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SOS Kinderdorf e.V. www.sos-kinderdorf.de

Leistungsbericht

2008


Die in diesem Leistungsbericht abgedruckten Zeichnungen entstanden im Rahmen eines kunsttherapeutischen Projekts mit Kindern im SOS-Kinderdorf Schwarzwald.

Impressum Herausgeber SOS-Kinderdorf e.V. Kommunikation Renatastraße 77 80639 München Telefon 089 12606-0 Telefax 089 12606-419 info@sos-kinderdorf.de www.sos-kinderdorf.de Texte Auslandsabteilung Jutta Damm Rainer Damm Daniela Hollrotter Carolin Poeplau Redaktion Rainer Damm Carolin Poeplau Fotos Auszubildende des BAZ Berlin Susanne Gieseler-Fauser Alexandra Greco Daniela Hollrotter Friedheim Kahnt Jessica Kassner Eva Lenz Claire Mathisse Nicole Nasser Catherine Flore Ngo Biyack Dr. Oetker Christoph Rublack SOS-Kinderdorf Berlin SOS-Kinderdorf e.V. SOS-Kinderdorf International SOS-Kinderzentrum Garmisch-Partenkirchen Michaela Stoltmann Marion Vogel Gestaltung Guido Hoffmann, Visuelle Gestaltung München Druck Weber-Offset GmbH München © 2008

www.sos-kinderdorf.de

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Inhalt

Vorwort

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Aus den deutschen SOS-Kinderdorf-Einrichtungen SOS-Kinder- und Jugendhilfen Göppingen Toleranz kann man lernen SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech Die zehnte Kinderdorffamilie ist eingezogen SOS-Kinderzentrum Garmisch-Partenkirchen Projekt Harl.e.kin SOS-Berufsausbildungszentrum Berlin Beste Lehrlinge in Berlin SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech Landsberger Eltern-ABC SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth Die erste SOS-Dorfgemeinschaft feierte ihr 30-jähriges Jubiläum SOS-Kinderdorf Saar Neues Familienzentrum eröffnet SOS-Kinderdorf Harksheide Dr. Oetker schenkt zwei neue Häuser

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Aus den ausländischen SOS-Kinderdorf-Einrichtungen Ostafrika/Uganda Das SOS-Kinderdorf Entebbe in Uganda Zentralafrika/Ruanda Die Technische Schule in Kigali Westafrika/Guinea Sanierung des SOS-Kinderdorfes Conakry

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Der SOS-Kinderdorf e.V. in Zahlen und Stichworten

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Was sonst noch geschah

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Die SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in Deutschland auf einen Blick

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Prof. Dr. Johannes Münder, Vorstandsvorsitzender (rechts), und Dr. Kay Vorwerk, Geschäftsführer Finanzen und Marketing (links), mit Kindern aus dem SOS-Mütter- und Kindertageszentrum München.


Vorwort

Helfen, bevor Familien scheitern – unter dieser Zielsetzung steht eine Vielzahl von Initiativen, die der SOS-Kinderdorf e.V. in diesem Jahr auf den Weg gebracht hat. Denn auch in Deutschland sind Familien, wenn Eltern plötzlich arbeitslos werden, finanzielle Engpässe auftreten oder Beziehungsprobleme das Zusammenleben fast unmöglich machen, massiven Belastungen ausgesetzt.

»Familien stärken« lautet der Grundsatz, den wir mit der Errichtung von SOS-Beratungs- und Familienzentren, durch die Kooperation mit Schulen, aber auch mithilfe von vielen kleinen Projekten und Initiativen bestehender SOS-Kinderdorf-Einrichtungen verfolgen. Ein neues Familienzentrum hat Anfang des Jahres im saarländischen Beckingen seine Arbeit aufgenommen, als Kooperationsmodell zwischen dem SOS-Kinderdorf Saar und örtlichen Trägern (Seite 10). Der Schwerpunkt liegt dabei auf präventiven Angeboten, die Familien und Jugendliche unterstützen. Das Landsberger Eltern-ABC, das von der SOS-Frühförderstelle in Landsberg/Lech in diesem Jahr ins Leben gerufen worden ist (Seite 8), ist ein weiterer Baustein unseres Engagements für Familien. Mit dem Eltern-ABC werden junge Eltern, die ihr erstes Kind erwarten, auf die Zeit des Elternseins vorbereitet. Neben Informationen zur Entwicklung des Kindes werden in den kostenlosen Kursen Erziehungstipps weitergegeben und Grundbedürfnisse des Kindes erklärt, um die Startphase des Familieseins zu erleichtern. Eine Begleitung bis ins dritte Lebensjahr des Kindes ist auf diese Weise möglich. Meist sind es die Kinder, die unter negativen Entwicklungen am meisten leiden. Dies trifft auch auf die aktuelle Situation rasant steigender Lebensmittelpreise zu. Die Verteuerung der Grundnahrungsmittel verleiht unserer Arbeit in den ärmsten Ländern der Erde wachsende Bedeutung. Viele Millionen Euro zusätzlich werden benötigt, um die Versorgung mit Nahrungsmitteln in den SOS-Kinderdörfern und darüber hinaus sicherzustellen. Wir hoffen sehr, dass wir diese enorme Herausforderung mithilfe der vielen Freunde von SOS bewältigen können. Bleiben Sie im kommenden Jahr, in dem sich die Gründung des ersten SOS-Kinderdorfes in Imst/ Tirol zum 60. Mal jährt, an unserer Seite! Mit dem Vertrauen, das Sie in unsere Arbeit legen, geben Sie uns die Möglichkeit, Kindern, Jugendlichen und Familien zu helfen – in Deutschland und der Welt.

Prof. Dr. Johannes Münder Vorstandsvorsitzender

Dr. Kay Vorwerk Geschäftsführer Finanzen und Marketing

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Aus den deutschen SOS-Kinderdorf-Einrichtungen

SOS-Kinder- und Jugendhilfen Göppingen

Toleranz kann man lernen Die Schüler stellten beim Schulfest ihre Projektergebnisse vor.

Das Schulprojekt unter dem Motto »Vielfalt. Nebeneinander, Miteinander, Füreinander« ist ein Beitrag zum Bundesprogramm »Vielfalt tut gut«, einer Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Ziel ist es, bei Jugendlichen Interesse für Vielfalt, Toleranz und Demokratie zu wecken und sie gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus stark zu machen. Nicht allein die Schülerinnen und Schüler der Walther-Hensel-Schule, einer Grundund Hauptschule in Göppingen, haben sich an den Projekten beteiligt, sondern auch Eltern, Lehrerinnen und Lehrer.

»Sind Sie tolerant?« Die Frage kommt überraschend und stammt aus dem Munde einer zwölfjährigen Schülerin der Göppinger Walther-Hensel-Schule. Was bedeutet Toleranz? Wie äußert sich »Vielfalt« in meinem Verhalten? Kann ich mit Andersartigkeit umgehen, sie akzeptieren, auch wenn mir die Einstellung des anderen nicht »passt«? Welche Identität habe ich selbst eigentlich? Welche Rolle spielt dabei mein kultureller oder religiöser Hintergrund?

Voller Einsatz beim Spendenlauf für Nepal.

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Das sind Fragen, mit denen sich die Schülerinnen und Schüler der WaltherHensel-Schule unter der Leitung der SOS-Kinder- und Jugendhilfen Göppingen mehrere Monate lang auseinandergesetzt haben. Die Einrichtung des SOS-Kinderdorf e.V. engagiert sich schon seit Langem an Schulen in der direkten Umgebung. Denn neben Beratungsangeboten, ambulanten Hilfen zur Erziehung und Treffpunktangeboten gehört es ebenso zum Aufgabenspektrum der SOS-Kinder- und Jugendhilfen, sich an Grund- und Hauptschulen zu engagieren und dort Schulsozialarbeit zu betreiben.

In den Schulklassen wurden erfahrungsorientiert Themen wie der Umgang mit Vorurteilen und die Frage danach, wo Ausgrenzung beginnt, bearbeitet. Einen gewaltfreien Umgang miteinander einzuüben und das eigene Verhalten kritisch zu hinterfragen, war dabei ein wichtiges Ziel. Höhepunkt des Projekts, das die SOS-Kinder- und Jugendhilfen im Auftrag der Stadt Göppingen durchführten, war eine eigene Projektwoche zum Thema im April. Das gesamte Lehrerkollegium machte mit und so wurde die Schule eine Woche lang zum Ort der Annäherung an verschiedene Kulturen und Religionen, an Normen und Werte. Verschiedene Gruppen beschäftigten sich mit extremistischen Positionen und informierten darüber. Dass sich Offenheit für andere im praktischen Tun auswirkt, zeigten Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer dann auch ganz konkret. Sie veranstalteten einen Spendenlauf und erliefen stolze 10.000 Euro für Kinder und Jugendliche in Nepal. Für die kommenden Monate ist eine Fortsetzung von »Vielfalt tut gut« schon fest im Stundenplan vorgesehen.


Aus den deutschen SOS-Kinderdorf-Einrichtungen

SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech

Die zehnte Kinderdorffamilie ist eingezogen

Haus 5 im Rohbau 1957.

Ursprünglich war das Gebäude 110 Quadratmeter groß und beherbergte eine Familie mit acht bis zehn Kindern. Um den geänderten Raumanforderungen und Bedürfnissen gerecht zu werden, erhielt Haus 5 im Jahr 1992 einen Anbau, sodass es nun 180 Quadratmeter Platz bietet. Im SOS-Kinderdorf Ammersee gibt es neue Gesichter: Daniel (10), Daniela (8) und ihre kleine Schwester Žaklina (2 ½) sind vor einigen Monaten in das Haus 5 gezogen, vor wenigen Wochen sind noch Michael (8) und Denise (4 ½) dazu gekommen. Alle zusammen bilden mit ihrer Kinderdorfmutter Kirsten Hansen die zehnte Kinderdorffamilie des SOS-Kinderdorfs Ammersee. Damit ist nicht nur das Kinderdorf voll belegt – es schließt sich auch ein großer Kreis in der Geschichte der Einrichtung: Vor 50 Jahren, im März 1958, waren die ersten beiden Kinder in das Dorf gekommen – ins Haus Nummer 5.

Doch nicht nur das Haus ist größer geworden, auch die Anforderungen an die Kinderdorfmütter sind gestiegen. Ging es vor 50 Jahren noch vornehmlich um die Versorgung von elternlosen Kindern, werden heute in einer Familie bis zu sechs Kinder betreut, die oft ein großes Bündel an negativen Erfahrungen mit sich bringen.

Ihr neuer Beruf, meint Kirsten Hansen, bringe es zwar mit sich, dass man »manche Dinge loslassen muss«, doch dafür bekomme sie von den Kindern sehr viel zurück. Die vor 50 Jahren von den Kinderdorfmüttern geübte »Opferbereitschaft« kann sie für sich deshalb nicht bejahen: »Wir müssen keine Opfer mehr bringen, weil heute Wert darauf gelegt wird, dass wir auch ein Privatleben haben«, erklärt die 42Jährige. So können die Mütter inzwischen in einer Partnerschaft leben und auch eigene Kinder mitbringen – oder sich an ihren freien Tagen komplett aus dem Kinderdorf zurückziehen. Irgendwann wird ein sechstes Kind die Familie komplettieren. Mit Leben und Kinderlachen erfüllt ist Haus 5 schon jetzt – dank Daniel, Daniela, der kleinen Žaklina, Michael und Denise.

Daniel, Daniela und Žaklina haben im erweiterten Haus 5 ein neues Zuhause gefunden.

Haus 5 gehört zu den sechs Gebäuden, die 1957 im ersten Bauabschnitt des SOS-Kinderdorfs fertiggestellt wurden. Am 14. Dezember desselben Jahres zog dort die erste SOS-Kinderdorfmutter in Deutschland, Gisela Hockenholz, ein. Ein paar Monate später folgten die ersten Kinder. Am 1. Januar 2008 war es dann für Kirsten »Kikki« Hansen soweit. Die gelernte Bürokauffrau, die schon immer gern mit Kindern gearbeitet hat, bezog als Kinderdorfmutter ihr neues Zuhause. Im Dezember 2007 hatte sie – mitten in der Umbauphase von Haus 5 – ihre Prüfung zur staatlich geprüften Jugend- und Heimerzieherin abgelegt.

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Aus den deutschen SOS-Kinderdorf-Einrichtungen

SOS-Kinderzentrum Garmisch-Partenkirchen

Projekt Harl.e.kin

Ein »Frühchen« im Klinikum MünchenHarlaching.

Die Geburt eines Kindes ist für die Eltern ein einschneidendes, großartiges Erlebnis. Das Leben des Paares wird durch das winzige Wesen völlig umgekrempelt und alle Eltern brauchen eine Zeit der Gewöhnung, um mit der Veränderung des eigenen Lebens zurechtzukommen. Wenn das Neugeborene ein Frühchen ist oder aus anderen Gründen zur Gruppe der Risikokinder zählt, sind die Eltern häufig in einer Ausnahmesituation. Die Sorge um das Kind verunsichert die Eltern und führt häufig zu einer Belastung, der die Eltern nicht immer gewachsen sind. Das Münchner Klinikum Harlaching hat für die Eltern sogenannter Risikokinder ein Nachsorge-Projekt ins Leben gerufen. Das Harlachinger ElternKind-Projekt, Harl.e.kin, begleitet die Eltern auch nach der Zeit des Klinikaufenthaltes und wird vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen unterstützt. Harl.e.kin soll nun über die Grenzen Münchens hinaus in Bayern Eltern und deren Säuglingen helfen. In der Region Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau und Bad Tölz arbeiten die Kinderklinik Garmisch-Partenkirchen, das Sozialpädiatrische Zentrum und das SOS-Kinderzentrum unter der Trägerschaft des SOS-Kinderdorf e.V. im Rahmen seiner Präventionsarbeit

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zusammen, um den betroffenen Familien zur Seite zu stehen. Die Kooperationspartner haben es sich zum Ziel gesetzt, die betreuten Kinder und ihre Familien nach dem häufig wochenlangen Klinikaufenthalt zu begleiten. Denn die Eingewöhnung ist für die kleinen Kinder als auch für die Familien nicht leicht. Zum Arbeitsfeld der Kooperationspartner gehören die ärztliche Nachsorge und entwicklungsneurologische Untersuchungen. Der Aufgabenbereich des SOS-Kinderzentrums umfasst dabei die Frühförderung der Kinder, aber auch Beratung und Hilfe für die Eltern. Ein Team aus Psychologen, Heilpädagogen, Krankengymnasten und Ergotherapeuten steht für die betreuten Familien zur Verfügung. 2007 wurden 14 Familien in das Harl.e.kin-Projekt aufgenommen. Früh geborene Kinder, Kinder mit genetischen Syndromen (z.B. Down-Syndrom) und Mehrlingsgeburten wurden durch den Mobilen Dienst der SOS-Frühförderung betreut.


Aus den deutschen SOS-Kinderdorf-Einrichtungen

SOS-Berufsausbildungszentrum Berlin

Beste Lehrlinge in Berlin

Das SOS-Berufsausbildungszentrum (BAZ) Berlin kann stolz auf seine erfolgreiche Arbeit sein. Jugendliche, die, aus welchen Gründen auch immer, auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance auf einen Ausbildungsplatz haben, werden hier mit ihren Problemen nicht allein gelassen. Zwei junge Mütter, Tanja Gibler und Emel Ince, die trotz eines Schulabschlusses bei ihren Bewerbungen nicht erfolgreich waren, erhielten im BAZ Berlin die Möglichkeit, das Friseurhandwerk zu lernen. Und sie haben ihre Chance genutzt. Bei der diesjährigen Meisterschaft »Bester Lehrling von Berlin« haben die beiden jungen Frauen den Titel errungen und lachten überglücklich in die Kameras. Die angehenden Friseurinnen legten sich richtig ins Zeug und paukten Theorie und Praxis und alles, was eine perfekte Friseurin können und wissen muss. »Die jungen Frauen waren sehr engagiert und interessiert und haben ein hohes Maß an Eigeninitiative gezeigt«, lobt Sozialpädagogin Michaela Stoltmannn Emel Ince, Tanja Gibler und die anderen beiden Auszubildenden Rhea Drumm und Samantha-Josephine Ziegler. Alle vier befinden sich im dritten Ausbildungsjahr und büffeln nun für ihre Gesellenprüfung. Für die Teilnahme am Wettbewerb hatten die Azubis viel Zeit investiert.

es auf jedem roten Teppich hätte bestehen können. Emel Ince und Tanja Gibler konnten die Jury mit ihrer großartigen Leistung überzeugen und wurden auf den ersten Platz gewählt. Rhea Drumm und Samantha-Josephine Ziegler belegten als zweites BAZ-Team den sechsten Platz. Rhea Drumm kam in der Einzelwertung mit ihrem Herrenmodell auf Platz 10. Das gesamt SOSBerufsausbildungszentrum Berlin freute sich mit den jungen Frauen. Einrichtungsleiter Burkhard Schäfer und Bereichsleiterin Annette Fischer waren sich einig: »Das ist wirklich ein toller Erfolg, der zeigt, wie wichtig und erfolgreich es ist, auch junge Menschen zu fördern, die alles andere als perfekte Ausgangschancen hatten.«

Die Freude über die Auszeichnung war groß.

Die beiden Siegerinnen Emel Ince und Tanja Gibler mit ihren Modellen.

Die beiden Friseurausbilder Bettina und Reno Harms übten und gestalteten mit ihren Schützlingen unermüdlich das gesamte Styling eines potenziellen Kunden. Am Tag der Entscheidung im Berliner Estrel Hotel mussten die jungen Frauen in den drei Kategorien »Stars, Gala und Glamour«, »Cover Style und Make Up« und »Men Style« zeigen, was sie können und ihr Bestes geben. Bei dem Teamwettbewerb »Stars, Gala und Glamour« saß jeder Handgriff. Ein Model-Pärchen wurde mit Frisur, Make up und Kleidung so ausstaffiert, dass

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Aus den deutschen SOS-Kinderdorf-Einrichtungen

SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech

Landsberger Eltern-ABC

Die idyllisch am Lech gelegene oberbayerische Stadt Landsberg hat für angehende Eltern eine äußerst sinnvolle Einrichtung ins Leben gerufen: das Eltern-ABC. Das Gesundheitsamt und das Kreisjugendamt der Stadt haben in Zusammenarbeit mit den Beratungsstellen des SOS-Kinderdorf e.V. ein präventives Projekt entwickelt, das junge Eltern, die ihr erstes Kind erwarten, unterstützen soll. Bei der öffentlichen Vorstellung des Eltern-ABCs hielt der renommierte Münchner Psychologieprofessor Dr. Klaus A. Schneewind einen Vortrag über »Wege zu einer gelingenden Erziehung«. Nach Professor Schneewind bewegt sich die kindliche Entwicklung in einem Viereck aus Pflege, Erziehung, Beziehung und Bildung. Er zeigte auf, dass nicht nur Eltern ihre Kinder, sondern Kinder auch ganz gezielt ihre Eltern steuern.

Teilnehmer bei einem der Kursabende.

Schneewind erläuterte vier besonders wichtige Grundbedürfnisse der Kinder, die es zu beachten gilt: Das Verlangen nach Sicherheit, das von feinfühlig und angemessen reagierenden Eltern erfüllt wird (sichere Bindung) und dazu führt, dass Kinder selbst gut mit Stress umgehen können. Das Bedürfnis nach Stimulation, das durch eine anregende und entwicklungsgerecht gestaltete Umgebung erreicht wird und zu einem eigenständigen Erkunden der Welt führt. Das Verlangen nach Zugehörigkeit, das durch emotionale Zuwendung erreicht wird und Gemeinschaftsfähigkeit mit sich bringt. Und schließlich das Bedürfnis nach Kompetenz und Autonomie, das durch unterstützende Hilfen, aber auch durch das Gewährenlassen erreicht wird – dadurch wird die Innovationsbereitschaft beim Kind gefördert. Dr. Susanne Dillitzer, Leiterin der SOS-Entwicklungsdiagnostischen Beratungsstelle, erklärte die Grundlagen der Kurse: »Das Kurskonzept basiert auf der Familiensystemtheorie, der

Die Kooperationspartner gaben den Startschuss für das Eltern-ABC.

Bindungstheorie, der Erziehungsstilforschung und der Entwicklungspsychologie.« Kurs 1 behandelt die Vorbereitung auf das Kind, Kurs 2 Bindung und Feinfühligkeit, Kurs 3 die Entwicklung des Kindes, Kurs 4 Wellness für Eltern und Kind, in Kurs 5 werden Erziehungstipps von Professor Dr. Klaus A. Schneewind vorgestellt. Schneewind sprach sich zusammenfassend für einen wertorientierten Erziehungsstil aus, bei dem sich Fordern und Grenzen setzen sowie das Gewähren und Fördern die Waage halten. Begleitend zu den Kursen wird eine Familienfibel angeboten, darin sind alle Adressen rund um Gesundheit, Kinderbetreuung, Beratung, Hilfe und noch vieles mehr enthalten. So bleibt nur noch zu hoffen, dass sich in Landsberg und Umgebung viele erwachsene ABC-Schützen finden werden, die an diesen interessanten und hochprofessionellen Elternkursen teilnehmen.

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Aus den deutschen SOS-Kinderdorf-Einrichtungen

SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth

Die erste SOS-Dorfgemeinschaft feierte ihr 30-jähriges Jubiläum

Viele Besucher kamen zum Jubiläumsfest nach Hohenroth.

Wer am Wochenende des 12./13. Julis nach Hohenroth kam, der hörte es schon von Weitem: In Hohenroth wird gefeiert! Aus Anlass ihres 30-jährigen Jubiläums hatten die Bewohner der SOS-Dorfgemeinschaft ein vielfältiges Kulturprogramm für die Besucher auf die Beine gestellt. Musik und Tanz, Lesungen und Theater, Mitmachaktionen und Ausstellungen – außer den Hohenrothern selbst wirkten an dem Programm viele SOS-Kinderdorf-Einrichtungen aus ganz Deutschland mit, die eigens nach Hohenroth gekommen waren. Hohenroth ist ein Ort zum Leben für Erwachsene mit geistiger Behinderung. Doch was bedeutet das? »Wann immer Ihnen Menschen mit Behinderungen begegnen, betrachten Sie erst den Menschen, dann die Behinderung«, hat einer der Dorfbewohner einmal gesagt. Treffender kann man es kaum beschreiben, was in den SOS-Dorfgemeinschaften täglich praktiziert wird.

Die SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth war die erste der drei SOS-Dorfgemeinschaften, die der SOS-Kinderdorf e.V. in Deutschland errichtet hat. Heute leben hier etwa 160 Menschen mit Hilfebedarf in Hausgemeinschaften zusammen. Hohenroth ist nicht nur eine Wohn-, sondern auch eine Arbeitsgemeinschaft. Die Bewohner gehen – ihren Möglichkeiten entsprechend – einer Tätigkeit in der Land- oder Waldwirtschaft nach, sind u.a. in der Gärtnerei, Textilwerkstatt, im Café oder Naturkostladen aktiv. Dass sie einen Beitrag zum Unterhalt leisten, ist den Betreuten sehr wichtig.

Eine sinnvolle Beschäftigung schenkt Zufriedenheit, bestätigt und gibt Selbstvertrauen, das gilt für jeden Menschen. Professor Dr. Johannes Münder, Vorstandsvorsitzender von SOS-Kinderdorf e.V., schreibt auf die Frage hin, warum Hohenroth ein Ort ist, den so viele Menschen gerne immer wieder besuchen: »Es ist die Gewissheit, hier auf eine ganz besondere Art und Weise willkommen geheißen zu werden.« Dass dies viele so empfinden, belegen einmal mehr die zahlreichen Besucher, die im Juli zum 30. Geburtstag der Einrichtung in die SOS-Dorfgemeinschaft kamen.

Marga Beckstein, Gattin des bayerischen Ministerpräsidenten, wird von einem Bewohner willkommen geheißen.

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Aus den deutschen SOS-Kinderdorf-Einrichtungen

SOS-Kinderdorf Saar

Neues Familienzentrum eröffnet

»Familien stärken« – das ist das Stichwort, unter dem im Jahr 2008 eine Vielzahl von Initiativen des SOS-Kinderdorf-Vereins an den Start gegangen ist. Das neue Familienzentrum in Beckingen im Saarland, Anfang des Jahres eröffnet, ist dafür ein Beispiel. Helfen, bevor familiäre Probleme zu groß werden, lautet das Leitmotiv, mit dem hier gearbeitet wird. »Ich komme mit meiner Tochter nicht mehr klar, was kann ich tun?« »Wie kann ich verhindern, dass mein Kind in den falschen Freundeskreis gerät?« »Meine Eltern haben keine Zeit für mich, aber ich brauche jemand, der mir zuhört.« Manchmal stehen Eltern, Alleinerziehende oder auch Kinder und Jugendliche selbst vor Fragen, die fachkompetenten Rat brauchen. Im neuen Familienzentrum Beckingen im Saarland wird Hand in Hand gearbeitet, um Problemlagen zu entschärfen und den Familien zu helfen.

Hier finden Familien Unterstützung, Rat und Hilfe.

Beim Tag der offenen Tür gab es Mal- und Bastelangebote für die jungen Besucher.

Unter dem Dach des Familienzentrums, einem Modellprojekt des Landkreises Merzig-Wadern, stehen neben den Ansprechpartnern aus dem SOS-Kinderdorf Saar auch Mitarbeiter des örtlichen Jugendamtes und des Sozialwerks Saar-Mosel e.V. zur Verfügung. Vor allem mit präventiven Angeboten wie z.B. dem Elterntrainings-Kurs »Mit Kindern in Frieden leben« oder »Baby verstehen« sowie erlebnispädagogischen Angeboten für Jugendliche wird sich das Familienzentrum Beckingen einbringen. Durch die Kooperation der drei Partner kann auf den aktuellen Bedarf vor Ort schnell reagiert werden. Frühzeitig Hilfe und Unterstützung anzubieten, wird dadurch möglich. Im August konnte sich jeder Interessierte einen Einblick in das Angebot des Familienzentrums verschaffen. Im Rahmen des ersten Tags der offenen Tür präsentierte sich die Einrichtung mit einem einladenden Programm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Angeboten wurden Kinderschminken, Mal- und Bastelaktionen und Tischfußballturniere. Außerdem bestand die Möglichkeit, in lockerer Atmosphäre erste Kontakte mit Mitarbeitern und anderen Besuchern zu knüpfen. Das Familienzentrum machte damit deutlich: Die Türen stehen jedem offen, der die Chance ergreifen möchte, Hilfe und Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

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Aus den deutschen SOS-Kinderdorf-Einrichtungen

SOS-Kinderdorf Harksheide

Dr. Oetker schenkt zwei neue Häuser Richard Oetker, Geschäftsführer Personal und Organisation, übergibt symbolisch den Schlüssel an SOSKinderdorf.

Dr. Oetker steht nicht nur für hervorragende Koch- und Backprodukte, das Bielefelder Traditionsunternehmen zeigt sich auch als generöser Spender und aktiver SOS-Kinderdorffreund. Mit Hilfe einer großzügigen Firmenspende entstanden im SOS-Kinderdorf Harksheide, am Stadtrand von Hamburg gelegen, zwei neue moderne Familienhäuser. Die ersten SOS-Kinderdorffamilien sind bereits eingezogen und fühlen sich rundum wohl. »Das SOS-Kinderdorf Harksheide wurde vor 45 Jahren erbaut. Die Familienhäuser waren mittlerweile völlig veraltet und viel zu klein«, berichtet Dorfleiter Jörg Kraft. »Die Kinder, die zu uns ins SOS-Kinderdorf kommen, haben viele negative Erfahrungen gemacht und Schlimmes erlebt. Es ist wichtig, dass sie die Möglichkeit haben, sich zurückzuziehen. Bislang gab es in den Häusern zu wenige und zu kleine Räume, auch die SOS-Kinderdorfmutter hatte kaum Privatsphäre.«

Die neuen Häuser sind licht und hell, sie strahlen Wärme und Behaglichkeit aus. Wo es möglich war, durften die Kinder die Gestaltung ihrer Zimmer mitbestimmen. Poster, Kuscheltiere, Spielsachen und andere persönliche Kostbarkeiten fanden rasch ihren Platz. Der 11-jährige Achmed, der gemeinsam mit seinem Bruder Daniel und der 16-jährigen Yvonne bei SOS-Kinderdorfmutter Ulrike Sonnenberg lebt, ist von seinem neuen Zimmer begeistert: »Jetzt fehlt nur noch die Fahne von meinen Lieblingsfußballverein.«

Ulrike Sonnenberg möchte noch drei weitere Kinder aufnehmen. Im SOSKinderdorf Harksheide arbeitet sie seit 2005. »Nachdem mein eigener Sohn erwachsen war, wollte ich gerne noch einmal einen Neuanfang wagen«, erzählt die engagierte SOS-Kinderdorfmutter. »Es lohnt sich, weil die Kinder bei uns nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch eine echte Perspektive bekommen.« Zwei Millionen Euro hat das Unternehmen Dr. Oetker für den Bau und den Unterhalt der beiden Häuser zur Verfügung gestellt. Bei der offiziellen Schlüsselübergabe im SOS-Kinderdorf Harksheide erklärte Richard Oetker, Geschäftsführer Personal und Organisation bei Dr. Oetker, die Firmenphilosophie des Weltunternehmens: »Wir wollen mit unserem Engagement einen Beitrag dazu leisten, dass Kinder in einem positiven und familiären Umfeld Glück und Geborgenheit finden.«

Die Freude über den Einzug ins neue Haus war groß.

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Aus den ausländischen SOS-Kinderdorf-Einrichtungen

Ostafrika/Uganda

Das SOS-Kinderdorf Entebbe in Uganda Kinder aus dem SOSKinderdorf Entebbe.

Er besteht aus drei Gruppenräumen, einer Montessori-Klasse, einer Küche, einem Spielplatz und mehreren Nebenräumen. Zurzeit wird der SOS-Kindergarten von 100 Kindern aus dem SOSKinderdorf und seiner Umgebung besucht. Vier Jahre sind seit der Eröffnung vergangen. Dass das SOS-Kinderdorf Entebbe so gut in die Nachbarschaft integriert ist, liegt auch am Sport, da er viele Möglichkeiten bietet, Freunde zu finden. Die Kinder des SOS-Kinderdorfes spielen in der »Kampala Kids«-Liga, in der Wettbewerbe in zahlreichen Sportarten wie Fußball, Cricket und Basketball abgehalten werden.

Im Juni 2002 wurde von SOS-Kinderdorf International im vom Bürgerkrieg gezeichneten Norden des Landes ein SOS-Nothilfeprogramm umgesetzt, um das Leid von Flüchtlingskindern, darunter auch ehemalige Kindersoldaten, zu lindern. Als Sofortmaßnahme wurde ein provisorisches SOS-Kinderdorf mit zwei Wohngebäuden, einer Ambulanzstation, einem Zeltlager für 150 Kinder und einer Küche errichtet. SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Uganda, einem Binnenland in Ostafrika mit 27,3 Millionen Einwohnern, schon im Jahr 1988 mit der Unterzeichnung eines Regierungsabkommens mit der Republik Uganda. Drei Jahre später konnte das erste SOS-Kinderdorf Kakiri im gleichnamigen Ort unweit der Hauptstadt Kampala seine Türen öffnen. In ganz Uganda fehlt es nach wie vor an sozialen Einrichtungen für Waisenkinder, deren Zahl aufgrund von Armut, der grassierenden AidsEpidemie und der zunehmenden Verstädterung und Auflösung der traditionellen Großfamilien ständig wächst.

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Deshalb wurde zu Beginn des neuen Jahrtausends der Bau eines zweiten Kinderdorfes in Uganda beschlossen. Aufgrund der guten Infrastruktur fiel die Wahl auf die ehemalige, etwa 35 km von der heutigen Hauptstadt Kampala entfernt gelegene Hauptstadt Entebbe, die heute mit ca. 90.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes ist. Im Jahr 2002 wurde der Grundstein für den Bau des SOS-Kinderdorfes gelegt, und schon 2003 konnten die ersten Kinder ins SOS-Kinderdorf Entebbe einziehen. Das SOS-Kinderdorf Entebbe besteht aus zwölf Familienhäusern, einem Dorfleiterhaus, einem Haus für Familienhelferinnen und einem Verwaltungsbereich. Im SOS-Kinderdorf Entebbe werden etwa 120 Kinder umfassend betreut. Die laufende Finanzierung wird aus Spendenmitteln des deutschen SOSKinderdorf e.V. bestritten. Der dem SOS-Kinderdorf Entebbe angeschlossene SOS-Kindergarten wurde 2003 in Betrieb genommen.

Die Sportlerinnen und Sportler kommen aus verschiedenen Schulen in ganz Kampala und der Region zusammen. Bei den Fußballturnieren zwischen den SOS-Kindern und denen aus der Nachbarschaft geht es heiß her. Spielerisch kommen die SOS-Kinder in Kontakt mit jungen Sportlern aus anderen sozialen und kulturellen Kreisen, tauschen Erfahrungen aus und lernen voneinander. Nach jedem Spiel stärken sich die Kleinen bei einem gemeinsamen Essen, bei dem jeder etwas Traditionelles aus seiner Region mitbringt und es mit den anderen Kindern teilt.

Fußball steht bei den jungen Sportlern hoch im Kurs.


Aus den ausländischen SOS-Kinderdorf-Einrichtungen

Zentralafrika/Ruanda

Westafrika/Guinea

Die Technische Schule in Kigali

Sanierung des SOSKinderdorfes Conakry

Jugendliche bei der Holzbearbeitung in den Werkstätten der Schule.

Die SOS-Kinderdorf-Arbeit in Ruanda, einem kleinen, bergigen Land in Zentralafrika, besteht bereits seit 30 Jahren. Durch die Binnenlage des Landes und die damit verbundene weite Entfernung zum Meer und zum Welthandel gehört Ruanda zu den ärmsten Ländern der Welt. 1983 wurde in der Hauptstadt Kigali ein Jugenddorf errichtet. Die Bürgerkriege 1990 und 1994 und der Genozid schwächten das instabile Land zudem. Heute besteht in Ruanda ein dringender Bedarf an qualifizierten Fachkräften und Facharbeitern. Daher erbaute der SOS-Kinderdorf e.V. am Standort Kigali 2005 eine Technische Schule, mit dem Ziel, den Jugendlichen eine professionelle technische oder handwerkliche Ausbildung zu ermöglichen. Die Kurse dauern drei Jahre und schließen mit einem TechnikerDiplom ab. Die Absolventen haben damit die Chance, sofort ins Berufsleben einzutreten. Die Schule arbeitet so erfolgreich, dass bereits nach drei Jahren die Kapazitäten nicht mehr ausreichen. Daher hat der SOS-Kinderdorf e.V. die Kosten für die Erweiterung übernommen. Die jungen Ruander können in den Bereichen Buchhaltung, Informatik, Elektronik und Holzverarbeitung eine Ausbildung absolvieren.

Die Technische Schule ist die einzige Fachschule in Ruanda, die in Buchhaltung und den verwandten Gebieten ausbildet – so werden neben der allgemeinen Buchführung auch Betriebswirtschaft, Finanzanalyse, Steuerrecht und Finanzmathematik gelehrt. Die Absolventen dieses Ausbildungsgangs sind bei Banken, großen Organisationen und Regierungsbehörden sehr begehrt. Auch in den Bereichen Elektronik und Informatik sowie Holzverarbeitung und Tischlerei ist die Schule auf internationalem Niveau, sodass auch die Teilnehmer dieses Kurses beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Die Schule ist sehr daran interessiert, die Ausbildung der Mädchen in technischen Berufen zu fördern. Die jungen Leute, die hier einen Platz gefunden haben, stecken voller Zukunftspläne. Emanuel, der in Elektronik ausgebildet wird, meint: »Ich habe diesen Fachbereich gewählt, da ich nach meiner Ausbildung gute Berufschancen habe. Die Schule hat einen sehr guten Ruf. Ich möchte Elektronikingenieur werden. Später möchte ich im Ausland studieren – vielleicht in Kanada oder Deutschland. Ich finde, das Wichtigste im Leben ist es, selbstständig zu sein.«

Seit 1985 engagiert sich der SOS-Kinderdorf e.V. in dem westafrikanischen Land Guinea. Vier Jahre später konnten die ersten SOS-Kinderdorffamilien in das SOS-Kinderdorf, das 25 Kilometer von der Hauptstadt Conakry entfernt in der Ortschaft Sonfonia liegt, einziehen. Heute werden dort 110 Kinder betreut. Die Kleinsten aus dem SOS-Kinderdorf, aber auch aus der Nachbarschaft besuchen den Kindergarten. 16 Jugendliche, die im Jugendhaus wohnen, lernen, ein eigenständiges Leben zu führen. Neben den elf Familienhäusern, einem Dorfleiterhaus, einem Gästehaus und den Verwaltungsgebäuden gehören eine kleine Krankenstation, eine Tischlerei und Sportanlagen zum SOS-Kinderdorf Conakry. Die Hermann-GmeinerGrund- und Sekundarschule besuchen 210 Schüler. Die in den 80er-Jahren entstandenen Gebäude sind mittlerweile stark renovierungsbedürftig. Das feucht-heiße Klima beeinträchtigt die Bausubstanz schnell. Außenmauern und Gebäudedecken sind beschädigt; Holzfenster und Sanitäranlagen müssen erneuert werden. Damit die Kinder und Jugendlichen auch in den nächsten Jahren ein neues Zuhause und damit Zukunftsperspektiven finden, unterstützt der SOS-Kinderdorf e.V. finanziell umfangreiche Sanierungs- und Renovierungsarbeiten im SOS-Kinderdorf Conakry. Die Arbeiten sollen Ende 2009 abgeschlossen sein.

Einen zuversichtlichen Blick in die Zukunft wagen.

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Der SOS-Kinderdorf e.V. in Zahlen und Stichworten

Zahlen aus Deutschland

Freunde und Förderer

Der SOS-Kinderdorf e.V. unterhält in Deutschland insgesamt 46 SOS-Kinderdorf-Einrichtungen mit angeschlossenen Projekten.

2,1 Millionen Freunde und Spender unterstützen den SOS-Kinderdorf e.V. mit regelmäßigen Spenden.

Über 27.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene werden in den verschiedenen Einrichtungen des SOS-Kinderdorf e.V. in Deutschland dauerhaft oder zeitweise betreut, beraten oder ausgebildet.

Rund 31.000 Paten tragen jeden Monat zum Unterhalt eines Kindes oder einer SOS-Einrichtung im In- oder Ausland bei. (Stand: 31.12.2007)

Über 2.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind beim deutschen SOS-Kinderdorf-Verein beschäftigt.

Die SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in Deutschland mit ihren Schwerpunktaufgaben

SOS-Kinderdörfer

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SOS-Beratungseinrichtungen

10

SOS-Dorfgemeinschaften für behinderte Menschen

3

SOS-Ausbildungs- und Beschäftigungseinrichtungen

4

SOS-Mütterzentren

3

SOS-Jugendhilfeeinrichtungen (Jugendwohngemeinschaften, Wohngruppen, ambulante Betreuung)

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2008


Zahlen aus dem Ausland

Der Träger

Der SOS-Kinderdorf e.V. finanziert 129 SOSProjekte im Ausland, in denen insgesamt mehr als 157.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene betreut werden. Die Hilfe aus Deutschland ist insbesondere für die ärmeren Länder der Erde unerlässlich.

Der SOS-Kinderdorf e.V. mit Sitz in München ist ein privates, politisch und konfessionell unabhängiges Sozialwerk und Mitglied im Dachverband SOS-Kinderdorf International. Der SOS-Kinderdorf e.V. ist ein anerkannter Träger der freien Jugendhilfe und Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV). Der Vorstand, der sich aus Haupt- und Ehrenamtlichen zusammensetzt, führt die Geschäfte des Vereins. Dabei wird er von einem Verwaltungsrat, der aus von der Mitgliederversammlung gewählten Ehrenmitgliedern und Mitgliedern des Vereins besteht, überwacht.

Insgesamt unterstützt der deutsche SOS-Kinderdorf e.V. die internationale SOS-KinderdorfArbeit in 42 Ländern der Welt.

Der Vorstand (in alphabetischer Reihenfolge) Reinhold Bauer, Geschäftsführer Personal und Pädagogik, München (stellvertr. Vorsitzender) Uwe Jes Hansen, Plön Prof. Dr. Johannes Münder, Berlin (Vorsitzender) Gesine von Uslar, Mainz Dr. Kay Vorwerk, Geschäftsführer Finanzen und Marketing, München

Die geförderten 129 SOS-Einrichtungen nach Kontinenten aufgeteilt

Europa

10

Asien

Afrika

Amerika

8

9

71

39

Der Verwaltungsrat (in alphabetischer Reihenfolge) Ila Brix-Leusmann, Wesel (stellvertr. Vorsitzende) Dr. Peter Büttner, Schlüchtern Christoph L. Crasemann, Hamburg Prof. Ullrich Gintzel, Preußisch Oldendorf Margarete Hascher-Kück, Grafrath Günther Kagerer, München Dr. Günter Kalteis, München Helmut Kutin, Innsbruck (Ehrenpräsident) Dr. Gerhard Lippert, München Dr. Susanne Pauser, Lautertal Dieter Pfisterer, Klausdorf Udo Pütt, Lüneburg Prof. Dr. Hanjo Sauer, Bamberg (Vorsitzender) Dr. Susanna Schmidt, Berlin Erich Schöpflin, Dießen a. Ammersee Dr. Rupert Schreiner, München Dr. Hubertus Schröer, München Harald Spahn-Dömling, Augsburg Dr. Margrit Spielmann, MdB, Brandenburg a.d. Havel Dr. Volker Then, Dachau Dr. Gitta Trauernicht, Kiel

15


Was sonst noch geschah

SOS-Kinderdorf Berlin-Moabit

Ein neues Mehrgenerationenhaus für Moabit

Das SOS-Kinderdorf Berlin-Mitte wurde 2005 errichtet.

Schauspielerin Mariella Ahrens und Kirsten Spiewack, Leiterin des SOS-Kinderdorfes Berlin-Moabit, bei der Eröffnung des Mehrgenerationenhauses.

»Es macht mich sehr stolz, die Patenschaft für dieses fantastische Projekt zu übernehmen. Es bietet Jung und Alt den perfekten Raum, um sich auszutauschen, sich gegenseitig zu helfen und voneinander zu lernen.« Mariella Ahrens, bekannte Schauspielerin und SOS-Botschafterin, ist sichtlich begeistert von dem Mehrgenerationenhaus, das auf dem Gelände des SOS-Kinderdorfs Berlin-Mitte entstanden ist. Gerne hat sie, gemeinsam mit Berlins Staatssekretär für Wirtschaft, Technologie und Frauen, Dr. Jens-Peter Heuer, die Schirmherrschaft über den neuen Einrichtungsteil des SOS-Kinderdorfs übernommen.

Die Idee der Mehrgenerationenhäuser ist einfach: Begegnung zwischen den Generationen fördern und Raum für Gemeinsames bieten. Unter dem Dach von SOS-Kinderdorf gibt es – zusammen mit dem neuen Berliner Angebot – insgesamt sieben Mehrgenerationenhäuser. Die Angebote in den SOS-Mehrgenerationenhäusern sind geprägt von vielfältigen, gemeinsamen Aktivitäten und Dienstleistungen wie Sozialen Hilfen, Kinderbetreuung, Wäscheservice, Fachberatungen und Sprachkursen für Migranten. Als Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, im November 2006 im SOS-Mehrgenerationenhaus Salzgitter den Startschuss zum bundesweiten »Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser« gab, sagte sie: »Mehrgenerationenhäuser eröffnen Räume, die den Zusammenhalt der Generationen festigen.« Am Tag der offiziellen Eröffnung des Berliner Hauses konnte sich Mariella Ahrens, die u.a. aus der RTL-Serie »Im Namen des Gesetzes« und ZDF-Produktionen wie »SOKO« und »Der Bergdoktor« bekannt ist, davon selbst ein Bild machen: Kinderbetreuung, Familienbildung und -begegnung, Beratungsmöglichkeiten, Angebote für Senioren und für Schulkinder finden schon im neuen SOS-Mehrgenerationenhaus statt. So bald wie möglich sollen noch weitere Projekte dazukommen, z.B. haushaltsnahe Dienstleistungen und ein Freiwilligendienst.

16


Die SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in Deutschland auf einen Blick

Standorte der pädagogischen Einrichtungen des SOS-Kinderdorf e.V. in Deutschland

Lütjenburg Grimmen Norderstedt Wilhelmshaven Hamburg Worpswede Bremen Bockum

Wittenberge

Berlin Brandenburg Salzgitter-Bad Detmold Schieder-Schwalenberg Bernburg

Kleve

Cottbus

Lüdenscheid Weimar Gera Zwickau Hünstetten Gemünden Merzig

Immenreuth Eisenberg Kaiserslautern Nürnberg

Saarbrücken

Schorndorf-Oberberken Göppingen Augsburg Landsberg Sulzburg

Erding München Dießen

Weilheim Garmisch-Partenkirchen

17


a

2008


a

SOS Kinderdorf e.V. www.sos-kinderdorf.de

Jahresabschluss

2007


Jahresabschluss des SOS-Kinderdorf e.V. zum 31.12.2007 mit Vergleichszahlen 2006

Seit der Grundsteinlegung für das erste deutsche SOSKinderdorf in Dießen am Ammersee im Jahr 1956 sind in Deutschland 46 SOS-Einrichtungen und regionale Hilfeverbundsysteme entstanden: SOS-Kinderdörfer, SOS-Jugendhilfeeinrichtungen (Jugendwohngemeinschaften, Wohngruppen und ambulante Betreuung), SOS-Beratungszentren und Frühfördereinrichtungen, SOS-Ausbildungs- und Beschäftigungseinrichtungen und SOS-Mütterzentren sowie SOS-Dorfgemeinschaften für behinderte Menschen; zusätzlich die IWL-Werkstätten gGmbH für Behinderte, Landsberg, an denen der SOS-Kinderdorf e.V. zu zwei Drittel beteiligt ist. Neben der Schaffung zusätzlicher Hilfsangebote für Kinder und Jugendliche galt es in 2007 unsere bestehenden Einrichtungen in Deutschland den sich rasch ändernden Anforderungen der Kinder- und Jugendhilfe anzupassen. Dazu gehört in unseren Kinderdörfern neben dem Kern einer Langzeitbetreuung von Kindern eine Öffnung für die jeweilige Region mit Angeboten wie Kindertagesstätten, Tagespflege, Kinder- und Jugendlichen-Wohngruppen für Kurzzeitaufnahmen von Kindern in Not sowie ambulante Angebote der Beratung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen. Ende 2007 wurden in den 46 SOS-Einrichtungen in Deutschland über 27.000 Kinder, Jugendliche und Familien vom SOS-Kinderdorf e.V. stationär, teilstationär und ambulant betreut bzw. beraten oder ausgebildet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Verein sein Angebotsprofil vor allem in den Bereichen ambulante, flexible Hilfen und offene Angebote erweitert und geschärft. Der Ausbau bezieht sich insbesondere auf familienstärkende Angebote, was sich daran ablesen lässt, dass zwischenzeitlich sieben Einrichtungen des SOS-Kinderdorf e.V. den Status »Mehrgenerationenhaus« führen, der im Rahmen des »Aktionsprogramms Mehrgenerationenhäuser« der Bundesregierung vergeben wird. Auch in den nächsten Jahren will der SOS-Kinderdorf e.V. diese Entwicklungen weiter fördern und nach Möglichkeit einige neue zusätzliche Aufgaben im In- und Ausland angehen. Im Inland ist der Verein im Investitionsbereich insbesondere mit dem Um- und Ausbau sowie der Erweiterung von Familienhäusern innerhalb der bestehenden Kinderdörfer sowie mit dem Aufbau zweier neuer Standorte in Großstädten der Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Hessen befasst.

Darüber hinaus trägt der SOS-Kinderdorf e.V. neben seiner ausschließlich international tätigen Schwesterorganisation, dem Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V., in erheblichem Maße zum Unterhalt und weiteren Ausbau der internationalen SOS-Kinderdorforganisation bei, die in 132 Ländern und Territorien der Erde mit rund 1.500 SOSEinrichtungen vertreten ist. Aus Mitteln des SOS-Kinderdorf e.V. konnten über die zurückliegenden 25 Jahre 129 ausländische SOS-Kinderdorf-Projekte, vorwiegend in Ländern der Dritten Welt, errichtet werden – Kinderdörfer, Jugendhäuser, Hermann-Gmeiner-Schulen und Ausbildungszentren, Sozialzentren und Familienstärkungsprogramme – in denen heute mehr als 157.000 Kinder, Jugendliche und Familien betreut werden. Der Unterhalt dieser vom SOS-Kinderdorf e.V. im Aufbau finanzierten 129 Auslandseinrichtungen, die sich nur zum kleineren Teil aus eigenem Spendenaufkommen finanzieren können, erfordert vom deutschen SOS-Kinderdorf e.V. hohe Betriebsmittelzuschüsse, die unsere Möglichkeiten, neue zusätzliche Auslandseinrichtungen zu finanzieren, einschränken. Unsere Arbeit in den 46 SOS-Einrichtungen in Deutschland sowie die Unterstützung der weltweiten SOS-KinderdorfArbeit können wir nur mit der tatkräftigen Hilfe unserer 2,1 Millionen Spender und Freunde der deutschen SOSKinderdorf-Organisation leisten, die auch 2007 mit ihren regelmäßigen Spenden maßgeblich zum Erfolg beigetragen haben. Das Vertrauen unserer Spenderinnen und Spender ist uns eine große Verpflichtung. Der im Folgenden in Kurzform dargestellte, von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC (PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) geprüfte und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss zum 31.12.2007 sowie das vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen/DZI verliehene Spenden-Siegel zeigen dies sehr deutlich.

2007


Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2007 2007 1.

Erträge aus ideeller Tätigkeit a. Spenden* b. Öffentliche Mittel c. Sonstige Erträge

2.

Sonstige betriebliche Erträge

3.

Aufwendungen für ausländische und inländische Einrichtungen a. Auslandsaufwendungen b. Betreuungskosten und Wirtschaftsgeld für Familien

4.

5.

Personalaufwand a. Löhne und Gehälter b. Soziale Abgaben u. Aufwendungen für Altersversorgung u. für Unterstützung (davon für Altersversorgung Euro 5.394.503,87; Vorjahr Euro 5.274.595,30)

Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen

6.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

7.

Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihen des Finanzanlagevermögens (davon Zinsen und ähnliche Erträge aus verbundenen Unternehmen Euro 3.001,17; Vorjahr Euro 3.744,47)

2006 Euro

Euro

115.520.849,34 81.848.237,58 10.120.415,09 207.489.502,01

111.696.222,26 81.952.910,29 9.611.002,48 203.260.135,03

11.725.940,87

7.798.955,84

– 29.022.204,82 – 8.603.200,16 – 37.625.404,98

– 27.984.371,61 – 8.362.298,70 – 36.346.670,31

– 85.561.017,05 – 24.761.254,74

– 80.087.421,20 – 24.302.269,26

– 110.322.271,79

– 104.389.690,46

– 7.732.412,77

– 7.369.306,23

– 43.893.374,66

– 38.814.236,19

19.641.978,68

24.139.187,68

5.918.807,16

5.779.713,56

1.725.850,25

705.073,86

8.

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

9.

Abschreibungen auf Finanzanlagen

– 1.721.916,33

– 1.312.181,16

10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

– 31.859,24

– 938,50

25.532.860,52

29.310.855,44

– 122.227,52

0,00

– 6.660.000,00 – 5.500.000,00 – 1.500.000,00 – 13.660.000,00

– 14.090.455,68 – 4.000.000,00 0,00 – 18.090.455,68

– 11.750.000,00

– 11.220.000,00

633,00

399,76

11. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit/Jahresüberschuss

12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

13. Einstellungen in zweckgebundene Rücklagen Betriebsmittelreserve Investitionsvorhaben im Inland Projektrücklage gemäß § 58 Nr. 6 AO

14. Einstellung in die freie Rücklage gemäß § 58 Nr. 7a AO

15. Veränderung des Vereinskapitals * davon Sachspenden T Euro 382 (Vorjahr T Euro 766)

Wie im Vorjahr weist der Jahresabschluss 2007 ein ausgeglichenes Ergebnis aus. Die Ertragslage ist gekennzeichnet durch eine leichte Erhöhung der Spenden- und Nachlasseingänge (+ 3,4 %) sowie gleichbleibende Erträge aus Öffentlichen Mitteln bei leichter Zunahme des Personalaufwands (+ 5,7 %).


Bilanz zum 31. Dezember 2007 Aktiva A. I.

II. 1.

Anlagevermögen Immaterielle Vermögensgegenstände Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten

2. 3.

Sachanlagen Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau

III. 1. 2. 3. 4. 5.

Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen Beteiligungen Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht Wertpapiere des Anlagevermögens Sonstige Ausleihungen

B. I. 1. 2.

Umlaufvermögen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Sonstige Vermögensgegenstände

II.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

C.

Rechnungsabgrenzungsposten

Treuhandvermögen Ruhk Stiftung

31.12.2007 31.12.2006 Euro

Euro

632.057,72

233.215,00

165.337.403,63 6.176.929,46 2.321.499,93 173.835.833,02

166.997.272,84 5.942.583,46 1.940.804,38 174.880.660,68

690.702,03 50.000,00 76.890,62 188.733.909,20 188.963,91 189.740.465,76 364.208.356,50

690.702,03 50.000,00 64.489,45 188.048.993,42 198.761,33 189.052.946,23 364.166.821,91

9.012.394,45 4.855.953,12 13.868.347,57

6.602.476,80 4.408.957,00 11.011.433,80

68.479.267,52 82.347.615,09

45.562.911,02 56.574.344,82

115.809,90

100.810,80

446.671.781,49

420.841.977,53

194.892,48

189.685,52


Passiva A. I.

II. 1.

2.

3.

Kapital Vereinskapital Stand zu Beginn der Rechnungsperiode Jahresergebnis Stand zum Ende der Rechnungsperiode

Zweckgebundene Rücklagen Betriebsmittelreserve Stand zu Beginn der Rechnungsperiode Einstellung Stand zum Ende der Rechnungsperiode Investitionsvorhaben im Inland Stand zu Beginn der Rechnungsperiode Einstellung Stand zum Ende der Rechnungsperiode Projektrücklage gemäß § 58 Nr. 6a AO Stand zu Beginn der Rechnungsperiode Einstellung Stand zum Ende der Rechnungsperiode

III. Freie Rücklagen gemäß § 58 Nr. 7a AO Stand zu Beginn der Rechnungsperiode Einstellung Stand zum Ende der Rechnungsperiode

B. I. II. III. IV.

Rückstellungen Steuerrückstellungen Baukosten für ausländische SOS-Einrichtungen Instandhaltung von SOS-Einrichtungen Sonstige Rückstellungen

C. I.

Verbindlichkeiten Leibrentenverpflichtungen (davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr Euro 671.561,64; Vorjahr Euro 690.734,60; davon mit einer Restlaufzeit über fünf Jahre Euro 215.607,69; Vorjahr Euro 347.570,53)

II.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr Euro 4.285.511,66; Vorjahr Euro 2.644.500,06)

III. Sonstige Verbindlichkeiten (davon aus Steuern Euro 3.321.751,21; Vorjahr Euro 1.244.657,63; davon im Rahmen der sozialen Sicherheit Euro 376.462,97; Vorjahr Euro 1.139.712,19; davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr Euro 9.551.827,92; Vorjahr Euro 7.632.197,71)

D.

Rechnungsabgrenzungsposten

Treuhandverbindlichkeiten Ruhk Stiftung Dank des guten Jahresergebnisses 2007 konnten den zweckgebundenen und freien Rücklagen T Euro 25.410 zugeführt werden.

31.12.2007 31.12.2006 Euro

Euro

237.622.509,94 633,00 237.623.142,94

237.622.110,18 399,76 237.622.509,94

101.780.074,77 6.660.000,00 108.440.074,77

87.689.619,09 14.090.455,68 101.780.074,77

13.100.000,00 5.500.000,00 18.600.000,00

9.100.000,00 4.000.000,00 13.100.000,00

0,00 1.500.000,00 1.500.000,00 128.540.074,77

0,00 0,00 0,00 114.880.074,77

24.310.000,00 11.750.000,00 36.060.000,00 402.223.217,71

13.090.000,00 11.220.000,00 24.310.000,00 376.812.584,71

269.710,16 4.822.939,03 5.000.000,00 16.169.535,99 26.262.185,18

37.040,00 5.459.561,69 5.000.000,00 18.714.096,52 29.210.698,21

3.418.553,11

3.559.293,83

4.285.511,66

2.644.500,06

9.551.827,92

7.632.197,71

17.255.892,69

13.835.991,60

930.485,91

982.703,01

446.671.781,49

420.841.977,53

194.892,48

189.685,52


Aufwandszuordnung entsprechend ihrer Verwendung

Gemäß den Anforderungen des Werbe- und Verwaltungskostenkonzeptes des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) in Berlin gliedern sich die aus der Gewinn- und Verlustrechnung des Vereins abgeleiteten Aufwendungen wie folgt:

2007 Euro 163.234.581

Projektförderung (Inland und Ausland) Projektbegleitung

10.589.977

Satzungsgemäße Kampagnen-, Bildungs- und Aufklärungsarbeit Werbung und allgemeine Öffentlichkeitsarbeit

17.793.264

Verwaltung Ausgaben für Vermögensverwaltung Ausgaben für (steuerpfl.) wirtschaftl. Geschäftsbetrieb

9.169.142 292.636 256.749 201.336.349

Maßgebliche Gesamtausgaben ohne Ausgaben für Vermögensverwaltung und (steuerpfl.) wirtschaftl. Geschäftsbetrieb

200.786.964

Prozent 4,57

Verwaltungskostenanteil 2007 an den maßgeblichen Gesamtausgaben Werbekostenanteil 2007 an den maßgeblichen Gesamtausgaben Werbe-/Verwaltungskostenanteil 2007 an den maßgeblichen Gesamtausgaben

Projektbegleitung

8,86 13,43

5,27% 8,86%

Werbung und allgemeine Öffentlichkeitsarbeit 4,57%

Projektförderung (Inland und Ausland)

81,30%

Die Werbe- und Verwaltungskosten beliefen sich gemäß Berechnungsschema »Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen« (DZI) in 2007 auf T Euro 26.962 = 13,43 % (Vorjahr T Euro 24.790 = 13,21 %). Der darin enthaltene Verwaltungskostenanteil beträgt T Euro 9.169 = 4,57 % (Vorjahr T Euro 8.427 = 4,49 %).

Verwaltung


Bestätigungsvermerk Jahresabschluss DZI-Spendensiegel

Herausgeber SOS-Kinderdorf e.V. Renatastraße 77 80639 München Telefon 089 12606-0 Telefax 089 12606-479 info@sos-kinderdorf.de www.sos-kinderdorf.de Verantwortlich für den Inhalt Dr. Kay Vorwerk


a

1.1

2007


SOS-Leistungsbericht 2008  

Ein Test zur Veröffentlichung von interaktiven Online-Dokumenten

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