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Sonderbeilage Februar Herbst 2021 2020

Mit den besten Jobs der Ortenau

Ausbildung UND Karriere


Ausbildung und karriere

Besser durch die Krise als erwartet Timo Honisch von der Agentur für Arbeit im LZ-Gespräch über den Arbeitsmarkt in der Ortenau

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ährend der Corona-Krise ist es für Arbeitssuchende sicher nicht einfacher geworden in Lohn und Brot zu kommen. Doch wie hat sich die Lage im Ortenaukreis in den vergangenen Monaten tatsächlich entwickelt? Finden junge Menschen aktuell überhaupt noch Ausbildungsplätze? Und wo wird händeringend nach Nachwuchskräften gesucht? Wir sprachen mit Timo Honisch, Geschäftsführer operativ der Arbeitsagentur Offenburg. Zu seinen Funktionen gehören alle Bereiche in direktem Kundenkontakt wie zum Beispiel die Berufsberatung, die Arbeitsvermittlung aber auch die Beratung von Arbeitgebern. Herr Honisch, wie kann die Agentur für Arbeit Offenburg Unternehmen und Arbeitssuchende während der CoronaPandemie unterstützen? Die Arbeitsagentur Offenburg ist als Dienstleister rund um die Themen Arbeit, Beruf, Ausbildung sowie Weiterbildung gerade in der jetzigen Corona-Krise für die Unternehmen und Arbeitssuchenden da. Da wir aufgrund der Pandemie nicht wie bisher Gespräche vor Ort durchführen können, informieren und beraten wir telefonisch aber auch via Videokommunikation. Und wir sind online präsent. Wir informieren Arbeitgeber zum Thema Kurzarbeit, wir sichern die Leistungsauszahlungen. Wir bearbeiten alle Anträge für Kurzarbeitergeld schnell und unbürokratisch.

Die Agentur für Arbeit Offenburg bietet ihren Klienten in Zeiten der Corona-Pandemie Beratungen per Telefon oder Video an. Diese können schnell und unkompliziert vereinbart werden. Foto: Agentur für Arbeit Offenburg

Wie hat sich der Ausbildungsund Arbeitsmarkt in der Ortenau seit Beginn der Krise generell entwickelt? Der Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ist bisher besser durch die Krise gekommen als erwartet. Verstärkt haben Unternehmen das Instrument der Kurzarbeit eingesetzt und damit Arbeitsplätze gesichert – wenngleich einige Firmen in der Branche der Automobilzulieferung und im Textileinzelhandel Entlassungen angekündigt oder bereits durchgeführt haben. Die Einbrüche am Arbeitsmarkt konnten abgefedert werden, auch wenn es In den Bereichen Medizin beziehungsweise Pflege einen Anstieg der Arbeitslosenzahl gegeben hat. Der ist der Bedarf insbesondeArbeitsmarkt ist auch währe an Fachkräften groß.« rend des Lockdowns stabil.

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Timo Honisch Arbeitnehmer werden in telefonischen oder auch in Video-Gesprächen, individuell auf ihre persönliche Situation bezogen, beraten. Dabei kann es beispielsweise um die Suche eines neuen Arbeitsplatzes, die Unterstützung bei Bewerbungsaktivitäten oder eine Weiterbildung gehen. Speziell bei Fragen zur Weiterbildung mit dem Ziel, einen Berufsabschluss zu erwerben, sind die Beratungsfachkräfte der Qualifizierungsberatung da.

Sind die Unternehmen in der Region auf der Suche oder halten sie sich aufgrund der unsicheren Lage aktuell mit Einstellungen zurück? Zum Arbeitsmarkt: Die Nachfrage nach Arbeitskräften bewegt sich auf dem gleichen Niveau wie vor zwölf Monaten. Derzeit sind im Ortenaukreis 3194 offene Arbeitsstellen zu besetzen. Zum Ausbildungsmarkt: Das Berufsberatungsjahr beginnt jedes Jahr am 1. Oktober und endet am 30. September. Arbeitgeber im Ortenaukreis haben in den zurücklie-

genden vier Monaten 2187 Berufsausbildungsstellen gemeldet, das sind 13,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Wir gehen aber davon aus, dass hier weitere Stellen gemeldet werden. Wir können auch trotz des Stellenrückgangs immer noch von einem Bewerbermarkt sprechen, da im Verhältnis zu jedem Bewerber 1,4 offene Stellen zu vergeben sind. Finden die Unternehmen, die frische Kräfte einstellen möchten, genügend Personal? Aufgrund der höheren Zahl an Arbeitslosen stehen dem Markt aktuell verstärkt Arbeitskräfte zur Verfügung, die erst kurz arbeitslos sind und noch sehr nah am Arbeitsalltag und den beruflichen Anforderungen sind. Es kommt aber auch auf die gesuchten Tätigkeiten und Anforderungen an. Während Hilfskräfte in mehreren Bereichen auf dem Markt verfügbar sind, besteht in vielen Branchen ein Fachkräftemangel. Wo stehen die Chancen momentan besonders gut? In den Bereichen Medizin beziehungsweise Pflege ist der Bedarf insbesondere an Fachkräften groß. Im Handwerk respektive dem Baugewerbe gilt dies unverändert. Dies bietet Chancen für Quereinsteiger, die in beiden Bereichen sehr gerne gesehen sind.

Was raten Sie Arbeitsuchenden zurzeit? In zwei Worten: Nicht abwarten! Jungen Menschen rate ich, sich aktiv um ihre berufliche Zukunft zu kümmern. Die Berufsberatung der Arbeitsagentur Offenburg ist dabei ein verlässlicher Partner. Per EMail an offenburg.berufsberatung@arbeitsagentur.de können schnell und unkompliziert Beratungsgespräche vereinbart werden. Damit junge Menschen auch während der Pandemie nicht den Anschluss verlieren, bieten wir zudem Online-Tools wie zum Beispiel »Check U« an. Hier können sie herausfinden, welche Ausbildungsberufe oder Studienfelder zu den eigenen Fähigkeiten und Interessen passen. Bei den Arbeitssuchenden geht es jetzt darum, keine Zeit zu verlieren, sich schnell auf offene Stellen zu bewerben und den Radius der möglichen Arbeitsorte auszuweiten. Sinnvoll ist es auch, sich mit der persönlichen Weiterbildung auseinander zu setzen. Der Fachkräftemangel wird auch nach Corona fortbestehen. Es gilt weiterhin: Je besser Arbeitnehmer qualifiziert und je breiter sie aufgestellt sind, desto größer die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und desto niedriger das Risiko arbeitslos zu werden oder zu bleiben.

Fragen von Thomas Kroll


Ausbildung und karriere

Sich selbst erstmal kennenlernen Wie Berufsanfänger ihre Work-Life-Balance finden / Freunde und Freizeit nicht vernachlässigen

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er ins Arbeitsleben startet, ist oft erstmal überfordert und will sich dennoch beweisen. Viele Berufsanfänger kennen das Phänomen: Der Arbeitstag war lang, neue Eindrücke wollen verarbeitet werden. Nach Feierabend ist man zu nichts mehr in der Lage, außer erschöpft ins Bett zu fallen. Sport? Treffen mit Freunden? Fehlanzeige. »Ein neuer Job ist sehr anstrengend», bestätigt Coach Carolin Klaus aus Augsburg. »Es gibt jede Menge Neues zu lernen, was sehr spannend sein kann und zu einem Energieschub führt, aber auch die Freizeit verändert sich.» Man sei nicht mehr so flexibel wie während des Studiums oder der Ausbildung. Es sei deshalb »okay, abends nur noch ins Bett zu fallen». Gleichzeitig empfiehlt sie, zu lernen, auf den Körper zu hören. Wann bin ich gestresst? »Wenn ich das nicht merke, kann ich keine Pausen einplanen.« Bei einem Umbruch im Leben sollte man dieser Umstellung in der ersten Zeit ruhig etwas mehr Aufmerksamkeit, Energie und Raum lassen, rät Carolin Pfau, die als systemischer Coach arbeitet. Nach den ersten Monaten sei es dann jedoch wichtig, sich davon etwas zu lösen, so dass man wieder in sein Gleichgewicht finde. Ein gewisser Zeitrahmen grenze den eigenen Drang nach Perfektion ein, führt Psychologin und Coach Cordula Nussbaum aus. Dabei ginge es nicht darum, keine Überstunden zu machen. Wenn es nötig werde, sei man zur Stelle. »Man kann superengagiert sein, muss das aber nicht an der Arbeitszeit festmachen«, erklärt Nussbaum.

Als Berufseinsteiger bestimmt oft erstmal der Job das ganze Leben. Zeit mit Freunden sollte man aber nicht vernachlässigen. Fotos: Klose Oft läuteten bei Vorgesetzten bereits die Alarmglocken, wenn ein junger Mensch zu Beginn seiner Karriere häufig Überstunden schiebe. Das sei heute nicht mehr unbedingt ein Pluspunkt, weiß Nussbaum. Zeit- und Selbstmanagement seien die wichtigsten Softskills, die in die MitarbeiterBewertung einfließen. »Gerade am Anfang muss man sich den Stress durch zusätzliche Verabredungen nicht machen«, sagt Nussbaum. Aber nach einigen Wochen sei das durchaus wieder möglich. »Wenn man die Dinge sausen lässt, die einem Energie geben, wird man frustriert und hat

Entspannt durch das erste Berufsjahr: Wer neu ins Arbeitsleben startet, sollte auch auf seine Work-Life-Balance achten.

noch weniger Energie«, erläutert Pfau. Nach der Arbeit erst einmal nach Hause zu gehen, um sich auszuruhen, könne bei manch einem dazu führen, es nicht mehr aus dem Haus zu schaffen. Hier kann es helfen, die Arbeitszeit an die Hobbys oder Verabredungen anzupassen. Wenn man direkt im Anschluss an die Arbeit dort hingehen kann, holt einen das Tief zu Hause gar nicht erst ein. Außerdem ist es den Expertinnen zufolge hilfreich, sich mit Freunden zu verabreden. »Hat man Spaß daran, wird man es machen«, ist sich Klaus sicher. Sie rät aber davon, sich für die Freizeit zu große Dinge vorzunehmen. »Das frustriert, wenn man es nicht schafft.« Für Freunde und Freizeit könnten am Anfang fest eingeplante Zeiten in der Woche oder am Wochenende helfen, sagt Pfau. »Manche engt das wiederum zu sehr ein und sie mögen es lieber spontan.« »Berufsanfänger sollten für sich einen guten Weg finden und sich kennenlernen: Was stresst mich, was tut mir gut?«, erklärt Klaus. Die einen würden eher durch Aktivitäten entspannen, für andere sei das purer Stress. Doch was tun, wenn trotz aller Planung sich die Überstunden dauerhaft häufen? »Man muss nicht alles alleine lösen. Suchen

Sie sich einen Mentor oder eine Kollegin, mit dem oder der Sie sich austauschen«, rät Klaus. Nussbaum zufolge ist es wichtig, die »Miteinander-Kultur« im Unternehmen kennenzulernen. Sind alle so hilfsbereit? Machen alle Kollegen Überstunden? »Dann wird es schwierig sein, sich da rausziehen«, betont die Beraterin.

Gewisse Arbeitsabläufe auf den Prüfstand stellen Trotzdem sei es möglich, die Arbeitsabläufe auf den Prüfstand zu stellen. Nicht gerade in den ersten paar Tagen, aber nach einer gewissen Zeit. »Nur weil man es schon immer so gemacht hat, muss es ja nicht so bleiben.« Coach Carolin Klaus empfiehlt folgendes Vorgehen: »Schildern Sie, ohne Vorwurf, was das für Sie selbst bedeutet hat, ständig länger zu arbeiten.« Für ein solches Gespräch könne es sinnvoll sein, die Sicht des Gegenübers einzunehmen, meinen die Expertinnen. Schließlich wollen die Vorgesetzten ebenfalls, dass die Arbeit gut erledigt wird, die Mitarbeiter aber gesund bleiben. Pfau ist überzeugt: »Je besser die Work-Life-Balance gelebt werden kann, desto geringer ist die Fluktuation.« red/tk


Kroma International GmbH ist ein mittelständisches Unternehmen, das mit 90 Mitarbeitern hochpräzise Spritzgussformen und technische Spritzgussteile entwickelt und produziert. Unser Know-how, ständige Innovation, neueste Technologien und Maschinen und die kontinuierliche Weiterentwicklung sind die Garantien für unseren Erfolg. Wir bieten folgende Ausbildungsplätze an:

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Ausbildung und karriere

Stimme, Haltung und das Licht

Vorstellungsgespräch per Video: Auf diese Regeln sollten Bewerber dabei unbedingt achten

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ür den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance – das gilt auch für ein Bewerbungsgespräch. Aufgrund der Corona-Pandemie fällt aber zur Zeit nicht nur das Händeschütteln zur Begrüßung weg, sondern oft das komplette Treffen. Stattdessen findet ein Video-Gespräch statt. Doch gelten da die gleichen Regeln? Wie gelingt es, vor der Kamera ein gutes Bild zu machen? Inhaltliche und technische Vorbereitung: Ganz gleich, ob persönliches Treffen oder Videogespräch: Die inhaltliche Vorbereitung für das Bewerbungsgespräch bleibt identisch, sagt Karriere- und Business-Coach Bernd Slaghuis. Es ist wichtig, einen Überblick über das Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen sowie Standorte, Umsatz und Anzahl der Mitarbeiter zu haben. Der Vorteil beim Videogespräch: Spickzettel sind erlaubt. Solange man nicht alles mit gesenktem Kopf abliest, stört es die Personaler nicht, was auf dem Tisch liegt. Damit überhaupt ein flüssiges Gespräch stattfinden kann, sollte man vorab einen Technik-Check machen. Dazu gehört zum einen eine stabile Internetverbindung, aber auch die rechtzeitige Installation und Aktualisierung der Software. Außerdem empfiehlt der Bundesverband der Personalmanager (BPM) verschiedene Funktionen schon vor dem Gespräch auszuprobieren. n

Licht und Ton wie ein Profi: Der wohl größte Unterschied zum analogen Bewerbungsgespräch entsteht durch weniger Kommunikationskanäle, erklärt Nicole Krieger, Leiterin der Moderatorenschule Baden-Württemberg. Man sieht nur den Oberkörper und das ganze Bild ist zweidimensional. »Deswegen muss man noch überzeugender sein mit dem, was man sieht und hört.« Dafür sind Licht und Ton entscheidend, so die langjährige TV-Moderatorin. Am besten sei natürliches Tageslicht von vorne, also wenn man mit dem Gesicht zum Fenster schaue. Der Ton sollte ebenfalls vor Gesprächsbeginn getestet werden. Klingt die Stimme blechern, empfiehlt Krieger ein externes Mikrofon oder Kopfhörer mit eingebautem Mikrofon. Außerdem könne man selbst den Klang seiner Stimme beeinflussen, ergänzt Andrea n

Wer ein Bewerbungsgespräch via Video führt, sollte das Smartphone auf einem Stativ befestigen – und es nicht einfach in der Hand halten. Foto: Klose Ballschuh, TV-Moderatorin und Expertin für Kamera- und Präsenztraining. »Kurz vor Gesprächsbeginn, macht man ein ›Mmh‹-Geräusch als würde man an etwas Leckeres denken.« Das helfe, in die natürliche Stimmlage zu finden. Wohlfühlen und gut aussehen vor der Kamera: Für die Kleidung gelten grundsätzlich die gleichen Regeln wie für ein Bewerbungsgespräch im Unternehmen. »Es geht allerdings nicht jedes Outfit vor der Kamera«, sagt Nicole Krieger. Kleine Muster können ein Flimmern erzeugen, weshalb sie zum Beispiel von Hemden mit feinem Karo abrät. Ansonsten zählt das Körpergefühl, sagt Bernd Slaghuis. »Manche brauchen den kompletten Anzug mit Krawatte und Anzugschuhen, andere fühlen sich wohler, wenn Sie unter dem Tisch Kuschelsocken für das Gespräch anlassen.« Neben dem eigenen gepflegten Aussehen ist ein aufgeräumter Hintergrund unverzichtbar. Zum einen lenkt alles, was man zusätzlich im Bild sieht, ab. Zum anderen überlegen Personaler, ob das Gesagte mit dem Hintergrund zusammenpasst, sagt Ballschuh. Professionell wirken eine schlichte Wand mit Bild oder frische Blumen. n

Ein Gespräch auf Kamerahöhe: Blickkontakt per Video ist gar nicht so einfach: Denn schaut man sein Gegenüber auf dem Bildschirm an, geht der Blick nicht mehr in die Kamera und damit zum Gesprächspartner, erklärt Ballschuh. Gerade wenn man selbst spricht, sollte man sich zwingen, den Blick direkt in die Kamera zu richten. Das ist anfangs ungewohnt, hinterlässt aber Eindruck. Damit man es nicht vergesse, könne man sich einen Aufkleber neben die Linse kleben. Auch die eigene Position ist relevant: Das Videogespräch sollte nicht mit Tablet oder Smartphone in der Hand oder auf dem Tisch geführt werden, da diese Perspektive unvorteilhaft wirkt. Stattdessen rät Ballschuh die Computerkamera auf Augenhöhe auszurichten oder das Smartphone in einem Stativ aufzustellen. Der Bildausschnitt sollte dabei wie bei Nachrichtensprechern von den Ellenbogen bis knapp über den Kopf reichen, sagt Krieger. »Das wirkt sehr präsent, aber nicht aufdringlich.« n

Haltung zeigen und Fragen stellen: Eine aufrechte Haltung kommt gut an. Wer sitzt, sollte sich laut Krieger auf den vorderen Teil des Stuhls setzen, die Füße auf den Boden stellen und sich nicht n

zurücklehnen, sondern leicht zur Kamera beugen. Ballschuh dreht ihre Videos zu Hause am liebsten im Stehen und barfuß. Das gibt ihr einen festen Stand. Außerdem gestikuliere man im Stehen natürlicher. Am besten denkt man gar nicht darüber nach, was man mit den Händen macht, sagt Ballschuh. »Die Hände unterstützen die Worte automatisch.« Wichtiger als die Körperhaltung bewertet Bernd Slaghuis die innere Haltung. »Das Fachwissen wurde schon im Lebenslauf überprüft. Im Bewerbungsgespräch will man den Menschen als potenziellen Mitarbeiter und Kollegen kennenlernen.« Dazu gehört durchaus auch, Klarheit zu schaffen: Wer nervös ist, weil es das erste VideoBewerbungsgespräch ist, könne das ohne schlechtes Gewissen zu Beginn ansprechen. Auch zu Covid-19 dürfen Bewerber Fragen stellen. Schließlich ist es wichtig einzuschätzen, wie zukunftsfähig der neue Arbeitgeber ist, sagt Slaghuis. Der BPM ermutigt, Unsicherheiten in Sachen Covid-19 und der beruflichen Neuorientierung zu thematisieren. Die Frage »Wie kann ich mich unter diesen Umständen erfolgreich ins Team integrieren?« signalisiert Offenheit für aktuelle Herausforderungen. red/tk


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Ausbildung und karriere

Keine Panik, sondern Weitsicht

Auch in Zeiten der Corona-Pandemie können die eigenen Karrierepläne weiterverfolgt werden

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urzarbeit, Kündigung, Konzernpleite: Die Corona-Krise geht am Arbeitsmarkt nicht spurlos vorüber. Doch was heißt das für individuelle Berufswünsche und Karrierepläne? Prinzipiell sei es immer wichtig, offen für Entwicklungen zu bleiben, meint Psychologin und Coachin Cordula Nussbaum. Krise hin oder her. »Dass man einen Beruf lernt und bis zur Rente in einer Firma bleibt, wollen viele heutzutage nicht mehr und es ist auch nicht mehr realistisch.« Zudem änderten sich die Berufsbilder heute so schnell, dass es grob fahrlässig wäre, sich in Sicherheit zu wiegen. Aber wann sollte man tatsächlich einen Wechsel ins Auge fassen? »Wenn es genügend Hinweise gibt, dass man den Beruf nicht mehr wird ausüben können, ist es sinnvoll, sich umzuorientieren«, sagt Alexander Brungs, Sprecher des Deutschen Coaching Verbands.

Selbstanalyse hilft bei der richtigen Entscheidung Hat man die Entscheidung getroffen, sich umzuorientieren, geht es an die Selbstanalyse. »Was macht mich aus, in welchem kulturellen Umfeld fühle ich mich aufgehoben und welche Skills, Stärken und Werte habe ich?«, beschreibt Christina Georgsson vom Deutschen Bundesverband Coaching die zentralen Fragen. Sie rät, zu überlegen, welche Branche vergleichbar zur jetzigen ist. Laut Brungs sollten Betroffene dabei nicht nur auf den Markt reagieren, sondern sich auf die eige-

Wenn die Corona-Pandemie einen Strich durch die Karriereplanung gemacht hat, muss man sich über seine Stärken und Werte klar werden. Fotos: Klose nen Stärken verlassen. »Konzentrieren Sie sich auf die Dinge, die Sie können und versuchen Sie, in einer Marktanalyse einen guten Ort dafür zu finden.« Georgsson sieht große Chancen auf dem sogenannten verdeckten Arbeitsmarkt, also Stellen, die zwar vakant, aber (noch) nicht offiziell ausgeschrieben sind. Wer seine Stärken und Wünsche kenne, könne sich entsprechend passende Unternehmen raussuchen

Wer etwa in der Reisebranche tätig war, kann während der Corona-Pandemie erstmal über eine berufliche Zwischenlösung nachdenken.

und anschreiben. »In der Regel sind das eher die Familienunternehmen oder der gehobene Mittelstand, den gilt es zu erobern.« Würden Stellen noch zurückgehalten, sei man schon mal im Gespräch. Hotelmanager etwa könnten schauen, welche Nischen sich künftig besetzen ließen, meint Nussbaum. »Gereist wird nach der Krise mehr als zuvor.« Oder man wagt den ganz großen Umbruch und geht ins Ausland. »Führungskräfte, die international aufgestellt sind, werden wieder eine Chance erhalten«, sagt Karriereberaterin Georgsson. Wer seinen Job verloren habe, könne sich eine Zwischenlösung suchen, die nichts mit den bisherigen Tätigkeiten zu tun habe. Nussbaum empfiehlt jedoch, trotzdem im Thema zu bleiben – etwa, indem man Netzwerke nutzt oder ehemalige Kontakte aufwärmt. »Satteln Sie nicht gleich um«, sagt sie, »sondern halten Sie den Fuß in der Tür.« So könne es sogar sinnvoll sein, sich selbst eine Deadline zu setzen bis zu der man den Alternativjob machen will. Ob eine Interimslösung notwendig ist, hänge neben dem Finan-

ziellen vom eigenen Angstpegel und vom Sicherheitsbedürfnis ab, erklärt Georgsson. »Nimmt man einen Job an, bei dem man weniger Geld verdient und weniger Verantwortung trägt, wird das am Selbstwertgefühl kratzen, und man verliert an Glaubwürdigkeit, gerade als Führungskraft.«

Eigene Gestaltungsmacht sinnvoll nutzen Nussbaums rät, zu überlegen, was man heute und morgen tun kann, um langfristig glücklich zu sein: Etwa Fortbildungen besuchen, die einem später den Wiedereinstieg erleichtern. »Das gibt einem das Gefühl, selbst zu gestalten und nicht fremdbestimmt zu sein, das ist wichtig für die Motivation.« Dass es Weitsicht und Mut braucht, um Dinge zu machen, die außerhalb der Komfortzone liegen, weiß Beraterin Georgsson. Sie lenkt den Blick auf das Positive: So könne die Corona-Krise einen auch befördern, weil man ohne die herausfordernde Lage für bestimmte Schritte oder Entscheidungen vielleicht schlicht zu bequem wäre. red/tk


Ausbildung und karriere

Bewerbungsschreiben das A und O Viele Firmen haben Ausbildungsplan nach hinten verschoben / Auch im Moment sind Stellen frei

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ie Corona-Krise hat die Pläne vieler Schulabgänger auf den Kopf gestellt. Praktika und Auslandsaufenthalte fallen aus, viele Betriebe haben ihre Ausbildungsangebote eingedampft oder ganz gestrichen. Die Zahl der neu geschlossenen Ausbildungsverträge bis Ende September 2020 ist laut DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag) im Vergleich zum Vorjahr um rund 14 Prozent gesunken. Viele Betriebe hätten ihren Ausbildungsplan aber auch nur um ein paar Monate nach hinten geschoben, so der DIHK. Selbst jetzt kann eine Ausbildungsplatzsuche also noch Erfolg haben. Was dabei hilft. n Ausbildungsbranche prüfen: Ein Blick auf die Branche kann sich lohnen, denn manche sind von den Auswirkungen der Pandemie stärker betroffen als andere. Beispielsweise das Gastgewerbe, die Kreativ- und Tourismusbranche sowie unternehmensorientierte Dienstleister. Tendenziell sind Branchen, in denen die Ansteckungsgefahr geringer ist, weniger betroffen, fasst Daniel Gimpel von der Jugendabteilung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) zusammen. Aber auch der Gesundheitssektor oder Teile des Handels würden mehr oder weniger im vollen Umfang weiterarbeiten.

Impressum Sonderbeilage des Verlags der Lahrer Zeitung Verlag und Herausgeber Lahrer Zeitung GmbH, Kreuzstraße 9, 77933 Lahr Geschäftsführung und Anzeigenleitung Kirsten Wolf Redaktion Jörg Braun (V.i.S.d.P.), Thomas Kroll Druck Druckzentrum Südwest GmbH, 78052 Villingen-Schwenningen Ausgabe Lahrer Zeitung und Schwarzwälder Bote Kinzigtal 6. Februar 2021

Auch nach dem 1. September werden noch Ausbildungsstellen frei. Ein aussagekräftiges Anschreiben ist nach wie vor mit das Wichtigste für eine Bewerbung. Foto: Klose Verschiedene Angebote der Arbeitsagentur wie Check-U oder berufsfeld-info.de können helfen, eine alternative, spannende Ausbildung zu finden, wenn es mit dem ursprünglichen Traumberuf gerade nichts wird. n Ausdauernd bleiben: Wer trotz vieler Bewerbungen noch keinen Platz bekommen hat, sollte dennoch nicht verzagen. Stattdessen gilt: Immer weiter bewerben, so der DGB Jugend auf seiner Webseite. Ausbildungen starten nicht nur zum 1. September. Gerade in oder nach der Probezeit würden immer wieder Ausbildungsplätze frei. Die Bundesagentur für Arbeit kann dann nachvermitteln. n Berufsberatung und Stellenbörsen nutzen: Braucht man Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche, kann man sich immer an die Berater der örtlichen Agenturen für Arbeit wenden, erklärt das Portal abi.de. Daniel Gimpel empfiehlt auch einen regelmäßigen Blick in die

Ausbildungsbörsen. Die Industrieund Handelskammern (IHK) listen etwa unter ihk-lehrstellenboerse.de bundesweit freie Stellen auf. Die Jobbörse der Arbeitsagentur liefert unter der Rubrik »Ausbildung« weitere Ergebnisse. Wenn Betriebe aktuell Ausbildungsplätze ausschreiben, egal in welcher Branche, dann könne man davon ausgehen, dass sie die Ausbildung auch tatsächlich durchführen wollen. Das gelte gerade in Krisenzeiten, so Gimpel. Messen besuchen: Auch über den Besuch von Ausbildungsmessen gibt es die Möglichkeit, einen Ausbildungsplatz zu ergattern – zur Zeit aufgrund der Corona-Beschränkungen teils auch virtuell. Einen Überblick zu kommenden Veranstaltungen bietet das Portal Planet-Beruf.de. Arbeitgebern sei es weiterhin wichtig, potenzielle Bewerber persönlich zu erleben und im Vorfeld kennenzulernen, erklärt Gimpel. Je nachdem, wie die Messe gestaltet ist, sei dies auch online möglich. n

Bewerbung checken: Die Bewerbungsverfahren sind vielfach gleich geblieben und hätten sich in der Krise nicht verändert, so Gimpel. »Ein gutes Bewerbungsschreiben ist hier weiterhin das A und O«, so der DGB-Experte. Wer Hilfe braucht, kann sich zum Beispiel an die Berufsberatung vor Ort wenden. Für Online-Bewerbungsgespräche gelten dieselben Regeln wie für analoge Gespräche: Bewerber sollten je nach Beruf die passende Kleidung wählen und im Gespräch freundlich, aufgeschlossen und interessiert auftreten. n

n Alternativen prüfen: Sollte es mit dem Ausbildungsplatz trotz allem nicht klappen, könne man schauen, ob es Alternativen gibt – eine Einstiegsqualifizierung oder einen Nebenjob etwa, erklärt Gimpel. Auch einen Schulabschluss nachzuholen sei gut, denn auf diese Weise lassen sich die Chancen auf einen Ausbildungsplatz im kommenden Jahr wesentlich verbessern. red/tk


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Ausbildung und karriere

Argumente bleiben die gleichen

Simon Kaiser, IHK Südlicher Oberrhein, über den regionalen Ausbildungsmarkt in Industrie und Handel

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er Handel und die Industrie sind aus unserem heutigen Leben gar nicht mehr wegzudenken. Beide Bereiche bringen in der Ortenau alle Jahre wieder zahlreiche junge Menschen in Lohn und Brot. Doch auch diese Branchen blieben von der Corona-Krise nicht verschont. Eine große Anzahl an Geschäften muss seit Monaten die Pforten geschlossen halten, Industriefirmen haben vielerorts weniger Aufträge. Doch wird deswegen auch weniger ausgebildet? Wir sprachen mit Simon Kaiser, Leiter des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung bei der IHK Südlicher Oberrhein, über die Auswirkungen der Pandemie auf den Ausbildungsmarkt in den Bereichen Industrie und Handel. Herr Kaiser, wie können Sie jungen Menschen während der Pandemie auf ihrem zukünftigen Weg helfen? Viele unserer Beratungs- und Orientierungsangebote stehen auch jetzt, während der Pandemie, zur Verfügung. Unsere Ausbildungsberater informieren außerdem gerne über die verschiedenen Ausbildungsberufe und geben Tipps für die Suche nach einem Praktikum – entweder telefonisch oder per Online-Termin. Die IHKLehrstellenbörse gibt unter der Adresse www.ihk-lehrstellenboerse.de einen guten Überblick über das Angebot an Ausbildungs- und Praktikumsstellen in der Region. Darüber hinaus experimentieren wir gemeinsam mit unseren regionalen Partnern auch mit neuen Online-Formaten. Etwa im Kontext der Berufsinfomesse BIM. Und dann wird es im Frühjahr noch ein digitales Speeddating geben.

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Die Hauptstelle der IHK Südlicher Oberrhein in der Schnewlinstraße 11-13 in Freiburg in der Ortenau 9,5 Prozent weniger Ausbildungsverträge als ein Jahr zuvor bei uns registriert. Damit bewegt sich die Ortenau im Durchschnitt unseres Kammerbezirks. Zur Einordnung ist es jedoch wichtig zu wissen, dass die Fallhöhe auch deshalb so hoch war, weil wir in den vergangenen Jahren gerade in der Ortenau kräftige Zuwächse verzeichnet haben. Dies gilt insbesondere für die Metallberufe, die 2020 allerdings wiederum besonders vom Rückgang betroffen waren.

Haben die aktuellen Ausbildungsjahrgänge wegen der Noch immer übersteigt Corona-Einschränkungen die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze die Zahl schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt? der Bewerber deutlich.« Nein, das kann man so pauschal nicht sagen, da die BeSimon Kaiser troffenheit von Corona und damit das Angebot an AusWie hat sich der Ausbildungsbildungsplätzen sehr stark branund Arbeitsmarkt im Bereich In- chenabhängig ist. Richtig ist: Das dustrie und Handel in der OrteAngebot an Ausbildungsplätzen nau seit Beginn der Pandemie ist insgesamt kleiner als in den entwickelt? Vorjahren. Richtig ist aber auch: Die Pandemie hat auf dem Ausbil- Noch immer übersteigt die Zahl dungsmarkt in der Region deutli- der angebotenen Ausbildungsplätche Spuren hinterlassen. Zum ze die Zahl der Bewerber deutlich. Stichtag 31. Dezember 2020 waren Es gibt also auch in der Krise ein

Überangebot an Ausbildungsstellen und damit keinen Grund, sich als Schulabgänger akut Sorgen um die berufliche Zukunft zu machen. Welche Ausbildungsberufe sind bei Jugendlichen zurzeit besonders gefragt? Besonders beliebt sind bei den Schulabgängern die IT-Berufe, der Beruf des Mechatronikers sowie im kaufmännischen Bereich die Industriekaufleute und die Kaufleute für Büromanagement. Und in welchen Berufen haben junge Menschen auch in der jetzigen Situation besonders gute Chancen, weil es an Nachwuchs fehlt? Kontinuierlich steigenden Bedarf haben die Betriebe bei den Fachinformatikern, den Berufen der Elektrotechnik sowie der Logistik. Dies gilt grundsätzlich auch für die Gastronomie, die allerdings durch den Lockdown derzeit vor existenziellen Herausforderungen steht. Was spricht aktuell für eine Ausbildung in Industrie oder Handel? Die Argumente haben sich durch Corona nicht verändert. Eine dua-

Foto: Polkowski

le Berufsausbildung verspricht einen reibungslosen Einstieg in den Beruf und damit in die finanzielle Unabhängigkeit. Das Angebot an Ausbildungsstellen steht immer für einen entsprechenden Bedarf der Unternehmen an Fachkräften. Das ist der große Unterschied zum Studium. Darüber hinaus wird der Einstieg in den Beruf durch den hohen Praxisbezug der Ausbildung erleichtert. Zudem ist man mit einer dualen Berufsausbildung maximal flexibel: Sie kann bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen verkürzt oder aber nötigenfalls auch verlängert werden. Nach der Ausbildung wiederum stehen vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung, sodass jeder aufbauend auf dem soliden Fundament einer Ausbildung seine individuelle Karriere gestalten kann. Und auch finanziell lohnt sich eine duale Ausbildung: Am Ende des Berufslebens erzielen Hochschulabsolventen und ausgelernte Azubis mit zusätzlichen abgeschlossenen Weiterbildungen laut aktuellen Studien ein vergleichbares Lebenseinkommen. Fragen von Thomas Kroll


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Ausbildung und karriere

Erstes Vortasten via Smartphone Jobmatching: Sowohl Bewerber als auch Personaler können von Recruiting-Apps profitieren

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oderne Technik soll den Bewerbungsprozess für Kandidaten so bequem und einfach wie möglich machen. Doch Vorsicht: Mit Bewerber-Apps kommen Stellensuchende mitnichten schneller zu einem Job. Das Smartphone haben die meisten ohnehin fast immer zur Hand. Das wollen Unternehmen für die Personalgewinnung ausnutzen. Etwa, indem sie Kandidaten die Stellensuche und Bewerbung via App ermöglichen. Ein Wisch, und schon landet eine Bewerbung auf ein Stellenangebot beim Unternehmen. Erst hat ein Algorithmus den passenden Arbeitgeber gesucht. Dann ploppt das perfekte Job-Angebot beim Smartphone-Nutzer auf. Sogar die Einladung zum Vorstellungsgespräch kommt später direkt aufs Handy. Der Vorteil von diesem sogenannten Mobile Recruiting für Bewerber: »Es ist bequem, und es geht alles sehr schnell, wenn ein guter Matching-Algorithmus vorhanden ist«, sagt Lisa Allegra Markert vom Branchenverband Bitkom in Berlin.

Firmen bieten Bewerbung per App verstärkt an Zwar bewerben sich die meisten Jobsuchenden noch traditionell, über die klassische papierbasierte Bewerbung, per Email oder mittels Online-Bewerbungsformular. Nach einer Studie der Universität Bamberg aus dem Jahr 2019 gibt es beim Angebot von Bewerbungen über Apps im Vergleich zum Vorjahr aber einen Anstieg: Rund acht Prozent der Top-1000 Unternehmen lassen demnach inzwischen die Bewerbung über eine eigene App zu. Das sind drei Prozent mehr als im Vorjahr. Der Bamberger Studie zufolge bieten 2019 zudem zwei von zehn der Top-1000 Unternehmen die Bewerbung über die Apps von Internet-Stellenbörsen an, das ist ein Plus von 11,5 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Für Unternehmen der IT-Branche sind die Zahlen deutlich höher. »Mobile Recruiting hat noch viel Potenzial und wird zweifelsohne in den kommenden Jahren weiter zunehmen«, glaubt Markert. Ganz praktisch sieht das dann so aus: Eine Person auf Stellensuche klickt auf dem Smartphone die

Kein umständliches PDF erstellen, kein Ausdrucken: Vermehrt bieten Unternehmen und Stellenbörsen eine direkte Bewerbung über Apps an. Foto: Klose App einer Stellenbörse an und sichtet Jobangebote. Was genau angezeigt wird, orientiert sich an dem, was Kandidaten bei einer standardmäßigen Abfrage eingegeben haben: den gesuchten Beruf, die genaue Position, die jeweilige Stadt. Immer mit von der Partie ist ein Algorithmus, der im Hintergrund das Suchverhalten des Interessierten analysiert und die Ergebnisse ständig optimiert.

Bewerbung mit MinimalAufwand Ein Stellenangebot interessiert nicht? Kein Problem, einfach mit dem Finger nach links wischen und das Angebot verschwindet vom Display. Ein Stellenangebot klingt verlockend? Dann bitte einmal mit dem Finger nach rechts wischen – und schon haben sich Stellensuchende quasi beworben. Entweder haben sie zuvor ihren Lebenslauf in die App hochgeladen und senden ihn mit ihrer Geste automatisch an das Unternehmen. Oder sie schicken erst einmal keinen Lebenslauf, übermitteln dem potenziellen Arbeitgeber aber ihre Kontaktdaten. Die jeweilige Personalabteilung kann sich dann über den Kandidaten zum Beispiel im Internet über dessen

Profil in Karrierenetzwerken informieren und sich bei Interesse mit ihm oder ihr in Verbindung setzen. Auch eine erste Kontaktaufnahme per Webcam ist bei Apps zumeist möglich. Wer ein bestimmtes Unternehmen als Wunsch-Arbeitgeber hat, kann schauen, ob dieses eine Bewerber-App auf seiner Webseite anbietet. Die Abläufe sind dann ähnlich wie bei Apps von Stellenbörsen. Nicht nur Stellensuchende profitieren von dieser bequemen Art von Bewerbung, sondern auch Personaler, wenn Künstliche Intelligenz die Unterlagen vorfiltern kann, findet Bitkom-Expertin Markert: »Personaler bekommen so schon einmal eine Vorauswahl, welche Kandidaten tatsächlich in Frage kommen.«

Mehr Zeit für das Bewerbungsgespräch selbst Dies sei gerade bei einer hohen Bewerberzahl und mit einem guten Filter unkomplizierter und zeitsparender, als wenn Personaler selbst alle Unterlagen durchsuchten. So bleibe mehr Zeit zum Beispiel für das Bewerbungsgespräch selbst. Klingt bequem. Aber viel Zeit sparen Bewerber nicht unbedingt. »Auch wenn Bewerber-Apps vieles

vereinfachen, sollten Stellensuchende nicht denken, dass sie letztendlich auch schneller an den Job kommen«, sagt Ute GietzenWieland, Business-Coach in Bielefeld. Ein Gespräch mit einem potenziellen Arbeitgeber über die Smartphone-Cam ist oft nur ein erstes Vortasten, dem letztendlich der übliche Bewerbungsprozess folgt.

Sprechen via Webcam erst einmal trainieren Und auch das Vor-der-WebcamSprechen ist nicht ganz ohne: »Nicht jeder ist dabei so erfahren, dass es auch professionell auf einen Personalentscheider wirkt«, so Gietzen-Wieland. Bevor man sich via App auf Stellensuche begibt, sollten Kandidaten erst einmal einen Probelauf machen und etwa das Sprechen via Webcam trainieren. Zudem sollte man seine Profile in Online-Karrierenetzwerken pflegen und auf den neuesten Stand bringen. Ganz ohne Risiko sind Bewerbungen über Apps von Stellenbörsen nicht. Denn offen ist oftmals, wie es um den Datenschutz bestellt ist, wenn Bewerbungsunterlagen mit sehr persönlichen Angaben in die App hochgeladen und verschickt werden. red/tk


Ausbildung und karriere

Hey Boss, ich brauch mehr Geld

So bringt man Gehaltsverhandlungen geschickt zur Sprache / Erfolge immer mit Zahlen belegen

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er sich beruflich weiterentwickelt, möchte für seine Leistung auch belohnt werden. Eine Gehaltserhöhung finden viele Beschäftigte attraktiv. Aber wie geht man das unangenehme Thema »Ich will mehr Geld« am besten an? Die mit Abstand schlechteste aller Ideen sei darauf zu warten, dass man darauf angesprochen wird, sagt der Verhandlungsexperte Martin Schweinsberg. Stattdessen würden sich zum Beispiel jährlich wiederkehrende Momente anbieten, in denen das Thema Veränderung ritualisiert zur Sprache kommt. »Wenn man weiß, dass etwa das Mitarbeitergespräch ohnehin ansteht, kann man das zum Anlass nehmen«, sagt der Psychologe, der als Assistant Professor für Organizational Behavior an der privaten Hochschule ESMT Berlin tätig ist.

Dem Arbeitgeber ein Gefühl für das Thema verschaffen Es lohnt sich aber, den Wunsch nach mehr Geld oder einer Verhandlung schon vorher in passenden Momenten anzudeuten. »Das geht etwa, indem man auf eine womöglich positive Marktlage verweist.« Die damit verbundene Forderung könne man dann im Gespräch konkretisieren. Eine weitere Option habe man, wenn man bereits von einer anderen Firma angesprochen wurde oder selbst diese Gespräche initiiert hat. Dann gilt es, dem Arbeitgeber ein Gefühl dafür zu verschaffen, dass ein Wettbewerber

Wer mehr Geld will, sollte selbstbewusst auftreten – und auch in Krisenzeiten nicht vor Forderungen an den Chef zurückschrecken. Grafik: Archiv Interesse und man selbst als Beschäftigter Alternativen hat. Sinnvoll kann es zudem sein, auf die eigenen Verdienste zu verweisen, um der Firma zu zeigen, was man eigentlich leistet. Es sei aber ein Fehler zu denken, dass »was mir bewusst ist, auch meiner Chefin bewusst ist«.

Stattdessen sollte man Vorgesetzte daran erinnern, was man eigentlich im Arbeitsalltag leistet. Es kann helfen, die eigenen Leistungen mit vielsagenden Zahlen zu belegen und zu quantifizieren – etwa, indem man auf Umsatzsteigerungen verweist, die man verantwortet hat. »Dann hört es sich

nicht mehr so unglaublich an, dass man 200 Euro mehr will«, so Schweinsberg. Sollte all das nicht der Fall sein, müsse man sich fragen, ob es wirklich angemessen ist, nach mehr Gehalt zu fragen. »Ein Marktbewusstsein ist hier essenziell«, sagt der Verhandlungsexperte. red/tk

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Ausbildung und karriere

Nuancen machen den Unterschied Tipps, woran ein gutes Arbeitszeugnis zu erkennen ist / Eigene Art Sprache hat sich etabliert

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ie arbeitete gewissenhaft und zuverlässig« – hinter einer solchen Formulierung vermutet man als Arbeitnehmer erst einmal gar nichts Schlechtes. In der Welt der Arbeitszeugnisse aber entspricht diese Bewertung der Schulnote 3. Da der weitaus größte Teil der Arbeitszeugnisse eine Gesamtnote 1 oder 2 enthält, ist das schon unterdurchschnittlich. Aber warum sind Arbeitszeugnisse immer so positiv formuliert, obwohl eigentlich etwas ganz anderes gemeint ist? Nadine Absenger leitet den Bereich Recht und Rechtspolitik bei der Gewerkschaft Verdi und sagt: »Ein Arbeitszeugnis muss nicht nur vollständig, wahrheitsgemäß, in sich widerspruchsfrei und verständlich geschrieben sein, sondern auch wohlwollend.« Das haben Gesetzgeber und Gerichte so festgelegt. »Natürlich ergibt sich da ein Spannungsfeld zwischen der Wahrheit, dem Wohlwollen und der Vollständigkeit – nicht alle Mitarbeiter können immer Bestleistungen erbringen«, fügt Absenger hinzu. Daher hat sich eine Art eigene Sprache etabliert, die für Laien zunächst schwer verständlich ist.

Kleine Varianzen machen einen riesigen Unterschied Scheinbar kleine Varianzen in der Formulierung können einen großen Bewertungsunterschied ausmachen. So entspricht die Formulierung »arbeitete stets/durchgehend/immer zu unserer vollsten Zufriedenheit« einer 1, »arbeitete

Ein unauffälliges Wort, das im Arbeitszeugnis aber viel ausmacht: «Stets» weist meist auf gute oder sehr gute Bewertungen hin. Foto: Warnecke

Alles korrekt und wie gewünscht? Am besten prüft man ein Arbeitszeugnis direkt. stets/durchgehend/immer zu unserer vollen Zufriedenheit« dagegen einer 2 und »zu unserer vollen Zufriedenheit/stets zu unserer Zufriedenheit« der Schulnote 3. Bei schlechter Mitarbeit können Arbeitgeber auch »zu unserer Zufriedenheit« (Schulnote 4) schreiben, »im Großen und Ganzen (insgesamt) zu unserer Zufriedenheit« (Schulnote 5). Ein »hat sich bemüht« wäre dann schon Schulnote 6 – also »ungenügend«. Selbst Laien können ein gutes Arbeitszeugnis daran erkennen, dass vor jeder Beurteilung ein »immer«, »jederzeit« oder »stets« steht. Fachliteratur oder eine kurze Recherche im Internet können dabei helfen, die Formulierungen richtig zu übersetzen. »Wenn man sich als Mitarbeiter unsicher ist, kann man das Arbeitszeugnis auch prüfen lassen«, empfiehlt Absenger. Neben der Sprache ist auch die Vollständigkeit ein Faktor, den Arbeitnehmer sich ansehen sollten. Laut Absenger gehört in ein gutes Arbeitszeugnis zuallererst der offizielle Firmenkopf, eine kurze Vorstellung des Mitarbeiters und der Firma selbst. Dann sollte das Arbeitszeugnis die wesentlichen Tätigkeitsfelder des Mitarbeiters aufzählen und schließlich auch die Leistung und das Verhalten bewerten. Abschlie-

ßend fügen viele Firmen noch eine Schlussformel ein, in der dem Mitarbeiter gedankt wird und ihm Wünsche für die Zukunft mit auf dem Weg gegeben werden. »Dieser letzte Teil kann in manchen Fällen ebenfalls problematisch werden«, sagt Absenger. Rechtlich gebe es zwar keinen Anspruch auf diese Schlussformel. Falls sie aber in einem Arbeitszeugnis fehlt, wird dies von Personalern häufig als schlechtes Zeichen gedeutet.

Unbedingt auf die Schlussformel achten »In der Endformel steht auch oft, dass der Mitarbeiter das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen hat. Fehlt ein solcher Satz, liegt der Schluss nahe, dass jemandem gekündigt wurde«, so Absenger. Auch wenn dem Mitarbeiter innerhalb der Endformel nicht »weiterhin viel Erfolg«, sondern nur »viel Erfolg« gewünscht wird, kann vermutet werden, dass er im Unternehmen nicht wirklich erfolgreich war. Vielfach hat ein schlechtes Arbeitszeugnis ganz banale Gründe. »Insbesondere bei kleinen Betrieben ohne eigene Personalabteilung kann es vorkommen, dass das

Foto: Wüstenhagen

Arbeitszeugnis eigentlich gut gemeint ist, aber niemand die speziellen Formulierungen kennt«, sagt Absenger. Oft könne ein klärendes Gespräch helfen. Im Ernstfall können Betroffene vor Gericht ziehen. Das gilt auch, wenn der Arbeitgeber sich weigert, ein Arbeitszeugnis auszustellen. »Zu beachten ist hier, dass Arbeitnehmer zwar ein Recht auf ein Arbeitszeugnis haben, aber nur, wenn sie es innerhalb der festgelegten Frist explizit anfordern«, unterstreicht Absenger. Normalerweise beträgt diese Frist drei Jahre, in manchen Arbeits- oder Tarifverträgen werde aber festgehalten, dass Arbeitnehmer teilweise nur drei Monate nach dem Ausscheiden noch Rechtsansprüche haben. »Deshalb würde ich jedem dringend empfehlen, zeitnah zu prüfen, ob ein zufriedenstellendes Arbeitszeugnis ausgestellt wurde.« Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer das Recht auf eine befriedigende Bewertung im Arbeitszeugnis, also auf die Note 3. Will der Arbeitnehmer eine bessere Note, steht er in der Pflicht zu beweisen, dass er ein besseres Zeugnis verdient hat. Umgekehrt muss der Arbeitgeber bei einer schlechteren Note beweisen, warum der Mitarbeiter kein besseres Zeugnis bekommen soll. red/tk


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Ausbildung und karriere

Eigeninitiative zahlt sich aus

Was Beschäftigte zur Weiterbildung in Kurzarbeit wissen müssen / kostenlose Bildungsgutscheine

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er aktuell in Kurzarbeit ist, denkt womöglich über eine Weiterbildung nach. Aber wie geht man eigentlich vor? Und wer bezahlt das am Ende? Antworten auf wichtige Fragen.

Kann ich in Kurzarbeit eine Weiterbildung machen? Grundsätzlich können sich Beschäftigte, die derzeit in Kurzarbeit sind, weiterbilden. Unter Umständen wird die Weiterbildung sogar von der Bundesagentur für Arbeit gefördert. Dies ist seit Jahresbeginn 2021 einfacher geworden: »Die Rechtslage hat sich zum Jahreswechsel hin deutlich zugunsten der Arbeitnehmer geändert«, erklärt Kaarina Hauer, Leiterin der Abteilung Rechtspolitik und -beratung bei der Arbeitnehmerkammer Bremen. Hintergrund ist eine bis zum 31. Juli 2023 befristete Förderregelung, die während der CoronaPandemie im Beschäftigungssicherungsgesetz geschaffen wurde. Die vereinfachte Förderung gilt laut Infos des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales für alle Weiterbildungen, die nach dem 1. Januar 2021 begonnen haben oder beantragt wurden. Was hat sich genau geändert? Eine Förderung kann nun auch unabhängig von der Betriebsgröße und von Qualifikation und Alter des Arbeitnehmers, der sich in Kurzarbeit befindet, bewilligt werden, wie Hauer erklärt. Diese Regelungen findet man in der Neufassung des Paragrafen 106a SGB III. Bisherige, zum Teil hohe Hürden und Voraussetzungen seitens des Arbeitnehmers, in Paragraf 82 SGB III festgehalten, entfallen. Was ist der erste Schritt für Arbeitnehmer? Im ersten Schritt sollten sich Beschäftigte mit ihrem Arbeitgeber abstimmen, erklärt Rechtsexpertin Hauer. Dabei lohnt es sich, auf die neuen Förderungsmöglichkeiten zu verweisen. Der Arbeitgeber kann dann die Förderung der beruflichen Weiterbildung bei der Agentur für Arbeit beantragen. Dort werde der Anspruch auf Förderung geprüft und festgestellt, ob eine Kostenübernahme möglich ist. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, erhält der Mitarbeiter einen Bildungsgutschein, den er beim Bildungsträger einlöst.

Eine Weiterbildung kann für Arbeitnehmer in Kurzarbeit von der Agentur für Arbeit gefördert werden. Foto: Klose Der Impuls für eine Weiterbildung könne grundsätzlich vom Unternehmen oder vom Beschäftigten ausgehen, ergänzt Miriam Schöpp, Expertin für berufliche Weiterbildung am Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Sie betont aber: »In diesem Thema ist Eigeninitiative der Mitarbeiter gefragt und in immer mehr Unternehmen der entscheidende Impuls, weil Weiterbildung zunehmend dezentral geplant und initiiert wird.« Welche Voraussetzungen müssen für eine Förderung erfüllt sein? Grundsätzlich gilt: Die Maßnahme muss während der Kurzarbeit begonnen haben. Sie muss außerdem mehr als 120 Stunden dauern, das entspricht etwa einem Monat. Und es muss eine Zertifizierung sowohl für den Lehrgang als auch für den Träger vorliegen, wie Hauer erläutert. Außerdem darf der Arbeitgeber nicht aufgrund bundes- oder landesrechtlicher Regelungen zur Durchführung der Weiterbildung verpflichtet sein. Ebenfalls wichtig: Die Weiterbildung muss das Fachwissen des Mitarbeiters sinnvoll ergänzen. Alternativ sei eine Förderung möglich, wenn die Weiterbildung auf ein sogenann-

tes Fortbildungsziel vorbereitet, das im Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz festgelegt ist. Welche Weiterbildungen kommen infrage? Einen Wegweiser und Tipps, wie man ein geeignetes Bildungsangebot findet, enthält das Merkblatt »Förderung der beruflichen Weiterbildung«, erklärt Hauer. Interessierte erhalten das Merkblatt im Netz oder bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) vor Ort. In der Aus- und Weiterbildungsdatenbank »KURSNET« der BA im Internet lässt sich unter einer Stichwortsuche mit den Zusatzangaben Teilzeit oder Vollzeit, ELearning und weiteren Begriffen nach einem passenden Angebot suchen. Auch die Bildungsträger selbst bieten umfassende Informationen über zugelassene Bildungsmaßnahmen. Was sinnvoll ist, sei individuell und sollte in einem Beratungsgespräch ermittelt werden. »Viele Anbieter haben sich der Situation angepasst und bieten E-LearningModule an«, so Schöpp. Das sind elektronische oder digitale Lernangebote, an denen man auch von daheim aus teilnehmen kann. Was wird genau bezuschusst? Bei zertifizierten Weiterbildungsmaßnahmen bezuschusst die Bundesagentur für Arbeit die Lehr-

gangskosten je nach Betriebsgröße. Bei Unternehmen mit bis zu 9 Beschäftigten übernimmt die BA die Kosten zum Beispiel zu 100 Prozent, bei einem Betrieb mit bis zu 249 Beschäftigten zu 50 Prozent. Die genaue Aufschlüsselung gibt es auf der Webseite der BA zum Nachlesen. Außerdem können bei einer Weiterbildung während der Kurzarbeit unter bestimmten Voraussetzungen die Sozialversicherungsbeiträge erstattet werden. Laut Bundesarbeitsministerium können Arbeitgeber, deren Beschäftigte an einer während der Kurzarbeit begonnenen Weiterbildung teilnehmen, für den jeweiligen Kalendermonat 50 Prozent der von ihnen alleine zu tragenden Beiträge zur Sozialversicherung für die Beschäftigten in Kurzarbeit erstattet bekommen. Was ist, wenn die Kurzarbeit während der Weiterbildung endet? Wie das Ministerium erklärt, können die Zuschüsse für eine während der Kurzarbeit begonnene Weiterbildungsmaßnahme auch dann weitergezahlt werden, wenn der Kurs erst nach Ablauf der Kurzarbeit endet. Zuschüsse zum Arbeitsentgelt werden nach Beendigung des Kurzarbeitergeldbezugs allerdings nicht weiter bezahlt. red/tk


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Ausbildung und karriere

Privat surfen im Prinzip verboten Mitarbeiterüberwachung in Unternehmen: Was Beschäftigte alles über das Thema wissen sollten

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egenseitiges Vertrauen, wertschätzender Umgang – das macht ein gutes Betriebsklima aus. Doch nicht immer geht es in Unternehmen harmonisch zu. Mitunter erwägen Arbeitgeber sogar, den ein oder anderen Mitarbeiter in seinem dienstlichen Umfeld oder vielleicht sogar alle Beschäftigten an ihren Arbeitsplätzen zu überwachen. Aber dürfen Arbeitgeber das überhaupt? »Es mus einen triftigen Grund für die Mitarbeiterüberwachung geben«, stellt Nathalie Oberthür klar, Fachanwältin für Arbeitsrecht in Köln. Das kann bei einem konkreten Verdacht auf einen schwerwiegenden Pflichtverstoß oder auf eine Straftat der Fall sein. Was nicht erlaubt ist: »Einen Mitarbeiter ohne jeden Anlass per Videokamera überwachen«, erklärt Daniel Stach, Gewerkschaftssekretär im Bereich Recht und Rechtspolitik der Gewerkschaft Verdi. Ebenfalls ist es nicht zulässig, wenn Arbeitgeber mithilfe eines entsprechenden Softwareprogramms kontrollieren, ob Mitarbeiter während der Dienstzeit ihren PC nicht privat nutzen.

Pausen- oder Umkleideräume sind für Überwachung tabu Sind Arbeitgeber in Fällen wie einem Pflichtverstoß oder einer Straftat berechtigt, Daten von Mitarbeitern aufzuzeichnen, müssen sie zwingend Löschpflichten beachten. »In Pausenräumen oder in Umkleidebereichen ist es generell untersagt, Daten von Mitarbeitern aufzuzeichnen«, so Stach. »Die Überwachung eines Mitarbeiters muss in jedem Fall erfor-

Erhebt der Arbeitgeber datenschutzwidrig personenbezogene Daten, können Mitarbeiter verlangen, dass diese gelöscht werden. Foto: Warnecke

Mitarbeiter haben das Recht, von ihrem Arbeitgeber eine Bestätigung zu verlangen, ob personenbezogenen Daten von ihm erhoben werden. Foto: Klose derlich und verhältnismäßig sein«, betont Oberthür, die Vorsitzende des Ausschusses Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein ist. Falls sich Arbeitgeber dazu entschließen, sollten sie die Überwachung möglichst transparent machen. Eine solche Offenheit ist indes nicht immer der Fall. Wer als Beschäftigter herausfinden will, ob er in seinem Arbeitsumfeld überwacht wird, kann seinen Arbeitgeber direkt darauf ansprechen. »Der Mitarbeiter hat das Recht, von seiner Firma eine Bestätigung zu verlangen, ob und welche personenbezogenen Daten von ihm erhoben werden«, erklärt Stach. Grundsätzlich haben Beschäftigte die Wahl: Sie können sich mit der Auskunft durch den Arbeitgeber begnügen und auf deren Richtigkeit vertrauen. Sie können aber auch eine Kopie ihrer personenbezogenen Daten verlangen. Weigert sich der Arbeitgeber, die angeforderten Informationen unverzüglich und komplett offenzulegen, müssen Mitarbeiter dies nicht hinnehmen. »Sie können sich beschweren, beim Betriebsrat oder bei der zuständigen Aufsichtsbehörde für Datenschutz«, sagt Oberthür. Kommt es hart auf hart, haben Beschäftigte die Option, vor Gericht zu gehen.

Angenommen, ein Mitarbeiter hat herausgefunden, dass er an seinem Arbeitsplatz unzulässig überwacht wurde – und nun? Arbeitgeber müssen in jedem Fall unrichtige Informationen berichtigen. Datenschutzwidrig erlangte personenbezogene Daten sind zu löschen. Das gilt auch für Daten, die die zulässige Speicherdauer überschreiten. »Betroffene haben zudem ein gerichtlich einklagbares Widerspruchsrecht gegen die Verarbeitung sie betreffender Daten«, sagt Stach.

Schadenersatz bei Verstößen gegen Datenschutz Bei erwiesenen Verstößen gegen den Datenschutz macht sich der Arbeitgeber schadenersatzpflichtig. Wollen Beschäftigte Schadenersatz einfordern, sollten sie sich rechtlichen Rat einholen. »Will der Mitarbeiter aufgrund der Verstöße des Arbeitgebers kündigen, kann er womöglich eine höhere Abfindung aushandeln«, erklärt Oberthür. Allerdings: »Die Schadenersatzpflicht des Arbeitgebers entfällt, wenn er nachweisen kann, dass er weder vorsätzlich noch fahrlässig gehandelt hat«, sagt Stach.

Ein Diskussionsthema in vielen Betrieben ist die Frage, inwieweit Beschäftigte ihren dienstlichen PC privat nutzen dürfen. »Im Prinzip ist das verboten«, stellt Oberthür klar. Wer innerhalb der Arbeitszeit das Internet in erheblichem zeitlichen Umfang privat nutzt, kann nicht darauf vertrauen, dass der Arbeitgeber das toleriert. Fehlt eine ausdrückliche Erlaubnis oder Duldung des Arbeitgebers, kann eine ausschweifende Privatnutzung arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Stichwort arbeitsrechtliche Konsequenzen: Fehlt eine betriebliche Regelung über das private Nutzen des Internets, ist eine verhaltensbedingte Kündigung nicht ohne weiteres möglich. »Eine unerlaubte Nutzung des Internets für wenige Minuten stellt für sich genommen noch keinen Kündigungsgrund dar«, sagt Stach. Selbst ein exzessives privates Nutzen des Internets rechtfertigt dem Verdi-Rechtsexperten zufolge, ohne dass weitere Umstände hinzukommen, »allenfalls eine Abmahnung, aber noch keine Kündigung des Arbeitsverhältnisses.« Dabei gilt: Die Darlegungs- und Beweislast für die Dauer der Privatnutzung liegt immer beim Arbeitgeber. red/tk


Ausbildung und karriere

Bedarf in allen Gewerbegruppen

Johannes Ullrich, Präsident der Handwerkskammer Freiburg, spricht über die Lage seiner Branche

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Welche handwerklichen Berufe liegen besonders im Trend? Im Jahr 2020 wurden im Kammerbezirk Freiburg im Beruf Kraftfahrzeugmechatroniker die meisten neuen Ausbildungsverträge geschlossen – nämlich 260. Darauf folgen die Elektroniker mit insgesamt 248 neuen Verträgen und die Anlagenmechaniker für SanitärHeizungs- und Klimatechnik mit 220 neuen Ausbildungsverhältnissen. Diese Ausbildungsberufe sind seit vielen Jahren auf den vorderen Plätzen zu finden.

as Handwerk ist eine derjenigen Branchen, die in den vergangenen Jahren besonders stark vom Fachkräftemangel betroffen war. Viele junge Menschen zieht es nach dem Hauptschulabschluss auf weiterbildende Schulen und später vielleicht an die Universität. Hat sich an dieser Situation durch die Corona-Pandemie etwas geändert? Wo werden dringend Nachwuchskräfte benötigt? Und wie können junge Menschen für eine handwerkliche Ausbildung begeistert werden. Darüber sprachen wir mit Johannes Ullrich, Präsident der Handwerkskammer Freiburg. Der 58-Jährige ist Maler- und Lackierermeister sowie Inhaber eines seit mehr als 90 Jahren bestehenden Familienunternehmens. Herr Ullrich, wie kann die Handwerkskammer Freiburg während der Pandemie junge Menschen auf dem Weg zu einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle unterstützen? Die Berufsorientierungsangebote mit persönlichem Kontakt, wie etwa in den Lehrwerkstätten in unserer Gewerbe Akademie oder direkt in den Schulen, fallen aktuell natürlich leider weg. Wir hoffen, dass sich die Schüler bald wieder aktiv in unseren Werkstätten ausprobieren können. Auch den Schulen in der Handwerkskammerregion wollen wir weiterhin vielfältige praktische Angebote anbieten, um die eigenen Stärken und Neigungen im Kontakt mit unseren Profis zu entdecken. Mit den Schulen und den für Berufsorientierung zuständigen Lehrern sind wir daher weiterhin im regelmäßigen Kontakt. Aktuell

Das Interesse am Erwerb eines Meisterbriefs ist trotz der Corona-Pandemie auch in Südbaden ungebrochen groß. Foto: Hildenbrand Speed-Dating findet dieses Jahr online statt. Die baden-württembergischen Handwerkskammern stellen dafür eine Plattform zur Verfügung, auf der sich die Ausbildungspartner im März und April zu Infoterminen verabreden können. Bereits jetzt können Jugendliche sich über die Lehrstellenangebote informieren und Termine mit den für sie interessanten Unternehmen ausmachen. Betriebe können ihre Ausbildungsangebote dort mit wenigen Klicks einstellen. Alle Infos zum Azubi-Speed-Dating gibt es unter www.hwk-freiburg.de/azubi-speeddating.

Corona hat auf dem Arbeitsmarkt Spuren hinterlassen. Wie sieht es mit Ausbildungsstellen in der Handwerksbranche aus? Die Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Freiburg haben im vergangenen Der Fachkräftemangel Jahr 2294 neue Ausbilbleibt auch weiterhin bedungsverträge abgeschlosstimmendes Thema im sen. Damit haben die Handwerk.« Handwerker bei ihrer Ausbildungsleistung 2020 trotz Johannes Ullrich Corona fast eine Punktlandung mit einem leichten bauen wir die digitalen Angebote Minus von einem Prozent hingezur beruflichen Orientierung wei- legt. Nach dem ersten Lockdown ter aus. Die wichtigsten digitalen im Frühjahr des Jahres lagen die Infoplattformen haben wir auf Zahlen noch zweistellig im Minus. unserer Homepage unter Insgesamt absolvieren damit aktuwww.hwk-freiburg.de/bewerber ell 6099 junge Menschen eine zusammengestellt. handwerkliche Ausbildung in SüdErstmals unterstützen wir auch baden. die direkte Zusammenführung Bei einzelnen Gewerkegruppen, von Jugendlichen und Ausbil- etwa den Feinwerkmechanikern dungsbetrieben digital. Das Azubi- oder regional unterschiedlich auch

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den Kfz-Betrieben, wirkte die Krise im negativen Sinne wie ein Brennglas. Hier waren die Probleme schon vor der Krise erkennbar und wurden 2020 deutlich verstärkt. Friseure sind besonders stark von den Geschäftsschließungen betroffen und verzeichnen daher weniger neue Ausbildungsverhältnisse als zuvor. Bei den Gewinnern des Jahres wie dem Zimmerer-Handwerk, vielen Bauberufen oder dem SHK-Handwerk sieht man hingegen deutlich: Gesellschaftliche Anerkennung und wirtschaftliche Stabilität erhöhen die Attraktivität der Berufe und schlagen sich sofort in den Ausbildungszahlen nieder. Unsere Betriebe hätten zudem gerne noch mehr Auszubildende eingestellt. Viele Stellen blieben auch im letzten Jahr unbesetzt – trotz Krise. Der Fachkräftemangel bleibt auch weiterhin bestimmendes Thema im Handwerk. Glauben Sie, dass der Ausbildungsjahrgang 2021 wegen Corona schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben wird? Corona hatte scheinbar bislang keine Auswirkungen auf die Anzahl der abgeschlossenen Lehrverträge. Allerdings kann ein Schulund Ausbildungsjahr, wie wir es aktuell erleben, kaum spurlos an den Azubis vorübergehen. Als Kammer setzen wir hier alles daran, dass es für die Abschlussjahrgänge faire Prüfungsbedingungen gibt und alle Auszubildenden fit für den Arbeitsmarkt sind.

Und in welchen Bereichen suchen die Betriebe händeringend nach geeigneten Bewerbern? Bedarf melden mittlerweile nahezu alle Gewerbegruppen. In vielen Bereichen suchen die Betriebe länger und umfangreicher nach Auszubildenden. Deshalb tauchen auf der Liste nicht nur Gewerke auf, die in der öffentlichen Diskussion mit vermeintlich ungewöhnlichen Arbeitszeiten oder geringerer Bezahlung verknüpft werden. Was kann unternommen werden, um junge Menschen für eine handwerkliche Ausbildung zu begeistern? Digitale Informationswege werden aktuell deutlich wichtiger, als dies noch vor einigen Monaten der Fall gewesen ist. Das Handwerk ist aber schon seit einiger Zeit in allen Bereichen der Berufsorientierung gut aufgestellt. Mit den Informationsangeboten unter www.handwerk.de setzen wir in diesem Bereich klare Akzente. Auch die Handwerksbetriebe können diese Plattform sinnvoll für sich nutzen. Mit Angeboten wie dem landesweiten digitalen Azubi-Speed-Dating im März und April bauen wir als Handwerkskammer unsere Kompetenz beim Zusammenbringen von Jugendlichen und Ausbildungsbetrieben weiter aus. Die Unternehmen sollten sich gerade in dieser Zeit auf die neu geschaffenen digitalen Angebote – beispielsweise finden auch viele Berufsmessen digital statt – einlassen und so auf potenzielle Bewerberinnen und Bewerber zugehen. Jugendliche können sich aber natürlich auch direkt bei Betrieben in ihrer Umgebung über deren Ausbildungschancen und -inhalte informieren, etwa per Telefon oder Videotelefonie.

Fragen von Thomas Kroll


Ausbildung und karriere

Wenn sich alles schwer anfühlt

Homeoffice läuft nach Monaten oft nur noch als Nebenrauschen / Motivationskicks gegen den Trott

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interblues statt Neujahrseuphorie, allgemeiner Lockdown, Schmuddelwetter, Alltagstrott. All das geht an den meisten Menschen nicht spurlos vorbei. Doch statt sich einzukuscheln und noch einen Gang runterzuschalten, bis der Spuk vorüber ist, müssen viele trotzdem Leistung bringen – von zu Hause aus. Wer im Homeoffice arbeitet, hat nicht selten mit seinem inneren Schweinehund zu kämpfen. Die Motivation lässt leider oft zu wünschen übrig. Doch woran liegt das? Und vor allem: Was kann man dagegen tun? Wie gut und motiviert jemand im Homeoffice klarkommt, hängt von den Umständen zu Hause, vor allem aber von der Persönlichkeit ab, wie Florian Becker weiß. Er ist Diplom-Psychologe und beschäftigt sich als Vorstand der Wirtschaftspsychologischen Gesellschaft mit Mitarbeiterpsychologie. Ein Faktor sei die emotionale Stabilität: Wer nicht so stabil ist, lasse sich von der Arbeit zu Hause stärker aus dem Gleichgewicht bringen und habe es schwerer, den Fokus auf die Arbeit zu richten. Außerdem spiele die Gewissenhaftigkeit eine entscheidende Rolle: Wer gut planen und strukturieren kann und sich dann auch daran hält, dem fällt es auch leichter, im Homeoffice motiviert zu bleiben. Als drittes Persönlichkeitsmerkmal nennt Becker die Selbstregulation: »Wie gut ist jemand in der Lage, augenblicklichen Impulsen auch ohne soziale Kontrolle zu widerstehen?« Im Klartext: Wie sehr lässt man sich vom Handy oder vom Fernseher ablenken?

Zu Hause einen festen Arbeitsplatz aussuchen Becker rät, so gut es geht gegenzusteuern. Am besten sucht man sich einen festen Ort, an dem man zu Hause arbeitet. Dieser Platz werde dann auch gedanklich mit der Arbeit verknüpft. Und die Infrastruktur daheim muss passen. »Das sollte am besten nicht der wackelige Klappstuhl am Küchentisch vor dem fünf Jahre alten Notebook sein.« Denn wenn die Technik nicht funktioniert, ist das zusätzlich demotivierend. Unbedingt sollte man für sich einen Plan aufstellen: Wann stehe ich auf? Wann arbeite ich, wann

Jeden Tag die gleichen vier Wände: Nach mehreren Monaten Arbeit im Homeoffice, haben nicht wenige etwas von ihrer Arbeitsmotivation eingebüßt. Foto: Gabbert mache ich eine Pause? Wann kümmere ich mich um das Essen? Wann gehe ich raus? Wann treibe ich Sport? All diese Dinge sollte man so verbindlich und detailliert wie möglich festlegen. Nur so werden sie zu Gewohnheiten, und man bekommt eine feste Arbeitsstruktur. Zum Thema Impulskontrolle rät Becker: »Wenn du Dinge hast, die dich ablenken und du kriegst es nicht in den Griff, dann kann es Sinn machen, zum Beispiel das jeweilige Gerät zu beseitigen.« Er selbst habe zum Beispiel keinen Fernseher mehr. Leicht ist all das nicht, räumt Becker ein. »Es ist derzeit sehr viel intrinsische Motivation und Disziplin nötig, um weiter mit Vollgas zu arbeiten.« Die Online-Meetings ist inzwischen fast jeder leid, viele langweilen sich am heimischen Schreibtisch ohne neue Herausforderungen, und die Bindung zum Team und zum Unternehmen geht durch die Distanz nach und nach verloren. »Bei vielen läuft die Arbeit im Homeoffice wie ein Grundrauschen nebenher«, sagt der Coach und Autor Bernd Slaghuis. »Was erledigt werden muss, das wird erledigt. Mehr aber auch nicht.«

Da hilft dem Coach zufolge nur: aktiv werden, Probleme ansprechen und selbst etwas ändern. Zuerst sollte jeder, der im Homeoffice arbeitet, sich überlegen: Was gibt mir Kraft? Was tut mir gut? Das können verschiedene Sachen sein: »Morgens eine Sporteinheit, spazieren gehen, mit der Familie gemeinsam essen, einen Mittagsschlaf machen oder mit Freunden telefonieren.«

Positive Seiten des Homeoffice erkennen Zwar gebe Struktur Sicherheit und Halt, sie enge aber auch ein und führe zur Routine, die so viele gerade demotiviert. Gerade deshalb sollte man sich bewusst machen, welche positiven Seiten das Homeoffice hat und was man daraus machen kann: »Viele sitzen da mit zu viel Schwere. Dabei könnte man das Homeoffice total genießen, aber viele haben die positiven Seiten vergessen.« Auch was die Arbeit direkt angeht, rät Slaghuis dazu, das Heft selber in die Hand zu nehmen und zum Beispiel nur noch an Online-Meetings teilzunehmen, wenn

es eine Agenda gibt. Oder anzusprechen, was einen an den Meetings stört und gemeinsam zu überlegen, was man ändern könnte. Führungskräfte sollten möglichst für Abwechslung sorgen: Zum Beispiel methodisch mehr Schwung in die Meetings bringen und mal andere Techniken oder Präsentationsformen nutzen. Florian Becker schlägt ein »Abendblitzlicht« vor – das ist eine Videokonferenz kurz vor Feierabend, in der alle Teammitglieder sich kurz austauschen. Jeder erzählt etwas zu den Fragen »Wie geht es mir gerade? Was habe ich heute gemacht? Was lief gut? Was lief nicht so gut? Was will ich morgen anders machen?« Dies gleiche den fehlenden Kontakt vor Ort zumindest ein wenig aus. Vorgesetzte sollten dabei Interesse zeigen, Fragen stellen und loben. Außerdem schaffen solche Meetings wieder eine Gruppendynamik, indem sie das Gefühl vermitteln: Zu Hause zu arbeiten ist normal, alle arbeiten, alle schaffen etwas. Es könne sogar ein kleiner Wettbewerb daraus entstehen, der die Motivation fördert - »weil keiner am wenigsten gemacht haben will«, sagt Becker. red/tk


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