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Liebe Leserinnen, liebe Leser, I

Stimmungsvolles Ettenheim

Archivfoto: Hoffmann

n diesen Tagen kommen die Menschen wieder im Kreise ihrer Familie zusammen und freuen sich nicht nur über gutes Essen und schöne Geschenke, sondern vor allem über das erlebte Miteinander. Das Weihnachtsfest ist aber mehr als nur eine emotionale Verschnaufpause. Weihnachten ist auch eine gute Gelegenheit, innezuhalten. Vor allem in einem Jahr wie diesem, in dem so viel passiert ist. Der Brexit, die Wahl Donald Trumps zum USPräsidenten, die vielen Anschläge, die jetzt auch unser Land erreicht haben. Viele Ereignisse verunsichern uns nachhaltig. Da empfinde ich den weihnachtlichen Rückzug in die Familie, in die Heimat als einen Anker der Sicherheit. Ein Anker der Sicherheit, wie ihn auch das kleine Kind in der Krippe erfahren hat, auf den sich an Heiligabend der Blick richtet – Jesus. Besinnung ist ein altes und wiederkehrendes Wort für die Zeit der Reflektion. Reflektion auf das, was wirklich wichtig ist – die Familie, das Urvertrauen (zu den Eltern, zum Glauben), die christlichen Werte. Wie leicht hin wünscht man sich eine besinnliche Weihnacht – und übersieht dabei den Kern des eigentlich Gemeinten. In diesem

Gute Vorsätze fassen – und umsetzen D as neue Jahr rückt näher – und damit meist auch eine ganze Reihe guter Vorsätze. »Gute Vorsätze machen immer Sinn und das an jedem Tag im Jahr«, sagt Diplomund Sportpsychologin Kareen Klippel, Gründerin des Netzwerks sportpsychologe.de. Denn gute Vorsätze sind auch eine Gelegenheit, über den eigenen Lebensstil nachzudenken. Beim Formulieren der Vorsätze sollte man aber auf ein paar Dinge achten. n Einen guten Grund finden: Man sollte sich bewusst machen, warum man etwas verändern möchte, sagt Klippel. »Das Erkennen des Bedürfnisses ›hinter‹ dem Vorsatz kann schon recht stark zum Umsetzen motivieren.« Wichtig ist, dass die Vorsätze sich gut anfühlen und man Vorfreude statt Entbehrung beim Gedanken an die anstehende Veränderung empfindet. n Konkrete Ziele formulieren: Das

Wenn an Silvester die Sektkorken knallen, nehmen viele Menschen gute Vorsätze mit ins neue Jahr. Foto: DWI

geht am besten mit den SMART-Kriterien, erklärt Klippel. S steht für spezifisch – man soll das Ziel so genau und eindeutig wie möglich formulieren. M meint messbar – damit man prüfen kann, ob man das Ziel erreicht hat. A steht für attraktiv – es sollte positiv formuliert sein und Vorfreude bereiten. R steht dafür, dass das Ziel realistisch sein sollte. T meint terminiert: Man sollte sich einen Termin setzen, an dem man das Ziel erreicht haben will. n Wirklich loslegen: Oft sind Vorsätze gut und schön, aber dann hapert es doch an der Umsetzung. Was tun? »Es klingt fast banal und ist doch das Effektivste: ›Es tun!‹«, sagt Klippel. Der erste Schritt sei meist der schwierigste. Aber hat man am 1. Januar an seinem Vorsatz festgehalten, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man es am 2. Januar auch tut. Es hilft auch, sich einen Partner zu suchen. tmn

Ulrike Lambart, Geschäftsführerin der Lahrer Zeitung GmbH Foto: Bode Sinne wünsche ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, sowie unseren Anzeigenkunden wohlverdiente Erholung und wirklich besinnliche Weihnachtstage mit Ihren Lieben.

Brotaufstrich aus Schoko-Nikoläusen Wer mehrere Schoko-Weihnachtsmänner geschenkt bekommt, muss sie nicht unbedingt alle aufessen. Aus den Nikoläusen kann man auch ganz einfach eine leckere Nuss-Nougat-Creme fürs Brot machen. Für 500 Gramm Aufstrich benötigt man 150 Gramm Haselnüsse, 250 Gramm Schokonikolaus, 1 Esslöffel Zucker, 100 Gramm Butter, 40 Milliliter Vollmilch, etwas Vanillemark und eine Prise Salz. Zunächst werden die Nüsse bei 180 Grad etwa eine Viertelstunde im Backofen geröstet und anschließend die Haut abgerieben, heißt es in der Zeitschrift »Effilee« (Ausgabe Winter 2016/2017). Im Mixer werden die Nüsse dann fein gemahlen. Die Schokolade lässt man über einem Wasserbad schmelzen und vermischt das Ganze mit flüssiger Butter, Milch, Vanille und Salz. Am Schluss hebt man die gemahlenen Nüsse unter – fertig. tmn


»Bronner’s Christmas Wonderland« ist mehr als 8000 Quadratmeter groß. Um sich zurechtzufinden, bekommen die Kunden eine Karte.

Foto: Horsten

Der größte Weihnachtsladen der Welt In einem kleinen Ort im amerikanischen Michigan ist das ganze Jahr über Weihnachten: »Bronner’s Christmas Wonderland« ist nach eigenen Angaben der größte Weihnachtsladen der Welt. Der Gründer hatte deutsche Vorfahren – und hielt eigentlich nichts von Weihnachts-Deko.

W

ollen Sie die Wahrheit wissen?«, fragte Wally Bronner einmal einen Reporter der »Detroit Free Press«. »Die Wahrheit ist, dass zu Weihnachten überhaupt keine Dekorationen sein müssen. Was sein muss, ist, dass wir unsere Herzen dekorieren. Wir sind so beschäftigt mit all den Vorbereitungen, dass wir vergessen, dass es eine so wichtige Zeit im Jahr ist, um innezuhalten und über unser Leben, unseren Glauben und die Welt nachzudenken.« Der 2008 gestorbene Bronner war 77 Jahre alt, als er das Interview gab – und Seniorchef des nach eigenen Angaben größten ganzjährig geöffneten Weihnachtsimperiums der Welt. Mitten in seinem Heimatstädtchen Frankenmuth im US-Bundesstaat Michigan, nördlich der Metropole Detroit, eröffnete Bronner 1945 sein »Bronner’s Christmas Wonderland«, das bis heute von seinen Nachfahren betrieben wird.

Wie fast alle Einwohner des knapp 5000 Einwohner zählenden Städtchens hat auch Bronner deutsche Vorfahren. Mitte des 19. Jahrhunderts wanderten sie aus der Nähe von Nürnberg aus. »Bronner’s Christmas Wonderland« ist inzwischen auf mehr als 8000 Quadratmeter Ladenfläche angewachsen, drumherum liegen fast 1500 Parkplätze. Zum Zurechtfinden bekommen Kunden eine Faltkarte. Drei meterhohe Weihnachtsmänner und ein Schneemann bewachen die Eingänge. Hunderttausende Lichter funkeln drinnen und

draußen, Weihnachtsmusik dudelt in Dauerschleife, der Strom kostet das Unternehmen durchschnittlich 1250 Dollar (etwa 1160 Euro) pro Tag. Fast an allen Tagen im Jahr hat der Laden auf, am eigentlichen Weihnachtstag, der in den USA am 25. Dezember begangen wird, aber zu. »Ich wünschte, ich hätte noch viel mehr Geld, das ich hier ausgeben könnte«, sagt Richard Maat, der eigens aus Grand Rapids angereist ist, etwa zwei Stunden Fahrzeit entfernt. »Ich hätte gerne ein paar Weihnachtsbaumanhänger und viel-

Der Westeingang von »Bronner’s Christmas Wonderland« im amerikanischen Städtchen Frankenmuth Foto: Andrew Home

leicht eine Girlande für die Veranda.« Mehr als zwei Millionen Menschen strömen jedes Jahr in den Laden, alleine am letzten Novemberwochenende nach dem traditionellen Thanksgiving-Fest etwa 50 000. Pro Jahr kaufen die Kunden mehr als zwei Millionen Weihnachtsbaum-Anhänger, mehr als 12 000 Kilometer Girlanden und rund 780 Kilometer Lichterketten. Mehr als 600 Angestellte hat Bronner’s in den betriebsamsten Phasen. »Hier ist eigentlich immer Betrieb, zu Jahresanfang natürlich aber ein bisschen weniger«, sagt Mitarbeiterin Sherrie. Wenn Weihnachten gerade nicht in Sicht ist, verkauft der Laden auch Dekoration und Geschenke für andere Feste – aber Weihnachten ist und bleibt Star und Kundenmagnet. »Die Bestseller sind gerade die Kolibri-Anhänger, die sehe ich ständig in den Einkaufswägen«, sagt Sherrie. »Und die gläsernen Schnapsgläser gehen auch immer.« Insgesamt gibt es mehr als 500 verschiedene Krippen und mehr als 6000 verschiedene Weihnachtsbaumanhänger – zum Beispiel spezielle für Krankenschwestern, Armee-Veteranen, Baseball-Anhänger, Musikliebhaber oder HamburgerFans. Versehen mit der Aufschrift »Fröhliche Weihnachten« in mehr als 70 Sprachen. Und: 1976 bestellte Hollywood-Star John Wayne per Telefon persönlich ein Weihnachtsmannkostüm. Christina Horsten


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Adventszeit ist eigentlich Fastenzeit Plätzchen, Bratwurst, Glühwein – die meisten kennen den Advent als eine Zeit des gesegneten Schlemmens. Was weniger Leute wissen: Manche besonders fromme Christen fasten in den Wochen vor Weihnachten. Vor allem Menschen aus Polen ist diese alte Tradition noch geläufig. Zu Sankt Martin am 11. November gibt es noch die Martinsgans zu essen, danach ist fleischloses Essen angesagt, bis einschließlich Heiligabend. Danach wird am 25. Dezember die Weihnachtsgans aufgetischt. Während vor Ostern immer mehr Bundesbürger auf Fleisch, Schokolade oder Alkohol verzichten, droht die Fastenzeit im Advent in Deutschland auszusterben. Am ehesten hält sich hierzulande die Tradition, zu Heiligabend etwas Einfaches wie Würstchen mit Kartoffelsalat zu essen. tmn

Griechen warten auf Santa Basil In Griechenland wartet man am 6. Dezember vergeblich auf den Nikolaus. Für die Seefahrernation ist Sankt Nikolaus ausschließlich der Schutzpatron der Seeleute. Demnach ist er nur zuständig für die Rettung schiffbrüchiger Matrosen – und nicht für Geschenke. Diese bringt in dem christlich-orthodoxen Land Santa Basil. Er kommt aber erst in der Silvesternacht. tmn

Mega-Lotterie in Spanien In Spanien gehört das Glücksspiel seit 200 Jahren fest in die Vorweihnachtszeit. Immer am 22. Dezember werden die Lose der Weihnachtslotterie »El Gordo« (der Dicke) gezogen – der ältesten und größten Lotterie der Welt. Die Auslosung ist ein Gemeinschaftserlebnis, denn viele Menschen im Land teilen sich Lose mit Freunden, Verwandten oder Arbeitskollegen. Im vergangenen Jahr wurden Gewinne von 2,2 Milliarden Euro ausgelost. Der Hauptgewinn, »El Gordo«, beträgt vier Millionen Euro für ein ganzes Los. Er wird 160-mal ausgezahlt, da jede Losnummer 160mal verkauft wird. Millionär wird man mit der Lotterie also kaum, aber für viele reicht das Geld, um Schulden abzubezahlen oder sich einen Traum zu erfüllen. Die Ziehung, die mehr als drei Stunden dauert, wird live im Fernsehen übertragen. tmn

Wo Gott Mensch wird »Ihr werdet ein Kind finden, das in Windeln gewickelt in einer Krippe liegt.« So ist es nachzulesen bei Lukas im zweiten Kapitel seines Evangeliums. Überall auf der Welt, wo Christen die Menschwerdung Gottes feiern, findet sich heute die Weihnachtskrippe.

A

ls figürliche Darstellung veranschaulicht sie die Geburt Jesu in Betlehem. Als Ausgangspunkt des Brauches vermuten Historiker die in Rom verwahrten Krippenreliquien, vor denen die Päpste früher den nächtlichen Weihnachtsgottesdienst feierten. Entgegen früheren Vermutungen ist der heilige Franziskus von Assisi dagegen kaum der Urheber der Weihnachtskrippe. Seine Feier im Jahr 1223 in Greccio fand in einem wirklichen Stall mit Ochs und Esel und einer strohgefüllten Krippe statt, jedoch ohne die Heilige Familie. Die große Blütezeit der Krippen war das Barock. Die Jesuiten wollten nach der Reformation den Glauben wieder veranschaulichen. Darum forderte der Ordensgründer Ignatius von Loyola etwa: »Der Gläubige muss sich vorstellen können, wie die Rüstung Goliaths scheppert, wenn der Riese, von Davids Stein getroffen, zu Boden stürzt«. Aufgrund dieser Auffassung bauten die Jesuiten gewaltige und wertvolle Krippen. Der Funken sprang bald auf die Städte über, und schließlich wollte jede Ge-

meinde eine eigene Krippe. Die Aufklärung im 18. Jahrhundert hat die Krippenfrömmigkeit belächelt. Und in Bayern wurde im Jahr 1802 das Aufstellen von Krippen in Kirchen sogar verboten. Damit jedoch begann der Einzug der Krippen in die Bürgerhäuser, und seit dem 19. Jahrhundert gehört die Krippe zum Weihnachtsfest der Familien dazu – bis dahin waren Krippen nur in Kirchen üblich gewesen. Dies geschah anfänglich nur in den katholischen Gegenden, während in protestantischen Regionen der Weihnachtsbaum das Zentrum des weihnachtlichen Wohnzimmers war.

Im 19. Jahrhundert geht der Brauch von den Kirchen in die Bürgerhäuser über Die Vielfalt der Weihnachtskrippen ist beinahe grenzenlos. Jeder Krippenbauer stellt das Geschehen so dar, als läge Betlehem vor seiner Haustür. Die Hirten in bayerischen Krippen tragen die üblichen Trachten. In Japan bringen statt Königen Samurais die Geschenke. Bei den Eskimos liegt das Jesuskind auf einem Schlitten, und in Afrika ist das Christkind schwarz. Die Kolumbianer li eben es bunt: Die Holzfiguren leuchten in wunderbaren Farben.

Doch auch in Europa findet sich eine wahre Krippenvielfalt. Die Andalusier flechten eine Graskrippe aus Palmwedeln. Für die Figuren wird Hanf verknotet. Bei den Krippen aus Neapel sind Stall und umgebende Gehöfte Ruinen. Die Krippenschnitzer der französischen Provence verwenden Baumrinde und Torfballen. Auf Korsika liegen in der Krippe getrocknete Meeresalgen. Aus Thüringen stammt zum Beispiel eine Glasbläser-Krippe. Der Name »Krippe« bezeichnet übrigens ein Geflecht. Aus diesem Grund findet das Wort »krippen« auch Verwendung für die Befestigung von Deichen durch ein Weidengeflecht. red


Wir wünschen unseren Kunden, Freunden und Bekannten ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Unserer verehrten Kundschaft sowie allen Freunden und Bekannten wünschen wir frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr!

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Wenn Väterchen Frost kommt Wenn die Menschen in Deutschland Weihnachten feiern, ist in Russland weiter Warten angesagt: Bei meistens viel Schnee und eisiger Kälte feiern die Kinder im größten Land der Erde später ein Jolka-Fest. Es ist nach der Jolka, dem Tannenbaum, benannt. Väterchen Frost – der russische Weihnachtsmann – bringt erst zum Jahreswechsel Geschenke. Ein Mädchen begleitet ihn: Schneeflöckchen. Die fröhliche Feier zum Tannenbaumfest findet in Russland meist am Silvesterabend statt. Kinder sagen dann Gedichte und Geschichten auf oder singen Lieder. Sie machen auch Verwandten kleine Geschenke, zum Beispiel eine Tüte mit Äpfeln und Plätzchen. In dem Riesenreich sind in dieser Zeit Ferien. Viele Christen in Russland feiern noch einmal anders. Dazu richtet sich die orthodoxe Kirche nach dem julianischen Kalender, der früher in Russland galt. Die Orthodoxen begehen Weihnachten erst in der Nacht zum 7. Januar mit feierlichen, tmn oft stundenlangen Messen.

Das älteste erhaltene Manuskript von »Stille Nacht, heilige Nacht« aus dem Jahr 1821. Die Melodie hatte Franz Xaver Gruber, desen Name rechts oben steht, drei Jahre zuvor komponiert, der Text stammt von Joseph Mohr.

Ein Lied geht um die Welt Die Melodie dieses Lieds kennt die ganze Welt: »Stille Nacht, heilige Nacht« ist der Inbegriff der Weihnachtsstimmung, in 320 Sprachen rund um den Globus. Am 24. Dezember 1818 wurde es erstmals gesungen. Gedichtet hat den Welterfolg ein Armeleutepriester, die Melodie schuf ein Aushilfsorganist.

S

Der russische Weihnachtsmann: Väterchen Frost Foto: Pitalev

tille Nacht, heilige Nacht« ist eigentlich ein Wiegenlied. Ein Wiegenlied zuerst für das neugeborene Kind in der Krippe, ein Wiegenlied aber auch für die trostbedürftige Menschheit, die sich zur Entstehungszeit so sehr wie heute nach

Frieden sehnt, nach einer heiligen Nacht, in der Neid, Hass, Missgunst, Mord und Krieg aufgehoben sind. Anno 1818: Der Hilfspriester Joseph Mohr wird nach Oberndorf bei Salzburg versetzt. Selbst in Armut aufgewachsen, engagiert er sich, um dort den Menschen in ihrem Leid und ihrer Hungersnot beizustehen und ihnen ihren Glauben an Gott sowie an sich selbst wieder zurückzugeben. Um die Entstehung des Liedes ranken sich zahlreiche Legenden. Die am häufigsten erzählte und wohl auch wahrscheinlichste berichtet, dass die Orgel der Nikola-Kirche in Oberndorf defekt war und keinen Ton mehr von sich gab. Die Christmette ohne Musikbegleitung zu feiern, war für Mohr undenkbar. Daher kam er auf die Idee, sich an Franz

Xaver Gruber zu wenden, der in Arnsdorf und bisweilen auch in Oberndorf die Orgel spielte, um sein schmales Lehrergehalt aufzubessern. Gruber sollte ein Gedicht vertonen, das Mohr bereits zwei Jahre zuvor geschrieben hatte. Der Text umfasste sechs Strophen, erzählte von der Geburt Jesu und der Hoffnung auf ein wenig Frieden nach den Wirren der Kriege gegen Napoleon. Er begann mit den Worten, die heute jeder kennt: »Stille Nacht, heilige Nacht«. Gruber setzte sich hin und schrieb in kurzer Zeit eine Melodie für zwei Männerstimmen, die in der Christmette des 24. Dezember 1818 zu Mohrs Gitarrenbegleitung erstmals erklang. »Stille Nacht, heilige Nacht« traf den Nerv der Menschen und verbreitete sich unaufhaltsam. red

Weihnachtsbaum war ursprünglich ein »Paradiesbaum« I m Advent (lateinisch »adventus« = Ankunft) bereiten sich Christen auf Weihnachten vor. Sieben interessante Fakten: n In der Adventszeit hat jeder Sonntag eine eigene Bedeutung. Der erste Advent steht bei Protestanten für den Einzug Jesu in Jerusalem. Die weiteren Sonntage sind der Wiederkunft Christi, Johannes dem Täufer und Maria gewidmet bei Katholiken gibt es Abweichungen. n Um die Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in einem Hamburger Jugendheim den wohl ersten Ad-

ventskranz. Der Brauch verbreitete sich schnell im protestantischen Norddeutschland. Im katholisch geprägten Süden wurde er erst nach dem Zweiten Weltkrieg heimisch. n Seit etwa 1850 gab es »Adventszeitmesser« als Abrisskalender oder Weihnachtsuhren. Der erste gedruckte, noch fensterlose Adventskalender ging Anfang des 20. Jahrhunderts auf einen Münchner Verleger zurück. Um 1920 erschienen die ersten Kalender mit Türchen zum Öffnen. n Der Weihnachtsbaum ist das Symbol der Weihnachtszeit

schlechthin. Seinen Ursprung hat er wohl als »Paradiesbaum« im kirchlichen Krippenspiel des Mittelalters. In deutschen Wohnzimmern allgemein verbreitet ist er allerdings erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts. n Der Evangelist Lukas verfasste die geläufige Kindheitsgeschichte Jesu. Die Weihnachtsgeschichte, die »frohe Botschaft« von der Geburt des Herrn in einem Stall zu Bethlehem, wird am Heiligen Abend in Gottesdiensten und bei Weihnachtsfeiern vorgelesen oder nachgespielt. n In sechs Kantaten erzählt das von

Johann Sebastian Bach (1685-1750) komponierte Weihnachtsoratorium die Weihnachtsgeschichte – von Christi Geburt nach dem LukasEvangelium bis hin zu den drei Weisen aus dem Morgenland nach dem Matthäus-Evangelium. n Ebenso wie das Christkind gibt es den Weihnachtsmann erst seit der Reformation im 16. Jahrhundert. Wie er aussieht, hängt immer auch von zeitgenössischen Einflüssen ab. Das Bild des rot-weiß gewandeten Gabenbringers wie heute verdanken wir einer Werbekampagne des Coca-Cola-Konzerns. tmn


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Filmische Adventskalender Auch in Dänemark, Schweden und Norwegen gibt es im Dezember Adventskalender mit Schokolade, die einem die Wartezeit bis zum Heiligen Abend versüßen. Typisch skandinavisch aber ist der Adventskalender im Fernsehen. Jeden Abend zeigen die öffentlich-rechtlichen Sender im Kinderprogramm eine Serie in 24 Teilen, in der es irgendwie um das Thema Weihnachten geht. Im Mittelpunkt der norwegischen Serie »Schneefall« steht die neunjährige Selma, die eine Tür zu einer anderen Welt findet und dort dem Weihnachtsmann begegnet. Auch in Schweden macht sich ein kleines Mädchen auf die Suche nach dem Weihnachtsmann. In Dänemark gleiten zwei Schwestern in die Märchenwelt und müssen dort an der Seite von Dornröschen, Aschenbrödel und Schneewittchen Abenteuer bestehen. Adventskalender zu gucken ist in vielen Familien ein Ritual wie die Lottozahlen zu schauen. Und klar, dass am nächsten Tag im Kindergarten und in der Schule alle drütmn ber reden.

Der allererste Weihnachtsbaum Der Brauch, an Heilig Abend einen Weihnachtsbaum aufzustellen, ist weit verbreitet. Doch wo wurde der erste Weihnachtsbaum der Welt aufgestellt? Für viele Letten ist die Antwort klar: in Riga. Auf dem Rathausplatz der lettischen Hauptstadt soll 1510 die erste Tanne mit getrockneten Blumen, Früchten und Spielzeugen geschmückt worden sein. Daran erinnert inzwischen eine im Kopfsteinpflaster eingelassene Gedenktafel. Nachzulesen ist dies auch im Rigaer Museum für Stadtgeschichte, wo zudem ein historischer Christbaumschmuck ausgestellt wird: eine kleine Glaskugel mit einem geschmiedeten Metallhaken aus dem 17. Jahrhundert. Dass Riga tatsächlich der Geburtsort des Weihnachtsbaums sein könnte, wird jedoch vor allem im benachbarten Estland angezweifelt. Dort betonten die Stadtoberen der Hauptstadt Tallinn, dass vor dem Rathaus schon 1441 eine geschmückte Tanne gestanden habe. Einig ist man sich nur, dass jeweils die Bruderschaft der Schwarzhäupter den Baum aufgestellt haben soll – eine Vereinigung unverheirateter niederdeutscher Kaufleute, die damals in beiden Hansestädten an der tmn Ostsee lebten.

Glücksbringende Narzissen Im alten China galten blühende Weihnachtsnarzissen als Glücksbringer fürs neue Jahr. Bei uns werden die reinweißen Blüten im Dezember gerne als Schmuck fürs Fensterbrett herangezogen. Doch nicht jeder ist vom Ergebnis begeistert: Der Blütenduft ist intensiv.

E

s könnte wie ein kleines Wunder wirken, wenn in der Weihnachtszeit auf der Fensterbank Narzissen blühen. Denn eigentlich sind die Blumen auch als Osterglocken bekannt – weil sie für gewöhnlich in dieser Zeit ihre Blüten zeigen. Doch bei den Weihnachtsnarzissen handelt es sich um eine andere Art, nämlich um die Narcissus papyraceus, auch als Tazette bekannt. Diese Art ist im Mittelmeerraum von Spanien bis Griechenland und Nordafrika heimisch und erblüht früher als die typischen Osterglocken. In Deutschland findet sich häufig die Sorte »Ziva« im Handel, ein anderer Name von ihr lautet Paperwhite. Bereits im alten China waren die Pflanzen ein beliebtes Neujahrsorakel, erklärt Dieter Gaissmayer, Vorstand der Stiftung Gartenkultur aus Illertissen (Bayern). Das Ziel war, dass die in China als »einhundertköpfige Wasserfee« bekannte Narzisse zum Neujahrstag erblüht. Dann seien Glück und Gesundheit für das neue Jahr gewiss, hieß es. Und auch nach Neujahr sind diese Blumen noch ein schöner Anblick: Die Narzissen haben kräftige Stiele, an denen sich reinweiße Blütensternchen mit einer verhältnismäßig kleinen Krone und orangenen Staubgefäßen öffnen. »Der Duft ist kräftig, und nicht jeder erträgt das

Die Weihnachtsnarzisse sieht gut aus und soll außerdem Glück bringen. Ihr Duft kann aber gewöhnungsbedürftig sein. Foto: Blickwinkel/Ostendorp gut«, sagt Gaissmayer. Auch der Diplom-Biologe Armin Jagel, Vorstandsmitglied des Botanischen Vereins Bochum, ist kein Fan: »Der Geruch ist äußerst fragwürdig und ich habe ihn wenig betörend empfunden.« Daher sollte man die Pflanzen

INFO

Weihnachtsnarzissen richtig pflegen Im Topf mit Erde: Den Topf zu zwei Dritteln mit einer normalen Blumenerde füllen und die Zwiebeln mit der flachen Seite daraufstellen. Dann werden die Zwischenräume mit Substrat aufgefüllt. Außerdem empfiehlt es sich Moos zwischen die Zwiebeln zu legen. Weidenruten am Gefäßrand stützen die austreibenden Stiele ab. n Im Glasgefäß mit Wasser: Hier empfiehlt sich ein Gefäß mit hohem Rand, damit die Stängel gen

stützt werden. Wichtig ist, dass die Zwiebel unterhalb der Wurzeln Platz hat sich zu entfalten. Um das zu gewährleisten, sollte man den Glasboden zunächst mit größeren Kieseln füllen. Außerdem muss unter dem Zwiebelboden mindestens ein Zentimeter Abstand bis zur Wasseroberfläche sein, sonst faulen die Zwiebeln. Auch bei dieser Methode empfiehlt es sich Moos zwischen die Pflanzen zu stecken, das die Nässe gut festhält.

vielleicht nicht in Schlaf- und Wohnräumen ans Fenster stellen. Die Weihnachtsnarzisse ist in Deutschland nicht winterhart, erklärt Diplom-Biologe Jagel: »Wenn man sie in den Garten pflanzt, dann erfrieren oder verfaulen sie sehr schnell.« Im Haus aber lassen sich die Pflanzen recht flott antreiben, sagt Gaissmayer: »Theoretisch kann man die Zwiebeln in 20 Tagen zum Blühen bringen.« Er empfiehlt, sich aber Zeit zu nehmen. Entwickeln sich die Stiele zu schnell, bleiben sie weich. Die Zwiebeln stehen am besten in einem hellen, aber kühlen Raum. »So halten die Blüten länger, und man hat viel mehr von den Pflanzen«, rät Gaissmayer. Am besten kauft man präparierte Zwiebeln, die Kälte ausgesetzt wurden. Nach der Treiberei gehen die Weihnachtsnarzissen leider ein: »Die Kraft der Zwiebeln hat sich nach der Blüte erschöpft und man kann sie nicht in den Garten pflanzen«, erläutert Gaissmayer abschlieDorothée Waechter ßend.


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Eine Schüssel voller Aroma Hochprozentiges, guter Wein, Gewürze und saisonale Früchte – Bowle ist auch im Winter ein Höhepunkt jeder Party. Sie ist lecker und gesellig – und gelingt mit wenigen Tipps und Tricks.

E

s ist die Zeit des gemütlichen Beisammenseins, aber auch die rauschender Feste: Im Winter stehen Adventsfeiern, Weihnachten, die Silvesterparty und dann Faschingsbälle an. Was man sonst eher von Sommerpartys kennt, passt – in etwas abgewandelter Form – auch zur kalten Jahreszeit: die Bowle. »Eine selbst gemachte Bowle ist immer etwas Besonderes«, sagt Walter Gaigg, Autor des Buches »Bowlen, Punsche und Liköre«. Dabei sei das Ansetzen einfach und mache auch nicht viel Arbeit. Als Einlage für die Winterbowle empfiehlt der Experte Zitrusfrüchte wie Orangen, Mandarinen oder Kumquats. Angesetzt werden die reifen, in mundgerechte Stücke geschnittenen Früchte inklusive Zesten der Schale beispielsweise mit Rum oder Weinbrand. Nach einer mindestens zwei- bis dreistündigen Ruhezeit wird die Bowle vor dem Servieren mit Wein, Sekt oder Mineralwasser aufgegossen. »Auch Apfelmost eignet sich gut zum Aufgießen«, sagt Gaigg. Wenn Kinder mittrinken, können die alkoholischen Getränke durch Fruchtsaft, Mineralwasser und Tee ersetzt werden.

Zitrusfrüchte wie Orangen oder Mandarinen sind eine gute Einlage für die Bowle. Foto: Lorenz

Damit sich das volle Aroma entfalten kann, empfiehlt Sommelier Peter Steger sogar, den Ansatz für die Bowle mehrere Tage oder Wochen durchziehen zu lassen. »Bei der Sommerbowle geht es um den frischen Geschmack der Früchte, der Winter braucht komplexere Aromen«, sagt er. Sein Winter-Tipp: Eine größere Menge Bowleansatz auf dem Balkon oder der Terrasse kaltstellen. Nach einigen Tagen kann ein Teil bereits entnommen und aufgegossen werden. Und für die nächsten geselligen Gelegenheiten steht der Ansatz dann schon bereit. Ihren Namen hat die Bowle wohl vom englischen Wort »Bowl« für Schüssel. Serviert wird sie in einem großen Gefäß aus Glas oder Porzellan, das mit einem Deckel verschlossen werden kann, damit die Aromen nicht entweichen. Ist kein spezielles Bowlegefäß zur Hand, empfiehlt Gaigg eine hübsche alte Suppenterrine aus Porzellan.

Neben Früchten passen in eine winterliche Bowle auch Weihnachtsgewürze Neben den Früchten passen in die winterliche Bowle Weihnachtsgewürze wie Nelken, Zimt, Sternanis und Vanille. Gaigg empfiehlt, sie in einem Gewürzsäckchen in den Ansatz zu legen, so können sie jederzeit einfach entfernt werden. Wer mag, kann die Bowle zusätzlich süßen. Dazu verwendet Gaigg Haushaltszucker, braunen Zucker oder Kandiszucker, der sich allerdings langsamer auflöst. Der Experte rät, bei der Zubereitung nur wenig zu süßen und das Nachsüßen jedem in der Runde nach Geschmack selbst zu überlassen. Geschmackssache ist auch das Servieren: Seine Winterbowle mit Wodka, Pflaumen, Orangenschalen, Gewürzen und einem Hauch Schwarztee empfiehlt Steger mit Eis als Aperitif. Sie harmoniere aber auch mit einem Dessert aus dunklen Beeren – etwa einem Kompott – oder einem karamellisierten Pflaumenkuchen. Und wer vom Winterspaziergang zurückkommt und etwas zum Wärmen braucht, kann die Pflaumenbowle sogar warm genießen. So passe sie auch in verschneiten Garten ans Lagerfeuer, sagt der Wein- und Spirituosenexperte. Ein Klassiker für die winterliche Runde im Freien ist die Feuerzangenbowle aus Rum, Wein, Orangen, Zitronen, Gewürzen und brennenden Zuckerhut. Für sie sind jedoch

Auch im Winter ist Bowle das ideale Getränk für ein geselliges Beisammensein mit Freunden. Foto: Gabbert spezielle Gerätschaften wie der Zuckerhuthalter notwendig. Von der Zubereitung einer Feuerzangenbowle im Haus rät Gaigg wegen der Brandgefahr ab. Ebenfalls ein Klassiker unter den heißen winterlichen Mischgetränken, die mit Wein zubereitet werden, sei die Dänische Weihnachtsbowle, sagt Pia Johannson vom Deutschen Weininstitut in Mainz. Dafür werden Orangensaft und Rotwein oder Kirschen und Rotwein gemischt und mit Likör, meist Kirschlikör, abgeschmeckt. Auch in kalte Winterbowlen, die mit Sekt oder Perlweinen aufgegossen werden, passe zum Verfeinern etwas Fruchtlikör, erklärt Johannson. Sie seien

häufig alkoholhaltiger und schwerer als die sommerlichen Bowlen und vor allem bei Silvesterpartys beliebt. Wichtig ist immer die Qualität der Grundzutaten. Jede Bowle sei nur so gut wie der Wein oder Sekt, den man dafür verwendet, betont Johansson. Ideal seien fruchtige Winzersekte und leichte Kabinett- oder Qualitätsweine. Zum Kühlhalten empfiehlt Steger einen selbstgemachten Eisblock in den Bowletopf zu geben. Dazu einfach Wasser in eine große Plastikdose füllen und einfrieren. Der Block schmilzt nicht so schnell wie kleine Eiswürfel, und die Bowle wird nicht so stark verUlrike Geist wässert.

INFO

Rezept für Winterbowle Sommelier Peter Steger empfiehlt eine Variante mit winterlichen Gewürzen, Pflaumen und einem Hauch Orange. n Zutaten für zwei Liter Bowle: Jeweils ein Liter Wodka und Weißer Portwein, zehn frische Pflaumen entkernt und halbiert, dünne Orangenschalen von zwei Früchten, eine Zimtstange, zwei Anissterne, 15 Gramm Kandiszucker, 2 Gramm

Schwarzer Tee und eine Vanilleschote n Zubereitung: Einfach alle Zutaten mischen und abgedeckt auf dem Balkon ziehen lassen – idealerweise mehrere Wochen. Beim Servieren noch etwas Muskat und ein wenig Zitronenabrieb hinzugeben. Gekühlt wird am besten mit einem selbst gemachten Eisblock statt mit Eiswürfeln.



Weihnachtsglueckweunsche 2016 lz