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Nutztiere

Betriebsmanagement

«Melken ist eine der schönsten Arbeiten» Der Familienbetrieb von Daniel Felder in Schüpfheim (LU) ist zum siebten Mal hintereinander auf der Betriebsmanagementliste von Braunvieh Schweiz. Die Herde sticht mit den tiefsten Zellzahlwerten auf der Liste heraus. Sein Herdenschnitt liegt bei erstaunlichen 26 000 Zellen/ml.

Martina Bögli

Stephan Studinger

Felders Kühe im Laufstall.

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D

en Betrieb, welcher in Bergzone 1 liegt , führte Daniel Felder während 16 Jahren gemeinsam mit seinem Bruder Konrad in einer Gebrüder-Gemeinschaft. Dank dem, dass sie ihren Betrieb vergrössern konnten, haben sie sich vor einem Jahr getrennt und jeder bewirtschaftet nun einen eigenen Hof mit der Familie. Die Kühe gehören mehrheitlich der Rasse Braunvieh an, einige wenige sind Holstein-Kühe, welche jedoch nicht in die Betriebsmanagementliste einberechnet werden. Um auf die Betriebsmanagementliste zu kommen, müssen die Betriebe alle Mindest- oder Maximalwerte in den Bereichen Milchleistung, Milchgehalt, Nutzungsdauer, Fruchtbarkeit und Eutergesundheit erreichen (Kasten). Auf dieser Liste zu stehen, bedeutet Felders sehr viel. Es sei eine Bestätigung, dass die tagtägliche Arbeit auf dem Betrieb korrekt gemacht werde und die Wirtschaftlichkeit stimme. Trotzdem brauche es auch viel Glück, um auf die Liste zu kommen. Denn es bedürfe nur zwei bis drei Kühe, die

Mindestanforderungen für Betriebsmanagementliste: • Min. 10 Laktationsabschlüsse mit min. 250 Laktationstagen • Milchleistung min. 7000 kg im Talbzw. 6500 kg im Berggebiet • Eiweissgehalt min. 3.4% im Tal- bzw. 3.3% im Berggebiet • Lebensleistung min. 25 000 kg Milch • Serviceperiode max. 110 Tage • Zellzahl max. 110 000/ml

nicht tragend gebracht werden und es reicht nicht mehr, um den Kriterien gerecht zu werden, erklärt der Betriebsleiter. Zellzahl tief halten Für Daniel Felder ist das Melken eine der schönsten Arbeiten auf dem Betrieb und er macht es aus Leidenschaft. «Ein Melkroboter käme für mich nicht in Frage, dafür melke ich zu gerne», erklärt er. Der Melkvorgang läuft bei ihm wie nach dem Schulbuch erlernt ab. Zudem sorgt er dafür, dass das Melken stetig ruhig und korrekt abläuft. Dies ist für Daniel ein wichtiger Punkt, um die Zellen tief zu halten. Sind die Kühe beim Melken gestresst, wird die Milch oft nicht vollständig abgegeben und Milchreste bleiben im Euter zurück, welche erhöhte Zellen verursachen können. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass er zwischen dem Melken seine Hände oft wäscht, um keine Erreger zu verschleppen. Aber auch bei der Stierenwahl schaut Felder immer auf die Zellzahlen. «Weiter wird fast kein

Vieh zugekauft, mit dem Erreger in den Stall geschleppt werden könnten,» so der Betriebsleiter. Im Sommer füttert er bewusst keine Maissilage, weil durch erwärmte Silage, die Zellzahlen erhöht werden können. Dank dem, dass die Kühe so tiefe Zellzahlen haben, kann er seine Tiere zum Teil ohne antibiotischen Euterschutz trockenstellen. Die Galtphase dauert bei Felders fünf bis sechs Wochen. In dieser Zeit steht den Kühen der UFA Cake-Bloc Ferien zur freien Verfügung. Vor und vor allem nach dem Abkalben wird ihnen Minex 972 verabreicht: «Mit dieser Mineralsalzversorgung habe ich weniger Kühe, die mir liegen bleiben», erklärt der Betriebsleiter. Stimmige Fütterung Um eine so langlebige Kuhherde mit einer Lebensleistung von 33 778 kg

UFA-REVUE  5 | 2017

UFA-Revue 05/17  

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