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Kalt.14 laendlemagazin.com

Upcycling

Toller Trend: Aus Alt mach Neu Interview

Sandy P.Peng über Tierschutz Umwelt

Welche Alternativen gibt es zu Plastik?

The Art of Bart. Eine 12-seitige Hommage an den Helden unserer Jugend: Bud Spencer

Jetzt gibt‘s die Ohrfeigen im Takt! <<

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Impressum:

Herausgeber: Ländle Magazin, Chris Feurstein, Fluh 7 / 7, 6900 Bregenz, info@laendlemagazin.com, laendlemagazin.com Chefredaktion: Chris Feurstein & Cornelia Bachträgl Redaktion: Cornelia Bachträgl, Chris Feurstein, Maximilian Feurstein & Katharina Germann Freie Autoren: Yvonne Hofer, Tariel Immler, Dominik Krug, Myrthe Liebschick, Andreas Portenschlager, Dominik Sekacic & Lisa Pfleger Gestaltung & Grafik: Cornelia Bachträgl & Chris Feurstein Coverfoto: Cornelius Lorünser, photögraphy.com Lektor: Klaus Feldkircher, althaus7.at Erscheinung: 2 x jährlich Anzeigenverkauf: Chris Feurstein, c.feurstein@laendlemagazin.com Copyright: Ländle Magazin 2014 Die Aussagen der Interview­partner und der Verfasser der Gastbeiträge müssen nicht unbedingt mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen. Der Lesefreundlichkeit zuliebe verzichten wir auf das »Gendern«. Um evtl. Diskriminierung vorzubeugen, beziehen sich personen- und berufsbezogene Bezeichnungen dieser Ausgabe ausdrücklich auf beide Geschlechter. © Alle Rechte, auch die zur Über­nahme von Beiträgen und Ab­bildung nach § 44 Abs. 1 und 2 des Ur­heber­recht­gesetzes, sind

»Da ist ein Haar in der Suppe«, kann man dieser Tage wieder öfter hören. Grund dafür ist die wuchernde Gesichtsbehaarung der jungen Männerfraktion. Wer was auf sich hält, trägt wieder Bart. Unumgänglich ist dabei natürlich, sich auch mit dem epischsten Bartträger aller Zeiten zu beschäftigen. Zu unserem Glück haben wir ein Double aus Vorarlberg auftreiben können. Nein, die Rede ist nicht von Chuck Norris. Und ja, uns ist bewusst, wie gefährlich diese Aussage ist. Wir haben uns mit vielen Barträgern unterhalten, darum wissen wir nun auch, wie ein anständiger Bart gepflegt werden muss, damit er lange ansehlich bleibt und anziehend wirkt. Alte Gegenstände wieder ansehlich zu machen, ist das Ziel der Upcycling-­ Gemeinde. Hier haben wir uns einige Projekte zeigen lassen. Dieser nachhaltige Trend verbreitet sich auch zunehmend in unserem schönen Ländle. Und sonst? Erstmals haben wir für unser Magazin gekocht und für euch ein leckers Menü zusammengestellt. Natürlich haben wir uns auch wieder im Internet umgesehen und etwas echt Dämliches gefunden. In unserer ersten Winterausgabe haben wir einige Artikel mit sogenannten QR-Codes versehen. Scannt man diese mit einer Smartphone-­App (wir empfehlen »Qrafter«) ein, landet man auf einer weiterführenden Information, wie z.B. einem Video. Viel Spaß beim Lesen und Entdecken!

vorbehalten. Nachdruck, Aufnahme in Onlinedienste und Internet sowie Verviel­f ältigung auf Datenträgern jeglicher Art nur nach schriftlicher

Chris Feurstein & Cornelia Bachträgl

Genehmigung der Redaktion. Alle Auskünfte ohne Gewähr. Für unverlangt eingesendete Texte, Fotos und Gegenstände wird keine Haftung übernommen.

Vorarlberg und me-e-eh

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Inhalt

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Leckerei Leckerschmecker: Gegen-den-Winterblues-Menü -62Editorial & Impressum -3-

Einsatz fürs Frühstücksteam -66-

Musik Interview mit Garish -72-

Coverstory

Albumempfehlung: Arcade Fire »Reflektor« -74-

The Art of Bart -6-

Musik in meinen Ohren -75-

Bartträger aus Gsiberg -8-

Musik-Geheimtipp: Gloria -76-

Die richtige Bartpflege -10-

Wiederentdeckt: Mando Diao »Give me Fire« -77-

Produkte mit Stil -12Interview mit Lee Julie -14-

Natur

Bud Spencer -16-

Report: Bio bin ich -53-

Unser Ländle-Bud -24-

Plastik- vs. Baumwolltaschen -86Ist Holz hygienischer als Plastik? -90-

Upcycling

Plastik in unseren Lebensmitteln -91-

Ein nachhaltiger Trend -28Interview mit Liloesque -32-

Politik

Aus 1 mach 2: Splitboards -40-

Die EU-Wahl: Das große Zittern -82Interview mit Michael Ritsch -84-

Sport Ride Greener -44-

Sonstige Themen

Pipeline: We are 2014 -48-

Kinderredaktion: Das Bärtierchen -26WDA: Die Kreativschmiede -36-

Film

Der Spielmacher: Interview mit Günter Peter -58-

MovieLeaks – News & Gerüchte -50-

Aus dem Leben einer Shopaholic -68-

Kino-Vorschau -52-

Der Reiz von Pfeife, Wasserpfeife und Zigarre -78-

Turkish Star Wars -54-

Interview mit Sandy P.Peng -92-

Making the Movie – Part 1 -57-

Online Rettet das Gsi

Facebook: Das Ende einer Ära? -94-

Schnutz, Schnutzwichsi, Scharmützel und

Baguetting -96-

Scholtafelrutschar -60-

From the Blog -98-

Das Letzte -995


Coverstory

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Text: Cornelia Bachträgl

In der Geschichte galten bärtige Männer als besonders weise, potent und maskulin. Weiters wurde ihnen oft ein hoher Gesellschaftsstatus zuteil. In der Antike Ägyptens trugen sowohl männliche als auch weibliche Herrscher falsche Bärte – meist aus Metall oder Tierhaar.

Fotos: Markus Gmeiner Starke Fotografie, Typografie Cindy Konzett (links), Unbekannt (rechts)

Ein Statement mit Geschichte In der Neuzeit bestimmte der Herrscherhof, welche Barttracht gerade modern war. Unter Ludwig XIV. galt die Glattrasur als Standard, während nach Heinrich IV. sogar ein Bart benannt wurde. Seinen Höhepunkt fand der Bart im 19. Jahrhundert. Während der Revolutionen (1789 bis 1848) wurde er zu einem Zeichen der Volksnähe und des Radikalismus. Intellektuelle, wie zum Beispiel Karl Marx, trugen ihn als Zeichen der Kritik und der revolutionären Gesinnung. Im 18. Jahrhundert entdeckten auch Herrscher den verpönten Bart wieder – aus einem einfachen Grund: Sie wollten ihr Erscheinen den ein­ fachen Bürgern anpassen.

Aus praktischen Gründen verschwanden mit dem Ersten Weltkrieg die bis dahin sehr beliebten Voll- und Backenbärte (Foto unten): Soldaten mussten bei Gas­a ngriffen ihre Gas­ masken problemlos und schnell aufsetzen können, hierbei erwies sich der Bart als ein zu großes Hindernis. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nannten nur wenige Männer einen Bart ihr Eigen, berühmte Vertreter dieser Zeit sind Sigmund Freud, Salvador Dalí oder Charlie Chaplin. Ab den wilden 60ern hatte jedes Jahrzehnt seinen eigenen Bart: Die jungen Rebellen

Examenskommission in Berlin am 28. Oktober 1893 7


Coverstory

trugen – wie seinerzeit Karl Marx – sowohl Hauptals auch Gesichtbehaarung als Zeichen von Individualität und Querdenkertum lang und ungezähmt. Die 70er-Jahre waren von Backenbärten geprägt und in den 80ern war der Schnauz so etwas wie ein Sexsymbol (man denke an Tom Sellek). Was dann folgte, war die Antibewegung: In den 90er Jahren konnte Mann nur durch ein babypopogleiches Gesicht punkten, zehn Jahre später durfte die nackte Haut maximal durch einen Dreitagebart verdeckt werden. Ein anhaltender Trend Heute ist alles erlaubt, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Aktuell feiert jeder Bart sein Revival. Nun gut, das stimmt so nicht ganz, mit einem Hitlerbart (korrekt: Zweifingerbart) sollte Mann sich auch heute

Cihan, 25 (Götzis) »Das erste Mal merkte ich in der

Hauptschule, dass mein erster Schnauzbart anfing zu sprießen. Damals wurde ich deswegen gehänselt. Heute aber trage ich meinen Bart mit Stolz und pflege ihn mit Schere, Trimmer und einem bunten Bartkamm.«

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Noch vor ein paar Jahren hätte wohl niemand damit gerechnet, dass sich die Gesichtsfrisur als größter und verbreitetester Trend in der Männerwelt etablieren würde. Fast genauso überraschend ist das Andauern dieser vermeintlichen Modeerscheinung. Vorwiegend ist der Trend bei Herren zwischen 25 und 35 Jahren zu beobachten. Der Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt! Man sieht Schnauzer, Vollbärte, Backenbärte, Kotelettenbärte, Kinnbärte, Zwirbelbärte und viele mehr.

unseren Bart

Cornelius, 28 (Bregenz) »Nur ein wahrer Gentleman trägt

einen Moustache – ich hab' meinen seit zwei Jahren. Ungarische Bartwichse vom ›Stern‹ ist mein Geheimrezept, sonst behält er seine Form nicht. Ihn abzuschneiden kommt für mich nicht in Frage.«

Philipp, 25 (Lustenau) »Mit 16 habe ich mit einem Kinnbzw. einem Ziegenbart angefangen. Seit ca. 1,5 Jahren habe ich einen Vollbart. Einmal hab ich ihn mir schon mal wegen einer Frau abrasiert. So etwas würde ich sicherlich nicht noch einmal machen – egal für wen.«

Fotos: Markus Gmeiner Starke Fotografie

Wir

nicht in die Öffentlichkeit begeben, denn das würde mindestens für verstörte Blicke sorgen.


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Eine Lebenseinstellung Der Begriff »Hipster« ist kein unbekannter. Manch einer fragt sich aber vielleicht, was genau der Unterschied zu einem »Dandy« ist. Der Männermode-Blog dappered.com beschäftigte sich bereits 2010 mit dieser Frage und kam zu einem nachvollziehbaren Ergebnis: Als Dandy bezeichnet man Männer, die einer Modeerscheinung folgen. Meist wirkt ihr Style aufgesetzt und willkürlich. Männer mit Stil allerdings tragen ausgewählte Kleidung und treten selbstbewusst auf, ohne arrogant zu wirken. Außerdem hat man bei ihnen – im Gegensatz zu Dandys – in keinem Moment das Gefühl, sie hätten sich verkleidet. Ein Hipster wird sich auch kaum mit dem modischen Einheitsbrei der Modeketten zufrieden geben und setzt Akzente mit Secondhand-Klamotten oder Fundstücken aus aller

Diese Männer tragen ihren Bart mit Stil. Für das Ländle Magazin haben sie sich extra fotografieren lassen und uns ein paar haarige Details erzählt.

Mathias, 33 (Dornbirn) »Ich trage meinen Bart seit über

drei Jahren. Bernhard und ich haben damals eine Wette abgeschlossen: Wer sich zuerst rasiert, hat verloren. Wir haben aber beide durchgehalten.«

Welt – selbst wenn er sie nur online durchforstet. Wie mit der Kleidung verhält es sich natürlich auch mit dem Bart. Es gibt Männer, bei denen man erst gar nicht auf die Idee kommt, dass sie jemals nackt im Gesicht gewesen sein könnten. Der Bart wird zur Selbstverständlichkeit. Er vermittelt eine Lebenseinstellung: Dieser Mann weiß, was er will und was ihm steht. Er hetzt Trends nicht hinterher – wenn er sie nicht selbst entdeckt hat, interessieren sie ihn erst gar nicht. Wir möchten natürlich keinem Mann davon abraten, etwas Neues auszuprobieren, allerdings sollte man sich mit seinem Bart unbedingt wohl fühlen. Sonst können die Blicke, die junge Bartträger auf sich ziehen, schnell zur Tortur werden.

QR-Code scannen und mehr Fotos vom Shooting (inkl. Blick hinter die Kulissen) ansehen

Bernhard, 27 (Dornbirn) »Alle ein bis zwei Wochen trim-

me ich den Bart an vereinzelten Stellen. Ansonsten kämme ich ihn nach jedem Duschvorgang sorgfältig und stärke ihn mit ganz wenig Pomade.«

Erwin, 63 (Hard) »Seit ich künstlerisch tätig bin,

seit etwa 40 Jahren, trage ich Bart. Anfangs Schnurrbart, später auch Kinnbart. Trotz wechselnder Trends blieb ich bei meinem Bart. Obwohl er inzwischen weiß geworden ist, gehört er zu mir.« 9


Coverstory

Auf die Pflege kommt es an Barthaare können eine beträchtliche Länge erreichen: Den längsten Bart trug seinerzeit Hans Langseth, der 1927 mit einer Barthaarlänge von unglaublichen 5,5 m verstarb. Ob solch ein Bart als schön und praktikabel bezeichnet werden kann, ist fraglich, aber ohne die nötige Pflege hätte Hans Langseth dieses Prachtexemplar gewiss nicht zustande gebracht. Wer kann Bart tragen? Wer es retro mag, entscheidet sich für den Schnauz, der muss allerdings unbedingt stylish frisiert sein – sonst wirkt man schnell um 20 Jahre älter. Laut Stilautor und Modeberater Bernhard Roetzel aus Berlin sei der Vollbart für alle Gesichtsfor-

men geeignet: »Runde Gesichter macht er auf positive Weise kleiner, und hagere Gesichter kriegen so mehr Kontur.« Allerdings warnt er: »Wer zu dünne Haare oder zu viele kahle Stellen auf den Wangen hat, sollte auf einen Vollbart verzichten.« In den ersten vier Wochen sollte man sich überhaupt nicht rasieren. Erst wenn der Wuchs dicht genug ist, soll man ihm mit einer Bartschere eine erste Kontur geben. Zwei Wochen später hat man eine schöne Länge erreicht, die man beibehalten sollte. Die Pflege zuhause Will man seinen Bart besonders aufwendig stylen, wie ihn zum Beispiel zu einen schwungvollen Zwirbelbart formen, kommt man an der traditionellen Bartwichse nicht vorbei. Diese besticht dabei vor allem mit ihrer exzellenten Haltbarkeit. Es gibt sie von vielen Herstellern, bei Bedarf gibt es aber auch viele Rezepte, um sich seine Bartwichse selbst herzustellen. Auch einem Vollbart sollte sein Träger genug Aufmerksamkeit

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Text: Cornelia Bachträgl

schenken: Er muss neben dem täglichen Kämmen auch regelmäßig mit Shampoo gewaschen und je nach Dichte danach sogar geföhnt werden. Außerdem sollten die vollbartfreien Flächen mit dem Rasierer von einzelnen Härchen befreit werden, um dem Bart die nötige Kontur zu verleihen. Unablässig ist zusätzlich das Schneiden zu langer, aus dem Vollbart herausstehender Haare. Wer sich dank – oder trotz – Gesichtswolle nicht vor Kussanfragen retten kann, dem sei noch ein Tipp gegeben: Der Schnauz muss regelmäßig gestutzt werden, denn ein »Walrossbart« stört und kann in die Nase gehen. Styling beim Profi In den 80ern und 90ern wurden die Herrenfriseursalons von Unisex-Studios verdrängt. Doch mit dem Aufkommen des Barttrends schießen – zumindest in den Großstädten – auch wieder sogenannte »Barbershops« wie Pilze aus dem Erdboden. Dort werden aller Herren Bärte mit viel Liebe und Hingabe gepflegt. Wer in Vorarlberg zum Spezialisten gehen möchte, dem sei geraten, einen türkischen Herren­friseur aufzusuchen. Denn in Kulturkreisen, in denen der Bart nie an Aktualität

verloren hat, gab es auch immer einen Grund, das traditionelle Handwerk des Barbiers zu erlernen. Wer jetzt Lust hat, seiner Männlichkeit freien Lauf zu lassen, kann sich im unten verlinkten Video von der letztjährigen Fashion Week in Paris Inspiration holen.

QR-Code scannen und Barttrends ansehen

Life is like a moustache. It can be wonderful or terrible. But it always tickles. – Nora Roberts – 11


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Armband »USB-Stick« Lederarmband mit 4 GB Speicherplatz | ab ca. 70 € zzgl. Versand Von »Paulina's Schmuckmanufaktur«, paulinas.at

sich mit vielen dieser Artikel schmücken.

Das ist hier nicht die Frage. Auch Frau kann

To Beard or not to Beard

Coverstory


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Foto: Markus Gmeiner Starke Fotografie

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»Man kann gar nicht individuell genug sein.«

Coverstory

Text: Cornelia Bachträgl

Da sie sich als Kind schon immer als Friseurin an ihrem Vater, ihren Puppen und Freundinnen versuchte, erschien es ihr logisch, eine Ausbildung als Hairstylistin und Visagistin zu beginnen. Danach ging sie nach Zürich, um zusätzlich das Handwerk einer Makeup-Artistin zu erlernen, denn Visagisten beschäftigen sich ausschließlich mit dem Gesicht auf dem Beauty-Sektor. Die Arbeit einer Makeup-Artistin ist vielseitiger: Sie macht sowohl Fashion- als auch Stage Makeup und Special Effects. Außerdem kann sich ihre Arbeit auf den ganzen Körper beziehen und das Werken mit Materialien, die nichts mit Makeup zu tun haben, beinhalten. Die Abwechslung ist für Lee Julie eines der schönsten Dinge in ihrem Beruf. Es bereitet ihr genauso viel Spaß, ein Model für ein Fashion-Shooting vorzubereiten wie unsere Redaktion für das Halloween-Shooting

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zu »verunstalten«. Manchmal braucht sie sogar Bohrer und Schrauben, um spezielle Haarteile anzufertigen. Interessante Projekte dieser Art konnte sie z.B. mit Van Art Graziadei mehrmals umsetzen. »Wenn ich den Pinsel nicht mehr weglegen möchte, bin ich vollkommen in meinem Element.« Seit neun Jahren ist Lee mittlerweile selbständig und arbeitet sowohl im Fashionals auch im Werbebereich im In- und Ausland. Ihr Ziel ist es, Kundenwünsche zu übertreffen. Das schafft sie durch ausgezeichnete Vorbereitung und Inspiration. Die holt sie sich praktisch überall: »Da ich viel Zeit in der Natur verbringe, begegne ich ständig Formen und Farben, oft verliere ich mich in meinen Gedanken und entwickle Ideen.« Als Lee Julie von den Drehtagen für den James Bond-Film »Ein Quantum Trost« erzählt, fangen ihre Augen an zu leuchten. Obwohl die Arbeitstage nie Lee Julie hat unsere Bartmodels gestylt und es sich nicht nehmen lassen, auch mit Schnauz abgelichtet zu werden.

endend schienen, war es für sie eine willkommene Abwechslung: Auf Shootings arbeitet man für eine Momentaufnahme, im Film aber müssen mehrere Komponenten über einen längeren Zeitraum zueinander passen.

In einer Welt voller Glitzer und Glamour sticht Lee Julie mit ihrer Friseur heraus. Negative Reaktionen bekam sie deshalb noch nie – im Gegenteil scheint es auf Models sogar zu beruhigend wirken. »Wahrscheinlich sehen sie mich dadurch nicht als Konkurrentin«, meint Lee Julie augenzwinkernd und sagt weiter: »Ich finde, in meinem Beruf kann man gar nicht individuell genug sein!« Kontakt: leejulie.com, /MakeupArtistLeeJulieRusch

Foto: Markus Gmeiner Starke Fotografie

Eigentlich wollte Julia Rusch, besser bekannt als Lee Julie, Zweirad-Mechanikerin werden. Doch in einer von Männern dominierten Branche war es ihr unmöglich, eine Lehrstelle zu finden.


Fotos: Marcel Mayer, Lars Wieser, , Simon Egle, Matthias Dietrich (Studio Fasching), Marcel Hagen, Lars Wieser

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Coverstory

BART SPENCER

Bevor ihr diesen Artikel lest, schließt bitte die Augen und stellt euch Folgendes vor: Ihr riecht leckere Bohnen mit Speck, die wohlduftend in der Pfanne brutzeln. Im Hintergrund ist der Klang einer Mundharmonika zu hören und die Töne eines Banjos gesellen sich dazu. Wenn ihr das erledigt habt, könnt ihr euch in die Lektüre stürzen.

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Text: Dominik Sekacic

Die Vorstellung in eurem Kopf hat euch bestens auf den Mann vorbereitet, von dem diese Seiten handeln. Würde Brockhaus noch seine Enzyklopädie drucken, wäre neben dem Begriff »Kult« ein Foto von diesem Mann. Er ist der Inbegriff einer lebenden Legende. Viele Generationen kennen ihn, und sie alle lieben ihn. Seit einem halben Jahrhundert begeistert er Millionen Kino- und TV-Zuschauer als Ritter, Cowboy, Streifenpolizist, Priester, Bananenhändler, Sheriff, Rennfahrer, Geheimagent, Trucker, Missionar, Boxtrainer, Fluglehrer, Flaschengeist und vieles mehr. Und auch im echten Leben steht die Vielfalt seiner Talente dem in nichts nach. Neben der Schauspielerei arbeitete er als Stuntman, Sänger, Komponist, Fabrikant, Drehbuchautor, Modedesigner, Pilot, Musikproduzent und Erfinder. Er war zwei Mal Teilnehmer bei Olympischen Spielen, ist Doktor der Rechtswissenschaften, spricht sechs Sprachen und trägt einen epischeren Bart als Chuck Norris. Fans wissen natürlich schon lange, vom wem die Rede ist. Wie könnten wir ein Heft mit dem Thema „Bart“ machen ohne ihn, den bärtigsten Helden unserer Kindheit und des faulen Sonntagnachmittags – Carlo Pedersoli, besser bekannt als Bud Spencer. Kaum jemandem sind Filme wie »Zwei wie Pech und Schwefel«, »Die rechte und die linke Hand des Teufels«, »Banana Joe«, »Auch die Engel essen Bohnen«, »Zwei außer Rand und Band« oder »Vier Fäuste gegen Rio« unbekannt. In diesen Filmen spielt Bud immer den dickköpfigen, phlegmatischen, gutherzigen aber schlagkräftigen Typen, der besonders mit den Fäusten Gegner das Fürchten lehrt. Oft dabei: sein guter Freund und ewiger Leinwand-Buddy Terence Hill. Gemeinsam haben die beiden unter anderem das Genre des »lustigen Spaghetti-Westerns« erfunden, definiert und für immer geprägt. Doch wie wurde Carlo Pedersoli aus Neapel zu der Kunst- und Kultfigur Bud Spencer? Starke Faust mit hellem Köpfchen Nach der Grundschule in Neapel zieht Carlo mit seiner Familie nach Rom, wo er am Gymnasium zwei Klassen überspringt. Im Anschluss an seine Matura besteht er, mit nicht mal 17 Jahren, auch die schwere Aufnahmeprüfung an der römischen Universität und beginnt ein Chemie-Studium. Dieses muss er jedoch abbrechen, da seine Familie nach Südamerika auswandert. Dort arbeitet er als Fließbandarbeiter in Rio de Janeiro, Bibliothekar in Buenos Aires und Sekretär in der italienischen Botschaft in Uruguay. 1948 kehrt Carlo nach Italien zurück und promoviert 1957 zum Doktor der Rechtswissenschaften.

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Coverstory

Erste Karriere als Schwimmer Vor allem in seinem Heimatland erlangt Carlo schon lang vor seiner Schauspielkarriere Berühmtheit, und zwar als Sportler. Bereits in der Grundschule entdeckt er seine Leidenschaft fürs nasse Element. 1940 wird er Mitglied in einem römischen Schwimmclub und sichert sich mit 19 Jahren den italienischen Meistertitel im Brustschwimmen und 100 Meter Freistil – ein Titel, den er bis zu seinem Karriereende innehaben wird. Bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki tritt er als Schwimmer und als Wasserballer an. Im Freistil erreicht er mit 58,9 Sekunden den fünften Platz.

Bud als Jungspund mit 20 Jahren

Bud als Pilot

Mit der Wasserballmannschaft sichert er sich den Europameistertitel. Im Anschluss an die Olympiade erhält Carlo eine Einladung von der Yale-Universität und verbringt einige Monate in den USA. 1956 ist Melbourne Austragungsort der Spiele, bei denen Carlo im Halbfinale auf dem 11. Platz landet. Vor dem Film kommt die Musik Die nächsten Jahre verbringt er wieder in Südamerika, wo er am Bau der Panamericana mitwirkt und im Anschluss bei einer Automobilfirma angestellt ist. Im Jahr 1959 kehrt er erneut zurück nach Rom und heiratet seine Jugendliebe Maria Amato. Ihr Vater Giuseppe ist einer der bekanntesten Filmproduzenten Europas, doch Carlo zeigt nicht das geringste Interesse an der Schauspielerei. Er widmet sich der Musik und bekommt einen Vertrag bei der Plattenfirma RCA, wo er neben Filmmusik auch Songs für erfolgreiche italienische Schlagersänger komponiert. Doch auch Carlo selbst steht auf der Bühne und tourt mit seinen Songs durch die italienische Nachtclub-Szene. 18

Bud als Produzent Mitte der 60er Jahre findet Carlo schließlich den Weg zum Bewegtbild – vorerst als Produzent. Er gründet seine eigene Produktionsfirma und dreht vor allem Tierdokumentationen für das italienische Fernsehen. Erst 1967 bietet ihm der Regisseur Giuseppe Colizzi eine Hauptrolle im Italowestern »Gott vergibt, … Django nie!« an. Die zweite Hauptrolle sollte Peter Martell spielen. In der Nacht vor Drehbeginn bricht sich dieser jedoch ein Bein, und für ihn springt ein Mann namens Mario Girotti ein – damit fällt der Startschuss zum ersten Bud Spencer und Terence Hill Film.

Bud als Schwimmer Eine Freundschaft fürs Leben Mario und Carlo werden später immer wieder sagen, dass ihre Begegnung Schicksal und nicht zu verhindern war. Schon im Schwimmclub trugen sie dasselbe Mannschaftsemblem und auch 1959 waren beide im Film »Hannibal« zu sehen. Doch erst Colizzis Streifen machte die zwei zu Freunden und einem der dynamischsten Leinwand-Duos des 20. Jahrhunderts. Spencer und Hill Aus Gründen der Vermarktung wählen Carlo und Mario englische Künstlernamen. Mario sucht sich aus einer Liste mit 20 Namen den mit den Initialen seiner Mutter aus. Carlo lässt sich von seiner Lieblingsbiermarke (Budweiser) und seinem Lieblingsschauspieler (Spencer Tracy) inspirieren. Den großen Erfolg ihrer Filme begründen die beiden mit ihrer Inspirationsquelle. Sie ließen sich stark von den Helden des Stummfilms beeinflussen: Chaplin, Laurel & Hardy oder Buster Keaton. So ist auch der von Fans geliebte und Gegnern gefürchtete »Dampfhammer« ein Produkt des damals üblichen Overacting.


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Insgesamt 17 Filme drehen Bud und Terence zusammen. Erst 1994 stehen sie zum letzten Mal gemeinsam vor der Kinokamera.

Foto links: Handout: Karl-Martin Pold, www.budspencermovie.com

Solo Aber auch solo kann Bud große Erfolge feiern. So bringt es seine »Plattfuß«-Reihe auf insgesamt vier Teile. Auch »Der Große mit seinem außerirdischen Kleinen« bekommt eine Fortsetzung. Für die beiden beliebtesten Bud Spencer-Solo-Filme »Sie nannten ihn Mücke« und »Banana Joe« schreibt er sogar eigenhändig die Filmmusik bzw. das Drehbuch. Bud als Mensch Heute verbringt Bud die meiste Zeit auf seinem Anwesen in den Hügeln Roms. Wenn man ihn nach dem Geheimnis für ein erfolgreiches Leben fragt, behauptet er, es gebe keines. So schreibt er beispielsweise in seiner Biografie: »Du kannst sehr früh aufstehen, sogar im Morgengrauen, aber dein Schicksal wird immer eine halbe Stunde vor dir auf sein.« Er war sein Leben lang ein Dilettant – er machte Dinge nur aus Interesse, Freude und Leidenschaft, doch er strengte sich dabei nie an. Schon beim Schwimmen war er unglaublich faul. Training hielt er für unnötig. Bis heute hält sich sogar die Legende, er habe vor seinem Start bei den Olympischen Spielen noch neben dem Beckenrand geraucht.

Bud in »Vier Fäuste für ein Halleluja«

Bud in »Zwei Asse trumpfen auf«

Laut Bud gibt es nur zwei Dinge in seinem Leben, für die er mehr tun würde als nötig: seine Frau und das Essen.

Bud bei einer Signierstunde 19


Coverstory

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Coverstory

Bud

Be of it Text: Dominik Sekacic

Bei unserer Recherche über Bud Spencer bemerkten wir schnell, dass wir nicht die einzigen Bud-isten Österreichs sind – Karl-Martin Pold, ehemaliger Journalismus- und Marketing-Student, hat sich 2008 ein ganz besonderes Thema für seine Diplomarbeit ausgesucht:

Wie kam es zu der Idee, Bud Spencer zum Thema deiner Diplomarbeit zu machen? Ich war im Urlaub in Neapel, hatte gerade zufällig mein Bud Spencer T-Shirt an und wurde vom Besitzer des Campingplatzes darauf angesprochen. Er fragte mich, ob ich wisse, dass Bud aus Neapel sei. Als Fan war mir das natürlich bekannt und daraufhin meinte er, sein Chef sei ein guter Freund von Bud. Die Aussage blieb mir im Kopf und wandelte sich in die Idee, das spannende Leben von Bud auf die Leinwand zu bringen. Vorerst theoretisch, denn die erste Diplomarbeit war nur ein Konzept zu einer Bud-Doku. Wie ging es dann weiter? Ich habe für die Diplomarbeit einen Trailer produziert und kaum war der im Internet, bekam ich Anfragen aus der ganzen Welt. So wurde ein Web 2.0 Projekt 22

daraus – mit Website, Blog und Crowdfunding. Ein Film von Fans für Fans. Über die Jahre haben wir dann immer mehr Weggefährten von Bud getroffen und konnten Bud Spencer auch schon persönlich für ein Interview treffen. Er war begeistert vom Trailer und hat uns seine Unterstützung zugesichert. Kannst du schon etwas über die Handlung des Films verraten? Also, es wird auf keinen Fall eine Doku im klassischen Sinne – das würde zu so einem ungewöhnlichen Leben nicht passen. Es wird eher eine Mischung aus Dokumentation und Roadmovie: Zwei echte Bud Spencer Fans machen sich auf die Suche nach ihrem Idol. Bei ihrer Reise quer durch Europa treffen sie auf viele Freunde und Kollegen von Bud, und ob sie ihn am Ende ausfindig machen können, erfahren wir – hoffentlich – bald im Kino.

Wie ist der derzeitige Stand des Projekts, wann ist die Premiere geplant? Das ist eine schwierige Frage. Das Projekt hat sich immer wieder verzögert. Das größte Problem ist das Geld. Eine Förderung des österreichischen Filminstitutes wurde uns leider schon zwei Mal verwehrt. Daher kommt der überwiegende Großteil des benötigten Geldes wirklich aus den Spenden. Dennoch rechne ich damit, dass der Film noch in diesem Jahr fertig wird – mit oder ohne Förderung. Wie kann man euch noch unterstützen? Wie bereits erwähnt, am meisten fehlt es am Geld. Auf unserer Website kann noch immer gespendet werden. Es gibt auch »Be Bud of it« T-Shirts zu kaufen – unsere Version von »Be part of it«. Vielleicht machen wir auch noch eine Crowdfunding-Kampagne auf

Foto links: © Karl-Martin Pold, www.budspencermovie.com

»Sie nannten ihn Spencer«, eine Dokumentation über das Leben von Bud Spencer. Mittlerweile ist aus der einstigen Diplomarbeit ein reales Filmprojekt geworden. Größtenteils finanziert und realisiert mit der Hilfe von Fans, stehen die Chancen nicht schlecht, dass wir den Film schon bald im Kino bestaunen dürfen.


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Startnext, das ist aber noch nicht entschieden. Auch Manpower ist nach wie vor willkommen. Doch dabei sollte man bedenken, dass es ein wirklich zeitintensives Projekt ist und die meiste Arbeit im Hintergrund geschieht, daher auch nicht wirklich spannend ist. Und noch etwas Fan-Service: Lieblings-Bud-Film, Lieblings-Titelsong und Lieblings-Spruch. Das ist die wohl schwierigste Frage. Ich denke, mein Lieblingsfilm ist »Die linke und die rechte Hand des Teufels«, dessen Titelsong Tarantino letztes Jahr für Django Unchained verwendet hat. Dennoch ist mein liebster Song »Flying Through The Air« aus »Zwei Himmelhunde auf dem Weg

Karl-Martin Pold bei Bud zur Hölle« oder vielleicht auch »Tonight Tonight« – jedenfalls etwas von Oliver Onions. Und mein Lieblingsspruch besteht eigentlich aus einer Reihe an Sprüchen: »Was ist mit den Kohlen« aus »Vier Fäuste gegen Rio« – einfach mal auf YouTube eingeben. Vielen Dank für das Gespräch – wir sehen uns dann bei der Premiere von »Sie nannten ihn Spencer«.

Weitere Infos findet ihr hier: budspencermovie.com

QR-Code scannen und den Trailer zu »Sie nannten ihn Spencer« ansehen

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Coverstory

Text: Chris Feurstein

Tarik ist Bud Spencer-Fan der ersten Stunde. Nicht nur optisch ist er dem Multitalent ähnlich, auch ­Tarik kann interessante Geschichten aus seinem Leben erzählen. An seinen ersten Bud Spencer-Film kann sich der Sohn einer Österreicherin und eines Pakistani nicht mehr erinnern: »In der Zeit, als ich ein Kind war, lief quasi täglich einer dieser Streifen. Wie viele andere auch, haben mich Bud und

Oh, wie schön ist Kanada Der gebürtige Bregenzer ist bereits im zarten Alter von 17 Jahren nach Kanada ausgewandert. Eigentlich wollte er nur Urlaub machen, es hat ihm dort aber so gefallen, dass er blieb. Er hat die Highschool besucht und es ins Cricket-Team geschafft. Dann hat ihn doch das Heimweh gepackt und Tarik kehrte nach 3 Jahren wieder zurück nach Vorarlberg, wo er umgehend ins Militär beordert wurde. Nach einiger Zeit im Ländle packt ihn wieder die Reise­lust. Der asiatische Raum übte schon immer eine gewisse Faszination aus, trotzdem überließ er die Wahl des nächsten Reiseziels dem Zufall. »Ich hab einfach 24

mit dem Finger auf den Globus getippt, nach zweimal ›Meer‹ sollte ›China‹ die nächste Destination sein.« Englischlehrer, Hautarzt und Pilot Durch seine Jahre in Kanada konnte Tarik von seinen hervorragenden Englischkenntnissen profitieren und als Lehrer arbeiten. Er unterrichete auf der Highschool Englisch und gab auch Privatuntericht. »Die Chinesen wollen kein Englisch lernen wie bei uns, damit man Geschäftsbriefe oder so schreiben kann«, erklärt Tarik, »die wollen nur wissen, wie man quatscht.« Aufgrund seines für chinesische Verhältnisse nicht asisatischen Aussehens wurde ein Beautykonzern auf Tarik aufmerksam. »Es ist nicht so, dass man in China blond sein und blaue Augen haben muss, um als Europäer zu gelten. Deshalb wurde ich auf Verkaufsveranstaltungen von Antiaging-Produkten als Hautarzt aus Deutschland vorgestellt.« Es sei nicht ungewöhnlich,

Fotos: Marc Egger

Terence durch viele Jahre meiner Kindheit begleitet. Aber auch heute sehe ich mir gerne noch die Filme der beiden an.« Wenn er unterwegs ist, sei ein Bud-Film wie ein Stück Heimat – und Tarik reist sehr viel.


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dass Ausländer für solche Dienste ausgeliehen werden sondern »Daily Business«. Er ist durch verschiedenste Regionen in China getingelt und wurde dem Publikum als Experte, der gerne Fragen beantwortet, vorgestellt. So kam es öfters zu aufwendingen Empfängen und langen Schlangen, um eine Diagnose des deutschen Arztes zu bekommen. »Ich hab dann immer etwas Unverfängliches gesagt wie ›Lassen Sie das lieber mal anschauen.‹ Ich wusste ja selbst nicht, was ich da erzählte.« Durch diese Tätigkeit wurde Tarik auch ein Job als Pilot angeboten – wieder als Werbetestimonial versteht sich. Nebenher unterrichtete er weiterhin Englisch, was ihn zu seinem nächsten Job brachte. Die Suche nach dem schwarzen Gold Auch in chinesischen Ölfirmen ist die englische Sprache wichtig, weshalb Tarik als Lehrer verpflichtet wurde. Bereits nach wenigen Unterrichtsstunden wur-

de ihm eine Arbeit in der Sicherheitsleitung für Bohrpojekte angeboten. Eine neue Herausforderung, die Tarik nach Indien, Polen, den Irak, den Oman und aktuell nach Kenia brachte. Seine Aufgabe liegt darin, ein mutikulturelles Team zu managen und darauf zu achten, dass alle die Sicherheitsstandards einhalten. Dabei hat er auch schon manch brenzlige Situation erlebt. »In anderen Ländern kann es ganz schön rund gehen, da ist man nicht zimperlich«, erzählt Tarik. »So waren wir z.B. in Indien auf einem Grundstück, um Bohrungen vorzubreiten. Normalerweise wird da bezüglich Grundstücksrechten immer alles abgeklärt. Das hat in dem Fall wohl jemand verschlafen. Wir haben also gerade alle Geräte aufgebaut und wollten beginnen, da kommen ca. 15 Leute mit Kalaschnikows bewaffnet angefahren. Schreien rum, dass das ihr Grundstück sei und bedrohten uns mit der Waffe. Da muss man dann 25


Coverstory

machen, was die wollen, um die Situation zu entspannen. Als dann alles geklärt war, haben sie uns trotzdem den Diesel aus der Bohrmaschine und einen Pickup inklusive Fahrer geklaut.« Aber auch der Irak hat es als Arbeitsplatz in sich. »2010 sollten wir im Irak nach Öl suchen. Nur war das Gebiet, an dem wir anfangen wollten, ein Minenfeld, welches noch aus dem Irakkrieg stammt. Es gibt Firmen, die Minen suchen und entschärfen, das ist aber eine ziemlich langwierige Sache. Die schaffen nur wenige Meter am Tag. Schlussendlich hatten wir einen sogenannten Safe Corridor, der links und rechts von scharfen Minen umgeben war. Da trinkst du abends am besten kein Bier zu viel.« Wärend der Arbeiten für die chinesische Ölfirma hat er auch seine Frau kennengelernt, eine gebürtige Chinesin, mit der er zur Zeit in Bregenz lebt. Bud ist kultiger denn je Was er sonst noch mit Bud gemeinsam habe? Er spricht fünf Sprachen fließend, nur erfunden habe er noch nichts. Dass Bud Spencer auf viele Menschen auch heute noch eine große Faszination hat, kann Tarik gut

verstehten. »Da fällt mir ein lustiges Beispiel ein, das zeigt, wie beliebt Bud noch immer ist. Im deutschen Schwäbisch Gmünd wurde ein Tunnel gebaut. Man hielt es für eine gute Idee, die Bürger online darüber abstimmen zu lassen, wie der Tunnel heißen sollte. Einer hat dann Bud Spencer-Tunnel vorgeschlagen. Eine Facebook-Gruppe mobilisierte über 70.000 Menschen, die den Vorschlag unterstützten. Für die Stadt ein Problem. Sie haben's dann nicht gemacht, aber um das Gesicht zu wahren, wurde das örtliche Bad in Bud-Bad umbenannt und Bud Spencer zur Eröffnung eingeflogen.« Auch Tarik haben wir nach seinem Bud Spencer-Lieblingssong und -spruch gefragt: »Mein Lieblingslied ist von Oliver Onions – wie könnte es auch anders sein – und heißt ›Dune Buggy‹ aus dem Film ›Zwei wie Pech und Schwefel‹. Mein Lieblingsspruch stammt aus Banana Joe und geht in etwa so ›Wie heißt du überhaupt?‹ – ›Banana Joe!‹ – ›Mit dem Namen wirst du bei uns Pförtner‹.« Lieblingsfilme hat er mehrere, am liebsten mit Bud Spencer und Terence Hill zusammen. Seine Top 5 findet ihr auf der gegenüberliegenden Seite.

Das Bärtierchen

Text: Tariel Immler (10)

serbär e Hausstaubmilbe. Sie wird auch Was Das Bärtierchen ist eine sehr klein bewegt. llig erfä schw so auch sich Bär und genannt, weil sie so aussieht wie ein wird, dann macht es sich nur noch Bärtierchen fressen Algen oder Das Bärtierchen hat acht Beine. halb so groß und fällt in einen tiefen Pilze. Sie sind also Vegetarier. Nicht alle Bärtierchen haben Augen. Schlaf, bis es wieder wärmer wird. Bärtierchen sind vom de Fein Die rote n habe n, Die, die Augen habe Das Tierchen kann sogar überleben, r, Spinnen, Insekten und rme Wü . oder schwarze wenn es keine Luft mehr bekommt. sogar andere Bärtierchen oder Wie zum Beispiel im Weltall. Es fleischfressende Pilze. tiKon allen auf n lebe en ierch Bärt kann auch in kochendem Wasser nenten und in allen Ozeanen. Es gibt oder bei -200 Grad überleben. Die Eier des Tierchens müssen fünfsie, seit der Zeit der Dinosaurier. Irgend­wann wacht es wieder auf und vergrößert werden, Mal dert hun n lebe ser Was im Die Tierchen, die lebt normal weiter. damit man sie sehen kann. Die Grösind meistens weiß oder grau. Die, Verwandt mit dem Bärtierchen sind er isch ist etwa 0,05 mm. Ein asiat ße , gelb rot, sind n, lebe d Lan die an Kreuzspinnen und Libellen. Pfarrer hat dieses Tier im Moos als grün, rosa, lila oder schwarz. Auf erster Mensch gesehen. einem Zentimeter Moos sitzen Ich finde das Bärtierchen so toll, weil e. Tier ungefähr 200 dieser es lustig aussieht, außergewöhnlich Wenn es dem Bärtierchen irgendwo ist und überall überleben kann. nicht mehr gefällt, dann stellt es sich tot. Das heißt, wenn es ihm zu kalt 26


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Zwei wie Pech und Schwefel (1973) Ben (Bud Spencer) und Kid (Terence Hill) gewinnen bei einem Crash CarRennen gemeinsam einen roten Strandbuggy. Dieser wird von Gangstern zerstört. Das lassen sich Ben und Kid nicht gefallen. Die lustigste Szene im Film ist ganz klar, als Bud im Chor singt und seinen Einsatz verpasst. Das bringt den Dirigenten auf die Palme. Und währenddessen versucht der stille Attentäter vergeblich einen guten Schusswinkel zu bekommen. Banana Joe (1981) Joe (Bud Spencer) kennt sich einfach nicht aus in der Welt der Bürokratie, und als er auf einmal eine Lizenz für seinen im Bananenhandel braucht, wird ihm alles zu viel: angefangen von der Geburtsurkunde, die er nicht bekommt, bis hin zum Stellungsbefehl. Es sind die typischen »wo gehe ich hin«-Probleme, die im zwar Film lustig sind, uns aber in der Realität gar nicht so amüsieren. Vier Fäuste gegen Rio (1984) Die beiden Milliardäre Bastiano und Adriano haben viele Feinde. Um in Ruhe ein neues Geschäft abzuschließen, engagieren sie den Stuntman Elliot (Terence Hill) und den Saxophonisten Greg (Bud Spencer) als deren Doubles. Es ist witzig, Bud und Terence einmal aus einer anderen Perspektive zu sehen. In ihren Rollen stehen sie sonst immer auf der richtigen Seite, ihre reichen Doppelgänger sind das komplette Gegenteil. Auch vornehm und ängstlich kennt man unsere beiden Freunde normaler Weise nicht. Zwei außer Rand und Band (1977) Wilbur (Bud Spencer) und Matthew (Terence Hill) wollen ein Gebäude, in dem sie die Kaufhauseinnahmen vermuten, überfallen. Dieses stellt sich aber als Polizeistation heraus. In ihrer Not geben sie sich als Bewerber aus. Legendär ist die Szene, in der zwei Damen versuchen, unsere Helden abzufüllen. Der Plan natürlich wird durchschaut: »Bist du gut im Schlucken?« – »Die ersten 20 Liter gehen mit einem Schluck runter. Bei 30 muss ich dann kurz rülpsen.« Zwei Asse trumpfen auf (1981) Der arme Bud. Nachdem sich Alan (Terence Hill) auf Charlies (Bud Spencer) Schiff geschlichen hat, beschuldigt der zuerst ahnungslose Bud seinen Papagei ständig, den Teller leerzufressen. Als er den blinden Passagier entdeckt, gehen die beiden über Bord und stranden auf einer vermeintlichen Schatz­ insel. Hier bekommen sie es mit Piraten und einem japanischen Soldaten, der das Kriegsende verschlafen hat, zu tun.

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Upcycling

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Text: Myrthe Liebschick

»Aus Alt mach Neu« scheint das Motto einer ganzen Generation geworden zu sein. Statt den neuesten Trends hinterherzueilen, entwerfen heute viele junge Menschen ihre ganz persönlichen Designobjekte. Das populärste Beispiel dafür ist das Aufwerten von Paletten – bestimmt für den Gebrauch in Haus und Hof. »Re-« kommt vor dem »Up-«. Übriggebliebene, halbierte Bananen vom Vortag und abgelaufene Joghurts vom Frühstück vor zwei Wochen bekommen von uns höchstens einen abwertenden Blick und landen dann auf dem Kompost. Dort werden sie modrig, verfallen und landen in den Gärten als Dünger. Klingt alltäglich und nicht sehr spannend – ist es aber doch! Denn durch diesen banalen Prozess ebneten wir uns vor vielen Jahren den Weg vom Recycling zum Upcycling. Wenn Mama den Kompost rausbringt, wird aus den Lebensmitteln ganz einfach: Mist.

Foto: recreate.za.net. Designerin Katie Thompson

Beim Upcycling läuft das Ganze zum Glück etwas anders: Das Ausgangsprodukt wird nicht nur wiederverwertet, es wird verbessert, auf schön getrimmt und aufgepusht. Es gibt mittler­ weile viele selbsternannte Schönheitsdocs für alte, übriggebliebene Produkte. Einige davon haben es geschafft, ihren alten Produkten so viel Schönheit und Funktionalität einzuhauchen, dass sie damit richtig Knete machen. Eure Karriere ist Müll. Ganz nach Kants »sapere aude – Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen« haben sich zwei Schweizer eines für sie alltäglichen Problems angenommen: »Richtige Züricher fahren Velo. Und dabei werden sie oft verregnet.« Die Brüder Markus und Daniel Freitag kreierten 1993 ihre erste FREITAGMessenger­tasche aus Lastwagenplanen und schufen dadurch einen ersten Upcycling-Prozess. Aus der »F-Story« entwickelte sich mit den Jahren ein Unternehmen mit großer Produktpalette, das mittlerweile über 130 Mitarbeiter beschäftigt. Pro Jahr werden 440 Tonnen LKW-Planen upgecycelt – eine gelungene Reinkarnationsstätte für verdreckte Planen! Auch Lisa und Magdalena haben mit ihrer Idee Erfolg: Für ihre Diplomarbeit starteten die zwei Studentinnen der Universität für angewandte Kunst in Wien das Projekt weupcycle.com. Der Blog 29


Upcycling

Upcycling-Ideen

Stalltürtisch, wohnprojekt.blogspot.com

Regale, Sabrina Masal

Palettenkochinsel, Elena Wohlmacher

Bottichwiege, ideenklette.de

Toffifeelampe, weupcycle.com 30

beinhaltet skurrile, aber auch viele nachahmenswerte Ideen für Upcycling aller Art. »Das Projekt läuft so gut, dass wir es statt für den begrenzten Zeitraum von 30 Tagen nun einfach weiterführen werden«, so Lisa Schultz. Die Intention der Mädels war aber auch nicht der Erfolgsgedanke, viel mehr gefiel ihnen, Design als Möglichkeit gegen die Wegwerfgesellschaft zu sehen. Schön auch, dass die Website Ideenpool für alle ist: Die Ideen stammen von Lisa und Magdalena genauso wie von Usern weltweit. Die Wiedergeburt der Palette. Die Do-it-Yourself Tipps der Wiener Studentinnen sind nur ein besonderes Beispiel aus einem riesigen Pool von Vorschlägen im Netz. Auf Facebook, Pinterest und Instagramm gibt es massig verschiedene Möglichkeiten, wie aus altem Zeugs ein Adventkalender entsteht. Wie von Kinderhand lässt sich aus einem Radreifen ein Gürtel fertigen. Paletten sind vielseitig verwendbar wie kein anderes Upcyclingprodukt: Sie werden zu Tischen, Regalen, Garderoben, Gartenbeeten, Sofas und vielem mehr aufgewertet. Do-it-Yourself ist ein bisschen wie ein Ikea-Regal-Aufbau: Es gibt eine einfache Anleitung und das Ergebnis ist meist überzeugend. Dieses Goodie gibt’s bei Ikea allerdings nicht: das gute Gefühl von Ressourcenschonung und Individualität. Den persönlichen Charakter ins Wohnzimmer bringen, das wollen derzeit viele. Zumindest wenn man sich bei den Tischlern, Verpackungsfirmen und Flohmarkthändlern des Landes umhört. »Vieles geht über Beziehungen, was ich nicht mehr brauche, gebe ich auch mal so weiter – aber der Ansturm frühmorgens auf dem Dornbirner Flohmarkt sagt eigentlich schon alles«, so ein Urgestein des Flohmarkts. Sabrina werkelt. Sabrina Masal lebt Upcycling. Ihre Wohnung ist voll davon. Man sieht es nur nicht – denn das Sofa aus alten Holzbrettern ähnelt einem Designerstück und die mit Papier verkleideten Weinkisten wurden zu einem ästhetischen Regal gezimmert. Man kann nur erahnen, wie viel Zeit und Liebe in den Dingen steckt, die Sabrina bastelt. Eigentlich ist das, was Sabrina und viele andere machen, nicht nur basteln, sondern tatsächlich handwerken – denn richtiges Upcycling hat oft mit Hammer, Bohrmaschinen und Tuckern zu tun. Schon als Kind ließ Sabrina mit Leuten aus ihrem familiären Umfeld allerhand entstehen. Später dann im Designstudium kam der Begriff »cradle to cradle« auf, die Idee gefiel und so entstanden kleine und größere Projekte. Entweder für ihr eigenes, trautes Heim oder für Workshops des Mädchenzentrums Amazone. »Jedes Stück, an dem ich selbst arbeite, hat einen viel höheren Stellenwert als zuvor. Das ist ja das wirklich Schöne an der Arbeit, dass ich darin ein Stück von mir selbst wiederfinden kann.« Der Unique-Gedanke. Einzigartig wollen wir alle sein, das zeigen die sozialen Netzwerke deutlich. Was den Trend des Upcyclings neben dem Unique-Gedanken besonders befruchtet, ist die Beständigkeit der Produkte. Unsere Handys gehen halbjährlich kaputt und das neue Mac-Modell gibt’s nur noch mit Versicherung, man weiß ja, was so alles passieren kann. Upycling geht den anderen Weg: das Produkt als lebenslanger Wegbegleiter, so wie früher Opas Taschenuhr. Nur dass wir aus dieser nach Ablauf ihrer Zeit ein hübsches Medallion basteln.


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Upcycling

Liselotte, du bist Modedesignerin und nennst dich Liloesque. Welche Bedeutung hat der Name? Mich Modedesignerin zu nennen ist ein bisschen übertrieben, momentan entwerfe und schneidere ich ja nur hobbymässig. Der Name »Liloesque« setzt sich aus meinem Spitznamen »Lilo« und »esque« zusammen. Mit »-esque« endende Wörter wie Burlesque oder Grotesque sind Ausdrücke, die mich schon immer fasziniert und inspiriert haben. 32

Die von dir designten Kleidungsstücke sind einzig­ artig. Trägst du gerade etwas Selbstgemachtes von dir? Ja klar, mein Kleiderkasten besteht fast nur noch aus selbstgemachten oder zumindest umgenähten Kleidungsstücken. Erklär uns doch bitte kurz, was du genau machst. Ich habe mir das Nähen größtenteils selber beigebracht. Als ich 2012 bei meinem Maturaball eine Modenschau

Fotos:Cornelius Lorünser (photögraphy.com)

Die 19jährige Liselotte Schapmann hat sich das Nähen praktisch selbst beigebracht. Als sie merkte, dass die Kreationen in ihrem Umfeld gut ankommen, beschloss sie, ihre Kleidung über Facebook zu verkaufen. Auf ihrer Seite findet man zum Beispiel schicke Oberteile – aus alten T-Shirts geschneidert.


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Mädchenträume zum Anziehen Text: Katharina Germann

gestalten durfte, beschloss ich, meine Facebookseite »Liloesque« zu gründen, seitdem poste ich dort meine Kreationen. Nach dem Abschluss entschied ich mich für eine Lehre als Wäschewarenerzeugerin, vieles von dem dort Gelernten bringt mich auch bei Liloesque weiter. Wie bist du auf die spannende Idee gekommen, vorhandene Kleidungsstücke zu verändern? Ich finde es einfach langweilig, Kleidung zu tragen, die tausend andere Menschen auch haben. Deshalb wollte ich die Sachen durch Umnnähen personalisieren. Kleidung sollte ein Teil seines Trägers und genauso einzigartig wie der Mensch selbst sein. Außerdem

dauert es meistes weniger Zeit, Kleidung zu modifizieren als etwas ganz Neues zu nähen. (lacht) Kann man bei dir auch spezielle Wünsche anbringen oder dich für neue Projektideen begeistern? Ich bin offen für alles und mache gerne auch mal Experimente, die sich andere ausgedacht haben, falls sie irgendwie umsetzbar sind für mich. Auftragsarbeiten sind ohnehin einfacher, da weiß der Kunde meistens schon selbst, was er sich vorstellt, und es werden nur noch Kleinigkeiten besprochen. Ich kann dir also mein altes Lieblingsshirt bringen und 33


Upcycling

Mein größter Traum ist, irgendwann einen eigenen Laden aufmachen zu können. Liselotte Schapmann, Gründerin von »Liloesque«

Was inspiriert dich eigentlich? Inspirierend finde ich es, einfach Stoffe anzusehen, da kommen dann die Ideen, was daraus entstehen könnte, wie von selber. Beim Nähen ändere ich die erste Vorstellung manchmal aber trotzdem noch ab. Hand auf's Herz: In Vorarlberg in die Modebranche einzusteigen, ist ja nicht gerade einfach. Hast du schon einmal daran gedacht, in eine der großen Modemetropolen der Welt zu ziehen? Ich werde nicht in Vorarlberg bleiben, das steht schon lange für mich fest. Am liebsten würde ich nach Berlin ziehen, aber dort ist die Konkurrenz natürlich riesig. Trotzdem ist es auf jedenfall einen Versuch wert, und wenn es mit der Mode nicht klappt, ist es auch nicht so schlimm – dann bin ich wenigstens in meiner Lieblingsstadt. Wie bringst du deine Kreationen momentan an die

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Frau? Kann man Outfits nachbestellen oder ist jedes Stück ein Unikat? Hauptsächlich über Facebook. Ob ein Kleidungsstück reproduzierbar ist, kommt darauf an, welche Materialien verwendet wurden und ob diese nachbestellbar sind oder nicht. Es gibt auf jeden Fall bei allen Outfits die Möglichkeit, sie zumindest vom Schnitt her noch einmal zu schneidern, auch wenn der Originalstoff nicht mehr verfügbar ist. Wie lange arbeitest du durchschnittlich an einem deiner Entwürfe? Wann weißt du, dass es fertig ist? Das kommt darauf an, wie aufwendig ein Teil ist. Für Röcke manchmal nur ein, zwei Stunden. Für ein Foto­ shootingkleid sitze ich auch mal zwei Tage hinter der Nähmaschine. Fertig ist es, wenn ich nichts mehr dran auszusetzen habe. Es muss einfach der Moment kommen, in dem ich voll und ganz damit zufrieden bin. Würdest du deine Arbeit eigentlich der aktuellen »Upcycling«-Bewegung zuordnen? Auf jeden Fall! Schon alleine wegen dem Umnähen

Fotos: Cornelius Lorünser (photögraphy.com) (2), Katinka Kitkat, Darius Lucaciu, Liqiao Zhu Photography

du gestaltest etwas damit? Ja klar!


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der bereits bestehenden Kleidungsstücke. Außerdem bekomme ich die meisten Stoffe geschenkt, weil sie nicht mehr gebraucht werden, oder kaufe sie auf dem Flohmarkt. Neuen Stoff zu kaufen ist unglaublich teuer und auf Flohmärkten kann man wirklich schöne und billige Stoffe erstehen. Wer kauft bei dir ein? Selbstbewusste junge Frauen, die auch gerne mal was Ausgefallenes tragen – egal ob privat, auf Partys oder einem Ball. Anfangs hauptsächlich Freunde, mittlerweile auch sehr viele Menschen, die mich über Facebook gefunden haben. Und was hast du für die Zukunft geplant? Mein größter Traum wäre, einen eigenen Laden aufmachen zu können. Mal schauen, was die Zukunft so bringt, sicher ist auf jedenfall dass ich noch viel nähen und entwerfen werde, weil es mir wirklich Spaß macht, egal ob privat oder beruflich. Vielen Dank für das Gespräch.

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Ausbildung

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Die Kreativschmiede Die Zwillinge Martin und Thomas Poschauko – in der Kreativszene durch ihr Buch »Nea Machina« zum Begriff geworden – halten Workshops, Seminare und Vorträge auf der ganzen Welt. Ob namhafte Agenturen, Hochschulen oder Universitäten, die beiden wecken durch ihre speziellen Vorträge ungeahnte kreative Talente bei den Zuhörern. Dass sie in der WDA | Werbe Design Akademie nicht fehlen dürfen, versteht sich von selbst. Handmade T-Shirts Beim Workshop experimentierten die Studenten mit dem Medium »T-Shirt«. Generell ging es vor allem um das Kreieren einer eigenen »Marke«. Das Ziel war also, ein komplettes visuelles Erscheinungsbild zu entwerfen, angefangen beim Label-Namen bis hin zum wiedererkennbaren Logo und zu unterschiedlichen Motiven. Die Motive wurden zunächst per Hand entworfen, digital weiterverarbeitet und später aufs Material umgesetzt. Mit Schere und Cutter wurden die Motive aus Thermo-Flock-Folien ausgeschnitten und mit dem Bügeleisen aufgebügelt. So entstanden in kurzer Zeit viele Entwürfe, die von maschinell produzierten T-Shirts kaum zu unterscheiden sind. Hallo Martin und Thomas, ihr habt nun schon einige Jahrgänge der WDA unterrichtet. Wie habt ihr die letzten Kurse empfunden? Wir hatten die letzten Male sehr sympathische und motivierte Gruppen. Es ist schön, wenn man merkt, wie die Studierenden richtig Feuer fangen und sich gestalterisch von Kurs zu Kurs weiterentwickeln, weil sie sich gegenseitig vorwärts pushen.

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Ausbildung

Merkt ihr Unterschiede zu anderen Kreativ-Ausbildungen? Vorteile der WDA sind die kleinen Gruppengrößen und der persönliche Bezug zu den Studierenden. So können wir alle individuell betreuen. An den Unis sind die Gruppen häufig zu groß, um wirklich jedem gerecht zu werden. Da fallen einige Studierende schon mal durchs Raster. Ein weiterer Vorteil ist die technische Ausstattung – alle Studierenden haben einen eigenen Arbeitsplatz mit iMac zur Verfügung. Sie können jederzeit scannen, Bilder bearbeiten und drucken. Gerade für unsere Kurse ist das wichtig, weil wir ständig manuelle und digitale Techniken abwechseln. Euer Unterricht ist alles andere als konventionell. Wieso? Uns ist wichtig, dass die Studierenden nicht ausschließlich theoretisch über Gestaltung diskutieren, was oft die Gefahr bei Lehrveranstaltungen ist. Es geht uns vor allem darum, ins aktive Machen zu kommen und Ideen anhand der praktischen Auseinandersetzung abzuleiten. Sie sollen dabei keine feste Vorgabe erfüllen, sondern nach dem suchen, was sie selbst am meisten fasziniert. Das fordert sie mindestens genauso wie eine strikte Gestaltungsvorgabe. Aber grundsätzlich sehen wir unsere Arbeit nicht als Konkurrenzentwurf zur bestehenden Lehre sondern als nützliche Ergänzung. Denn es ist genauso wichtig, konzeptionelle Aufgaben lösen zu können, was dann andere Dozenten vermitteln.Ganz wichtig ist auch das handwerkliche Arbeiten, weil die Studierenden Gestaltung so einfach intensiver spüren und dabei oft individuellere Ideen entstehen. Es wird also viel gezeichnet und "gebastelt", was manchmal fast ein bisschen nach Kindergarten aussieht. Aber eine wichtige Voraussetzung für kreative Ideen ist auch, 38

unvoreingenommen auszuprobieren, ohne sich zu erwachsen für etwas zu fühlen. Diesen Freiraum des Sich Ausprobierens geben wir den Studierenden. WDA | Die Ausbildung für Kreative Im Rahmen der WDA | Werbe Design Akademie bietet das WIFI Vorarlberg die Ausbildung „Grafikdesign & Marktkommunikation“ an. Dabei handelt es sich um eine zweijährige Vollzeitausbildung, die sich durch den hohen Praxisbezug, die kompakte Intensität, eine individuelle Ansprache sowie der Förderung der persönlichen und sozialen Kompetenz auszeichnet. Die Ausbildung bietet kreativen Menschen die ideale Möglichkeit, in die verschiedensten Berufe in den Bereichen Grafik- und Mediendesign bzw. Marketing einzusteigen. Reinschnuppern in die Welt von Grafik und Design! Interessierte können beim WDA Schnuppernachmittag am Freitag, den 11.4.2014 ab 13:30 Uhr den Studis im Unterricht über die Schultern schauen und sich ein Bild von der Ausbildung machen. Anmeldung erforderlich: Margreth Amann, ama@vlbg.wifi.at +43 (0)5572 3894 483

QR-Code scannen oder auf wda-vlbg.at gehen und mehr über die WDA erfahren.


Fotos: Handout Wifi Vorarlberg, bezahlte Anzeige

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Sport

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Foto: Raffi Schmid

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Text: Chris Feurstein

Eine weitere Möglichkeit, Altes neu zu beleben, zeigt uns Andi Portenschlager von Split Hike Ride. Er baut gemeinsam mit einem Freund herkömmliche Snowbaords in Splitboards um. »Splitboard? Noch nie gehört!«, werden sich an dieser Stelle manche denken. Zugegeben, auch uns war das Wintersportgerät bis vor kurzem noch kein Begriff. Das Splitboard ist ein Snowboard, welches in der Mitte – der Länge nach – durchgeschnitten wurde. Durch die Bindung und andere Konnektoren werden die beiden Teile wieder miteinander verbunden. Da stellt sich die berechtigte Frage: Was hat man davon, wenn man sein Board in der Mitte durchsägt? Um das zu verstehen, müssen wir uns in die Welt der Tourengeher vorwagen. Bei diesem traditonellen Wintersport 40

wird mit entsprechenden Skiern der Berg erklommen und danach auf unberührten Hängen wieder heruntergefahren. Dieser Sport erfreut sich aktuell steigender Beliebtheit und auch die Boarder-Szene kann dieser Idee einiges abgewinnen. Das nennt man dann nachhaltiges »Freeriding«. Die unpraktische Komponente dabei war, dass man sich das Brett auf den Rücken schnallen musste und wie zu Großvaters Zeiten mit extra Schneeschuhen den Berg hinaufstapft. Hier tritt das Splitboard mit der gleichzeitig genialen wie einfachen Lösung auf den Plan. In einem


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Übergabe an den Fach mann

Schiene für die Flex

Mitte ausm essen

Li eber noch m al kontroll ieren!

Fotos: Marc Egger

Metallkante durchbrechen

»Poin t of no return«

Ein prüfen der Bl ick...

... und er sah, dass es gut war. 41


Sport

Satz zusammgefasst: Mit dem geteilten Board kommt man auf den Berg, zusammengebaut wieder herunter. Für den Aufwärtsmarsch wird die Bindung umgesteckt und das geteilte Board wie ein Paar Tourenski verwendet. Man spannt sich noch die sogenannten »Felle«, welche das Zurückrutschen verhindern, unter die »Ski« und schon kann es im wahrsten Sinne des Wortes losgehen. Oben angekommen, wird das Brett ohne den Einsatz von Werkzeug wieder zusammengeschnallt und die Bindung umgesteckt. Man hat nun wieder ein stabiles Board unter den Füßen und kann mit der Abfahrt beginnen.

nimmt. Zugegeben, wir driften nun vom eigentlichen »Upcycling-Gedanken« ab, aber der Umbauvorgang ist im Großen und Ganzen derselbe wie beim gebrauchten Board. Es erfordert zwar einiges an Zeit und sehr genaues Arbeiten, aber nach zwei Abenden ist unser Ländle Magazin-Splitboard fertig. Für alle, die nun ihr altes Board vom Dachboden holen wollen, hat Andi noch folgenden Tipp: »Vom Eigenumbau rate ich ab, denn beim ersten Mal geht immer etwas schief. Im Schnee kann das gefährlich werden.«

Normale Sn owboard-Bin dun g un d zugleich Halterun g B ew egli ch es Sc h a n ie r 1

Bin dun g für Aufstieg

Upcycling im Wintersport Erste Splitboards wurden bereits in den späten 80ern entwickelt, damals konnte das Material den Belastungen aber nicht standhalten. Mitte der 90er wurde die Idee in den USA wieder aufgegriffen und die ersten serienfähigen Boards kamen auf den Markt, führten aber lange Zeit ein Schattendasein. Mittlerweile finden sich zahlreiche Blogs, Foren oder YouTube-Videos, die das Thema »Splitboard« behandeln. Gerade im Wintersport ist das neueste Material zu besitzen für viele Fahrer ein Muss – fast schon eine Religion. Die Splitboard-Gemeinde geht da großteils einen anderen Weg. Alte Boards werden in Handarbeit in Splitboards umgebaut. Was HEAD schuf, soll der Mensch nicht teilen So auch Andi Portenschlager von Split Hike Ride in Lochau. Der gebürtige Steirer bietet den professionellen Umbau von neuen oder gebrauchten Boards zu Splitboards an. HEAD hat uns glücklicherweise ein nagelneues SplitReady-Board zur Verfügung gestellt, was den Umbau etwas beschleunigt hat. Das schicke Teil hat einen Kern aus Bambus, welcher beim Durchschneiden nicht mehr versiegelt werden muss, da Bambus kein Wasser auf42

Halterun g

»The Day« von HEA D

B ew egli ch es Sc h a n ie r 2

Das Board ist mit seiner großen Nose eine echte Powder-Maschine, die Nose erinnert an die Elega nz eines klassischen Jaguar Coupé. Dies hat aber nicht nur optische Gründe, durch den kompakten Körpe r kann das Brett in einer kürzeren Länge gefahren werden. Der flache Mittelteil stellt sicher, dass die Nose auf der Schneeoberfl äche gleitet. s eue n r Für diejen e igen, die s Un weit ins Gebirge vorstoßen möchten, n e n bietet das »The Day« n gew i eine Split-ReadyKonstruktion mit Bambus-Kern.

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QR-Code scannen und am Gewinnspiel teilnehmen. Oder auf bit.ly/splitboard gehen.


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Kanten entgraten

Löcher vergrößern

Inlays setzen

Löcher für »Inlays« bohren

Kleber auftragen

Verschluss und ...

Fotos: Marc Egger

... Bindung montieren

Weitere In fos auf: /Spl it HikeRid e

Fin! 43


Sport

Nachhaltiges

Skifahren & Snowboarden

Text: Andreas Portenschlager

Die Faszination des »echten« Freeridens macht vor allem das einzigartige Naturerlebnis aus, denn schon beim Aufstieg beschäftigt man sich vertieft mit dem umliegenden Gelände, versucht es zu lesen, um Gefahren zu erkennen und die beste Linie für die Abfahrt zu finden. Sobald man sein Ziel erreicht hat, wird man mit diesem 44

einzigartigen Moment belohnt, in dem die Strapazen des stundenlangen Aufstiegs auf einmal vergessen sind und man völlig entspannt die Natur genießen kann. Und auch wenn die folgende selbsterarbeitete Abfahrt nur wenige Minuten dauert, so sind es diese Tage, die durch die intensive Wahrnehmung unvergesslich werden.

Fotos: Handout Split Hike Ride

Unberührte Tiefschneehänge in einer beeindruckenden Bergwelt, weit weg vom nächsten Skigebiet – dieser Verlockung sind viele Tourengeher erlegen.


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Warum in die Ferne schweifen? Besonders in der heutigen Zeit, in der alles größer und schneller sein muss, übersieht man oft, was man alles vor seiner Haustüre findet. Im Ländle leben wir in einem Paradies, das mit seiner imposanten Bergwelt ein riesiges Angebot bietet. Hinzu kommt die attraktive Vernetzung des öffentlichen Verkehrs mit einer super Anbindung in die Ostschweiz – Grund genug also, nicht fortfahren zu müssen und die Anreise so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten. Der Faktor Umwelt Denn schmelzende Gletscher, zunehmende Umweltkatastrophen, steigender Meeresspiegel – das alles sind Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels. Auch wenn einzelne schneereiche Winter uns kurzfristig nicht daran denken lassen, sind sie doch nur Ausreißer im langfristigen Veränderungsprozess. Denn ein einzelner Winter ist nur Wetter und noch nicht Klima. Und dennoch tragen Wintersportler mit ihrem Lebensstil besonders zu diesem Prozess bei. An erster Stelle steht dabei die Anreise mit dem Auto in die Wintersportgebiete, gefolgt vom Wunsch nach eben präparierten Pisten, die neueste Ausrüstung jede Saison, Wifi in der Gondel usw., die Beispiele sind endlos. 45


Sport

6 Tipps

für klimafreundliches Skifahren & Snowboarden

2. Fahrgemeinschaften

Wenn die öffentliche Anbindung ins Wintersportgebiet zu schlecht ist, fülle das Auto mit deinen Freunden. So muss nicht jeder mit dem eigenen Auto anreisen.

3. Ab in die Tonne Recycle auch am Berg, entsorge deinen Abfall nie im Schnee, sondern immer in der Mülltonne. 4. Vermeide Chemie

Wachse dein Board und deine Ski mit umweltfreundlichem Wachs.

5. Bleib vor Ort Anstatt Heliboarding und – skiing in Alaska kannst du's mal mit Splitboarden oder Skitouren auf deinem Hausberg versuchen. 6. Upcycle

Lass dir aus deinem alten Board ein Splitboard bauen, anstatt es auf den Müll zu werfen.

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Ride Greener Um genau dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat es sich die Schweizer Initiative »Ride Greener« zum Ziel gesetzt, das Bewusstsein für den Klimawandel zu schärfen. Sie setzt sich nicht nur für klimafreundliches Skifahren und Snowboarden, sondern auch für ein umweltbewusstes Verhalten in den Bergen ein. Ihr Film »Steps – A Journey to the Edge of Climate Change«, zeigt mit atemberaubenden Bildern die Schweizer Snowboard-Profis Sten Smola und Reto Kestenholz. Sie starten frühmorgens gemeinsam per Bahn und Bus, um sich ihre Abfahrten im unverspurten Pulverschnee weit abseits der Massen mit Splitboards, Schneeschuhen und Tourenskiern selbst zu erarbeiten. Der Nachhaltigkeitsansatz des Films war Anstoß für die Jungs von Split Hike Ride Eine Schneekanone bei der Arbeit eine österreichweite Filmtour zu organisieren. Denn der Film vertritt eben jene Werte, die sie dazu geführt haben, mehr Menschen zum nachhaltigen Bergsport zu bewegen. Aufgrund der Bedeutsamkeit des Themas ist es ihnen ein großes Anliegen, den Film »Steps« einem großen Publikum im Ländle kostenlos zugänglich zu machen. Dies geschieht an Bildungseinrichtungen, denn je früher man über die Auswirkungen unseres Handelns informiert, desto größer ist die Chance, dieses in die richtige Richtung zu lenken, um auch unseren nachfolgenden Generation noch unvergessliche Pulverschneetage zu ermöglichen. Wer den Film noch nicht gesehen hat, kann dies in Kürze nachholen. Split Hike Ride veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Ländle Magazin eine kostenlose Vorstellung. Termin und Veranstaltungsort werden in Kürze auf unserer Website bekannt gegeben. Weitere Infos auf: /Split HikeRide oder www.laendlemagazin.com

Fotos: Handout Split HIke Ride

1. Öffentlicher Nahverkehr Reise mit dem Zug oder Bus ins Wintersportgebiet – oft bekommt man dadurch reduzierte Tageskarten. Alle Infos zu Skizug und Skibus in Vorarlberg auf bergbahnen-vorarlberg.at.


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Gerüstet für die Kälte Freeriden ist kein Kindergeburtstag. Gegen die Umwelteinflüsse muss man entsprechend gewappnet sein. Deshalb hier einige Anregungen, wie man sich von außen und innen wärmen kann.

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Sutterlütys Glühmost Frische Äpfel aus der Region nach altem Familienrezept von der Mosterrei Krammel verabeitet. | € 3,69 Erhältlich bei Sutterlüty

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Sutterlütys Obstler | Markus Summer verwandelt heimisches Obst in seine edelste Form | € 14,90 Erhältlich bei Sutterlüty 47


Sport

We are 2014

Der Pipeline-Shop unterstützt lokale Sportler in ihren Extrem- und Randsportarten. Dabei werden Teams gebildet, die sich nicht nur zu Sportveranstaltungen, sondern auch in der Freizeit treffen. Wichtig sei, dass man oft zusammen ist und auch privat etwas miteinander unternimmt. Das stärkt den Teamgeist und schweißt zusammen. Jeder passt auf den anderen auf, gibt Tipps und man unterstützt sich, wo man kann. Das ist der beste Weg, gute Ergebnisse zu erziehlen. Man motiviert sich gegenseitig, so werden die Skills und damit die Teamleistung verbessert.

C e l e,

B-boy B r e ak dan c e Susko,

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Zur Zeit werden Teams in folgenden Sportarten gefördert: Snowboard & Ski: Von Freeride, Downhill bis zum Snowpark, das Team stellt sich jeder Herausfoderung. Skateboard: Sowohl im Park oder in der City sind die Skater anzutreffen. Wakeboard: Das Snowboard zu Wasser – hierfür bietet der Bodensee ideale Bedingungen. Bike: Tricks auf dem Bike in jedem Gelände sowie auf der Halfpipe. Breakdance: Anspruchsvolle Moves sind das Ziel, die Großen zeigens den Kleinen. Parcours: Halsbrecherische Stunts in der City – ausschließlich zu Fuß. Auch sonst bietet der Pipeline Shop immer wieder Top-Angebote in den genannten Sportarten. Aktuelle Angebote findest du unter: www.pipeline-shop.at

Fotos: Handout Pipeline, bezahlte Anzeige

Die Sportler werden mit Equiment ausgerüstet und mit Fotoapparat und Kamera begleitet. Die Bilder finden sich dann auf der Pipeline-Website und auf ihren Social Media-Kanälen wieder.


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Jo e l ,

Boarder

L au rin,

Do w n h i l l 49


Film

MovieLeaks

Kino-News & Gerüchte Text: Maximilian Feurstein

Venom

Die schwarze Spinne bekommt einen eigenen Film. Der Reporter Eddie Brock wird von einer außerirdischen Lebensform befallen und zu einem der populärsten Bösewichten im Spiderman-Universum. Er ist quasi das Gegenstück zu Spiderman, nur dass er größer und stärker ist. Auf der Leinwand konnte man ihn bereits in Sam Raimis Spiderman 3 sehen, dort wurde die Figur jedoch vollkommen verhunzt, da die Studios ihn unbedingt im Film haben wollten. Venom hat sehr viel Potenzial, ob es für einen Einzelfilm reicht, ist fraglich, da man ihn wahrscheinlich als Helden darstellen wird. Venom taucht in den Comics sowohl als Bösewicht als auch als (Anti-)Held auf.

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Honig im Kopf Til und Emma Schweiger wieder einmal gemeinsam vor der Kamera. Schweiger dreht ein Alzheimer-Drama mit Dieter Hallervorden. Im Film geht es darum, dass Hallervorden an der Krankheit leidet und mit seinem Sohn (Til Schweiger) und seiner Enkelin (Emma Schweiger) nach Venedig fährt. Der Plot erinnert etwas an »Knockin' On Heaven's Door«.

Planet der Affen Gib dem Affen Zucker! Matt Reeves, der bei »Planet der Affen: Revolution« Regie führte, hat auch für den dritten Teil unterschrieben und wird am Drehbuch mitarbeiten.

Batman vs. Superman Die Comicverfilmung soll 2015 in die Kinos kommen. Es gibt kaum einen Film, über den mehr Gerüchte im Umlauf sind. Nachdem Batman (Ben Affleck) und Wonderwoman (Gal Gadot) nun gecastet sind, gab es Gerüchte, dass Mark Strong oder Bryan Cranston Supermans Erzfeind Lex Luthor spielt. Joaquin Phoenix ist im Gespräch für eine Schurkenrolle. Diesem folgenden Gerücht glauben wir am ehesten: Dwayne "The Rock" Johnson wird einen Bösewicht spielen. Grund dafür ist eine Twitter-Nachricht, in der er angibt, ein Gespräch mit Warner über ein DC Projekt gehabt zu haben. Kurz darauf postete er ein Foto von sich mit einem Batman-T-Shirt.


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Präsentiert von:

Bregenz: Heldendankstraße 40 Götzis: Hauptstraße 19

Der Kaufhauscop 2 Yippie ya yeah Schweinebacke. Kevin James spielt wieder die Hauptrolle und wird wie auch schon im ersten Teil am Drehbuch mitarbeiten. Teil eins war ein Überraschungserfolg und konnte als witzige Version von »Stirb langsam« überzeugen.

Die nackte Kanone Ed Helms soll der Nachfolger von Leslie Nielsen werden. Die Figur des Lt. Frank Drebin gilt als Leslie Nielsens Paraderolle. Niel­sen verstarb 2010. Für viele Fans grenzt es an ein Sakrileg, die Nackte Kanone neu zu verfilmen. Für die Hauptrolle wurde Ed Helms gecastet. Er wurde als Zahnarzt Stu in den Hangover-Filmen bekannt. Es sind große Fußstapfen, in die er treten muss. Wenn es aber einen passenden Schauspieler für ein Remake gibt, dann ist es tatsächlich Ed Helms.

Helena Handbag Ant-Man Eine weitere Comicfigur aus dem Hause Marvel. Ant-Man besitzt die Fähigkeit, sich selbst auf Ameisengröße zu schrumpfen. Zudem ist er in der Lage, Ameisen zu kontrollieren, welche er vorwiegend als Waffen einsetzt. Für die Hauptrolle wurde Paul Rudd (Anchorman) gecastet. Von der Figur gibt es drei verschiedene Versionen, die jeweils eine andere Geschichte haben. Welche der drei für den Film übernommen wird, ist noch nicht bekannt. Die Regie übernimmt Edgar Wright (Shaun of the Dead), weswegen man davon ausgehen kann, dass es sich beim Film um eine Action-Komödie handeln wird.

Kevin Smith arbeitet an einem neuen Projekt. Dabei geht es um eine Gruppe von Menschen, die sich mit der Hölle verbünden, um gegen Jesus zu kämpfen, der die Menschheit vernichten will. Smith, der gerne religiöse Themen in seine Filme (Dogma, Red State) einbaut, rechnet aufgrund des Inhalts nicht damit, dass ein Studio diesen Film finanzieren wird.

Montezuma Im Kampf gegen die Eroberer. Steven Spielberg hat Interesse daran, das von Dalton Trumbo (Stanley Kubricks Spartacus) geschriebene Drehbuch Montezuma zu verfilmen. Es geht um den Kampf zwischen Montezuma, dem Herrscher eines aztekischen Reichs, und einem spanischen Konquistador. Die Hauptrolle soll Javier Bardem (Skyfall) übernehmen. 51


Film

Kinovorschau 2014 Her

Joaquin Phoenix spielt einen Mann, der sich in eine künstliche Intelligenz verliebt. Phoenix galt mit seiner Darstellung als ein Kandidat für die Oskars, ist nun aber nicht nominiert. In weiteren Rollen: Rooney Mara, Amy Adams, Olivia Wilde und Scarlett Johansson. Start: März 2014

Transcendence

Der Wissenschaftler Will (Johnny Depp) wird ange-­ schossen. Bevor sein Körper stirbt, konnte man seinen Verstand auf einen Computer hochladen, was fatale Folgen hat. In weiteren Rollen: Kate Mara, Morgan Freeman, Rebecca Hall, Cillian Murphy, Paul Bettany. Start: April 2014

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A Million Ways to Die in the West

The Edge of Tomorrow

Lt. Cage erlebt im Krieg gegen Aliens ein und denselben Tag immer und immer wieder, also eine Art »Und täglich grüßt das Mumeltier im Weltraum«. Tom Cruise enttäuscht in seinen Filmen selten, darum freuen wir uns nach Oblivion auf einen neuen Science-Fiction Film mit ihm in der Hauptrolle. Start: Mai 2014

Eine Westernkomödie von und mit Seth MacFarlane. Nach Family Guy und Ted kann man ein ähnliches Niveau erwarten. In weiteren Rollen: Liam Neeson, Amanda Seyfried, Neil Patrick Harris, Charlize Theron, Giovanni Ribisi. Start: Mai 2014

Godzilla

Godzilla wird nun nach dem Emmerich-Remake wieder auf Amerika losgelassen. Der Trailer lässt einen großartigen und eher ernsten Monsterfilm erwarten. Das Design erinnert stark an das japanische Original. Mit Bryan Cranston, Ken Watanabe und Aaron Taylor-Johnson. Start: Mai 2014

22 Jump Street

Die Undercover Cops (Jonah Hill, Chaning Tatum) werden dieses Mal aufs College geschickt. 21 Jump Street ist eine der besten Komödien der letzten Jahre, hoffentlich kann die Fortsetzung mithalten. Start: August 2014

Kino und me-e-eh

Fotos: Her/Transcendence/Godzilla © Warner Bros Entertainment, A Million Ways To Die In The West © Universal, 22 Jump Street © Columbia Pictures Industries

Text: Maximilian Feurstein


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Bio? Bin ich!

Fotos: bio bin ich, bezahlte Anzeige

Ein Bioladen mit besonderer Einkaufsatmosphäre: »bio bin ich« in der Marktstraße 61 in Dornbirn. Ein 300 m2 großer Bioladen Die beiden Schwestern Angelika und Gabriele Fetz führten bereits acht Jahre lang in der selben Straße ein Biogeschäft – klein war es, aber das Sortiment konnte sich sehen lassen. Mit dem Umzug zur 300 m2 großen Verkaufsfläche ein paar Häuser weiter konnten sie ihr Angebot der rasant steigenden Nachfrage biologischer Produkte anpassen. Das Sortiment umfasst über 5.000 Artikel, jeder wird nach kontrolliert biologischen Richtlinien hergestellt. Darunter befinden sich ein breites Obst- und Gemüseangebot,

Molkereiprodukte, eine Käsetheke mit 60 verschiedenen Sorten, Getränke, Weine, Kosmetik- und Pflegeprodukte und nicht zuletzt eine Vielfalt an Trockenprodukten. Vorteile von Bio-Produkten • Anbau ohne Kunstdünger und chemische Spritzmittel • artgerechte Tierhaltung und natürliche Futtermittel • schonende, werterhaltende Verarbeitung ohne künstliche Zusatzstoffe und Aromen • Verbot von Gentechnik Kosmetik nach Dr. Hanuschka Neu ist das Angebot kosmetischer Behandlungen nach Dr. Hauschka: Im liebevoll gestalteten Wohlfühlraum bietet die Kosmetikerin

Carmen Kinzl alles, um die Seele baumeln zu lassen: »Wenn unsere Kunden mit einem Strahlen und mit der Vorfreude auf den nächsten Termin das bio bin ich-Kosmetik­ studio verlassen, ist das für mich der schönste Lohn!« Einkaufen neu erleben Der größte Biomarkt Vorarlbergs ist übersichtlich, hell und freundlich gestaltet. Die Regale (aus einheimischem Apfelkernholz!) bieten preiswerte und gesunde BioLebens­mittel – selbstverständlich auch Knabbereien und Süßigkeiten. bio bin ich bietet ein Einkaufserlebnis, das über den reinen Versorgungseinkauf hinausgeht. Endlich! Mehr Infos unter biobinich.at 53


Film

Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxie ... Naja, sagen wir in einem weit entfernten Land: »Dünyayı Kurtaran Adam« besser bekannt als

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Star waRs

Text: Dominik Krug

Star Wars-Fans auf dem gesamten Planeten sind in heller Aufregung, seit der Disney Konzern sich die Rechte an der »Krieg der Sterne«-Saga gesichert und weitere Filme angekündigt hat. Bereits 2015 soll die »Episode 7« in den Kinos starten. Glücklicherweise hat George Lucas nichts mehr mitzubestimmen. Wer sich nun über diese Aussage wundert, soll sich die neuen Star Wars-Filme nochmals ansehen – »Neu« ist nicht immer besser. »Alt« aber auch nicht zwingend ...

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Bester Beweis dafür ist »Dünyayı Kurtaran Adam« (Der Mann, der die Welt rettet), der als »schlechtester Film der Welt« bezeichnet wird. Das Werk aus dem Jahre 1982 ist nie in den österreichischen Kinos gelaufen und kann auch nicht im Laden um die Ecke erstanden werden, lediglich auf Amazon wird man fündig. Allein durch YouTube wurde diese filmische Glanzleistung in unseren Breiten unter Trash-Freunden populär. Weil der Regisseur die grandiose Dreistigkeit besaß, einfach Szenen aus »Krieg der Sterne« in seinen Film zu schneiden, ist er auch als »Turkish Star Wars« bekannt.

Illustration: Ländle Magazin, Fotos: Dünyayı Kurtaran Adam

May the Fürce will be with yü Zu Beginn der 80er Jahre hatte George Lucas mit seinem Sternkrieger-Epos Star Wars bewiesen, dass wenig erfolgsversprechende Konzepte Geld abwerfen können. Viel Geld. Dank ausgefeilter, zur damaligen Zeit herausragender Technik und Special Effects, unverbrauchten Jungdarstellern, klassischer Heldenreise-Motive und einer der ersten großen Merchandise-Kampagnen hatte Lucas sich die Lizenz zum Gelddrucken erarbeitet. Verständlich, dass dies auch auf andere Filmemacher und Medienschaffende attraktiv wirkte. Diese bilderbuchhafte Erfolgsgeschichte sprach sich schließlich sogar bis zum Bosporus herum. Dort suchten und fanden sich Erotik-Regisseur Çetin Inanç und Arzt / Zirkusartist Cüneyt Arkin – letzterer schrieb das Drehbuch zum türkischen Gegenschlag. Dabei hielt er sich strikt an die Lucas-Erfolgsformel: banale Story, unverbrauchte Gesichter, bahnbrechende Effekte. Der Haken: Woher Geld nehmen, wenn nicht stehlen? Eine rhetorische Frage. Um dieses Problem zu umgehen, griff man nämlich auf äußerst kreative Weise erneut auf George Lucas‘ großes Vorbild zurück: Man klaute einfach. Nicht etwa die Idee. Nein, gleich den ganzen Film, mit Haut und Haaren.

Murat rettet die Welt Nach einer Raumschlacht stranden die beiden Starfighter-Asse Murat (Cüneyt Arkin) und Ali (Aytekin Akkaya) auf einem fiktiven Wüstenplaneten. Dort gilt es, das unterdrückte Volk von einem 1000 Jahre alten Hexer zu befreien, der regelmäßig Plastik-Skelettkrieger, Klopapiermumien und rosa Plüschmonster auf die unterdrückten Bürger hetzt. Um in diesem Kampf bestehen zu können, benötigen die Helden aber das gezackte Pappmaché-Schwert der Götter. Letztlich enttarnt Murat die List des bösen Zauberers und betritt den Ring für eine epische Backpfeifen-Schlacht, die selbst Bud Spencer wie einen Kirchenchorknaben aussehen lässt. Handlungstechnisch beschränken sich die Parallelen zu Star Wars auf ein frappierend ähnliches Setting (Tatooine, der Wüstenplanet) und einige detailverliebte Déjà-Vus (z.B. die Mos Eisley Kantina). Das könnte man soweit ja noch durchgehen lassen, aber der Ideenklau und damit der Winterschlussverkauf beginnt ja gerade erst. Gelegenheit macht Diebe Inanç und Arkin waren, als sie das Drehbuch in Händen hielten, davon überzeugt, mit dem Westen und Lucas konkurrieren zu können. Nun war da immer noch das fehlende Geld. Trotzdem hielt man an dem Wunsch fest, ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Kurz: Man nahm es sich einfach. Die mit dem mickrigen Budget von einer halben Millionen Dollar ausgestattete Produktion konnte sich keine Raumschlachten leisten, so viel war klar. Also setzte man Ali und Murat mit Motorradhelmen auf dem Kopf in einen schwarzen Raum vor eine Leinwand (erstes Foto), auf der der Kampf um den ersten Todesstern aus Star Wars gezeigt wurde. Dazu spielte man den Score von Kampfstern Galactica oder Flash Gordon. Jetzt mussten sich die beiden Darsteller in ihren improvisierten Cockpits nur ein wenig durchrütteln lassen – und die Illusion war fast perfekt. 55


Film

Wo man schon dabei war, bediente man sich weiters bei Moonraker, Ben Hur, Planet der Affen und Lautlos im Weltraum, um nur einige Filme zu nennen. Die wohl bekannteste Szene ist jedoch eher eine Hommage an Rocky mit Silvester Stallone – Murat trainiert in der Wüste für den großen Kampf, wobei er Sand verprügelt, bierkästengroße Felsbrocken durch die Gegend kickt, die beim Aufprall explodieren, und sich riesige Steine an die Beine bindet, um anschließend wie ein Gummiball (dank aufgestellter, leider nicht ganz unsichtbarer Trampoline) durch die Gegend hüpft. Doch: Der Erfolg des Films blieb wenig überraschend aus – und damit auch mögliche Sequels wie »Die Klopapiermumien schlagen zurück« oder »Die Rückkehr der osmanischen Ohrfeige«. Der Ruf nach Nachfolgern Außerhalb der Türkei erschien »Der Mann, der die Welt rettet« erst mit aufkommender Verbreitung des Internets auf dem Radar der Cineasten – worauf er sogleich den heute gängigen Titel »Turkish Star Wars« erhielt. Der bis dato nie synchronisierte Film wurde von Trash-Fans liebevoll übersetzt – wobei man darauf achtete, die bissigen One-Liner möglichst detailgetreu zu erhalten. Ein Beispiel: Ali: »Do you think you are the man who saves the world?« Murat: »As much as you think you are a womanizer.« Die Popularität des Phänomens »Turkish Star Wars« ging soweit, dass 2006 ein offizieller Nachfolger – »Dünyayi Kurtaran Adamin Oglu« – »Der Sohn des Mannes, der die Welt rettet«, oder dieses Mal offiziell 56

»Türken im Weltall« produziert wurde. Leider fehlte, wie zu erwarten, der besondere Charme des Originals. Zumal man dieses Mal ganz bewusst die Genre-Schublade Komödie / Parodie angepeilt hatte. Zumindest kehrte Cüneyt Arkin ein weiteres Mal als Murat auf die Leinwand zurück – jedoch nicht mehr astralkörperfrei wie noch 1982. Inzwischen finden sich massenhaft Clips auf YouTube und anderen Videoportalen, die sich mit dem Film selbst, der türkischen Kampfkunst »Amarok« und der Spezialtechnik des Mannes, der die Welt rettet, der osmanischen Ohrfeige, auseinandersetzen. Die angesprochene Trainingsszene in der Wüste gilt inzwischen als kleine Berühmtheit und zählt zur Sparte Internet-Phänomene wie das Star Wars Kid oder Grup Tekkan. 2012 ist in Anlehnung an den Film in Deutschland ein Drehbuch mit dem Titel »Der Junge, der die Welt rettet« entwickelt worden, welches von einem jungen Schüler in unserer heutigen Realität handelt, der dem türkischen Bruce Lee Cüneyt Arkin nacheifert und auf dem Weg zum Erwachsenen haarsträubende Abenteuer erlebt – inklusive Klopapiermumien und Ohrfeigen-Gewittern. Ein neuer Anwärter auf den Titel »Schlechtester Film aller Zeiten«? Zurück zu Star Wars An den Charme eines Klassikers heranzukommen, ist also eine richtige Herkules-Aufgabe. Ist eigentlich nichts Neues. Vor dem selben Problem steht nun auch Disney mit den neuen Star Wars Filmen. George Lucas selbst ist bei diesem Unterfangen bereits gescheitert. Nun sind wir gespannt, wie J.J. Abrams diese Herausforderung meistert. QR-Code scannen und das härteste Training der Filmgeschichte ansehen.

Fotos: Dünyayı Kurtaran Adam

Apropos Musik: Jede Heldentat des Mannes, der die Welt rettet, wurde stilsicher mit dem Indiana Jones-Theme untermalt – ein nie dagewesenes Crossover von Star Wars und Indiana Jones, das John Williams sicher auch sehr interessant gefunden hätte – hätte man ihn gefragt.


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jedoch eine gute Geschichte daraus entwickelt. Wobei ich gestehen muss, dass ich auf Schusswaffen nicht gänzlich verzichtet habe. Große Schusswechsel wird es allerdings nicht geben. Wenn jemand eine Pistole zieht, dann trifft er auch. Nach einiger Zeit hatte ich dann ein ca. 110 seitenstarkes Drehbuch geschrieben. Als Faustregel gilt: Eine Seite Drehbuch ergibt ca. eine Minute Film. Ob das tatsächlich so ist, werden wir noch herausfinden. Das Projekt wird sicherlich schwierig umzusetzen sein und wird vermutlich auch nicht so herauskommen, wie ich mir das vorstelle. Das spielt keine Rolle, wer es nicht versucht, scheitert mit Sicherheit. Das Ländle Magazin besteht aus großen (und etwas kleineren) Filmfans, darum haben wir beschlossen, ein neues Großprojekt zu starten: Wir drehen einen Film in Spielfilmlänge. Wir möchten unsere Leser teilhaben lassen, ob wir mit dem Projekt Erfolg haben oder kläglich scheitern und werden auf unserem Blog über unsere Fortschritte und Erfahrungen berichten. Das Drehbuch Die Idee entstand während einer nächtlichen Bartour, in der einer meiner Kumpel meinte: »Wir sollten einen Kung-Fu-Film drehen!« Schon etwas angeduselt haben wir die Idee allesamt für gut empfunden und hätten uns dann am liebsten am nächsten Tag (oder noch am selben Abend) an die Arbeit gemacht und mit dem Filmen begonnen. Ich lallte nur: »Jungs, mir bruchen zersch a Drehbuch. I mach des.« Am nächsten Tag fand ich die Idee immer noch gut und hab mit dem Schreiben begonnen oder wollte es zumindest. Denn ich bin schon auf das erste Problem gestoßen:

Wie will man mit praktisch null Budget einen Kung-Fu-Film drehen? Alleine die Location und Kostüme würden Unsummen kosten. Die Geschichte musste also in die Gegenwart verlegt werden. Dieses Problem war also gelöst. Das Blatt Papier blieb trotzdem leer. Denn durch diese Änderung stellte sich die nächste, berechtigte Frage: Wieso sollte in der heutigen Zeit nur mit den Fäusten statt mit Schusswaffen gegeneinander gekämpft werden? Ich wollte es unbedingt vermeiden, ein Kampfsportturnier als Schauplatz zu wählen. Nach einiger Zeit habe ich eine zugegeben plumpe Lösung gefunden,

Pläne für die Zukunft Dieser Film soll bis spätestens Ende 2016 umgesetzt sein. Danach möchten wir weitere Projekte realisieren: eigene, aber falls es sich ergibt, auch gerne die von anderen Vorarlberger Filmfreaks. Chance für andere Filmemacher Wir möchten anderen Filmbegeisterten ebenfalls die Möglichkeit bieten, sich in dieses Projekt einzubinden: Wir vergeben einen Platz für einen Gastregisseur, der bei einer brutaleren Kampfszene Regie führen kann. Sollte unter den Lesern sonst noch jemand Gefallen an unserem Projekt gefunden haben und sich in irgendeiner Form beteiligen wollen, so kann er sich gerne bei mir unter m.feurstein@ laendlemagazin.com bewerben. Auf unserem Blog werdet ihr in Zukunft einige Ideen und Tipps zum Filmemachen finden. To be continued ... 57


Menschen

Der

Spielmacher

Text: Chris und Maximilian Feurstein

Hallo Günter, du kreierst eigene Ich bin eher der »Themenmensch«, entsteht und das Regelwerk wird Brettspiele. Das klingt spannend, das heißt, wenn ich mich gerade fertig. Dann folgt die Testphase, woher kam deine Motivation, selbst mit irgendeinem Thema befasse das bedeutet viele Testspielrunden ein Spiel zu erfinden? oder beispielsweise eine Dokumit Feedback. Das ist sicher der Ich habe immer schon gerne mentation sehe, kann sich daraus längste und intensivste Teil – aber gespielt und auch Spielabläufe eine Spielidee entwickeln. auch der spannendste, weil ich verbessert – sogenannte erlebe, wie andere in das Spiel »Hausregeln« erstellt. Durch und meine Welt eintauchen. vielseitiges Interesse komMeine Leidenschaft begann, Das ist eine Menge Arbeit. men auch Themen, welche als ich für andere Spiele Wie viel Zeit wendest du gut für ein Spiel verwendbar dafür auf? sind. Wieso also nicht eines Hausregeln erstellte. Unterschiedlich, manche dafür selbst kreieren? Spielideen sind schon im Es ist bestimmt nicht Kopf fast vollendet, andere einfach, ein Spiel zu entwickeln, wie Dann baue ich passende Mechanis- wieder entwickeln sich erst beim gehst du so ein Projekt an? Testspielen weiter. men dazu. Nach der Idee und ersMan kann grob zwei HerangeVon der Idee zum Prototyp geht's ten Notizen arbeite ich in mehrehensweisen unterscheiden – entbei mir meistens recht schnell. Es ren Schritten weiter. Ich definiere weder gibt es einen Spielmechanis- Spielziele und die nötigen Wege kann passieren, dass ich nach einer mus oder aus einem Thema soll ein dahin. Ein erster Regelentwurf Woche schon den ersten »RohSpiel entstehen. ling« in Händen halte. Wobei meientsteht. Ich besorge Spielmaterial Ein Mechanismus beinhaltet die ne Prototypen optisch schon weit wie Spielfiguren oder entwerfe es reine Struktur des Spiels, also die fortgeschritten sind – für mich ist einfach selbst. Alles wird visuaAbläufe, Zusammenhänge, Entdas Spieldesign wichtig, denn das lisiert, gebastelt und druckfertig scheidungsstrukturen usw. Auge spielt mit. gemacht. Der erste Prototyp 58

Fotos: Markus Gmeiner Starke Fotografie

Günter Peter ist Familienvater und arbeitet in einer großen Vorarlberger Bank. Nichts Besonderes, würde man meinen, doch Günter entwickelt in seiner Freizeit Spiele. Nicht für die Playstation oder X-Box, sondern für den Wohnzimmertisch – sogenannte Brettspiele.


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»Cube IV« entführt uns auf einen fernen Planeten, wo wir Mineralien abbauen und auf Artefakte einer unbekannten Kultur stoßen. Ja, es gibt viel zu tun. Und es stehen schon wieder neue Ideen in meinem dicken Notizbuch ...

Machst du das Spieldesign auch selbst oder arbeitest du mit Grafikern zusammen? Weil ich meine Vorstellungen doch ziemlich gut in Wort und Bild umsetzen kann, mache ich alles selbst. Für ansprechende Prototypen reicht mein Geschick allemal. Wie viele Spiele hast du schon entwickelt? Es gibt rund 25 spielbare Prototypen. Einige davon sind »fertig«, andere lege ich beiseite, um sie nach einiger Zeit weiterzuentwickeln. Das hängt auch von der momentanen Interessenslage ab.

Ich mag es, wenn andere in das Spiel und meine Welt

Wie hat alles angefangen? Vor 20 Jahren habe ich das erste Spiel für meine Kinder angefertigt: »Drachenzauber«. Das erste erfolgreiche Spiel war »Morphland«, welches im Jahr 2001 beim internationalen Spielautorenwettbewerb von Hippodice in die Endrunde gelangt ist. Morphland war ein Spiel für zwei Personen. Die beiden Morphling-Clans leben in einem Nest, von dem aus sie versuchen, das fremde Nest zu erobern. Ein kleines Spiel mit wenig Material, dafür aber mit Tiefgang – das hat die damalige Jury wohl überzeugt. Dadurch war ich besonders motiviert, worauf »Waka« im folgenden Jahr gleich wieder dort zu finden war. »Waka« ist das Wort für »Kanu« in der Maori-Sprache. Beim Spiel handelt es sich um ein Kanurennen in der Südsee. Momentan ist ein Spiel bei einem Verlag in der Planung, zwei andere in der Endauswahl von etwa zehn Spielen eines Wettbewerbs. Mit ein wenig Glück klappt es irgendwann.

eintauchen.

Also ist es eher schwierig, ein Spiel zu publizieren. Kann man davon eigentlich leben? Wie so oft muss alles zusammen passen. Das Spiel muss einen Verleger finden, der gerade eines für sein Verlagsprogramm sucht und das für das Zielpublikum passt. Und natürlich spielt eine ordentliche Portion Glück eine Rolle. Es ist wirklich schwierig, vor allem das erste Spiel zu publizieren. Erfahrungsgemäß geht es danach etwas leichter, sofern das Erstlingswerk halbwegs erfolgreich war. Davon gut leben können nur ganz wenige. Woran arbeitest du gerade? Wie schon erwähnt, sind das meist mehrere Spiele nebeneinander. »Tarantium« ist in der intensiven Testphase – ein Spiel am Rand der Eiszeit, wo die Clans durch verschiedene Ressourcen ihr Überleben sichern. Weiters liegt da noch »Chicky« auf dem Arbeitstisch – Gockel versuchen möglichst viele Hühner um sich zu scharen, um Attraktivitätspunkte zu sammeln.

Welche Spiele inspirieren dich? Thematische Spiele, also weniger die abstrakten. Ich habe gerne Spielwelten, in die ich eintauchen kann.

Welches ist dein Lieblingsspiel, das nicht von dir ist? Für mich gibt es nicht »das Lieblingsspiel«, da bin ich sehr offen. Spiele, die ich auch gleich mitspielen würde, wenn man mich nachts um halb drei weckt, sind zum Beispiel »Dune«, das ist schon steinalt (1979), aber die beste Umsetzung des Romans von Frank Herbert, der auf dem Wüstenplaneten spielt. Ein anderes wäre »Civilization«, nicht Sid Meyers Civ, sondern das schon recht alte Spiel von Francis Tresham. Man entwickelt sein Volk von der Jungsteinzeit bis zur späten Eisenzeit in allen Bereichen einer Zivilisation.

Wo kann man deine Spiele spielen? Jeden 2. Montag im Monat im Rahmen des Spielabends der Spielothek Wolfurt. Eine gute Plattform für Spieler und Spielerinnen – und auch für mich, der viele Testpersonen braucht. Wer gerne mal dabei sein möchte, kann sich bei mir melden: guenter.peter@aon.at

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Rettet das Gsi

RETTET DAS GSI Unser Dialekt darf nicht verschwinden. Weitere Begriffe auf laendlemagazin.com und facebook.com/RettetdasGsi

 Text: Katharina Germann

Schnutz

Der hochdeutsche Begriff ist natürlich Schnauzer oder Schnauzbart, was wiederum ein großer Schnurrbart ist. Das Wort Schnutz kommt von Schnauze, früher auch Schnauße genannt. Dies kommt vom mittel­ niederdeutschen Begriff Snüt(e). Die Schnauze ist ein hervorspringendes, mit der Nase verbundenes Maul bestimmter Tiere. Und auch der Schnutz verbindet in gewisser Hinsicht ja den Mund mit der Nase. Spaßhalber wird der Schnutz von manchen auch »Rotzbremsa« genannt.

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Schnutz­ wichsi

Schnutzwichsi ist ein traditionelles Kosmetikprodukt für den männlichen Teil unserer Gesellschaft. Der Begriff Wichse wurde im allgemeinen Sprachgebrauch auch für wachsartige Putzmittel verwendet, die eine bestimmte Oberfläche zum Glänzen brin­gen. Auch Schuhcreme wird manchmal heute noch als Schuhwichse bezeichnet. Schnuzwichsi wird für die männliche Gesichtsbehaarung verwendet und wird im Hochdeutschen als Bartwichse bezeichnet. Angewendet wird die pomadeähnliche Paste, indem sie mit Daumen und Zeigefinger in den Bart gerieben wird (Bartwichsen). Der Schnurrbart oder Bart wird dadurch weich und formbar und kann so in die gewünschte Form gezwirbelt werden.


www.oberschwabenhallen.de Tickets 0751 82 -888 ticketshop@ravensburg.de /Oberschwabenhallen

Scharmützel

07.03.2014 | Oberschwabenhalle | 20 Uhr

Ein Begriff, der häufig noch von unseren Großeltern verwendet wird und ein treuer Begleiter beim Einkaufen ist. Das Wort wird vor allem in Bayern, Österreich und Böhmen eingesetzt, wo es eine Papiertüte bezeichnet. Eine Mögliche Herkunft ist das italienische Wort cartoccio, was auf Deutsch Kartusche oder Behälter bedeutet. Heute wird als Scharmützel auch öfters ein Plastiksack bezeichnet. Im allgemeinen Sprachgebrauch wir eine Schlacht bzw. ein Gefecht als Scharmützel bezeichnet.

Schüo zom wiossa, dass as no Lüt git, wo no eappas für üüsora schüona Dialekt üorig händ! Will Lee, Facebook-Fan

Scholtafelrutschar

HELGE SCHNEIDER & BAND

Da Snowboardfahrer sich ab und an mal auf die Piste setzen, weil das Stehen auf einem Brett nicht so einfach ist, sind sie bei vielen Schifahrern nicht sonderlich beliebt. Außerdem werden bei steileren Hängen Kurven öfters vermieden und das angenehmere Rutschen ausgeübt. Snowboarder werden deshalb oft als Scholtafelrutschar bezeichnet.

TIM BENDZKO - Ich steh nicht mehr still

SET THE CONTROLS Tour 2014 28.03.2014 | Oberschwabenhalle | 20 Uhr

29.03.2014 | OberschwabenKlub | 18 Uhr

11.05.2014 | OberschwabenKlub | 20 Uhr

13.05.2014 | Konzerthaus | 20 Uhr

23.05.2014 | OberschwabenKlub | 20 Uhr

24.05.2014 | OberschwabenKlub | 20 Uhr

25.05.2014 | OberschwabenKlub | 15 Uhr

28.05.2014 | Oberschwabenhalle | 20 Uhr

03.10.2014 | Oberschwabenhalle | 19 Uhr

24.10.2014 | Oberschwabenhalle | 20 Uhr

THE AUSTRALIAN PINK FLOYD SHOW

OLAF SCHUBERT & SEINE FREUNDE - So!

PAT METHENY - Pat Metheny Unity Group

DAS MEGA-KONZERT

Ein Wort, das bestimmt viele schon zu hören bekommen haben. Als Scholtafel bezeichnet man Holz­ tafeln, die hauptsächlich im Deckenschalungsbereich eingesetzt werden und in der Regel aus Tannen- oder Fichtenholz hergestellt werden.

11.03.2014 | Oberschwabenhalle | 20 Uhr

BÜLENT CEYLAN - Haardrock

VOLXMUSIC FESTIVAL Ravensburg

JOHANNES OERDING - Für immer ab jetzt

MAGNUM & SAGA - Double Headline Tour

GREASE - Das Musical

REINHARD MEY - dann mach‘s gut

Männer sind schuld, sagen die Frauen

29.11.2014 | Oberschwabenhalle | 20 Uhr

MARIO BARTH

13.12.2014 | Oberschwabenhalle | 20 Uhr

ATZE SCHRÖDER - Richtig fremdgehen Änderungen vorbehalten.

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Leckerei

LSechcmekcker er Das perfekte Gegen-den-

Winterblues-­Menü Text: Yvonne Hofer  62


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Vorspeise:

Parmesanschaumsüppchen mit Zucchini und Pinienkernen Zubereitungszeit: 20 Minuten Schwierigkeitsstufe: 2 Mengenangaben für 4 Personen

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Du brauchst:

500 ml Milch 250 ml Sahne 2 Stk. Bio-Zitronenschale 2 Lorbeerblätter 1 Knoblauchzehe 150 g frisch geriebener Parmesan 1 Zucchini 1 EL Pinienkerne frischer Thymian Olivenöl Salz Pfeffer

5 So wird‘s gemacht: 1 | Milch und Sahne mit den Zitronenschalen, Lorbeerblättern und dem Knoblauch aufkochen und ca. 10 min leise köcheln lassen. 2 | Die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten und anschließend hacken.

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3 | Zucchini in kleine Würfel schneiden und in etwas Olivenöl kurz bissfest anrösten.

Fotos: Markus Gmeiner Starke Fotografie

4 | Den Thymian vom Stiel befreien und fein hacken. Pinienkerne, Zucchiniwürfel und Thymian mischen und beiseite stellen. 5 | Die Zitronenschalen und Lorbeerblätter aus der Suppe entfernen. Den Parmesan zugeben und alles fein pürieren. Mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken. 6 | Etwas vom Zucchinigemisch in der Mitte eines tiefen Tellers anrichten und mit einigen Tropfen Olivenöl vollenden. 63


Leckerei

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Hauptspeise:

Filet »Gugelhupf« mit saisonalem Gemüse Zubereitungszeit: 1 Stunde Schwierigkeitsstufe: 2 Mengenangaben für 4 Personen

Du brauchst:

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1 Schweinefilet 150 g Knödelbrot 150 g geriebener Käse (z.B. Emmentaler) 2 Eier gehackte Petersilie Salz Pfeffer 300 g Bacon Pfeffer

7 So wird‘s gemacht: Normalerweise wird dieses Gericht mit doppelter Menge in einer Gugelhupfform zubereitet. Es wird am Vorabend vorbereitet, darf dann im Kühlschrank übernachten und wird am nächsten Tag nur noch in den Ofen geschoben. Wenn wir keine Gäste erwarten, kommt es nach diesem Rezept in eine Kastenform. 1 | Das Filet in einer Pfanne mit Butterschmalz scharf anbraten, mit Salz und Peffer würzen, beiseite stellen und etwas auskühlen lassen.

4 | Die Hälfte der Knödelmasse auf den Speck geben und gut andrücken.

2 | Das Knödelbrot mit dem Käse, der Petersilie und den Eiern mischen (evtl. noch ein paar Tropfen Milch dazu geben) und kurz rasten lassen.

5 | Das Filet auflegen und mit der restlichen Masse bedecken, wiederum gut andrücken. Mit dem Speck zudecken, Alufolie darüber geben und über Nacht in den Kühlschrank stellen.

3 | Eine Kastenform ausfetten und mit dem Bacon aus­legen, sodass der Speck aus der Form heraushängt und sich der Braten so am Ende damit zudecken lässt.

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6 | Am nächsten Tag bei 180° C ca. 1 Std. lang backen, dann die Alufolie abnehmen und weitere 15 min im Ofen belassen bis der Speck knusprig ist. 7 | Dazu passen jede Art von Gemüse (am besten Saisonales) und eine leckere Sauce.


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Nachspeise:

Strawberry-Cheese­cake-Creme im Glas

1

Zubereitungszeit: 30 Minuten Schwierigkeitsstufe: 2 Mengenangaben für 4 Personen

Du brauchst: 100 ml Milch 60 g Zucker Zitronenabrieb 3 Blatt Gelatine 2 Eigelb

250 g Topfen 200 g geschlagene Sahne 200 g Erdbeeren Staubzucker nach Bedarf Zitronensaft

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3

So wird‘s gemacht: 4

1 | Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Die Milch mit dem Zucker aufkochen. Zwei Eigelb verquirlen und mit etwas Zuckermilch verrühren, anschließend in die restliche Zuckermilch einrühren. 2 | Die Gelatine ausdrücken, ein bisschen von der heißen Flüssigkeit dazugeben, glattrühren und zum Rest in den Topf geben. Das Ganze durch ein Sieb streichen und auskühlen lassen. 3 | Den Topfen unterrühren und zum Schluss die geschlagene Sahne unterheben. Die Masse in einen Spritzsack füllen, in 4 Gläser füllen und ein paar Stunden in den Kühlschrank stellen. 4 | Zwei Erdbeeren klein würfeln und beiseite stellen. Die restlichen Erdbeeren mit Staubzucker und etwas Zitronensaft pürieren, auf die Cheesecake-Creme geben und mit der kleingewürfelten Erdbeere und einem Blatt Minze anrichten. 65


Leckerei

Texte: Katharina Germann

Einsatzort:

Schlosskaffee Hohenems Schlossplatz 10, 6845 Hohenems, +43 5576 72356, schokoladengenuss.at

Bereits beim Betreten des Lokals standen wir vor einer unglaublichen Kuchen- und Tortenvitrine. Bei diesem Anblick blieben vorerst keine Wünsche offen und die Vorfreude stieg. Obwohl wir keinen Tisch reserviert hatten, bekamen wir gleich einen Platz im Freien. Das Ambiente war nett und gemütlich, dank des offenen »Wintergartens« war es angenehm, draußen zu sitzen. Frühstück gibt es den ganzen Tag und das Angebot ist groß: Es gibt vorgeschlagene Kombifrühstücke, Frühstücksplatten für zwei Personen, es kann aber auch alles einzeln bestellt werden. Bei jedem Frühstück ist ein Kaffee inkludiert – wahlweise sogar ein Spezial-­ Kaffee, wie z.B. mit Schokoladen- oder Karamell­ geschmack und das ohne Aufpreis! Bei dem Frühstück, das wir bestellten, war alles dabei: verschiedene Käsesorten, Schinken, Salami, selbst­ gemachter Topfenaufstrich, Gemüse, Butter und sogar hausgemachte Marmeladen. Alle Wurstwaren kommen von der Metzgerei Prantl in Hohenems. Beim Gebäck gibt es ein paar Sorten zur Auswahl: Semmel, Kornspitz, Laugen und Croissants sind vorhanden. 66

Das zusätzlich georderte weichgekochte Ei war auf den Punkt zubereitet und schmeckte köstlich. Die Konsistenz des Rühreis war sehr gut, geschmacklich allerdings etwas fad – da halfen wir selbst ein wenig nach. Das Müsli, das ebenfalls separat bestellt wurde, enttäuschte uns ein wenig: Es sah mit seinen frischen Früchten sehr lecker aus, leider fehlte es ihm etwas an Geschmack. Ein Löffelchen Honig hätte es perfekt gemacht. Eines der weiblichen Teammitglieder schätzte (wie so oft bei unseren Ausflügen) ihr Hungergefühl größer ein, als es schlussendlich war, deshalb bat sie die Servicedame, die übriggebliebenen Leckereien einzupacken. Diese ging auf jeden unserer Sonderwünsche ein, war sehr freundlich und aufmerksam. Leider waren wir nach dem leckeren Frühstück zu satt, um noch ein Stück Kuchen oder Torte essen zu können und entschieden uns daher, ein paar Stücke mitzunehmen, um sie am Nachmittag zuhause zu genießen. Der Preis am Schluss war absolut in Ordnung, nicht deshalb vergeben wir die Gesamtnote »2+« für das Frühstück inkl. ausgezeichneter Kuchen und Torten. Wir können es guten Gewissens weiterempfehlen! Details zur Bewertung findest du auf unserer Website unter »Frühstücksteam«.

Fotos: Ländle Magazin

An einem kühlen Spätsommersonntag machte sich das Frühstücksteam zum ersten Mal auf den Weg in die Palaststadt Hohenems. Ziel des Ausflugs war das Schlosskaffee der Familie Fenkart.


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Einsatzort:

Marenda Schulgasse 7, 6850 Dornbirn, +43 5572 204440, marenda.at In der Vorweihnachtszeit stürzte sich das Frühstücksteam mitten in das Dornbirner Einkaufsgetümmel. Ziel war das Marenda in der Schulgasse. Leider hatte wir nicht reserviert, doch nach einer kurzen Wartezeit, in der wir das schöne Ambiente des Cafés bewundern konnten, bekamen wir einen Tisch. Zur Auswahl gibt es Frühstückskombinationen und einzeln dazu bestellbare Komponenten. Da wir natürlich möglichst alles probieren wollten, haben wir Frühstückskombis teilweise zusammen bestellt: allerlei Gebäck, Butter, diverse Marmeladen, Honig, Käse, Schinken, ein perfekt weich gekochtes Ei, köstliches Rührei, leckeres Müsli und natürlich auch Kuchen. In der Vitrine gleich beim Eingang entdeckten wir schon bei unserer Ankunft eine riesige Auswahl an belegten Brötchen. Die von uns gewählte Focaccia mit Ricotta, Camembert und Obst war absolut köstlich – alleine deswegen würde eine Person aus unserem Team jeden Tag nach Dornbirn fahren.

Fotos: Ländle Magazin

Wie immer hatten wir zu wenig Platz auf dem Tisch. Die Servicedamen waren allerdings sofort zur Stelle und brachten uns ein kleines Beistelltischchen, auf dem wir unsere Berge an Essen zwischen­ lagern konnten. Zum Trinken hatten wir diverse Kaffeearten, einen Kakao und (endlich wieder einmal!) frisch gepressten Orangensaft. Ein Teammitglied war etwas irritiert von der Kondensmilch, die ihm zum Kaffee serviert wurde, als er deshalb um

frische Milch bat, wurde ihm dieser Wunsch sofort erfüllt. Krise erfolgreich abgewendet! Als Tüpfelchen auf dem »i« verteilte eine Mitarbeiterin noch ein paar Zimtsterne der neuen Nussmischung zum Probieren, die das Marenda-Team auf jeden Fall sehr gut hinbekommen hatte. Allgemein waren die Bedienungen sehr aufmerksam und hilfsbereit. Sie waren nicht für einen bestimmten Tisch zuständig, sondern halfen immer da, wo sie gerade gebraucht wurden. Ein sehr erfrischendes und sympathisches Konzept. Das Marenda gibt es seit Juli 2012. Der geschmackvoll eingerichtete Innenraum lädt zum Verweilen ein und strahlt eine angenehme Atmosphäre aus. Die offene Küche ermöglicht es, dem Bäcker und den Servicedamen bei der Arbeit zuzusehen und jede frisch zubereitete Speise gleich zu erblicken. Ob gemütlich an einem Tisch, für einen kurzen Abstecher auf der Fensterbank oder einfach an der Kasse zum Mitnehmen: Im Marenda gibt es für jede Tageszeit das richtige Essen. Wir waren mit jeder unserer Bestellungen sehr zufrieden und gingen wohl gesättigt und glücklich aus dem Café. Es war mit Sicherheit nicht unser letzter Besuch. Das Marenda überzeugte jeden von uns, deshalb können wir die Gesamtnote »1-« vergeben. Die Bewertungsdetails und weitere Frühstücksteamausflugsberichte gibt es auf unserer Website unter »Frühstücksteam«.

Lokaltipps gesucht! Kennst du ein Café, das unser Frühstücksteam unbedingt kennenlernen muss? Dann schicke deine Empfehlung an info@laendlemagazin.com. 67


Shopaholic

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Das Jahr ist vorüber. Unglaublich – die Zeit ist regelrecht verflogen. Als ich vor zwölf Monaten mein Vorhaben laut aussprach, glaubte wohl keiner, dass ich – Shoppingqueen Nr. 1 in unserem Umfeld – es auch nur einen Monat lang schaffen könnte, auf’s Einkaufen zu verzichten. Wenn ich ganz ehrlich bin, ich hatte anfangs auch noch meine Zweifel, mit der Zeit lösten sich diese allerdings in Luft auf.

Text: Cornelia Bachträgl

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Shopaholic

Juli Ich war shoppen! Aber nicht für mich, sondern für meinen Schatz – der hatte nämlich Geburtstag. Mein Schatz ist ein gut aussehender Mann mit Geschmack, aber er hasst es zu shoppen. Er geht nicht gerne in Einkaufszentren, fühlt sich unwohl zwischen den vielen gestressten Menschen und ist von der Auswahl schnell überfordert. Aus diesem Grund wurde es zur (von mir sehr lieb gewonnenen) Tradition, meinen Freund zu festlichen Anlässen mit neuen Klamotten zu versorgen. Er würde sonst seine Kleidung so lange tragen, bis sie ihm vom Leibe fällt. Da war ich nun also im H&M. Das Angebot der Männerabteilung war ja schon immer kläglich. Wie wäre es mit Gleichberechtigung? Nicht dass das wichtig wäre, aber es kommt ja auch uns Frauen zugute, wenn Mann statt nur fünf vielleicht sogar 30 Minuten braucht, um das Sortiment zu sichten. Denn das Shopping-Zeitmanagement war bei uns immer ein leidiges Thema: Wenn ich meinen Schatz überredete, mich ins Einkaufszentrum zu begleiten, war er nach gefühlten 20 Sekunden »fertig«, während ich gerade einmal den ersten Kleiderständer durchgesehen hatte. Mein Vorschlag, er solle sich doch noch im Media Markt umsehen, danach wäre ich sicherlich auch soweit, wurde meist nur augenrollend hingenommen. Wohl wissend, dass ich dann allerhöchstens in der Schlange vor der Umkleidekabine stehen würde ... Ich fand im H&M diesmal zum Glück alles, was Schatz brauchte. Und weil ich noch etwas Zeit übrig hatte, schlenderte ich unauffällig (ich könnte ja entdeckt werden) 70

durch die Damenabteilung. Ich sah zwar ein paar Dinge, die mir gefallen hätten, aber ich blieb standhaft! August Ende Juli hatten mein Schatz und ich endlich unseren Urlaub geplant. Anfang August ging es auch schon los: Wir fuhren für fünf Tage an den Gardasee. Ich freute mich schon sehr auf die Zeit in la bella Italia und das nicht nur, weil wir endlich dem Alltag entfliehen konnten. Ein großer Vorteil an Urlaub ist: Ich darf shoppen (siehe Jänner-Kolumne)! Aber es passierte etwas Schreckliches! Ich hatte keine Lust! Ist es nun wirklich schon so weit? Werde ich nach einem Jahr Abstinenz zu einer dieser Frauen, deren Zehennägel sich beim bloßen Gedanken an ein Einkaufszentrum aufrollen?! Bin ich bald süchtig nach Nicht-Shopping? Das wäre absolut furchtbar und muss unbedingt vermieden werden. Zum Glück habe ich noch vier Monate Zeit, um mir einen Schlachtplan zu überlegen. Aber es gab im August auch gute Momente! Zum Beispiel fand ich in den Tiefen meines Kleiderschranks ein oder zwei Kleidungsstücke, die ich schon ganz vergessen hatte. Darunter waren Jeggings, die ich vor zwei Jahren gekauft und nur einmal getragen hatte, und ein Trägerleibchen, das noch das Preisschild hatte. Kombiniert mit einer Weste, die ich mir letzten Sommer gekauft hatte, aber danach nicht mehr gut fand, sah das Outfit richtig gut aus! Sachen gibt’s ... September Die letzten acht Monate kam ich ja wirklich überraschend gut über die Runden. An Orten, mit denen

ich selbst niemals gerechnet hätte, wurde ich fündig. Nachschub gab es praktisch überall. Doch jeder Luxus geht irgendwann vorbei: Wir haben keine Plastiksäcke mehr zuhause! Früher war alles viel einfacher: Ich ging regelmäßig shoppen, fragte an der Kasse automatisch nach einer Papiertüte oder verzichtete auf die Tragetasche – wenn beides nicht möglich war, nahm ich widerwillig meinen Einkauf in Kunststoffsäcken entgegen. Da sich meine Shoppingausflüge nicht auf einzelne Geschäfte, sondern eher auf ganze Shoppingmeilen beschränkten, hatten wir immer ausreichend Plastikbeutel im Haus. Da ich aber seit Jahresbeginn nicht mehr für Nachschub sorge und wir unsere Haushaltseinkäufe immer im Korb oder im wiederverwendbaren und praktisch zusammenlegbaren Stoffsackerl transportieren, hat sich unser Vorrat dramatisch verringert. Als ich mich letzte Woche beim Gedanken, alte Plastiktaschen aus dem Büro zu entwenden, erwischte, wurde mir klar, dass es so nicht weitergehen kann. Deshalb starte ich hier und jetzt einen Aufruf: Schickt mir bitte eure alten Plastiksäcke! Ich nehme sie in allen Größen, Farben und Stärken. Danke! Oktober Die Kombination aus meiner Kleidergrößenreduzierung und dem Tragen der immer gleichen Klamotten lässt meinen aktuellen Stil am besten als “Kartoffelsack” bezeichnen. Langsam, aber sicher sehne ich mir also das neue Jahr herbei, damit ich mich neu einkleiden kann. Der Termin dafür steht zwar noch nicht fest, die Stadt allerdings schon: Fräulein K. begleitet mich in nach London


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und ich kann es kaum erwarten, mich mit 326 anderen shoppinggeilen Touristen im Primark um den letzten anthrazitfarbenen Pullover mit Stickapplikation zu streiten ... Ehrlich gesagt, diese Vorstellung macht mir irgendwie Angst. Ich mag weder die Atmosphäre noch die sonderbar niedrigen Preise von Primark. Ich sollte mich mal an die Recherche toller Bio-, Handmade- und Fairtraide-Läden in London machen ... und versuchen herauszufinden, welche herkömmlichen Shops man ruhigen Gewissens aufsuchen darf. Es waren schließlich nicht bloß meine Shoppingexzesse, sondern auch die unmenschlichen Arbeitsbedingungen von H&M & Co, die mich dazu gebracht haben, ein Jahr lang die Kleiderindustrie zu meiden. Früher gab es für mich nichts Aufregenderes, als samstags mit tausenden Gleichgesinnten in den Messepark zu stürmen, mit Kleiderbergen an den Umkleiden anzustehen, um danach mit schmerzenden Schultern die Tüten ins nächste Geschäft zu schleppen. Wenn ich jetzt an das Einkaufsgewusel denke, steigt ein leichtes Gefühl von Panik in mir auf. Was soll’s ... bis Neujahr ist es noch lang – vielleicht ändert sich mein Gemütszustand ja noch! November Heieieiei, nur noch einen Monat durchhalten! Mittlerweile kann ich es kaum noch erwarten, endlich wieder die heiligen Hallen des Einkaufvergnügens zu betreten. Es gibt so viele schöne Farben. Und Stoffe. Und Schnitte. Zuhause habe ich zwar auch Klamotten in vielen Farben und Materialien, aber die haben alle zwei Dinge gemeinsam:

den Bedarf nach Unmengen von Weichspüler und den Used-Look. Ich kann sie nicht mehr sehen. Doch Rettung nahte: Meine Mutter war im November einige Tage bei uns und hat sich unseres Bügelberges angenommen. Plötzlich tauchten verloren geglaubte Kleider und längst vergessene Oberteile auf! Ich konnte es kaum fassen, ich hatte doch tatsächlich noch Kleidung, die ich in meinem shoppingfreien Jahr noch nicht getragen hatte! Die Vorweihnachtszeit lenkt mich auch ein bisschen vom nicht vorhandenen Tragekomfort meiner letztund vorletzsaisonalen Kleidung ab: Ich kann mich ein paar Wochen lang in Kuschelpullover mit kitschigen Weihnachtsmotiven einpacken. Und wenn ich dann doch mal wieder ein ausgewaschenes Shirt oder einen verzogenen Pullover tragen muss, zieh ich meine neue Winterjacke einfach nicht aus. Ja, diese Winterjacke habe ich mir selbst gekauft. Und ja, ich habe sie dringend gebraucht! Dezember Wenn ich stolz verkünde, es geschafft zu haben, werde ich meistens gefragt, wie viel Geld ich gespart habe. Leider habe ich darauf keine Antwort. Im Nachhinein betrachtet, wäre es wirklich sinnvoll gewesen Buch zu führen, aber da es mir nicht ums Sparen ging, sondern darum, mein Durchhaltevermögen auf die Probe zu stellen, hatte ich daran nicht gedacht. Zu Beginn meiner Mission hatte ich noch vor, mir selbst Kleidung zu nähen, dafür fehlte mir dann aber doch die Zeit. Durch meine Ernährungsumstellung im Frühling nahm ich einige Kilo ab und passte

wieder in Hosen und Röcke, die ich länger nicht mehr anziehen hatte können. Manchmal wurde ich sogar von Arbeitskolleginnen gefragt, ob ich mein Vorhaben gebrochen hätte, da sie mein Outfit (oder zumindest Teile davon) zuvor noch nie gesehen hatten. Situationen wie diese amüsierten und beschämten mich zu gleichen Teilen. Das Jahr 2012 hatte ich mit ein paar Shoppingausflügen in Wien und Graz beendet, deshalb besaß ich viele neue Winter-Kleidungsstücke – allerdings waren mir diese zu groß, da ich sie während meines Höchstgewichts gekauft hatte. Somit musste ich ab September Klamotten tragen, die ich schon mehrere Jahre mein Eigen nannte. Das ist natürlich grundsätzlich nicht schlimm, allerdings fühlte ich mich darin nicht mehr wohl, da sie verwaschen, verzogen und fusselig sind. Ich freue mich also schon sehr auf meinen ersten Shoppingtrip nach zwölf Monaten: Im Jänner machten Fräulein K. und ich Lindau und Dornbirn unsicher. Ich habe in diesem Jahr mit Sicherheit viel gelernt, z.B., dass ich mehr schaffe, als ich mir zutraue. Und dass mein Kleiderschrank viel zu bieten hat. Aber vor allem, wie leicht es mir fällt, auf unverhältnismäßigen Konsum zu verzichten. Ich bin mir sicher, dass diese Erkenntnisse auch in Zukunft noch nach­haltig wirken und in meinem Kopf fest verankert sein werden.

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Musik

Am 7. Februar erschien »Trumpf«, das sechste Album der österreichischen Band Garish. Es ist das dichteste und intensivste, das sie je gezaubert haben. Wir sprachen mit Sänger Thomas Jarmer über Poesie, Musiktrends und seine Beziehung zu Vorarlberg.

Bereits zwei Jahre nach eurer Gründung habt ihr auf dem Forest Glade Festival als Support für die Red Hot Chili Peppers gespielt. Was war das für ein Gefühl? Das war schon aufregend – und eine völlig neue Dimension für uns. Wir haben uns damals über die gesamte Bühne verteilt. Umso befremdlicher, wenn man zum ersten Mal auf einer Festival-Bühne – und da vier Meter voneinander entfernt – steht. Das letzte Album »Wenn dir das meine Liebe nicht beweist« kann getrost als Meisterwerk bezeichnet werden. Habt ihr bewusst eine längere Pause bis zur nächsten Platte eingelegt? Wir wollten – aufgeputscht von der letzten Tour und 72

voll im Saft – möglichst rasch an neuem Material arbeiten, mussten jedoch feststellen, dass es dafür keinen Anlass gab, da es mehr eine Idee als ein Bedürfnis war. Offenbar muss man erst den Faden verlieren, um wieder den Anschluss zu finden. Ihr habt bereits beim Konzert im August in Vorarlberg einen kleinen Ausblick auf euer am 7. Februar erschienenes Album »Trumpf« gewährt. Was kannst du uns über euer neuestes Werk erzählen? Sie ist erkenntlich als Garish-Platte, aber wiederum sehr anders. Unverblümter und unvorsichtiger als ihr Vorgänger. Und da wir viel von dem Live-Sound auf dem Album haben wollten, auch eine richtige Band-Platte ohne viel Schnick-Schnack. Ihr habt euch also dem Elektro- und Synthesizertrend widersetzt? Die Diskussion führen wir immer wieder – zu jeder neuen Platte. Wir haben damals mit deutschen Texten begonnen, als es hierzulande noch als kauzig und schlagerhaft galt. Als die Plattenfirmen nur mehr Deutschsprachiges durch den Äther blasen wollten, hatte das nichts damit zu tun, wie wir das verstehen.

Foto: Julia Grandegger

Seit 1997 gibt es »Garish«, aber ihr kennt euch alle seit der Schulzeit. Da geht man sich doch bestimmt das eine oder andere Mal auf die Nerven? Ja, mitunter auch mehr als das. Man wird berechenbarer, wenn man so lange Zeit etwas derart Persönliches miteinander teilt – andererseits sind es auf Grund dessen auch belastbare Beziehungen, die man zueinander hat, da muss man sich nichts schenken. Zärtlichkeit bekommt da ihre eigene Form.


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ist Trumpf Text: Cornelia Bachträgl

Man kann sich im Grunde auch nicht aussuchen, wie die eigene Musik klingt – zumindest dann nicht, wenn man Musik als Diktat handhabt. Das sollen andere machen, es gibt ja auch genug Gute davon. Habt ihr nie darüber nachgedacht, englisch zu singen?
 Damit haben wir begonnen – aber es hat sich nie richtig angefühlt. Die Übersetzung in eine Fremdsprache hat für mich zu viele Abstriche bedeutet – damit geht viel persönlicher Ausdruck verloren, auch mit dem Fluchen ist es nicht dasselbe. Deine Texte sind sehr poetisch. Tatsächlich verwendest du bei den Liedansagen während der Konzerte eine ebenso gewählte Ausdrucksweise. Wärst du Dichter geworden, hättest du keine so tolle Stimme? Wohl eher Hungerleider ... ich schreibe nur zu Musik. Das ist ein guter Anlass, um zu schreiben. Abseits davon fehlt mir der Reiz. Musik ist eine Macht – und ich brauche Rhythmus und Melodie, um schreiben zu können. Aber ich bewundere Menschen, die ein Repertoire an Gedichten intus haben. Ich wurde kürzlich gefragt, ob ich glaube, dass sich Musiker privat ihre eigenen Songs anhören. Also, Hand aufs Herz, hat jemand von euch ein »Garish«-Album im Auto? Hab nur ein Kassetten-Deck (grinst).

Wie gefällt es euch in Vorarlberg? Ward ihr schon mal auf Urlaub hier oder immer nur, um andere mit eurer Musik den Alltag vergessen zu lassen? Wir haben den Großteil unseres vierten Albums (»Parade«, Anm. d. Red.) im Walsertal aufgenommen, sehr konzentrierte 14 Tage Regenwetter. Ich hab in Vorarlberg immer die Vorstellung, dass die Leute eher gelassen sind, das mag ich gern, wie überhaupt auch die Nähe zu den Alpen. Was darf das Spielboden-Publikum am 28. März in Dornbirn erwarten?
 Diese Platte hat Unmengen von Energie verzehrt – dementsprechend setzten die neuen Stücke auf der Bühne umso mehr davon frei. Ich erwarte mir jeden Abend einen ordentlichen Kraftakt. Bis dahin wird womöglich auch Sport ein Thema werden ... Wir versuchen mit der Aktion »Rettet das Gsi« den Vorarlberger Dialekt zu fördern. Ihr kommt vom ganz anderen Ende Österreichs. Kannst du dir trotzdem unter dem Begriff »Scholtafelrutschar« etwas vorstellen? Einen Tipp bekommst du: Es hat mit Wintersport zu tun. Eine Schultafel statt einem Wok beim Wok-Rennen? Fast! Es ist ein etwas herablassender Begriff für Snowboarder. Herzlichen Dank für das Interview.

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Musik

Arcade Fire

Texte: Cornelia Bachträgl

Die sieben Herren und Damen von Arcade Fire haben im Oktober ihr viertes Album veröffentlicht. Der Rolling Stone setzte »Reflektor« auf den fünften Platz der besten Alben 2013.

erstellt, auf der die Reaktionen gesammelt wurden. Im Online-Shop von Arcade Fire kann man sich sogar T-Shirts mit dem Aufdruck »Who the fuck is Arcade Fire« bestellen.

Who the fuck is Arcade Fire? Die 6-köpfige Band aus Kanada darf zwei BRIT Awards und zwei Grammys ihr Eigen nennen. Als sie für ihr Album »The Suburbs« ihren zweiten Grammy in der Kategorie »Album of the Year« erhielten, fragte man sich auf diversen Social Media-Plattformen, wer denn diese Band sei. Manche dachten überhaupt, der Name laute »The Suburbs«. Der Aufruhr war gerade deswegen so groß, weil sich Arcade Fire gegen durchwegs bekanntere Musikgrößen wie Lady Gaga, Eminem und Katy Perry behaupten konnten.

Marketing-Coup Anfang September letzten Jahres setzten Arcade Fire einen Vorzeige-­Hype in Gang: Sie plauderten den Termin für ihre kommende Platte »beiläufig« via Twitter aus. Nähere Details kamen häppchenweise; die noch unbekannten Songs spielte die Band zuerst unter Pseudonym in kleinen Clubkonzerten. Am 9.9. wurden in ausgewählten Plattenläden 12"-Scheiben in limitierter Stückzahl verkauft: The Reflektors. »Sollen nach einer Mischung aus Arcade Fire, LCD Soundsystem und David Bowie klingen,« ließen sich Fans von Experten aufklären. Von der Vinylsingle werden weltweit 500 Exemplare verkauft. Passend zum Bandnamen steckt das Vinyl in einer reflektierenden Hülle.

Angetrieben durch die Verwirrung wurde auch bald eine Tumblr-Seite (whoisarcadefire.tumblr.com)

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M  in meinen USIK Ohren

Reflektor Der erste Song auf dem Album »Reflektor« ist nicht nur der längste Song auf der ersten CD, sondern auch perfekt inszeniert: Er fängt instrumental an, baut sich langsam auf, findet seinen Höhepunkt in einem Refraingewirr, bis er schlussendlich mit Backgroundgesang von Altmeister David Bowie endet. Besser geht es kaum.

Heute: DANCE

Dass der talentierte James Murphy (LCD Soundsystem), der auch schon mit den Gorillaz und André 3000 zusammen gearbeitet hat, seine Finger mit im Spiel hatte, ist nicht zu überhören. Der gekonnte Mix aus Dance (und damit meine ich keine Massenproduktionbilligdiskoklänge, siehe Kasten rechts) und Indierock macht die 70minütige Platte für mich zu einem meiner Lieblingsalben überhaupt.

Wer kann sich noch an Haddaway erinnern? Oder an Whigfield? Um nur zwei musikalische Vertreter der 90er-Jahre zu nennen. Den Sound, den uns Bands wie diese beschert haben, bezeichnet man als Eurodance. Diese »Verdiskoisierung«, die in ähnlicher Form davor auch schon in den 70er Jahren durch Bands wie die Bee Gees populär gemacht wurde, schleicht sich auch heute wieder in die Gehörgänge des wehrlosen Radiohörers. Heute nennt man das Dance-Pop.

Meine Anspieltipps 1: Reflektor (CD 1) 7: Joan of Arc (CD 1) 1: Here Comes The ... (CD 2) 3: It's Never Over (CD 2) 4: Afterlife (CD 2)

Fotos: Korey Richey, Universal Music

Ich selbst bin als FM4-Anhängerin zum Glück bisher weitgehend verschont geblieben, doch entgangen ist mir dieser Trend nicht: Britney (Bitch) muss dank mehr oder weniger melo­ diöser Danceklänge nicht mehr wirklich singen und Künstler wie Avicii machen Soul- und Bluegrasssound massentauglich, indem sie große Stimmen wie die von Aloe Blacc mit Diskoelementen unterlegen. Momentan darf sich der gemeine Popmusiker also als Widerständler bezeichnen, wenn er nicht ein paar Danceklänge in seine Songs mischt. Einer dieser Verweigerer ist Robbie Williams. Er kann seine Finger nicht vom Swing lassen und hat mit »Swings Both Ways« ein Album herausgebracht, welches den Diskotrend hartnäckig ignoriert. Dass er seiner Tochter Teddy im Song »Gentle« die Welt erklärt und seine unendliche Liebe verspricht, macht den Poprebellen noch sympathischer.

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Musik

Gloria  Unser Geheimtipp:

Joachim Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf kennt jeder. Als Duo starteten die beiden Moderatoren mit der Sendung MTV Home. Spätestens seit der Übernahme der ZDF­neo-Sendung neoParadise von ProSieben (dort Circus HalliGalli) entkommt man den beiden Komödianten und Moderatoren nicht mehr.

den Freunde auf die Idee, dass die vielen Stücke und Fragmente eine gute Platte ergeben könnten. Mark übernahm die Produktion, der Rest lief fast wie von selbst.

Anfangs waren die Reaktionen der Zuseher auf die beiden durchwegs gut, doch mittlerweile mischt sich negative unter die positive Kritik. Das mag vor allem daran liegen, dass sie mit »Das Duell um die Welt« an den Grenzen der Erträglichkeit kratzen. Joko muss sich den Mund zunähen lassen, als Rache lässt dieser Klaas in einen Anzug voller Bienen stecken.

Das selbstbetitelte Album besticht durch einfühlsame Texte und den melancholischen (Sprech-)Gesang von Klaas. Dass der gelernte Friseur eine gute Stimme hat, hatte er bereits 2010 bewiesen, als er im Auftrag von Joko auf dem Rock am Ring-Festival vor 90.000 Zusehern »Angels« von Robbie Williams singen musste.

Die beiden haben allerdings fernab des Fernsehens noch andere Projekte: Während Joko seinen Bekanntheitsgrad nutzt, um sein Modelabel »German Garment« (gegründet mit Schauspieler Matthias Schweighöfer, Designer Kilian Kerner und Musikproduzent Sebastian Radlmeier) zu etablieren, spricht Klaas in der Öffentlichkeit kaum über sein zweites Standbein. Er gründete mit Mark Tavassol, 76

dem früheren Bassisten von Wir sind Helden, die Band Gloria. Der Berliner erklärte in einem Interview, er wolle den Erfolg seines Musikprojekts nicht von seinem Namen abhängig machen und vermeide deshalb PR á la »die Band von Klaas«. Er hoffe darauf, dass Gloria der Musik wegen gemocht wird. Aus dem selben Grund spielen Mark und er nicht in ihren Musikvideos mit. 2008 starteten die ersten gemeinsamen Sessions. Das eine Lied kam schnell wie per Schluckauf, am nächsten wurde monatelang herumgedoktort. Bis am Ende keiner mehr wusste, wer eigentlich genau was beigesteuert hatte. »Wir hatten einfach nur Lust, Musik zu machen«, sagt Mark Tavassol. Erst nach gut drei Jahren kamen die bei-

Als Circus Halligalli-Fan sollte man das Album vor dem Kauf lieber probehören, da man von der Ernsthaftigkeit Klaas' enttäuscht sein könnte. Wer allerdings Künstler wie Clueso und Tomte mag, wird Gloria ins Herz schließen.

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Foto: Erik Weiss

Texte: Cornelia Bachträgl


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Wiederentdeckt:

Mando Diao »Give me Fire« Der erfolgreichste Export aus Schweden neben IKEA arbeitet gerade am siebten Studioalbum. Die Wartezeit bis zur Veröffentlichung kann man sich wunderbar mit ihrem vorletzten Album vertreiben. Auf dem Open Air St. Gallen 2005 sah ich Mando Diao live und war etwas enttäuscht von der offensichtlich gelangweilten Band. Sie stellen sich nicht vor, redeten kein Wort mit dem Publikum und spielten keine Zugabe. Deshalb waren meine Erwartungen auch nicht groß, als das schwedische Künstlerkollektiv Caligola (2008 traten die beiden Frontmänner Björn Dixgård und Gustaf Norén dieser Gruppe bei) auf dem Open Air St. Gallen 2012 auftrat. So war es auch nur halb so schlimm, dass mir – trotz des guten Songs »Forgive Forget« – der Auftritt nicht so gefallen hat. Das lag diesmal aber ganz und gar nicht an der lahmen Performance – im Gegenteil, Caligola war in Tanzstimmung – sondern an den Musikrichtungen, vorwiegend HipHop und Elektro.

Foto: Universal Music

All diese Erinnerungen hatte ich im Kopf, als ich kürzlich wahllos eine CD aus dem Regal zog und das fünfte Album von Mando Diao in den Händen hielt: »Give Me Fire«. Ich war mir sicher, sie nach einmal Durchhören wieder zurück ins Regal zu stellen. Doch

weit gefehlt! Die Energie, die mir 2005 beim Konzert abging, zeigen sie auf diesem Album! Bei mir läuft es wieder regelmäßig. Mando Diao-Fans haben übrigens Grund zur Freude: Nach dem letzten, schwedischen Album kommt im Frühjahr 2014 wieder ein Album auf Englisch in die Plattenläden. »Wir haben uns immer weiterentwickelt. Und unsere Musik auch. Keine Platte klingt wie der Vorgänger, und das wird mit unserem neuen Album ›Aelita‹ genauso sein.« Meine Anspieltipps 2: Dance With Somebody 3: Gloria 4: High Heels 9: Give Me Fire 11: Come On Come On

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Genuss

Der Genu��

de�

Augenblick� Texte: Katharina Germann

Zigarette? Nein, danke. Immer mehr junge Leute geben das Rauchen der stinkenden Glimmstängel auf. Doch das Rauchen im Allgemeinen ist noch lange nicht out. Shishas, Zigarren und auch die Pfeife sind so trendy wie nie und erleben derzeit eine kleine Renaissance. Die Wasserpfeife Dass bei gemütlichen Treffen unter Freunden eine Shisha durch die Runde gereicht wird, ist keine Selten­heit. Die arabische Wasserpfeife erfreut sich schon länger großer Beliebtheit und ist vermutlich eine der geselligsten Arten zu rauchen. Shishas in unterschiedlichsten Farben, Formen und Größen zieren Wohnzimmer, Terrassen und Cafés. Bis heute wird das Rauchen in vielen orientalischen Ländern als Symbol der Gastfreundschaft angesehen. Und auch in Europa ist der aromatisch fruchtige Tabak der Wasserpfeife nicht mehr wegzudenken. Die Geschmacksrichtungen des Tabaks reichen von Apfel über Kirsche, Minze oder Cappuccino bis hin zu Lakritze, Basilikum oder sogar Bier. Im arabischen Raum wird neben dem aromatisierten Tabak auch noch der um einiges stärkere nicht aromatisierte Tabak geraucht. Manchmal wird der Tabak auch selbst aromatisiert, indem beispielsweise Honig oder getrocknete Früchte hinzugegeben werden. Der Kreativität für den einzigartigen Geschmack sind auf jeden Fall keine Grenzen gesetzt. 78

Die Zigarre Auch das Rauchen von Zigarren ist wieder voll im Trend. Was früher in manchen Teilen der Welt eher älteren, wohlhabenderen Männern vorbehalten war, wird heute auch von jüngeren Generationen zelebriert. Ob stilvoll auf einem Ball in Abendgarderobe oder im entspannten Beisammensein zuhause – die jungen, modernen Leute sind auf den Geschmack gekommen. Bei Zigarren ist für nahezu jede Vorliebe das Richtige dabei. Es gibt Zigarren in allen Größen mit unterschiedlichsten Durchmessern in unendlichen Geschmacksrichtungen. Sowohl die Lagerung als auch das Rauchen selbst werden meist sehr aufwändig zelebriert und nehmen teilweise nicht wenig Zeit in Anspruch. Die Pfeife Was noch stilvoller als die Zigarre wirkt, ist die Pfeife. So wie einst bei Sherlock Holmes ziert sie auch heute immer häufiger das äußere Erscheinungsbild unserer Generation. Doch was bewegt junge Menschen heutzutage dazu, sich eine Pfeife zu stopfen?

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war das Pfeifenrauchen neben dem Tabakschnupfen und -kauen die verbreitetste Art Tabak zu konsumieren. Im Laufe der Jahre haben allerdings Zigaretten und Zigarren die Pfeife in den Hintergrund gedrängt. Die Schnelllebigkeit der Gesellschaft hatte immer weniger Platz für das bedächtige Rauchen und das dazugehörige Rauchzeremoniell. Das Stopfen einer Pfeife benötigt Erfahrung, Leidenschaft und vor allem Zeit. Nach Angaben erfahrener Pfeifenraucher ist das Stopfen allerdings anders, als oft angenommen, keine Kunst, sondern lediglich etwas, das erlernt werden muss. Mit der Zeit findet jeder ein paar Kniffe und entwickelt seine eigene Herangehensweise. Im Gegensatz zu einer Zigarette kann eine Pfeife auch nicht eben mal schnell angezündet und gequalmt werden. Ähnlich wie bei einer Zigarre steht der Genuss im Vordergrund. Die entscheidenden Unterschiede im Rauchverhalten Zigarettenraucher zünden sich ihre Glimmstängel an und rauchen. Zigarrenraucher beschnuppern ihre Tabakrolle in freudiger Erwartung, drehen und wenden sie in ihren Fingern, schneiden die Spitze ab, wärmen diese bei Zeiten vor und


Fotos: Markus Gmeiner Starke Fotografie

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Garish @ Juli Grandegger

Die Nerven Do 13 Feb Che Sudaka – 1111 lives tour Sa 22 Feb Stator + Support: Sexual Ambassadors Fr 28 Feb Chronic City Sa 15 Mär Garish Fr 28 Mär African Pearls – Carlou D So 13 Apr Fuzzman Do 17 Apr Soundterrasse Sa 19 Apr Aidan Knight Fr 25 Apr Soundsnoise Festival Mi 30 Apr bis Sa 03 Mai uvm aktuelle Filme im Spielboden Kino: siehe www.spielboden.at 19.02. & 12.03. Stummfilm & Konzert – Peter Madsen & CIA play Silent Movies Die Spielboden Kantine tischt neu auf: wöchentlich wechselnde Speisekarte, Di bis Sa ab 19 Uhr Spielboden Dornbirn Färbergasse 15, 6850 Dornbirn, +43 5572 21933, spielboden@spielboden.at Kartenreservierungen und ausführliches Programm auf www.spielboden.at Kartenvorverkauf Dornbirn Tourismus, www.v-ticket.at, Vorarlberger Raiffeisenbanken, www.laendleticket.com, Musikladen, Lindaupark, BroRecords

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zünden sie schlussendlich an. Bei den ersten Zügen wird auf das gleichmäßige Brennen achtgegeben. Sind diese Punkte alle zur vollsten Zufriedenheit erfüllt, kann sich auch der Zigarrenraucher seinem Genuss hingeben. Das Ritual des Pfeifenrauchers benötigt noch mehr Aufmerksamkeit. Nachdem die Pfeife richtig gestopft und angezündet worden ist, muss sie ständig betreut werden. Kurze kleine Züge verhindern das Erlöschen und halten den Raucher ständig auf Trab. Ein Grund, warum Pfeifenraucher oft als wortkarg angesehen werden. Viele genießen es allerdings zu beobachten und sich ein Bild der Gesamtsituation, die sich vor ihnen abspielt, zu machen. Dies ist ein Verhaltensmuster, welches Pfeifenraucher für viele interessant wirken lässt und welches Aufmerksamkeit erregt. Man möchte mehr über sie erfahren und herausfinden, welche speziellen Charaktere hinter den hermetischen Gestalten stecken, die so still dasitzen und einzelne Momente in sich aufsaugen. Soll ich dir noch meine Pfeifensammlung zeigen? Hinter Pfeifenrauchern stecken häufig begeisterte Sammler des besagten Rauchinstruments. Wer von dieser Leidenschaft einmal befallen wird, der kommt nur mehr schwer davon los. Viele besitzen eine ganze Kollektion, die aus verschiedensten Gründen angelegt wird. Da jede Pfeife ganz individuell ist, werden

für bestimmte Situationen oder Gemütslagen auch bestimmte Pfeifen benötigt. Ein weiterer Grund, den die leidenschaftlichen Pfeifensammler als Rechtfertigung für das Pfei-

fensammelsurium angeben, ist die Reinigung. Pfeifen müssen sorgfältig gereinigt und anschließend getrocknet werden, bevor sie erneut verwendet werden können. Laut erfahrenen Pfeifenrauchern sollten sie idealerweise auch von Zeit zu Zeit ausruhen. Somit ist es fast unerlässlich, eine kleine Sammlung zu besitzen. Retro und Hipster Keine Frage: Eine Pfeife hat Stil. In Zeiten, in denen der Retro-Look

top modern ist und Subkulturen wie Hipster immer mehr Anhänger finden, ist die Pfeife das ideale Accessoire. Nicht nur, dass sie gut aussieht, sie hält auch länger als eine Zigarette. Der liebliche und unverkennbare Duft einer Pfeife ist für viele Nasen angenehmer und weckt teilweise auch Erinnerungen an alte Zeiten. Zeiten, in denen Freizeit noch anders genutzt wurde als mit Smartphones und Tablets. Zeiten, in denen persönliche Gespräche noch im Vordergrund standen und man stolz auf eigens angefertigte Dinge war. Man nimmt sich wieder Zeit Der Trend, sich einer Sache zu widmen und Zeit zu investieren, geht auch auf andere Alltagssituationen über: Man nimmt sich wieder Zeit für die kleineren, aber nicht minder wichtigen Dinge im Leben. Die Liebe zum Detail spiegelt sich zum Beispiel im derzeitigen Handmade-Trend wider: Es wird wieder mehr gebastelt, selbst gekocht und eigenhändig gebaut. Design mit Ecken und Kanten hat Saison. Und genau diese wiederzurückgewonnene Einstellung haben Pfeifenraucher schon längst für sich entdeckt. Man investiert wertvolle Zeit in die Zubereitung des heiß geliebten Rauchinstruments, um den ultimativen Genuss des wohlriechenden Tabaks zu erleben.

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Politik

Europawahlen:

Das große Zittern Text: Chris Feurstein

Die kommende Europawahl (25. Mai 2014) soll die große Chance für die europakritischen Parteien sein. Die EU ist unbeliebt wie nie und muss neben den selbstverschuldeten Fehlern auch für das Missmanagement der nationalen und regionalen Politik als Sündenbock herhalten. Natürlich ist die Europäische Union selbst schuld am schlechten Image – jüngestes Beispiel ist die Ansage, dass bei unseren deutschen Nachbarn gefälligst jeder EU-Ausländer Recht auf Harz IV haben sollte. Da kann es dem deutschen Michel schon mal sauer aufstoßen. Auch uns Österreicher nervt zur Zeit vieles, so ist die Euro-Krise immer noch nicht gelöst. Stattdessen wird ohne Unterlass neues Geld in andere Länder überwiesen. Auch in Sachen »Demokratie« hängt der Haussegen schief. Wir erinnern uns: Irland stimmte beim Lissabon-Vertrag so lange ab, bis das Ergebniss passte. Wenn sogar der Präsident des Europäischen Parlaments Martin Schulz (SPD) sagt: »Wäre die EU ein Land, das derselbigen beitreten möchte, würde es aufgrund des Demokratiedefizits nicht aufgenommen.« Deutlicher kann man es nicht sagen.

Der Platzhirsch: die Blauen Die FPÖ ist die einzige große Partei in Österreich, die sich klar gegen die EU und den Euro in der jetzigen Form ausspricht. Nach den Leistungen von Faymann (SPÖ) und Spindelegger (ÖVP) direkt nach der Wahl dürfen sich die Blauen auf ein beachtliches Wahlergebnis freuen – je nach Umfrage rangieren sie auf einem der ersten drei Plätze. Erkärtes Thema Nr. 1 ist das »Diktat« des Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM. Ein gutes Abschneiden will die Partei dazu nutzen, an einer Allianz der europäischen Rechten zu feilen. Verhandlungspartner aus anderen Nationen wie die Front National oder Geert Wilders Partei für die Freiheit (PPV) werden wahrscheinlich ebenfalls gestärkt. Gar nicht erst antreten wird das abgespaltene BZÖ, die haben offensichtlich ganz andere Probleme.

Wenn die Argumente ausgehen, wird die EU meist als das große europäische Friedensprojekt gerechtfertigt. Wenn man aber in unsere südlichen Nachbarländer blickt, kann man nur noch mit großem Idealismus von einem »Friedensprojekt« sprechen. Das Projekt scheint den inneren Frieden einiger Staaten immer stärker zu gefährden. Die EU scheint sich immer weiter vom Bürger zu entfernen und den Großkonzernen zuwenden. Kein Wunder also, dass breite Unzufriedenheit herrscht. Während bei unseren Nachbarn die »Alternative für Deutschland« sich als einzige erstzunehmende Partei eurokritisch positioniert, ist bei uns die Auswahl etwas größer:

Wackelkandidat: Team Stronach Nach dem bescheidenen Abschneiden des Team Stro­ nach bei den Nationalratswahlen im vergangenen Herbst ist es still geworden. Zwar konnte die Partei noch mit »Frankschämen« das Unwort des Jahres für sich beanspruchen – das war's dann aber mit den »Erfolgen«. Der bis dato letzte Schachzug des Parteigründers war es, sich aus dem Nationalrat zurückzuziehen. Aber wohl eher aus Enttäuschung, weniger um sich als Spitzenkanidat für die EU-Wahl aufzustellen. Bis zu unserem Redaktionsschluss war noch unklar, ob die Partei zur Wahl antritt oder nicht. Da auch das Team Stronach sich als europakritisch positioniert, würde ein Fehlen trotz aller Querelen verwundern.

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Unklar ist auch, ob sie ihren Parteinamen in der aktuellen Form behalten werden, denn Frank Stronach will nicht nur sein Geld, sondern auch seinen Namen zurück. Der Rebell: Liste Dr. Martin Gar nicht neu, sondern ein alter Hase ist Dr. Hans-Peter Martin, der es mit beachtlichen Wahlerfolgen (zuletzt 2009 mit 17,7 % der Stimmen) regelmäßig ins EU-Parlament schafft. Richtig bekannt wurde Martin als »EU-Aufdecker«, indem er offensichtliche Geldverschwendungen der EU sowie deren »arbeitsscheue« Abgeordnete anprangerte. Deswegen ist er bei seinen Parlamentskollegen nicht unbedingt beliebt und wurde bereits selbst wegen Geldverschwendung angepatzt. Bekannt ist er aber auch für einen TV-Ausraster, als er einem Journalisten, der gerade Martins Ambitionen analysierte, ein »Fuck you« entgegenruft. Sich selbst bezeichnet er als »glühenden Europäer« und sieht sich deshalb wahrscheinlich ungern in einer Reihe mit den anderen genannten Parteien. Trotzdem kritisierte er die EU in ihrer aktuellen Form vehement, darum sei auch die Liste Martin hier erwähnt. Die Partei macht ihr Antreten zur Wahl davon abhängig, ob der ORF Martin »faire Rahmenbedingungen« gewährt. Dieser gebe ihm nicht die Möglichkeit, seine Positionen so darzulegen, wie er es möchte.

Vorarlberg als wichtiger Teamplayer

Auch in Vorarlberg hat UNIQA mit einem Marktanteil von 24 Prozent die Nase vorne. Gelebte Kundennähe ist für UNIQA der Schlüssel zum Erfolg. Das persönliche Gespräch ist das Erfolgsrezept. UNIQA punktet mit hoher Qualität bei der Beratung und im Schadensfall. Als 'Nahversorger‘ mit mehr als 40 Standorten in Vorarlberg, wird schnell und unbürokratisch geholfen. Die Nummer 1 Versicherung in Vorarlberg zu sein kommt nicht von selbst. UNIQA wächst weiter und sucht dafür Mitarbeiter und Partner aus dem ganzen Ländle.

Der Erlöser: Ewald Stadler Zum Schluss wird's nochmals kurios: Der Ex-BZÖ-Politiker Ewald Stadler und »wilde Abgeordnete« stellt sich mit seiner neu gegründeten Partei, den Reformkonservativen (REKOS), ebenfalls zur Wahl. Der bekennende Christ möchte vor allem mit religiös behafteten Themen punkten und meint, damit ausreichend Gläubige mobilisieren zu können. Gläubige? Darum geht es im Prinzip, denn die vermehrte Abkehr von der Kirche sieht er gar nicht gern, was auch zu einem Schulterschluss mit der Christlichen Partei Österreich (CPÖ) geführt hat. So macht Stadler auch gar keinen Hehl daraus, dass wieder mehr missioniert werden muss. Der zweite große Punkt auf der Agenda der REKOS ist die kritische Haltung gegenüber der EU. Es werden ähnliche Punkte angekreidet wie von den anderen Parteien. Bei uns in Österreich, aber auch Deutschland neigt man dazu, berechtigte Kritik an der EU als »Feindlichkeit« abzutun und an den rechten Rand zu drängen. Solange aber die tatsächlichen Probleme nicht ohne Vorbehalte diskutiert werden können, darf sich niemand über die Zugewinne der Europaskeptiker wundern. Es gilt auch hier, was man bei uns von klein auf lernt: Nicht jammern, sondern ändern!

Landesdirektion Vorarlberg Rheinstraße 18 A - 6900 Bregenz Tel.: (+43) 5574-406-0 www.uniqa.at

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Politik

» Ich musste meiner Linie treu bleiben. « [ Michael Ritsch ]

Text: Chris Feurstein

Der Parteivorsitzender der SPÖ Vorarlberg Michael Ritsch stellte sich unseren Fragen. Er sprach dabei über die gemeinsame Schule, die finanzielle Entlastung von Jugendlichen (oder deren Eltern) und ganz offen über die Liebe. Hallo Michael, am 25. Mai findet die Europawahl statt. Kannst du uns kurz sagen, warum man die SPÖ wählen sollte. Für die SPÖ steht ein soziales Europa im Mittelpunkt. Der Einfluss der Großkonzerne muss zurückgedrängt werden und die Interessen der ArbeitnehmerInnen wieder im Vordergrund stehen. Um mehr soziale Gerechtigkeit zu schaffen, fordern wir beispielsweise eine Finanztransaktionssteuer, denn jene, die die Krise verursacht haben, sollen dafür auch zahlen. Wie zufrieden bist du mit dem Regierungsprogramm von SPÖ und ÖVP? Was im Regierungsprogramm leider fehlt, ist das klare Bekenntnis zur gemeinsamen Schule der 10 bis 14-Jährigen. Die Konsequenz daraus ist, dass ich diesem nicht zugestimmt habe. Das war für mich nicht einfach, aber ich 84

musste meiner Linie treu bleiben. Landeshauptmann Wallner hat das Regierungsprogramm auf Bundesebene mitverhandelt und mitbestimmt. So war Wallners Zustimmung zu unserer Forderung, dass Vorarlberg Modellregion der gemeinsamen Schule werden soll, entweder nicht ernst gemeint oder seine Parteikollegen in Wien haben ihm schlichtweg gezeigt, welch geringe Bedeutung der Vorarlberger Landeshauptmann im Verhältnis zu anderen Bundesländern hat. Durchsetzungskraft sieht für mich jedenfalls anders aus. Nun sind in diesem Jahr die Landtagswahlen in Vorarlberg und damit sicher das wichtigere Thema für dich. Sag uns bitte kurz und knapp, was du in Vorarlberg verändern willst. Eine wünschenswerte Veränderung wäre, zuerst die ÖVP-Mehrheit zu brechen. Es ist nicht gut für ein Land, wenn eine einzige Partei alles bestimmt. Bei der letzten Wahl hat quasi jede/r zweite VorarlbergerIn die ÖVP nicht gewählt. Trotzdem stellt die ÖVP sieben von sieben Regierungsmitgliedern und kann somit alle Entscheidungen im Land eigenständig beschließen. Vorschläge der Opposition werden leider nur

allzu schnell vom Regierungstisch gefegt. Dazu kommen noch 92 von 96 BürgermeisterInnen aus den Reihen der ÖVP. Du hast ein 10-Punkte-Programm für Vorarlberg vorgestellt, was hat es damit auf sich? Die SPÖ kämpft wie kein anderer für soziale Gerechtigkeit. Wir setzen uns für faire Einkommen, mehr Transparenz, Verbesserungen im Bildungswesen sowie im Gesundheits- und Pflegebereich ein und sorgen für bessere Chancen und die Gleichstellung der Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Ein wichtiges SPÖ-Thema ist natürlich auch »mehr leistbares Wohnen«. Unter dem Titel »ländlegerecht« haben wir die für uns wichtigsten Anliegen auf den Punkt gebracht. Natürlich ist dies nur ein Orientierungsleitfaden, denn es werden natürlich auch immer tagesaktuelle Themen behandelt. Beim Bereich »Jugend« im Programm forderst du ein Jugendtaxi. Wie wird das funktionieren und wer soll das bezahlen? Der Taxiunternehmer selbst wird ja wohl kaum Gratis-Fahrten an Spitzenzeiten anbieten. Wir fordern nicht, dass diese Un-


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Foto: Handout SPÖ Vorarlberg, bezahlte Anzeige

terstützung gratis sein soll, sondern leistbar. Man muss Jugendlichen – gerade im ländlichen Bereich – die Möglichkeit geben, sicher nach Hause zu kommen. Diese sollen sich nicht per Anhalter auf den Heimweg machen müssen oder bei jemandem mitfahren, der unter Alkoholeinfluss steht. Angesichts der Tatsache, dass so viele Förderungen beispielsweise in die Wirtschaft gesteckt werden, ist es mit Sicherheit auch möglich, solche Jugend-Taxis zu unterstützen. Öffentliche Verkehrsmittel sind zeitlich begrenzt verfügbar und kosten ebenso Geld. Dass aber auch dort immer mehr gespart wird, darf jedenfalls nicht zu Lasten der Jugendlichen gehen. Im 10-Punkte-Programm wird auch die Einkommensschere zwischen Mann und Frau angesprochen und u.a. mehr Frauen in Führungspositionen gefordert. Was hat der normale Angestellte davon, wenn es mehr weibliche Chefs gibt? Uns geht es nicht darum aufzuzeigen, dass eine Chefin womöglich besser für normale Angestellte wäre als ein Mann. Wesentlich ist, dass der Gehaltsunterschied zwischen Mann und Frau nach wie vor viel zu groß ist und beispielsweise durch mehr Einkommenstransparenz verringert werden soll. Es darf außerdem nicht sein, dass sehr gut qualifizierte Frauen aufgrund der Tatsache, dass sie in vielen Fällen Familie und Beruf unter einen Hut bringen müssen, nicht für Führungspositionen in Frage kommen. Nur durch eine konsequente Unterstützung der Frauen, und dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleistet wird, kann dem entgegengesteuert werden. Frauen sollen frei entscheiden können, ob und wie sie Familie und Beruf vereinbaren. Daher

kämpfen wir auch für eine kostenfreie Kinderbetreuung für Kinder bis 6 Jahre. Ein Politiker, der seinen Beruf ernst nimmt, hat sehr viele Termine zu absolvieren und muss ständig mit öffentlicher Aufmerksamkeit zurechtkommen. Brauchst du einen Ausgleich zu Beruf bzw. wie schaffst du diesen? Natürlich brauche auch ich einen Ausgleich zum beruflichen Alltag. Diesen finde ich glücklicherweise bei meiner Lebensgefährtin und meinen Töchtern. Ich achte auch bewusst darauf, mir einen gewissen Freiraum zu verschaffen, den ich beispielsweise dazu nutze joggen zu gehen oder in der Sauna zu entspannen. Aber auch ein gelegentlicher Kurzurlaub mit meiner Verlobten bewirkt kleine Wunder.

Du bist verlobt? Ist das für einen nicht-konservativen Politiker nicht etwas befremdlich? Nicht wirklich. Ich bin eben ein Romantiker. Und nach der Hochzeit im Sommer bin ich ja dann nicht mehr verlobt, sondern verheiratet. Eine letzte Frage zu unserem aktuellen Hauptthema »Bart«. Welche Art von Bart würde dir stehen? Warum trägst du ihn nicht schon längst? Ein Bart jeglicher Art würde zu einem optischen Ungleichgewicht in meinem Gesicht führen (lacht). Weitere Infos unter: www.spoe-vorarlberg.at

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Natur

Fotos: Markus Gmeiner Starke Fotografie

Diese Tasche entstand für das Projekt »Straks« der FH Vorarlberg. Auf der Onlineplattform können Intermedia-­ Studenten ihre Arbeiten präsentieren: straks.fhv.at

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, a n h I s a t h Go

s n a h c u r b o dr ? e l k c ä S a

Text: Katharina Germann

Kaum ein Geschäft, in dem wir diese Frage nicht gestellt bekommen. Nicht nur die Hipster von heute antworten darauf: „Nein, danke.“ Viele haben heute ihren eigenen Baumwollbeutel dabei. Wie haben wir uns als Kinder doch geschämt, wenn Mama unsere Sachen in einen Baumwollbeutel gepackt hat oder uns beim Gehen noch nachgerufen hat: „Nimm doch no a Täschle mit, ha?“ Die damals unbeliebten Baumwolltaschen haben bestimmt einige Kindheiten geprägt. Und jetzt sind sie der letzte Schrei. Coole Aufdrucke, witzige Sprüche und sogar Bands bedrucken die simplen Stofftaschen mit ihrem Logo oder Songtexten. Aber warum? Wir sind anders Hipsters ist es wichtig, anders zu sein, in erster Linie in Bezug auf ihr äußeres Erscheinungsbild. Sie wollen auffallen und sich abheben vom langweiligen Mainstream. Baumwollbeutel sind dafür also ein ideales Accessoire. Sie waren unbeliebt, hässlich und auf gar keinen Fall in Mode. Sie passen oft nicht zum restlichen Outfit – und genau deshalb sind sie perfekt. Doch mittlerweile ist der Trend auch auf den Rest der Bürger übergeschwappt. Eine Stofftasche ist kein Statement mehr. Natürlich spielt auch der umweltbewusste Aspekt des Baumwollbeutels eine Rolle. Sie sind nicht aus Plastik und können oft wiederverwendet werden. Doch sind sie tatsächlich so viel umweltfreundlicher? Plastiktüten vermüllen unsere Erde Laut der Deutschen Umwelthilfe (DUH) wird der jährliche, weltweite Plastiktütenverbrauch auf 1 Billion Stück geschätzt. 90 % davon werden nur einmal ver-

wendet und landen danach auf unseren Müllbergen. Bis Plastiktüten vollständig zerfallen, benötigen sie je nach eingesetztem Kunststoff 100 bis 500 Jahre. Und auch danach werden sie nicht abgebaut, sondern zerfallen nur in kleinere Teile. Die meisten Österreicher verbrauchen pro Jahr mehr Plastiktüten, als sie tragen können und steuern so zum ständigen Wachstum der Müllberge bei. Wir benutzen etwas, was hunderte Jahre hält, nur für ein paar Minuten. Ultraleicht-Tüten sollen verboten werden Der Großteil der verbrauchten Plastiktüten sind die dünnen, leichten Tüten, die hauptsächlich für Obst und Gemüse verwendet werden. Diese Tüten sind so dünn, dass sie meist den Inhalt nicht bis zuhause aushalten. Wenn sie doch gehalten haben, können sie auf keinen Fall ein weiteres Mal verwendet werden und landen im Müll. Es gibt an der Kasse aber Einkäufer zu beobachten, die versuchen, ihren gesamten Einkauf in genau diesen Tüten zu verstauen. Da die Qualität dieser Gratistaschen nicht die beste ist, kann man sie natürlich nicht voll packen, eckige Verpackungen reißen sofort Löcher in das dünne Plastik und können somit nicht mehr getragen werden. Und so verlassen nicht selten Kunden das Geschäft mit ihrem Einkauf verstaut in viel zu vielen Plastiktüten. Die EU will diese leichten Plastiktüten wegverordnen, überlässt einzelne Vorgaben aber den Staaten selbst. Eine ziemlich sanfte Form europäischer Regulierung, die hoffentlich in naher Zukunft ernster genommen wird und EU-weite Regelungen hervorbringt.

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Natur

9.000 5 Jahre Haft drohen Indern, die mit Plastiktüten handeln. In Mexiko müssen Geschäfte 9000 Euro Strafe zahlen, wenn sie eine Tüte umsonst an die Kunden abgeben.

7,5

Whaa

Whaaa

Rund zehn Millionen Tonnen Müll gelangen pro Jahr in die Weltmeere, drei Viertel davon sind Plastik.

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Japan bietet robustere Kunststoffsäcke: Wer seine Tasche zehn Mal verwendet, erhält ihren Kaufpreis zurück.

Unzählige Alternativen In vielen Supermärkten werden jede Menge Alternativen zu den herkömmlichen Plastiktaschen angeboten. Und so hört auch die Qual der Wahl an der Kasse nicht auf: Welche Tüte ist nun die beste und die umweltschonendste? Welche kann ich eventuell noch einmal verwenden? Plastiktüten aus biologisch abbaubaren Kunststoffen, aus nachwachsenden Rohstoffen, mit hohen Recyclinganteilen, Papiertüten, Baumwolltüten, Tüten aus Polyester oder doch der herkömmliche, jetzt wieder stylische Baumwollbeutel? Einweg-Plastiktüten werden meist aus fossilem Rohöl hergestellt und schneiden sowohl beim fossilen Ressourcenverbrauch als auch hinsichtlich ihres Beitrages zum Klimawandel sehr schlecht ab.

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Biologisch abbaubare Plastiktüten sind laut DUH die schlechteste Tütenvariante. Biologisch abbaubarer Kunststoff kann fossile Rohstoffe leider nicht ersetzen. Zusätzlich wirkt sich der aufwändige landwirtschaftliche Anbau von Energiepflanzen, die für die Herstellung nötig sind, negativ auf die Umwelt aus. Auch der größere Materialaufwand verschlechtert die Ökobilanz dieser Tüten zusätzlich. Tragetaschen aus Papier schneiden grundsätzlich leider auch nicht besser als solche aus Kunststoff ab. Für ihre Produktion sind lange und reißfeste Zellstofffasern nötig, die chemisch behandelt werden müssen. Auch ihre Wandstärke muss dicker sein, was den Materialeinsatz pro Tüte erhöht und so auch zu mehr Emissionen beim Transport führt. Durch mehrmaliges Verwenden und anschließendes Recycling wird die Umweltbilanz der Papiertüte allerdings wieder verbessert.


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51 Pro Bürger gehen in Österreich durchschnittlich 51 Plastiktaschen über die Ladentheke. 45 davon werden laut EU-Kommission nur einmal verwendet.

aaat?!

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4 Die Dänen und Finnen sind wieder einmal Europas Vorzeigebürger: Sie benutzen jährlich im Durchschnitt nur vier Einwegplastiktüten.

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Aneinandergelegt würden die jährlich in Deutschland verbrauchten Plastiktüten 39 Mal die Erde umrunden.

Damit unser wiederentdeckter Baumwollbeutel besser als die vorher genannten Alternativen abschneidet, muss auch er oft genug wiederverwendet werden. Aufgrund seiner Verarbeitung und Materialstärke benötigt er mehr Material, Ressourcen und Energie bei seiner Herstellung. Der Anbau klassischer Materialien verursacht u.a. einen hohen Wasser- und Energieverbrauch. Damit dies wieder abgebaut wird, müssen Baumwollbeutel zwischen 25 und 30 mal wieder verwendet werden. Die Hipster-Grundausstattung Da die Baumwollbeutel zur Hipster-Grundausstattung gehören und sich als absolute Raumwunder herausstellen, ist die angegebene Verwendung vermutlich kein Problem. Unsere Chefredakteurin, die sich nicht zur Hipsterbewegung zählt, war ihrer Zeit voraus, als sich sich vor ungefähr fünf Jahren einen praktisch zusam-

menfaltbaren Stoffbeutel kaufte und seit jeher nur noch in Notfällen im Supermarkt eine Einkaufstasche kaufen musste. Sie verwendet ihn laut eigenen Angaben durchschnittlich zweimal pro Woche, was eine Wiederverwendung von 520 Malen ergibt! Betrachtet man also die gesamte Lebensdauer einer Tüte, sind die wiederverwertbaren auf jeden Fall umweltschonender, wenn sie voll ausgenutzt werden. Das Verzichten auf Plastiktüten macht also Sinn und sollte in den Köpfen der Menschen verankert werden. Dass nicht für jede gekaufte Kleinigkeit eine eigene Tüte notwendig ist, sollte selbstverständlich sein. Und mit den stylischen Baumwolltaschen von Bands wie Coldplay & Co. macht der Nachhauseweg vom Supermarkt auch noch viel mehr Spaß.

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Natur

Ist Holz hygienischer als Plastik? Text: Lisa Pfleger, experimentselbstversorgung.net

Schon im Kochunterricht in der Schule gab es Plastikschneidebretter in allen Farben. Das sei hygienischer hieß es. Kein Wunder – Kunststoff wird ja gefeiert ohne Ende. Aber ist Plastik wirklich so viel besser?

Das war's aber auch schon mit dem »guten« Plastik. Spätestens seit Plastic Planet und weiterer Kritik an Plastik und dessen gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffen hat Kunststoff viel von seinem Ansehen verloren. Dennoch hatte ich bis vor kurzem noch ganz fest in meinem Kopf, 90

Schneidebrettchen aus Plastik seien hygienischer als die aus Holz. Zugegeben, wir verwenden trotzdem seit jeher Holzschneidebretter und haben uns mit »Wir schneiden darauf eh nur pflanzliche Lebensmittel« beruhigt. Sorgen aus hygienischer Sicht habe ich mir deswegen nicht gemacht.

Essen. Anbei lag eine Pflegeanleitung, zwei Dinge wusste ich bisher nicht:

Holzbesteck zu Weihnachten Kurz vor Weihnachten erreichte uns ein Päckchen von Freunden, die uns selbst geschnitztes Holzbesteck geschenkt haben. Ich habe mich irre gefreut, weil ich das Gefühl im Mund liebe und auch, dass es nicht so laut klimpert beim

Beim Nachrecherchieren über Zweiteres hab ich gelesen, dass es vor allem aus Kochtöpfen herausgelöst werden kann. Bei Besteck soll keine Gefahr bestehen – aber dennoch: Holz ist zu 100 % biologisch abbaubar (nämlich auf'm Komposthaufen) und Edelstahl?

1. Holz (zumindest bestimmtes) wirkt antibakteriell und 2. Edelstahlbesteck (aber z.B. auch Töpfe) enthält Schwermetalle wie Chrom und Nickel Fotos: Lisa Pfleger und Michael Hartl

Ein Vorteil liegt klar auf der Hand – ein Plastikbrett kann man so gut wie gar nicht zum Schimmeln bringen. Andererseits muss man sein Holzschneidebrettchen ja auch nicht feucht rumliegen lassen, bis so etwas passiert.


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Kunststoffreste in Essen und Wasser Text: Cornelia Bachträgl

Wer hätte gedacht, dass in Peeling oder Zahnpasta klitzekleine Plastik­partikel enthalten sind? Und was im Waschbecken landet, gelangt auch in unser Abwasser.

Naja, muss entsorgt oder – wenn überhaupt möglich – energieaufwendig recycelt werden ...

oder Ahorn zu, allen voran steht die Kiefer, verwendet wird immer das Kernholz.

Hygienisches Holz Aber nun zurück zum Holz und seiner »antibakteriellen« Wirkung: Bei Holzbrettern heißt es ja immer, dass die Bakterien in die Schnittrillen einziehen. Das stimmt – aber das ist auch gut so! Denn Holz, das im Gegensatz zu Kunststoff das Wasser aufsaugen kann, entzieht den Bakterien dadurch eine ihrer Lebensgrundlagen und tötet sie ab. Zudem werden durch die Schnitte im Holzbrett immer wieder die antibatkeriell wirkenden Gerbsäuren freigesetzt.

Richtige Pflege von Holzbesteck Ob das auf die Schneidebrettchen auch zutrifft, weiß ich nicht, aber unserem Holzbesteckgeschenk lag eine kleine Pflegeanleitung bei, die wir beherzigen: x Holzprodukte niemals in der

Spülmaschine reinigen.

x Nicht mit Spülmittel reinigen

(nimmt den Geschmack an).

x Zuerst kalt und dann kurz heiß

abwaschen.

x Sofort säubern, damit nichts

eintrocknet.

x 1-2 mal pro Woche mit Leinöl

(das zum Essen) einreiben.

Bei Plastik hingegen, wo das Wasser nicht aufgesogen wird, sondern eher Mikropfützchen gebildet werden, gibt's einen prima Nährboden für Bakterien. Mjammm! Tja, da haben wir den modernen Kunststoff wohl ziemlich überbzw. unseren Naturstoff Holz arg unterschätzt!

Also dann, ihr könnt eure Holzbrettchen getrost wieder vom Dachboden holen bzw. sie ohne Sorge weiterverwenden!

Platz 1 der Hygienewunder: Kiefer! Das trifft vor allem auf unsere heimischen Gehölze wie Fichte, Buche

Und viel Spaß beim Schnitzen, falls ihr das schon immer mal ausprobieren wolltet.

x Damit es schön glatt bleibt, alle

1-2 Monate mit ultrafeinem Schleifpapier abreiben.

Viele Kosmetikunternehmen verwenden bewusst Mikropartikel. Bei der Zahnpasta »Sensitive« von Elmex wird z.B. mit »kleinen, weichen, in ätherischen Ölen getränkten Perlen, die Zahnbelag entfernen«, geworben. Viele nehmen bei solchen Angaben fälsch­licherweise an, dass diese Perlen einen natürlichen Ursprung haben. Laut Test enthält ein Creme Peeling von Nivea bis zu 5 % Plastik! Bei diesem so genannten Mikroplastik handelt es sich meist um Poly­ethylen, es ist biologisch so gut wie nicht abbaubar. Gelangt es also in unser Abwassersystem, landet es folglich auch in unserem Trinkwasser, in der Landwirtschaft oder im Meer. Und das hat weitreichende Folgen: Die mikroskopisch kleinen Plastikteilchen kommen mittlerweile schon in Lebensmitteln vor, die wir täglich konsumieren. Also: Unbedingt Inhaltsangaben von Produkten mit »Mikroperlen«, ­»-kügelchen« oder »-partikeln« lesen! Wer es genau wissen will, kann z.B. auf nachhaltigleben.ch unter »Einkaufen« die Produkt­ informationen prüfen. Quelle: Plastik in Elmex (NDR.Markt)

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P.PENG!

Tierschutz

Text: Chris Feurstein

Sandy P.Peng ist ein internationales Tattoo-Model und Tierrechtsaktivistin aus Bregenz. Die tätowierte Blondine war bereits auf verschiedensten Titelseiten, Plakaten oder Fotostrecken in der ganzen Welt zu sehen und ist in der Tattoo-Szene eine fixe Größe. Doch auch in ihrem Herzensbereich »Tierschutz« hat sie sich einen Namen gemacht. Sandy, wie lange bist du schon als Tattoo-Model tätig? Fotoshootings im alternativen Bereich mache ich nun seit rund sechs Jahren. Zwei Monate nach meinem ersten Shooting wurden die Bilder in einem Magazin veröffentlicht, kurz darauf folgte mein erstes Cover. Mittlerweile sind es etwa 30 Titelseiten weltweit und ca. 300 Veröffentlichungen wie Werbeplakate von Tattoo Conventions und Kampagnen in Zusammenarbeit mit Tierrechtsorganisationen. Das Modeln ist für mich eine schöne, aber auch sehr zeitintensive Freizeitbeschäftigung. Im Gegensatz zu meinen Kolleginnen habe ich Einladungen/Jobs für TV und die damit verbundene Chance (vielleicht) berühmt zu werden immer abgelehnt. Bis auf ein paar Interviews bei Events gibt’s, soweit ich mich erinnern kann, keine »PENG-TV-Momente«. 92

Ah doch, da war mal was, ich war kurz in den Sendungen »Hund, Katze, Maus« und »Tiere suchen ein Zuhause«. Da ging’s aber nicht um Tattoos oder Tattoomodels, sondern um Tiere. Mit Tierrechten befasse ich mich nun auch schon seit einigen Jahren. Warum ist dir Tierschutz ein Anliegen? Angefangen hat’s mit Seehunden! Klingt komisch, war aber so. Bei meiner »Robben-Bilder-Recherche« im Netz bin ich immer wieder bei den grausamen Robbenmassakern in Kanada gelandet. Die Tatsache, dass diese kleinen, süßen Fellwürmer in den ersten zwei Wochen ihres kurzen Lebens vor den Augen ihrer Mütter grausam niedergeknüppelt werden, um diese dann für MODE teilweise lebendig zu häuten, hat mich bis in meine Träume verfolgt. Ich habe mir im Netz Videos angesehen und, das

könnt ihr mir glauben, da sind viele Tränen geflossen. In dieser Zeit fasste ich dann auch den Entschluss, mir das »Ink, not Mink!«-Tattoo (Tinte statt Nerz) stechen zu lassen. Heute befasse ich mich allgemein mit dem Thema Pelzindustrie, aber auch vielen anderen Themen im Bereich Tierrecht. Aber auch hier kannst du große Erfolge zu verbuchen. Du warst zum Beispiel Teil einer PETA­-Kampagne. Wie kam’s dazu? Mein »Ink, not Mink!«-Tattoo war der Auslöser. Ich wollte eine klare Botschaft an einer gut sichtbaren Stelle, denn dadurch hatte ich die Chance, diese Message im Zusammenhang mit meinen Bildern unter die Leute zu bringen. Mathias, mein Partner, hat mich damals ermutigt, ein Bild von meinem Tattoo an PETA zu senden. Gesagt getan. Rund drei Monate später fiel dann


Foto: Martin Steinthaler | tinefoto.com © Shooting zur Anti-Rassenhass Kampagne des Hundemagazins Your Dog

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auch der Startschuss für die Kampag­ ne »Ink, not Mink!«. Ohne Scheiß, ich war damals so unglaublich stolz, als erster sogenannter »Nicht-Promi« Teil dieser Kampagne zu sein. Immerhin waren bis zu diesem Zeitpunkt ausschließlich Stars wie Tommy Lee, Dennis Rod­man, Pamela Anderson, Thomas Kretschmann, Mike Ness, Sarah Connor etc. auf diesen Kampagnenplakaten. Du machst auch immer wieder durch Straßenaktionen auf Tierschutz aufmerksam. Braucht’s da eine Genehmigung und wie sind die Reaktionen der Passanten? Genehmigung? Nein, wir sammeln uns in großen Städten, bewaffnet mit Spraydosen, und attackieren damit Pelzträger (lacht). Nein, im Ernst: All unsere Protestaktionen sind friedlich und wurden im Vorfeld angemeldet sowie genehmigt. Mir fehlt einfach die Zeit, nach je-

der Aktion ein paar Tage inhaftiert zu sein (grinst). Unsere Proteste sind provokativ bei der Darstellung bzw. der Inszenierung. Flyer zu verteilen alleine reicht heutzutage nicht mehr, dazu ist unsere Gesellschaft schon zu abgebrüht. Schaffen wir es, dass die Medien über unsere Protestaktionen berichten, erreichen wir mit einem Schlag tausende Menschen. Hin und wieder gibt es böse und gehässige Bemerkungen von Pelzträgern. Aber nicht nur von den Pelzträgern kommt Kritik: Tierrechtsaktivsten werden auch sonst gerne als »Spinner« verunglimpft. Zweifelst du manchmal daran, dass dein Engagement was bringt? Oh ja, Aktivisten gelten oft als Spinner und müssen sich vielen Diskussionen aussetzen. Beschäftige dich mal tagtäglich mit Tierqual und Unrecht – es ist hart und kann einen

Menschen wirklich sehr verändern. Fakt ist, der Mensch hat nicht das Recht, Tier und Natur aus reiner Profitgier zu zerstören. Tag für Tag werden Millionen Tiere für Nahrung, Unterhaltung, Experimente und Mode auf brutalste Weise gefoltert und gequält! Ich bin nicht perfekt, aber logischerweise habe auch ich meinen Lebensstil und mein Konsumverhalten grundlegend geändert. Zurück zu deiner Frage, nein, ich zweifle keine Sekunde daran, was mein Engagement betrifft. Hast du tierische Mitbewohner? Ja, natürlich! Wir haben zwei Fellnasen: Kater Murphy und Miezekatze Rosi. Welche Aktionen hast du für 2014 geplant? Mein größtes Projekt für 2014 ist, einige Wochen auf einer Ranch mit vielen Tieren in den kanadischen Rocky Mountains zu leben und zu arbeiten. Hast du auch ein Tattoo in Planung? Ja, ein Waschbär, so einer mit Panzerknackergesicht! Weitere Infos unter sandyppeng.com und auf /PENGsPage

QR-Code scannen und Sandys neue Tierschutzaktion aus Berlin ansehen. 93


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Facebook:

Das Ende einer Ära? Text: Chris Feurstein

Eure Freunde verschwinden, Statusmeldungen erreichen nur noch einen Bruchteil der Fans? Keine Sorge, es liegt nicht daran, dass ihr plötzlich völlig unbeliebt seid, sondern an Facebook selbst. Obwohl, Grund zur Sorge besteht eigentlich schon. Bei kleinen sowie großen Unternehmen steht Face­book als Werbeplattform hoch im Kurs. Als Betreiber einer Seite ist es naheliegend, die verschiedenen Werbetools, die Facebook anbietet, auszuprobieren. So wird dann fremden Personen in deren Timeline die beworbene Seite angezeigt. Das funktioniert ganz gut – die Zahl der »Likes« steigt in vielen Fällen. Im Vergleich zu anderen Werbemitteln sind die Kosten nicht wirklich hoch, dazu kann man noch einige Parameter auswählen, um die Zielgruppe einzuschränken. Facebook verdient damit natürlich, man selbst erreicht ein neues Publikum. So weit, so gut. Weniger ist nicht mehr Seit einiger Zeit erreichen Beiträge und Fotos aber nicht mehr dieselbe Menge an Fans wie noch vor einigen Monaten. Die Posts werden im Schnitt nur noch zirka zehn Prozent der Fans angezeigt. Das hat zur Folge, dass weniger mit den Posts interagiert wird. Damit bleibt auch 94

die Multiplikatorwirkung, die Facebook so interessant machte, auf der Strecke.

weil jemand mit einem Beitrag nicht interagiert, heißt das ja nicht, dass er ihn nicht interessiert hat.

1.500 Posts pro Tag Der Grund dafür ist ein Algorithmus, der die Masse an Nachrichten und Kommentaren filtert. Die selektierten Beiträge erscheinen dann in der Timeline. Um das zu verdeutlichen – es werden täglich 4,74 Milliarden Statusmeldungen, Bilder usw. gepostet. Das bedeutet ca. 1.500 Posts pro Tag für den durchschnittlichen User. Wenn man den ganzen Tag auf Facebook ist, lässt sich diese Anzahl bewältigen, bei einem Kurzbesuch am Abend ist es dann schon schwieriger. Von daher ist der Gedanke aufzuräumen ja nicht unbedingt falsch. Das Problem ist aber, wie das geschieht. Facebook geht davon aus, dass wenn die Beiträge von Personen und Seiten nicht geliked oder kommentiert werden, diese früher oder später aus der Timeline verschwinden können. Diese Vorgangsweise ist natürlich falsch, denn nur

Keine Sorge Selbstverständlich bietet Facebook auch hier eine Lösung an. Wie eingangs erwähnt, ist die Möglichkeit, User, die eine Seite nicht kennen, zu erreichen, eine angenehme Sache. Unverständlich ist, dass man noch einmal bezahlen muss, um die Likes für seine Seite zu sehen. Denn man hat ja schon einmal bezahlt, um sie zu erhalten. Diese Abzockermentalität wird sicher viele Seitenbereiber von Facebook zu anderen Plattformen vertreiben, denn wer hat schon Lust für jeden Beitrag nochmals zu bezahlen? Besonders ärgerlich ist es, wenn man teilweise gutes Geld und Personal investiert hat und das Ganze dann bei weitem nicht die gewünschte Wirkung hat. Abgesehen davon besteht, der Verdacht, dass nicht bezahlte Posts in der Timeline zu Gunsten bezahlter unterdrückt werden.

Dieser Schritt war wohl notwendig, da die User Facebook mehrheitlich über mobile Geräte besuchen. Bei diesem begrenzten Sichtfeld ist herkömmliche Werbung schwer unterzubringen. Abgesehen davon, ist man nicht mit einer Kaufabsicht im Netzwerk und will eigentlich damit in Ruhe gelassen werden. Die User wollen die interessantesten, neue­sten oder populärsten Posts sehen. Was sie nun bekommen, sind die Posts derer, die am besten bezahlen. Auch für den privaten User wird Facebook dadurch immer langweiliger und verzichtbarer. Facebook wird uncool Laut einer Studie hat die Plattform seit 2011 fast elf Millionen junge Nutzer verloren. Das liegt daran, dass sich hier viele Generationen treffen. Und wenn Eltern die Posts ihrer Kinder kommentieren, suchen diese schnell das Weite. Die junge Generation findet man in anderen Netzwerken wie Tumblr oder Instagram. So wie auch Twitter filtert Insta­ gram die Posts nicht.


Pinke Pinke Energie Energie aus aus Vorarlberg. Vorarlberg. Wieland Alge Wieland Alge NEOS Kandidat

NEOS Kandidat EU-Wahl 2014 EU-Wahl 2014 „Netzpolitik und „Netzpolitik und Datenschutzexpertise Datenschutzexpertise müssen nach Brüssel.“ müssen nach Brüssel.“ Als IT Security Spezialist seit 15 Jahren Als IT Security Spezialist seitExperten 15 Jahren schickt NEOS einen wahren schickt NEOS einen wahren Experten in Sachen Netzsicherheit für die EUin Sachen für die EUWahlen in Netzsicherheit den Ring. Wahlen in den Ring. Sein persönliches Ziel: Das Internet für Sein Ziel: DasKommunikaInternet für langepersönliches Zeit als verläßliches lange Zeit als verläßliches Kommunikationsmedium für alle zu erhalten und nicht tionsmedium für alle zu erhalten und nicht Überwachung und Exklusivität für Große. Überwachung und Exklusivität für Große. Wieland Alge für NEOS. Wieland Alge für NEOS. weitere Infos: www.facebook.com/walge2 weitere Infos: www.facebook.com/walge2

Chris Alge Chris Alge NEOS-Landes-

NEOS-Landessprecher Vorarlberg sprecher Vorarlberg

„Nichts zu riskieren „Nichts zuriskant.“ riskieren ist mir zu ist mir zu riskant.“

Mit Chris steht ein echter Teamplayer an Mit ein echter Teamplayer der Chris Spitzesteht der Landtagswahlen 2014 an der Spitze der Landtagswahlen 2014 in Vorarlberg. in Vorarlberg. Für ein fortschrittliches Land wie Vorarlberg Für ein fortschrittliches Land wie Vorarlberg braucht es Macher, Denker und kreative braucht es Macher, Denker und kreative Köpfe und keine Systemerhalter. Köpfe und keine Systemerhalter.

Chris Alge für NEOS.

Chris Alge für NEOS. weitere Infos: www.facebook.com/chrisneos weitere Infos: www.facebook.com/chrisneos


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WHat The F k Is Baguetting? »Baguetting« ist eigentlich etwas komplett Dämliches. Wie könnte es auch anders sein, schließlich ist von einem »Internet-Trend« die Rede. Text: Chris Feurstein

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Begonnen hat das Ganze am 8. Oktober 2012, als Tim Bierbaum und John Milhiser von der aus Brooklyn stammenden Komikertruppe »Serious Lunch« eine Serie von zwölf Baguetting-Fotos postete. Die Internet-Gemeinde war begeistert, innerhalb weniger Monate folgen weiter Bilder, diesmal auch mit mehr oder weniger prominenten Darstellern. Der bekannteste Vertreter ist wohl George Takei, der in Raumschiff Enterpreis Mr. Sulu verkörperte. Durch sein Engagement wurden die großen amerikanischen Sendergruppen auf Baguetting aufmerksam. Durch die Berichterstattung fanden sich schnell viele Nachahmer, die auf allen Social Media-Kanälen ihre Baguettings posteten. Es ist sicher nicht alles lustig, was im Netz rumschwirrt, siehe »Catbreading«, aber Baguetting hat uns einige heitere Minuten beschert. Deshalb haben wir hier die witzig­ sten Bilder zusammengetragen. 96

Foto rechts: Markus Gmeiner Starke Fotografie, Fotos Baguetting: Tim Bierbaum, John Milhiser (baguettemenots.tumblr.com)

eim Baguetting geht es darum, Alltagsgegenstände durch das französische Stangenbrot zu ersetzen und dies fotografisch festzuhalten.


laendlemagazin.com

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Online

From the Blog Eine Sache ist uns ganz wichtig: Wir möchten niemals stehen bleiben. Deshalb sind wir ständig auf der Suche nach neuen Ideen, Herausforderungen und Autoren. Eine äußerst kreative und geschickte Vorarlbergerin mit Wohnsitz in Wien schreibt für uns seit Dezember: Camilla verstärkt unseren Blog durch tolle Do-it-Yourself-Projekte. In ihrer ersten Anleitung versetzte sie uns zurück in unsere Kindheit, indem sie uns zeigte, wie einfach man aus Klopapierrollen einen hübschen Adventskalender zaubern kann. Camilla gewährte uns sogar einen Ein-

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blick in die Geschenke, die in ihrem eigenen Exemplar Platz fanden. Im zweiten DIY-Projekt beschäftigte sie sich auch mit dem Thema Weihnachten: Sie inspirierte uns mit neun außergewöhnlichen Geschenkverpackungen. Die Kombinationen aus Pack-, Seiden und Bastelpapier sind entzückend – sowohl farblich als auch in ihrer Form. Camillas Verpackungsideen haben natürlich das ganze Jahr über Saison. Wir freuen uns auf viele weitere Beiträge!

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Foto: Matthias Dietrich (studiofasching.at)

Cornelia Bachtr채gl - Chefredaktion, Gestaltung & Musik Chris Feurstein - Chefredaktion, Gestaltung & Anzeigenverkauf Maximilian Feurstein - Kino & TV Katharina Germann - Kolumnen & Trends


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