproduktes muss Vollmilch gekühlt werden.

Neue UFA-Kälbermilch UFA 213 setzt sich wie folgt zusammen: • Rohprotein: 170 g / kg • Rohfett: 160 g / kg • Vitamin A: 28000 IE / kg • Vitamin D3: 7000 IE / kg • Vitamin E: 85 IE / kg Besonders an UFA 213 ist der hohe Anteil an gut verdaulichem Milchprotein, während der Anteil an pflanzlichem Protein möglichst tief gehalten wird. Auch die verwendeten Kohlenhydrate sind für das Kalb gut verdaulich. Herkömmliche Bio-Nährmehle bringen gegenüber dem alleinigen Einsatz von Vollmilch zwar eine Verbesserung. Milchpulver ist teurer, löst sich aber besser auf in der Milch, wird lieber aufgenommen, ist besser verdaulich und hat einen bedeutend höheren Fettgehalt. UFA-REVUE · 1 2011

Variante 70 % Vollmilch (1000l) Wasser UFA 213 (% von Milch) (g / l Milch) 30 10 20 10 10 15 0 15 0 30 0 45 0 60 0 60 0 60

Tagungen zu «Chancen in der Bio-Tierhaltung» UFA, Bio-Suisse und regionale Bio-Berater orientieren an Fachtagungen über die erfolgreiche Bio-Tierhaltung (jeweils ab 9.30 bis zirka 15 Uhr): • 16. Februar 2011 auf Bio-Betrieb Scheuber, Via Lucmagn 29, 7180 Disentis (neuer Laufstall für Kühe mit Hörnern). Anmeldung bis 4. Februar an UFA-Beratungsdienst, Tel. 058 434 13 00, bdwil@ufa.ch. • 15. März 2011 im Restaurant Chutzen, 3124 Belpberg. Besichtigung der Bio-Betriebe Ramser und Messerli (Milchvieh, Pouletmast, Schweinezucht). Anmeldung bis 8. März an UFA-Beratungsdienst, Tel. 058 434 10 00, bdzollikofen@ufa.ch. • 24. März 2011 im Restaurant «Zum weissen Rössli», 8932 Mettmenstetten. Besichtigung des Bio-Betriebs Buchmann, Eichhof, 8934 Knonau (Milchvieh, Legehennen). Anmeldung bis 15. März an UFABeratungsdienst, Tel. 058 434 12 00, bdsursee@ufa.ch. In Referaten werden neue Produktionspotenziale, Aktualitäten vom Milchmarkt, 100 % Bio-Fütterung und der Futtergetreide-Anbau thematisiert. Nach dem gemeinsamen Mittagessen finden Betriebsbesichtigungen statt. Pro Bio-Tagung verlosen die UFA-Beratungsdienste unter jenen, die sich rechtzeitig anmelden, vier Futtergutscheine im Wert von 150 Fr.

Ergänzung mit Dürrfutter

Für die Zufuhr von Eisen wird den Bio-Kälbern etwas Dürrfutter verabreicht. So ist es in den Richtlinien der Bio-Suisse vorgeschrieben. Mit der Aufnahme von Dürrfutter werden die notwendigen Vitamine des B-Komplexes im Pansen gebildet und müssen nicht im Milchpulver enthalten sein.

Verdauungsstörungen können die Zunahmen von Mastkälbern stark reduzieren. UFA-Antifex enthält einen Milchsäure-Bakterienstamm, der im Darm natürlich vorkommt und das Immunsystem stimuliert. Er fördert die nützlichen Darmbakterien und verhindert die Vermehrung unerwünschter Keime. Bei Kälbern ist das automatentaugliche UFA-Antifex jederzeit einsetzbar, auch kurz vor dem Schlachten (enthält kein Eisen). UFA-Antifex wird während mindestens fünf Tagen über das Futter verabreicht oder bis sich der Kot stabilisiert hat. 䡵

KURZMELDUNGEN

Remonten gut anfüttern Die Nachfrage nach Bio-Remonten à 200 kg und mindestens 50 % Mastrassen-Anteil zur Ausmast steigt. Dies unter anderem, weil der Detailhandel das Bio-Weide-Beef-Programm ausdehnt. Für Mutterkuhbetriebe ist die Remontenproduktion eine Alternative, wenn die Tiere den Ausmastgrad innert zehn Monaten nicht erreichen sowie bei mangelndem Stallplatz oder Futterangebot. Wichtig ist, dass die Remonten zwei Wochen vor dem Betriebswechsel abgesetzt werden und gelernt haben zu fressen. Nur so entwickeln sie sich auf dem Mastbetrieb erfolgreich. Um eine ausreichende Nährstoffversorgung übers Absetzen hinaus zu garantieren, empfiehlt sich die Ergänzung eines Kraftfutters. Besonders gern gefressen werden Kombi-Futter (Flocken und Würfel) wie UFA 170 Bio. www.ufa.ch, www.anicom.ch

Neue Kriterien für Fleckviehstiere Fleckviehstiere mit Kleeblatt verfügen bei Swissgenetics neu über einen Zellzahl-Zuchtwert von mindestens 95 und einen Fitness-Zuchtwert (IFI) von mindestens 104. Stiere mit einem IFI zwischen 104 und 115 oder ohne IFI erhalten die Kleeblatt-Auszeichnung nur, wenn sie sieben respektive acht weitere Kriterien bezüglich Lebensleistung der Vorfahren und Exterieur erfüllen.

Aktionsplan gegen Bio-Importe

Autor Alfred Erni, Leiter Kälberbereich, UFA AG, 9501 Wil. Weitere Tipps rund um die Qualitätsproduktion in der Kälbermast finden Sie im Artikel «Rund ums Einstallen». Bei Fragen zur Fütterung oder zu Tränkeautomaten wenden Sie sich an den UFA-Beratungsdienst. Bezüglich Vermarktung der Mastkälber ist die Anicom der kompetente Partner. www.ufa.ch, www.anicom.ch

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1 · 11

Der Anteil an Bio-Produkten steigt im Lebensmittelhandel. Mit einem Aktionsplan soll der Bund daher die Umstellung von Landwirtschaftsbetrieben auf Bio unterstützen, fordern BioSuisse und verschiedene Parlamentarier. In der kürzlich vorgestellten Agrarpolitik 2017 ist keine Ausdehnung der BioBeiträge vorgesehen. Im Gegensatz zur Schweiz unterstützen EU-Länder die BioLandwirtschaft intensiv via Absatzförderungsmassnahmen. Mit staatlicher Unterstützung exportieren diese Länder auch in die Schweiz und setzen die hiesige Landwirtschaft unter Druck.

Europäische Zertifikatsdatenbank? Europäische Detailhändler fordern europaweit eine zentrale Bio-Zertifikatsdatenbank, wie die «TAZ – die Tageszeitung» berichtet. Dies, weil ein italienischer Lieferant ohne gültiges Zertifikat fälschlicherweise rund eine Million Euro für angebliches BioSchweinefleisch einkassiert hat. 37


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MERKBLATT BERATUNG MANAGEMENT

Wohnrecht und Nutzniessung DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE Auch wenn der Hof an den Junior übergeben ist, schätzt es das ältere Bauernpaar, wenn sie auf dem Hof weiterhin leben können und ihr Zuhause haben. Dafür wird ihnen in den meisten Fällen ein Wohnrecht eingeräumt. Damit man den wohlverdienten Ruhestand geniessen kann, muss vieles geregelt werden.

Gesetzlicher Anspruch

Vertragliche Regelungen

Das bäuerliche Bodenrecht (BGBB) regelt auch die Interessen des abtretenden Bauernehepaares. Artikel 11 BGBB besagt, dass bei einer Erbübernahme, der überlebende Ehegatte, welcher den Hof nicht zu Eigentum beansprucht, ein Anrecht auf die Nutzniessung oder dem Wohnrecht an einer Wohnung hat.

Wohnrechte sind im Kaufvertrag genau zu umschreiben (Anzahl Räume, Alleinnutzung, Mitbenutzung, Nebenkosten). Zur Sicherung des Wohnrechts empfiehlt sich ein Eintrag im Grundbuch. Das Nutzniessungs- oder Wohnrecht ist nicht unentgeltlich einzuräumen, sondern muss entschädigt werden.

Wohnen verursacht Nebenkosten Nebenkosten sind das Entgelt für die Leistungen des Eigentümers, also des Hofübernehmers, die mit dem Gebrauch der Immobilie zusammenhängen, wie zum Beispiel Heizen, Telefon- oder Kabelanschluss, Wasser oder anderes mehr. Die Wohnberechtigten müssen diese Nebenkosten tragen und regelmässig zahlen. Die Abrechnung kann auch nach Richtwerten des schweizerischen Bauernverband erfolgen.

Wohnen um die Ecke: Unterschiedliche Lebensentwürfe bedingen, dass man sich abgrenzt, wichtig ist es, im Notfall einander beizustehen.


MERKBLATT BERATUNG MANAGEMENT Bäuerliches Bodenrecht Artikel 11 BGBB besagt, dass bei einer Erbübernahme, der überlebende Ehegatte, welcher den Hof nicht zu Eigentum beansprucht, ein Anrecht auf die Nutzniessung oder dem Wohnrecht an einer Wohnung hat. Dieser Grundsatz wird so umschrieben, dass die Umstände es zulassen müssen. Es muss also genügend Tabelle 1: Mittlere Lebenserwartung Alter 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99

Männer 28.19 27.28 26.39 25.52 24.65 23.79 22.94 22.10 21.26 20.44 19.62 18.82 18.04 17.26 16.50 15.76 15.02 14.30 13.58 12.87 12.19 11.52 10.87 10.24 9.62 9.02 8.44 7.88 7.34 6.82 6.32 5.84 5.42 5.05 4.72 4.44 4.21 3.96 3.67 3.40 3.14 2.87 2.62 2.42 2.22 2.03

Frauen 34.60 33.66 32.72 31.79 30.86 29.93 29.01 28.09 27.18 26.27 25.36 24.46 23.56 22.67 21.79 20.91 20.04 19.17 18.30 17.44 16.59 15.76 14.92 14.10 13.29 12.49 11.72 10.96 10.24 9.53 8.86 8.21 7.59 7.00 6.45 5.93 5.46 4.99 4.52 4.08 3.66 3.26 2.93 2.68 2.46 2.27

Wohnrechte sind im Kaufvertrag genau zu umschreiben (Anzahl Räume, Alleinnutzung, Mitbenutzung, Nebenkosten).

Wohnraum vorhanden sein, wobei der Betriebsleiter Vorrang hat für eine Wohnung. Der Begriff «Umstände» ist aber auch auf die Personen bezogen. Ging ein jahrelanger Rechtstreit voraus, wird es vermutlich als nicht zumutbar ausgelegt. Anrechnung: Der Wortlaut hält fest, dass das Nutzniessungs- oder Wohnrecht auf Anrechnung der Ansprüche geht. Im Klartext bedeutet dies, dass das Recht etwas Wert ist, also nicht unentgeltlich eingeräumt wird.

Nebenkosten Nebenkosten sind das Entgelt für die Leistungen des Eigentümers/Vermieters, welche mit dem Gebrauch der Immobilie zusammenhängen. Konkret handelt es sich um folgende Kosten (nicht abschliessend): • Heizung – Brennstoff (Holz, Öl, Gas) – Elektrizität für Brenner, Pumpen. – Kaminfeger – Rauchgas-/ Brennholzkontrolle – Tankrevisionen bei Ölheizung • Warmwasser – Wie bei Heizung oder Stromkosten • Betriebskosten – Kehrrichtgebühren (Pauschale und Sackgebühren) – Gebühren für Abwasserreinigungsanlage – Gebühren für Trinkwasserversorgung – Telefon – Kabelfernsehen

Wer bezahlt? Bei Wohnrechtsverhältnissen tragen die Wohnberechtigten die Nebenkosten (BGE 115 II 344), ausgenommen im Kaufvertrag wurde etwas anderes bestimmt. Das ist anders als bei einem Mietverhältnis, wo gemäss Art. 257 Obligationenrecht der Vermieter diese Kosten trägt, ausgenommen im Mietvertrag wurde vereinbart, dass der Mieter dafür aufkommt. Wie viel? Fehlen separate Zähler für Strom, Warmwasser und Heizung kann es sinnvoll sein, die Abrechnung nach Richtwerten zu bemessen. Die vom schweizerischen Bauernverband publizierten Nebenkosten bei Wohnrechten enthalten unter anderem folgende Richtwerte:

Bild: agrarfoto.com

Quelle: Barwerttafeln/Kapitalisieren, Stauffer Wilhelm, Schaetzle Theo, Schaetzle Marc, Weber Stephan, 5. Auflage, Schulthess Zürich

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1 2011 · UFA-REVUE


MERKBLATT BERATUNG MANAGEMENT Unterhalt

Zur Sicherung des Wohnrechts empfiehlt sich ein Eintrag im Grundbuch.

der Wohnung Die Nutzung der Wohnung kann als Mieter, Wohnberechtiger oder als Nutzniesser erfolgen. Wohnen können alle gleich, nur fällt der Unterhaltsanteil zu Lasten des Bewohners ganz unterschiedlich aus und allgemein Rechten und Lasten (Tabelle 1).

Tischrecht Mit dem Wohnrecht wird das Recht auf Wohnen vereinbart, nicht aber auf Pflege. Wurden früher Tischrechte (Recht auf das Verpflegen am Tisch des Betriebsleiters) und auch Pfrundrechte (Wohnen, Essen, Pflege inklusive Pflegekosten) abgeschlossen, beinhalten Nutzniessungs- und Wohnrechte heute in der Regel einfach den Wohnteil. Werden vom Betriebsleiter oder seiner Familie weitere Leistungen erbracht, die deutlich über das gelegentliche Unterstützen hinausgehen, kann dafür eine Entschädigung vereinbart werden. Am besten geschieht dies mit

den Pflegebedürftigen selbst, indem die Leistungen wie Arbeitszeit, Autoentschädigung usw. monatlich bezahlt wird oder als Guthaben in Anrechnung der künftigen Erbschaft akzeptiert wird (schriftlich, unterschrieben, datiert). Pflegeleistungen werden am einfachsten mit einem Stundenansatz (Fr./h) abgegolten. Als Basis dazu können die Ansätze der Spitexorgansisationen von 45 bis 70 Fr. dienen. Handelt es sich um anspruchsvolle Arbeiten (Pflege) sind auch höhere Ansätze gerechtfertigt. Können die pflegebedürftigen Personen die Entschädigung nicht mehr selbst regeln, raten wir dringend dazu, dies im Voraus mit den übrigen Nachkommen abzusprechen und schriftlich festzuhalten.

Ein schwieriger Schritt ist manchmal die Schlüsselübergabe.

Haushaltshilfen werden dem abtretenden Bauernpaar, der Altbäuerin oder dem Altbauern, weitere Dienstleistungen im Haushalt erbracht wie zum

Tabelle 2: Rechte und Pflichten Entstehung Beendigung Nutzung

• Strom: Pro Person und Jahr rund 2500 kWh: Das ergibt bei einem durchschnittlichen Strompreis von 15 Rp/kWh einen Betrag von 375 Fr. pro Person und Jahr. • Wasser: Verbrauch pro Person und Jahr 58 m³: Bei einem Wasserpreis von Fr. 1.40/m³ pro Person und Jahr ergeben sich Kosten von rund 81 Fr. Werden auf der bezogenen Wassermenge Abwassergebühren belastet, sind diese dazu zu zählen. • Heizungskosten: Heizungskosten hängen von der Gebäudeisolation und dem Brennstoff beziehungsweise dem Energieträger ab. Die höchsten Betriebskosten verursachen Elektrospeicherheizungen und Gasheizungen. Mittlere Kosten sind bei Wärmepumpenheizungen zu erwarten. Tiefe Kosten ergeben sich bei Stückholz(wenn die Arbeit nicht gerechnet wird) und bei Ölheizungen. UFA-REVUE · 1 2011

Unterhalt / Nebenkosten

Reparaturen

Vorteil

Nachteil

Nutzniessung öffentlich beurkundeter Vertrag. Grundbucheintrag mit Tod

Wohnrecht öffentlich beurkundeter Vertrag. Grundbucheintrag. mit Tod oder Ende der Aktivität Berechtigte oder Drittperson Unübertragbar, nur (Miete an Berechtigte) persönliche Ausübung Nebenkosten Nebenkosten Werterhalt im Bestand: Werterhalt im Bestand: • periodisch anfallende • Ersetzen von Kochplatten, Ausbesserungen. Wasserhahn, WC-Spülung • Wartungsarbeiten. oder Türschlössern • Pflegearbeiten. • Laufende kleine Reparaturen.

• Malerarbeiten • Ersatz Bodenbeläge (z. B. Teppich) • Ersatz und Reparatur von Einbaugeräten wie Kühlschrank, Geschirrspülautomat, Kochherd, Waschmaschine • Erneuerung elektrischer Anlagen, Heizkessel, Zentralheizung • Verputzarbeiten, Dachreparaturen, usw. • weiterhin Besitzer • Vermietbar

• Malerarbeiten • Ersatz Bodenbeläge (z. B. Teppich) • Ersatz und Reparatur von Einbaugeräten wie Kühlschrank, Geschirrspülautomat, Kochherd, Waschmaschine

• lebenslängliche Nutzungsmöglichkeit

• Objekt muss erhalten • nicht übertragbar werden mit entsprechenden Kostenfolgen.

Mietvertrag Gegenseitige übereinstimmende Willensäusserung. Kündigung oder gemäss Vertragsablauf nach Mietrecht. Unübertragbar, nur persönliche Ausübung Nebenkosten, wenn vertraglich vereinbart. Kleiner Unterhalt: • Ersatz defekte Fensterscheiben • Abdichten von Wasserhahn • Ersatz von Duschschlauch und -brause • Unterhalt und Pflege von Balkon- und Sitzplatzpflanzen • Reparaturen an Türschlössern. keine

• In einigen Kantonen gibt es steuerliche Vorteile. • Flexible Lösung. • «nur» Mietvertrag • keine Grunddienstbarkeit (Kündigung) 41


MERKBLATT BERATUNG MANAGEMENT Beispiel Putzen oder Wäsche besorgen, so können diese entschädigt werden. Über die Tarifausgestaltung geben folgende Unterlagen Auskunft: • Agridea Merkblatt Dienstleistungen im Haushalt 28 Fr. • Spitex Haushalthilfen, 25 bis 35 Fr. • Pro Senectute, Fr. 40 bis 50 Fr.

Verpflegung Mit zunehmendem Alter oder auch sonst kann es durchaus sein, dass gerne die Leistung der Betriebsleiterfamilie, vor allem der jungen Bauersfrau beansprucht wird. Wieviel kostet es, wenn regelmässig das warme Mittagessen konsumiert wird? Eine Hilfestellung gibt das Merkblatt der direkten Bundessteuer (Zahlen je Monat): • Morgenessen: 105 Fr. • Mittagessen: 300 Fr. • Nachtessen: 240 Fr.

Das eingeräumte Wohnrecht gilt nur für die Berechtigten, die im Grundbuch eingetragen sind. Die Aufnahme von Familienangehörigen oder Hausgenossen ist aber erlaubt.

Das Merkblatt der Agridea Dienstleistungen im Haushalt beziffert diese Aufwendungen etwas höher, wenn ein Lohnbestandteil für die Arbeit eingerechnet wird. Im gleichen Merkblatt wird der Aufwand für das Besorgen der Wäsche pro Monat mit einem Sachaufwand (Waschmittel usw.) von 19 Fr. und bei einem niedrigen Lohnaufwand auf 140 Fr. bewertet.

Lebenserwartung Wer Umstritten: Wohnrecht und Nutzniessung Wohnrechte oder Nutzniessungsrechte erweisen sich oft als Knackpunkte bei der Hofübergabe. Die einen finden, Wohnrechte seien überholt und gehörten abgeschafft, seien der Grund für Generationenkonflikte und Schwiegermutter-Schwiegertochter-Probleme. Die anderen sind überzeugt, dass Wohnrechte auch heute noch einen Teil der Altersvorsorge bilden. Der Vorteil ist, dass Vater und Mutter auf dem Betrieb eine Zweitwohnung bauen und die Investition dem Betrieb längerfristig erhalten bleibt. Zudem lässt sich ausserhalb des Betriebs mit der gleichen Geldsumme nie eine ebenbürtige Wohngelegenheit schaffen. Abtreter und Übernehmer müssen auf jeden Fall eine Reihe von Fragen klären: Liegt es finanziell drin, Wohnraum zu erstellen? Sind bauliche Veränderungen möglich? Welche Räume werden von wem benutzt? Ist die Wohnung altersgerecht eingerichtet? Wie ist die Mitbenützung von Keller, Garten oder Estrich geregelt? Wie soll das Wohnrecht abgegolten werden?

Heizmaterial wird zu den Nebenkosten gerechnet und muss bezahlt werden. Bild: agrarfoto.com

möchte nicht ab und zu gerne einen Blick in die Zukunft werfen? Interessant ist diesbezüglich die mittlere, statistische Lebenserwartung. Diese beträgt heute bei der Geburt für Männer 78.1 Jahre, für Frauen 86.2 Jahre. Diese Zahl sagt aber absolut nichts aus für den einzelnen Menschen. Trotzdem interessiert es immer wieder wie hoch die Lebenserwartung im Mittel ist. Mit zunehmendem Alter verschiebt sich die Lebenserwartung, wer also bereits ein bestimmtes Alter erreicht hat, dessen Aussichten steigen an. Die Mittlere Lebenserwartung wird bei der Berechnung des Wohnrechtswertes bei der Anrechnung am Kaufpreis, unter Berücksichtigung eines Zinssatzes verwendet. Für die Wertberechnung von Wohnrechtsabgeltungen bei periodischer Leistung (monatlich, jährlich) oder in Form eines Darlehens spielt die Lebenswartung keine Rolle.

Auch einen Lohn Welchen Lohn soll man den Eltern für die Mitarbeit bezahlen? Ist das notwendig oder genügt einfach die Freude, noch etwas Sinnvolles tun zu können und den Hofnachfolgern etwas Arbeit abzunehmen. Grundsätzlich steht jeder Person für geleistete Arbeit ein Lohn zu. Benötigen die pen42

sionierten Bäuerinnen und Bauern infolge genügend Vermögen oder anderem Einkommen keinen Lohn, kann es durchaus sein, dass ihnen die Freude an der Arbeit genügt und sie bewusst auf eine Entschädigung verzichten. Es empfiehlt sich aber in jedem Fall den Bedarf der Hofabtreter zu klären. Dazu wird gestützt auf die bekannten Daten aus der Buchhaltung eine Neuberechnung nach Aufgabe der Selbstständigkeit erstellt. Oftmals sind die Eltern bis zur Pensionierung auf ein Einkommen angewiesen, damit der Bedarf gedeckt werden kann. Solange die Eltern auf dem Betrieb mitarbeiten, werden die Nebenkosten des Wohnrechtes zudem meist mit dem Lohn verrechnet. 䡵

Impressum Autor Martin Goldenberger ist Immobilien-Schätzer mit eidgenössischem Fachausweis und leitet den Bereich Schätzungen des Bauernverbands, Laurstrasse 10, 5201 Brugg, 寿 056 462 51 11. Gestaltung Gestaltung, Layout: amw, UFA-Revue Publikationen • Festlegung der Nebenkosten bei Wohnrechten auf landwirtschaftlichen Betrieben, SBV Treuhand und Schätzungen, 10 Fr. plus Versandspesen. • Download der Barwertfaktoren für die Berechnung von Wohnrechten: www.sbv-treuhand.ch • Agridea, Dienstleistungen im Haushalt, Daten und Formulare Ausgabe 2010.

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Sichere Eisenversorgung mit UFA-Fenergie Nur rund 17 % der Ferkel sind bei der Geburt genügend mit Eisen versorgt. Pro Tag benötigt ein Ferkel 10 mg Eisen, während die Sauenmilch bloss 1 mg/l enthält. Ferkel, die zuwenig Eisen erhalten, nehmen schlecht zu und sind anfälliger auf Krankheiten. Die orale Verabreichung von Eisenpaste kombiniert mit dem freien Angebot von Eisenzucker (UFA-Fenergie) bietet eine echte Alternative zur Spritze. UFA-Fenergie wird ab dem ersten Lebenstag mit 50 g pro Wurf und Tag während drei Wochen verabreicht. Zusätzlich zum Eisen enthält UFA-Fenergie wichtige Stoffe wie Huminsäuren oder Vitamin E

und C, welche das Abwehrsystem stärken und zu einer besseren Schlachtkörperqualität beitragen.

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Ein Mangel an Beta-Carotin zum Zeitpunkt des Abkalbens verzögert und vermindert die Follikelreifung. Die Brunst bleibt aus oder verzögert sich. Durch Konservierung und Lagerung des Grundfutters nimmt der Gehalt der meisten Vitamine deutlich ab. Besonders stark abgebaut wird die VitaminA-Vorstufe Beta-Carotin, ein Vitaminkomplex, der das Fortpflanzungsgeschehen stark beeinflusst. Besonders zu Rationen mit einem hohen Anteil Dürrfutter oder zu maislastigen Rationen ist eine Ergänzung ab Januar notwendig. Herden, die auch im Sommer we-

sentliche Anteile konserviertes Futter fressen, erreichen den Versorgungsengpass früher und benötigen ab Start der Winterfütterung zusätzliches Beta-Carotin. AufDas Problem

grund neuer Erkenntnisse empfiehlt sich spätestens ab Januar in der Transitphase bis zur erfolgreichen Belegung UFA 996 CYCLO EXTRA als Ergänzung.

Durch die Konservierung und Lagerung des Grundfutters nimmt der Gehalt an Beta-Carotin deutlich ab. Rationen mit einem hohen Maissilageanteil oder bei Ganzjahressilage ist eine Unterversorgung zu verhindern.

Die Symptome Schwache oder fehlende Brunst und ungenügende Fruchtbarkeit Die Lösung

➠ Bis Beginn der Grünfütterung, neben dem üblichen Mineralsalz: 100 bis 150 g/Kuh und Tag 3 Wochen vor dem Abkalben bis zur erneuten Trächtigkeit. ➠ UFA 996 eignet sich auch für Sauen; 100 g/Muttersau und Tag, 3 Tage vor bis 7 Tage nach dem Absetzen. 43


UNTERWEGS MIT... EN ROUTE AVEC …

UFA-Schweinespezialist Hansruedi Wicki Hansruedi Wicki ist ein erfahrener UFAHase. Seit bald 20 Jahren betreut er als Schweinespezialist die Gebiete Obwalden, Nidwalden, Oberseetal und Schongau. Hoch über Ennetmoos liegt auf rund 670 m der Betrieb der Familie Gander. Hier oben bewirtschaftet Anton Gander zusammen mit seinen beiden Söhnen den Familienbetrieb mit mehreren Standbeinen. Christian ist zuständig für das Milchvieh, Simon für die Schweine. Vater Anton kümmert sich zusammen mit seiner Frau um die Legehennen und packt überall dort an, wo eine helfende Hand gebraucht wird.

Immer auf dem neusten Stand Simon Gander betreut die Schweinzucht praktisch selbstständig. Damit er mit seinen Aufzeichnungen stets auf dem neusten Stand ist, hat er den UFA 2000planer gemietet und erfasst seine Daten direkt im Stall mit dem Handheld-Gerät. Der Betrieb wird im 3-Wochen-Rhythmus geführt, mit einer Säugezeit von 5 Wochen. Mit den Arbeitsplänen und Sauenblättern aus dem UFA 2000planer kann Simon die Routinearbeiten und Aufzeichnungen optimal planen und erfassen. In einem weiteren Schritt

möchte er auch das Arzneimitteljournal über den Sauenplaner führen. Simon Gander schätzt am UFA 2000planer vor allem die Arbeitserleichterung durch die Eingabe vor Ort und dass er für jede Sau Leistungszahlen zur Verfügung hat, anhand denen er die Selektion vornehmen kann.

Hygiene wird gross geschrieben Die Abferkelzimmer und Jagerställe werden immer im Rein-Raus-Verfahren bestossen. Vorher werden sie mit Stalltop 645 gründlich gereinigt und anschliessend mit Stalldes 03 desinfiziert. Durch diese Massnahmen wird der Keimdruck gering gehalten und allfällige Krankheiten nicht verschleppt.

Phasenfütterung Alle Galtsauen erhalten das Alleinfutter UFA 362-6 zweimal pro Tag über die Flüssigfütterung. Sie befinden sich in Kleingruppen zu 4 bis 5 Sauen pro Bucht und können so ideal betreut werden. Eine Woche

vor dem Abferkeln werden sie umgestallt und langsam an ihre Ration mit Säugendfutter gewöhnt. Das Futter UFA 361-6 enthält die für die Milchbildung wichtigen Proteine und einen erhöhten Energiegehalt.

Traumhafte Abferkelquote Kurz vor dem Absetzen bis zur Belegung erhalten die Sauen den UFA 395 Mineralstoff. Am Donnerstag wird abgesetzt, am folgenden Montag kommen die ersten Sauen in die Rausche und können am Dienstagmorgen das erste Mal besamt werden. Nach 12 bis 16 Stunden erfolgt die 2. Besamung. Simon Gander setzt zu 95 % KB-Eber ein und erreicht dieses Jahr eine grossartige Abferkelquote von knapp 95 %! Für einen guten Start Ab dem dritten Tag erhalten die Ferkel Wühlerde und das Starterfutter UFA 304. Sobald sie richtig fressen wird langsam umgestellt auf das Ferkelfutter UFA

Betriebsspiegel Anton Gander mit Christian und Simon Hinter Hostatt 6372 Ennetmoos LN: 21 ha Grünland Tierhaltung: 120 Zuchtschweine; 33 Milchkühe; 2200 Legehennen Arbeitskräfte: Vater Anton, Söhne Christian und Simon Nebenerwerb: Winterdienst, Baumaschinenführer (stundenweise)

Hansruedi Wicki, Vogelsang, 6014 Luzern

Phasenfütterung

Geboren

18. Februar 1966

Familie

Frau Andrea, Söhne Dominik und Lukas

Der Bedarf der Muttersau schwankt zwischen Trächtigkeit und Säugezeit erheblich. Während der Trächtigkeit werden Körperreserven aufgebaut, was einen erhöhten Energiebedarf im Vergleich zum Proteinbedarf zur Folge hat. Mehr Rohfaser im Futter sorgt für ein gutes Sättigungsgefühl. Sobald die Sau Milch produzieren muss, steigt der Bedarf an Protein markant und es bedarf einer hohen

Ausbildung Meisterlandwirt Hobbies

Sport allgemein und Buure

Motto

«Jeder Kunde soll ein Gewinner sein. Für Probleme werden unverzüglich Lösungen gesucht.»

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ein

Muss

Nährstoffkombination zur Deckung des Gesamtbedarfs. Die UFA-Zuchtsauenfutter für trächtige oder säugende Muttersauen sind optimal auf die Bedürfnisse abgestimmt und werden den verschiedenen Anforderungen gerecht. 1 2011 · UFA-REVUE


310-5. So müssen die Ferkel nach dem Absetzen nicht an ein neues Futter gewöhnt werden. Am Absetztag verbleiben die Ferkel zuerst in der Bucht und werden am Nachmittag in den sauberen Absetzstall gebracht. Dort haben sie die Wahl zwischen Trockenfutter- und Dünnbreiautomat. Die 20 schwächsten Die abgesetzten Ferkel werden stündlich am Automat mit kleinen Portionen gefüttert.

Ferkel erhalten in einer separaten Bucht weiter das Starterfutter UFA 304. Zusätzlich zum Ferkelfutter wird als Ergänzung UFA-Fenergie, ein Eisenpulver, verabreicht.

Bestand regelmässig ergänzen Die Remonten bezieht der Betrieb Gander regelmässig von einem UFA 2000 Remontierungsbetrieb. Welche Altsau-

en weichen müssen, wird anhand der Leistungsdaten aus dem Planer entschieden. In der Regel werden ungedeckte Remonten zugekauft, die zuerst im Eingliederungsstall an die neue Stallflora gewöhnt werden. Die Vermarktung der Jager erfolgt über die Anicom, wobei 40 Stück alle 14 Tage zu einem direkt zugewiesenen Betrieb gefahren werden.

Simon Gander macht die Betreuung des Schweinestalls sichtlich Freude.

BLICKPUNKT POINT DE VUE

Simon Gander

«Bei meinem UFABerater kann ich immer auf eine kompetente, lösungsorientierte Beratung zählen»

Der Schweinzuchtstall ist in wenigen Minuten vom Betrieb erreichbar.

Fresstraining für Ferkel Als zusätzliches Futter an der Sau bietet sich ab der 1. Lebenswoche der Prestarter UFA 302 an. Durch die mehrmalige Zufütterung von UFA 302 wird die frühe Futteraufnahme gefördert und die Muttersau während der Säugezeit entlastet. UFA-REVUE · 1 2011

Ausgeglichenere Würfe und höhere Absetzgewichte sind das Resultat. Zudem eignet sich UFA 302 für die Anfütterung zurückgebliebener Ferkel beim Absetzen. 10 Tage vor dem Absetzen erfolgt schrittweise die Umstellung auf das Starterfutter UFA 304 piccolo, das bis

10 Tage nach dem Absetzen verabreicht wird. Nach dem erfolgreichen Start mit UFA 304 piccolo erfolgt die Anschlussfütterung mit dem schmackhaften, hoch verdaulichen Aufzuchtfutter UFA 310 turbo. Wichtig ist stets der schrittweise Übergang. 45


ERFOLG IN DER PRAXIS SUCCÈS DANS LA PRATIQUE

LESE-FUTTER À LIRE UFA 2000 Kundentagungen

Andreas Bernhard, Alchenstorf (BE)

Andreas Bernhard setzt auf UFA top-pig «Seit wir auf unserem Betrieb UFA top-pig verfüttern, sind die geborenen Ferkel insgesamt schwerer und homogener. Die Sau lässt sich weniger absäugen, erkrankt seltener an MMA und kommt besser in Rausche», fasst Andreas Bernhard zusammen, der in Alchenstorf (BE) einen Abferkelbetrieb innerhalb eines AFP-Rings führt. Nach dem Einstallen in den Abferkelstall über die Säugezeit bis zum Belegen dienen täglich rund 0.5 kg des Hochenergie- und Abferkelkonzen-

trats UFA top-pig als zusätzlicher Nährstofflieferant für die Sau. Über das Absetzen hinaus ermöglicht UFA top-pig ein «Flushing» der Sauen, damit diese danach schnell rauschen und grosse Würfe produzieren. UFA top-pig expandiert bringt Vorteile bei Trächtigkeit: • mehr Energie bei hohem Bedarf in der Hochträchtigkeit • weniger Darmverstopfung, weicher Kot

• höhere Geburtsgewichte • homogenere Würfe und bei Säugezeit: • vitalere Ferkel, weniger Verluste • weniger Verdauungsstörungen bei Ferkeln und Muttersauen • höhere Milchleistung • kein zu starkes Absäugen • bessere Konzeptionsrate

UFA-SPEZIALITÄTEN SPECIALITÉS UFA

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– Dem Pferd etwas Gutes tun

Nach einem langen Ausritt, hartem Training oder bei Verdauungsproblemen braucht das Pferd ein leicht verdauliches Futter, das die Verdauung anregt. Ein- bis zweimal pro Woche verfüttert, unterstützt HYPONA 899 Mash das Wohlbefinden des Pferdes.

Gut verdaulich und schmackhaft HYPONA 899 Mash ist eine Mischung aus Leinsamen, Gerstenflocken, gequetschtem Hafer, Kräutern, Salz und Kleie. HYPONA 899 Mash wird in einem Eimer mit heissem Wasser übergossen, umgerührt und zuge46

deckt. Die Mischung wird dann stehen gelassen und noch handwarm, d.h. nicht wärmer als 40 Grad Celsius, verfüttert. Anschliessend sollte das Pferd 5 bis 6 Stunden Ruhe haben. Durch das Aufgiessen mit heissem Wasser werden wertvolle Schleimstoffe freigesetzt, welche Magen- und Darmwände schützen. HYPONA 899 Mash erhalten Sie im praktischen Portionenbeutel (4x1.25kg) oder im grossen 25kg Sack. Auf den 25 kg Sack erhalten Sie vom 10.01. bis 12.02.11 einen Rabatt von Fr. 5.–.

Im Januar findet in jeder Region die traditionelle UFA 2000 Züchtertagung statt. Sie als UFA- und Anicom-Kunde können exklusiv von diesen Fachtagungen profitieren. Neben den Vorzügen des UFA 2000planer präsentieren wir Ihnen die Betriebsresultate aus dem Jahr 2010. Zudem informiert Sie unser Gastreferent Dr. Henning Luther, Zuchtleiter Suisag, über die hervorragenden Eigenschaften von PREMO® und PRIMERA®. Dienstag, 18. Januar 2011 in 6214 Schenkon LU Mittwoch, 19. Januar 2011 in 9533 Kirchberg SG Donnerstag, 20. Januar 2011 in 3422 Kirchberg BE

Mehr Ferkel dank Spurenelementen Sowohl die Reproduktion als auch die Langlebigkeit einer Sau werden durch Spurenelemente massgeblich beeinflusst, wie neue holländische Studien bestätigen. Insbesondere Zink und Kupfer helfen demnach, den Progesteron-Spiegel zu regulieren. Neben der Fruchtbarkeit steigern Zink und Kupfer zusammen mit Mangan auch die Anzahl geborene und abgesetzte Ferkel. Alle drei Spurenelemente sind in UFA 395, dem Mineralsalzprodukt für Schweine, enthalten.

UFA-Berater Services techniques 3052 Zollikofen 058 434 10 00 1070 Puidoux 058 434 09 00 6210 Sursee 058 434 12 00 9500 Wil 058 434 13 00 ufa.ch 1 2011 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

Der Ball liegt nun beim Bundesrat DAS TRANSITVERBOT für ausländische Schlachttiere durch die Schweiz gerät von Seiten der EU immer wieder unter Druck. Darum haben sich Bundes-, Stände- und Nationalrat erneut damit beschäftigt.

Bereits zum zweiten Mal hat der Ständerat Mitte Dezember eine parlamentarische Initiative aus dem Nationalrat abgelehnt. Die Initiative wollte das Verbot von Transporten ausländischer Schlachttiere durch die Schweiz im Tierschutzgesetz verankern und auch auf Pferde und Geflügel ausdehnen. Martin Rufer vom Schweizerischen Bauernverband erläutert die Bedeutung dieses Entscheids. UFA-Revue: Was sind die Konsequenzen der neuesten Entscheide rund um die Transporte ausländischer Schlachttiere durch die Schweiz? Martin Rufer: Das Verbot bleibt auf Verordnungsstufe geregelt und gilt nur für Rinder, Schafe, Schweine und Ziegen.

Eine Regelung des SchlachttierTransitverbots auf Gesetzesebene wäre speziell im Hinblick auf ein allfälliges Freihandelsabkommen mit der EU wichtig. Bild: agrarfoto.com

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Der Nationalrat wollte, dass das Verbot Welche Bedeutung hat das Transitverbot nicht nur für Klauentiere, sondern auch für die Schweizer Tierhalter und Fleischfür Geflügel und Pferde gilt. branche? Eine Ausdehnung wäre sicherlich konTiertransite bergen ein Risiko für die Einsequent und sinnvoll. Ich hoffe, dass der schleppung und Verbreitung von TierBundesrat das Transitverbot nun in der seuchen. Sie können den guten GesundVerordnung auf Geflügel und Pferde heitsstatus der Schweizer Nutztiere ausdehnt. gefährden und einen grossen wirtschaftlichen Schaden anrichten. Gesunde TieDie EU hat ein grosses Inre bilden eine wichtige Ba«Es ist teresse an einer Aufhebung sis für eine wirtschaftliche des Transitverbots. Lohnt Tierhaltung und Fleischwichtig, sich die «Unnachgiebigproduktion. dass die keit» für die Schweiz unter Spricht sonst noch etwas Schweiz den dem Strich? für dieses Verbot? Zeigefinger Die Unnachgiebigkeit lohnt sich, um die Gefahr Das Transitverbot ist auch gegenüber der Einschleppung von aus einer tierschützerider EU Seuchen zu minimieren. schen Optik wichtig. Es ist Zudem setzt die Schweiz unsinnig und nicht mit aufhält.» mit dem Transitverbot ein dem Schweizer TierMartin Rufer klares Zeichen, dass lange schutzstandard vereinbar, Tiertransporte unsinnig wenn Nutztiere durch sind. Es ist wichtig, dass die Schweiz den ganz Europa gefahren werden. UnschöZeigefinger gegenüber der EU aufhält. ne Bilder von Tieren, die vom stundenlangen Transport gezeichnet sind, schaWelche Ausnahmen machen Sinn? den dem guten Image der Schweizer Grundsätzlich sollten so wenige AusTierhaltung. nahmen wie möglich gewährt werden. Sinnvoll sind aus meiner Optik die AusWas macht es für einen Unterschied, ob nahmen für Transporte zu Tieraussteldas Transitverbot auf Verordnungs- oder lungen oder für Pferde, die an internaGesetzesebene geregelt ist? tionalen Wettkämpfen teilnehmen. Ich hätte mir eine Verankerung auf Gesetzesebene gewünscht. Das hätte das Wie sieht die Strategie des SchweizeriTransitverbot auf längere Zeit sichergeschen Bauernverbandes (SBV) rund um stellt. Gefahr droht insbesondere im Fall die Debatte aus? eines Freihandelsabkommens mit der Der SBV achtet akribisch darauf, dass EU. Eine Verordnung kann im Gegensatz der Bundesrat das Transitverbot nicht zu einem Gesetz vom Bundesrat in Eilockert und wird entsprechend intervegenregie geändert werden. Ich zähle nieren, wenn der Bundesrat plötzlich nun aber auf das Versprechen des Bungegenüber der EU Konzessionen madesrates, das Transitverbot keinesfalls chen sollte. preiszugeben. 䡵

Martin Rufer leitet beim Schweizerischen Bauernverband das Departement «Produktion, Märkte und Ökologie».

Interview Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee.

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NUTZTIERE

Erkrankung mit vielen Gesichtern MILCHFIEBER ist eine bedeutende Faktorenkrankheit, mit der verschiedene Ursachen, Symptome und entsprechend vielseitige Vorbeugungsmöglichkeiten verbunden werden. Wichtig ist, beim Auftreten von Milchfieber rasch zu handeln. Dabei geht es neben dem Wohl der Sau insbesondere auch darum, Ferkelverluste zu vermeiden.

Viviane de Vries

Was in der Umgangssprache als Milchfieber bezeichnet wird, wird unter der Abkürzung MMA-Komplex zusammengefasst: Gesäugeentzündung (Mastitis), Gebärmutterentzündung (Metritis) und Milchmangel (Agalaktie). Milchfieber ist die wichtigste Erkrankung der Zuchtsau in den ersten Tagen nach der Geburt und meist mit hohen Ferkelverlusten verbunden.

Klinische Symptome einer von Milchfieber betroffenen Sau treten in der Regel kurz nach der Geburt auf. Sehr selten werden beim Einzeltier alle drei Symptome des MMA-Syndroms beobachtet. Der Milchmangel – einhergehend mit einer Unterversorgung der Ferkel – ist allerdings meistens ein zentrales Symptom und kann im Zusammenhang mit einer Gesäuge-, Gebärmutterentzündung oder manchmal sogar ohne klinische Hinweise auf diese Krankheitsbilder vorliegen.

Gebärmutterentzündung Äusserlich sichtbarer Ausfluss im Bereich der Zucht, Hinterschenkel oder auf dem Boden hinter der Sau deutet auf eine Gebärmutterentzündung hin. Der Ausfluss ist blutig bis eitrig und stinkt in extremen Fällen faulig. Eine Entzündung kann aber auch ohne sichtbaren Ausfluss vorliegen – in diesen Fällen lässt sich die Metritis nur vom Bestandestierarzt diagnostizieren. Störungen des Allgemeinbefindens sind nicht regelmässig vorhanden und fallen oft milder aus als bei Mastitiden. Ähnlich wie bei der Gesäugeentzündung gelangen Schmutz- und Fäkalkeime durch eine aufsteigende Infektion in die Gebärmutter. Zudem begünstigen Harnwegsinfektionen (siehe UFA-Revue 9 / 2010), unsachgemässe manuelle Geburtshilfe oder unzureichender Vulvaschluss (Verletzungen) die Keimeinschleppung.

tersauen, die kurz vor der Geburt stehen, spielt eine zentrale Rolle. Folgenden Punkten ist Aufmerksamkeit zu schenken: • Fütterung: «Ein voller Darm gebärt nicht gerne!» (siehe Kasten). • Wasserversorgung: Der Wasserbedarf einer hochtragenden Sau beträgt 10 bis 20 l pro Tag. Laktierende Tiere benötigen 15 l plus 1.5 l pro Ferkel und Tag. Das macht bei einem 12er-Wurf fast 35 l pro Tag, bei einer Durchflussrate von 1.5 l pro Minute müsste die Sau also täglich etwa 25 Minuten am

Milchmangel Einen vorliegenden Gesäugeentzündung Erstes Anzeichen einer Mastitis ist ein leicht geschwollenes, gerötetes, schmerzhaftes Gesäuge. Oft sind nur einzelne Milchdrüsenkomplexe betroffen. Um das schmerzhafte Säugen zu umgehen, liegen betroffene Sauen viel auf den Euterkomplexen. Im Zusammenhang mit einer Gesäugeentzündung treten häufig Allgemeinstörungen wie Fieber, Fressunlust und Mattigkeit auf. Verantwortlich für die Infektion zeichnen sich vor allem Schmutzund Fäkalkeime wie Kolibakterien, Streptokokken und Staphylokokken, die entweder über Zitzenöffnungen oder Gesäugeverletzungen in den Drüsenkomplex gelangen. 48

Milchmangel erkennt man am besten über die Kontrolle der Ferkel. Bei mangelhafter Milchversorgung zeigen sie Unruhe, Kämpfe um die Zitzen, häufiges Anrüsten, Bissverletzungen am Kopf und aufgescheuerte Haut an den Vorderbeinen. Ein Milchmangel entsteht, wenn bakterielle Giftstoffe (Endotoxine) eine Entzündung auslösen und dadurch die Prolaktin-Bildung gehemmt wird. Prolaktin ist ein Hormon, das für die Milchsekretion verantwortlich ist.

Auslösende Faktoren Für die Entstehung von Milchfieber sind viele Faktoren verantwortlich. Das Stall- und Hygienemanagement rund um die Mut1 2011 · UFA-REVUE


NUTZTIERE Nippel stehen und saufen, sofern nicht über den Trog nachgetränkt wird. Durch genügend Wasseraufnahme wird eine Harnverdünnung erreicht, was wiederum eine positive Wirkung auf die Abwehr von Harnwegsinfektionen hat. Zusätzlich führt eine Unterversorgung mit Wasser zu Milchmangel. • Management und Hygiene: Um eine aufsteigende Infektion über die Zitze zu verhindern, ist es wichtig, die Liegefläche der Sau möglichst sauber zu halten (Desinfektion, abtrocknende Einstreu). Dabei spielt das Stallklima eine wichtige Rolle. Bei Temperaturen über 22 bis 24 °C suchen die Sauen vermehrt den Mistplatz auf, was wiederum zu hoher Keimbelastung an den Zitzenkuppen führt. Weitere Risikofaktoren sind Bewegungsarmut, zu kurze Akklimatisierung an die Abferkelbucht, Unruhe und vor allem auch unsachgemässe Geburtshilfe. • Aufstallungssystem: Das Verletzungsausmass an Gesäuge und Zitzen der Sauen wird vom Haltungssystem beeinflusst. Scharfe Kanten, Unebenheiten und unzureichende RutschfestigSaubere Einstreu vermindert Zitzeninfektionen.

keit der Böden sollten vermieden werden. • Vorbestehende Infektionen: Blasenentzündungen und Harnwegsinfektionen oder Gesäugeabszesse können MMA begünstigen.

Therapie Wenn die Sau zwölf Stunden nach der Geburt über 39.4 °C Temperatur hat, nicht frisst und einen schlechten Allgemeinzustand aufweist, muss schnell gehandelt werden. Zum Einsatz sollte nach Rücksprache mit dem Tierarzt ein Antibiotikum kommen, das gegen E. coli, Streptokokken und Staphylokokken gut wirkt. Zusätzlich ist ein Präparat mit entzündungshemmender Wirkung notwendig, das die Entzündung bremst, Schmerzen lindert und Endotoxine neutralisiert.

Fazit Die Ferkel sind das Kapital des Schweinezüchters und müssen nach der Geburt möglichst schnell mit Abwehrund Nährstoffen versorgt werden können. Aus diesem Grund ist es äusserst wichtig, bei Problemen mit Milchfieber, die Ursachen rasch zu finden und zu beheben. 䡵

Fütterung: Den Darm in Schwung halten Milchfieber und Milchmangel (MMA) kann sehr viele Ursachen haben. Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens lässt sich unter anderem mit Fütterungsmassnahmen verringern. Besonders wichtig ist, dass sich der Darm regelmässig entleert und die Sau bis zum Abferkeln genug Nährstoffe aufnehmen kann. Das erreicht man wie folgt: • Die wachsenden Ferkel brauchen Platz. Gegen Ende der Trächtigkeit ist die Muttersau je länger je weniger in der Lage, viel energiearmes, voluminöses Futter zu fressen. Wird die Ration nicht frühzeitig angepasst, nimmt die Sau zu wenig Nährstoffe und Energie auf, was zu tiefen Geburtsgewichten führen kann. Um die Darmtätigkeit über das Abferkeln aufrecht zu erhalten, wird in der letzten Trächtigkeitswoche die Futtermenge schrittweise auf rund 24 MJ VES pro Tag reduziert. • Damit die Sau genügend Protein und Energie zu sich nimmt, ist eine Beifütterung von hochkonzentrierten und hochverdaulichen Futtermitteln wie UFA top-pig in der letzten Trächtigkeitswoche angezeigt. Neben viel Energie und Protein enthält UFA top-pig ausgewählte Vitamine und organisch gebundene Spurenelemente. • Mit sauren Salzen angereicherte Futtermittel wie UFA pig-care, welche in den letzten zehn Trächtigkeitstagen verabreicht werden, senken den Harn-pH und die Keimbelastung in der Harnblase. Damit nimmt das MMA-Risiko ab. • Verfettete Sauen haben oft eine träge Darmtätigkeit. Bei verstopften Sauen wird MMA öfter beobachtet. Deshalb ist die Kondition bei der Futterzuteilung stets zu berücksichtigen. Eine optimale Zuchtkondition bedeutet, dass die Sauen während der Trächtigkeit genug Körperreserven angelegt haben, um ein mögliches Energiedefizit in der Säugezeit durch die Mobilisierung dieser Reserven ausgleichen zu können und nicht zu stark abgesäugt zu werden. • Ein Futterwechsel um die Geburt soll vermieden werden, weil dies die Sau stresst und eine Verstopfung provozieren kann. Ideal ist es, wenn der Futterwechsel entweder acht bis zehn Tage vor oder erst nach dem Abferkeln vorgenommen wird. UFA-Beratungsdienst

Autorin Viviane de Vries, Dr. med. vet., Schweinegesundheitsdienst (SGD), 9606 Bütschwil. www.suisag.ch

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Keine Silage auf Käsereimilch-Betrieben!

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UNABHÄNGIG VOM PRODUKTIONSSYSTEM kann Milch mit einer hohen bakteriologischen Qualität produziert werden. Nicht zur Herstellung von Hartkäse eignet sich Milch von Betrieben, die beispielsweise an Aufzuchtrinder noch Silage verfüttern.

Jürg Maurer

Buttersäurebakterien-Sporen reichern sich überall an, wo anaerobe Bedingungen (unter Luftausschluss) in Gegenwart von Feuchtigkeit und organischem Material vorliegen. Solche Bedingungen ergeben sich bei: • Silofutter (insbesondere bei schlechter Säuerung, nasser Silage). • Gärenden Futtermitteln und Futtermittelrückständen (Grünfutter, Rübenschnitzel). • Misthaufen, Kompost.

Massnahmen zur Minimierung der Sporenbelastung der Milch Minimierung des Sporeneintrags in den Stall: • Grünfutter nicht mit Erde verunreinigen (nicht zu tief mähen). • Heu nicht mit Erde verunreinigen (nicht zu tief rechen). • Genügend Wartefrist für Weidegang und Grasschnitt nach Ausbringung von Hofdünger. • Saubere und trockene Futterlagerung.

• Morastigen Flächen (Weiden, Laufhöfe, Flurwege). • Nässenden Stellen unter Liegematten. • Abgestandenem, stark verunreinigtem Wasser.

Melk- und Stallhygiene Die Belastung der Milch mit Keimen und Buttersäurebakterien-Sporen hängt in erster Linie von der Melkhygiene ab. Weitere wichtige Faktoren sind die allgemeine Stallhygiene, die Sauberkeit der Tiere und der Melkanlage sowie die Fütterungsstrategie. Inwieweit sich der Keim- und Sporengehalt in der Milch bei zwei unterschiedlichen Fütterungs- und Haltungsstrategien im Verlaufe des Jahres unterscheiden, wurde im Versuch «Systemvergleich Milchproduktion Hohenrain» untersucht.

Auf dem Gutsbetrieb Hohenrain wurden während der letzten Jahre zwei Milchproduktionssysteme mit jeweils einer Herde Milchkühen verglichen (siehe Kasten). Ein System war weidebetont. Das heisst, die Herde holte sich das Futter während der Vegetationsperiode auf der Weide und erhielt nur zu Laktationsbeginn etwas Kraftfutter (290 kg pro Kuh und Jahr). Die Abkalbungen erfolgten saisonal zwischen Februar und April. Die zweite Herde wurde in einem System mit Stallfütterung und nur einem geringen Weideanteil gehalten. Die Kühe wurden mit einer Teil-Mischration aus Gras- und Maissilage sowie Kraftfutter nach Bedarf (1135 kg pro Kuh und Jahr) gefüttert. Die Abkalbungen erfolgten über das ganze Jahr.

• Tiere aus Silobetrieben erst nach Quarantäne in den silofreien Stall aufnehmen. • Morastige Flächen (Weiden, Flurwege) vermeiden.

Grafik 1: Aerobe mesophile Keime (Gesamtkeimzahl) 10000

• Intakte Liegematten, darunter keine Nässe.

9000

• Saubere, intakte Futterkrippen, Futtermischer, Tränkebecken. • Frisches, einwandfreies Futter, keine gärenden Futtermittel(-reste). • Entmistungsschieber regelmässig und häufig laufen lassen. Minimierung des Sporeneintrags in die Milch (Melkhygiene): • Saubere Umgebung während des Melkens (gemistete Läger). • Bildung von Staub unmittelbar vor und während dem Melken vermeiden (Futter rüsten und vorlegen). • Saubere Tiere. • Sorgfältige, korrekte Zitzenreinigung (eventuell mit feuchtem Euterpapier). • Saubere Kleidung und Hände des Melkers. • Keine Berührung mit der ungereinigten Hand von Oberflächen (inklusive gereinigter Zitzen), die direkt oder indirekt mit der Milch in Berührungen kommen. • Sorgfältiges Anhängen des Melkzeugs (kein «Staubsaugen»).

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Keime pro Milliliter Milch

Minimierung der Sporenanreicherung im Stall:

Weideherde Stallherde

8000 7000 6000 5000 4000 3000 2000 1000 0

27.02.09 09.03.09 25.03.09 08.04.09 22.04.09 04.05.09 26.05.09 09.06.09 25.06.09 07.07.09 23.07.09 06.08.09 26.08.09 09.09.09 23.09.09 07.10.09 27.10.09 10.11.09 26.11.09 09.12.09 22.02.10 16.03.10

• Auslaufhöfe mit befestigter Fläche (kein Morast).

Datum der Probenerhebung

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PROFI-LAIT NUTZTIERE Tankmilchproben Zweimal monatlich wurde von jeder Herde eine Tankmilchprobe gefasst und auf die Gesamtkeimzahl sowie den Gehalt an Buttersäurebakterien-Sporen (MPN-Methode = Most Probable Number) analysiert. Ausserdem wurden in einem Jahr während drei Perioden Tankmilchproben auf die käsereirelevanten Keimgruppen (Propionsäurebakterien, Salztolerante Keime, Enterokokken, aerobe psychrotrophe Keime) untersucht. Ergebnisse Die

bakteriologische Qualität der Milch kann, mit Ausnahme des Gehaltes an ButtersäurebakterienSporen, in beiden Produktionssystemen als gut bezeichnet werden. Die Gesamtkeimzahl (Grafik 1) lag nur einmal (680 000 KbE / ml) über 10 000 KbE / ml Milch und somit weit unter dem Toleranzwert von 80 000 KbE / ml. Mit Ausnahme einer Probe bei den Propionsäurebakterien (290 KbE / ml) gaben die käsereirelevanten Keimgruppen (Propionsäurebakterien, salztolerante Keime, Enterokokken, aerobe psychrotrophe Keime) zu keinen Beanstandungen Anlass. Der Gehalt an ButtersäurebakterienSporen (Grafik 2) überschritt den Beanstandungsgrenzwert von 200 Sporen pro Liter Milch in beiden Produktionssystemen mehrmals (Weideherde 11 mal; Stallherde 14 mal von je 22 Proben). Die höchsten Werte wurden jeweils im Herbst und anfangs Winter festgestellt.

Nicht geeignet für Hart- und Halbhartkäse Wie die Ergebnisse zeigen, scheint es trotz hygienisch sehr guten Milchproduktionsverhältnissen (Gesamtkeimzahl unter 10 000 KbE / ml) schwierig zu sein, in Betrieben mit Silagefütterung sporenarme Milch zu gewinnen, die zur Produktion von Hartund Halbhartkäse geeignet ist. Da im vorliegenden Versuch die Stallherde mit Silagefütterung und die Weideherde zwar getrennt, jedoch im gleichen Stall gehalten wurden, ist davon auszugehen, dass eine Verschleppung der Buttersäurebakterien-Sporen, einerseits durch das Stall- und Melkpersonal und andererseits durch die Tiere über die Melkanlage stattfindet.

Kontamination via Kotrückstände Der Gehalt der Silage an Buttersäurebakterien-Sporen variiert von rund 100 Sporen pro Gramm bis rund 1 Million Sporen pro Gramm Futter. Gute Silage weist in der Regel weniger als 1000 Buttersäurebakterien-Sporen pro Gramm auf. Dies ist aber immer noch genug, um bei mangelnder Stall- und Melkhygiene eine kritische Kontamination der Milch zu verursachen. Kot enthält bis zu fünfmal mehr anaerobe Sporen als das vom Tier verzehrte Futter. Es findet also eine Anreicherung statt. Kotrückstände an Eutern, in der Einstreu, an Kleidern und Händen des Melkers sind darum die bedeutendsten Kontaminationsquellen. 

Systemvergleich Milchproduktion Im Projekt «Systemvergleich Milchproduktion Hohenrain» werden am Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung (BBZN) in Hohenrain (LU) zwei Herden mit unterschiedlichen Milchproduktionssystemen verglichen. Die «Stallherde» setzt auf überdurchschnittliche Leistungen pro Kuh und wird im Stall intensiv gefüttert. Die «Weideherde» setzt auf hohe Leistungen pro Hektare Weidefläche mit Vollweidesystem und saisonaler Abkalbung im Frühling. Beiden Herden steht gleich viel Futterfläche zur Verfügung. Das Projekt läuft von 2007 bis 2011 und wird getragen vom BBZN Hohenrain/Schüpfheim, Kanton Luzern, von der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft (SHL), Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaus (AGFF), den Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) und Schweizer Milchproduzenten (SMP), den Forschungsanstalten Agroscope Liebefeld-Posieux und Reckenholz-Tänikon sowie von Profi-Lait. Der Versuch bietet die einmalige Gelegenheit, zwei viel diskutierte Systeme am selben Ort zu besichtigen. Angeboten werden Gruppenführungen auf dem Projektbetrieb mit Einblicken in die verschiedenen Teilprojekte. Informationen gibt es im Internet auf www.milchprojekt.ch oder direkt beim Projektleiter: Hansjörg Frey  041 914 30 08 hans-joerg.frey@edulu.ch

Weide- und Stallherde im «Systemvergleich Milchproduktion Hohenrain».

Grafik 2: Buttersäurebaktieren-Sporen 10000 Weideherde

9000

Stallherde

Keime pro Liter Milch

8000 7000 6000 5000 4000 3000 2000

0

27.02.09 09.03.09 25.03.09 08.04.09 22.04.09 04.05.09 26.05.09 09.06.09 25.06.09 07.07.09 23.07.09 06.08.09 26.08.09 09.09.09 23.09.09 07.10.09 27.10.09 10.11.09 26.11.09 09.12.09 22.02.10 16.03.10

1000

Datum der Probenerhebung

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Autor Jürg Maurer, Forschungsanstalt Agroscope LiebefeldPosieux ALP, 3003 Bern www.agroscope.ch

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NUTZTIERE

Wissen die Haare mehr? MINERALSTOFF- UND SPURENELEMENTVERSORGUNG Während Blut- oder Harntests nur Aussagen zur aktuellen Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen zulassen, geben Haaranalysen den Zustand über mehrere Monate wieder. Allerdings sind Haaranalysen wissenschaftlich umstritten. Um falsche Schlüsse zu vermeiden, sollten Haaranalysen immer von einer Fachperson kommentiert werden.

Ob Stoffe über den Mund, die Nase oder übers Blut aufgenommen werden, spielt keine Rolle. Über den Blutkreislauf gelangen sie in die Haare. Mit dem Prozess der Verhornung wird der Mineralstatus der lebenden Zellen in den Haaren konserviert. Je nach Träger wächst Haar monatlich um etwa 10 mm. Durch die Analyse einzelner Haarabschnitte kann die Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen sowie deren Verwertung durch die Tiere über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten – je nach Geschwindigkeit des Haarwuchses und der Haarlänge – beurteilt werden. Soweit die Theorie jener, welche die Haaranalyse als verlässliches Instrument zur Beurteilung des Mineralstatus von Tieren ansehen.

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Fremdstoffen in den Haaren. Diese Faktoren werden in vielen Labors nicht berücksichtigt. • Es gibt keine Normwerte für den Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen im Haar, da bisher keine ausreichenden Daten für eine Definition vorliegen. • Die Interpretation der Analyseergebnisse kann von Labor zu Labor erheblich schwanken.

«Fütterungsversuche haben be-

Methode Haaranalysen basieren auf Verfahren der Chromatographie und Massenspektrometrie. Firmen, Apotheken und Heilpraktiker bieten Haaranalysen als Dienstleistung an, wobei sie wegen den teuren Analyseverfahren meist als Vermittler auftreten und die Proben weiterleiten. Bei Kühen werden die Proben beispielsweise häufig von der Innenseite des Ohrs entnommen.

legt, dass Haaranalysen als Indikator für die Mineralstoffversorgung nicht geeignet sind», erklärt Stephanie Schuster von den Ufag-Laboratorien. Ungeachtet dieser Erkenntnisse kommen Haaranalysen vor allem im Bereich der Alternativmedizin für Mensch und Tier oft zum Einsatz. Hier vertritt man genau die gegenteilige Meinung und findet, dass Haare bessere Aussagen über die Mineralstoffversorgung ermöglichen als Blut und Urin. Im veterinärmedizinischen Bereich werde der Mineralstoffgehalt in der Regel im Blut analysiert, weil sich Ungleichgewichte in der Versorgung mit Mineralien und Spurenelementen so eindeutiger feststellen liessen.

Wissenschaftliche

Bedenken

Nur für Selen und Molybdän

Während Praxisberichte die Messresultate und daraus gefolgerten Massnahmen teilweise bestätigen, äussern Wissenschaftler folgende Zweifel an: • Wie und in welchem Umfang die einzelnen Elemente im Haar eingebaut werden, ist nicht ausreichend erforscht. • Haarfarbe, Geschlecht, Rasse und Alter beeinflussen die Einlagerung von

Gemäss Patrick Schlegel, der sich bei der Forschungsanstalt Agroscope LiebefeldPosieux mit der Mineralstoff- und Vitaminversorgung der Tiere befasst, hat sich die Haaranalyse bisher für zwei Spurenelemente als verlässlich erwiesen: Selen und Molybdän. Vor allem rotes oder schwarzes Haar reflektiere den Versorgungsstatus des Tiers bezüglich dieser beiden Spurenelemente gut. Al-

lerdings liegt der Bedarf an Molybdän bei Milchkühen aufgrund der Agroscope-Normwerte sehr tief (rund 0.1 mg / kg Futter-TS) und in der Schweiz haben Molybdänmängel bis jetzt nie Probleme verursacht. Für Mengenelemente (z.B. Kalzium oder Phosphor) und die anderen Spurenelemente eignet sich die Haaranalyse laut Patrick Schlegel nicht.

Fachliche Unterstützung nötig «Haarmineralanalysen alleine ermöglichen keine Aussagen zum allgemeinen Gesundheitszustand – ohne fachliche ärztliche Unterstützung ist eine Analyse wertlos», schreiben Peter X. Iten vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich sowie Johan van Limburg Stirum von der Fachgesellschaft für Ernährungsheilkunde und Orthomolekularer Medizin Schweiz. Die Haarmineralanalyse könne aber aufzeigen, wo man auf der Suche nach Gründen für gesundheitliche oder leistungsmässige Probleme weiter forschen müsse.

Risiken erkennen und diskutieren Ähnlich argumentiert Bruno Giboudeau, der mit der französischen Firma «Zone Verte» den sogenannten «Piltest» durchführt. Giboudeau ist damit einverstanden, dass eine Haaranalyse sich nicht als alleiniges Instrument für Diagnosen bei gesundheitlichen Problemen eignet. Eine Chance des Piltests sieht Bruno Giboudeau darin, Risiken einer Unteroder Überversorgung früh erkennen und diskutieren zu können. Gewisse Bedenken gegenüber Haaranalysen lassen sich durch gezielte Verfahren und fachmännische Interpretationen aufheben. So sollten immer ganze Herden beprobt 1 2011 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

Pro und Kontra zu Haaranalysen Vorteile: + Früherkennung einer Mangel- oder Überversorgung. + Informationen über den Stoffwechsel während eines langen Zeitraums. Nachteile: – Aussagekraft nur bei wenigen Elementen wissenschaftlich abgesichert.

Fazit Für einen breiten Einsatz bieten Haaranalysen eine ungenügende Sicherheit. Zu viele Fragen sind von der Wissenschaft noch unbeantwortet. Um den Versorgungsstatus einer Tierherde mit Mineralstoffen und Spurenelementen zu beurteilen, empfiehlt Patrick Schlegel folgende Massnahmen: • Gaben an Mineralstoffen und Spurenelementen via Fütterungsplan be-

rechnen. Überprüfung der Verabreichungsmethode im Stall und auf der Weide. Beobachtung der Tiere. • Mineralstoffgehalt der verabreichten Grundfutter analysieren. • Mengenelemente beim Tier via Urin, Blut oder Speichel messen. Spurenelemente via Blut oder Leber (nach Schlachtung oder Biopsie) analysieren. 䡵

– Anhand der Ergebnisse kann keine Diagnose erstellt werden. – Muss von einer Fachperson ausgewertet und kommentiert werden.

werden und nur Tiere, die in den letzten vier Monaten auf demselben Betrieb waren und dieselbe Ration gefressen haben. Unterschiede im Versorgungsstatus werden dadurch ersichtlich und können analysiert werden.

Haare können zwar interessante Anhaltspunkte zum Mineralstatus eines Tiers liefern. Die Interpretation der Analyseergebnisse ist aber kompliziert.

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee. Haben Sie Fragen rund um die Versorgung Ihrer Tiere mit Mineralstoffen und Spurenelementen? Dann fragen Sie den UFA-Beratungsdienst. www.ufa.ch

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Kreiselmäher PZ, 3jährig, guter Zustand, Fr. 3500; Kreiselschwader Pöttinger 340, Fr. 2200; Ladewagen Agrar 270, 11 Messer, in Ordnung, Fr. 4500; Hochdruckreiniger Kränzler, Kaltwasser, Fr. 1500; Kühlwanne Packo, mit Kühlaggregat, Fr. 4300; Wiesenegg, 3.6 m, 3-Punkt, Fr. 1000; Kreiselheuer Kuhn, gezogen, Fr. 800  052 233 55 26 Räder Komplett, 10.75-15.3 AS, 11,5.815,3 AS; Doppelräder, 10.75-15.3 AS, 11,5.8-15,3 AS  079 318 93 07 Transporter, 50 PS, permanenter Allradantrieb, Sperre hinten und vorne, Perkingsmotor  079 245 11 39 Motor Perkins, 6 Zyl., ca. 3000 h, aus Mähdrescher, Kopf revidiert, Büchsen müssten gemacht werden  079 457 13 66 Nostalgie-PferdezugMaschinen, Schwadenrechen, Heuwender  079 678 59 85 Milchtank, 1100 l, wie neu; Planierschildmesser 3-Punkt  079 286 15 88 Kälberhütten (Lagerbehälter) Bausatz 1er, 4 bis 6 Wochen, Fr. 100  079 426 06 35 Big Bags günstig abzugeben  079 426 06 35 Pneulader Zettelmeyer ZL 1002i, Fr. 19'500, gepflegt aus erster Hand, Maschine wurde nur auf einer Kompostieranlage eingesetzt, alle Service gemacht, Schaufel mit auswechselbarem Messer 1.5 m3, 2.3 m breit, Zusatzhydraulik für 3. Kreis, Schnellwechsler, Betriebsanleitung, eine zweite zum Schnellwechsler passende Bressel & Laube Schaufel mit auswechselbarem Messer, Anpresszähnen und abnehmbaren Seitenblechen auf Wunsch für Fr. 4'800 zusätzlich, Schaufel

eignet sich für grobes Grüngut oder Holz, zum sortieren, umbeigen od. zum beschicken z.B. eines Schredders, Seriennr. 2202008, Jg 1996, Leistung 94 PS, 7100 Betriebsstd.  055 251 41 41

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Stähler Suisse SA 4800 Zofingen  062 746 80 00 Nutzen Sie den Marktplatz in der UFA-Revue. Geben Sie Ihr Inserat per Telefon: 058 433 65 20, per Fax 058 433 65 35 oder per Mail: info@ufarevue.ch auf!

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Entmistungsanlagen

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TIERHALTUNG

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Abbruchladewagen oder Anhänger, mit Aufbau für Hackholz  041 467 30 12 Kt. Luzern Heurüstmaschinen, Normalmodelle, guter Zustand  079 672 76 25 Occ. Fenster; Türen, wetterfest; Tore, Höhe min. 3 m; Metalltreppe; Trapezblech; Auslauf-Paneelen; Fassadengerüst; Arbeitshubbühne, zum Mieten  041 467 30 12 UFA-REVUE · 1 2011

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Occ. Pneu, 9.5 x 42 Zoll  079 755 33 85

Teleskop Heuverteiler Wild  079 510 83 51

Heurüstmaschine Kranmodell; Strohmühle, ca. 12 bis 15 PS; Schaufelrührwerk, für ca. 80 bis 300 m3; Antrieb, für Flügelrührwerk; Siloverteiler, elektrisch  079 678 81 49

Traktor Bucher D4000, nur sehr gute Occasionen  041 377 24 58

2er Kälberiglu, ohne Umzäunung, Idealmasse: Länge 180 cm, Breite 160 cm, Höhe 160 cm, Eingang ohne Schwelle; Holzspalter an ZW, mind. 20 t  052 376 11 52

Traktor Kramer, ab 40 PS, auch Defekte  078 871 64 15 Tandem Kipper, GG: 12-14 t, wenn möglich Marolf, Untenanhängung, hyd. Bremsen  079 328 76 63 Kt. Bern Transporterli, Schilter, Bucher, Rapid ect. oder kleinen Traktor, bis Fr. 1500  062 299 04 36

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Dieselöltank, 2000 l, mit Auffangwanne, Raum TG SH ZH  052 657 19 61 Gummiförderband  078 910 87 39 Wedelebock, aus Holz oder Metall, auch defekt; Motorrad, 2 Gang, Sakhs-Rice etc.  079 279 06 71 Ballenförderband, Leichtaufbau  078 910 87 39 Betonroste  079 622 45 82 Rasenraster  079 245 11 39

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Traktor, 60 PS, ca. Fr. 5000-7000  079 387 51 83 Messerbalken, zu Rapid R o. P 1940-50 oder neuer mit Vaterstück-Zapfen am Balken, Ø ca. 25 mm, Zustand egal, dienen nur noch für Ausstellungszwecke  079 776 87 71 Alte Landmaschinen, Heuerntemaschinen, Motormäher, Kreiselmäher, Traktor, Pflug auch defekt  079 286 15 88 Fortsetzung Seite 60 55


NUTZTIERE

Wo die Fohlengesundheit beginnt FÜTTERUNG VON ZUCHTSTUTEN Wenn festgestellt wird, dass eine Zuchtstute trägt, sollte man bereits beginnen, die Konzentration der Futterration zu vermindern. Die Stute darf in keinem Falle überfüttert werden, da dies ihre und die Gesundheit des sich entwickelnden Fohlens beeinträchtigen kann. Vor dem Abfohlen ist die Nährstoffkonzentration dann zu erhöhen.

Brigitta Wichert

Orla vom Loohof zusammen mit ihrer Mutter. Orla hat am Fohlenchampionat des Zuchtverbandes Schweizer Sportpferde mit einer maximalen Punktzahl in Exterieur, Schritt und Galopp brilliert und ist für die beste Jahresbewertung 2010 ausgezeichnet worden.

Die Fütterung einer Zuchtstute wird von der Zeit vor dem Belegen bis hin zum Absetzen des Fohlens respektive bei weiterer Zuchtverwendung bis zum Ausscheiden aus der Zucht betrachtet. Ziel ist, die Geburt und Aufzucht eines gesunden Fohlens zu unterstützen.

Körperkondition und Rosse Beginnt man beim Zeitpunkt des Belegens, so stellt sich zunächst die Frage, ob die Rosse der Stute von der Fütterung abhängt. Tatsächlich lässt sich der Zeitpunkt der Rosse durch eine verbesserte Fütterung nicht vorverlegen. Umgekehrt aber kann eine schlechte Körperkondition zu einem verzögerten Eintritt der Rosse führen. Ist die Stute deutlich zu dick, so kann es vorkommen, dass sie schlecht aufnimmt. Mineralstoffe und Vitamine ergänzen Wichtig ist, dass die Zuchtstute bereits vor dem Belegen bedarfsgerecht mit Mineral- und Wirkstoffen – vor allem Kalzium und Phosphor sowie Selen und Jod – gefüttert wird. Insbesondere wenn der Decktermin noch in den Zeitraum der Winterfütterung fällt, muss auf eine ausreichende Versorgung mit den Vitaminen A und E geachtet werden, die ohne kommerzielle vitaminierte Futtermittel in der Ration knapp werden können. Ein Mangel birgt die Gefahr einer geringeren Befruchtungsrate. Auch eine ausreichende Versorgung der Stuten mit Karotin erscheint wichtig, da dieses vermutlich eine eigene Funktion im Bereich der Eierstöcke wahrnimmt. Wenn karotinreiche Futtermittel wie Grassilage, Möhren oder Luzernegrünmehl gefüttert werden, kann

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auf eine zusätzliche Verabreichung karotinhaltiger Ergänzungsfuttermittel verzichtet werden. Später im Frühjahr ist die Versorgung bei Weidegang sowohl mit Karotin wie auch Vitamin A und E bereits durch das Gras gesichert.

wächst, braucht es Kraftfutter. Während der Trächtigkeit sollte die Stute so oft wie möglich ins Freie kommen, wo sie sich nach Lust und Laune bewegen kann.

Hochträchtigkeit Erst Kein Stress vor dem Decken Um den Decktermin herum sollten drastische Fütterungsumstellungen nach Möglichkeit vermieden werden. Während der Frühträchtigkeit stellen die Stuten dann keine besonderen Anforderungen an die Fütterung. Ohne sportliche Nutzung genügt in dieser Phase normalerweise Weidegang, allenfalls ergänzt durch einige Mineralien. Nur wenn auf den Weiden nicht genügend

während der Hochträchtigkeit, das bedeutet ab dem achten Trächtigkeitsmonat, muss die Fütterung umgestellt werden. Ab diesem Zeitpunkt erfolgt das stärkste Wachstum des Fohlens im Mutterleib. Nun benötigen die Stuten mehr Nährstoffe: • Energiebedarf: 1.25 bis 1.4 x Erhaltungsbedarf. • Eiweissbedarf: bis 1.5 x Erhaltungsbedarf. 1 2011 · UFA-REVUE


NUTZTIERE • Bedarf an Kalzium und Phosphor: bis 1.5 x Erhaltungsbedarf.

Stutenfütterung auf dem Loohof Denise und Peter Luder bewirtschaften mit ihren zwei Söhnen (17- und 15-jährig) in Oftringen (AG) einen 24-ha-Betrieb. Neben 15 Pensionspferden, fünf Zuchtstuten und fünf Reitschulpferden gehören vier Mutterkühe und 40 Mutterschafe zum Tierbestand. Während Denise Luder sich voll um den Pferdestall kümmert, konzentrieren sich die Arbeiten ihres Ehemannes auf den Acker- und Futterbau sowie die restlichen Tiere.

Eiweiss- und Mineralienbedarf steigt stärker Zu beachten gilt es, dass der Bedarf an Eiweiss und Mineralien stärker ansteigt als der Energiebedarf. Für die Praxis bedeutet dies, dass ein Wechsel auf ein Futter stattfinden soll, das eiweissreicher und möglichst mineralreicher ist. Oft lässt sich der Eiweissbedarf durch ein gutes, nicht zu stängeliges Heu bereits decken. Allerdings kann auch ein kommerzielles Zuchtstutenfutter mit Raufutter oder etwas Luzerne in Kombination mit einem Kraftfutter zum Einsatz kommen.

2 bis 3 kg Hypona 788 Sommer und Winter können die Pferde auf die Weide – und dies bei jedem Wetter. Zum Grundfutter gehören neben Weidegras auch Heu, Haylage und Stroh von guter Qualität. Dazu gibt es Hypona 788 (Universalfutter) oder Hypona 889 (für Pferde mit geringerem Nährstoffbedarf) in bedarfsgerechten Mengen. Zuchtstuten werden ab dem achten Trächtigkeitsmonat intensiver gefüttert. «Wir achten darauf, eine Verfettung zu vermeiden, aber auch eine gute Versorgung zu gewähren», fasst Denise Luder zusammen. Hypona 788 Kombi habe sich bewährt, um diesen «Spagat» zu schaffen. Pro Tier und Tag kommen 2 bis 3 kg Hypona 788 zum Einsatz.

Das Dämpfgerät

Futtermenge langsam steigern

100 bis 200 g Mineralstoff 100 g vitaminisierter sorgt für bekömmMineralstoff pro Tier und Tag ergänzen die Ration. Ab dem liches Dürrfutter. achten Trächtigkeitsmonat werden die Mineralstoffgaben gesteigert, bis sie während der Säugezeit 200 g pro Tier und Tag erreichen. Besonderen Wert legt Familie Luder auf eine gute Beobachtung der Pferde, um mit der Fütterung entsprechend reagieren zu können.

Nach dem Abfohlen hat eine Stute hohe Ansprüche an ihr Futter. Ihr Nährstoffbedarf erhöht sich erheblich: • Energiebedarf: 2 x Erhaltungsbedarf. • Eiweissbedarf: 3 bis 3.5 x Erhaltungsbedarf. • Bedarf an Kalzium und Phosphor: 2 bis 3 x Erhaltungsbedarf. Es kommt daher selten vor, dass säugende Stuten mit Energie überversorgt werden. Dennoch sollte die Futtermenge in den ersten Tagen nach dem Abfohlen nur langsam gesteigert werden.

Aminosäuren Die hohen Anforderungen der Pferde nach dem Abfohlen werden nicht von jedem Futtermittel gedeckt. Werden die Fohlen erst in der Weidesaison geboren, so besteht bei vielseitiger, gut bewachsener Weide kein Problem, die Bedürfnisse der Stuten an Eiweiss und Energie zu erfüllen. Bei Abfohlterminen während der Winterfütterung müssen Zuchtstutenfutter mit ausreichenden Gehalten an essenziellen Aminosäuren ergänzt werden. Als spezielle Eiweisskomponente wird in diesen Futtermitteln etwa Sojeextraktionsschrot verwendet. Auch Luzerne, entweder als Raufutter oder als Teil eines kommerziellen Mischfutters, kann als Eiweisslieferant gefüttert werden, beispielsweise in Kombination mit einem «normalen» Kraftfutter. Je nach Weidegrundlage müssen auf jeden Fall zusätzliche Mineralstoffe ergänzt werden. Abhängig vom Wiesenfutter handelt es sich dabei unter anderem um Kalzium, Phosphor und Selen. 䡵

Gräserreiche Mischungen Den Futterbau stimmt Peter Luder gezielt auf die Pferde ab. Angestrebt werden möglichst gräserreiche Mischungen. Das Grundfutter soll viel Struktur aufweisen und doch bekömmlich sein. Gedämpftes Heu Bei Erkrankungen der Atemwege (Husten usw.) entwickeln viele Pferde eine Allergie gegen Staub. Früher wurde empfohlen, in diesen Fällen das Heu vor dem Verfüttern nass zu machen. Weil sich das Dürrfutter dadurch aber im Geschmack verändert, wird es von manchen Pferden schlecht akzeptiert. «Mit der Anschaffung eines Heudämpfers, in dem ganze Heuballen mit 80 Grad Celsius heissem Dampf während zwei Stunden erhitzt werden können, sind wir in der Lage, auch empfindliche Pferde nahezu keimfrei zu füttern», berichten Denise und Peter Luder.

Essenzielle

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Matthias Roggli, UFA-Revue

Peter und Denise Luder mit (v.l.n.r.): Ordesia (erste Stute auf dem Loohof, die bereits sieben Fohlen zur Welt brachte), Ombra vom Loo, Elite-Suisse-Stute Oxana (beide von Ordesia) sowie Onetangi vom Loo (von Oxana).

Autorin Dr. med. vet. Brigitta Wichert, Institut für Tierernährung, Vetsuisse Fakultät, Universität Zürich, 8006 Zürich. www.vetsuisse.ch

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NUTZTIERE

15 Sekunden Stimulationszeit sind genug EUTERVORBEREITUNG Eine Studie hat gezeigt, dass kurzes Anrüsten von 15 Sekunden, gefolgt von 45 Sekunden Wartezeit bei Kühen ausreicht. Bisher wurde davon abgeraten, die Stimulation vor dem Ansetzen des Melkzeugs zu unterbrechen.

Rupert Bruckmaier

Vor dem Melken ist nur ein Anteil von bis zu 20 % der im Euter vorhandenen Milch unmittelbar für den Milchentzug verfügbar. Es handelt sich um Milch, die sich in der Zeit zwischen den Melkungen in der Zisterne des Euters und der Zitzen ansammelt (Zisternenmilch). Der Hauptanteil der Milch bleibt im Drüsengewebe in den Drüsenbläschen und kleinen Milchgängen (Alveolarmilch) und lässt sich ähnlich wie bei einem Schwamm durch das Vakuum der Melkmaschine nicht einfach absaugen. Die Alveolarmilch muss zuerst aktiv aus dem Eutergewebe ausgepresst werden, wozu die Freisetzung von Oxytocin nötig ist.

zum Melkende vom pulsierenden Zitzengummi übernommen. Alle Massnahmen im Zusammenhang mit der Euterreinigung oder dem Vormelken haben ebenfalls eine hervorragende Stimulationswirkung. Ausserdem werden von Melkmaschinenherstellern verschiedene Varianten der Vorstimulation durch die Melkmaschine angeboten, die in der Phase vor dem Einschiessen der Alveolarmilch durch Anpassungen von Pulsation und Vakuum keine oder eine reduzierte Menge an Milch abmelken.

Eutervorbereitung ist nötig Eutervorbereitung besteht primär aus Massnahmen des Vormelkens und der Euterreinigung. Zusätzlich wird häufig eine gezielte Vorstimulation durchgeführt. Wichtig ist, dass die Stimulation zur Auslösung der Oxytocinfreisetzung nicht erst durch die normale Melkpulsation durchgeführt wird. Wenn die erste Alveolarmilch bereits am Melkbeginn zur Verfügung steht, verläuft der Milchentzug gleichmässig und das Euter wird gut entleert. Schiesst die Milch erst

Oxytocin wird aus der Hirnanhangdrüse ausgeschüttet und gelangt über das Blut zum Euter. Im Eutergewebe gibt es spezielle Muskelzellen, bei denen dieses Hormon eine Kontraktion auslöst, wodurch die Alveolarmilch aus dem Eutergewebe in die Zisterne gepresst wird («Einschiessen der Milch») und erst dann durch die Melkmaschine gewonnen werden kann. Dieses Auspressen von Milch in die Zisterne hält während der ganzen Melkung an, bis Eutergewebe und Zisterne leer sind. Wenn Milch vor dem Melken ausläuft, so ist dies immer Zisternenmilch, die abfliesst aufgrund einer abnehmenden Kontraktionskraft des Zitzenschliessmuskels. Die Ausschüttung von Oxytocin wird bei der Milchkuh ausschliesslich durch mechanische Stimulation ausgelöst. Wie intensiv die mechanische Stimulation ist, spielt keine grosse Rolle. Sobald das Melkzeug angesetzt ist, wird die Stimulation bis 58

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NUTZTIERE Der Faktor «Zeit» Während die Intensität der Euterstimulation wenig Bedeutung hat, ist die Zeit von Stimulationsbeginn bis zum Einschiessen der Milch nur durch einen Faktor bestimmt: den Grad der Euterfüllung. Je mehr Milch im Euter vorhanden ist, umso schneller schiesst die Milch ein und umgekehrt. Bei einem prall gefüllten Euter kann die Milch schon 30 bis 40 Sekunden nach Stimulationsbeginn einschiessen, während das Einschiessen der Milch bis zu zwei Minuten dauern kann, wenn sehr wenig Milch im Euter vorhanden ist. Dabei ist zusätzlich zu berücksichtigen, dass bei geringer Euterfüllung auch besonders wenig Zisternenmilch vorhanden ist, mit der die Zeit bis zum Einschiessen der Milch überbrückt werden könnte. Unterschiede Morgen- und Abendmelken Aufgrund der ab-

Eine zeitliche Optimierung der Melkarbeit fällt aufs ganze Jahr gesehen stark ins Gewicht. Bild: agrarfoto.com

nehmenden Milchleistung in der zweiten Laktationshälfte ist die Euterfüllung vor allem gegen Ende der Laktation gering. Sie hängt aber auch vom jeweiligen Zeitraum seit der vorhergehenden Melkung ab. Wenn das Intervall während des Tages weniger lang dauert als während der Nacht, schiesst die Milch beim Abendmelken später ein als beim Morgenmelken. Beim Robotermelken bedingen die unterschiedlichen Melkintervalle ebenfalls eine variable Zeitspanne von Stimulationsbeginn bis zum Einschiessen der Milch.

Bisherige Empfehlungen Im Allgemeinen wird eine Vorstimulation bis zum Einschiessen der Milch empfohlen. Von einer Unterbrechung der Stimulation vor dem Ansetzen des Melkzeugs wird meist abgeraten. Das hat einen guten Grund. Sobald nach einer Vorstimulation die Oxytocinwerte im Blut wieder absinken, entspannen sich die Muskelzellen im Eutergewebe und es dauert dann besonders lang, ihre erneute Kontraktion wieder zu aktivieren und das Auspressen der Alveolarmilch fortzusetzen. Diese negativen Effekte wurden in verschiedenen Forschungsarbeiten dargestellt, in denen nach einer manuellen Vorstimulation das Melkzeug erst mit einer Verzögerung von zwei Minuten oder länger angesetzt wurde. Im Blut zirkulierendes Oxytocin UFA-REVUE · 1 2011

Grafik: Einfluss der Wartezeit nach 15 Sekunden Stimulation auf den Milcheinschuss Wartezeit

8

frühe Laktation Milcheinschuss

späte Laktation Milcheinschuss

6

0 Sek.

30 Sek.

4

Milchfluss, kg / min

ein, wenn die Zisternenmilch schon abgemolken ist, kann das negative Folgen für den weiteren Melkverlauf und für den Entleerungsgrad des Euters haben, wodurch einerseits eine erhöhte Gewebebelastung durch die Pulsation und andererseits ein erhöhtes Mastitisrisiko durch zurückbleibende Milch zu erwarten ist. Der Grund liegt darin, dass beim Maschinenmelken an allen Zitzen ständig Vakuum anliegt, während beim Saugen des Kalbes ein zwar deutlich höheres Saugvakuum immer wieder völlig unterbrochen wird. Insbesondere wenn die Euterzisterne vorübergehend leer ist (nach dem Abmelken der Zisternenmilch und vor dem Einschiessen der Alveolarmilch), treten diese negativen Folgen auf.

2 0 8 6 4 2 0 0

2

0 1 2 3 4 5 6 4 6 8 Melkzeit (Minuten)

wird durch die Niere extrem schnell abgebaut, so dass innerhalb von zwei bis drei Minuten nach dem Ende einer Stimulation keine erhöhten Werte mehr nachgewiesen werden können. Um das Einschiessen der Milch aufrecht zu erhalten, muss ständig neues Oxytocin aus der Hirnanhangdrüse abgegeben werden. Ziel einer neuen Studie der Berner Veterinär-Physiologen war deshalb die Untersuchung der Tauglichkeit kurzer Wartezeit von bis zu einer Minute nach einer vorangegangenen Vorstimulation von 15, 30 oder 45 Sekunden. Die Studie wurde von der Organisation der Schweizer Milchproduzenten SMP unterstützt.

Der einminütigen Stimulation ebenbürdig Es konnte gezeigt werden, dass eine Handstimulation von 15 Sekunden ausreicht, um einen Oxytocinanstieg zu bewirken, der zu einer andauernden Erhöhung dieses Hormons im Blut für mindestens weitere 45 Sekunden führt. Mit einer Stimulation von 15 Sekunden, gefolgt von einer Wartezeit von 45 Sekunden vor dem Ansetzen des Melkzeugs kann somit eine Eutervorbereitung erreicht werden, die einer einminütigen durchgehenden Vorstimulation gleichwertig ist.

Wartezeit unbedingt einhalten Es ist aber darauf zu achten, dass insbesondere bei geringer Euterfüllung das Melkzeug auf keinen Fall bereits unmittelbar nach der Eutervorbereitung von 15 Sekunden angesetzt wird. Die nachfolgende Wartezeit von mindestens 30 Sekunden muss eingehalten werden, da59


NUTZTIERE mit die Milch auch tatsächlich vor Melkbeginn einschiessen kann (Grafik). Andererseits ist eine Stimulationsdauer von 15 Sekunden in manchen Fällen nicht ausreichend, wenn die Wartezeit bis zum Ansetzen des Melkzeugs länger als 45 Sekunden dauert. Einer Wartezeit von einer Minute sollte eine Stimulationsdauer von 30 Sekunden vorangehen, um eine ausreichende Freisetzung von Oxytocin zu erreichen. Generell ist von Wartezeiten von mehr als einer Minute abzuraten; bei einer Wartezeit von zwei Minuten treten bereits deutliche negative Effekte auf den Melkverlauf auf, unabhängig davon, wie lange vorher die Vorstimulation gedauert hat.

In der praktischen Melkarbeit lässt sich die möglichst genaue Einhaltung der Wartezeit durch einen definierten Routineablauf sicherstellen. So können beispielsweise bei drei Tieren nacheinander die ersten Milchstrahlen abgemolken und die Zitzen gereinigt

werden, bevor bei diesen Kühen nacheinander das Melkzeug angesetzt wird. 15 Sekunden können gut durch das Abmelken der ersten Milchstrahlen und durch das Reinigen von Zitzen und Euter gefüllt werden, so dass eine eigentliche zusätzliche Vorstimulation nicht mehr notwendig ist. Die Dauer der Wartezeit kann auf den Füllungsgrad des Euters abgestimmt werden. Sie sollte bei spätlaktierenden Kühen eher länger sein als bei frischlaktierenden. Mit einer Wartezeit von 45 Sekunden ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Gleichzeitig ist aber sorgfältig darauf zu achten, dass die Wartezeit nicht länger sein darf.

Auch für den Melkroboter sind die neuen Ergebnisse eine gute Nachricht. Automatische Melksysteme reinigen zunächst die Zitzen und bis zum eigentlichen Melkbeginn vergeht etwas Zeit. Wenn sich diese Zeit im erwähnten Rahmen hält, sind die Kühe optimal angerüstet.

Marktplatz Fortsetzung von Seite 55

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Fazit Die Kombination aus kurzer Stimulation und Wartezeit stellt eine ideale Eutervorbereitung dar. Das System funktioniert aber nur, wenn alle Zeiten möglichst genau eingehalten werden. Geringfügig längere Wartezeiten können den Vorteil schnell in einen Nachteil umkehren und fatale Folgen für die Qualität des Melkvorgangs haben. 

Autor Rupert M. Bruckmaier, Leiter der Abteilung VeterinärPhysiologie, Vetsuisse Fakultät, Universität Bern, 3001 Bern. Der Autor beschäftigt sich seit fast 30 Jahren mit der Physiologie des Melkens. Die Abteilung Veterinär-Physiologie der Vetsuisse Fakultät Bern gehört weltweit zu den wenigen Labors, die mit ausreichender Empfindlichkeit das Hormon Oxytocin nachweisen können. Daneben hat die Arbeitsgruppe Methoden zur Messung von Milchfluss (auch separat für einzelne Euterviertel), Euterinnendruck und für die Sichtbarmachung des Milcheinschusses entwickelt. Die Ergebnisse der Forschergruppe sind international anerkannt und haben eine Reihe von Entwicklungen in der konventionellen Melktechnik und bei den Melkrobotern massgebend beeinflusst.

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PRAXISGESPRÄCH NUTZTIERE

Komfort auf Liegematten UM PROBLEME MIT DER MILCHQUALITÄT und Eutergesundheit zu vermeiden, muss im Kuhstall auf den rechtzeitigen Ersatz beschädigter Liegematten geachtet werden. Positiv wirkt sich auch das regelmässige Einstreuen von Kalkprodukten, saugfähigem Strohmehl sowie die professionelle Reinigung und Desinfektion aus.

Milchproduzent Melk Staller diskutiert seine Fragen rund um Liegematten mit dem Stallbauspezialisten Ruedi Ratgeber und dem Hygienefachmann Fredy Sauber.

ben der verbesserten Tiersteuerung den Vorteil, dass man einfach montieren und beliebig austauschen kann.

Rechtzeitig ersetzen Melk Staller: Die Gummimatten auf den Hochboxen meiner Kühe sind durchgelegen und teils gebrochen. Nun suche ich nach Alternativen. Was könnt ihr mir empfehlen? Fredy Sauber: Intakte Liegematten sind sehr wichtig. Sonst reichern sich darunter oder in Ritzen allerlei Umweltbakterien an. Dazu gehören etwa Staphylokokken, Streptokokken, Buttersäurebakterien oder Escherichia coli. Allzu saugfähige Liegematten begünstigen ebenfalls die Anreicherung unerwünschter Bakterien. Ruedi Rathgeber: In der Regel beträgt die Garantiezeit für Liegematten zehn Jahre. Die Liegematten unterschieden sich in ihrer Dicke, Weichheit und Form. Gefälle im hinteren Bereich der Matte fördert – wie übrigens auch Rillenprofile – das Abtrocknen der Oberfläche. Schräge Rillen unterstützen das Aufstehen und Abliegen der Tiere. Für BTSStälle müssen die Matten BTS-konform sein. Fredy Sauber: Dichtlippen im hinteren Bereich verringern den Schmutzeintritt unter die Matte.

Rollen oder Einzelstücke? Melk Staller: Liegen Matten, die als Rollen verlegt werden, besser als Einzelstücke? Ruedi Ratgeber: Ja. Bahnenware ist wegen des hohen Gewichts aufwändig zu verlegen, dafür kann die Boxenbreite variiert werden. Einzelmatten haben neUFA-REVUE · 1 2011

Effekt auf Milchleistung Melk Staller: Inwiefern lohnt es sich, in besonders weiche, aber teurere Matten zu investieren? Ruedi Rathgeber: Je höher die Verformung beim Drauftreten, desto weicher ist der Belag. Weiche Matten passen sich an die Körperform der liegenden Tiere an und sind trittsicherer. Studien bestätigen, dass Kühe auf weichen Liegematten länger liegen als auf harten. Längeres Liegen steigert die Milchleistung um bis 1.5 kg pro Tag und Kuh.

Produkte vergleichen Melk Staller: Wie sieht es mit den Preisen aus? Ruedi Rathgeber: Manche Liegematten werden in der Schweiz von mehreren Händlern angeboten. Es lohnt sich, für dieselbe Matte verschiedene Preisangebote einzuholen. Melk Staller: Was gilt es bei der Montage zu berücksichtigen? Ruedi Rathgeber: Wichtig ist, die Montageanleitungen der Hersteller zu beachten.

Einstreu und Hygiene Melk Staller: In meiner Herde sind Euterentzündungen ein Problem. Inwiefern kann ich die Hygiene auf den Liegeflächen fördern?

Bequeme Liegematten schneiden mit Blick auf die Liegedauer von Kühen auch bei sehr niedrigen Temperaturen gut ab, wie Versuche zeigen.

Ruedi Rathgeber: Wir empfehlen in Hochboxen neben Strohmehl oder -häcksel das Einstreuen des Kalkprodukts «Landor Desical», das den pHWert auf 11 hebt und so die Lebensbedingungen für Krankheitskeime wie Escherichia coli deutlich verschlechtert. Für eine optimale Wirkung soll täglich 200 g Desical pro Quadratmeter zum Einsatz kommen. Das Keimspektrum wird nachhaltig positiv verändert. Dank spezieller Rezeptur von «Landor Desical» werden die Hautpartien der Kühe geschont. Fredy Sauber: Zur Mattensäuberung, die mindestens zweimal pro Jahr erfolgen sollte, eignet sich – nach dem Benetzen mit Niederdruck – ein Einweichen der Schmutzteile mit einer Lösung aus warmem Wasser und dem Stallreiniger «Stalltop 645». Nach 30 Minuten erfolgt die Reinigung mit Hochdruck, das heisst 70 bis 100 bar. Ist die Fläche einigermassen abgetrocknet, dient eine Lösung mit Halades 777 zur Desinfektion und damit zur Hemmung von Krankheitserregern. 䡵

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee. Es handelt sich bei diesem Artikel um ein fiktives Gespräch mit fiktiven Personen. Desical, Stalltop und Halades von der Landor beziehungsweise Halag sind über die LANDI erhältlich. In der LANDI gibt es auch Strohmehl, das sich für Liegematten eignet.

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NUTZTIERE

Rund um das Einstallen der Tränker IN DER KÄLBERMAST entscheiden die ersten Tage massgebend über den weiteren Mastverlauf. Eine gute Hygiene, optimale Klimabedingungen sowie ein gezieltes Tränkeregime verhindern Krankheiten und begünstigen eine hohe Schlachtqualität.

Urs Spescha

Hans Bielmann

In der Mast treffen meist Tränkekälber von verschiedenen Betrieben zusammen. Der Krankheitsdruck ist somit gross. Verschiedene Massnahmen helfen, eine gute Tiergesundheit zu bewahren.

Maststall einrichten Die Mastbuchten sollten vor dem Einstallen

gründlich gewaschen und desinfiziert werden. Jede Verschmutzung setzt die Wirksamkeit der Desinfektionsmittel herab. Daher empfiehlt sich folgendes Vorgehen: • Vorspülen und Einweichung sämtlicher Oberflächen mit Leitungswasser und einem Stallreiniger (z.B. Stalltop 645). Einwirkzeit: 15 bis 30 Minuten.

• Mit Hochdruck gründlich reinigen und spülen. • Desinfektionsmittel mittels Hochdruckreiniger, Desinfektionsgerät oder Giesskanne auf eine feuchte oder trockene Oberfläche (keine Wasserlachen) ausbringen. Die Desinfektion dient der gezielten Abtötung von Krankheitserregern. Sie

Werden Kälber nach dem Einstallen rasch angetränkt, fühlen sie sich bald wohl am neuen Ort.

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NUTZTIERE muss den gesamten Stallbereich umfassen, inklusive Hilfsmittel und Gerätschaften. Wenn der Stall trocken ist, wird grosszügig eingestreut, damit sich die Kälber bei ihrer Ankunft wohl fühlen. Nur ein tiefes Strohbett erbringt die gewünschte Wärmeisolation.

Ein optimales Stallklima lässt sich wie folgt umschreiben: • Genügend Luftvolumen (mindestens 6 bis 8 m3 pro Tier). • Keine grossen Temperaturschwankungen. • Guter Luftaustausch, aber kein Durchzug (Luftgeschwindigkeit maximal 0.2 m/s). • Luftfeuchtigkeit zwischen 50 bis 80 %. • Viel Tageslicht, helle Wände. • Täglich einwandfreies Stroh einstreuen, damit der Liegebereich möglichst trocken bleibt (Isolation und Ammoniak). • Genügend grosse Liegefläche.

Ankunftskontrolle Sehr zu empfehlen ist eine genaue Kontrolle jedes einzelnen Tieres bei der Ankunft auf dem Mastbetrieb. Die Ohrstellung, eventueller Augen- und Nasenausfluss sowie der Nabel und das Haarkleid geben dem Mäster einen ersten Eindruck über den Gesundheitszustand des Kalbes. Auffällige Tiere mit erhöhter Atemfrequenz oder Fieber sollten sofort separiert und behandelt oder sogar zurückgewiesen werden. Eine gute Überwachung des Gesundheitszustandes und sofortiges Handeln bei Störungen sind vor allem in den ersten Tagen nach der Ankunft auf dem Mastbetrieb sehr wichtig. Eine geeignete Einstallprophylaxe ist mit dem Bestandestierarzt zu erarbeiten.

Eisen zum Start Verschiedenste Studien zeigen, dass über die Hälfte der Kälber bei der Geburt einen Eisenmangel aufweisen. Ein Eisenmangel zeigt sich an der blassen Farbe der Schleimhäute im Maul oder auf der Innenseite der Augenglieder. Anämische Kälber fressen weniger und bewegen sich lustlos. Sie sind anfälliger auf Infektions- und Herz-Kreislauf-Störungen, erkranken in Belastungssituationen häufiger und der Krankheitsverlauf ist langwieriger. Eine Eisengabe in UFA-REVUE · 1 2011

den ersten Masttagen in Form von Eisenpaste oder Milchzusätzen wie UFA topstart lohnt sich.

Antränken der Kälber Frisch eingestallte Tränker sind in den ersten Tagen mehrmals und sorgfältig anzutränken. Man sollte darauf achten, dies zu unterschiedlichen Zeiten zu machen. Sonst gewöhnen sich die Kälber an einen fixen Ablauf und trinken nur dann, wenn man in den Stall kommt. Kälber sollen lernen, die Milch individuell nach ihren Bedürfnissen abzurufen. Durch spezielle Startermilchen wie UFA 209 start zu Vollmilch oder Milchnebenprodukten ist die Versorgung mit genügend Nährstoffen gewährleistet. Vitamine, Mengen- und Spurenelemente werden meist über Zusatzprodukte verabreicht. Wichtig ist, dass Wasser zur freien Verfügung angeboten wird. Somit regulieren die Kälber automatisch den Flüssigkeitshaushalt je nach Körpergewicht. Wasser ist ein lebensnotwendiger Nährstoff, um eine konstante Leistung und einen optimalen Gewichtszuwachs zu erlangen.

Tränkezubereitung Wichtig ist eine saubere und trockene Lagerung der Ergänzungsmilchen. Die tägliche Kontrolle der richtigen Mengendosierung beim Automaten oder Eimer und die Überprüfung der Tränketemperatur (42 °C) gehören zu den wesentlichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kälbermast. Denn die Verdaulichkeit von Milcheiweiss und Fett in der Kälbermilch ist von der Tränketemperatur abhängig. Kühlere Milch gerinnt langsamer. Sie kann Verdauungsstörungen, Durchfälle verursachen und die Futterverwertung verschlechtern. Bei einer zu niedrigen Temperatur beim Anmischen der Ergänzungsmilchen lösen sich die Bestandteile des Milchpulvers schlecht auf und das Durchfallrisiko steigt. Beim Anmischen von Ergänzungsmilchen für die Eimertränken sollte immer auch der Weg zum Kälberstall und die Aussentemperatur einberechnet werden. Die Milch darf dort nicht zu kalt oder zu heiss ankommen.

Vollmilch gezielt ergänzen Die Qualitätsanforderungen der Verarbeiter

SQ-Mästerschaft für Kälber-, Muni- und Rindermäster In der Rindviehmast hängt der finanzielle Ertrag entscheidend von der Schlachtqualität der abgelieferten Tiere ab. Auch für den Erfolg von Schweizer Rindfleischprodukten bei den Konsumentinnen und Konsumenten ist eine hohe Qualität von grosser Bedeutung. In diesem Zusammenhang lancieren UFA und Anicom eine SchlachtqualitätsMeisterschaft oder eben «SQ-Mästerschaft», an der Kälber- und Rindviehmäster teilnehmen können. Anicom-Kunden erfüllen die Teilnahmebedingungen, wenn sie: • vom März 2011 bis Ende Januar 2012 alle abgelieferten Tiere im Rahmen der Mästerschaft auswerten lassen und • innerhalb dieser Periode mindestens 30 Kälber pro Kälbermast-Betrieb beziehungsweise 30 Banktiere pro Grossviehmast-Betrieb zur Schlachtung abgeliefert haben. Interessierte Tierhalter melden sich bis anfangs März beim UFA Marketing (siehe Talon). Ab dem 14. März geht’s los. Die CH-TAXResultate aus den Anicom-Mastauswertungen entscheiden (prozentualer Anteil T+ und besser), wer die Preise in Form von UFA-Futter im Wert von total 3000 Fr. pro Kategorie (Kälber, Grossvieh) erhält. Die Schlachtresultate der angemeldeten Betriebe werden im Februar 2012 analysiert. Im Rahmen des UFA-Revue-Forums an der Tier & Technik 2012 in St. Gallen erfolgt die Preisverleihung, umrahmt mit vielen interessanten Referaten rund um die Rindviehmast. An der Suisse-Tier, Luzern, gibt es im November 2011 eine Zwischenbilanz.

an den Schlachtkörper sind nur mit einem professionellen Fütterungsregime zu erreichen. Je nach vertränkter Vollmilchmenge wird die passende Ergänzungsmilch gewählt. Diese Abstimmung ist deshalb wichtig, weil die Mastkälber bei zu geringem oder falschem Einsatz die gewünschte Bemuskelung und Fettabdeckung (Taxierung) nicht erreichen.

Anmeldetalon «SQ-Mästerschaft» Ich nehme an der «SQ-Mästerschaft» von UFA und Anicom teil. Vorname, Name: Strasse: PLZ, Ort: Anzahl abgelieferte Tiere vom 14.3.2011 bis 31.1.2012 (geschätzt): Stk.

Mastkälber

Stk.

Mastmuni

Stk.

Mastrinder

Label (z.B. Bio, IP-Suisse)? Unterschrift: Einsenden bis 11. März 2011 an: UFA Marketing, SQ-Mästerschaft, Biblis 1, 3360 Herzogenbuchsee. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt.


NUTZTIERE

Guter Milchpreis mit Kälbermast Laut Erhebungen des Schweizerischen Bauernverbands können mit der Kälbermast relativ hohe Milchpreise erzielt werden. 2010 lag die Bruttomarge bei einem Vollmilchanteil von 75 % bei rund 93 Rp. (2009: 91 Rp.), bei einem Vollmilchanteil von 50 % gar bei zirka 110 Rp. pro Kilogramm Milch (107 Rp.). Die Bruttomarge entspricht dem Erlös des Schlachtkalbes abzüglich Tränkerpreis (inklusive Transport), Tränkerverluste (3 %) und Kosten fürs Milchpulver. Nicht berücksichtigt sind die Kosten für Einstreue, Wasser, Tiergesundheit, Elektrizität, Geräte, Stall, Arbeit und Kapitalzinsen sowie allfällige Abzüge im Schlachthof.

Tabelle: UFA-Vollmilchergänzer Vollmilchergänzer UFA 200

Anteil Milchprotein ****

UFA 201

****

UFA 202

***

UFA 203

***

UFA 204

*

Einsatz Kälbermastmilch «Universal» zu 0 bis 25 % Vollmilch zu 25 bis 50 % Vollmilch am Tränkeautomat zu mindestens 75 % Vollmilch am Tränkeautomat mit Instandeffekt, zum Anrühren und Tränken am Eimer zu 100 % Vollmilch am Tränkeautomat

Anteil Milchprotein entscheidend Für die Qualitätsbeurteilung und den Preisvergleich von Kälbermilch

ist nicht der Anteil an Magermilchpulver (Anteil MMP) entscheidend, sondern der Anteil an hochwertigem Milchprotein am Gesamtprotein. Um die Qualität einer Kälbermilch besser beurteilen zu können, hat die UFA das System der Qualitätssterne eingeführt (Tabelle). Je mehr Sterne eine UFA-Kälbermilch hat, desto höher ist der Anteil Milchprotein am Gesamtprotein.

Reinigung der Automaten Die tägliche Reinigung der Tränkeautomaten und Eimer, der Saugstellen und Tanks nach Reinigungsplan des Tränkeautomatenherstellers ist unerlässlich. Was die Reinigungsmittel betrifft, gibt es Alleinreiniger (z. B. Halacid flüssig TS) oder die alternierende Variante (z.B. abwechselnd Halapur M – Halacid P, d. h. alkalisch – sauer). Fazit Die Anforderungen an eine erfolgreiche Kälbermast sind hoch. Nicht immer muss der Tierhalter alles selber wissen und erledigen. Entscheidend

zum Erfolg beitragen kann eine enge Zusammenarbeit mit dem Bestandestierarzt und einem Kälbermastspezialist aus dem UFA-Beratungsdienst. 䡵

Autoren Urs Spescha, UFA-Marketing, 3360 Herzogenbuchsee. Hans Bielmann, Ressortleiter Kälbermast im UFABeratungsdienst, 3052 Zollikofen. Haben Sie Fragen rund um die Kälbermast oder Tränkeautomaten? Ihr UFA-Kälberspezialist gibt gerne Auskunft. www.ufa.ch Für Informationen zu Stallhygiene, Reinigungs- und Desinfektionsmitteln erkundigen Sie sich am besten bei der Halag. www.halagchemie.ch

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Kälbermast im Online-Video!

Kälbermast Hodel/Horst in Ton und Bild Die Betriebsgemeinschaft Hodel/Horst führt in Bösingen (FR) einen Hof mit 40 Kälbermast-Plätzen. Die Tiere werden für das Label «Naturafarm» produziert. Zusammen mit Käsereischotte und dem «Pu-Mix» stellen die Kälbermilchen «UFA 209 start» und «UFA 209», das SpezialEisenpulver «Eisen plus» sowie das Vitamin- und Spurenelementkonzentrat «UFA top-fit» eine ausgewogene Ernährung der Kälber sicher. Das Resultat sind hohe Schlachtqualitäten und geringe Tierverluste. Video-Profi Markus Gerig hat auf dem Betrieb von Jürg Hodel einen dreiminütigen Film gedreht, der die Erfolgsfaktoren in der Kälbermast aufzeigt und unter www.ufarevue.ch angeschaut werden kann. Mit jeder UFA-Revue erscheint ein neuer Film, in dem Landwirte, aber auch Wissenschaftler und/oder Berater zu Wort kommen. 64

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Hollandreise Reisedaten Wer

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Holland gilt innerhalb der Milchwirtschaft als wohl effizientester Produktionsstandort in Europa. Die Milchviehbetriebe sind modern eingerichtet und sehr rationell geführt. Die meisten Familienbetriebe erzeugen mit minimalem Personaleinsatz eine Jahresmilchmenge von über 1,0 Mio. kg und erzielen damit die höchste Arbeitsproduktivität in der Milchproduktion. Das automatische Melken bildet bei dieser Strategie einen wichtigen Faktor, denn über 80% der Neuinvestitionen in Melktechnik werden für automatische Melksysteme getätigt. Im Rahmen einer dreitägigen Fachreise vom 8.–10. Februar 2011 möchten wir interessierten Landwirten mit dem Besuch auf holländischen Milchviehbetrieben Einblick in diese moderne Milchproduktion bieten. Zusätzlich ist ein Besuch der Roboterfabrikation bei Lely Industries NV am Produktionsstandort Rotterdam vorgesehen. Welche Auswirkungen die Umstellung auf das automatische Melken in Bezug auf das Management hat, wird in einem Workshop aufgezeigt. Die Reise kostet inklusiv Flug und Übernachtung in guten Hotels Fr. 890.–. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt und Anmeldungen nach Anmeldeschluss können aufgrund der Flugtickets nicht mehr berücksichtigt werden. Nutzen Sie als zukunftsfähiger Betrieb die Gelegenheit, die modernste Technik des ASTRONAUT A4 im praktischen Einsatz zu sehen.

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NUTZTIERE

Qualitätsanstrengungen notwendig ANICOM REGIONALVERSAMMLUNGEN Überaus gross war der Aufmarsch der Tierproduzenten zu den Regionalversammlungen der Anicom. Auf besonderes Interesse stiessen die Ausführungen zum Schweinemarkt. Nebst wertvollen Informationen über Neuerungen und Aktualitäten bieten solche Tagungen eine ideale Plattform für den Austausch mit anderen Produzenten.

1 · Verwaltungsratspräsident Eugen Brühlmeier würdigt das Wirken des kürzlich überraschend verstorbenen Anicom Geschäftsführers Urs Schöb. 2 · Heinrich Bucher stellt als Direktor von Proviande die Aufgaben seiner Organisation vor. 3 · Neues Mitglied im Regionalausschuss Mittelland: Peter Käser. 4 · Rudolf Bigler, Präsident des Regionalausschusses Mittelland, und Nationalrat Caspar Baader.

Aktuelles Problem sind die mit der Überproduktion verbundenen tiefen Schweinepreise. So wurden in den ersten neun Monaten 2010 rund 100 000 Schlachtschweine mehr als in der gleichen Vorjahresperiode produziert, was einer Zunahme von 5.1 % entspricht. Die Folgen wirken sich auf den Geldbeutel aus. Die Preise für einen Jager sind rund 50 Fr. tiefer als im Vorjahr, was pro Sau einen Verlust von gegen 1000 Fr. ausmachen kann. Die Ursachen der Überproduktion sind vielschichtig. Ein Grund liegt in der verbesserten Zuchtarbeit, ist doch im Zuchtprogramm UFA 2000 die Zahl der abgesetzten Ferkel je Sau und Jahr um 0.3 gestiegen, was bei einem Muttersauen-Bestand von 140 000 und bei 2.2 Würfen pro Jahr alleine 92 400 Ferkel mehr ergibt. Ebenso zur Steigerung beigetragen haben der Trend zur Säugezeit von vier Wochen und der dank Circovirenimpfung verbesserte Gesundheitsstatus der Tiere.

belfleisch ist gesättigt. Das auf 2018 in Kraft tretende Verbot der Vollspaltenböden betrifft rund 10 % der Mastschweineplätze. Dies und andere Faktoren werden den Strukturwandel fördern. Der Zuchtfortschritt wird zu einer weiteren Reduktion der Zuchtsauenplätze beitragen. Die professionellen Schweinezüchter werden weiter wachsen und Neueinsteiger die Ausnahme bleiben. Die künftigen Chancen der Schweizer Schweinefleischproduktion sieht man in der weiteren Qualitätssteigerung, nur so kann man sich gegenüber dem Ausland und den entsprechenden Importprodukten positiv abgrenzen.

Anicom übernimmt Zugangsmeldungen Seit 1.1.2011 müssen Zugänge von Schweinen der Tierverkehrsdatenbank via www.agate.ch gemeldet werden. Die Anicom bietet an, diese

Aufgabe für die Schweinehalter zu übernehmen. Dazu muss der Produzent die Anicom als Mandant freischalten.

Stabiler

Rindfleischmarkt Als stabil zeigt sich der Markt für das Rindfleisch. Die aktuellen Preise liegen etwas über Vorjahr, aber doch deutlich hinter dem Jahr 2008 zurück. Trotzdem wird die aktuelle Situation für den Munimäster als gut eingestuft, weil auch die Beschaffungskosten für die Tränker geringer ausfallen. Erfreulich hat sich die Qualität entwickelt, was die Anicom auf die Zunahme der Mastrassenbesamungen zurückführt. Als wahre Erfolgsstory wertet die Anicom das «Swiss-QualityBeef»-Programm (SQB), konnten doch die Mengen seit Einführung vor sieben Jahren um das Achtfache gesteigert werden. Die Zuschläge für dieses Segment konnten per anfangs Mai noch-

Schweinemarkt Der

Schlachtschweinemarkt in der Schweiz mit 2.7 Mio. Stück dürfte auch in Zukunft in etwa konstant bleiben. Der Markt für La-

5 · Stefan Schwab, Leiter der Anicom Niederlassung Mittelland in Zollikofen.

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6 · Peter Lütolf ersetzt Philipp Gassner im Anicom-Regionalausschuss der Zentralschweiz. 7 · Oskar Brunner fordert vom Detailhandel ein Überdenken der «Billig-Strategie». 66

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NUTZTIERE mals etwas angehoben werden und betragen aktuell je nach Gewichtsklasse des Schlachtkörpers zwischen 10 und 75 Rp. je kg Schlachtgewicht.

men der fenaco Marktanteile hinzugewinnen. Für Stefan Schwab ist das ein Vertrauensbeweis der Produzenten, wofür er ihnen auch den verdienten Dank aussprach.

Kalbfleisch muss auch in Zukunft heller als Rindfleisch sein. Die Proviande prüfte erfolgreich ein neues Fleischfarbmessgerät von Minolta. Letztlich bestimmt aber der Abnehmer die Fleischfarbe. Immerhin erreichte die Anicom bei der Nachkontrolle in den Schlachthöfen, dass ein Teil der rot-eingeteilten Kälber in die Kategorie «rosa» versetzt wird, was eine Erlössteigerung von 144 000 Fr. ausmacht. Die Anicom unterstützt zudem das Wurstkälberprojekt des Kälbermästerverbands. Die Verwertung von Wurstkälbern hat zum Ziel, die Qualität der Bankkälber zu erhöhen, indem Kälber mit ungenügendem genetischen Potenzial frühzeitig aus dem Markt genommen werden. Zudem soll so eine sinnvolle Verwertung von für die Mast und Zucht ungeeigneten Kälbern gesichert werden.

Die hohe Agrarpolitik Nationalrat Caspar Baader, bis 2010 Mitglied der fenaco Verwaltung, beängstigt es, dass an den drei Säulen der Agrarpolitik – Grenzschutz, Marktstützung und Direktzahlungen – stark gerüttelt wird. Zwar beabsichtige der Bundesrat, die «AP 2011» noch für zwei Jahre weiter zu führen, wolle diese aber ablösen, um dann wohl Themen wie WTO und Freihandelsabkommen mit der EU einfliessen zu lassen, meinte Baader. Aufgrund Berechnungen des Bauernverbands, wonach bei einem Agrar-Freihandelsabkommen mit der EU oder einem neuerlichen WTO-Abschluss das bäuerliche Einkommen um mehr als 40 % zurückgehen könnte, warnte Baader: «Die Landwirtschaft darf an solchen Abkommen kein Interesse haben». Insbesondere fordert er eine Gesamtschau

der Sachlage anzustellen und nicht nur einseitig die möglichen Vorteile von tieferen Konsumentenpreise in den Vordergrund zu stellen, denn schliesslich sei die Schweiz nicht nur ein Hochpreisland, sondern auch ein Hochlohnland. Gesamthaft betrachtet meinte Baader jedoch, dass die künftigen Chancen der Landwirtschaft intakt seien. Das weltweite Bevölkerungswachstum und der weitere Anstieg des Wohlstands werden mittel- bis langfristig zu einem Anstieg des Preisniveaus für landwirtschaftliche Erzeugnisse führen.

«Tierproduktion hat Zukunft», versicherte Willy Gehriger. Der Vorsitzende der fenaco-Geschäftsleitung zitierte eine Prognose der UNO, wonach sich die weltweite Fleischnachfrage wegen des Bevölkerungs- und Wohlstandwachstums in Schwellenländern bis 2050 auf 463 Mio. t verdoppeln könnte. Das bedeutet, dass jedes Jahr über 5 Mio. t mehr produziert werden müssen, was zwölf Mal der Fleischproduktion in der Schweiz entspricht. 䡵

Marktanteilsgewinne Der Fleischkonsum in der Schweiz, auch als Motor für die Tierproduktion bezeichnet, bleibt in etwa konstant. Nach wie vor ist das Schweinefleisch mit rund 40 % vor dem Rindfleisch (18 %) und dem Geflügel (17 %) an der Spitze. Steigern konnte sich jedoch die Anicom. In allen Tierkategorien konnte das Handelsunterneh-

8 · Beat Wandeler, neu als Niederlassungsleiter in der Zentralschweiz tätig: «Mein Ziel ist es, den Produzenten im Tierhandel die bestmögliche Dienstleistung zu bringen.» 9 · Neues Mitglied im Regionalausschuss Mittelland: Simon Hertig. 10 · Cyrill Schildknecht aus Gossau (SG) ist neu im Regionalausschuss. 11 · Westschweizer Delegation der Anicom: Gilbert Catillaz (Niederlassungsleiter), Ueli Kocher (Präsident Regionalausschuss) und Cédric Roch (Leiter des Ressorts Schweine). 12 · Neu im Regionalausschuss: Toni Oswald aus Trimmis (GR).

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13 · Willy Gehriger spricht sich für einen angemessenen Grenzschutz für Agrarprodukte aus. 14 · Josef Schmid, Präsident Regionalausschuss Ostschweiz, begrüsst Gotthold Klein, der über die internationale Schweinezucht referierte.

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15 · Yvan Meuwly ist Niederlassungsleiter Anicom Ostschweiz.

Autoren Dr. Roman Engeler, Daniela Clemenz und Matthias Roggli, UFA-Revue, 8401 Winterthur.

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Für Alpneulinge und Wiederholungs-Älpler Die Winterzeit ist wie getan dazu, Pläne zu schmieden und sich gedanklich auf und davon zu machen. Zum Beispiel von einem Alpsommer zu träumen. Wer sich diese Träume auch realisieren will, für den lohnt es sich auf der Homepage www.zalp.ch herumzustöbern. Zu finden sind Erlebnisberichte, eine ausführliche Stellenbörse und einen Überblick über Kurse und Ver-

anstaltungen für Älpler. Viele landwirtschaftliche Weiterbildungszentren veranstalten Kurse für Alpneulinge über die Käseherstellung, Milchverarbeitung, über Hütehunde und Zäune Erstellen. Aber auch erfahrene Älpler und Sennen dürfen sich für einen Auffrischungskurs melden. Die Kurse sind mehrtägig und finden ab März bis April statt.

Anmeldung und Information

UR LBBZ, 6462 Seedorf, 寿 041 870 14 94, www.ur.ch/ erwachsenenbildung GL Glarnerland, Stefan Bless, Milchwirtschaftliche Beratung 寿 081 257 60 70, www.glarneralp.ch SG Landwirtschaftliches Zentrum, Rheinhofstr. 11, 9465 Salez, 寿 081 758 13 00, www.lzsg.ch TI Instituto agrario cantonale di Mezzana, 6828 Balerna 寿 091 683 21 21, www.mezzana.ch VS Landwirtschaftszentrum, Visp, 寿 027 948 08 10, www.lz-visp.ch

Verlosung!

Älplerleben

Landliebe statt Landlust

SMS-Service

Ferien für 100 Franken

Ringier bringt ein neues Magazin auf den Markt. Es heisst «Landliebe», wird vierteljährlich, erstmals vor Ostern erscheinen und kostet Fr. 6.50. Als Vorbild diene Ringier die deutsche Zeitschrift «Landlust», wie der LID vermeldet. «Landlust» ist eine der erfolgreichsten Zeitschriften.

Der Landjugendverband bietet neu einen SMS-Service an. Der Absender schreibt per Handy oder übers Internet ein SMS und versendet es via den SMS-Service. Alle registrierten Mitglieder erhalten automatisch die Mitteilung. Der Empfänger bezahlt 20 Rappen pro SMS. www.landjugend.ch

Familien mit sehr bescheidenem Einkommen können vom 8. Januar bis 26. März 2011 in Reka-Feriendörfern Winterferien für 100 Fr. machen. Reka-Ferienhilfe, Neuengasse 15, 3001 Bern 寿 031 329 66 99 www.reka.ch

Im Sommer in den Berger anzutreffen sind die Älpler. Mit rauen Händen, grobem Schuhwerk und abgewetzten Kleidern rennen sie den Kühen hinterher und verkaufen Käse. Sie haben für drei Monate den Traktorknüppel und die Computermaus mit dem Hirtenstock gewechselt. Ihnen ist ein wunderschöner Fotoband gewidmet, der unkonventionell und authentisch 13 Äplerinnen und Älpler in Portraits festhält. Die UFA-Revue verlost fünf Bücher «Hirtenstock und Käsebrecher». Jedes Buch hat einen Wert von 74 Fr. Schreiben Sie eine SMS (90 Rp) mit KFL Alp Name Adresse an 9292. Einsendeschluss ist der 13. Januar 2011. Als besonders Geschenk für die Gewinner liefert der zalpverlag zusätzlich ein Postkartenset.

Fondue-Verdauung

Verlosung 12/2010

Wein zum Fondue oder ein Schnaps danach reduziert das Völlegefühl. Alkohol lässt die Käseklumpen im Magen aufweichen, damit die Magensäure das Protein schneller abbauen kann. Aber Alkohol habe unter dem Strich mehr negative als positive Wirkungen, ist die Schlussfolgerung einer Studie des Universitätsspitals Zürich. Die Gerbstoffe des Tees würden ebenso helfen beim Proteinabbau. www.foodaktuell.ch

Irene Bislin aus Pfäfers, Daniel Gerber aus Bigenthal, Helena Hertig aus Ranflüh, Gaby Hofstetter aus Aesch, Armin Hotz aus Morgarten, Adelina Keller aus Bischofszell, Hanni Keusen aus Jaberg, Vreni Lerch aus Wiedlisbach, Anna Werder aus Müselbach und Mirja Trummer aus Frutigen gewannen die DVD «SF bi de Lüt – Landfrauenküche 2010». Weiterhin kann die DVD für Fr. 29.90 auf www.ufarevue.ch (Leserservice) bestellt werden.

BE Inforama Berner Oberland, 3702 Hondrich, 寿 033 650 84 00 www.vol.be.ch GR Landwirtschaftliche Schule Plantahof, 7302 Landquart, 寿 081 307 45 45, www.plantahof.ch

Ferienwochen für Bauern Die katholische Bauernvereinigung organisiert auch 2011 im Februar Ferienwochen für Bäuerinnen und Bauern. Im Bildungszentrum Matt in Schwarzenberg (LU) mit Pater Chrispin Rohrer und Maria Schätti (寿 041 499 70 99) und im Haus St. Josef in Lungern (OW) mit Pfarrer Walter Mathis, 寿 041 679 75 65.

Immer weniger Gemeinden In der Schweiz gibt es noch 2551 Gemeinden, immer weniger. Für kleine Gemeinden seien Fusionen ein Vorteil, etwa um Infrastrukturund Sozialkosten gemeinsam zu tragen. Die Politik rücke aber weg von den Bürgern, deshalb müssen unbedingt die lokalen Eigenheiten gepflegt werden. www.berggebiet.ch UFA-REVUE · 1 2011

Beitrag der Bäuerinnen Die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART erfasst 2011 zusammen mit dem schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband, der Agridea und dem Bundesamt für Landwirtschaft den zeitlichen Aufwand der Tätigkeiten von Frauen auf bäuerlichen Betrieben. Dabei werden neben Aufgaben in Haushalt und Betrieb auch ausserbetriebliche Tätigkeiten mit einbezogen.

Auf www.zalp.ch sind zudem auch regionale Alpkäsemärkte und internationale Älplertreffen aufgelistet.

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 69


LANDLEBEN

Lieben und arbeiten WIE MANN UND FRAU ihre Paarbeziehung gestalten, beeinflusst das Schicksal und die Zufriedenheit der Partner, wie auch die Entwicklung der Kinder. Freiräume, um die Paarbeziehung zu pflegen sind in der Landwirtschaft begrenzt, denn das Arbeitspensum und der finanzielle Druck sind enorm. Der Weg zur modernen partnerschaftlichen Ehe ist mit vielen Hindernissen gepflastert.

Hans Goldbrunner

Wir erleben heute die unterschiedlichsten partnerschaftlichen Beziehungsformen, die als Ehe, eheähnliche Gemeinschaft, (zeitlich befristete) Lebenspartnerschaft, freie und ungebundene Liebe, als heteround/oder homosexuelle Paarbeziehung bezeichnet werden. Es handelt sich dabei um Versuche, partnerschaftliche Liebe, gegenseitige Wertschätzung und Verantwortung in einer modernen Umwelt zu realisieren, in der emotionale Kälte und egozentrische Lebensentwürfe dominieren. Als typisches Merkmal moderner Partnerschaft wird dabei die Emanzipation von traditionellen, vor allem religiösen und moralischen Verpflichtungen angesehen, die erst die Freiheit für neue Wege und die Erfüllung verdrängter persönlicher Bedürfnisse ermöglicht. Diese Entwicklung macht vor den Bauernhöfen nicht halt, obwohl sie zunächst in einem städtischen Umfeld entstanden ist, in welchem Privatleben und Arbeitswelt weitgehend getrennt sind, und in welchem traditionelle Verpflichtungen eine geringere Rolle spielen. Die städtische Anonymität erleichtert den Aufbau einer eigenständigen Partnerschaftskultur, in der die Wünsche und Erwartungen der Partner zu einer Einheit verschmolzen werden, ohne dass komplizierte Kompromisse mit den ökonomischen Lebensbedingungen oder der Herkunftsfamilie eingegangen werden müssen. Dass dies jedoch nicht immer befriedigend gelingt, zeigen etwa die hohen Scheidungsraten.

Freizeitmöglichkeiten sind stärker eingeschränkt, das Arbeitspensum und der finanzielle Druck sind enorm. Die Arbeit weist saisonale Engpässe auf, die nur bewältigt werden können, wenn die vorhandenen Kräfte aller Familienmitglieder optimal koordiniert sind und persönliche Bedürfnisse vorübergehend zurückgestellt werden. Erschwerend kommen die Anpassungsleistungen an den Agrarwandel hinzu, die in menschlicher Hinsicht einen hohen Tribut fordern und die Gestaltungsmöglichkeiten für die Partnerbeziehung weiter einengen.

Liebes- und Arbeitsbeziehung Diese Faktoren tragen dazu bei, dass in landwirtschaftlichen Partnerbeziehungen die Arbeitsebene nach wie vor einen hohen Stellenwert einnimmt, während die moderne Sehnsucht nach einer partnerschaftlichen Liebes-Ehe ins Hintertreffen zu geraten droht. Die Partner müssen ständig um Freiräume für die Intimität kämpfen. Der Weg zur modernen partnerschaftlichen Ehe ist für Bauern mit vielen Hindernissen gepflastert. Neben den betriebsbedingten Stressfaktoren spielen dabei auch persönliche Widerstände eine wichtige Rolle. Vor allem Männer, die in traditionellen bäuerlichen Familien viele Machtvorteile für sich in Anspruch nehmen konnten, sind in Gefahr, das anspruchsvolle Ziel aufzugeben und sich von den vertrauten Beziehungsmustern nicht zu lösen, was nicht selten auch die Unterstützung durch das soziale Umfeld erhält.

Freiräume In der Landwirtschaft bestehen wesentlich weniger Freiräume für die Beziehungsgestaltung. Die 70

Partnerwahl Bereits die Partnerwahl steht unter einem ungünstigen

Stern. Der Beruf des Landwirts ist in der heutigen Zeit nicht sonderlich attraktiv. Das ist einer der Gründe, weshalb zahlreiche Landwirte keine Partnerinnen finden und gezwungen sind, als alleinstehende Landwirte den Betrieb in eine ungewisse Zukunft zu führen. Frauen von Bauern haben heute häufig eine nicht landwirtschaftliche Berufsausbildung und wünschen, ihren Beruf auch in der Ehe weiter auszuüben. Nicht selten scheitern daher Partnerschaften bereits in der Phase des Kennenlernens, wenn sich die beruflichen Vorstellungen nicht in Einklang bringen lassen. Die Schwierigkeit von nichtbäuerlichen Partnern, sich in die landwirtschaftlichen Arbeitsabläufe einzuordnen, führt nicht selten zu Kritik oder Ablehnung von seiten der Grosseltern, die meist mehr Einfluss auf Hof und Familienleben ausüben als die eingeheiratete Frau/Mann vor der Ehe angenommen hatte. Der bäuerliche Partner ist hier in der Zwickmühle. Einerseits sieht er sich gefordert, zwischen den Parteien zu vermitteln, gleichzeitig soll er auch eindeutige Signale zu setzen, dass ihm die Partnerschaft näher steht als die eigenen Eltern. Unerträgliche Spannungen können etwa auftreten, wenn die Eltern die Hofübergabe hinauszögern und dadurch eine Abhängigkeit aufrecht erhalten, die der jungen Familie abträglich ist. Vor allem die häufig spannungsgeladene Beziehung zwischen Ehefrau und Schwiegermutter bietet dem Mann ausreichend Gelegenheit, sein Engagement für die «Ordnungen der Liebe» zu beweisen. Empfindlichkeit und Verletzlichkeit, ein Mangel an Einfühlung und kommunikativen Fähigkeiten können 1 2011 · UFA-REVUE


LANDLEBEN die Partnerschaft schwer belasten. Auf dem Land bestehen zudem weniger Möglichkeiten, sich aus dem Weg zu gehen und Beziehungen zwischen den Generationen auszuweichen, da die räumliche Nähe und der häufige Zwang zur Zusammenarbeit auf dem Betrieb Rückzugsmöglichkeiten behindern.

Rettung Es ist indes einfacher, auf die Risiken einer modernen Partnerschaft für Bauern hinzuweisen als konstruktive Wege aufzuzeigen, obwohl es an Ratgebern nicht mangelt. In den Listen von Ratgebern tauchen immer wieder Tipps auf, etwa der Appell, sich selbst in Frage zu stellen, Kommunikations- und Verhandlungsbereitschaft, Offenheit und Verständnis, Respekt und Wertschätzung, die Fähigkeit, neben der Liebe «in guten wie in schlechten Tagen» das Streiten nicht zu unterschätzen, das bekanntlich das Salz in der Suppe der Liebe ist. In Ehevorbereitungskursen, aber auch in Seminaren für Partner in der Lebensmitte werden Reflexionshilfen und Trainingsmöglichkeiten für Paare angeboten. In Paar- und Familientherapien werden Auswege aus Beziehungskrisen gesucht. Auch wenn all diese Hilfen keine Garantien bieten, sind sie wertvolle Orientierungshilfen zur Überwindung gefährlicher Stolpersteine. Besonders Männer sind heutzutage in einem Dilemma. Nicht selten tendieren sie im Innersten zu traditionellen Rollenvorstellungen, selbst wenn sie sich nach aussen «modern» geben. Das wird dadurch begünstigt, dass die erwähnten hohen Anforderungen an eine zeitgemässe Betriebsführung den Spielraum für die Beziehungspflege erheblich einengen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Partnerbeziehung zuweilen wie ein Klotz am Bein des ökonomisch denkenden Landwirts erlebt wird. Die Partnerin gewinnt nicht selten den Eindruck, dass sie vernachlässigt wird. Sie tritt von sich aus den Rückzug an oder kämpft mit Mitteln um den Erhalt der Beziehung, welche eher eine weitere Abkühlung bewirken. Aus dem Teufelskreis hilft vielfach nur die Unterstützung durch neutrale Dritte, etwa in Form von Eheberatung. Die Einwilligung dazu fällt Männern jedoch häufig schwer, weil sie diesen Schritt als Bankrotterklärung betrachten, die sie nicht annehmen können. UFA-REVUE · 1 2011

Mit Humor geht vieles leichter. Bild: agrarfoto.com

Schuldzuweisung Es wäre aber zu einfach, das Gelingen oder Scheitern der Partnerbeziehung vorrangig dem Mann in die Schuhe zu schieben, obwohl in Krisen die Bereitschaft zu einseitigen Schuldzuweisungen sehr verbreitet ist. Männer - ebenso wie Frauen - tragen sicher eine hohe Verantwortung, aber das Gelingen einer Partnerbeziehung hängt auch von Bedingungen ab, die sich der persönlichen Kontrolle der Partner entziehen. Rosenkrieg Entgegen der verbreiteten Meinung, dass eine Partnerbeziehung mit der Trennung oder Scheidung endgültig beendet wird, kann nicht genug betont werden, dass auch nach der Scheidung vieles gemeinsam zu regeln ist, angefangen von der Verantwortung für Kinder über die Regelung von Versorgungs- und Vermögensansprüche bis hin zum Umgang mit den Grosseltern und Freunden. Mediationsverfahren nehmen sich der Aufgabe an, auch bei unversöhnlich erscheinenden Eskalationen aus einer neutralen Position heraus

für alle Parteien akzeptable Lösungen zu suchen. Sie bedürfen jedoch der Einwilligung und Kooperation der Partner und scheitern, wenn Verbitterung und Kränkung so tief sind, dass der Rosenkrieg in einen erbarmungslosen Vernichtungskrieg übergeht, der auch vor dem landwirtschaftlichen Besitz und im schlimmsten Fall dem Leben nicht Halt macht. Es ist jedoch trotz aller Schwierigkeiten erstaunlich, wie viele gute Partnerbeziehungen und Familien auf Bauernhöfen zu finden sind, wie häufig es gelingt, schwerste Krisen gemeinsam zu meistern und eine Beziehungskultur zu entwickeln, die letztlich auch der Bewältigung der Probleme der modernen Landwirtschaft zugute kommt. Studiert man diese Familien eingehender, so fällt auf, dass der Erfolg nicht dadurch zustande kommt, dass die Landwirte sich bedingungslos modernen familiären Leitbildern unterwerfen, sondern dass sie auch die Bindung an traditionelle Werte nicht leugnen und Wege suchen, die beiden Ansprüchen miteinander zu versöhnen suchen. 䡵

Autor Hans Goldbrunner ist emeritierter Professor für Psychologie, Familientherapeut und Supervisor in Ratingen/Deutschland. Er ist im Vorstand der deutschen Bundesarbeitsgemeinschaft der landwirtschaftlichen Familienberatungen und Sorgentelefone. Seine Arbeitsschwerpunkte sind systemische Familien- und Paarberatung, Beratung von landwirtschaftlichen Familienbetrieben im Generationenwechsel und Trauerbegleitung.

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BÄUERINNEN KOCHEN LANDLEBEN

Genuss und Gemütlichkeit mit feinen Rezepten WINTERREZEPTE In dieser kalten Jahreszeit können die Mahlzeiten ruhig etwas deftiger sein, findet Carolin Auf der Maur. Das Rezept des währschaften Plätzligratins hat sie von ihrer Schwiegermutter übernommen. Winterlicher Plätzligratin 600 g Schweinshals-Plätzli Paniermehl, Ei, Mehl 2 Zwiebeln 1 Dose Champignon 200 g Käse Salz, Pfeffer, Fleischgewürz 3 dl Halbrahm Carolin Auf der Maur schneidet den Baumnusskuchen an und findet, im Winter hätte man eher Zeit Baumnüsse zu knacken.

Die Plätzli würzen, mit Ei, Mehl und Paniermehl panieren und kurz anbraten. Die Plätzli nebeneinander dicht in eine Gratinform legen. Zwei grosse Zwiebeln

fein schneiden und im Bratenfond andämpfen und über das Fleisch streuen. Die Champignon darüber verteilen (ohne Saft) und mit ca. 120 g Käse bestreuen. Für 20 Minuten in dem auf 180 °C. vorgeheizten Backofen schieben. Aus dem Ofen nehmen und den restlichen Käse darüber streuen. Alles mit Halbrahm bedecken und nochmals 15 Minuten überbacken. Mit Knöpfli oder Teigwaren serviert ein währschaftes Wintermenü. Für feierliche Anlässe kann auch Filet verwendet werden. Auch lässt sich das Gericht sehr gut einen Tag vorher vorbereiten.

1 KL Backpulver 1 Prise Salz

CarolinsBaumnusskuchen

Alle Zutaten in ein Pfännchen geben, mischen, unter rühren langsam aufkochen. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und den Belag darauf verteilen. Nochmals 10 Minuten bei Mittelhitze (180 °C) auf der untersten Rille des vorgeheizten Ofens backen. Den Kuchen unbedingt warm mit einem flachen Messer vom Springformrand lösen. Mit Puderzucker bestäuben. 䡵

Biskuit 2 Eier 120 g Zucker 100 g Butter 1 Beutel Vanillezucker 150 g Mehl

Eier, Zucker und Butter schaumig rühren. Vanillezucker, Mehl, Backpulver und Salz daruntermischen und in eine gefettete Springform (Durchmesser 28 cm) füllen. Backen: 20 Minuten bei Mittelhitze (180 °C) auf der untersten Rille des vorgeheizten Ofens backen. Belag 180 g Baumnüsse 100 g Butter 150 g Zucker oder Rohzucker 2 EL Mehl 6 EL Milch oder Rahm

Unsere Rezeptbäuerin Carolin Auf der Maur (39) bewirtschaftet mit ihrem Mann Erwin einen 17-ha-Betrieb in Ingenbohl (SZ). Da der Ehemann auswärts arbeitet, packt Carolin auch im Stall mit an und versorgt die Kühe, Aufzucht- und Mastkälber. Die Kinder Nadine (11), Reto (9) und Sarah (7) lassen jetzt im schulpflichten Alter der Mutter mehr Freiraum, gemeinsam aber wird das Brauchtum gepflegt. Carolin Auf der Maur leitet die Kindertrachtentanzgruppe «Tallüt» in Schwyz, wo ihre Kinder auch mittanzen. So gehe das «Bödele und Gäuerle» nicht vergessen und das Kulturgut wird lebendig vermittelt. Carolin Auf der Maur absolvierte die Bergbäuerinnenschule in Gurtnellen (UR). Die Zeit, die sie dort verbracht hat, möchte sie nicht missen. Die Bäuerinnenschule wurde geschlossen, Freundschaften jedoch blieben und Tipps und Tricks für den Haushalt begleiten die Bäuerin noch heute. Nicht nur während der Festtage, sondern das ganze Jahr über, kommt das kreative Potenzial von Carolin Auf der Maur ihrem Heim zugute, ist doch das ganze Haus liebevoll mit Naturmaterialen der Jahreszeit entsprechend wunderschön dekoriert. 72

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$$!"  Route: Savona – Barcelona – Ajaccio Waren Sie noch nie auf hoher See? Dann ist dies die Gelegenheit fßr Sie eine einmalige Schnupperkreuzfahrt zu machen. Lernen Sie das Leben auf dem schwimmenden Hotel kennen und lassen Sie sich davon bezaubern! 2. Tag: Mittags Ankunft in Barcelona. Spanisches Flair erwartet Sie in dieser Stadt. Machen Sie eine Stadtrundfahrt oder bummeln Sie in der bekannten Fussgängerzone Barcelonas. Ihr tolles Reiseprogramm: 1. Tag: Bustransfer von der Schweiz nach Savona. Nach Ankunft Einschiffung und Kabinenbezug. Ihr Schiff Costa Luminosa sticht am frßhen Abend in See.

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Nicht inbegriffene Leistungen: • Getränke und persÜnliche Auslagen an Bord • Fakultative Ausßge von Costa • Obligatorisches Serviceentgelt (an Bord bezahlbar) • Annullations- und SOS-Versicherung • Buchungsgebßhr pro Person Fr. 30.–, max. Fr. 60.– pro Dossier Abfahrtsorte: 06.00 Basel, Meret Oppenheimerstrasse; 06.00 Kallnach, Car Terminal; 06.45 Bern, Car Terminal Neufeld; 07.15 Zßrich, Flughafen; 08.15 Luzern, Inseli; 07.15 Genf, Flughafen

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GARTENSEITE LANDLEBEN

Der Garten als Jungbrunnen GLÜCK UND WOHLERGEHEN befinden sich direkt vor der Haustüre: Im Garten kann man Stress abbauen, zur Ruhe kommen und innerhalb des gesetzlichen Rahmens alles tun und lassen, was man will. Wenn es um die Gesundheit geht, gibt es den Garten wohl bald auf Rezept.

Ohne Blumen und Pflanzen kein Leben: Sie bilden das grüne Kleid der Erde und produzieren Sauerstoff. Wenn die Gewächse nicht wären, würde uns buchstäblich die Luft ausgehen und wir würden verhungern. Pflanzen sind unsere Hauptnahrung und bilden die Grundlage für Tierfutter. Kein Wunder, ist die variantenreiche Farbe Grün in unseren Genen programmiert. Weltweit befasst sich ein Heer von Forschern mit diesem Phänomen. Dass Gartenarbeit fit hält, Stress abbaut und das Immunsystem stärkt, ist wissenschaftlich fundiert bewiesen.

Knochenarbeit im Grünen Gärtnern macht starke Knochen. Ein Schelm, wer dabei an «Knochenarbeit» denkt! In Tat und Wahrheit ist Gartenarbeit eine prima Prophylaxe gegen Osteoporose (Knochenschwund). Dieser überraschende Befund stammt von der amerikanischen Wissenschafterin Dr. Lori Turner. Sie untersuchte neun körperliche Aktivitäten wie Schwimmen, Radfahren und Gymnastik auf ihre Tauglichkeit, die

Früh übt sich, was ein glücklicher Gärtner werden will! Bild: IDgS

Knochenstruktur zu stärken. Ein Übriges tut ein Glas Milch, Käse, Jogurt oder Quark zur Znünipause: Der menschliche Körper produziert Vitamin D, wenn er dem Sonnenlicht bei der Gartenarbeit ausgesetzt ist. Dadurch wird der Knochenbaustoff Kalzium, der reichlich in Milchprodukten enthalten ist, besser eingelagert.

Zur Kur in den Garten Mit Giessen, Jäten und Hacken kann man Krankheiten nicht nur vorbeugen, sondern sogar heilen. Der amerikanische Professor Roger S. Ulrich stellte fest, dass allein der Anblick von Pflanzen erhöhten Blutdruck senkt. Und das funktioniert auch in begrünten Innenräumen! Therapiegärten sind in der Schweiz im Vormarsch. Sie helfen Patienten mit gesundheitlichen Störungen zu grösserem Wohlbefinden. Der Aufenthalt im Garten und der Umgang mit Pflanzen haben heilsamen Einfluss. Etwa bei der Rehabilitation nach einem Schlaganfall oder rheumatischen Leiden.

Lust auf Blütenduft Wer öfter mal an Blumen schnuppert, aktiviert seine Hirnzellen. Aber Vorsicht mit Maiglöckchen! Ein Duftmolekül, das nach Maieriesli riecht, fördert die Fruchtbarkeit. Es spornt die Samenzellen zur Eile an und lockt sie zu den Eileitern. Zu diesem verblüffenden Ergebnis kamen zwei Forscher der Ruhr-Universität im deutschen Bochum. Frühlingsgefühle haben also durchaus einen realen Hintergrund! Passionierten Gärtnern sagt man ohnehin nach, der Aufenthalt in der Natur und das Schnuppern an Blumen mache aus ihnen die glücklicheren Menschen. Zur Not tun es auch ein paar Balkonkistchen und Gefässe mit Blumen und Kräutern. 䡵

Edith Beckmann

Wie im Paradies: Blumen und Pflanzen tun uns Menschen gut! Bild: PdM

Verblüffend: Maiglöckchenduft fördert die Fruchtbarkeit. Bild: CMA

Grüne Tipps für den Nutz- und Ziergarten • Klug ist, wer jetzt in Ruhe seine Gartengeräte und Hilfsmittel überprüft und ergänzt, Defektes repariert oder ersetzt – und den Rasenmäher warten lässt. • Inventar vorhandener Samentütchen erstellen. Zur Keimprobe einige Sämchen auf einen Teller mit feuchtem Haushaltpapier streuen und bei Zimmertemperatur zum Keimen bringen. Falls nicht mindestens die Hälfte der Samen austreibt, ist das Saatgut wertlos. • Eingelagertes Gemüse, Kartoffeln und Obst regelmässig kontrollieren, angefaulte Exemplare entfernen. An frostfreien Tagen den Keller lüften! • Immergrüne wie Buchs, Thuja oder Rhododendren verdunsten auch im Winter reichlich Wasser. Bei Trockenheit giessen! UFA-REVUE · 1 2011

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ICH BIN GERNE BAUER LANDLEBEN

Schon als Kind gern im Stall

Urs Dörig aus Gunzwil (LU) mit Spitzenkuh Tabea

«Auch kleine Betriebe können in der Tierhaltung wirtschaftlich erfolgreich sein und einer Familie die Existenz ermöglichen.»

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Wer Urs Dörig beim Umgang mit den Tieren zuschaut, merkt bald, dass ihn dabei mehr motiviert als allein die Erwirtschaftung von Einkommen. «Für mich war schon als Schüler klar, dass ich einmal unseren Landwirtschaftsbetrieb übernehmen möchte» erklärt der 25Jährige. Selbstständigkeit, Flexibilität und Abwechslung gehören zu den positiven Merkmalen, die Urs Dörig mit dem Beruf als Landwirt in Verbindung bringt. Selbständigkeit, weil er den Betrieb selber gestalten kann. Flexibilität, weil je nach Wetter auch einmal ein Nachmittag im warmen Büro verbracht werden darf. Und an Abwechslung mangelt es auf dem 11 ha-Betrieb Dörig in Gunzwil (LU) noch am wenigsten. Melken eines Lieferrechts von 183 000 kg pro Jahr, Kälbermast und -vertragsaufzucht, 5000 Mastpoulet-Plätze, Futterbau mit 2 ha Mais, gelegentliches Pressen im Lohn – die Liste der Aufgaben ist lang. Hinzu kommt, dass Urs Dörig neu die Klauenpflege als Dienstleistung anbietet. In der Ausbildung zum Meisterbauer hat er sich intensiv mit den Tipps und Tricks rund um dieses Metier befasst und ist seither via 寿 078 766 47 23 für Kuhhalter erreichbar, die von seinen Kenntnissen profitieren möchten. 2007 hatte Urs Dörig elf Monate auf einem Betrieb in Kanada gearbeitet. Von dort hat er das Modell für die Kälberhaltung mit Iglus und ab zwei Altermonaten mit Boxenlaufstall übernommen. Besonderen Wert legt der sympathische Meisterbauer auf den Zusammenhalt innerhalb der Familie. «Nicht immer gleicher Meinung zu sein, ist normal», findet er. Differenzen müsse man ausdiskutieren oder akzeptieren. Für Junge eher ungewohnte Töne schlägt Urs Dörig an, wenn er vom Respekt redet, den man der älteren Generation, ihren Erfolgen und vielen Reformen schuldig sei. Was die Zukunft anbelangt, steht die Betriebsübernahme von Vater Anton an. Ausserdem plant Urs Dörig einen Maissilo mit Entnahmefräse. Nicht zu kurz kommen soll die gemeinsame Zeit mit seiner Freundin Judith. mr 1 2011 · UFA-REVUE


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Unbeliebte Betriebskontrollen

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Den Kontrolleuren kann der Zutritt auf den Betrieb nicht verweigert werden, aber wo überall haben sie Zutritt und welche Akten müssen vorgelegt werden?

Bewässerungsanlagen könnten in Zukunft eine grössere Bedeutung erfahren. Wie werden solche Anlagen bei einer Hofübergabe bewertet?

Die sinkenden Getreidepreise der letzten Jahre haben die Wirtschaftlichkeit beeinträchtigt. Wie entwickelt sich dieses Einkommen in Zukunft?

Viele Ferkel pro Wurf, hohe Tageszunahmen, gute Futterverwertung – welche Leistungsmerkmale zählen in der Schweinehaltung am meisten?

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Impressum UFA-Revue Die Mitglieder-Fachzeitschrift der fenaco-LANDI Gruppe. Die Ausgaben Nr. 1, 3, 5, 7-8, 9 und 11 erscheinen mit im Abonnement inbegriffener Beilage des LANDI-Contact. ISSN 1420-5106 Erscheint heute mit Feldsamenkatalog von UFA Samen (Teilauflage). Herausgeber fenaco Genossenschaft, Erlachstrasse 5, 3001 Bern

UFA-REVUE · 1 2011

Mitherausgeber LV-St. Gallen, GVS Schaffhausen. Die Beteiligungen der Herausgeber an anderen Unternehmungen sind in den gültigen Geschäftsberichten aufgeführt. Erhältlich beim Verlag.

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Redaktion Tel. 058 433 65 30 Fax 058 433 65 35 Theaterstrasse 15a 8401 Winterthur Dr. Roman Engeler, Chefredaktor; Daniela Clemenz, Christian Hirschi, Cyril de Poret und

UFA-Revue Anzeigenberatung Theaterstrasse 15a 8401 Winterthur Martina Bernet, Alex Reimann

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Bezugspreis Für Mitglieder landwirtschaftliche Genossenschaften gratis. UFA-Revue-Abonnenten akzeptieren die Nutzung und Weitergabe ihrer Post-Adresse für den Versand von zielgerichteten Mailings. Ist dies nicht erwünscht, kann die Adresse beim Verlag gesperrt werden. Prepress Aline Gsell, Stephan Rüegg, AMW, Winterthur; Mattenbach AG, Winterthur

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