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Bauhandwerk

Sonderbeilage Handwerk

Eine wärmende Decke aus Dämmstoff

Über die Außenwände kann ein Haus viel Energie verlieren / Polystyrol mit hohem Marktanteil

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in Haus kann über die Außenwände viel Wärme verlieren. Das kostet nicht nur Geld, sondern auch Ressourcen. Dagegen hilft eine Decke aus Dämmstoff. Polystyrol, umgangssprachlich als Styropor bekannt, liegt weit vorn. Werner Eicke-Hennig von der Hessischen Energiespar-Aktion geht von 85 Prozent Marktanteil bei der Außendämmung aus. Ein Vorteil von Polystyrol ist seine leichte Verarbeitung. Bei ausreichender Wartung und Pflege halten die mit diesem Material gedämmten Fassaden mindestens 30 bis 40 Jahre. Danach lässt sich die Fassade mit einer neuen, dünneren Dämmschicht aufdoppeln. Der Dämmstoff wird aber auch kritisiert. Wärmedämmverbund-Systeme aus Polystyrol, versehen mit Flammschutzmittel, gelten zwar als grundsätzlich sicher, in Einzelfällen können sie aber

in Brand geraten. »Die Anzahl der Brände hat sich durch Polystyrol nicht erhöht«, betont zwar EickeHennig. Für Neubauten gibt es dennoch besondere Vorschriften. Technologisch ist die Dämmung der Außenfassade nicht schwierig. »Die gängigen Wärmedämmverbund-Systeme sind aufeinander ab-

gestimmt«, erklärt Andreas Holm, Geschäftsführer des Forschungsinstituts für Wärmeschutz. Dämmstoffplatten werden bei dieser Variante außen auf das bestehende Mauerwerk oder den Putz geklebt, gedübelt und mit einer Armierungsschicht sowie einem Sichtputz versehen. Für ein solches System eig-

Technologisch ist die Dämmung der Fassade nicht schwierig. Foto: Warnecke

nen sich die Platten aus Hartschaum wie Polystyrol, aber auch aus nachwachsenden Rohstoffen sowie die Steinwolle. Eine Alternative zu diesem Befestigungssystem ist die Vorhangfassade, eine Holzkonstruktion vor der Wand. In diese kommen Dämmstoffe wie Steinwolle, erklärt Eike-Hennig. Der Vorteil: Die Fassade ist hinterlüftet, wodurch Feuchtigkeit entweichen kann. Bei einem Einfamilienhaus muss man laut Eicke-Hennig etwa 15 000 bis 18 000 Euro für die Dämmung der Außenfassade einkalkulieren. Die staatliche KfW-Bank fördert Einzelmaßnahmen sowie Pakete aus verschiedenen energetischen Sanierungen. Als bester Zeitpunkt für die Außendämmung gelten Frühjahr und Sommer. Denn einige Materialien benötigen zum Verbauen Temperaturen von mindestens fünf tmn Grad.


Handwerk 2017

3 März 2017

Johannes Ullrich: Auf Vernetzung setzen

Präsident der Handwerkskammer Freiburg über das regionale Handwerk im Jahr 2017

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as regionale Handwerk hat gut zu tun: Unsere knapp 5000 Handwerksbetriebe in der Ortenau sind ausgelastet und können zum überwiegenden Teil auf ein gutes Jahr zurückblicken. Auch für die nächsten Monate sind die Prognosen weiterhin sehr positiv – gut für das Handwerk, gut für die Region. Denn das Handwerk ist in der mittelständisch geprägten Ortenau eine wichtige wirtschaftliche und gesellschaftliche Stütze. Dieser Verantwortung sind sich unsere Betriebe durchaus bewusst – und sie leben sie auch, beispielsweise bei der Ausbildung von jungen Menschen. Allein im vergangenen Jahr sind im Landkreis 830 Jugendliche in eine handwerkliche Ausbildung gestartet. Viele Handwerker engagieren sich auch über ihren eigenen Betrieb hinaus – oftmals ehrenamtlich: in Vereinen, in der Lokalpolitik, im Handwerk selbst. Gerade dieses ehrenamtliche Engagement im Handwerk – in der Vollversammlung der Handwerkskammer, in Innung, Kreishandwerkerschaft und Prüfungsausschüssen – ist es, die unser Handwerk seit Generationen so schlagkräftig und erfolgreich macht. Das sollte auch in Zukunft so bleiben. Denn nur gemeinsam können wir die kommenden Herausforderungen meistern. Das Handwerk zukunftsfest zu machen, bedeutet für

Das Handwerk – Karriere mit Lehre Wer eine qualifizierte Ausbildung sucht, wer einen Beruf ergreifen möchte, der Spaß macht und abwechslungsreich ist sowie Geschick und Fantasie verlangt, und wer nach der Ausbildung nicht stehen bleiben, sondern sich weiterentwickeln will, für den ist das Handwerk genau das Richtige. Unerlässlich bei der Berufswahl ist eine gründliche Recherche. Wer für das kommende Lehrjahr noch einen Ausbildungsplatz im Handwerk sucht oder sich über die Berufsperspektiven in diesem Wirtschaftszweig informieren möchte, findet über den Ausbildungsservice der Handwerkskammer Freiburg, Telefon 0761/21 800 999, die richtigen Ansprechpartner. Eine Übersicht über die von Betrieben gemeldeten freien Ausbildungsstellen ist online unter www.hwk-freiburg.de/lehrstellenboerse zu finden. Infos zur Ausbildung im Handwerk stehen auch auf www.handwerks-power.de.

Johannes Ullrich die einzelnen Unternehmen auch, Spielraum für Investitionen zur Verfügung zu haben. Ganz genau beobachten wir aktuelle Bestrebungen, auf politischer Seite durch Steuerund Gebührenerhöhungen den eigenen Spielraum zu vergrößern. Wir werden uns mit aller Entschiedenheit dagegen wehren, strukturelle Defizite in öffentlichen Kassen durch höhere Belastungen der wirtschaftlich nachhaltig agierenden Handwerksbetriebe auszugleichen. Die Betriebe benötigen Rücklagen, zum Beispiel für den »digitalen Wandel«. Als Handwerksorganisation müssen wir unsere Betriebe da-

Foto: Handwerkskammer Freiburg

bei unterstützen, den Blick weiter in die Zukunft zu richten. Denn eine längerfristige Perspektive einzunehmen und weit vorauszuschauen, ist in Handwerksbetrieben gar nicht so einfach. In fast jedem Handwerksbetrieb kommen der Planung und Strategiebildung immer wieder der Alltag und seine akuten Entscheidungen in die Quere – insbesondere in Zeiten, in denen es gut läuft. Hier in Südbaden sind unsere Betriebe seit vielen Monaten gut ausgelastet – einige sogar mehr als gut. Da kann der Arbeitstag durchaus stressig werden und es bleibt kaum Zeit für den Blick nach vorne.

Landesweit haben sich die Handwerkskammern deshalb gemeinsam mit dem Baden-Württembergischen Handwerkstag und dem badenwürttembergischen Wirtschaftsministerium unter dem Motto »Handwerk 2025« zum Ziel gesetzt, die Weichen für das Handwerk richtig zu stellen – bei den Zukunftsthemen Digitalisierung, Energiewende und Fachkräftesicherung. Die Digitalisierung bringt auf vielen Ebenen eine engere Vernetzung im Unternehmen selbst, aber auch zwischen Unternehmen, Kunden, Lieferanten und vielen weiteren Partnern mit sich. Aus meiner Sicht ist aber vor allem auch eine Besinnung auf unsere bestehenden Netzwerke und deren Stärkung ein wichtiger Schlüssel für eine erfolgreiche Herangehensweise an »Handwerk 4.0«. Damit meine ich vor allem auch die Vernetzung innerhalb des Handwerks. Unsere ehrenamtliche Arbeit in den Handwerksgremien, unser hoher Organisationsgrad ist es, der im Handwerk den Ausschlag gibt. Nur wenn das Handwerk hier an einem Strang zieht, nutzen wir die Chancen der Digitalisierung für uns optimal und minimieren gleichzeitig unsere Risiken. Deshalb setze ich auf diese Zusammenhalt und bin mir sicher: Das Handwerk gestaltet seine Zukunft – und damit auch die Zukunft der Region – gemeinsam.


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Solarenergie

Sonderbeilage Handwerk

Eine Tankstelle, die Wärme und Strom liefert

Die Kraft der Sonne lässt sich auf zwei Arten nutzen / Einspeisevergütung wird immer uninteressanter

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ie Sonne scheint kostenlos. Und ihre Energie ist unermesslich. Die Kraft der Sonne lässt sich auf zwei Arten im Haus nutzen: für die Stromerzeugung mit Fotovoltaikanlagen und für die Warmwasserbereitung sowie Unterstützung der Heizung mit Solarthermieanlagen. Diese natürliche, niemals sich erschöpfende Ressource gilt als einer der wichtigsten Bausteine der Energiewende. n Wie groß ist der Platzbedarf? Für Anlagen zur Warmwasser-Bereitung genügt eine Kollektorfläche von 3 bis 7 Quadratmetern. Soll die Heizung unterstützt werden, sind 7 bis 15 Quadratmeter nötig. Stromanlagen mit sogenannten monound polykristallinen Siliziummodulen können laut dem Bundesverband Solarwirtschaft auf etwa 6 Quadratmetern ein Kilowattpeak erwirtschaften. Eine Fläche von 30 Quadratmetern und mit einer Leistung von 5 Kilowattpeak ist für einen Vier-Personen-Haushalt sinnvoll. Für große Anlagen eignen sich

Die Solarzellen von Fotovoltaikanlagen wandeln Sonnenlicht in elektrische Energie um. auch Dünnschichtmodule. Sie sind pro Kilowattstunde häufig günstiger, brauchen aber mehr Platz.

Rechnet sich die Investition in die Stromerzeugung? Ab circa 6000 Euro gibt es laut dem Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) eine komplett installierte Anlage. Diese waren lange ein gutes Geschäft, weil ihre Besitzer den Strom zu guten Preisen ins Netz einspeisen konnten. Die Vergütung wurde aber nach und nach stark gesenkt. Stand im März 2017: 12,3 Cent pro Kilowattstunde, Tendenz fallend, informiert Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer von BSW-Solar. Zum Vergleich: Eine Kilowattstunde vom Energieversorger kostet im Schnitt knapp 30 Cent. »In der Regel rechnen sich die Anlagen heute vor allem über den Eigenverbrauch an Strom«, erklärt Alexander Knebel von der Agentur für Erneuerbare Energien. Einer Rechnung des Marktforschungsinstituts EuPD Research zufolge steigt die Rendite bei den Anlagen abhängig vom Eigenverbrauch. Wenn 15 Prozent des Solarstroms selbst genutzt werden, liegt die Rendite bei 2,9 Prozent. Bei 25 Prozent Verbrauchsquote steigt die Rendite auf 4,7 Prozent. Hausbesitzer sollten daher den Eigenverbrauch ausreizen, also etwa die Waschmaschine n

Foto: Kleinschmidt

dann anschalten, wenn die Sonne scheint. Ohne einen Stromspeicher ist insgesamt eine Eigenverbrauchsquote von bis zu 30 Prozent erreichbar, mit Batteriespeicher deutlich mehr. n Rechnet sich die Investition in eine Solarthermieanlage? Die Kosten einer Anlage zur Warmwasserbereitung liegen laut Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) bei circa 4000 bis 5000 Euro mit Flachkollektoren und 5000 bis 6000 Euro mit Röhrenkollektoren. Eine Anlage zur Heizungsunterstützung kostet 9000 bis 12 000 Euro. Auch die Heizung ist am günstigsten, wenn die Sonne scheint. »Aber im Frühjahr und Sommer wird die wenigste Heizenergie benötigt«, betont Martin Brandis, Energieberater beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Hausbesitzer müssen deshalb die Investition in eine Solarheizung gut abwägen. »Wenn der Wärmebedarf sehr hoch ist und es keine geeigneten Flächen für die Kollektoren gibt, macht es wenig Sinn«, so Brandis. Ist das Haus so gut gedämmt, dass es nur einen geringen Wärmebedarf hat, könnte sich eine Anlage schon eher lohnen. tmn


Metallbau

5 März 2017

Lieblingsplatz unter Glas Die richtige Planung des Wintergartens

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intergärten sind aus energetischer Sicht eine Herausforderung. Im Sommer heizen sich Glasbauten schnell auf, und im Winter kühlen sie aus, sobald die Sonne verschwunden ist. Das Problem: Oft werden Wintergärten auf alte Terrassen aufgesetzt. »Manche Hausbesitzer denken, wenn sie einfach einen Glasbau darauf bauen, haben sie schon einen Wintergarten«, sagt Klaus Helmich, Sachverständiger für Wintergärten aus Wertheim. »Dabei handelt es sich bei solchen Konstruktionen oft lediglich um einen geschlossenen Freisitz.« Ein Wintergarten, der zum Wohnen geeignet ist, benötigt ein solides Fundament, eine Abdichtung und eine Wärmedämmung nach unten sowie Einrichtungen zur Belüftung und Beschattung. Sonst dringen Kälte und Feuchtigkeit ein, oder der Raum heizt sich im Sommer stark auf. Beheizte Wintergärten müssen die strengen Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) für Glasdächer und Fas-

saden von beheizten Gebäuden erfüllen. »Das ist mit einer fachgerechten Planung und der Auswahl der richtigen Technik und Materialien durchaus machbar«, erklärt Steffen Spenke, Geschäftsführer des Bundesverbands Wintergarten. Ein Wintergarten verbraucht dann unter Berücksichtigung der Sonnenenergie etwa so viel Heizenergie im Jahr wie ein Raum mit kompakten Wänden. Ausschlaggebend für eine gute Energiebilanz ist das Zusammenspiel von Trägermaterial und Verglasung. Wegen seines geringen Gewichts und der zugleich hohen Festigkeit entscheiden sich die meisten Bauherren für Aluminium. Das Profil der tragenden Konstruktion ist zu rund 25 Prozent dafür verantwortlich, wie viel Wärme verloren geht. Etwa 75 Prozent der Wärmedämmung übernimmt das Glas. Und das wird immer besser. Standard sind Wärmeschutz-Verglasungen aus zwei Glasscheiben. Genauso wichtig wie das richtige

Ausschlaggebend für eine gute Energiebilanz des Wintergartens ist das Zusammenspiel von Trägermaterial und Verglasung. Foto: TMP Fenster+Türen Glas ist eine passende Verschattung des Wintergartens. Sie sollte von vornherein in die Planung einbezogen werden. Viel Sonnenlicht und

Hitze können mit Sonnenschutzverglasungen, Markisen, Rollläden, Raffstoren, Jalousien oder Plissees tmn abgehalten werden.


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Gartenbau

Sonderbeilage Handwerk

Grenzen zwischen innen und außen schwinden

Der Garten als Erweiterung des Wohnraums / Konzept der offenen Raumgestaltung

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ei vielen modernen Einfamilienhäusern schwinden die Grenzen zwischen innen und außen. Raumhohe und bodentiefe Panoramafenster und Glasfronten geben den Blick frei in die Umgebung, sorgen für maximale Helligkeit im Gebäude und eine offene und großzügig wirkende Atmosphäre. Tageszeiten, Naturschauspiele und Wetterereignisse sind im geschützten Wohnraum erlebbar. Durch Glasfaltwände und -schiebetüren wird der nahtlose, barrierefreie Übergang zwischen drinnen und draußen im Erdgeschoss jederzeit möglich. Wohnraum und Garten fließen dann förmlich ineinander und der Außenbereich wird nicht mehr nur als abgetrennter Ort für gelegentliche Sonnenstunden gesehen, sondern vielmehr als Erweiterung des Lebensraumes genutzt. »Gerade bei Architektur, die sich nach außen öffnet, spielt die Planung und durchdachte Anlage des Gartens eine wichtige Rolle. Innen und außen sollten von Anfang an als Einheit gesehen werden«, erklärt die Landschaftsarchitektin Sarah Huf. Zumal der Outdoor-Bereich für viele Hausbesitzer eine immer wichtigere Rolle spiele und es auch eine Vielzahl an neuen Materialien und Gestaltungsmöglichkeiten gebe.

Gartenzonen, die den Wohnbereich ergänzen So unterschiedlich die Menschen wohnen, so unterschiedlich sind auch die Nutzungsansprüche, die sie an ihren Garten stellen. »Diese sollten bei der Planung oberste Priorität haben«, sagt August Forster, Präsident des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL). »Darüber hinaus ist es beim Konzept der offenen Raumgestaltung wichtig zu wissen, wie die In-

Durch Glasfaltwände oder -schiebetüren wird der nahtlose, barrierefreie Übergang zwischen drinnen und draußen jederzeit möglich. Wohnraum und Garten fließen dann förmlich ineinander. Foto: GPP/Huf nenräume des Gebäudes aufgeteilt sind und zukünftig genutzt werden sollen. Dann erst lassen sich Gartenzonen schaffen, die die angrenzenden Wohnbereiche perfekt ergänzen.« Vor dem Schlafzimmer kann beispielsweise ein Platz für eine Sonnenliege entstehen, vor dem Wohnzimmer gibt es eine Terrasse mit Lounge-Ecke oder einen Kinderspielplatz, und von der Küche aus betritt man direkt einen kleinen Essplatz im Freien. »Soll der Übergang zwischen innen und außen auch optisch besonders fließend sein, setzt man bei der Gestaltung auf ähnliche Formen, Farben und Materialien«, so Huf. »Vor allem mit gleichartigen Bodenbelägen gelingt dies gut.« Im Natursteinsortiment sind heute eine große Anzahl von Fliesen für drinnen erhältlich, zu denen es entspre-

chend dicke und frostbeständige Pendants für den Außenbereich gibt – Farbe und Oberflächenbearbeitung sind dabei völlig identisch. Andersherum kann man sich natürlich auch bei der Gestaltung des Wohnraums vom umgebenden Garten inspirieren lassen. Wählt man überdies für den In- und OutdoorBereich ähnliche Pflanzgefäße, verstärkt das die Wirkung zusätzlich.

Formale Gärten zu modernen Gebäuden »Oft werden zu modernen Gebäuden sehr formale Gärten angelegt, in denen klare Linien dominieren und es nur wenige Farben gibt. Es ist aber nicht zwingend notwendig, das Gelände so zu gestalten«, sagt Forster. »Zu zeitgemäßer Architektur

passen durchaus auch mediterrane Gärten beziehungsweise monochrome oder bunte Staudenbeete. Den Gestaltungsmöglichkeiten für das Draußen-Wohnzimmer sind auch im Pflanzensortiment nahezu keine Grenzen gesetzt. Natürlich muss man bei der Auswahl immer die architektonische Situation, das Grundstück und die Umgebung im Auge haben. Der Hausbewohner sollte sich im Gespräch mit den Planern auf folgende Fragen einstellen: Was will ich sehen, wenn ich aus dem Fenster schaue? Wie weit will ich gucken können? Inwieweit darf das Grundstück von außen einsehbar sein? Dementsprechend werden die Landschaftsarchitekten und -gärtner freie Flächen gestalten, Blickachsen planen, Höhenniveaus modellieren oder Hecken, Sträucher und Bäume pflanzen. red/mabu


Kfz-Handwerk

7 März 2017

Die Haftung ist das wichtigste Kauf-Kriterium

Was bei Autoreifen zu beachten ist / Ganzjahrespneus sind immer ein Kompromiss

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ertig machen zum Reifenwechsel. Doch was gilt es bei Kauf und dem Einsatz zu beachten? Und sind Ganzjahresreifen nicht der bessere Kauf? »Grundsätzlich sollten an allen vier Rädern die gleichen Reifen in gleichwertigem Zustand montiert sein«, sagt Gunnar Beer, Technikexperte vom Auto Club Europa (ACE). Nur so sei das von Hersteller angestrebte, gutmütige Fahrverhalten gewährleistet. Allerdings verschleißen die Reifen auf der Antriebsachse schneller. Der Experte rät, sie zwischenzeitlich von vorne nach hinten zu wechseln. So lassen sich die Reifen satzweise erneuern. Galt früher die Regel, dass neue Reifen für mehr Fahrstabilität auf die Hinterräder gezogen werden sollen, gilt das heute nur eingeschränkt. Denn bei Autos mit Stabilitätskontrolle ESP setze sich die Erkenntnis durch, dass neuwertige Reifen eher an der Vorderachse montiert werden sollten. »Davon profitieren Bremswege und die Sicherheit bei Aquaplaning steigt«, erklärt Beer.

DOT-Nummer zeigt das Produktionsdatum in Woche und Jahr an Keinesfalls sollte man gebrauchte Reifen etwa bei Ebay kaufen, sondern nur neue Reifen beim Fachhändler, der Vertragswerkstatt oder einem Online-Reifenhändler, rät Paul Englert, Reifentester bei der Fachzeitschrift »Auto Zeitung«. Händler lagerten die Reifen in der Regel korrekt, und sie geben eine Garantie oder Gewährleistung. Außerdem verkaufen sie selten Reifen, die älter als zwei Jahre sind.

Saisonaler Wechsel: In der Regel rund um Ostern werden die Wintergegen Sommerreifen getauscht. Foto: Jaspersen Alle vier Reifen sollten möglichst aus der gleichen Produktionswoche stammen. Auch wenn zwei Pneus einer Marke und eines Typs vermeintlich identisch sind, können sie sich unterschiedlich fahren. Denn auch Reifen werden weiterentwickelt und verbessert. Das Produktionsdatum in Woche und Jahr steht seitlich auf der Flanke in Form der DOT-Nummer. »0317« bedeutet, dass der Reifen in der dritten Kalenderwoche 2017 produziert wurde. Gute und sichere Reifen erkennen Laien mit dem bloßen Auge nicht. Zwar gibt ein Reifenlabel Auskunft über Effizienz, Bremsklasse und Abrollgeräusche. Doch die sind für die Kunden eher uninteressant. Ausführliche Tests von Fachmedien

oder Automobilclubs untersuchen aktuelle Produkte nach bis zu 20 Kriterien und bestimmen den Testsieger.

»Autofahrer sollten sich vor dem Reifenkauf fragen, was der Reifen können muss«, rät Englert. Ein grobstolliger Geländereifen auf einem sportlichen SUV passe genauso wenig wie ein sportlicher Reifen auf einem Diesel-Kombi, dessen Fahrer mehr als 50 000 Kilometer pro Jahr fährt. Ein guter Reifen hat vor allem mit Haftung zu tun, sagt Beer: »Auch wenn Preis und Laufleistung für die meisten Käufer die wichtigste Rolle beim Kauf spielt, ist die Haftung, besonders auf nasser Straße, das wichtigste Kriterium.« Denn was auf den ersten Blick günstig erscheint, kann auf dem zweiten teuer werden. Dann, wenn wegen schlechter Haftung der Bremsweg zwei Meter länger ausfällt und das Auto in ein anderes kracht. Die Experten von ADAC und ACE sehen einen Trend zu Ganzjahresreifen. Die dürfen dank M+S-Symbol (Matsch und Schnee) ganzjährig am Auto bleiben. Allerdings sind sie ein Kompromiss. »Auf Schnee sind sie nicht so griffig wie Winterreifen, auf warmem Asphalt im Sommer haften sie deutlich schlechter als Sommerreifen«, betont Englert. tmn


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Holzbau

Sonderbeilage Handwerk

Natürliche Grundlage für Wohngesundheit

Holz nimmt seit Jahrhunderten eine zentrale Rolle beim Bauen und Wohnen ein

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an sieht es ihnen nicht immer an, doch Fertighäuser bestehen zum größten Teil aus Holz. Durchschnittlich 30 Kubikmeter erlesener Fichte benötigt man für ein Gebäude mit 140 Quadratmetern Wohnfläche. Möbel, Parkettböden und weitere alltägliche Gegenstände vervollständigen die positive Holzbilanz vieler Haushalte – und die erfreuen sich dank des Naturmaterials besonderer Wohngesundheit. »Holz reguliert das Raumklima, indem es den Wasserdampf aus feuchter Luft aufnimmt und bei Trockenheit wieder abgibt. So wahrt es zum Beispiel in einem Fertighaus von Anfang an die für den Menschen ideale Luftfeuchtigkeit von 45 bis 55 Prozent«, sagt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Fertigbau (BDF), Dirk-Uwe Klaas. Ähnlich wie der Tatort am Sonntagabend, die Weinlese im Herbst oder Schlittenfahren im Winter ist auch der Rohstoff Holz ein zeitloser Klassiker. Seit Jahrhunderten schon nimmt es eine zentrale Rolle beim Bauen und Wohnen ein. Von baustatischen und -isolierenden Eigenschaften über eine große Langlebigkeit und Robustheit bis hin zu einer

natürlichen und hochwertigen Optik reichen die Gründe dafür. Viele Menschen, nicht zuletzt Bewohner und Liebhaber von Holzhäusern, berichten außerdem von einem kaum definierbaren, aber dennoch vorhandenen Wohlbefinden in der Gegenwart des Naturmaterials. Studien geben ihnen Recht und belegen, dass Holz im Innenraum verschiedene gesundheitsfördernde

und therapeutische Wirkungen erzielt. »Es wurde herausgefunden, dass es den Puls und den Blutdruck herabsenken kann, dass es Umweltstress abbaut, und dass es positive Effekte auf die Verdauung, das Aggressionslevel sowie die Konzentrations- und Regenerationsfähigkeit des Menschen besitzt«, zählt Klaas auf. Diese Eigenschaften, die je nach Holzart und dessen Offenporigkeit

Zeitloser Klassiker: Auch Fertighäuser bestehen zum größten Teil aus Holz.

GROSSE AUSWAHL AN BODENBELÄGEN.

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variieren können, führt die Wissenschaft unter anderem auf im Holz enthaltene ätherische Öle zurück. Besonders profitieren außerdem Allergiker, da sich Holzflächen nicht statisch aufladen und somit kein Staub angezogen wird. Das Fazit von Dirk-Uwe Klaas lautet deshalb: »Der Werkstoff Holz liefert die ideale Grundlage für die Wohngesundheit von Fertighäusern«. red/mabu

Foto: BDF


Fensterbau

9 März 2017

Viel Tageslicht dank großer Fensterflächen

Moderne Fenster sind so energieeffizient wie eine Wand / Solare Wärmegewinne in kalter Jahreszeit

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rüher waren Häuser und Wohnungen innen häufig sehr dunkel und mussten mitunter auch tagsüber mit künstlichem Licht erhellt werden. Schuld daran waren kleine Fenster, die man damals verwendete, weil die Wärmedämmung noch nicht so gut entwickelt war. »Das ist heute anders: Moderne Fenster können so energieeffizient wie eine Wand sein und nutzen gleichzeitig in der kalten Jahreszeit solare Wärmegewinne – eine komfortable Kombination für Liebhaber des Naturkinos«, sagt Ulrich Tschorn, Geschäftsführer des Verbands Fenster+Fassade (VFF). Helligkeit und Licht natürlichen Ursprungs sind bei Haus- und Wohnungssuchenden en vogue. Gefragt sind große Fenster und Dachfenster, die viel Tageslicht hereinlassen, gleichzeitig die Heizenergie in den eigenen vier Wänden halten, die Sonnenwärme im Frühling, Herbst und Winter nutzen und einen freien Blick nach draußen ermöglichen. »All das ist heute möglich. Großflächige Verglasungen können für eine optimale Ausleuchtung aller Räume des Hauses sorgen. Das spart Strom und Heizkosten gleichermaßen«, betont Tschorn. Noch besser verteilen lässt sich das Licht mit Lamellensystemen aus Aluminium oder mit Systemen, die mit Textilstoffen, Glas oder Metall arbeiten und der Fassade vorgehängt werden. »Den Wunsch nach mehr Licht greift übrigens seit geraumer Zeit auch die Innenarchitektur in Häusern und Wohnungen auf. Gefragt sind hier offene Wohn-, Ess- und

Impressum Verlag und Herausgeber Lahrer Zeitung GmbH Kreuzstraße 9 77933 Lahr Geschäftsführung und Anzeigenleitung Ulrike Lambart Redaktion Jörg Braun (V.i.S.d.P.), Matthias Buschert Druck Druckzentrum Südwest GmbH 78052 Villingen-Schwenningen Erscheinungstermin 25. März 2017

Auch unterm Dach ist Tageslicht wohltuend. Kochbereiche ohne die üblichen Trennwände von früher«, erklärt Tschorn. Richtig geplant könne ein Haus sogar den Eindruck vermitteln, man sei mitten in der Natur unterwegs. »Trotzdem hat man seine vier Wände um sich herum und ist perfekt vor schlechtem Wetter und tiefen Temperaturen geschützt«, so Tschorn. Damit aus sehr viel Licht im Sommer nicht zu viel Wärme im Innenbereich wird, muss natürlich auch an

einen ausreichenden Sonnenschutz für die Fassaden- und Dachflächenfenster gedacht werden. Hier helfen Markisen, Rollläden, Raffstoren, Jalousien, Plissees, Sonnensegel, Fensterläden, Schiebeläden und in verschiedenen Ausführungen erhältliche Sonnenschutzverglasungen. Mit den genannten Systemen kann die Sommerhitze wirkungsvoll vom Eindringen in die eigenen vier Wände abgehalten werden. Die Systeme gibt es je nach Ausführung

Foto: VFF/Velux

außen liegend, im Scheibenzwischenraum befindlich und innen liegend – mit individuell unterschiedlichen Wirkungsgraden. Dazu kommen satinierte oder geätzte Glasoberflächen und schaltbare Verglasungen, die von transparent nach transluzent wechseln oder die ihre Farbe von Kristallklar in einen dunkleren Farbton verändern. »Alle diese Systeme bieten gleichzeitig einen hervorragenden Sichtschutz, der besonders in Stadtlagen wichtig sein kann«, erläutert Tschorn, der noch einen weiteren Tipp hat: Wer seine Fenster und die dafür geeigneten Sicht- und Sonnenschutzsysteme mit einer Automation kombiniere, könne diese kinderleicht und komfortabel bedienen, spare noch mehr Energie und erhöhe gleichzeitig die Sicherheit im gesamten Haus. red/mabu


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Sanitär · Heizung · Klima

Sonderbeilage Handwerk

Wie effizient sind Pellet-Heizungen und Co.? Neue Kennzeichnung gibt ab April Auskunft

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om 1. April an gibt es ein neues Energieeffizienzlabel für Heizungen. Nachdem Öl- und Gasheizungen im Handel schon seit September 2015 gekennzeichnet sein müssen, sind nun auch viele neue Geräte für Scheitholz, Pellets, Hackschnitzel oder andere feste Brennstoffe an der Reihe. »Hintergrund für die spätere Einführung des Energielabels für Festbrennstoffe ist das zeitlich versetzte Gesetzgebungsverfahren der EU«, erklärt Jens Dörschel vom Deutschen Pelletinstitut in Berlin. Zu den festen Brennstoffen zählt neben holzartiger Biomasse wie

Holz, Pellets und Hackschnitzeln auch Kohle. »Kohle ist allerdings ein absolutes Auslaufmodell«, sagt Martin Brandis, Energieexperte des Verbraucherzentrale Bundesverbands in Berlin. »Kaum jemand wird sich heute eine neue Kohleheizung anschaffen«. Interessanter für die Verbraucher seien Heizungen für die anderen Feststoffe. »Da sie mit erneuerbaren Energien betrieben werden, ist zu erwarten, dass sie in sehr gute Effizienzklassen eingestuft werden.« Möglich ist zunächst eine Einteilung in die Energieeffizienzklassen A++ bis G. Für Biomassekessel rech-

Das neue Label für Geräte für feste Brennstoffe dient zur Orientierung, ersetzt aber nicht die Planung vom Fachmann. Foto: Segbers net Brandis bei den meisten Anlagen mit einer Einstufung bei A+, bei Pellet-Brennwertkesseln und bei Holzpelletöfen sogar bei A++. Neue Öl- und Gasbrennwertkessel haben in der Regel die Effizienzklasse A. Gekennzeichnet werden müssen Festbrennstoffkessel sowie Verbundanlagen aus einem solchen Kessel mit Temperaturreglern und Solareinrichtungen jeweils mit einer Nennwärmeleistung bis 70 Kilowatt. »Ohne Label darf der Schornsteinfeger neu in den Verkehr gebrachte Feststoffheizungen nach dem 1. April 2017 nicht abnehmen«, stellt Stephan Langer vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks klar. Ab Januar 2018 ist dann die Kennzeichnung der nächsten Grup-

pe vorgesehen – der Einzelraumheizgeräte, also der Kachel- und Kaminöfen. Das Energieeffizienzlabel ist eine zusätzliche Information, die Bauherren und Modernisierer bei der Auswahl ihrer Heizung berücksichtigen können. »Es ist nützlich, aber es ersetzt nicht die Planung vom Fachmann«, betont Energieberater Brandis. »Denn der Energieverbrauch einer Heizanlage hängt nicht nur vom verwendeten Heizkessel ab, sondern von verschiedenen Faktoren – etwa von der Größe des Gebäudes, der Wärmedämmung, dem Heizbedarf und nicht zuletzt von der Anlagenplanung.« Jeder Bauherr sollte das genau von einem Experten durchrechnen lassen. tmn


Sanitär · Heizung · Klima

11 März 2017

Ökologisch vorbildlich

Eisheizung nutzt Sonnenlicht, Luft und Erdwärme

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eizen mit Eis, das klingt zunächst wie ein Widerspruch. Doch das Prinzip funktioniert ökologisch vorbildlich, denn eine Eisheizung nutzt gleich drei natürliche Energiequellen, die kostenlos zur Verfügung stehen: Sonnenlicht, Luft und Erdwärme. Wirklich geheizt wird mit dem Eis nicht. Es ist nur der Speicherort für die Wärmeenergie, die auf dem Dach und aus dem Erdreich eingesammelt wird. Eine Eisspeicherheizung besteht aus drei Komponenten: einer Wasserzisterne in der Erde, Solar-Luft-Kollektoren auf dem Hausdach und einer Wärmepumpe im Heizungskeller. Die Wärmepumpe zieht Wärme aus dem Zisternenwasser. Ein Wärmetauscher überträgt die Energie auf das Heizungswasser. In der Zisterne wird das

Wasser nun immer kälter, bis es gefriert – daher der Name Eisspeicher. Durch den Übergang des Zisternenwassers von flüssig zu fest wird zusätzlich enorme Kristallisationsenergie frei. Die Solar-Luft-Kollektoren auf dem Dach nehmen auch im Winter ausreichend Sonnenwärme auf, um den Eisspeicher zu regenerieren und das Wasser wieder aufzuwärmen. So kann das Eis im Speicher immer wieder aufgetaut und mit Energie geladen werden. Das Heizen mit einem Eisspeichersystem wird zunehmend beliebter. Die Firma Viessmann rechnet auch in den nächsten Jahren mit einem weiter wachsenden Marktanteil. Neuerdings lässt sich die Wärme für das Eis-Energiespeichersystem auch aus Fotovoltaik-Modulen schöpfen. red/mabu

Eine Eisspeicherheizung besteht aus drei Komponenten: Wasserzisterne, Solar-Luft-Kollektoren und Wärmepumpe Foto: KfW


Handwerk 2017  
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