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Ein junger Mann gibt trotz massiver Hindernisse und Rückschläge seine Vision nicht auf, in Kroatien eine christliche Medienarbeit aufzubauen. Im ehemaligen Jugoslawien konnte man im Fernsehen in allen Programmen nur die Propaganda der Regierung sehen und hören. Gorans Mutter und beide Schwestern waren gläubige Christen. Als Christen mussten sie mit Verfolgung rechnen. Bereits als Junge sehnte sich Goran danach, im Nationalfernsehen Programme mit dem Evangelium zu sehen. Er träumte davon, dass dies doch einmal Realität werden könnte.

Geld verdienen Weil Goran keine Finanzen hatte, um Radiosendungen auf eigene Kosten zu produzieren, nahm er eine gut bezahlte Arbeitsstelle an. Durch gute Stellenwechsel konnte er schnell aufsteigen und mehr verdienen. Doch verdiente er nicht nur mehr Geld, auch die Anforderungen an Zeit und Kraft wurden immer mehr, und der Gedanke an eine christliche Medienarbeit rückte in den Hintergrund. Doch manchmal, wenn er über seine Berufung nachdachte, verlor seine gute Arbeitsstelle an Glanz. Um diese Spannung nicht länger aushalten zu müssen, entschied er sich, gar nicht mehr über christliche Medienarbeit nachzudenken, sondern sich ganz in die säkulare Arbeit zu investieren. Das ging so weit, dass er aufhörte, die Bibel oder andere christliche Bücher zu lesen. Die Wende Doch das Leben ohne Gott hielt Goran nicht lange aus, und so betete er und las das Buch “Fresh Wind, Fresh Fire” von Jim Cymbala. Es bewegte ihn so sehr, dass er es sechsmal hintereinander lass. Eine Passage im Buch wurde zum Wendepunkt in seinem Leben: „Wenn Gott dich beruft, für ihn zu arbeiten, reicht das. Es braucht nichts anderes. Gott hat alles, was Du brauchst.“ Goran kämpfte

Es hat ihn alles gekostet

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Christliche Radioprogramme Nach der Unabhängigkeit Kroatiens 1995 konnte Goran an einer Bibelschule wöchentlich 20-minütige Radioprogramme produzieren. Diese Produktionen wurden von fast allen Radiostationen Nordkroatiens gesendet, und die Bevölkerung hörte sie gerne. Sieben Jahre lang machte Goran diese Arbeit ehrenamtlich ohne Bezahlung. Doch aus für Goran unerklärlichen Gründen verlor die Bibelschule das Interesse an der Radioarbeit.

mit sich selber. Wenn er die Arbeitsstelle aufgeben würde, dann würde er alles verlieren, was er sich aufgebaut hatte. Die Zukunft wäre ungewiss, und es gäbe keine finanzielle Sicherheit. Denn es gab in Kroatien keine Firma oder Organisation, die christliche Radio- oder Fernsehprogramme produzierte, wo er hätte mitarbeiten können. Andrerseits erkannte er die Leere in seinem Leben.

„Wenn Gott dich beruft, für ihn zu arbeiten, reicht das. Es braucht nichts anderes. Gott hat alles, was du brauchst.“

Vergebliche Anläufe Goran nahm wieder Kontakt mit der Bibelschule auf, an der er frühe die Radioprogramme produziert hatte. Die Leitung der Bibelschule war interessiert, wollte aber keine Finanzen dafür freisetzen. Ebenso reagierte eine christliche Organisation, die weltweit Radiostationen gründete. Gründung einer eigenen Firma Goran kam zum Schluss, dass er selber etwas anfangen muss. Michael, ein Freund von Goran, war die einzige Person, die hinter

Daniela und Goran mit ihrem Sohn

Ehekrise Mittlerweile war das ersparte Geld aufgebraucht, und Goran verkaufte sein Haus und zog mit der Familie in eine kleine Mietwohnung. Daniela war wütend und beschuldigte ihn, dass er kein guter Vater und Ehemann sei. “Wie kannst du auf Gott warten? Was erwartest du denn noch von Gott? Wo ist denn dieser Gott? Wir haben nicht einmal mehr genug für die allernötigsten Dinge, und du wartest noch?” Und sie verlangte von ihm, die christliche Medienarbeit aufzugeben. Goran sass da und schrie innerlich zu Gott. Dann antwortete er seiner Frau, dass Gott die Situation genau kenne, und was auch komme, er würde Gott vertrauen. Daraufhin verliess sie zornig den Raum, und sie erlebten die stillsten sieben Tage zusammen in der Wohnung, weil sie es nicht schafften, miteinander zu reden. Aber am Sonntag änderte sich etwas. Daniela kam in den Gottesdienst und vertraute ihr Leben Jesus an.

Urs Leuzinger Agape-Media

Jetzige Lösung Kurz darauf musste Goran Konkurs anmelden. Dann fand er eine Stelle, die ihm genug Zeit lässt, nebenberuflich weiterhin in der Medienarbeit tätig zu sein. Er übersetzt laufend Programme von Agape-Media ins Kroatische und bietet sie Fernsehstationen im Westen des Landes an.

sendestörung seinem Vorhaben stand. Und so gründeten sie zusammen ihre eigene Firma. Gorans Frau Daniela forderte, dass er auch in der christlichen Medienarbeit erfolgreich sein müsse, damit sie bei ihm bleibe.

infobox Ein Fernsehapparat ist etwas vom Ersten, was sich die Menschen leisten – selbst die Ärmsten. Damit wird er zu einem der effektivsten Meinungsmacher der Welt! Uns ist es wichtig, dass die Menschen Gutes und Aufbauendes sehen. Wir unterstützen darum mit unseren während zwei Jahrzehnten gesammelten Erfahrungen, Daten und Programmen Personen, die einen professionellen christlichen Mediendienst in ihrem Land aufbauen, derzeit in Osteuropa, auf dem Balkan und in Westafrika.

Hindernisse und Rückschläge Sie erhielten dann auch einen guten Auftrag. Für das grösste christliche Musikfestival Kroatiens produzierten sie die Werbespots für Fernsehen und Radio. Doch die Enttäuschung war gross, als jemand anders das Honorar für sich einsteckte und sie keinen Rappen davon sahen.

Goran in seinem Studio

Goran hält an seiner Berufung fest, dass möglichst viele christliche und ermutigende Filme auf säkularen Fernsehstationen ausgestrahlt werden. Nach Jahren zeigen sich nun Früchte seiner Arbeit. Mehrere Fernsehstationen strahlen nun christliche Programme aus, und immer wieder erhält Goran eine Rückmeldung, dass die Zuschauer sehr berührt waren. Was mich bei unseren Begegnungen sehr beeindruckt hat, ist, dass Goran trotz aller schlechten Erfahrungen nie bitter geworden ist.

Ein andermal konnte er einigen privaten Fernsehstationen seine ins kroatisch übersetzte Programme anbieten. Sie waren be geistert und nahmen die Programme an. Sie wurden aber nie ausgestrahlt. Erst viel später erfuhr Goran, dass die offizielle Kirche die Ausstrahlung blockiert hatte, weil sie nicht wollte, dass evangelistische Sendungen ausgestrahlt werden.

Strassenzug in Osijek im Osten Kroatiens

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