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SONDERBEILAGE

IN DER ÜBERSICHT:

Pro & Contra der Fußbodenheizung

SCHÄDLINGSBEK ÄMPFER:

Kein Job für schwache Nerven

HAUSBAU UND CORONA:

Was dabei zu beachten ist


Bauen und Wohnen

»Jedes Holz verhält sich anders«

Die angehende Tischlerin Marly Konefka berichtet mit großer Begeisterung über ihren Arbeitsalltag Möbel, Türen, Fenster - um alles, was mit Holz zu tun hat, kümmern sich Tischler. Eine Leidenschaft für den Werkstoff sollte man deshalb auf jeden Fall mitbringen. Und was ist sonst noch wichtig?

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it fünf Jahren hatte sie zum ersten Mal eine Bohrmaschine in der Hand. Und die größte Freude hatte sie als Kind, wenn sie mit ihren Eltern ein Regal zusammenbauen durfte. Dass Marly Konefka dabei ist, Tischlerin zu werden, überrascht nicht. Die 37-Jährige hat allerdings nicht den direkten Weg ins Handwerk eingeschlagen. Mit 17 wurde sie schwanger, nach der Geburt ihres Kindes entschied sie sich zunächst für eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten. »Ich wollte mich damals einfach absichern. Als Alleinerziehende habe ich immer in Teilzeit gearbeitet, da schien das eine gute Option zu sein.« Den Ausschlag zum Karrierewechsel gab vor einigen Jahren nicht zuletzt der Umzug in eine neue Wohnung – mit vielen Baustellen. »Ich habe zum Beispiel selbst eine Vollholzküche eingebaut«, erzählt Konfeka. »Und sie steht immer noch.« In einem Praktikum machte sie schließlich jemand auf das Angebot des Bildungsanbieters GFBM (Gemeinnützige Gesellschaft für berufsbildende Maßnahmen) in

Die Tischler-Arbeit fängt damit an, dass passende Holz für ein Projekt auszuwählen. Wie sich Hölzer unterscheiden, lernt Marly Konefka während ihrer Umschulung in Berlin.

Der Umgang mit den Maschinen will gelernt sein, dafür machen Auszubildende verschiedene Maschinenscheine: Die angehende Tischlerin Marly Konefka nutzt hier die Tischkreissäge. Fotos: Waibel Berlin aufmerksam. Hier absolviert Marly Konefka eine zweieinhalbjährige Umschulung zur Tischlerin in Teilzeit. Am Ende steht der gleiche Abschluss und die gleiche Prüfung, wie sie auch Absolventen der dreijährigen dualen Ausbildung machen. Ein typischer Arbeitstag für Marly Konefka beginnt um 7 Uhr in der Werkstatt der GFBM. Bis 14 Uhr arbeiten die Teilzeit-Schüler an Projekten aus den aktuellen Lehr-Modulen. Am Anfang lernen sie die Grundlagen der Holzverund -bearbeitung. »Da geht es zum Beispiel um Schlitz- oder Zapfenverbindungen, etwa für Bilderrahmen«, so Konefka. Nach den Grundlagen kommen größere Projekte wie erste Möbelstücke. Wer sich für den Beruf interessiert, sollte vor allem eine Leidenschaft für den Werkstoff Holz mitbringen. Daneben gehören das Beherrschen der Grundrechenarten sowie ein technisches Grundverständnis zu den Voraussetzungen. »Man sollte nicht jedes Mal einen Taschenrechner zücken müssen, wenn man auf der Baustelle etwa die Grundfläche eines Raumes berechnen muss«, sagt Arne Bretschneider, Abteilungsleiter Berufsbildung und Technik bei Tischler Schreiner Deutschland.

Marly Konefka fasziniert an ihrer Arbeit vor allem das Element der Überraschung. »Jedes Holz fasst sich anders an, jedes Holz verhält sich beim Verarbeiten anders.« Außerdem kann sie einem produktiven Job nachgehen, wie sie sagt. »Ich mag die Möglichkeit, dass man etwa aus einem gefundenen Stück Holz einen Gebrauchsgegenstand herstellen kann – an dem sich dann ein anderer Mensch erfreuen kann.«

Körperliche Seite der Arbeit ist nicht zu unterschätzen »Ganz wesentlich ist der gestalterische Teil der Arbeit«, ergänzt Bretschneider. Tischler beraten Kunden auch in Designfragen, damit ein Produkt gut in den Wohnraum oder das Büro passt. Nicht unterschätzen sollte man die körperliche Seite der Arbeit. »Es ist anstrengend«, so Konefka. »Wie kaputt ich bin, merke ich aber meist erst nach Feierabend in der Bahn.« Tischler sind unter Umständen auch im Rohbau im Einsatz – da ist es im Winter kalt, im Sommer heiß. Natürlich erledigen Tischler oder Schreiner längst nicht alles mit purer Körperkraft. Aber auch

der Umgang mit den Maschinen will gelernt sein. »Wir machen während der Ausbildung verschiedene Maschinenscheine, damit sicheres Arbeiten im Maschinenraum gewährleistet ist«, erklärt Konefka. Technisch verändert sich einiges in der Branche. Zeichnungen fertigen Schreiner zunehmend am Computer, und auch der Einsatz von Maschinen nimmt zu, so Bretschneider. »Da gibt es aber durchaus regionale Unterschiede. Und längst nicht jede Tischlerei ist mit einem computergestützten Bearbeitungszentrum ausgestattet.« Azubis können sich aber entscheiden, ob sie eher in einem modern oder traditionell ausgerichteten Betrieb arbeiten möchten. Die Vergütung liegt nach Angaben des Bundesinnungsverbands des Tischler- und Schreinerhandwerks im ersten Lehrjahr bei durchschnittlich 604 Euro brutto im Monat, im zweiten Jahr bei 726 Euro, im dritten sind es 852 Euro. Nach der Ausbildung können Gesellen einen Meister anschließen, oder ihre Fachqualifikation als Einstieg ins Studium nutzen. »Mit guten Leistungen und der richtigen Einstellung kann jeder im Handwerk Karriere machen«, sagt Bretschneider. red/tk


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Bauen und Wohnen

Die eigenen vier Wände bedeuten Lebensqualität

Immobilien stehen bei Eigennutzern und Kapitalanlegern auch während der Pandemie hoch im Kurs

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it der Corona-Pandemie hat sich bei vielen Menschen der Wunsch nach der eigenen Immobilie verstärkt. Eine Eigentumswohnung oder ein Häuschen mit Garten als Rückzugsort für die Familie werden sehr geschätzt, bestätigen die Immobilien-Experten der Volksbank Lahr Armin Killeweit und Klaus-Peter Obert. Mit Blick auf die Zukunft ist für Eigennutzer sogar die höhere Lebensqualität das entscheidendere Motiv für einen Kauf als die mögliche Renditeerwartung. Die beiden Immobilienprofis der Volksbank Lahr kurz vorgestellt. Armin Killeweit ist seit 33 Jahren bei der Volksbank. Vor drei Jahren hat er die Gesamtverantwortung für den Bereich Bauen und Wohnen (mit Immobilienabteilung, Baufinanzierung und Vermittlerbetreuung) übernommen. Dazu verfügt er über ein 24-köpfiges Team. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seine Hobbys sind Tennis, Mountainbiken, Joggen und Zeit mit seiner Familie verbringen. Klaus-Peter Obert ist Diplombetriebswirt FH und seit 1997 bei der Volksbank Lahr. Dort ist er zuständig für den Immobilienbereich. Sein Antrieb im Beruf ist es, die Kunden zufrieden zu stellen und ihnen ihren Traum vom eigenen Heim zu erfüllen. In seiner Freizeit

Die erfahrenen Baufinanzierungsspezialisten nehmen sich viel Zeit für die Beratung.

Wie sieht es aktuell mit Immobilien in Lahr und Umgebung aus? Gibt es eine ausreichende Auswahl an Objekten? »Der Markt ist wie im vergangenen Jahr beinahe leer gefegt«, betont Klaus-Peter Obert. An eine vergleichbare Situation auf dem Immobilienmarkt kann er sich in seiner mehr als 23-jährigen Tätigkeit bei der Volksbank nicht erinnern. »Objekte – ob gebraucht oder Neubau – finden in kürzester Zeit einen neuen Besitzer«, ergänzt Der Markt ist wie im Armin Killeweit. Nicht alle vergangenen Jahr beinahe Verkäufe laufen über Makleer gefegt.« ler, auch auf privater Ebene finden Käufer und VerkäuKlaus-Peter Obert fer zusammen. Wegen der großen Nachfrage werden fährt er gerne Rad, geht schwim- in der Region einige größere Baumen und genießt die Natur. vorhaben mit attraktiven EigenIst die Nachfrage nach den eigetumswohnungen realisiert. nen vier Wänden während der Pandemie ungebrochen groß? Ist jetzt ein guter Zeitpunkt für eine Baufinanzierung? Die Nachfrage nach Immobilien bleibt hoch, erklärt Obert. Das be- »Die Rahmenbedingungen sind treffe sowohl Eigennutzer als auch derzeit wirklich gut«, so Obert. Die Kapitalanleger. »Solange die Zin- Kreditzinsen seien weiter auf sen so niedrig sind, werde das so einem sehr niedrigen Stand und es genannte ›Betongold‹ in jeder Hin- gebe zahlreiche Fördermittel von sicht ein gefragtes Investment blei- Bund und Land. Beim Baukinderben«, ist sich auch Armin Killeweit geld zum Beispiel habe die Bunsicher. Die niedrigen Zinsen ma- desregierung die Frist für Baugechen die Baufinanzierung langfris- nehmigungen und Kaufverträge tig günstig und gleichzeitig sichert bis 31. März 2021 verlängert. Mitte die marktübliche Wertsteigerung des Jahres kommen für Neubau den Wert als solchen. »Zudem ist und energetische Modernisierung und bleibt Wohneigentum ein weitere Verbesserungen im Prowichtiges Standbein für die priva- gramm »Bundesförderung für effite Altersvorsorge.« ziente Gebäude« (BEG).

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Archivfoto: Volksbank Lahr

Und wie kommt man an die pasFür alle, die gerade überlegen, senden Fördermittel? ob sie kaufen oder bauen möch»Unsere Finanzierungsspezialis- ten, haben die Immobilien-Experten haben die Expertise und sind ten einen wichtigen Tipp: Im Vorbestens ausgebildet. Wir sind im- feld den finanziellen Rahmen abmer auf dem neuesten Stand«, ga- stecken, damit man wisse, wie viel rantiert Killeweit. Allein im Team Immobilie man sich leisten kann. »Bauen und Wohnen“ seien 19 Be- »Dabei helfen unsere Kundenberarater kompetente Ansprechpartner ter«, weiß Armin Killeweit. »Und für die Wohnwünsche der Interes- dann geht es auch mit der Finansenten. Killeweit fügt an: »Wir su- zierungsbestätigung durch die chen für jedes Projekt die passen- Volksbank schneller – wichtig für den Fördermittel und erstellen ein den Makler oder die Gemeinde, individuelles Finanzierungskon- wenn es um den Bauplatzkauf und zept. Mal lohnt sich ein Darlehen das spätere Bauvorhaben geht.« mit Tilgungszuschuss, in einem anderen Fall ist ein direkter Zuschuss günstiger. Unsere FinanzierungsWenn es um Fördermittelspezialisten haben die Exgeht, muss ein Energieberater pertise und sind bestens einbezogen werden. Auch ausgebildet.« diesen Kontakt stellen wir her.« Armin Killeweit Wie kann die Volksbank Lahr Hauskäufer und -bauer bei Wie werden sich die Preise für der Realisierung ihres großen Immobilien in den kommenden Traums unterstützen? Monaten entwickeln? »Ein Hauskauf und die dazugehö- Sowohl für Eigennutzer als auch rige Finanzierung ist für die meis- für Kapitalanleger bleiben Immoten Menschen eine große und bilien interessant. Die Nachfrage wichtige Entscheidung im Leben«, übersteige bei weitem das vorhanweiß Obert. Jeder habe ganz indi- dene Angebot. Wenn neue Objekviduelle Vorstellungen und Wün- te auf den Markt kommen, so finde sche vom eigenen Zuhause. Umso sich relativ schnell ein neuer wichtiger sei es, vertrauensvolle Eigentümer. Deshalb werden die und kompetente Ansprechpartner Immobilienpreise nach Einschätan seiner Seite zu wissen. »Wir zung der Volksbank Experten schauen, dass jeder passend zu sei- auch weiter auf dem derzeitigen nen Bedürfnissen und zu seiner Niveau bleiben. Lebenssituation sein optimales Objekt findet«, betont Obert. Fragen von Thomas Kroll

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Bauen und Wohnen

Qualität aus einer Hand

Küchen Hahn in Achern realisiert Wohnträume

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eh’ doch zum Küchen Hahn«, lautet häufig die Empfehlung, wenn man sich eine neue Küche kaufen möchte. Erstklassiger Service, beste individuelle Beratung und hohe fachliche Kompetenz sprechen sich eben herum – »Eigentlich brauchen wir keine Werbung zu machen, die meisten Kunden kommen inzwischen durch Mundpropaganda«, weiß Inhaber Wilfried Hahn, der das Küchenstudio in Achern-Mösbach seit fast drei Jahrzehnten führt.

Für jeden Geschmack: Küchen von namhaften Herstellern Bei Hahn findet man ausschließlich Küchen von namhaften Herstellern. Die Bandbreite ist groß, egal, wie viel Platz zur Verfügung steht. Ganz gleich, ob man den gemütlichen Landhaus-Stil bevorzugt, das klassische Design oder den puristischen Industrielook mit Oberflächen aus Metall-, Stein,und Betonoptik schick findet. Eine

Küche kauft man schließlich nicht alle Tage – umso wichtiger ist eine Einrichtung, die langfristig passt. Dafür hätten seine drei Verkäuferinnen ein besonders gutes Gespür, auch dank ihrer langjährigen Erfahrung, weiß Hahn. Natürlich wird jede Küche individuell geplant: Welche Form ist sinnvoll, was wird wo platziert, was erleichtert die Arbeit? Mit der fotorealistischen Planung am Computer nimmt die zukünftige Küche schon lange vor der Montage Gestalt an. Vor Ort werden die Daten dann überprüft und, falls nötig, korrigiert. Ist die Küche geliefert, kommen weitere Spezialisten ins Spiel: »Die Montage erfolgt ausschließlich durch qualifizierte Schreiner. Sie kümmern sich auch um den Austausch von Elektrogeräten und Arbeitsplatten«, erklärt Hahn. Erstklassiger Service eben. Dazu passt, dass auf Wunsch die kompletten Vorarbeiten in puncto Elektrik und sanitäre Installationen ebenfalls von Wilfried Hahn übernom-

Frauenpower bei Küchen Hahn (von links): Karina Hahn, Nicolina Fischer und Petra Kiesel (das Bild ist vor der Coronakrise entstanden) Foto: Hahn men und koordiniert werden. Alles aus einer Hand – ein weiterer Baustein für höchste Qualität. Als erstes Küchenstudio im Südwesten hat Hahn Küchen für »mehr Lebensqualität und Selbstständigkeit« im Sortiment. Diese sind seniorengerecht und barrierefrei. Dafür sorgen unter anderem optimale Stauraumnutzung und Erreichbarkeit, individuell einstellbare Arbeitshöhe, mit dem Rollstuhl unterfahrbare Möbel und Liftsysteme für Oberschränke.

Und: »Dank neuester Technik lässt sich alles per Fernbedienung oder mit einer App vom Smartphone aus steuern«, so Hahn. Auf 350 Quadratmetern Ausstellungsfläche können sich Kunden ein hervorragendes Bild vom Sortiment machen. Aktuell wartet ein ganz spezielles Angebot auf sie: Beim Kauf eines Kochfeldes mit integriertem Dunstabzug, das spezielle Töpfe erfordert, gibt es gratis ein Kochtopf-Set inklusive Pfanne im Wert von 499 Euro dazu.


Bauen und Wohnen

Keine Scheu vor Krabbeltieren

Schädlingsbekämpfer werden auch in Messie-Wohnungen oder bei Tatortreinigungen eingesetzt Ob Fünf-Sterne-Restaurant oder Frittenbude: Vor dem Besuch von Ungeziefer ist niemand gefeit. Schädlingsbekämpfer schützen Menschen, Tiere, Pflanzen und Gebäude vor Schädlingen aller Art. Ein Beruf für Unerschrockene – mit Fachwissen und Kommunikationstalent.

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enn Luis Blumenstein und seine Kollegen gerufen werden, müssen sie Detektivarbeit leisten. Schaben in der Küche, Motten im Mehl oder Wanzen im Bett: Es gibt viele Orte, an denen Schädlinge ihr Unwesen treiben können. Blumenstein macht eine Ausbildung zum Schädlingsbekämpfer und ist in solchen Fällen zur Stelle. Zuerst werde die Stärke des Befalls überprüft und dann entschieden, wie vorgegangen wird, erzählt der 27-Jährige. »Das ist ein hochinteressanter Beruf.« So gehören zum Beispiel Taubenabwehr sowie Holz- und Pflanzenschutz zum weiten Aufgabenfeld der Fachkräfte. Bei der Bekämpfung von Schädlingen spielt der Umweltschutz eine große Rolle. Bärbel Holl vom Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung sagt: »Wir überlegen: Welches Mittel brauche ich wirklich, um das Problem zu lösen?« Das bedeutet: Giftige Stoffe werden nur eingesetzt, wenn es unbedingt nötig ist.

Schädlingsbefall ist für viele ein sensibles Thema Mitbringen sollten angehende Schädlingsbekämpfer großes Interesse an Naturwissenschaften wie Biologie und Chemie, sagt Christine Schröder, Bildungsgangleiterin Schädlingsbekämpfer am HansSchwier-Berufskolleg in Gelsenkirchen. »Man sollte keine Scheu und keinen großen Ekel vor Krabbeltieren haben.« Im ersten Lehrjahr stehen Arbeitsschutz, Gesundheits- und Vorratsschutz sowie die biologischen Grundlagen im Mittelpunkt. Hier geht es laut Christine Schröder vor allem um Gesundheitsschädlinge wie Schaben und Schadnager. Im zweiten Lehrjahr werde der Holz- und Bautenschutz vertieft.

Detektivarbeit für Fachleute: Angehende Schädlingsbekämpfer lernen Schädlingsbefall festzustellen und Schädlinge richtig zu bestimmen. Foto: Rumpenhorst »Einen großen Platz nehmen Tauben, vorratsschädigende Käfer und Motten sowie Krankheiten ein, die von den verschiedenen Schädlingen übertragen werden können«, erklärt Schröder. Ebenso steht Pflanzenschutz auf dem Stundenplan. Angehende Schädlingsbekämpfer trainieren die Kommunikation mit Kunden. Wichtig bei der Kundenberatung seien Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, Vertrauen aufzubauen, so Bärbel Holl. Denn: Schädlingsbefall ist für viele ein sensibles Thema. Es sei spannend, in Bereiche zu gucken, in die man sonst keinen Einblick habe, findet Luis Blumenstein. »Man kann hinter die Kulissen gucken.« Schädlingsbekämpfer werden dabei mit menschlichen Schicksalen konfrontiert – etwa in Messie-Wohnungen oder bei Tatortreinigungen. »Man kommt manchmal in Wohnungen, in denen Zustände herrschen, die einen betroffen machen«, so Blumenstein. Die Arbeit von Schädlingsbekämpfern sei immer auch Detektivarbeit, sagt Christine Schröder. Sie müssen herausfinden, um welche Organismen es sich handelt, wo sie sich aufhalten und wie man sich vor ihnen schützen kann. Berührungsängste hat Luis Blumenstein dabei keine. »Ich bin ja mit

dem Beruf großgeworden«, erklärt er. Der Betrieb, in dem er seine Ausbildung macht, wird in dritter Generation von seinem Onkel geführt.

Ungeziefer haben nicht immer mit Dreck zu tun Ungeziefer haben nicht immer mit Dreck zu tun, erklärt Christine Schröder – und schon gar nichts mit sozialem Status. »Dem Schäd-

ling ist es egal, ob Schnellimbiss oder Fünf-Sterne-Hotel, alle kann es treffen.« Aus diesem Grund suchen zahlreiche Betriebe Fachpersonal. Viele Schädlingsbekämpfer machen sich nach der Ausbildung selbstständig, berichtet Christine Schröder. Luis Blumenstein möchte jedenfalls langfristig im Familienbetrieb bleiben – und dort die Bereiche Holz- und Bautenschutz sowie Pflanzenschutz weiter ausbauen. red/tk

Info

Ameisen im Garten bekämpfen Eine Ameise kommt selten allein, ein Volk besteht mitunter aus zigtausend der winzigen Tierchen. Doch nicht nur die enorme Menge an Ameisen kann Gartenbesitzern lästig werden. Ameisen beschützen zum Beispiel Blattläuse vor Fressfeinden, weil sie gern deren süße Ausscheidungen, den Honigtau, fressen. Trotzdem: Ameisen sind keine Schädlinge und sollten deshalb nur dort bekämpft werden, wo es wirklich notwendig ist, teilt die Gartenakademie Rheinland-Pfalz mit. Im Garten sollte man sie – wenn möglich – in Ruhe lassen. Stören sie

beim Sonnenbad auf der Liegewiese, kann man Ameisen beispielsweise mit einer Zuckerspur ablenken, der die Tiere folgen. Eine weiterer Tipp der Gartenakademie: In Zuckerwasser getränkte Schwammstückchen an das Nest legen. Machen sich genügend Ameisen darüber her, wirft man den Schwamm mitsamt den Ameisen auf den Kompost. Als Barriere gegen die Tiere haben sich übrigens Kreide und Gartenkalk bewährt. Ameisen meiden die alkalischen Substanzen und bleiben so in der vom Gartenbesitzer festgelegten Bahn. red/tk


Bauen und Wohnen

Vom Neuling zum Gartenprofi?

Im Interview erzählt »Tagesschau«-Sprecherin Judith Rakers über ihr Leben als Selbstversorger Die »Tagesschau«-Sprecherin Judith Rakers schreibt in ihrem Buch »Homefarming« über Selbstversorgung mit Gemüse und Obst aus dem Garten – und wie sie ohne Erfahrung diese reiche Ernte einfährt.

nicht mehr nach den Ladenöffnungszeiten richten. Bei mir gibt es keinen Salat mehr, der im Kühlschrank vor sich hin gammelt. Selbst wenn ich nachts aus dem Schichtdienst nach Hause komme, kann ich mir noch was Frisches aus dem Garten holen. Notfalls grabe ich im Licht der Taschenlampe vier, fünf Kartoffeln aus, um Pommes zu machen.

A

ls die »Tagesschau«-Sprecherin Judith Rakers vor drei Jahren aufs Land zog, wusste sie nicht mal, wie ein Rasenmäher angeht. Genauso beginnen gerade viele mit dem Hobbygärtnern – und erleben vermutlich auch erst mal Rakers Frust mit der Theorie. Im Interview mit dem dpa-Themendienst erzählt sie, wie sie ohne Gartenerfahrung eine reiche Ernte einfährt und welchem Gemüse sie das Beet verweigert. Frau Rakers, die Gartensaison steht in den Startlöchern: Haben Sie schon geplant? Nein, das habe ich noch nicht. Doch bevor ich Ende Februar mit der Anzucht von Tomaten und Gurken beginne, werde ich auf jeden Fall einen Plan haben, um die Fruchtfolge einzuhalten und zu wissen, was in welches Beet darf. Anzucht, Fruchtfolge – Sie klingen wie ein Gartenprofi. Sind Sie einer? Überhaupt nicht! Als ich vor drei Jahren aus Hamburg aufs Land zog, wusste ich nicht einmal, wie ein Rasenmäher angeht. Ich war ein absoluter Vollhonk im Gärtnern. Mein Vater hat zwar einen Ziergarten, meine Großeltern sogar Nutzgärten und Bienen. Aber das ist so lange her, da kann ich mich nicht mehr dran erinnern. Wie sind Sie zum Gärtnern gekommen? Wann der Wunsch ganz konkret entstand, kann ich nicht so genau sagen. Sicherlich hatte mein Interview mit dem Ethnobotaniker Wolf-Dieter Storl in unserer Talkshow »3 nach 9« einen Anteil, und auch mein Umzug aufs Land. Irgendwann wollte ich es einfach einmal ausprobieren, habe mich eingelesen: in Gartenratgebern, Internetforen und Blogs. Das war frustrierend, diese ganze Theorie über Pflanzenfamilien und Ihren Nährstoffbedarf. Tatsächlich hätte ich fast aufgegeben, alles klang so kompliziert und nach unheimlich viel Arbeit. Doch

In ihrem Garten sät Nachrichtensprecherin Judith Rakers all das Gemüse aus, das sie selbst gerne isst. Foto: Fuchs dann habe ich einfach angefangen – und siehe da: Es hat funktioniert. Was haben Sie ausgesät? Ich habe alles ausgesät, was ich gerne esse. Und davon reichlich. Ich war mir nämlich sicher, dass mir das Meiste sowieso nicht gelingt. Tatsächlich konnte ich aber im Überfluss ernten. Schon in meinem zweiten Gartenjahr hatte ich Kartoffeln, Tomaten, Paprika, Auberginen, Salatgurken, Kürbis und Zucchini, Zwiebeln, Spinat und Feldsalat, Rucola, Pflück- und Kopfsalate, bunte Möhren und Radieschen. Dazu jede Menge Kräuter, Obst und Beeren – Stachelbeeren, Brombeeren, Blaubeeren, Erdbeeren und natürlich Himbeeren. Das ist eine ganze Menge. Würden Sie das alles auch Anfängern empfehlen? Nein, bei Gemüse gibt es unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Tomaten, zum Beispiel, sind zickige Diven und nur etwas für Leidensfähige. Sie wollen hochgebunden, ausgegeizt, gedüngt und vor Regen geschützt werden. Da braucht es viel Geduld.

Bei Radieschen hingegen legt man ein Samenkorn in die Erde, gießt ein wenig und nach vier bis sechs Wochen erntet man eine verzehrfähige Frucht. Das motiviert. Und gerade als Anfänger ohne grünen Daumen ist Motivation wichtig, finde ich. Das klingt so einfach. Ist es auch. Die Natur will wachsen, dafür muss man keine wilden Tänze aufführen. Und am einfachsten ist es, wenn man den natürlichen Kreislauf nicht allzu stört. Ich jäte auch nicht ständig Unkraut, das schaffe ich als Vollberufstätige gar nicht. Wenn ich zehn Tage lang auf Reportagedreh war, sieht es bei mir im Garten schlimm aus. Das ist aber okay, solange das Unkraut nicht alles überwuchert. Ein Nutzgarten muss schließlich keinen Schönheitswettbewerb gewinnen. Dennoch: Kann man als Berufstätige einen so großen Garten so einfach pflegen? Gerade für Berufstätige ist ein Garten von Vorteil! Wir müssen uns

Sie starten in Ihre dritte Selbstversorger-Saison: Welche Bedeutung hat das Gärtnern für Sie? Gärtnern ist ein Lebensgefühl. Es macht Spaß und glücklich – es triggert etwas in uns an, was wir seit Jahrtausenden in uns tragen. Es macht zufrieden, zu sehen, zu riechen und zu schmecken, was wir produziert haben. Dieser Bezug zum Produkt, der fehlt vielen und hat auch mir gefehlt. Außerdem bringt das Homefarming mehr Nachhaltigkeit ins Leben. Man kauft nichts in Plastik eingepacktes, das schon LkwTransportkilometer auf dem Buckel hat. Früher konnte ich nicht regional und saisonal einkaufen, weil ich nicht wusste, was gerade Saison hat. Im Supermarkt ist ja das ganze Jahr über Tomatenzeit. Ich bringe Lebensmitteln nun mehr Wertschätzung entgegen. Es ist einfach ein ganz anderes Gefühl, Eier im Karton zu kaufen oder sie morgens aus dem Nest zu holen. Ihren Hühnern haben Sie in Ihrem Buch einen prominenten Platz eingeräumt. Hand aufs Herz: Könnten Sie die Tiere schlachten? Gute Frage. Früher hätte ich gesagt: Wer Hühner-Fleisch isst, sollte auch die eigenen Hühner essen können. Denn nur dann hat man alles unter Kontrolle: von der Aufzucht über das Futter bis hin zu den Medikamenten. Doch die Hühner waren keine zwei Stunden auf dem Grundstück, als mir klar wurde: Ich kann meine eigenen Tiere nicht essen. Sie sind wie Haustiere für mich, haben sogar Namen. Ein Hahn heißt Giovanni, der andere Jan, nach Jan Hofer. Ich kann doch meinen Chefsprecher nicht essen – selbst wenn er jetzt im Ruhestand ist! Also hole ich das Bio-Hühnerfleisch weiterhin aus dem Supermarkt. Solange, bis das Thema nicht mehr so emotional für mich ist. red/tk


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Bauen und Wohnen

Die Tücken liegen im Detail

Reparatur, Wartung oder Modernisierung: Diese Regelungen gelten für Mieter in älteren Häusern Auch Häuser kommen irgendwann mal in die Jahre. Eigentümer müssen sich dann die Frage stellen: Nur Instandhaltung oder gleich Modernisierung? Für Mieter ist das im Zweifel ein gewaltiger Unterschied.

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ugige Fenster, veraltete Elektroleitungen oder einfach verputzte Fassade – Immobilien müssen irgendwann auf Vordermann gebracht werden. Für Eigentümer ist das allerdings oft mit hohen Kosten verbunden. Einen Teil davon können sie sich aber von ihren Mietern wiederholen. Die entscheidende Frage dabei: Handelt es sich bei der Maßnahme um eine Instandhaltung oder -setzung oder um eine Modernisierung? Diese Unterscheidung kann für Mieter Geld wert sein, denn die Kosten einer Modernisierung können in der Regel auf die Miete umgelegt werden. »Die Maßnahmen lassen sich in der Regel gut voneinander abgrenzen«, erklärt Julia Wagner vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland. »Bei einer Instandsetzung wird etwas Kaputtes oder Marodes repariert, bei Instandhaltungen ›gewartet‹ und bei einer Modernisierung wird die Mietsache verbessert.«

Unterscheidung ist in der Praxis nicht sehr trennscharf In der Praxis ist die Unterscheidung allerdings oft nicht ganz so trennscharf. Beispiel Fenster: Werden defekte, zugige Fenster gegen neue ausgetauscht, kann man grundsätzlich von einer Instandhaltung ausgehen – allerdings nur, wenn baugleiche Fenster eingebaut werden. Werden hingegen einfach verglaste oder doppelverglaste Fenster durch dreifach isolierverglaste Fenster ausgewechselt, ist das eine Modernisierung, urteilte das Amtsgericht München (Az.: 453 C 22061/15). Die Tücke kann hier allerdings im Detail liegen: Werden etwa Kastendoppelfenster durch Verbundfenster ersetzt, ist das nach Ansicht des Verwaltungsgericht Berlin keine Modernisierung, wenn keine End- oder Primärenergie eingespart wird, da erstere in

Werden alte Fenster gegen neue ausgetauscht, kann das eine Instandhaltung und gleichzeitig auch eine Modernisierung sein. Foto: Warnecke der Handhabung vielseitiger und einfacher sind (Az.: 14 A 236.81). »Allein der Vermieter entscheidet, ob, wann und in welchem Umfang das Mietshaus oder die Wohnung modernisiert werden«, erklärt Jutta Hartmann vom Deutschen Mieterbund (DMB). Ein Mitspracherecht haben Mieter hier nicht. Bei Instandsetzungen schon: Mieter können verlangen, dass etwas Kaputtes repariert wird. Und: Mieter müssen Modernisierungen in der Regel dulden. Ausnahmen gibt es nur, wenn die Baumaßnahme eine Härte bedeuten würde. »In diesem Fall können sie widersprechen«, erklärt Hartmann. Dann kommt es darauf an, was schwerer wiegt: die Härtegründe, auf die sich die Mieter berufen, oder die Interessen des Vermieters, die Modernisierung durchzuführen. »Härtegründe können zum Beispiel ein hohes Alter der Mieter oder Invalidität sein«, erklärt Wagner. Damit Mieter wissen, was auf sie zukommt, müssen sich Eigentümer an Regeln halten. »Die geplan-

te Baumaßnahme muss spätestens drei Monate vor Beginn der Arbeiten angekündigt werden«, erklärt Hartmann. In der Ankündigung muss stehen, was gemacht werden soll, welchen Umfang die Arbeiten haben und wann sie in etwa beginnen und enden. Außerdem: Wie hoch wird die Mieterhöhung ausfallen.

Kosten können teilweise an Mieter weitergegeben werden Denn die Kosten für eine Modernisierung dürfen in bestimmten Grenzen an die Mieter weitergegeben werden. Trotz geltender Mietpreisbremsen können Vermieter acht Prozent der Modernisierungskosten auf die Jahresmiete aufschlagen. Seit 2019 darf bei Modernisierungen die Mieterhöhung innerhalb von sechs Jahren aber maximal drei Euro pro Quadratmeter betragen. »Der Maximalbetrag beträgt sogar nur zwei Euro, wenn die Ausgangsmiete bei unter sie-

ben Euro pro Quadratmeter lag«, sagt Hartmann. Ist die Miete nach der Modernisierungsmieterhöhung für einen Bewohner praktisch unbezahlbar, kann das ebenfalls einen Härtegrund darstellen. Aber: »Ist der Vermieter gesetzlich verpflichtet, die Maßnahmen vorzunehmen – etwa, um Energie einzusparen -, ist der Härteeinwand ausgeschlossen«, erklärt Wagner. Und: «Der Mieter muss nachweisen können, dass er die höhere Miete nicht zahlen kann.» Für Mieter lohnt es sich in jedem Fall, die Mieterhöhung zu überprüfen. Der Grund: Instandhaltungskosten müssen aus Modernisierungen herausgerechnet werden. Ein Beispiel: Werden energiesparende Fenster eingebaut, müssen von den Kosten die theoretischen Ausgaben für einen Austausch gegen neue einfache Fenster abgezogen werden. Das kann im Einzelfall durchaus kompliziert werden, daher sollten sich Mieter im Zweifel fachkundige Hilfe holen. red/tk


Bauen und Wohnen

Wohnungsbauspezialist mit langjähriger Expertise

DBA Deutsche Bauwert AG setzt in Lahr drei Projekte um: Altenberg Park, Langenhard und Nestler-Areal

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ir schaffen Wohnraum – das ist das Motto der DBA Deutsche Bauwert AG aus BadenBaden und Wiesbaden, die zu den führenden Anbietern für Neubau-, Denkmal-, Konversions- und Revitalisierungsprojekte in Deutschland gehört und insgesamt bereits mehr als 3000 Wohneinheiten realisiert hat. Auch in Lahr entwickelt der Bauträger bereits seit Jahren erfolgreich Wohnraum – aktuell werden drei große Projekte mit insgesamt 370 Wohnungen realisiert: Der Altenberg Park, am Langenhard und auf dem NestlerAreal. Damit ist die DBA Deutsche Bauwert AG auch einer der größten Projektentwickler in Lahr und der gesamten Region. Am weitesten fortgeschritten ist das Projekt Altenberg Park. Nachdem die beiden denkmalgeschützten Gebäude – Thaederhaus und Schauenburghaus – vermarktet wurden, hat der Verkauf von insgesamt 22 hochmodernen Wohneinheiten mit rund 60 bis 105 Quad-

So soll das exklusive Wohnquartier Altenberg Park aussehen. ratmetern Gesamtfläche und großzügigen Terrassen, Balkonen oder Dachterrassen in zwei Neubauvillen begonnen, die bis Anfang 2023 fertiggestellt werden sollen. Die ersten Arbeiten für die Neubauvillen laufen schon.

Langenhard und NestlerAreal schreiten auch voran Die DBA Deutsche Bauwert AG hat beim Projekt am Langenhard auf dem ehemaligen Akad-Gelän-

Foto: DBA

de Ende vergangenen Jahres den Bauantrag für 92 Wohneinheiten in fünf Mehrfamilienhäusern – darunter 20 Prozent als geförderter Wohnungsbau – eingereicht. Aktuell beginnen die Erdarbeiten, bevor die Bauarbeiten dann im Frühjahr losgehen. Ebenso planmäßig verlaufen die Vorbereitungen auf dem NestlerAreal, dem dritten großen Bauvorhaben in Lahr. Dort sollen 159 Wohnungen mit insgesamt rund 9.900 qm – ebenfalls 20 % als geförderter Wohnungsbau – entstehen.

Hier sind derzeit die notwendigen Abrissarbeiten auf dem Gelände in vollem Gang. Der Baubeginn ist für Mitte 2021 geplant. Die aktuellen Vorhaben sind nicht die ersten, die die DBA Deutsche Bauwert AG in Lahr realisiert hat. Projekte wie der »Quartiersplatz« oder »Wohnen am Hohbergsee« sprechen für die langjährige Expertise des Unternehmens vor Ort. Uwe Birk, Vorstand der DBA Deutsche Bauwert AG: »Lahr ist ein starker Wirtschaftsstandort, der dringend neuen Wohnraum benötigt. Wir freuen uns sehr, dass wir mit unseren Projekten die Wohnraumentwicklung der Stadt mitgestalten dürfen, und schätzen die gute Zusammenarbeit mit der Kommune.« Und auch die Qualität der Wohnprojekte »made by DBA Deutsche Bauwert AG« spricht für sich. So ist der Vertrieb der Wohneinheiten im Altenberg Park – eine der schönsten Lagen des Schwarzwalds – bereits erfolgreich angelaufen.


Bauen und Wohnen

Nicht immer die bessere Lösung

Eine Übersicht: Vorzüge und Tücken der Fußbodenheizung / Im Altbau kann Installation knifflig sein Beim Hausbau oder Wohnungssanierung kommt es auf jedes Detail an. Es stellt sich auch die Frage: Fußbodenheizung oder Heizkörper? Experten erklären, worauf es bei der Entscheidung ankommt.

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er seine neue Heizung plant, steht vor der Frage: Wie sollen die Räume beheizt werden – Flächenheizung oder Heizkörper? Etwa die Hälfte der Bauherren, die ein neues Einfamilienhaus bauen, wählt eine Fußbodenoder Wandheizung. In Altbauten sind aber oft Heizkörper die bessere Lösung. Die Fußbodenheizung erzeugt eine besondere Wärme, die von vielen Nutzern als sehr angenehm empfunden wird. »Am gebräuchlichsten ist die Warmwasserfußbodenheizung», erklärt Frank Ebisch vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima. «Sie bildet ein nahezu konstantes Temperaturprofil aus, ohne markante Abweichungen in Fußboden- beziehungsweise Deckennähe, wie sie andere Heizsysteme aufweisen.« Flächenheizungen sind zudem sehr sparsam, weil sie mit geringeren Vorlauf- und Betriebstemperaturen auskommen als herkömmliche Heizungen. Die unter der Oberfläche verlegten Heizrohre erwärmen große Flächen. Das ist effektiver als bei Radiatorheizungen, die eine wesentlich kleinere Heizfläche haben. Flächenheizungen kommen mit Vorlauftemperaturen ab 35 Grad Celsius aus, während konventionelle Systeme mit Heizkörpern 55 bis 70 Grad Celsius benötigen.

Warum die Fußbodenheizung bares Geld einspart »Durch den hohen Strahlungsanteil der Fußbodenheizung kann die eingestellte Raumtemperatur ein bis zwei Grad niedriger sein«, erklärt Axel Grimm, Geschäftsführer des Bundesverbands Flächenheizungen und Flächenkühlungen in Dortmund. Und jedes Grad Temperaturabsenkung spart etwa sechs Prozent Energie – und damit bares Geld. Geregelt wird die Flächenheizung durch die Änderung der Vorlauftemperatur sowie der Einstellung des Wassermassenstroms. Al-

Ein Vorteil der Fußboden- oder Wandheizung ist, dass der Raum besser genutzt werden kann. Es muss kein Platz für Heizkörper eingeplant werden. Foto: Waibel lerdings lässt sie sich nicht so leicht auf andere Temperaturen einstellen, wie das bei Heizkörpern möglich ist. »Die Flächenheizung reagiert zum Beispiel bei Sonneneinstrahlung durch große Fenster wegen der Wärmespeicherung im Estrich sehr langsam«, sagt Ebisch. Abhilfe schaffen Einzelraumregelungen, vergleichbar den Thermostatventilen am Heizkörper. Es wirkt sich auch positiv aus, wenn der Estrich etwas dünner aufgetragen wird. »Wegen der relativ schlechten Regelbarkeit von Flächenheizungen wird die kostbare Raumwärme oft nach draußen geschickt, weil die Bewohner die Fenster zum Abkühlen öffnen«, sagt Stefan Materne von der Energieberatung der Verbraucherzentralen. Er empfiehlt stattdessen die Nachtabsenkung der Heizung mehrere Stunden vor dem Schlafengehen zu aktivieren, damit der Riesenheizkörper Fußboden nachts auch wirklich keine Wärme mehr in den Schlafraum abgibt. Grimm versichert, dass der Einbau einer Flächenheizung in einem Neubau unproblematisch und nicht teurer als eine vergleichbare konventionelle Heizung ist. »Die wasserführenden Rohre aus Kunststoff, Metall oder einem Ver-

bundmaterial aus diesen Materialien werden schlangen- oder spiralförmig auf der Dämmschicht auf dem Boden oder an der Wand verlegt«, beschreibt Ebisch den Einbau. »Dann werden sie mittels Rohrclips oder auf speziellen Systemplatten befestigt und anschließend in den Putz oder Estrich eingebettet.«

Nasseinbettung oder Trockeninstallation? Im Prinzip unterscheidet man zwei Verlegearten der Warmwasserfußbodenheizung: die Nasseinbettung und die Trockeninstallation. Bei der Nasseinbettung liegen die Heizrohre oberhalb der Wärmedämmung und im Estrich. Für die Trockenverlegung werden die Leitungen in Vertiefungen der Wärmeisolierung eingelegt. Die Estrichplatte liegt dann ohne Berührungspunkte zum Heizrohr oben auf. Wärmeleitbleche führen die Heizwärme vom Rohr zum Estrich und verbessern so wieder den Wärmeübergang. »Bei dieser Verlegeart sind etwas höhere Vorlauftemperaturen erforderlich«, erklärt Ebisch. Die Trockenverlegung ist zwar teurer als die Nasseinbettung. Sie hat aber den Vorteil, dass sich die Auf-

bauhöhe der Fußbodenheizung reduzieren lässt. Damit ist unter Umständen auch eine Verlegung in einem Altbau möglich. »Manchmal kann es problematisch werden, wenn eine Fußbodenheizung in einem Altbau verlegt werden soll«, sagt Materne. Oft fehlt es an Fußbodenhöhe oder der Holzfußboden schwingt stark. Außerdem haben Altbauten meist einen größeren Energiebedarf als gut gedämmte Neubauten. Die Flächenheizungen können ihre Vorteile aber nur voll entfalten, wenn die Wärme im Haus bleibt, das Gebäude also gut gedämmt ist. »In schlechter gedämmten, älteren Häusern sind Heizkörper meist die bessere Wahl, vor allem, wenn das Rohrsystem schon vorhanden ist. Es ist dann immer die preiswertere Option«, erklärt Materne weiter. Ein großer Vorteil der Fußboden- oder Wandheizung hingegen ist, dass der Raum besser genutzt werden kann. Es muss kein Platz für Heizkörper eingeplant werden. Es gibt speziell gekennzeichnete Oberbeläge für Fußbodenheizungen in diversen Ausführungen und Materialien. Egal, ob Teppichboden, Naturstein, Fliesen oder Parkett – möglich ist fast alles. Allerdings sollte man darauf achten, nicht zu dicke Teppiche zu verwenden, weil das die Wärmeabgabe der Heizung beeinträchtigen könnte. red/tk

Impressum Sonderbeilage des Verlags der Lahrer Zeitung Verlag und Herausgeber Lahrer Zeitung GmbH, Kreuzstraße 9, 77933 Lahr Geschäftsführung und Anzeigenleitung Kirsten Wolf Redaktion Jörg Braun (V.i.S.d.P.), Thomas Kroll Druck Druckzentrum Südwest GmbH, 78052 Villingen-Schwenningen Ausgabe Lahrer Zeitung und Schwarzwälder Bote Kinzigtal 25. Februar 2021


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Bauen und Wohnen

Heizen mit der Kraft der Sonne

Große Auswahl: Welche Art der Solarthermieanlage ist richtig? / Investitionskosten sind absetzbar Den schwarzen Kollektoren auf dem Dach sieht man es meist nicht an. Aber es gibt verschiedene Bauweisen von Solarthermie-Anlagen. Welche ist die richtige für den jeweiligen Hausbesitzer?

M

it der Sonnenenergie heizen, das entspricht dem Zeitgeist, denn Solarthermie ist eine umwelt- und klimafreundliche Möglichkeit zum Heizen und für die Bereitung von Warmwasser. »Schon mehr als zwei Millionen Haushalte setzen in Deutschland auf Solarheizungen zur Erzeugung von Raumwärme und warmem Wasser«, erklärt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft. Er erwartet, dass es dank neuer finanzieller Anreize noch mehr werden. »Seit Anfang dieses Jahres werden Solarheizungen stärker gefördert«, führt Körnig aus. »Wer seine alte Heizung durch ein effizientes solar unterstütztes Gas-Brennwertsystem ersetzt, erhält zum Beispiel einen Zuschuss von 30 Prozent, im Falle eines Ölkesseltausches sogar 40 Prozent. Alternativ kann man 20 Prozent der Investitionskosten von der Steuer absetzen.« Aber welche Solaranlage ist die richtige? Denn es gibt verschiedene Bauarten. Ein Überblick: Allen gemeinsam ist, dass sie Zusatzheizungen sind. Bisher können Solarthermieanlagen in der Regel nicht den gesamten Wärmebedarf eines Wohnhauses abdecken und müssen deshalb mit anderen Heizungsanlagen kombin

Flachkollektoren sind die am häufigsten eingesetzte Kollektorenart. niert werden. Man spricht dann von einer Hybridheizung. Flachkollektoren sind die am häufigsten eingesetzte Kollektorenart. »Sie bestehen aus rechteckigen, wärmegedämmten Elementen aus Aluminium oder Edelstahl, die flach auf dem Dach befestigt werden«, erklärt Marcus Weber von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft CO2online. »Der Absorber, das ist ein wärmeleitendes und dunkel beschichtetes Metallblech im Inneren, wandelt Sonnenlicht in Wärme um.« Flachkollektoren erreichen Wirkungsgrade von etwa 60 bis 85 Prozent. Ihr Nachteil: der relativ hohe Platzbedarf. Für kleinere n

Röhrenkollektoren gehören ebenfalls zu den Klassikern, werden aber seltener verwendet als Flachkollektoren. Foto: Warnecke

Dachflächen sind sie daher nicht geeignet. Die Kosten belaufen sich laut CO2online auf rund 220 bis 550 Euro pro Quadratmeter. Röhrenkollektoren sind auch klassische Energiewandler, die gerne verwendet werden, auch wenn sie laut Martin Brandis vom Team Energieberatung des Verbraucherzentrale Bundesverbands nicht so weit verbreitet sind wie die Flachkollektoren. Sie haben eine andere Konstruktion als Flachkollektoren – und das ist der Vorteil dieser Kollektorenart: Bei ihr wird die Wärme in Vakuumröhren aufgenommen, die einen höheren Wirkungsgrad als Flachkollektoren erreichen. »Für Häuser mit kleiner Dachfläche kann das eine gute Lösung sein«, urteilt Brandis. »Allerdings sind Röhrenkollektoren teurer als Flachkollektoren.« Die Kosten belaufen sich auf circa 350 bis 850 Euro pro Quadratmeter. n

n Luftkollektoren sind üblicherweise nicht auf typischen Wohnhäusern zu finden, sondern eher auf Lager- und Sporthallen sowie auf Ferienhäusern oder Berghütten. Luftkollektoren sehen oft aus wie Flachkollektoren, benötigen aber noch mehr Platz. »Während Röhren- und Flachkollektoren normales Wasser oder eine aus Wasser und Alkohol zusammengesetzte Solarflüssigkeit verwenden, um die Wärme vom

Foto: Müller

Kollektor abzutransportieren, nutzen Luftkollektoren die Luft als Wärmeträger«, erläutert Körnig. »Sie können die Sonnenwärme direkt an den Raum abgeben.« Brandis ergänzt: »Aufgrund ihrer Wirkungsweise sind sie aber für herkömmliche wasserbasierte Heizungssysteme ungeeignet.« Ab circa 400 Euro pro Kollektor muss man für diese Variante einplanen. Hybridkollektoren sind geeignet, wenn man Warmwasserbereitung und Stromerzeugung gleichermaßen betreiben möchte. Sie sind also eine Kombination aus Solarkollektor und Fotovoltaikmodul. Sie sind besonders platzsparend, da nicht zwei separate Anlagen installiert werden müssen. »Die Kombination von Solarthermie und Fotovoltaik in einem Kollektor ist eine interessante Variante, weil sich beide Techniken gegenseitig beeinflussen», erklärt Weber. «Bei niedrigen Temperaturen ist das positiv. Denn dann werden die Fotovoltaikelemente durch das Trägermedium der Solarthermie gekühlt und können so besser arbeiten.» Doch der Experte schränkt ein: »An heißen Sommertagen kann es sein, dass die Wärme nicht so gut aus den Kollektoren abgeführt wird. Dann sinken die Erträge.« Hybridkollektoren gelten ebenfalls als Nischenprodukt. Pro Kollektor muss man ab circa 700 Euro Kosten rechnen. red/tk n


Bauen und Wohnen

Im Zuhause wohlfühen

MÜNZ-MASSIV-MÖBEL fertigt aus Massivholz

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er badische Kurort Seebach mit seiner reizvollen Naturlandschaft zählt zu einem der schönsten Dörfer im Nationalpark Schwarzwald. Hier, wo andere Urlaub machen, werden hochwertige Vollholzmöbel für Kunden in ganz Deutschland sowie Frankreich, Schweiz, Luxemburg und dem Vereinigten Königreich gefertigt. MÜNZ-MASSIV-MÖBEL ist ein Familienbetrieb, der 1987 von Uwe Münz zusammen mit seinem Vater Arthur Münz gegründet wurde. Besonders stolz sind der Firmeninhaber und seine Ehefrau Petra darauf, dass sich Sohn Christopher nach einer erfolgreichen Laufbahn als Wirtschaftsingenieur dafür entschieden hat, in den Familienbetrieb mit einzusteigen und seine Ausbildung zum Schreiner im heimischen Betrieb zu starten. Bei MÜNZ-MASSIV-MÖBEL werden Möbel in jeder Stilart für den Essbereich, sowie Küchen oder Wohn- und Schlafräume her-

gestellt. Auch individuelle Saunen gehören zum Produktionsprogramm. Alle Möbel werden ausschließlich aus vollmassiven Hölzern gefertigt, so zum Beispiel aus Eiche, Fichte, Buche, Kirsch oder Nussbaumholz. Die Zirbelkiefer nimmt einen besonderen Platz im Produktionsprogramm ein. »Wenn die Schlafzimmer, Kleiderschränke, aber auch Stuben und Wohnzimmer aus diesem wunderbar duftenden Holz getischlert werden, dann herrscht eine ganz besondere Atmosphäre in unserer Werkstatt«, so der Firmeninhaber. In den vergangenen Jahren hat sich MÜNZ-MASSIV-MÖBEL immer mehr auf die Verarbeitung von Altholz spezialisiert. »Für uns die schönste Art des Recyclings«, erklärt Münz. So finden alte Scheunen, Häuser und auch Pfarrhausböden eine neue Verwendung. »Gerne besuchen wir unsere Kunden zu Hause und bieten eine kostenlose Erstberatung. Guter Service hat höchste Priorität«, beschreibt der Schreinermeister das

MÜNZ-MASSIV-MÖBEL bringt mit seinen aus Massivholz gefertigten Möbeln Wohlfühl-Atmosphäre in die eigenen vier Wände. Foto: Münz Firmencredo. Dazu gehören unter anderem die Erreichbarkeit auch außerhalb der üblichen Geschäftszeiten, eine individuelle Planung mit Zeichnungen sowie die Transparenz in der Fertigung. »Oft besuchen uns die Kunden in der Werkstatt und können so die ›Geburt‹ ihres Möbels live miterleben.« Das Einrichtungsprogramm von MÜNZ-MASSIV-MÖBEL wird ergänzt durch die enge Partnerschaft

mit den Bielefelder Werkstätten. »In unserer großzügigen Ausstellung haben wir immer aktuelle Couchmodelle, Tischsofas und Sessel von BW vorrätig«, informiert Petra Münz. Wer aktuell auf der Suche nach einer individuellen Einrichtung ist, gefertigt in einem familiengeführten Meisterbetrieb, hat mit MÜNZ-MASSIV-MÖBEL den richtigen Partner gefunden.


Bauen und Wohnen

Der Hausbau geht auch in Coronazeiten weiter - hier gelten die üblichen Arbeitsschutzmaßnahmen.

Foto: Hildenbrand

Der Traum der eigenen vier Wände Hausbau in Corona-Zeiten: Was Bauherren jetzt beachten müssen / Besichtigungen weiter möglich Vieles gerät durch Corona ins Stocken, aber die Baubranche boomt. Dennoch müssen Bauherren einiges beachten, damit es mit dem Traumhaus klappt. Tipps zur Terminplanung und bei Verzögerungen.

A

uch wenn die Maßnahmen gegen Corona in vielen Bereichen zu einem Stillstand führen. Das neue Eigenheim ist davon meistens nicht betroffen. Denn: Auf den Baustellen darf weiterhin gearbeitet werden, wenn die bundesweit geltenden Arbeits- und Hygiene-Schutzmaßnahmen eingehalten werden. »Natürlich kann es trotzdem bei manchen Arbeitsschritten zu Verzögerungen kommen, etwa weil ein ganzer Bautrupp unter Quarantäne gestellt werden muss«, sagt Florian Becker vom Bauherren-Schutzbund. Grundsätzlich gilt: »Termine und Fristen müssen Unternehmen trotz Corona einhalten«, so Becker. Sich deswegen auf höhere Gewalt zu berufen, ginge nicht. Zumal das Problem mittlerweile bekannt sei und die Firmen aus seiner Sicht genügend Zeit hatten, sich auf die Situation einzustellen. Insbesondere, wenn jemand

jetzt einen Vertrag neu abschließt, rät Becker: »Hinterfragen Sie den Zeitplan des Unternehmen und erkundigen Sie sich, welche Maßnahmen für mögliche Ausfälle eingeplant wurden.« Bauherren sollten sich nicht damit zufrieden geben, dass ein Unternehmen Corona als Ausrede verwendet. Firmen könnten diesen Grund nicht pauschal angeben, um Verzögerungen zu rechtfertigen. »Verbraucher können dann eine detaillierte Erklärung verlangen – beispielsweise wann, wer, wie lange aufgrund von Corona ausgefallen ist«, erklärt der Bauherren-Berater. Trotz Lockdown und Konjunktureinbruch halten sich die Auswirkungen der Corona-Krise laut Becker aber bislang in Grenzen. »Anfängliche Materialengpässe und Lieferschwierigkeiten sind mittlerweile weitgehend behoben.« Dennoch kann die Pandemie Lieferketten beeinflussen, etwa weil Firmen im Ausland sitzen. »Sollte es bei einzelnen Materialien zu Lieferengpässen kommen, können Bauherren auf andere Materialien ausweichen«, erklärt Branchenvertreter Christoph Windscheif vom Bundesverband Deutscher Fertigbau. Bei der Bemusterung – der individuellen Ausstattung der Innenräume –

kann eine andere Fliese, Tür oder Badewanne ein Kompromiss sein. Da sich seine Verbandsmitglieder verpflichtet haben, gleichwertige Materialien zu verwenden, entstehen Kunden von Fertigbauhäusern dadurch keine Extrakosten. »Es sei denn, die Änderung würde jetzt einen erheblichen Planungsmehraufwand bedeuten oder die Kunden entscheiden sich für ein hochwertigeres Material«, erklärt er.

Bei bestimmten Themen sollten Bauherren vor Ort sein Manche Termine können Bauherren ohne ein persönliches Treffen wahrnehmen. »Bei der Vorplanung sind Onlinetermine denkbar. Bei Abstimmungen, Besichtigungen von Problemen sowie der Bauabnahme sollten Bauherren jedoch unbedingt vor Ort sein. Da birgt ein Onlinetermin Risiken«, rät Becker vom Bauherren-Schutzbund. Besichtigungen sind mit Abstand und Masken möglich. Der Experte empfiehlt: »Sprechen Sie mit der Baufirma vorher ab, wie der Termin abläuft – etwa wie viele Personen kommen. Das erspart einem vor Ort Stress.« Und: Machen Sie klar, dass Sie den Termin nur wahrnehmen, wenn

alle Maske tragen und ausreichend Abstand halten. Verzögert sich die Fertigstellung, sollten Bauherren das Unternehmen darauf hinweisen, damit sie später eine rechtliche Handhabung haben. So lassen sich Schadenersatzansprüche geltend machen. Hier geht es dann auch um die Haftung: »Die Frage ist dann, was ist die Ursache für die Verzögerung und wer sie zu verantworten hat. Das gilt es im Einzelfall zu prüfen«, sagt Windscheif. Er erklärt: »Ist die Lieferkette im Ausland unterbrochen und Materialien kurzfristig nicht lieferbar, kann dies höhere Gewalt sein.« Hat ein Bauunternehmer das Material zu spät bestellt, sei dies keine höhere Gewalt. In der Regel liegt die Beweispflicht bei ihm. Sollte sich der Bau verzögern, kann dies sich fatal auf die Kosten auswirken. Dennoch rät Becker davon ab, der Baufirma Zeitdruck zu machen. Erfahrungsgemäß gehe Eile oft zu Lasten der Qualität. »Dann steigt das Risiko für Baumängel«, sagt Becker. Beide Seiten sollten kompromissbereit sein, damit am Ende die Fertigstellung rechtzeitig klappt. Becker: »Mehr Zeit als sonst einplanen – ein Puffer von mindestens acht bis zehn Wochen ist empfehlenswert.« red/tk


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Bauen und Wohnen

Die Farbe prägt den Charakter

Beruhigend und entspannend oder belebend und anregend? Tipps zur Erneuerung des Badezimmers Farbe hat Charakter – und gibt ihn an Räume weiter, die man damit ausstattet. Für ein Badezimmer, das meist erst in mehr als 20 Jahren das nächste Mal renoviert wird, ist die Farbwahl daher bedeutend.

D

ie Farbe prägt den Charakter eines Bads ganz wesentlich. Kühles Weiß vermittelt den Eindruck strenger Hygiene und Sauberkeit. Terrakottafarbene Wände und Holzböden stehen eher für ein mediterranes Lebensgefühl, und dunkelblaue Fliesen beruhigen. Aber die Farbe hat nicht nur Einfluss auf die Stimmung. »Dunkle Farben lassen den Raum kleiner erscheinen«, sagt die Innenarchitektin Ines Wrusch aus Hamburg. »Wer alle Wände in einem kleinen Raum dunkelblau streicht, wird sich wie in einer Höhle fühlen.« Aber einzelne farbig gestrichene Wände, auch in Dunkelblau, können ein Bad durchaus angenehmer und stimmiger wirken lassen. »Ist eine Wand etwas dunkler als die Umgebung, rückt sie optisch in den Raum hinein«, erläutert Wrusch. »Das kann man sich bei schlauchartigen Badezimmern zunutze machen.« Auch werden sehr hohe Räume optisch niedriger, »wenn die Decke in einer schon leicht dunkleren Farbe gestrichen ist als die Wände«, so die Innenarchitektin.

Bei der Auswahl beachten: Farben werden verschiedene Stimmungen zugeschrieben Experten raten auch dazu, die Stimmungen, die den Farben zugeschrieben werden, bei der Auswahl zu bedenken: »Blau- und Grüntöne wirken beruhigend und entspannend, während das Spektrum der Gelb- und Rottöne belebend und anregend ist«, erläutert Jens Fellhauer vom Bundesverbands Keramische Fliesen. Fliesen sind langlebiger als ein Anstrich, daher sollte hier die Farbwahl besonders sorgfältig ausfallen. »Die Wand- und Bodengestaltung mit Fliesen prägt die Atmosphäre im Bad im deutschen Durchschnitt für mehr als 25 Jahre«, sagt Fellhauer. »Die meisten Kunden richten sich daher nicht nur nach der Mode, sondern vor

Wer dezentere Farbakzente mag, findet Fliesenserien in Pastellfarben. allem danach, was ihnen gefällt und gut in ihr Raumkonzept passt.« Im Trend ist die Abkehr vom neutralen Weiß. Stattdessen wird laut Fellhauer gerne auf gemusterte, farbige Fliesen mit Vintageoder Ethno-Dekoren gesetzt. Gleiches gilt für Fliesen in Holzoptik. Angesagt sind auch versetzt angeordnete Metrofliesen in Farbe – die ihren Namen der Verwendung in U-Bahnhöfen, insbesondere in Paris, verdanken. Damit wird das Bad auch schon mal bunt oder in monochromen Kombinationen aus verschiedenen Tönen einer Farbfamilie gestaltet. Angesagt sind Grüntöne sowie gedeckte Rotund Blautöne. Wer es dezenter mag, findet Fliesenserien in Pastellfarben. Bei den Dekoren sind zeitlose Gestaltungen gefragt. Sie zeigen häufig abstrakte geometrische und modern-reduzierte florale Muster. Oft sind die Muster in Ton-in-TonEffekten so dezent, dass sie erst auf den zweiten Blick erkennbar sind. Wer sich von Modefarben und -dekoren fernhalten möchte, ist mit klassischen Anstrichen gut bedient. »Weiß geht immer. Wer es softer mag, wählt Pastell. Das

wirkt nicht ganz so kühl«, sagt Jens R. Wischmann von der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft. »Schön sind auch Grau oder Beige, die gut mit skandinavischem Design harmonieren.« Selbst Schwarz sei mit den passenden Accessoires eine Möglichkeit im Bad, »wenn der Raum nicht allzu klein ist. Mit Armaturen und Zubehör in Gold und Silber kann es richtig edel sein.«

Foto: Villeroy und Boch/VDS

Im Bad sollte nicht jedes Haar oder jede Staubfluse gleich zu sehen sein. Mit weißen oder schwarzen Oberflächen hat man schlechte Karten. Wer es pflegeleichter will, sollte gemusterte Oberflächen oder glasierte Fliesen wählen. »Wasserflecken und andere Partikel fallen auf einer gemusterten Fliese oder auf einer strukturierten Oberfläche einfach weniger auf«, so Fellhauer. red/tk

Info

Türen in beheizten Räumen schließen Sparsam heizen heißt, die Energie nicht an der falschen Stelle zu vergeuden. Das Wohnzimmer zum Beispiel ist ein Ort, an dem man sich gemütlich auf das Sofa setzt und häufig seine Zeit verbringt. Dieser Raum sollte auch in der kalten Jahreszeit schön warm sein. Das Bad und die Küche hingegen muss man nicht unbedingt rund um die Uhr heizen. Wichtig dabei: Wenn Räume in der Wohnung unterschiedlich stark geheizt werden, sollten Bewohner die Zimmertüren schließen. Darauf weist

der Verband Privater Bauherren (VPB) hin. Geschlossene Türen Sorgen dafür, dass die warme Luft nicht in unbeheizte Bereiche wandert. Das spart Heiz- und Energiekosten. Darüber hinaus können Bewohner so auch Bauschäden vermeiden. Denn Feuchtigkeit in kühlen Räumen kann einem Gebäude zusetzen – im schlimmsten Fall bildet sich Schimmel. Die Feuchtigkeit gelangt in unbeheizte Räume, wenn sich die warme Luft dort abkühlt. Sie kann dann weniger Feuchtigkeit binden. red/tk


Umzug oder Umbau?

Frühzeitig nachdenken vermeidet Stress im Alter

W

ie realistisch ist es, als alter Mensch weiter in seiner Wohnung oder seinem Haus zu wohnen? Je früher man darüber nachdenkt, desto mehr Möglichkeiten hat man am Ende, erklärt die Verbraucherzentrale Hamburg in ihrem Ratgeber »Neues Wohnen im Alter«. Vor allem bei den Bädern kann es problematisch werden: Zu eng, Schwellen an der Dusche, schmale Türen und rutschige Böden. Um festzustellen, ob der Platz im Bad reicht, empfiehlt die Verbraucherzentrale, einen Bürostuhl auf Rollen vor sich herzuschieben und damit alles Nötige im Bad zu erledigen. Wenn aufwendig manövriert werden muss oder man hängenbleibt, kann ein Umbau im Alter angesagt sein. Manchmal reiche es, Objekte neu anzuordnen. Deutlich teurer und aufwendiger ist das Versetzen von Wänden. Weitere Aspekte spielen bei der Entscheidung Umbau oder Umzug eine Rolle. Wie komme ich ins andere Stockwerk? Wie viel Arbeit machen Wohnung, Haus oder Garten? Brauche ich noch so viel Platz? Wie wichtig sind mir Nachbarn oder Freunde und Familie in der Nähe? Wer kann mir

Schon wenige Stufen können im Alter zu einem großen Hinderniß werden. Mit einem Umbau lassen sich solche Barrieren entfernen. Foto: Brichta eventuell bei Erledigungen helfen und mich entlasten? Um die Schwachstellen frühzeitig zu entdecken und Vorsorge zu treffen, verweist die Verbraucherzentrale auf eine Checkliste der Landesarbeitsgemeinschaft Wohnberatung NRW. Wer sich diesen Fragen zeitig und in gesunden Tagen stellt, kann Stress vermeiden, wenn es ernst wird. red/tk


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