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Neuer Vorstand Bernd Brautmeier und Dr. Peter Potthoff gewählt

OLG Düsseldorf Prämien für Einweisungen in Kliniken sind rechtswidrig

SAPV Mettmann und Düren sind Pioniere im Rheinland

Laborleistungen Glukose und Cholesterin-Test auch in der Arztpraxis möglich

Arzneimittel Nebenwirkungen PPI verursachen die Symptome, die sie eigentlich beseitigen sollen

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Inhalt 1

Editorial

Schwerpunkt 2

Nach der Kündigung des amtierenden Vorstands: Bernd Brautmeier und Dr. Peter Potthoff im Vorstand

Aktuell 4

Bewertungsausschuss beschließt Gesamtvergütung 2010: 130 Millionen Euro mehr für Nordrhein

5

Neue Lesegeräte kommen ab Oktober zum Einsatz: Kassen wollen in 2009 über 100.000 eGK ausgeben

6

Lebensqualität bis zum Lebensende: Mettmann und Düren bieten spezialisierte ambulante Palliativversorgung

8

Neue Grippe: Massenimpfung startet am 26. Oktober - Viele Praxen stehen als Impfstellen bereit

Berichte 16 Oberlandesgericht Düsseldorf: Prämie für Krankenhausweisungen rechtswidrig 18 Arzt als Unternehmer: Die Bausteine erfolgreicher Projekte 20 Aktionsprogramm der Landesregierung: Hausärztliche Medizin soll gestärkt werden 21 Vergütung psychotherapeutischer Leistungen: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“ 22 Mehr als 1.000 Besucher auf dem Vorsorgetag in Oberhausen 22 Gericht bestätigt: Aufnahmen mit versteckter Kamera sind unzulässig 22 Cave: Verdacht auf Arzneimittelmissbrauch 23 Mehr barrierefreie Praxen in NRW 23 Ärztliche Versorgung im Vergleich 23 Vierte Neuauflage des Klinik-Führers Rhein-Ruhr

Service 24 Morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich: Richtiges Codieren – keine lässliche Pflicht 25 Das KVNO-Portal bietet Moderatoren viele Hilfen: Weniger Arbeit mit dem Qualitätszirkel 26 Internet-Angebot zur Niederlassung erweitert 26 Die KV Nordrhein auf der MEDICA 2009 27 Wie steht meine Praxis im Vergleich zur Fachgruppe?: PraxisCheck auf Regelleistungsvolumen umgestellt 28 Aktuelle Fragen und Antworten an die Serviceteams: Nur Impfung – keine Praxisgebühr 29 Schmerzpflaster nicht teilen 29 Bei fehlendem Fortbildungsnachweis: Honorarkürzung ab III/09 30 Fax­-A­b­ruf

Praxisinfo 10 AIDS/HIV, Sozialpsychiatrie und Onkologie: Vereinbarungen laufen bis Jahresende 10 Vereinbarung zur Netzhaut- und Glaskörperchirurgie läuft weiter 10 Mehrere Kassen zahlen Influenza-Impfung auch für Patienten unter 60 10 Neuauflage des Mutterpasses beim Formularversand 10 Laborleistungen aus der Gesundheitsuntersuchung herausgenommen 11 Vor künstlicher Befruchtung auf HIV, Hepatitis B und C testen

Arzneimittelinfo 12 Maßnahmen gegen steigende Arzneimittelausgaben 13 Fortbildung zu Medizinprodukten: Baustein für mehr Sicherheit 14 PPI verursachen die Symptome, für deren Behandlung sie eingesetzt werden


Liebe Frau Kollegin, lieber Herr Kollege, soll das eigentlich Jahr für Jahr so weitergehen? Schon jetzt geben die gesetzlichen Krankenkassen fünf Milliarden Euro mehr für Arzneimittel als für ärztliche Behandlung aus. „Pillen statt Zuwendung“ – mit dieser Überschrift könnte man die Lage treffend beschreiben. Oder ist es der Preis des Fortschritts? Schaut man sich die einzelnen Verordnungssegmente an, so fällt zum Beispiel der Posten Tumortherapeutika ins Auge. Die Ausgaben allein für diese Präparategruppe stiegen um 235 Millionen Euro. Ein Teil dieser Mehrausgaben geht auf neue Biologicals zurück, die unter anderem bei Patienten mit Dickdarmkrebs und Metastasen eingesetzt werden. Ein Therapiezyklus kostet 50 000 Euro. Wenn es denn hilft, wenden Sie zu Recht ein. Aber ist das wirklich eine Hilfe für den Patienten, wenn der Therapieeffekt in wenigen Tagen oder gar nur wenigen Stunden Lebensverlängerung besteht? Zumal wenn diese kurze gewonnene Zeit mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden ist? Wäre es da nicht besser und vor allem menschlicher, mit dem gleichen Engagement palliative Medizin einzusetzen? Palliativmedizin bedeutet ausdrücklich nicht, den Patienten aufzugeben. Es heißt vielmehr zu akzeptieren, dass man in diesen Fällen die Krankheit nicht heilen, aber lindern kann. Etwa durch Analgetika, aber auch durch menschliche Zuwendung, durch das ärztliche Gespräch.

Doch diese Gespräche müssen länger dauern als die üblichen vier Minuten, die unseren Regelleistungs-reglementierten Praxisalltag bestimmen. Dann könnte ein ganz anderes Medikament seine Wirkung entfalten, die Droge Arzt. Doch das auszusprechen, erscheint heute nicht opportun. Wir lassen uns verdammen zu Maximalmedizin, auch in der letzten Lebensphase. Nicht selten kommen Patienten mit 14 oder mehr Medikamenten aus der Klinik in unsere Praxen. Das kann nicht gesund sein. Mehr als fünf Medikamente brauchen die wenigsten Menschen. Doch sagen Sie das mal einem Patienten, der vor Ihnen steht und von der Klinik, die ihn gerade entlassen hat, einen Waschkorb voll verordnet bekommen hat. Oder der Patient, der laut schimpfend die Praxis verlässt, weil der Arzt es gewagt hat, ihm nichts zu verschreiben, weil er einfach nichts braucht. Wir kennen ihn alle. Im vergangenen Jahr haben wir Ärzte bundesweit 723 Millionen Kassenrezepte ausgestellt, mehr als zehn pro Versicherten. Ist das gesund?

Mit freundlichen Grüßen Ihr KV-Vorstand

Dr. Leonhard Hansen

Dr. Klaus Enderer

Editorial

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Nach der Kündigung des amtierenden Vorstands

Bernd Brautmeier und Dr. Peter Potthoff im Vorstand Ohne Gegenstimme wählte die Vertreterversammlung der KV Nordrhein am 11. September erstmals ein nichtärztliches Vorstandsmitglied. Der Kaufmann Bernd Brautmeier, seit 18 Jahren Hauptgeschäftsführer der KV Nordrhein, wurde zusammen mit dem Frauenarzt Dr. Peter Potthoff zum neuen Vorstand bestimmt. Die Wahl eines Vorsitzenden vertagten die Vertreter. Der neue Vorstand tritt sein Amt am 1. Januar 2010 an. Der amtierende Vorstand mit Dr. Leonhard Hansen als Vorsitzendem und Dr. Klaus Enderer als Stellvertreter hatte seine Tätigkeit nach Unstimmigkeiten mit der Vertreterversammlung (VV) zum 31. Dezember 2009 gekündigt.

gliedern der Vertreterversammlung. Die Kompetenz der VV und der Beratenden Fachausschüsse solle stärker in Entscheidungen und strategische Planungen einbezogen werden. Er dankte dem scheidenden Vorstand ausdrücklich für die geleistete Arbeit.

Amtszeit läuft bis Ende 2010

Keine Gegenkandidaten

Vor der Wahl des neuen Vorstands hatten die Delegierten die Dauer der Amtszeit zu bestimmen. In Frage kamen ein Jahr oder die volle Amtszeit von sechs Jahren. Das Landesgesundheitsministerium als Aufsichtsbehörde hielt beide Varianten für rechtskonform. Die Mehrheit der VV entschied sich für eine Amtzeit von einem Jahr und damit für die Synchronität zum Wahlrhythmus der Vertreterversammlung. Die Amtszeit der 50 Mitglieder der Vertreterversammlung endet zusammen mit der des neuen Vorstands am 31. Dezember 2010.

Brautmeier und Potthoff wurden ohne Gegenkandidaten gewählt. Der Neusser Allgemeinmediziner Prof. KlausErich Goder hatte zuvor seine Kandidatur zurückgezogen, und Dr. Christiane Friedländer, HNO-Ärztin ebenfalls aus Neuss, hatte trotz Vorschlags eine Kandidatur abgelehnt. Brautmeier wurde mit 45 Stimmen bei drei Enthaltungen und Potthoff mit 29 Stimmen, 13 NeinStimmen und fünf Enthaltungen sowie einer ungültigen Stimme gewählt.

Vor dem Eintritt in die Wahl appellierte Dr. Frank Bergmann, Vorsitzender des Berufsverbands der Nervenärzte, an die Geschlossenheit der Kollegenschaft. „Die Situation wird nicht einfacher werden“, so Bergmann, der auch Vorsitzender des Beratenden Fachausschusses Fachärzte in der VV ist. Durch den Mangel an innerärztlicher Solidarität sei eine gerechte Verteilung des Honorars zwischen den einzelnen Länder-KVen verhindert worden. Das habe die KV Nordrhein in schweres Fahrwasser gebracht. Bergmann äußerte auch den Wunsch nach einer „guten Beziehung“ zwischen dem neuen Vorstand und den Mit-



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Der 54-jährige Brautmeier verwies in der Begründung für seine Kandidatur auf die Erfolge als Verwaltungschef. Er erwähnte die Organisationsreform mit der Reduzierung von sieben auf zwei Bezirksstellen, die bundesweit einmalige Zertifizierung aller Bereiche der KV Nordrhein und die Einführung eines Controllings mit Kennzahlen auf Basis der Balanced Score Card. Brautmeier betonte, dass ihm eine enge Zusammenarbeit mit den Selbstverwaltungsgremien wichtig sei. Der 61-jährige Potthoff, in den Jahren 2000 bis 2004 bereits stellvertretender Vorsitzender der KV Nordrhein und derzeit Vorsitzender des Fachausschusses Fachärzte bei


der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, versprach vor allem eine bessere Kommunikation und eine intensivere Zusammenarbeit mit anderen KVen, allen voran der KV Westfalen-Lippe und mit den Selbstverwaltungsgremien.

Ziel müsse die Beseitigung der „asynchronen Verteilung der Mittel auf Bundesebene“ sein. Die Wahl des Vorstandsvorsitzenden wurde auf Antrag von Fritz Stagge, Chirurg aus Essen, ohne weitere Diskussion vertagt.

Der neue Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein

Bernd Brautmeier ist 54 Jahre alt und von Beruf Kaufmann. Seit 23 Jahren ist er bei der KV Nordrhein beschäftigt, seit 18 Jahren als Hauptgeschäftsführer der KV Nordrhein. Er wohnt in Essen. „Das Jahr 2010 wird wieder einmal ein Jahr der Veränderung. Der neue Bundesgesundheitsminister der schwarz-gelben Bundesregierung wird eigene, neue Akzente in der Gesundheitspolitik setzen wollen. Ich hoffe, sie werden den Praxisalltag nicht noch mehr reglementieren, sondern zum Abbau von Belastungen führen. Und darauf will ich mich in dem einen Jahr Amtszeit konzentrieren: für Erleichterungen in den Praxen zu sorgen.“

Dr. Peter Potthoff ist 61 Jahre alt und als Gynäkologe in Bad Honnef niedergelassen. Er gehörte dem Vorstand der KV Nordrhein als stellvertretender Vorsitzender bereits in der Zeit von 2000 bis 2004 an. Potthoff ist Vorsitzender des beratenden Fachausschusses Fachärzte bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. „Die Vorstandsarbeit im nächsten Jahr wird eine angemessene Vertretung der Region Nordrhein auf Bundesebene auch gemeinsam mit anderen Institutionen anstreben müssen. Sie wird auch davon geprägt sein, die Fragen um die elektronische Gesundheitskarte zu klären und zu akzeptierten Lösungen zu kommen. Dies wird nicht ohne eine stärkere Einbindung der Gremien geschehen können, unter Umständen auch mit einer anderen Organisationsstruktur.“

Schwerpunkt

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Bewertungsausschuss beschließt Gesamtvergütung 2010

130 Millionen Euro mehr für Nordrhein Im kommenden Jahr soll das Gesamthonorar der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten um rund 1,2 Milliarden auf etwa 32,2 Milliarden Euro steigen. Darauf haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen am 2. September geeinigt. Die Vergütung innerhalb der Regelleistungsvolumen wächst um zwei Prozent im Vergleich zu 2009; hinzu kommen Erhöhungen bei den extrabudgetären Leistungen. Unterm Strich ergibt dies ein Plus von 3,7 Prozent. In Nordrhein steigt die Gesamtvergütung im kommenden Jahr um 130 Millionen Euro. Das haben Simulationsberechnungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ergeben. KBV-Chef Dr. Andreas Köhler zeigte sich über den Honorarzuwachs zufrieden. Die Kassen hätten „erstmalig“ anerkannt, „dass in einer alternden Gesellschaft zwangsläufig eine höhere Behandlungsfrequenz erfolgt und dies auch einen ansteigenden Behandlungsbedarf bedeutet, für den zusätzliche Finanzmittel bereitgestellt werden müssen“. Er betonte aber, dass sich derzeit nicht sagen lasse, wie sich das Plus auf die Praxen verteilen werde. Die Entscheidung des Bewertungsausschusses ist ein Kompromiss. Die KBV konnte sich mit einigen Forderungen durchsetzen. So zahlen die Kassen alle bislang außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung honorierten Leistungen (zum Beispiel Prävention und ambulantes Operieren) auch 2010 außerbudgetär. Dazu kommen die Dialysesachkosten (Abschnitt 40.14 EBM); sie sind künftig also nicht mehr in den Regelleistungsvolumen enthalten. Auch erfreulich: Alle Leistungen, die der Bewertungsausschuss in den kommenden zwei Jahren in den EBM aufnimmt, müssen die Kassen außerbudgetär finanzieren. 25,6 24,8 2006 2005



Aktuell

Quelle: KBV

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Die KBV hatte noch mehr gefordert: Bronchioskopien, Gastroskopien, belegärztliche Leistungen, psychotherapeutische Leistungen (Abschnitt 35.2 EBM) und Narkosen (Abschnitt 5.3 EBM) sollten die Kassen ebenfalls außerhalb der Gesamtvergütung zahlen. Das haben die Kostenträger abgelehnt – und sich damit durchgesetzt. Die umstrittene Honorarreform hat nach bisher vorliegenden Zahlen den Praxen im ersten Quartal 7,8 Prozent mehr Umsatz beschert als im Vorjahresquartal. Gewinne und einzelne Verluste sind aber nach Fachrichtungen und Regionen unterschiedlich verteilt. Die Praxen in Nordrhein haben deutlich weniger stark zugelegt als der Bundesschnitt. Rund ein Drittel der rheinischen Praxen muss sogar Honorarverluste verkraften. Aus Berlin ist wenig Hilfe zu erwarten. Die Kassen lehnten die von der KBV geforderten „Stützungsmaßnahmen“ innerhalb des KV-Systems ab. Gewinner der letzten Honorarreform sollten danach auf einen Teil ihrer Zuwächse zugunsten von benachteiligten 32,2** KVen wie der KV Nordrhein ver2010 31,0* zichten.

25,9

2007 * Schätzung ** Prognose

2009

27,0 2008

Entwicklung der GKV-Gesamtvergütung Gesamtvergütung bundesweit in Milliarden Euro.


Neue Lesegeräte kommen ab Oktober zum Einsatz

Kassen wollen in 2009 über 100.000 eGK ausgeben Die Krankenkassen im Rheinland bereiten die Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarten (eGK) vor. Praxen in Nordrhein benötigen in Kürze Lesegeräte, mit denen sie die eGK einlesen können. Pauschalen für zertifizierte Lesegeräte gibt es nur noch bis zum 31. Oktober. Wer zu spät kommt, der muss die Geräte selbst bezahlen. „Die Kolleginnen und Kollegen werden die Geräte brauchen“, betont Dr. Leonhard Hansen, Vorsitzender der KV Nordrhein. Denn die großen Krankenkassen im Rheinland bereiten die Ausgabe der eGK an ihre Versicherten vor. Zurzeit sammeln die Kassen die Fotos ein, die die Karte zieren werden. Sie gehen davon aus, dass dies recht reibungslos läuft. „Die Fotobeschaffung in den Testregionen hat uns keine Probleme gemacht“, berichtet André Maßmann, Sprecher der AOK Rheinland/Hamburg. In Kürze könnten also die ersten Patienten mit der neuen Karte in den Praxen auflaufen. 100.000 bis 120.000 eGK wollen die nordrheinischen Kassen nach Worten von Wilfried Jacobs, dem Vorsitzenden der AOK Rheinland/ Hamburg, noch in diesem Jahr ausgeben. Gut 36 Prozent der Praxen haben bereits neue Lesegeräte angeschafft und die dafür vereinbarten Pauschalen erhalten. Viele Ärzte und Psychotherapeuten scheinen aber die neuen Geräte erst auf den letzten Drücker zu erwerben. „Wir können die Pauschalen für die Geräte und die Installation nur dann auszahlen, wenn der Antrag bis 31. Oktober bei uns eingegangen ist“, betont Gilbert Mohr, Leiter der Abteilung IT in der Arztpraxis der KV Nordrhein. Die Krankenhäuser sollen bereits weitgehend mit neuen Lesegeräten ausgerüstet sein. Hier wird die neue Karte eher begrüßt, da die Kliniken sich neben einem verbesserten Datentransfer auch einen Rückgang des Chipkarten-Missbrauchs erhoffen. Die Zahnärzte haben inzwischen auch den Startschuss zur Anschaffung der neu-

en Lesegeräte gegeben. Während die meisten Krankenhausärzte die Einführung der eGK begrüßen, zeigen sich die niedergelassenen mehrheitlich ablehnend. Das ist ein Ergebnis des vierten MLP-Gesundheitsreports, für den das Institut für Demoskopie Allensbach bundesweit 500 Ärzte befragt hat. „Ärzte müssen wesentlich mehr mitgenommen werden als bisher“, betonte der Telematik-Beauftragte des Landesgesundheitsministeriums NRW, Martin Redders, beim Fachkongress IT-Trends Medizin am 9. September in Essen. Deswegen wurde für die weiteren Tests der Gesundheitskarte ein ärztlicher Beirat eingeInformationen richtet. Der werde Wenn Sie Fragen zu den neuen Lesezum Beispiel die geräten haben, können Sie sich an die Tests der OnlineHotline der KV Nordrhein wenden: Funktionalität im kommenden Jahr Hotline (6 Cent/Anruf oder Fax) begleiten. Telefon 0180 2660 010 Telefax 0180 2330 010 Die KV Nordrhein bietet derzeit zuBestellformular und Merkblatt sammen mit der Alle wichtigen Informationen inklusive Gematik neun Merkblatt und Erstattungsformular finWorkshops zur eGK den Sie im Internet: für Helferinnen an. www.kvno.de/egk Das Interesse ist Infos zu Lesegeräten groß. Die 410 PlätAuf der KV-Telematik-Website sind die ze in Aachen, Düszugelassenen mobilen und stationären seldorf und Köln Lesegeräte abrufbar und Informationen waren innerhalb über die Zulassung der Praxiscompuweniger Tage austersysteme: www.kv-telematik.de gebucht.

Aktuell

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Lebensqualität bis zum Lebensende

Mettmann und Düren bieten spezialisierte ambulante Palliativversorgung Schwerstkranke möchten die letzte Phase ihres Lebens zu Hause verbringen. Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) kann ihnen diesen Wunsch erfüllen.

„Der Boden für die SAPV war bereitet“, sagt Dr. Leonhard Hansen, Vorsitzender der KV Nordrhein. Tatsächlich unterstützte die KV bereits seit Anfang 2006 den Aufbau von ambulanten Palliativnetzen, schloss Verträge mit den Primärkassen, im Laufe des Jahres 2007 auch mit Ersatz- und Betriebskrankenkassen. Anfang 2009 gab es 33 Palliativ-Netzwerke in Nordrhein. Darin betreuten Ärzte, Pfleger und ehrenamtliche Hospiz-Mitarbeiter knapp 3.500 Patienten im Rahmen der allgemeinen Palliativversorgung. Der Gesetzgeber schuf in der Zwischenzeit die Grundlage für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung; sie ist in den Paragrafen 37b und 132d des Sozialgesetzbuchs V fixiert. In Nordrhein hat die KV mit allen Kassen zum zweiten Quartal 2009 einen Vertrag auf dieser Grundlage geschlossen. Herzstück sind regionale Palliative Care Teams.

Dr. Peter Schymanietz arbeitet auf der Palliativstation des Klinikum Niederbergs. Er setzt sich dafür ein, dass die Schwerstkranken im Kreis der Familie sterben können.



Aktuell

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Mettmann und Düren sind Pioniere. Hier haben sich die ersten lokalen Teams konstituiert und sind in

die Verträge eingestiegen. In weiteren Regionen steht man kurz davor.

Herzstück sind die Palliative Care Teams Anfang September startete das Team in Niederberg. Sieben Ärzte arbeiten darin, darunter Allgemeinmediziner, Internisten und Klinikärzte. Alle haben sie die 160-Stunden-Weiterbildung zum qualifizierten Palliativarzt absolviert. Das ist Voraussetzung. „In den ersten vier Wochen haben wir zehn Patienten versorgt“, berichtet Dr. Peter Schymanietz, Geschäftsführer des SAPV Niederberg. Vor gut einem Jahr hatten sich Schmerztherapeuten, Palliativmediziner und Ärzte, die sich in der Hospizarbeit engagieren, Pfleger aus der Palliativstation des Klinikums Niederberg und ambulante Pflegedienste zusammengesetzt und begonnen, ein Konzept für die Palliativversorgung vor Ort zu erstellen. Ein solches Behandlungskonzept ist eine weitere Voraussetzung, damit ein SAPVVertrag geschlossen werden kann. „Wir haben alles aufgeschrieben, die erforderlichen Qualifikationen, die Organisation der Fallbesprechungen und den Standort des Schrankes für die Betäubungsmittel“, erzählt Schymanietz. Am Ende umfasste der Leitfaden 45 Seiten. Zwei große Vorteile habe das Notieren der Punkte und der regelmäßige Austausch gesichert: „Alle Beteiligten waren stets informiert, und die Verhandlungen mit den Krankenkassen liefen schnell und leicht.“ Patienten, die etwa unter den Schmerzen ausgebrochener Tumore leiden, können sich auf das Team verlassen,


verspricht Schymanietz: „Wir besuchen die Patienten regelmäßig, stehen im Notfall rund um Uhr bereit und können sofort handeln.

den nach einem Leben in häuslicher Umgebung bis zuletzt zu erfüllen. Das wollen fast alle Menschen.

Zehn Prozent brauchen die aufwendige Betreuung Ehrenamtliche Helfer eingebunden Eingebunden in die Betreuung sind zudem die ehrenamtlichen Helfer des Hospizvereins Velbert. Koordiniert von Andrea Schyklenk besuchen sie ein oder zwei Mal pro Woche die Patienten und deren Angehörige. „Sie sind feste Bezugspersonen, ohne den professionellen Touch von Pflegern und Ärzten“, sagt Schymanietz. Auch in Düren waren die Voraussetzungen schnell geschaffen, um an den SAPV-Verträgen teilzunehmen. Da sind zum einen die sachlich-apparativen Vorgaben, zum Beispiel ein separater Besprechungsraum, um mit Angehörigen in Ruhe reden zu können. Natürlich auch die Qualifikationen von Ärzten und Pflegekräften. „Doch was wirklich zählt, ist der Wille der Beteiligen“, betont Gerda Graf, Geschäftsführerin der Wohnanlage Sophienhof in Niederzier bei Düren. Ein Palliative Care Team besteht aus mindestens drei qualifizierten Palliativ-Medizinern und mindestens vier Palliativ-Pflegekräften. Das fordert der Gesetzgeber. Voraussetzung für die Teilnahme an der Versorgung ist neben der Qualifikationsanforderung zudem die Sicherstellung einer 24-Stunden-Bereitschaft an sieben Tagen in der Woche. Dazu kommen Kooperationen mit ambulanten Hospizen und Apotheken. Verordnen können die SAPV Haus-, Fach- und Klinikärzte. Ist sie ausgestellt, dann besucht das Palliative Care Team den Kranken zu Hause und plant die optimale häusliche Versorgung. Die behandelnden Haus- oder Fachärzte bezieht das Team ein. „Im Grunde geht es um multidisziplinäres Arbeiten“, sagt Graf, die auch Ehrenvorsitzende des Deutschen Hospizund Palliativverbandes (DHPV) ist. Hausärzte und Palliativmediziner, normale Pflegedienste und spezialisierte Kräfte, Angehörige und ehrenamtliche Helfer – sie müssen zusammenarbeiten, um den Wunsch eines Sterben-

Zehn Prozent der Schwerstkranken benötigen die besondere Hilfe der Palliative Care Teams. Zum Beispiel die junge Mutter mit drei kleinen Kindern. Metastasierende Karzinome, Endstadium. Sie braucht intensive Hilfe, um bis zuletzt in der Familie bleiben zu können. „Ihr musste das Team beistehen, zum Beispiel die Schmerzen erträglich zu machen, wenn nötig die Kinder betreuen zu lassen und sie psychosozial zu stützen.“ Damit das klappt, besprechen die Teams jeden Fall. Wie läuft die Behandlung? Was können wir besser machen? Welche Notfallmedikamente muss die Apotheke stets griffbereit lagern? Das Engagement ist groß. Auch wenn in Düren bislang nur wenige davon profitieren. Um etwa ein Dutzend Patienten wird sich das Team dort im Laufe des kommenden Jahres kümmern, schätzt Graf. „In Zukunft wird es aber mehr Fälle geben.“ Vor allem, weil die Kliniken mehr Mut hätten, die Menschen nach Hause zu entlassen, wenn die Versorgung steht.

Ausgangspunkt des Palliative Care Teams Düren ist die Wohnanlage Sophienhof. Gerda Graf (r.) führt die Geschäfte, Daniela Leroy leitet das ambulante Hospiz- und Palliativzentrum.

Nicht nur die medizinisch-pflegerische Versorgung ist wichtig, auch sozio-kulturelle Aspekte spielen eine Rolle: „Die Menschen haben das Sterben zu Hause verlernt“, erklärt die 57-Jährige. Der Tod ist institutionalisiert, zwei Drittel der Menschen sterben in Kliniken und Heimen. Nur knapp ein Drittel stirbt zu Hause. „Diese Relation umzudrehen, das ist unser großes Ziel“, betont Dr. Birgit Weihrauch, die Vorsitzende des DHPV. Mithilfe vieler Palliative Care Teams ist das zu erreichen. 0 910 07 Ausführliche Informationen zur SAPV finden Sie im Internet unter www.kvno.de

Aktuell

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Impfung gegen die Neue Grippe

Massenimpfung startet am 26. Oktober Viele Praxen stehen als Impfstellen bereit Am 26. Oktober soll die Impfaktion gegen die Neue Grippe (A/H1N1) starten. Die Vertragsärzte in Nordrhein sind bereit, die Landesregierung dabei zu unterstützen.

Rund 1.800 Hauspraxen haben eine Anfrage der KV Nordrhein positiv beantwortet. „Damit steht einer erfolgreichen Impfkampagne nichts mehr im Weg“, sagt Dr. Leonhard Hansen, Vorsitzender der KV Nordrhein. Die KV hatte sich bei der Landesregierung dafür eingesetzt, dass niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in

ihren Praxen die Gesundheitsämter bei der Impfaktion unterstützen. „Nur so wird es möglich sein, möglichst viele Menschen in kurzer Zeit zu erreichen“, so Hansen. Die Gesundheitsämter allein wären damit überfordert. „Zudem kennen die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen die Patienten“, sagte Hansen. Mit dem Landesgesundheitsministerium hat die KV Nord­ rhein folgende Punkte vereinbart: n Die KV übergibt den Gesundheitsämtern die Liste

der Praxen, die sich bereit erklärt haben, an der Impfaktion teilzunehmen. n Die Gesundheitsämter organisieren die Impfung

vor Ort. Sie können die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen einbeziehen: entweder als Impfpraxis zu dafür extra reservierten Zeiten oder in den Räumen des Gesundheitsamtes selbst. Dies entscheidet das örtliche Gesundheitsamt. n Der Impfstoff wird über einen zentralen Vertrieb

1.800 Praxen in Nordrhein wollen sich an der Massenimpfung gegen die Schweinegrippe beteiligen.



Aktuell

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an ausgewählte Apotheken geliefert. Diese Apotheken liefern nach Anweisung des örtlichen Gesundheitsamtes den Impfstoff an die Impfstellen. Der Impfstoff wird in Packungen von 500 Dosen geliefert, zubereitet mit Adjuvans stehen jeweils zehn Dosen zum Impfen bereit.


n Spritzen und Kanülen (Impfbesteck)

werden mitgeliefert; Pflaster und Desinfektionsmittel muss die Impfstelle bereit halten. n Vor jeder Impfung muss der Patient

eine Einverständniserklärung unterzeichnen. Diese steht im Internet unter www.mags.nrw.de und www.kvno.de zum Herunterladen zur Verfügung. n Die Vergütung soll rund fünf Euro

pro Impfung betragen, auch für Privatversicherte. An der Impfaktion beteiligte Ärzte rechnen über die KV Nordrhein ab. Infos über genaue Modalitäten kommen in Kürze. n Die Finanzierung der Impfung er-

folgt aus einem Fonds, den das Land Nordrhein-Westfalen verwaltet.

Grafik: axel kock – fotolia.com

Die europäische Arzneimittelbehörde hat Ende September die Zulassung der Impfstoffe Focetria (Hersteller: Novartis) und Pandemrix (GlaxoSmithKline) empfohlen. Die rechtlichen Weichen für den Impfstart sind damit gestellt. Nordrhein-Westfalen hat zehn Millionen Dosen Pandemrix geordert.

n Für etwaige Impfschäden im Zusammenhang mit

der Impfung gegen die neue Grippe haftet das Land Nordrhein-Westfalen. n In einer aktuellen Empfehlung wird die Ständige

Impfkommission (STIKO) darüber informieren, welche Risikogruppen bevorzugt geimpft werden sollen. Die STIKO teilt ebenfalls mit, ob eine einmalige Impfung ausreicht oder nicht. 0910 08 Ausführliche Informationen zur Neuen Grippe finden Sie unter www.kvno.de

Pandemiefälle im KVNO-Portal erfassen Die KV Nordrhein sucht Ärzte, die bereit sind, Daten zur Entwicklung der Neuen Grippe in ihrer Praxis online zu erfassen. Die Daten sollen dem Monitoring der Influenza H1N1 in der ambulanten Versorgung dienen. Dies sieht der Influenza-Pandemieplan für NordrheinWestfalen vor. Gesucht werden Allgemeinmediziner, hausärztlich tätige Internisten, Kinderärzte, Pneumologen und HNOÄrzte. Für die Dokumentation steht im KVNO-Portal eine Maske zur Verfügung, mit der die Daten (Anzahl der Patienten und Krankheitsentwicklung) schnell zu erfassen sind. Die Daten ruft die KV wöchentlich für statistische Auswertungen auf Kreisstellenebene ab. Für Ärzte, die das KVNO-Portal bereits nutzen und die

Daten erfassen möchten, schaltet die KV die Erfassungsmaske umgehend frei. Sie finden diese im Menüpunkt „Pandemie“. Ärzte, die noch keinen Zugang zum KVNO-Portal haben, können sich unter www.kvnoportal.de registrieren. Ihre Zugangsdaten erhalten Sie innerhalb von einer Woche per Post-Ident-Verfahren zugesendet. Um den Pandemie-Bereich im KVNO-Portal für Sie freizuschalten, wenden Sie sich bitte an: Dörte Arping Telefon 0211 5970 8202 Telefax 0211 5970 9202 E-Mail doerte.arping@kvno.de

Aktuell

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Praxisinfo AIDS/HIV, Sozialpsychiatrie und Onkologie: Vereinbarungen laufen bis Ende 2009 weiter Die regionalen Verträge zu AIDS/HIV, Sozialpsychiatrie und Onkologie laufen unverändert bis zum 31. Dezember 2009 weiter. Die Verhandlungen mit den Krankenkassen über die drei Vereinbarungen sind noch nicht abgeschlossen. Sobald die Ergebnisse vorliegen, informieren wir Sie in KVNO aktuell.

Vereinbarung zur Netzhaut- und Glaskörperchirurgie läuft weiter Die Verhandlungen zur Neufassung der Vereinbarung zur Netzhaut- und Glaskörperchirurgie sind noch nicht abgeschlossen. Die bisherige Vereinbarung läuft bis zum Jahreswechsel weiter. Sobald ein Abschluss vorliegt, informieren wir Sie in KVNO aktuell.

Neuauflage des Mutterpasses beim Formularversand Die neuen Mutterpässe liegen vor. Praxen erhalten sie auf Anforderung vom Formularversand der KV Nordrhein. Die Neuauflage war nötig, weil der Gemeinsame Bundesausschuss in den vergangenen Jahren mehrere Beschlüsse zum Mutterpass und zur Mutterschaftsrichtlinie gefasst hatte. Folgende Änderungen sind in die Neuauflage eingeflossen: n Jodzufuhr in Schwangerschaft und Stillzeit n HIV-Screening n Bestimmung der Anzahl der Chorionanlagen bei Mehrlingen n Testmethode beim Chlamydienscreening n Beratung zur Zahngesundheit n Dorsonuchales Ödem Formularversand der KV Nordrhein

Mehrere Kassen zahlen InfluenzaImpfung auch für Patienten unter 60 Folgende Krankenkassen zahlen im vierten Quartal 2009 und im ersten Quartal 2010 die Impfungen aller Patienten unter 60 Jahren gegen die saisonale Influenza: n Techniker Krankenkasse n KKH-Allianz n Novitas-BKK n BKK für Heilberufe n pronova BKK n BKK Dürkopp-Adler Die AOK Rheinland/Hamburg übernimmt die Kosten der saisonalen Influenza-Impfung für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Für die Abrechnung verwenden Sie bitte die Symbolnummer 89112T; die Vergütung erfolgt mit einem Honorar von 5,80 Euro. Die Impfstoffe können Sie wie üblich zu Lasten der KV Nordrhein verordnen, ohne die Personalien des Impflings anzugeben.

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Praxisinfo

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Petersstr. 17-19, 47798 Krefeld Telefon 02151 3710 00 Telefax 02151 9370 655 E-Mail formular.versand@kvno.de

Laborleistungen aus der Gesundheitsuntersuchung herausgenommen Der Bewertungsausschuss hat sehr kurzfristig Beschlüsse zur Abrechnung von Laborleistungen gefasst. Sie gelten ab 1. Oktober 2009. Demnach wird – anders als im Juni beschlossen – die Untersuchung auf verborgenes Blut im Stuhl (EBM-Nummer 01734) nicht um die Laborparameter bereinigt. Mit anderen Worten: Der HaemoccultTest bleibt Bestandteil der Leistung. Denn die Diagnostik findet ausschließlich in der Praxis statt, die auch die Testbriefchen an den Patienten ausgibt. Die Laborleistungen, die in der EBM-Nummer 01732 enthalten sind, sind nun mit den neuen Nummern 32880 (Harnstreifentest, 50 Cent), 32881 (Bestimmung von Glukose, 25 Cent) und 32882 (Cholesterin, 25 Cent) se-


Praxisinfo parat abrechenbar. Die Labordiagnostik kann also vollständig oder anteilig in der Arztpraxis wie auch im Labor erfolgen. Zum Anfordern der neuen Laborleistungen in der Laborgemeinschaft benutzen Sie bitte das Muster 10A; markieren Sie für den Parameter Cholesterin das Feld 19, für Glukose das Feld 28 und für den Urinstatus das Feld 55. Kreuzen Sie zudem das Feld „präventiv“ an, auch wenn Sie gleichzeitig weitere Parameter im Rahmen der kurativen Behandlung in Auftrag geben. Die neuen Leistungen können Sie auch mit dem Muster 10 bei Laborärzten anfordern. Bitte kreuzen Sie auch hier das Feld „präventiv“ an und tragen Sie die entsprechende EBM-Nummer in das Feld „Auftrag“ ein. Laborgemeinschaften können im Zusammenhang mit dem Feld „präventiv“ und den markierten Feldern 19, 28 und 55 nur die neu aufgenommenen Leistungen 32880, 32881 und 32882 abrechnen. Diese neuen Laborleistungen werden außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung bezahlt.

Neue Laborpauschalen im EBM LeisEBM-Nr. Laborpauschale für Untersuchungen Obligater tungsinhalt Euro

32880

32881

32882

im Zusammenhang mit der Erbringung der Nr. 01732 (Gesundheitsuntersuchung) unter Nutzung eines Teststreifens. Erfolgt die Untersuchung nicht unmittelbar nach Gewinnung des Urins ist durch geeignete Lagerungs- und ggf. Transportbedingungen sicherzustellen, dass keine Verfälschungen des Analyseergebnisses auftreten können. im Zusammenhang mit der Erbringung der Nr. 01732 (Gesundheitsuntersuchung) im Zusammenhang mit der Erbringung der Nr. 01732 (Gesundheitsuntersuchung)

Orientierende Untersuchung auf Eiweiß, Glucose, Ery0,50 throzyten, Leukozyten und Nitrit im Urin (Nr. 32030) Quantitative Bestimmung 0,25 von Glukose (Nr. 32057) Quantitative Bestimmung von Choles- 0,25 terin gesamt (Nr. 32060)

Die Nr. 32880 bis 32882 sind nicht neben den Nrn. 32025, 32030, 32057 und 32060 berechnungsfähig.

EBM-Nummern 01732 und 01734 geändert EBMNr.

Obligater Leistungsinhalt

Text

Punkte

01732 Untersuchung zur Früherkennung von Krankheiten gemäß den Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinien

855

Die Nr. 01732 ist nicht neben den Nrn. 27310, 32025, 32030, 32057 und 32060 berechnungsfähig. Die Nr. 01732 ist im Behandlungsfall nicht neben der Nr. 01745 berechnungsfähig. Im Zusammenhang mit der Nr. 01732 sind die Nrn. 32880 bis 32882 für die in den Gesundheitsuntersuchungsrichtlinien geforderten Laboruntersuchungen berechnungsfähig.

01734 Untersuchung auf Blut im Stuhl gemäß Abschnitt B. 3. oder C. 2. der Krebsfrüherkennungs- Richtlinien, einschl. Kosten

- Ausgabe der Testbriefchen - Untersuchung auf Blut im Stuhl in drei Proben

70

Die Nr. 01734 ist im Behandlungsfall nicht neben den Nrn. 32040 und 40150 berechnungsfähig.

Vor künstlicher Befruchtung auf HIV, Hepatitis B und C testen Bei Samenspenden und Eizellentnahmen im Zusammenhang mit künstlichen Befruchtungen sind die Patienten auf HIV, Hepatitis B und C zu testen. Dies schreibt das Transplantationsgesetz vor. Die Maßnahmen sollen der Laborsicherheit dienen: Personalschutz und Schutz vor Kreuzkontamination von Proben. Die Tests auf Hepatitis B, C und HIV müssen vor jeder Keimzellgewinnung durchgeführt werden. Außerdem bei beiden Partnern der künstlichen Befruchtung die HIVTestung, denn ein negatives HIV-Ergebnis ist Voraussetzung für die Befruchtung. Die Kosten der zusätzlichen Tests müssen die Paare zur Hälfte selbst zahlen (Eigenbeteiligungsregelung gemäß Paragraf 27a des Sozialgesetzbuchs V). Ansprechpartner Montag - Donnerstag von 8 bis 17 Uhr, Freitag von 8 bis 13 Uhr. Serviceteam Köln Telefon 0221 7763 6666, Telefax 0221 7763 6450 E-Mail service.koeln@kvno.de Serviceteam Düsseldorf Telefon 0211 5970 8888, Telefax 0211 5970 8889 E-Mail service.duesseldorf@kvno.de

Praxisinfo

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Arznei-, Heil- und Hilfsmittel Maßnahmen gegen steigende Arzneimittelausgaben Der Trend zu höheren Arzneimittelausgaben ist ungebrochen. Trotz zahlreicher gesetzlicher Regelungen steigen die Ausgaben für Arzneimittel jährlich um fünf bis acht Prozent. Nur 2004 konnte durch Regelungen des Gesetzgebers ein Rückgang der Ausgaben verzeichnet werden, weil für nicht rezeptpflichtige Arzneimittel das Portemonnaie des Patienten bemüht wird.

Teure Spezialpräparate 32

Entwicklung von Verordnungen und Umsatz der Spezialpräparate. 7,0

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Reihe1

Verordnungen [Mio.]

Umsatz [Mrd. Euro]

24

5,3

20

4,4 3,9

16

12

4,7 4,1

3,3 2,8 2,4

Umsatzsteigerungen gehen sowohl auf ein mehr 8,6 an Verordnungen als auch auf unverhältnismäßige Kostensteigerungen bei den Spezialpräparaten 1999 zurück. Der Arzneiverordnungs-Report (AVR) weist nach, dass 92 Prozent des Umsatzanstiegs 2008 von insgesamt 1,37 Milliarden Euro allein in neun Indikationsgruppen wiederzufinden sind. 8

6,2

9,1

10,2

11,2

12,1

12,0

2003

2004

12,7

13,2

2005

2006

14,2

14,9

4

0

2000

2001

2002

Quelle: AVR 2009 2007 2008

bevorzugte Verordnung sogenannter Innovationen in Kliniken kämen dem ambulanten Bereich teurer zu stehen. Der Verordnungsanteil am generikafähigen Markt hat sich n Im Sinne der Arzneimittelsicherheit und der Compliin den vergangenen zehn Jahren von 68,2 Prozent (1999) ance sollten Ärzte in der Regel nicht mehr als fünf bis auf 85,1 Prozent (2008) erhöht, wobei der AusgabenWirkstoffe verordnen. „Wir müssen den Patienten anteil für Generika moderat von 59,4 auf 76,3 Prozent therapieren, nicht die Summe seiner Diagnosen“, so der Gesamtausgaben gestiegen ist. Hansen. n Anwendungsbeobachtungen sollten kritisch und Hingegen sind die Verordnungen der Spezialpräparate transparent durchgeführt werden. „Das sind im Grunvon 8,6 (1999) auf 14,9 Millionen Euro (2008) gestiede Fangprämien für die Verordnung teuerer Medikagen, der Umsatz verdreifachte sich nahezu von 2,4 auf mente“, kritisierte Hansen. n Die Möglichkeiten der Kosten-Nut7,0 Milliarden Euro. Somit machen zen-Bewertung und der Verordnung die Spezialpräparate in 2008 bei eiKostentreiber risikoreicher und extrem teurer Pränem Verordnungsanteil von 2,5 ProNeun Indikationsgruppen haben im parate durch einen „Arzt für besonzent einen Umsatzanteil von 26,2 Jahr 2008 rund 92 Prozent der Kosdere Arzneimitteltherapie“ müssten Prozent aus. tensteigerungen verursacht. genutzt werden. UmsatzsteiDer Vorsitzende der KV Nordrhein, gerung Indikationsgruppe (in Mio. Ärzte könnten verantwortlich gemacht Dr. Leonhard Hansen, nannte bei Euro) Angiotensin­hemmstoffe 113 werden für das Stellen der Indikation der Vorstellung des AVR 2009 am Antidiabetika 125 und die Menge der verordneten Arznei17. September in Berlin Maßnahmen, Ulkustherapeutika 60 Antiasthmatika 70 mit denen erhebliche Einsparungen en. „Der Preis ist für uns Ärzte in Zeiten Antidepressiva 95 erzielt werden könnten: der Rabattverträge oft eine finanzielAntiepileptika 72 Antiparkinsonmittel 63 n Die Arzneimittelrichtlinien sollle Blackbox.“ Die Preisverantwortung Immuntherapeutika 429 ten sektorenübergreifend gelten. sollte vom Arzt auf Kassen und IndusTumortherapeutika 235 Quelle: AVR 2009 Unterschiedliche Preise und die trie übergehen.

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Arznei-, Heil- und Hilfsmittel Fortbildung zu Medizinprodukten: Baustein für mehr Sicherheit Die Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) fristet ein Mauerblümchendasein. Zu unrecht. Denn sie birgt besonders bei Nichtbeachtung einiges an Sprengkraft – vor allem aber bietet sie große Chancen für ein effizientes, modernes Hygienemanagement. Ärzte, Patienten und nicht zuletzt der Gesetzgeber stellen hohe Anforderungen an die Hygiene in Arztpraxen (Paragraf 135a des Sozialgesetzbuchs V). Um diesen gerecht zu werden, bieten die Ärztekammer Nordrhein, das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW und die KV Nordrhein eine Fortbildung an. Erfahrenes Assistenzpersonal, das sich um die Instandhaltung von Medizinprodukten kümmert, kann darin die „Sachkenntnis für die Instandhaltung von Medizinprodukten in der Praxis“ erwerben. Denn modernes Qualitätsmanagement verlangt eine belegte Umsetzung normativer Vorgaben. In dieser Verantwortung ist der niedergelassene Arzt in einen Rahmen aus fachlichen Vorgaben, rechtlichen Handlungsspielräumen, wirtschaftlichen Konsequenzen und haftungsspezifischen Risiken eingebunden. Während früher der Nachweis eingehaltener Qualitätsstandards im Schadens- oder Konfliktfall reichte, geht die Rechtsprechung inzwischen davon aus, dass bei fehlender oder mangelhafter Dokumentation die tatsächliche Einhaltung hygienischer Standards zumindest fraglich ist. So stellen nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Köln fehlende Sach- und Fachkenntnisse einen schweren Mangel dar (Az. 7L 63-09). Im Schadensfall tritt üblicherweise die Beweislastumkehr in Kraft: Der Betreiber der Praxis muss nachweisen, dass der Schaden nicht mit den (undokumentierten) hygienischen Randbedingungen zusammenhängt. Ein nahezu aussichtsloses Unterfangen. Hier bieten das Medizinprodukterecht und die MPBetreibV eine Chance für den Arzt, den Mitarbeiter und selbst-

verständlich für den Patienten. Denn wenn die Praxis ein funktionierendes QM-System eingeführt und die Mitarbeiter nach Paragraf 4 der MPBetreibV geschult sind, kann hygienisch „wenig anbrennen“. Ganz nebenbei sind auf dieser Basis schnell Vorkehrungen für „Schweinegrippe“, „MRSA“, „SARS“ oder andere hygienerelevante Infektionskrankheiten in den Tagesablauf einzubauen. Während andere noch überlegen, steht das eigene Team schon fertig ausstaffiert und instruiert in den Startlöchern. Dipl.-Ing. Rolf Rheinschmidt, Institut Rolf Rheinschmidt, Umwelt : Hygiene : Gesundheit

Sachkunde für die Instandhaltung von Medizinprodukten in der Praxis Die Fortbildung richtet sich an Arzthelferinnen und Medizinische Fachangestellte. Sie erhalten einen fundierten Einblick in die gesetzlichen und hygienischen Vorgaben, werden geschult in der Einstufung von Instrumenten, den aktuellen Standards der Aufbereitung und Instandhaltung von Medizinprodukten. Die Teilnahmegebühr beträgt 300 Euro. Termine: 4. und 18. November 2009 jeweils 8.45 bis 17.15 Uhr Ort:

Haus der Ärzteschaft Tersteegenstraße 9 40474 Düsseldorf

Auskunft und Anmeldung Nordrheinische Akademie Kerstin Scheufen Telefon 0211 4302 1301 Telefax 0211 4302 18301 E-Mail akademie@kvno.de

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Arznei-, Heil- und Hilfsmittel PPI verursachen die Symptome, für deren Behandlung sie eingesetzt werden Protonenpumpeninhibitoren (PPI) werden zur Behandlung ihrer eigenen Nebenwirkung eingesetzt. Das ist das Fazit der aktuellen Studie von Reimer et al. Die Autoren zeigten, dass PPIs schon nach achtwöchiger Einnahme über das sogenannte Rebound-Phänomen gastrointestinale Symptome verursachen, die zu ihrer weiteren Einnahme verleiten.

wurde der Gastrin-Spiegel zu Beginn der Studie und alle vier Wochen überwacht. Während der Anteil der Probanden mit gastrointestinalen, säurebezogenen Symptomen in beiden Gruppen in den ersten acht Wochen gleich war, stieg er nach Absetzen des PPIs in der Verumgruppe an und unterschied sich in den Wochen zehn bis zwölf signifikant von der Placebogruppe.

In die dänische Studie wurden 120 gesunde, therapienaive Probanden aufgenommen. Die eine Hälfte der Studienteilnehmer erhielt 40 mg Esomeprazol täglich, die andere Hälfte nahm Placebo. Nach acht Wochen wurden alle Probanden mit Placebo weiter behandelt und vier weitere Wochen beobachtet.

Diese aktuelle Studie ist eine Bestätigung früherer Beobachtungen, dass PPI über ein Rebound-Phänomen säure-assoziierte Symptome auslösen können. Die Anhebung des Magen-pH mündet in einer höheren Gastrin-Konzentrationen. Das Hormon führt über eine Stimulation Gastrointestinale Symptome erfassten die Ärzte wövon Cholezystokininrezeptoren (CCK-2R) an enterochrochentlich mit dem international anerkannten GSRS-Framaffinen Zellen zu vermehrter Histaminausschüttung gebogen (gastrointestinal symptom rating scale). Ferner und Säuresekretion. Ferner kann Gastrin das Wachstum enterochromaffiner und Parietal-Zellen anregen. Tatsächlich bestätigt die Placebo versus PPI Anteil der Probanden mit Sodbrennen und Reflux oder Dyspepsie. Probanden Studie einen signifikant erhielten über acht Wochen 40 mg Esomeprazol täglich und dann vier Wohöheren P-Gastrinspiechen Placebo oder nur Placebo. gel in der Verumgruppe ab vier Wochen. 40 35

Anteil Patienten mit Symptomen [%]

Esomeprazol+Placebo

Placebo

30 25

*

*

*

20 15 10 5 0 0

1

2

3

Quelle: Reimer et al., 2009

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Die ausgeprägte Hemmung der Magensäureproduktion könnte auch dazu führen, dass andere Schutzmechanismen abgeschaltet werden oder die Wahrnehmung von Säure in der Speiseröhre verändert wird.

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5

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Zeit [Wochen]

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Kenneth McColl und Derek Gillen heben hervor, dass PPI häufig außerhalb ihrer zugelassenen Indikation eingesetzt


Arznei-, Heil- und Hilfsmittel werden, ohne dass tatsächlich säure-abhängige Symptome vorliegen. Sie weisen darauf hin, dass PPI keine kausale Therapie der gastroösophagalen Refluxkrankheit GERD sind und stellen daher vier Forderungen auf: 1. Die PPI-Therapie sollte auf Patienten mit endoskopisch gesicherter Diagnose oder auf solche mit eindeutig säureabhängiger Symptomatik beschränkt bleiben. Bei dyspeptischen Beschwerden gibt es kein einheitliches Behandlungsschema. (Rezeptpflichtige PPI sind für diese Indikation nicht zugelassen.)

Das Rebound-Phänomen Rebound-Phänomen nach Absetzen der PPI. Eine Verminderung der Magensäure führt zu erhöhten Gastrinspiegeln und nachfolgend zu einer erhöhten Histaminausschüttung aus enterochromaffinen Zellen. Höhere Histaminspiegel führen zu vermehrter Säurebildung.

s

s

Magensäure

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Histamin

PPI in der Selbstmedikation Omeprazol und Pantoprazol stehen seit August als nicht rezeptpflichtige Präparate zur Verfügung. Die 20-mg-Tabletten (Packungen mit 7 oder 14 Stück) sind zugelassen zur kurzzeitigen Behandlung von Refluxsymptomen wie Sodbrennen oder saurem Aufstoßen bei Erwachsenen. Bei dieser Indikation sollten Sie die Tabletten auf einem grünen Rezept verordnen. Der Patient muss die Kosten von knapp fünf bis 14 Euro selbst tragen. Zur Therapie und Prophylaxe eines Ulcus und zur Langzeitanwendung verordnen Sie bitte weiterhin die rezeptpflichtigen Präparate auf einem Kassenrezept.

s

s

Gastrin

ECL-Zellen

wie beispielsweise Ranitidin können ebenfalls einen Rebound hervorrufen. 4. Ärzte müssen Patienten über die Sicherheit und Nebenwirkungen der PPI-Therapie und das ReboundPhänomen aufgeklären. Quellen: Reimer C et al., Proton-pump inhibitor therapy induces acid-related symptoms in healthy volunteers after withdrawal of therapy. Gastroenterology 2009; 137: 80-87. McColl K, Gillen D, Evidence that proton-pump inhibitor therapy induces the symptoms it is used to treat. Gastroenterology 2009; 137: 20-22.

Pharmakotherapie- und Heilmittelberatung Pharmakotherapieberatung

2. Der Einsatz von PPI als diagnostischer Test für säureabhängige Symptome sollte auf einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen beschränkt bleiben. (Hier eignen sich die nicht rezeptpflichtigen Präparate.) 3. Die PPI-Therapie sollte ausgeschlichen werden, und es muss vermehrt auf den Lebensstil (Rauchen, Alkohol, fettes Essen) geachtet werden. H2-Antagonisten

Telefon 0211 5970 8111 Telefax 0211 5970 8136 E-Mail pharma@kvno.de

Bei Fragen zu Prüfung und Verfahren:

Qualitätssicherung Prüfwesen Telefon 0211 5970 8396 Telefax 0211 5970 9396 E-Mail margit.karls@kvno.de

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Oberlandesgericht Düsseldorf urteilt über Kopfprämien

Prämie für Krankenhausweisungen rechtswidrig Die sogenannten Kopfprämien für Krankenhauseinweisungen waren ein mediales Großereignis. Weitgehend unbeachtet blieb dabei ein Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf, das diese Praktiken für rechtswidrig erklärt.

Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf sieht in den Prämien sowohl einen Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb wie auch einen Verstoß gegen die ärztliche Berufsordnung (Az. I-20 U 121/08).

Knappschaftsärzte klagten Anlass für die Entscheidung des OLG war die Klage des Verbands der Ruhrknappschaftsärzte gegen das St. Marienhospital in Oberhausen. Dieses Krankenhaus hatte niedergelassenen Ärzten einen Vertrag über eine „sektorübergreifende Versorgung“ angeboten.

Unter dem Begriff der sektorübergreifenden Kooperation wurde niedergelassenen Ärzten die Erbringung von prä- und poststationären Leistungen im Auftrag der Klinik versprochen, wenn sie die Indikation für eine stationäre Behandlung zusammen mit der Empfehlung für dieses Haus stellten. Die Vergütung dieser Leistungen, zum Beispiel RöntgenThorax in zwei Ebenen, erfolgte extrabudgetär nach der GOÄ. Betroffene Patienten waren vom niedergelassenen Arzt über den Inhalt dieser Vereinbarung zu unterrichten und mussten durch ihre Unterschrift ihr Einverständnis dokumentieren.

Vorteilsnahme für Zuweisung Die Knappschaftsärzte hielten diesen Vertrag für wettbewerbswidrig, weil den teilnehmenden Ärzten ein „Kopfgeld“ für die Einweisung von Patienten in das Oberhausener Krankenhaus gezahlt würde. Zudem sahen sie darin einen Verstoß gegen Paragraf 31 Berufsordnung der Ärzte, der dem Arzt eine Vorteilsnahme für die Zuweisung von Patienten verbiete.

Kopfprämien sind unzulässig. Sie verstoßen gegen das Wettbewerbsrecht und die Berufsordnung.

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Hintergrund

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Nach dem Landgericht hat sich nun auch das Oberlandesgericht Düsseldorf dieser Auffassung angeschlossen und den Vertrag für rechtswidrig erklärt. Die Richter des OLG Düsseldorf führten folgende Gründe für ihr Urteil an: n Auch Verträge zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten unterliegen der wettbewerbsrechtlichen Kontrolle, stellte das OLG fest. Der Abschluss des Vertrags über die „sektorübergreifende


Versorgung“ sei Beihilfe zu einem Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), „weil sie ein Verhalten des Vertragsarztes ermöglicht, welches sich als unangemessener Druck auf seine Patienten darstellt“, sich zur stationären Behandlung in das St. Marienhospital zu begeben.

Nach Paragraf 4 Nr. 1 des UWG handele unlauter, wer geschäftliche Handlungen vornimmt, die die Entscheidungsfreiheit der Verbraucher durch Ausübung von Druck beeinträchtigen. Schon allein die Verpflichtung des Vertragsarztes zur Empfehlung des Hauses der Beklagten reicht für die Untersagung des Vertrags aus, so das OLG.

n Der Vertrag über die „sektorenübergreifende Versor-

gung“ setze zudem einen „finanziellen und damit einen eindeutig sachfremden Anreiz“ zur Empfehlung des Oberhausener Krankenhauses. „Die Empfehlung eines Arztes für ein bestimmtes Haus, die darauf beruht, dass ihm ein Vorteil zufließt, ist aber mit dem Grundsatz einer allein nach ärztlichen Gesichtspunkten zu treffenden Entscheidung nicht zu vereinbaren“, urteilten die Düsseldorfer Richter. Nach ihrer Auffassung besteht dieser sachfremde Anreiz in der eng an die GOÄ angelegten Vergütung der prä- und poststationären Leistungen. n Die Behauptung des Krankenhauses, es sei von der An-

nahme ausgegangen, die teilnehmenden Ärzte würden ihre Empfehlung ausschließlich nach medizinischen Gesichtspunkten vornehmen, bezeichnete das Gericht als „lebensfremd“. Zumal die KV Nordrhein bereits darauf hingewiesen hatte, dass der Oberhausener Vertrag eine „unzulässige (verdeckte) Zuweisung von Patienten gegen eine Vergütung“ enthalte, und gefordert hatte, die Beauftragung der Vertragsärzte mit prä- und poststationären Leistungen zu entkoppeln. n Der Vertrag verstößt zudem gegen Paragraf 31 der

Berufsordnung für die nordrheinischen Ärztinnen und Ärzte. Danach ist es Ärzten nicht gestattet, sich für

die Zuweisung von Patienten ein Entgelt oder einen anderen Vorteil versprechen oder gewähren zu lassen. „Diese Vorschrift ist Ausdruck der Verpflichtung des Arztes, die Entscheidung darüber, an wen er den Patienten verweist, allein nach ärztlichen Gesichtspunkten zu treffen“, heißt es in der Urteilsbegründung.

Die Entscheidung dürfe nicht aufgrund eigener Interessen des Arztes getroffen werden, insbesondere nicht danach, ob ihm für die Überweisung eine Gegenleistung zufließt oder nicht. Der Paragraf 31 Berufsordnung dient der Sicherstellung einer allein nach ärztlichen Gesichtspunkten zu treffenden Zuweisungsentscheidung und damit dem Verbraucherschutz.

n Diese Regelung der Berufsordnung sei auch dazu be-

stimmt, ungerechtfertigte Wettbewerbsvorteile von Ärzten untereinander zu verhindern. „Dieser Schutzzweck gebietet, jede Art der Patientenvermittlung gegen Entgelt oder sonstige Vorteile, die ihren Grund nicht in der Behandlung selbst haben, als verbotswidrig anzusehen“, so die Urteilsbegründung. Allein die Möglichkeit, im Zusammenhang mit Krankenhauseinweisungen mit prä- und poststationären Leistungen beauftragt zu werden, die nach der GOÄ abgerechnet werden können, stelle das Versprechen eines Vorteils dar. Zudem hätten die Beklagten durch die Hinweise der KV Nordrhein gewusst, dass die Verknüpfung von Zuweisung und Beauftragung unzulässig sei, so das OLG. Infolge dieses Urteils muss das St. Marienhospital diesen Vertrag ad acta legen. Eine Revision schlossen die Richter aus.

Clearingstelle Nordrhein Die KV Nordrhein und die Ärztekammer Nordrhein sind dabei, eine Clearingstelle einzurichten. Deren Aufgabe soll sein, Verträge auf ihre Vereinbarkeit mit der Berufsordnung zu prüfen.

Hintergrund

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Innovationskongress: Arzt als Unternehmer

Die Bausteine erfolgreicher Projekte Ärzte sind nicht nur Heiler. Sie sind auch Unternehmer. Ökonomische Erfolgsfaktoren und Erfolgsmodelle präsentierte der Innovationskongress der KV Nordrhein. Am Anfang eines erfolgreichen medizinischen Projektes steht das Konzept. Ein wichtiger Baustein ist ein sogenannter Businessplan. Der skizziert auf zehn bis 30 Seiten die wichtigsten Punkte des Vorhabens, um potenzielle Geldgeber oder Banken von der Finanzierung des Vorhabens zu überzeugen.

Ute Meyer: Idee des Vorhabens und dessen Umsetzung im Businessplan fixieren.

„Bevor Sie anfangen, den Plan zu erstellen, sollten Sie sich selbst über grundlegende Aspekte klar sein“, sagte Ute Meyer, die ein Beratungs-Unternehmen in Nürnberg führt. Dazu gehöre vor allem eine exakte Definition der medizinischen Dienstleistung, deren innovatives Element und der Nutzen für die Patienten.

Alleinstellungsmerkmale identifizieren Wichtig sei, das Alleinstellungsmerkmal im Markt, die so genante Unique Selling Proposition, herauszuarbeiten. Meyer rät ab, dabei auf Soft Skills wie besonders intensives Zuhören zu setzen: „Das ist angesichts der begrenzten Mittel ein kaum vollziehbarer Spagat.“ Der USP fließt in das Praxismarketing ein, zum Beispiel im Internet und in Broschüren. Ohne Marketing geht es heute kaum noch. Und um sich im Markt zu behaupten, werde das Praxislogo immer wichtiger. Erweitert eine Praxis oder eine Kooperation ihr Portfolio, sollte jede einzelne Leistung in das Gesamtkonzept passen. Zumindest aber dürften neue Angebote das „Gesamt-

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Berichte

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modell“ nicht konterkarieren. Die Beteiligten sollten Stärken und Schwächen identifizieren – und dann die Stärken nutzen. „Denken Sie daran, dass dies immer das ganze Team betrifft. Die Helferinnen spielen eine wichtige Rolle“, betonte die Beraterin. Die Verantwortlichen sollten regelmäßig die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen beobachten. „In der Startphase sogar monatlich“, empfahl Meyer. Später reiche eine halbjährliche Kontrolle.

Kooperationen: Zehn Prozent mehr Gewinn Die drohende „Kettenbildung“ im ambulanten Bereich stelle eine Gefahr für die Praxen dar, warnte Dr. Jürgen R. Karsten. „Doch dagegen kann man etwas tun – und das ist gar nicht so schwer.“ Der Steuerberater riet den Ärzten, sich zusammenzuschließen. Denn in Kooperationen sinken die Kosten, in der Regel um mindestens fünf Prozent. „Das geht mit Ertragssteigerungen von zehn Prozent und mehr einher – eine stolze Dimension.“ Karsten empfahl, bei geplanten Kooperationen auf die Beratung und den „Zusatznutzen“ zu achten, den Dienstleister wie Banken anbieten. Auch die Hersteller von Medizintechnik bieten Hilfen an, zum Beispiel wenn mehrere Praxen als Teilgemeinschaft ein teures Gerät gemeinsam nutzen wollen. Erfolgsfaktoren und Erfolgsmodelle aus der Praxis stellten die Referenten in den drei Workshops vor, an denen die rund 200 Besucher des Innovationskongresses teilnahmen. Die Vorträge des Innovationskongresses finden Sie im Internet unter www. 0 91016 kvno.de


Workshop 1 Qualitätsmanagement in Praxis und Versorgung Vom Qualitätsmanagement (QM) überzeugt zeigte sich Dr. Michael Fritz aus Viersen. Damit die Potenziale realisiert werden könnten, müsse QM in der Praxis gelebt werden. In seiner Praxis habe QM die Qualität erhöht und die Wirtschaftlichkeit verbessert. Zum Beispiel mit einem klaren Raster für die Patienten in Heimen. „Um sie – und nur um sie – kümmern wir uns DienstagDr. Michael Fritz hat mit Hilfe von QM Effizienzreserven gehoben. nachmittag“, sagte der Allgemeinmediziner. „So behandele ich 35 Patienten in einem Rutsch.“ Das QM-Handbuch solle kein Fetisch sein, sondern Werkzeug. „Da hilft kein dicker Ordner. Bei mir erscheint das Handbuch auf

dem Bildschirm, weitere Infos sind durch Hyperlinks angebunden.“ So wüssten er und das Team im Notfall sofort, wer was bei einem Apoplex zu tun habe. Mit einigen Vorurteilen rund um die Zertifizierung räumt Tim Rutzen von der Firma TQ Service auf. So stehen bei der Zertifizierung meist keine klinischen Prozesse im Vordergrund, sondern organisatorische oder wirtschaftliche. Sie ist in der Regelversorgung im Gegensatz zum Qualitätsmanagement auch nicht verpflichtend, spiele in Selektivverträgen aber eine große Rolle. Die Zertifizierung sei zudem ein Marketinginstrument, „ein Signal an Zuweiser und Patienten“. Wichtig sei, dass Praxen ihre Ziele selbst setzten. Das sei nicht immer einfach. In einigen Praxen gibt es nach Rutzens Beobachtungen noch nicht einmal Teamsitzungen. „Wie sollen dann gemeinsam Ziele entwickelt werden?“ Wer Hilfe benötige, sollte auf Berater zurückgreifen, die sich im Gesundheitssektor auskennen.

Workshop 2 Vertragspartner- und Patientenmanagement Dr. Michael Strahl, HNO-Arzt aus Düsseldorf, stellte vor, wie seine Praxis individuelle Nischen gesucht und gefunden hat – und damit neue Patientengruppen auch als Selbstzahler gewinnen konnte. Strahl präsentierte anhand von drei Schwerpunkten die Besonderheit seiner Praxis: Tinnitus-Therapie, Schwindel und Reflux. Dabei arbeitet er eng mit Kollegen aus dem stationären Bereich zusammen und bietet mit ihnen Spezialsprechstunden an. Den Grundsatz „Tue Gutes und rede darüber“ sollten die Kollegen dringend beachten. Strahl setzt dazu schriftliche Patienten-Informationen und eine professionell gestaltete Website ein. „Aber auch ein Tag der offenen Tür bringt neue Patienten in die Praxis.“ Ein reger Kontakt zur örtlichen Presse runde die Aktivitäten ab.

Unterstützung gibt es auch von der KV Nordrhein, erläuterte Ruth Bahners, Leiterin Unternehmenskommunikation. So könnten die Praxis-Websites mit dem Online-Arztverzeichnis verlinkt werden. Auch bei Kontakten zur örtlichen Pres- Dr. Michael Strahl setzt auf Pressese helfe die KV. „Aktu- und Öffentlichkeitsarbeit. elle Meldungen für Ihre Web-Site finden Sie unter www.kvno.de. Diese können Sie auch für Ihre Website benutzen, genauso wie den Patienten-Newsletter, den die KV in elektronischer Form anbietet“, so Bahners.

Berichte

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Workshop 3 Leistungs- und Kostenmanagement „Nutzen Sie die Kennzahlen, die Ihre Finanzbuchhaltung liefert“, forderte Sebastian Koecke die Zuhörer auf. Der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater stellte Möglichkeiten vor, wie die Finanzbuchhaltung differenzierter und damit aussagekräftiger gestaltet werden kann und so individuellere Auswertungen und eiDr. Richard Beitzen: Ein Recall-System ne Liquiditätsplanung generiert im Schnitt 150 Check-ups. möglich werden. Koecke stellte Beispiele für den Einsatz eines Praxis-Controllings vor. So könne es dazu dienen, die Umsatz-, Kosten- und Gewinnsituation der eigenen Praxis mit ähn-

lichen Praxen zu vergleichen. Es lasse sich dafür nutzen, die Terminvergabe und -planung zu optimieren. Oder es helfe, das Leistungsangebot und die Patientenstruktur der Praxis zu prüfen. „Die Visitenkarte der Praxis ist das Telefon“, betonte Dr. Richard Beitzen, Allgemeinmediziner aus Siegburg. Um die Telefonie zu optimieren, hat er zusammen mit seinem Praxisteam Kriterien für die Durchstellung oder den Rückruf zu einem besseren Zeitpunkt aufgestellt und umgesetzt. Nur wirklich Wichtiges werde in die Behandlungsräume durchgestellt. Darüber hinaus stellte Beitzen sein Patienten-Recall-System vor. Hiermit könnte eine durchschnittliche Hausarztpraxis rund 150 Check-ups pro Quartal auslösen, was letztlich zu Umsätzen im höheren fünfstelligen Bereich führen dürfte.

Aktionsprogramm der Landesregierung

Hausärztliche Medizin soll gestärkt werden In Kürze könnten Zuschüsse für die Niederlassung von Hausärzten und für deren Weiterbildung fließen. Sie sind Bestandteil des Aktionsprogramms, das das Landeskabinett Nordrhein-Westfalen Ende Juni zur Stärkung der hausärztlichen Versorgung beschlossen hat. Dafür stehen 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Das Programm haben Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart initiiert. Die Förderrichtlinien stehen kurz vor der Verabschiedung. Das Land plant, Mittel in Gebieten bereitzustellen, in denen künftig eine Unterversorgung droht. Eine Gemeindeliste hat das Land erstellt. Demnach gilt in 24 nordrheinischen Gemeinden die hausärztliche Versorgung als akut, in weiteren 15 Gemeinden auf mittlere Sicht

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Berichte

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gefährdet. Künftig können folgende finanzielle Zuwendungen zur Förderung der Niederlassung in diesen Regionen beantragt werden: n Darlehen bis zu 50.000 Euro für Ärztinnen und Ärzte, die nach Inkrafttreten der Richtlinien im Fördergebiet eine vertragsärztliche Tätigkeit aufnehmen; n Zuschuss für Weiterbildungsassistentinnen und -assistenten in Höhe von 2.000 Euro bei Vollzeittätigkeit an Ärztinnen und Ärzte, die sich im Fördergebiet in Allgemeinmedizin weiterbilden. Sobald die Richtlinien verabschiedet sind, erhalten Sie alle Infos zum Bewerbungsverfahren, zum Gegenstand der Förderung und zu den Förderungsvoraussetzungen in KVNO aktuell und im Internet unter www.kvno.de Das Aktionsprogramm inklusive der Liste der Gemeinden, in denen hausärztliche Unterversorgung droht, finden Sie unter www.hausarzt.nrw.de

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Vergütung psychotherapeutischer Leistungen

„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“ Das Bundessozialgericht (BSG) hat im Mai 2008 Urteile zur Angemessenheit der Vergütung psychotherapeutischer Leistungen gefasst. Dabei sah das Gericht an zwei Punkten einen Änderungsbedarf des Beschlusses des Bewertungsausschusses zugunsten ausschließlich psychotherapeutisch tätiger Ärzte und Therapeuten.

KVNO aktuell hat bei Udo Brundiek, dem stellvertretenden Hauptgeschäftsführer der KV Nordrhein, nachgefragt, wie es mit der Umsetzung des BSG-Urteils in Nordrhein aussieht.

Haben Sie in Nordrhein die Änderungsforderungen des BSG erfüllt? Brundiek: Wir haben unsere Honorarberechnungen und unseren Honorarverteilungsvertrag entsprechend den Feststellungen des Gerichts angepasst. Das hat zu Nachvergütungen von rund sechs Millionen Euro geführt. Welche Änderungen hat das BSG verlangt? Brundiek: Das Gericht hat den Beschluss des Bewertungsausschusses an zwei Stellen korrigiert. Die erste Korrektur betraf den Vergleichsbetrag für die Bemessung der Vergütung psychotherapeutischer Leistungen. In den Jahren 2000 und 2001 darf der Umsatz der Gruppe der Allgemeinmediziner demnach nicht um die Kostenerstattungen aus den Kapiteln O und U des EBM verringert werden, dazu gehören zum Beispiel Laborkosten und Wegegelder. Der Umsatz muss vielmehr in ganzer Höhe herangezogen werden. Der Bewertungsausschuss hatte diese Reduzierung vorgesehen, da diese Leistungen definitiv nicht zum Leistungsspektrum ausschließlich psychotherapeutisch tätiger Ärzte und Therapeuten gehören. Und zweitens? Brundiek: Zweitens hat das BSG festgestellt, dass die Höhe der Betriebskosten der Psychotherapeuten ab

dem Jahr 2007 zu überprüfen ist. Grundsätzlich sei es richtig, einen fixen Betrag von 40.634 Euro festzusetzen, doch das BSG sah Anhaltspunkte für Kostensteigerungen ab diesem Zeitpunkt. Hier ist jetzt der Bewertungsausschuss gefordert.

Haben Sie alles angepasst? Brundiek: Wie schon gesagt, wir Honorarexperte Udo Brundiek haben die erforderlichen Anpassungen durchgeführt. Außerdem haben wir den Honorarverteilungsvertrag so modifiziert, dass für probatorische Sitzungen ein Punktwert von 2,56 Cent nicht unterschritten wird. Auch das hatte das BSG gefordert.

Für Ärzte und Psychotherapeuten RLV-Honorarbescheid: Infos im Internet Mit den Regelleistungsvolumen hat sich die Struktur der Honorarbescheide zum Teil verändert. Im Internetangebot der KV Nordrhein (www.kvno. de) finden Ärzte und Psychotherapeuten nun auch vertonte Vorträge, in denen die Details der neuen Bescheide erläutert werden. Der Vortrag für Ärzte umfasst 35 Folien und dauert knapp 20 Minuten. Bei den Psychotherapeuten geht es flotter: Sie erfahren alles Notwendige auf 13 Folien in knapp acht Minuten. 0 91021

Berichte

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Mehr als 1.000 Besucher auf dem Vorsorgetag in Oberhausen Bei strahlendem Sonnenschein nutzten am 19. September gut 1.000 Besucherinnen und Besucher auf dem Altmarkt in Oberhausen die Möglichkeit, sich beim 3. Vorsorgetag zu informieren und untersuchen zu lasNiedergelassene Ärzte und Personal aus den Praxen bestim­mten auf den Vorsorgetagen sen. NiedergelasseBlutzucker und Cholesterin. ne Ärzte und Krankenhausärzte klärten über Check-up-Untersuchungen und Impfungen auf.

Auf dem Programm standen zudem Diabetes, Geburtshilfe, onkologische und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nach den Gesprächen auf der Bühne standen die Mediziner für weitere Fragen der Besucher zur Verfügung. Die Oberhausener Ärzte waren mit einem eigenen Infostand vertreten. Dort konnten sich Besucher Blutzucker, Cholesterin und Blutdruck bestimmen lassen. „Das Angebot kam gut an, 250 Menschen haben davon Gebrauch gemacht“, berichtet Dr. Heinrich Vogelsang, Vorsitzender der Kreisstelle Oberhausen der KV Nordrhein. Den 3. Vorsorgetag hat die Regionaldirektion Oberhausen der AOK Rheinland/Hamburg zusammen mit den Kliniken und der KV Nordrhein veranstaltet.

Gericht bestätigt: Aufnahmen mit versteckter Kamera sind unzulässig Die heimlichen Aufnahmen, die der Fernsehsender RTL in einer Düsseldorfer Praxis gedreht hat, dürfen nicht wieder ausgestrahlt werden. Dies hat das Düsseldorfer Landgericht am 2. September entschieden. Zuvor hatte bereits das Amtsgericht untersagt, die mit versteckter Kamera gemachten Aufnahmen auszustrahlen (wir berichteten). Die heimlich gedrehten Szenen griffen in die Persönlichkeitsreche des betroffenen Arztes ein, sagte eine Gerichtssprecherin. Da der Sender das Einverständnis des Arztes

nicht eingeholt habe, habe er gegen dessen Rechte am eigenen Bild und Wort verstoßen. Das RTL-Magazin „Extra“ wollte in dem Beitrag zeigen, wie leicht Patienten in Praxen Verordnungen für abhängig machende Medikamente erhielten. Der klagende Arzt hatte im Juli nach der Ausstrahlung eine einstweilige Verfügung erwirkt, gegen die RTL Widerspruch einlegte. Der Sender berief sich auf die Pressefreiheit. Damit kam er nicht durch. Er hätte andere Möglichkeiten gehabt, das Thema darzustellen, sagte die Sprecherin des Landgerichts. „Die Heimlichkeit der Berichterstattung war nicht gerechtfertigt.“

Cave: Verdacht auf Arzneimittelmissbrauch Der Patient Alexander K., geboren am 23. Juni 1984, ist in einer Praxis in Neuss vorstellig geworden, um Benzodiazepine auf Rezept zu erhalten. Die Praxis vermutet einen Medikamentenmissbrauch und berichtet, dass K. sehr aggressiv aufgetreten sein. Der Verdacht auf Arzneimittelmissbrauch besteht auch bei Sandra M., geboren am 28. Dezember 1973. Sie hat mehrere

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In Kürze

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Praxen im Raum Moers aufgesucht, um sich dort verschiedene Schlaf- und Beruhigungsmittel verordnen zu lassen. Die Patienten Monika F. hat mit einer Krankenversichertenkarte der BKK City Wuppertaler Praxen aufgesucht, um sich Tramadol verordnen zu lassen. Die Patientin ist nicht bei der BKK City versichert. Es besteht der Verdacht des Arzneimittelmissbrauchs.


Mehr barrierefreie Praxen in NRW

Ärztliche Versorgung im Vergleich

Die Zahl der barrierefreien Praxen in Nordrhein-Westfalen soll in den kommenden Jahren steigen. Dafür treten die KV Nordrhein und Westfalen-Lippe, die Ärztekammern, die Organe der zahnärztlichen Selbstverwaltung und die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe ein. Eine gemeinsame Erklärung unterschrieben Vertreter der Organisationen und die Behindertenbeauftragte des Landes, Angelika Gemkow, am 8. September.

Noch steht Deutschland im internationalen Vergleich mit 35 niedergelassenen Ärzten je 10.000 Einwohner relativ gut da. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 31 Ärzten je 10.000 Einwohner. Viele Industrieländer haben inzwischen große Probleme, ärztlichen Nachwuchs zu finden. Eine Lösung ist, Ärzte aus anderen Ländern abzuwerben. So verdoppelte sich zwischen 2000 und 2007 in der Schweiz und in Schweden der Anteil der Ärzte, die außerhalb des Landes ausgebildet wurden; in Irland und Finnland verdreifachte sich dieser sogar.

Die KV Nordrhein bietet in ihrem Internetauftritt seit mehr als zwei Jahren eine Suche an, mit der Patienten eine der 2000 barrierefreien Praxen im Rheinland finden können. „Wir sind Ihnen dankbar, wenn Sie uns darüber informieren, inwieweit Ihre Praxis behindertengerecht ausgestattet ist“, appelliert Dr. Leonhard Hansen, Vorsitzender der KV Nordrhein, an die Ärzte und Psychotherapeuten, die Barrierefreiheit der Praxis zu melden. Dafür gibt es auf der Homepage der KV Nordrhein einen Fragebogen zum Herunterladen. Bitte senden Sie ihn an Ihre Bezirksstelle. 0 91023

Zahl der Ärzte je 10 000 Einwohner Griechenland

54

Belgien

40 39 39 38 37 37 36 36 35 35 34 32 30 30 28 25 24 22

Niederlande Schweiz Österreich Italien Spanien Schweden Tschechien Portugal Deutschland Frankreich Dänemark Irland Finnland Australien Großbritannien USA Polen

Die Erklärung zur Barrierefreiheit finden Sie unter www.lbb.nrw.de; den Fragenbogen zur Barrierefreiheit Ihrer Praxis unter www.kvno.de

Türkei Stand: 2007 oder letzter verfügbarer Stand

15 © Globus

Quelle: OECD 2009

Bis dato ist etwa ein Fünftel der 30.000 Arzt- und Psychotherapiepraxen in NRW auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen eingestellt. Gemkow kritisierte, dass die freie Arztwahl für die Menschen mit schweren Behinderungen stark eingeschränkt sei. Dies betreffe immerhin rund 1,7 Millionen Menschen in NRW, die einen Behindertengrad von 50 Prozent und mehr haben.

3051

Vierte Neuauflage des Klinik-Führers Rhein-Ruhr In diesen Wochen führt das Picker Institut im Auftrag des Initiativkreises Ruhrgebiet eine standardisierte Patientenund Ärztebefragung durch. Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte aus den Regionen bittet das Institut, an der Befragung teilzunehmen und ausgewählte medizinische Leistungen von Krankenhäusern im Rhein-Ruhr-Gebiet zu bewerten. Die Ergebnisse fließen ein in die vierte Auflage des Klinik-

Führers Rhein-Ruhr. Der Klinik-Führer gewährt Einblick in 75 Krankenhäuser mit 410 medizinischen Schwerpunkten. Einschätzungen von mehr als 44.000 Patienten, Empfehlungen von rund 2.000 niedergelassenen Ärzten sowie Angaben zu Fallzahlen und Behandlungsqualität erleichtern die Auswahl eines passenden Krankenhauses. Den Klinik-Führer Rhein-Ruhr finden Sie im Internet unter www.kliniken-rhein-ruhr.de

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Morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich

Richtiges Codieren – keine lässliche Pflicht Die richtige Kodierung zählt – und zahlt sich für die Region aus. Denn von ihr hängen die Zuweisungen an die Krankenkassen ab, die diese aus dem Gesundheitsfonds erhalten. Und damit auch, wie viel Geld in welche Region fließt.

Wenn die Praxen eines im Übermaß haben, dann ist es Bürokratie. Sie schreiben, speichern, lagern und versenden tagtäglich zig Dokumentationen und Nachweise. Die häufig gestellte Frage „Und was habe ich davon?“, muss genauso häufig mit „wenig“ beantwortet werden. Anders ist das beim Codieren von Diagnosen Ihrer Patienten. Vom richtigen Codieren profitieren Sie. Damit helfen Sie, die Morbidität der Patientinnen und Patienten in Nordrhein korrekt abzubilden. Damit nehmen Sie

Die sechs wichtigsten Regeln zur korrekten Diagnoseerfassung*

1. Alle vorliegenden Krankheiten erfassen Alle Diagnosen, zu denen beraten und behandelt wurde, sollten erfasst werden. 2. So spezifisch wie möglich dokumentieren Die Diagnose sollte die zugrunde liegende Erkrankung so genau wie möglich beschreiben (Berücksichtigung der Komplikationen). 3. Endstellige ICDs verwenden Es sollte immer auf die letzte nach ICD-10 vorgeschlagene Stelle verschlüsselt werden (Berücksichtigung des Schweregrades). 4. Zusatzinformationen zur ICD (Buchstabencode) ausfüllen Wenn die Diagnose gesichert ist, sollte dies durch den Zusatz „G“ eindeutig dokumentiert werden. 5. Chronische Diagnosen kontinuierlich dokumentieren Für optimale Codierqualität sollte die Behandlung aller chronischen Diagnosen auch regelmäßig dokumentiert werden. 6. Dokumentation dem Verlauf anpassen Erkrankungen können sich im Verlauf ändern. Deshalb sollte die Verschlüsselung bei Bedarf angepasst werden. * Empfehlungen des Hausärzteverbandes Bayern

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unmittelbar Einfluss auf die Finanzzuflüsse aus dem Gesundheitsfonds. Damit bestimmen Sie die Höhe Ihres Honorars. Machen Sie mit – die KV Nordrhein hilft Ihnen. Im Alltagsstress werden häufig Fehler beim Codieren gemacht, die zu Ihren Lasten gehen. Da werden Dauer-Diagnosen vergessen; da werden gesicherte Diagnosen weiter als Verdachtsdiagnosen geführt; da werden nur eigene Diagnosen aufgeführt, die des Fachkollegen vergessen. Das alles führt dazu, dass Geld aus dem Gesundheitsfonds an Nordrhein vorbeifließt. Deshalb startet die KV Nordrhein zusammen mit den nordrheinischen Berufsverbänden eine Informations-Offensive zum richtigen Codieren. Auftakt ist eine Veranstaltung mit den Berufsverbänden am 4. November in Haus der Ärzteschaft. Dort informiert der Vorstand der KV die Berufsverbände und lädt sie ein, die Informationskampagne mitzugestalten. Im Sinne des bewährten Prinzips „Kollegen helfen Kollegen“ können Sie dann auf fachspezifischen Veranstaltungen in Ihrer Bezirksstelle die wichtigsten Regeln und Diagnosen für Ihre Fachgruppe erfahren. Ziel ist, die Veranstaltungen noch in diesem Jahr anzubieten. In einem Kompendium werden Ihnen die Informationen alltagstauglich zum Nachlesen zur Verfügung gestellt. Eine Schreibtischunterlage navigiert Sie durch den Codierungs-Alltag. In Kürze erhalten Sie weitere Informationen mit den genauen Terminen für die Veranstaltungen.


Das KVNO-Portal bietet Moderatoren viele Hilfen

Weniger Arbeit mit dem Qualitätszirkel Seit zwei Jahren können Ärzte und Psychotherapeuten die Dienste des Online-Portals nutzen. 5.000 User sind registriert. Besonders viele Vorteile bietet der Dienst „elektronische Qualitätszirkel“ (eQZ) den Moderatoren. Gut 650 Moderatoren haben sich für das KVNO-Portal registriert. Ihnen erleichtert der Dienst die Vor- und Nachbereitung der Qualitätszirkel-Veranstaltungen. Denn sie haben die Möglichkeit, ihre Veranstaltungsdaten online zu pflegen. Die Veranstaltungsnummern brauchen sie nicht mehr bei der KV Nordrhein anzufordern: Sie werden automatisch bei der Anlage einer neuen Qualitätszirkel-Sitzung vergeben. Auch das Versenden von Protokollen an die KV Nordrhein und an die Zirkel-Teilnehmer entfällt bei der Online-Verwaltung. Der Moderator braucht das Protokoll nur zu laden und entscheidet, für wen es im Portal sichtbar sein soll. Dabei kann er zwischen dem öffentlichen Bereich und dem geschützten Bereich unterscheiden; das Protokoll ist also entweder für alle Portal-Nutzer sichtbar oder nur für die Zirkel-Teilnehmer.

Für die Teilnehmer jedes einzelnen Qualitätszirkels gibt es im Portal eine Seite, auf welcher der Moderator wichtige Informationen bereitstellen kann, zum Beispiel neue Veranstaltungstermine, Kontaktdaten, Literatur oder nützliche Informationen im Internet. Für die einzelnen Zirkel gibt es zudem Diskussionsforen. Hier können Moderator und Teilnehmer sich auch außerhalb der Zirkel-Treffen austauschen. Im Forum stehen auch die Protokolle von Veranstaltungen zur Verfügung, die der Moderator exklusiv nur für die Teilnehmer seines Qualitätszirkels freigegeben hat. Im öffentlichen Bereich des eQZ-Dienstes sind Protokolle von allen Portal-Nutzern einsehbar. Hier finden die registrierten Nutzer auch weitere Vordrucke und Muster für die Arbeit in den Qualitätszirkeln.

Weitere Informationen über das KVNO-Portal finden Sie im Internet unter Im Moderatoren-Bereich findet sich auch die Schnittstelle www.kvno.de 0 91025 zur Zertifizierung der Veranstaltung bei der KV Nordrhein. Über die einmalige Zusammenstellung eines Teilnehn Abrechnungsdaten online n Kennzahlen der Praxis merpools kann der Moden Elektronische Qualitätszirkel n Praxisdaten ändern rator Teilnehmerlisten und n Vordrucke bestellen -bescheinigungen automatisch generieren. „Das lästige Ausfüllen der Listen Kontakt entfällt“, sagt Claudia PinKV Nordrhein taric, die das Portal der KV Communication Center Telefon 0211 5970 8500 Nordrhein betreut. Zudem Telefax 0211 5970 9500 E-Mail portal@kvno.de stehen alle Formulare, die für die Moderatorenarbeit www.kvno-portal.de wichtig sind, zum HerunterDer Online-Dienst für die Praxen in Nordrhein laden zur Verfügung.

Service

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Internet-Angebot zur Niederlassung erweitert Das Ziel vieler Ärzte und Psychotherapeuten ist die Niederlassung in eigener Praxis. Wichtige Informationen zum Thema „Niederlassung“ finden Besucher der Homepage der KV Nordrhein (www.kvno.de) in der gleichnamigen Rubrik. Erläutert werden die unterschiedlichen Möglichkeiten der Berufsausübung, die sich aus dem Vertragsarztrechts-Änderungsgesetz ergeben. Neben der selbständigen Tätigkeit in der Einzelpraxis gibt es Kooperations- und Anstellungsmöglichkeiten in Teil- oder Vollzeit. Zu beachten ist auch, ob der künftige Sitz in einem „offenen“ oder „gesperrten“ Bereich, für den es Zulassungsbeschränkun-

gen gibt, geplant ist. In welchen Gebieten es noch freie Plätze gibt, können Interessierte dem Bedarfsplan entnehmen. Zu jeder der verschiedenen Niederlassungsformen, die kurz vorgestellt werden, gibt es weiterführendende Informationen. Auch wer seine Praxis an einen Nachfolger abgeben möchte, erfährt, was zu beachten ist. Zudem stehen die notwendigen Formulare zum Herunterladen bereit – vom Antrag auf Eintragung in das Arztregister bis zur Verzichtserklärung auf Zulassung. Zu persönlichen Gesprächen stehen die Niederlassungsberater der KV Nordrhein zur Verfügung: Deren Kontaktdaten finden sich ebenfalls in der neu gestalteten Rubrik. 0 91026

Die KV Nordrhein auf der MEDICA 2009

Vom 18. bis 21. November finden die MEDCA statt. Die KV Nordrhein finden Sie in Halle 16, Stand A 21.

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Auch in diesem Jahr sind die KV Nordrhein und die Kassenärztliche Bundesvereinigung mit einem gemeinsamen Stand auf der Medizinmesse MEDICA vertreten. Den Stand finden Sie in Halle 16, Bereich A. Die MEDICA beginnt am 18. und endet am 21. November; sie findet wie gewohnt in der Messe Düsseldorf statt. Die KV präsentiert an ihrem Stand die Online-Abrechnung und den elektronischen Arztbrief mit dem elektronischen Heilberufeausweis, das KVNO-Portal und die Verträge der KV Nordrhein.


Wie steht meine Praxis im Vergleich zur Fachgruppe?

PraxisCheck auf Regelleistungsvolumen umgestellt Eine individuelle Beratung kann der Check nicht ersetzen – er bietet aber einen ausgezeichneten Einstieg in das Thema „wirtschaftliche Praxisführung“.

Der internetbasierte KV-PraxisCheck bietet einen Überblick über die betriebswirtschaftliche Situation der Praxis. Nach Eingabe einiger Daten aus der Abrechnung, den betriebswirtschaftlichen Auswertungen und Standortinformationen erhalten Praxen schnell und unkompliziert einen Überblick über die wirtschaftliche Situation im Vergleich zum Durchschnitt der Fachgruppe. Inzwischen stehen auch die Abrechnungen des ersten Quartals 2009 auf der Basis der Regelleistungsvolumen (RLV) zur Verfügung, mit denen Praxisinhaber ihre Kennzahlen vergleichen können. Um eine bessere Vergleichbarkeit bei den KV-Honoraren zu erhalten (zum Beispiel beim Fallwert), ist jetzt auch der Vergleich zur RLVArztgruppe möglich. Neu ist außerdem, dass Sie Honorar und Fallwert aus dem Vorbescheid mit den tatsächlichen Werten aus der eigenen RLV-Abrechnung vergleichen können.

n Honoraranalyse: Damit stellen Sie fest, ob Sie über-

durchschnittliche Einnahmen im vertragsärztlichen Bereich erzielen und in welchen unbudgetierten Segmenten noch Einnahmepotenzial steckt. n Standort- und Konkurrenzanalyse: Sie hilft bei der Einschätzung, ob die Praxis am aktuellen Standort und mit der aktuellen Praxisform gut aufgestellt ist oder ob es sinnvoll wäre, sich Wettbewerbsvorteile durch eine Kooperation zu verschaffen. Die Ergebnisse erscheinen in anschaulichen Grafiken. Um den PraxisCheck zu nutzen, benötigen Sie einen Internetzugang und eine E-Mail-Adresse, müssen Mitglied der KV Nordrhein sein und eine Gebühr von 250 Euro pro Jahr (inklusive Mehrwertsteuer) zahlen. Die Anmeldung zum KV-PraxisCheck finden Sie im Bereich „Service“, Rubrik „KV Nordrhein Consult“ unter www.kvno.de

Die drei Analysebereiche des KV-PraxisChecks: n Ertragsstrukturanalyse: Sie zeigt, wie Ihre Kostenquote im Vergleich liegt, ob der Anteil aus Privatliquidationen dem Durchschnitt entspricht und welche Kostenbereiche auffällig hoch liegen.

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Aktuelle Fragen und Antworten an die Serviceteams

Nur Impfung – keine Praxisgebühr Bei den Serviceteams der KV Nordrhein gehen pro Monat rund 7.000 Anrufe, Faxe und E-Mails ein. Im September standen Fragen rund um die Schutzimpfungen im Mittelpunkt.

Muss ich die Praxisgebühr einziehen, wenn außer einer Schutzimpfung keine Behandlung durchgeführt wird? Nein, bei einer Inanspruchnahme ausschließlich für Schutzimpfungen entfällt die Praxisgebühr. Des Weiteren entfällt die Zuzahlung: n bei einer Behandlung aufgrund einer Überweisung aus demselben Quartal n bei einer Inanspruchnahme aufgrund einer Überweisung aus einem vorhergehenden Kalendervierteljahr zu Auftragsleistungen, die ohne Arzt-Patienten-Kontakt durchgeführt werden, zum Beispiel die Einsendung von Proben zum Labor n wenn der Patient vor der Behandlung einen gültigen Befreiungsausweis der Krankenkasse vorlegt n bei ausschließlicher Inanspruchnahme von Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen n im Notfall oder im organisierten Notfalldienst, wenn der Patient per Quittung für den Notfall oder organisierten Notfalldienst nachweist, dass er die Praxisgebühr bereits im selben Quartal im Notfall oder im organisierten Notfalldienst gezahlt hat Wo kann ich Impfpässe bestellen? Impfpässe können Sie beim Deutschen Grünen Kreuz anfordern. Das geht einfach per Telefon: 06421 2930 Wohin muss ich mein Impfzertifikat schicken? Bitte senden Sie ihre Impfzertifikate an Ihre Bezirksstelle. Das betrifft Ärztinnen und Ärzte, deren Weiterbildung die Impfungen nicht beinhaltet. Sie weisen die Qualifikation durch die Zertifikate nach. Kurse zur Erlangung der Zertifikate bietet die Nordrheinische Akademie an. Darf ich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung rückwirkend ausstellen?

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Im Ausnahmefall schon. Gemäß den ArbeitsunfähigkeitsRichtlinien (Paragraf 5 Abs. 3) dürfen Sie nach „gewissenhafter Prüfung“ eine Rückdatierung des Beginns der Arbeitsunfähigkeit vornehmen. Und zwar auf einen vor dem Behandlungsbeginn liegenden Tag, nur ausnahmsweise sind bis zu zwei Tage möglich. Das Feststellungsdatum ist jeweils das aktuelle Tagesdatum, das Sie nicht rückdatieren dürfen.

Wie ist der zeitliche Abstand bei der Gesundheitsuntersuchung (EBM-Nummer 01732) zu verstehen? Die Gesundheitsuntersuchung nach 01732 EBM ist einmal in einem Zeitraum von zwei Kalenderjahren berechnungsfähig. Wenn Sie die Gesundheitsuntersuchung zum Beispiel im Oktober 2009 bei einem Patienten durchführen, können Sie diese Leistung bei diesem Patienten frühestens im Januar 2011 wieder abrechnen. Wie hoch ist der Punktwert für Leistungen im organisierten Notfalldienst? Die Leistungen werden mit dem Orientierungspunktwert vergütet. Dieser liegt zurzeit bei 3,5001 Cent pro Punkt. Die Notfalldienst-Vergütung erhalten Sie außerhalb des Regelleistungsvolumens. Ansprechpartner Montag bis Donnerstag von 8 bis 17 Uhr, Freitag von 8 bis 13 Uhr. Serviceteam Köln Telefon 0221 7763 6666, Telefax 0221 7763 6450 E-Mail service.koeln@kvno.de Serviceteam Düsseldorf Telefon 0211 5970 8888, Telefax 0211 5970 8889 E-Mail service.duesseldorf@kvno.de


Qualitätszirkel-Neugründungen Thema: Ess-Störungen-Psychosomatik Kontakt: St.-Agatha-Krankenhaus Niehl Dr. Carmen Blaschke Feldgärtenstr. 97 50735 Köln Telefon 0221 7175 255

Thema: Psychotherapie Linker Niederrhein Kontakt: Dr. Ulrike Hinsch Augustastr. 37 47829 Krefeld Telefon 02151 5310 547 Telefax 02151 4510 82

E-Mail: blaschke@ st-agatha-krankenhaus.de

E-Mail: UlrikeHinsch@t-online.de

Termin: nach Vereinbarung

Termin: 27.11.2009, 16 bis 18 Uhr

Ort: St.-Agatha-Krankenhaus Niehl

Ort: nach Vereinbarung

Kontakt Geschäftsstelle Qualitätszirkel Andrea Schween Telefon 0211 5970 8149 Katharina Ernst Telefon 0211 5970 8361 Telefax 0211 5970 8160 E-Mail qualitaetszirkel@kvno.de

Schmerzpflaster nicht teilen Die Teilung von Schmerzpflastern ist rechtlich nicht abgesichert und liegt außerhalb der jeweils erteilten Zulassung. Darauf weist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in einem Schreiben an Hersteller von transdermalen Pflastern mit Buprenorphin und Fentanyl hin. Nach den arzneimittelrechtlichen Zu-

lassungen sei eine Teilung der Pflaster, unabhängig vom Typ (Matrix oder Membran), nicht vorgesehen, so das BfArM. Die Empfehlung zur Teilung transdermaler Pflaster stelle die Anwendungssicherheit in Frage. Das Schreiben ist als Anlage einer Drug safety mail der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft hinterlegt und im Internet abrufbar un0 91029 ter www.akdae.de

Bei fehlendem Fortbildungsnachweis: Honorarkürzung ab III/09 Einige Vertragsärzte und Psychotherapeuten haben ihren Fortbildungsnachweis nicht fristgemäß eingereicht. Die KV ist nun gesetzlich verpflichtet (Paragraf 95d des Sozialgesetzbuchs V), diesen Mitgliedern ihr vertragsärztliches Honorar für vier Quartale um zehn Prozent zu kürzen. Sollte der Nachweis nachträglich erbracht werden, so endet die Honorarkürzung in dem darauf folgenden Quartal. Wird der Nachweis auch weiterhin nicht erbracht, muss die KV

Nordrhein ab dem fünften Quartal sogar um 25 Prozent kürzen. Den genauen Kürzungsbetrag teilt die KV nach Abschluss des dritten Abrechnungsquartals gesondert mittels rechtsmittelfähigem Honorarbescheid im Januar 2010 mit. Um weitere Sanktionen zu vermeiden, sollten betroffene Mitglieder den Punktestand schnellstmöglich vervollständigen oder ein Fortbildungszertifikat der Ärztekammer möglichst schnell beantragen und nachreichen.

Betriebswirtschaftliches Konsil Für die Mitglieder der KV Nordrhein bieten wir einen Beratungsservice, der zu Fragen der wirtschaftlichen Praxisführung sachkundigen Rat geben kann. Folgende Leistungen werden angeboten: 1. Kostenlose telefonische Beratung an jedem Montag in der Zeit von 17.00 bis 21.00 Uhr (Telefon 0800 2233 677) mit der Möglich-

keit zur Anmeldung und Terminvereinbarung eines persönlichen Beratungsgesprächs im Hause der KV Nordrhein in Düsseldorf. 2. Persönliche Beratung jeweils mittwochs in der Zeit von 15.00 bis 20.00 Uhr nach vorheriger Termin­absprache während der telefonischen Beratungszeit. Die Kosten für das Beratungsgespräch betragen 50 Euro.

Die Beratung wird von einem sachkundigen neutralen Berater in unserem Auftrag durchgeführt. Der Berater ist zur absoluten Neutralität verpflichtet. Er unterliegt der beruflichen Verschwiegenheitspflicht und behandelt alle Informationen streng vertraulich, auch gegenüber der KV Nordrhein. Mo. 17 - 21 Uhr, Telefon 0800 2233 677

Qualitätszirkel

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Fax­-A­b­ruf-Nr.: 0211 59 70 -

____

Zum Abruf wählen Sie bitte die Nummer des Dokumentes. Je nach Gerät müssen Sie vor oder nach dem Wählen die Abruf-Taste des Fax-Gerätes drücken. Da die Fax-Geräte je nach Hersteller unterschiedlich sein können, sind leider keine allgemeingültigen Angaben zur Handhabung der Abruffunktion möglich. Bitte entnehmen Sie Einzelheiten zur Funktion des Fax-Abrufes der Betriebsanleitung Ihres Gerätes. Durch- wahl-Nr.

Ti­tel

(Sei­ten­an­zahl)

Bezirksstellen der KV Nordrhein 7504 Bestellschein für Vordrucke

(2)

Bezirksstelle Düsseldorf 7500 Gesamtaufstellung – Zugelassene Ärzte

(4)

7501 Gesamtaufstellung – Ermächtigte Ärzte

(4)

7502 Gesamtaufstellung – Krankenhäuser

(4)

Bezirksstelle Köln 7510 Gesamtaufstellung – Zugelassene Ärzte

(3)

7511 Gesamtaufstellung – Ermächtigte Ärzte

(3)

7512 Gesamtaufstellung – Krankenhäuser

(3)

EDV/IT in der Arztpraxis 7523 Merkblatt eHKS, elektronische Dokumentation zum HautkrebsScreening 75 24 Online-Abrechnung mit D2D: Merkblatt für Arztpraxen 7525 D2D-Anmeldung

(7)

Durch- wahl-Nr.

Ti­tel

(Sei­ten­an­zahl)

7551 Meldeformular für Laborgemeinschaften zur Direktabrechnung über die KV Nordrhein ab dem 4. Quartal 2008

(3)

7553 DMP Asthma/COPD: Antrag auf Teilnahme - Erklärung zur Strukturqualität (fachärztliche Versorgungsebene) 7554 DMP Asthma/COPD: Teilnahmeerklärung Vertragsarzt

(1) (4)

7555 Ambulantes Operieren: Check-Liste

(9)

7556 Anzeige über Beginn/Beendigung der Methadonsubstitution

(1)

7557 DMP Diabetes mellitus Typ 1: Antrag auf Teilnahme – Erklärung zur Strukturqualität für den Hausarzt

(1)

7558 DMP Diabetes mellitus Typ 1: Antrag auf Teilnahme – Erklärung zur Strukturqualität für die DSP und Kinderärzte

(4)

7559 Meldebogen „Gründung eines Qualitätszirkels“

(1)

7560 Patientendokumentation zur substitutionsgestützten Behandlung Opiatabhängiger (4) 7561 Patientenerklärung zum Datenschutz / Abschluss

(2)

7562 Patientenerklärung zum Datenschutz / Beginn

(2)

7563 Patientenmerkblatt: Darmkrebs-Früherkennung

(3)

7564 DMP Brustkrebs: Teilnahmeerklärung Vertragsarzt

(2)

(14)

7566 DMP Diabetes mellitus Typ 1: Teilnahmeerklärung Vertragsarzt

(4)

(8)

7567 DMP Diabetes mellitus Typ 2: Teilnahmeerklärung Vertragsarz

(4)

7526 Merkblatt und Antragsunterlagen zur Blankoformularbedruckung (5)

7568 DMP KHK: Erklärung über die Praxisausstattung

(2)

7527 Merkblatt eKoloskopie-Dokumentation

7569 DMP KHK: Teilnahmeerklärung Vertragsarzt

(4)

7528 Merkblatt: eDMP 7529 Meldebogen für die IT-gestützte Quartalsabrechnung

(8) (10) (1)

Phar­ma­ko­the­ra­pie­be­ra­tung 7532 Patentgeschützte Analogpräparate (Me-too-Liste 2009)

(2)

7533 Praxisbesonderheiten 2009 – Arzneimittel

(1)

7534 Richtgrößen 2009 – Heilmittel

(1)

7536 Richtgrößen 2009 – Arzneimittel

(1)

7537 GAmSI-Fax-Bestellformular

(2)

7539 Genehmigungsverzicht bei HeilmittelVerordnungen außerhalb des Regelfalles

(2)

7541 Praxisbesonderheiten 2009 – Heilmittel

(2)

Qualitätssicherung/Sicherstellung

7550 Bedarfsplanung

(4)

Rechts­ab­tei­lung 7570 Kooperation mit pharmazeutischen Unternehmen

(4)

7571 Praxisgebühr: Mustermahnbescheid

(1)

7572 Rundschreiben der KBV zur Umsatzsteuerbefreiung nach § 4 Nr. 14 UStG – Sachverständigentätigkeit eines Arztes für die gesetzliche Unfallversicherung

(5)

Unternehmenskommunikation 7580 Anfahrtsbeschreibung zur KV Nordrhein

(2)

7581 Bestellformular: Publikationen der KV Nordrhein

(1)

Vertrags­ab­tei­lung 7586 Merkblatt Versandlistenverfahren

(2)

7595 Übersicht der Krankenkassen, die der Vereinbarung über Hautkrebsvorsorgeuntersuchung beigetreten sind

(4)

Diese Dokumente sind auch über die Online-Ausgabe von KVNO aktuell im Internet unter www.kvno.de abrufbar. Bei tech­ni­schen Pro­ble­men steht das Com­mu­ni­ca­tion-Cen­ter der KVNO unter der Telefonnummer 0211 5970 8500 zur Verfügung - bei Stö­run­gen wen­ den Sie sich bit­te an den Ge­rä­te-Her­stel­ler. In­halt­li­che Fragen zu den Do­ku­men­ten rich­ten Sie bit­te an die zu­stän­di­ge Fach­ab­tei­lung, Telefon 0211 59 700.

30

Fax-Abruf

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Fortbildung „Brennpunkt Demenz“ Eine Demenzerkrankung stellt für Betroffene, deren Familien und das soziale Umfeld eine große Herausforderung dar. Pflegenden Angehörigen kommt dabei eine tragende Rolle zu. In den Arztpraxen können besondere Weichen gestellt werden, wenn eine Demenz frühzeitig diagnostiziert wird. Bei der Fortbildung „Brennpunkt Demenz“ beschreiben Referenten das Unterstützungspotenzial im Selbsthilfebereich, medizinische Möglichkeiten in der Praxis, Interventionsmöglichkeiten im Frühstadium und gehen auf Abrechnungsfragen ein. Die Fortbildung der KV Nordrhein in Zusammenarbeit mit dem Demenz-Servicezentrum NRW wird sowohl für Mitglieder der KV Nordrhein als auch für Medizinische Fachangestellte angeboten.

Ärzte

Termin: Ort: Zertifiziert:

28. Oktober 2009, 15.30 bis 19 Uhr Bezirksstelle Köln der KV Nordrhein, Sedanstraße 10-16, 50668 Köln 3 Punkte

Medizinische Fachangestellte Termine: Ort:

25. November 2009, 15.30 bis 19 Uhr Bezirksstelle Köln der KV Nordrhein, Sedanstraße 10-16, 50668 Köln

Anmeldung:

KV Nordrhein, KOSA, Anke Petz, Tersteegenstraße 9, 40474 Düsseldorf Telefon 0211 5970 8090, Telefax 0211 5970 8082, E-Mail kosa@kvno.de

Praxisbörsentag in Nordrhein Am 7. November 2009 veranstaltet die KV Nordrhein in Köln ihren dritten Praxisbörsentag. Wer eine Praxis abgeben möchte oder einen Nachfolger sucht, kann an diesem Tag erste Kontakte knüpfen. Die Besucher können sich in Vorträgen zudem über wichtige Themen rund um die Abgabe oder Übernahme einer Praxis informieren. Der Praxisbörsentag richtet sich an Inhaber, die ihre Praxis in den kommenden Jahren abzugeben planen, und an Ärzte und Psychotherapeuten, die sich für eine ambulante ärztliche oder psychotherapeutische Tätigkeit interessieren. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich; die Veranstaltung ist kostenfrei. Termin: Ort:

7. November 2009, 9 bis 14 Uhr Bezirksstelle Köln der KV Nordrhein, Sedanstraße 10-16, 50668 Köln

Kommunizieren im Schadensfall Unter dem Titel „Sicher handeln und kommunizieren in schwierigen Situationen in der Praxis“ findet Ende November eine Fortbildung des Instituts für Qualität im Gesundheitswesen Nordrhein (IQN) statt. Im Zentrum steht die Kommunikation mit dem Patienten. Weitere Themen sind die Arzthaftung und die medizinische Analyse von Schadensfällen. Die Teilnahmegebühr beträgt 40 Euro. Termin: Ort: Zertifiziert:

Freitag, 27. November 2009, 16 bis 19 Uhr Samstag, 28. November 2009, 9.30 bis 15.30 Uhr Haus der Ärzteschaft, Tersteegenstraße 9, 40474 Düsseldorf 12 Punkte

Anmeldung/Kontakt: IQN, Telefon 0211 4302 1570, Telefax 0211 4302 18571, E-Mail iqn@aekno.de

Veranstaltungen KVNO aktuell 10 2009

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Termine n 7.10.2009 n 7.10.2009

Infomarkt der KV Nordrhein, Köln Fortbildung der KV Nordrhein für Medizinische Fachangestellte: „Richtig abrechnen – Beispiele aus der Praxis“, Düsseldorf

7.10.2009

Vortrags- und Diskussionsveranstaltung des Klinischen Ethik-Komitees der Kliniken der Stadt Köln: „Künstliche Ernährung (PEG) am Lebensende“, Köln

n 9.10.2009

focus – Zukunftsperspektiven im Gesundheitswesen „Leistung muss sich lohnen! Pay for Performance - ein Modell zur erfolgsorientierten Honorierung der Ärzte“, Düsseldorf

10. – 16.10.2009 Nordrheinische Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung: 69. Fortbildungskongress, Norderney

n 14.10.2009

Fortbildung der KV Nordrhein für Medizinische Fachangestellte: „IGeL-Abrechnung“, Düsseldorf

24. – 25.10.2009 Psychotherapeutenkammer NRW: 5. Jahreskongress Psychotherapie, Bochum

n 28.10.2009 n 28.10.2009

Mitgliederversammlung der Kreisstelle Essen der KV Nordrhein, Essen

Zentrum für Telematik im Gesundheitswesen GmbH: „Die Telemedizin-Tagung in NRW:

28.10.2009

RP-Sprechstunde „Rückenschmerzen / Bandscheibe“, Mönchengladbach Telemedizin konkret: im Notfall und zur hausärztlichen Versorgung“, Bielefeld

28.10.2009

Fortbildungsveranstaltung der KV Nordrhein „Brennpunkt Demenz“, Köln

4.11.2009

KV Nordrhein Consult „Betriebswirtschaftliches Basiswissen für die Arztpraxis“, Oberhausen

4.11.2009

Nordrheinische Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung: Fortbildungsveranstaltung für Arzthelfer-/innen: „Sachkenntnisse gemäß Medizinproduktebetreiberverordnung für die Instandhaltung von Medizinprodukten“, Düsseldorf

7.11.2009

KV Nordrhein Consult „Evidenzbasierte Internetrecherche“, Düsseldorf

n 7.11.2009 n 11.11.2009

3. Nordrheinischer Praxisbörsentag, Köln

IQN-Fortbildungsveranstaltung „Dekubitus – Prophylaxe und Problematik in der Behandlung“,

11.11.2009

Mitgliederversammlung der Kreisstelle Remscheid der KV Nordrhein, Remscheid Düsseldorf

11. – 15.11.2009 Lehrstuhl für Naturheilkunde der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung: Fortbildungsveranstaltung „Zusatzbezeichnung Naturheilverfahren“, Essen

13.11.2009

n 17.11.2009 n 18.11.2009

KV Nordrhein Consult „Honorarverteilung, Abrechnung, Regelleistungsvolumen“, Düsseldorf Mitgliederversammlung der Kreisstelle Mülheim der KV Nordrhein, Mülheim an der Ruhr Fortbildung der KV Nordrhein für Medizinische Fachangestellte: „Richtig abrechnen – Beispiele aus der Praxis“, Düsseldorf

18. – 21.11.2009 MEDICA, Düsseldorf

18.11.2009

KV Nordrhein Consult „Praxiswertermittlung“, Oberhausen

18.11.2009

Mitgliederversammlung der Kreisstelle Viersen der KV Nordrhein, Viersen

18.11.2009

KV Nordrhein Consult „Praxiswertermittlung“, Oberhausen

18.11.2009

Nordrheinische Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung: Fortbildungsveranstaltung für Arzthelfer-/innen: „Sachkenntnisse gemäß Medizinproduktebetreiberverordnung für die Instandhaltung von Medizinprodukten“, Düsseldorf

n 21.11.2009

Vertreterversammlung der KV Nordrhein, Düsseldorf

25.11.2009

KV Nordrhein Consult „Niederlassung und Praxisübernahme“, Düsseldorf

25.11.2009

Fortbildungsveranstaltung der KV Nordrhein für das medizinische Fachpersonal „Brennpunkt Demenz“, Köln

n 2.12.2009

RP-Sprechstunde „Rheuma / Gelenke“, Düsseldorf

KV Nordrhein Consult „Miteinander arbeiten leichter gemacht – Konfliktmanagement in der

2.12.2009

Praxis“, Düsseldorf

32

Termine

n 4.12.2009

focus – Zukunftsperspektiven im Gesundheitswesen, Düsseldorf

KV Nordrhein Consult „Aufbauseminar Datenschutz“, Düsseldorf

4.12.2009

n 8.12. 2009

Mitgliederversammlung der Kreisstelle Solingen der KV

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.kvno.de

KVNO aktuell 10 2009


Impressum

Vorschau KVNO

aktuell 11 09

KVNO aktuell Herausgeber: Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein

n Morbi-RSA:

KV Nordrhein hilft

richtig zu codieren

Tersteegenstraße 9 40474 Düsseldorf

Redaktion: Ruth Bahners (verantwortlich) Frank Naundorf, Karin Hamacher

n KV Nordrhein:

Entscheidung über

Vorstands-Wahlen

Redaktionsbeirat: Dr. Leonhard Hansen, Dr. Klaus Enderer, Ruth Bahners

Druck: Druckhaus Limbach, Köln

n Hausärzte:

Aktionsprogramm

für NRW

Satz: BCS, Düsseldorf

Anschrift der Redaktion: Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein Tersteegenstraße 9 40474 Düsseldorf Telefon 0211 5970 8077 Telefax 0211 5970 8100

n A/H1N1:

Infos zu den

Massenimpfungen

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n Düren: KVNO aktuell erscheint in zehn Ausgaben pro Jahr als Mitteilungsorgan für die Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein.

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Die mit dem Namen des Verfassers gekennzeichneten Beiträge geben die Meinung des Autors, aber nicht unbedingt die Ansicht der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein wieder. Für unverlangt eingesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keine Gewähr.

Die nächste Ausgabe von KVNO aktuell erscheint am 18. November 2009 Aus aktuellem Anlass kann es zu Themenänderungen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.


KVNO aktuell 10 2009  

KVNO aktuell erscheint in zehn Ausgaben pro Jahr als Mitteilungsorgan für die Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Themen...