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Nutztiere

Muttersauen impfen

Impfprophylaxe ist eine sinnvolle Investition Als Prophylaxe wird die Gesamtheit aller Maßnahmen bezeichnet, die eine schlimme Entwicklung verhindern sollen. In der (Tier-)Medizin gilt es, das Ausbrechen von Krankheiten zu verhindern. Nebst guter Haltung ­und Fütterung haben sich in der Tierproduktion Impfungen als Vorbeugung gegen spezifische Krankheiten etabliert.

Adriana van den Berg

I

n der professionellen Ferkelproduktion ist die Impfung der Muttersauen gegen Rotlauf und Parvovirose üblich. Die Impfstoffe sind einzeln oder auch kombiniert erhältlich. Da der Impfschutz gegen Parvovirose zwölf Monate, gegen Rotlauf jedoch nur etwa sechs Monate anhält, ist die abwechslungsweise Verwendung von einfachem (nur gegen Rotlauf) und kombiniertem Impfstoff möglich. Die Impfung kann zyklusorientiert erfolgen, in den meisten Betrieben geschieht dies gegen Ende der Laktation. Aber auch eine terminorientierte Impfung ist möglich, das heisst alle sechs Monate werden alle Sauen (und der Eber!) des Bestandes geimpft, unabhängig von ihrem aktuellen Standort. Wichtig ist eine korrekte Grundimmunisierung der Remonten vor dem ersten Decken. Für die Nachkommen Bei den sogenannten Mutterschutz-Impfungen werden zwar die Sauen geimpft, der Schutz jedoch gilt den Saugferkeln. Durch die Impfung von hochtragenden Sauen wird die Konzentration von Immunoglobulinen im Kolostrum erhöht und kommt den neugeborenen Ferkeln als passive Impfung zugute. Die Impfung ist demnach nur so gut, wie die

Impfstoffe sind bei 2 bis 8 °C und vor Licht geschützt zu lagern. Bild: SGD

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Impfungen zur Gesund­erhaltung des Bestandes haben sich in der Schweinehaltung etabliert. Bild: SGD

Ferkel auch Milch aufnehmen. Gute PPDS-Prophylaxe (nachgeburtlicher Milchmangel) respektive die rasche Behandlung von erkrankten Sauen ist wichtig. Weit verbreitete Mutterschutzimpfungen sind die Impfungen gegen Coli-Durchfall der Saugferkel und gegen Clostridiose. In der ersten Trächtigkeit müssen die Tiere zweimal geimpft werden. Grundlagen zur Impfstoff-­ Lagerung und -Applikation • Nur gesunde Tiere impfen • Wenn möglich keine Impfung während Stresssituationen wie Umstallen, Transport, Absetzen, etc. • Eine korrekte Impftechnik (2 – 3-fingerbreit hinter dem Ohrgrund) ­ist entscheidend für einen guten ­E rfolg. • Eine belastbare Immunität besteht in der Regel zwei Wochen nach der Impfung (zwei Wochen nach

der Wiederholungsimpfung beiGrundimmunisierung). • Impfstoffe sind Medikamente der Abgabekategorie B, dass heisst sie müssen vom Tierarzt verschrieben werden und die Applikation ist im Behandlungsjournal zu vermerken, auch wenn keine Absetzfristen bestehen. • Impfstoffe sind im Kühlschrank zu lagern (nicht in der Kühlschrank­ türe) und unmittelbar vor Gebrauch auf Körpertemperatur zu bringen. • Angestochene Impfflaschen müssen rasch aufgebraucht werden, meist innerhalb eines Tages. • Für die hygienisch einwandfreie Impfung verwendet man am besten Einwegkanülen. n

Autorin Adriana van den Berg, SGD-Büro Bern-Westschweiz, 3001 Bern UFA-REVUE  3 | 2017

UFA-Revue 03/17  

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