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Zahnärzteblatt

BRANDENBURG OFFIZIELLES MITTEILUNGSBLATT FÜR DIE ZAHNÄRZTE IM LAND BRANDENBURG

Abgelehnt Kammer und KZV machen sich im Land stark gegen Selektivverträge S. 3, 6 und 8

Vertiefend Abrechnungsfähigkeit der Metallbasis mit Festzuschüssen im Visier vieler Fragen S. 24

Werbend „Sommeraktion“ – auch Werbung hat ihre berufsrechtlichen Grenzen S. 28

Nachgefragt Pegebedürftige Patienten werden gut versorgt S. 14 Ausgabe 2

April 2010


Die Seite 3

Gemeinsam gegen individuelle Selektivverträge tung unseres Berufsstandes und zur Schwächung unserer kollektiven Verhandlungs- und Vertragsposition. Mein Vater, auch Zahnarzt, berichtete mir aus der Zeit, als es den sicheren Hort KZV noch nicht gab, mit welchen unlauteren Knebelverträgen einzelne Krankenkassen Zahnärzte an sich banden und ihnen somit ihre Vertragsbedingungen diktierten. Wollen wir diese Bedingungen wieder?

Autor: Dr. Gerhard Bundschuh, Vorstandsvorsitzender der KZVLB

Die Mitglieder der Vertreterversammlung der KZV Land Brandenburg haben für sich beschlossen, keine individuellen Selektivverträge abzuschließen – und das ist gut so. Wir werden uns der geltenden Gesetzeslage nicht verschließen können, doch gilt es Schaden für die vertragszahnärztliche Versorgung durch Selektivverträge abzuwehren.

Kollektive Ergänzungsverträge, durch die Interessenvertretung der Vertragszahnärzte – nämlich der KZV – als kompetenten und gleichberechtigten Vertragspartner der Krankenkassen abgeschlossen, bedeuten einen Zugewinn für alle Vertragszahnärzte. Diese kollektiven Ergänzungsverträge müssen für alle Kollegen Natürlich hat die Politik ganz bewusst den offen sein; jeder kann sich gegebenenfalls beteiligen, aber niemand muss Krankenkassen einen Weg geebes. Die Eingangsschwellen solnet, mit einzelnen Zahnärzten Die KZV Verträge abzuschließen. Durch ein starker Partner len möglichst niedrig sein. Eine immanente Voraussetzung derdiese Verträge versuchen die der Zahnärzte artiger kollektiver ErgänzungsKrankenkassen, ihre individuellen Vertragspartner an sich zu binden und lö- verträge ist der Erhalt der Freiberuichkeit in sen sie aus deren kollektivvertraglicher Sicher- unternehmerischer Selbstbestimmung. heit heraus. Somit begeben sich die Zahnärzte, die solche Verträge eingehen, in eine direkte Der Vertragszahnarzt unterliegt einem großen Irrtum, wenn er meint, allein mit den KrankenAbhängigkeit einzelner Krankenkassen. kassen wirklich gute Verträge aushandeln zu Nur die Geschlossenheit unseres Berufsstan- können. Nur unter dem Dach und Schutz der des ist für die einzelnen Zahnärztinnen und verlässlichen körperschaftlichen InteressenZahnärzte die Sicherheit für eine freiheitliche vertretung KZV lassen sich nutzbringende VerBerufsausübung. Daneben bergen individuelle träge für unsere Zahnärztinnen und Zahnärzte Selektivverträge die Gefahr von Preisdumping aushandeln. Niemand sollte dies leichtfertig und ruinösem Wettbewerb. Sie führen zur Spal- aufs Spiel setzen! Schon im Dezember 2007 haben die Delegierten der Vertreterversammlung der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Land Brandenburg (KZVLB) alle Kolleginnen und Kollegen aufgerufen, keine individuellen Selektivverträge mit Krankenkassen abzuschließen.

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Inhalt

Die Seite 3 GEMEINSAM gegen individuelle Selektivverträge

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Glosse „HERR Ober, die Validierungsunterlagen bitte!“

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Berufspolitik Seite 8 – Bericht von der Kammerversammlung am 27. März in Motzen: Selektivverträge werden auch hier abgelehnt

Seite 14 – Umfrage zur Betreu-

WER hat Angst vorm schwarzen Mann? DIE Kammer lehnt Selektivverträge rigoros ab GESUNDHEITSKOSTEN vom Lohn entkoppeln NEUORDNUNG des Arzneimittelmarktes entlastet GKV UMFRAGE: Immobile Patienten werden versorgt

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Fortbildung „JUNGE Alterspatienten“ zahnärztlich betreuen KRISE oder Chance für Bedürftige? AUS der Praxis für die Praxis DAS Pfaff mit zusätzlichem Phantomraum HALBES Jahr Wartezeit hat sich gelohnt

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Privates Gebührenrecht BERECHNUNGS-TIPPS aus dem GOZ-Referat

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Abrechnung FRAGEN und Antworten zur Abrechnung

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Praxis MELDEPFLICHTEN für dentales Röntgen einhalten

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Recht & Steuern „SOMMERAKTION“? Werbung hat ihre Grenzen AUTORADIO: Für Selbstständige gebührenpichtig SENKUNG der Künstlersozialabgabe ab 2010 DEBATTE um ein „Patientenrechtegesetz“

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Aktuelles NACHRICHTEN aus dem Partnerland Westfalen-Lippe PROF. Beske stößt Priorisierungsdebatte an SÜSSES Gift mit Nach- und Nebenwirkungen ZAHNÄRZTEVERBAND feierte den 20. Geburtstag VORSTANDSVIZE Schmidt feierte seinen 60.

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Termine WIR trauern um unsere Kollegen DGMZK-FOTOWETTBEWERB 2010: „Freude am Beruf“ WIR gratulieren ganz herzlich zum Geburtstag

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Wissenswertes 1951 „springende Gene“ vorgestellt

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Inhaltsverzeichnis Jahrgang 20/2009 Impressum Verlagsseite

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ung der Senioren im Land ausgewertet und weitere Beiträge zur Alterzahnheilkunde

Seite 21 – Bericht einer Teilnehmerin der Strukturierten Fortbildung Implantologie am Philipp-Pfaff-Institut

Seite 38 – Ein Empfang zum 60. für Thomas Schmidt mit positiven Folgen für eine Kirche auf der Insel Rügen

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Glosse

Schön anzusehen – aber unter den Gesichtspunkten neuester hygienischer Anforderungen an Restaurants auch rechtens???

„Herr Ober, die Validierungsunterlagen bitte!“ Auch in der Gastronomie gilt jetzt die neue RKI-Richtlinie zur Aufbereitung von Tellern, Essbesteck, Trinkgläsern und Sushistäbchen ... Ok, es ist eine Glosse. Schmunzeln Sie deshalb gemeinsam mit zwei Zahnärzten, die sich so ihre Gedanken gemacht haben. Autoren: Dr. Helmut Pfeffer und Konstantin von Laffert, Hamburg Lippenstift am Proseccoglas? Eingetrocknete Reisreste am Sushibesteck? Polentakrümel an der Auaufform? Das ist Vergangenheit! Denn nach den Zahnarztpraxen hat sich das Robert Koch Institut (RKI) jetzt auch die Dönerbude an der Ecke, den Italiener beim Mittagstisch und den Chinesen beim Tierheim vorgeknöpft. Das Gastronomieproduktezertifizierungserneuerungsgesetz (GastprodzerternGes) sorgt endlich dafür, dass die unruhige Nacht nach dem hastigen Genuss von „Spaghetti Vongole“ in der Mittagspause passé ist. Konkretisiert durch die Küchenprodukteüberwachungsbetreiberverordnung (KüchprodübetrV) hat die Validierung von Aufbereitungsprozessen endlich auch in der Geschirraufbereitung Einzug gehalten. Thermologger in Spülmaschinen, Chemoindikatoren Klasse 14 bei der Sterilisation von kritischem Besteck (Sushi ist roher Fisch!!!) und Desinfektionsmittelspender an jedem Tisch im Gastraum sind seit 1. April 2009 Standard. ZBB Ausgabe 2/2010

Sehr ansprechend auch die neue OP-Schleuse im 5-Sterne-Restaurant an der Alster; nur die Damen waren aufgrund der bakteriostatischen Überpuschen für ihre Pumps etwas irritiert. Ordnung muss aber leider sein, es hilft ja nichts. Revolutionär ist darüber hinaus die nagelneue Risikobewertung des geneigten Restaurantgastes. Der Sulcusblutungsindex (SBI) ist das Mindeste, was der Kellner verlangen kann, oder? Auch eine Bescheinigung über die letzte professionelle Zahnreinigung sollte bei Tischbestellung mitgefaxt werden, um nicht in den streng isolierten Teil des jeweiligen Etablissements für Patienten der Risikoklassen „kritisch A“ und „kritisch B“ abgeschoben zu werden. Wer möchte dort schon vom Kellner im Ganzkörperkondom unter gemütlichen OP-Leuchten mit automatischer Steriliumdusche aus der Sprinkleranlage nach jedem Gang speisen? Gesetz ist nun mal Gesetz.

Die Autoren sind beide Vorstandsmitglieder der Zahnärztekammer Hamburg. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung aus dem „Hamburger Zahnärzteblatt 3-2010“.

Seien Sie also vernünftig und führen Sie besser auch zum schnellen Kaffee beim Bäcker an der Ecke Ihr orales Antibiogramm mit. 5


Berufspolitik

Die Öffentlichkeitsarbeiter von Kammern und KZVen diskutierten sehr engagiert zum Thema „Selektivverträge“

Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? Zum Thema „Selektivverträge in der zahnmedizinischen Versorgung“ trafen sich die Länderpressereferenten von Kammer und KZV am 19. und 20. Februar in Frankfurt am Main. Die Standespolitik ist noch auf der Suche nach einem Konsens.

Autor: Sven Albrecht, Templin

Sven Albrecht

Krankenkassen können bereits seit Inkrafttreten des GKV-WSG im Jahr 2007 Verträge über besondere ambulante Versorgung gesetzlich Krankenversicherter nach §73c SGB V schließen. Bis zum Frühjahr 2009 wurden zunächst nur regional wirksame Selektivverträge bzw. solche zwischen Krankenkassen mit geringem Marktanteil und kleinen Zahnärztegruppen abgeschlossen. Mit dem seit Sommer 2009 auf dem Markt bendlichen Selektivvertragsangebot der DAK/lndento GmbH hat sich die Situation aber geändert. Eine der größten bundesweit agierenden Kassen hat sich in das Selektivvertragsgeschäft für den zahnärztlichen Bereich eingeschaltet. Andere mitgliederstarke Kassen könnten aus Wettbewerbsgründen bald mit ähnlichen Angeboten an den Markt gehen. Schnell würde dann die Zahl der Patienten rapide ansteigen, denen sich die Option eines selektivvertraglich unterlegten Einschreibemodells zur zahnärztlichen Versorgung bietet. Mehr noch: Auch für private Krankenversicherer könnte der Weg

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zu selektivvertraglichen Regelungen über die Öffnungsklausel einer novellierten GOZ bald frei sein. Vor diesem Hintergrund versuchten die Tagungsteilnehmer herauszuarbeiten, welche Antworten die zahnärztliche Berufspolitik auf die Herausforderungen der neuen Versorgungsformen hat und wie diese kommuniziert werden können.

Ist und bleibt eine Mogelpackung Als erster Redner trat der Vorsitzende des Vorstandes der KZBV, Dr. Jürgen Fedderwitz, an das Rednerpult und erläuterte die aktuelle Situation auf Bundesebene. Er stellte die Selektivverträge als „Mogelpackung“ dar, da versprochene Mehrleistungen nicht durch zusätzliche Mittel nanziell abgesichert würden, sondern nur durch interne Verteilungsmechanismen realisiert werden könnten. Unterm Strich bezahlen in der Regel also die Zahnärzte die Zeche. Trotz dieser Tatsachen kann von einem Konsens in der Standespolitik zu diesem Thema jedoch noch nicht die Rede sein. KZVen mit ablehnender Haltung stünden auch proaktive KZVen (wie Westfalen-Lippe, Bayern, Baden-Württemberg) gegenüber, die bereits SeZBB Ausgabe 2/2010


Berufspolitik

lektivverträge abgeschlossen haben oder sich in Verhandlungen benden.

Einigkeit gegen jede Art von Selektivverträgen erforderlich

Mehr Leistung = mehr Honorar

Am zweiten Konferenztag hielten sowohl der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Peter Engel, als auch sein Stellvertreter, Dr. Dietmar Oesterreich, Plädoyers kontra Selektivverträge. Dr. Engel ging dabei einleitend zwar auf die Möglichkeit der Selektivverträge in der PKV (Öffnungsklausel) ein, wo die Versicherer natürlich ebenfalls Einsparpotentiale wittern, sprach sich aber im Verlauf seiner Rede eindeutig gegen jede Art von Selektivverträgen sowohl in der PKV als auch in der GKV aus. Durch die weiter voranschreitende Konzentrierung der Krankenkassen, einen wachsenden Gesundheitsmarkt, auf dem immer mehr marktfremde Kräfte (Managementgesellschaften) an Einuss gewännen, laufen die Zahnärzte Gefahr, zum Spielball der Kräfte zu werden, wenn es ihnen nicht gelingt, Einigkeit an den Tag zu legen.

Auf diese Verträge ging dann auch Dr. Wolfgang Eßer, Stellv. Vorsitzender des Vorstandes der KZBV, ein. Er stellte die Frage nach der Denition der Selektivverträge an den Anfang seiner Ausführungen und unterschied dabei zwischen den von KZVen initiierten sogenannten Addon-Verträgen und eigentlichen Selektivverträgen. Während er für die Selektivverträge negative Auswirkungen im Mikrobereich (einzelner Zahnarzt) und im Makrobereich (Vertragshoheit KZVen, Spaltung der Zahnärzteschaft) herausstellte, konnte er den „Add-on“-Verträgen, also Ergänzungs- zu bestehenden Kollektivverträgen, durchaus auch positive Seiten abgewinnen. Hier müsse dringend eine Verständigung für den Abschluss solcher Verträge erfolgen. Kriterien könnten nach Meinung von Dr. Eßer unter anderem sein: • reine Add-on-Verträge • keine Einschränkung der Therapiefreiheit • zusätzliches Honorar für zusätzliche Leistungen • keine Eingriffe in die private Liquidation • keine Verträge mit „Schuldnerkassen“

Reine monetäre Interessen Nach der Standespolitik ergriff mit Jochen Gabriel, Gruppenleiter zahnärztliche Leistungen bei der DAK, die „Gegenseite“ das Wort. In einer nicht zu erwartenden Offenheit ließ er keinen Zweifel daran, dass beim Abschluss von Selektivverträgen die Krankenkassen weder die Steigerung der Qualität der zahnärztlichen Versorgung noch das Wohl ihrer Patienten – oder wie Gabriel sagte: „ihrer Kunden“ – im Auge haben, geschweige denn eine gerechtere Honorierung der Zahnärzte interessiert. Einzig und allein zählt die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und damit die zusätzliche Akquirierung neuer „Kunden“ – rein monetäres Interesse. Fragt sich, ob dies mit einer Körperschaft des öffentlichen Rechts vereinbar ist und wo eigentlich noch der Unterschied zur Privaten Krankenversicherung liegt. ZBB Ausgabe 2/2010

Ärzte haben andere Erfahrungen Genau die gegensätzliche Meinung vertrat abschließend Dr. Werner Baumgärtner, Vorsitzender des MEDI-Verbundes (größter deutscher Ärzte-Praxisverbund). Er sah überwiegend positive Seiten bei den Selektivverträgen, die durch seinen Verbund abgeschlossen wurden, machte aber auch deutlich, dass ein direkter Vergleich mit der Zahnärzteschaft nicht möglich sei. Erstens sei die Gruppe der Zahnärzte wesentlich homogener als die der Ärzte, und zweitens erzielen die Zahnärzte bereits jetzt etwa 50 Prozent ihres Umsatzes im privaten Bereich. In der abschließenden Diskussion wurde leider noch einmal die uneinheitliche Auffassung der Konferenzteilnehmer zu Selektivverträgen deutlich, wobei allerdings ablehnende Stimmen bei weitem überwogen. Bleibt zu hoffen, dass sich die Zahnärzteschaft doch noch auf einen Konsens einigt oder zumindest auf Kriterien für Zusatzverträge. 7


Berufspolitik

Die Kammer lehnt Selektivverträge rigoros ab Aktuelle berufs- und gesundheitspolitische Entwicklungen standen im Mittelpunkt der ersten Kammerversammlung des Jahres 2010. Darüber hinaus ging es um den Jahresabschluss für 2009 und die Geschäfte des Fortbildungsinstitutes Philipp Pfaff Berlin. Autorin: Anja Saller, 4iMEDIA Leipzig

Foto links: Dipl.-Stom. Jürgen Herbert (l.),

Nach knapp sechs Monaten unter der neuen brandenburgischen Landesregierung war es für die Zahnärzte an der Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. Die Gelegenheit dazu nutzte der Präsident der Landeszahnärztekammer Brandenburg (LZÄKB), Dipl.-Stom. Jürgen Herbert, vor den Kammerversammlungsmitgliedern, die sich am 27. März zu ihrer Frühjahrstagung in Motzen trafen. Eher abwartend – so beschrieb er die Landes- und Bundespolitik der vergangenen Wochen, wobei sich langsam etwas tut: „Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler hat ganz aktuell ein Eckpunktepapier zur nachhaltigen Neuordnung des Arzneimittelmarktes vorgestellt. Dieses hat doch viele überrascht: Jetzt ist es an der Pharmaindustrie, nachzuweisen, dass die neu entwickelten Medikamente besser wirken als bestehende“, verkündete der Kammerpräsident, der bereits mit dem Minister persönlich sprechen konnte.

Präsident der LZÄKB, sowie Vizepräsident Dr. Eberhard

Politische Antrittsbesuche

Steglich. Foto rechts: Geschäftsführerin Maria-Luise Decker (l.) im Gespräch mit Katrin Küster, Vertreterin der Aufsichtsbehörde für die LZÄKB.

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„Er macht auf mich einen kompetenten, lernfähigen und innovativen Eindruck. Ich denke, wir kommen bei unterschiedlichen Fragen zu schnellen Ergebnissen, was ganz klar unser Ziel sein muss.“ Ähnlich wie mit Bundespolitikern gestaltete sich auch der erste Kontakt mit den Landesvertretern nach der Wahl posi-

tiv, wie Jürgen Herbert berichtete. „Unsere Anträge aus der jüngsten Kammerversammlung zur Ost-West-Honorarangleichung und zum Bürokratieabbau liegen im brandenburgischen Gesundheitsministerium vor; erste Gespräche mit Ministerin Anita Tack und Staatssekretär Dr. Heinrich-Daniel Rühmkorf wurden geführt. Auch hier, so el mir auf, ist Sachpolitik gefragt“, resümierte der Präsident. Beim Thema Entbürokratisierung ist Bewegung sichtbar: die Zahnärzte erhielten eine Handlungszusage bei der Abfallentsorgung. Einen Antrittsbesuch gab es zudem bei der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Dr. Martina Münch, in deren Wirkungsbereich die Approbationsordnung fällt. „Auch dort sind wir auf offene Ohren gestoßen, wobei wir unter anderem die Weiterbildung in der Kieferorthopädie und das notwendige Klinikjahr angesprochen haben. Es zeigte sich, dass aus nanzieller Sicht eine eigene medizinische Fakultät in Brandenburg wohl ein Wunschtraum bleiben wird, aber die Diskussion darüber ist noch nicht beendet“, informierte Jürgen Herbert, der in seinem Bericht darüber hinaus die Themen elektronische Gesundheitskarte sowie die Honorarordnung der Zahnärzte (HOZ) und die Novellierung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) ansprach. Auf kein Verständnis stoßen die Selektivverträge, zu denen sich einige wenige Zahnärzte

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Berufspolitik

derzeit „hinreißen lassen“. „Noch schlimmer ist es allerdings, wenn Kassenzahnärztliche Vereinigungen solche Verträge eingehen. Ein derartiges Vorgehen ist für mich nicht nachvollziehbar“, betonte Jürgen Herbert und stieß dabei auf die breite Zustimmung aller anwesenden Kammerversammlungsmiglieder.

Zahnärzte kommunizieren gut Vizepräsident Dr. Eberhard Steglich griff die Problematik in seinem Bericht ebenfalls auf, da wortlich. In ihrem Bericht stellte sie den Zahndie Selektivverträge in der jüngsten Koordinie- ärzten kurz den durch die LZÄKB erstellten rungskonferenz der Öffentlichkeitsreferenten „ZahnRat“ Nr. 66 vor, der sich mit dem imin Frankfurt am Main eine wesentliche Rolle mobilen Patienten beschäftigt und Ende März spielten (lesen Sie dazu bitte den vorherge- an die Praxen versandt wird. „Ich denke, wir henden Beitrag „Wer hat Angst vorm schwar- haben das Thema gut auf den Punkt gebracht zen Mann?“). „Die Verträge fallen letztlich nicht und den Bedarf an einer umfangreichen Verzugunsten des Zahnarztes aus, weil er es ist, sorgung und Betreuung gezeigt“, meinte das der stets draufzahlt“, meinte Dr. Steglich, in Vorstandsmitglied. Um einen Überblick über dessen Tätigkeitsbereich neben der Öffentlich- die tatsächliche Situation in Brandenburg zu keitsarbeit auch das Berufsrecht, die Schlich- erhalten, hat die Kammer eine Umfrage unter tung und das Gutachterwesen fallen. Wenige den Zahnärzten durchgeführt und gefragt, ob Streitigkeiten zwischen Patient und Zahnarzt, und in welchem Umfang sie immobile Patienten aber auch unter Kollegen erreichen die Kam- betreuen (lesen Sie dazu bitte den Beitrag auf mer, was „für eine gute Qualität der Kommu- Seite 14). Bettina Suchan resümierte: „Fakt ist, nikation zwischen den Zahnärzten spricht“, so dass ein großer Handlungsbedarf vorhanden der Vizepräsident. Generell könne man mit der ist. Wir können jedoch nur in Zusammenarbeit Anzahl der Schlichtungsfälle mehr als zufrie- mit den Heimen eine bessere Versorgung erden sein, da die Notdienstbeschwerden eben- reichen.“ Als neueste Nachricht von der Grupfalls rückläug seien. penprophylaxe konnte Bettina Suchan vermelden, dass ab diesem Jahr – nach zähem Ringen Erfreuliches konnte auch Vorstandsmitglied mit den Krankenkassen – die Kleinkinder unter Thomas Schwierzy den Mitgliedern der Kam- zwei Jahren ebenfalls in das Prophylaxepromerversammlung berichten: Seit Ende 2009 gramm aufgenommen sind. Die gruppenproliegt die neue Version des Zahnärztlichen Pra- phylaktische Betreuung, die im Land BrandenxisManagementSystems (Z-PMS) in den bran- burg fast ausschließlich durch den Öffentlichen denburgischen Praxen vor. „Wir haben bereits Gesundheitsdienst erfolgt, erreicht einen Besehr viel positive Resonanz darauf erhalten. treuungsgrad von 84 Prozent aller prophylaxeUm die Zahnärzte mit dem Thema Qualitäts- berechtigten Kinder und Jugendlichen. management noch vertrauter zu machen, werden Fortbildungsveranstaltungen durchge- Sinkende Ausbildungszahlen in führt, wobei wir bislang etwa 760 Teilnehmer Brandenburg über das Thema informierten“. Wie es um den Fachkräftenachwuchs für die Zahnarztpraxen bestellt ist, darüber sprach Immobile Patienten: ZusammenDr. Thomas Herzog in seinem Bericht. Nicht arbeit mit den Heimen ist gefragt zu leugnen sei es, dass die Ausbildungszahlen Für den Bereich Prävention und Prophylaxe in Deutschland für den Beruf der Zahnmedizeichnet Dipl.-Stom. Bettina Suchan verant- zinischen Fachangestellten (ZFA) rückläug ZBB Ausgabe 2/2010

Dr. Thomas Herzog, Dipl.-Stom. Bettina Suchan, Thomas Schwierzy (v.l.n.r.)

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Berufspolitik

Dr. Eckehart Schäfer stellte zum Jahresabschluss einige Nachfragen zur Verständigung – konzentriert folgten die insgesamt 31 anwesenden Kammerversammlungsmitglieder der gesamten Tagung.

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sind, und das trifft mittlerweile auch auf den Fortbildungscurricula bei brandenburgischen Kammerbezirk zu. „Mo- Teilnehmern beliebt mentan benden sich 143 Lehrlinge im ersten Ausbildungsjahr – das sind 13 weniger als im Mit Dr. Thilo Schmidt-Rogge begrüßten die Vorjahr. Bemerkbar macht sich das schließlich Zahnärzte einen Gast der Versammlung, der auch in der Fortbildung, denn dort konnten im den Mitgliedern wie bereits im vergangenen Jahr 2009 weniger Abschlüsse zur Zahnmedi- Jahr einen Einblick in die Arbeit des Philippzinischen Prophylaxeassistentin (ZMP) gezählt Pfaff-Institutes gab. Der Geschäftsführer bewerden, als es in den Vorjahren der Fall war“, richtete von gleichbleibenden Teilnehmererläuterte das Vorstandsmitglied. Warum im- zahlen in den vergangenen beiden Jahren und mer weniger Jugendliche sich für die Arbeit zeigte, welche Fortbildungsveranstaltungen in einer Zahnarztpraxis entscheiden, hat laut von besonderem Interesse waren. So gab es Dr. Herzog unterschiedliche Ursachen. „Zum 2009 einen enormen Anstieg der Teilnehmer einen führt der demograsche Wandel dazu, bei den Curricula, die meist über mehrere Wodass immer weniger Schulabgänger zur Ver- chenenden laufen. fügung stehen. Andererseits sind nicht alle Jugendlichen in der Lage, die Voraussetzungen „Erfreulich ist, dass wir immer weniger Kurse für eine Ausbildung zur ZFA zu erfüllen.“ aufgrund zu weniger Teilnehmer absagen müssen. Zudem sind die Veranstaltungen gut beKammerversammlung erteilte Ent- sucht“, sagte Dr. Schmidt-Rogge, der zudem zwei neue Curricula zu den Themen Ästhetilastung für Jahresabschluss 2009 sche Zahnmedizin und Alterszahnheilkunde Auf der Tagesordnung der Frühjahrskammer- vorstellte, welche in diesem Jahr beginnen. versammlung stand auch der Jahresabschluss Mehr Fortbildungsveranstaltungen heißt al2009. Dr. Claus-Werner Eichelberger, der Vor- lerdings mehr Platzbedarf. Deswegen hat das sitzende des Finanzausschusses der Kammer, Institut neue Räumlichkeiten im Axel-Springererläuterte einzelne Positionen der Rechnung Haus in Berlin angemietet. „Dort verfügen und bescheinigte dabei der LZÄKB einen be- wir seit etwa einem Monat über einen neuen ständigen Haushalt und eine solide Planung. Phantomraum mit 21 Arbeitsplätzen.“ (Mehr „Die Vermögens- und Ertragslage ist geordnet zur Einweihung des Phantomraumes lesen und die Grundsätze der sparsamen Haushal- Sie auf Seite 20 dieses Zahnärzteblattes – die tung wurden eingehalten“, so Dr. Eichelberger, Red.) Der Geschäftsführer bat zugleich um die der damit die Jahresrechnung zur Beschluss- Mithilfe der Kammerversammlungsmitglieder: fassung stellte und um Entlastung des Vor- „Wir planen gerade unser neues Fortbildungsstandes bat. Die Kammerversammlung folgte programm und freuen uns auf Ihre inhaltlichen Anregungen und Ideen.“ dem Antrag des Finanzausschusses.

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Berufspolitik

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler vor Gästen des BDI in Berlin

Gesundheitskosten vom Lohn entkoppeln Auf einer BDI-Veranstaltung mit Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler am 23. März in Berlin ging es um Eckpunkte für ein neues Gesundheitssystem. In vielen Punkten vertraten Verband und Minister die gleichen Positionen. Autorin: Christina Pöschel Öffentlichkeitsarbeit der KZVLB Noch liegt kein Konzept für eine bevorstehende Gesundheitsreform vor, trotzdem hagelt es schon von allen Seiten Kritik. Kern der Vorwürfe ist die Behauptung, feste Beiträge für die Krankenversicherung seien ungerecht. Menschen, die ein einem solchen System staatliche Unterstützung beantragen müssten, würden zu Bittstellern degradiert. Außerdem sei das Ganze unnanzierbar. Der Bundesverband der Deutschen Industrie hat unter dem Titel „Stabilität und Wachstum: Für eine starke Gesundheitswirtschaft in Deutschland“ ein Thesenpapier veröffentlicht, in dem er den Einstieg in ein wettbewerblich organisiertes Gesundheitssystem fordert. In einem Forum mit Gesundheitsminister Dr. Philipp Rösler diskutierten am 23. März 2010 Parlamentarier und Wirtschaftsvertreter alternative Finanzierungskonzepte, die dem demographischen Wandel standhalten und die Gesundheitswirtschaft zu einem Wachstumsmarkt machen sollen. 12

Auch wenn er sich keinerlei konkrete Aussagen zur bevorstehenden Gesundheitsreform entlocken ließ, unterscheiden sich die Ansätze des Bundesgesundheitsministers grundsätzlich von denen seiner Vorgängerin. Das Thema „Gesundheitspolitik“ hat für Rösler eine starke wirtschaftliche Komponente. Er will Schluss machen mit der Planwirtschaft, die nicht die Leistung belohnt, sondern diejenigen Akteure, die sich besonders gut im komplizierten Regelwerk zurechtnden. Statt der immer weiter ausufernden Bürokratie, die das jetzige System kontrolliert, setzt er auf mehr Transparenz, aber auch auf mehr Wettbewerb. Das Ziel lautet: Deutschland als Kompetenzzentrum für Gesundheit. Rösler möchte mit der nächsten Gesundheitsreform die erfolglosen Reformbemühungen der Vergangenheit beenden, die meist so aussahen, dass etwa alle drei Jahre eine neues Jahrhundertwerk zur Kostendämpfung verabschiedet wurde, das kaum mehr brachte, als noch höhere Kosten. Das heutige Gesundheitssystem betrachtet er als einen Fremdkörper innerhalb der sozialen Marktwirtschaft und sieht keinen ZBB Ausgabe 2/2010


Berufspolitik

Sinn, weiter daran herumzudoktern. Überholt ist aus seiner Sicht weitaus mehr als die Lohnanbindung als einzige Einnahmequelle, die es konjunkturabhängig und anfällig für Krisen macht. Wenn man den Faktor Arbeit nicht weiter belasten möchte, ist die einzig mögliche Schlussfolgerung: „entkoppeln“, weil ansonsten jede Entwicklung des Gesundheitssystems die Arbeit verteuert. Ein innovativer, auf Wachstum ausgerichteter Gesundheitsmarkt, der nicht gedrosselt und totreguliert wird, soll entstehen. Mit diesen Vorstellungen bendet sich der Gesundheitsminister voll auf der Linie des BDI. Bleibt jedoch die Frage nach der Finanzierung. In das heutige System haben sich viele Ungerechtigkeiten eingeschlichen. So zahlen zum Beispiel mehrere Normalverdiener einer Familie weitaus mehr in die gesetzliche Krankenversicherung ein, als ein Alleinverdiener mit hohem Einkommen, dessen nicht arbeitende Ehepartnerin sowie die Kinder beitragsfrei versichert sind.

Die bayerische Wirtschaft hat in einem Prognos-Gutachten eine Berechnung über die Finanzierung der Krankenversicherung durch einen festen Beitrag für alle Mitglieder anstellen lassen. Darin soll der soziale Ausgleich aus Steuermitteln bewerkstelligt werden. Laut dieser Studie werden bei einem pro-Kopf-Beitrag von 130 Euro 12,34 Milliarden Euro als Transfers für den Ausgleich benötigt, weitaus weniger also als die vielfach behaupteten 20 oder 30 Milliarden. Die dadurch gleichzeitig ausgelösten Veränderungen bei der Einkommenssteuer bringen wiederum zusätzliche Milliarden in die Steuerkassen, so dass die Belastung für den Ausgleich geringer ausfallen dürfte.

Das Thesenpapier des BDI ist nachzulesen unter: www.bdi.eu

Gelingt das Vorhaben von Gesundheitsminister Dr. Rösler, wird das Gesundheitssystem neu geordnet. Mit der Zustimmung der Opposition kann er dabei wohl nicht rechnen. Sie wird mit aller Macht versuchen, Röslers Pläne zu vereiteln. Grüne und SPD stimmen schon jetzt lautes Protestgeschrei an, obwohl eine Reform noch nicht in Sicht ist.

Neuordnung des Arzneimittelmarktes entlastet GKV (zm online). Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat die mit der Koalition abgestimmten Eckpunkte zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes vorgestellt. Preise seien künftig Verhandlungssache. „Erstmals können die Pharmaunternehmen die Preise für neue Arzneimittel nicht mehr einseitig bestimmen“, sagte Rösler in Berlin. Alle neuen und innovativen Medikamente stünden sofort für die Patienten zur Verfügung. Gleichzeitig solle auch dafür gesorgt werden, dass die Arzneien in Zukunft bezahlbar bleiben. Rösler: „Damit haben wir die notwendige Balance gefunden zwischen Innovationsfähigkeit und Bezahlbarkeit.“ Laut BMG müssen künftig die Pharmaunternehmen mit eigenen Studien den Nutzen für alle neuen innovativen Arzneimittel nachweisen. Dies werde von GBA und IQWIG geprüft. Damit hätten die Krankenkassen eine solide Grundlage für Preisverhandlungen. ZBB Ausgabe 2/2010

Sie könnten die Preise der Arzneimittel für ihre Versicherten auch eigenständig mit den Unternehmen verhandeln. Rösler: „Das ist ein weiterer bedeutender Schritt zu einem dezentralen und patientenorientierten Gesundheitsmanagement der Krankenkassen für ihre Versicherten.“ Betroffen von dem Maßnahmenbündel seien patentgeschützte Arzneimittel und Generika. Zu dem Paket gehörten zeitlich befristete Sparmaßnahmen wie langfristige Strukturveränderungen. So erhielten Patienten beispielsweise die Möglichkeit, im Rahmen einer Mehrkostenregelungen auch nicht rabattierte Arzneimittel auszuwählen. Das Gesamtpaket soll Anfang 2011 in Kraft treten. In den nächsten Wochen will das BMG auf Grundlage der Eckpunkte einen Gesetzentwurf erarbeiten. 13


Berufspolitik

Umfrage: Immobile Patienten werden versorgt Wie ist die zahnärztliche Betreuung von Senioren im Land Brandenburg? Um einen Überblick über die tatsächliche Situation zu erhalten, hatte die Kammer eine Umfrage unter den Zahnärzten gestartet. Die Ergebnisse sind positiv einzuschätzen. Autorin: Jana Zadow, Öffentlichkeitsarbeit der LZÄKB

Selten ist es wie hier im ASB-Altenpegeheim Brieske, wo der Leiter für

78 Prozent der Zahnärzte betreuen entweder ein Alten- und/oder ein Pegeheim oder ein Objekt des betreuten Wohnens. Allerdings gaben die Zahnärzte in der Umfrage an, dass es in den Pegeeinrichtungen so gut wie keine separaten Räume für die Behandlung der Patienten gäbe. Sechs Prozent der Zahnärzte bestätigten, dass es einen Raum für Untersuchungen gäbe, nur noch zwei Prozent berichteten von einem Raum zum Behandeln. Dipl.-Stom. Bettina Suchan forderte während der jüngsten Kammerversammlung zu Recht, dieses Thema unbedingt stärker in den Fokus – auch in den der Regierung – zu rücken. „Deswegen möchten wir mit dem zuständigen Ministerium in Kontakt treten, um von deren Seite Unterstützung für die Problematik zu erhalten“, so das Mitglied des Kammervorstandes. Dahingehend haben die Umfrageergebnisse eine solide Diskussionsgrundlage geliefert.

die regelmäßige Betreuung seiner Anvertrauten einen

Wie erfolgt die Betreuung?

extra Behandlungsraum für Zahnärzte einrichtete

Sechs Prozent der Zahnärzte gehen regelmäßig in die Einrichtungen und betreuen dort alle

Bewohner. Zwölf Prozent besuchen regelmäßig nur ihre eigenen Patienten im Heim. Gezielt einzelne Patienten werden von etwa 41 Prozent der Zahnärzte nach Aufforderung zur Behandlung besucht.

Hausbesuche eher noch die Norm Inhalt der Umfrage war auch die Frage nach Patienten, die nicht mehr selbst in die Praxis kommen können. Hier gaben immerhin 84 Prozent der Zahnärzte an, dass sie dann ihre Patienten zu Hause weiter betreuen. Acht Prozent schätzen dagegen ein, dass sie ihre eigenen Patienten im Falle einer Unselbstständigkeit nicht mehr wiedersehen.

Zahnärzte zum Schulen bereit Ein politisches Thema im Zusammenhang mit der Mundhygiene und Zahnpege in Alten- und Pegeheimen ist oft der Zeitdruck von Pegepersonal, Ignoranz von Familienmitgliedern sowie Unwissenheit. Gerade letzteres würden die Zahnärzte jedoch gern ändern wollen. Zumindest 51 Prozent der Zahnärzte gaben an, Pegepersonal und/oder pegende Familienangehörige zu diesem Thema schulen zu wollen. Eine mehr als notwendige Angelegenheit, denn letztlich hängt vom Zusammenspiel aller Beteiligten die Lebensqualität der pegebedürftigen Bürger ab. Deren Zahl steigt allein im Land Brandenburg von etwa 83.000 in diesem Jahr auf etwa 108.000 im Jahr 2020. Dem stehen gegenwärtig 548 ambulante Pegedienste sowie 339 Pegeheime gegenüber. Das größte Problem im Bemühen um eine gute Mundgesundheit stellt sicher die Tatsache dar, dass der Anteil der Menschen, die an Demenz leiden, mit zunehmenden Alter ansteigt. Jeder fünfte brandenburgische Einwohner ist eben schon jetzt älter als 65 Jahre.

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Fortbildung

„Junge Alterspatienten“ zahnärztlich betreuen – so lautet eine Herausforderung der Gegenwart. Die „jungen Alten“ können als Senioren kräftig zubeißen und haben hohe Ansprüche an ihre zahnärztliche Betreuung. Es gilt, den oralen Gesundheitszustand so lange wie möglich zu erhalten. Autor: Prof. Dr. Peter Cichon, Witten-Herdecke

Im neuen ZahnRat 66 geht es zwar um die immobilen Patienten, aber auch hier werden pegende Familienangehörige und Peger darauf hingewiesen, wie wichtig eine

Die Ergebnisse der vierten Deutschen Gesundheitsstudie (DMS IV 2006) haben gezeigt, dass bei Senioren der Altersgruppe 65 – 74 Jahren der Kariesindex und die durchschnittliche Zahl der fehlenden Zähne gesunken sind. Auch ist der Anteil derjenigen mit totaler Zahnlosigkeit zurückgegangen. Die gestiegene Zahl der vorhandenen Zähne, die Zunahme von festsitzendem Zahnersatz und von implantatgestützten Versorgungen bedeutet aber auch, dass mit zunehmendem Alter bei den sogenannten jungen Alten und nichtpegebedürftigen Senioren Probleme entstehen können, die einer besonderen Intervention bedürfen.

regelmäßige zahnärztliche Betreuung ist.

Was zum Älterwerden gehört Der Zustand der Zähne und zahntragender Strukturen im Alter ist das Ergebnis altersphysiologischer Veränderungen und pathologischer Prozesse, die im Verlauf des Lebens stattgefunden haben. Zu den mit dem Älterwerden natürlichen Veränderungen der Mundhöhle gehören unter anderem Farbveränderungen der Zähne (Veränderung hin zu gelbbraun) sowie eine fortschreitende Verengung von Pulpahöhle und Wurzelkanälen durch eine Ablagerung von Sekundärdentin an den Pulpenwänden. Die häugeren pathologischen Prozesse umfassen hauptsächlich die entzündlichen Erkrankungen des Zahnhalteapparates und die Zahnhalskaries.

Hinzu kommen Veränderungen, die im mittleren Lebensalter noch keine Probleme bereiten, jedoch mit zunehmendem Alter kumulativ Schäden und Beschwerden entwickeln, so beispielsweise Hartsubstanzverluste durch Abrasion und Erosion sowie degenerative Veränderungen der Gingiva mit freiliegenden Zahnhälsen (Abb. 1 und Abb. 2). Umfassende therapeutische Maßnahmen sind dann unumgänglich.

Einuss allgemeiner Erkrankungen und Medikamente Weiterhin kann der orale Gesundheitszustand durch vermehrt im Alter auftretende allgemeinmedizinische Erkrankung und durch medikamentöse Behandlungen ungünstig beeinusst werden. Hier sind besonders der Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen und psychische Störungen zu nennen (Wurm und Tesch-Römer 2006; Mealy und Oates 2006). Bei erhöhtem Blutdruck und bei Durchblutungsstörungen werden häug die Kalziumantagonisten vom Dihydropyridin-Typ (Nifedipin) eingesetzt. Als Nebenwirkung können dabei unerwünschte Wucherungen des Zahneisches entstehen (Miranda et al. 2001; Abb. 3). Psychopharmaka – als Medikation psychischer Störungen – können eine Hyposalivation bzw. Xerostomie verursachen (Jaschinski et al. 2009), die wiederum Schleimhautinfektionen und kariöse Läsionen (besonders an freiliegenden Zahnhälsen, Abb. 4) fördern.

Strukturierte Fortbildung: Alterszahnheilkunde (61 Fp) Moderator: Prof. Dr. Peter Cichon (Borken) Erster Termin: 10./11. September 2010 (insgesamt 8 Veranstaltungstage; 6 Referenten) Kurs-Nr.: 6049.0 | Kursgebühr: 2.215,- € (1.995,- € bei Anmeldung bis zum 30.07.2010 und Zahlung bis zum 13.08.2010). Weitere Infos im Internet unter www.pfaff-berlin.de.

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ZBB Ausgabe 2/2010


Fortbildung

Legende: Abb. 1 (oben l.):

Die umfangreiche Kenntnis der besonderen Literatur: Einuss- und Risikofaktoren bei der Entstehung und dem Verlauf oraler Erkrankungen im • Mealey B. L., Oates T. W. (2006) Diabetes MelliAlter ermöglicht eine frühzeitige Diagnose und tus and Periodontal Diseases. J Periodontol 77, kausal therapeutische Maßnahmen alterspezi1289-1303. scher Zahnschäden. • Miranda J., Brunet L., Roset P., Berini L., Farré M., Mendieta C. (2001) Prevalence and risk of

Auf eine regelmäßige Betreuung kommt es an

gingival enlargement in patients treated with

Starke Abrasionen an den Unterkieferzähnen bei einem 65-jährigen Patienten. Abb. 2 (oben r.): Starke Abrasionen an den nicht überkronten Zähnen und Zahnhalskaries an

nifedipine. J Periodontol 72, 605-611.

den UK-Eckzähnen

Jaschinski S., Cichon P., Gängler P. (2009) Xeros-

Abb. 3 (unten l.):

Auch wenn eine vollständige Heilung (restitutio ad integrum) und der langfristige Erhalt natürlicher Zähne in einem gesunden Zustand • bis in das hohe Alter nicht immer möglich sind, so kann doch durch eine regelmäßige fachmännische zahnärztliche Betreuung das Gebiss bei älteren und alten Patienten in einem funktionell intakten, ästhetisch akzeptablen und schmerzfreien Zustand hergestellt und • langfristig erhalten werden (restitutio ad optimum).

tomie – Die zahnärztliche Betreuung betroffener

Medikamentös

Patienten Zahnärztliche Mitteilungen 18, 40-50.

(Nifedipin) asso-

ZBB Ausgabe 2/2010

Vierte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS IV). Micheelis W., Schiffner U. Neue Erkenntnisse

ziierte gingivale Wucherungen bei einem 82-jährigen

zu oralen Erkrankungsprävalenzen, Risikogrup-

Patienten

pen und zum zahnärztlichen Versorgungsgrad in

Abb. 4 (unten r.):

Deutschland 2005. IDZ, Deutscher Ärzteverlag,

Kronenrandkaries

Köln, 2006. Wurm S., Tesch-Römer C. (2006) Gesundheit in

bei einer 68-jährigen Patientin mit einer medikamentös

der zweiten Lebenshälfte. Public Health Forum 14,

induzierten Hyposa-

H. 50.

livation

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Fortbildung

Krise oder Chance für Bedürftige? Der nächste Arbeitskreis für Behindertenbehandlung im Land Brandenburg wendet sich auch an Zahnärzte, die pegebedürftige Patienten in Alten- und Pegeheimen, im betreuten Wohnen oder zu Hause versorgen „Krise oder Chance – Zahnmedizin für Pegebedürftige und Menschen mit Behinderungen“ betitelt. Die Schwerpunkte seines Referates, welches letztlich in einem Diskussionsforum gipfeln soll, sind: Der nächste Arbeitskreis zur

Behandlung von behinderten (sowie pegebedürftigen)

Patienten trifft sich am 16. Juni.

• •

spezieller Patient – spezielles Konzept: Versorgungslage Zahnmedizin für Menschen mit Behinderungen ... vom Umgang mit Menschen mit Behinderungen: Die vier Säulen der zahnmedizinischen Versorgung Praxis mobil: dezentraler Einsatz Zahnmedizin das „Duale Konzept“: Münchner Projekt zur Versorgung von Pegebedürftigen Zahnmedizin für Menschen mit Behinderungen – ein Hobby?: Honorarreform für die zahnärztliche Versorgung.

(ZBB) Alle interessierten Zahnärzte sind zum • nächsten Arbeitskreis zur Behandlung von Menschen mit Handicap des Landes Brandenburg eingeladen. Dabei geht es nicht nur um die Betreuung von behinderten, sondern auch Der Kurs wird mit 4 Fortbildungspunkten gewertet. Die Gebühr für brandenburgische Kolvon pegebedürftigen Patienten. legen beträgt 20 Euro, für Berliner Kollegen 40 Der Arbeitskreis trifft sich am Mittwoch, dem Euro; für Zahnärzte des Öffentlichen Gesund16. Juni, 15 bis etwa 19 Uhr, in Dahlewitz, Ber- heitsdienstes ist der Kurs kostenfrei. Bitte melliner Ring Hotel. Die Landeszahnärztekammer den Sie sich bis zum 17. Mai bei der LZÄKB, UlBrandenburg konnte dafür Prof. Cornelius Haff- rike Stieler, Fax-Nr.: 03 55 381 48-48 oder per ner, München, gewinnen, der seinen Vortrag E-Mail: ustieler@lzkb.de an. ANZEIGEN

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Aus der Praxis für die Praxis „Der Knochen ist kein Sprinter, sondern ein Marathonläufer“ Eindrücke von der 14. Jahrestagung des Landesverbandes Berlin/Brandenburg der DGI e.V. vom 5. bis 6. März 2010 zum Thema „Pro und Contra“ Autorin: Kerstin Olesch-Graupner, Eichwalde Implantatkongresse oder -fortbildungen haben meist etwas „Außerirdisches“ für einen ganz normal arbeitenden Zahnarzt. Ich haderte mit mir, ob ich zur DGI BBI-Jahrestagung gehen sollte, wusste ich doch, dass zumeist „alte Hasen“ der Implantologie und Hochschullehrer in der DGI zu Hause sind. Und dass die oft Themen wälzen, die selten im Alltag einer allgemeinzahnärztlichen Praxis vorkommen. Würde ich also – als Greenhorn auf dem Gebiet der Implantologie – ihr „Fachchinesisch“ verstehen? Zunächst war ich sichtlich (positiv) überrascht, viele Kolleginnen und Kollegen zu treffen, die ich kannte, auch Herr Luh nickte mir freundlich zu. Wiedersehensfreude, interessante Gespräche und so manche Anekdote verbreiteten eine gute Stimmung. Und dann kam’s: Ein Vortrag nach dem anderen war so, wie die Tagungsunterlagen es versprachen: AUS der Praxis FÜR die Praxis. Es prasselten lauter kleine, feine wichtige Informationen auf mich ein, die ich als Zahnärztin mit (nur) dreijähriger Implantaterfahrung freudig aufnahm. Nicht die hohe Schule der Implantologie war es, die auf der Tagesordnung stand, sondern Vorträge, die wirklich jeden (auch nicht selbst implantierende) Kollegen bei seiner täglichen Arbeit in der Praxis unterstützen können. Themenschwerpunkte waren: „Wie sieht das Verhältnis bei Parodontitis und geplanter Implantation aus?“, oder „Was ist bei der prothetischen Versorgung auf Implantaten zu beachten?“, bis hin zur Wichtigkeit eines DVT, der Notwendigkeit von Knochenaugmentationen und der Frage, wie sinnvoll Implantate bei Osteoporose sind. ZBB Ausgabe 2/2010

Vielleicht lag es daran, dass genau diese Punkte mich momentan bei meiner täglichen Arbeit am meisten interessieren: Ich fühlte mich rundherum verstanden und angesprochen. Sehr interessant war, dass immer zwei Kollegen sich einen Vortrag teilten, dabei der eine über PRO und der andere über CONTRA referieren musste. Auffällig dabei: Wie im wirklichen Leben war es den Vortragenden anzumerken, wie schwierig die Positionen zu verteidigen waren, denn ein wirkliches pro oder contra gibt es nicht, da die Grenzen oft am OP-Tisch verschwimmen, weil jeder Patient ein Individuum ist und somit seine ganz individuelle Situation mitbringt. Die Vorträge wurden von Referenten mit großem Erfahrungsschatz und umfangreichem Wissen auf dem Gebiet der Implantologie gehalten, sie schöpften aus ihrem riesigen Wissenspool, ohne jedoch die Zuhörer mit allzu verzwickten und außergewöhnlichen Fällen zu irritieren. Dadurch war es weder langweilig noch uninteressant, und ich freute mich über so viele neue bzw. wieder ins Gedächtnis gerufene Details. Die Gespräche mit den anwesenden Kollegen während der Pausen rundeten den guten Tag ab.

Zahnärztin Kerstin Olesch-Graupner

Die nächste – 15. – Jahrestagung wird am 4. und 5. März 2011 in Berlin stattnden. Sehr bemerkenswert nde ich, dass ich meine Mitarbeiterinnen dann mitnehmen kann, denn neben dem Hauptprogramm für Zahnärzte gibt es ein Programm für die Zahnmedizinischen Fachangestellten, die ja häug wichtige Ansprechpartnerinnen für die Patienten sind, ob vor oder nach der Implantation. 19


Fortbildung

Metamorphose: Aus Idee und Skizze ist ein moderner Phantomraum geworden

Das Pfaff mit zusätzlichem Phantomraum Das gemeinsame Fortbildungsinstitut der Zahnärztekammern Berlin und Brandenburg hat in seiner bald 20-jährigen Geschichte schon einiges erlebt. So auch den Umzug von der Flotten- in die Aßmannshauser Straße – und es entwickelt sich weiter ... Autor: Dr. Thilo Schmidt-Rogge, Geschäftsführer Philipp-Pfaff-Institut Berlin Das Philipp-Pfaff-Institut hat in den vergangenen Jahren sein Angebot an Kursen mit vielen „Hands-on“ Anteilen ausgebaut. Die Kombination aus Theorie und Praxis, besonders in den Strukturierten Fortbildungen und Curricula mit ihren aufeinander abgestimmten Lehrinhalten, werden stark nachgefragt. Ob am Schweinekiefer oder am Phantomkopf: Kurse mit praktischen Anteilen (Hands-on) erleben einen Boom. Alles bereit für den ersten Kurs am 26. März

Mit Beginn des neuen Fortbildungsjahres 2010 wurden die Kapazitäten durch die Einrichtung

eines zweiten Phantomraumes erweitert. Für praktische Arbeiten stehen den Kursteilnehmern nun 20 zusätzliche Arbeitsplätze mit modernen dentalen Simulationseinheiten im benachbarten „Springerhaus“ – früher übrigens das „Haus der Deutschen Zahnärzte – zur Verfügung. Die Präsidenten der Zahnärztekammer Berlin und der Landeszahnärztekammer Brandenburg freuten sich während einer kleinen Eröffnungsfeier über das gelungene Projekt. Dr. Wolfgang Schmiedel (Berlin) sieht das PhilippPfaff-Institut „auf einem guten Weg, zahnmedizinische Fortbildung auch zukünftig attraktiv und anspruchsvoll für die Teilnehmer zu gestalten.“ Dipl.-Stom. Jürgen Herbert begrüßt die „Steigerung der Fortbildungsqualität zum Wohle der Patienten.“ Ich persönlich freue mich gemeinsam mit dem Pfaff-Team sehr über die Möglichkeiten, die uns der zusätzliche Phantomraum bietet. Ich danke allen Beteiligten für die vielfältige Unterstützung.

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Fortbildung

Halbes Jahr Wartezeit hat sich gelohnt Den Strukturierten Fortbildungen und Curricula am Philipp-Pfaff-Institut eilt ihr Ruf voraus, ein hohes wissenschaftliches Kursniveau zu bieten, verbunden mit der Arbeit in kleinen Gruppen und persönlicher Betreuung. Der Bericht einer Teilnehmerin.

Autoren: Denise Beesk, Calau Grit Tautenhahn, Philipp-Pfaff-Institut Berlin Besonders hervorzuheben sind während der Strukturierten Fortbildungen sowie Curricula die zahlreichen betreuungsintensiven „HandsOn“-Anteile im Kurs, in denen theoretische Inhalte mit professioneller Unterstützung durch die Referenten mit praktischem Leben erfüllt werden. Für die Reihe „Von Kollegen für Kollegen“ berichtet die niedergelassene Zahnärztin Denise Beesk aus Calau, welche erfolgreich die Strukturierte Fortbildung Implantologie am Philipp-Pfaff-Institut besuchte:

nung) wurden auch zahlreiche praktische Übungen am Tierpräparat durchgeführt. Auf diese Weise konnten wir unter Anleitung der Referenten selbst Implantationen am Knochen und Schleimhautmanagement vornehmen. Ich hatte immer besonderen Respekt vor dem Bereich der Implantologie. Die Teilnahme an der Strukturierten Fortbildung hat mir wertvolle Kenntnisse vermittelt, um zukünftig selbst

Denise Beesk

Die Strukturierte Fortbildung am Philipp-PfaffInstitut wurde mir durch einen befreundeten Zahnarzt empfohlen, welcher begeistert von dem Kurs berichtete. Da diese Fortbildungen offenbar heiß begehrt sind, musste ich leider noch ein halbes Jahr warten, bevor ich einen Platz erhielt. Wir waren 20 Teilnehmer, vorwiegend aus Berlin und Brandenburg, die im Juli 2009 die Strukturierte Fortbildung begannen. Die Referenten unter der Moderation von Prof. Dr. Dr. Volker Strunz kamen aus dem gesamten Bundesgebiet, um grundlegende Kenntnisse und Erfahrung aus dem Feld der Implantologie zu vermitteln und zu vertiefen. Mir hat besonders die Mischung der Referenten aus Universitäten und niedergelassenen Kollegen gefallen. Sie vermittelten uns einerseits aktuelle Studienergebnisse, andererseits regten sie uns zur Diskussion an. Vor allem die Tipps und Tricks aus jahrelanger praktischer Erfahrung erwiesen sich als besonders wertvoll. Vielen Dank dafür! Neben theoretischen Teilen (wie chirurgisches Planen, Wahl des Implantatsystems, AbrechZBB Ausgabe 2/2010

implantologisch tätig zu werden. Sehr hilfreich waren ebenso die vielen Pausengespräche sowohl untereinander als auch mit den Referenten, in denen persönliche Fragen geklärt werden konnten. Der individuelle Gedankenaustausch hat mir sehr geholfen und ist durch nichts zu ersetzen. Ich kann nur allen Kollegen, die beginnen, sich intensiv mit zahnärztlicher Implantologie zu beschäftigen, empfehlen, diese Strukturierte Fortbildung zu buchen!“

Übungen am Schweinekiefer gehörten zum Programm der Fortbildung. Gern informieren Sie die Mitarbeiter des Philipp-Pfaff-Institutes über nächste Fortbildungsmöglichkeiten unter Tel. 030 414725 0

Haben Sie Lust bekommen, die Strukturierte Fortbildung Implantologie zu besuchen? Es gibt einen Zusatzkurs, der im September 2010 beginnt. 21


Privates Gebührenrecht

Berechnungs-Tipps aus dem GOZ-Referat Mit der ständigen Weiterentwicklung der modernen Zahnmedizin gibt es gehäuft Anfragen zu privatzahnärztlichen Leistungen. Die mittlerweile 23 Jahre alte Gebührenordnung für Zahnärzte steht dafür alleinig zur Verfügung. den Nachbehandler oder Gutachter berechenbar oder gehören diese Kosten zu den Praxiskosten nach § 4 (3) GOZ? Üblicherweise werden diese bei interkollegialer Überlassung nicht in Rechnung gestellt. Kann die Anwendung eines OP-Mikroskops als selbstständige Leistung berechnet werden?

Dr. Christine Jann (r.), Vorsitzende des

Autoren: Dr. med. dent. Christine Jann, Carola Kirsch, GOZ-Ausschuss der LZÄKB

GOZ-Ausschusses, sowie Carola Kirsch, Mitarbeiterin des GOZ-Referates während einer der Sprechstunden, die

Welche Berechnungsmöglichkeit empehlt der GOZ-Ausschuss für die neuartige Leistung „Kariesinltration mit Icon als mikroinvasives Verfahren“?

Die Anwendung eines OP-Mikroskops beispielsweise im Zusammenhang mit endodontischen Leistungen stellt keine selbstständige Leistung dar und kann demzufolge nur über die Bemessung des Steigerungsfaktors nach § 5 Abs. 2 GOZ berücksichtigt werden. Der in der GOÄ enthaltene Zuschlag Ä 440 (für das OPMikroskop) ist grundsätzlich nur neben den im Abschnitt C VIII 3. Absatz GOÄ abschließend denierten Leistungen im Einfachsatz einmal je Behandlungstag berechenbar.

jeden Mittwoch für Fragen des privaten Gebührenrechts eingerichtet sind.

Leistungen, die nach Inkrafttreten der GOZ ´88 aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse entwickelt wurden, werden nach § 6 Abs. 2 GOZ analog berechnet. Trotz zahlreicher nationaler und internationaler Veröffentlichungen und positiver Resonanz kann derzeit die Praxisreife für die Kariesinltration noch nicht uneingeschränkt konstatiert werden. Denkbar ist deshalb ebenfalls die Berechnung als Verlangensleistung nach § 2 Abs. 3 GOZ. Sind Ausdrucke von Röntgenbildern bzw. auf CD oder USB-Stick kopierte Röntgenbilder für

Wie berechnet man einen Locator? Die Berechnung des implantatgetragenen Locators erfolgt vorzugsweise nach GOZ-Position 500 unter Berücksichtigung des Steigerungsfaktors für Umfang und Zeitaufwand bei Erbringung der Leistung. Die GOZ-Arbeitsgruppe Mitte hat sich im vergangenen Jahr darüber verständigt, dass die Berechnung auch nach GOZ-Position 503 mit abgesenktem Gebührenrahmen erfolgen kann. Für das Verbindungselement kommt die GOZ-Position 508 zum Ansatz.

Die GOZ-Arbeitsgruppe Mitte, der die GOZ-Referenten der Zahnärztekammern Westfalen-Lippe, Nordrhein, Thüringen, Berlin, Hessen und Brandenburg angehören, traf sich im Dezember 2009 zu ihrer regulären jährlichen Sitzung und diskutierte über den aktuellen Stand der Einführung einer neuen GOZ sowie über gebührenrechtliche Einzelprobleme. In dieser Arbeitsgruppe wird im regen Gedankenaustausch und unter Berücksichtigung des Verhaltens der Erstattungsstellen angestrebt, einen Konsens in den Berechnungsempfehlungen zu erzielen. Die aktuellen Ergebnisse lesen Sie im vorangestellten Artikel.

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Privates Gebührenrecht

Welche Berechnungsmöglichkeiten sind für die Professionelle Zahnreinigung (PZR) aktuell? Es gibt die Berechnungsempfehlungen der BZÄK aus dem Jahr 2004: 1. Berechnung mit den in der GOZ enthaltenen Gebührennummern für die tatsächlich erbrachten Leistungen, zum Beispiel Erstellen eines Mundhygienestatus und eingehende Unterweisung (mind. 25 min), Entfernung von Zahnstein und Politur, Fluoridierung, Behandlung überempndlicher Zahnächen, Erhebung eines Parodontalstatus nach vorgeschriebenem Formblatt oder ähnliches; 2. Analogberechnung nach § 6 Abs. 2 GOZ oder 3. Vereinbarung nach § 2 Abs. 3 GOZ, also als Verlangensleistung. Die PZR stellt (in der Vielzahl der Fälle) eine zahnmedizinisch notwendige Leistung dar. Infolgedessen sollte aufgrund unserer Auffassung zukünftig die Berechnung mit einer Vereinbarung nach § 2 Abs. 3 GOZ vernachlässigt werden. Ist die mehrfache Berechnung der Positionen 240 bzw. 242 GOZ je Wurzelkanal in einer Sitzung möglich – je Messung bzw. je Spülung? Die mehrfache Berechnung je Wurzelkanal in einer Sitzung ist nicht möglich. Der erhöhte Aufwand kann jedoch nach § 5 Abs. 2 GOZ über den Steigerungsfaktor bzw. im Vorab über eine Vereinbarung nach § 2 Abs. 1 GOZ berücksichtigt werden.

Infolge der Abschlüsse von Zusatzversicherungen nehmen die Auskunftsersuchen der privaten Krankenversicherungen zu. Wie soll sich der Behandler verhalten und welche Möglichkeiten der Berechnung gibt es? Eine Verpichtung, Auskünfte zu erteilen, besteht nicht. Jedoch geht es hier um die Kostenerstattung. Grundsätzlich sollte vorsichtig mit den Auskünften umgegangen und diese nur erteilt werden, wenn der Patient dies erlaubt und eine Schweigepichtsentbindung unterschrieben hat. Unabhängig davon hat der Patient grundsätzlich einen Anspruch auf die Herausgabe einer Kopie seiner Behandlungsdokumentation. Eine Berechnung der Auskunftserteilung sollte nach unserer Auffassung mit der Position Ä 75 unter Berücksichtigung des Aufwandes gemäß § 5 Abs. 2 GOÄ erfolgen.

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Abrechnung

Fragen und Antworten zur Abrechnung Fragen stellen heißt, seinen Horizont erweitern. Ohne Fragen verbleibt man in der Enge seiner Basis.* *Willi Meurer Autoren: Rainer Linke, Anke Kowalski, KZVLB

Rainer Linke Vorstandsmitglied der KZVLB

Im heutigen Beitrag soll das Wissen zur Abrechnungsfähigkeit der Metallbasis im kausalen Zusammenhang mit den Festzuschüssen 4.1 und 4.2 gefestigt und möglicherweise auch erweitert werden. Da Ihre Fragen hinsichtlich dieser Thematik nicht nur zahlreich, sondern auch sehr vielgestaltig sind, haben wir uns für eine komplexe Bearbeitung des Sachgebietes entschieden.

Um welche Befunde geht es? 4.1 4.3 4.5 Anke Kowalski

Restzahnbestand bis zu 3 Zähnen im Oberkiefer Restzahnbestand bis zu 3 Zähnen im Unterkiefer Notwendigkeit einer Metallbasis, Zuschlag je Kiefer

stellv. Abteilungsleiterin Abrechnung

Was ist die Regelversorgung bei einem Restzahnbestand von bis zu 3 Zähnen? Auszug aus der ZE-Richtlinie IV Nr. 35 „…Bei einem Restzahnbestand von bis zu drei Zähnen ist neben der parodontalen Ausgangssituation der Restzähne auch die Lückentopograe im Hinblick auf die Art der Verankerung und die Abstützung kritisch zu bewerten. Zur Regelversorgung gehören in diesem Fall sowohl Cover-Denture-Prothesen als auch parodontal abgestützte Prothesen mit einer Modellgussbasis sowie als Verbindungselemente Resilienzteleskopkronen und Wurzelstiftkappen beziehungsweise Teleskop-/Konuskronen.“ Somit ergibt sich bei einem Restzahnbestand von bis zu 3 Zähnen für den Zahnarzt hinsichtlich der Regelversorgungen folgende Wahl: a. Modellgussteilprothese mit Teleskopen als

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Verbindungselement auf den Restzähnen. b. Schleimhautgetragene Deckprothese – sogenannte „Cover-Denture-Prothese“ (teleskopgestützte Totalprothese oder totale Prothese mit Wurzelstiftkappen). c. Modellgussteilprothese mit Halte- und Stützvorrichtungen und gegebenenfalls Einzelkronen für überkronungsbedürftige Zähne.

Wann ist eine Metallbasis nach dem Befund 4.5 Regelversorgung? Dem Befund 4.5 ist lt. den Festzuschuss-Richtlinien als Regelversorgung die zahnärztliche Leistung nach der Geb.-Nr. 98e zugeordnet worden. Nach dem Leistungsinhalt der Geb.Nr. 98e ist diese Gebühr für die „Verwendung einer Metallbasis in besonderen Ausnahmefällen, zu den Bewertungszahlen nach den Nrn. 97 a oder b zusätzlich“ abrechnungsfähig. Somit gehört eine Metallbasis nach der BefundNr. 4.5 nur in begründeten Ausnahmefällen zur Regelversorgung. Mögliche Ausnahmefälle sind zum Beispiel: • Torus palatinus (Gaumenwulst), • Exostosen (Knochenvorsprünge), • Neigung zu Entzündungen der abgedeckten Mundschleimhaut bei Verwendung von Prothesenkunststoff, • hohes Bruchrisiko bei atypischen kaufunktionellen Belastungen, • hohes Bruchrisiko bei Patienten, die gewohnheitsmäßig mit den Zähnen knirschen oder pressen (Bruxismus), • hohes Bruchrisiko bei Patienten, die bei der Arbeit mit den Zähnen pressen (z. B. Schwerarbeiter), • ungünstige Platzverhältnisse im Oberkiefer für eine Prothesenbasis aus Kunststoff, wie extrem tiefer Biss, Deckbiss, hoher und spitzer Gaumen, extrem ausgebuchteter ZBB Ausgabe 2/2010


Abrechnung

Metallbasis notwendig ist (begründeter Ausnahmefall entsprechend Ziffer 30 der ZE-Richtlinien liegt vor), ergibt sich die Kombinationsmöglichkeit des Befundes 4.3 mit dem Befund 4.5. • Für die notwendige Metallbasis muss die Begründung in der Bemerkungszeile des Heilund Kostenplanes eingetragen werden. • Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine Regelversorgung.

Tuber maxillae (Vorwölbung an der Hinteräche des Oberkieferknochens). Liegt ein begründeter Ausnahmefall vor, so ist der Befund 4.5 mit den Befunden 4.1/4.3 nur dann kombinierbar, wenn eine Prothese nach BEMA-Nr. 97a* oder Nr. 97b* angefertigt wird.

Wann ist der Ansatz des Befundes 4.5 ausgeschlossen? Der Befund 4.5 ist in Kombination mit einer Modellgussteilprothese ausgeschlossen. Dies bedeutet, dass der Befund 4.5 nicht ansetzbar ist, wenn eine Modellgussteilprothese mit gegossenen Halte- und Stützelementen oder eine auf Teleskopkronen verankerte Modellgussteilprothese angefertigt wird. In diesen Fällen ist die Verwendung der Metallbasis Bestandteil des Befundes 4.1/4.3 (siehe FestzuschussRichtlinien B.).

*Die Nr. 97 a/b ist abrechnungsfähig für die Versorgung eines zahnlosen Kiefers durch eine Totalprothese bzw. für die Versorgung eines restbezahnten Kiefers durch eine Cover-DentureProthese.

Fallbeispiel 2 (nachfolgende Übersicht) Planung: Die Versorgung des Oberkiefers erfolgt mit einer Cover-Denture-Prothese mit Metallbasis, bei der die dentale Verankerung durch Teleskopkronen erfolgt. Für die Verwendung einer Metallbasis liegt kein begründeter Ausnahmefall vor. TP

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Fallbeispiel 1 (nachfolgende Übersicht)

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Planung: Die Versorgung des Unterkiefers erfolgt mit einer Cover-Denture-Prothese, bei der Befundermittlung und Honorarabrechnung: die dentale Verankerung durch WurzelstiftkapBef.-Nr. Zahn/Gebiet Anz. Bema--Nr. Anz. pen mit Kugelknopfankern erfolgt. Wegen Bru4.1 OK 1 19 3 xismus ist bei der Cover-Denture-Prothese die 4.6 16, 13, 24 3 91d 3 4.7 13, 24 2 Verwendung einer Metallbasis notwendig. 98b 1 TP R B

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Hinweise: • Da bei der Cover-Denture-Prothese wegen Bruxismus die Verwendung einer ZBB Ausgabe 2/2010

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Anz. 1

Hinweise: Das zusätzliche Eine e e 26 27 28 arbeiten einer Metallbasis 36 37 38 in einer Cover-Dentureww ew ew Prothese ist nur in AusR E E nahmefällen zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung abrechnungsfähig. Da in diesem konkreten Fall keine begründete Ausnahme vorliegt, ist der Befund 4.5 nicht ansatzfähig. •

Wegen der Verwendung einer Metallbasis bei der Cover-Denture-Prothese – ohne Vorliegen eines Ausnahmefalles – handelt es sich um eine gleichartige Versorgung des Befundes 4.1. 25


Abrechnung

Fallbeispiel 3 (nachfolgende Übersicht)

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Hinweise: • Prothesen bei einem Restzahnbestand von bis zu drei Zähnen werden grundsätzlich Planung: Die Versorgung des Unterkiefers ernach der Befundklasse 4 bezuschusst. Dafolgt mit einer kombiniert parodotal-gingival mit gibt es den Festzuschuss 4.3 auch dann, abgestützten Modellgussprothese. wenn eine Metallbasis verwendet wird und die Prothese parodontal abgestützt und nicht schleimhautgetragen ist. e e e e e e e t e e e e • Die Abrechnung dieser Modellgussteilpro14 13 12 11 21 22 23 24 25 26 27 28 44 43 42 41 31 32 33 34 35 36 37 38 these erfolgt u. a. nach BEMA 96c/98g. ew ew ew ew x ww ew ew ew ew • Der Festzuschuss 4.5 wird nicht ausgelöst, E TV E E E E TV E E T E E da es sich in diesem Fall um eine Teilprothese mit Metallbasis handelt. Nur bei einer Totalprothese oder Cover-Denture-ProBefundermittlung und Honorarabrechnung: these kann der Festzuschuss 4.5 zusätzlich Bef.-Nr. Zahn/Gebiet Anz. Bema--Nr. 1Anz. berechnet werden, wenn ein unter Bemer4.3 UK 1 19 3 kungen zu begründender Ausnahmefall 4.6 33, 36, 43 3 91d 3 4.7 33, 43 2 96c 1 vorliegt. Die Metallbasis ist Bestandteil des 98c 1 Befundes 4.1. 98g

1

Übersicht: Zuschuss für eine Metallbasis? Restzahnbestand bis zu drei Zähnen Oberkiefer: Befund Nr. 4.1

Unterkiefer: Befund Nr. 4.3

Modellgussprothese

Cover-Denture-Prothese (teleskopgestützte Totalprothese oder totale Prothese mit Wurzelstiftkappe)

Metallbasis

Ausnahmeindikation für Metallbasis

JA

Nein

Regelversorgung (s. Fallbeispiel 1)

Regelversorgung (s. Fallbeispiel 3)

gleichartige Versorgung (s. Fallbeispiel 2)

Abrechnung:

Abrechnung:

Abrechnung:

FZ: Befund Nr. 4.5 BEMA: u. a. Geb.-Nrn. 97, 98e

FZ:

FZ:

BEMA: GOZ:

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keinen FZ für Metallbasis (d. h. keine Befund Nr. 4.5) keine Geb.-Nr. 97; keine Geb.-Nr. 98e Nr. 522/523

BEMA:

Metallbasis ist integratver Bestandteil der Befund Nr. 4.1/4.3 (keine Befund Nr. 4.5) u. a. Geb.-Nr. 96c, 98g

ZBB Ausgabe 2/2010


Praxis

Meldepichten für dentales Röntgen einhalten Die Zahnärztliche Stelle zur Qualitätssicherung Röntgen (ZSQ Röntgen) weist darauf hin, dass sowohl die An- oder Abmeldung als auch eine Veränderungsmeldung dentaler Röntgeneinrichtungen immer korrekt einzuhalten ist.

Autoren: Dr. Harald Renner, Leiter der ZSQ Röntgen der LZÄKB, Dipl.-Phys. Klaus Götze Der Betrieb dentaler Röntgeneinrichtungen unterliegt aufgrund der von Röntgenstrahlungsquellen ausgehenden Gefahren einer besonderen Überwachung. Diese ist entsprechend der Röntgenverordnung durch die Aufsichtsbehörden der Länder (beispielsweise Landesamt für Arbeitsschutz Brandenburg – LAS) und die den Landeszahnärztekammern beigeordneten Stellen zur Qualitätssicherung Röntgen (Zahnärztliche Stellen) wahrzunehmen. Die Aufsichtsbehörde überprüft insbesondere die technischen und personellen Voraussetzungen für den Betrieb der Röntgengeräte, während die Zahnärztliche Stelle fortlaufend die Qualität der Anwendung – die Indikation und Auswertung sowie den strahlenschutzgerechten Betrieb – kontrolliert.

Formblätter für Anmeldung Damit diese Institutionen ihre Aufgabe erfüllen können, haben die Betreiber von Röntgenanlagen Meldepichten einzuhalten. Vor Aufnahme des Betriebes sind im Rahmen des Anzeigeverfahrens (RöV § 4 und § 17 a) die Röntgengeräte sowohl beim Landesamt für Arbeitsschutz als auch bei der Zahnärztlichen Stelle anzumelden. Die erforderlichen technischen Angaben sind in den Unterlagen der Abnahme- und der Sachverständigenprüfung enthalten, für die personellen Voraussetzungen sollte der Betreiber rechtzeitig durch Festlegung des Strahlenschutzverantwortlichen (SSV) sowie die Beschaffung der erforderlichen Kenntnisnachweise für alle beteiligten Mitarbeiter sorgen.

ter www.lzkb.de > Zahnärzte >Zahnärztliche Stelle und auf der CD „Z-PMS“ zu nden sind. Wichtig ist eine eindeutige, immer wieder verwendete Kennzeichnung/betriebsübliche Bezeichnung der Röntgengeräte, um die Unterlagen richtig zuordnen zu können.

Änderungsmeldungen sind erforderlich, wenn es zu wesentlichen technischen/baulichen oder personellen Veränderungen kommt. Bestehen Zweifel beim Betreiber, ob Umrüstungen oder technische Verbesserungen meldepichtig sind, sollte das zuständige Landesamt für Arbeitsschutz zu Rate gezogen werden.

Dentale Röntgeneinrichtungen unterliegen einer besonderen Überwachung

Ein Wechsel des Betreibers ist sowohl dem Landesamt für Arbeitsschutz als auch der Zahnärztlichen Stelle mitzuteilen, während bei weiteren personellen Änderungen nur das Landesamt für Arbeitsschutz zu informieren ist. Die Einstellung des Betriebes der Röntgeneinrichtung ist zeitnah beim Landesamt für Arbeitsschutz und der Zahnärztlichen Stelle anzuzeigen. Diese Abmeldung kann bei der Zahnärztlichen Stelle formlos erfolgen.

Für die Anzeige beim Landesamt für Arbeitsschutz und bei der Zahnärztlichen Stelle sind Formblätter zu verwenden, die im Internet unZBB Ausgabe 2/2010

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„Sommeraktion“? Werbung hat ihre Grenzen In welcher Form darf ein Zahnarzt für seine Leistungen werben – und wann geht er zu weit? Mit dieser Frage hatte sich das Verwaltungsgericht Münster zu befassen. Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Das Gericht bremste die „Sommeraktion“ aus. Autor: RA Michael Lennartz, Kazemi & Lennartz Rechtsanwälte, Bonn

RA Michael Lennartz Quelle: www.medi-ip.de

Im Jahr 2007 startete eine westfälische Zahnarztpraxis rege Zahnersatz-Werbeaktivitäten in Tageszeitungen, mit denen sich das Verwaltungsgericht Münster (VG) in seinem Urteil vom 7. Oktober 2009 (Az: 5 K 777/08) befasste. „Stein des Anstoßes“ war eine Anzeigenkampagne der Zahnarztpraxis in Tageszeitungen, in der unter anderem mit „fairen Konditionen“, mit kostenfreiem und preiswertem Zahnersatz und mit einer speziellen „ZE-Sommeraktion“ geworben wurde. Gestartet wurde die Werbeaktion im Mai 2007 mit dem im blauen Kasten bendlichen Text, der in Tageszeitungen veröffentlicht wurde. In weiteren Anzeigen im September 2007 wurde darüber hinaus unter anderem noch für Zahnkronen und Brücken ohne Zuzahlung auch für Beihilfepatienten mit Zusatzversicherung und für Zahnkronen zum Nulltarif „Made in Germany“ geworben.

Vorwurf Berufsrechtsverstoß Anzeigen mit diesem Textinhalt erschienen in westfälischen Tageszeitungen

Nachdem die zuständige Zahnärztekammer bereits im Juni 2007 darauf hingewiesen hatte, dass sie die geschalteten Anzeigen für be-

Zahnkronen und Brücken zum Nulltarif (Bei Festzuschuss plus 30 % Bonus) Nicht jeder kann sich noch Zahnersatz leisten. Wir bieten deshalb in einer Sommeraktion bis Ende September kostenfreien bzw. preiswerten Zahnersatz an. (Aus deutschem Meisterlabor) Praxis Dr. ... & Partner Ihre Partner für faire Konditionen in ... (Ort). Rufen Sie uns an: ...

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rufsrechtswidrig hielt, erließ sie gegenüber der Zahnarztpraxis am 27. Februar 2008 eine Untersagungsverfügung. Zur Begründung wurde dabei unter anderem ausgeführt, dass der Leser der Anzeigen unvollständig bzw. verkürzt über die dort angebotenen zahnärztlichen Leistungen informiert werde. Es fehle ein Hinweis darauf, dass es sich bei den beworbenen Leistungen lediglich um die gesetzliche Regelversorgung und nicht um eine darüber hinausgehende Versorgung handele. Deshalb liege ein unzulässiges Lockangebot vor, dass noch dazu marktschreierisch abgefasst sei. Darüber hinaus sei die Werbung mit einer Sommeraktion unzulässig. Diese nehme Einuss auf die Entscheidung von Patienten, zu welchem Zeitpunkt – eine möglicherweise gar nicht notwendige – zahnärztliche Versorgung erfolgen solle. Auch die Formulierung, dass die Antragssteller Partner für faire Konditionen seien und preiswerten Zahnersatz anböten, sei berufswidrige Werbung. Mit dieser Formulierung werde der Eindruck erweckt, dass andere Zahnärzte nicht so fair bzw. preiswert seien und sein könnten. Zahnärzte, die die üblichen und gesetzlich vorgesehenen Eigenanteile von den Patienten forderten, würden durch eine solche Aussage herabgewürdigt. Auch könne die letztlich von den Antragsstellern angebotene Regelversorgung nicht als preiswerte Versorgung bezeichnet werden, weil es sich um die allgemein übliche Versorgung handele. Gegen diesen Bescheid erhoben die Zahnärzte, die die Zahnarztpraxis in Form einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) betreiben, am 20. März 2008 Klage. Zur Begründung wurde unter anderem ausgeführt, dass in den geschalteten Anzeigen sachlich über bestimmte zahnärztliche Leistungen informiert werde. Nicht notwendig sei es, darauf hinzuweisen, dass es sich bei dem Angebot um die VersorZBB Ausgabe 2/2010


Recht & Steuern

gung mit einem Standardzahnersatz im Sinne der Regelversorgung des § 55 Abs. 1 SGB V und nicht um eine darüber hinausgehende Leistung handele. Jedem Leser der Anzeige sei vielmehr klar, dass er für eine aufwendigere Versorgung zuzahlen müsse.

Die Entscheidung Das VG Münster konnte der Argumentation der Zahnarztpraxis nicht folgen. Der Bescheid der Zahnärztekammer vom 27. Februar 2008 sei rechtmäßig. Die Zeitungsanzeigen würden gegen § 21 Abs. 1 der Berufsordnung der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe verstoßen. Diese Vorschrift regele, dass dem Zahnarzt sachliche Informationen über seine Berufstätigkeit gestattet sind. Berufswidrige Werbung sei ihm dagegen untersagt. Berufswidrig sei nach dieser Regelung insbesondere eine anpreisende, irreführende, herabsetzende oder vergleichende Werbung.

Vorliegend kommen die Münsteraner Richter zu dem Ergebnis, dass eine kassenärztliche Standardversorgung als besonders vorteilhaftes Angebot beschrieben wird, die es nur bei den werbenden Zahnärzten unter den in der Anzeige genannten Voraussetzungen und nicht auch bei anderen Zahnärzten gibt. Erst wenn der Patient gleichsam schon im Behandlungsstuhl sitze, werde er von den Zahnärzten darüber informiert, dass er nur die Kassenleistung erhält und jede über die der Standardausführung hinausgehende Versorgung zusätzlich zu bezahlen ist. Bei dieser Art der Werbung stehe mithin die Anpreisung von zahnärztlichen Regelleistungen, nicht die Information über die Leistung selbst im Vordergrund. Die Zeitungsanzeigen seien gerade deshalb berufswidrig, weil mit inhaltlich zutreffenden Selbstverständlichkeiten Verkaufsförderung betrieben würde.

Was Standard ist, darf nicht als etwas Besonderes herausgestellt werden

Keine Werbung mit Selbstverständlichkeiten Eine Werbung, die Selbstverständlichkeiten hervorhebe, sei auch als berufswidrig anzusehen. Hiervon sei auszugehen, wenn in der Werbung Eigenschaften einer Leistung, die notwendigerweise zu ihrem Wesen gehören oder gesetzlich vorgeschrieben sind, besonders betont werden. Diese Werbeaussage sei dann trotz ihrer objektiven Richtigkeit irreführend, wenn der angesprochene Personenkreis das Selbstverständliche der Eigenschaft nicht erkennt und deshalb zu Unrecht von einem Vorzug der beworbenen Leistung vor vergleich- „Made in Germany“ baren anderen Angeboten ausgeht. Derartige Eigenschaften, die den entsprechenden Ange- Auch die Angaben in den Anzeigen über Zahnboten der Mitbewerber ebenfalls eigen sind, ersatz aus „deutschem Meisterlabor“ und dürften deshalb nicht als Besonderheiten des „Made in Germany“ sind nach Auffassung eigenen Angebotes hingestellt werden, um zu des VG Münster berufsrechtswidrig. Bei dem vermeiden, dass der angesprochene Perso- durchschnittlichen Leser der Anzeigen werde nenkreis irregeführt wird. Es sei deshalb nicht der Eindruck hervorgerufen, dass der gesamte zwingend erforderlich, dass die Angaben ob- gelieferte Zahnersatz ausschließlich aus einem jektiv falsch sind. Es reiche vielmehr aus, wenn deutschen Labor stamme, was aber nicht stimdie Angaben zwar richtig sind, aber von dem me, da nur etwa 80 Prozent des Zahnersatzes angesprochenen Personenkreis falsch verstan- nach eigenen Angaben der Zahnarztpraxis in den werden können. Deutschland angefertigt wird. ZBB Ausgabe 2/2010

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„Sommeraktion“ nicht vereinbar mit Ethik des Berufes Nicht für zulässig erachtet wurde auch die in der ersten Anzeigenserie der Zahnarztpraxis beworbene „Sommeraktion“. Hierbei stünde nicht die sachlich angemessene Information der Patienten über Zahnersatzleistungen im Vordergrund, sondern der Verkauf „zahnärztlicher Leistungen“ in einem bestimmten Zeitraum. Die Zahnarztpraxis trete nach außen insoweit wie jeder Anbieter gewerblicher Leistungen mit saisonalen Angeboten auf. Dies sei mit den Gemeinwohlbelangen einer ordnungsgemäßen zahnärztlichen Versorgung der Bevölkerung und der Erhaltung des Vertrauens in die beruiche Integrität von Zahnärzten nicht vereinbar, weil insoweit die Information von möglichen Patienten eindeutig hinter das Ziel der Verkaufsförderung zurücktrete.

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Auch die Formulierung in der Anzeige von September 2007 sei marktschreierisch, worin sich die Zahnarztpraxis als „Ihr Partner für fai-

re Konditionen in ...“ bezeichnet hat. Mit dieser Formulierung würden die Anzeigen nicht der allgemeinen Anforderung genügen, dass auch die werbende Tätigkeit von Heilberufen das öffentliche Interesse daran berücksichtigen muss, die vorbeugende und heilende Gesundheitsversorgung sicherzustellen und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die beruiche Integrität zu schützen. Parallel zu der vom VG Münster bestätigen Untersagungsverfügung wurde mit Beschluss vom 17. Juni 2009 ein berufsgerichtliches Verfahren eröffnet, wobei durch Beschluss vom 30. September 2009 das Ruhen des Verfahrens angeordnet wurde.

Fazit Dieser Fall zeigt, dass es trotz der sehr liberalen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts auch Grenzen der zahnärztlichen Außendarstellung gibt. Das VG Münster macht deutlich, dass nicht jede Werbung möglich ist und es nicht geht, mit Selbstverständlichkeiten zwecks Verkaufsförderung zu werben.


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Autoradio: Für Selbstständige gebührenpichtig [PM/MEDItaxa] Ein Zahnarzt hatte bereits andere Rundfunkgeräte angemeldet. Er ging davon aus, dass es sich bei seinem Autoradio um ein Zweitgerät handelt, für das keine GEZ-Gebühr anfällt. Da er den Wagen nur für private Zwecke nutze, müsse er hier behandelt werden wie ein Arbeitnehmer, meinte er. Arbeitnehmer müssen für ihr Autoradio keine Rundfunkgebühren bezahlen, wenn sie bereits ein anderes Rundfunkgerät angemeldet haben. Die Richter waren anderer Meinung: Die Untersuchungen im Einzelfall, inwieweit die Nutzung des Fahrzeugs privat oder beruich erfolgt, sei aufwändig, urteilten sie. Fahrten zur Betriebsstätte könnten bei Selbstständigen bereits meist der Berufsausübung zugeordnet werden. Folge: Das Autoradio ist auch dann gebührenpichtig, wenn der Wagen nur für Fahrten von der Wohnung zur Praxis benutzt wird. Bei Selbstständigen sei die Wohnung in viel stärkerem Maße in die Berufsausübung einbezogen als bei Arbeitnehmern. Dies rechtfertige es, Fahrten von der Wohnung zur Be-

triebsstätte – oder wie hier zur Praxis – bereits der Berufsausübung zuzuordnen. So hätten Selbstständige in der Regel ein häusliches Arbeitszimmer, das oft auch zu beruichen Zwecken mitbenutzt werde, unter anderem weil es bei ihnen, anders als bei Arbeitnehmern, keine festen Arbeitszeiten mit entsprechender Anwesenheitspicht gäbe. Geschäftliche Kontakte, deren Pege sich oft nicht auf einen festen zeitlichen Rahmen beschränken ließen, würden nicht selten von unterwegs oder auch von der Wohnung aus unterhalten. Da es sich beim Gebühreneinzug des SWR um eine sogenannte Massenverwaltung handele, sei es bis zu einem gewissen, hier nicht überschrittenen Grad zulässig, bei der Gegenüberstellung von Selbstständigen und Arbeitnehmern zu generalisieren und zu typisieren. Es sei auch zu bedenken, dass Ermittlungen in jedem Einzelfall, ob Selbstständige ihr Fahrzeug nur für die Fahrt von der Wohnung zur Betriebsstätte oder auch darüber hinaus beruflich nutzten, sehr aufwendig wären.

Quelle: VG Mainz, Urteil vom 5. Juni 2009, Az.: 4 K 1116/08.MZ

Senkung der Künstlersozialabgabe ab 2010 [PM/MEDItaxa] Künstlersozialabgabe ist nicht nur von Theatern, Galerien, Verlagen, Werbeagenturen und anderen mehr zu zahlen. Betroffen sind auch alle anderen Unternehmen, die eigene Werbemaßnahmen durchführen und zu diesem Zweck „nicht nur gelegentlich“ Aufträge beispielsweise für die Gestaltung von Katalogen, Geschäftsberichten, Layouts, Anzeigen, Prospekten, Produkten bzw. Verpackungen oder für Webdesign vergeben. Das gilt selbst dann, wenn Werbemaßnahmen lediglich in größeren zeitlichen Intervallen (regelmäßig alle drei bis fünf Jahre) stattnden. Die Künstlersozialabgabe fällt an, wenn der Leistungserbringer Selbstständiger, Einzelunternehmer oder eine Personengesellschaft ist, nicht jedoch, wenn eine juristische Person ZBB Ausgabe 2/2010

(GmbH) mit den entsprechenden Tätigkeiten beauftragt wird. Nicht erfasst werden private Auftraggeber und private Veranstaltungen wie Hochzeiten sowie interne Betriebsfeiern. Werden selbstständige Künstler für öffentliche Veranstaltungen zum Beispiel durch Vereine engagiert, bleibt dies abgabefrei, wenn nicht mehr als drei Veranstaltungen im Kalenderjahr durchgeführt werden. Die Künstlersozialabgabe ist auf alle Entgelte, Gagen, Honorare oder Rechnungsbeträge (ohne Umsatzsteuer) einschließlich Material-, Nebenkosten und Auslagen (nicht jedoch Reisekostenerstattungen) zu zahlen. Nichtkünstlerische Leistungen wie Druckkosten sind nicht abgabepichtig. Der Abgabesatz (bisher 4,4 Prozent) wird für ab dem 1. Januar 2010 gezahlte Entgelte auf 3,9 Prozent gesenkt.

Quelle: Künstlersozialausgabe-Verordnung BGBl. 2009 I S. 2480

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Dr. Eberhard Steglich (erster l.) und Maria-Luise Decker besuchten als Vertreter der brandenburgischen Zahnärztekammer die Tagung.

Debatte um ein „Patientenrechtegesetz“ Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) hatte zu ihrer 2. Fachtagung am 3. März nach Berlin geladen. Das Publikum setzte sich sowohl aus Vertretern von Patientengruppen als auch von Politik und Standesorganisationen zusammen. Autorin: Birgit Dohlus Berlin

Zitat am Rande: „Politiker sind an sich so blöd wie Computer – wenn sie nicht richtig gefüttert werden, kann nichts Richtiges dabei herauskommen.“ MdB Zöller, der die beteiligten Seiten

hier auf der Arbeitsebene aktiv. Geleitet wird der Ausschuss von Dr. Carola Reimann, SPD. Auf der Website dieses Ausschusses heißt es unter dem Titel „Patient Gesundheitswesen“ wörtlich:

Der gut gefüllte Saal macht deutlich, dass sich hier etwas entwickelt, das aufmerksam beobachtet wird und auch beobachtet werden muss. Dass dies bereits passiert, zeigte die Mischung „Das Gesundheitswesen ist eine ständige des Publikums: Vertreter von Patienteninter- Baustelle der Parlamentsarbeit. Auf der Ausessen-Gruppen, aus dem Patientenberatungs- schuss-Agenda stehen unter anderem die Weiund auch Patientenschutzbereich, aus Wissen- terentwicklung der Reformen der gesetzlichen schaft, Recht und Politik, und auch von Seiten Krankenversicherung, Patientenrechte und der Heilberufe. Im „Auditorium Friedrichstraße“ ärztliche Belange gleichermaßen, sowie ethiwar die Zahnärzteschaft mit vielen Repräsen- sche Fragen der Medizin und die Arzneimitteltanten gut vertreten, darunter die Vertreter sicherheit.“ der brandenburgischen Landeszahnärztekammer Vizepräsident Dr. Eberhard Steglich und Bundespolitik unterstützt Ausbau Geschäftführerin Maria-Luise Decker. der Patientenrechte

ausdrücklich zur Mitarbeit aufrief und dies plakativ formulierte

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Die Entwicklung verdient Beachtung, weil sie über hohe politische Rückendeckung verfügt und Unterstützung auf Bundespolitikebene ndet: Zu den Referenten der UPD-Tagung gehörte Wolfgang Zöller, CDU/CSU-Fraktion, Patientenbeaufragter der Bundesregierung, bis Januar 2005 stellv. Vorsitzender des Gesundheitsausschusses des Bundestags, nunmehr

Die „Weiterentwicklung der Patientenrechte“ ist also keine Vereinspolitik der UPD, mit der sie sich im Markt der Patienteninformation prolieren will. Das Konzept erfreut sich offenkundig ausdrücklicher Unterstützung der Bundespolitik. Das ist ein Grund, die Debatte ernst zu nehmen. Der zweite: Bei der Diskussion der Thematik hat sich etwas verändert. Es geht ZBB Ausgabe 2/2010


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vordringlich nicht mehr um Schwarz-WeißDenken (alle Patienten sind gut und hilos und alle Ärzte schlecht und schädlich); es wird differenzierter. Deutlich wird das nicht zuletzt an der Änderung des Namens des geplanten Gesetzes, das ursprünglich einmal „Patientenschutz-Gesetz“ hieß. MdB Zöller wurde zu den Gründen befragt und machte deutlich, dass es nicht darum gehe, den Patienten vor etwas zu beschützen, sondern darum, seine Rechte zu denieren. Die Kommunikation müsse aus der Schuldfragen-Diskussion heraus und transparenter werden. Ausdrücklich betonte er: „Behandlungsfehler lassen sich nicht vermeiden – wir sollten deshalb dafür sorgen, dass die Patienten Hilfe bekommen.“ Es müsse dennoch alles unternommen werden, um Behandlungsfehler zu verhindern, hier stehe „aus Fehlern und vor allem aus Beinahe-Fehlern lernen“ an erster Stelle. Notwendig sei eine neue FehlerKultur, die auch dazu beitrage, „Behandlungsfehler-Vorwürfe in transparenten und zügigen Verfahren aufzuarbeiten.“

Ärzte verlieren ihren Haftpichtschutz nicht durch Entschuldigung Erwartungsgemäß wurden bei der Tagung viele Situationen geschildert, in denen Patienten einen Behandlungsfehler erlitten (in einem Beitrag eines Richters aus dem Arzthaftungsbereich wurde auch bewusst zwischen Behandlungsfehler und Komplikation differenziert) – Erlebnisse, die zeigen, dass sich im Umgang miteinander sicher grundsätzlich etwas verändern muss, nicht zuletzt unter rechtlichen Aspekten. So sei es für manche Patienten schon ausreichend, wenn der behandelnde Arzt das unerwünschte Ergebnis als nicht den Zielen entsprechend anerkenne („Klärung der Lage“) und sich persönlich entschuldige („Verständnis“), weniger aber um „pekuniäre Ansprüche“ – offenbar geschieht dies oft aus Unkenntnis der aktuellen Rechtslage, wie sich bei den zahlreichen Gesprächen in den Pausen auch mit Medizinrechtlern ergab, denn den Schutz ihrer Haftpichtversicherung verlieren Ärzte durch solche Bemerkungen offenbar nicht. Wenn dies so stimmt, gilt es den Berufsstand entsprechend aufzuklären. Dass rechtliZBB Ausgabe 2/2010

che und versicherungsrechtliche Aspekte die Konfrontation zwischen Ärzten und Patienten deutlich verschärfen und das Patienten-ArztVertrauens-Verhältnis enorm belasten, war ein häug genannter Aspekt bei der Tagung und zeigt auch auf, wo ein weiterer wichtiger Hebel zur Verbesserung der Situation zu bewegen ist.

Patienten haben aber auch Pichten Das Referententeam der Tagung war für diese Phase der Entwicklung schon recht erfreulich besetzt. Auch der Aspekt „Schutz der Ärzte“ kam mehrfach zu Wort – sehr zurückhaltend und nicht im Zentrum der Beiträge, aber im Rückblick auf frühere Diskussionen zur Thematik „Patientenschutz“ ist man geneigt zu sagen: immerhin. Dass auch Ärzte ihre Anspruchsrolle bei „Patientenrechten“ haben, zeigte ein interessantes Beispiel aus Österreich, das Modell Patientenanwälte (keine Rechtsanwälte, sondern Mediatoren). Prof. Dr. Konrad Brustbauer berichtete über das Angebot in Wien und merkte an: „Es gibt auch Spitäler, die mit ihren Patienten nicht zufrieden sind – damit beschäftigen wir uns ebenso. Es ist hilfreich und heilsam für Patienten zu sehen, dass es auch Pichten gibt.“

Kooperation zwischen BZÄK und UPD angedacht Schon während der Koordinierungskonferenz Öffentlichkeitsarbeit von BZÄK und KZBV im September 2009 stand „Patientenorientierung“ im Zentrum. Zu den Referenten gehörten Marcel Weigand, UDP, und Dr. Günther Jonitz, Präsident der Berliner Ärztekammer und Initiator einer Aktion zum Umdenken in der Behandlungsfehlerpolitik. Die UPD hatte deutlich machen können, dass sich das Angebot nicht in Konkurrenz zu den etablierten Patientenberatungsstellen und auch nicht als fachliche Urteilsinstanz sieht, sondern als „Lotse“ für die Patienten. Die Bundeszahnärztekammer diskutiert derzeit eine sinnvolle Form der Kooperation, in der die Zahnärzte Mitspracherecht haben sollen.

Die Internetseite der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland nden Sie unter: www.upd-online.de

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Aktuelles

Nachrichten aus dem Partnerland Westfalen-Lippe Dr. Klaus Bartling neuer Präsident

v.l.n.r. Dr. Heide Weitkamp, Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl

Bundesverdienstkreuz für Ehrenpräsidenten Dr. Dr. Weitkamp (ZBB) Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, langjähriger Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), erhielt das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Damit wurde er für sein standes- und berufspolitisches Engagement ausgezeichnet. Bereits 1995 war ihm das Verdienstkreuz am Bande verliehen worden. Seitdem habe Weitkamp „sein Engagement intensiviert fortgesetzt und vor allem zukunftsweisende Initiativen für das Gesundheitswesen auf den Weg gebracht“, so hieß es in der Begründung. Dr. Dr. Weitkamp war von 2000 bis 2008 Präsident der BZÄK. Danach wurde er zum Ehrenpräsidenten gewählt. Von 1990 bis 2001 war er Präsident der Zahnärztekammer WestfalenLippe und seitdem auch dort Ehrenpräsident.

Der Zahnarzt Dr. Klaus Bartling ist neuer Präsident der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe (ZÄKWL). Der 56-Jährige wurde in der konstituierenden Kammerversammlung am 30. Januar 2010 in Münster gewählt. Dr. Bartling ist niedergelassener Zahnarzt in Dortmund und gehört seit 12 Jahren dem Vorstand der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe an, von denen er acht Jahre bereits das Amt des Vizepräsidenten ausübte. Dr. Bartling löste damit den bisherigen Präsidenten Dr. Walter Dieckhoff ab. Der neue Vizepräsident ist der Bielefelder Zahnarzt Jost Rieckesmann. Die Delegierten wählten zudem einen neuen Vorstand. Im Amt bestätigt wurden Dr. Martina Lösser aus Siegen und Dr. Klaus Befelein aus Sprockhövel. Neu im Vorstand sind HansJoachim Beier aus Hattingen, Dr. Detlev Buss aus Borken, Dr. Gordan Sistig aus Marl sowie Rüdiger Winkelmann aus Espelkamp. Dr. Bartling sieht seine Verpichtung für die Belange des zahnärztlichen Berufsstands klar deniert: „Ziel der Kammerarbeit wird es weiterhin bleiben, die Qualität der Patientenversorgung auf hohem Niveau zu gewährleisten. Ein freiberuich tätiger Zahnarzt ist wichtiger Bestandteil des Gesundheitswesens in Deutschland.“ Der Vorstand ist für eine Legislaturperiode von fünf Jahren gewählt worden.

Der neue Vorstand in Westfalen-Lippe (v.l.n.r.): Dr. Klaus Befelein, Dr. Martina Lösser, ZA Hans-Joachim Beier, Präsident Dr. Klaus Bartling, Vizepräsident ZA Jost Rieckesmann, Dr. Gordan Sistig, ZA Rüdiger Winkelmann, Dr. Detlev Buss

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Aktuelles

Verabschiedung Dr. Dieckhoff Mit der Wahl des neuen Kammervorstands am 30. Januar endete eine Ära. Dr. Walter Dieckhoff, der die Geschicke der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe fast neun Jahre lang leitete, trat nicht mehr zur Wahl an. Für die westfälischlippische Kollegenschaft sind seine Leistungen nicht hoch genug einzuschätzen. Hervorgehoben seien nur sein unermüdlicher Einsatz und sein Engagement für den Berufsstand auf Ebene der Bundeszahnärztekammer. Als Vorstandsmitglied der selbigen zeichnete er verantwortlich für den Bereich der Fort- und Weiterbildung. Insoweit übte er über lange Jahre das Amt des alternierenden Vorsitzenden des Gemeinsamen Beirats Fortbildung der BZÄK, DGZMK und KZBV aus. Als Mitglied des Ausschusses Qualität in der Zahnmedizin konnte er wichtige Impulse setzen. Seiner Nachhaltigkeit ist es zu verdanken, dass die Beziehung zur Rechtsaufsicht der Zahn-

ärztekammer WestfalenLippe auf ein h e r v o rr a g e n des Niveau gebracht werden konnte. Souverän leitete er in seiner Amtszeit zwei Jahre lang die Arbeitsgemeinschaft der neun nordrheinwestfälischen Heilberufskammern als deren Vorsitzender. Als Vorsitzender der Apollonia zu Münster–Stiftung der Zahnärzte in WestfalenLippe setze er die Arbeit seines Amtsvorgängers erfolgreich fort.

Dr. Walter Dieckhoff

Ausgeschieden aus dem Vorstand sind ebenfalls Dr. Gerhardus Kreyenborg, Dr. Bernhard Reilmann sowie Dr. Franz-Josef Wilde. ANZEIGE

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Aktuelles

Prof. Beske stößt Priorisierungsdebatte an Das Fritz-Beske-Institut aus Kiel stellte in Berlin eine neue Studie „Bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung mit begrenzten Mitteln“ vor. Die Autoren schlagen vor, wie auch in Zukunft verlässliche Parameter für alle Patienten geschaffen werden können. Autorin: Christina Pöschel, Öffentlichkeitsarbeit KZVLB Deutsche Patienten halten eine Gesundheitsversorgung für selbstverständlich, die weltweit ihresgleichen sucht. Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, dass wir ignorieren, wenn jemand den mahnenden Zeigenger hebt und auf die demographischen Prognosen der kommenden 50 Jahre verweist. Da die Gesellschaft sich schwertut, die Realität zu akzeptieren, wird sie mit einer Entwicklung zurechtkommen müssen, auf die sie nicht vorbereitet ist.

Die Studie „Bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung bei begrenzten Mitteln wurde publiziert in der Schriftenreihe Band 116 des Fritz Beske Instituts für

Bereits 1977 warnte der Arzt und Gesundheitsökonom Prof. Fritz Beske vor der RundumVersorgungsmentalität und postulierte: „Mit begrenzten Mitteln keine unbegrenzten Leistungen“. Er untermauerte seine Theorie mit handfesten Zahlen, doch ofziell ist in der Politik davon bisher nichts angekommen. Zumindest fand kein Politiker den Mut, den Versicherten zu sagen, dass nicht alles, was medizinisch möglich ist, in Zukunft auch bezahlt werden kann und dass mit einem „weiter so“ die gesetzliche Krankenversicherung alles andere als zukunftssicher ist.

Gesundheits-System Forschung in Kiel.

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Während heute der Leistungsbedarf der Versicherten das Finanzvolumen der GKV bestimmt, wird spätestens in zehn Jahren, also wenn die geburtenstarken Jahrgänge zur Altersgruppe der Alten werden, ein Paradigmenwechsel eintreten. Dann wird das der GKV zur Verfügung stehende Finanzvolumen den Leistungsumfang bestimmen. Noch deutlicher als heute wird sich zudem zeigen, dass die Medizin mehr leisten kann, als die Solidargemeinschaft der gesetzlich Versicherten zu zahlen in der Lage ist. Damit Patienten auch weiterhin auf die gesetzliche Krankenversicherung vertrauen können, muss jetzt mit der Diskussion begonnen werden, wie künftig das Notwendige bereitgestellt

werden soll. Diese Debatte wird sich um die Priorisierung und Rationierung von Leistungen drehen – Schlagworte, bei denen jeder GKVVersicherte zusammenzuckt. Doch laut Beske muss endlich die Verteufelung der Begriffe einer ehrlichen Diskussion weichen, in der Priorisierung für „Aufstellung der Maßnahmen nach Wertigkeit“ steht und das Wort „Rationierung“ enstprechend seinem lateinischen Ursprung als Vernunft begriffen wird. Rationierung gibt es heute schon, doch sie funktioniert heimlich, intransparent und nicht öffentlich und löst so bei den Patienten das Gefühl der Ungerechtigkeit aus. Was Beske will, ist eine öffentlich gemachte, transparente Denition eines Leistungskataloges, bei der jeder weiß, was er von seiner Krankenkasse erwarten kann und in welchem Bereich er selbst vorsorgen muss. Dazu heißt es in der Studie: „Jeder Bürger muss die Gewissheit haben, dass er, wenn er ernsthaft krank ist, einen zeitnahen Zugang zur notwendigen medizinischen Versorgung hat. Kein Bürger darf durch die Kosten für eine notwendige Versorgung in existenzielle Not geraten“. Daneben kann Beske sich jedoch auch wachsende private Vorsorge, Wartelisten und das Ausklammern von Leistungen vorstellen. So richtig und wichtig die Forderungen der Studie sind - diese Diskussion muss erst einmal angestoßen werden. Das größte Problem wird darin bestehen festzulegen, was als notwendig gilt und damit auch weiterhin nanziert wird, und was nicht. Es ist außerdem an der Zeit, die GKV endlich von Leistungen zu entrümpeln, die eigentlich aus Steuern bezahlt werden müssten. Deshalb ist die Sorge des großen alten Mannes der Gesundheitsökonomie wohl leider nur zu realistisch: „Meine Arbeit wird auf Ablehnung stoßen, weil sie eine unbequeme Wahrheit verkündet. Doch die Wirklichkeit wird die Politik einholen“. ZBB Ausgabe 2/2010


Aktuelles

Süßes Gift mit Nach- und Nebenwirkungen (ZBB) Wer glaubt, seiner Praxis durch die Teilnahme an einem Selektivvertrag Gutes zu tun, irrt. Doch es ist nicht immer leicht, die Wahrheit aus verlockend klingenden Verträgen herauszultern. Rainer Linke informiert nicht nur die Zahnärzte im Land Brandenburg. Zu ihrer Regionalberatung in Cottbus hatte die Zahntechnikerinnung Berlin/Brandenburg das KZV-Vorstandsmitglied eingeladen. Die ca. 20 Teilnehmer folgten den Argumenten voller Interesse und stellten zahlreiche Fragen. Die vorläug letzte Veranstaltungen ndet im April in Frankfurt (Oder) statt.

Zahnärzteverband feierte den 20. Geburtstag Weßlau hatten als „Männer der ersten Stunde“ viel Interessantes zu resümieren. Dr. Weßlau zeigte in einer Präsentation längst vergessene Dokumente aus den Anfangsjahren des Verbandes. Der Verbandsvorsitzende, Dr. Eberhard Steglich, bedankte sich bei allen Verbandsmitgliedern für 20 Jahre engagierte Arbeit. Dr. Eric Banthien, Vorstandsvorsitzender der KZV Hamburg und als Vorsitzender der IGZ dem Verband seit Beginn verbunden, fand lobende Worte für die Vordenker im Verband, die viele mutige Ideen hervorgebracht hätten. Mit Gesprächen und lebhaften Diskussionen verbrachten die Verbandsmitglieder die Feier. (ZBB) Zu einer Festveranstaltung anlässlich seines 20-jährigen Bestehens hatte der Verband Niedergelassener Zahnärzte am 26. Februar 2010 eingeladen. Im Avendi-Hotel am Potsdamer Griebnitzsee trafen sich Verbandsmitglieder und ihre Gäste. An einem Geburtstag, noch dazu einem runden, ist es üblich, Rückschau zu halten und sich an die eine oder andere Anekdote aus diesen vielen Jahren zu erinnern. Der Verbandsvorsitzende, Dr. Eberhard Steglich, der Vorsitzende der IGZ, Dr. Eric Banthien und Dr. Karl-Heinz ZBB Ausgabe 2/2010

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Aktuelles

Vorstandsvize Schmidt feierte seinen 60. Der stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Land Brandenburg und Präsident des Landesverbandes der Freien Berufe, Dipl.-Med. Thomas Schmidt, lud zum festlichen Empfang am 12. Februar ein.

Maizière und vom 3. Oktober 1990 bis Dezember 1990 Mitglied des Deutschen Bundestages. Als um das Jahr 1994/1995 der damals noch ehrenamtliche Vorstand der KZV Land Brandenburg mit einer kompetenten Persönlichkeit verstärkt werden musste, el sehr schnell der Name Thomas Schmidt. Aus dem Ehrenamt wurde im Jahre 2005 ein hauptamtlicher Vorstandsposten.

Anlässlich des Jubiläums hatten die Kassenzahnärztliche Vereinigung und der Landesverband der Freien Berufe zu einem gemeinsamen Empfang eingeladen. Laudator war unter anderem der KZV-Vorstandsvorsitzende Dr. Gerhard Bundschuh

(ZBB) Vertreter der zahnärztlichen Körperschaften, Präsidenten der Mitgliedsverbände des LFB und Mitarbeiter der KZVLB nahmen am festlichen Geburtstagsempfang für Dipl.-Med. Thomas Schmidt teil. In einer launigen Rede dankte Dr. Bundschuh dem Jubilar für seine 15 engagierten Jahre im Vorstand der KZVLB und stellte den berufspolitischen Werdegang des Jubilars dar. Bereits vor seiner Zeit in der KZV war Thomas Schmidt in der Politik aktiv: Am 18. März 1990 wurde er Mitglied der Volkskammer und gesundheitspolitischer Sprecher der DSU-Fraktion, war bis zum 3. Oktober 1990 Parlamentarischer Staatssekretär der Regierung Lothar de

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Von Beginn an engegierte er sich vehement für die Interessen seiner zahnärztlichen Kollegen. Sein standespolitisches Handeln setzte Prämissen, wie zum Beispiel die Freiberuichkeit des zahnärztlichen Berufes bei angemessener Honorierung zu erhalten und die den Freiberuern aufgezwungenen bürokratischen Reglementierungen mit dem Ziel abzubauen, der zahnärztlichen Selbstverwaltung den Rücken zu stärken. Zu den 15 Jahren KZV-Arbeit kommen für Thomas Schmidt zehn Jahre als Präsident des Landesverbandes der Freien Berufe. Auch hier fällt die Bilanz erfreulich aus, wofür ihm Vizepräsident Michael Klauß dankte: Die Zahl der Mitgliedsorganisationen hat sich mit 20 seit damals fast verdoppelt. Heute vertritt der Landesverband der Freien Berufe Brandenburg rund 7.000 Freiberuer, die 32.000 weiteren

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Aktuelles

Menschen in Brandenburg sichere und gute Arbeit geben. Er ist geschätzter und geachteter Partner der Politik. Unter seiner Ägide kommen jedes Jahr die Freiberuer-Präsidenten mit dem Ministerpräsidenten zusammen. Gute Kontakte gibt es zum Landesparlament und zu den politischen Parteien. In Potsdam wurde eine gut funktionierende Geschäftsstelle geschaffen, der Verband hat sich eine neue Satzung gegeben und bei der jüngsten Wahl den Vorstand vergrößert, um die Arbeit auf mehr Schultern zu verteilen. Seit vielen Jahren erscheint als Publikation die LFB-Information, der Verband ist im Internet unter: www.freieberufe-brandenburg.de präsent.

Der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes der freien Berufe, Michael Klauß, überbringt die Glückwünsche

für die Belange der Freiberuer: „Im Namen der Freiberuer Brandenburgs gratulieren wir, Nichts davon geschah im Selbstlauf, sondern der Vorstand des LFB Brandenburg und die Geist das Resultat unermüdlicher Arbeit und be- schäftsstelle, sehr herzlich und wünschen uns achtlicher Durchsetzungskraft. Michael Klauß auch weiterhin einen so integren und sympadankte dem Jubilar für seinen großen Einsatz thischen Präsidenten.“

Spenden brachten neues Fenster für die Kirche „Keine Geschenke“ hatte sich Thomas Schmidt zu seinem Geburtstag gewünscht. Ausdrücklich erwünscht war hingegen eine Spende für die alte Dorfkirche in Groß Zicker auf der Insel Rügen. Den Gästen geel diese Idee und sie füllten das Spendenkonto. 2.135 Euro kamen zur Freude von Pfarrer Olav Metz zusammen, der bereits eine konkrete Verwendung für die Summe hat. Die kleine Backsteinkirche aus dem Jahre 1360 verfügt über einen der wenigen noch erhaltenen mittelalterlichen Schnitzaltäre und mittelalterliche Ausstattungsstücke, wie ein Altarkruzix, eine Bronzeglocke und einen Sakramentsschrein, der aus einem einzigen Eichenstamm gehauen wurde. Um den Erhalt dieser Kostbarkeiten macht sich der Pfarrer seit einiger Zeit Gedanken. Weil das Erdreich an der Nordseite der Kirche fast einen Meter über dem Innenraum liegt, herrscht zu hohe Feuchtigkeit in der Kirche.

des Kircheninneren in Angriff genommen werden. Noch verschließt lediglich eine dicke Pappe das Fensterloch, doch sobald die Außentemperaturen es zulassen, wird sie durch das neue Fenster ersetzt.

Ein Dankeschön aus dem Pfarramt In einem Brief bedankte sich Pfarrer Olav Metz für die Spende und wünschte Thomas Schmidt Gottes Segen für seinen weiteren Weg.

Dank der Geburtstags-Spende kann nun ein Lüftungsfenster eingebaut und alle weiteren notwendigen Maßnahmen zur Entfeuchtung ZBB Ausgabe 2/2010

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Termine

Wir trauern um unsere Kollegen OMR Dr. med. dent. Lothar Walther aus Elsterwerda geboren am 20. Dezember 1920 verstorben im Januar 2010 Zahnärztin Christine Merkel aus Hönow Geboren am 18. Januar 1943 verstorben im Februar 2010

DGMZK-Fotowettbewerb 2010: „Freude am Beruf“ Autor: Dr. W. Bengel, Vizepräsident der DGZMK Freude am Beruf zu haben, auch wenn die Rahmenbedingungen einmal schwieriger werden, gehört sicher zu den Geheimnissen jedes im Beruf erfolgreichen Menschen. Von der Art des Berufes ist dies weitgehend unabhängig. Hingabe an die Aufgabe gehört dazu, das Gefühl der Kompetenz, sich nicht als Opfer zu fühlen, und die menschliche Beziehung.

Gewinnen Sie mit „Freude am Beruf“ – beim Fotowettbewerb aus Anlass des Deutschen Zahnärztetages 2010

Der diesjährige Fotowettbewerb steht unter dem Thema „Freude am Beruf“, wobei der Bildinhalt natürlich nicht auf den zahnmedizinischen Bereich begrenzt ist. Es kann der Fischer, der sich über seinen Fang freut, sein oder der Uhrmacher, der Feuerwehrmann ebenso wie der Lehrer. Nehmen Sie teil und zeigen Sie eine der wichtigsten Aspekte jedes beruichen Handelns mit Ihren besten Bildern!

Nach dem großen Erfolg der Fotowettbewerbe in den Vorjahren wird für den Deutschen Zahnärztetag 2010 wieder ein Fotowettbewerb ausgeschrieben. Teilnehmen kann jeder, eingereicht werden sollten eine bis maximal drei Abbildungen im Format 30 x 40 cm, zusätzlich die Bilddatei in einer Größe von ca. 1024 x 768 Pixeln. Ausdruck und Datei sind bitte an das Büro der DGZMK in Düsseldorf zu senden (dgzmk@dgzmk.de; Liesegangstr. 17 a, 40211 Düsseldorf.) Wie auch in den Vorjahren stehen beim großen Gemeinschaftskongress der Fachgesellschaften der DGZMK wertvolle Sachpreise zur Verfügung. Eine Jury wird die Siegerbilder ermitteln. Einsendeschluss ist der 15. September 2010.

40

ZBB Ausgabe 2/2010


Termine

Zahnärzte, die keine Gratulation wünschen, wenden sich bitte mindestens zehn Wochen vorher an: Jana Zadow, LZÄKB, Tel. 03 55 381 48-15.

Wir gratulieren ganz herzlich zum Geburtstag ... allen Zahnärztinnen und Zahnärzten, die in den Monaten Mai und Juni ihren Ehrentag feiern. Wir wünschen Ihnen allen beste Gesundheit, viel Spaß am Leben sowie schöne Stunden im Kreise Ihrer Familie. Ganz besonders gratulieren wir ... im Monat Mai

zum 80. am 18. Mai

zum 89. am 24. Juni

zum 75. am 8. Juni

zum 98. am 18. Mai ZÄ Dorothea Altenburg aus Falkensee

SR Dr. med. dent. Gisela Hellwig aus Mühlenbeck

ZÄ Eva Gleistein aus Stahnsdorf

SR Dr. med. dent. Erika Fuchs aus Potsdam

zum 75. am 6. Mai

zum 84. am 24. Juni

zum 70. am 12. Juni

zum 89. am 26. Mai

Dr. med. dent. Christa Zech aus Massen

SR Rotraud Ragotzky aus Potsdam

Dr. med. dent. Erna Kristalle aus Frankfurt (Oder)

Dr.med.dent. Margot Kraus aus Glienicke

zum 70. am 9. Mai

zum 83. am 1. Juni

zum 70. am 19. Juni

zum 86. am 24. Mai Dr. med. dent. Eva Hoth aus Hönow

Dr. med. Hans-Jürgen Freund aus Oehna

ZA Günter Zwick aus Hennigsdorf

ZÄ Hannelore Bansemer aus Cottbus

zum 70. am 11. Mai

zum 83. am 10. Juni

zum 70. am 22. Juni

zum 82. am 10. Mai Dr. med. dent. Hans-Georg Huhle aus Templin

Dr. med. dent. Eberhard Paul aus Prenzlau

Dr. med. dent. Heinz Zylla aus Falkensee

Dipl.-Med. Hilde Kähler aus Frankfurt (Oder)

zum 70. am 31. Mai

zum 81. am 2. Juni

zum 70. am 25. Juni

zum 82. am 26. Mai

ZÄ Ursula Dommnick aus Altfriedland OT Karlsdorf

Dr. med. Siegbert Gendritzki aus Schwarzheide

SR Dr. med. Erika Weigel aus Herzberg

Dr. med. dent. Gertraud Köhler-Peter aus Forst (Lausitz)

zum 65. am 10. Mai

zum 81. am 8. Juni

zum 65. am 5. Juni

ZÄ Sabine Wiesner aus Zehdenick

SR Dr. med. dent. Rolf Hagin aus Premnitz

ZÄ Inge Siegel aus Potsdam

zum 65. am 19. Mai

zum 81. am 19. Juni

zum 65. am 6. Juni

ZA Hans-Theo Weidner aus Calau

Dr. med. Volker Rielow aus Schulzendorf

Dr. med. dent. Christa Schefer aus Potsdam

ZÄ Gudrun Krastel aus Heidesee OT Dolgenbrodt

zum 65. am 19. Mai

zum 81. am 28. Juni

zum 65. am 23. Juni

zum 81. am 25. Mai

ZÄ Rosemarie Holtschke aus Friedland

SR Wolfgang Renner aus Eberswalde

Dipl.-Med. Hannelore Starke aus Rüdersdorf

im Monat Juni

zum 80. am 18. Juni

zum 81. am 5. Mai Dr. med. dent. Gisela Jagusch aus Senftenberg

zum 81. am 10. Mai

Dr. med. dent. Ulrich Sikora aus Cottbus

zum 98. am 7. Juni

MR Dr. med. dent. Kurt Wollenhaupt aus Teupitz

SR Heinz Lange aus Spremberg

ZBB Ausgabe 2/2010

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Wissenswertes

1951 „springende Gene“ vorgestellt Das Buch „Meilensteine der Wissenschaft“ vereint insgesamt 250 Porträts wissenschaftlicher Entdeckungen. Eine davon kam von Barbara McClintock, die unter anderem Untersuchungen über bewegliche genetische Elemente durchführte. Bis 1931 hatte McClintock nachgewiesen, dass der genetische Austausch während der Produktion der Keimzellen – der so genannten Meiose – mit einem Materialaustausch zwischen den Nachdem sie 1927 an der amerikanischen Cor- Chromosomen einhergeht. Diese Experimente nell-Universität in Botanik promoviert hatte, gelten als Meilensteine in der Geschichte der wandte sich Barbara McClintock (1902 – 1992) Genetik, da sie den Zusammenhang zwischen der Genetik der Maispanze zu. Damals war den Chromosomen und der Vererbung der die Tauiege der meistverwendete „Modellor- Gene nachwiesen. ganismus“ der Genetik, aber an der CornellUniversität wurde bevorzugt an Mais gearbei- McClintock ist jedoch vor allem für ihre Arbeitet. Die Farben der Körner an einem Kolben ten über „springende Gene“ bekannt geworsind gute Anzeiger des in der Panze aktiven den. Im Jahre 1941 wechselte sie zum Cold Erbgutes, und ihre großen Chromosomen, also Spring Harbor Laboratory im Bundesstaat New die Träger der Gene, lassen sich unter dem Mi- York, das zu einem berühmten Sammelplatz kroskop bequem untersuchen. Schließlich gibt für Pioniere der Molekularbiologie avancieren die lange Reifungszeit von Mais den Forschern sollte. Als ihr aufgefallen war, dass auf den ausreichend Zeit für die durchdachte Planung Blättern und Körnern ihrer Maispanzen ab und an seltsam gefärbte Punkte und Flecken ihrer genetischen Experimente. auftauchten, wandte sie sich den Kontrollmechanismen für die Gene zu, welche die Farben festlegen. Sie entwickelte die Vorstellung, dass es bewegliche genetische Einheiten geben muss, die ihre Position innerhalb eines Chromosoms verändern können. Wenn sie mitten in ein Gen springen, verhindern sie unter Umständen, dass es ein- oder abgeschaltet wird. Das Genom – die Gesamtheit des Genbestands einer Zelle – erwies sich als viel veränderlicher, als es selbst die kühnsten Köpfe bis dahin angenommen hatten. Quelle: „Meilensteine der Wissenschaft“, Herausgeber: Peter Tallack, Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg – Berlin, 2002

Barbara McClintock im Jahr 1983, als sie im Alter von 81 Jahren den Nobelpreis erhielt.

Als McClintock ihre Befunde 1951 der Genetiker-Gemeinde vorstellte, begegnete man ihr mit Unverständnis und Ablehnung; es gab sogar Gemunkel über ihren Geisteszustand. Im Laufe der Siebzigerjahre jedoch entdeckte man McClintocks bewegliche genetische Elemente, die „Transposons“, auch in etlichen anderen Organismen. Für ihre Pionierarbeit wurde Barbara McClintock 1983 – im hohen Alter von 81 Jahren – mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet. 42

ZBB Ausgabe 2/2010


Inhaltsverzeichnis Jahrgang 20/2009

Heft 1

Manchmal ist weniger mehr: Schweigepicht

36

Zweifelhafte „Vorteile“ durch Selektivverträge

38

Tag der Zahngesundheit 2009 vorbereiten

39

Fotowettbewerb zum Deutschen Zahnärztetag ’09

40

DGÄZ schreibt Wettbewerb „Young Esthetics“ aus

40

Die Computer-Spende der LZÄKB ist angekommen!

41

6

Darwinjahr 2009: „Dahinter steckt ein Genius“

42

Schiefe Zähne - schiefe Kinder - Kopfschmerzkinder?

7

Wir gratulieren / Zahnarztausweise ungültig

43

Glück mit dem 13.: erfolgreicher Prophylaxetag

8

Hängepartie und eine seltene Spezies

3

Pizzabestellung a la 2015 ... (Vorsicht: Glosse!)

5 10

Noch vier Monate bis zum Punkte-Stichtag Gingivale Gesundheit: rezessionsfreie Schönheit oder funktionelle Langzeitstabilität?

Kostenfreier Informationsabend ZMP-Seminar

9

Sechs Zulassungsanträgen wurde entsprochen

11

Der Blick ins Internet – Fundsachen für Sie

14

Fragen und Antworten zur Abrechnung

Heft 3 Wahlzeiten

3

12

Das Kreuz mit dem Kreativ-Sein

5

Scheingemeinschaftspraxen sind gefährlich

15

Attraktive Angebote direkt vor der Haustür

6

Gut planen: die Abgabe einer zahnärztlichen Praxis

16

Praxisteam soll vom Angleich protieren

8

Dr. Lenke bleibt Präsident in Baden-Württemberg

18

Zahnärztliche / KFO-Versorgung im Bereich der KZVLB

11

Ungebrochenes Interesse an Implantaten

19

Qm mit der KZV leicht gemacht

12

Zahnärztekammer Berlin wählt neuen Vorstand

19

Das Zahnärzteblatt wird im Oktober 20

14

KZV auf neuen gesundheitlichen Pfaden

20

Es gibt Hürden für Kinder und Eltern aus sozial

„Brandenburgisches Zahnärzteblatt“ im Visier

22

benachteiligten Familien

Mit dem Teleskop den Sternenhimmel erobern

24

Herausgabe von Patientenunterlagen

18

Das expandierende Universum

26

Pfaff: Wichtige Termine zum Vormerken und Buchen

20

Wir gratulieren ganz herzlich

27

Psychosomatik in der Zahnmedizin

22

Charité sucht ihre Golddoktoren

28

Implantologie im Fokus der GOZ-Sprechstunde

24

Dienstagabendfortbildung in Berlin

28

Fragen und Antworten

26

Sportweltspiele der Medizin

28

Ausbildung tut not – Fachkräftemangel droht

29

Gaba Praktikerpreis der DGZ

28

Was ist neu beim Versorgungswerk?

30

Zahnrat-Faxformular

31

Rückfall ins Kaiserreich?

32

Potsdamer Schülertag mit Zahngesundheitsthemen

33

Behindertenmesse: Integration ist die beste Hilfe

34

Heft 2 Wird das Vergütungsniveau endlich angeglichen? Bundeskanzlerin feiert 60. mit Freiberuern

3 5

Kammerversammlung: Schöner Erfolg für die Zahnärzteschaft

6

16

KZV-Stand Besuchermagnet in Eberswalde

34

KZBV bittet um Mithilfe bei Kostenstrukturerhebung

35

KZV-Mitarbeiterin erfolgreich im Supermarathon

35

Koordinierungskonferenz Qualitätsmanagement

10

Glückliche Kinderaugen sind schönster Dank

36

Hygienekosten in der Zahnarztpraxis

12

Biker spenden für Behandlungszentrum

37

Zahnersatzversorgung im Ausland mangelhaft

14

Wir trauern um unseren Kollegen

38

Der Blick ins Internet: die Patientenberatung

16

Start für 6. Fortbildungsgang der AS-Akademie

38

Fax-Bestellformular für die Patientenzeitschrift ZahnRat

17

Wir gratulieren ganz herzlich zum Geburtstag

39

Wenn die Sucht die Kontrolle übernimmt

18

Verlagsseite

40

Zehn Zulassungsanträgen wurde entsprochen

19

Impressum

41

Gesundheitsmesse in Erkner

19

Auf Bildungsmessen für ZFA-Nachwuchs werben

20

Heft 4

Pfaff : Dentalhygienikerinnen im Fokus

21

QM ist keine Hexerei

3

Kurs „Die Sinuslift-OP in der Praxis“ als Resümee

22

Barrieren bei der Sanierung von Milchzähnen

24

An den Programmen messen... und wählen

6

Medikamente in der Parodontaltherapie

29

Mit Volldampf zurück zum Zentralismus

Auch mal abweichen ...

30

Praxisbeispiele von Kollegen für Kollegen

Fragen und Antworten zur Abrechnung

32

Kommunikation und Gemeinsamkeit zählen

11

Als freier Mitarbeiter in einer Zahnarztpraxis?

34

Deutsche zurückhaltend mit Dentaltourismus

12

ZBB Ausgabe 2/2010

8 10

43


Inhaltsverzeichnis Jahrgang 20/2009

Thema verfehlt? Ein Kommentar zur IDZ-Studie

13

Brandenburg begrüßt Verbot der

AOKs Berlin und Brandenburg künftig vereint

39

Wir gratulieren ganz herzlich zum Geburtstag

37

Inländerdiskriminierung

17

Verlagsseite

38

Vorerst keine Ost-West-Angleichung in Sicht

19

Impressum

41

Wichtige Internetseiten für Ihre Praxistätigkeit

20

Erste Satzung zur Änderung der Beitragsordnung der

20 Prozent brauchen eine intensive Einzelbetreuung

21

LZÄKB

Prüfungstermine für den Zeitraum 2009/2010

22

19

Probezeit - Zeit zum Probieren, ob es passt

23

Heft 6

Endodontie bei Kindern

24

Koalitionsvertrag mit Hoffnungsschimmer

3 5

Fragen und Antworten zur Abrechnung

28

Vorsorge für Hinterbliebene erweitert

34

Silberne Ehrennadel für zwei Zahnärzte

Strafanzeige gegen Patienten sträich?

35

Zahnärzte fordern: Endlich Bürokratieabbau

6

Ein Westfale wird Brandenburger

36

Gruss zum Jahreswechsel

9

20 Jahre ZBB - ein Beitrag von anno 1990

37

Neuausrichtung des Berufsstandes gefordert

10

Neue Leiterin Finanzen/Haushalt der LZÄKB

38

Kinderzahnmedizin in Brandenburg „up to date“

12

apoBank: Herbert Pfennig folgt Günter Preuß

39

Kinderzahnheilkunde soll praktisch umsetzbar sein

15

Planung für die XVI. Kongress-Schiffsreise beginnt

39

Fotoimpressionen Brandenburgischer Zahnärztetag

16

1. Potsdamer Firmenlauf mit KZV-Beteiligung

40

Nach der Prüfung ist vor der ZFA-Prüfung

17

Z-PMS 2009 ist seit Dezember verfügbar

18

Fax-BestellFormular für aktuelle ZahnRat-Ausgaben

20

Auswertung der ZahnRat-Umfrage im Land

21

Wir trauern 41 Wrigley-Prophylaxe Preis-Ausschreibung 2010

41

Anmeldeformular Curriculum Allgemeine Zahnheilkunde

43

Pfaff -Berlin: Starke Curricula und Strukturierte

Wir gratulieren ganz herzlich zum Geburtstag

45

Fortbildung

22

Ein subatomarer Geist, ein Phänomen

46

Fortbildung im Advent: der Berliner Prophylaxetag

23

Verlagsseite

47

Fragen und Antworten zur Abrechnung

26

Impressum

49

Wenn der MDK einen Fall zu begutachten hat ...

28

Bekanntmachungen der Widerspruchsstelle der KZVLB

30

Ästhetische Zahnprobleme großes Beratungsthema

31

Die Welt der schönen neuen Selektivverträge ...

31

14. Sportwochenende in Bad Saarow

32

5

Kieferorthopäden informieren über AD(H)S-Kinder

33

Patientenorientierung - was sonst?

6

Wir gratulieren ganz herzlich zum Geburtstag

34

QM mit der KZV leicht gemacht (Teil 2)

8

1957: Der Sprachinstinkt wird begründet

35

Heft 5 Wir haben gewählt Fünfzehn hat‘s erwischt

3

Trümpfe mit Aufstiegsfortbildung und Curricula

10

Verlagsseite

36

Brandenburgischer Zahnärztetag

11

Impressum

37

Dem Patienten gebührenrechtlich Recht getan

14

Fragen und Antworten zur Abrechnung

16

Praxisausfallversicherung in der Zahnarztpraxis

20

Vorsicht walten lassen bei Privatpatienten?

22

Versorgungswerk : Erfolg für Kindererziehende

24

Die Sommerprüfung erfolgreich bestanden

26

Aller Anfang ist schwer

27

Zum Einsatz von Fluorid innerhalb der IP

28

Für perfekte Vor-Ort-Partnerschaft

29

Neue rechtliche Vorgaben bei Röntgengeräten

30

Neuzulassungen im Land Brandenburg

32

Besuch aus Kenia in der KZVLB

33

Jubiläum für „Ins Maul geschaut“ in Cottbus

34

Brandenburgische Senioren auf Berliner Tour

36

Der Herbst ist Gesundheitsmessezeit

25

44

ZBB Ausgabe 2/2010


21. Jahrgang

SIE HABEN FORMAT UND WIR HABEN DIE GRÖSSE, DIE ZU IHNEN PASST!

im Zahnärzteblatt Brandenburg

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Landeszahnärztekammer Brandenburg, Hausanschrift: Parzellenstraße 94, 03046 Cottbus Postanschrift: Postfach 100722, 03007 Cottbus

FÜR DIE KZVLB REDAKTION: Rainer Linke (verantwortlich) Christina Pöschel Telefon: 0331 2977-0 / Fax: 0331 2977-318 E-Mail: christina.poeschel@kzvlb.de Internet: http://www.kzvlb.de

FÜR DIE LZÄKB REDAKTION: Maria-Luise Decker (verantwortlich) Jana Zadow Telefon: 0355 38148-0 / Fax: 0355 38148-48 E-Mail: jzadow@lzkb.de Internet: http://www.lzkb.de gemeinsames Internetportal: http://www.zahnaerzte-in-brandenburg.de

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Anzeigenschluss: am 20. des Vormonats Anzeigen: Samira Rummler Tel.: 030 - 761 80-663 · Fax: 030 - 761 80 693 E-Mail: rummler@quintessenz.de

REDAKTIONSBEIRAT: KZV LB: Dr. Gerhard Bundschuh, Dipl.-Stom. Sven Albrecht, Raimar Köster, Dr. Loretta Geserich LZÄKB: Dipl. -Stom. Jürgen Herbert, Dr. Eberhard Steglich

HINWEIS DER REDAKTION: „Zahnarzt“ ist die formelle Bezeichnung gemäß Zahnheilkundegesetz. Im Interesse einer leichteren Lesbarkeit wird auf die weibliche bzw. männliche Form der Berufsbezeichnung verzichtet. Das gleiche gilt für die Berufsbezeichnungen „Zahnmedizinische Fachangestellte“, „Zahnmedizinische Verwaltungsassistentin“, „Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin“, „Zahnmedizinische Fachassistentin“ und „Dentalhygienikerin“.

FOTOS UND ILLUSTRATIONEN: BDI/Schwarz, Bezirksregierung Detmold, Birgit Dohlus, Christina Pöschel, Grakdesign Schwarz, proDente e. V., Jana Zadow Das Zahnärzteblatt beinhaltet zugleich amtliche Mitteilungen gemäß § 25 der Hauptsatzung der LZÄK Brandenburg. Zuschriften redaktioneller Art bitten wir nur an die Herausgeber zu richten. Für unverlangt eingesandte Manuskripte übernehmen wir keine Haftung. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Leserbriefe gekürzt zu veröffentlichen. Gezeichnete Artikel, Anzeigen und Leserbriefe geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Nachdruck der in dieser Zeitschrift veröffentlichen Beiträge ist nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet. Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Mit Ausnahme der gesetzlich zulässigen Fälle ist eine Verwertung ohne Einwilligung des Verlages nicht erlaubt.

VERLAG, ANZEIGENVERWALTUNG UND VERTRIEB: Quintessenz Verlags-GmbH, Komturstraße 18, 12099 Berlin Telefon: 030 76180-5, Telefax: 030 76180-693 Internet: http://www.quintessenz.de E-Mail: info@quintessenz.de Konto: Commerzbank, Konto-Nr. 180215600, BLZ 100 400 00. Zur Zeit ist die Anzeigenpreisliste Nr. 9/2002 gültig Geschäftsleitung: Horst-Wolfgang Haase/Alexander Ammann Verlagsleitung: Johannes W. Wolters Herstellung: Heike Rohde Vertrieb: Angela Köthe Anzeigen: Samira Rummler

DRUCK UND WEITERVERARBEITUNG: Das Druckteam Berlin, Gustav-Holzmann-Straße 6, 10317 Berlin

ISSN 0945- 9782 Die Zeitschrift erscheint sechs Mal im Jahr, Erscheinungstermin ist jeweils der 20. des geraden Monats. Die Zeitschrift wird von allen Brandenburgischen Zahnärzten im Rahmen ihrer Mitgliedschaft zur Landeszahnärztekammer bezogen. Der Bezugspreis ist mit dem Mitgliedsbeitrag abgegolten. Bezugsgebühr: jährlich 19,– € zzgl. Versandkosten Einzelheft 3,– €. Bestellungen werden vom Verlag entgegengenommen. Die Kündigungsfrist für Abonnements beträgt 6 Wochen zum Ende des Kalenderjahres.

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Verlagsseite

Remin Pro – sanfter Schutz für die Zähne Remin Pro, das ist die neue schützende Zahnpegecreme von VOCO zur Erweiterung des OralCare-Angebots des Zahnarztes. Sie dient der sanften Regeneration der Zahnhartsubstanz bei verschiedenen Indikationen. So etwa nach konservierender Zahnbehandlung, der professionellen Zahnreinigung, dem Bleaching oder bei kieferorthopädischen Behandlungen. Remin Pro trägt zur Neutralisation plaquebedingter Säuren bei. Mit seinem Gehalt an Hydroxylapatit und Fluorid fördert es die natürliche Remineralisation und sorgt damit für eine Stärkung des Zahnschmelzes. Indem es sich wie ein Schutzlm auf die Zahnhartsubstanz legt, beugt Remin Pro Hypersensitivitäten vor. Durch seine den Zahnschmelz auffüllende Wirkung glättet es die Zahnoberächen spürbar ab und erschwert so die Anhaftung bakterieller Zahnbeläge. Remin Pro gibt es in den drei Geschmacksrichtungen Mint, Melone und Erdbeere.

red dot design award 2010 für SIROLaser Insgesamt fünf Sirona-Produkte tragen das begehrte Label des red dot design awards: inEos, SIROPure, inLab MC XL und CEREC MC XL. Nun wurde auch der Diodenlaser SIROLaser Advance mit dem internationalen Designpreis ausgezeichnet. Damit erhält der 2009 auf den Markt gebrachte Laser nach dem GOOD DESIGN Award bereits die zweite Auszeichnung für seine hervorragende Gestaltung. Die internationale 30-köpge Jury hat den SIROLaser Advance mit einer so genannten honourable mention ausgezeichnet. Damit werden besondere Detailleistungen eines Produktes hervorgehoben.

verbessert haben. Heute protieren weltweit in insgesamt 23 Ländern Dentallabore und auch Zahnarztpraxen von einem umfassenden anwenderorientierten Produktportfolio: verschiedene Scanner, mehrere Softwareprogramme, Fräs- und Lasersintermaschinen, eine umfangreiche Materialauswahl sowie Werkzeuge und Zubehör. Das vielfältige Angebot ermöglicht eine bedarfsgerechte Zusammenstellung individuell abgestimmter CAD/CAM-Systeme – dank offener Schnittstellen bei Bedarf auch in Kombination mit Komponenten anderer Hersteller. Auch 2010 stehen einige Produkteinführungen auf dem Programm. Hierzu gehören der Intraoralscanner Hint-ELs® directScan für die digitale Abdrucknahme, die Modellationssoftware Hint-ELs® dentalMagic mit einer bahnbrechenden neuen Bedienoberäche, die extrem kompakte Fräsmaschine Hint-ELs® easyCut oder die hochproduktive Lasersintereinheit Hint-ELs® rapidPro 250. Weitere Informationen sind erhältlich über die Hotline 061 55 89 98 0, unter www.hintel.com oder per EMail an info@hintel.com.

Ultrafeiner neuer Glasionomerzement

GIZ® l XN heißt der neue Glasionomerzement aus dem Produktsortiment von Dr. Ihde Dental. Dank ultrafeiner Füllstoffe verfügt das Glasionomer über zahlreiche Vorzüge gegenüber herkömmlichen Materialien dieser Werkstoffklasse. Hierzu zählen unter anderem eine deutlich gesteigerte Verschleißfestigkeit und gute Polierbarkeit. Aufgrund der optimierten Materialeigenschaften kann GIZ® l XN nicht nur für temporäre, sondern – in nicht kaulasttragenden Bereichen – auch für dauerhafte Restaurationen verwendet werden. Es ist absolut biokompatibel und überzeugt durch eine Hint-ELs: Eine Vision wurde Wirklichkeit sehr hohe Adhäsion zu Schmelz und Dentin, sodass ein Durchaus mit Stolz dürfen das hessische Unternehmen dauerhafter Haftverbund für langlebige Restaurationen Hint-ELs und dessen Geschäftsführer ZTM Josef Hinter- erzielt wird. Im Angebot sowohl als Pulver als auch als sehr (Foto), auf die vergangenen zehn Jahre seit der Kapselwerkstoff. Zur Auswahl stehen die Zahnfarben A2, Geburtsstunde zurückblicken: Hinter ihm liegt ein CAD/ A3 und A3,5. Weitere Informationen über Dr. Ihde DenCAM-Jahrzehnt voller Innovationen, Produkt- und Pro- tal GmbH, 85386 Eching, Tel. 089 319 761-0, Fax 089 zessoptimierungen, die das DentaCAD System kontinu- 319 761-33, E-Mail: info@ihde-dental.de oder unter www. ierlich ausgebaut und hinsichtlich Qualität und Efzienz ihde-dental.de. 46

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