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Zahnärzteblatt

BRANDENBURG OFFIZIELLES MITTEILUNGSBLATT FÜR DIE ZAHNÄRZTE IM LAND BRANDENBURG

Zu kompliziert Zahlreiche Fehlinterpretationen der neuen Formen der Berufsausübung S. 6

Neue Strategien Arbeitskreis will Behindertenbehandlung zukunftssicher gestalten S. 10

Endlich geschafft Tagebuchautor Christian Olesch hat das erste Semester hinter sich S. 44

Urnengang Wahlkämpfer bringen sich in Stellung S. 3 Ausgabe 4

August 2010


Die Seite 3

Für eine starke Selbstverwaltung! Krankenkassen und es erfordert das Zusammenwirken all unserer Kräfte, sowohl in den Bezirksstellen, in der ehrenamtlichen Tätigkeit unserer Kolleginnen und Kollegen in den KZV-Gremien - sei es als Gutachter, als Ausschussmitglied oder in einer der zahlreichen Beratungsfunktionen, um sich erfolgreich dem Verhandlungsmonopol der Krankenkassen und dem Ränkespiel der Politik widersetzen zu können. Wir setzen uns ein für: • den Erhalt der Freiberuichkeit, • die freie Zahnarztwahl unserer Patienten, • die Anhebung der Vergütung auf Westniveau, • den Erhalt kollektiver Vertragsstrukturen und körperschaftlicher Interessenvertretung, • die Erhaltung der regionalen Vertragskompetenz der KZVLB, • die Bewahrung der Einheit des Berufsstandes, Autor: Dr. Gerhard Bundschuh • die Verhinderung von QS-Richtlinien, die Vorstandsvorsitzender der KZVLB eine Installation von Programmen beinhalten, die unseren Arbeitsalltag auf unerSeit mehr als 20 Jahren und nunmehr fünf Wahlwünschte Weise durchleuchten. perioden darf ich die Geschicke der KZV Land Brandenburg als Vorsitzender des Vorstandes leiten. Nun ist es an der Zeit, die Geschäfte in Der Vertragswettbewerb darf nicht dazu führen, dass sich einige wenige auf Kosten anjüngere Hände zu legen. derer Vorteile verschaffen. Der freiberuich Ich würde mich freuen, wenn Sie Ihr Vertrauen niedergelassene Zahnarzt, ob als Einzelpraxis dem Vorsitzenden des Verbandes Niedergelas- oder als Gemeinschaftspraxis (neudeutsch: sener Zahnärzte und Vizepräsidenten der Lan- Berufsausübungsgemeinschaft) muss auf den deszahnärztekammer, Dr. Eberhard Steglich, Schutz seiner KZV vertrauen können. (dem Spitzenkandidaten der Liste vier) schenken, da ich aufgrund der jahrelangen guten Selektivverträge oder ähnliche, das Kollektiv Zusammenarbeit mit ihm innerhalb des Ver- zerstörende Gebilde dürfen nicht Einzug in die bandes und der beiden Körperschaften eine brandenburgische Zahnärztelandschaft halten, Kontinuität in der Interessenwahrnehmung für schließlich gehen Kollektivinteressen vor Pardie brandenburgischen Zahnärzte gewährleis- tikularinteressen. Wir alle sollten mitarbeiten, tet sehe. Sie entscheiden mit Ihrer Wahl darü- damit wir unseren schönen freien Beruf, geber, wer in den nächsten sechs Jahren Ihre Inte- stützt auf eine von Ihnen gewählte Selbstverressen in der Vertreterversammlung und damit waltung (= KZV), weiterhin ausüben können. Mit Ihrer Wahl setzen Sie hierfür Zeichen. auch im künftigen Vorstand vertreten soll. Die KZV steht in den nächsten Jahren vor gewaltigen Herausforderungen – dafür wird die Politik schon sorgen - den Rest erledigen die ZBB Ausgabe 4/2010

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Inhalt

Die Seite 3 FÜR eine starke Selbstverwaltung

Seite 15 - Brandenburger Zahnarzt wird Richter am höchsten Sozialgericht

Seite 19 - Engagierte Suche nach neuen Strategien in der Behindertenbehandlung

Seite 42 - Freiberuer treffen Landespolitiker und stellen unbequeme Fragen

Seite 47 - Motorradtour der

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Berufspolitik ZUKUNFT gemeinsam gestalten - Wahlen zur VV der KZVLB VERSCHIEDENE Formen der Berufsausübung WAS muss ich wo beantragen? DIE Ausschüsse der KZVLB ZUM ehrenamtlichen Richter gewählt WENN Zähneputzen alleine nicht mehr geht STRATEGIEN der Zahnärzte sind gefragt JOURNALISTEN fragten „Löcher in den Bauch“

5 6 8 11 15 16 18 20

Praxis DER BUS-Dienst steht beratend zur Seite

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Fortbildung MIT der „Z-PMS“-CD richtig arbeiten lernen TESTIMONIAL Curriculum Endontologie

24 26

Privates Gebührenrecht FUNKTIONSANALYSE korrekt berechnen - Teil 1

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Abrechnung FRAGEN und Antworten zur Abrechnung

32

Praxismitarbeiter PRÜFUNGSTERMINE für den Zeitraum 2010/2011

35

Recht & Steuer MIT oder ohne Ärger - Das Ende einer Gemeinschaftspraxis

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Aktuelles GRUNDKURS Festzuschüsse für Abrechnungseinsteiger EHRUNG für Mitbegründer des Zahnarzthilfswerks „POLNISCHE Zähne von der Krippe an kaputt“ NEUZULASSUNGEN RAUS aus der Nische TAGEBUCH eines Zahnmedizinstudenten REZENSIONEN MOTORRADTOUR führte durch südliches Brandenburg HILFE zur Selbsthilfe in Kenia - Wer hilft mit?

38 39 40 41 42 44 46 47 48

Termine ENDODONTIE-UMFRAGE wird bald ausgewertet WRIGLEY Prophylaxe-Preis-Ausschreibung 2011 WIR trauern WIR gratulieren ganz herzlich zum Geburtstag

49 50 50 51

Zahnärzte führt in den „Kleinen Spreewald“

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ZBB Ausgabe 4/2010


Berufspolitik

Zukunft gemeinsam gestalten! Wahlen zur Vertreterversammlung der KZVLB von 2011 bis 2016 So muss umso mehr die Stärkung und Unterstützung unserer KZV für uns ein existenzielles Bedürfnis bleiben. Die diversen Aufgaben für die Zahnärzteschaft kann sie umso besser bestreiten, je breiter die Unterstützung durch die Mitglieder sein wird. Ich denke dabei besonders an Vertragsverhandlungen, Honorarverteilung, den noch immer währenden Kampf um die Anhebung der Punktwerte und den Sicherstellungsauftrag. Gerade jetzt müssen wir die Gelegenheit nutzen, dies durch eine möglichst hohe Wahlbeteiligung zu beweisen.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, Nach nunmehr fast sechs Jahren geht die Legislaturperiode der Vertreterversammlung der KZV Land Brandenburg, die 2004 den ersten hauptamtlichen Vorstand gewählt hat, zu Ende. Sechs Jahre lang wurde eine erfolgreiche Arbeit für die Zahnärztinnen und Zahnärzte Brandenburgs geleistet. Die Wahl der neuen VV ndet in der Zeit vom 9.9.bis 30.9.2010 statt. In die neue VV wählen wir die Zahnärztinnen und Zahnärzte, die unsere Interessen in den nächsten sechs Jahren vertreten sollen. Die Konstituierung der neuen VV mit den Wahlen des Vorstandes erfolgt im Januar oder Anfang Februar 2011. Bis zur Wahl des neuen Vorstandes bleibt der bisherige Vorstand geschäftsführend tätig. Es ist ein Gebot der Stunde, dass jeder von uns von seinem Wahlrecht Gebrauch macht, damit eine möglichst breit unterstützte KZV unsere Interessen vertreten kann. In der augenblicklichen politischen Situation wird eine grundsätzliche Gesundheitsreform noch einige Zeit auf sich warten lassen. Das Hauptaugenmerk wird, wie all die Jahre zuvor, auf die Sicherung der Finanzierung gelegt werden müssen. Die unterschiedlichen Auffassungen innerhalb der Regierung sind schwer zu überwinden. ZBB Ausgabe 4/2010

Die Fusionen vieler Krankenkassen haben durchaus ihren positiven Aspekt, bedeuten aber für uns und die KZV, dass wir einem immer kompakteren Verwaltungsapparat gegenüberstehen, der mit Selektivverträgen versucht Breschen in unsere Gemeinschaft zu schlagen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, mit diesen Gedanken möchte ich eindringlich darauf hinweisen, wie wichtig es für uns alle ist, dass gerade im Land Brandenburg ein starkes und stabiles Bollwerk KZV besteht. 20 Jahre hat sich diese, unsere KZV erfolgreich für uns eingesetzt und bewährt. Sie muss weiterhin unsere breite Bestätigung durch die Wahlen haben. Ein jeder von uns sollte, wenn in den nächsten Tagen die Unterlagen zur Wahl der neuen Vertreterversammlung eintreffen, von der Wichtigkeit seiner Beteiligung an dieser Wahl überzeugt sein. Je breiter die Unterstützung der vorgeschlagenen Vertreter durch Sie ist, umso gestärkter kann die neue VV mit dem Vorstand und der gesamten Verwaltung in den nächsten Jahren zum Wohle der brandenburgischen Zahnärzte - und auch für Sie - arbeiten. Sie bestimmen mit Ihrer Wahl Ihre Interessenvertretung.

Vorsitzender der Vertreterversammlung 5


Berufspolitik

Verschiedene Formen der Berufsausübung Begriffe wie Berufsausübungsgemeinschaften, Medizinische Versorgungszentren, Zahnkliniken, ausgelagerte Praxisräume und Zweigpraxen, die den zahnärztlichen Praxisalltag begleiten, werden leider aber häug falsch interpretiert und angewandt.

Autor: Rainer Linke, Mitglied des Vorstandes der KZVLB

durch das Wellental der Gesundheitspolitik steuern.

Mit dem Wegfall der Zulassungssperren im Praxisgemeinschaft zahnärztlichen Bereich und den vielfältigen Möglichkeiten der Praxisführung, die uns das Einzelpraxen, die nur gemeinsam Räume und Vertragsarztrechtsänderungsgesetz 2007 ge- Personal nutzen. Jede Einzelpraxis rechnet die bracht hat, scheint die Freiberuichkeit ge- erbrachten Leistungen getrennt ab. fährdet und die Einzelpraxis ein Auslaufmodell. Das sehe ich nicht so. Berufsausübungsge- Zweigpraxis meinschaften gab es schon immer, nur nannten sie sich früher Praxisgemeinschaften oder Vertragszahnärztliche Tätigkeiten außerhalb Gemeinschaftspraxen. Diese werden auch in des Vertragszahnarztsitzes an weiteren Orten Zukunft bestehen, genauso, wie die Einzelpra- sind zulässig, wenn und soweit xis - insbesondere in einem Flächenstaat wie • dies die Versorgung der Versicherten an Brandenburg, wo es auf eine wohnortnahe Verden weiteren Orten verbessert und sorgung angkommt. Wichtigste Aufgabe der • die ordnungsgemäße Versorgung der VerKZV in den nächsten Jahren wird es sein, diese sicherten am Ort des Vertragszahnarztsitwohnortnahe Versorgung sicherzustellen. zes nicht beeinträchtigt wird. Bitte beachten Sie auch den Artikel „Was muss ich wo beantragen?“ Dies ist uns deshalb wichtig, weil leider dem Vorstand in jüngster Vergangenheit Vorwürfe hinsichtlich Zugeständnissen gegenüber Zweigpraxen, MVZ oder Zahnkliniken gemacht worden sind. Mit Ausnahme der Zweigpraxen ist aber nicht der Vorstand Adressat, sondern der Zulassungsausschuss. Apropos Ausschüsse: In dem Artikel „Die Ausschüsse der KZVLB“ nden Sie alles Wissenswerte über deren Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten. Es wäre schön, wenn Sie sich nicht nur aktiv an der Wahl beteiligen, sondern sich auch für die Übernahme eines Amtes in einem dieser Ausschüsse zur Verfügung stellen würden. Gerade in den nächsten Jahren ist angesichts der Wechselhaftigkeit unserer Bundesregierung und insbesondere des Bundesgesundheitsministeriums nicht damit zu rechnen, dass Hilfe „von oben“ für die Zahnärzte kommen wird. Wir müssen das Heft in die Hand nehmen und gemeinsam das KZV-Schiff 6

Berufsausübungsgemeinschaften Örtliche Berufsausübungsgemeinschaft (öBAG): Zusammenschluss zweier oder mehrerer Zahnärzte zur gemeinsamen Berufsausübung. Alle Partner haben die gleichen Rechte, sie haben alle eine vertragszahnärztliche Zulassung und praktizieren an einem gemeinsamen Praxisort. Sie haben eine gemeinsame Organisation und rechnen gegenüber der KZV gemeinsam ab (eine Abrechnungsnummer). Überörtliche Berufsausübungsgemeinschaft (üBAG): Mindestens zwei verschiedene Praxisstandorte, wenn sich zwei oder mehrere VZÄ zusammenschließen, die ihre Praxen an verschiedenen Orten haben und diese verschiedenen Orte auch beibehalten. ÜBAGs können innerhalb eines KZV-Bereiches oder in verschiedenen KZV-Bereichen geführt werden. Die Vertragspartner müssen die Wahl-KZV benennen, die maßgeblich ist für die anzuwenZBB Ausgabe 4/2010


Berufspolitik

denden Regelungen der Vergütung, Abrechnung und durchzuführenden Prüfungen (z. B. Wirtschaftlichkeitsprüfungen). Teilberufsausübungsgemeinschaft: Zusammenschluss von zwei oder mehreren Zahnärzten nur für einen Teil der zahnärztlichen Tätigkeit.

Teilzulassung Durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Zulassungsausschuss ist der Zahnarzt berechtigt, seinen Versorgungsauftrag auf die Hälfte zu beschränken.

Angestellte Zahnärzte Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) Das Gesetz deniert das MVZ so: Medizinische Versorgungszentren sind fachübergreifende ärztlich geleitete Einrichtungen, in denen Ärzte als Angestellte oder Vertragsärzte tätig sind.

Zahnklinik Der Gesetzgeber sieht nicht vor, dass Vertragszahnärzte sich zusammenschließen können und unter der Bezeichnung „Zahnklinik“ tätig sind. Laut Urteil des Sozialgerichtes Brandenburg ist diese Bezeichnung nicht zulässig.

Bei einer Vollzeitzulassung können am Vertragszahnarztsitz zwei vollzeitbeschäftigte Zahnärzte bzw. bis zu vier halbzeitbeschäftigte Zahnärzte angestellt werden. Die Dauer der Tätigkeit der am Vertragszahnarztsitz angestellten Zahnärzte in der oder den Zweigpraxen darf ein Drittel der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit am Vertragszahnarztsitz nicht überschreiten. Am Ort der Zweigpraxis kann ein Zahnarzt angestellt werden. Die Dauer dessen Tätigkeit in der Zweigpraxis darf die Dauer der Tätigkeit des Vertragszahnarztes in der Zweigpraxis um höchstens 100 v. H. überschreiten. § 4 Abs. 1 gilt entsprechend. ANZEIGE

ZBB Ausgabe 4/2010

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Berufspolitik

Was muss ich wo beantragen? Sachverhalt

Beschluss-

Rechts-

(Antrag auf)

fassung

grundlagen

Vorstand

Eintragung in das Zahnarztregister

Bemerkung

Zulassungsausschuss

x

§ 3 ZV-Z

Voraussetzungen: Approbation, 2-jährige Vorbereitungszeit Voraussetzungen: Registereintragung, Eignung zur Ausübung vertragszahnärztlicher Tätigkeit

Erteilung der Zulassung/ Teilzulassung

x

§ 95 Abs. 2 SGB V, §§ 18, 19 ZV-Z

Umwandlung Voll- in Teilzulassung

x

§ 19a Abs. 2 ZV-Z

Umwandlung Teil- in Vollzulassung

x

§ 19a Abs. 3 ZV-Z

Erteilung der Ermächtigung

x

§§ 31, 31a ZV-Z

Voraussetzungen: Registereintragung, Eignung, bestehende/drohende Unterversorgung oder Versorgung eines begrenzten Personenkreises

Ruhen der Zulassung

x

§ 95 Abs. 5 SGB V, § 26 ZV-Z

Mitteilung zu gewünschtem Ruhen erforderlich, Praxis des Zulassungsausschusses KZVLB: max. für 1 Jahr

Ende der Niederlassung (Erklärung zum Verzicht auf Zulassung)

x

§ 28 Abs. 1 ZV-Z

wird grundsätzlich mit dem Ende des auf dem Zugang der Verzichtserklärung folgenden Kalendervierteljahres wirksam

Genehmigung zur Verlegung des Vertragszahnarztsitzes

x

§ 24 Abs. 7 ZV-Z

jede Änderung der Praxisanschrift, auch innerhalb eines Ortes genehmigungspichtig; nur innerhalb Zulassungsbezirk, sonst Neuzulassung erforderlich

Gründung einer Praxisgemeinschaft

x

§ 33 Abs. 1 ZV-Z

Anzeige ausreichend; Voraussetzung: gemeinsame Nutzung Praxisräume, Praxiseinrichtungen und Beschäftigung von Hilfspersonal

Genehmigung zur gemeinsamen Ausübung vertragszahnärztlicher Tätigkeit an gemeinsamen Vertragszahnarztsitz (örtliche Berufsausübungsgemeinschaft (öBAG) (Gemeinschaftspraxis alten Rechts)

x

§ 33 Abs. 2 i.V.m Abs. 3 ZV-Z, § 6 Abs. 7 BMVZ, § 8a Abs. 2 EKV-Z

Nur zum Quartalsanfang möglich; Vorlage des schriftlichen Gesellschaftsvertrages

Genehmigung zur gemeinsamen Ausübung vertragszahnärztlicher Tätigkeit an verschiedenen Vertragszahnarztsitzen innerhalb des KZVBereichs (überörtliche Berufsausübungsgemeinschaft (üBAG)

x

§ 33 Abs. 2 i.V.m. Abs. 3 ZV-Z, § 6 Abs. 7, 8 BMV-Z, § 8a Abs. 2, 3 EKV-Z

Voraussetzungen: Gewährleistung der Versorgung an jeweiligen Vertragszahnarztsitzen, zeitlich begrenzte Tätigkeit an fremden Vertragszahnarztsitzen; keine Genehmigung erforderlich für höchstens ein Drittel-Tätigkeit des BAG-Mitgliedes an deren Vertragszahnarztsitzen der BAGMitglieder (§ 24 Abs. 3 Satz 7 ZV-Z, § 6 Abs. 8 BMV-Z, § 8a Abs. 3 EKV-Z)

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ZBB Ausgabe 4/2010


Berufspolitik

Sachverhalt

Beschluss-

Rechts-

(Antrag auf)

fassung

grundlagen

Vorstand

Genehmigung zur gemeinsamen Ausübung vertragszahnärztlicher Tätigkeit an verschiedenen Vertragszahnarztsitzen KZV-Bereich-überschreitend (überbezirkliche Berufsausübungsgemeinschaft)

WahlKZV

x WahlKZV

Feststellung der Beendigung einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG)

Genehmigung zur vertragszahnärztlichen Tätigkeit außerhalb des Vertragszahnarztsitzes (Zweigpraxis) innerhalb des BZV-Bereiches

Ermächtigung zur vertragszahnärztlichen Tätigkeit außerhalb des Vertragszahnarztsitzes (Zweigpraxis) außerhalb des KZV-Bereiches

Genehmigung zur Anstellung eines Zahnarztes am Vertragszahnarztsitz oder in der Zweigpraxis innerhalb des KZV-Bereiches

Genehmigung zur Anstellung eines Zahnarztes in der Zweigpraxis außerhalb des KZV-Bereiches

ZBB Ausgabe 4/2010

Zulassungsausschuss

x

Genehmigung zur Änderung der Entscheidung der überbezirklichen BAG zur Wahl-KZV

Bemerkung

§ 33 Abs. 2 i.V.m. Abs. 3 ZV-Z, § 6 Abs. 7, 8 BMV-Z, § 8a Abs. 2, 3 EKV-Z

von BAG für 2 Jahre unwiderruiche Wahl des Vertragszahnarztsitzes, der maßgeblich sein soll für Genehmigungsentscheidung und für die auf Leistungserbringung der BAG anzuwendenden Regelungen; schriftliche Erklärung aller BAG-Mitglieder zur Unterwerfung der Regelungen der Wahl-KZV

§ 6 Abs. 8 BMV-Z, § 8a Abs. 3 EKV-Z

Zugang der schriftlichen Erklärung gegenüber allen beteiligten KZVen mindestens 6 Monate vor Wirksamkeit der Änderung; Änderung nur zum Quartalsende

x

x

Berechtigung des Zulassungsausschusses zur Festlegung des Beendigungszeitpunkts zum Schluss des laufenden Quartals § 24 Abs. 3 Sätze 1 und 2 ZV-Z, § 6 Abs. 6 BMVZ, § 8a Abs. 1 EKV-Z

Voraussetzungen: Verbesserung der Versorgung der Versicherten am weiteren Ort, keine Beeinträchtigung der Versorgung der Versicherten am Vertragszahnarztsitz; höchstens ein Drittel Tätigkeit in Zweigpraxis; Genehmigung kann mit Nebenbestimmungen erteilt werden

§ 24 Abs. 3 S. 1 und 3 ZV-Z, § 6 Abs. 6 BMVZ, § 8a Abs. 1 EKV-Z

Voraussetzung wie bei Zweigpraxis innerhalb KZV-Bereich; Erteilung Einverständnis durch VZA, zur Übermittlung der Abrechnungsdaten von Zweigpraxis-KZV an VertragszahnarztsitzKZV; Anhörung des Zulassungsausschusses und der KZV des Vertragszahnarztsitzes

x

§ 95 Abs. 9 Satz 1 SGB V, § 32b ZV-Z, § 4 Abs. 1 BMV-Z, § 8 Abs. 3 EKV-Z

anzustellender Zahnarzt muss Zulassungsvoraussetzungen erfüllen; Bei (Voll-) Zulassung am Vertragszahnarztsitz 2 Vollzeit- bzw. bis zu 4 Halbzeit-Angestellte; bei Teilzulassung: 1 Vollzeit-, 2 Halbzeitoder 4 Teilzeitangestellte mit insgesamt höchstens Vollzeitbeschäftigung

x

§ 95 Abs. 9 SGB V, § 32b + § 24 Abs. 3 ZV-Z, § 4 Abs. 1, § 6 Abs. 6 BMV-Z, § 8 Abs. 3, § 8a Abs. 1 EKV-Z

anzustellende Zahnarzt muss Zulassungsvoraussetzungen erfüllen; Anzahl wie innerhalb KZV-Bereich

x FremdKZV

FremdKZV

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Berufspolitik

Sachverhalt

Beschluss-

Rechts-

(Antrag auf)

fassung

grundlagen

Vorstand

Feststellung zur Beendigung der Anstellung eines Zahnarztes

Bemerkung

Zulassungsausschuss

x

Anzeige ausreichend; nach schriftlicher Mitteilung erfolgt Beschlussfassung in nächster Sitzung

Anstellung eines Vertreters

x

§ 32 Abs. 1 Satz 4, Abs. 2 Sätze 2 bis 4, Abs. 4 ZV-Z, § 3 Abs. 3 Satz 1 (2. Halbsatz) ZV-Z

lediglich Anzeigepicht ab 1 Woche Vertretungsdauer; Voraussetzung: mindestens 1 Jahr zahnärztliche Tätigkeit des Vertreters; bis zu 3 Monaten meldepichtig, darüber hinaus genehmigungspichtig

Genehmigung zur Beschäftigung eines Entlastungsassistenten

x

§ 32 Abs. 2 bis 4 ZV-Z

Voraussetzung; 2 Jahre Ausbildungszeit absolviert

Genehmigung zur Beschäftigung eines Ausbildungsassistenten

x

§ 32 Abs. 2 bis 4 ZV-Z

Genehmigung frühestens ab Datum der Erteilung der Approbation

§ 32 Abs. 2 bis 4 ZV-Z

Voraussetzung: Weiterbildungsermächtigung der Zahnärztekammer, Genehmigung erfolgt durch Zahnärztekammer

Genehmigung zur Beschäftigung eines Weiterbildungsassistenten

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Berufspolitik

Die Ausschüsse der KZVLB Die Wahl der Vertreterversammlung der Kassenzahnärztlichen Vereinigung für die Amtsperiode 2011 bis 2016 ist in vollem Gange. Für die neue Legislaturperiode werden auch verschiedene Ausschüsse neu gewählt.

Der Wahlausschuss Aufgaben: Der Wahlausschuss ist für die Leitung und Durchführung der Wahl zur VV zuständig; er hat seinen Sitz bei der KZV Land Brandenburg. Zu seinen Aufgaben gehört insbesondere: 1.

2.

3.

4. 5. 6.

die Bestimmung von Ort und dem letzten Tag, bis zu dem das Wählerverzeichnis ausliegt, die Bestimmung über den letzten Tag, bis zu dem die Wahlvorschläge eingereicht werden können, die Entscheidung über Einsprüche gegen Eintragungen im Wählerverzeichnis, die Zulassung von Wahlvorschlägen, die Bestimmung über den letzten Wahltag, die Feststellung des Wahlergebnisses.

Die Ausschussmitglieder sind zur unparteiischen Wahrnehmung ihres Amtes und zur Verschwiegenheit über die ihnen bei ihrer amtlichen Tätigkeit bekannt gewordenen Tatsachen, insbesondere über alle dem Wahlergebnis unterliegenden Angelegenheiten verpflichtet. Der Wahlausschuss kann zur Durchführung seiner Aufgaben im Benehmen mit dem Vorstand Mitarbeiter der KZV Land Brandenburg als Wahlhelfer in Anspruch nehmen; diese werden durch den Wahlleiter zur Verschwiegenheit verpflichtet. Der Wahlausschuss entscheidet in nichtöffentlicher Sitzung mit Stimmenmehrheit. Er ist beschlussfähig, wenn mindestens die Hälfte seiner Mitglieder, darunter der Vorsitzende oder sein Stellvertreter, anwesend sind. In begründeten Ausnahmefällen, in denen eine persönliche Anwesenheit der AusschussmitZBB Ausgabe 4/2010

glieder nicht erforderlich ist, sind Umlaufbeschlüsse zulässig. Über jede Sitzung ist eine Niederschrift anzufertigen, die insbesondere die vom Wahlausschuss gefassten Beschlüsse enthält. Zusammensetzung: Der Wahlausschuss, bestehend aus drei Mitgliedern, wird von der Vertreterversammlung berufen. Diese Wahl soll im vorletzten Jahr der Wahlperiode erfolgen. Mitglieder und Stellvertreter müssen wahlberechtigt und wählbar sein. Aus seiner Mitte wählt der Wahlausschuss den Wahlleiter als Vorsitzenden und dessen Stellvertreter.

Der Beratungsausschuss Aufgaben: Der Beratungsausschuss berät den Vorstand bei der Erfüllung seiner Aufgaben, insbesondere bei Angelegenheiten von grundsätzlicher Bedeutung. Mindestens einmal in jedem Vierteljahr ndet eine Vorstandssitzung mit dem Beratungsausschuss statt. Zusammensetzung: höchstens fünf von der VV der KZVLB gewählte Mitglieder

Der Satzungsausschuss Aufgaben: Der Satzungsausschuss bereitet Änderungen und Ergänzungen der Satzung sowie der anderen Ordnungen vor. Er ist vor jeder Satzungsänderung oder Ergänzung zu hören. Zusammensetzung: Der Satzungsausschuss besteht aus sieben Mitgliedern.

Der Disziplinarausschuss Aufgaben: Die Disziplinargewalt der KZVLB wird durch einen unabhängigen, nur dem Gesetz und Recht unterworfenen Disziplinar11


Berufspolitik

Satzung der KZVLB Der Wahlausschuss: vergl. Wahlordnung Der Beratungsausschuss: § 18 Abs.

ausschuss der KZVLB ausgeübt. Ein Disziplinarverfahren kann gegen Mitglieder der KZV Land Brandenburg eingeleitet werden, wenn sie ihre vertragszahnärztlichen Pichten nicht oder nicht ordnungsgemäß erfüllt haben. Maßnahmen sind je nach der Schwere der Verfehlung: Verwarnung, Verweis, Geldbuße oder die Anordnung des Ruhens der Zulassung oder der vertragszahnärztlichen Beteiligung bis zu zwei Jahren. Das Höchstmaß der Geldbußen kann bis zu zehntausend Euro betragen. Ein Vorverfahren (§ 78 des Sozialgerichtsgesetzes) ndet nicht statt.

1, 2 Der Satzungsausschuss: § 18 Abs. 1, 4 Der Disziplinar-

Gemäß § 2 Abs. 3 der Satzung der KZVLB hat die KZVLB die Erfüllung der den Vertragszahnärzten obliegenden Pichten zu überwachen sowie die Vertragszahnärzte, soweit notwendig, zur Erfüllung dieser Pichten anzuhalten.

ausschuss: vergl. Disziplinarordnung § 2 Abs. 3 Der Rechnungsprüfungsausschuss: § 18 Abs. 5, 6

Zusammensetzung: Der Disziplinarausschuss besteht aus einem Vorsitzenden, der die Befähigung zum Richteramt haben muss, und vier Vertragszahnärzten als Mitglieder.

Der Rechnungsprüfungsausschuss

Der Finanzausschuss: § 18 Abs. 4, 5 Die Landesausschüsse: § 90 SGB V Der Zulassungsausschuss: § 96 SGB V Der Berufungsaus-

Aufgaben: • Die jährliche Prüfung der Betriebs- und Rechnungsprüfung. • Der Rechnungsprüfungsausschuss bereitet auf der Grundlage des Haushaltsplanes die Entscheidung über die Abnahme der Jahresrechnung und die Entlastung des Vorstandes vor.

schuss: § 97 SGB V Der Beschwerdeaus-

Zusammensetzung: Der Rechnungsprüfungsausschuss besteht aus drei Mitgliedern.

schuss Wirtschaftlichkeitsprüfeinrichtung: § 106 SGB V

Landesausschüsse Aufgaben: • Die Feststellung von über- und unterversorgten Planungsbereichen der vertragszahnärztlichen Versorgung. • Entscheidung über Bedarfspläne, wenn KZV und Krankenkassen das Einvernehmen über die von der KZV vorgelegten Bedarfspläne nicht herstellen können. Die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen und

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die Landesverbände der Krankenkassen bilden für den Bereich jedes Landes einen Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen und einen Landesausschuss der Zahnärzte und Krankenkassen. Für die Ersatzkassen nehmen deren Verbände die Aufgabe der Landesverbände wahr. Die Verbände der Ersatzkassen können diese Aufgabe auf eine im Bezirk der Kassenzahnärztlichen Vereinigung von den Ersatzkassen gebildete Arbeitsgemeinschaft oder eine Ersatzkasse übertragen. Zusammensetzung: Die Landesausschüsse bestehen aus einem unparteiischen Vorsitzenden, zwei weiteren unparteiischen Mitgliedern, acht Vertretern der Ärzte, drei Vertretern der Ortskrankenkassen, zwei Vertretern der Ersatzkassen, je einem Vertreter der Betriebskrankenkassen, der Innungskrankenkassen, der landwirtschaftlichen Krankenkassen und acht Interessenvertreter der Patientinnen und Patienten des Landes Brandenburg. Über den Vorsitzenden und die zwei weiteren unparteiischen Mitglieder sowie deren Stellvertreter sollen sich die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Landesverbände einigen. Kommt eine Einigung nicht zustande, werden sie durch die für die Sozialversicherung zuständige oberste Verwaltungsbehörde des Landes im Benehmen mit den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Landesverbänden der Krankenkassen berufen. Besteht in dem Bereich eines Landesausschusses ein Landesverband einer bestimmten Kassenart nicht und verringert sich dadurch die Zahl der Vertreter der Krankenkassen, verringert sich die Zahl der Ärzte entsprechend. Die Vertreter der Ärzte und ihre Stellvertreter werden von den Kassenärztlichen Vereinigungen, die Vertreter der Krankenkassen und ihre Stellvertreter werden von den Landesverbänden der Krankenkassen bestellt. Die Mitglieder der Landesausschüsse führen ihr Amt als Ehrenamt. Sie sind an Weisungen nicht gebunden. Die beteiligten Kassenärztlichen Vereinigungen und die Verbände der Krankenkassen tragen die Kosten der Landesausschüsse je zur Hälfte. Das Bundesministerium für Gesundheit bestimmt durch Rechtsverordnung mit ZBB Ausgabe 4/2010


Berufspolitik

Zustimmung des Bundesrates nach Anhörung der Kassenärztlichen Bundesvereinigungen, der Bundesverbände der Krankenkassen, der Deutschen Rentenversicherung KnappschaftBahn-See und der Verbände der Ersatzkassen das Nähere für die Amtsdauer, die Amtsführung, die Erstattung der baren Auslagen und die Entschädigung für Zeitaufwand der Ausschußmitglieder sowie über die Verteilung der Kosten. Die Aufsicht über die Geschäftsführung der Landesausschüsse führen die für die Sozialversicherung zuständigen obersten Verwaltungsbehörden der Länder.

Der Finanzausschuss Aufgaben: Er bereitet auf Grundlage des vom Vorstand aufgestellten Haushaltsplanes die Entscheidung der VV über dessen Festsetzung vor. Zusammensetzung: Der Finanzausschuss besteht aus fünf Mitgliedern.

kenkassen in gleicher Zahl. Die Vertreter der Ärzte und ihre Stellvertreter werden von Kassenärztlichen Vereinigungen, die Vertreter der Krankenkassen und ihre Stellvertreter von den Landesverbänden der Krankenkassen und den Verbänden der Ersatzkassen bestellt. Unter den Vertretern der Ärzte muß ein außerordentliches Mitglied sein. Die Mitglieder der Zulassungsausschüsse führen ihr Amt als Ehrenamt. Sie sind an Weisungen nicht gebunden. Den Vorsitz führt abwechselnd ein Vertreter der Ärzte und der Krankenkassen. Die Zulassungsausschüsse beschließen mit einfacher Stimmenmehrheit, bei Stimmengleichheit gilt ein Antrag als abgelehnt. Die Geschäfte der Zulassungsausschüsse werden bei den Kassenärztlichen Vereinigungen geführt. Die Kosten der Zulassungsausschüsse werden, soweit sie nicht durch Gebühren gedeckt sind, je zur Hälfte von den Kassenärztlichen Vereinigungen einerseits und den Landesverbänden der Krankenkassen und den Verbänden der Ersatzkassen andererseits getragen.

Der Zulassungsausschuss Aufgaben: Dem Zulassungsausschuss obliegt die Beschlussfassung und Entscheidung • in allen Angelegenheiten der Zulassung von Vertragszahnärzten und der • Beendigung oder • Entziehung der vertragszahnärztlichen Zulassung, • der Genehmigung von angestellten Zahnärzten gem. § 32 b ZV-Z, • der Genehmigung von örtlichen und überörtlichen BAGs, • dem Ausspruch von Ermächtigungen, • Entscheidungen über das Ruhen der vertragszahnärztlichen Zulassung. Zur Beschlussfassung und Entscheidung in Zulassungssachen errichten die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Landesverbände der Krankenkassen sowie die Verbände der Ersatzkassen für den Bezirk jeder Kassenärztlichen Vereinigung oder für Teile dieses Bezirks (Zulassungsbezirk) einen Zulassungsausschuss für Ärzte und einen Zulassungsausschuss für Zahnärzte. Die Zulassungsausschüsse bestehen aus Vertretern der Ärzte und der KranZBB Ausgabe 4/2010

Zusammensetzung: Der Zulassungsausschuss besteht aus sechs Mitgliedern, und zwar aus je drei Vertretern der Zahnärzte und der Krankenkassen sowie aus Stellvertretern in der nötigen Zahl.

Der Berufungsausschuss Aufgaben: Der Berufungsausschuss trifft Entscheidungen über alle Widersprüche gegen Beschlüsse des Zulassungsausschusses. Die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Landesverbände der Krankenkassen sowie die Verbände der Ersatzkassen errichten für den Bezirk jeder Kassenärztlichen Vereinigung einen Berufungsausschuss für Ärzte und einen Berufungsausschuss für Zahnärzte. Sie können nach Bedarf mehrere Berufungsausschüsse für den Bezirk einer Kassenärztlichen Vereinigung oder einen gemeinsamen Berufungsausschuss für die Bezirke mehrerer Kassenärztlicher Vereinigungen errichten. Die Berufungsausschüsse bestehen aus einem Vorsitzenden mit der Befähigung zum Richteramt und aus Vertretern 13


Berufspolitik

der Ärzte einerseits und der Landesverbände der Krankenkassen sowie den Verbänden der Ersatzkassen andererseits in gleicher Zahl als Beisitzer. Über den Vorsitzenden sollen sich die Beisitzer einigen. Kommt eine Einigung nicht zustande, beruft ihn die für die Sozialversicherung zuständige oberste Verwaltungsbehörde im Benehmen mit den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Landesverbänden der Krankenkassen sowie den Verbänden der Ersatzkassen. § 96 Abs. 2 Satz 2 bis 5 und 7 und Abs. 3 gilt entsprechend. Für das Verfahren sind § 84 Abs. 1 und § 85 Abs. 3 des Sozialgerichtsgesetzes anzuwenden.

Das Verfahren vor dem Berufungsausschuss gilt als Vorverfahren (§ 78) des Sozialgerichtsgesetzes). Der Berufungsausschuss kann die sofortige Vollziehung seiner Entscheidung im öffentlichen Interesse anordnen.

Der Schlichtungsausschuss Aufgaben: Unterbreitung von Vorschlägen zur gütlichen Regelung des Ausgleichs in Fällen, in denen Kassenzahnärzte Leistungen abgerechnet, aber nicht oder nicht persönlich erbracht haben, von Unregelmäßigkeiten bei der Verordnungsdähigkeit sowei Auslagenerstattungen.

Der Beschwerdeausschuss Wirtschaftlichkeitsprüfeinrichtung Unabhängiger Vorsitzender: H. F. Schirmer, stellv. Vorsitzender: Dirk Brouër Aufgabe: Prüfung und Überwachung der vertragszahnärztlichen Versorgung im Bereich der Krankenkassen sowie Ersatzkassen nach Widerspruchseinlegung/Beschwerde eines Verfahrensbeteiligten bezüglich des Beschlusses eines Prüfungsausschusses.

Ordentliche Mitglieder seitens der Vertragspartner KZV Land Brandenburg

Verbände der Krankenkassen

Dr. Peter Daniel

Manuela Schäfer – AOK B-B

Dr. Lutz Dieckmann

Ulrich Sturm – vdek LV B (DAK)

Dr. Sabine Vogler

Wilhelm Hiller – BKK LV Mitte

Stellv. Mitglieder als Pool-Benennung:

Stellvertretende Mitglieder

Dr. Karin Coordes (KFO-Gutachterin)

AOKB-B:

Carolus Ihlow Waltraud Anders

Dr. Bernd Ostermann (KFO-Gutachter)

vdek LV B: (BARMER-GEK))

Monika Seifert

Dr. Charlotte Runge

BKK LV Mitte:

Armin Sielas

Dr. Christiane Schael

IKK B+B:

Jens Haftenberger

Dr. Uwe Sommer Dr. Georg Trojanowski (PAR-Gutachter) VZA Otto Wolff (ZE-Gutachter) Dr. Holger Ziebell (ZE-Gutachter)

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Berufspolitik

Zum ehrenamtlichen Richter gewählt Dr. Lutz Dieckmann hat seine Praxis in Brandenburg, doch mehrfach im Jahr begibt er sich in einen Gerichtssaal in Kassel. Dort arbeitet er als ehrenamtlicher Richter am Bundessozialgericht. Kürzlich wurde er in seine zweite Amtsperiode berufen. (ZBB) Acht ehrenamtliche Richter gibt es am Bundessozialgericht in Kassel. Einer davon kommt aus den neuen Bundesländern - Dr. Lutz Dieckmann. Zum zweiten Mal erhielt der Brandenburger Zahnarzt vom Bundesministerium für Gesundheit die Berufung an das oberste Sozialgericht. In den kommenden fünf Jahren wird er bei Verhandlungen zusammen mit einem weiteren ehrenamtlichen Kollegen den drei Berufsrichtern mit seinem Fachwissen zur Seite stehen. An allen Urteilen wirkt er dann als gleichwertiges und voll stimmberechtigtes Mitglied mit. Dafür wird er jedes Jahr zwei- bis dreimal nach Kassel reisen und sich im Vorfeld einige Wochen lang in die jeweilige Thematik einlesen. Den Weg in die höchste Instanz der Sozialgerichtsbarkeit hat sich Dr. Dieckmann mit viel Engagement erarbeitet. 1995 wurde er in die Vertreterversammlung der KZVLB gewählt und ist seitdem in verschiedenen Ausschüssen, wie dem Satzungsausschuss und dem Beschwerdeausschusses aktiv. Im Jahre 1992 erhielt er seine Berufung zum ehrenamtlichen Richter an das Landessozialgericht in Potsdam, wo er bis 2001 tätig war. Der Wechsel nach Kassel freute den 61-Jährigen, denn hier kann er an

wichtigen Grundsatzentscheidungen mitwirken. Dass er für eine zweite Amtszeit berufen wurde, erfüllt ihn mit einem gewissen Stolz. Von seiner besonderen Sachkenntnis protieren auch seine Kollegen in Brandenburg: Wenn er im Beschwerdeausschuss das Wort ergreift, gehen die meisten auf seinen Rat ein - und fahren gut damit.

Der Brandenburger Zahnarzt Dr. Lutz Dieckmann im Büro seiner Praxis

Der Vorstand der KZVLB gratuliert Dr. Dieckmann und wünscht viel Erfolg.

Weitere ehrenamtliche Richter der KZVLB für die Sozialgerichtsbarkeit (Stand 02.06.2010) Sozialgericht Sven Albrecht Dr. Gerhard Jensch Dr. Ralf Rottstock Dr. Frank Wertmann

Amtszeit 01.07.2005 – 30.06.2010 01.12.2005 – 30.11.2010 01.08.2005 – 31.07.2010 01.06.2010 – 31.05.2015

Landessozialgericht Dr. Benno Damm Dr. Helga Schemel Dr. Paul Zorn

01.01.2010 – 31.12.2014 01.06.2010 – 31.05.2015 01.06.2010 – 31.05.2015

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Berufspolitik

Wenn Zähneputzen alleine nicht mehr geht Mundgesundheit trotz Handicap und hohem Alter – Konzept der BZÄK und KZBV zur vertragszahnärztlichen Versorgung von Pegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen wurde als Diskussionsgrundlage für politische Ebenen vorgestellt. Autorin: Dipl.-Stom. Bettina Suchan Vorstandsmitglied der LZÄKB

Das Konzept der

Die Zahl der Bevölkerung in Deutschland sinkt. Gleichzeitig steigt die Zahl der Pegebedürftigen und die Bevölkerung wird immer älter. BZÄK und KZBV haben reagiert und in Zusammenarbeit mit den Fachgesellschaften und der Wissenschaft ein Konzept erarbeitet, wie die daraus erwachsenden Aufgaben künftig im Bereich der vertragszahnärztlichen Versorgung gelöst werden könnten.

und pegebedürftigen Menschen sowie von Menschen mit Behinderungen deutlich schlechter, als die von anderen Bevölkerungsgruppen. Bis zum Eintritt der Pegebedürftigkeit ist bei den meisten Patienten die Zahn- und Mundgesundheit völlig in Ordnung. Tritt die Pegebedürftigkeit ein, sind innerhalb kürzester Zeit alle Behandlungs- und Präventionserfolge dahin.

Gesetzeslücke möglichst bald schließen

Zahnärzte für eine bessere Mundgesundheit trotz Handicap und hohem Alter

Fach- und Lokaljournalisten interessier-

In Deutschland leben gegenwärtig 82 Millionen Menschen. 20 Prozent davon sind älter als 65 Jahre. Dieses Verhältnis wird sich bis 2060 von etwa 65 bis 70 Millionen Menschen zu rund 30 Prozent verschieben. 2007 waren zudem 6,9 Millionen Menschen in Deutschland anerkannt schwer behindert – Tendenz steigend. Diese demographische Entwicklung stellt eine hohe Herausforderung für die Gesellschaft und das Gesundheitswesen dar.

ten sich während der Pressekonferenz für das Konzept – jetzt ist die Politik gefordert.

Obwohl die zahnmedizinische Versorgung in Deutschland insgesamt sehr gut ist, ist die Zahngesundheit von betagten, multimorbiden

Der Grund dafür ist eine Lücke in der Gesetzgebung. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass jeder erwachsene Mensch selbst seine Zähne putzen und selbst zum Zahnarzt gehen kann. Das ist eben nicht immer der Fall. Aus diesem Grund haben BZÄK, KZBV, die Deutsche Gesellschaft für Alterszahnmedizin und die Arbeitsgemeinschaft der zahnärztlichen Behindertenbehandlung beim BDO in einer gemeinsamen Pressekonferenz am 16. Juni in Berlin ihre Vorstellungen dargelegt, wie diese Versorgungslücke zu schließen ist. Die zentralen Punkte dieser Initiative sind der Anspruch dieser Patienten auf besondere präventive zahnmedizinische Leistungen und die Förderung der aufsuchenden Betreuung durch den Zahnarzt. Das Konzept der Zahnärzteschaft sieht vor, dass die Anspruchsberechtigten für diese Versorgung in den § 22 SGB V aufgenommen werden und es adäquate Zuschläge für die aufsuchende Betreuung gibt. Eine Orientierung dafür, wer anspruchsberechtigt ist, könnten die Pegestufen sein. Das Konzept soll ein Angebot an die Gesundheitspolitik und Krankenkassen sein, um den Schwächen bei der Versorgung von immobilen, pegebedürftigen Patienten angemessen zu begegnen mit dem Ziel, die Mundgesundheit zu verbessern.

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Berufspolitik/Fortbildung

Sie versuchen sich mit Sportspielen t zu halten, die Bewohner von Alters- und Pegeheimen. Dennoch gibt es Mankos bei der persönlichen Mundhygiene.

Strategien der Zahnärzte sind gefragt „Zahnmedizin für Pegebedürftige und Menschen mit Behinderungen – Krise oder Chance“ – zum Thema des Arbeitskreises Behindertenbehandlung trafen sich im Juni über 30 engagierte und interessierte brandenburgische Zahnärzte und Gäste. Autorin: Dipl.-Stom. Bettina Suchan, LZÄKB

Dipl.-Stom. Bettina Suchan, Vorstandsmitglied der LZÄKB, für den Bereich Prävention und Alterszahnheilkunde zuständig

Wie sieht die Versorgungslage in der Zahnmedizin für Menschen mit Behinderungen und für pegedürftige Menschen aus? Wie ist der Umgang mit diesen Patienten bei der zahnmedizinischen Versorgung? Gibt es bewährte Behandlungskonzepte oder einfache Strategien? Diese und noch andere Fragen bildeten die Schwerpunkte in der Fortbildungsveranstaltung von OA Dr. Cornelius Haffner von der Ludwig-Maximilians-Universität München am 16. Juni im Hotel „Berliner Ring“ in Dahlewitz.

Zahnarztpraxis modizieren Bei der zahnmedizinischen Versorgung von Menschen mit Behinderungen und von pegebedürftigen Menschen gibt es viele Gemeinsamkeiten. Aus diesem Grund war die diesjährige Fortbildungsveranstaltung für beide Zielgruppen ausgelegt. Zähne sind und bleiben für alle Menschen ein kostbares Gut. Mit den eigenen, gesunden Zähnen können wir gut essen, haben keine Schmerzen und sehen fast immer gut damit aus. Gesunde Zähne sind ein wichtiger Faktor bei der Gesunderhaltung

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des gesamten Organismus. Dank der guten Möglichkeiten zur Erhaltung der Zähne haben auch immer mehr ältere Menschen immer mehr natürliche Zähne. Das ist eine erfreuliche Entwicklung, die allerdings auch eine Schattenseite hat. Das Risiko, dass diese Zähne an einer Karies erkranken und eine Erkrankung des Parodontiums entsteht, steigt ebenfalls an. Was ist also zu tun, damit auch bei Menschen mit Behinderungen und bei pegebedürftigen Menschen die eigenen Zähne möglichst lange gesund bleiben und der Zahnhalteapparat entzündungsfrei?

Dr. Haffner machte klar, dass wir dafür nicht unbedingt alle unsere Behandlungskonzepte in der zahnmedizinischen Behandlung anpassen müssen. Eigentlich reicht es völlig aus, dass wir Zahnärzte uns in die Bedürfnisse der Patientengruppe hineindenken und die Gegebenheiten in den Zahnarztpraxen etwas modizieren. Dr. Haffner betonte: „Nicht unsere Behandlungskonzepte müssen angepasst werden, sondern unsere Einstellung und unsere ZBB Ausgabe 4/2010


Berufspolitik/Fortbildung

Praxis. Denn Alterszahnheilkunde wird in jeder Praxis ein Thema sein.“ Kommt beispielsweise der Patient im Rollstuhl, so kann die Frage nach der Rollstuhlzugänglichkeit der Praxis relativ schnell mit ja oder nein beantwortet werden. Schwieriger wird es, wenn der Patient zwar eingeschränkt, aber trotzdem selbst gehen kann und in die Praxis kommt. Gibt es ein Treppengeländer, das dem Patienten Sicherheit beim Treppensteigen gibt? Wie viele TĂźren sind zu Ăźberwinden, bis der Patient endlich die Praxis erreicht hat? Gehen die TĂźren leicht oder schwer auf? Die Beantwortung allein dieser drei Fragen entscheidet darĂźber, ob der Patient relativ entspannt in der Praxis erscheint, oder ob der Zahnarztbesuch schon vor der eigentlichen Behandlung fĂźr den Patienten zu einem kräftezehrenden Abenteuer wird. Sind die Patienten nicht mehr in der Lage, selbst in die Zahnarztpraxis zu kommen, sind sie auf einen Haus- oder Heimbesuch durch den Zahnarzt angewiesen. In den meisten Fällen stellt dieser Besuch fĂźr den Zahnarzt, fĂźr die Praxismitarbeiterin und auch fĂźr den Patienten eine Arbeit unter erschwerten Bedingungen dar.

Duales Konzept: Prävention und Therapie Dr. Haffner zeigte Strategien und LÜsungswege fßr die Meisterung der auftretenden Probleme auf und rundete die Veranstaltung mit praktischen Tipps fßr die Zahnbehandlung bei

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pegebedĂźrftigen Menschen und Menschen mit Behinderungen ab. So hat er im Zuge eines Pilotprojektes gute Erfahrungen mit dem dualen Konzept gesammelt: 1. Prävention, 2. Therapie. Innerhalb von nur drei Jahren konnte bei 76 Prozent der betreuten Patienten die Mundpege und Mundgesundheit ganz erheblich verbessert werden. 70 Prozent (!) weniger Zähne mussten entfernt werden. Und es gab wesentlich seltener akute Schmerzen. Mehr darĂźber ist im Internet unter  www.dgaz.org zu nden. Die anschlieĂ&#x;ende rege Diskussion mit und unter den Teilnehmern der Veranstaltungen gestaltete sich zu einem intensiven Erfahrungsaustausch. Dabei stellte Dr. Haffner den Anwesenden das am Vormittag verĂśffentlichte Konzept der BZĂ„K und KZBV (siehe Seite 16) sozusagen aus erster Hand vor, da er maĂ&#x;geblich an der Erarbeitung beteiligt war. Zahnärzte, Ă„rzte und Peger – auch aus anderen Bundesländern – nahmen konstruktive Ideen von dieser gelungenen Veranstaltung mit nach Hause – oder vielmehr in die Praxis.

Dr. Cornelius Haffner zeigte mĂśgliche Strategien auf; Dipl.-Stom. Bettina Suchan verwies auf das „Handbuch der Mundhygiene“ der BZĂ„K als gut geeigneter Ratgeber fĂźr das Pegepersonal, welcher Ăźber die LZĂ„KB käuich zu erwerben ist.

Diskussionen im Auditorium und mit dem Referenten (r.) in der Pause

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Berufspolitik

Dr. Uwe Nennemann, Kieferorthopäde in Leipzig, beeindruckte die Journalisten mit einigen Stücken aus seiner Sammlung von Tiergebissen. Rechts seine jüngste Trophäe, eventuell prähistorisch.

Journalisten fragten „Löcher in den Bauch“ ... wie das Loch in den Zahn kommt: Zum vierten Mal vereinte das Mitteldeutsche Medienseminar interessierte Journalisten und journalistisch tätige Zahnärzte zu Hintergrundgesprächen über fachliche Themen und standespolitische Aspekte. Autorin: Jana Zadow, LZÄKB

Jana Zadow, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der LZÄKB

Warum ist ein Medienseminar der mitteldeutschen Zahnärztekammern ein berufspolitisches Thema? Weil es den zahnärztlichen Körperschaften nur auf den verschiedensten Wegen gelingt, Journalisten und damit letztendlich den eigenen Patienten Inhalte und Zusammenhänge zu vermitteln. Klassisch sind natürlich Pressekonferenzen oder -gespräche. Aber wesentlich nachhaltiger in der Wirkungsweise scheint dieses Medienseminar zu sein.

Einen Medienpreis vorzuweisen Einerseits gibt es bereits „Stammgäste“. Das sind freie Journalisten, die mit Vorliebe zahnmedizinische Themen „beackern“ und lesefreundlich aufbereiten. Andererseits entstanden in den vergangenen drei Jahren als Resultat der intensiven zweitätigen Seminare zahlreiche Beiträge in Zeitungen und Zeitschriften sowie im Rundfunk und Fernsehen. Hervorzuheben ist hier sicher die MDR-Sendereihe „Hauptsache Gesund“. Insbesondere die Sendung 20

„Der richtige Zahnersatz“ wurde nach dem Medienseminar 2009 aus der Taufe gehoben. MDR-TV-Journalistin Gudrun Strigin war damals begeistert von den detaillierten Informationen zu „Therapien im Lückengebiss“ und erarbeitete mit ihrem Fernseheteam einen 45-minütigen Beitrag. Der gelang so gut, dass der MDRRedaktion dafür der „Journalistenpreis Abdruck 2010“ von proDente e. V. zugesprochen wurde. Zum fünften Mal zeichnete proDente herausragende Beitrage aus Print, Hörfunk und TV aus. 2010 wurde der Preis in den drei Kategorien Print, TV und Hörfunk vergeben. Ein anderes Beispiel von Nachhaltigkeit bot bisher das Chemnitzer Tagesblatt „Freie Presse“ mit einer Beitragsfolge zur Zahngesundheit von der Zahnfüllung bis zur Prothetik. Alles in allem genau das, was den Zahnärzten am Herzen liegt: Wenn Patienten seriöse Fachinformationen zur Zahnmedizin erhalten, dann bitteschön auch aus den Händen der Zahnmediziner. – Haben Sie persönlich einen Journalisten als Patienten? Dann empfehlen Sie ihm doch bitte das Medienseminar, welches im nächsten Jahr seine Fortsetzung ndet. ZBB Ausgabe 4/2010


Berufspolitik

Start im Naturkundemuseum Auf Wunsch des Journalistenverbandes Sachsen als Partner der Zahnärztekammern begann das Medienseminar sonntags. In diesem Jahr gab es einen Einblick in das Depot des Naturkundemuseums Leipzig. Nicht minder beeindruckte die Zahn-Sammlung des Leipziger Kieferorthopäden Dr. Uwe Nennemann. Er brachte unter anderem seine jüngste Trophäe mit (siehe Foto). Es soll nun radiologisch geprüft werden, ob dieser Zahn tatsächlich der eines urzeitlichen Wesens ist – für die Journalisten genauso spannend wie für die begleitenden Zahnärzte.

Behandlung im oder Zahnersatz aus dem Ausland – auch diese Themen interessierten.

Die Teilnehmer des vierten Mitteldeutschen Mediensemi-

Wie kommt das Loch in den Zahn?

nares am 30 und 31. Mai in Leipzig

Standespolitik verständlich erklärt Dr. Thomas Breyer, Pressesprecher der sächsischen Zahnärzte, übernahm es im Namen aller beteiligten Kammern, die derzeitige Situation in der Standespolitik zu erläutern. Warum sei es auch für die Patienten wichtig, dass die Honorare dem westlichen Niveau angeglichen werden oder wie schädlich können sich Selektivverträge der Krankenkassen auswirken?

Um diesen fachlichen Part durfte sich Prof. Dr. Christian Hannig, TU Dresden, kümmern. Es gelang ihm dabei, den Focus mehr auf die Zukunft zu richten: Nicht so sehr die Zahnerhaltung, sondern die Prävention und Alterszahnheilkunde werden die moderne Zahnmedizin bestimmen. Sein Vortrag dürfte jede Menge Ideen für künftige Beiträge oder gar Serien geliefert haben ...

Amtliche Mitteilung

der Landeszahnärztekammer Brandenburg Beschluss über Ersatzfeststellung § 21 (8) Wahlordnung An die Stelle des zum Mitglied der Kammerversammlung gewählten Herrn Dipl.Stom. Gernot Sittig, Branitzer Straße 10 B in 03052 Cottbus, der seinen Praxissitz in ein anderes Bundesland verlegt hat, ist die in der Liste 3 „Verband Niedergelassener Zahnärzte Land Brandenburg e. V.“ folgende Zahnärztin

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Zahnärztin Kerstin Olesch-Graupner Bahnhofstraße 11 15732 Eichwalde getreten. Dies wird gemäß § 21 (8) Wahlordnung festgestellt. Peter Rhein Wahlleiter

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Praxis

Der BuS-Dienst steht beratend zur Seite Die betriebsärztliche und sicherheitstechnische Beratung (BuS-Dienst) – ist eine Vorgabe des Arbeitssicherheitsgesetzes und der Unfallverhütungsvorschrift BGV A2, aber keine Kontrollinstanz, sondern vielmehr eine große Hilfe für die Zahnarztpraxen. •

Autoren: ZA Thomas Schwierzy, Sabrina Schiedlo, LZÄKB Wöchentlich erreichen das Referat „Zahnärztliche Berufsausübung“ vermehrt Nachfragen zum Thema BuS-Dienst in der Zahnarztpraxis. Deshalb möchten wir an dieser Stelle nochmals über die wichtigsten Punkte informieren. Thomas Schwierzy, Vorstandsmitglied

Referat „Zahnärztliche Berufsausübung“

Sabrina Schiedlo,

BuS-Dienst in der Zahnarztpraxis

der LZÄKB, zuständig für das

• • • •

Stand durchzuführender Prüfungen und Überprüfungen Stand Gefährdungsbeurteilung Stand Vorsorgeuntersuchungen Stand Qualitätsmanagement Hinweise zum Medizinprodukterecht (MPG und MPBetreibV) Hinweise auf Kontrollen durch zuständige Hygieneämter

Grundsätzlich ist jede Zahnarztpraxis verpichtet, an der betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Beratung teilzunehmen. Es ist jedem Praxisinhaber dabei freigestellt, einen gemäß BGV A2 zugelassenen Sicherheitsingenieur bzw. eine Fachkraft für Arbeitssicherheit sowie Betriebsarzt/Arbeitsmediziner selbst zu beauftragen, oder den Rahmenvertrag der Landeszahnärztekammer Brandenburg mit dem Arbeitsmedizinischen Dienst Guben (kurz AMD Guben) zu nutzen. Eine Betreuung durch den zuständigen BuS-Dienst hat einmal innerhalb von fünf Jahren zu erfolgen.

Die Arbeitssicherheit und die betriebsärztlichen Anforderungen sind Bestandteil des Qualitätsmanagements der Landeszahnärztekammer Brandenburg, dem Zahnärztlichen PraxisManagementSystem (Z-PMS – siehe Abbildung unten). Neben der angesprochenen Beratung kann Ihnen der BuS-Dienst auch bei der Vorbereitung auf eventuell anstehende Kontrollen durch die Landesämter für Arbeitsschutz sowie durch die Gesundheitsämter helfen.

Gesetzliche Grundlagen

Mitarbeiterin im Referat „Zahnärztliche Berufsausübung“

Schwerpunkte aus 2009

Der Praxisinhaber ist grundsätzlich der Sicherheitsverantwortliche für seine Zahnarztpraxis. Insgesamt werden durch den AMD Guben der- Er muss die Arbeitssicherheit und den Gezeit 990 Zahnarztpraxen betreut, wovon 192 sundheitsschutz in der Praxis gewährleisten. Zahnarztpraxen im Jahr 2009 besucht wurden. Gemäß § 2 und § 5 ASiG (ArbeitssicherheitsgeInnerhalb dieser Besuche wurden vereinzelt setz, siehe gleichfalls BGV A2) müssen zahnauch Hinweise zur Praxisneugestaltung bzw. ärztliche Praxen auch mit nur einer abhängig -einrichtung gegeben. Bei der arbeitssicher- beschäftigten Person die betriebsärztliche und heitstechnischen Beratung standen folgende sicherheitstechnische Betreuung sicherstellen – praktisch somit jede Zahnarztpraxis. Schwerpunktthemen im Vordergrund:

Alles zum Thema BuS-Dienst nden Sie auch auf der CD „Zahnärztliches PraxisManagementSystem (Z-PMS) im Modul „A“: Arbeitssicherheit/Betriebsärztliche Anforderungen.

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Praxis

Regelungen Experten im Ăœberblick:

•

Das Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) – Gesetz Ăźber Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte fĂźr Arbeitssicherheit sowie • die UnfallverhĂźtungsvorschrift BGV A2 “Betriebsärzte und Fachkräfte fĂźr Arbeitssicherheit“ erklären die Pichten der Arbeitgeber zur Bestellung von Betriebsärzten und Fachkräften fĂźr Arbeitssicherheit, denieren deren Aufgaben und betriebliche Position und fordern die betriebliche Zusammenarbeit beim Arbeitsschutz und bei der UnfallverhĂźtung.

Sicherheitsingenieur oder Fachkraft fßr Arbeitssicherheit (SiFa) Betriebsarzt oder Arbeitsmediziner (AM) ... beraten auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit und der menschengerechten Arbeitsgestaltung und unterstßtzen den Arbeitgeber bei der Erfßllung ihrer Pichten auf diesem Gebiet. Sicherheitsbeauftragter (SiBe) ... ist ein in einem Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten (gem. SGB VII) schriftlich bestellter Mitarbeiter -> er unterstßtzt den Unternehmer, die Fßhrungskräfte, die SiFA, den AM und die Kollegen darin, Unfälle, berufsbedingte Krankheiten und Gesundheitsgefahren zu vermeiden.

Fachärzte fßr Arbeitsmedizin oder Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin erfßllen diese Anforderung.

Beratende Fachkräfte Seit der jßngsten Novellierung der berufsgenossenschaftlichen Vorschriften wird den Unternehmen mehr Entscheidungsspielraum eingeräumt. Anhand von Gefährdungsbeurteilungen sollen Unternehmer ihre Entscheidungen nachvollziehbar gestalten und dokumentieren; die Berater des BuS-Dienstes helfen ihnen dabei. In der betrieblichen Prävention und GesundheitsfÜrderung spielen Arbeitsmediziner eine wichtige Rolle. Der Arbeitgeber darf nur Ärzte bestellen, die ßber die erforderliche arbeitsmedizinische Fachkunde verfßgen.

Informationen zum BuS-Dienst sind auf der Praxis-CD „Z-PMS 2009“ sowie im Internet der Kammer unter:  www.lzkb.de im Bereich Zahnärztliche BerufsausĂźbung unter Arbeitsschutz zu nden. FĂźr die Betriebsarztsuche im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen steht Ihnen im oben genannten Internetbereich der Service des Landesamtes fĂźr Arbeitsschutz zur VerfĂźgung.

Infektionskrankheiten/Impfschutz/Krankenhaushygiene Lyme-Borreliose E.-coli-Enteritis Hantavirus Hepatitis E Keuchhusten Leptospirose Listeriose MRSA Norovirus-Erkrankung Rotavirus-Erkrankung Pneumokokken Salmonellose Windpocken

Fälle im Juni

Kumulativwert (04.01. bis 27.06.2010)*

86 14 1 5 36 1 1 6 296 240 4 70 137

285 126 1 12 269 2 6 33 6.065 2.924 45 394 607

Stand: Juni 2010 Die Ăœbersicht stellt einen Auszug aller Fälle dar. Quelle: Abteilung Gesundheit im Landesamt fĂźr Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV)

* vorläuge Zahlen (durch Nachmeldungen kann es Differenzen zwischen der Summe der Einzelmonate und dem aktuellen Kumulativwert geben)

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Fortbildung

Statt mit Bohrer und Scaler: Zahnärzte und Praxismitarbeiter beim Workshop „Z-PMS“ der Landeszahnärztekammer Brandenburg

Mit der „Z-PMS“-CD richtig arbeiten lernen Man kann sehr viel Geld für ein Qualitätsmanagementsystem ausgeben. Oder man nutzt das von der Kammer zur Verfügung gestellte „Zahnärztliche PraxisManagementSystem“ (Z-PMS). Vier Workshops gab es bereits dazu in Cottbus und Potsdam. Autorin: Jana Zadow Presse- und Öffentlichkeitsarbeit LZÄKB

Neue Termine für den „Z-PMS“Workshop nden Sie im Fortbildungsprogrammheft der LZÄKB 2011, welches Ihnen im November mit dem Rundschreiben

Im Juni und Juli bot die Landeszahnärztekammer innerhalb der dezentralen Fortbildung vier „Z-PMS“-Workshops an. Zahnarzt Thomas Schwierzy vermittelte als Referent wertvolle Tipps für die Praxis in mehrfacher Hinsicht: 1. Er schulte den praxisnahen Umgang mit der gelieferten „Z-PMS 2009“-CD. 2. Der Workshop war eine Computerschulung für Neulinge im PC-Bereich. 3. Dieser Workshop stellte sich zugleich als kleiner Medizinprodukte-Kurs dar, wobei hier der Referent für mehr Details auf die entsprechenden MPG-Kurse der Kammer verwies. 4. Der Referent zeigte auf, dass man mit dem „Z-PMS“ wertvolle Hinweise für eine effektive Praxisorganisation erhalten kann.

„BRAND-AKTUELL“ zugesandt wird.

Grundsätzlich war es Ziel der Workshops, perfekt mit den Inhalten der „Z-PMS“-CD umzugehen und die Inhalte für sich zu nutzen. Das beginnt beim Einrichten des personizierten ManagementSystems unter Angabe eines Verzeichnisses auf dem Rechner, um dort die Antworten zu speichern. Diese Möglichkeit gehört zu den Neuerungen der 2009-er Ausgabe. Werden die Antworten auf einen USB-Stick geladen und an einem anderen Rechner mit der CD verknüpft, kann so in aller Ruhe und ohne Zeitdruck der „Kompass“ Abschnitt für Abschnitt abgearbeitet werden.

Kleine Computerschulung Für die Praxisinhaber und -mitarbeiter, die nur mit einem Abrechnungsprogramm am Computer arbeiten, war der Workshop eine gute Ge-

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legenheit, das Arbeiten mit Fenstern, das Kopieren von Dateien, beispielsweise auf einen USB-Stick, das Einfügen von Texten oder das Erstellen von Flussdiagrammen zu probieren. Sowohl Thomas Schwierzy als auch eine Mitarbeiterin der Kammer standen für Fragen individuell zur Verfügung.

Die Teilnehmer des Workshops lernten darüber hinaus, wie sie die zahlreichen Vorlagen für die Praxis direkt am PC ausfüllen und nutzen können oder dass sich innerhalb des BereiZBB Ausgabe 4/2010


Fortbildung

ches „Praxisleitfaden“, Punkt „Z-PMS-Materialiensammlung“ sämtliche Dokumente sowie ein Handbuch zur Benutzung der CD benden. Dieses Handbuch hält Wissenswertes zu den Systemvoraussetzungen, zum Z-PMS-Kompass, zum Praxisleitfaden sowie zum Zahnärztlichen Berufsrecht vor. Zum Workshop gehörte es, den Nutzen von Fließdiagrammen für die Praxis kennen zu lernen. Selbstredend hatten die Teilnehmer die Aufgabe, persönlich so ein Flussdiagramm zu gestalten.

Messbare Ziele denieren Thomas Schwierzy machte deutlich, wie das Qualitätsmanagement sinnvoll in der Praxis eingesetzt werden kann: Es dient dazu, messbare Ziele in allen relevanten Bereichen zu denieren – und sie später zu kontrollieren. Im Bereich der Ergebnisqualität bendet sich beispielsweise der Punkt „Verbesserungsmanagement“. Hier geht es unter anderem um die Teambesprechung als Arbeitsmittel. Zunächst ist festzulegen, wie oft eine Teambesprechung

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erforderlich wäre. Patientenbefragungen (auch dazu bendet sich eine Mustervorlage auf der CD) sollten hier ebenso einießen wie persönliche Meinungen konstruktiver oder kritischer Art. Festlegungen mit Terminen und Verantwortlichkeiten sollten schriftlich festgehalten werden – nicht um der Bürokratie zu huldigen, sondern für alle Teammitglieder zum Nachlesen und für nachrückendes Personal.

Während des Workshops gibt es individuelle Hilfe durch den Referenten oder eine Mitarbeiterin der LZÄKB – hier Sabrina Schiedlo.

Tipps zum Prüfprotokoll Amalgamabscheider oder zur Trinkwasserverordnung ergänzten den intensiven „Z-PMS“-Workshop.

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Fortbildung

Testimonial Curriculum Endodontie Vom Februar 2009 bis zum Februar 2010 fĂźhrte unser Fortbildungsinstitut Philipp-Pfaff in Berlin das Curriculum Endodontie durch. Einer der 20 Teilnehmer berichtet im Folgenden Ăźber einige seiner Erfahrungen aus dem Kurs. Autor: Peter Schmidt, Berlin

Korrespondenzadresse: Praxis fĂźr Zahnmedizin, P. Schmidt, A. Spitzner & Partner, Landsberger Allee 223, 13055 Berlin, praxis-

Die Fortbildung war auf sechs Doppeltage angelegt. Folgende Themen wurden behandelt: • theoretische Grundlagen und systemische Aspekte, • Diagnostik, Vitalerhaltung, Schmerzbehandlung, • Zugangskavität, Kanalanatomie, Arbeitslänge, Arbeitsweite, • manuelle und maschinelle WKB, Mikrobiologie, Desinfektion, Medikamente, WF, • Abrechnung, Revision sowie • Trauma, Apikalchirurgie.

zahnmedizin@tonline.de ;  www. praxis-zahnmedizin. de

Abbildung 1: Werdegang eines curriculären Zahnes Foto rechts: Die Kursteilnehmer, u. a. Jacqueline Franzke aus Cottbus (4.v.l.), der Moderator Dr. Hßlsmann (l.) sowie Dr. SchmidtRogge, Geschäftsfßhrer des Pfaff Berlin (2.v.r.)

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Die Auswahl der Referenten aus dem gesamten Bundesgebiet unter der Moderation von Prof. Dr. Michael HĂźlsmann, GĂśttingen, ergab eine ausgewogene Mischung von Hochschullehrern und primär praktisch tätigen Spezialisten. Sie vermittelten aktuelle theoretische Studienergebnisse sowie Tipps aus jahrelanger praktischer Erfahrung und stellten sie zur Diskussion. Ergänzt wurde die Theorie mit intensiven praktischen Ăœbungen. Abbildung 1 zeigt exemplarisch den Werdegang eines curriculären Zahnes: Er wurde extrahiert, diagnostiziert, mikroskopiert, trepaniert und mit einer Zugangskavität versehen. Die Kanaleingänge wurden gesucht, gefunden und dargestellt; die Kursteilnehmer bestimmten die Arbeitslän-

gen. Die Kanalsysteme wurden manuell und mechanisch aufbereitet, desinziert und mit medikamentĂśsen Einlagen versorgt. Der Zahn wurde wurzelkanalgefĂźllt, die WurzelkanalfĂźllungen wurden revidiert. Der Zahn wurde apikal resiziert und retrograd gefĂźllt – damit war der Zahn „austherapiert“.

Lernzielkontrollen Besonderer Beliebtheit erfreuten sich die an die Vorträge anschlieĂ&#x;enden Klausuren. Dadurch folgten die Teilnehmer – eine grundlegende Motivation selbstverständlich vorausgesetzt – noch konzentrierter und aufmerksamer der Wissensvermittlung. Die hervorragende Erfolgsquote der Lernzielkontrollen und des abschlieĂ&#x;enden Zertizierungsgespräches untermauern meine These.

Fallvorstellungen und Abschlussgespräch Jeder Teilnehmer war angehalten, im Verlaufe des Curriculums und zum kollegialen Fachgespräch mit den Kursmoderatoren je einen endodontischen Behandlungsfall dem Auditorium bzw. dem PrĂźfungsgremium zu präsentieren. Drei interessante und hervorragend gelĂśste Fälle dokumentieren die Abbildungen 2 bis 9 als Beantwortung der Frage: „Was haben wir gelernt?“ Fall 1: Die RĂśntgenaufnahmen (Abbildungen 2 und 3) zeigen die endodontische Behandlung eines oberen ersten Praemolaren

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Fortbildung

v.l.n.r.: Fall 1: Abb. 2 – Messaufnahme 1; Abb. 3 – WF-Kontrolle; Fall 2: Abb. 4 – Ausgangssituation; Abb. 5 – Messaufnahme

Abb. 6 – WF-Kontrolle; Fall 3: Abb. 7 – Ausgangssituation; Abb. 8 – Messaufnahme; Abb. 9 – WFKontrolle

mit drei Wurzelkanalsystemen (S. Tervonen). Fall 2: Die Abbildungen 4 bis 6 demonstrieren die endodontische Behandlung des Zahnes 16 mit vier Wurzelkanalsystemen (K. Prause). Fall 3: Die Abbildungen 7 bis 9 dokumentieren die endodontische Behandlung der Zähne 12 und 22, Dentes invaginati (S. Stade).

Bewertung

Für die Klärung offener Fragen über die Vorträge hinaus fand in den Pausengesprächen – untereinander und mit den Referenten – ein reger individueller Gedankenaustausch statt. Dem Philipp-Pfaff-Institut bescheinigten alle Teilnehmer eine gute Organisation und Offenheit für den Dialog mit den Absolventen. Die gute technische Ausstattung ist – auch dank der unterstützenden Dentalrmen – hervorzuheben.

Um eine möglichst breite Bewertung darzustellen, habe ich auch die Meinung anderer Kursteilnehmer eingeholt. Nachfolgend die Quintessenz: Als positives steht an erster Stelle die Wissensvertiefung und -erweiterung. Beispielhaft sei hier der interessante Vortrag von Dr. Christine Berthold zum Thema „Traumatologie“ genannt. Durch das ausgewogene Verhältnis der Referenten aus Universität und Praxis ergab sich neben der Vermittlung theoretischen Wissens auch immer ein enger Praxisbezug, der die zügige Umsetzung des Erlernten in der täglichen Praxis erleichtern sollte. Hemmungen für die endodontische Behandlung auch schwieriger Fälle wurden gemindert.

Noch verbesserungsfähig: • Der Zeitrahmen und die -spannen zwischen den einzelnen Modulen erschienen zu lang. • Da zur Anerkennung der Spezialisierung (Endo Connect der APW) viele Zusatzkurse nötig sind, sollte über eine inhaltliche Erweiterung des Curriculums nachgedacht werden. Ein interessantes zusätzliches Thema wäre die Milchzahnendodontie. • Manchen Themen gern mehr Zeit geben. • Die Skripte sollten für die Vorbereitung auf die Vorlesungen vorher zugesandt werden. Wählt man den elektronischen Postweg, kann jeder Teilnehmer über die Qualität seiner Ausdrucke selbst entscheiden.

Die Referenten stellten uns verschiedene Behandlungskonzepte und -techniken aus unterschiedlichen Schulen vor; ohne das Dogma des Alleinanspruchs. Ausschließlich positiv wurden die praktischen Übungen bewertet. Das Handling mit verschiedenen Therapiesystemen erleichtert die Entscheidungsndung für die Praxis.

Zusammenfassung

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Es handelte sich um eine sehr interessante und vor allem klinisch relevante Fortbildung. Alle Referenten nahmen deutlichen Bezug auf die Praxis, so dass sicherlich jeder der anwesenden praktizierenden Kollegen Tipps für den eigenen Praxisalltag erfahren konnte. 27


Privates GebĂźhrenrecht

angelegter Gesichtsbogen; GOZ-Nr. 802

Funktionsanalyse korrekt berechnen – Teil 1 Ohne funktionsanalytische MaĂ&#x;nahmen ist das Erkennen, Behandeln und Vorbeugen von funktionellen StĂśrungen und Erkrankungen nicht mĂśglich. Diese Leistungen fĂźhren auch immer wieder zu Nachfragen bei der GOZ-Sprechstunde jeden Mittwoch. Autor: Dipl.-Stom. Carsten Neumann, LZĂ„KB

Dipl.-Stom. Carsten Neumann, GOZ-Ausschussmit-

Die klinische und instrumentelle Funktionsanalyse gilt heute als wissenschaftlich anerkanntes diagnostisches Verfahren. Mit ihrer Hilfe wird der Dysfunktionszustand des orofacialen Systems erfasst, um therapeutische Schlßsse zur Wiederherstellung der Funktionalität zu ziehen.

glied der LZĂ„KB

GOZ-Nr. 800 Im Gesetzestext steht zur GOZ-Nr. 800: „Befunderhebung des stomatognathen Systems nach vorgeschriebenem Formblatt. Die Leistung nach der Nummer 800 umfasst folgende zahnärztliche Leistungen: Prophylaktische, prothetische, parodontologische und okklusale Befunderhebung, funktionsdiagnostische und okklusale Befunderhebung, funktionsdiagnostische Auswertungen von RÜntgenaufnahmen des Schädels und der Halswirbelsäule, klinische Reaktionstests (zum Beispiel Resilienztest, Provokationstest). Neben der Leistung nach der Nummer 800 ist 28

eine Leistung nach der Nummer 001 in derselben Sitzung nicht berechnungsfähig.“ Die GOZ-Nr. 800 umfasst die Dokumentation der Anamnese sowie umfangreicher klinischer Untersuchungen der Kiefergelenke, der Kaumuskulatur sowie der Artikulations- und Okklusionsverhältnisse in einem Formblatt. Das in der Leistungsbeschreibung erwähnte „vorgeschriebene Formblatt“ gibt es nicht. Wir empfehlen das Formblatt der Arbeitsgemeinschaft fĂźr Funktionsdiagnostik in der DGZMK, welches sich auf der Z-PMS–CD der Landeszahnärztekammer Brandenburg im Bereich GOZ-Leitfaden bendet oder auf der Internetseite der DGZMK unter  www.dgzmk.de abrufbar ist. Eine Mehrfachberechnung kann im Verlauf einer funktionsdiagnostischen Behandlung anfallen, so bei Ă„nderung des Krankheitsbildes, als Kontrollbefund, bei Therapieumstellung, oder als Abschlussbefund nach DurchfĂźhrung der Funktionsanalyse. Die Befunderhebung ist in vielen Fällen aus medizinischer Sicht erforderlich. Es ist aber weder sinnvoll noch notwendig, in jedem Fall vor Erbringung der ZBB Ausgabe 4/2010


Privates Gebührenrecht

funktionsanalytischen und -therapeutischen Leistungspositionen (FAL/FAT) einen Status nach GOZ-Nr. 800 zu erstellen (beispielsweise intraorale Stützstiftregistrierung, schädelbezogene Montage von Modellen aus Gründen der Qualitätssicherung oder Vermeidung von Funktionsstörungen). Die BZÄK führt in ihrer Stellungnahme (Stand 2004) folgendes dazu aus „Aus gebührenrechtlicher Sicht (§ 1 Abs. 2 S. 1 GOZ) ist der Zahnarzt berechtigt, die GOZ-Nrn. 801 ff. zu berechnen, ohne das nicht notwendige Formblatt nach GOZ-Nr. 800 zu erstellen.“

Indikationen für beihilfeberechtigte Patienten Für beihilfeberechtigte Patienten ist die Voraussetzung für eine Beihilfefähigkeit der Aufwendungen für funktionsanalytische Maßnahmen die Vorlage eines geeigneten Formblattes nach GOZ-Nr. 800. Dazu reicht es in der Regel, das „Beiblatt zum Klinischen Funktionsstatus“ der Liquidation hinzuzufügen. Darüber hinaus sind Aufwendungen für FAL/FAT-Leistungen nur beihilfefähig bei Vorliegen einer der folgenden Indikationen:

nach Nr. 801 ist höchstens zweimal berechnungsfähig.“ GOZ-Nr. 801 beschreibt das so genannte Zentrikregistrat. Mit dem Zentrikregistrat wird der Unterkiefer während der Registrierung in die gelenkbezügliche Zentrallage gebracht, in der sich die Kondylen in exakter physiologischer Position in den Gelenkpfannen benden. Die zur Zentrikbissnahme erforderlichen Registrierbehelfe (Trägerplatten, parookklusale Löffel, Registrierplatten mit Stützstift usw.) können gesondert als Material- und Laborkosten berechnet werden. Davon abzugrenzen ist die einfache Relationsbestimmung, die so genannte Bissnahme, bei der der Unterkiefer mittels erwärmter Wachsplatte bzw. eines Silikons in die habituelle Okklusion geführt wird. Diese einfache Situationsbissnahme erfüllt nicht den Leistungsinhalt der Pos. 801. Die Begrenzung „höchstens zweimal berechnungsfähig“ kann nur pro Sitzung gemeint sein, denn weitere Zentrikregistrate sind im längeren Behandlungsverlauf an funktionsgestörten Patienten fachlich absolut notwendig, sonst wäre eine adäquate Therapie nicht möglich.

1. Kiefergelenk- und Muskelerkrankungen; 2. Zahneischerkrankungen innerhalb einer systematischen Parodontalbehandlung; GOZ-Nr. 802 3. Behandlungen mit Aufbissbehelfen mit adjustierten Oberächen nach den Nummern „Modellmontage nach arbiträrer Scharnier701 und 702 des Gebührenverzeichnisses achsenbestimmung (eingeschlossen sind die der Gebührenordnung für Zahnärzte; arbiträre Scharnierachsenbestimmung, Anle4. umfangreiche kieferorthopädische Maß- gen eines Übertragungsbogens, Koordinieren nahmen einschließlich kieferorthopädisch- eines Übertragungsbogens mit einem Artikulakieferchirurgischer Operationen oder tor und Modellmontage) einschließlich Materi5. umfangreiche Gebiss-Sanierungen. Diese al- und Laborkosten“ liegen vor, wenn in einem Kiefer mindestens acht Seitenzähne mit Zahnersatz, Kronen oder Inlays versorgt werden müssen, wobei fehlende Zähne sanierungsbedürftigen gleichgestellt werden und die richtige Schlussbissstellung nicht mehr auf andere Weise feststellbar ist.

Modellmontage nach Gesichtsbogenregistrat; GOZ-Nr. 802

GOZ-Nr. 801 „Registrieren der gelenkbezüglichen Zentrallage des Unterkiefers, je Registrat. Die Leistung ZBB Ausgabe 4/2010

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Privates Gebührenrecht

manuelle

tor und Modellmontage) einschließlich Material- und Laborkosten“

Untersuchung nach GOZ-Nr. 800

GOZ-Nr. 803 unterscheidet sich von der Geb.Nr. 802 durch den Umstand, dass hier die Scharnierachse nicht anhand mittelwertiger Bezugspunkte bestimmt, sondern individuell während der initialen Öffnungs- bzw. terminalen Schließbewegung des Unterkiefers mit Hilfe eines Scharnierachsenlokalisators ermittelt wird. Die individuellen Scharnierachsenpunkte werden auf der Haut markiert. Dann schließt sich die schädel- bzw. gelenkbezügliche Registrierung und die Modellmontage in den Artikulator an. Die Berechnung der anfallenden Material- und Laborkosten entsprechen denen der Geb.-Pos. 802.

GOZ-Nr. 804 GOZ-Nr. 802 beschreibt die Maßnahmen des Anlegens eines Gesichtsbogens bis zur Modell- „Montage des Gegenkiefermodells mit Hilfe montage des Oberkiefermodells nach schä- von Registraten oder ähnlichen Verfahren eindel- bzw. gelenkbezüglichen Gesichtspunkten. schließlich Fixieren und Überprüfen der gefunDie Scharnierachsenbestimmung wird arbiträr, denen Position einschließlich Material- und Laalso nach vorgegebenen anatomischen Refe- borkosten“ renzpunkten vorgenommen. Die arbiträren Scharnierachsenpunkte liegen am äußeren GOZ-Nr. 804 beschreibt die Montage des UnGehörgang. terkiefermodells. Diese Geb.-Nr. ist zwangsläuge Folgeposition der GOZ-Nr. 801. Dabei wird Gebührenrechtlich eingeschlossen ist das Ein- die durch das Registrat gewonnene UK-Position bringen des Modells in den Artikulator. Die im Artikulator in Relation zum Oberkiefer gevorausgegangene Modellherstellung, Mate- bracht. Sollte die Überprüfung mit einem zweirialkosten für Registrate und eventuelle Biss- ten Registrat eine Abweichung ergeben und schablonen bei unterbrochener Zahnreihe sind eine erneute Montage erfolgen, so ist diese zusätzlich berechnungsfähig. nach Pos. 804 erneut berechenbar.

GOZ-Nr. 803 „Modellmontage nach kinematischer Scharnierachsenbestimmung (eingeschlossen sind die kinematische Scharnierachsenbestimmung, denitives Markieren der Referenzpunkte, Anlegen eines Übertragungsbogens, Koordinieren eines Übertragungsbogens mit einem Artikula-

Die Berechnung der anfallenden Material- und Laborkosten entsprechen denen der Geb.-Pos. 802.

Lesen Sie im nächsten Zahnärzteblatt Brandenburg im Oktober Teil 2 mit Beschreibung der Gebührenpositionen 805 bis 810.

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ZBB Ausgabe 4/2010


Abrechnung

Fragen und Antworten zur Abrechnung „Einen Fehler machen und ihn nicht korrigieren, das heißt wirklich einen Fehler machen.“ Konfuzius Autoren: Rainer Linke, Anke Kowalski Leider wurde im letzten ZÄ-Blatt (3/2010) die erste Frage-Antwort-Gegenüberstellung auf der Seite 31 nur unvollständig abgedruckt. Diesen technischen Fehler bedauern wir sehr! Nachstehend nun die komplette Ausführung dieser Gegenüberstellung. Frage: K

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Bef.-Nr.

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2.1

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2.5

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2.7

15-12

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Falsch!

Die Krankenkasse verweigerte die Übernahme der Festzuschüsse. Warum? Antwort: Obwohl nur 3 Zähne fehlen, ist in diesem Fall die Regelversorgung eine Modellgussprothese, denn die Befundbeschreibung für den Befund 2.5 lautet: „An eine Lücke unmittelbar angrenzende weitere zahnbegrenzte Lücke mit einem fehlenden Zahn“.

Anke Kowalski stellv. Abteilungsleiterin Abrechnung

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Zahn/Gebiet

3.1

OK

Anz. 1

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17, 15, 13

3

1.3

15, 13

2

Richtig!

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Rainer Linke der KZVLB

Bef.-Nr.

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Hinsichtlich der oben stehenden Befundsituation plante ich eine dreispannige Brücke von 17 nach 12. Dafür beantragte ich folgende Befunde für Festzuschüsse:

Vorstandsmitglied

drei spannige Brücke zum Ersatz von 3 Zähnen erhält als Regelversorgung keinen Brückenfestzuschuss nach der Befundklasse 2, sondern nur einen Festzuschuss für eine Modellgussprothese. Somit ergeben sich folgende bezuschussungsfähige Befund-Nummern:

Ausgehend von der mittleren Lücke ist entweder links oder rechts unmittelbar angrenzend eine einzige weitere Lücke mit einem fehlenden Zahn möglich. Da dies im vorliegenden Fall nicht zutrifft (es liegen nämlich noch zwei weitere unmittelbar angrenzende Lücken vor), wird ein Festzuschuss nach 3.1 ausgelöst. Eine

Frage: Das abgebildete Schema (siehe Folgeseite) zeigt die Mitte Juni erfolgte Planung einer Interimsversorgung nach der Befund-Nr. 5.2 (Indikation: unsichere Prognose der Zähne 23 und 25 als Ankerzähne sowie im Seitenzahnbereich Sicherung der Bisslage notwendig). Die zuständige Krankenkasse lehnte die Übernahme des Festzuschusses für die geplante Versorgung mit folgender Begründung ab: „Entsprechend der geltenden Richtlinien sind Interimsprothesen als provisorische Versorgungen nur dann ansetzbar, wenn eine sofortige Versorgung nicht möglich scheint. Dies wäre für den Zeitraum der Wundheilung nach Zahnextraktion der Fall. Wie Sie uns im gestrigen Telefonat mitgeteilt haben, erfolgte die Extraktion der nicht erhaltungswürdigen Zähne 16, 24 und 27 bereits im April, sodass wir von einer abgeschlossenen Wundheilung ausgehen können. Im vorliegenden Fall wird die Regelversorgung vom Gemeinsamen Bundesausschuss der Zahnärzte und Krankenkassen mit einer Modellgussprothese deniert – diese Versorgung ist aus unserer Sicht realisierbar.“ Ist die Ablehnung der Zuschussübernahme für die Interimsversorgung seitens der Krankenkasse korrekt? ZBB Ausgabe 4/2010


Abrechnung

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zu achten. Das Maß des medizinisch Notwendigen darf nicht überschritten werden. Die diagnostischen Maßnahmen und die Therapie haben dem Gebot der Wirtschaftlichkeit zu entsprechen.“

Antwort: NEIN! Ausgehend vom Leistungsinhalt der Befundklasse 5 -„Lückengebiss nach Zahnverlust in Fällen, in denen eine endgültige Versorgung nicht sofort möglich ist“ – schließt sich der Vorstand der KZV Land Brandenburg der entsprechenden Kommentierung von Liebold, Raff, Wissing an. So ist das Kriterium „nach Zahnverlust“ nicht so zu verstehen, dass sich dieser gerade in Planung bendet (Befundsymbol „x“) bzw. gerade erst entstanden ist (Befundsymbol „f“). Vielmehr ist die Notwendigkeit des Verzichts auf eine sofortige denitive Versorgung des betroffenen Kiefers das entscheidende Kriterium des Ansatzes des Festzuschusses der Befundklasse 5.

Unter Beachtung dieser Behandlungsrichtlinie plante der Zahnarzt die befundbezogene Therapie; im konkreten Fall den Interimsersatz. Da der Leistungsinhalt der Befundklasse 5 eine Interimsversorgung für den konkreten Sachverhalt nicht ausschließt, wäre seitens der Krankenkasse unter Einbeziehung eines Vertragsgutachters zunächst unbedingt zu klären gewesen, ob die geplante Therapie dem Gebot der Wirtschaftlichkeit entspricht. Erst die Feststellung des bestellten Gutachters, dass das Maß des medizinisch Notwendigen überschritten wurde, berechtigt die Krankenkasse eine Ablehnung des Festzuschusses 5.2 vorzunehmen.

* ZE-Richtlinie 13: „In Fällen, in denen eine endgültige Versorgung nicht sofort möglich ist, kann ein Interimsersatz angezeigt sein. Dies gilt insbesondere bei fehlenden Frontzähnen und zur Sicherung der Bisslage.“

Hinweis: Obgleich bezogen auf den Ansatz der Befundklasse keine Begründungspicht Ebenso gehen wir mit der Auffassung konform, besteht, ist es empfehlenswert, unter „Bemerdass eine Interimsprothese nicht nur kosmeti- kungen“ einen Hinweis zur medizinischen Indischen oder ästhetischen Zwecken dient, indem kation zu geben. Patienten der Zahnverlust sofort optisch ersetzt wird, sondern insbesondere auch phonetischen Richtlinienänderung sowie funktionellen Gesichtspunkten wie der Sicherung der Bisslage (s. Ziffer 13 der Zahn- Infolgedessen muss das letzte Beispiel auf der ersatz-Richtlinien*). Deshalb kann auch eine Seite 31 des Zahnärzteblattes (3/2010) korriInterimsprothese allein im Seitenzahnbereich, giert werden! wo der Zahnverlust optisch keine wesentliche Rolle spielen muss, indiziert sein. Was hat sich geändert? Mit Wirkung zum 16.07.2010 erfolgte eine Fazit: Die Ablehnung der Zuschussübernah- Festzuschuss-Richtlinien-„Änderung“ bezogen me für die Interimsversorgung seitens der auf die Gegenbezahnung bei der Versorgung Krankenkasse widerspricht den geltenden Be- mit festsitzendem Zahnersatz. (In unserer Vorhandlungsrichtlinien. So auch der Richtlinie A. standsinformation 06/2010 vom August infor4. Hier ist deniert: „Im Rahmen der vertrags- mierten wir Sie bereits dahingehend.) zahnärztlichen Versorgung bestimmt der Zahnarzt nach entsprechender Aufklärung und unter Auf Beschluss des Gemeinsamen BundesausWahrung des Selbstbestimmungsrechts des schusses (G-BA) wurden die nachstehenden Patienten Art und Umfang der Behandlungs- Sätze 1 – 3 der Festzuschuss-Richtlinie A. 3 maßnahmen. Der Zahnarzt hat auf eine zweck- ersatzlos gestrichen. „Als Regelversorgung mäßige Verwendung der von der Gemeinschaft ist festsitzender Zahnersatz grundsätzlich aufgebrachten Mittel der Krankenversicherung indiziert, wenn eine natürliche GegenbezahZBB Ausgabe 4/2010

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Abrechnung

das Ergebnis der Untersuchung des Institutes für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zur „Relevanz der Beschaffenheit der Gegenbezahnung.

nung vorhanden ist. Funktionstüchtiger festsitzender und Kombinations-Zahnersatz oder zeitgleich einzugliedernder festsitzender und Kombinations-Zahnersatz werden der natürlichen Gegenbezahnung gleichgestellt.

Da das Institut zu dem Ergebnis kam, dass keine evidenzbasierten Aussagen getroffen werden können, ob bzw. welchen Einuss die Beschaffenheit der Gegenbezahnung auf die Entscheidung hat, einen teilbezahnten Kiefer mittels festsitzendem oder herausnehmbarem Zahnersatz zu versorgen, erfolgte die Streichung des entsprechenden Passus.

Bei Vorliegen einer herausnehmbaren Versorgung im Gegenkiefer (Modellgussklammerprothese, Totalprothese) ist festsitzender Zahnersatz, soweit nicht mehr als vier Zähne je Kiefer fehlen, grundsätzlich indiziert bei der Versorgung einer zahnbegrenzten Lücke mit einem fehlenden Zahn je Seitenzahngebiet sowie bei der Versorgung von bis zu zwei Einzelzahnlücken oder einer Lücke mit bis zu vier nebeneinander fehlenden Zähnen im Schneidezahngebiet.“

Somit gibt es keinen medizinisch-wissenschaftlichen Beleg und folglich keine Richtlinie mehr, dass die Regelversorgung davon abhängig gemacht werden muss, ob der Gegenkiefer festsitzend oder herausnehmbar versorgt ist.

Hintergrund für die Entscheidung des G-BA war

Auswirkung der Richtlinienänderung auf das Abrechnungsbeispiel aus dem ZBB 3/2010 Oberkiefer: Brücke oder Prothese als Regelversorgung? TP

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Alt Festzuschuss: Versorgungsart: Bemerkung:

Neu Festzuschüsse: Versorgungsart: Bemerkung:

3.1 Andersartige Versorgung Gegenkiefer = herausnehmbare Versorgung; der Ersatz eines Eckzahnes durch eine Brücke war nach der alten FZ-Richtlinie 3 ausgeschlossen

2 x 2.1; 6 x 2.7 Regelversorgung Nur zwei fehlende Zähne (Eckzahn nimmt keine Sonderstellung ein); Gegenbezahnung bedeutungslos

Fazit: Durch die Richtlinienänderung ist auch bei Vorliegen bzw. gleichzeitigem Eingliedern einer Modellgussprothese im Gegenkiefer die Versorgung einer Eckzahnlücke durch eine Endpfeilerbrücke im Rahmen einer Regelversorgung möglich. 34

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Praxismitarbeiter

Prüfungstermine für den Zeitraum 2010/2011 Termine der Zwischenprüfung sowie Abschlussprüfung Winter für den Ausbildungsberuf „Zahnmedizinische/-r Fachangestellte/-r“, betreffend Vorzieher, Wiederholer und alle anderen Teilnehmer Zwischenprüfung Die Zwischenprüfung für Auszubildende und Umschüler ndet am 6. Oktober 2010 statt. Die Anmeldung ist durch die ausbildenden Zahnärzte auf dem von der LZÄKB zugesandten Formular vorzunehmen. Das Berichtsheft ist am Prüfungstag zur Einsichtnahme vorzulegen.

Abschlussprüfung Winter 2010/2011 schriftliche Prüfung am praktische Prüfung im Zeitraum Anmeldeschluss (Ausschlussfrist): für Vorzieher und Wiederholer für alle anderen Teilnehmer

8. Dezember 2010 14. bis 22. Januar 2011

1. Oktober 2010 8. Oktober 2010

Die Regularien zur Abschlussprüfung nden Sie im Internet unter www.lzkb.de >> Zahnmedizinische Fachangestellte >> Prüfungen.

Freisprechungsfeier Die Freisprechungsfeier für die Teilnehmer/innen der Abschlussprüfung Sommer 2010 ndet am 1. September um 15:00 Uhr in Cottbus, Best Western Parkhotel Branitz & Spa, statt. Wir bitten um An- bzw. Abmeldung der gewünschten Gäste bis zum 24. August unter Tel. 03 55/381 48-13 bzw. -12 oder per E-Mail an: mklar@lzkb.de, da die Anzahl der Plätze begrenzt ist. ANZEIGE

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Recht & Steuern

Mit oder ohne Ärger Das Ende einer Gemeinschaftspraxis Scheidungen sind zumeist mit Ärger verbunden. Außenstehenden mag die eine oder andere Prominententrennung zwar trefiche Unterhaltung bieten, dennoch ist die Trennung für die Betroffenen zumeist traurig, teuer und manchmal existenzvernichtend. Autor RA Wolf Constantin Bartha

RA Wolf Constantin Bartha, Fachanwalt für Medizinrecht, Rechtsanwälte MEYER-KÖRING, Schumannstraße 18, 10117 Berlin, www. meyer-koering.de

Zweck die Vollbeendigung ist. Im Rahmen der Auseinandersetzung haben im Wesentlichen folgende Schritte zu erfolgen:

Scheitert die Zusammenarbeit in einer zahnärztlichen Gemeinschaftspraxis, dürfen die Be- • teiligten in der Regel zwar auf die öffentliche Anteilnahme verzichten, stehen aber gleichwohl vor einer ähnlich unerfreulichen Situation. Wie beim Ende einer Ehe stellen sich komplexe menschliche, rechtliche und wirtschaftliche Fra- • gen. Viel Ärger kann vermieden werden, wenn die Partner schon bei Beginn der Zusammenarbeit einen klaren vertraglichen „Fahrplan“ für • das eventuelle spätere Ende aufstellen.

Von Gesellschaftern zur Nutzung überlassene Gegenstände sind zurückzugeben, fällige Schulden zu begleichen und für künftige und ungewisse Verbindlichkeiten ist Sicherheit zu leisten. Aus dem verbleibenden Vermögen sind die Einlagen zu erstatten, soweit sie nicht in der Leistung von Diensten oder in Nutzungsüberlassung bestanden. Fehlt Liquidität, so ist das Gesellschaftsvermögen in Geld umzusetzen, und zwar notfalls nach den Vorschriften des Pfandverkaufs. Verbleibt ein Überschuss, so ist dieser entsprechend der Gewinnbeteiligung an die Gesellschafter auszuzahlen. Ergibt sich eine Unterdeckung, so haben die Gesellschafter den Fehlbetrag entsprechend der Regelung der Verlusttragung auszugleichen; den Ausfall eines Gesellschafters tragen sie in demselben Verhältnis. Im Rahmen der Beendigung sind selbstverständlich auch die laufenden Verträge, die die Partner als Gesellschaft abgeschlossen haben, zu beenden. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang insbesondere der Mietvertrag und die bestehenden Arbeitsverhältnisse der Praxis.

Hier sind in der Praxis immer wieder gravierende Fehler zu beobachten. Teilweise herrscht auch erstaunliche Unkenntnis darüber, was gilt, • wenn man diese wichtigen Fragen nicht regelt. Was sollte hier beachtet werden? • Die Zahnärzte begründen mit ihrer Gemeinschaftspraxis in der Regel eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Diese ist gesetzlich geregelt, in den §§ 705 ff. BGB nden sich auch Regelungen zur Kündigung und zum Ende der Zusammenarbeit. Allerdings hatte der Gesetz- • geber beim Abfassen dieser Regelungen eher üchtigere und nicht dauerhafte Kooperationen vor Augen. Konsequenterweise haben die gesetzlichen Regelungen zum Ende einer GbR in aller Regel fast nichts mit dem zu tun, was Zahnärzte im Falle des Endes ihrer Gemeinschaftspraxis wollen - oder vernünftigerweise wollen sollten. Folgende Abläufe sieht das Ge- Abndungen haben sich die Partner nicht zu zahlen, insbesondere nicht für irgendwelche setz vor: immateriellen Werte, also insbesondere den Die Beendigungsfälle der Kündigung, des To- aufgebauten „goodwill“. Vielmehr sind die des und der Insolvenz führen zur Auösung Partner frei, diesen Wert durch „Mitnahme“ der Gesellschaft. Sie wandelt sich in eine sog. der Patienten und der Zulassung zur vertragsAbwicklungsgesellschaft um, deren alleiniger ärztlichen Versorgung an eine beliebige neue 36

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Recht & Steuern

Wirkungsstätte selbst weiterzunutzen. Die materiellen Güter der Praxis sind nicht zwingend zwischen den Partnern aufzuteilen, vielmehr grundsätzlich zu Veräußern und der Erlös zu verteilen. Es zeigt sich, dass dieser „gesetzliche Normalfall“ am Ende einer Gemeinschaftspraxis so fast nie gewollt ist. Dennoch gelten diese Grundsätze, wenn die Partner keine gesonderte Regelung treffen. Die legendäre Zusammenarbeit auf Basis eines „Handschlags“ wäre im Falle eines Zerwürfnisses der Partner entsprechend aufzulösen. Da es den Partnern frei steht, vertraglich auch andere Vereinbarungen zu treffen, sieht fast jeder Gemeinschaftspraxisvertrag auch Regelungen zum möglichen Ausscheiden eines Partners und zum weiteren Schicksal der Praxis vor. Besonderes Augenmerk ist hier auf die sorgfältige Ermittlung des wirklichen Willens und der legitimen Interessen der Beteiligten zu legen. Das schlichte Verwenden von unangepassten oder notdürf- • tig „zurechtgebogenen“ Mustern birgt hier große Risiken. Kein Muster kann die individuelle Situation der Partner vollständig erfassen. Die Vertragsstruktur hat sich jedenfalls sorgfältig mit folgenden Punkten zu befassen: •

tellation völlig legitim erscheint, kann unter anderen Vorzeichen zu unangemessenen Ergebnissen führen. In „Junior-Senior“ Konstellationen ist oft mittelfristig die vollständige Übernahme der Praxis durch den „Junior“ und das Ausscheiden des Seniors und die Aufnahme eines weiteren jüngeren Partners vorgesehen. Hier könnte eine überraschende Anschlusskündigung des „Juniors“ die – legitimen – Erwartungen des Seniors, für seinen Praxisanteil nun eine Abndung zu bekommen und sich weiter nicht mehr um die Verwertung der Praxis kümmern zu müssen, enttäuschen. In anderen Konstellationen schützt das Recht zur Anschlusskündigung unter Umständen aber davor, den Praxisteil eines oder gar mehrerer Ausscheidenden „aufgedrängt“ zu bekommen und durch Abndungsforderungen überfordert zu werden obwohl man zu Recht darauf vertrauen durfte, dass die Zusammenarbeit viel langfristiger sein sollte. Sind an einen ausscheidenden Partner überhaupt Abndungen zu zahlen? Und wofür? Hält die Gesellschaft gemeinsames materielles Vermögen, das der verbleibende Partner übernehmen soll? Ist auch ein ideeller Wertanteil des ausscheidenden Partners abzunden? In diesem Zusammenhang kommt es immer wieder zu massiven, oft auch gerichtlich ausgetragenen Streitigkeiten. Wie berechnet sich die Abndung und wie sind die Zahlungsmodalitäten? Wenn auch ein ideeller Wert abgefunden wird: ist durch ein ausreichendes Wettbewerbsverbot sichergestellt, dass der ideelle Wert auch vom verbleibenden Praxispartner übernommen werden kann? Die Gerichte stehen zu Recht auf dem Standpunkt, dass ein Partner jedenfalls nicht einerseits eine Abndung fordern kann, andererseits aber seinen ideellen Wert selbst weiter nutzt.

Aus welchen Gründen soll ein Partner aus der Praxis ausscheiden können oder gar müssen und welche Fristen sollen dafür gelten? Soll die Gesellschaft (wenn sie aus mehr als zwei Partnern besteht) im Falle des • Ausscheidens eines Partners von den verbleibenden Partnern fortgesetzt werden, bzw. soll die Praxis vom evtl. allein verbleibenden Partner fortgeführt werden (sog. „Fortsetzungsklausel“)? Soll es Ausnahmen von diesem Grundsatz geben und dem Partner, der die Praxis sonst fortsetzen „müsste“, das Recht gegeben werden, auch eine Kündigung auszusprechen und so die Auösung der Praxis herbeizuführen (sog. „Anschlusskündigung“)? Hier verbietet sich aber nach einer aktuellen Dabei ist zu bedenken, dass eine solche Entscheidung des Bundesgerichtshofs zuminAnschlusskündigung in unterschiedlichen dest eine schematische Lösung. In seiner EntKonstellationen ganz verschiedene Auswir- scheidung vom 14.06.2010, Az. II ZR 135/09 kungen haben kann. Was in der einen Kons- betont der BGH, ein Gericht dürfe in Fällen, in

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Recht & Steuern/Aktuelles

denen Patienten vom ausscheidenden Partner „mitgenommen“ würden, nicht einfach auf den „Normalfall“ abstellen und vom Ausschluss einer Abndung ausgehen. Im konkreten Fall hatten die Zahnärzte die Zahlung der Abndung nur an die Einhaltung des Konkurrenzschutzes geknüpft, die Mitnahme von Patienten aber nicht sanktioniert. Dies könnten, so der BGH, die Zahnärzte im Rahmen ihres Gemeinschaftspraxisvertrages durchaus in gewissem Rahmen regeln. Überhaupt zeigt sich, dass es sich für die Beteiligten bzw. ihre Berater lohnt, die Rechtsprechung, insbesondere die des Bundesgerichtshofs, im Blick behalten. Sie setzt der Vertragsfreiheit der Zahnärzte gewisse Grenzen: So betont der BGH, dass es nur für eine

gewisse Zeit des Kennenlernens möglich ist, dass ein Partner einen anderen Partner aus der Gesellschaft „hinauskündigen“ kann (Entscheidungen vom 07.05.2007, II ZR 281/05). Dies ist aber gerade in Junior-Senior-Konstellationen und/oder in Fällen der sog. „Nullbeteiligung“ eines Partners häug gewollt. Wird hier der Bogen überspannt, droht die Unwirksamkeit der entsprechenden Vereinbarungen. Ähnliches gilt bei Fragen eines Wettbewerbsverbotes für den Ausscheidenden. Wenn die Partner diese Fragen im Rahmen ihrer ohnehin erforderlichen Vertragsgestaltung sachgerecht mit entscheiden, bleibt eine spätere Beendigung der Zusammenarbeit in aller Regel dennoch enttäuschend. Die meisten rechtlichen Auseinandersetzungen und wirtschaftlichen Unklarheiten lassen sich aber so vermeiden.

Grundkurs „Festzuschüsse“ für Abrechnungseinsteiger

Abrechnung kann auch spannend sein - Anke Kowalski ndet aufmerksame Zuhörerinnen

Grundlagen zum Ansatz der Festzuschüsse 20 Abrechnungs-Neulinge nutzten das Ange- • bezogen auf die einzelnen Befundklassen bot der KZVLB und besuchten den Einsteiger(auch unter Anwendung von Fallbeispiekurs „Einführung in die Abrechnung der Festlen) zuschüsse“. Die stellvertretende Leiterin der Abteilung Abrechnung, Anke Kowalski, machte Genutzt wurde der Kurs von Helferinnen, die die Zuhörerinnen in einem Drei-Stunden-Vor- nach längerem Pausieren ihr Abrechnungswistrag mit dem System und der richtigen Abrech- sen auffrischen wollten und von neu niedergenung der Festzuschüsse vertraut. Besprochen lassenen Zahnärztinnen, die ihre Abrechnung wurden folgende Themen: nicht ausschließlich in die Hände einer Helferin • Gesetzliche und vertragliche Abrech- geben möchten. An den Universitäten wird das nungsgrundlagen Thema „Abrechnung von Leistungen“ leider nur • Differenzierungen zwischen den Versor- am Rande behandelt. Anders als in den Kursen gungsformen von Vorstandsmitglied Rainer Linke, die sich an • wichtige ZE- und FZ-Richtlinien bereits fortgeschrittene Anwender richten, ging • Allgemeiner Aufbau der Befundklassen es um Grundlagenwissen und ein erstes SichVertraut-Machen mit der Problematik. Zahlreiche Fragen wurden gestellt und in dem kleinen Zuhörerkreis musste sich niemand scheuen, Probleme anzusprechen. Zwischenfragen waren zu jeder Zeit erlaubt, so dass die Veranstaltung oft einem lebhaften Seminar glich. Die Zuhörerinnen waren froh über die Praxisnähe und die kompakte Wissensvermittlung und würden gerne noch tiefer in die Materie einsteigen. Über eine Fortsetzung der Vortragsserie wird rechtzeitig im Vorstandsrundschreiben der KZVLB informiert.

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Aktuelles

Ehrung für Mitgründer des Zahnarzthilfswerks Am 20. Juli verlieh Ministerpräsident Matthias Platzeck einem Brandenburger das Bundesverdienstkreuz am Bande. Rechtsanwalt Clemens Stroetmann aus Wilhelmshorst erhielt die hohe Ehrung für sein Engagement in der von ihm mitbegründeten Stiftung. Autorin: Christina Pöschel Lesern des Zahnärzteblattes ist sicherlich der Spendenaufruf für die Erdbebenopfer auf Haiti „10 Euro für mehr Menschlichkeit“ noch in Erinnerung. Brandenburger Zahnärzte spenden regelmäßig Altgold. Alle Erlöse daraus gehen an die Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte für Lepra- und Notgebiete (C. H. Bartels Fund). Allein in diesem Jahr hat die Stiftung 26 Projekte angeschoben und unterstützt damit Menschen am Rande der Gesellschaft. In den 23 Jahren seines Bestehens spendete das Hilfswerk über 25 Millionen Euro für mehr als 900 Hilfsprojekte in 60 Ländern der Welt. Von Anfang an dabei ist der Staatssekretär a. D. und Rechtsanwalt Clemens Stroetmann. Wenn auch kein Zahnarzt, ist Clemens Stroetmann einer der Gründer des Hilfswerks Deutscher Zahnärzte. Als Vertreter der Aufsicht kannte sich der damalige Beamte des niedersächsischen Sozialministeriums mit den Belangen der Zahnärzte bestens aus. Auf Kammerversammlungen hörte er die Berichte des Göttinger Zahnarztes Carl-Heinz Bartels von einer Leprainsel bei Thailand, die dieser auf einer Reise 1981 kennengelernt hatte. Entsetzt von den Lebensumständen begann Bartels damals, für die Ausgestoßenen eine zahnärztliche Versorgung zu organisieren. Das Engagement wuchs im Laufe der Jahre und als es notwendig wurde, die Aktionen zu strukturieren, bat man Clemens Stroetmann, den Juristen, um Rat. Mit dessen Fachwissen wurde 1981 die Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte für Lepra- und Notgebiete (C. H. Bartels Fund) gegründet.

denburg und arbeitet als Anwalt in seiner Berliner Kanzlei, die sich mit Umweltrecht befasst. Noch immer ist der HDZ ihm Herzensangelegenheit. Da es ihm und seiner Familie gut geht, möchte er von diesem Glück Menschen, die in Not leben, abgeben.

Die Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte für Lepraund Notgebiete (C.

Trotz seiner knappen Zeit besucht der „Anwalt der Armen“ jedes Jahr mindestens eines der Projekte. Dinge, die ihm wirklich wichtig sind, sagt Stroetmann, dürften einfach nicht zu kurz kommen. An vorderster Stelle steht dabei für ihn das Wohlergehen der Kinder. In einem der aktuellen Projekte kümmert sich der HDZ um rumänische Zigeunerkinder. In ihrer Heimat als Abschaum betrachtet, würde niemand eine Hand regen, um ihnen zu helfen. Sie sollen mit Hilfe der Zahnarztspenden die Chance auf ein Leben ohne Diskriminierung, Gewalt und Drogen erhalten. Auf die Auszeichnung mit dem Bundesvertriebskreuz ist Clemens Stroetmann stolz, aber man nimmt ihm auch ab, wenn er sagt: „Noch schöner ist es, wenn man von 40 fröhlichen und glücklichen Kindern umringt ist, die nicht mehr auf der Straße leben müssen“.

H. Bartels Fund) ist dankbar für Spenden. Informationen unter: www hilfswerk-z.de

Viele Projekte nehmen hier ihren Anfang: Clemens Stroetmann in der Kanzlei

Stroetmann hätte sich nun eigentlich zurückziehen können, doch er blieb als Kuratoriumsmitglied und engagierte sich weiter. Seit sechs Jahren lebt der Staatssekretär a. D. in BranZBB Ausgabe 4/2010

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Aktuelles

„Polnische Zähne von der Krippe an kaputt“ „Untersuchungsergebnisse zeigen, dass sogar schon dreijährige Kinder an Karies leiden. Ursache: Fatale Gewohnheiten der Eltern – Wissenschaftler schlagen Alarm.“ So war es zu lesen in der polnischen Tagezeitung „Rzeczpospolita“ vom 17. Juni 2010. Autorin: Sylwia Szparkowska, Übersetzung: Dr. Yvonne Jonczyk, ÖGD Cottbus

„Als eine der Ursachen der schlechten Mundgesundheitssi-

In Polen ist es normal, dass man kleinen Kindern gesüßte Milch oder zuckerhaltige Getränke in einer Nuckelasche gibt. Das Kind schläft mit dieser Flasche ein. Schon die Krippenkinder sind von Karies betroffen, sagt Professor Maria Wierzbicka, Koordinatorin des Regierungsprogramms „Mundgesundheitsmonitoring“.

tuation in Polen wird von den Zahnärzten unter anderem die fehlende Betreuung in Schulen und Kitas genannt.“

„Karies bei Kindern:

Während der Konferenz der Oberärztekammer in Warschau am 16. Juni präsentierten Wissenschaftler die Ergebnisse des im letzten Jahr durchgeführten Forschungsprojektes. Gegenstand dieser Untersuchung war die Zahngesundheit bei Dreijährigen sowie bei Personen im Alter zwischen 65 und 74 Jahren. Die Ergebnisse sind verheerend. 58 Prozent der dreijährigen Kinder sind von Karies betroffen. „In diesem Alter sollte Karies gar nicht vorkommen“ – sagt Professor Wierzbicka. Bei Kleinkindern tritt Karies immer häuger auf. Noch vor ein paar Jahren wurde diese Krankheit bei jedem fünften dreijährigen Kind diagnostiziert.

keiten und trinken hauptsächlich zuckerhaltige Getränke. Bei den Erwachsenen schwanken die hygienischen Gewohnheiten. In Skandinavien putzen 95 Prozent der Bevölkerung zweimal am Tag die Zähne, in Polen sind es 65 Prozent, erklärt Professor Wierzbicka. Die Zahnärzte fügen noch weitere Ursachen hinzu, wie die fehlende zahnärztliche Betreuung in Schulen und Kitas, den erschwerten Zugang zu den zahnärztlichen Praxen und die grundschlechte Finanzierung der kostenlosen Zahnbehandlung durch den Nationalen Gesundheitsfonds (analog GKV*). Der Etat wurde in diesem Jahr im Schnitt um 12 Prozent, in einigen Regionen Polens sogar um 25 Prozent gekürzt. Es ist Sparen am falschen Ende, weil man zukünftig gezwungen wird, für die Zahnbehandlung noch mehr Geld auszugeben, sagt Magorzata Lindorf vom Oberrat der Ärzte. Hier handelt es sich nicht nur um die Kosten für die Zahnbehandlung. Die Zahnärzte weisen darauf hin, dass Karies auch eine Ursache für allgemeine Erkrankungen sein kann, wie zum Beispiel Herzerkrankungen.

Je älter die Kinder werden, desto weniger von ihnen bleiben kariesfrei – das geht aus den Ergebnissen der im Rahmen des Regierungsprogramms „Mundgesundheits-

Die Untersuchung zeigte, dass bei Personen der Altersklasse zwischen 65 und 74 Jahren 43 Prozent gar keine Zähne mehr haben. Die Lage ist auf dem Land noch schlimmer als in der Stadt, obwohl sich die Situation geringfügig bessert; noch vor acht Jahren waren 68 Prozent der Menschen dieser Altersgruppe zahnlos.

monitoring“ durchgeführten Untersuchungen hervor.“

* Anmerkung der Übersetzerin

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Süßes über Süßes Dieser Zustand hat mehrere Ursachen. Bei Kindern ist es hauptsächlich die falsche Ernährung – in den Kitas und Krippen werden sogar Rohkostsalate gesüßt. Es herrscht die Überzeugung, dass Kinder gesüßte Mahlzeiten bevorzugen. Kleine Kinder essen zudem viele Süßig-

Schlusslicht in Europa Das „Mundgesundheitsmonitoring“ wird jährlich in verschiedenen Altersgruppen durchgeführt. Jedes Jahr sind die Ergebnisse sehr schlimm, was Polen im Bezug auf die Zahngesundheit zum europäischen Schlusslicht kürt. Unter den Achtzehnjährigen sind beispielsweise gerade mal vier Prozent der Jugendlichen kariesfrei (Studie von 2008). In den hoch entwickelten Industrieländern Europas gab es ähnliche Kariesindices vor etwa 40 Jahren. „Unsere Zahlen sind niederschmetternd und erdrückend“ – sagt Professor Barbara Adamowicz-Klepalska, Inlandsberaterin für Kinderzahnheilkunde. ZBB Ausgabe 4/2010


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Aktuelles

Neuzulassungen Der Zulassungsausschuss gewährte nachfolgenden Zahnärztinnen und Zahnärzte die Zulassung eines Vertragszahnarztsitzes. Wir sagen: „Herzlich willkommen“. Name

Planungsbereich

Vertragszahnarztsitz

FZÄ für Kieferorthopädie Dr. med. dent. Galén, Stef

Märkisch-Oderland (Strausbg) (80,7 Kfo %)

Eggersdorfer Str. 96 15370 Petershagen

Zahnärztin Engel, Eileen

Potsdam-Mittelmark (Potsdam-Land) (98,7 %)

Schwalbenweg 3 14552 Michendorf

Zahnärztin Stötzer, Henriette

Potsdam-Mittelmark (Belzig) (98,7 %)

Kirchplatz 8 14823 Niemegk

Zahnarzt Glinin, Ilya

Potsdam-Mittelmark (Potsdam-Land) (98,7%)

Nuthestr. 44 14558 Saarmund

Zahnärztin Dr. med. dent. Vaudt, Juliane

Oder-Spree (Fürstenwalde) (112,2 %)

Friedrichshagener Str. 1-4 15566 Schöneiche

Zahnarzt Rösel, Robert

Potsdam-Stadt (101,9 %)

Auf dem Kiewitt 25 14471 Potsdam

Zahnärztin Heinrichsen, Viktoria

Potsdam-Stadt (101,9 %)

Auf dem Kiewitt 25 14471 Potsdam

Zahnärztin Dr. med. dent. Bayreuther, Katja

Dahme-Spreewald (Königs Wusterhausen) (104,6 %)

Am Schlossplatz 8 15711 Königs Wusterhausen

Zahnärztin Grocholl, Susanne

Potsdam-Stadt (101,9 % zahnärztl.) (166,7% Kfo)

Hebbelstr 7 14469 Potsdam

Zahnärztin Balling, Karolina

Dahme-Spreewald (Königs Wusterhausen) (104,6 %)

Wildbahn 141 15745 Wildau

Zahnarzt Mundt, Martin

Havelland (Nauen) (87,7 %)

Gartenstr. 52 14641 Nauen

Zahnarzt Dipl.-Stom. Lüdemann, Kai

Potsdam-Stadt (101,9 %)

Gutenbergstr. 89 14467 Potsdam

Die nächste Sitzung des Zulassungsausschusses ndet am 23. September statt.


Aktuelles

Dipl. Med. Thomas Schmidt eröffnet mit einem Statement die Diskussion (v.l. Michael Erbach, Dr. Dietmar Woidke, Axel Vogel

Raus aus der Nische Freiberuichkeit im Land Brandenburg – Nischendasein oder Wirtschaftsfaktor? Zu diesem Thema veranstaltete der Landesverband der Freien Berufe am 23. Juni eine Podiumsdiskussion mit den Fraktionsspitzen der im Landtag vertretenen Parteien. Autorin: Christina Pöschel Welch große Wirtschaftsmacht die Freiberuer im Land Brandenburg darstellen, dringt zunehmend in das Bewusstsein der Öffentlichkeit, ebenso die Vielfalt der Berufsgruppen. Mit vier Milliarden Euro Umsatz im Jahr erwirtschaften Freiberuer mehr als die Bauindustrie. Von ihrem wirtschaftlichen Erfolg protieren mehr Menschen, als nur die Mitarbeiter ihrer Firma. Sie prägen das gesellschaftliche Leben in vielen Orten und erheben selbstbewusst den Anspruch, ein Leitbild zu verkörpern. Von den 88 brandenburgischen Landtagsabgeordneten sind 13 Freiberuer, die meisten davon Mitglied der CDU. Aus der Opposition heraus wollen sie, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Prof. Michael Schierack, ein überzeugendes Zukunftsbild entwickeln, das vor allem jungen Leuten Mut macht, den Weg der Freiberuichkeit zu wählen. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans-Peter Goetz würdigte die Freiberuer als aktive Menschen, die Verantwortung tragen und ihr Schicksal in die eigenen 42

Hände nehmen. Ihre freiheitliche Grundhaltung setzen sie nicht nur für sich selbst durch, sondern sorgen dafür, dass auch andere davon protieren. Angesichts mancher Entwicklung – Goetz nannte als ein Beispiel die Ost-Abschläge bei den Zahnarzthonoraren – müsse man jedoch hinterfragen: „Wie frei sind eigentlich der Arzt- und Zahnarztberuf heute noch?“ Mehr Wertschätzung der „kleinen Strukturen“ seitens der Politik verlangte der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Axel Vogel. Das Augenmerk dürfe nicht nur großen Firmen gelten. Aufgabe der Politik sei es, gute Rahmenbedingungen für Freiberuer zu schaffen, die zahlreiche Arbeitsplätze in den Kommunen bereitstellen und enorme wirtschaftliche Leistungen erbringen. Mit Sorge betrachtet Vogel den zunehmenden Konzentrationsprozess, der vor Freiberuern nicht Halt macht. Auch in diesem Bereich erfolgt eine Umstrukturierung des Marktes, die Ketten und Kapitalgesellschaften Vorschub leistet und den Schwund der Einzelpraxen und -kanzleien beschleunigt. Ein weiteres Problem, das angesprochen wurZBB Ausgabe 4/2010


Aktuelles

de, ist der zunehmende Ärztemangel, der sich im Land Brandenburg abseits der Ballungszentren abzeichnet. Ein Drittel der Hausärzte, das sind etwa 500, werden in den nächsten zehn Jahren ohne einen Praxisnachfolger in den Ruhestand treten. Diese Zahl ist dramatisch. Hauptsächlicher Grund dafür, so KV-Justitiar Frank Fischer, sind die im Vergleich zu den alten Bundesländern unattraktiveren Bedingungen. Deutlich mehr Patienten und niedrigere Honorare verlocken nicht zu einer Niederlassung und machen es den Kassenärztlichen Vereinigungen trotz erheblicher Anstrengungen schwer, den Sicherstellungsauftrag zu erfüllen. Fischer appellierte eindringlich an die Landespolitiker für mehr Handlungsspielräume. „Deregulieren Sie die freien Berufe!“ und: „Überziehen Sie uns nicht mit noch mehr Bürokratie“. Anstatt bis in das kleinste Detail hineinzuregieren, solle sich die Politik auf die Rahmenbedingungen beschränken. Karin Wölkert, die gesundheitspolitische Sprecherin und Mitglied des Fraktionsvorstandes der LINKEN, wies die Verantwortung für strukturelle Fehlentwicklungen in der medizinischen Versorgung seitens der Landespolitik zurück und stellte sie als eine Aufgabe des Bundes dar. Ihre Partei setzt auf eine bessere Ausbildung der nichtärztlichen Heilberufe, doch, so Wölkert, sei unbestritten, dass Engpässe in der ärztlichen Versorgung nicht mit Gemeindeschwestern aufgefangen werden können. Für die Zahnärzte sprach der KZV-Vizevorsitzende Dipl. Med. Thomas Schmidt die Forderung nach einer Honorarangleichung der vertragszahnärztlichen Vergütung an die Honorare in den alten Bundesländern an. Dieser Schritt ist 20 Jahre nach der Wende längst überfällig. Zwar ist das Thema mittlerweile in das Koalitionsprogramm aufgenommen worden, doch die Umsetzung steht noch aus. Auf die Tragweite für Brandenburg machen Zahnärzte die Politik seit Jahren aufmerksam: Die geringeren vertragszahnärztlichen Honorare in den neuen Ländern und die daraus resultierende schlechtere betriebswirtschaftliche Situation der Praxen bedingen eine niedrigere Vergütung der Helferinnen. Die Folge: qualiZBB Ausgabe 4/2010

ziertes Personal wandert ab. Ebenso - die Situation unterscheidet sich nicht vom ärztlichen Bereich - werden in den kommenden zehn Jahren altersbedingt viele Praxisinhaber in den Ruhestand gehen, ohne einen Nachfolger gefunden zu haben. Im Podium saßen:

Den Mangel an Fachkräften für Praxis, Kanzlei oder Büro können die Freiberuer nicht durch eine entsprechende Ausbildung kompensieren, denn geeignete Auszubildende sind knapp. Neben der demograschen Entwicklung machen die Freiberuer die Qualität des brandenburgischen Bildungssystems und die im Vergleich zu den alten Ländern schlechtere Einkommensstruktur dafür verantwortlich. Den jungen, hoch motivierten, gut ausgebildeten Menschen ist es nicht zu verdenken, wenn sie die beste Chance für ihren beruichen Werdegang nutzen und ihre Heimat in Richtung alte Bundesländer verlassen. Für das Land Brandenburg hat dieser Exodus langfristig dramatische Folgen.

Prof. Michael Schierack, stellv. Fraktionsvorsitzender der CDU; Hans-Peter Goetz, FDP-Fraktionsvorsitzender; Dr. Dietmar Woidke, SPD-Fraktionschef; Karin Wölkert, gesundheitspolitische Sprecherin und Mitglied des Fraktionsvorstandes der LINKEN; Axel Vogel, Fraktionsvorsitzender der Grünen Moderator: Michael Erbach, Chefredakteur der PNN

Bei der Brandenburgischen Ingenieurkammer steht die öffentliche Hand in der Kritik. Kammerpräsident Wieland Sommer beklagte die Auftragsvergabe zu Dumpingpreisen. Obwohl seit 2009 die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) verbindliche Preise für Planungsleistungen im Bauwesen festlegt, ist es an der Tagesordnung, dass öffentliche Auftraggeber die Preise um mehr als die Hälfte drücken. Offensichtlich ist man sich der Signalwirkung nicht bewusst. Doch auch wenn das Geld knapp ist, sollte sich ein Vergabebeamter zweifellos an die Regeln halten und nicht die eigenen Gesetze konterkarieren. Trotz gelegentlich harter Kritik überwog der positive Eindruck von der Diskussionsrunde. Die Politiker erhielten die klare Aufforderung, sich um bessere Rahmenbedingungen zu kümmern und Detailregelungen den Selbstverwaltungen zu überlassen. Noch ist die Politik erstaunlich wenig über die „Mitte der Gesellschaft“ informiert, doch dem lässt sich durch intensiveren Kontakt sicherlich abhelfen. Jedenfalls beteuerten beide Seiten ihr Interesse an einem regelmäßigen Austausch. 43


Aktuelles

Tagebuch eines Zahnmedizinstudenten Teil 2 Jeder Student kann ein Lied singen von wenig geliebten, aber auch von angenehmen Dozenten, denen das Vorankommen ihrer Schützlinge wichtig ist. Studenten erhalten heute psychologische Unterstützung, die vielleicht auch manchem Dozenten gut täte. Autor: Christian Olesch, Eichwalde Es gibt Wörter mit wahrer Magie. Dazu gehört auch: Semesterende! Nur noch wenige Tage ... Alle Haupttestate wie Okklusale Morphologie, Aufwachsen, Metallgussübung, Interimsersatz, sind bestanden. Das Testat zum Thema „Aufwachsen“ durfte ich wiederholen, es hatte allerdings nicht den strengen Charakter einer Prüfung mit formeller Nachprüfung. Lediglich die von mir nicht beantworteten Fragen sollte ich zum nächstmöglichen TPK-Tag (Kursus der technischen Propädeutik) drauf haben. Auch die Semesterabschlussklausur wurde vom Großteil des ersten Semesters bestanden.

Als Lieblingsinstrument hat sich bei den meisten Zahnmedizin-Studenten das Le Cron herauskristallisiert.

Die Aufwachsübung war die bisher mit Abstand herausforderndste Angelegenheit. Einige schafften den Abgabetermin für die Wachsmodellation nicht, was wiederum bedeutet: Der gesamte TPK muss wiederholt werden. Andere gaben aus diversen anderen Gründen, wie Leistungsdruck oder „eine andere Vorstellung vom Studium der Zahnmedizin gehabt zu haben“, auf. Es ist und bleibt für das Auge und die Hände ein Entwicklungspotenzial mit viel Luft nach oben. Der Respekt der Studierenden vor dieser Vielfältigkeit im Zahnmedizinstudium wuchs erheblich. Als Lieblingsinstrument hat sich bei den meisten von uns das Le Cron herauskristallisiert. Der TPK ndet an drei Tagen in der Woche -

Mittwoch und Donnerstag von 13-18 Uhr sowie Freitag von 12-17 Uhr - statt. An den Vormittagen stehen Vorlesungen und Seminare des Grundstudiums auf dem Plan. Je näher sich das Semester zum Ende neigt, desto schwerer wird der Gang in die Uni. Für meine Familie sind diese Zeiten eine enorme Belastung. So springen die Großeltern Woche für Woche ein. Die Zeitvorgaben für die Fertigstellung der praktischen Arbeiten sind sehr knapp. Daraus ergibt sich ein ständiger Druck. Auch wenn die Regelung existiert, dass drei Tage nach Abgabetermin noch die Möglichkeit zum Aufholen besteht, ist es kaum zu schaffen. Doch aller Anfang ist schwer und diese Art der Arbeit erfordert viel Übung, sowohl für die Hand als auch für das Auge und die Konzentration. Für mich bleiben das Wochenende oder die späten Abendstunden zum Lernen, nur manchmal gibt es Momente des Durchatmens, z. B. an einem Aprilwochenende. Die Sonne entfaltete nach langer Zeit ihre warme Kraft und meine Tochter und ich saßen auf dem Balkon. Während ich lernte und ihr einiges über die okklusale Morphologie erzählte, malte sie meine vertrimmten Alabaster-Mollys (Anm. Molaren) an. Sie fand soviel Gefallen am Gips, dass etliche Sockelformen ausgegossen werden mussten und sie eine Gips-Ausstellung für die Semesterferien plant, in der Hoffnung, dass die Großeltern und Eltern sich über die schönen Gips-„Skulpturen“ freuen und den Geldbeu-

Christian Olesch studiert seit April Zahnmedizin an der Charitè, Campus Benjamin Franklin Universitätsmedizin in der Aßmannshauser Straße. Das erste Semester hat er in der Tasche und noch immer empndet er sein Studium als anspruchsvoll und spannend. Weil er nicht nach der Devise lebt: „Augen zu und durch“, entdeckt er auch Kritikwürdiges und - für einen Studenten eher ungewöhnlich - spricht es an. Für die brandenburgischen Zahnärzte führt er ein Tagebuch, welches wir regelmäßig im Zahnärzteblatt veröffentlichen.

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Aktuelles

tel locker machen… Tami verstand zwar nicht, was ich ihr über Kontaktpunkte etc. erzählte, doch war es sehr schön, einmal wieder Zeit gemeinsam zu verbringen. Die Verantwortlichen für den TPK, Dr. Sterzenbach, Herr Karajouli und Dr. Fussnegger schaffen es meist, eine Atmosphäre der Wertschätzung und Fairness herzustellen. Es ist natürlich für die drei schwer, aus einem Munde zu sprechen - daraus können Diskrepanzen entstehen, welche jedoch jederzeit in einem persönlichem Gespräch ausgeräumt werden. Ein offener Meinungsaustausch ist erwünscht. Das setzt lediglich den Mut des Studierenden voraus, den Mund zu öffnen. Wer wagt gewinnt! Die Zahnmedizin in Berlin wird vielerorts - und nicht nur durch Studierende - kritisiert, doch trifft das für den TPK nicht zu. Dies ist sicherlich meine persönliche Meinung, doch mittlerweile kenne ich auch die Anschauung der meisten meiner Kommilitonen. Und die ist meiner in vielerlei Hinsicht deckungsgleich.

Entdeckung der Götter

Reiz auf uns ausüben als die Lehrbücher. Ein Vorschlag war auch, jeden Raum mit Klebezetteln mit kleinen Erinnerungen zu versehen, z. B. rechtzeitig schlafen zu gehen und ein kleines Erfolgsbüchlein führen… Der Psychologe berichtete, dass 16 Prozent der Studierenden in der Medizin mittlerweile therapeutische Unterstützung benötigen - ein Resultat des permanenten Drucks. Es gibt „Auffangeinrichtungen“ für die, die es erwischt hat mit schlaflosen Nächte, Depressionen, Burn out etc. Aus meiner Sicht ist die Betreuung hilfreich, kommt jedoch mindestens einen Schritt zu spät. Diese und andere Vorschläge waren natürlich mit den besten Absichten und Wünschen für uns gedacht und dienen dem Einen oder Anderen als kräftige Unterstützung und Anregung, begleitend zum Lernprozess. Doch war der gesamte Vortrag ausschließlich an die Studierenden adressiert! Um Veränderungen zu erzielen, sollte alles einer Prüfung unterzogen werden, auch die Lehrenden. Schade, dass ich mit meinen diesbezüglichen Äußerungen während der Fragezeit zu diesem Vortrag nur Ausweichantworten, ja im Grunde nur Schweigen, erntete.

Ein ganz anderes Bild ergibt sich in der Vorkli- Es gibt goldene Kälber, die nach wie vor heilig nik in Berlin Mitte. Auf die treffen viele Kassan- sind… drarufe zu: schlechte Vorlesungen, Professoren, für die Studierende ein notwendiges Übel Damit dürfte für den Großteil der Studierenden sind und die diese oft herablassend behandeln. gelten: Götter in Weiß eben. Seit eh und je mehr der Forschung verschrieben als der Lehre. Didak- „Glück ist das Talent für das Schicksal“ Novalis tisch erlebt man in den Vorlesungen oft Grausames. Man hat das Gefühl, dass sich kaum ei- Demut und Ehrfurcht vor dem System Uniner der Lehrenden an seine eigene Studienzeit versität sind zwei Eigenschaften, die dort unerinnert und versucht hat, aus der Erfahrung glaublich schnell entwickelt werden, und das zu lernen. Wenn diese Lehrenden nach der Be- ohne lehrmethodische Vorkenntnisse bzw. Fäsucheranzahl ihrer Vorlesung bezahlt würden, higkeiten. Ist das der gute Weg für zukünftige Ärzte, Forscher, Wissenschaftler? Autoritäten bräuchten sie einen Zweitjob. sollen und müssen hinterfragt werden dürfen, Zu Beginn des Studiums gab ein Psychologe ansonsten wiederholt sich missbilligende Geuns Tipps, mit dem Druck während des Stu- schichte. Demut und Ehrfurcht vor dem Leben diums umzugehen, z.B. für den nötigen Aus- sind erstrebenswert, nur sind sie es auch vor gleich neben dem Lernen zu sorgen - allerdings einem System? nach dem Lernen, quasi als Belohnungsreiz für das Gehirn! Oder es tunlichst zu vermei- Ach wie ist da der TPK doch schön… den, zu Hause zu lernen, weil der Abwasch oder die schmutzige Wäsche einen stärkeren Fortsetzung folgt. ZBB Ausgabe 4/2010

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Aktuelles

Rezensionen Autor: Christian Olesch

Taschenatlas Biochemie des Menschen Ein bewährtes Buch für die Biochemie! Preis, Leistung, Layout - alles stimmt. Gegenüber den Vorauagen wurden die Farbtafeln und die Bildsprache verfeinert. Auf der Rückseite dieses Werkes ist zu lesen: „Hier lernt das Auge mit!“ Dies möchte ich ausdrücklich unterstreichen. Jan Koolman, Klaus Heinrich Röhm 527 Seiten, 220 Farbtafeln von Jürgen Wirth 4. Auage Georg Thieme Verlag Preis € 32,95

Renate LüllmannRauch 3., vollständig überarbeitete Auage, 703 Abbildungen, 10 Tabellen Georg Thieme Verlag Preis € 32,95

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Der Taschenatlas gliedert sich in Grundlagen, Biomoleküle, Stoffwechsel, Zellorganellen, Molekulare Genetik, Gewebe und Organe, Ernährung, Signalsysteme, Wachstum und Entwicklung. Er ist wie ein typischer ThiemeTaschenatlas aufgebaut. Kurz und knapp der geballte, faktenreiche Text auf der linken Seite und die farbigen Übersichtstafeln, Sprache bildhaft gemacht sozusagen, auf der anderen Seite. Das ist sehr angenehm, weil es ohne Blättern möglich ist, ein entsprechendes Bild zu nden. Der Blick kann sorglos von links nach rechts wechseln und das trockene Faktenwissen lässt sich durch die visuelle Untermalung besser merken. Die Bilder sind selbsterklärend und ausnahmslos einprägsam. Hierin zeigt sich die bisher umfangreich gesammelte Erfahrung dieses Autorenteams. Klinische Bezüge sind in die entsprechenden Themen integriert. Kurzum, die Didaktik ist sehr stimmig! Allerdings dürfte es für den Einstieg in die Biochemie eine enorme Herausforderung sein, mit diesem Buch zu beginnen, denn tiefgehende Erklärungen zu den einzelnen Themen ndet der Leser nicht. Das Autorenteam setzt ein gefestigtes Basiswissen voraus. Das schlägt sich im Konzept des Taschenatlas nieder: Es erhebt keinen Anspruch auf inhaltlich tiefgehende Formulierungen - es ist eben kein „großes“ Lehrbuch. Um einen Einstieg in die Komplexität der Biochemie zu bekommen, sind andere Werke von Wichtigkeit. Ist allerdings das Verständnis für die Biochemie geweckt, ist der

„Kooli“ genau das richtige Werk für kürzeres prägnantes Lernen und Nachschlagen. Fazit: Klein, äußerst kompakt, didaktisch und grasch sehr gut (hochwertige Farbtafeln und Bilder) passt es in jede Hosentasche. Der Taschenatlas, Fleiß, gute Lehrende an der Uni – und im Dschungel der Biochemie ndet man garantiert eine Lichtung.

Taschenlehrbuch Histologie Das Buch von Renate Lüllmann-Rauch erfreut sich unter den Studierenden, sowohl der Zahnmedizin als auch der Humanmedizin, an der Charité in Berlin großer Beliebtheit. An so gut wie jedem Platz im Histologiesaal liegt ihr Taschenlehrbuch Histologie. Ein treuer Begleiter. Was anfangs eher verwunderlich ist, benötigt man doch einige Zeit, um mit diesem Fach und dem Buch „warm“ zu werden. Der Inhalt - Zellbiologie, Allgemeine Histologie und spezielle mikroskopische Anatomie - geht als „TASCHEN“-lehrbuch weit über das Basiswissen eines Studierenden der Medizin und Zahnmedizin hinaus. Oft gibt es Querverweise zur Biochemie, Physiologie und klinischen Pathologie. Die Texte bestehen aus einer Aneinanderreihung von Fakten, die ießbandgleich am geistigen Auge vorbeihuschen und keine Zeit zum „Verschnaufen“ lassen. Der Sprachstil könnte an einigen Stellen, zum Beispiel bei der Zahnentwicklung und anderen Themen der Embryologie, geschmeidiger sein, nicht so nüchtern und schwer verdaulich. Beispiele für lockeres, in Bücher gepresstes Wissen gibt es viele, hier z.B. das vom Georg Thieme Verlag herausgegebene Buch „Biochemie des Menschen“ von Horn et.al. Schade, dass die Überfrachtung an Fakten in einigen Kapiteln zur Flucht in andere Nachschlagewerke führt. Das Thema Zahnentwicklung ist ein Paradebeispiel dafür. Wo sind farbenfrohe Bilder, Eselsbrücken und ein leicht ZBB Ausgabe 4/2010


Aktuelles

Stellen vom „weniger ist mehr“ Gebrauch gemacht werden sollte, denn die Histologie ist ein Fach, das für ein Erstsemester als Buch mit sieben Siegeln da steht. Hat der Studierende solide Grundlagen geschaffen, lernt man mit Dafür sind Zellenlehre und Epithelgewebe das „Lüllmann-Rauch“ das „Sahnehäubchen“ der umgekehrte Beispiel - ein sensibler Umgang Histologie. mit sprachlicher Fülle, Bildern und Querverweisen, viel leichter verständlich, verbunden mit Fazit: Für den Anfänger schwere Kost, für den einem angenehmen Gefühl, etwas bewältigen Fortgeschrittenen, wenn sich Fakten und Zuzu können. Empfehlenswert: Das Nachlesen sammenhänge eingeprägt haben, eine Lehrder Texte zu einzelnen Präparaten. Dafür lohnt buch, das die Studierenden gern bei sich haben. Es könnte ja jemand vorbeikommen, der sich das Buch. Ahnung hat…. Für die Lehrenden ein fester Die langwierige Einführung in das gewaltige Bestandteil ihres „Präpbestecks“… Von der AuSpektrum der Histologie macht schnell müde. torin wünsche ich mir für die nächste Auage Und durch die unüberschaubare Faktenfülle einen Blick in ihre Studienzeit zurück, um an stellt sich schnell ein Gefühl der Ohnmacht ein, der einen oder anderen Stelle eine Sprache und ruckzuck geht es vom äußersten Kreis zu ei- Fülle an Fakten zu nden, die vom Studierennem weit innen liegenden. Sodass an einigen den für den Studierenden gemacht ist.

verständlicher Sprachstil? Und warum wirkt die Zahnentwicklung so zäh? „Wehret den Anfängen…“ Oder wird die Zahnmedizin etwa stiefmütterlich behandel?...

Motorradtour führte durch südliches Brandenburg [ZBB] Das Motorradtreffen brandenburgischer Zahnärzte & Co lockte die Biker dieses Jahr im Juni in den südlichen Teil des Landes Brandenburg. Im Mittelpunkt stand zwar der ElbeElster-Kreis, aber eine passende Übernachtung fand sich außerhalb der Landesgrenze in der „Parkschänke“ in Zabeltitz, einem Ortsteil von Großenhain im Freistaat Sachsen. Mit 19 Motorrädern der verschiedensten Marken und Modelle gab es den ersten Stopp während der samstäglichen Ausfahrt auf den Heideberg bei Gröden (Elbe-Elster). Dort verläuft nicht nur die Landesgrenze zwischen Brandenburg und Sachsen, sondern bendet sich auch der höchte topographische Punkt unseres Bundeslandes mit genau 201,4 m. Das Kunstgießermuseum in Lauchhammer (Landkreis Ober-Spreewald) begeisterte die Zahnärzte, Zahntechniker, Praxismitarbeiter und Angehörigen gleichermaßen. Nach dem Mittag bei „Werners“ in Lieskau begann die eigentliche Elbe-Elster-Tour: hoch nach Schlieben als nördlichsten Punkt, durch Beyern und München bis ZBB Ausgabe 4/2010

hin zum südlicheren Wahrenbrück, dem recht unbekannten „Kleinen Spreewald“, weil sich dort die Elster fast so verzweigt wie die Spree. Mücken gab es jedenfalls bestimmt genauso viele. Die Motorradtreffen leben aber nicht nur von den Ausfahrten, sondern vor allen Dingen von den vielen – auch dienstlichen – Gesprächen am Rande. Und auch die Stammgäste aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen waren wieder herzlich willkommen.

Der Termin für das 9. Motorradtreffen steht bereits fest: Vom 24. bis 26. Juni 2011 geht es in die Prignitz.

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Aktuelles

Hilfe zur Selbsthilfe in Kenia – Wer hilft mit? Der „ARZT - UND ZAHNARZTHILFE KENYA e. V.“ wurde 1999 von ThĂźringer Zahnärzten gegrĂźndet. Er hat mittlerweile im gesamten Bundesgebiet knapp 200 Mitglieder. Zahnstationen werden gebaut, fĂźr Ausbildung gesorgt, Patenschaften Ăźbernommen. Autoren: Dr. Peter Dierck und Dr. Andrea Berndt

Weitere Informationen sowie zahlreiche Fotos sind im Internet unter  www.azhk.de zu nden.

Dr. Andrea Berndt aus Frohburg im Kreise einer kenia-

Das Ziel unseres Vereins ist es, in Kenia die katastrophale Unterversorgung im Bereich der Zahnmedizin zu lindern. Unser Grundanliegen heiĂ&#x;t „Hilfe zur Selbsthilfe“! Der Verein hat mittlerweile zwischen Nairobi und dem Victoriasee neun Zahnstationen errichtet. Diese Stationen werden von deutschen Zahnärzten betreut, welche in Zusammenarbeit mit kenianischen Oral Health Ofcers Menschen zahnärztlich behandeln, die sich diese Behandlung sonst nicht leisten kĂśnnten. „Oral Health Ofcer“ sind Dentisten, die kein Zahnmedizinstudium, sondern eine dreijährige Collegeausbildung absolviert haben und in einfachen zahnmedizinischen Behandlungen ausgebildet sind. Weitere Schwerpunkte unserer Arbeit sind Gruppenprophylaxe, Reihenuntersuchungen und die anschlieĂ&#x;ende Behandlung von Schulkindern. Unsere Stationen sind in Hospitäler der Franziskaner Nonnen eingegliedert, damit Kontrolle und Aufsicht gewährleistet sind.

nischen Schulklasse bei einem ihrer jĂźngsten Besuche

Ein weiteres wichtiges Projekt sind Patenschaften fĂźr mittlerweile 500 Waisenkinder. Im Lau-

fe der Jahre wurden wir zunehmend mit dem Elend der Kinder konfrontiert, deren Eltern infolge von AIDS verstorben sind und denen die Grundlage fĂźr ein lebenswĂźrdiges Dasein genommen wurde. Wir suchten und fanden Pateneltern, die fĂźr die jährlichen Kosten dieser Kinder aufkommen. Es erfolgt dreimal im Jahr eine genaue Abrechnung, wobei der jährliche Gesamtbetrag bei hĂśchstens 370 â‚Ź liegt. DafĂźr erhalten die Kinder, die meistens in Internatsschulen untergebracht sind, alles, was sie zum Leben und fĂźr die Ausbildung brauchen. Ein neues Projekt der „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist die Zusammenarbeit mit der in GrĂźndung bendlichen medizinischen „Uzima-Universität“. Die AZHK wird das Dentaldepartement mit zahnmedizinischer AusrĂźstung, aber auch mit der Vermittlung von Hochschullehrern unterstĂźtzen. Ausgebildet werden Oral Health Ofcer und Zahnärzte.

Konkrete Angebote zur Hilfe FĂźr alle diese Aufgaben braucht unser Verein die ständige UnterstĂźtzung durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Spenden erreichen zu 100 Prozent die BedĂźrftigen! Der Mitgliedsbeitrag beläuft sich auf jährlich 50 Euro fĂźr Ă„rzte und Zahnärzte und 25 Euro fĂźr andere Berufsgruppen. Wegen der Not und Perspektivlosigkeit der Kinder unterstĂźtzen wir aus Vereinsmitteln im Moment 150 Waisen, fĂźr die wir dringend Pateneltern benĂśtigen, um weitere BedĂźrftige in das Programm aufnehmen zu kĂśnnen. Die Jahreshauptversammlung, die in Wiesbaden am 2. Oktober 2010 stattndet, ist eine gute Gelegenheit, den Verein und seine Projekte näher kennen zu lernen. Ein besonderes Highlight ist der Besuch von Sister Margaret, der leitenden Nonne der „Franziscan Sisters of St. Joseph“, zu diesem Anlass.

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Termine

Endodontie-Umfrage wird bald ausgewertet Der Deutsche Arbeitskreis fĂźr Zahnheilkunde (DAZ) verbindet seine Jahrestagung am 25. September im brandenburgischen Hohen Neuendorf mit der Erstauswertung der Endodontie-Umfrage und einer kostenfreien Fortbildung zur Hypnose.

Autorin : Dr. Celina Schätze, DAZ-Vorsitzende Der Deutsche Arbeitskreis fĂźr Zahnheilkunde (DAZ) bietet innerhalb seiner 30. Jahrestagung am 25. September von 9:30 Uhr an im „Hotel zum grĂźnen Turm“ in Hohen Neuendorf einen kostenfreien Fortbildungsvortrag zum Thema „Hypnose – ein Mittel zur Stressbewältigung in der Zahnarztpraxis – fĂźr Zahnarzt, Team und Patient“ an.

Zur Referentin Medizin und Zahnmedizin bewegen sich von einem technizistischen hin zu einem ganzheitlicheren Verständnis vom Menschen. Zahnärztliche Hypnose ist inzwischen ein anerkanntes Verfahren fßr die Kommunikation mit dem Patienten: zur Beruhigung, Analgesie, Regulationsverbesserung und anderem mehr. Die Referentin, Dr. Ute Stein, ist Trainerin und Supervisorin der Deutschen Gesellschaft fßr Zahnärztliche Hypnose sowie der Schweizerischen Ärztegesellschaft fßr medizinische Hypnose. Sie hat zahlreiche Fachbeiträge zu Kinderhypnose in der Zahnmedizin, Psychosomatik und Zahnmedizin, Musik und Trance verÜffentlicht. In ihrer Berliner Praxis bietet sie die Behandlung von Angst- und chronischen Schmerzpatienten, Patienten mit psychischen StÜrungen, verhaltensZBB Ausgabe 4/2010

auffälligen Kindern oder CMD-Patienten mit Hypnose an. Da der Einsatz von Hypnose der Stressbewältigung aller an der zahnärztlichen Behandlung Beteiligten dienen kann, dßrfte die Fortbildung dem Zahnarzt und seinem Team auch unmittelbar selbst zugute kommen.

Erstauswertung „Endo-Umfrage“

Dr. Celina Schätze freute sich ßber eine

Im Anschluss an Vortrag und Diskussion werden die ersten Ergebnisse einer Umfrageaktion des DAZ vorgestellt. Bei dieser bundesweiten Erhebung ging und geht es um die real in den Praxen durchgefßhrte endodontische Behandlung. Die Medien der zahnärztlichen KÜrperschaften in Brandenburg haben die Verbreitung des DAZ-Fragebogens tatkräftig unterstßtzt und zu reger Beteiligung brandenburgischer Zahnärzte beigetragen. Insofern freuen wir uns, dass genau hier die erste Präsentation von Ergebnissen erfolgt. In den kommenden Wochen sollen die Fragenbogendaten vertiefenden statistischen Analysen unterzogen und die Ergebnisse bewertet und publiziert werden. Der DAZ betrachtet seine Aktion als Beitrag zur Denitionsndung und Sicherstellung einer bedarfsgerechten endodontischen Breitenversorgung.

rege Beteiligung brandenburgischer Zahnärzte an der Endodontie-Umfrage

Alle Interessierten sind zu der Fortbildung und zu der Präsentation erster Umfrage-Ergebnisse herzlich eingeladen. Nähere Informationen, auch zum ßbrigen Programm der Tagung, liefern die Internetseiten des Verbandes: Deutscher Arbeitskreis fßr Zahnheilkunde (DAZ), Kaiserstr. 52, 53840 Troisdorf, Tel. 0 22 41-972 28 76, Fax 972 28 70, Handy 01 78-8 26 83 62 E-Mail: kontakt@daz-web.de  www.daz-web.de 49


Termine

Wrigley Prophylaxe-Preis-Ausschreibung 2011 Wrigley Oral

Einsendeschluss ist der 1. März 2011.

Healthcare Programs in Deutschland wurde 1989 von der Wrigley GmbH zur Unterstßtzung der zahnärztlichen Präventivmedizin gegrßndet. Ziel ist es, die Kariesprophylaxe in Forschung und Praxis sowie die Gruppenprophylaxe zu fÜrdern. Weltweit ist das Programm in 47 Ländern vertreten.

„FĂźr uns Juroren ist es jedes Jahr eine Freude, thematisch oft sehr heterogene und gleichzeitig qualitativ hochwertige Arbeiten beurteilen zu dĂźrfen, auch wenn die Entscheidung dadurch nicht leicht fällt“, so Professor Joachim Klimek aus GieĂ&#x;en, Vorsitzender der fĂźnfkĂśpgen unabhängigen Fachjury, am Rande der Preisverleihung auf der jĂźngsten DGZ-Jahrestagung in Hannover. Verliehen wird die Auszeichnung seit 1993 fĂźr neue Erkenntnisse im Bereich der Forschung und der Umsetzung der zahnmedizinischen Prävention in der Praxis oder im Ăśffentlichen Gesundheitswesen. Neben Praktikern, Ă„rzten und Zahnmedizinern kĂśnnen sich auch Wissenschaftler aus anderen naturwissenschaftlichen Fakultäten (PM) Wrigley Oral Healthcare Programs stiftet bewerben. Arbeiten aus der GruppenprophyfĂźr 2011 wiederum den mit 10.000 Euro do- laxe sowie Zusammenfassungen von Distierten Wrigley Prophylaxe Preis. Wissenschaft- sertationen sind ebenfalls willkommen. Die ler und Praktiker, die sich mit der Prävention Preisverleihung ndet auf der nächsten DGZoraler Erkrankungen sowie mit der Erforschung Jahrestagung vom 5. bis 7. Mai 2011 in DĂźsder Zusammenhänge zwischen Mund- und All- seldorf statt. gemeingesundheit befassen, sind zur Bewerbung aufgerufen. Der Preis steht traditionell Die aktuellen Teilnahmebedingungen kĂśnnen unter der Schirmherrschaft der Deutschen Sie anfordern bei: kommed, AinmillerstraĂ&#x;e Gesellschaft fĂźr Zahnerhaltung (DGZ) und ist 34, 80801 MĂźnchen, Fax: 089/33 03 64 03, eine in zahnmedizinischen Kreisen hoch ange- info@kommed-bethcke.de oder im Internet abrufen unter:  www.wrigley-dental.de. sehene Auszeichnung.

Wir trauern um unsere Kollegen SR Heinz Lange aus Spremberg geboren am 7. Juni 1912 verstorben im März 2010 Dipl.-Stom. Petra Gahlow aus Klosterfelde geboren am 26. Juli 1959 verstorben im Juli 2010

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ZBB Ausgabe 4/2010


Termine

Zahnärzte, die keine Gratulation wünschen, wenden sich bitte mindestens zehn Wochen vorher an: Jana Zadow, LZÄKB, Tel. 03 55 381 48-15.

Wir gratulieren ganz herzlich zum Geburtstag ... und wünschen allen Zahnärzten, die in den Monaten September und Oktober ihren Ehrentag feiern, beste Gesundheit, viele erfolgreiche Jahre mit viel Spaß am Leben sowie schöne Stunden im Kreise der Familie. Ganz besonders gratulieren wir ...

zum 97. am 3. September

zum 70. am 11. Sept.

zum 84. am 19. Oktober

zum 65. am 3. Oktober

Dr. med. dent. Irmtraut Hoffmann-Axthelm aus Perleberg

ZÄ Heide Schröder aus Kleinmachnow

ZA Karl-Ludwig Schulze aus Groß Glienicke

ZÄ Ute Exner aus Briesen

zum 91. am 21. Sep.

zum 70. am 19. Sept.

zum 82. am 28. Oktober

zum 65. am 5. Oktober

ZA Günter Pittelkow, Lehnin

ZA Raimar Köster aus Bergholz-Rehbrücke

Dr. med. dent. Dieter Hau aus Kleinmachnow

Dr. med. Ina Knieknecht aus Kyritz

zum 70. am 23. Sept.

zum 81. am 7. Oktober

zum 65. am 7. Oktober

ZÄ Edith Penzel aus Rangsdorf

Dr. med. dent. Heinz Knoll aus Altenhof

Dr. med. Michael Bruchmann aus Dallgow-Döberitz

zum 88. am 10. Sep. SR Dr. med. dent. Ruth Henkel aus Herzfelde

zum 87. am 30. Sept. Dr. med. dent. Rosemarie Mathan aus Zeuthen

zum 85. am 11. Sept. Prof. Dr. med. dent. Eberhard Laetzsch aus Lübben

zum 81. am 20. Sept. Dr. med. dent. Benno Jörß aus Kyritz

zum 80. am 1. September Dr. med. dent. Christa Krösche aus Zepernick

zum 75. am 2. September MR Dr. med. dent. Joachim Bohm aus Schwedt

zum 70. am 26. Sept.

zum 81. am 18. Oktober

zum 65. am 7. Oktober

ZÄ Karin Ollmann aus Falkensee

ZA Wolfgang Reinholz aus Brandenburg a. d. Havel

ZA Wolfgang Leder aus Kleinmachnow

zum 65. am 16. Sept.

zum 75. am 15. Oktober

zum 65. am 9. Oktober

ZÄ Anne-Beate Niels aus Kagel

ZÄ Edith Höpfner aus Potsdam

ZA Bernd Exner aus Cottbus

zum 65. am 21. Sept.

zum 70. am 1. Oktober

Dr. med. Hans-Erich Dreher aus Hangelsberg

Dr. med. dent. Ute Heinrich aus Blankenfelde

Dipl.-Stom. Doris Schmiedeck aus Dabendorf

zum 65. am 25. Sept.

zum 70. am 2. Oktober

ZÄ Melanie Sanden aus Eichwalde

Dr. med. dent. Rita Bahlig aus Rheinsberg

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zum 70. am 30. Oktober

zum 70. am 7. September

zum 85. am 10. Oktober

Dipl.-Stom. Karl Petzenberger aus Friedersdorf

ZÄ Gisela Gehrmann aus Groß Köris

ZBB Ausgabe 4/2010

MR Dr. med. Manfred Busse aus Spremberg

zum 65. am 21. Oktober

zum 65. am 24. Oktober Dipl.-Med. Gudrun Skuin aus Blankenfelde

zum 65. am 26. Oktober Dr. med. Michael Schindler aus Luckenwalde

zum 65. am 28. Oktober Dr. med. Sabine Kaube aus Senftenberg

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Verlagsseite

VOCO mit Qualitätsprodukten „Made in Germany“ zur Fachdental Leipzig 2010 VOCO, einer der international fĂźhrenden Hersteller von Dentalmaterialien „Made in Germany“, präsentiert auf der diesjährigen Fachdental Leipzig eine Reihe von Neuprodukten fĂźr verschiedene zahnmedizinische Indikationen. Dazu zählt vor allem eine ganz besondere Produktinnovation im Bereich der FĂźllungsmaterialien: GrandioÂŽ SO. Dieses universelle Nano-Hybrid-FĂźllungsmaterial fĂźr alle Kavitätenklassen erfĂźllt hĂśchste AnsprĂźche bei Restaurationen im Front- und Seitenzahnbereich. GrandioÂŽ SO eignet sich fĂźr FĂźllungen der Klassen I bis V, die Rekonstruktion traumatisch beschädigter Frontzähne, die Verblockung und Schienung von gelockerten Zähnen, Form- und Farbkorrekturen zur Verbesserung der Ă„sthetik, Kronenstumpfaufbauten und die Fertigung von Composite-Inlays. Weitere Infos: VOCO GmbH, Postfach 767, 27457 Cuxhaven, Germany,  www.voco.de; Stand-Nr. 340 auf der Fachdental Leipzig am 17./18. September.

Kräftig, erfrischend, minzig: Der „Neue“ sorgt fĂźr frischen Atem FĂźr Zahnarztpraxen ist der Tag der Zahngesundheit ein guter Anlass, ihren Patienten eine zahngesunde Freude zu machen: Verschenken Sie einen Zahnpegekaugummi zur Prophylaxe zwischendurch! Ab Mitte September 2010 gibt es wieder einen Neuzugang in der Wrigley’s Extra Professional-Reihe: Wrigley’s Extra Professional PolarFrisch mit kräftig erfrischendem Minz-Geschmack. Alle Wrigley’s Extra-Produkte sowie kostenlose PatientenbroschĂźren und Kinder-Comics sind exklusiv fĂźr Arztpraxen im Internet unter  www.wrigley-dental.de bestellbar. Alternativ kann per Fax unter 089/66 51 04 57 bestellt werden.

Plaque-Entfernung mit Schalltechnologie ist schonend zu Zähnen und Zahneisch Zähne putzen wie ein Pro – das ist auch ein Ziel fßr die häusliche Prophylaxe. Im Vorfeld der Ludwigsburger Sommer-Akademie hatten Experten einen Konsens zur elektrischen Mundhygiene formuliert: Mit ausgewählten, 52

in wissenschaftlichen Studien getesteten elektrischen ZahnbĂźrsten – etwa mit der Schalltechnologie der Philips Sonicare – kann eine grĂźndlichere Plaque-Entfernung als mit HandzahnbĂźrsten erreicht werden. Die Auswahl an elektrischen ZahnbĂźrsten ist groĂ&#x;, die Datenlage nicht immer Ăźberschaubar. Antworten auf diese Fragen gaben Experten bei der 17. Sommer-Akademie des Zahnmedizinischen Fortbildungszentrums Stuttgart. Parallel zu den Vorträgen gaben Dentalhygienikerinnen den Fachbesuchern eindrucksvolle Anregungen fĂźr die Prophylaxe-Schulung: In einer Live-Demonstration mit Patienten zeigten sie, wie die verschiedenen Hilfsmittel zur Mundpege optimal eingesetzt werden. Interessierte Fragen der ZuhĂśrer drehten sich hier auch um die innovative Schalltechnologie. Durch die Kombination von Frequenz und Amplitude der Philips Sonicare ist die Handhabung sehr komfortabel und zeigt dabei eine effektive Putzleistung. Um das Potenzial elektrischer ZahnbĂźrsten vollständig auszuschĂśpfen, ist eine Schulung der Anwender sinnvoll. Prof. Dr. Christof DĂśrfer, dr Klinik fĂźr Zahnerhaltungskunde und Parodontologie (Universitätsklinikum SchleswigHolstein, Campus Kiel), appellierte in einem Vortrag unter anderem an seine Kollegen, die Patienten nicht nur zu beraten, sondern Mundhygiene auch mit ihnen zu trainieren und den Trainingserfolg zu kontrollieren: „Hilfsmittel sind gut, bessere Hilfsmittel sind besser, aber entscheidend ist, mit welchem Bewusstsein und mit welcher Intention der Patient damit umgeht.“

Aktuelle Studienergebnisse zur Festigkeit von Lava Zirkonoxid Die Ergebnisse aktueller Studien der Universität Genf bestätigen nun einmal mehr, dass Lava Zirkonoxid von 3M ESPE eine Spitzenposition unter den Zirkoniumdioxiden einnimmt. Die herausragenden Materialeigenschaften werden erzielt, indem die Reinheit der Rohstoffe strengsten Kontrollen unterliegt und sämtliche Prozessschritte – von der Rohlingsverpressung bis zum Sinterprozess – sorgfältig aufeinander abgestimmt sind. Lava Zirkonoxid erreicht eine fast 1.200 MPa hohe Initialfestigkeit. Eine in den Untersuchungen nachweisbare hohe Ermßdungsresistenz weist auf eine bessere Langzeitfestigkeit von Lava Kronen und Brßcken hin. Weitere Informationen ßber:  www. 3m.com. ZBB Ausgabe 4/2010


21. Jahrgang

SIE HABEN FORMAT UND WIR HABEN DIE GRÖSSE, DIE ZU IHNEN PASST! im Zahnärzteblatt Brandenburg Kleinanzeigenteil Mindestgröße: 43 mm Breite x 30 mm Höhe Private Gelegenheitsanzeigen: Stellenangebote: Stellengesuche: Chiffregebühr:

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HERAUSGEBER: Kassenzahnärztliche Vereinigung Land Brandenburg, Helene-Lange-Str. 4-5, 14469 Potsdam Landeszahnärztekammer Brandenburg, Hausanschrift: Parzellenstraße 94, 03046 Cottbus Postanschrift: Postfach 100722, 03007 Cottbus

Rainer Linke (verantwortlich) Christina Pöschel Telefon: 0331 2977-0 / Fax: 0331 2977-318 E-Mail: christina.poeschel@kzvlb.de Internet: http://www.kzvlb.de

FÜR DIE LZÄKB REDAKTION: Maria-Luise Decker (verantwortlich) Jana Zadow Telefon: 0355 38148-0 / Fax: 0355 38148-48 E-Mail: jzadow@lzkb.de Internet: http://www.lzkb.de gemeinsames Internetportal: http://www.zahnaerzte-in-brandenburg.de

REDAKTIONSBEIRAT:

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Zahnärzteblatt Brandenburg

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Anzeigenschluss: am 20. des Vormonats

KZV LB: Dr. Gerhard Bundschuh, Dipl.-Stom. Sven Albrecht, Raimar Köster, Dr. Loretta Geserich LZÄKB: Dipl. -Stom. Jürgen Herbert, Dr. Eberhard Steglich

HINWEIS DER REDAKTION: „Zahnarzt“ ist die formelle Bezeichnung gemäß Zahnheilkundegesetz. Im Interesse einer leichteren Lesbarkeit wird auf die weibliche bzw. männliche Form der Berufsbezeichnung verzichtet. Das gleiche gilt für die Berufsbezeichnungen „Zahnmedizinische Fachangestellte“, „Zahnmedizinische Verwaltungsassistentin“, „Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin“, „Zahnmedizinische Fachassistentin“ und „Dentalhygienikerin“.

FOTOS UND ILLUSTRATIONEN: AZHK, Birgri Dohlus, Cornell Dorr, Gundula Feuker, Christina Pöschel, Grit Tautenhahn, Christian Olesch, Jana Zadow, Dr. Paul Zorn Das Zahnärzteblatt beinhaltet zugleich amtliche Mitteilungen gemäß § 25 der Hauptsatzung der LZÄK Brandenburg. Zuschriften redaktioneller Art bitten wir nur an die Herausgeber zu richten. Für unverlangt eingesandte Manuskripte übernehmen wir keine Haftung. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Leserbriefe gekürzt zu veröffentlichen. Gezeichnete Artikel, Anzeigen und Leserbriefe geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Nachdruck der in dieser Zeitschrift veröffentlichen Beiträge ist nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet. Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Mit Ausnahme der gesetzlich zulässigen Fälle ist eine Verwertung ohne Einwilligung des Verlages nicht erlaubt.

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Anzeigen: Samira Rummler Telefon 030 - 761 80-663 Fax: 030 - 761 80 693 rummler@quintessenz.de

ZBB Ausgabe 4/2010

ISSN 0945- 9782 Die Zeitschrift erscheint sechs Mal im Jahr, Erscheinungstermin ist jeweils der 20. des geraden Monats. Die Zeitschrift wird von allen Brandenburgischen Zahnärzten im Rahmen ihrer Mitgliedschaft zur Landeszahnärztekammer bezogen. Der Bezugspreis ist mit dem Mitgliedsbeitrag abgegolten. Bezugsgebühr: jährlich 19,– € zzgl. Versandkosten Einzelheft 3,– €. Bestellungen werden vom Verlag entgegengenommen. Die Kündigungsfrist für Abonnements beträgt 6 Wochen zum Ende des Kalenderjahres.

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