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Fachzeitschrift der fenaco-LANDI Gruppe • www.ufarevue.ch • 3 / 2013

Umnutzung von Stallgebäuden Seite 12

Anspruchsvolle Reifenmontage Seite 22

Übersaat – Aber wie? Seite 36

Bio-Eierproduzenten gesucht! Seite 72


INHALTSVERZEICHNIS EDITORIAL

Früh übt sich, wer ein ProfiKälbermäster werden will.

Roman Engeler

Bild: agrarfoto.com

FENACO AKTUELL Wertschöpfungskette Kernobst Frisch, gesund und nah

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Verwaltungsentscheide Auf ein Wort von Martin Keller Willy Gehriger ist Agro-Star Suisse 2013

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MANAGEMENT Anspruchsvolle Montage Reifen spielen in der Landwirtschaft eine zentrale Rolle, sind sie doch die Schnittstelle zwischen Maschine und Boden.

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Umnutzung von landwirtschaftlichen Gebäuden Ausserhalb der Bauzone

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Kurzmeldungen Zukunftsszenarien Landwirtschaft im Jahr 2030 Rentabilität in der Fleischschafhaltung UFA-Revue-Newsletter: Jetzt abonnieren.

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LANDTECHNIK

Sonnenblumenanbau Die Sonnenblumensorte «ExpressSun» revolutioniert den Anbau. Die Sorte wurde nun in die Sortenliste aufgenommen.

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Hightech ohne Landwirte Wie werden die neuen Technologien in der Praxis akzeptiert?

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Kurzmeldungen Der neue «Axion 800» von Claas fährt vor Anspruchsvolle Reifenmontage Produktneuheiten Wettbewerb

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PFLANZENBAU Blattdüngung im Rebbau Bessere Weinqualität durch Pflege

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Kurzmeldungen Eine anspruchsvolle Neuheit Erfolgreiche Übersaat Nachhaltige Landwirtschaft und GVO

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NUTZTIERE

T3 und besser Qualitätskälber lösen höhere Preiszuschläge denn je. Es lohnt sich, die Fütterung darauf abzustimmen.

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Jungsauen-Konditionierung Rückenspeck macht leistungsstark

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Kurzmeldungen UFA aktuell: Die Seiten für den Tierhalter Milchkühe: Einfluss variierender Leistungsfuttermengen Gute Nachfrage nach Original Braunvieh Hygiene auf Alpsennereien Kälber im Milchviehstall? UFA-Revue Forum: Kapazität des Euters wird früh bestimmt Eckzahlen für Vollmilchmäster Praxisfall: Gesundheitsmanagement von der Kuh zum Kalb Parvovirose: Impfung einsparen? Mehrpreis für Alpschweine Bio-Seite: Wertschöpfung mit Legehennen steigern

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LANDLEBEN

Landwirtschaft im Film Filme über die Landwirtschaft seit dem frühen 20. Jahrhundert sind im Archiv für Agrargeschichte zu finden.

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UFA-REVUE · 3 2013

Schweizerische Trachtenvereinigung Volkskundliche Schweizer Geografie

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Kurzmeldungen Filmarchivierung Hinter den Kulissen einer Landwirtschaftsausstellung Rheintaler Rezepte von Margrith Keller Gartenseite: Zinnien aussäen Ich bin gerne Bauer, sagt Christoph Moser

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Mit konstanter Regelmässigkeit wird die Öffentlichkeit mit Lebensmittelskandalen konfrontiert. Meist laufen diese nach dem gleichen Schema ab. In einer ersten Phase wird irgendwo in einem Regal etwas festgestellt. Die Medien bringen es mit der üblichen Schlagzeilen-Kosmetik ans Tageslicht. Die Betroffenen versuchen den Schaden sofort einzugrenzen und als Einzelfall zu deklarieren. Aufgrund der heute üblichen internationalen Handelsströme stellt sich aber gleich einmal heraus, dass der sogenannte Skandal weitere und viel grössere Kreise mit sich zieht. Schulbubenartig weist man jede Schuld von sich, oder – noch schlimmer – beschuldigt einfach andere entlang der Wertschöpfungskette. Am Schluss, bevor alles wieder in Vergessenheit gerät, stellen sich Fragen wie • Werden die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen? • Was hat man daraus gelernt? • Findet ein Umdenken statt? Verschärfte Kontrollen und Auflagen werden da und dort zwar Abhilfe schaffen können. Solange jedoch der Druck auf die Lebensmittelpreise weiter bestehen bleibt, die Handelswege stets länger und mitunter undurchsichtiger werden, wird man wohl auch in Zukunft wieder von diesem und jenem Skandal zu hören bekommen. Wer auf sicher gehen will, setzt auf klare Deklarationen wie «Suisse Garantie» und unterstützt dabei nicht nur die einheimische Produktion, sondern sorgt auch dafür, dass heimische Lebensmittelveredler im Markt bestehen können.

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AKTUELL FENACO

Frisch, gesund und nah WERTSCHÖPFUNGSKETTE KERNOBST Die Vermarktung von gesunden, frischen Schweizer Äpfeln gehört zu den Kernaufgaben des fenaco-Departements Landesprodukte. In enger Partnerschaft mit den Produzenten und auf Augenhöhe mit den Abnehmern fördert fenaco Kernobst sowohl eine umweltgerechte als auch eine markt- und bedarfsorientierte Produktion. Qualität wird gross geschrieben.

Markus Hämmerli

Schweizer Äpfel während 12 Monaten – das ist das Ziel der fenacoLANDI Gruppe. Damit dies möglich ist, braucht es eine enge Zusammenarbeit zwischen Produktion und

Vermarktung gepaart mit einer hochmodernen Infrastruktur. Während bei einjährigen Kulturen die Anbauplanung von Jahr zu Jahr den Kundenbedürfnissen angepasst werden kann, benötigt

die Sortenplanung bei Dauerkulturen Voraussicht. Damit sich die Investition für den Produzenten lohnt, gilt es, einmal gepflanzte Kernobstanlagen während 15 Jahren zu nutzen.

Die Konsumenten wollen das ganze Jahr über knackige Äpfel. Dafür erfüllt die ganze Wertschöpfungskette grosse Qualitätsvorgaben und Richtlinien.

VERWALTUNG FENACO CONSEIL D’ADMINISTRATION Neubau Kläranlage der frigemo Aufgrund der Sanierungsbedürftigkeit der 40-jährigen Abwasserreinigungsanlage und der erreichten Belastungsgrenze, hat die fenaco-Verwaltung entschieden, 14 Millionen Franken in einen Neubau der Kläranlage der Frigemo in Cressier (NE) zu investieren. In der betriebseigenen Kläranlage wird das mit Erde, Stärke, Fett und Reinigungsmitteln belastete Abwasser aus der Fabrikation gereinigt und in den Zihlkanal eingeleitet. Im Dreischicht4

betrieb der Fabrikation fallen täglich über 1 500 m3 Schmutzwasser an, dessen biologische Fracht jener der Stadt Neuenburg mit ca. 50 000 Einwohnern entspricht. Es wird ein Zwei-LinienKlärverfahren mit Stärkebehandlung, Faulturm und Biogasproduktion sowie einer entsprechenden Reservekapazität installiert. Gemäss Planung soll das Bauprojekt ab August 2013 in zwei Phasen erfolgen und Mitte 2015 mit dem Rückbau der alten Anlage abgeschlossen sein. 3 2013 · UFA-REVUE


AKTUELL

NATS ES MO IS D D L I B DU MO PHOTO

FENACO AUF EIN WORT EN UN MOT

Die Schweizer Obstproduzenten passen sich mit bemerkenswerter Geschwindigkeit den sich ständig ändernden Bedürfnissen ihrer Kunden an. Clubsorten sind zunehmend gefragt, die bevorzugten Säure- und Zuckerverhältnisse verschieben sich und das optische Bild der Äpfel und Birnen sowie deren Präsentation im Regal werden immer wichtiger. Strategietagung der fenaco Anfangs März treffen sich die Verwaltungsmitglieder der fenaco mit der Geschäftsleitung zu einem zweitägigen Verwaltungsseminar. Ausführlich werden wichtige Themenbereiche aller Geschäftsfelder besprochen und zukunftsträchtige Entscheide gefällt (im Bild Verwaltungsmitglieder Landwirt Walter Monhart aus Schlatt, Landwirt Andreas Bernhard aus Alchenflüeh und Nationalrat Leo Müller aus Ruswil). Die fenaco-Verwaltung besteht hauptsächlich aus aktiven Bauern und ist paritätisch aus den vier Regionen zusammengesetzt. Sie wählt die Geschäftsleitung und bestimmt den Kurs der fenaco-Genossenschaft.

Sortenwahl Im Fokus stehen heute eine Vielzahl von sieben Premiumsorten, welche als eigenständige Marken von einem ausgewählten Kreis von Partnern vermarktet werden. Dazu zählen bekannte Namen wie Jazz, Pink Lady, Tentation, Greenstar oder Kanzi. Die fenaco ist in der erfreulichen Situation, dass sie Zugriff auf alle bedeutenden Sorten besitzt und ihre Produzenten da-

TERMINE AGENDA Regionalversammlungen • Zentralschweiz: 3. Mai 2013 • Mittelland: 6. Mai 2013 • Westschweiz: 7. Mai 2013 • Ostschweiz: 7. Mai 2013

Jahresmedienkonferenz der fenaco 22. Mai 2013

Delegiertenversammlung der fenaco 18. Juni 2013 UFA-REVUE · 3 2013

durch von einem zukunftsweisenden Sortiment für ihre Anlagen profitieren.

Qualität Damit die Konsumenten auch im Winter und Frühling knackige Schweizer Äpfel und Birnen geniessen dürfen, bedarf es entlang der ganzen Wertschöpfungskette grosser Anstrengungen. Nur qualitativ einwandfreie Früchte finden den Weg in den Einkaufswagen. Dabei spielen äussere und innere Werte eine grosse Rolle. Die äussere Qualität wird bestimmt durch Kaliber, Ausfärbung und Schalenbeschaffenheit. Komplexer ist die Beurteilung der inneren Werte wie Zucker und Festigkeit, die Aroma und Geschmackserlebnis beeinflussen. Bis anhin konnten die Messungen nur mit einem destruktiven Verfahren, das heisst die Früchte werden zerstört, durchgeführt werden. Die neue «Near-Infrared-Technologie» ermöglicht die systematische, zerstörungsfrei Qualitätsbeurteilung.

Lagerung Eine der Hauptaufgaben in der Vermarktung ist die optimale auf die einzelnen Sorten abgestimmte Lage-

Fortsetzung Seite 6

Eines bleibt jedoch konstant: Die hohe Erwartung der Schweizerinnen und Schweizer an die Qualität und Sicherheit der Lebensmittel «ihrer Landwirte». Die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten sind interessiert an Frische, Regionalität, Nähe und an einer umweltschonenden Produktion. Mancher Kunde würde wohl staunen, welcher hohe Grad an Fachwissen, Technologie und Automatisierung heute zwischen der Neupflanzung einer Kernobstanlage und der Präsentation der Früchte auf dem Ladentisch liegt. Unter dem aktuellen Preis- und Margendruck halten wir die Steigerung der Kosteneffizienz in unseren Aufbereitungsanlagen für den einzig zielführenden Weg. Auch deshalb wurde die Infrastruktur des Departements Landesprodukte der fenaco fast vollständig erneuert. Mit der Eröffnung des erweiterten Leistungszentrums «fresh&cool» für Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln in Bätterkinden im August 2013 wird die Phase der Grossprojekte abgeschlossen. In folgenden Schwerpunkten dürfen und wollen wir trotz Preisdruck nicht nachlassen: Bei der Innovationskraft und der Qualitätsführerschaft für unsere wunderbaren Schweizer Frischprodukte. Martin Keller Vorsitzender der Geschäftsleitung fenaco

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AKTUELL FENACO

rung der Früchte. Während der Sommer und Herbstmonate erfolgt sie in konventionellen Kühlräumen bei Temperaturen zwischen 1 – 3 °C. Für die Langzeitlagerung benötigt es spezielle Lager mit kontrollierter, gesteuerter Atmosphäre (CALager). Die Früchte verbringen ihre Lagerzeit in einer Art Winterschlaf. Dabei werden Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Sauerstoff- und Kohlenstoffdioxidgehalt reguliert, so dass sich die Atmung und der Alterungsprozess von Äpfel und Birnen verlangsamt und die Früchte ihre volle Qualität über Monate behalten.

Sortieren und Abpacken Die Sortier- und Abpacktechnik erfuhr in den letzten Jahren eine technologische Revolution. Die von den Produzenten übernommenen Äpfel werden mittels optischer Sortierung in eine Vielzahl von Qualitäten unterteilt. In diesem vollautomatischen Prozess wird jeder Apfel 50-mal fotografiert, so dass die gesamte Schalenoberfläche beurteilt werden kann. Zudem werden Farbe und Kaliber 6

fenaco Kernobst in Kürze Die fenaco Gruppe vermarktet jährlich 40 000 t Kernobst – dies entspricht einem Marktanteil von 33%. Davon übernimmt die fenaco 35 000 t bei über 300 Produzenten direkt ab Hof. Sämtliche Schweizer Äpfel und Birnen entsprechen dem Label «Suisse Garantie» und erfüllen die Anforderungen von SwissGAP. Mit einem Inlandanteil von über 90 % fördert das CM Kernobst die produzierende Schweizer Landwirtschaft. Die Früchte werden in den vier fenaco-Leistungszentren gelagert und gemäss den kundenspezifischen Anforderungen aufbereitet. Zu den Abnehmern zählen nebst den fenaco internen Kunden die Grossverteiler Coop und Migros sowie eine Vielzahl von in- und ausländischen Grossisten.

in homogene Einheiten aufgeteilt, um dem Kunden eine ansprechende Präsentation zu bieten. Die Transportwege während der Aufbereitung legen die Früchte im Wasserbad zurück. Damit werden Druckstellen und Manipulationsschäden verhindert. Nach der Sortierung «verschwinden» die Früchte im Hochregallager, welches eine gekühlte Zwischenlagerung bis zum Abpacken ermöglicht. Erst am Tag der Auslieferung werden die Früchte in das definitive Verkaufsgebinde verpackt. Jeder Apfel wird noch einmal manuell auf die vorgegebenen Qualitätsanforderungen geprüft.

Zusammenarbeit mit Produzenten Die neue Struktur des Category Management Kernobst fenaco (CM Kernobst) ermöglichte die Bildung eines «Produktzentrums Kernobst fenaco» mit Produzentenvertretern aus allen Anbauregionen. Dieses Gremium erarbeitet die nationalen Rahmenbedingungen und verankert die Zusammenarbeit von Produktion und Vermarktung. Dazu zählen nebst den Übernahmebedingungen auch das Lagerprogramm und die Flächen- und Sortenstrategie. Unterstützt wird dies von den regionalen Produzentenorganisationen, die ihre natio3 2013 · UFA-REVUE


AKTUELL FENACO

Die fenaco investiert laufend in die regionalen KernobstLeistungszentren in Charrat, Perroy, Utzenstorf und Sursee. Alle der verarbeiteten Schweizer Äpfel und Birnen entsprechen dem Label «Suisse Garantie» und erfüllen die Anforderungen von SwissGAP. Bilder: Leistungszentrum Perroy

nalen Vertreter im Produktzentrum nominieren. Im Rahmen des Projekts «LANDI Frische» fungiert das Department Landesprodukte als Dienstleister in den Bereichen Beschaffung und Kommissionierung. Der LANDI-Laden kann an sechs Tagen pro Woche rund 150 saisonale Artikel bestellen. Diese werden täglich im Leistungszentrum Utzenstorf kommissioniert und für die Feinverteilung via Volg-Logistik bereitgestellt. Dank der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit der LANDI Schweiz finden die Produkte des CM Kernobst ihren Weg in den LANDI Laden – und dies in der ganzen Schweiz. 

Autor Markus Hämmerli, Ing. Agr. HTL, ist Category Manager Kernobst im Departement Landesprodukte der fenaco. www.fenaco-landesprodukte.ch

www.ufarevue.ch

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Grafik: fenaco Kernobst: Nationale Einheit mit regionalen Leistungszentern

LZ Utzenstorf

LZ Sursee

LZ Perroy

LZ Charrat

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AKTUELL FENACO

Willy Gehriger – «Agro-Star Suisse» POSITIVES BEWEGT An der Messe «Tier&Technik» in St. Gallen wurde Willy Gehriger, von 2002 bis 2012 Vorsitzender der fenaco Geschäftsleitung, mit dem Preis «Agro-Star Suisse 2013» ausgezeichnet. Mit Willy Gehriger ehrt die Jury eine herausragende Persönlichkeit, die Positives für die Landwirtschaft bewegt und entsprechende Akzente gesetzt hat.

In seiner Laudatio umschrieb JuryPräsident Christian Belz, Professor für Marketing an der Universität St. Gallen, die vier wichtigen Stationen im Leben des «Agro-Star» Preisträgers Willy Gehriger:

• Der Jugendliche, der auf dem elterlichen Gutsbetrieb bei Payerne, eng verbunden mit der Landwirtschaft aufwuchs. • Der Forscher, der nach dem Agronomie-Studium an der ETH in Zürich über ein ackerbauliches Thema eine Doktorarbeit schrieb, später an der Forschungsanstalt Changins (heute ACW) den Bereich «Kartoffeln und neue Kulturen» leitete und dabei unter anderem bewies, dass Soja auch nördlich der Alpen gedeihen kann. • Der Manager, den es in der Folge zur Union des Coopératives Agricoles Romandes (UCAR) in Lausanne zog, deren Geschäftsleitung er übernahm, um beim Gründungsprozess der fenaco eine wesentliche Rolle zu spielen. • Der Pensionierte, der nach dem Motto «ein alter Direktor wird rasch nur zum Bremser» rechtzeitig die Führung der fenaco in jüngere Hände gab und so für sich jenen Freiraum schuf, den er nun für vielfältige Aktivitäten nutzen kann: Präsidium von Delley Samen und Pflanzen AG, Vorstandstätigkeiten beim Archiv für Agrargeschichte, der Genossenschaft Uvavins, beim Centre Patronal oder beim Stiftungsrat der Schweizer Berghilfe.

In seiner Dankesrede bekräftigte Willy Gehriger, dass er diese Auszeichnung nicht primär für sich, sondern stellvertretend für alle über 8000 Mitarbeitende der fenaco, entgegennehme. 8

Agro-Star Suisse Mit der 2006 auf Initiative der Messe «Tier & Technik» geschaffenen Auszeichnung, mitgetragen von der Zeitung «Schweizer Bauer» und unterstützt durch die Mobiliar-Versicherung, wird jedes Jahr eine Persönlichkeit geehrt, die sich in besonderer Weise um die Schweizer Landwirtschaft verdient gemacht hat. Der Preis wird vorrangig einer natürlichen Person zuerkannt und nur im Ausnahmefall einer Personengruppe oder einer Institution verliehen. Die Person braucht nicht aus der Schweiz zu stammen und muss nicht selber in der Landwirtschaft tätig sein.

Belz bezeichnete Gehriger als unkompliziert, sympathisch, lösungsorientiert, klar und verbindlich. Er sei ein profunder Kenner der Landwirtschaft, der die Marktkräfte nicht nur verstehe, sondern sie auch erklären könne. Willy Gehriger könne stolz darauf sein, dass es ihm gelungen sei, im Unternehmen fenaco eine Vertrauenskultur aufzubauen, in der Mitarbeitende Ideen realisieren können und so den entscheidenden Unterschied zu Mitbewerbern ausmachen würden. 

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur

www.ufarevue.ch

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3 2013 · UFA-REVUE


KURZMELDUNGEN MANAGEMENT

Hof kurz vor Pfändung verkauft Landwirt Z war stark verschuldet. Ende 2008 verkaufte er sein landwirtschaftliches Gewerbe seinem Sohn X für rund 2.1 Mio. Fr. In Anrechnung an den Kaufpreis begründete er ein lebenslängliches Wohnrecht für sich und seine Ehefrau. 2009 wollte das Betreibungsamt zu Gunsten der Gläubiger von Z Pfändungen durchführen. Mangels pfändbarer Vermögenswerte resultierten aber nur Verlustscheine im Totalbetrag von über 1 Mio. Fr. Im 2010 klagten einige der Gläubiger gegen X. Sie forderten, X habe die Pfändung und Verwertung des landwirtschaftlichen Gewerbes ohne das Wohnrecht zu dulden. Das Bezirksgericht und das Obergericht hiessen die Klage gut. Sie stützten sich auf eine Bestimmung des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG), gemäss wel-

cher alle Rechtsgeschäfte anfechtbar sind, die der Schuldner innerhalb des letzten Jahres vor der Pfändung vornahm und bei denen er eine Gegenleistung annahm, die zu seiner eigenen Leistung in einem Missverhältnis stand. Ein solches Missverhältnis sei angesichts des Verkehrswerts von rund 3.2 Mio. Franken vorhanden. Wohl hätte der Sohn auch im Rahmen einer Zwangsversteigerung sein Vorkaufsrecht ausüben können, aber er wäre dabei an den gebotenen Höchstpreis gebunden gewesen und hätte sich nicht auf das Ertragswertprinzip berufen können. Vor dem Bundesgericht machte X geltend, als selbstbewirtschaftender Nachkomme könne er gemäss dem Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB) den Hof zum Ertragswert beziehungsweise zu den

Grundpfandschulden – hier rund 1.8 Mio. Fr. – übernehmen. Das Bundesgericht gab ihm diesbezüglich recht und hielt fest, dass bei Ausübung eines BGBB-Vorzugsrechts nicht von einem Missverhältnis gesprochen werden könne. Es hiess die Beschwerde von X gut und wies die Sache zu neuer Beurteilung an das Obergericht zurück. Auf Geheiss des Bundesgerichts muss das Obergericht prüfen, ob allenfalls ein anderer SchKG-Anfechtungstatbestand erfüllt ist. Anfechtbar ist eine Rechtshandlung nämlich auch dann, wenn der Schuldner diese mit der erkennbaren Absicht vornimmt, seine Gläubiger zu benachteiligen oder einzelne Gläubiger zum Nachteil anderer zu begünstigen (Urteil 5A_391/2012 vom 19.12.2012). Andreas Wasserfallen, Agronom und Rechtsanwalt, Bern, 寿 031 300 37 00

Kein Vogel im Häuschen

ein bestimmter Tierschützer damit nachweisen wollte, dass der Landwirt seinen Kühen den gesetzlich vorgeschriebenen Auslauf im Freien nicht gewährt hatte (Urteil 1C_500/2012 vom 07.12.2012). Andreas Wasserfallen, Bern

Korrigenda UFA-Revue 2/2013

In einem Bundesgerichtsurteil vom Dezember 2012 ging es primär um prozessuale Fragen. Der Sachverhalt, welcher das ganze Verfahren ins Rollen gebracht hatte, ist interessant. Ein Landwirt hatte der Polizei gemeldet, dass er bei seiner Scheune ein Vogelhäuschen mit einer versteckten Digitalkamera gefunden habe. Er übergab das Vogelhäuschen samt eingeschalteter Kamera den Polizeibeamten. Die Überprüfung der gespeicherten Fotos ergab, dass unzählige Aufnahmen von der Rückseite der Liegenschaft gemacht worden waren. Es bestand Grund zur Annahme, dass

UFA-REVUE · 3 2013

Hofwegweiser im Edelweisslook Neu sind beim landwirtschaftlichen Informationsdienst Hofwegweiser im Edelweisslook erhältlich. Sie sind dreimal gelocht und können gut befestigt werden. Das Material Forex (Kunststoff) ist beidseitig mit wasserfestem Filzstift beschriftbar. Für die Wiederverwendung und kurzfristige Einsätze können die Wegweiser auch mit Klebefolien oder Papierausdrucken bestückt werden. Die Grösse beträgt 600 x 150 mm. Preis 7 Fr. plus Versandspesen. LID, Weststrasse 10, 3000 Bern 6, 寿 031 359 59 73, Fax 031 359 59 79. www.lid.ch

Entgegen der Aussagen im HF-Ausbildungsartikel der UFA-Revue 2/2013 belaufen sich die Ausbildungskosten am Strickhof für die gesamte HF-Ausbildung auf 7200 Fr. (pro Jahr 3600 Fr.). Die Agro-Techniker HF-Ausbildung wird im Vollzeitmodus angeboten. Die AgroKaufmann-HF-Ausbildung sowohl in Vollzeit als auch berufsbegleitend. Am LBBZ Rheinhof in Salez belaufen sich die Kosten auf: HF-Fächer 5600 Fr., Schulgeld BLS je nach Schulort 4500 bis 6500 Fr., Schulmaterial und Exkursionen 2200 Fr.

Rückblick Milchproduktion Die neusten Zahlen der TSM Treuhand GmbH zeigen, dass 2012 die Milchproduktion pro Betrieb um 3.7% gegenüber dem Vorjahr zugenommen hat. Betriebe mit einer Milchproduktion unter 200 000 kg produzierten über die Hälfte der gesamten Milch. 2012 stellten 854 Betriebe die Milchproduktion endgültig ein. Das sind mehr als zwei Betriebe pro Tag.

40-jähriges Bestehen der Vorsorgestiftung Anlässlich des 75-Jahre-Jubiläums des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV) wurde beschlossen, etwas für die Bauernfamilien besonders Wertvolles zu schaffen. So hat der SBV vor 40 Jahren die Vorsorgestiftung der Schweizerischen Landwirtschaft (VSTL) gegründet. Das war der Start zum starken Engagement des SBV für die Verbesserung des sozialen und privaten Versicherungsschutzes der Bauernfamilien. Die Stiftung hat sich prächtig entwickelt: Sie zählt heute über 20 000 Destinatäre, weist ein Prämienvolumen von rund 100 Mio. Fr. pro Jahr aus und betreut in Zusammenarbeit mit Swiss Life ein Vermögen von über 700 Mio. Fr. Auch die anderen Versicherungsunternehmen des Bauernverbands (Agrisano, Pensionskassenstiftung der Landwirtschaft und SBV-Versicherungen) gingen aus der Tätigkeit der VSTL hervor und weisen zusammen ein Prämienvolumen von über 500 Mio. Fr. und ein Sparkapital von über einer Milliarde auf. Von ganz besonderer Bedeutung ist auch der in enger Zusammenarbeit mit den Kantonalorganisationen aufgebaute Versicherungs-Beratungsdienst, an den sich die Bauernfamilien mit allen Versicherungsfragen wenden können. Ziel der Beratung ist es, einen optimalen Versicherungsschutz für die Familie und den Betrieb ohne Lücken und Doppelspurigkeiten zu möglichst günstigen Prämien zu erreichen. Dem SBV ist es anlässlich des 75Jahre-Jubiläums gelungen, eine Idee in die Wirklichkeit umzusetzen, die den Bauernfamilien einen grossen Nutzen bringt. Allen, die etwas zu dieser Erfolgsstory beigetragen haben, gebührt Dank. Fritz Schober, Geschäftsführer Vorsorgestiftung der Schweizerischen Landwirtschaft. ww.vstl.ch

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 11


MANAGEMENT

Umnutzung von landwirtschaftlichen Gebäuden AUSSERHALB DER BAUZONE Durch die Umstrukturierung in der Landwirtschaft stehen immer mehr Gebäude leer. Die Frage drängt sich auf, wie dieses Bauvolumen sinnvoll genutzt oder umgenutzt werden kann.

Ueli Kunz

Die Zonenpläne teilen das Gemeindegebiet in Bauzonen und Landwirtschaftszone ein. Die Landwirtschaftszone ist grundsätzlich eine Bauverbotszone. Bauten für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung und den produzierenden Gartenbau sind zonenkonform. Alle übrigen Bauvorhaben benötigen eine Ausnahmebewilligung nach Artikel 24 des Raumplanungsgesetzes (RPG). Als zonenkonform gilt bei einem landwirtschaftlichen Gewerbe eine Betriebsleiterwohnung und ein Altenteil, sofern der Generationenwechsel absehbar ist und die nachfolgende Generation eine landwirtschaftliche Ausbildung besitzt.

Nicht zonenkonformer Wohnraum (Art. 24c RPG) Eine Ausnahmebewilligung ist möglich für Bauobjekte, die vor 1972 erbaut wurden und somit als altrechtlich gelten. Dies gilt für

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landwirtschaftliche Wohnbauten und angebaute Ökonomieräume. Diese Gebäude dürfen erneuert, teilweise geändert, massvoll erweitert und wiederaufgebaut werden. Die Gebäude dürfen saniert und erneuert werden, wenn sie noch bestim-

Sanierung eines Bauernhauses in Oberburg Das traditionelle Bauernhaus enthält eine Wohnung sowie einen Ökonomieteil mit Stallungen und Lagerräumen. Es besteht kein landwirtschaftliches Gewerbe mehr, das Land wird vom Eigentürmer von seinem Heimbetrieb aus bewirtschaftet. Die eine Wohnung wird nun saniert, darüber wird im Dachgeschoss eine zusätzliche Wohnung eingebaut. Im Ökonomieteil sind nebst den Räumen für die Technik und den Abstellräumen eine weitere Wohnung und ein Studio realisiert worden. Das Bauernhaus konnte so optimal ausgenützt werden, es bleibt bestehen und konnte einer sinnvollen neuen Nutzung zugeführt werden. Die Erschliessung ist bestehend, es musste kein Land für Infrastruktur verbaut werden.

mungsgemäss genutzt werden können (Bauruinen geniessen keinen Bestandesschutz). Der Ausdruck «massvolle Erweiterung» gibt immer wieder zu Diskussionen Anlass: • Zulässige Erweiterung innerhalb des bestehenden Volumens: Die anrechenbare Bruttogeschossfläche darf maximal um 60 % erweitert werden. Die übrigen Gebäudeflächen dürfen als zonenfremde Nebennutzungen geplant werden, wie Abstellräume, Heizungen, Waschküchen und dergleichen. • Zulässige Erweiterung ausserhalb des bestehenden Volumens: Die anrechenbare Bruttogeschossfläche und die Nebennutzfläche dürfen maximal um je 30 % und insgesamt maximal um 100 m2 erweitert werden. Zusätzliche Erweiterungen innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens werden dabei nur zur Hälfte angerechnet.

3 2013 · UFA-REVUE


MANAGEMENT Streusiedlungsgebiet (Art. 39 RPV) Ein Spezialfall des nicht zonenkonformen Bauens stellt das Streusiedlungsgebiet dar. In kantonalen Richtplänen können solche Gebiete ausgeschieden werden. Im Kanton Bern liegen grosse Teile des Emmentals, des Schwarzenburgerlandes, des Berner Oberlandes und des Berner Juras im Streusiedlungsgebiet. Die Absicht des Gesetzgebers ist es, dass das vorhandene Bauvolumen, das nicht mehr für die Landwirtschaft benötigt wird, saniert und genutzt werden kann. Damit soll der Entvölkerung der Randgebiete entgegengewirkt werden, so dass die traditionellen Streusiedlungsgebiete im bisherigen Umfang bewohnt und als wertvolle Landschaften erhalten bleiben. Für Bauvorhaben im Streusiedlungsgebiet bestehen enge Vorschriften: • Volumenerweiterungen sind grundsätzlich nicht möglich. Es geht ja darum, das vorhandene Volumen sinnvoll zu nutzen. Die vorhandenen Gebäudeebenen dürfen genutzt werden, es können aber keine zusätzlichen Nutzungsebenen eingebaut werden. • Die Belichtung soll grundsätzlich über die bestehenden Öffnungen erfolgen. Pro Hauptdachseite dürfen maximal drei Dachfenster eingebaut werden. Die Gymwände des ursprünglichen Heulagerraumes dürfen grossflächig hinterglast werden, ebenfalls dürfen Tennstore, Stalltüren und Tore der Hocheinfahrt als ursprüngliche Ge-

bäudeöffnungen grosszügig verglast werden. • Es dürfen nur Gebäude ausgebaut werden, bei denen bereits eine Wohnnutzung besteht. Die Wohnungen müssen ganzjährig genutzt werden (keine Ferienwohnungen). Die Gebäude müssen in einem guten Zustand sein, sie sollen sich für einen Ausbau eignen. Auch hier geniessen Bauruinen keinen Bestandesschutz.

sind solche Bauten nur innerhalb des bestehenden Volumens möglich.

Identität des Gebäudes Das äussere Erscheinungsbild, die bauliche Grundstruktur und damit die Identität des Gebäudes müssen in allen Fällen erhalten bleiben. Man darf dem Gebäude zwar ansehen, dass es anders als ursprünglich genutzt wird, der typische Charakter, zum Beispiel die Dreiteiligkeit (Wohnteil, Tenne, Stallteil) muss erhalten bleiben. Das Dach muss möglichst unverändert bleiben. Als bauliche Grundstruktur, die erhalten werden muss, gelten alle wesentlichen Teile der Tragstruktur und Konstruktionen wie Fundation, Boden, Wände, Decken und Dach. Die Erschliessung der Liegenschaft besteht und muss höchstens geringfügig angepasst werden. Der Bau darf keine Ersatzbauten wie Einstell- oder Lagerräume zur Folge haben.

Im Streusiedlungsgebiet kann also bestehendes Volumen in Bauernhäusern genutzt werden. Es ist auch sinnvoll, die vorhandene Substanz auszubauen und nicht mit neuen Gebäuden die ohnehin knappen Landreserven aufzubrauchen.

Bauen für Freizeitlandwirtschaft Wenn keine Gewinn- und Ertragsorientierung zu erkennen ist, spricht man von Freizeitlandwirtschaft. Tiere werden ausschliesslich zur Selbstversorgung gehalten, es werden keine landwirtschaftlichen Produkte zum Verkauf erzeugt. Bei Bauten für einen nichtlandwirtschaftlichen Nebenerwerb mit einem engen sachlichen Bezug zur Landwirtschaft (Besenwirtschaft, Schlafen im Stroh) darf bestehendes Volumen genutzt und wenn nötig massvoll erweitert werden. Fehlt der Bezug zur Landwirtschaft sind solche Nebenbetriebe (Lohnunternehmen, Schreinerei) nur möglich für die Existenzsicherung von landwirtschaftlichen Gewerben, sonst gehören sie in die Gewerbezone. Zudem

Das äussere Erscheinungsbild, die bauliche Grundstruktur und damit die Identität des Gebäudes müssen erhalten bleiben. Beim Innenausbau hat der Bauherr jedoch grosse Freiheit.

Die Voranfrage Das Bauen in der Landwirtschaftszone ist eine komplexe Angelegenheit, das «Wie» und «Warum» ist nicht immer auf Anhieb klar. Um die Bewilligungsfähigkeit eines Bauvorhabens abzuklären, leistet das Instrument der Voranfrage gute Dienste. Grobe Projektskizzen, ein Situationsplan und eine Umschreibung des Bauvorhabens und der betrieblichen Gegebenheiten werden auf der Gemeindeverwaltung eingereicht. Von dort aus durchlaufen die Unterlagen alle Amtsstellen, die sich zu einer Bewilligung äussern müssen. So wird schnell klar, wo Schwierigkeiten entstehen könnten und wo das Projekt angepasst werden muss. Eine positive Voranfrageantwort erleichtert die weitere Planung. Man kennt nun die einzuschlagende Richtung und weiss, worauf zu achten ist. Die Zeit, welche in eine Voranfrage investiert wird, lohnt sich, wenn dafür dann ein Baugesuch eingegeben werden kann, das ohne grosse Probleme das Bewilligungsverfahren durchläuft. 䡵

Autor Ueli Kunz ist Fachleiter Planung bei der GLB in Emmenmatt. www.glb.ch, www.glb-line.ch

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MANAGEMENT

Traum, Wirklichkeit und Kohärenz WELCHE LANDWIRTSCHAFT WOLLEN SIE? Die Universität Lausanne hat zu diesem Thema im Rahmen eines Projekts mit dem Titel «Leben in der Unsicherheit» eine spannende Diskussion lanciert. Für die Landwirtschaft kommt sie zum richtigen Zeitpunkt, denn, wo manifestiert sich die Ungewissheit stärker als bei ihr. Zwischen völliger Marktöffnung und Abschottung gib es vielfältige Möglichkeiten.

Claude Quartier

Die junge Architektin und Projektverantwortliche Nelly Niwa suchte mit einem sorgfältig vorbereiteten Konzept Antworten auf die Frage «Welche Landwirtschaft wollen Sie?». Antworten fand sie in Tagungen sowohl bei der Stadt- als auch bei der Landbevölkerung. Dazu schuf Niwa in einem Eingangsreferat mit einem historischen Rückblick die Grundlage zum Verständnis der agrarpolitischen Entwicklung mit Schwerpunkt des Kantons Waadt. Anschliessend zeigte sie mit Filmporträts die Vielfalt der Landwirtschaft. Als drittes skizzierte sie vier gegensätzliche Zukunftsszenarien, die die Landwirtschaft im Kanton Waadt im Jahr 2030 abbilden. Ausgehend davon eröffnete sich ein breites Spektrum für Diskussionen,

insbesondere, wenn ausgehend von einem Televoting, die Teilnehmer aufgerufen werden, ihr Wunschszenario zu wählen. Mehr Einzelheiten über dieses sehr umfassende Vorgehen findet man unter www.vaud2030.ch.

Zwischen Wunsch und Realität Bei den Veranstaltungen wurde häufig festgestellt, dass bei landwirtschaftlichen und nicht-landwirtschaftlichen Kreisen eine grosse Diskrepanz zwischen Traum und Wirklichkeit besteht. Viele träumen von einer einfachen Gesellschaft, wie sie im Szenario 3 (unten) dargestellt wird, wo Bauern und Stadtbewohner in Harmonie mit gesunden Nahrungsmitteln leben, die in der Nähe und saisongerecht produziert wer-

den. Die schöne Landschaft wird erhalten, die Alp bleibt, was sie ist und der Preis für das täglich Brot steigt nicht ins Uferlose. Die Realität präsentiert sich heute völlig anders und nichts deutet auf eine positive Entwicklung hin. Der Einkaufstourismus für Nahrungsmittel in den Grenzorten wir auf hunderte von Millionen Franken beziffert. Die Märkte, der Direktverkauf ab Hof und die Gemüsekisten sind zwar gut und recht, aber machen nur einen kleinen Teil des Gesamtumsatzes aus. Die Wirklichkeit präsentiert sich mit gekürzten Direktzahlungen, einer

Vier Szenarien für die Zuknft Die Zukunft wird geprägt von Zufällen und Sachzwängen und bietet Raum für Träume, aber auch Ängste. Mit den vier Szenarien hat die Universität Lausanne versucht, die Landwirtschaft von 2030 zu umschreiben. Die Szenarien unterscheiden sich stark voneinander und sind ohne Nuancen ausformuliert. Welches Szenario wählen Sie für die Landwirtschaft 2030? Welches ist das wahrscheinlichste? Welches das schlimmste?

Szenario 1: Entwicklung ohne Revolution. Die aktuelle Agrarpolitik geht ihren gewohnten Gang. Im Vierjahrestakt gleicht sie ihre Ziele an und es kommt zu keinen umwälzenden Änderungen. 14

Hier etwas mehr Ökologie, dort etwas weniger Beiträge, ein bisschen mehr Öffnung da, dafür etwas mehr Schutz dank AOC und den Labels. Die Anzahl Betriebe geht zugunsten grösserer Betriebe zurück. Die Bauern schliessen sich vermehrt zu Betriebsgemeinschaften zusammen und die Nebenerwerbslandwirtschaft setzt sich durch. Ökologische Auflagen und fallende Preise führen zu grossflächigem Anbau und zur Wiederbewaldung von Weiden in höheren Lagen. Beim genauerem Hinsehen verschmilzt die Landwirtschaft immer mehr mit einer anpassungsfähigen und vielfältigen Gesellschaft, in welcher der alte Mythos vom Bauern, der die Nahrungsmittel liefert sowie die Traditionen und

die Authentizität der Schweiz aufrecht erhält, definitiv verschwunden ist.

Szenario 2: Weltweite Grenzöffnung Die Landwirtschaft bezahlt die Zeche. Nur die grössten Betriebe überleben, jene die den besten Boden bewirtschaften oder an idealer Lage anbauen können, um die lokale Nachfrage zu befriedigen. Das heisst Bio-Produktion oder AOC-Produkte, Landschaftsschutz betreiben und Direktverkauf für Landwirtschaftsbetriebe am Stadtrand organisieren. Neben den Grossbetrieben behaupten sich jene Betriebe, die Dienstleistungen im Tourismus- und Freizeitbereich erbringen. Der Selbst3 2013 · UFA-REVUE


MANAGEMENT Kompromisse zu finden, ist nicht einfach.

Öffnung für die Kundenländer auf Kosten von der landwirtschaftlichen Produktion. Wie weit geht die Unterstützung für die Landwirtschaft in den Kantonsparlamenten, wenn Kindertagesstätten benötigt werden und die ständig wachsenden Sozialausgaben gedeckt werden müssen? Der Wettbewerb ist hart! Das gleiche böse Erwachen zwischen Traum und Wirklichkeit gibt es auch in der Landwirtschaft. Gute Beziehungen zwischen Produzenten und Konsumenten sind erwünscht. Wenn der Konsument aber ein Umwelt- oder Landschaftsschützer ist, heisst es aufpassen mit Forderungen wie «keine zusätzlichen Vorschriften, keine neuen Auflagen, wir sind in der Schweiz bereits Weltmeister für grüne Landwirtschaft».

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Foto: landpixel.eu

Alptraum Marktöffnung Das Szenario 2 «Öffnung» ist praktisch für alle der Alptraum schlechthin. Die Bauern sind einstimmig dagegen, die Städter nur selten dafür. Hier, unter seinesgleichen zu leben, ist der Traum. Die Wirklichkeit zeigt gnadenlos, dass es in Richtung von mehr Öffnung geht. Wir reisen alle ins Ausland, konsumieren Weine aus der ganzen Welt, tummeln uns auf Facebook und dem Internet. In der Landwirtschaft stammen Dünger, teilweise Saatgut, Soja, Maschinen, Treibstoff und Arbeitskräfte aus dem Ausland. Unter diesen Voraussetzungen ist das Schliessen der Grenzen schwierig!

Was bleibt, ist der Plan Wahlens, der düstere Traum der Pessimisten, die sagen: «Sie werden es dann schon merken, wenn sie vor Hunger verrecken!» Hier verschmelzen Traum und Alptraum, denn, wer kann erwarten, sein Glück auf der Not einer ganzen Gesellschaft aufbauen zu können? «Welche Landwirtschaft wollen Sie?» Diese gute, von der Universität Lausanne gestellte Frage, zeigt alle Widersprüche und Kontroversen auf, die bei der Gestaltung einer kohärenten Politik zu akzeptieren sind. Einer Politik, die Traum und Wirklichkeit möglichst gleichermassen berücksichtigt. Das Szenario 1 weist in diese Richtung. Das Problem dabei: Niemand ist wirklich davon angetan und weiss es zu schätzen. 䡵

versorgungsgrad sinkt. Die landwirtschaftliche Nutzfläche ist rückläufig, während die Zahl der Golfplätze steigt. Grossflächige Alpen werden zu Naturreservaten. Die verbleibenden Bauern sind eurokompatibel, dynamisch und gut ausgebildet.

Szenario 3: Landwirtschaft in der Region Es werden alle notwendigen Schritte unternommen, damit zwischen der lokalen Bevölkerung und ihrer Landwirtschaft, zwischen Produzenten und Konsumenten, eine enge Beziehung entsteht. Die regionale Produktion wird mit allen Mitteln gefördert. Auch grosse Detailhändler spielen mit und unterUFA-REVUE · 3 2013

stützen die Partnerschaft mit lokalen Bauern. Die regionale Produktion verbessert die Rückverfolgbarkeit, Frische und Qualität der Produkte. Die Bio-Produktion wächst, die Ernährung wird gesünder und saisongerechter. Damit diese Ziele erreicht werden können, übernehmen die Kantone in der Agrarpolitik eine wichtigere Rolle. Sie unterstützen die Landwirtschaft ihrer Region aktiv und respektieren gleichzeitig die vom Bund vorgegebenen Rahmenbedingungen. Für die Konsumenten bedeutet dies, gewillt zu sein, einen etwas grösseren Teil ihres Budgets für Nahrungsmittel auszugeben. Letztlich wird dadurch der Status der Landwirtschaft insgesamt aufgewertet.

Szenario 4: Zurück zum Plan Wahlen Die Krise hält Einzug. Im Jahre 2030 ist Energie teuer, die Bevölkerung wächst. Die Nahrungs- und Energieproduktion muss erhöht werden. Man greift zurück auf den Plan Wahlen (Anbauschlacht) und passt ihn den Bedürfnissen an, das heisst, Schutz an der Grenze und Förderung der einheimischen Produktion. Es wird versucht, die Energieeffizienz in der Landwirtschaft zu erhöhen. Die Produktion von erneuerbaren Energien auf den Betrieben wird gefördert. Golf oder Disneyland auf den Betrieben sind tabu, landwirtschaftliche Nutzung ist prioritär. Der Warenkorb kostet im Vergleich zu heute praktisch das Doppelte.

Autor Der frühere Chefredaktor der Westschweizer Bauernzeitung Agri, Claude Quartier, Dipl. Ing. Agr. ETH, lebt in Bourdy (NE). Er ist Autor mehrer Bücher, die sich mit Land und Leuten befassen. 2011 erschien von ihm «Cloches et sonnailles» in der Edition Favre (französisch).

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MANAGEMENT

Rentabilität der Fleischschafhaltung VOLLKOSTENANALYSE Eine sinkende Nachfrage der Konsumenten nach Lammfleisch und die Einfuhr von vergleichsweise günstigem, aber qualitativ hochwertigem Importfleisch setzen die Lamm- und Schaffleischproduzenten unter Druck. Durch eine Senkung der Produktionskosten sowie einer Steigerung der Leistungen können Schafhalter ihre Wirtschaftlichkeit beeinflussen.

Lorenz Büchel

Betriebe, die ihr Fleisch direkt vermarkten, erzielen rund doppelt so hohe Erlöse pro kg Lammfleisch. Foto: Forum

Der Schweizer Lammfleischmarkt ist grundsätzlich mit Zöllen vor Importen geschützt, Zollkontingente ermöglichen aber den Import von Edelstücken wie die Rückenpartie oder das Hinterviertel zu reduzierten Zolltarifen. In den letzten Jahren führte dies, zusammen mit einem rückläufigen Lammfleischkonsum, zu sinkenden Produzentenpreisen. Darüber hinaus ist die Lammfleischproduktion durch starke jahreszeitliche Schwankungen geprägt. So gibt es im Herbst und Frühjahr ein deutliches Überangebot an Lammfleisch.

Vollkostenrechnungen Im Rahmen einer Masterarbeit an der ETH Zürich wurde die Wirtschaftlichkeit der Fleischschafhaltung im Schweizer Berggebiet untersucht. Grundlage für diese Untersuchung bildeten Vollkostenrechnungen von neun Betrieben, die Fleischschafe in den Kantonen Bern, Wallis, Uri und Graubünden halten. Für

die eigene Arbeit wurde ein Stundenansatz von 28 Fr. vorgesehen. Die Betriebe halten zwischen 54 und 250 Auen und bewirtschaften zwischen 15 und 49 ha landwirtschaftliche Nutzfläche. Die Schafhaltung stellte bei allen Betrieben einen Hauptbetriebszweig dar. Vier Betriebe werden nach Bio-Richtlinien bewirtschaftet, die restlichen fünf nach ÖLN-Richtlinien.

Grössere produzieren günstiger Die Auswertung zeigte, dass die Vollkosten der Lammfleischproduktion mit zunehmender Herdengrösse sinken. So lagen die Produktionskosten der vier kleinsten Betriebe (im Durchschnitt 74 reproduzierende Auen) bei 3414 Fr. pro 100 kg Lebendgewicht (LG) Lammfleisch. Die drei grössten Betriebe (im Durchschnitt 250 reproduzierende Auen) hatten Produktionskosten in der Höhe von 1619 Fr. pro 100 kg LG Lammfleisch. Die Kosten pro 100 kg LG Lammfleisch waren um mehr als die

Hälfte tiefer als bei den kleinsten Betrieben. Tiefer waren vor allem die Strukturkosten (Gebäude, Maschinen, allgemeine Betriebskosten) und die Kosten für die Arbeit der Familienarbeitskräfte. Einerseits können die Kosten für die Maschinen und Gebäude auf eine grössere Produktionsmenge aufgeteilt werden, andererseits sinkt mit zunehmender Herdengrösse die Arbeit, welche pro Schaf aufgewendet werden muss. Die Direktkosten (Futter, Tierarzt) machten sowohl bei den kleineren als auch bei den grossen Betrieben nur etwa 15 % der gesamten Kosten aus.

Vermarktungsform Für die Höhe der Fleischerlöse ist die Vermarktungsform des Fleisches entscheidender als die Betriebsgrösse. Von den untersuchten Betrieben vermarkten drei mehr als 50 % ihres Lammfleisches direkt. Diese Betriebe konnten rund doppelt so hohe Erlöse je kg Lammfleisch erzielen als die Betriebe ohne Direktvermarktung. Der durchschnittliche Fleischerlös der Betriebe ohne Direktvermarktung betrug Fr. 4.26 je kg LG Lammfleisch, während die Betriebe mit Direktvermarktung Fr. 7.26 pro kg LG Lammfleisch erzielten. Im Fleischerlös konnte kein direkter Unterschied zwischen Bio- und Nicht-BioBetrieben festgestellt werden. Keiner der grössten Betriebe vermarktet sein Fleisch aber direkt. Die Direktvermarktung des Fleisches verursacht Mehrarbeit. Bei grossen Betrieben dürften die dafür notwendigen zusätzlichen personellen Ressourcen oftmals fehlen. Vollkosten nicht gedeckt Auf keinem der untersuchten Betriebe reichten die Erlöse aus dem Lamm-

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MANAGEMENT

Die Vollkosten der Lammfleischproduktion sinken mit zunehmender Herdengrösse. Foto: BGK/SSPR

fleischverkauf und den Direktzahlungen aus, um die Vollkosten zu decken. Das landwirtschaftliche Einkommen war jedoch bei allen Betrieben positiv und lag zwischen total 1300 und 65 000 Fr. Die Betriebsleiter legen zwar kein «Geld drauf», aber ihr Stundenlohn liegt weit unter 28 Fr. Folglich arbeiten Familienarbeitskräfte teilweise fast gratis. Obwohl die grössten drei Betriebe im Durchschnitt markant tiefere Kosten hatten, lagen ihre landwirtschaftlichen Einkommen sowie die Stundenlöhne nur geringfügig höher als diejenigen der kleineren Betriebe. Diese generierten im Durchschnitt um einiges höhere Erlöse pro Kilogramm Lammfleisch, womit sie die höheren Sach- und Strukturkosten beinahe ausgleichen konnten.

Übergangsbeiträge Um den Einfluss der Direktzahlungen zu untersuchen, wurden auf der Basis der Daten der Fallstudienbetriebe zwei Modellbetriebe gebildet. Dabei wurde ein durchschnittlicher Betrieb mit 54 Auen und 10 ha LN sowie ein grosser Betrieb mit

Freie Sicht!

Fazit Die Produktionskosten in der Lammfleischproduktion sinken mit steigender Herdengrösse. Die wenigsten Betriebe können ihre Herden beliebig vergrössern. Für diese Betriebe stellt die überbetriebliche Zusammenarbeit eine Möglichkeit dar, Kosten zu senken. Tiefe Kosten reichen nicht aus, um ein hohes Einkommen zu erzielen. Die Vermarktung der Tiere darf aber nicht vernachlässigt werden. Bei der Weiterentwicklung des Direktzahlungssystems wird für die Schafhalter vor allem die Ausgestal-

Grafik: Einfluss der Direktzahlungen CHF pro 100 kg LG Lamm

276 Auen und 37 ha LN simuliert. Für beide Betriebe wurde das Einkommen unter dem heutigen Direktzahlungssystem sowie unter den Annahmen der Weiterentwicklung des Direktzahlungssystem (WDZ) beziehungsweise AP 2014 – 2017 berechnet. Gemäss Botschaft des Bundesrats sollen Übergangsbeiträge bei der Umstellung verhindern, dass bei einer Systemänderung finanzielle Einbussen entstehen, indem sie die Differenz in den allgemeinen Direktzahlungen der einzelnen Betriebe ausgleichen. Diese Übergangsbeiträge sollen über mehrere Jahre abgebaut werden. Wird das Einkommen unter dem heutigen Direktzahlungssystem mit demjenigen unter der neuen Agrarpolitik verglichen (Grafik) erreichen beide Betriebe dank den Übergangsbeiträgen ein um 3 % höheres landwirtschaftliches Einkommen. Werden die Übergangsbeiträge nicht berücksichtigt, so nimmt es beim grossen Betrieb um 29 % ab. Aufgrund einer höheren Besatzdichte ist der Einkommensrückgang beim grossen Betrieb höher als beim durchschnittlichen Betrieb mit –12 %.

1000 800 600 400 200 0 – 200 – 400 – 600 – 800 – 1000

Einkommen Unternehmensgewinn

Status quo BØ | B+

WDZ mit ÜB BØ | B+

WDZ ohne ÜB BØ | B+

Einkommen der Modellbetriebe B (durchschnittlich) und B + (sehr gross) unter dem jetzigen (Status quo) und der geplanten Weiterentwicklung (WDZ) des Direktzahlungssystems.

tung der Übergangsbeiträge von Interesse sein. Es wird beabsichtigt, das Geld, welches bei einer allmählichen Abschaffung der Übergangsbeiträge frei wird, in höhere Zahlungen für ökologische Leistungen zu überführen. Die Fleischschafhaltung ist gut geeignet für die Offenhaltung und Pflege von extensiven sowie exponierten Flächen. 䡵

Autor Lorenz Büchel, Ing. Agr. ETH, untersuchte in seiner Masterarbeit die Wirtschaftlichkeit der Fleischschafhaltung im Berggebiet. Büchel arbeitet beim Schweizerischen Bauernverband, Treuhand und Schätzungen, Brugg. Eine ausführliche Version dieses Artikel ist im «Forum Kleinwiederkäuer» erschienen. Forum Kleinwiederkäuer, Industriestrasse 9, 3362 Niederönz, 寿 +41 (0)62 956 68 74, www.caprovis.ch

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Frontlader Ott 3052 Zollikofen, Tel. 031 910 30 10, www.ott.ch Ein Geschäftsbereich der Ott Landmaschinen AG

Flexibel: Hier finden Sie für jeden Traktor die passende Lösung! UFA-REVUE · 3 2013

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MANAGEMENT

Newsletter ist am Start IMMER AUF DEM NEUESTEN STAND Der Newsletter der UFA-Revue ist an den Start gegangen und informiert Abonnenten regelmässig über aktuelle Themen in der Landwirtschaft. Unter www.ufarevue.ch können sich Interessierte jederzeit registrieren und bleiben so automatisch auf dem neuesten Stand.

Anna Steindl

In der Landwirtschaft ist immer etwas los. Ob neue technische Entwicklungen, wissenschaftliche Erkenntnisse oder Änderungen in der Gesetzeslage, kaum eine andere Branche ist derart im Wandel. Da ist es manchmal nicht einfach, auf dem Laufendem zu bleiben. Vor allem Landwirte finden wenig Zeit, Fachzeitschriften durchzuwälzen.

Regelmässig informiert Aus diesem Grund bietet die UFA-Revue auf ihrer Homepage seit Anfang des Jahres 2013 einen elektronischen Newsletter an. Abonnenten des Newsletters erhalten jeden zweiten Freitag per E-Mail ak-

tuelle Meldungen zu den Themen Management, Landtechnik, Pflanzenbau, Nutztiere, fenaco-LANDI und Verschiedenes.

Neugierig geworden?

Die Anmeldung für den Newsletter ist ganz einfach: Unter www.ufarevue.ch finden Sie auf der Seitenleiste das Feld «Für den Newsletter anmelden». Klicken Sie darauf und erstellen Sie dann ihr Profil. Hier können Sie auch entscheiden, welche Kategorien Sie besonders interessieren. Nach erfolgreicher Registrierung erhalten Sie eine Bestätigung per EMail. Selbstverständlich können Sie den Newsletter jederzeit wieder abbestellen oder bei Gefallen weiterempfehlen. 䡵

Gewinner steht fest Unter allen Neuanmeldungen zum Newsletter wurde ein LANDI – Einkaufsgutschein über Fr. 500.– verlost. Glücklicher Gewinner ist Bernhard Roffler aus Jenaz. Herzlichen Glückwunsch!

Unter www.ufarevue.ch kann man sich ganz einfach für den Newsletter anmelden.

Autorin Anna Steindl, UFA-Revue, 8401 Winterthur

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KURZMELDUNGEN LANDTECHNIK

Pöttinger mit Neuheiten an der Sima

Unter Strom

Pöttinger hat die Scheibenegge «Terradisc», den Allrounder der Bodenbearbeitung, überarbeitet und zeigte an der Sima in Paris mit der Baureihe «1001» neue 3-Punkt-Maschinen und gezogene Varianten. Die neue Generation dieser Kurzscheibenegge ist bei Pöttinger nun durchgängig von 3 – 6 m Arbeitsbreite erhältlich. Eine markante Änderung ist das «Twin-Arm»-System, bei dem zwei gezackte Hohlscheiben jeweils auf einer breiten Klemmschale getragen werden. Diese Konstruktion garantiert durch die grosse Klemmlänge eine hohe Stabilität. Die Scheibenschrägstellung bleibt konstant und es gibt kein

seitliches Ausweichen bei schweren Böden. Darüber hinaus wurden die Scheibenstärke erhöht und auch die Scheibendurchmesser um rund 13 % auf 580 mm verlängert. Zum Handling der Tiefeneinstellung muss das hydraulische Steuergerät am Traktor betätigt werden. Die Vorwahl der Tiefe erfolgt hydraulisch und wird – von vorne einfach zugänglich – mit Einschwenkclips fixiert. Auch die Scheibenlagerung bietet Komfort durch die Wartungsfreiheit: Die Lagerbolzen am Scheibenträger sind verschraubt und ein zweireihiges, dauergeschmiertes Schrägkugellager mit Kassettendichtung (sechs Dichtstellen) sorgt

für den notwendigen Schutz. Zusätzlich ist die Kassettendichtung mechanisch mit einem Blechtopf geschützt – zum Schutz vor langphasigen Ernterückständen oder am Feld liegen gebliebenem Bindegarn. Bei den gezogenen Maschinen wird das Fahrwerk in der Arbeitsstellung über den Nachläufer nach vorne geklappt. Der Schwerpunkt sitzt vor dem Nachläufer und bringt somit weiteres Gewicht auf die Scheibenwerkzeuge. Dieser Vorteil spiegelt sich auch beim Arbeitseinsatz wider. Durch diese Fahrwerksverlagerung läuft die Maschine ruhig, bei unterschiedlichen Bodentypen oder Einsatzverhältnissen. Die Maschine schluckt sozusagen jede Unebenheit am Acker. Am Vorgewende läuft die Maschine am Nachläufer. Im Zentrum der Standpräsentation stand bei Pöttinger das 50-jährige Jubiläum der Ladewagen-Produktion. Die Palette reicht heute vom kleinen Heu-Ladewagen mit 17 m3 bis zum Grossraum-Silierwagen mit 100 m3 Fassungsvermögen.

Fella will erweitern

Goodyear steigt aus dem Landwirtschaftsgeschäft aus

Joskin übernimmt

Anfang Februar erwarben die FellaWerke, mit Standort in Feucht bei Nürnberg, rund 2.6 Hektar neues Bauland zur Realisierung der geplanten Werkserweiterung. Mit dem Kauf des neuen Grundstücks einhergehend wurden von den Behörden auch die umfangreichen Erweiterungsmassnahmen genehmigt, die zur Standortsicherung des heute zur Agco-Gruppe gehörenden Unternehmens beitragen.

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Reifenhersteller Goodyear beabsichtigt, aus dem Markt für Landwirtschaftsreifen auszusteigen und sich auf das Kerngeschäft der Autoreifen zu konzentrieren. Die Umsetzung dieses Projekts erfolge vorbehältlich der Abstimmung mit dem europäischen Gesamtbetriebsrat sowie den Gesamtbetriebsräten der betroffenen europäischen Länder, heisst es beim amerikanischen Unternehmen. Goodyear trennte sich bereits 2005 in Nordamerika von seinem Landwirtschaftsgeschäft in, sechs Jahre später folgte im Jahr 2011 dieser Schritt auch in Lateinamerika. Nicht betroffen von dieser Massnahme ist die Region Asien-Pazifik. Für diesen Markt will Goodyear weiterhin Landwirtschaftsreifen produzieren und entsprechend im Markt präsent sein.

Die belgische Joskin-Gruppe hat den französischen Hersteller von landwirtschaftlichen Kippern und Miststreuern LeBoulch übernommen. LeBoulch soll zukünftig als eigene Marke innerhalb der JoskinGruppe weitergeführt werden. In der Vergangenheit habe es bereits mehrfach Interesse von Joskin gegeben, diesen französischen Hersteller zu übernehmen, weil man in einigen Märkten ein zweites Vertriebsnetz mit einer starken Marke aufbauen wollte. Zu LeBoulch gehört auch die Marke «Hauswirth», unter der Ballenanhänger, Geräteträger, Viehanhänger und Weidestriegel vertrieben werden. Laut Joskin verfügt LeBoulch bereits heute über ordentliche Strukturen und Kapazitäten. Dennoch wird noch in diesem Jahr mit dem Bau einer neuen Fertigungshalle begonnen.

Elektrisch angetriebene Traktoren sind keine Zukunftsmusik mehr, sondern könnten schon bald in der Landtechnik interessante Anwendungsbereiche finden. So hat beispielsweise der Schweizer Traktorenbauer Sepp Knüsel zusammen mit der Universität Dresden einen diesel-elektrischen Hybridtraktor entwickelt mit elektrischen Einzelrad-Antrieben (Bild). Ein elektrischer Antrieb ermöglicht eine exaktere Regelung und Steuerung einzelner Komponenten. Dies bietet einen klaren Vorteil gegenüber mechanischen und hydraulischen Systemen, was Effizient, Präzision und Umweltverträglichkeit anbelangt. Zudem sparen elektrisch angetriebene Maschinen (E-Maschinen) eine Menge Diesel, Saatgut, Dünger und Pflanzenschutz-

mittel ein. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass sich die E-Maschinen im Handumdrehen online steuern und einstellen lassen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Stromversorgung mit dem vorhandenen Fuhrpark möglich ist. Deshalb entwickeln Firmen wie ZF oder GKN Walterscheid Nachrüstlösungen in Form von Anbau-Generatoren für Zapfwellen. Weitere Entwicklungsschritte sind in Planung. So sollen die Generatoren künftig auch direkt auf den Geräten und Maschinen untergebracht werden. Um Prozesse zu regulieren und Lastspitzen zu decken, wird auch über den Einsatz von Kondensatoren oder mehrfach überlastbaren Elektromotoren nachgedacht.

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KURZMELDUNGEN LANDTECHNIK

MF mit neuen Traktoren der Serie «6600» New Holland mit stufenlosem «T6»

Tabelle: Leistungsübersicht New Holland «T6 Autocommand» T6.140

T6.150

T6.160

Nennleistung max. Leistung max. Drehmoment Nennleistung max. Leistung max. Drehmoment Nennleistung max. Leistung max. Drehmoment

110 PS 143 PS 590 Nm 121 PS 154 PS 634 Nm 131 PS 163 PS 676 Nm

An der Sima in Paris zeigte New Holland die stufenlose Variante der Baureihe «T6». Die mit der «Sidewinder»-Armlehne in der erneuerten «Horizon»-Kabine ausgestattete Serie wird mit drei Vier-Zylinder Modellen mit 110 bis 131PS Nennleistung auf den Markt kommen. Die drei neuen «T6»-Modelle mit stufenlosem Getriebe heissen «T6.140», «T6.150» und «T6.160». Die Traktoren mit Vier-Zylinder Motor sind kompakt gebaut und erfüllen die Abgasstufe 3b mit SCR-Technik. Das verbaute stufenlose Getriebe sei die neuste Generation der «Auto Command» Getriebe, die New Holland in seinem Werk in Antwerpen (B) selbst herstellt, basiert aber auf jenem, das in der Serie «T7» bereits eingesetzt wird. Der Fahrer kann die Geschwindigkeit in Schritten von 0.01km/h variieren, dies bei einer Minimalgeschwindigkeit von 0.020km/h. In der «Horizon»-Kabine findet man die «Sidewinder»-Armlehne, die auch bei den Serien «T7», «T8» und «T9» zum Einsatz kommt und eine intuitive Bedienung des Traktors mit dem «Command-Grip»-Hebel ermöglicht. Die Hydraulikpumpe mit 125l/min ist serienmässig.

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Mit fünf neuen Modellen der Baureihe «6600» mit Leistungen von 120 –160 PS überträgt Massey Ferguson das Konzept der Baureihe «7600» in eine neue Generation von Vier-Zylinder-Traktoren. Das Topmodell «6616 Dyna 6» leistet dabei bis zu 185 PS und ist das stärkste Vier-Zylindermodell auf dem Markt. Die neue Baureihe «MF 6600» ist ein vielseitig einsetzbarer Traktor, der für ein breites Spektrum von Aufgaben wie Transport, Bodenbearbeitung oder Frontladerarbeiten geeignet ist. Ausgerüstet mit der

neusten Generation von AgcoPower-Motoren, SCR-Abgasreinigungssystem und Diesel-Oxidations-FilterDOC sowie einem PowerManagement leistet das Topmodell «MF 6616 Dyna-6» bis zu 185 PS bei 790 Nm Drehmoment. Es ist das aktuell stärkste Vier-Zylindermodell am Markt. Wie auch die grösseren Brüder der Baureihe «MF 7600» sind diese Traktoren (je nach Modell) mit verschiedenen Getrieben (Dyna-4, Dyna-6 und Dyna-VT) und in verschiedenen Ausstattungsvarianten (Essential, Efficient und Exclu-

sive) und damit einhergehendem Grad der Automatikfunktionen und Komfortmerkmalen erhältlich. Die Kabine ist baugleich mit der neuen Komfort-Panorama-Kabine der Baureihe «7600».

Tabelle: MF Traktoren Serie «6600» Modell Getriebe Nennleistung max. Leistung

6612 Dyna-4 110 PS 120 PS

6613 Dyna-4 Dyna-6 115 PS 120 PS 125 PS 130 PS

Weiterentwicklung Als Weiterentwicklung der Feldspritze «Altis» bringt Kuhn das Modell «Altis 2002» mit einem Behältervolumen von 2000 l auf den Markt. Ausgerüstet mit L-Rahmen und kompaktem sowie leichtem «Optilift»-System kann das Gerät auch an Traktoren angebaut werden, die für Feldspritzen mit 1600 oder 1800 l ausgelegt sind. Zusätzlich gibt es auch einen Fronttank mit 1000 oder 1500 l.

JCB-Motor erfüllt Stufe 3b JCB gab bekannt, dass der «Ecomax»-Motor die Abgasstufe 3b ohne SCR und Partikelfilter erfüllen kann. Der Motor wurde mittlerweile in 70 verschiedenen Maschinen während über 100 000 Stunden getestet und wird nun seriemässig in JCB-Maschinen verbaut. Diesen Motor gibt es mit Leistungen von 110, 125 und 145 PS.

6614 Dyna-6 Dyna-VT 130 PS 130 PS 140 PS 140 PS

6615 Dyna-4 Dyna-6 Dyna-VT 135 PS 140 PS 140 PS 145 PS 150 PS 150 PS

Premiere für den «Maxxum CVX» Case erweitert die «Maxxum EP»Baureihe mit drei neuen Modellen, die über ein stufenloses Getriebe verfügen. Damit weitet Case das «CVX»-Sortiment auf die Vier-Zylinder Traktoren aus. Das Getriebe basiert auf der Doppelkupplungstechnologie, wie es bei Case schon bei den «Puma»-Modellen zum Einsatz kommt. Motorseitig sind 4Zylinder Aggregate mit 4.5 l Hubraum und elektronischer Commonrail-Einspritzung verbaut. Diese Motoren bringen einen echten «Power-Boost» von 10 % bei einer verminderten Motordrehzahl von 1900 Umin, was den Kraftstoffbedarf senkt.

6616 Dyna-6 150 PS 160 PS

Dyna-VT 150 PS 160 PS

Hürlimann mit neuem Outfit

An der Sima in Paris zeigte sich die neue «XM»-Serie von Hürlimann in einem neuen Erscheinungsbild: Die Lackierung ist in karminrot und historischem Grün gehalten, die Kühlerhaube wurde stark modifiziert und wirkt modern. Die Baureihe ist motorseitig und bei den wählbaren Getriebevarianten mit den «Virtus»Modellen von Same oder der Serie «5» von Deutz-Fahr identisch. Hingegen soll es im Gegensatz zur Same-Ausführung beim Hürlimann eine stufenlose Getriebevariante geben. Vorerst wird die neue «XM»Reihe jedoch mit den drei Getriebevarianten 10 x 10, 30 x 30 und 60 x 60 erhältlich sein. 3 2013 · UFA-REVUE


LANDTECHNIK

Der «Entkoppelte» CLAAS «AXION 800» Vor zwei Jahren lancierte Claas an der Sima mit dem «Axion 900» eine neu konzipierte Traktorenbaureihe im oberen Leistungssegment. Nun findet diese Entwicklungs- und Konstruktionsphilosophie Eingang bei vier neuen Modellen vom Typ «Axion 800». Interessantes Detail: Die Frontzapfwelle kann temporär vom Motor vollkommen entkoppelt werden.

Mit seinem gleichnamigen Vorgänger hat der neue «Axion 800», der ab 2014 in den Markt gehen wird, nicht mehr viel gemeinsam. Wie sein Vorbild «Axion 900» verfügen die vier neuen Modelle von 200 bis 270 PS über einen langen Radstand bei einer Gewichtsverteilung 50 : 50 auf Vorderund Hinterachse. Damit der Traktor trotzdem wendig bleibt, weist das Frontchassis eine Wespentaille auf. Das Kühlerpaket sitzt auf der breitesten Stelle des Vorderachsträgers, der Motor hingegen auf einer schlanken und in den Rahmen integrierten Ölwanne. Dies ermöglicht hohe Lenkeinschläge bei einem engen Wendekreis. Die stabile Bauweise erlaubt den Einbau von Frontkrafthebern (Hubkräfte von 3.5 oder 5.6 t) ohne zusätzliche Verstrebungen.

Fahrerkomfort Als Kabine kommt eine 4-Pfosten-Kabine mit 4-Punkt-Federung zum Einsatz. Die Schwingungstilgung von Hubwerk und Vorderachsfederung stammt ebenfalls vom grossen Bruder. Entsprechend ähnlich sind sich die beiden Baureihen bezogen auf ihr Design. Die Kabine ist relativ weit vorne

angeordnet. Dank einteiliger Frontscheibe ohne Querstreben und gewölbter Heckscheibe hat der Fahrer freien Blick nach vorne und nach hinten auf die angebauten Maschinen. Bedient werden die Traktoren wahlweise mit dem «Cis»- (Basis, mechanisch) oder dem «Cebis»-Modul (Option, elektronisch) mit dem ergonomich geformten Multifunktionshebel «C-Motion».

Abgasstufe 4 Als erste Claas Ma-

Im neuen «Axion 800» von Claas sind viele Elemente, beispielsweise die Kabine, vom grösseren «Axion 900» verbaut.

schine verfügt der neue «Axion 800» über einen Motor, der die Abgasnorm der Stufe 4 zweistufig über einen Diesel-Oxydations-Katalysator kombiniert mit einem SCR-Katalysator erfüllt. Angetrieben werden die Traktoren von FPT-Motoren mit sechs Zylindern, 6.7 l Hubraum und mit einem Konstantleistungsbereich von bis zu 500 Umin. Neu ist auch, dass die volle Motorleistung jederzeit bei allen Anwendungen ohne Begrenzung abrufbar ist.

Patentierte Entkopplung

Zunächst werden die «Axion 800» mit dem «Hexashift»-Getriebe, später auch mit

Automatisches Lenkrad GPS-gesteuerte Lenksysteme, ob manuell oder automatisch, sind mittlerweile gängige Praxis in der Landwirtschaft. Das Claas Programm an GPS-gesteuerten Lenkhilfen umfasste bisher unter diesem Begriff je drei manuelle und drei automatische Systeme. Speziell für das automatische Lenksystem «GPS Pilot S3» gibt es nun den GPS Pilot Felx», ein Lenksystem, das sich problemlos von Maschine zu Maschine nutzen lässt – auch herstellerübergreifend. Aufbau und Austausch sind einfach und schnell vollzogen: Es ist lediglich das Lenkrad umzustecken, es müssen keine Ventile installiert werden. Der Navigationsrechner schickt seine Lenkbefehle an den Elektromotor des Lenkrads. Die Lenkinformationen gehen also direkt auf die Lenkstange des Fahrzeugs, auf das sonst übliche und notwendige Hydraulik-Kit kann somit verzichtet werden.

einem stufenlosen «C-Matic»-Getriebe verfügbar sein. Für das Frontzapfwellengetriebe hat sich Claas eine neue patentierte Kupplung einfallen lassen: Wird dieses Getriebe, das in der Regel vom Motor angetrieben wird und dessen im Öl laufenden Zahnräder entsprechend Energie brauchen, saisonweise nicht benötigt, kann das gesamte Getriebe vom Motor entkoppelt werden. So soll man 0.4 l Diesel pro Stunde einsparen können, weil dieses Getriebe dann nicht mehr permanent vom Motor angetrieben wird. 䡵

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur

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LANDTECHNIK

Anspruchsvolle Reifenmontage DIE REIFEN spielen speziell in der Landwirtschaft eine zentrale Rolle, sind sie doch die Schnittstelle zwischen Maschine und Boden, dem wohl wichtigsten Produktionsfaktor. Neben der Wahl und des richtigen Innendrucks ist auch eine fachgerechte Montage der Reifen entscheidend für eine nachhaltige Bewirtschaftung.

Mit diesen MontageFahrzeugen ist das Pneuhaus Edi Leu unterwegs, um Reifen direkt auf dem Hof zu montieren.

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Seit knapp 30 Jahren ist Edi Leu mit seinem Pneuhaus im luzernischen Hochdorf aktiv in der Reifenbranche tätig. Ursprünglich einmal als «Handelsreisender» für landwirtschaftliche Maschinenteile von Hof zu Hof unterwegs, hat er sich auf den Handel und die Montage von Landwirtschaftsreifen spezialisiert. Mit insgesamt vier mobilen Montage-Fahrzeugen bedient das Pneuhaus Edi Leu Kunden in der ganzen Schweiz. Zur Kundschaft gehören neben Landwirtschaftsbetrieben auch Kommunalbetriebe und Landmaschinenhändler. Dank seinem umfassenden Lager an Qualitäts-Landwirtschaftsreifen in allen Dimensionen ist das Pneuhaus Edi Leu im Stande, innerhalb kürzester Zeit zu liefern. Durch seine langjährige Tätigkeit kann Edi Leu auf ein grosses Fachwissen und viel Erfahrung in der Beratung der anspruchsvollen Kundschaft zurückgreifen. «Die Kundschaft schätzt neben dem allgemeinen Service unsere Pünktlichkeit und Verlässlichkeit», analysiert Edi Leu. Er ist überzeugt, dass er in Sachen Preis-Leistungsverhältnis absolut überzeugende Dienstleistungen anbieten kann.

«Reifen-Wissen» Als unterschiedlich bezeichnet Edi Leu das Wissen der Kundschaft über die Eigenschaften der Landwirtschaftsreifen. Es gebe durchaus Bauern, vor allem jüngere, die sehr gut über diese doch komplexe Materie Bescheid wüssten. «Bei anderen wiederum spielt dieses Thema scheinbar eine untergeordnete Rolle, obwohl doch gerade der Reifen als Schnittstelle zwischen Boden und Maschine entscheidend für eine nachhaltige Bewirtschaftung ist», betont Edi Leu. «Wichtig ist beispielsweise die Kenntnis über die Tragfähigkeit eines Reifens», führt Edi Leu weiter aus. Er stellt nämlich fest, dass diese Tragfähigkeit bei Verkehrskontrollen vermehrt überprüft werde. Die Tragfähigkeit eines Reifens wird durch einen Index wiedergegeben, der die maximale Last angibt, die ein Reifen bei einer bestimmten Geschwindigkeit und einem vorgegebenen Reifendruck tragen darf. «Die fachrechte Montage ist eine anspruchsvolle Arbeit», sagt Edi Leu. Seine vier Montage-Fahrzeuge hat er selber konstruiert und über die Jahre perfektioniert. Die Neubereifung eines kompletten Traktors dauert weniger als eine Stunde, so dass der Traktor innerhalb kürzester Zeit wieder einsatzbereit ist. Neben der eigentlichen Montage geht es bei der Nachrüstung in erster Linie darum, dass der neu aufgezogene Reifen den Bedürfnissen des Kunden entspricht, vor allem aber auch rund läuft. Dieser Rundlauf hat nicht nur Einfluss auf den Fahrkomfort, er schützt die Maschine auch vor Vibrationen und so vor der Beschädigung sensibler Systeme wie beispielsweise der Elektronik.

Steckbrief Das Pneuhaus Edi Leu wurde 1985 durch Edi und Frieda Leu gegründet und befindet sich seit 1990 an der Hohenrainstrasse in Hochdorf (LU). Mit vier mobilen Montage-Fahrzeugen beliefert das Pneuhaus Kunden in der ganzen Schweiz. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen, das von Edi und Frieda Leu geführt wird, neun Personen. Mit im Unternehmen ist auch bereits die zweite Generation mit den Söhnen Samuel, Pirmin und Severin (v.l.n.r. auf Bild). Zum umfassenden Dienstleistungsangebot zählen neben dem Handel und der Montage von Landwirtschaftsreifen auch Felgen nach Spur und Mass, Pflege- und Doppelräder sowie Achsen für Landwirtschaftsfahrzeuge und Schneeketten. Regional ist das Unternehmen zudem im Reifengeschäft für Personenkraftwagen, Lieferwagen und Lastkraftwagen tätig. www.pneuhausleu.ch

Entscheidend beim Reifenwechsel, so Edi Leu weiter, sei zudem das genaue Abstimmen des Übersetzungsverhältnisses zwischen Vorder- und Hinterradreifen, um einen optimalen Vorlauf der Vorderräder zu erreichen. «Wird dies nicht gemacht, kann es zu unerwünschten Reifenverformungen, erhöhtem Abrieb oder kostspieligen Getriebeschäden führen.»

Reifenpflege Ein Reifen benötigt keine besondere Pflege. Dennoch führt 3 2013 · UFA-REVUE


LANDTECHNIK eine schonende Behandlung dazu, dass ein Reifen nicht über den normalen Alterungsprozess hinaus schneller altert. Edi Leu rät dazu, Maschinen ausserhalb der Saison möglichst mit normalem Reifendruck zu parken, um Standschäden zu vermeiden. Zudem können durch eine regelmässige Reinigung der Reifen einerseits Beschädigungen schneller erkannt, anderseits die Lebensdauer verlängert werden. 䡵

Edi Leu: «Die Kundschaft schätzt unsere Pünktlichkeit und Verlässlichkeit».

Reifentypen Standardreifen werden für kleinere bis mittlere Traktoren verwendet. Mit der Serie «85» muss man keineswegs auf Fahrkomfort und Traktion verzichten. Bei der Umbereifung auf Reifen mit Millimeterbezeichnung ist zwingend eine Vorlaufsberechnung durchzuführen, um kostspielige Folgeschäden zu vermeiden. Breitreifen haben ein 12 bis 19 % grösseres Luftvolumen als Standardreifen, weisen so eine deutlich höhere Tragfähigkeit und eine bessere Bodenaufstandsfläche auf. Das Gewicht der Maschine wird somit grossflächig und gleichmässig verteilt. Bei Geschwindigkeiten von bis zu 65 km/h bietet der Breitreifen gute Stabilität und Fahrkomfort auf der Strasse. Volumenreifen verteilen durch die extreme Breite die Maschinenlast grossflächig und gleichmässig, so dass die Wurzelbereiche der Pflanzen bei Ackerbauarbeiten geschont werden. Mit der hohen Tragfähigkeit und dem grossen Luftvolumen ist der Volumenreifen speziell für Hochleistungstraktoren und Erntemaschinen konzipiert. Pflegereifen der Serien «90» und «95» kommen vor allem in Reihenkulturen zum Einsatz. Mit dem kleinen Querschnitt kann ein Pflegereifen grosse Maschinenlasten tragen. Die spezielle Bauweise der abgerundeten Schultern vermeidet Pflanzen- und Kulturschäden. Pflegereifen werden auch bei Zwillingsbereifungen zur Reduzierung des Bodendrucks eingesetzt. Forstreifen besitzen im Gegensatz zu herkömmlichen Traktorenreifen einen stichfesten Stahlgurt, der äussere Verletzungen und Beschädigungen der Karkasse verhindert. Mit dem richtigen Forstreifen können Kosten, Arbeitsausfall durch Beschädigung und Zeit gespart werden.

Bauarten von Reifen Beim Diagonalreifen verlaufen die Karkassenflächen schräg (diagonal) von der einen zur anderen Seite des Reifenwulstes. Die Flanke und die Lauffläche bilden dabei eine Einheit, da sie gleich gebaut sind. Beim Radialreifen verlaufen die Karkassenflächen exakt quer (radial) zur Fahrtrichtung von der einen zu anderen Seite des Reifenwulstes. Mit zusätzlichen Kordeinlagen auf der Lauffläche (Gürtel) können unabhängig von der Karkasse weitere Einsatzmöglichkeiten für den Reifen geschaffen werden.

Ein umfassendes Reifenlager ist entscheidend für die Lieferbereitschaft.

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur

Die Neubereifung eines Traktors dauert weniger als eine Stunde. UFA-REVUE · 3 2013

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LANDTECHNIK

Hightech ohne Landwirte? DIE DIGITALE LANDTECHNIK hält Einzug auf den Äckern. Effizienzsteigerung und Kostensenkung versprechen komplexe Hightech-Systeme, die etwa beim Precision Farming zum Einsatz kommen. Doch die Hersteller haben die Rechnung ohne die Landwirte gemacht. Aktuelle Umfrageergebnissee in Deutschland zeigen, dass Landwirte den Neuerungen noch mit grosser Skepsis gegenüber stehen.

Anna Steindl

Im Bordsystem werden die gewünschten Parameter eingestellt.

Die Landwirtschaft unterliegt momentan einem schnell voranschreitenden, technischen Wandel. Um sich globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel oder einer wachsenden Weltbevölkerung zu stellen, kommen vermehrt innovative Technologien zum Einsatz. Dank GPS-basierter Informationstechnologie und Isobus-fähiger Geräte wird beim Düngen, Ernten oder Pflanzenschutz mit höchster Präzision gearbeitet. Das sogenannte Precision Farming sorgt dafür, dass Fahrspuren exakt eingehalten oder auch der Schädlingsbefall, die Bodenbeschaffenheit und der Pflanzenbestand erfasst werden. Die Messdaten werden direkt an die Schlagund Ertragskarteien des Betriebes weitergeleitet, so dass jederzeit nachverfolgt werden kann, unter welchen Bedingungen die Pflanzen kultiviert wurden. Ziel der Hightech-Landwirtschaft ist es, Kosten zu senken und gleichzeitig Effizienz sowie Produktivität zu steigern. Ernährt ein Landwirt heutzutage 140 Menschen, könnten es im Jahr 2050 schon doppelt so viele sein.

Akzeptanz gering Während sich die Geräte rege untereinander austauschen, mangelt es an der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine. Selbst moderne Landwirte trauen sich nicht so recht an die neue Technik heran und fühlen sich schnell überfordert. Zwar wird das grosse Potenzial der modernen Landtechnik erkannt, jedoch mangelt es an Know-how im Bereich Informationstechnik sowie an der Anwenderfreundlichkeit der Systeme. Der praktisch veranlagte Landwirt greift bevorzugt auf konventionelle Technik zurück, anstatt sich mit den unzähligen Knöpfen und Funktionen eines IsobusTerminals zu befassen. Obwohl einige Landtechnikfirmen inzwischen umfassende Schulungen basierend auf Videofilmen oder Computeranimationen anbieten, fühlen sich viele Landwirte mit der hochkomplexen Technik im Stich gelassen und bemängeln das Beratungs-

Agrar-Hightech – Die Ängste der Landwirte • Hohe Anschaffungskosten • Überforderung häufig wechselnder Fahrer • Abhängigkeit gegenüber Landtechnikherstellern steige • Erhöhter Reparaturaufwand • Fehlen von Schulungsangeboten • Lange Einarbeitungszeiten • Mangelhafte Beratung durch Hersteller

angebot. Ablehnung bereiten zudem, die hohen Anschaffungs- und Reparaturkosten der hochspezialisierten Technik. Die Erfahrung des Fachbereichs Agrartechnik zeigt jedoch, dass sich innovative Agrartechnik durch Zeit- und Produktionsmitteleinsparungen sehr schnell amortisiert.

Der Informationsaustausch zwischen den Geräten und Maschinen sorgt für höchste Präzision. 24

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LANDTECHNIK

Akzeptanz bei Schweizer Landwirten vorhanden «Die Akzeptanz der Schweizer Landwirte gegenüber digitaler Landtechnik kann insgesamt als hoch eingestuft werden», meint Toni Schmid (Bild). Er ist bei GVS-Agrar für das Gebiet «Precision Farming» zuständig. Jedoch gebe es Unterscheide zwischen den verschiedenen Produktionsbereichen. «Während auf Gemischtbetrieben das Interesse an Hightech aufgrund geringer Einsatzmöglichkeiten relativ gering ist, sind Betriebe mit Reihenkulturen mit Begeisterung dabei», hält Schmid weiter fest. Gerade im Gemüsebau würden Landwirte unternehmerisch denken und könnten durch den Einsatz moderner Technik effizienter arbeiten. Aber auch biologisch wirtschaftende Betriebe greifen immer häufiger auf Komponenten wie GPS zurück. «Precision Farming» ist inzwischen dafür bekannt, Umwelt und Geldbeutel gleichermassen zu schonen», so Schmid. Da würden auch die hohen Anschaffungskosten kaum abschrecken.

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Fazit Der Trend zur digitalen Landtechnik wird sich weiter fortsetzen, da sind sich die Experten aus Forschung und Wirtschaft einig. Landwirte müssen sich demnach verstärkt mit dem Thema High-Tech auseinandersetzen, um bestehen zu können. Die Herausforderung für die Hersteller besteht nun darin, komplexe Technik für den Landwirt verständlicher und dadurch auch schmackhafter zu gestalten. 䡵

Perfekte Spuren dank GPS und automatischem Lenksystem

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0827-GAM-FO-EU-CH-DE – Fotos: Watier Visuel – D. Rousselot

Das enge Händler- und Beraternetz der Schweiz sorgt dafür, dass den Anwendern von GPS und weiteren Hightech-Elementen bei Problemen rasch eine Lösung geboten wird. Gerade der praxis- und bedürfnisorientierte Ansatz des Vertriebes, nehme den Landwirten die Angst und Unsicherheit gegenüber der komplexen Gerätschaft, führt Schmid weiter aus. «Hinsichtlich der Weiterverwendung der erfassten Daten, zur Feldkartierung, beziehungsweise zur Erstellung eines digitalen Bodengedächtnisses, gibt es allerdings noch die eine oder andere Hemmschwelle.» Insgesamt erkennen die gut ausgebildeten Schweizer Landwirte jedoch das Potenzial, das in der modernen Landtechnik steckt und nehmen dieses als wertvolle Entlastung im Arbeitsalltag wahr.

Pflanzenbau I Tierhaltung I Landschaftspflege

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Autorin Anna Steindl, UFA-Revue, 8401 Winterthur Dieser Beitrag basiert auf einer Umfrage der Max-Eyth-Gesellschaft Agrartechnik, eine Fachgruppe innerhalb des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI). Auszüge dieser Umfrage wurden in den VDI-Nachrichten vom 16. November 2012 publiziert.

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Fortsetzung Seite 28 3 2013 · UFA-REVUE


NEUHEITEN KNOW-HOW

«Top 722»: Flexibler Rechprofi

Kuhn Feldspritzen mit neuen Elementen

Pöttinger präsentiert mit dem «Top 722» eine neue Seitenschwader-Generation. Den hohen Anforderun-

Neu bietet Kuhn auf sämtlichen Aluminium- Spritzgestängen ein Umlauf-System mit pneumatischer Zu- und Abschaltung der Düsenventile an. Das Spritzmittel zirkuliert in Ringleitungen aus Edelstahl. Das Ein- und Ausschalten der Teilbreiten erfolgt über pneumatische Düsenventile direkt oberhalb der jeweiligen Düse mittels Druckluftimpuls. Jede Teilbreite wird von einem Elektro-Pneumatik-Ventil gesteuert. Gegenüber anderen Umlaufsystemen bietet diese kontinuierliche Zirkulation eine permanente Umwälzung der Spritzbrühe auch

gen der Praxis nach bester Rechqualität, perfekter Bodenanpassung und geringer Futterverschmutzung wird auch der neue Seitenschwader gerecht. Mit einer Arbeitsbreite von 6.80 m ist der «Top 722» die optimale Ergänzung in der Erntekette. Der Kreiseldurchmesser von 3.30 m sowie die Ausstattung mit 13 Kreiselarmen sorgen für optimale Rechqualität bei gleichzeitig höherer Arbeitsgeschwindigkeit. Trotz dieses Kreiseldurchmessers liegt die Trans-

porthöhe unter 4 m, ohne Demontage der Zinkenarme. Die Transportbreite beträgt 2.52 m und bewegt sich damit innerhalb der normalen gesetzlichen Bestimmung. Auf Wunsch ist aber eine breitere Achse verfügbar, die für zusätzliche Stabilität am Hang sorgt. Um den Bedienkomfort zusätzlich zu erhöhen ist der neue «Top 722» als Rechtsableger konzipiert. Wie bereits bei anderen Pöttinger Schwadermodellen besitzt der «Top 722» eine hohe Vorgewendefreiheit. Die kardanische Aufhängung der Kreisel ermöglicht eine Anpassung an alle Bodengegebenheiten um bis zu + / – 5°. Für den Einsatz in besonders unebenem Gelände sind zusätzliche Multitast-Räder verfügbar. Pöttinger AG, 5413 Birmenstorf  056 201 41 60 info@poettinger.ch www.poettinger.ch

bei geschlossenen Teilbreiten. Vorteile: • Düsenstrahl baut sich direkt nach Einschalten auf und garantiert Applikation bereits bei Arbeitsbeginn. • Beim Abschalten der Teilbreite wird Spritzmittelzufuhr schlagartig und ohne vorherigen Druckabfall abgeschaltet – kein Nachtropfen. • Permanente Zirkulation in der Ringleitung verhindert das Absetzen des Wirkstoffs. • Kein Restwasser in der Leitung bei Spritzbeginn – Vermeidung des dreieckigen Spritzfensters bei Beginn der Arbeit. • Spül- und Reinigungsvorgang des Spritzgestänges wird vereinfacht und gründlicher. Kuhn Center Schweiz 8166 Niederweningen www.kuhncenterschweiz.ch

Breite und anpassungsfähige Einkreisler

Das Claas Programm an Einkreiselschwadern wurde um zwei Modelle (Dreipunkt, gezogen) erweitert. Mit einem Kreiseldurchmesser von 3.80 m verfügen die neuen «Liner» über eine vergrösserte Arbeitsbreite von 4.80 m. Somit bietet Claas bei den Einkreiselschwadern ein Angebot mit Arbeitsbreiten von 3.50 – 4.80 m. Mit dem neuen «Liner Profil 500» präsentiert Claas den ersten Einkreiselschwader für den Dreipunktanbau, der mit einer kardanischen Kreiselaufhängung ausgestattet ist. Durch diese kann sich der Kreisel den Bodenunebenheiten dreidimensional und unabhängig von der Traktorbewegung anpassen. Um die Bodenanpassung und in Folge die UFA-REVUE · 3 2013

Futterqualität noch weiter zu verbessern, kann der Schwader mit einem Sechsrad-Konturfahrwerk ausgerüstet werden. Beim «Liner 500 T» wird die Bodenführung durch ein zusätzlich erhältliches Tastrad optimiert. Zudem sind bei beiden Modellen die Fahrwerke so nahe wie möglich an den Zinken positioniert, damit sich der Kreisel dem Boden anpassen kann. Zur Zentrierung der Maschine nach Kurvenfahrten und um ein Auflaufen der Schwader am Hang zu verhindern, ist der «Liner 500» mit dem bewährten Kraftflusslenker «CKL» ausgestattet. Die neuen Modelle erhielten weitere bewährte Komponenten. Hierzu zählt das dauergeschmierte und hermetisch geschlossene Schwadgetriebe. Die Zinkenarme sind zudem mit einer 20-teiligen Vielverzahnung ausgestattet. Serco Landtechnik AG 4538 Oberbipp  058 434 07 07 www.sercolandtechnik.ch

Als führender Anbieter im Schweizer Landmaschinenmarkt bietet die Bucher Landtechnik AG ein leistungsstarkes und attraktives Sortiment von Traktoren und Erntemaschinen neuester Technologie an, welches über ein verzweigtes Händlernetz in der Schweiz vertrieben wird. Für unser Produktmanagement suchen wir eine fachlich versierte Persönlichkeit als

Produktmanager/-in CASE IH/STEYR Ihre Hauptaufgaben In dieser spannenden und vielseitigen Funktion sind Sie für das Produktmanagement Präzisionsfarming, Erntetechnik und Traktoren zuständig. Sie erstellen Offerten, Kalkulationen und Produkteinformationen. Aufgabenbereiche wie zum Beispiel komplette Auftragsabwicklung im SAP, Produktionsplanung mit Lieferanten, Einführung und Schulungen neuer Produkte, Verkaufsunterstützung und Betreuung an Messen und Ausstellungen runden Ihr Aufgabengebiet ab. Ihre Qualifikation Sie haben eine Ausbildung im landwirtschaftlichen oder technischen Bereich abgeschlossen und verfügen über eine kaufmännische Weiterbildung oder entsprechende Berufserfahrung. Sie sind versiert im Umgang mit MS-Office und bringen ebenfalls sehr gute Deutsch- und Französischkenntnisse mit. Englischkenntnisse sind von Vorteil. Ihre Perspektiven Es erwarten Sie ein herausforderndes Aufgabengebiet, ein gut eingespieltes Team, sowie überdurchschnittliche Anstellungsbedingungen. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Frau Sandra Schiffner erwartet gerne Ihre vollständige Bewerbung. Wir freuen uns, Sie kennen zu lernen. Bucher Landtechnik AG Murzlenstrasse 80 CH- 8166 Niederweningen Telefon +41 44 857 23 00 personal@bucherschoerling.com

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Fortsetzung Seite 39 3 2013 · UFA-REVUE


KURZMELDUNGEN PFLANZENBAU

Stetiges Wachstum der Bio-Produktion weltweit Das Marktforschungsunternehmen Organic Monitor schätzt den globalen Umsatz mit Bio-Produkten auf fast 63 Mia. US Dollar (2010: 59 Mia. US-Dollar) oder über 45 Mia. Euro. Die Vereinigten Staaten sind der führende Markt. In Europa

führt Deutschland, gefolgt von Frankreich. Die Länder mit den höchsten Pro-Kopf-Ausgaben für Bio-Produkte sind die Schweiz und Dänemark. Ungefähr 80 % der 1.8 Mio. (Vorjahr 1.6 Mio.) zertifizierten Bio-Produzenten leben in Entwick-

lungsländern. Die meisten Produzenten sind in Indien, Uganda, Mexiko und Tansania die Länder mit den meisten Produzenten. Ende 2011 sind 37.2 Mio. ha landwirtschaftliche Nutzfläche biologisch bewirtschaftet worden. Das grösste Wachstum war in Asien. Die Länder mit den grössten Wachstumsraten sind China, Indien und Spanien. Australien ist nach wie vor das Land mit der grössten Biofläche (12 Mio. ha mit 97 % Weideflächen). Die Länder mit dem grössten Bio-Anteil sind die Falklandinseln (36 %), gefolgt von Lichtenstein (29 % und Österreich (20 %). In Europa gibt es eine Vielzahl von Förderungsmassnahmen (Direktzahlungen, Beratungsdienste etc.) zur Förderung des Bio-Anbaus.

Zielsortiment Bio

Russland weitet Importverbot aus

Russland weitet das zum 1. April angekündigte Importverbot für Pflanzkartoffeln aus der EU auf Pflanzgut sämtlicher Arten sowie Topfpflanzen aus. Moskau begründet dies mit mangelnden Informationen über Quarantäneschaderreger-freie Anbaugebiete in der EU.

aus früheren Ernten seiner Kollegen übrig geblieben war. Auch dieses Saatgut stammte überwiegend von Monsanto. Die Patentansprüche des Konzerns hielt Bowman für erloschen. Doch das Unternehmen klagte. Das Urteil wird bis Juli erwartet. Monsanto habe schon über 400 Landwirte wegen Patentverletzungen vor Gericht gezerrt. Von 72 bisher bekannten Urteilen seien Monsanto über 23 Mio. Dollar an Entschädigungszahlungen zugestanden worden. Nachzulesen auf www.keine-gentechnik.de.

Gerichtsprozess wegen GVO

Fungizid in EU zugelassen

Vor dem Obersten Gerichtshof der USA in Washington hat Ende Februar der Prozess des Landwirts Vernon Hugh Bowman aus Indiana gegen den Agrochemie-Konzern Monsanto begonnen. Dabei geht es um Patentansprüche des Herstellers gentechnisch veränderter Pflanzen gegenüber dem 75-jährigen Bauern. Bowman pflanzte auf seiner Farm gentechnisch verändertes Soja-Saatgut, das er regulär von Monsanto kaufte. Für eine zweite Aussaat nahm er günstigeres Saatgut, das

Das Fungizid der BASF für Sonderkulturen, Initium hat die EU-weite Zulassung für die Nutzung in Pflanzenschutzmitteln erhalten. Im November 2012 erhielt Initium einen Agrow Award als «Best New Crop Protection Product or Trait» (bestes neues Pflanzenschutzmittel ).

Pflanzenbehandlungs-, Silier-, Stallfliegen-, Reinigungs- und Desinfektionsmittel, aber auch Dünger und Handelssubstrate für den biologischen Landbau sind im Zielsortiment 2013 aufgelistet. Das Zielsortiment Bio 2013 ist bei den regionalen LANDI erhältlich.

Spirituosenmarkt stabil Der Schweizer Spirituosenmarkt ist, wie die Zahlen 2012 bestätigen, seit über zehn Jahren stabil. 2011/2012 betrug die einheimische Produktion 19 889 hl reinen Alkohol. Die Importe blieben mit 88 664 hl reinem Alkohol auf konstant hohem Niveau. Sie erreichten 2012 einen Marktanteil von 82 %, gegenüber der einheimischen Produktion mit 18 %. Auch der Pro-Kopf-Konsum von Spirituosen blieb stabil bei 1.6 l reinem Alkohol. Die Ethanolverkäufe beliefen sich wie im 2011 auf 38 Mio. kg. www.eav.admin.ch UFA-REVUE · 3 2013

Alptraum wüchsige Bohnenpflanze Pueraria, auch Kudzu genannt, gehört gemäss IUCN weltweit zu den 100 aggressivsten invasiven Neophyten. In wenigen Jahren kann Pueraria unter günstigen Bedingungen eine existierende Vegetation komplett überdecken und zerstören. Ihr Stängelwachstum erreicht bis zu 27 cm pro Tag – mit einschneidenden Konsequenzen auf die Biodiversität oder die Entwicklung von landwirtschaftlichen Kulturen. In der Schweiz ist Pueraria seit etwa zwei Jahrzehnten im Tessin präsent. Es sind 35 Befallsherde bekannt und unter Beobachtung. Angesichts

ihres sehr schnellen Wachstums erforscht Agroscope das Ausbreitungspotenzial und Bekämpfungsmassnahmen. Der schier unglaubliche Tageszuwachs von 27 cm Länge dieser Leguminosenart ist wohl das Auffälligste an dieser Pflanze. In den Vereinigten Staaten wurde diese Pflanze in den 30er und 40er Jahren als Erosionsschutz verwendet. Pueraria ist also nicht nur als Gefahr für Biodiversität und Kulturpflanzen bekannt. Seit 1300 Jahren werden Bohnen, Wurzeln und Blätter wegen ihres hohen Stärkegehaltes in der chinesischen Küche verwendet. Weiter gilt sie als hochwertige Futter- und Textilpflanze. Noch bedeutender ist die Verwendung als Heilpflanze zur Linderung von Alkohol- und Nikotinabhängigkeit, Migräne, Bluthochdruck oder Allergien. Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 29


PFLANZENBAU

Eine anspruchsvolle Neuheit REVOLUTION BEIM SONNENBLUMENANBAU Eine chemische Regulierung von zweikeimblättrigen Unkräutern im Sonnenblumenanbau war bislang nur vor dem Auflaufen möglich. Die Express-SX-tolerante Sonnenblumensorte PR64H42, die provisorisch in die Liste der empfohlenen Sorten aufgenommen wurde, eröffnet neue Möglichkeiten, die aber auch einige Erklärungen erfordern.

Die in den 1980er Jahren eingeführte Sonnenblume hat sich besonders als Frühsorte etabliert. Mit dieser Kultur ist ein guter wirtschaftlicher Ertrag gewährleistet, da sie beim Düngen keine besonderen Ansprüche stellt und sich ausgezeichnet in der Fruchtfolge eignet. 2013 wurde mit den Ölwer-

Empfehlungen • Express SX darf nicht bei anderen Sonnenblumensorten angewendet werden. 30 g/ha Express SX und ein Benetzungmittel im 4-Blattstadium der Sonnenblumen ausbringen. • Die Behandlung nach 10 bis 14 Tage wiederholen. • Express SX darf mit Graminiziden gemischt werden. • Die üblichen Vorschriften, die bei der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln und der Entsorgung von Brüherückständen und leeren Gebinden gelten, sind zu befolgen. • Das Spritzmaterial ist zu reinigen. • Die Angaben auf der Packung sind unbedingt zu befolgen. 30

ken Abnahmeverträge über 18 000 Tonnen Sonnenblumen abgeschlossen, davon dürfen höchstens 12 000 Tonnen ölsäurereiche Sonnenblumen sein. Für High Oleic Sonnenblumen muss mit der LANDI ein Anbauvertrag abgeschlossen werden. Bei der Fruchtfolge wird auf der gleichen Parzelle eine Anbaupause von drei Jahren zwischen zwei Sonnenblumenkulturen empfohlen, um Krankheiten wie Mehltau, Phomopsis oder der Phoma-Schwarzfleckenkrankheit vorzubeugen. Eine zu kurze Fruchtfolge begünstigt die Anreicherung befallener Pflanzenreste im Boden oder den Befall mit Pilzen wie Sclerotinia sclerotiorum. Zudem darf im Rahmen des ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN) die mit Raps und Sonnenblume bebaute Ackerfläche nicht mehr als 25 % betragen. Der Erfolg einer Sonnenblumenkultur hängt in hohem Masse von einem guten Anbaumanagement ab. Die Sortenwahl, Bodeneigenschaften, ein regelmässiges Auflaufen und das Unkrautmanagement erfordern besondere Aufmerksamkeit. Der Reifezeitpunkt einer Sorte beeinflusst das Erntedatum. Homogene Pflanzabstände wiederum wirken sich positiv auf eine gleichmässige Abreife aus.

Die klassische Unkrautbekämpfung bei Sonnenblumen umfasst verschiedene Methoden, die auch miteinander kombiniert werden können. Saatbettbereitung, Pflegemassnahmen oder auch der Pflanzenschutz wie etwa der Einsatz eines Vorauflaufherbizids spielen hier eine besonders grosse Rolle. Bei der chemischen Unkrautregulierung ist nach dem Auflaufen der Kultur nur die Anwendung eines Gräserhebizids

Was ist GVO? Gemäss Definition ist ein GVO ein Organismus, der durch eine Transgenese (Gentransfer) verändert wurde. Transgenese ist jedoch nicht das gleiche wie Mutagenese. Unter Mutagenese versteht man die Mutationen der DNA in einem Organismus durch einen chemischen Stoff (beispielsweise einen alkylierender Wirkstoff), physikalisch (mit Röntgenstrahlen), einem integrierenden Virus, einem Transposon (springendes Gen) oder durch die Anwendung von Techniken aus der Molekularbiologie. Bei der Transgenese wird eine neue DNA-Sequenz in das genetische Erbgut eines Organismus eingesetzt. Genau genommen entspricht die Mutagenese einer Änderung der genetischen Information und nicht der Einpflanzung einer DNA-Sequenz ins Genom. Aufgrund dieser Kriterien können die neuen Sorten, die durch eine zufallsbedingte Mutagenese gezüchtet wurden, gegenwärtig nicht als GVO oder gar als «versteckte GVO» bezeichnet werden.

möglich. Das Fehlen von Wirkstoffen, die gegen zweikeimblättrige Unkräuter wirken und gleichzeitig von den Sonnenblumen toleriert werden, führt auf den Anbauflächen teilweise zu Problemen, da sich mehrjährige Unkrautherde bilden. Diese Problempflanzen müssen während den Zwischenkulturen beispielsweise mit Glyphosat bekämpft werden.

PR64H42 ExpressSun ist eine Sonnenblumensorte, die durch eine chemische Mutagenese im Rahmen eines gemeinsamen Programms von DuFortsetzung Seite 33 3 2013 · UFA-REVUE


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3 2013 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

«Ölsäurereiche» Sonnenblumen? Sonnenblumenöl zeichnet sich durch einen hohen Gehalt (über 80 %) an Ölsäure (einfach ungesättigte Fettsäure) und einem geringeren Gehalt an Linolsäure (mehrfach ungesättigte Fettsäure) aus. Dadurch kann es auf hohe Temperaturen erhitzt werden und eignet sich so sehr gut zum Frittieren. Vom Geschmack her lässt sich ölsäurereiches Sonnenblumenöl nicht von konventionellen Sonnenblumenöl unterscheiden. Zwischen Parzellen mit konventionellen und ölsäurereichen Sonnenblumen muss ein Abstand von 200 Metern eingehalten werden, um eine Verunreinigungen vorzubeugen. Fortsetzung von Seite 30

Pont und Pioneer gezüchtet wurde. Im Gegensatz zu Sorten des Typs «Roundup Ready» wurde sie nicht durch das gewollte Einführen eines neuen Gens in die DNA der Pflanze gezüchtet, sondern durch die Züchtung von Pflanzen, die eine spontane Resistenz gegen Glyphosat aufweisen. PR64H42 wurde provisorisch in die Liste der empfohlenen Sorten von swissgranum aufgenommen. Diese neue homozygote Sorte ist tolerant gegen Tribenuron-Methyl (Wirkstoff von Express SX), was den Einsatz eines Sulfonylharnstoffs mit breitem

Spektrum nach dem Auflaufen erlaubt. Die direkte chemische Bekämpfung gegen hartnäckige Unkräuter wie Distel, Winde oder Ampfer ist ebenfalls möglich. PR64H42 toleriert zudem die bei den anderen Sonnenblumensorten üblichen Unkrautregulierungsmethoden wie die Unkrautbekämpfung im Vorauflauf. Besonders hervorzuheben ist, dass mit dem Einsatz von «Express SX» auf Sonnenblumenparzellen gleichzeitig auch Ambrosia bekämpft und einer weiteren Verbreitung dieser stark allergenen Pflanze vorgebeugt wird.

Behandlung von Ausfall-Sonnenblumen Obschon die neue Sorte bei der Unkrautregulierung klare Vorteile mit sich bringt, tauchen neue Fragen auf insbesondere zur Behandlung von Ausfallgetriede oder auch einer möglichen Übertragung der Toleranz auf wilde Sonnenblumen. Da Tribenuron-Methyl der Gruppe der Sulfonylharnstoffe angehört, ist der Ausfall der Sorte PR64H42 wenig bis überhaupt nicht empfindlich gegenüber gewissen Wirkstoffen dieser Gruppe. Express SX ist auch für die Unkrautregulierung im Getreide zugelassen. Daher muss für die Bekämpfung von Ausfall-Sonnenblumen bei der Herbizidwahl auf eine andere Resistenzgruppe zurückgegriffen werden. Die Toleranzen für Sulfonylharnstoff sind häufig an sehr einfache Mechanismen

geknüpft. Dies erhöht das Risiko, dass bei Wildpflanzen oder anderen Sorten Toleranzen auftreten. Bei Problemen mit toleranten Ausfall-Sonnenblumen wendet man sich an die regionale Pflanzenbauberatung.

Zusammenfassung Mit der Aufnahme der Sonnenblumensorte PR64H42 in die von swissgranum empfohlene Sortenliste bietet sich beim Anbau in Parzellen mit mehrjährigen Unkrautherden wie Disteln, Winden oder Ampfer eine neue Bekämpfungsmöglichkeit. Die Splittinganwendung von Express SX ermöglicht eine Nachauflaufanwendung und bekämpft so zweikeimblättrige Unkräuter. Andere Sonnenblumensorte, die durch eine direkte Anwendung oder Abdrift mit Express SX in Berührung kommen, werden geschädigt. Vor dem Ausbringen, und dies gilt im Besonderen für Lohnunternehmer, sollte abgeklärt werden, ob die zu behandelnde Sorte tatsächlich gegen diesen Wirkstoff resistent ist und dass keinerlei Risiken einer Abdrift auf benachbarte Parzellen bestehen. Wie bei allen Sulfonylharnstoffen reichen bereits winzige Mengen des Wirkstoffs, um bei empfindlichen Pflanzen verheerende Schäden anzurichten. Es wird dringend empfohlen, das Spritzmaterial mit einem geeigneten Mittel gründlich zu reinigen. 䡵

Die Sonnenblume ist im Pflanzenbau eine agronomisch und wirtschaftlich interessante Pflanze, die ständig weiterentwickelt wird.

Autor Gaël Monnerat, UFA-Revue, 1510 Moudon Bei Fragen zu herbizidresistenten Sonnenblumen erteilt unsere Pflanzenbauberatung Auskunft.

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Rapsschädlinge – die Benetzung verbessern!

IP-Suisse Getreideproduktion – gibt es noch Optimierungsmöglichkeiten?

Auch nach einem nassen Winter, wird’s bestimmt wieder Frühling. Gleichzeitig zur Rübensaat fliegen schon die Stängelrüssler ein. Kurz darauf kommen schon die ersten Glanzkäfer (besonders in einem späten Frühling, geht alles ganz schnell)! Bei der Bekämpfung der Rapsschädlinge stellt sich auch immer wieder die Frage: Wirkt es oder sind sie resistent, fallen sie runter oder wirkt es langsam? Zweifeln hilft nicht weiter! Bei der Bekämpfung der Rapsschädlinge gilt es zu beachten: • Aktivität: zum Behandlungszeitpunkt müssen die Käfer aktiv sein. • Trockene Pflanzen: Wasser verdünnt die Spritzbrühe und behindert die Schädlinge bei ihrer Fortbewegung. • Benetzung: dabei geht es auch um eine bestmögliche Benetzung des Käfers. Nutzen Sie deshalb alle Vorteile und optimieren Sie die Spritzbrühe mit Additiven.

In trockenen Anbaugebieten gewinnt die extensive Getreideproduktion zunehmend an Bedeutung. Die Niederschlagsmenge limitiert das Ertragspotential und stellt dabei die intensive Getreideproduktion (Wachstumsregulatoren, Fungizide und Insektizide) in Frage; es rechnet sich nicht mehr. Am stärksten betroffen sind dabei die Regionen am Jurasüdfuss (Genf bis Schaffhausen). Gleichzeitig besteht eine gute Nachfrage nach IPS-Richtlinien produziertem Getreide. Es ist deshalb sehr wichtig, diesen Markt mit bestmöglicher Qualität (Hektoliter Gewicht) zu bedienen. In der extensiven Getreideproduktion können wir folgende Ertragsfaktoren beeinflussen: • Nährstoffversorgung: Für eine optimale Nährstoffaufnahme benötigen die Pflanzen ein möglichst weit vernetztes Wurzelwerk. Dies ist nur möglich bei optimaler Bodenstruktur/-aktivität. Die letztjährigen Ernte und Saatbedingungen waren diesbezüglich keine guten Voraussetzungen. Die Herbstsaaten sind durch Extreme gezeichnet; entweder sie sind bedingt durch den warmen Vorwinter weit entwickelt/bestockt oder in der Staunässe eingegangen. Nässe geschädigte Pflanzen können mit hohen N-Gaben nicht gerettet werden. Es ist deshalb ratsam die 1. N-Gabe dem gut entwickelten Getreide anzupas-

Sticker (Netz- und Haftmittel) • maximiert die Benetzung der Blattfläche und des Schädlings • reduziert das Abprallen, bzw. Abfliessen des Spritztropfens. Anwendung Stängelrüssler: Talstar 0.2 l/ha + Sticker 0.2 l/ha Anwendung Glanzkäfer: 1. Behandlung: Pyrinex 1.0 l/ha + Sticker 0.2 l/ha 2. Behandlung: Gazelle 150 g/ha + Sticker 0.2 l/ha

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sen, bzw. die starken Bestände nicht zu «überziehen». Extensiv geführte Bestände sollten nicht zu dicht sein und müssen unbedingt stehen bleiben! • Krankheiten: Der zu warme Vorwinter hat auch die Infektionen von Krankheiten (Septoria, Mehltau und Rynchosporium-Blattflecken) begünstigt. Nicht allzu dichte Bestände sind besser durchlüftet, trocknen deshalb besser ab und reduzieren somit den Krankheitsdruck «nach oben».

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Jeden Monat neu!

Die Nutzung von Medien wird zusehends vielfältiger. Mit dem Internet und all seinen Möglichkeiten ist eine neue Dimension hinzugekommen. Auch die UFA-Revue will sich diesen Trends nicht verschliessen. Monatlich erscheinende OnlineFilme auf dem Internet sind eine neue Dienstleistung, die für aktuellen und modernen Wissenstransfer stehen. Die rund dreiminütigen Filme vertiefen ein in der UFA-Revue beschriebenes Thema, hinterfragen den Nutzen und erklären die Zusammenhänge in der landwirt-schaftlichen Praxis. Zu Wort kommen dabei Wissenschafter und Berater ebenso wie die Anwender selbst, nämlich die Landwirte. In der Person von Markus Gerig konnte für die Realisierung dieser Online-Filme ein Video-Profi mit bäuerlichem Hintergrund verpflichtet werden. Die Filme sind unter www.ufarevue.ch (Rubrik «Online-Filme») anzusehen.

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Gezieltes Vorgehen ERFOLGREICHE ÜBERSAAT Was schön fürs Auge ist – blühende Wiesen mit Löwenzahn, Hahnenfuss, Kerbel, Wiesenschaumkraut, Ehrenpreis oder Taubnesseln – bringt im Futterbau zu wenig Ertrag. Blühende Wiesen sind Zeiger eines nicht mehr optimalen Bestandes. Mit dem Frühling kommt der ideale Zeitpunkt, degenerierte Bestände zu sanieren, um diese nachhaltig zu verbessern.

Hanspeter Hug

Nur ein idealer, an den Standort angepasster Pflanzenbestand bringt hohe Erträge. Er setzt sich aus rund 70 % guten Futtergräsern, 25 % Kleearten und Futterleguminosen sowie 5 % guten Kräutern zusammen. Der Bestand muss dicht, aber nicht verfilzt sein, so dass man bei der Bestandeskontrolle im Frühling um jede Pflanze noch wenig offenen Boden sehen kann. Je mehr Lücken oder Filz den Boden bedecken, desto kleiner wird der Ertrag. Die Ertragsminderung in TS verringert sich um bis zu 20%, wenn ein Viertel der Bodenoberfläche mit Lücken, Kräutern oder Filzgras bedeckt ist. Je nach Betriebsstruktur könnte diese Ertragsminderung noch verkraftet wer-

den, doch schlechte Bestände bringen auch tiefere Gehaltswerte. Will möglichst viel Milch und Fleisch aus dem Grundfutter gewonnen werden, so kann das mit einem blühenden oder verfilzten Wiesenbestand nicht erreicht werden. In der Milchproduktion ist die Grundfuttermilch nur dann am günstigsten, wenn das Grundfutter den erforderlichen Anforderungen an Zusammensetzung, Struktur und Gehalt entspricht.

nutzt werden soll, desto genauer müssen die Einzelarten der Mischung an den Standort angepasst werden. Nur angepasste Futterpflanzen bringen die besten Erträge. So bringen Knaulgras- oder Wiesenfuchsschwanzbestände bessere Erträge an ihren bevorzugten Lagen als zum Beispiel Raigras. Erkennt das der Bewirtschafter, so kann er die Nutzung ganz auf die Entwicklung des angepassten Bestandes abstellen.

An Standort anpassen Während

Ursachen erkennen Je grösser die Betriebe werden, desto rationeller müssen sie bewirtschaftet werden. Dabei können oft standortgegebene pflanzenbauliche Bedürfnisse nicht berücksichtigt werden. Die Bestände werden oft-

man im Fruchtfolge-integrierten Kunstfutterbau den gewünschten Pflanzenbestand säen kann, ist das im längerdauernden nachhaltigen (Natur-)Futterbau nicht möglich. Je länger eine Wiese ge-

Löwenzahn und andere Blumen geben nicht die notwendigen Ertäge und Qualitäten für die effizente und moderne Futterproduktion.

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PFLANZENBAU

Übersaatmischung wählen Diese Mischungstypen sind analog zu normalen Futterbaumischungen aufgebaut, jedoch sind die Deckfruchtarten und jene, die unter grosser Konkurrenz nicht auflaufen können, in den Mischungen nicht enthalten. Dadurch wird mit der kleineren Saatmenge von 200 g/a der gleiche Effekt erzielt wie wenn eine normale Mischung mit einer Saatmenge von rund 350 – 400 g/a gesät wird. Es gibt aber Ausnahmen. Wenn der Anteil guter Futtergräser nach der Filzentfernung unter 25 % liegt, dann empfiehlt es sich, eine normale Futterbaumischung zu säen. UFA-Samen bietet eine Vielzahl von Übersaatmischungen, auch für Bio-Betriebe an (Feldsamenkatalog Seite 12 – 13 oder www.ufasamen.ch). Die Hauptmischungen sind: Mischung UFA U-240 AR

Zusammensetzung Weissklee, Ital. Raigras, Bastard Raigras, Englisch Raigras, Wiesenrispe

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UFA U-431 AR UFA U-Trockenweide UFA U-Raigras

Weissklee, Englisch Raigras, Rotschwingel Knaulgras, Wiesenrispe Weissklee, englisch Raigras, Rohrschwingel, Wiesenrispe Englisch Raigras, Bastard Raigras, Ital. Raigras

mals unter- oder übernutzt. Die Wiesen «leiden» leise vor sich hin. Kommt noch ein zusätzlicher Stress wie Trockenheit, Nässe, Fröste, Schneeschimmel, Mäuse, Wildschweine, Engerlinge, Tiefschnitt, Vorwinterweide, falsche Düngung oder schwere Maschinen dazu, kippt der Be-

Eigenschaften/Verwendung Sehr auflaufstark, konkurrenzstark in Filzbeständen, für Gebiete mit natürlichem Vorkommen des Ital. Raigras; MähWeidenutzung Hauptmischung für alle Englisch Raigraslagen; Ideal für Weiden; Mäh-Weidenutzung Sehr ertragsstark, ausdauernd und anpassungsfähig; für feuchte bis trockene Lagen auch in nicht raigrasfähigen Lagen; Mähnutzung mit Herbstweide Knaulgrasbetonte Mischung für flachgründige trockene Standorte; Mähnutzung Für trocken Standorte mit neuen Zuchtsorten Rohrschwingel; Mäh-Weidenutzung Auflaufstarke reine Raigrasmischung Mähweidenutzung

stand sehr schnell. Die Gräser gehen zurück und die minderwertigen Lückenfüller wachsen in die zu locker stehenden stressleidenden Futtergräser ein und breiten sich aus. Das geschieht nicht von heute auf morgen. Je schneller der Betriebsleiter dies bemerkt und entspre-

70 % gute Futtergräsern, 25 % Kleearten und Futterleguminosen sowie 5 % gute Kräutern: Das ist eine ideale botanische Zusammensetzung einer ertragreichen Wiese.

chend handelt, desto kleiner wird sein Ertragsverlust ausfallen. Darum sollten alle Wiesen regelmässig kontrolliert und begutachtet werden. Jeder Pflanzenbestand hat seine Geschichte. Es setzt sich immer jene Art durch, welche die besten Wachstumsbedingungen vorfindet.

Sanierung Je nach Ausgangsbestand sind unterschiedliche Massnahmen notwendig. Braucht es eine Übersaat oder kann mit einer gezielten Bewirtschaftung ein ebenso grosser Effekt erzielt werden? Klar ist, dass jeder Ausgangsbestand ein anderes Vorgehen zur Wiesenpflege und Saatvorbereitung verlangt. Unabhängig davon, ob übersät oder natürlich versamt worden ist, braucht ein Sämling zum wachsen: • Bodenkontakt, • Wärme, • Licht und • Wasser. Das frischgesäte Saatkorn steht in der Konkurrenz zum bestehenden Bestand. Darum muss alles unternommen werden, damit sich das Saatkorn zu einer Futterpflanze entwickeln kann. Der Boden muss so vorbereitet sein, dass der Samen auf den offenen Boden abgelegt und anschliessend flach eingearbeitet werden kann. Ein Sämling entwickelt sich nach einer flachen Einarbeitung am schnellsten. Oft muss vor der Saat Filz und Moos abgeeggt, bei grossem Filzdruck oftmals sogar abgeführt werden, damit ein offener Boden entsteht. Saaten in einen Filzbestand ohne Eliminierung des Filzes bringen keinen Erfolg, dies auch dann nicht, wenn das Saatgut mit einer Direktsaat- oder Schlitzsaatmaschine in einer idealen Saattiefe abgelegt wird. Der bestehende Filz ist immer schneller als die neugesäte, junge Pflanze. Übersaaten nur mit einer Säwalze sind auch nicht optimal. Die Walze drückt das Saatkorn zwar auf den Boden, doch Sämlinge die auf Blätter des bestehenden Bestandes gesät wurden, können nicht anwachsen. Je filziger der Ausgangsbestand, desto schwieriger ist eine Übersaat. Krautreiche und lückige Bestände hingegen können gut übersät werden, sind doch solche Wiesen dünn, so dass die Saatablage in den offenen Boden gut möglich ist. Nutzung So wichtig, wie die exakte Saat, so wichtig ist auch die Bewirt-

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PFLANZENBAU schaftung nach der Saat. Frisch übersäte Wiesen müssen zeitiger genutzt werden. Spätestens, wenn der Altbestand die frischen Sämlinge zu überwachsen droht, muss geschnitten werden. Wartet man zu lange, kommt zu wenig Licht auf die Sämlinge, sie gehen ein. Dasselbe gilt auch noch beim zweiten Schnitt nach der Übersaat. Aus diesem Grund ist eine Dürrfutterbereitung nach einer Übersaat nicht ideal, Schlechtwetterperioden verhindern oft einen frühen Schnitt und das Futter lagert schneller. Auch sollte auf einer frisch übersäten Wiese nur schonend, möglichst wenig herumgefahren werden. Frühe, leichte kurze Weidegänge, Eingrasen oder Silagebereitung sind ideal.

Wann Übersäen? Ideale Saatzeitpunkte sind im Frühling und im Herbst. Beide Zeitpunkte haben ihre Vor- und Nachteile. Während man im Frühjahr viele offene Lücken mit einem weichen Boden vorfindet, sind diese im Herbst besiedelt mit Filz oder mit einer harten Kruste versehen. Die gezielte Saatablage ist im Frühjahr einfacher. Der erste Aufwuchs im Frühjahr ist jedoch schnell wachsend, so schnell, dass die Gefahr besteht, die Neusaat zu überwachsen. Auch leiden die jungen Sämlinge viel schneller unter Trockenheit und Sommerhitze, wachsen sie doch in die langen Sommertage hinein. Umgekehrt ist es hingegen im Herbst. Saaten Mitte August bis Ende September haben sehr gute klimatische Auflaufbedingungen, die länger werdenden Nächte mit viel Tau fördert die Keimung und das Auflaufen. Auch der bestehende Altbestand wächst nicht mehr stark in die Höhe und beschattet somit die Neusaat kaum mehr.

Fazit Blühende Wiesen bringen kleinere Erträge an Quantität und Qualität. Ein an den Standort angepasster Pflanzenbestand bringt die höchsten Erträge. Darum muss die Bewirtschaftung an den gewünschten Pflanzenbestand angepasst werden. Müssen trotzdem Übersaaten gemacht werden, so gilt zu beachten, dass ein Sämling für seine Jugendentwicklung Bodenkontakt, Wasser, Licht und Wärme benötigt. Die zu übersäenden Wiesen müssen so vor38

Saatgut in den Boden Hans Rüedi aus Ortschwaben (BE, Bild rechts) betreibt eine Pferdehaltung («Pferde-Altersheim») und hält die ihm anvertrauten Tiere während 365 Tagen im Jahr auf der Weide. Intakte Weiden sind für ihn und seinen Betrieb also überaus wichtig, weshalb er die Flächen pro Jahr mindestens einmal übersät. «Eigentlich ist die Bezeichnung ‹Übersaat› falsch, denn ich möchte das Saatgut ja in und nicht nur auf den Boden bringen, damit es ideale Voraussetzungen für die spätere Keimung und das folgende Wachstum vorfindet», stellt Rüedi klar. Er spricht deshalb lieber von einer «Durchsaat». Zu diesem Zweck setzt er bereits seit einigen Jahren auf die entsprechende Saat-Technik des holländischen Herstellers Vredo (Schweizer Vertriebspartner Alphatec in Orbe), mit dem das Saatgut über ein Doppelscheiben-System in den Boden gebracht wird. Die bestehende Grasnarbe bleibt so erhalten. «Die Weide ist weiterhin durchgehend nutzbar, die Pferde können jederzeit, vor-, während- und nach der Saat die Flächen beweiden», äussert sich Rüedi zu den Vorteilen dieses Systems. Auf die kommende Saison hin hat Hans Rüedi, nachdem er zuvor dieses System via Lohnunternehmer oder mitttels Mietmaschinen eingesetzt hat, mit der Vredo «Agri Twin 5.8» (Bild unten) selbst eine solche Maschine angeschafft. Das Gerät besteht aus zwei 2.90 m breiten, hydraulisch klappbaren Einheiten. Bei einer Arbeitsbreite von 5.80 m resultiert eine hohe Schlagkraft mit Fahrgeschwindigkeiten um die 10 km/h. Der Saatgutbehälter umfasst 425 l, die Dosierung erfolgt pneumatisch (Sätechnik stammt vom Schweizer Hersteller Krummenacher). Der Abstand der einzelnen Schare beträgt 7.5 cm. «Diese Durchsaat machen wir im Frühjahr, je nach Lage und Niederschläge im März oder April», sagt Rüedi. Ebenso möglich und vielerorts angezeigt sei eine weitere Durchsaat im Herbst. Denn, so Rüedi, eine komplette Neusaat der Wiesen und Weiden sei wesentlich kostenintensiver. Zudem würden dann wichtige Flächen für die Futterproduktion und für die tägliche Weide der Tiere ausfallen. Roman Engeler

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breitet werden, dass diese Voraussetzungen vorhanden sind. Nur dann können eine Übersaat und damit die Bestandesregeneration zum Erfolg kommen. Ziel muss im intensiven Futterbau sein: Wiederkäuer-gerechtes Grundfutter mit möglichst hohen Erträgen. 䡵

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PFLANZENBAU

Nachhaltige Landwirtschaft und GVO GENETISCH VERÄNDERTE ORGANISMEN (GVO) sind immer noch ein Gesprächsthema. Nützlich im Resistenzmanagement? Eine Gefahr für Mensch, Tier und Umwelt? Fluch oder Segen? Die Geister scheiden sich nach wie vor.

Die GVO eröffnen insbesondere für das Resistenzmanagement neue Perspektiven. Dennoch müssen bei der Sortenwahl die Marktbedürfnisse erste Priorität haben. Foto: Lemken

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Genmanipulation von Nutzpflanzen bieten auch der Landwirtschaft ganz neue Perspektiven. Anstatt Jahr für Jahr Pflanzen mit spezifischen Eigenschaften zu züchten, um Ertrag, Schädlingsresistenz oder Erntequalität zu verbessern, wird bei der Genmanipulation mit tierischen oder pflanzlichen Organismen, die diese Eigenschaften bereits aufweisen, versucht, die dafür zuständigen Gene zu finden und sie in die DNA von Nutzpflanzen zu transferieren. Daraus gehen Kulturen hervor, die sich von den traditionellen Sorten unterscheiden. Für die Bekämpfung von Unkräutern und Schädlingen bieten diese ganz neue Lösungen.

Einschlägige Strategie Mit genetisch veränderten Kulturen kann man den Anbau häufig vereinfachen. Allerdings entstehen Monokulturen, welche jedoch nicht den Standards einer nachhaltigen Landwirtschaft entsprechen, welche neben hohen Erträgen gleichzeitig soziale und ökologische Erwartungen erfüllen soll. Ganz abgesehen davon könnten die Bt- und Round-upReady-Sorten dazu beitragen, dass ins-

GVO in Europa Die polemisch geführte GVO-Debatte dauert bereits 15 Jahre. In dieser Zeit wuchs auch die Anbaufläche für GVO unablässig und betrug 2010 160 Mio. Hektar, d. h. 10 % der Fruchtfolgeflächen weltweit. In Europa werden auf nur 150 000 Hektar GVO-Mais und auf 17 Hektar Kartoffeln mit einem optimierten Stärkegehalt für die industrielle Anwendung angebaut. Der Anbau von Bt-Mais hat sich im Jahr 2011 europaweit folgendermassen verteilt: Spanien 97 326 ha, Portugal 7724 ha, Tschechien 5091 ha, Polen 3000 ha, Slowakei 761 ha und Rumänien 588 ha.

Resistenzmanagement Der Anbau von GVO-Sorten erweitert das Spektrum der Möglichkeiten, mit welchen der Landwirt seine Kulturen schützen kann. Die gute landwirtschaftliche Praxis empfiehlt, die Wirkstoffgruppen im Wechsel anzuwenden, um so Resistenzen vorzubeugen. Dasselbe gilt für GVO. Über die Sorten «Round up Ready» und «Bt» wird am häufigsten berichtet. Sie werden als Ergänzung zu den «traditionellen» Sorten eingesetzt und ermöglichen bei Schädlings- und Unkrautbekämpfungsprogrammen neue Lösungsansätze. Dennoch muss beachtet werden, dass diese bei häufigem Einsatz rasch resistente Unkräuter oder Schädlinge hervorbringen. Dadurch gehen die Vorteile der GVO selbstverständlich wieder verloren. Aus diesem Grund enthalten insektenresistente Pflanzen immer häufiger mehrere Wirkstoffe gegen den gleichen Schädling. 3 2013 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU nicht von der Hand zu weisen, dass sich mit diesen Pflanzen bei der Resistenzvermeidung neue Wege eröffnen, da auf ein Totalherbizid zurückgegriffen werden kann. Damit die Strategie jedoch wirklich greift, dürfen die Wirkstoffe, gegenüber deren gentechnisch veränderte Pflanzen resistent sind, nicht bereits in den Fruchtfolgen – wie es bei Glyphosat geschehen ist – grossflächig eingesetzt worden sein.

Der Konsument ist König Wenn-

Die Manipulation von DNA weckt tiefsitzende Ängste und unrealistische Hoffnungen. Foto: Bayer CropScience

gesamt weniger Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Wie sich GVO auf die Nahrungskette und unter anderem auf die Verbraucher auswirkt, ist bisher nicht abschliessend geklärt. Es ist aber

gleich aus agronomischer Sicht GVO insbesondere im Resistenzmanagement neue Möglichkeiten bieten, werfen sie auch zahlreiche Fragen auf: Kann man das Erbgut von einem Organismus in einen anderen übertragen? Wie soll auf die Übertragung dieser Gene in Wildformen reagiert werden? Ist es denkbar, den lebende Organismen zu patentieren? Sind die von den GVO produzierten neuen Substanzen für Nutztier und Mensch schädlich? Trotz der auf diesem Gebiet zahlreich durchgeführten Studi-

GVO-Anbau: Vernehmlassung über die Koexistenzregelung Obschon die gentechnisch veränderten Organismen (GVO) der Schweizer Landwirtschaft heute keine offenkundigen Vorteile bieten, darf ihre künftige Verwendung nicht ausgeschlossen werden. Laut Bundesrat soll die Verlängerung des Moratoriums bis Ende 2017 von den Eidgenössischen Räten genutzt werden, um eine Regelung in diesem Bereich auszuarbeiten. Deshalb hat die Landesregierung die Vernehmlassung über die gesetzgeberischen Änderungen eröffnet, die für eine Regelung der Koexistenz zwischen konventionellen und GVOKulturen notwendig sind. Die traditionellen Kulturen müssen vor unerwünschten Verunreinigungen mit GVO geschützt werden, und die Wahlfreiheit der Konsumentinnen und Konsumenten muss gewährleistet sein. Weiterhin muss die unkontrollierte Ausbreitung von GVO verhindert werden. Die Koexistenzregelung legt die Massnahmen fest, die zum Schutz konventioneller Kulturen und der Umwelt vor unerwünschten Verunreinigungen mit GVO zu treffen sind. Die Frage nach der Sicherheit von GVO für Mensch und Umwelt wird dabei ausgeklammert. Diese ist Gegenstand des Bewilligungsverfahrens für das Inverkehrbringen, das für jede GVO-Sorte verpflichtend ist. Mit diesem seit 2003 vorgeschriebenen Verfahren wird sichergestellt, dass ein GVO die Gesundheit von Mensch und Tier sowie die Umwelt nicht gefährdet, etwa weil er sich unkontrolliert ausbreitet, sich mit anderen Kulturund Wildpflanzen kreuzt oder Nicht-Zielorganismen schädigt. Die künftige Koextistenzregelung gilt somit ausschliesslich für GVO, die als genügend sicher beurteilt wurden und in Verkehr gebracht werden dürfen.

en darf nicht vergessen werden, dass es unter anderem beim Konsumenten liegt, ob dieser GVO in Lebensmitteln akzeptiert. Der Landwirtschaft wurde lange genug vorgeworfen, sich vom Markt abzuschotten und die Wahl der anzubauenden Sorten im Alleingang zu entscheiden. Mit der Sortenwahl muss nicht dem Lieferanten eine Freude bereitet, sondern vielmehr müssen damit die Erwartungen der weiterverarbeitenden Industrie und der Konsumentinnen und Konsumenten erfüllt werden.

Konsequente Strategie Von der Schweizer Landwirtschaft wird verlangt, hochwertige Nahrung zu produzieren und gleichzeitig sehr hohe ökologische Anforderungen zu erfüllen. Nur so können die Preisdifferenzen zu unseren Nachbarn gerechtfertig werden. Die Einführung von gentechnisch vänderten Pflanzen auf dem Acker darf nur erfolgen, wenn die Erwartungen unserer Kundschaft berücksichtigt werden. Es nützt nichts, etwas zu produzieren, das niemand kaufen will. Die Schweizer Produkte geniessen einen vorzüglichen Ruf und dieses Erbe gilt es – genau wie den Boden, auf dem es angebaut wird – zu bewahren. 䡵 UFA-REVUE · 3 2013

Autor Gaël Monnerat, UFA-Revue, 1510 Moudon

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PFLANZENBAU

Bessere Weinqualität durch Pflege DIE STICKSTOFFDÜNGUNG DER REBEN wirkt sich direkt auf die Weinqualität aus. Weinmost mit einem tiefen Formol-Index bringt adstringierende Weine mit trockenen Tanninen hervor, die nur auf geringes Interesse stossen. Die Blattspritzung mit einer Stickstofflösung ermöglicht eine Erhöhung des Formol-Indexes und hat einen Einfluss auf die Endqualität des Weins.

Jean-Claude Jaquet

Hervé Décoppet

Die Blattdüngung wird häufig angewendet, um Mangelerscheinungen, die sich auf die Pflanzenvitalität und die Produktivität auswirken, zu bekämpfen. Beim Weinbau soll mit der Stickstoff-Blattdüngung nicht direkt die Produktivität verbessert, sondern der Gehalt an Stickstoffverbindungen in den Trauben (Formol-Index) erhöht werden.

Der Formol-Index ist direkt vom Gehalt an Ammoniumstickstoff und Stickstoffverbindungen abhängig. Diese Elemente werden durch die Hefen bei der alkoholischen Gärung des Mosts aufgenommen und begünstigen einen gu-

ten Fermentationsverlauf. In verschiedenen in der Schweiz und im Ausland durchgeführten Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass zwischen dem Gehalt an Stickstoffverbindungen im Most und der organoleptischen Qualität des Weins ein Zusammenhang besteht. Parzellen, die nur schwach mit Stickstoff versorgt werden, weisen einen tiefen Formol-Index auf und somit adstringente Eigenschaften und trockene Tannine. Sie wurden bezüglich Qualität als wenig interessant eingestuft.

Wirkung auf die Trauben Bei der Stickstoff-Blattdüngung wird die rasche

Aufnahme des Düngers zur Erhöhung des Stickstoffgehalts in den Trauben genutzt. Die Anwendung muss bei der Reifung der Trauben erfolgen. Der Stickstoff beeinflusst somit nicht die Pflanzenentwicklung, sondern kommt direkt den reifenden Beeren zugute. Dies wirkt sich direkt auf deren Stickstoffgehalt sowie auf die Fermentierung und die organoleptischen Qualitäten des Weins aus.

Die

Stickstoff-Blattdüngung

wird vorerst durch die bessere Vitalität der Blätter sichtbar. Die Stickstoffverbindungen der Düngung kommen je-

Von der Blattdüngung überzeugt Pierre Monachon ist überzeugt, dass die StickstoffBlattdüngung die Weinqualität positiv beeinflusst.

Pierre Monachon aus Rivaz bewirtschaftet einen terrassierten, drei Hektar grossen Weinberg mit der Herkunftsbezeichnung St-Saphorin und Dézalay und stellt auch seinen eigenen Wein her. Chasselas, Pinot noir, Mara, Merlot und Johannisberg sind die Rebsorten, die er angebaut hat. In den Jahren 2010 und 2012 hat er bei einem Teil seines Weinbergs eine Blattdüngung mit Safe N 300 vorgenommen. UFA-Revue: Aus welchen Gründen haben Sie eine Blattdüngung durchgeführt? Pierre Monachon: Unter Freunden, die bei der Kantonalen Fachstelle für Weinbau arbeiten, haben wir häufig über den Einfluss des Formol-Indexes auf die organoleptische Qualität des Weins gesprochen und die Möglichkeiten, diesen Index zu verbessern. Weshalb sollte man sich für eine Blattapplikation mit Safe N 300 entscheiden? Die Blattdüngung erfolgt zum Zeitpunkt der Reifung, wenn die Hauptdüngungsperiode vorbei ist und es etwas ruhiger zugeht. Die

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Arbeitsbelastung ist in dieser bereits arbeitsintensiven Zeit nicht übermässig. In meinem terrassierten Weinberg ist eine mechanische Bewirtschaftung äusserst schwierig, wenn nicht unmöglich. Die Hälfte meiner Reben kann ich mit der Spritzmethode Turbo, den Rest mit dem Kleinsprühgerät behandeln. Ein zusätzlicher Durchgang mit dem Kleinsprühgerät erfordert aber immer besonders viel Motivation, nicht zuletzt deshalb, weil die Kollegen ihre Geräte bereits versorgen konnten. Sie behandeln somit nicht Ihren ganzen Rebberg mit dieser Methode? Nein, ich wende sie nur auf jenen Parzellen an, die am stärksten von Wasserstress betroffen sind. Ohne Wasser steht der im Boden vorhandene Stickstoff nicht zur Verfügung. Die Idee war, mit der Stickstoff-Blattdüngung allfälligen Mängeln vorzubeugen. Wie gehen Sie vor? Damit an den Blättern keine Verbrennungen auftreten, appliziere ich den Blatt3 2013 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

doch erst im Fass zum Tragen, wenn sich ihre Wirkung auf den Wein übertragen kann. Durch die Stickstoff-Blattdüngung während des Reifeprozesses kann die fruchtige und amylische Note beeinflusst werden. Zudem ermöglicht sie das Vorbeugen gegen Stickstoffmangel, der insbesondere in mit Gras bewachsenen Weinbergen und bei Wasserstress auftreten kann. 䡵

dünger am Morgen, wenn die Luftfeuchtigkeit mehr als 50 % beträgt. Zudem ist die Temperatur zu dieser Zeit erträglicher. Ich habe 2x10 l/ha Safe N 300 angewendet. Was haben Sie festgestellt? Zu Beginn wiesen die Blätter der behandelten Reben natürlich eine grünere Farbe auf und hatten mehr Vitalität als die unbehandelten Vergleichspflanzen. Danach ergaben Messungen des Mosts, dass der Formol-Index bei 12 lag, während er bei den Vergleichsgruppen 10 betrug. Diese zwei Punkte Unterschied scheinen angesichts des Aufwands, den man mit dem Spritzgerät am Rücken im Weinberg auf sich nahm, gering. Aber die Weinqualität, die man dadurch erzielt, entschädigt für alles, und für mich bedeutet dies ganz klar ein Gewinn. Welche Nachteile haben Sie bei diesen Versuchen festgestellt? Das Hauptproblem ist die fehlende UFA-REVUE · 3 2013

Im Winter nach der Fermentation sieht man, wie vorteilhaft sich die StickstoffBlattdüngung auf die organoleptischen Qualitäten des Weins auswirkt.

Motivation. Man muss sich schon überwinden, die zusätzlichen Vorbereitungen fürs Spritzen mit dem Kleinsprühgerät zu treffen, wenn die Kollegen ihre Geräte bereits versorgt haben. Wenn ich meinen Rebberg mit dem Traktor bewirtschaften könnte, würde ich keinen Augenblick damit zögern. Es ist einfacher, sich in eine klimatisierte Kabine zu setzen, als das Spritzgerät zu tragen. Können Sie die Stickstoff-Blattdüngung Ihren Kollegen empfehlen? Für mich liegen die Vorteile dieser Technik auf der Hand und als selbstkellernder Weinbauer ist mir die Qualität meines Weins ganz besonders wichtig, denn sie ist meine Lebensgrundlage. In zwei Jahren wird mein Sohn den Weinberg übernehmen und ihn nach eigenem Gutdünken bewirtschaften. Ich hoffe aber, dass die Stickstoff-Blattdüngung Teil seiner Bewirtschaftungstechnik sein wird.

Weshalb hat der Stickstoff im Most heute eine immer grössere Bedeutung?

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Im Most findet man relativ viele Stickstoffbestandteile. Der Stickstoffgehalt der Traube variiert stark und hängt von der Rebsorte, dem Boden und den Anbaubedingungen ab. Gegenwärtig besteht die Tendenz, das Ertragsmanagement zu verbessern, das heisst, man will die Wuchskraft der Reben kontrollieren. Diese Kontrolle erfolgt durch vernünftige Düngungsmassnahmen und teilweise auch durch eine Weinbergbegrünung. Diese Praxis ist zum Teil aus Qualitätsgründen notwendig, kann aber auch einen sinkenden Stickstoffgehalt im Most zur Folge haben, was sich rasch als Mangel niederschlagen kann. Der Stickstoffgehalt im Most geht auch bei Überreife und Trockenheit zurück. Mit der heutigen Klimaerwärmung ist ein weiteres Phänomen aufgetaucht, das zu einer Senkung des Stickstoffgehalts im Most beiträgt. Quelle: Merkblätter des französischen Instituts für Rebe und Weinbau (IVF)

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Gesunde Getreidebestände mit dem DuoPack-Getreide von Syngenta DIE VERGANGENE GETREIDEANBAUSAISON war geprägt von starkem Pilzbefall. Vor allem Septoria, Fusarien und Sprenkelnekrosen waren vermehrt ein Thema. Bei der Wahl der Fungizide ist daher ein optimales Resistenzmanagement zunehmend wichtig. Syngenta komplettiert deshalb dieses Jahr die Behandlungsstrategien mit dem DuoPack-Getreide. Im Zusammenspiel mit den bisherigen bewährten GetreideFungiziden von Syngenta kann somit der Schutz vor Krankheiten noch besser an die spezifische Situation angepasst werden. Das DuoPack-Getreide ist ein Paket, welches sich aus den beiden Fungiziden Tolara und Bravo 500 zusammensetzt. Tolara vereint zwei verschiedene Wirkstoffe aus der Gruppe der Azole und der Carboxamide. Zusammen mit Bravo 500 wird an drei verschiedenen Punkten im Pilzstoffwechsel angegriffen. Diese Kombiantion minimiert eine potentielle Resistenzbildung und ist gleichzeitig breit wirksam. DuoPack-Getreide kann in Weizen und Gerste angewendet werden.

Wirkungsweise Tolara wirkt vorbeugend, abstoppend und systemisch. Bravo 500 wirkt abstoppend als Kontaktmittel. Im Weizen liegt der grosse Vorteil vom Duopack-Getreide in der sehr guten Wirkung gegen Septoria und Braunrost. Auch DTR-Blattfleckenkrankheit, Echter Mehltau, Gelbrost und Sprenkelnekrosen werden mit dem DuoPack-Getreide bekämpft. In der Gerste zeigt das DuoPack-Getreide vor allem bei Sprenkelnekrosen eine sehr starke Wirkung. Netzfleckenkrankheit, Ramularia-Blattflecken, Rhynchosporium-Blattflecken und Braunrost werden ebenfalls sicher erfasst.

Blatt-Septoria Befall an Weizen im fortgeschrittenen Stadium – Verluste über 30 % sind möglich.

DuoPack-Getreide bringt den maximalen Schutz vor Septoria, für rundum gesunde Weizenbestände.

Erscheinen des Fahnenblattes bis zur vollen Entwicklung des Fahnenblattes der Einsatz von DuoPack-Getreide mit je 1.5 l/ha Tolara und Bravo 500. Als Alternative kann Stereo Eco durch Amistar Xtra 1 l/ha und Unix 0.8 kg/ha ersetzt werden. In der Gerste bietet Amistar Xtra 1 l/ha vom 1-Knoten-Stadium bis zum 2-Kno-

ten-Stadium den ersten Schutz vor Pilzkrankheiten. Danach sichert der Einsatz von DuoPack-Getreide (je 1.5L/ha) bis zum Öffnen der Blattscheide den Ertrag. Einen Überblick zu den verschiedenen Bekämpfungsstrategien gegen Pilzkrankheiten in Getreide zeigt die Abbildung unten.

Anwendung DuoPack-Getreide ist als Baustein in einer integrierten Pilzbekämpfung zu verstehen. Im Weizen wird bei erwartetem starken Septoriabefall vom 1-Knoten-Stadium bis zum 2-Knoten-Stadium einmal Stereo Eco mit 2.5 l/ha eingesetzt. Darauf folgt ab 44

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Höhere Preiszuschläge für Fleischigkeit umgesetzt Nachdem CH-TAX-Tabelle für Bankkälber von der Proviande im Sommer 2012 angepasst worden ist, sind nun die Schlachtbetriebe nachgezogen und haben ihre Bedingungen entsprechend geändert. Gemäss Proviande-Vorgabe stiegen die Preiszuschläge für T+ Kälber auf 50

Rp., jene für H-Kälber auf 1Fr. und jene für C-Kälber auf 1.50 Fr. gegenüber T-Kälbern. Doch bald wird eine erneute Überarbeitung der Bezahlungsmasken nötig. Ab September 2013 müssen Schlachtkälber freien Zugang zu Raufutter wie Heu oder Mais haben, wodurch die Kalb-

fleischfarbe künftig rosa bis rötlich wird. Es sind Auswertungen und Beratungen in Gang, um die Grenzwerte für die verschiedenen Qualitätskriterien (Abgrenzung zu Rindfleisch, Alter) und die zukünftigen Preisabzüge zu definieren. Entscheiden will Kommission Märkte und Handelsusanzen der Proviande im Mai 2013. Geplant ist die Einführung einer Alterslimite von 160 Tagen. Die Kalbfleischfarbe wird mit dem Farbmessgerät Minolta CR 410 gemessen. Diese Gerätemessung erfolgt auf privatrechtlicher Basis mit Überwachung durch die Proviande. Kalbfleisch ist zart und enthält wertvolle Nährstoffe, Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine. Der hohe Standard dieses Qualitätsprodukts soll beibehalten werden.

Fett züchterisch verbessern?

Schmallenberg-Impfung

Qualitätsschwankungen in Mischration

Die Schweizer Schweinezucht gibt Vollgas, um noch besser zu werden.

Die Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Schmallenberg-Virus rückt näher. Wissenschafter sind den krankmachenden Eigenschaften des Virus auf die Spur gekommen.

BVD-Überwachung

Per 2013 wurde in der Suisag-Stationsprüfung ein neues NIR-Gerät eingeführt, welches das intramuskuläre Fett insbesondere bei tiefen Gehalten noch präziser bestimmt und auch die Fettzahl misst. Darüber hinaus entwickelte man eine Methode, mit der sich die Fettqualität bei jedem einzelnen Prüftier analysieren lässt. Es wird geprüft, die Schweinefettqualität mit Hilfe dieser Methode auch züchterisch zu verbessern.

Kein Stress Anders als bei den Reitern ist für Pferde der Stress an einem Turnir nicht grösser als im Training, haben Wissenschaftler der Universität Wien herausgefunden. UFA-REVUE · 3 2013

Per 2013 wurde die flächendeckende virologische Untersuchung der neugeborenen Kälber auf BVD eingestellt. Die Überwachung von BVD-freien Betrieben erfolgt nun via Tankmilch und/oder Blut von Rindern. Tritt BVD in einem Betrieb erneut auf, muss die Ursache in Zusammenarbeit mit dem Tierarzt gefunden werden. Beispielsweise kann ein vermehrtes Auftreten von Aborten ein Anzeichen für ein BVDGeschehen sein.

Belegdichte beeinflusst Leistung Es lohnt sich, wenn Kühe besonders nach dem Kalben viel Platz haben. In einer Untersuchung am William H. Miner Agricultural Research Institute gaben sowohl Erstlaktierende als auch Mehrkalbskühe bei reduzierter Belegdichte mehr Milch und blieben gesünder.

Idealerweise hat eine Mischration immer die gleiche Qualität. Ansonsten ändert sich das Fressverhalten der Kühe und es gibt Rangkämpfe, bestätigt eine Untersuchung an der University of British Columbia mit 32 Holstein-Erstkalbinnen. Nahm die Energiedichte der Ration gegenüber dem Vortag ab, verbrachten die jungen Kühe weniger Zeit am Fresstisch. An Plätzen mit Qualitätsfutter wurde mehr gefressen.

Giubiespo 2013 Die Landwirtschaftsgenossenschaft Magadino Ebene lädt am Sonntag, 7. April 2013 in «mercato coperto» di Giubiasco zur überregionalen Viehschau mit Braunvieh-Jungviehzüchterwettbewerb und Landwirtschaftsausstellung ein. Willkommen sind Teilnehmer aus dem Tessin und der ganzen Schweiz.

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oder UFA 204 und UFA 213 (zu je 100 %) zu ergänzen.

UFA-Vollmilchergänzer werden nach den neuesten Forschungsergebnissen rezeptiert und in Sursee mit Schweizer Milch produziert.

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Zusammen mit der kompetenten Beratung durch die UFA-Kälbermastspezialisten, die auch den Tränkeautomatenservice gewährleisten, profitiert der Tierhalter von einem umfassenden Dienstleistungspaket für eine erfolgreiche Kälbermast.

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Probleme mit der Kälbergesundheit?

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Kuhmilch deckt den Bedarf eines Kalbes nicht. Eine angepasste Mineral- und Wirkstoffversorgung unterstützt die Gesundheit der Tiere. UFA top-start und top-punch enthalten wertvolle Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine, Extrakte und unterstützen die Abwehrkräfte der Kälber. Während UFA topstart wegen seinem hohen Eisengehalt von 1350 mg/kg geschätzt wird, ist UFA toppunch für seine natürlichen Pflanzenextrakte und deren Effekt auf die Lungengesundheit bekannt. Beide Produkte sind leicht löslich und eignen sich für Kälbermast (Eisenbilanz berücksichtigen), Muniund Milchviehaufzucht. Die Lösung: UFA top-start / top-punch, aktuell mit 10 % Rabatt!

UFA-REVUE · 3 2013

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Reserven für die Säugezeit mit UFA 367 condition Jungsauen sollen beim ersten Belegen 14 bis 17 mm Rückenspeckdicke aufweisen, damit sie genügend Reserven für die Säugezeit und die zweite Belegung haben. Moderne Jungsauen weisen genetisch ein hohes Proteinansatzvermögen auf, können aber mit Säuge- oder Galtsauenfutter nicht genügend Rückenspeck bilden. Dank idealem Lysin-VES-Verhältnis schafft UFA 367 condition hier Abhilfe. Das Konditionierungsfutter ist mit ausgewählten Mineralstoffen für einen gesunden Knochenaufbau ausgestattet. Organisch gebundene

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UNTERWEGS MIT... EN ROUTE AVEC …

…Schweinespezialistin Gaby Stamm

Das Immunsystem benötigt Unterstützung Seit 13 Jahren unterstützt Gaby Stamm die Schweinebetriebe mit ihrem Fachwissen, früher als Zuchtberaterin, heute als UFA-Fütterungsspezialistin im Kanton Aargau. Auf einem Landwirtschaftsbetrieb im Kanton Schaffhausen aufgewachsen, ist die gelernte Meisterlandwirtin mit den Herausforderungen in der Tierhaltung bestens vertraut.

Geringer Arzneimitteleinsatz Regelmässig besucht Gaby Stamm den Gutsbetrieb Freudenberg, der seit 20 Jahren von Peter und Ursula Junker bewirtschaftet wird. Der im Jahr 1987 gebaute Sauenstall wurde sukzessive an die neuen Anforderungen angepasst und dient heute der Mast von IP-Suisse Schlachtschweinen aus eigener Ferkelproduktion. Den ungewöhnlich geringen Arzneimitteleinsatz führt Peter Junker auf das «geschlossene System», aber auch auf die bedarfsgerechte Fütterung und Managementmassnahmen wie die systematische Eingliederung der Jungsauen und die konsequente Fliegenbekämpfung zurück. Auf vorbeugendes Medizinieren ganzer Gruppen wird bewusst verzichtet. «Das Immunsystem der Tiere

kann nur dann gestärkt werden, wenn es auch mal etwas leisten muss», begründet der Betriebsleiter.

Füttern ist Chefsache Eine Energie-, Protein-, Aminosäuren-, Mineralstoff-, Spurenelement- und Vitaminversorgung, die ans Wachstumsstadium und die Leistung der Tiere angepasst ist, stärkt die Körperabwehr entscheidend. Auf dem Freudenberg ist das Füttern deshalb Chefsache. Peter Junker nutzt die Gelegenheit, die Tiere zu beobachten, um bei Bedarf rasch intervenieren zu können. Während der Säugezeit erhalten die Sauen UFA 361-6 Extra, das für die Milchbildung alle wichtigen Proteine enthält und über einen erhöhten Energiegehalt verfügt. Auch L-Carnitin (bessere Futterverwertung), Biotin (Klauengesundheit) und organisch gebundene Spurenelemente (Fruchtbarkeit) sind in UFA 361-6 drin. Zur Förderung einer rechtzeitigen Rausche und einer erfolgreichen Belegung werden ab dem Absetzen 50 g UFA 996 Cyclo Extra pro Sau und Tag verabreicht. Zu den Besonderheiten bei UFA 996 gehört das Fruchtbarkeitsvitamin Beta-Carotin, dessen Einsatz sich gemäss dem Betriebsleiter «als zusätzliche Sicherheit» im Fruchtbarkeitsmanagement bewährt.

Nach reichlicher Kolostrumaufnahme lernen die Ferkel rasch UFA 309-6 fressen, um das Absetzen möglichst ohne Wachstumsknick zu überstehen. In der Vormast kommt UFA 321-4, in der Ausmast UFA 331-4 zum Einsatz. Mit dieser Phasenfütterung wird dem hohen Muskelwachstum durch die vermehrte Zufuhr an Protein und essenziellen Aminosäuren zu Mastbeginn Rechnung getragen. Gute Mastleistungen und Schlachtresultate bestätigen die gewählte Fütterungsstrategie.

Ausgeklügelte

Eingliederung

Sauenremonten durchlaufen eine schrittweise Eingliederung. Gefüttert werden sie bis zur ersten Belegung mit 3 bis 3.5kg UFA 367 condition (Menge nach Kondition), welches das optimale Lysin-VES-Verhältnis für diese entscheidende Entwicklungsphase aufweist. Nach der Zeit im Eingliederungsstall werden die Neuankömmlinge ins Deckzentrum und dann in die Halle der Galtsauen gebracht, wo sie dank ausgeklügeltem Zugangssystem vorerst noch über eine eigene Bucht und Abrufstation verfügen. So hat ihr Körper Zeit, gegen die «betriebsspezifischen» Krankheitserreger eine Abwehr aufzubauen. Konsequent werden Sauen nach dem Absetzen entwurmt. Bei den Jagern er-

Der Gutsbetrieb Freudenberg konzentriert sich auf die Standbeine Milch und Schweine.

Gaby Stamm, 8217 Wilchingen Geboren

15. September 1976

Zivilstand

In festen Händen

Laufbahn

Ausbildung zur Meisterlandwirtin, Tätigkeit als Schweinezuchtberaterin, seit 2000 im UFA-Beratungsdienst Lenzburg bzw. heute Seon

Hobbies

Skifahren, Velofahren

Motto

«Dem Betriebsleiter aufzeigen, wo er noch ungenutztes Potenzial hat, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein.»

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folgt die Entwurmung, sobald diese im Maststall «richtig fressen».

Vormast- oder Einphasenfutter? Wo es die Gegebenhei-

Biologische Fliegenbekämpfung Die Fliegenbekämpfung ist vor allem deshalb wichtig, weil dadurch die Übertragung von Krankheitserregern reduziert werden kann. Fliegen im Mist bekämpft Peter Junker mit Schlupfwespen, im Güllebereich mit Güllefliegen, beides Produkte der LANDI. Bleibt der erwünschte Erfolg aus, wird chemisch nachbehandelt. Ein Vorteil der Nützlinge sei, «dass chemische Mittel dann besser wirken, weil keine Resistenzen gezüchtet werden», redet der Betriebsleiter aus Erfahrung.

Heizen wie die Sonne Hohe Priorität räumt Peter Junker dem Klimamanagement ein. Absetzferkel brauchen über 30 °C im Nest, damit die Energie aus dem Futter für die Erhaltung der Körperfunktionen und Thermoregulation ausreicht. Saugferkel benötigen bei der Geburt gar über 38 °C, während die Temperatur für das Muttertier unter 16 °C betragen sollte. Bei den Ferkeln und Jagern kommt auf dem Freudenberg die «ATX»-Wärmewellenheizung zum Einsatz, welche die Kleinen vom Nestdeckel aus bestrahlt, ohne dass die Luft aufgeheizt werden muss. Die «ATX»-Heizung erzeugt keine Staubaufwirbelung wie die Bodenheizung. Durch den Einsatz von Thermostat ist die Luftfeuchtigkeit und Temperatur leicht regelbar.

Betriebsspiegel Peter und Ursula Junker mit Nik (20 Jahre), Lena (16) und Anja (13), Gutsbetrieb Freudenberg, 8932 Mettmenstetten Nutzfläche: 41 ha Tierhaltung: 60 Sauen, 200 Mastplätze, 75 Milchkühe, 50 Aufzuchttiere Pflanzenbau: 6 ha Silomais, 5 – 6 ha Wintergerste, Kunst-, Naturund Ökowiesen Arbeitskräfte: Betriebsleiter-Ehepaar, 1 Mitarbeiter, 1 Lehrling

BLICKPUNKT POINT DE VUE

Peter Junker, Mettmenstetten (ZH)

«Bei der UFA schätze ich die kompetente Beratung und Zuverlässigkeit besonders.»

UFA-REVUE · 3 2013

ten zulassen, ist der Einsatz eines Vormastfutters wie UFA 321-4 ideal, weil das gegenüber Universalmastfutter höhere Lysin-VES-Verhältnis den Fleischansatz unterstützt. UFA 321-4 ist ein NPr-Futter (stickstoff-/phosphorreduziert) und daher auch für Betriebe geeignet, welche die Nährstoffbilanz im Auge behalten müssen. Mit NPr-Futter nehmen die Leistungen nicht ab, weil für die Tiere nicht in erster Linie der Rohproteingehalt, sondern der Gehalt an essenziellen Aminosäuren massgebend ist. Die Zugabe von Phytase sorgt für eine optimale Phosphorverfügbarkeit. Das Vormastfutter UFA 321-3 enthält Benzoesäure («VevoVitall»), die für folgende Eigenschaften bekannt ist: • Stärkung der antimikrobiellen Barriere im Darm • Stabilisierung der Verdauung • Leistungssteigerung und -sicherung Wo der Einsatz eines Vormastfutters nicht möglich ist, bietet UFA 331-4 eine bewährte Alternative. Versuche zeigen, dass mit diesem Einphasenfutter qualitativ gute Schweine gemästet werden können. Um den verminderten Futterverzehr in der Endmast zu kompensieren, ist die Futterkurve in der Vormast entsprechend anzupassen. Jedoch sollen sich die Tiere auf keinen Fall überfressen können. Der folgende Absturz in der Futteraufnahme lässt sich nie mehr aufholen. Fleischreiche Tiere dürfen intensiver gefüttert werden.

Gut isolierte Nester («ATX»-Deckel, isolierte Wände und doppelte Vorhänge) ermöglichen es, die Stalltemperatur niedrig zu halten.

Der Stall für die Galtsauen wurde 2001 gebaut. Er bietet echten Komfort.

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ERFOLG IN DER PRAXIS SUCCÈS DANS LA PRATIQUE

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Olivier Pochon und Gervais Gillabert.

UFA top-punch, «ein wertvoller Verbündeter» Oft sind es die Frauen, die mit den Kälbern arbeiten. Sie wissen, dass dabei nichts sicher ist. Dieselbe Praxis kann von einem Jahr auf das andere unterschiedliche Resultate bringen. Auf dem Betrieb von Gervais Gillabert (Val d’Illiez VS) und Olivier Pochon (Châtillon FR) kümmern sich die Männer um die Kälber. Nach Anwendung aller Rezepte der Grossmutter – verschiedenste Wässerchen und Medizinalprodukte – wurde UFA toppunch entdeckt. Die Kälber werden alle in Châtillon geboren. Jene von

Olivier bleiben auf dem Hof, jene von Gervais gehen im Alter von zwei bis vier Wochen ins Wallis, um dort aufgezogen zu werden. In Zusammenhang mit dem Transport der Kälber traten Probleme wie Durchfall, Atemwegserkrankungen, mangelnde Vitalität, geringe Zunahmen und Tierverluste auf. «UFA top-punch hat sich als Lösung unserer Probleme erwiesen», sagen die Betriebsleiter heute. Die UFA-Spezialität enthält wertvolle Stoffe, die in der Milch fehlen: Vitaminkomplexe, Mineralstoffe, Spu-

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renelemente und Pflanzenextrakte. «UFA top-punch verleiht Kraft, stimuliert das Immunsystem und macht die Atemwege frei – und das für nur 12 Fr. pro Kalb und Monat», rechnen Gervais und Olivier vor. Seit 2010 erhalten ihre Kälber jetzt systematisch UFA toppunch: Stierkälber von Geburt bis zum Verkauf, Kuhkälber während den 30 bis 60 ersten Lebenstagen. Preisaktion: Bis am 16. März 2013 sind UFA top-punch und UFA topstart (erhöhter Eisengehalt) in Ihrer LANDI mit 10% Rabatt erhältlich!

Neue Sammelkarten

Auf jeder Etikette der UFAKaninchenfutter-Säcke finden Sie den orangen UFA-Sammelpunkt. Kleben Sie die Punkte auf die vorgesehenen Felder Ihrer Sammelkarte, die Sie in Ihrer LANDI beziehen können. Pro ausgefüllte Sammelkarte (25 Punkte) erhalten Sie einen Sack Gratis-Futter. Zusätzlich sponsern UFA und LANDI neu Fr. 5.– pro volle Karte an den Kleintierzuchtverein Ihrer Region. Geben Sie hierzu Namen und Kontakt Ihres Vereins auf der Sammelkarte an. Die alten Sammelkarten können weiter genutzt werden. Um damit einen Verein unterstützen zu können, bieten die LANDI ein zusätzliches Formular an.

UFA-Berater Conseiller UFA 3052 Zollikofen 058 434 10 00 1070 Puidoux 058 434 09 00 6210 Sursee 058 434 12 00 9500 Wil 058 434 13 00 ufa.ch 3 2013 · UFA-REVUE


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NUTZTIERE

Einfluss variierender Kraftfuttermengen EIN FÜTTERUNGSVERSUCH sollte klären, mit welchen Leistungsfuttergaben sich eine optimale Versorgung der Milchkühe erreichen lässt. Ziel war, die Grundfutterverdrängung möglichst gering zu halten.

Martin Pries

Die Verbesserung der Rentabilität in der Milcherzeugung stellt für die Produzenten eine permanente Herausforderung dar. Die Futterkosten nehmen einen grossen Teil an den Gesamtkosten ein und sind somit ein entscheidender Einflussfaktor auf die Rentabilität. Bei Herden mit hohen Laktationsleistungen wird Kraftfutter zu einem bedeutsamen Kostenpunkt. Andererseits kann der Energiebedarf allein über das Grundfutter nicht gedeckt werden, da das Futteraufnahmevermögen nicht im gleichen Masse steigt wie der Nährstoffbedarf. Daher ist die Optimierung des Einsatzes von Milchleistungsfutter ein zentraler Punkt in der Milchproduktion.

(TS) 51.5 % Grassilage, 34.4 % Maissilage, 5.6 % Rapsextraktionsschrot, 5.4 % Pressschnitzelsilage, 2.6 % Stroh und 0.5 % Mineralfutter. Bei Leistungen oberhalb von 20 kg ECM fand via Abrufstation eine Zuteilung von Milchleis-

tungsfutter statt. Die Versorgung in den ersten 28 Laktationstagen entsprach bei allen Tieren den Empfehlungen der DLG. Danach erhielt Gruppe 1 weiterhin eine Zuteilung nach DLG-Vorgabe, während den Tieren in den Gruppen 2

Material und Methoden Die Wirkung variierender Kraftfuttermengen auf Leistungsvariablen von Milchkühen wurde in einem Fütterungsversuch im Landwirtschaftszentrum Haus Riswick überprüft. In den Versuch gingen 48 Kühe und Erstkalbinnen der Rasse Deutsche Holstein ein, aufgeteilt in Gruppen mit jeweils 16 Tieren. Die Gruppeneinteilung erfolgte bei mehrkalbigen Kühen nach Leistung in der Vorlaktation und bei Erstkalbinnen nach Mutterleistung sowie nach Gewicht nach dem Kalben. Zusätzlich wurde die Laktationsnummer berücksichtigt. Die Datenerhebung erstreckte sich über ein Jahr. Alle Tiere erhielten die gleiche Mischration für eine Leistung von 20 kg energiekorrigierte Milch (ECM) und den Erhaltungsbedarf (650 kg Lebendgewicht) nach den Vorgaben der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG). Die Ration enthielt in der Trockensubstanz 54

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NUTZTIERE und 3 durch eine Verminderung des Leistungsfutters um 2 beziehungsweise 4 kg die Möglichkeit gegeben wurde, mehr Mischration aufzunehmen. Bei den Erstkalbinnen führte eine unterstellte verringerte Milchmenge aus der aufgewerteten Ration von 3 kg zu einer entsprechend angepassten Vorlage des Leistungsfutters.

Die mittleren Futteraufnahmen der drei Gruppen sind in der Tabelle enthalten. Dabei wird zwischen Mischration und Milchleistungsfutter unterschieden. Mit sinkender Zuteilung des Milchleistungsfutters stieg die Aufnahme an aufgewerteter Mischration. Insgesamt jedoch nahm die TS-Aufnahme zu, wenn die Rationsgestaltung den Empfehlungen entsprach und war somit in Gruppe 1 am höchsten. Die Differenz in

der Gesamt-TS-Aufnahme zwischen der ersten und dritten Gruppe von 2.5kg entspricht in etwa 0.64 bis 0.40kg pro Kilogramm TS Leistungsfutter.

Die mittleren Milchmengen und der drei Milchinhaltsstoffe Gruppen sind ebenfalls in der Tabelle ersichtlich. Die Gruppe 1 erbrachte eine mittlere Milchmenge von 30.3 kg pro Tag und damit eine um 0.9 kg beziehungsweise 2.3 kg höhere Leistung als die Gruppen 2 beziehungsweise 3. Bei der Betrachtung der energiekorrigierten Milchleistung verschieben sich die Differenzen zwischen den Gruppen. Die Gruppe 1 erbrachte eine mittlere Leistung von 30.6 kg ECM pro Tag, während es in den Versuchsgruppen 2.6 kg beziehungsweise 3.5 kg weniger waren (ebenfalls signifikant).

Tabelle: Versuchsresultate (Mittelwerte) Gruppe 1 Gruppe 2 Gruppe 3 Trockensubstanzaufnahme Mischration (kg) 13.6 13.8 14.2 Milchleistungsfutter (kg) 6.8 5.1 3.7 Total (kg/Tag) 20.4 18.9 17.9 Milchmenge und -inhaltsstoffe Milchmenge (kg/Tag) 30.3 29.4 28.0 Energiekorrigierte Milch (kg/Tag) 30.6 28.0 27.1 Fett (%) 4.1 3.72 3.78 Protein (%) 3.36 3.15 3.22 Gruppe 1: Leistungsfutter-Zuteilung nach DLG-Norm Gruppe 2: ab 28. Laktationstag schrittweise Reduktion um 2 kg Leistungsfutter pro Tag gegenüber DLG-Norm Gruppe 3: ab 28. Laktationstag schrittweise Reduktion um 4 kg Leistungsfutter pro Tag gegenüber DLG-Norm

Die Entwicklung des Lebendgewichts zeigte eine stärkere Mobilisation an Körpermasse bei verhaltenem Einsatz von Milchleistungsfutter. Die Tiere mit dem geringsten Einsatz an Leistungsfutter hatten auch das geringste mittlere Lebendgewicht (611 kg). In den Gruppen 1 und 2 lag das mittlere Gewicht bei 639 kg beziehungsweise 616 kg. Statistisch waren die angegebenen Mittelwerte nicht unterschiedlich.

Leistungsfutter kann die Grundfutteraufnahme erhöhen. Bild: agrarfoto.com

Fazit Ein im Verhältnis zu den Versorgungsempfehlungen verhaltener Einsatz an Milchleistungsfutter führte zu einer leicht erhöhten Aufnahme an aufgewerteter Mischration, insgesamt aber zu einer deutlich geringeren Gesamt-TS-Aufnahme. Als Folge wurde eine deutlich verminderte Milchleistung beobachtet. Für eine Erhaltung der Tiergesundheit und unter ökonomischen Aspekten sollte daher dem Leistungspotenzial entsprechend gefüttert und keine Reduktion des Milchleistungsfutters vorgenommen werden. 䡵

Autor Martin Pries, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, 48147 Münster, Deutschland, www.landwirtschaftskammer.de

www.ufarevue.ch

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GENETIK NUTZTIERE

«Viehzucht ist immer extrem» DIE ORIGINAL BRAUNVIEH POPULATION ist im letzten Jahrzehnt gewachsen, während die totale Anzahl Milchkühe abgenommen hat. Im In- und Ausland wird Original Braunvieh Genetik rege nachgefragt. Es gab Zeiten, da ging der Trend in eine ganz andere Richtung.

«Ohne eigene Stierenhaltung würde es heute vielleicht kein Original Braunvieh mehr geben», vermutet Beat Liver. Der Präsident der Braunvieh-Stierenhaltervereinigung und Vizepräsident des Original Braunvieh Zuchtverbandes freut sich, dass diese Schweizer Rasse in den vergangenen Jahren an Beliebtheit gewonnen hat. Die Anzahl Standardabschlüsse in der Milchleistungsprüfung sind seit 2003 um über 1400 gestiegen.

Auch für Mast geeignet «Das Original Braunvieh ist eine Zweinutzungsrasse mit guter Milchleistung und

Kürzere Zwischenkalbezeit mit eigenem Stier Die Zwischenkalbezeit bei Milchkühen kann durch den Einsatz eines Natursprung-Stiers reduziert werden, bestätigen Auswertungen des Beratungsdienstes Ökologischer Landbau Schwäbisch Hall e.V. Aufgrund verbesserter Fruchtbarkeit sinken die Tierarztkosten und die Herdenleistung steigt. Je nach erzielter Schlachtqualität können die Aufzuchtkosten mit dem Verkauf des Stiers im Alter von zirka zwei Jahren gedeckt werden. Übernimmt ein Stier das Decken, sinkt die Bedeutung der Brunstbeobachtung. Die entsprechenden Kühe müssen nicht gefangen und fixiert werden. Ausserdem erlaubt es der Einsatz eigener Stiere, die Genetik der Herde betriebsindividuell zu prägen. Häufig erwähnter Nachteil ist das Unfallrisiko, das sich jedoch mit folgenden Massnahmen eindämmen lässt: • Stier schon als Kalb ans Führen mit Strick gewöhnen und den Kontakt bis ins Erwachsenenalter pflegen • keine Angst, aber Respekt zeigen • nicht zwischen Stier und brünstige Kuh stehen • weibliches Tier in der Box des Stiers belassen • Zäune möglichst ausbruchsicher erstellen • bei Kontakt immer einen Stock dabei haben

Betriebsspiegel Beat und Eva Liver, 7426 Flerden Nutzfläche: 27 ha, Bergzone 3, 1180 m über Meer Pflanzenbau: 25 ha Mähwiese, 2 ha Weide Tierhaltung: 20 Milchkühe, 1 Zuchtstier, 20 Aufzuchttiere (5 Rinder auswärts in der Vertragsaufzucht)

Eva und Beat Liver mit der 13-jährigen Bilz Bianca (Zweite an der Joba 2006) vor dem Hausberg Beverin.

hohen Milchgehalten», fasst Beat Liver die Vorteile zusammen. Die Milchleistungen seien auf ein anspruchvolles Niveau angewachsen. Nicht zuletzt lösen Tränkekälber höhere Verkaufspreise als reine Milchtypen. Original Braunvieh (OB) eignet sich dank seinem guten Charakter, ausgeprägtem Mutterinstinkt und hoher Fleischqualität auch für die Mutterkuhhaltung. Es gab Zeiten, in denen das OB-Samenangebot gering und der Druck durch Verdrängungskreuzungen hoch war. Deshalb wurde damals der Verein zur Förderung des OB gegründet. Indem die OB-Züchter gute Stiere heranzogen und gezielt einsetzten, konnte die Stellung gehalten und später das Genetikniveau deutlich erhöht werden.

Leistungen: 6800 Milch pro Laktation (Höchstleistungen von 9500 kg), 4 % Fett, 3.5 % Eiweiss, 25 000kg Lebensleistung Arbeitskräfte: Betriebsleiterehepaar, Sohn Jürg Liver

Stiere mit Ausstrahlung Beat Liver remontiert seine Milchviehherde vorwiegend mit eigener Nachzucht und deckt die Kühe, so weit es der Inzuchtgrad zulässt, mit dem eigenen Stier. Spe-

• Vorsicht, wenn fremde Menschen in den Stall kommen • Verhältnis zum Stier regelmässig überprüfen • Stier bei Risikoanzeichen schlachten Quelle: Merkblatt «Stierhaltung für die Zucht im Biobetrieb»; FiBL, Demeter; 2007

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Stier Alex (Vater Verol Mingo x Hold Havanna) weist einen Zuchtwert Milch von 140 und gute Inhaltsstoffe aus. Auch das Exterieur stimmt. 3 2013 · UFA-REVUE


GENETIK NUTZTIERE

«Zugekauftes Futter muss höchste Ansprüche erfüllen» Wichtigste Futtergrundlage auf dem Betrieb Liver sind die Mähwiesen und Weiden. Im Winter besteht die Milchviehration aus Belüftungsheu, Gras- und Maissilage, Getreideflocken und UFA 173 F Milchleistungsfutter (nach Leistungspotenzial). Als Stufenbetrieb organisiert, nutzen Livers während der Vegatationsperiode gepachtete Parzellen in Thusis (700 m über Meer) und drei Maiensässe (1500 – 1800 m). Die Weide wird mit Heu, Getreidemischung, Maiswürfeln und UFA 173 F ergänzt.

Verol Mingo ET, aktuell im Einsatz über die Stierenhaltervereinigung (SHV), erreichte an der ZM Zug zwei Abteilungssiege.

«Auch Originale haben gern gutes Futter, wenn sie viel leisten sollen», begründet Beat Liver. «Wenn ich schon Futter zukaufe, dann muss dieses höchste Ansprüche erfüllen.» UFA 173 F werde gern gefressen. In der Praxis lässt sich zudem feststellen, dass Kühe bei der Aufnahme von jungem Gras stabiler koten, wenn sie eine Ergänzung UFA 173 F erhalten. Zu erklären ist dies mit der relativ langsamen Abbaugeschwindigkeit flockierter Futter, welche den Pansen entlastet, und in der Ausgewogenheit der Ration, die zu einer gleichmässigen Fermentation führt.

Robin Rosetta erreichte an der Joba 2011 den zweiten Rang und wurde Dritte im Schöneuter-Wettbewerb. Sie imponiert mit Milchgehalten von 4.15 % Fett und 3.61 % Eiweiss.

Jürg Liver mit Milton Maloja.

ziell freut er sich, wenn einer seiner Stiere ein gutes Resultat oder gar den Sprung in den KB-Katalog schafft. So geschehen mit Stier Milton Monti (Mister ZM Zug, 2009). Auch Verol Mingo ET, dessen Samen im privaten Rahmen vermarktet wird, erweist sich als qualitativ hochstehender Stier. Vento Vicarbo und Hecker Hugo sind im Natursprung aktiv. Zu den nicht mehr aktiven Stieren gehört Robin, der einen Milchwert von 132 erreicht hatte.

Für den Mittelweg «Viehzucht ist immer extrem, aber zu extrem ist nie gut», findet Beat Liver. Früher drehte sich alles um die Erhöhung der Milchleistung, heute suchen viele wieder die langlebige, robuste Kuh. Die genomische Selektion hält Beat Liver insbesondere aus Sicht der Stierenzucht für eine grosse Chance, da die genetischen Eigenschaften schon beim Kalb geschätzt werden können. Aber auch hier gelte es, Extreme zu vermeiUFA-REVUE · 3 2013

Aufzuchtkälber erhalten in den ersten Wochen rund 8 l Milch pro Tag, statt wie früher empfohlen nur rund 6 l. Damit soll ihr Wachstumspotenzial optimal ausgeschöpft werden. Neuere Untersuchungen zeigen nämlich, dass eine intensive Milchversorgung zu Lebensbeginn die spätere Leistungsfähigkeit der Milchkühe steigert. Eugen Signer, Fütterungsspezialist im UFA-Beratungsdienst, 9501 Wil

den. Seiner Ansicht nach handeln die Zuchtverbände klug, wenn sie neben den genomischen Prognosen auch die Zuchtwerte aus den Nachzuchtprüfungen weiter ausweisen. «Ich will die genetische Qualität der Tiere nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis sehen», begründet der ehemalige Schaurichter.

OB-Kühe sind gesucht Da Beat Liver über eine ausgeglichene Kuhherde verfügt, zieht er praktisch alle Kuhkälber auf. Drei bis vier Stück werden jährlich als erstlaktierende Kuh oder als Rind verkauft. Erfolge an nationalen Ausstellungen (Joba, Bruna) und der Markt allgemein führen zu einer guten Nachfrage, die aus der Milchvieh-, aber auch aus der Mutterkuhhaltung stammt. Ebenfalls nach Deutschland und ins Tirol können Tiere verkauft werden. «Allerdings mit einem relativ hohen administrativen Aufwand», hält Beat Liver fest.

Die gute Nachfrage führt zu Preisen von über 3500 Fr. pro Kuh. Der Export von OB-Samen nimmt tendenziell zu und hat 2011/12 rund 15 000 Dosen erreicht, bestätigt Hans Ulrich Moser von Swissgenetics.

Hofkäserei Gute OB-Genetik garantiert noch nicht die Wirtschaftlichkeit der Milchproduktion. Ebenso wichtig ist ein kostendeckender Milcherlös. Beat und Eva Liver verkäsen rund einen Drittel der gehaltreichen Milch selber zu Bergkäse, Hirtenkäse (mit Weinhefe), Rahmkäse «Beverin» (so heisst der Hausberg) und zum Weissschimmelkäse «Soldadis» (so heisst der Hof). Der Käseabsatz erfolgt via Wochenmarkt Chur (Mai bis Oktober), vier Wiederverkäufer und den Hofladen, der viele Stammkunden hat. Im Sommer werden auch Joghurt, Quark und Vollmilchziger produziert. «Frischprodukte bringen die beste Wertschöpfung», erklärt Beat Liver. 䡵

80 % aus Natursprung Zirka 80 % der an der letzten Bruna und Europaschau in St. Gallen aufgeführten Original Braunvieh Tiere waren Nachkommen von Natursprungstieren. Das Stierenzuchtprogramm 2012/13 umfasst zwei Brown Swiss und zwei Original Braunvieh Stiere. Dieses Programm ermöglicht es privaten Stierenhaltern, ihre Genetik breit einsetzen, und seltene Blutlinien können erhalten werden. Unter www.top-braun.ch ist das aktuelle Stierenangebot ersichtlich. Die Website dient auch als Vermittlungsplattform für den Nutzstierenhandel.

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee, www.ufa.ch

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NUTZTIERE

Hygiene hat oberste Priorität AUF ALPSENNEREIEN gehören die Eutergesundheit sowie die Milch- und Käsequalität zu den wichtigsten Herausforderungen. Entscheidend sind eine gute Tier-, Melk- und Anlagenhygiene. Auch beim Käsen gibt es verschiedene Hygienetipps zu beachten.

Erich Thoma

Auf Alpen kommen Tiere aus den verschiedensten Talbetrieben und Keimmilieus zusammen. Das führt zu einem gesteigerten Risiko für hohe Zellzahlen und Euterinfektionen.

Euter- und Tierhygiene Um eine gute Eutergesundheit, Verkehrsmilchund Käsequalität während der Alpung zu fördern, sollten nur Schalmtest-negative Tiere mit einem Zellgehalt von unter 150 000/ml Milch zur Sömmerung zugelassen werden. Gesunde Euter steigern den Zellzahlgehalt in der Milch bis zur Rückfahrt ins Tal nur geringfügig. Zu den Mastitis-begünstigenden Faktoren gehören auch der Futter- und Klimawechsel, Stress durch Rangkämpfe sowie schmutzige Tiere und Ställe. Eine regelmässige Überwachung der Eutergesundheit mittels Schalmtest lohnt sich. Zuerst werden gesunde, dann verdächtige und zuletzt kranke

Saubere Einrichtungen und Ställe: Abtrocknen dient als Barriere gegen die Keimvermehrung.

Kühe gemolken. Zur wirksamen Verhinderung von Infektionen (Mastitisbarriere) von Euter zu Euter während dem Melken bewährt sich die ZitzenbecherDesinfektion (Tabelle 1). Das Zitzentauchen schützt das Euter vor Erregern aus dem Stall.

Melkanlage Für die Melkanlage empfehlen sich folgende Massnahmen: • Funktionierende Mechanik und intakte Gummiteile bei der Melkanlage gewährleisten. • Melkanlage sofort nach Gebrauch mit lauwarmem Wasser vorspülen und aussen mit der Bürste reinigen. Hauptreinigung mit Endtemperatur

Saubere Tiere, eine wichtige Voraussetzung für eine hygienisch einwandfreie Milchgewinnung.

• Tabelle 1: Hygienekonzept beim Melken Massnahme Händereinigung Zitzenreinigung vor dem Melken Zitzentauchen nach dem Melken Zwischendesinfektion der Zitzenbecher (Mastitis-Barriere) 58

Reinigungsmittel Haladerm (keimreduzierende Seife) Halanol / Agraro Eutertuch (Einweg-Euterhygiene-Präparat) Lorasol / Zitzentauchmittel Agraro

Anwendung Vor dem Melken, nach Bedarf Für jedes Euter (Zitzen) ein frisches Tuch verwenden Zitzen tauchen (dippen) oder sprühen

Halades 01 (FiBL-gelistet), Konzentration = 0.5 % in Kaltwasser

Zitzenbecher einlegen oder die milchberührten Flächen einsprühen

von mindestens 50 °C und während mindestens zehn Minuten im Kreislauf. Alle milchführenden Teile mit Trinkwasser nachspülen (Tabelle 2). Die vom Hersteller empfohlene Reinigungsmittelkonzentration einhalten (0.5 – 1%). Alternierend reinigen: Lauge morgens, Säure abends oder umgekehrt. Bei der Schlussspülung kann schlechtes Wasser die Melkanlage bakteriologisch wieder verunreinigen. Deshalb ist es oft nötig, vor der Alpzeit beispielsweise das Wasserreservoir zu reinigen. Eine trockene Lagerung des Milchgeschirrs hemmt die Vermehrung schädlicher Keime. Die Reinigung von Milchpipelines gleicht dem Vorgehen bei Rohrmelkanlagen (Tabelle 3).

Käseformen und Presswannen werden am besten mit sauren Einphasenreinigern wie «Halacid ultra» oder «RV 546 PF» gereinigt. Im automatischen Reinigungsverfahren wird nach 3 2013 · UFA-REVUE


NUTZTIERE Tabelle 2: Reinigungskonzept für Melkanlagen Objekt

Reinigungsmittel

Variante A (alternierende Reinigung)

Sauberes Melkzeug: Die Zwischendesinfektion nach jedem Tier beugt der Verschleppung von Mastitiserregern vor.

einer warmen, gründlichen Vorspülung eine zweiprozentige Lösung bei einer Temperatur von mindestens 65 bis 70 °C während zirka 30 Minuten in der Presswanne umgewälzt. Die Umwälzung kann mit Druckluft erfolgen. Durch die speziellen Inhaltsstoffe der Einphasenreiniger werden Eiweiss und Fettbeläge problemlos gelöst und in Lösung gehalten. Bei manueller Reinigung werden Käseformen und Entsirtermätteli nach Gebrauch sofort mit Wasser gründlich gespült und in ein Bad mit einem Reinigungsmittel wie «Halacid ultra» oder «RV 546 PF» eingelegt: • Einsatzkonzentration: 2 % = 2 l auf 100 l Wasser • Einsatztemperatur: 65 bis 70 °C • Einsatzkonzentration bei Kaltanwendung: 3% • Einwirkungszeit: 30 Minuten Anschliessend Käseformen und Entsirtermätteli mit der Bürste nachreinigen. Spülen mit kaltem Wasser.

Morgens nach dem Melken alkalisch: Halapur M oder Halapur MP Abends nach dem Melken sauer: Halacid ... oder Variante B Nach dem Melken alkalisch: Halapur M oder Halapur MP Mindestens einmal pro Woche sauer: Halacid ... Milchsteinentfernung Zuerst sauer mit Halacid ...

Eiweissbelagentfernung (Schockreinigung)

Danach alkalisch: Halapur M oder Halapur MP Alkalisch mit Halapur MP

Kupferkessi eignen sich Produkte wie «Niroputz». Durch die perfekt abgestimmte Zusammensetzung von Säuren und Schmiergelstoff wird das Kessiputzen einfach und mühelos erledigt.

0.5

0.5

1.0

2.0

0.5

3 – 5

50 – 70 50 – 70

10

50 – 70 50 – 70 50 – 70 50 – 70

10

10

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UFA-REVUE · 3 2013

Reihenfolge kann auch umgekehrt angewendet werden: morgens sauer, abends alkalisch Halacid Altag, Halacid P, Halacid S, Halacid flüssig TS Bioacid, Halacid ultra Sofort gründlich vorspülen (ideal lauwarm). Endtemperatur bei Rohrmelkanlage und Melkstand nicht unter 50°C Halacid Altag, Halacid P, Halacid S, Halacid flüssig TS, Bioacid, Halacid ultra Halacid Altag, Halacid P, Halacid S, Halacid flüssig TS Bioacid, Halacid ultra

20

30

Was?

Wann?

1. Milch mit fliessendem Wasser kühlen 2. Wasser nachspülen 3. Schwammgummikugel durch Leitung schicken 4. Reinigung und Entkeimung der Milchleitung

Vor dem Ablassen

5. Trinkwasser nachspülen 6. Schwammgummikugel mehrmals aufsaugen und ausdrücken

Vorgehen / Produkte

Wenn keine Milch fliesst Nach dem Ablassen der Milch (Trennung Milch – Wasser) Nach Ablassen der Milch Milchleitung mit Wasser spülen Nach Spülung mit Wasser Halapur M, 5 Schwammgummikugeln 3 x wöchentlich Halacid ultra 1 x wöchentlich Halades PE Nach der Reinigung Nach Gebrauch Halapur M

Ort werden die Käsebretter manuell oder maschinell gereinigt. Die Desinfektion erfolgt mit einem Mittel wie «Hala-

des 01» (Einsatz 0.5 %, kalt) ohne nachzuspülen. Danach werden die Käsebretter auf sauberem Untergrund im Freien gelagert. 

Konz. Temp. Zeit % °C Minuten

1.0 1.0 0.5

80 80 kalt

5 5

0.5

45

30

Autor Erich Thoma, Leiter Beratungsdienst, Halag Chemie AG, 8355 Aadorf, www.halagchemie.ch Fragen? Haben Sie Fragen zur Reinigung und Hygiene auf Ihrer Alp? Kontaktieren Sie die Halag Chemie via info@halagchemie.ch oder  058 433 68 68.

Käsekeller Nach der Käsepflege im Keller empfiehlt es sich, den Boden inklusive Abläufe mit einem alkalischkombinierten Reinigungsmittel wie «Halapur M» oder «Halapur MP» (Einsatz 0.5 %) zu reinigen. Die anschliessende Desinfektion mit «Halades 191» (Einsatz 1.0 %) erhöht die Sicherheit gegen Keime wie Listerien. Achtung! Abläufe müssen immer mit separatem Bürstenmaterial gereinigt werden.

Hilfsmittel / Bemerkungen

Tabelle 3: Reinigungsvorschriften für Milchpipeline

Käsebretter An einem separaten Käsekessi Für glänzend saubere

Konz. Temp. Zeit % °C Minuten 0.5 50 10 – 70

Betriebsspezifische Hygienepläne erstellt Ihnen die Halag Chemie auf Anfrage.

Sauberkeit in der Verarbeitung: Vom Käsekessi bis zum Käsekeller.

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STALLBAU & -TECHNIK NUTZTIERE

Klimabedingungen der Kälber RESTFLÄCHEN IM STALL oder anderswo in der Scheune werden vielerorts mit Kälbern gefüllt. Auch die Umnutzung alter Milchviehställe für die Kälbermast oder Jungviehaufzucht kann ein Thema sein. Für eine erfolgreiche Kälberhaltung sind wichtige Klimabedingungen zu berücksichtigen.

Markus Sax

Das Stallklima wird durch verschiedene Parameter wie Lufttemperatur, relative Luftfeuchtigkeit, Luftzirkulation, Schadgaskonzentration, Beleuchtung und vieles mehr beeinflusst.

Schadgas und hohe Luftfeuchte

Kälber stellen hohe Anforderungen ans Klima.

Während Kälber auch mit tieferen Lufttemperaturen zurechtkommen, setzen ihnen zu hohe Schadgaskonzentrationen und eine relative Luftfeuchtigkeit

von über 80 % mehr zu. Hohe Luftfeuchtigkeit vermindert die Isolationsfähigkeit des Fells, wodurch die Tiere mehr Wärme verlieren und anfälliger auf Zugluft sind. Zudem entsteht an kalten Bauteiloberflächen Kondensat, was zu Schimmelpilz- und Keimbildungen sowie Bauschäden führen kann.

Betonwände isolieren Kälber legen sich gerne entlang von Wänden hin. Bei direktem Körperkontakt zu Massivbauteilen wie Beton oder Mauerwerk verlieren sie viel Körperwärme. Daher ist zu empfehlen, die Wände mit feuchtbeständigen Platten zu verkleiden.

Tiere vor Kaltluft schützen Die erforderlichen Luftraten (Frischluftzufuhr) hängen vom Tiergewicht ab und können aus der Tabelle entnommen werden. Beim Lufteintritt sind Vorrichtungen wie Luftleitplanken einzubauen, damit keine kalte Luft direkt auf die Tiere strömt. Idealerweise sollte bei einseitigen Lüftungsöffnungen die Frischluft beispielsweise durch einen Lochkanal gleichmässig im Stall verteilt werden. Grosse Öffnungen mit Netzen schliessen Bei natürlicher Lüftung Tabelle: Richtwerte für minimale Winterlüftungsrate Gewicht Kalb (kg)

Wärmegedämmtes Dach Nicht wärme(U < 1 W/m2 K) 1 gedämmtes Dach Minimale Winterlüftungsrate (m3/h pro Kalb) 50 70 150 75 80 180 100 90 220 150 105 260 200 120 300 Maximale Sommerlüftungsrate (m3/h pro kg LG) 1 2 1 Zur Begrenzung der relativen Feuchtigkeit im Stall kann eine höhere Lüftungsrate erforderlich sein. Quelle: ART-Bericht 667 60

sind genügend grosse Zu- und Abluftöffnungen einzubauen, da der Luftwechsel im Stall sehr stark vom Aussenklima abhängt. Zu empfehlen ist, diese Öffnungen beispielsweise mit Windschutznetzen zu versehen, damit bei exponierten Windlagen die Windeinwirkungen vor den Tieren abgebremst wird. Können die minimalen Luftraten mit der natürlichen Lüftung nicht erreicht werden, ist eine mechanische Lüftung (Ventilator) einzubauen.

Keine Gülle- oder Mistluft Bei beiden Lüftungssystemen ist zu beachten, dass die Frischluft nicht über Misthaufen, Güllebehälter oder Ähnliches angesogen und somit bereits vor Stalleintritt mit Schadgasen oder Keimen angereichert wird.

Licht im Aufenthaltsbereich Zur erforderlichen Helligkeit im Kälberstall gibt es Vorgaben in der Tierschutzverordnung. Im Aufenthaltsbereich der Tiere ist tagsüber eine minimale Beleuchtungsstärke von 15 Lux einzuhalten. Reinigen, desinfizieren und viel misten Aus der Mistmatratze entstehen Schadgase und durch den Verdunstungseffekt nimmt die relative Luftfeuchtigkeit im Stall zu. Die Entmistungsintervalle sollten daher nicht zu gross gewählt werden. Vor dem Neueinstallen ist der Stall sehr gut zu reinigen und zu desinfizieren.

Fazit Nicht jeder Stall eignet sich für die Kälberhaltung. Mit den aufgeführten Bau- und Managementmassnahmen können die Klimabedingungen aber spürbar verbessert werden. Wichtig ist insbesondere, die Schadgaskonzentration zu begrenzen und eine zu hohe relative Luftfeuchtigkeit zu vermeiden. 䡵

Autor Markus Sax, Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART), 8356 Ettenhausen, www.agroscope.ch

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3 2013 · UFA-REVUE


BILDBERICHT NUTZTIERE

Euterkapazität wird früh bestimmt AM UFA-REVUE FORUM der «Tier & Technik» war zu hören, wie die Milchleistung einer Kuh schon in ihren ersten Lebenstagen beeinflusst werden kann. Das Rezept: Weg von der rationierten und hin zur kontrollierten Ad-libitum-Fütterung.

Die ersten Lebenstage sind entscheidend für die Entwicklung des Kuheuters und die spätere Leistungsfähigkeit der Kuh, erklärte Hansueli Rüegsegger, UFA, am UFA-Revue Forum vom 22. Februar in St. Gallen. Unter dem Namen «UFA Junior Support» wurde ein Fütterungs- und Dienstleistungsprogramm für die Milchviehaufzucht lanciert, das die Nährstoffversorgung konsequent auf eine gute Tiergesundheit, hohe Zunahmen, ein frühes Abkalbealter und hohe Milchleistungen ausrichtet.

Kontrollierte Ad-libitum-Fütterung Neu wird in den ersten Lebenstagen eine kontrollierte Ad-libitum-Fütterung empfohlen. Frederike Stöfen stellte den entsprechenden «40FIT Plan» von Förster-Technik vor. Das gleitende Abtränken ab dem 35. Lebenstag vermeide Stress und Wachstumsdepressionen und führe zu einer gleichwertigen Vormagenentwicklung wie die restriktive Fütterung. Mit dem neuen «CalfRail», einem Fütterungsroboter für die Igluhaltung, könnten pro Kalb gegenüber Eimertränke zweieinhalb Arbeitsstunden einge-

spart werden. «Tränkeautomaten füttern wie die Natur», findet Frederike Stören. Sie erleichtern die exakte Dosierung der Komponenten sowie die Tierkontrolle und führen dank häufiger Tränkeaufnahme und richtiger Tränketemperatur zu einer verbesserten Tiergesundheit, Futterverwertung Roman Engeler, Chefredakteur der UFA-Revue, moderierte das Forum. und Gewichtsentwicklung.

Tierindividuelle Gaben von Milch und Kraftfutter ermöglichen es jedem Kalb, seinen Absetzzeitpunkt selber zu bestimmen. Ein Absetzknick wird verhindert, gegenseitiges Besaugen reduziert, zitierte Nina Keil Versuchsresultate an der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon. Die Kraftfutteraufnahme diene als wertvoller Gesundheitsindikator. Bei Entwicklungsverzögerungen werde die Futterkurve automatisch angepasst. 䡵

«Vollgas am Start», empfiehlt Hansueli Rüegsegger, UFA.

Nina Keil führt Aufzuchtversuche in Tänikon durch.

Know-how in der Kälberaufzucht zahlt sich aus.

Nur das beste Futter ist für junge Kälber gut genug.

Starke Kälber, starke Kühe – das war das Fazit des Forums. Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee Förster-Tränkeautomaten werden vom UFA-Beratungsdienst vermietet, verleast und verkauft. Zusätzlich wird der Wartungs- und Reparaturservice sichergestellt.

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UFA-REVUE · 3 2013

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Interessiert am «UFA Junior Support»?

Ein Tränkeautomat reduziert die Arbeit und verbessert die Kälbergesundheit, betont Frederike Stöfen, Förster-Technik. 61


NUTZTIERE

Eckzahlen für Vollmilchmäster MODELLRECHNUNGEN liefern dem Kälbermäster wichtige Kennzahlen und Vergleichswerte, anhand derer er das Optimierungspotenzial auf seinem Betrieb identifizieren kann. Aufgrund umfangreicher Auswertungsdaten der UFA erweist sich die Mast eigener Tränkekälber mit Vollmilch als wirtschaftlich interessant und bezüglich Gesundheitsstatus als unproblematisch.

Alfred Erni

Die Vollmilchmast ist die wichtigste Produktionsart in der Schweizer Kälbermast. Von den rund 260 000 Bankkälber-Schlachtungen (gemäss Erhebung im Jahr 2011) werden nach Schätzungen von Marktkennern zirka 190 000 Kälber vorwiegend mit hofeigener Vollmilch gemästet (Grafik 1). Zur Ergänzung der Ration werden zum Teil Magermilch, Molke von den Käsereien oder andere Milchnebenprodukte verfüttert. Mit Milchpulver wird die Protein- und Energieversorgung je nach Futtergrundlage abgestimmt. Spurenelemente, Vitamine und Eisen runden die optimale Fütterung in der Kälbermast ab.

Technische Zahlen Verschiedene Varianten von Mastauswertungen und Modellberechnungen ergeben zum Teil unterschiedliche Ergebnisse. Jeder Betriebsleiter, der Kälber mästet, sollte die wichtigsten Eckzahlen kennen. Seit Jahren erstellt die UFA AG Modellrechnungen für zahlreiche Betriebe in der

Schweiz. Laufend werden die Modellzahlen mit den Praxisabrechnungen verglichen und angepasst.

Einfache Mastabrechnung Die Eckdaten für eine einfache Mastabrechnung umfassen: Tierdaten • Eingestallte Kälber (Lebendgewicht, Preis) • Ausgestallte Bankkälber (Schlachtgewicht, Preis nach den Abzügen) • Diverses: Transporte, Gebühren und mehr Futtermengen und -preise • Vollmilch (Preis wird berechnet) • Milchnebenprodukte • Milchpulver • Futterspezialitäten • diverse Futter Diverse Kosten • Stroh, Einstreu • Strom, Wasser (Preis pro Kalb)

Tabelle: Modellrechnung Grundlagen 9 Bankkälber à 124 kg SG, T3, 13.6 Fr./kg, 1 Abgang 10 Tiere à 670 kg LG, 5.80 Fr./kg 650 kg 25 kg Vollmilcheinsatz 14 230 kg 2000 kg

Schlachtpreis inkl. Abzüge und Transport – Tränkerpreis – Milchpulverkosten – Spezialitätenkosten = Deckungsbeitrag 1 – Stroh – Automatentechnik – Tierarzt – Gebühren, Strom, Wasser = Deckungsbeitrag 2 Vollmilcheinsatz 14 230 kg

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Erlöse bzw. Kosten (Fr.) 15 177.60 3886.00 2470.00 155.00 8666.60 920.00 450.00 450.00 200 6646.60

Ertrag pro l Vollmilch (Fr.)

• Tierarztkosten • Automatentechnik • diverse Kosten

Das bringt’s Wer seine Mast- und

0.60

0.46 Quelle: UFA-Stammdaten

Schlachtdaten kennt, analysiert und Schritt für Schritt verbessert, kommt vorwärts. Mastauswertungen zeigen oft auch die Durchschnittsergebnisse anderer Auswertungsbetriebe, des besten und schlechtesten Quartils. Anhand dieser Zahlen kann der Betriebsleiter feststellen, wo es gut läuft und wo es noch Optimierungsspotenzial gibt. Auch für 3 2013 · UFA-REVUE


NUTZTIERE die Beratung bieten Mastauswertungen hilfreiche Grundlagen.

sich der zu erwartende Ertrag pro Kilogramm eingesetzte Vollmilch kalkulieren (Grafik 3).

Grafik 1: Futtergrundlage in der Schweizer Kälbermast andere Produktionsarten

Was ist gut? Ab wann ein Resultat als gut eingestuft werden kann, hängt von vielen Faktoren ab. Eine wichtige Rolle spielt die Genetik der eingestallten Tränker. Auch die Art und Weise der Datenerhebung kann variieren. Generell werden folgende Ziele angestrebt: • über 1.3 kg Tageszuwachs • über 70 % der Kälber mit T3

Anteil Kuhmilch

Interessant für Überschussmilch Der Einsatz von Vollmilch auf dem eigenen Milchproduktionsbetrieb ist ökologisch sinnvoll. Es fallen weder Transport- noch Lagerungsaufwände mit den entsprechenden Qualitätsrisiken an. Hofeigene Vollmilch wird ohne grosse Kosten im Betrieb verwertet und liefert

Milchnebenprodukte

Grafik 2: Tränker- und Bankkälberpreise 16.00

IPS Bankkalb

SFR

12.00

QM SF Bankkalb

8.00 Tränkerpreise

4.00 0.00 2007

2008

2009

2010

2011

2012

2010

2011

2012

Grafik 3: Ertrag pro Liter Vollmilch 0.80

SFR

0.60 0.40 0.20 0.00 2007 ■ Vollmilch QM SF

2008

2009

■ IPS Vollmilch

Die Erhöhung der Schlachtqualität verbessert die Wirtschaftlichkeit der Kälbermast entscheidend.

• unter 3 % Abgänge • unter 110 Masttage (je nach Einstallgewicht der Tränker) • Futterverbrauch pro Kilogramm Zuwachs unter 1.85 kg

Stabile Ertragslage In den letzten Jahren konnte sich die Vollmilch in der Kälbermast behaupten. Sie liefert den Kälbermästern relativ ausgeglichene Erträge. Grafik 2 zeigt, dass die Tränkerund Bankkälberpreise in der Vergangenheit ziemlich stabil geblieben sind. Mit entsprechend grosser Sicherheit lässt UFA-REVUE · 3 2013

eine hervorragende Schlachtqualität. Besonders interessant ist es, Überschussmilch oder C-Milch via Kälbermast zu veredeln. In vielen Fällen bieten die bestehenden Gebäude lüftungsund arbeitstechnisch gute Lösungsmöglichkeiten. Die moderne Technik erlaubt es, Aufzucht- und Mastkälber an einem Tränkeautomaten anzuschliessen und individuell zu füttern.

Nur wenig Antibiotika Die Ausmast von nicht für die Nachzucht benötigten Kälbern auf dem Milchprodukti-

onsbetrieb ist tierfreundlich. Da hofeigene Kälber von ihrer Mutter via Kolostralmilch gegen Krankheitserreger, die auf dem Betrieb vorhanden sind, geimpft werden und damit über eine stabile Immunabwehr verfügen, müssen kaum Tierarzneimittel zur Behandlung von Gesundheitsproblemen eingesetzt werden. Jeder Stall hat sein eigenes Keimmilieu. Wird ein Kalb verschoben, muss es seine Immunabwehr am neuen Ort anpassen und erweitern. Bis dieser Prozess abgeschlossen ist, bleibt die Krankheitsanfälligkeit hoch. 䡵

Autor Alfred Erni, Leiter Kälberbereich, UFA AG, 9501 Wil, www.ufa.ch Rabatt auf UFAVollmilchergänzer 10 Fr./100 kg, bis 16.3.2013 in Ihrer LANDI

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PRAXISFALL NUTZTIERE

Gesundheitsmanagement von Gross bis Klein ZUSAMMENARBEIT bringt viele Vorteile. Nachteilig kann sich die Verschiebung von Tieren zwischen verschiedenen Betrieben auswirken. Dank einer gezielten MassnahmenPalette haben Gervais Gillabert und Olivier Pochon die Kälbergesundheit heute im Griff.

Michel Dromard

Die Zusammenarbeit zwischen Gervais Gillabert und Olivier Pochon hat 1999 begonnen. «In der Zeitung habe ich ein Kleininserat gesehen für einen Milchkühler, den ich auf der Alp benötige, und so meldete ich mich bei Olivier», erinnert sich Gervais.

Vertrauen Von 1999 bis 2008 wurden die Kühe von Gervais im Sommer jeweils bei Montreux auf eine Alp, 1300 bis 1800 m über Meer, gebracht. Den Winter verbrachte die Herde auf dem

«Die Kälber sind heute kräftiger» «Während zwei Jahren Einsatz hat uns UFA top-punch überzeugt, so dass wir dieses Produkt auch anderen Tierhaltern empfehlen», sagt Gervais Gillabert und nennt folgende Gründe: • «Dank UFA top-punch hat sich die Kälbergesundheit verbessert. Vorher wurde alles versucht – Spritzen, Antibiotika und bei Durchfall der Einsatz von Reiswasser und Elektrolytetränke… – aber nichts wirkte.» • «Die Kälber sind heute kräftiger, haben ein widerstandsfähiges Immunsystem und saufen mehr.» • «Seit vergangenem Jahr kann auf eine Spritzung mit Selen und Vitamin E verzichtet werden.» • «Unsere Kälber haben heute sehr schönes Fell – andere Jahre hatten wir mit Flechten und anderen Hautkrankheiten zu kämpfen.»

Drei Gründe für Wasser-Pulver Aus folgenden Gründen werden die Kälber auf den Betrieben Pochon/ Gillabert mit einer Wasser-Pulver-Ration gefüttert: 1 Ernährungsphysiologische Gründe: Durchfall ist seit dem Einsatz von UFA 207 plus seltener geworden. 2 Organisatorische Gründe: Der Transport von Kuhmilch zwischen Châtillon und Val d’Illier wäre umständlich. Die Kälber werden am Abend vor dem Melken und am Morgen während dem Melken getränkt. Milch von Kühen, die mit Antibiotika behandelt wurden, wird weggeworfen und keinesfalls den Kälbern verfüttert. Auch die restliche Milch, die nicht vermarket werden kann, gelangt in die Gülle. 3 Betriebswirtschaftliche Gründe: Aktuell können die Kosten für die Wasser-Pulver-Ration mit dem Industriemilchpreis konkurrieren. 64

Betrieb von Olivier in Châtillon. 2008 wurde die Alpung aufgegeben, weil Gervais’ Vater Marc Gillabert erkrankte und später starb. Heute leben die Milchkühe das ganze Jahr in Châtillon. Die beiden Züchter vertrauen und ergänzen sich bestens. Einzig rund zwölf Kühe werden Ende Laktation auf dem Val d’Illiez auf 2000 m Höhe gealpt. Die Milch wird dort während 100 bis 120 Tagen zu Alpraclette verarbeitet.

Genetik langlebiger Familien Gervais ist ein leidenschaftlicher Züchter. Sei es in Lausanne, Bulle oder Toronto – wo Viehschauen stattfinden, ist auch er vor Ort. Sein Ziel ist es, bergtaugliche Genetik zu fördern. Die Paarungsplanung gehört in seinen Verantwortungsbereich. Angestrebt werden Kühe mit top Exterieur, die nicht zu anspruchsvoll sind. Priorität haben Langlebigkeit und Milchleistung, nicht in erster Linie die Eignung für Ausstellungen. Die Aushängeschilder des Betriebs stammen denn auch von langlebigen Familien, beispielsweise von den amerikanischen Familien Débutante Rae (Stiere: Destry, Deuce, Dusk, Demello, Diploma, Déthox, Bangaro) und Altitude (Big-apple, Absolute, Armani) oder der kanadischen Familie Jodies (Jet).

Ausgewogene Fütterung Olivier sieht die Milchproduktion in erster Linie als letzter Schritt im Veredelungsprozess der Futterpflanzen. Die Wahl der Silomais- und Wiesensorten erfolgt gezielt. Neben den Erträgen werden auch Faktoren wie die Verdaulichkeit einbezogen, um eine pansengerechte Ration erstellen zu können. Die Mischration der Milchkühe setzt sich zusammen aus: Mais-,

Eine kleine Anekdote:

15 kg leichtes Kalb hat überlebt Im September 2012 ist auf dem Betrieb Pochon ein Kalb bereits nach 7.5 Trächtigkeitsmonaten zur Welt gekommen. Es wog nur 15 kg. Die Kinder waren besorgt, da das kleine Geschöpf kein Kolostrum aufnehmen wollte. So wurden halt UFA 207 und UFA toppunch verabreicht. Das Kalb trank und überlebte und ist heute der Liebling der Familie.

Grassilage, Emd, Luzerne, Rapsstroh, Eiweisskonzentrat UFA 148-9, UFA-Mineralstoff 1015 TMR. An der Abrufstation werden UFA 244-8 und 249 nach Milchmenge zugeteilt. Im Sommer wird die Mischration mit Weide ergänzt.

700 g TS pro Liter Milch Als wichtiges Kriterium beurteilt Olivier die Fütterungseffizienz. Pro Kilogramm Milch werden 700 g Trockensubstanz (TS) verfüttert. Für die Rentabilität der Milchproduktion und den Fortbestand des Betriebs noch bedeutender ist der Milchpreis. Eine kürzlich publizierte Erhebung ergab für Europa einen durchschnittlichen Milchpreis von 0.42 Fr./kg. In der Schweiz, wo die Gebäude- und Fütterungskosten deutlich höher liegen, werden nur 0.50 Fr. ausbezahlt. Umso weniger können unbefriedigende Produktionsergebnisse geduldet werden. Raus mit den Kälbern 2007 traten bei den Kälbern der Betriebe Pochon / Gillabert Atemwegserkrankungen und Verdauungsprobleme auf. Im Stall Châtillon konnte sich Ammoniak 3 2013 · UFA-REVUE


PRAXISFALL NUTZTIERE ansammeln, was die Atemwege der Kälber belastete. Nach der Umstellung auf Iglus verbesserte sich die Lage. Als problematisch erwies sich der Transport von Châtillon nach Val d’Illier. Obwohl Lucienne, die Mutter von Gervais, die Tiere gut betreute, war der Gesundheitszustand unbefriedigend. «Die Kälber, die in Val d’Illier ankamen, sahen schlecht aus; es war schwierig, sie wieder in Form zu bringen», erinnert sich Gervais. Bei Olivier verlief das Abtränken ebenfalls mühsam: «Die Kälber hatten wenig Appetit und erkrankten an Durchfall oder Lungenentzündungen.»

Tabelle: Betriebsspiegel Adresse Haupttätigkeiten Arbeitskräfte Nutzfläche Pflanzenbau

Tierhaltung Gebäude Lieferrecht

Olivier + Laurence Pochon, 1473 Châtillon (FR) Milchproduktion und Ackerbau

Gervais + Aline Gillabert 1863 Val d’Illiez (VS) Milchviehaufzucht, Paarungsplanung und Besamungstechniker Olivier, Lehrling und Unterstützung Gervais (30%), Unterstützung durch Laurence und die vier Kinder durch Aline und Lucienne 33 ha 12 ha 10 ha Silomais, 9 ha Grünland (Silage und Weide), Naturwiesen, Alp Chaupalin 8 ha Zuckerrüben, 4 ha Saatweizen, 8 ha Ökofläche, (Futter für Rinder und Galtkühe) 50 Kühe der Rassen Holstein und Red-Holstein, 80 Rinder zwischen 6 bis 30 Monaten und 20 Kälber Boxenlaufstall für Milchkühe, Tiefstreue für Rinder und Galtkühe, Boxen für Kälber 430 000 kg Industriemilch, 25 000 kg Alpmilch, 9000 kg pro Laktation

Versorgung des ungeborenen Kalbes Bei anhaltenden Problemen

Separate Dosis für Stier- und Kuhkälber In der Tränkephase wird

mit der Kälbergesundheit wird am besten das ganze System analysiert, um eine nachhaltige Lösung zu finden. Entscheidend ist etwa das Management rund ums Abkalben, das im Fall dieses Porträts in Châtillon stattfindet. Im ersten Monat der Galtzeit erhalten die Kühe die Ration der Aufzuchtrinder: Grassilage, Ökoheu und Mineralstoff UFA 993. Drei bis vier Wochen vor dem Abkalben kommt eine Transitration mit Maissilage, Eiweisskonzentrat und UFA 260 Abkalbefutter zum Einsatz. In dieser Phase geht es darum, das Immunsystem der Kuh zu stimulieren, Milchfieber und Ketose vorzubeugen und beste Voraussetzungen für eine problemlose Säuberung der Gebärmutter und gute Eutergesundheit zu schaffen. Auch die Entwicklung des ungeborenen Kalbes, sein Mineralstatus und die Kolostrumqualität kann beeinflusst werden.

mit unterschiedlichen Pulverdosierungen gefahren: • Bei den Stierkälbern beläuft sich die Konzentration auf 130 g Pulver pro Liter Tränke, um ein Maximum von 5 l pro Mahlzeit zu erhalten und das Wachstumspotenzial auszunutzen. Das gilt bis zum Alter von 15 Tagen bei Holstein-Fleischrassen-Kreuzungen und bis zum Alter von 30 Tagen für Holstein- und Red-Holstein-Muni. • Bei den Kuhkälbern beträgt die Konzentration 100 g pro Liter Tränke mit einem Maximum von 6 l pro Tag in zwei Rationen. Das Absetzen erfolgt in Abhängigkeit der Entwicklung mit 100 bis 120 Tagen.

Kolostrum gleich nach Geburt Die Kolostrumgabe erfolgt, wenn immer möglich, innerhalb der ersten zwei Lebensstunden via Flasche. Nach drei Mahlzeiten mit mütterlichem Kolostrum werden die Kälber bis zum Absetzen mit UFA 207 plus ernährt. Zusätzlich kommt während der Tränkephase das Kälberfutter UFA 116 ad libitum zum Einsatz. Im Alter von vier bis sechs Monaten gibt’s Wiesen- und Luzerneheu und 2 bis 2.5 kg UFA 219 Aufzuchtfutter pro Tier und Tag. Die darauf folgende Ration besteht aus der Mischung der laktierenden Kühe, ergänzt mit Heu oder während der Alpung mit UFA 256 Fibralor. UFA-REVUE · 3 2013

Stärkung des Immunsystems In Val d’Illier werden die Kälber in Abteilen à 4 bis 5 Tiere gehalten. Nach der Ankunft erfolgt eine Behandlung gegen Läuse und Milben. Positiv sind die Erfahrungen auch mit dem Wirkstoffkonzentrat UFA top-punch, das auf dem Betrieb von Olivier gleich zu Beginn seiner Lancierung im Januar 2011 eingeführt worden war. «Als Michel uns dieses Produkt vorstellte, waren wir skeptisch. Denn wir hatten schon viele Pülverchen ausprobiert», so die Betriebsleiter. «Als wir im Jahr 2007 erneut mit einer Krankheitsserie zu kämpfen hatten, war es Michel, der uns den Tipp gab, die Kälber im Freien aufzustallen. So vertrauten wir ihm auch, was die Wirkstoffergänzung anbelangt», begründet Gervais. Seither wird UFA top-punch systematisch ab der ersten Lebenswoche eingesetzt. Die Stierkälber erhalten

bis zum Verkauf 40 g pro Tag in zwei Gaben, die Kuhkälber bis im Alter von zwei Monaten dieselbe Dosis. «Die Kosten liegen unter 10 Fr. pro Kuhkalb», rechnet Gervais vor, der die Verantwortung für das Absetzmanagement trägt. «Ich verabreiche UFA top-punch mindestens während 30 Tagen, nachdem die Tiere auf meinem Betrieb angekommen sind.»

Fazit Gervais Gillabert und Olivier Pochon sind die Probleme im Kälberstall ganzheitlich angegangen. Es wurden sowohl Aspekte hinsichtlich Management (frühe und ausreichende Kolostrumgabe), Haltung (Iglu) und Fütterung (Pulver-Wasser, Mineral-/Wirkstoffergänzung) angepasst. Auch die Fütterung der Galtkühe wurde ins Konzept einbezogen (Transitration, Einsatz Abkalbefutter). Der Rückblick zeigt: Man hat an den richtigen Hebeln gedreht. Heute erreicht die Betriebsgemeinschaft ihr Ziel, langlebige und leistungsstarke Kühe zu züchten, besser denn je. Probleme in Folge der Distanz zwischen den beiden Betrieben – einziger Nachteil der erfolgreichen Zusammenarbeit – konnten abgefedert werden. 䡵

Kälber, die ausreichend mit Mineral- und Wirkstoffen versorgt sind, saufen mehr.

Autor Michel Dromard, Ressortleiter Milchvieh im UFA-Beratungsdienst, 1070 Puidoux, www.ufa.ch UFA top-punch ist ein Wirkstoffkonzentrat mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Pflanzenextrakten und essenziellen Ölen. Einsatz : 40g/Tier/Tag für Kälber unter 100kg Lebendgewicht (LG), danach 40g/100kg LG. UFA top-punch ist bis am 16. März 2013 mit 10 % Rabatt erhältlich.

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PREMIUM NUTZTIERE

Plus 0.5 mm Fett pro Woche JUNGSAUEN MIT RESERVEN bringen mehr und schwerere Ferkel zur Welt und sind langlebiger. Deshalb lohnt sich der Einsatz eines Konditionierungsfutters zwischen der Eigenleistungsprüfung und dem ersten Belegen. Der zusätzliche Energieschub begünstigt eine rechtzeitige Trächtigkeit.

Barbara Eichenberger

Alois Gämperli

Die Wirtschaftlichkeit der Muttersauenhaltung ist eng mit der Fruchtbarkeit und Nutzungsdauer sowie der Anzahl verkaufter Ferkel pro Sau verknüpft. Entscheidende Voraussetzungen für den Erfolg werden in der Aufzucht gelegt. Mit folgenden Massnahmen fördern professionelle Produzenten die Leistung ihrer Sauen: • Zukauf von «Primera»-Jungsauen, um sich ganz auf die Mastferkelproduktion konzentrieren zu können. • Idealerweise stehen etwa 30 % der Sauen noch vor dem dritten Wurf. Erstlingswürfe moderner «Primera»Sauen sind bereits relativ gross, bei geringeren Ferkelgewichten aber ausgeglichener als bei Altsauen. • Abgetrennter Eingliederungsstall für Jungsauen, der konsequent im ReinRaus-Verfahren bewirtschaftet wird.

Rückenspeck in mm 66

UFA 367 condition

ELP

UFA 362 Extra

Gewebe- und Skelettwachstum Skelettprobleme gehören zu den häufigsten Abgangsursachen bei Sauen. Störungen beim Fundament werden durch zu schnelles Gewebewachstum begünstigt, bei dem die Skelettentwicklung hinten nachhinkt. Eine mittlere Lebendtagzunahme von rund 580 g ermöglicht es, die Sauen bei idealem Alter und Gewicht zu belegen. Zu schnelles Wachstum, Fundamentschäden und frühzeitige Verfettung lassen sich vermeiden, indem in der Aufzuchtphase nicht zu intensiv gefüttert wird. Besonders wichtig in dieser Periode ist die Mi-

10 JAHRE BIBLIS QUALITÄT

Konditionstraining mit UFA 367 condition UFA 367 condition wird als Alleinfutter ab dem 160. Lebendtag bis zum Decken der Jungsauen eingesetzt. Dank 13.2 MJ VES und tiefem Proteingehalt wird der Körperfettaufbau gefördert. Das Futter ist bestmöglich mit Mineralstoffen ausgerüstet und erlaubt das Füllen der Depots. Die Zulage von L-Carnitin unterstützt den Fettstoffwechsel. Biotin und organisch gebundene Spurenelemente fördern die Klauenbildung und bereiten die Jungsau optimal auf die Reproduktionsphase vor. Zum Einsatz kommen 3 bis 3.5 kg UFA 367 condition pro Tier und Tag. Vorteile: • mehr Fettreserven bereits in der ersten Säugezeit • grössere Würfe • höhere Ferkelgewichte • verminderte Krankheitsanfälligkeit (MMA u.a.) • Fruchtbarkeit • Langlebigkeit 10 % Rabatt auf UFA 367 condition, bis 23. März 2013 in Ihrer LANDI

Grafik: Mehr Speck mit Konditionierungsfutter 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8

• Erstbelegung im Alter von 220 bis 240 Tagen, bei 125 bis 135 kg Gewicht und mindestens 15 bis 18 mm Rückenspeckdicke (Besamung: 2. oder 3. Rausche). • Aufrechterhaltung eines guten Gesundheitsstatus der gesamten Herde mit einem angepassten Management (z. B. regelmässiges Entwurmen, Hygienekonzept).

UFA 361 Extra

1. Belegung Eingliederung

ad lib-Phase 155

32 MJ Phase

Trächtigkeit

270 Alter der Jungsau in Tagen

Säugezeit 385

3 2013 · UFA-REVUE


PRE MI U M neral- und Wirkstoffversorgung. Die Zugabe eines Mineralstoffs wie UFA 395 füllt die Knochendepots auf und kann zu sichtbaren Fundamentverbesserungen führen. Nicht nur Kalzium (Ca) und Phosphor (P), auch Vitamin D braucht es, weil dieses die Ca- und P-Einlagerung im Skelett unterstützt.

Rückenspeck ist wichtig Mehrere Untersuchungen belegen: Ein gezielter Körperfettaufbau ab der Eigenleistungsprüfung (ELP) bringt bei den späteren Würfen mehr und schwerere Ferkel und wirkt sich auch auf die Langlebigkeit positiv aus. Rückenspeck hat folgende Funktionen: • Energiereserve für Wachstum und Laktation • Isolation (weniger Energieverlust) • Speicher für fettlösliche Vitamine • Speicher für Hormone

Konditionstraining ab ELP In den vergangenen Jahrzehnten ist durch die Zucht fleischreicher Schweine der Fettanteil am Körper stetig zurückgegangen. Langlebige Zuchtsauen sind jedoch auf einen minimalen Körperfettanteil angewiesen. Dafür wird ein energiereiches Futter mit einem tiefen Proteingehalt empfohlen. Schweinemast- oder Säugendfutter enthalten zu viel Protein, bei Galtsauenfutter ist der Energiegehalt zu tief. Konditionierungsfutter wie UFA 367 condition verfügen über ein optimales Lysin-VES-Verhältnis für Jungsauen. Damit die Jungsauen genug Zeit haben für die Rückenspeckbildung, dauert die Eingliederungsphase mindestens einen Monat. Ziel in dieser

Phase sind Tageszunahmen von 700 g und mehr. Hierzu bewährt sich die Ad-libitum-Fütterung.

Versuche

auf

UFA-Bühl

bestätigen, dass die Ad-libitum-Fütterung von UFA 367 condition während der ersten 30 Tage nach der ELP zu einem starken Fettzuwachs führt. Die USFettdicke wuchs über 0.5 mm pro Woche (Grafik). In der anschliessenden restriktiven Fütterung (32 MJ VES) bis zum Decken betrug der Rückenspeckzuwachs immerhin noch über 0.2 mm pro Woche. In einem früheren Versuch auf UFA-Bühl konnte die Rückenspeckzunahme bei Jungsauen mit einem Konditionierungsfutter gegenüber der Kontrollgruppe bis zum Abferkeln verdoppelt werden. Dass Fettreserven nötig sind, zeigte sich in der vierwöchigen Säugezeit, während der die Sauen über 3 mm Rückenspeck verloren.

L-Carnitin Unterstützend zur Förderung des Fettansatzes kann die Zugabe von L-Carnitin wirken. Der vitaminähnliche Stoff kommt in fast allen Körperzellen vor und ist ein natürlicher Bestandteil der Nahrung. Auf UFA-Bühl haben Sauen, die vor dem Abferkeln Futter mit L-Carnitin erhielten, 0.6 mehr Ferkel pro Wurf abgesetzt. Wissenschaftler der Martin-Luther Universität erklären dies aufgrund eigener Studien dadurch, dass Carnitin die Versorgung der Föten verbessert. Die Zulage von LCarnitin zahlt sich auch bei Jungsauen aus. Versuche ergaben bessere Trächtigkeitsraten und grössere Würfe . 䡵

«Jetzt werden die Jungsauen rechtzeitig rauschig» Ernst Rechsteiner weiss, dass in der Ferkelproduktion jeder Tag zählt. Rechtzeitiges Rauschen und erfolgreiches Belegen sind entscheidend für eine gute Wirtschaftlichkeit. Je besser die Abferkelquote, desto höher die Anzahl Ferkel je Sau und Jahr und die Futtereffizienz. Deshalb wird auf der Staatsdomäne Münsterlingen, bei der Ernst Rechsteiner für die Schweinehaltung zuständig ist, alles getan, um die Fruchtbarkeit der Muttersauen zu fördern. Über ein Jungsauenabonnement werden «Primera»-Tiere bei der Anicom AG zugekauft. Als Ergänzung zur Galtsuppe mit UFA 362-6 erhalten sie UFA 367 condition. «Seither kommen die Jungsauen rechtzeitig in Rausche», stellt der Betriebszweigleiter fest. «Da pro Abferkelstall acht Buchten vorhanden sind, will ich möglichst immer acht Sauen miteinander decken. Mit UFA 367 condition hat das bisher bestens geklappt.» Vorher habe man mit Traubenzucker versucht, die Fruchtbarkeit und den Fettansatz der Jungsauen zu fördern. Doch mit der aktuellen Strategie fielen die Resultate besser aus. «Man kann fast zuschauen, wie die Jungsauen an Gewicht zulegen», rühmt Ernst Rechsteiner. Positiv auf Gesundheit und Fruchtbarkeit wirkt sich auch das zusätzliche Mineralstoffdepot aus UFA 367 condition aus. In der ersten Säugezeit wird UFA 361-6 mit dem Hochkonzentrat UFA top-pig ergänzt, um den Konditionsverlust zu minimieren. «Das hat sich bewährt», bilanziert Ernst Rechsteiner mit Blick auf die Geburtsgewichte der Ferkel und die Gesundheit der Sauen. Angesichts der heutigen Leistungen bringe man sonst zu wenig Nährstoffe in die Jungsauen. Nach der Fütterung plant Hansueli Iseli, Pächter der Staatsdomäne Münsterlingen, auch den Galtsauenstall, wo die Jungsauen zuerst in einer separaten Bucht gehalten werden, noch zu optimieren. Der Stall ist etwas zu kalt. Deshalb sollen das Dach erneuert und die Wände isoliert werden.

Ernst Rechsteiner leitet den Bereich Schweineproduktion der Staatsdomäne Münsterlingen.

Autoren Dr. Barbara Eichenberger, Technischer Dienst, UFA AG, 3360 Herzogenbuchsee; Alois Gämperli, UFA 2000 Zuchttechniker, 9501 Wil; www.ufa.ch

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NUTZTIERE

Impfverzicht lohnt sich nicht PARVOVIROSE kommt in der Schweiz dank flächendeckender Impfung nur noch selten vor. Insbesondere auf kleinen Betrieben kann die Parvo-Impfung relativ viel Aufwand mit sich bringen. Dennoch sollte nicht darauf verzichtet werden, wie ein Praxisfall zeigt.

Jenny Markov

Die Fruchtbarkeit der Sauen ist das Kapital des Schweinezüchters. Wird eine Sau während der Trächtigkeit gepflegt und gefüttert und am Ende bringt sie nur wenige lebende Ferkel zur Welt, dann ist viel Arbeit und Futter verlorengegangen. Deshalb sind Krankheiten, welche zu Fruchtbarkeitsstörungen führen, besonders gefürchtet.

Rechtzeitig forschen Eine hohe

Gehäuft vorkommende Totgeburten oder Aborte, vor allem aber auch mumifizierte Ferkel legen den Verdacht auf Parvovirose nahe.

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Umrauscherquote ist noch am ehesten zu verschmerzen. Immerhin wird innerhalb von drei Wochen bemerkt, dass die Sau nicht trägt. Selbstverständlich sollte trotzdem rechtzeitig nach der Ursache geforscht werden. Aborte stellen bereits einen grösseren Verlust dar, da die Sauen länger gefüttert wurden und das Problem oft unbemerkt bleibt. In der Gruppenhaltung wird Abortmaterial meist von anderen Sauen gefressen, so dass der Abort erst entdeckt wird, wenn die Sau wieder in Rausche kommt. Am teuersten sind Fruchtbarkeitsstörungen, die zu embryonalem Tod ohne Abort führen. Der Wurf wird ausgetragen, es kommen aber nur wenige lebende Ferkel zur Welt. Der Rest sind Totgeburten, Mumien oder wurde bereits im Frühstadium resorbiert.

Meldung ab dem dritten Abort Alle vier Symptome (Umrauschen, Aborte, Mumien und Totgeburten) können auf einem Betrieb gleichzeitig oder einzeln vorkommen. Bei vielen Krankheiten treten sie auch gestaffelt auf, also nach der Erstinfektion sind Umrauscher und Aborte zu verzeichnen und erst zu einem späteren Zeitpunkt Mumien und Totgeburten. Eine Trächtigkeit ist eine komplizierte Sache, die durch viele Faktoren gestört werden kann. Treten die Störungen gehäuft auf, muss unbedingt eine Abklärung gemacht werden. Gemäss Tierseuchegesetz besteht ab dem dritten Abort eine Meldepflicht an den Tierarzt. Mittels Blutuntersuchung müssen einige Krankheiten, die möglicherweise Aborte zur Folge haben, ausgeschlossen werden: PRRS, Schweinepest, Aujeszky’sche Krankheit, Brucellose, Leptospiren, Listerien… Aber auch häufigere Infektionen wie Rotlauf, Influenza (Grippe) oder eine Belastung mit Mykotoxinen können zu Aborten und Mumien führen.

Ohne Fieber und Husten Kommen in einem Betrieb auffällig viele mumifizierte Ferkel zur Welt, ohne dass sonstige Symptome wie Fieber, Husten oder Aborte beobachtet wurden, dann liegt der Verdacht Parvovirose nahe. Das porcine Parvovirus (PPV) kommt weltweit vor und viele Schweine sind gesunde Träger des Virus. Es vermehrt sich im Verdauungstrakt der Schweine, ohne Symptome zu verursachen. Das Virus kann in der Umgebung während vielen Monaten überleben und ist resistent gegenüber den meisten Desinfektionsmitteln. Die Sauen infizieren sich über das Maul durch Tröpfchen und scheiden ein

SMEDI-Syndrom Das Krankheitsbild der Parvovirose wird allgemein als SMEDI-Syndrom bezeichnet: • Stillbirth (Totgeburt) bei Infektionen kurz vor dem Geburtstermin, • Mumification (Mumifizierung) bei Infektion zu verschiedenen Trächtigkeitszeitpunkten, • Embryonic Death (Embryonaltod) bei Infektionen vor dem 35. Tag und • Infertility (Unfruchtbarkeit) nach Erstinfektionen in einer Herde.

bis zwei Wochen später wieder Viren aus über Kot, Speichel und Nasensekret. Nach zirka zehn bis 14 Tagen erreicht die Infektion auch die Föten in der Gebärmutter. Die Plazenta ist nicht betroffen, daher kommt es selten zu Aborten. Die rasche Zellteilung in den Embryonen bietet dem Virus optimale Vermehrungsbedingungen. Es wandert von Fötus zu Fötus, so dass es zur berühmten «Mumien-Leiter» kommt. Das heisst, einige Embryonen sterben ab, einige werden mumifiziert, manche tot geboren und einige sind lebensschwach bei der Geburt. Dies geschieht nur, wenn die Infektion vor dem 70. Trächtigkeitstag stattfindet. Bei einer späteren Infektion werden aktiv Antikörper gebildet und die Föten entwickeln sich normal.

Gefährdete Sauen rechtzeitig einleiten Als früheste Symptome einer Herdeninfektion tritt gehäuftes Umrauschen auf. Die Sauen erscheinen äusserlich gesund, zeigen kein Fieber und die Fresslust ist ungestört. Meistens wird die Infektion erst bemerkt, wenn es vermehrt zu Würfen mit nur zwei bis 3 2013 · UFA-REVUE


NUTZTIERE vier lebend geborenen Ferkeln oder typischen Mumien kommt. Der Infektionszeitpunkt liegt dann bereits etwa zwei bis drei Monate zurück. Ist der gesamte Wurf mumifiziert oder tot, wird die Geburt nicht ausgelöst und es kommt zum Übertragen bis zu einer Woche. Deshalb wird bei einem akuten Ausbruch empfohlen, die nächsten Sauen rechtzeitig einzuleiten, um schleppende Geburten zu vermeiden. Dies erhöht die Überlebenschancen der lebend geborenen Ferkel. Ansonsten kann nicht viel getan werden. Glücklicherweise hinterlässt die Infektion keine Schäden am Geschlechtsapparat. Die Sauen bleiben zuchttauglich. Eine überstandene Infektion führt zu einer guten Immunität, die mindestens ein Jahr anhält.

nem Ausbruch in der gesamten Herde. Dies zeigt sich zum Beispiel bei einer Dissertation am Virologischen Institut des Tierspitals Zürich von 1984: In 48 % der Fälle mit Aborten wurden Parvoviren nachgewiesen. Bereits 1992 war die Verbreitung deutlich kleiner. Eine Dissertation zu den Ursachen von Aborten und Totgeburten ergab nur noch in knapp 30 % der Fälle die Diagnose Parvovirose. Werden alle untersuchten Abortfälle des Instituts für Veterinärpathologie Zürich von 1988 bis 1999 betrachtet, so wurden in 15 % der Fälle Parvoviren nachgewiesen. Eine neuere Dissertation der Schweineklinik Zürich zum Thema Abortursachen fand 2010 nur noch 3 % Fälle mit Parvovirose.

Nur 3 % der Abortfälle Früher

Impfschema je nach Betriebsgrösse Dieser Rückgang ist auf den

war das Krankheitsbild gut bekannt und weit verbreitet. Es betraf vor allem Jungsauen, die neu in eine Herde eingegliedert wurden und noch keine ausreichende Immunität besassen. Oder es kam nach dem Zukauf einer infizierten Jungsau oder eines Ebers plötzlich zu ei-

fast flächendeckenden Einsatz der Impfung gegen Parvovirose zurückzuführen (Fragebogen von 2010: über 93 % der Betriebe impfen gegen PPV). Dabei handelt es sich um einen Totimpfstoff, der ein geringes Impfrisiko darstellt. Die Sauen werden bereits vor der Erstbele-

gung grundimmunisiert durch zweimaliges Impfen im Abstand von jeweils vier Wochen. Danach wird immer gegen Ende der Säugezeit nachgeimpft, damit der Impfschutz bei der nächsten Belegung wieder ganz frisch ist. Im Prinzip hält die Impfung gegen Parvoviren für ein ganzes Jahr. Die Impfung wird aber häufig als Kombinationsvakzine zusammen mit Rotlauf eingesetzt, gegen die der Impfschutz nur sechs Monate anhält. Für kleinere Betriebe können aufgrund der kurzen Haltbarkeit des Impfstoffs auch andere Impfschemas angewandt werden, zum Beispiel das zweimalige Impfen der gesamten Herde im Jahr, wobei frisch tragende Sauen ausgelassen werden. So ist sichergestellt, dass jede Sau mindestens einmal jährlich geimpft wurde.

Praxisfall Es ist aber nicht so, dass die Parvoviren wegen der Impfung aus der Schweizer Schweinepopulation verschwunden sind. Dies musste ein kleinerer Zuchtbetrieb im Berggebiet schmerzlich erfahren. Die Herde besteht aus zehn Zuchtsauen, die im Nebenerwerb betreut werden. Die Tiere sind gut gepflegt, sauber gehalten und eigentlich problemlos. Seit einigen Jahren wird in Rücksprache mit dem Bestandestierarzt auf die Impfung gegen Parvovirose verzichtet. Es war immer kompliziert, den passenden Impfmoment zu finden, ohne zu viel Impfstoff wegwerfen zu müssen, da die Haltbarkeit und Wirksamkeit von Impfstoffen sehr begrenzt ist, nachdem die Flasche einmal angebrochen wurde. So kam es, dass im letzten Frühjahr plötzlich Parvovirose mit den klassischen Symptomen ausbrach. In zwei Würfen gab es viele Mumien und Totgeborene, einige lebensschwache Ferkel und eine Remonte wollte gar nicht ferkeln. Als es dann endlich zur Geburt kam, war diese so problematisch, dass die Jungsau noch während der Geburt getötet werden musste. Der Wurf bestand nur aus Mumien. Fazit Im beschriebenen Fall betraf der Verlust «nur» zwei Würfe und eine Jungsau. Doch auf die Betriebsgrösse betrachtet ist es ein enormer Schaden. Es hätte noch viel Impfstoff entsorgt werden können, bevor sich der Verzicht gerechnet hätte. 䡵

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Bei einer ParvoviroseInfektion nach dem 70. Trächtigkeitstag entwickeln sich die Ferkel normal.

Sauen werden bereits vor der Erstbelegung gegen Parvovirose geimpft und danach immer gegen Ende Säugezeit.

Autorin Dr. med. vet. Jenny Markov, Schweinegesundheitsdienst (SGD), Büro Zürich-Ostschweiz, 8057 Zürich, www.suisag.ch Für Fragen zu den verfügbaren Impfstoffen und dem Impfschema wenden Sie sich am besten an den Tierarzt oder den zuständigen SGD-Berater. Und sollten trotz Impfung vermehrt Fruchtbarkeitsstörungen oder Aborte auftreten, ist ebenfalls der Tierarzt zu konsultieren.

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NUTZTIERE

Mehrpreis für Alpschweine ZUR VERWERTUNG VON SCHOTTE werden seit jeher auch Schweine auf den Alpen gehalten. Seit einiger Zeit kann über das Label «Alpschwein®» ein Mehrpreis generiert werden. Dabei gilt es, die Bedingungen hinsichtlich Tierbesatz, Haltung und Fütterung einzuhalten.

Auch im Jahr 2013 läuft das Programm der Alpschweine, das sich zunehmender Beliebtheit bei den Konsumenten erfreut. Es ist wichtig, sich jetzt schon Gedanken über die Produktion zu machen. Im Label gibt es zwei Produktionsarten, bei denen sich die Haltungsbedingungen leicht unterscheiden (siehe Tabelle).

Paul Steiner

50 kg beim Einstallen Damit die Schweine bereits zu Mastbeginn genug Schotte aufnehmen, um das raue Alpklima gut zu ertragen und in den rund 80 bis 90 Tagen das Schlachtgewicht zu erreichen, sollten sie bei der Einstallung rund 50 kg wiegen. Beim «Pro Montagna Alpschwein» ist es Vorschrift, dass die Jager bereits im Berggebiet geboren und auch dort aufgezogen worden sind. Aus ökologischen Gründen darf bei den Programmen «Alp Schwein» und «Pro Montagna Alpschwein» maximal ein Schwein pro Kuh gehalten werden. Für die Produktion kommen Alpen in der

Alpschweine lassen sich bestens vermarkten.

ganzen Schweiz und im Fürstentum Lichtenstein in Frage. Es muss gekäst werden und somit Molke (Schotte) anfallen, die vor Ort sinnvoll veredelt werden kann. Ebenso wichtig: Die Zufahrt auf die Alp muss sichergestellt sein.

Attraktive Preise Bei der Preisgestaltung liegt eine Mindestpreisgarantie

Bild: LSAG

auf Basis der offenen Kalkulation mit dem Jagerpreis der Woche 16 im aktuellen Jahr vor. Der Mindestpreis wird zu diesem Zeitpunkt festgelegt. Der Produzent profitiert dadurch von attraktiven Preisen. Die Schweine werden ab zirka 20. August bis zum Ende der Alpsaison (vor Bettag) abgeholt und gelangen so zu den Abnehmern. 䡵

Tabelle: Produktionsarten ®

Jager Grundanforderungen (BTS+Raus) Spezielle Haltungsanforderungen Fütterung Platzanforderungen

Auslauf auf Naturboden

Flächenrostanteil Kontrolle Zuschlag pro kg Schlachtgewicht UFA-REVUE · 3 2013

®

Alp Schwein QM-Jager aus dem Tal Produktionsrichtlinien Alp Schwein® klassisch Pro Kuh maximal ein Alpschwein

Pro Montagna Alpschweine QM-Jager aus dem Berggebiet Produktionsrichtlinien Alpschwein® Pro Montagna Pro Kuh maximal ein Alpschwein

Schotte (Molke) mit Labelergänzungsfutter Bei Fütterung im Auslauf mindestens 0.6 m2 Liegefläche, bei Fütterung in der Bucht mindestens 1.0 m2 Zusätzlich zur Raus-Verordnung pro Alp-Schwein dauernd mindestens 40 m2 Naturbodenauslauf Maximal 30 % Unabhängige Kontrolle durch kantonalen landwirtschaftlichen Kontrolldienst

Schotte (Molke) mit Labelergänzungsfutter Bei Fütterung im Auslauf mindestens 0.6 m2 Liegefläche, bei Fütterung in der Bucht mindestens 1.0 m2 Zusätzlich zur Raus-Verordnung pro Alp-Schwein dauernd mindestens 40 m2 Naturbodenauslauf Maximal 30 % Unabhängige Kontrolle durch kantonalen landwirtschaftlichen Kontrolldienst

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Fr. 1.20

Autor Paul Steiner, Anicom AG, Mitglied der Geschäftsleitung, 6210 Sursee, www.anicom.ch Interessiert? Melden Sie sich jetzt für die «Alp Schwein®» Markenfleischproduktion an! Die genauen Produktionsbedingungen sind auf der Homepage folgender Tiervermarkter aufgeschaltet: Anicom AG, www.anicom.ch; Linus Silvestri AG, www.lsag.ch

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BIO-SEITE

Wertschöpfung steigern mit Bio-Legehennen DIE EIERPRODUKTION ermöglicht es dem Bio-Betrieb, für einen wachsenden Markt mit sicherem Absatz zu produzieren. Was dabei alles zu bedenken ist, erklären Andreas Braun und Markus Schütz im Interview.

Der Schweizer Bio-Eiermarkt wächst. Heute liegt die Jahresproduktion bei über 100 Mio. Eiern, was rund 14 % der Schweizer Produktion ausmacht. Aktuell werden wieder Bio-Eier gesucht. Die UFA-Revue hat zwei Bio-Produzenten zu den Erfahrungen mit Legehennen befragt. UFA-Revue: Was mögen Sie an den Legehennen? Markus Schütz (MS): Die Bio-Haltung ist tierfreundlich. Ein glückliches Tier macht auch den Bauer glücklich. Andreas Braun (AB): Konsumentinnen und Konsumenten sind bereit, für Bio-Eier einen fairen Preis zu bezahlen. Dass die tierfreundliche Haltung geschätzt wird, motiviert mich. Auch ist es schön, für einen wachsenden Markt produzieren zu können. Warum sind Sie in die Eierproduktion eingestiegen? MS: Auf unserem Hof wurden schon immer Hühner gehalten. Meine Eltern haben diesen Betriebszweig ausgebaut und die Eier von 800 Hühnern alle direkt vermarktet. Für mich stellte sich die

«Man muss Freude haben an den Tieren», nennt Andreas Braun eine wichtige Voraussetzung für einen Einstieg in die Legehennenhaltung.

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Betriebsspiegel Generationengemeinschaft August und Andreas Braun, 8505 Pfyn Nutzfläche: 15 ha Tiere: 2000 Legehennen, 20 Milchkühe (noch bis Frühjahr 2013) Pflanzenbau: Mais, Weizen, Kartoffeln und Wiese Arbeitskräfte: Familien von August und Andreas Braun, Aushilfen bei Arbeitsspitzen Markus Schütz, 4802 Strengelbach Nutzfläche: 16.5 Tiere: 3000 Legehennen, 10 – 15 BioWeidebeef

MS: Zwei Drittel des Mistes verwenden wir selber. Für den Rest war es bei mir im Kanton Aargau kein Problem, Abnehmer zu finden. Hühnermist lässt sich bestens transportieren. Welchen Arbeitsaufwand bringen Bio-Legehennen mit sich? MS: Die publizierten Kalkulationen stimmen. Allerdings gibt es grosse Unterschiede von Herde zu Herde. AB: 2000 Hennen geben pro Jahr rund 1450 Stunden Arbeit. Sie beschäftigen etwa eine halbe Arbeitskraft.

Frage, ob ich diesen Zweig ausbauen oder aufgeben sollte. Bald merkte ich, dass man auch für den Handel gewinnbringend Eier produzieren kann. Aufgrund der Vorkalkulation habe ich mich schliesslich für eine Aufstockung der Produktion entschieden. Die Hühnerhaltung ist für meinen Betrieb ideal, da ich vor allem von den familieneigenen Arbeitskräften viel Unterstützung habe. AB: Auch bei uns waren 500 Hühner schon immer ein Standbein neben der Milchproduktion. Bio-Legehennen bieten eine willkommene Gelegenheit, die Wertschöpfung auf dem relativ kleinen Betrieb zu steigern.

Beschreiben Sie einen Normaltag. AB: Es beginnt um 6.30 Uhr mit der Überprüfung der Futter- und Wasseraufnahme via Computer. Man geht durch den Stall, kontrolliert die Hühner, Futter- und Tränkeeinrichtungen und hebt Bodeneier auf. Danach werden die Eier im Nest gesammelt und gereinigt. Dies ist die Hauptarbeit, auch nach dem Morgenessen. Zwischendurch erfolgen weitere Kontrollgänge, anfangs Umtrieb bis sechs Mal, am Schluss noch zirka drei Mal pro Tag. Um den Mittag werden die Hühner auf die Weide gelassen. Im Winter oder bei Schlechtwetter wird mindestens der Zugang zum ungedeckten Laufhof geöffnet. Ab 16.00 Uhr streuen wir Körner, nehmen die restlichen Eier aus und um 17.00 Uhr führen wir die Tiere zurück in den Stall. Vor dem Eindunkeln helfen wir Hühnern auf die Stange, die noch auf dem Boden sind. Einmal pro Woche wird gemistet.

Was mussten Sie punkto Nährstoffbilanz vorkehren? AB: Wir geben die Hälfte des Hühnermistes an benachbarte Bio-Betriebe ab.

Wie meistern Sie die intensive Phase rund ums Ein- und Ausstallen? MS: Fürs Ausstallen benötigen wir sieben Personen während 1.5 Stunden. Für

Pflanzenbau: Frisch- und Verarbeitungsgemüse, Getreide, Natur-, Kunstwiesen Arbeitskräfte: Betriebsleiter-Ehepaar, Eltern von Markus, 1 Angestellter (ca. 20 %), Teilzeitangestellte und 4 Saisonniers

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BIO-SEITE

Über 500 000 Eier pro Tag

die Reinigung und Reparaturen sind zwei Personen während sieben Tagen beschäftigt. Es ist wichtig, die Leerzeit im Stall kurz zu halten. Hier liegt Geld drin. Daher lohnt es sich, mit Angestellten oder Lohnunternehmen zu arbeiten. Was geschieht mit den Althühnern? MS: Ich lasse die Tiere privat von einem Metzger schlachten und vermarkte das Fleisch direkt. So verkaufe ich jährlich 2000 Suppenhühner oder Hühnerbrüste und -schenkel. Mich motivieren dabei der Bio-Gedanke und die Tatsache, dass ich weiss, wohin die Tiere gehen. Können Sie etwas zur Wertschöpfung aus der Bio-Legehennenhaltung sagen? MS: Auch hier stimmen die Kalkulationen von den Abnehmern und Agridea in etwa. Wenn’s gut läuft, können die Deckungsbeiträge höher liegen, wenn’s schlecht läuft tiefer. Positiv erscheint mir die geringe Abhängigkeit von den Direktzahlungen. Gibt es eigentlich eine Versicherung, die Risiken wie Krankheitsausbrüche deckt? MS: Ich habe eine Epidemieversicherung. Mit 3000 Hühnern ist das Risiko sonst zu gross. AB: Zu den versicherten Risiken gehören zum Beispiel Salmonellen und Viruskrankheiten wie Vogelgrippe, die man medikamentös nicht therapieren kann.

MS: Wünschenswert wären robustere Hennen. Wir arbeiten mit einem Hochleistungstier, das auf die Bio-Bedingungen nicht abgestimmt ist. Mit welcher Abschreibungs- und Amortisationsdauer rechnen Sie beim Stall? AB: Er wird innerhalb von 20, die Einrichtungen innerhalb von 10 Jahren abgeschrieben. Im Vergleich zu anderen Betriebszweigen ist die Amortisationsdauer bei der Hypothek kurz, vorausgesetzt, es läuft alles wie geplant. MS: Natürlich hängt dies auch von der Entwicklung in den anderen Betriebszweigen ab.

Auf dem Bio-Betrieb lassen sich mit Geflügelhaltung interessante Deckungsbeiträge erzielen. Neben Bio-Eierproduzenten sind auch BioGeflügelmäster gesucht. Kontakt: UFABeratungsdienst (siehe Kasten). -

Auskünfte zum Einstieg in die BioEierproduktion erteilt: Daniel Meierhans, EiCO, Weyermannsstr. 18, 3008 Bern,  031 380 88 12, E-Mail: daniel.meierhans@eico.ch

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit der EiCO? AB: Mir ist die Regionalität sehr wichtig. Als einer der ersten Bio-Produzenten profitiere ich von einem Vertrauensverhältnis zur EiCO. MS: Bei mir gaben die menschlichen Kontakte den Ausschlag. Ich merkte, dass ich es mit einem professionellen Partner zu tun habe. Positiv finde ich, dass die EiCO direkt an die Grossverteiler liefert, so dass bis zur Ladenfront wenige Schritte dazwischen stehen. Was sind die wichtigsten Voraussetzungen, damit ein Betrieb mit Bio-Legehennen glücklich wird? AB: Man muss Freude haben an den Tieren und die ganze Familie muss hinter der Bio-Produktion stehen. Nur wegen den Hühnern auf Bio umzustellen, empfehle ich nicht. Weiter ist wichtig, auf der Absatz-und Lieferantenseite gute Partner zu haben. In besonderen Situationen muss man sich Zeit freischaufeln können, um die Tiere intensiver zu betreuen.

Die EiCO ist eine der wichtigsten Eierhandelsfirmen der Schweiz. Als national tätiges Unternehmen, hat EiCO Abnahmeverträge mit Produzenten aus allen Regionen der Schweiz. Rund 15 % dieser Landwirte produzieren biologisch. In den Kompetenzzentren Bern und Märstetten (TG) werden täglich über 500 000 Eier auf deren Qualität geprüft, gewogen und in unterschiedliche Verpackungen gepackt. EiCO beliefert alle namhaften Detailhandelsunternehmen der Schweiz mit einem Vollsortiment, das vom regional ausgelobten Rohei bis zum perfekt gekochten BioOsterei reicht. Als genossenschaftlich organisiertes Unternehmen sieht sich EiCO als Bindeglied zwischen dem Eierproduzenten und dem Detailhandel.

Anforderungen Bio-Eierproduktion • Freude an Tieren. • Freie Arbeitskapazitäten (1450 h/Jahr). • Reserven in der Nährstoffbilanz. 50 % der anfallenden Nährstoffe müssen auf dem Betrieb eingesetzt werden. • Zertifizierte Bio-Betriebe (keine Umstellungsbetriebe). • Zukunftsbetriebe. Interessiert? Melden Sie sich beim UFA-Beratungsdienst: • • • •

«Auch für den Handel kann man kostendeckend und gewinnbringend Eier produzieren», zeigen die Erfahrungen von Markus Schütz.

Puidoux: Zollikofen: Sursee: Wil:

 058 434 09 00  058 434 10 00  058 434 12 00  058 434 13 00

MS: Bevor man einsteigt, sollte man sich gut informieren, viele Ställe anschauen und mit Praktikern diskutieren. Sonst kommt das böse Erwachen, sobald Probleme auftreten. Die Arbeitskräfte für die Rund-um-die-Uhr-Betreuung der Hühner und auch eine solide finanzielle Basis müssen vorhanden sein. 

Interview Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee.

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Branchen

Nutzen Sie diese aktuellen Adressen im neuen Branchenverzeichnis der UFA-Revue.

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METRABOL

2942 Alle 2800 Delémont 1564 Domdidier 1470 Estavayer-le-Lac 3360 Herzogenbuchsee 3052 Zollikofen 1733 Treyvaux

寿 058 434 04 10 寿 058 434 04 20 寿 026 675 21 41 寿 026 663 93 70 寿 062 956 62 25 寿 058 434 07 90 寿 026 413 17 44

Bolus nach dem Kalben

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KURZMELDUNGEN LANDLEBEN

Naturholzmöbel – 3600 Pulsschläge weniger pro Nacht! Am 15. und 16. März 2013 präsentiert Diga im Rahmen der traditionellen Frühjahrs-Hausmesse die neue Naturholz-Collection. Im Trend sind Kernbuche und Eiche. Eine Studie der medizinischen Universität Graz fand heraus, dass Holz eine heilsame Wirkung entfalten kann, wenn es massiv und unbehandelt besessen, beschlafen und bewohnt wird. In einem Experiment wurden für Testpersonen in zwei Arbeitszimmern je ein Bett aufgestellt eines aus reinem Naturholz und eines aus künstlich imitiertem Holz. 3600 Pulsschläge weniger in der Nacht, längere Tiefschlafphasen, bessere subjektive Schlafqualität, ein stärkeres vegetatives Nervensystem sowie bessere Konzentrationsfähigkeit wa-

ren das beeindruckende positive Fazit für Naturholz. Wer Naturholz schätzt, ist bei Diga Möbel gut aufgehoben. Die neue Diga-Naturholz-Collection 2013 beweist stilvoll, dass Naturholz mit modernem Wohndesign optimal vereinbar ist. Weil Diga nicht nur in der Schweiz, sondern auch in kleinen Manufakturen im EU-Raum produziert, profitiert der Kunde vom starken Franken. Als einziger Anbieter von Qualitätsmöbeln gibt diga auch eine Tiefstpreisgarantie ab. Fin-

det der Kunde das gleiche Modell anderswo günstiger, wird der Differenzbetrag zurückerstattet. Alle mit dem «Subito-Signet» ausgezeichneten Modelle (über 30 % des Sortiments) werden innert 5 Tagen geliefert und montiert. Aktuell findet man das ganze Programm wohnfertig präsentiert in allen 10 Wohnaustellungen in Crissier (VD), Dietikon (ZH), Dübendorf (ZH), Emmen (LU), Galgenen (SZ), Granges-Paccot (FR), Hägendorf (AG), Lyssach (BE), Pratteln (BL) und Rickenbach (SG). Diga gewährt allen LANDI-Mitgliedern während der Hausmesse am 15. und 16. März einmalig 20 + 5 % Barzahlungsrabatt, gratis geliefert und montiert. Diga Möbel, www.diga.ch.

Karins Tipp Potenziale und Perspektiven

Gesunder Brotaufstrich Vogelmiere-Sprossspitzen fein schneiden, mit etwas geriebenem Meerrettich vermengen, ein paar Tropfen Zitronensaft dazugeben. Soviel Öl dazugeben, bis eine streichfähige Paste entsteht. Die Vogelmiere ist nicht nur für uns eine Delikatesse, sie ist eine wichtige Vogelfutterpflanze. Bäuerinnen beobachten eine vermehrte Eierproduktion, wenn die Vogelmiere für ihre Schützlinge zugänglich ist. Interessant ist die Vogelmiere auch für die Kinder. Wenn sie die unteren Stängelteile vorsichtig auseinander ziehen, entdecken sie den elastisch-sehnigen Teil, den so genannten Hühnerdarm.

Karin Näf www.kraeuterkurse.ch UFA-REVUE · 3 2013

Anfangs Februar 2013 fand in Wien eine Tagung mit rund 180 Teilnehmenden aus Österreich, Deutschland, Südtirol, der Schweiz und Japan statt. In Vorträgen, Praxisforen und Podiumsdiskussionen wurden die Potenziale von Frauen in ländlichen Regionen ausgetauscht, beispielsweise in der von Mathilde Schmitt (Österreichische Akademie

Sebastian Pichelhofer, © Frauen am Land 2013

der Wissenschaften) geleiteten Podiumsdiskussion mit Hermine Hascher (Agridea), Andrea Schwarzmann (Österreich), Hiltraud Erschbamer (Südtirol), Christine Bühler (Schweiz) und Judith MoserHofstadler (ÖBV-Via Campesina Austria). Mehr Infos zur Tagung: www.wiso.boku.ac.at. Voraussichtlich findet 2015 in Deutschland eine weitere Frauentagung statt. Esther Thalmann

Tagungsband Landfrauen Aus der Tagung «Frauen in der Landwirtschaft», die 2011 in Bern statt-

fand, liegt nun ein Sammelband vor und gibt Einblick in die vielfältigen Themenkreise, die gegenwärtig Frauen in der Landwirtschaft beschäftigen. ISBN 978-3905561-95-1, 23 Fr. www.efefverlag.ch.

Prämienbefreite Rekruten Leistet jemand mehr als 60 Tage Militärdienst, untersteht er der Militärversicherung, die Krankheit und Unfall deckt. Die Versicherungspflicht kann sistiert werden. Die Sistierung betrifft die Grundversicherung, die Zusatzversicherung bleibt prämienpflichtig. Die Versicherten müssen ihre Krankenkasse mindestens acht Wochen vor Beginn der Rekrutenschule informieren. Die Agrisano jedoch nimmt auch verspätete Meldungen entgegen. Dazu sind eine Kopie des Marschbefehls und die Bestätigung des Dienstantritts einzureichen. ww.agrisano.ch Sistierung während der RS für die Krankenkassengrundversicherung.

Verlosung

Bistroschürze im Edelweisslook

Bistroschürzen im Edelweisslook sind beliebt. Neu hat der Landwirtschaftliche Informationsdienst auch kurze Bistroschürzen im Edelweisslook im Angebot, die sich sowohl an der Frau wie auch am Mann gut machen. Die Schürze ist dunkelblau, mit einem vertikal eingenähten Streifen Original-Edelweissstoff. Auf der Bordüre des Bändels ist die Schürze mit dem Slogan «Gut, gibt's die Schweizer Bauern» auf deutsch und französisch dekoriert. Die Schürzen sind gut waschbar bei 60 °C und bügelfrei. Die UFA-Revue verlost fünf kurze Edelweissbistroschürzen im Wert von je 26 Fr. Schreiben Sie eine SMS an 880 (90 Rp.) mit KFL Edelweiss Name Adresse. Einsendeschluss ist der 15. März 2013.

Gewinner UFA-Revue 2/2013 Katharina Bartholmé-Moser aus Mettmenstetten, Martial Fleury aus Berolle, Cédric Gillioz aus BasseNendaz, Brigitte Mori aus Rüdtligen und Thomas Zeberli aus Zug gewannen eine swisspatat-iPhoneHülle im Wert von je Fr. 19.90.Diese iPhone-Hülle kann auch bei swisspatat direkt bezogen werden. www.kartoffel.ch

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 75


LANDLEBEN

Die Landwirtschaft im Film FILMARCHIVIERUNG Das filmische Schaffen in der Landwirtschaft begann im frühen 20. Jahrhundert. Spannend ist die Vielfalt an Themen, die sich in den Filmproduktionen finden. Diese bäuerliche Filmkultur darf nicht in Vergessenheit geraten. Es lohnt sich, die Filmbestände im Archiv für Agrargeschichte nach Trouvaillen zu durchstöbern.

Thomas Schibli

In den Beständen des Archivs für Agrargeschichte (AfA) befindet sich eine Vielzahl dokumentarischer Filme über die Landwirtschaft. Zur Erhaltung dieses Filmmaterials muss das Agrararchiv grosse Anstrengungen unternehmen. Alle Filme werden an Spezialgeräten visioniert und neu verpackt. Visionieren heisst, dass jeder Film vollständig angeschaut wird. Informationen über sein Format, seine Länge, über die an der Produktion beteiligten Personen sowie eine Zusammenfassung davon, was im Film zu sehen ist, werden tabellarisch festgehalten. Wer sich für das archivierte Filmmaterial interessiert, kann via eines OnlinePortals auf www.agrararchiv.ch digitalisierte Ausschnitte von alten Filmen anschauen. Das Originalmaterial wird im Lichtspiel, einem spezialisierten Filmarchiv, in Bern gelagert. Inhaltlich finden sich drei Themenbereiche häufig in dem vom AfA gesammelten Filmmaterial. Es sind dies: 1. Die Interaktion von Wissenschaft, Verwaltung und agrarischer Praxis. 2. Die Darstellung bäuerlicher Arbeit. 3. Die Visualisierung des Verborgenen.

Wissenschaft, Verwaltung und agrarische Praxis Zum Bereich «Wissenschaft, Verwaltung und agrarische Praxis» gehören beispielsweise viele Viehzuchtfilme. Viehzuchtverbände waren neben Organisationen aus der Milchwirtschaft Pioniere in der Produktion landwirtschaftlicher Filme. Sie nutzten den Film schon ab den frühen 1920er-Jahren primär als Propagandamittel. Die Koordination der Filmproduktionen zur schweizerischen Viehzucht übernahm damals die Kom76

mission schweizerischer Viehzuchtverbände (KSV, heute ASR). Nach einem ersten, bisher unbekannten «Schweizerischen Tierzuchtfilm» von 1923/24 erschienen in den Jahren 1939 auf die Landesausstellung in Zürich und 1947 auf die schweizerische Tierausstellung im Rahmen der zürcherischen Landwirtschafts- und Gewerbeausstellung hin zwei weitere Viehzuchtfilme. Diese waren alle schwarz-weiss und befassten sich mit verschiedenen Rinderrassen. Mitte der 1950er-Jahre strebte man die Produktion eines neuen Viehzuchtfilmes in Farbe an, der auch filmtechnisch auf der Höhe der Zeit sein sollte. Dazu erstellte nun jeder der vier schweizerischen Viehzuchtverbände einen Film über die eigene Rasse. Die Fertigstellung dieser Filme erfolgte auf die Landesausstellung von 1964 in Lausanne. Die vom Fleckviehzuchtverband in Auftrag gegebene Produktion trug den Titel «Glück im Stall». Der Film zeigt die Interaktionen zwischen dem einzelnen Viehzüchter und dem wissenschaftlichen Apparat des Viehzuchtwesens. In einer interessanten Sequenz geht der Züchter im Kopf die Überlegungen durch, die er sich bei der Besamung der Kuh Alpina macht. In einer anderen Szene wird anhand der Milchkontrolle die moderne Auswertung von Daten gezeigt – also die Grundlagen des Herdebuchwesens. Die Szene, in welcher sich der Bauer und die Bäuerin über die Zucht besprechen, wird überlagert von der Intervention des staatlich-verbandlichen Beraters, dem es um die Durchsetzung einer flächendeckenden Milchkontrolle zur Steigerung des Fettgehalts und Standardisierung der Milchqualität geht.

Bäuerliche Arbeit Die archivierten Filme, die zum Themenbereich «bäuerliche Arbeit» gehören, zeigen den Umgang mit dem «Lebendigen», also mit der Natur. Diese Dokumente illustrieren zudem die vielfältigen Beziehungen von Eltern und Kindern, Männern und Frauen sowie von Meistersleuten und Dienstboten in der Landwirtschaft. In der Hierarchie der Dienstboten standen die Melker ganz zuoberst. Weil sie den Viehbestand betreuten, hatten sie Mitsprache in Zuchtfragen und waren auch verantwortlich für die Milchqualität. Zum Zielpublikum eines 1956/57 produzierten Lehrfilms über die Reinigung des Milchgeschirrs (Milchgeschirr unter der Lupe) gehörten deshalb die Melker, aber auch die Bäuerinnen und Mägde. Denn für die Reinigung und Pflege des Milchgeschirrs waren im ganzen 20. Jahrhundert meist Frauen verantwortlich. Dass ein Film, der die Förderung der Milchqualität durch eine korrekte Reinigung des Milchgeschirrs zum Ziel hatte, von der Propagandazentrale der Schweizerischen Milchwirtschaft in Auftrag gegeben und mitkonzipiert wurde, illustriert, dass Werbung im Agrarsektor schon immer sowohl die Konsumenten- als auch die Produzentenseite mit einschloss. Bäuerinnen im Film Eine der wichtigsten Verfechterinnen der Idee, im Rahmen der Ausstellung über Frauenarbeit (SAFFA) 1928 in Bern einen Film über die Bäuerinnenarbeit zu drehen, war die waadtländer Bäuerin Augusta Gillabert-Randin. Sie bewirtschaftete zusammen mit ihrem Ehemann von 1893 – 1914 das Gut «La Faye» in der Nähe von Moudon. Nach dem Tod ihres 3 2013 · UFA-REVUE


LANDLEBEN

Mannes führte sie den Betrieb selber weiter und gründete 1918 mit der Association des productrices de Moudon (APM) die erste Bäuerinnenorganisation der Schweiz. Wahrscheinlich waren es gerade die Möglichkeiten einer bildgetreuen Darstellung, die den Bäuerinnen den Film als geeignetes Medium für die Präsentation ihrer Arbeit erscheinen liess. Denn während es in anderen Bereichen bereits klare Vorstellungen über die eigenständigen Arbeitsbereiche der Frauen gab, waren die Tätigkeiten der Bäuerinnen noch sehr eng an jene der Bauern gebunden. Ausserdem erhofften sich die Initiantinnen von einem Film über die waadtländer Bäuerinnen auch einen Gegenpol zur Industrie- und Gewerbelastigkeit der SAFFA. Die Produktion des Filmes übernahm Arthur Adrien Porchet. Mit ihm handelten Augusta Gillabert-Randin und ihre Kolleginnen aus, dass er einen Streifen von 1000 Metern Länge mit dem Titel «La paysanne au travail» produzieren sollte, der die Arbeit von Bäuerinnen aus dem ganzen Kanton innerhalb eines Jahresablaufs darstellte. Nicht nur an der SAFFA, sondern auch bei den anschliessenden Vorführungen in den Waadtländer Dörfern kam der Film beim Publikum gut an.

Reichtum der Erde Ein

anderer Film aus der Romandie, «Richesse de la terre», wurde 1939 im Auftrag der Zentrale für Handelsförderung unter der Regie von Fred Surville gedreht. Neben der Thematisierung des Zusammenspiels von Mensch und Tier im

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bäuerlichen Alltag wird im Film aus der heutigen Perspektive vor allem ersichtlich, wie sich die Wahrnehmung der Landschaft mit den sich verändernden Arbeitsprozessen in der Landwirtschaft wandelte.

Visualisierung des Verborgenen So wie Filme bereits sehr früh zur Darstellung bäuerlicher Arbeitsprozesse und Arbeitsfelder eingesetzt wurden, spielte dieses Medium in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Landwirtschaft auch eine wichtige Funktion bei der Visualisierung von Erscheinungen und Prozessen, die im Alltag zwar wirksam, aber oft von blossem Auge gar nicht sichtbar waren: So beispielsweise Bakterien, Viren und Käfer. Diese dem menschlichen Auge verborgenen Einwirkungen auf den bäuerlichen Alltag bekamen dank den in Filmen gezeigten Animationen und mikroskopischen Vergrösserungen buchstäblich ein Gesicht. Zur Eindämmung, Bekämpfung oder Nutzung dieser «verborgenen Realitä-

ten» spielten Filme lange Zeit eine wichtige Rolle.

Bedrohtes Filmerbe Das Archiv für Agrargeschichte stösst meist unerwartet auf Filmarchivalien. Und oftmals wissen selbst die Besitzer nicht um die Schätze, die in ihren Kellern lagern. Damit die Filme aber auch den kommenden Generationen zur Verfugung stehen, müssen sie in einem aufwändigen Prozess gesichtet, beschrieben und korrekt gelagert werden. Ohne die Zusammenarbeit verschiedener Institutionen und der Bereitschaft diese Arbeit zu finanzieren, drohen die wertvollen und sinnlich erfahrbaren Quellen in Vergessenheit zu geraten oder gar zerstört zu werden. Der Film prägte als zentrales Medium des 20. Jahrhunderts ganze Generationen. Entsprechend vielfältig sind die Themen, die sich in den Produktionen finden. Je nach Lesart und Fragestellung erhält man deshalb aus den Filmen auch unterschiedliche Informationen über die Vergangenheit. 䡵

Standbilder aus dem Film «Glück im Stall», 1964, Regie August Kern. Bilder oben links Nach der Visionierung neu verpackter Film im 16 mm Format. Bild oben

Ausschnitte von Landwirtschaftsfilmen sind auf der Homepage www.agrararchiv.ch zu finden.

Autor Der Historiker Thomas Schibli ist wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Archiv für Agrargeschichte, 3007 Bern, www.agrararchiv.ch

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LANDLEBEN

Hinter den Kulissen einer Landwirtschaftsausstellung AGRISCHA 2013 Am 6. und 7. April 2013 findet die vierte «agrischa – Erlebnis Landwirtschaft» in Chur statt. Eine Ausstellung in dieser Grösse erfordert auch eine zeitund arbeitsintensive Vorbereitung innerhalb des bäuerlichen Organisationsteams.

Barbara Buchli-Dönz

Landwirtschaftsausstellungen schlagen eine Brücke zwischen dem bäuerlichen Leben und der nichtbäuerlichen Bevölkerung, sie sind erlebnisreich und bleiben bei Jung und Alt positiv in Erinnerung. So auch die bündnerische Erlebnisausstellung Agrischa, wo rund 12 000 Besucherinnen und Besucher hautnah eine moderne, natürliche, aber auch zukunftsgerichtete Bündner Landwirtschaft erleben.

vertretern der diesjährigen Gastregion Bündner Herrschaft/Fünf Dörfer, Plessur und Imboden aufgeteilt. Der Aufwand in den Hauptbereichen Tiere, Festwirtschaft, Infrastruktur, Sponsoring und Kommunikation ist gross. Die Vorbereitungen sind seit letztem Sommer im Gange. Eine grosse Herausforderung ist es jeweils, diesen Grossanlass zu finanzieren – ohne Sponsoren und Gönner ein Ding der Unmöglichkeit.

Noch gut einen Monat bis ans Ziel Die Organisation der gesamten

Der Schlüssel zum Erfolg Um

Landwirtschaftsausstellung ist auf ein 18-köpfiges Team aus Bauernvereins-

An beiden Tagen erwartet die Besucher eine Vielzahl an Tierpräsentationen. Foto: agrischa

Programm Samstag, 6. April 2013 • Milchviehausstellung und –rangierung • Schulklassen präsentieren ihre Bastelkuh • Abendprogramm mit Kapelle Oberalp und Partyband Alpenstarkstrom Sonntag, 7. April 2013 • Tag des Pferdes • Jungzüchter Lieblingstierwettbewerb • Schafausstellung mit Interregionencup Zusätzlich erwarten Sie an beiden Tagen • Attraktionenring mit Rassenpräsentationen • Familienolympiade • Streichelzoo, Strohburg und Trettraktorenparcours • Landmaschinenausstellung • Handwerks- und Produktemarkt • Kartoffel-Showkochen in der Bündner Landfrauenküche • Festwirtschaft mit allen Sinnen geniessen • Diverse Musikformationen auf dem Festgelände www.agrischa.ch

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den zweitägigen Grossanlass auf die Beine zu stellen und die Bündner Landwirtschaft im «Schaufenster» zu präsentieren, braucht es die Mithilfe von rund 650 freiwilligen Helfern. Rund 450 Bäuerinnen und Bauern aus den Gastgebervereinen werden an beiden Ausstellungstagen zur Mithilfe aufgeboten. Sie absolvieren ihren Einsatztag als Botschafter ihres Berufszweiges. Zusätzlich wirken Vereinigungen wie die Bündner Landfrauen, Bündner Jungzüchter und regionale Vereine aktiv mit.

Der richtige Mann am richtigen Platz Der Kanton Graubünden ist seit vielen Jahren als Zuchtkanton, speziell bei der braunen Rindviehrasse, national und international bekannt. Bündner Bauern, welche viel Motivation und Freude an der Zucht haben, stehen bei der traditionellen Milchviehrangierung am Agrischa-Samstag im Mittelpunkt. Es ist kein Zufall, dass das Organisationskomitee die Federführung an den Meisterlandwirt Andi Walser aus Haldenstein übertragen hat. Der 40-jährige Familienvater ist nicht nur als Präsident von Bruna Grischuna oder als Verbandsexperte von BraunviehCH bekannt, sondern

auch als erfolgreicher Brown Suisse Züchter. Während seiner Hofabwesenheit halten seine Frau Myrta, die drei Kinder, Eltern und Schwiegereltern sowie der Lernende Martin Egli aus St. Antönien zu Hause die Stellung. Der stattliche Milchwirtschaftsbetrieb umfasst 70 Braunviehtiere und 9 Pensionspferde.

Gelebte Tradition verbindet Im Ressort Milchvieh verteilen sich die Aufgaben auf fünf engagierte Bauern. Budget, Infrastrukturplan, Schauablauf und Reglemente mussten erarbeitet und auch dem Amt für Tiergesundheit eingereicht werden. Die Wahl des richtigen Tagesspeakers, kompetente Schauexperten und attraktive Ehrendamen sind für eine spannende Austragung bis zur Misswahl entscheidend. Vom Chef zum Teilnehmer Jeder Züchter kann selber entscheiden, mit welchen Tieren er für seinen Betrieb werben will. Er muss die Tiere optimal für die Ausstellung vorbereiten. Hierzu gehört nicht nur das Laufen am Halfter, sondern wichtig ist auch, dass die sensiblen Hochleistungstiere gesund und topfit sind und sich am Ausstellungstag von ihrer schönsten Seite präsentieren. Als Gründungsmitglied der Bündner Jungzüchter ist Andi Walser stolz, dass auch der Züchternachwuchs im 20. Jubiläumsjahr mitwirkt. 䡵

Autorin Barbara Buchli-Dönz leitet die Geschäftsstelle des Bündner Bauernverbands in Cazis (GR).

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REZEPT LANDLEBEN

Traditionell und innovativ RHEINTALER REZEPTE Margrith Keller aus Grabs kocht mit Energie und Finesse. Gerne experimentiert sie mit neuen Gerichten. Im Haushalt hat sie diesbezüglich volle Freiheit, ist sie hingegen als Präsidentin der Werdenberger Bäuerinnen Apérogruppe unterwegs, heisst es genau nach Plan vorgehen.

Pikante Ribelmaiswähe Teig 200 g Mehl 70 g Butter ½ KL Salz 5 – 6 EL Wasser (kalt) Einen Wähenteig herstellen. Zugedeckt ca. 30 Minuten an der Kälte ruhen lassen. Auswallen und auf einem Wähenblech auslegen. Füllung ½ l Wasser 10 g Salz 100 g Rheintaler Ribelmais 100 g Schinken oder Speckwürfel ½ Zwiebel 150 g Gemüsewürfeli (Rüebli, Lauch, Sellerie) Peterli 100 g Reibkäse, rezent 2 Eier, verquirlt 1 dl Rahm 1 dl Milch Das Wasser mit Salz aufkochen und den Ribel einrühren. Auf kleiner Hitze 10

Minuten kochen und dann auskühlen lassen. Schinken und Gemüse fein schneiden. Andämpfen und mit der Ribelmasse mischen. Käse, Eier, Rahm und Milch mit der Ribelmasse verrühren. Würzen und die Masse auf dem Wähenteig verteilen. Backen: 30 Minuten bei 200 Grad Celsius. Lauwarm servieren.

Margriths Burgundertopf 600 g Rindsvoressen 150 g Speckwürfel

1 grosse Zwiebel 1 EL Mehl 1 Flasche Blauburgunder ½ Orange Salz, Pfeffer

Gemahlener Ribelmais AOC in Vollkorn-Qualität aus dem Rheintal.

Die Zwiebeln fein schneiden und mit den Speckwürfeln im Brattopf andünsten. Aus der Pfanne nehmen und das Voressen auf grosser Hitze anbraten. Mehl darüber streuen und mitrösten bis das Mehl etwas Farbe annimmt. Mit Rotwein ablöschen bis das Fleisch bedeckt ist. Speckwürfel und Zwiebel wieder dazu geben. Gut würzen. Eine Orange waschen und halbieren und die eine Hälfte mit der Schale in der Sauce mitkochen (vor dem Servieren herausnehmen). Auf mittlerer Hitze zwei bis zweieinhalb Stunden kochen (oder im Winter den Topf ins Ofenrohr schieben). Je besser der Wein, desto besser ist auch der Burgundertopf. 䡵

Bäuerin mit Piff Margrith Keller (61) wohnt mit ihrem Mann Hans in Grabs (SG). Freude hat sie nicht nur an ihren drei Kindern, sondern auch an den Grosskindern im Alter zwischen vier und 21 Jahren. Von Juni bis Dezember verkauft sie am Werdenberger Markt (am 1. Samstag im Monat) ihre Backwaren und Obst. Nächstens starten Margrith und Hans Keller mit einem neuen Betriebszweig, nämlich mit «Bed&Breakfast». Für Kurzweil und Arbeit ist also gesorgt. Wenn sie denn nichts anderes zu tun hätte, erzählt Margrith Keller, dann schnitze sie – wunderschöne Figuren, kleine mit dem Schnitzwerkzeug und grosse mit der Motorsäge.

Die engagierte Bäuerin Margrith Keller ist Präsidentin des Vereins Bäuerinnen-Apérogruppe Werdenberg. Mitte Februar 2013 feierte diese erfolgreiche ApéroGruppe ihr zehnjähriges Jubiläum. www.baeuerinnen-apero.ch

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RARITÄTEN & NOSTALGIE LANDLEBEN

Volkskunde im Kurs DIE SCHWEIZERISCHE TRACHTENVEREINIGUNG organisiert einen interessanten Kurs «Volkskundliche Schweizer Geografie» unter der Leitung von Johannes Schmid-Kunz.

Was ist das: Ein Käsejerb oder ein Erbsensieb?

Schreiben Sie die Antwort an: info@ufarevue.ch oder per Post: UFA-Revue, Theaterstr. 15a, 8401 Winterthur. Verlost wird ein LANDIGutschein im Wert von 20 Fr. Einsendeschluss Mitte Monat.

Der Kurs richtet sich an volkskundlich interessierte Personen und findet am 6. April 2013 im Kirchgemeindehaus Winterthur-Stadt und am 7. April 2013 im Hotel Bern statt. Der Tageskurs gibt Einblicke in die Entwicklungsgeschichte der volkskundlichen Tätigkeitsgebiete. Fragestellungen sind: • In welchem Beziehungsgeflecht stehen Tracht, Musik, Tanz, Gesang und Sprache und was haben sie mit der Trachtenvereinigung zu tun? • Was hat die Überlieferung und was haben Modeströmungen zu heutiger Volkskultur beigetragen? Der Kursleiter Johannes Schmid-Kunz (Bild) ist ein vielseitiger Volkskulturspezia-

list, Volksmusiker (Hannelimusig, Quartett Laseyer), Volkstanzleiter (Volkstanzkreis Zürich) und Buchautor. Beruflich ist er in der schweizerischen Trachtenvereinigung (Geschäftsführer) engagiert und amtet als Leiter des Hauses für Volksmusik in Altdorf. Fragen zu den Themen können vor dem Kurs eingereicht werden. Der Kurs kostet inklusive Pausenverpflegung und Kursunterlagen 25 Fr. Anmeldung: Schweizerische Trachtenvereinigung, Rosswiesstrasse 29, 8608 Bubikon, Tel. 055 263 15 63, Fax 055 263 15 61, www.trachtenvereinigung.ch

Gastrokultur im Sensebezirk Der Sensebezirk ist der einzige rein deutschsprachige Bezirk im Kanton Freiburg. Hauptort ist Tafers. Dort in der Pfarreiwirtschaft St. Martin ist auch die «Wier Seisler Gastro & Kultur GmbH» zu Hause. Diese Firma will den Sensebezirk und seine Leute in den Mittelpunkt stellen. Die Nähe zum Senslermuseum und dem wunderbaren Dorfplatz ermöglichen eine ideale Zusammenarbeit in den Bereichen Gastronomie und Kultur. Gastronomie ist am 21. März, 5. September und 14. November 2013 angesagt, dann kochen nämlich die Seisler Bäuerinnen Monique Lehmann, Lötscher Rosemary und Antonia Schneuwly ihre Liebingsrezepte. www.wierseisler.ch

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Tag 1: Anreise mit der Bahn nach Zermatt â&#x20AC;&#x201C; Hotelbezug und Ă&#x153;bernachtung in Zermatt Am Fusse des Matterhorns liegt Zermatt, dessen be touristische Entwicklung eng mit dem wohl berĂźhmtesten Berg der Welt verknĂźpft ist. Der autofreie Ferienort hat seinen ursprĂźnglichen ChaCha rakter erhalten und bietet fast unbegrenzte AusflugsmĂśglichkeiten.

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Tag 2: Fahrt mit dem Glacier Express nach St. Moritz

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Vom Matterhorn ins Oberengadin oder umgekehrt in rund 8 Stunden. NatĂźrlich gäbe es auch schnellere Wege. Aber keinen schĂśneren als den mit dem Glacier Express, dem Panoramazug quer durch die Schweizer Alpen. Hier ist wirklich der Weg das Ziel. Hinauf auf den 2033 m hohen Oberalppass, hinunter in die Rheinschlucht, durch 91 Tunnels und Ăźber 291 BrĂźcken, von Zermatt am Fusse des Matterhorns bis zum weltbeweltbe kannten Kurort St. Moritz. Die Tagesreise mit dem Glacier Express ist alles ausser langweilig. Die Panoramawagen bieten uneingeschränkte Sicht auf PasshĂśhen und Bergseen, schroffe Steilwände und unberĂźhrte Wälderr, in von Wasser gegrabene, tiefe Schluchten mit bizarren Steinformationen, Ăźber sanfte Ebenen und in typische BergdĂśrferr. Im Jahr 1930 verkehrte der erste Glacier Express ab Zermatt, der heute zu den fĂźnf weltweit bekanntesten, touristischen Marken der Schweiz gehĂśrt. Hotelbezug und Ă&#x153;bernachtung in St. Moritz. Tag 3: Heimreise oder Verlängerungsnacht in St.Moritz Moritz

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Feurige Mexikanerinnen ZINNIEN sind zauberhaft schöne Blüten für Balkon, Garten und Vasen. Sie trumpfen bis zum Frost mit prächtigen, brillant leuchtenden Farben auf. Im März kann man sie in Schalen aussäen – und damit die Schnecken austricksen. Dann blühen die Schönheiten kurz nach dem Auspflanzen Ende Mai. Grüne Tipps für den Nutzund Ziergarten

Edith Beckmann

oben: Blüte

als Kunstwerk: Wer kann dem Charme von Zinnien widerstehen?

Bild: Cornerstone/pixelio.de

rechts: Sonniger

Blütenschatz: Zinnien verbreiten unbeschwerte Fröhlichkeit. Bild: Holger Beckmann

Zinnien locken Schmetterlinge an: Ein farbenprächtiger Schwalbenschwanz nascht Nektar. Bild: Dieter Haugk/pixelio.de

Wo Zinnien blühen, geben sich Schmetterlinge und Bienen ein munteres Stelldichein. Sie werden von der strahlenden Leuchtkraft der Blumenkinder genauso magisch angezogen, wie die Augen der Betrachter. Ausgesprochen dankbar sind Zinnien auch. Unermüdlich öffnen sie neue Blüten bis zum Frost. Sogar in der Vase hal-

ten sie gut zwei Wochen. Zudem zahlt sich das fleissige Schneiden für Sträusse aus. Das animiert die Pflanze, neue Blütenknospen auszubilden.

• Bodenabdeckung (Mulch) auf den Beeten abrechen. Als Grunddüngung pro Quadratmeter zwei Schaufeln Kompost oder Volldünger ausbringen und leicht einhacken.

Von niedlich zu imposant

• Erdbeerbeete säubern, vertrocknete Blätter abschneiden und Zwiebeln zwischen die Pflanzen stecken.

Die Vielfalt ist betörend. Nicht nur bei den Farben, sondern auch bei den Wuchshöhen, Blütenformen und -grössen ist Auswahl garantiert. Niedrige Sorten wie «Profusion» in apartem Kirschenrot, Weiss und Orange wachsen kompakt und werden gerade einmal 30 Zentimeter hoch. Damit eignen sie sich perfekt auch für Töpfe und Balkonkistchen, genauso wie diejenigen der Zahara-Gruppe. Überaus imposant sind hingegen dick gefüllte Zinnienblüten. Diejenigen von «Perserteppich» sind zweifarbig und thronen auf halben Meter hohen Stängeln. Sie werden als Samenmischung in reichem Farbenspiel angeboten. Etwas höher wachsen die Zinnien «Pepermint Stick» mit attraktiv gefleckten Blüten. Und wer so richtig zum Blütenspektakel aufspielen will, wählt Riesenmischungen oder Dahlienblütige Zinnien mit rund einem Meter Höhe.

Robuste Blumenpracht Zinnien sind widerstandsfähig gegen Krankheiten und ausgesprochen pflegeleicht. Auf Dünger können sie weitgehend verzichten, auf nasse Füsse aber auch: Nur ja nicht zu viel giessen! Obwohl Zinnien ausgeprägte Sonnenkinder sind, trotzen sie sogar Regenwetter. Es lohnt sich, Zinnien bereits im März in Schalen im Zimmer auszusäen. Pflänzchen einzeln in kleine Töpfchen setzen (pikieren), sobald sie sich mit zwei Fingern gut fassen lassen. Dann UFA-REVUE · 3 2012

• Wenn Beetrosen sichtbar treiben, die Zweige auf 15 Zentimeter Länge zurückschneiden. Angehäufelte Erde ausebnen, Rosendünger streuen und oberflächlich einhacken. • Auch bei Beerensträuchern ist die erste Düngung fällig. • Stauden und Ziergräser kurz vor dem Neuaustrieb handbreit über dem Boden abschneiden. • Heidegärten mit einem sauren Volldünger in zwei Gaben versorgen: Im März und April jeweils etwa 20 Gramm pro Quadratmeter ausstreuen.

kann man gegen Ende Mai blühende Pflanzen ins Freie setzen. So sind sie vor Schnecken gefeit: Sie machen sich mit Vorliebe über Jungpflanzen her, wenn Ende April direkt in den Garten ausgesät wird. Die Erde sollte leicht sauer sein. Eine Bodenabdeckung aus Moorbeeterde oder Torfersatz ist deshalb willkommen. 䡵

Autorin  Edith Beckmann, Freie Journalistin BR aus Frauenfeld (TG), leidenschaftliche Gärtnerin mit Wurzeln in der Landwirtschaft.

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ICH BIN GERNE BAUER LANDLEBEN

Ziel ist der Vollerwerb Christoph Moser hat eine vielseitige Ausbildung hinter sich. Er ist Landmaschinenmechaniker, Technischer Kaufmann und aktuell Meisterlandwirt. Auf allen Berufen hat er gearbeitet. Als Landwirt profitiert er vom erworbenen Wissen, weil er beispielsweise die Maschinen selber reparieren kann und sich auch im Büro auskennt. Weil Vater Moser im Jahr 2007 starb, galt es zu entscheiden: Beruf oder Betrieb? Zusammen mit seiner Familie wählte Christoph schliesslich die Landwirtschaft und bildete sich entsprechend weiter. «Finanziell musste ich zwar Einbussen in Kauf nehmen, aber mir gefällt die Selbstständigkeit», begründet er. Als Kadermitarbeiter in einem Gewerbebetrieb war Christoph Moser stark engagiert gewesen. «Heute habe ich mehr Zeit für die Familie», freut sich der Vater dreier Töchter. 2010 erfolgte die Gründung der Betriebsgemeinschaft «Eimatthof» zusammen mit einem Ackerbaubetrieb. Dieser Schritt habe sich bewährt. Zwei Männer schaffen mehr als einer und können sich bei Bedarf vertreten. Die Betriebsgemeinschafter Moser und Schnyder verfolgen das Ziel, einmal ganz von der Landwirtschaft leben zu können. Deshalb wird der Milchviehstall mit viel Eigenleistung ausgebaut. Mut für diesen Schritt gab auch die Betriebsstudie, die Christoph Moser im Rahmen der Meisterausbildung erstellte. Gründe, die

Christoph Moser (35) aus Halten (SO)

«Es hat Vorteile, bei der Meisterausbildung etwas älter zu sein. Denn dann weiss man genau, was man will.»

Meisterausbildung zu absolvieren, waren der Wunsch, mehr über die Landwirtschaft zu erfahren und das Know how an Lehrlinge weitergeben zu können. Matthias Roggli 86

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Der Nutzen von Wettbewerben

MultifunktionsLader im Test

Getreide- und Ölsaatenvermarktung

Verdauungsrate optimieren

Auszubildende aus Frankreich

Regionalprodukte sind im Trend und werden durch Qualitätswettbewerbe gefördert. Olivier Boillat gibt Auskunft über die Chancen solcher Anlässe.

«Alles in einem» – so heisst ein neues Produkt des italienischen Herstellers CSF. Praktiker berichten über die Einsatzmöglichkeiten dieser Maschine.

Die Getreide- und Ölsaatenernte des vergangenen Jahres ist vermarktet. Welche Folgerungen ergeben sich daraus für die Zukunft?

Mit dem Weidebeginn muss oft auch die Ration im Stall angepasst werden. Eine gezielte Faserergänzung steigert die Effizienz von jungem Gras.

Eine landwirtschaftliche Lehre ist vielfältig. Französische Auszubildende erweitern ihre Erfahrungen durch Praktiken bei Schweizer Bauern.

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Impressum UFA-Revue Die Mitglieder-Fachzeitschrift der fenaco-LANDI Gruppe. Die Ausgaben Nr. 1, 3, 5, 7-8, 9 und 11 erscheinen mit im Abonnement inbegriffener Beilage des LANDI-Contact. ISSN 1420-5106.

Herausgeber fenaco Genossenschaft, Erlachstrasse 5, 3001 Bern Hans Peter Kurzen, Publizistische Leitung

UFA-REVUE · 3 2013

Mitherausgeber LV-St. Gallen, GVS Schaffhausen. Die Beteiligungen der Herausgeber an anderen Unternehmungen sind in den gültigen Geschäftsberichten aufgeführt. Erhältlich beim Verlag. Redaktion Tel. 058 433 65 30 Fax 058 433 65 35 Theaterstrasse 15a, 8401 Winterthur Dr. Roman Engeler (Chefredaktor), Daniela Clemenz, Christian Hirschi, Gaël Monnerat, Cyril de

Poret und Matthias Roggli. Anne-Marie Trümpi (Redaktionsassistentin). Anzeigen/Abonnemente Tel. 058 433 65 30 Fax 058 433 65 35 UFA-Revue Anzeigenberatung Theaterstrasse 15a 8401 Winterthur Roman Engeler, Alex Reimann, Anja Rickenbach Annahmeschluss 20 Tage vor Erscheinen

Verlag Tel. 058 433 65 20 Fax 058 433 65 35 Verlag LANDI-Medien, ein Bereich der fenaco, Postfach, 8401 Winterthur Dr. Roman Engeler, Verlagsleiter

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UFA-Revue 03/2013