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kaschmir

Kostbare Schätze Eine Familie nimmt ausgesetzte Babys auf

Infobox V o n d e r M u t t e r v e r l a s s e n , d o c h v o n G o t t g e w o l l t : I m K i d s h o u s e K a s c h m i r i n I n d i en n e h m e n w i r B a b y s a u f , die nach der Geburt von ihrer (häufig unverheirateten) Mutter ausgesetzt worden sind, und geben ihnen Liebe, Nahrung und eine Identität in einer christlichen einheimischen Familie, die diese Kinder adoptiert. 2008 kamen gleich drei Babys ins Kidshouse, so dass es jetzt sieben aufgenommene Kinder sind.

Es heisst in der Bibel: „Ein Vater der Waisen,... ein Gott, der die Einsamen nach Hause bringt“ (Psalm 68, 6 - 7). Jede schlafarme Nacht, jede gewechselte Windel, jedes Trösten, Liebkosen, Spielen und Füttern ist eine Investition in kostbare Schätze.

In unserem Kidshouse in Kaschmir investieren wir in Kinder, die niemand haben wollte. Winzig und meist nur wenige Stunden alt waren sie, als sie zu uns gekommen sind. In ihrer eigenen Familie waren sie ungeplant und unerwünscht. 22

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Die Kidshouse-Familie

Entfaltung und Entwicklung

Rückschläge

Unsere Grenzen

Derzeit leben sieben solche Kinder in der Kidshousefamilie. Sie sind jetzt zwischen 10 Monaten und etwas über 3 Jahren alt, vier Mädchen und drei Jungen. Jedes ist ein „Unikat“, charakterlich wie auch äusserlich sehr verschieden sind sie Teil einer grossen liebenden Familie geworden. Sie haben Mama und Papa und Geschwister bekommen. Es ist, wie man sich vorstellen kann, ein wuseliger und lebendiger Haushalt! Es wird viel gelacht, gesungen, gespielt, getanzt – und zwischendurch handfest gestritten und gezankt. Solange die Kinder wach sind, läuft immer was! So unterschiedlich sie sind, sie passen erstaunlich gut als Familie zusammen. Aus denen, die verstossen waren, gibt es einen neuen herzlichen Zusammenhalt. Unser einheimisches Elternpaar leistet vollen Einsatz mit grosser Hingabe. Um ihre sieben adoptierten Kinder kümmern sie sich genauso liebevoll wie um ihre beiden eigenen Söhne. Sie leben in dem Bewusstsein, dass Gott sie für diesen „Familiendienst“ berufen hat.

In jedem unserer Kinder schlummern Gaben und Berufungen. Wir sind gespannt zu sehen, wie sie sich zu den Persönlichkeiten entfalten, als die sie gedacht sind. Wir bemühen uns, ihnen dabei zu helfen. Und wir glauben und beten, dass diese Kinder einmal einen Unterschied in ihrem moslemischen Umfeld machen werden, weil sie den liebenden Vater im Himmel kennen und Seine Fürsorge ganz praktisch erlebt haben. Es ist keinesfalls so, dass wir nie Zweifel und Bedenken haben, und es kommen bestimmt noch manche Hürden auf uns zu in den Jahren, die vor uns liegen. Und dennoch, es lohnt sich! Jede schlafarme Nacht, jede gewechselte Windel, jedes Trösten, Liebkosen, Spielen und Füttern – so alltäglich, normal und bodenständig das Leben im Kidshouse ist – es ist eine Investition in kostbare Schätze.

Als vor zwei Jahren eines unserer Babys mit knapp fünf Monaten an einer plötzlichen Hirnblutung starb, wollten sich Gedanken bei uns einschleichen wie, dass sich der ganze Einsatz nicht gelohnt hätte und alles umsonst war. Aber Gott hat uns in der Zeit sehr ermutigt und uns unter anderem mit dieser Zusage getröstet: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt Ihr mir getan“ (Matthäus 25,40). Uns wurde klar, dass wir für die kleine herzige Esther eben für diese so kurze Zeit Familie sein und sie lieben durften. Und wir sind so dankbar, dass Gott sie uns dafür anvertraut hatte.

Immer wieder kommen neue Anfragen, noch mehr Neugeborene aufzunehmen, die ungewollt auf die Welt kommen. Die Not ist riesig – zumal wir nicht wissen, was aus denen wird, die weder von einem kinderlosen Ehepaar adoptiert noch bei uns im Kidshouse aufgenommen werden. Unser zweitjüngstes Kind, die kleine Mariam, hatte zum Beispiel schon im Abfall gelegen, bevor sie zu uns gebracht worden ist! Es fällt uns gar nicht leicht, absagen zu müssen. Aber wir sehen unsere Kapazitäten und können und wollen uns nicht von der Not treiben lassen, sondern unserem Auftrag treu bleiben. Es ist uns ein grosses Anliegen, dass die uns anvertrauten Kinder wirklich Eltern haben, die sie lieben und sich um sie kümmern – sie sollen nicht eines von unzähligen Kindern in einem Heim sein, die einfach versorgt werden. Simon und Simone Allenbach Standortleiter Kaschmir


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