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Unser Kirchdorf Ausgabe 104/Dezember 2012

Wir w端nschen Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute f端r das Neue Jahr 2013


Rückblick

2012 - ein schwieriges Jahr

Liebe Kirchdorferinnen, liebe Kirchdorfer! ehemaligen Citybus bietet. Das sogenannte Die Adventzeit ist immer der erste deutliche Hinweis, dass wieder ein Jahr zu Ende geht. Man beginnt, Rückschau zu halten auf das abgelaufene und gleichzeitig die Weichen für das nächste Jahr zu stellen. 2012 war wie schon die letzten Jahre davor gekennzeichnet von Katastrophen rund um den Erdball, von Krisen und steigender Armut. Dazu kommen die steigenden Umweltprobleme. Auch Europa wird da nicht verschont. Zu den massiven Finanzproblemen einiger Staaten kommt eine immer höher werdende Jugendarbeitslosigkeit. 2012 war aber auch für Kirchdorf sehr bewegend. Positives wie Negatives wechselte einander ab. Der Bau der Polytechnische Schule ist etwa ein solches Beispiel. So schien es im April noch, dass dieses Projekt nicht mehr verwirklicht wird. Nach vielen Verhandlungen, in denen man mögliche Alternativen durchdiskutierte, wurde uns doch grünes Licht für einen Weiterbau in der ehemaligen Brauerei gegeben. Derzeit liegt das neue Projekt zur Begutachtung bei der Bildungsabteilung des Landes. Sobald die Genehmigung vorliegt, wird zuerst mit dem Abbruch des nicht mehr verwendbaren Teils begonnen. Ich rechne damit, dass die neuen Werkstätten schon mit Schulbeginn 2013 bezogen werden können. Mitte des Jahres teilte uns die Verkehrsabteilung des Landes mit, dass mit Dezember der Citybus zwischen Kirchdorf und Micheldorf auf Grund der zu geringen Auslastung eingestellt wird. Nach intensiven Beratungen in beiden Gemeinden konnte ein Modell gefunden werden, das einen guten Ersatz für den 2

Anrufsammeltaxi, kurz AST genannt, wird von Montag bis Freitag an fixen Zeitpunkten zwischen Kirchdorf und Micheldorf verkehren. Dies jedoch nur bei Anruf. Ein wesentlicher Vorteil dabei ist, dass die Fahrgäste bei der Rückfahrt bis vor die Haustüre gefahren werden. Nähere Informationen zum AST erhalten Sie in unserer Bürgerservicestelle. Seit Dezember können alle Kirchdorfer Haushalte zum Restmüll und den Speiseresten auch Papier und Kartonagen von der Müllabfuhr abholen lassen. Die Entleerung wird vierwöchentlich durchgeführt. Nach einigen Turbulenzen, die in fast allen Medien nachzulesen waren, konnte der Verkauf der ehemaligen Kaserne nun doch - wie von Seiten der Gemeinde gewünscht und mit dem Land abgesprochen - realisiert werden. Jetzt steht der Entwicklung eines neuen Kirchdorfer Stadtteils nichts mehr im Wege. Konkrete Pläne dafür gibt es bereits. Sehr erfreulich ist auch, dass durch die neu entstandenen Wohnbauten neue Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt willkommen geheißen werden konnten. Es gab in diesem Jahr auch zahlreiche Jubiläen zu feiern. Ohne einen Verein oder eine Institution hervorzuheben, darf ich allen sehr herzlich dazu gratulieren. Außerdem gab es wieder zahlreiche kulturelle und sportliche Veranstaltungen mit einigen Highlights. Ich darf mich an dieser Stelle bei allen bedanken, die sich für das Gelingen dieser engagiert haben. Aber auch 2013 warten wieder viele Aufgaben auf uns, die es zu bewältigen gibt. Da steht etwa die Sicherheit unserer Schülerinnen und


2013 - mit neuen Aufgaben Schüler wie immer an vorderster Stelle. So ist etwa geplant, die „Kaufmannkreuzung“ durch bauliche Maßnahmen wesentlich zu entschärfen und für die Fußgänger sicherer zu machen. Apropos Sicherheit: Am 21. Jänner 2013 steht die Volksbefragung zum Thema Einführung eines Berufsheeres und eines bezahlten freiwilligen Sozialjahres oder Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht und des Zivildienstes an. Es gibt da wie dort Vor- und Nachteile. Schlecht ist jedoch, wenn durch Schüren von Angst und Verunsicherung und nicht durch sachliche Argumente eine Abstimmung beeinflusst wird. Jedenfalls ersuche ich Sie, sich an der Volksbefragung

Projekt „Gesunde Gemeinde“ wird fortgeführt Das erfolgreiche Projekt „Gesunde Gemeinde“ wird weitere drei Jahre mit Bürgerbeteiligung fortgeführt. Der Ausschuss für Gesundheit, Sicherheit und Freizeit hat dafür eigens einen Arbeitskreis gebildet und zur Arbeitskreisleiterin einstimmig GRin Renate Mühlbacher bestellt. Zahlreiche Fachkräfte und engagierte BürgerInnen konnten bereits zur Mitarbeit gewonnen werden. Renate Mühlbacher wird in Zukunft die Terminkoordination für die Arbeitskreisarbeit durchführen und die Zusammenarbeit mit dem Land OÖ, von dem dieses Projekt gefördert wird, forcieren. In die Agenden des Arbeitskreises fallen unter anderem die „Gesunde Jause“ in unseren Schulen und im Kindergarten, die Überwachung und ständige Weiterentwicklung der Qualität der in diesen Bildungseinrichtungen angebotenen Mittagstische durch intensive Zusammenarbeit mit den Anbietern sowie die

Ausblick

zu beteiligen und somit Ihr demokratisches Recht in Anspruch zu nehmen. Denn nur eine hohe Beteiligung sichert die richtige Entscheidungsfindung. Abschließend darf ich Ihnen für das bevorstehende Weihnachtsfest viel Freude, Ruhe und Geborgenheit wünschen. Für das neue Jahr 2013 wünsche ich Ihnen viel Erfolg, Zufriedenheit und vor allem Gesundheit. Ihr Wolfgang Veitz

Ausarbeitung und Durchführung von neuen Projekten für unsere kleine große Stadt. Die SPÖ wünscht Renate viel Erfolg mit ihrer neuen Aufgabe - damit Kirchdorf sich auch in Zukunft als Wohlfühlstadt präsentieren kann. Vera Pramberger, Fraktionsvorsitzende

SP-Frauen am Adventmarkt An den ersten beiden Wochenenden waren die SP Frauen beim Kirchdorfer Adventmarkt vertreten. Besonderer Dank gilt dabei Gitti Zauner, die, wie schon die Jahre zuvor, unzählige Stunden beim Verzieren der Kerzen, Binden der Kränze, Malen der Bilder und anderen vorbereitenden Tätigkeiten verbrachte. Der Reinerlös dieses Adventmarktes wird einer Familie in finanziellen Nöten gespendet. 3


Foto: Bilderbox.com

Sozialdemokratische Partei Oberösterreich

JA zur absoluten Sicherheit für unsere MitbürgerInnen JA zum Profiheer und zum sozialen BürgerInnenjahr KEINE KOMPROMISSE BEI SCHUTZ UND FÜRSORGE

Unser Österreich in besten Händen Die SPÖ steht für die Neutralität Österreichs und für Solidarität innerhalb Europas. Wir sind überzeugt davon, dass beides besser in den Händen von Profis aufgehoben ist. Zwangsdienste sollten im 21. Jahrhundert Geschichte sein. Sie haben es in der Hand: Helfen Sie am 20. Jänner 2013 bei der Volksbefragung mit, die Wehrpflicht auszumustern und mit einem sozialen BürgerInnenjahr unser Pflegesystem und Rettungswesen nachhaltig zu stärken. WER SICHERHEIT und Friede von heute gewährleisten will, der darf sich nicht auf den Schutz von gestern verlassen. Die Anforderungen an die Sicherheit haben sich stark verändert. Heeresprofis werden heute gebraucht, um Hilfseinsätze zu unterstützen, um die Europäische Friedenssicherung zu garantieren oder um Terrorismus zu bekämpfen – auch im Internet. PROFIHEER: VOLLER EINSATZ UND BESTES RÜSTZEUG Wer aus eigenem Antrieb heraus entscheidet, sich als Soldat für seine Mitmenschen einzusetzen, der bringt das Wichtigste für den Job schon mit: Einen stark ausgeprägten Sinn für das Gemeinwohl, große Hilfsbereitschaft, und die Bereitwilligkeit, sich selbst zum Schutze anderer außergewöhnlichen Belastungen und Gefahren auszusetzen. Zwangsverpflichtete Soldaten bringen diese Qualifikation nicht mit. Sie empfinden die Wehrdienstzeit zu Recht oft als Bürde, die sie hindert, ihren eigentlichen beruflichen Werdegang zu verfolgen. Jedes Jahr rücken 11.000 neue Präsenzdiener ein. Davon

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gehen 60 Prozent in die Systemerhaltung. 1100 Pionieren und 1300 Infanteristen stehen 6000 Kraftfahrer, 2600 Wachleute, 1300 Köche und 1800 Kellner in Offizierscasinos gegenüber. 21 VON 27 EU-STAATEN OHNE WEHRPFLICHT Der internationale Trend geht in Richtung Abschaffung der Wehrpflicht. 21 von 27 EU-Staaten verlassen sich schon auf Profi-Armeen. Nur Österreich, Griechenland, Zypern, Finnland, Dänemark und Estland halten noch am historischen Zwangswehrdienst für junge Männer fest. GUT BETREUT: DAS SOZIALE BÜRGERINNENJAHR Wer schon einmal auf die Pflege durch andere angewiesen war, der weiß: Gute Pflege ist verlässlich, menschlich und zuwendungsvoll. Es ist für uns oberstes Gebot, dass Pflege in Österreich in guten Händen ist. Ein Zwang zum Dienst an anderen Menschen kann für alle Betroffenen nur von Nachteil sein. Menschen, die sich aus eigenem Antrieb heraus in der Kran-

kenpflege oder anderen sozialen Diensten einsetzen, bringen immer ein besonderes Maß an Mitmenschlichkeit, menschlicher Stärke, Tatkraft und Einfühlungsvermögen mit. Sie machen den Unterschied – sie motivieren, sie machen gesund, sie lindern Leid und Angst. Das soziale BürgerInnenjahr öffnet die Tore für jene, die sich im sozialen System aus eigenem Antrieb heraus verpflichten wollen. Dass dieser Weg funktioniert, zeigt sich in Deutschland. Für 32.000 verfügbare Stellen meldeten sich freiwillig 60.000 Interessenten! Dabei wird es die notwendige Anzahl helfender Hände im Sozialwesen nur dann geben, wenn wir das soziale BürgerInnenjahr auch für Frauen öffnen und die geleisteten Beiträge angemessen entlohnen. Das soziale BürgerInnenjahr soll auch als Teil des Berufseinstiegs wirken können. In diesem Jahr erworbene Kenntnisse sollen für eine spätere Ausbildung im Sozialbereich angerechnet werden können (zum Beispiel Medizinstudium, Pflegeausbildung).


Volksbefragung zur Wehrpflicht

aktuell

Intensive Wehrdienstdiskussion im SPÖ Stadtparteiausschuss (FV Vera Pramberger) Ausführliche Informationen pro und contra Wehrpflicht sowie eine sachliche Diskussion war der Wunsch der Mitglieder des SP-Stadtsparteiausschusses in Sachen Volksbefragung Wehrpflicht. Ein kleiner parteiinterner Arbeitskreis hat sich daher auf Recherche begeben und Unterlagen aus den politischen Lagern zusammengetragen. Nach über zweistündiger, sehr sachlicher Diskussion, auch unter Einbringung eigener Erfahrungen, hat der SP-Stadtparteiausschuss den einstimmigen Beschluss gefasst, für die Einführung eines Berufsheeres und eines bezahlten freiwilligen Sozialjahres einzutreten und diesen Beschluss der Öffentlichkeit mitzuteilen. Nachstehend möchten wir Ihnen unsere Entscheidungskriterien nahebringen: Öffentlich zugänglich und sehr umfangreich ausgeführt und dargestellt waren die Fakten über das von der SPÖ befürwortete Profiheer mit starker Miliz sowie das unter BM Rudolf Hundstorfer ausgearbeitete „Freiwillige Sozialjahr“ als Alternativmodell für den Zivildienst. Argumente, dass nur gut ausgebildete, ständig weitergeschulte Profis (Experten) den heutigen Anforderungen der Landesverteidigung und des Katastrophenschutzes dienlich sein können, haben uns ebenso überzeugt, wie solche, dass das „Freiwillige Sozialjahr“ sehr wohl im Stande sein wird, den derzeitigen Zivildienst letztendlich zu ersetzen. Die uns dazu vorliegenden Unterlagen (sowohl zum Profiheer mit starker Miliz als auch zum „Freiwilligen Sozialjahr“) haben wir Ihnen auf unserer Homepage www.kirchdorf-krems.spoe.at als Link zum Download zur Verfügung gestellt. Etwas schwieriger gestaltete sich die Suche nach

einem von der ÖVP ausgearbeiteten Vorschlag, nachdem eine Präsentation eines solchen in den Medien erst auf einen Zeitraum „nach der Volksbefragung“ in Aussicht gestellt wurde. Erst intensive interne Recherchen haben uns dann eine Power-Point-Präsentation des sog. „Österreichdienstes“ in die Hände gespielt und uns damit wertvolles Material für unsere Diskussion geliefert. Die im „Österreichdienst“ vorgesehene Splittung des Grundwehrdienstes in 5 Monate + 1 Milizmonat (dieser Monat ist innerhalb von 3 Jahren vorwiegend an Wochenenden abzuleisten) hat uns ebenso wenig überzeugt wie die Vorstellung, die sich aus der Geburtenstatistik ergebenden stark rückläufigen Zahlen der in Zukunft zur Verfügung stehenden Grundwehrdiener durch Halbierung der Zahl der Untauglichen zu kompensieren. Nachdem diese Vorstellung nicht näher ausgeführt wird, leiten wir davon ab, dass die Tauglichkeitsschraube verändert und bisher Untaugliche zur Wehrdienstleistung herangezogen werden sollen. Von der FPÖ liegt uns lediglich ein öffentlicher Brief an den Bundeskanzler in altbewährter Manier vor, (Fortsetzung siehe nächste Seite)


aktuell

Wehrpflicht/Pflegefreistellung

auf den wir wegen der Wertlegung auf Sachlichkeit zu diesem Thema nicht näher eingegangen sind. Die Grünen und BZÖ haben keine (zumindest auffindbaren) dezidierten Vorstellungen veröffentlicht. Uns ist lediglich deren Meinungsausrichtung (ja oder nein Wehrpflicht) aus den Medien bekannt. Egal, in welche Richtung Sie Ihre Entscheidungsfindung führt - das für Österreich so wichtige Thema Bundesheer der Zukunft verdient eine breite Aufmerksamkeit. Die Volksbefragung zu diesem Thema ermöglicht es Ihnen, Ihre Meinung auf direktem Weg in eine wichtige Entscheidung des Staates einzubringen. Nutzen Sie daher Ihr demokratisches Recht auf Meinungsäußerung und nehmen Sie an der Volksbefragung am 20. Jänner 2013 teil. Es sind wenige Minuten Zeitaufwand, die jedoch äußerst wichtig für die gemeinsame Gestaltung der Zukunft dieses Landes sind.

Pflegefreistellung: Wesentliche Verbesserungen gelungen Anfang Dezember wurde im Nationalrat der Anspruch auf Pflegefreistellung ausgeweitet - und zwar auf jene Eltern, die nicht im gleichen Haushalt leben wie ihr Kind, Patchwork-Eltern und Regenbogen-Eltern. „Eine enorme Erleichterung und Verbesserung“, so SPÖ Bezirksfrauenvorsitzende Petra Kapeller. Die Pflegefreistellung für Arbeitnehmer wird ab kommendem Jahr ausgeweitet. Künftig steht auch leiblichen Eltern, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, pro Jahr eine Woche „Pflegeurlaub“ zu (und eine zweite, sofern das Kind unter zwölf Jahre alt ist). Damit werden jetzt zwei Gruppen von Personen neu in den Pflegefreistellungsanspruch aufgenommen, einerseits Patchwork-Eltern sowie Regenbogeneltern und anderseits leibliche Eltern, die nicht mit dem Kind im selben Haushalt leben. Als nahe Angehörige gelten künftig auch leibliche Kinder von EhepartnerInnen, LebensgefährtInnen und eingetragenen PartnerInnen. Es wird also z.B. für einen Patchwork-Papa möglich, das Kind seiner Partnerin zu pflegen, wenn es krank ist und zuhause bleibt. Auch für eingetragene PartnerInnen wird es möglich, das Kind des Partners/der Partnerin zu pflegen. Voraussetzung ist in beiden Fällen, dass die Person mit dem Kind in einem gemeinsamen Haushalt lebt. Und in Zukunft haben auch leibliche Eltern, die mit einem Kind nicht im selben Haushalt leben, Anspruch auf Pflegefreistellung - also z.B. ein geschiedener Va6

ter, der nach der Scheidung ausgezogen ist. Dieser Anspruch ist unabhängig davon, ob dieser Elternteil die Obsorge für das Kind hat. Es wird also in Zukunft möglich sein, dass sich beide Eltern auch nach der Scheidung um das gemeinsame Kind kümmern, wenn es krank ist. Damit wurde der Ansatz aus dem Familienrechtspaket konsequent weitergeführt, nämlich: Das Kindeswohl steht im Mittelpunkt. Die Pflegefreistellung für leibliche Eltern, Patchwork-Eltern und Regenbogeneltern bei Begleitung ins Krankenhaus für Kinder bis zum 10. Lebensjahr geben. Für Kinder über zehn Jahren ist eine Pflegefreistellung der Eltern im Falle des Spitalsaufenthaltes ebenfalls möglich - allerdings muss dafür eine entsprechende medizinische Indikation vorliegen (also die Anwesenheit der Eltern für die Heilung von den Ärzten als notwendig erachtet werden). „Es gibt heute so viel mehr Familienformen als nur Vater-Mutter-Kind. Wenn man bedenkt, dass in einer Familie mit mehreren Kindern bei nichtverheirateten Eltern bis dato der Pflegeurlaub knapp werden konnte, so ist diese Gesetzesänderung ein enorme Erleichterung für alle Mamas und Papas,“ so die SP Bezirksfrauenvorsitzende Petra Kapeller.


Armut gibt es auch bei uns! „Viele können sich die Mieten nicht mehr leisten“, „Teuerung stoppen“, „Ungleiche Vermögensverteilung“, so oder ähnlich lauten schon beinahe täglich die Schlagzeilen in verschiedenen Medien. In Österreich sind 12% der Bevölkerung, das sind rund 1 Million Menschen armutsgefährdet! Als armutsgefährdet gelten 1Personenhaushalte mit € 1031.- pro Monat oder weniger. Alleinerzieherinnen und allein lebende Pensionistinnen tragen die höchsten Armutsrisiken. Nun ist es aber nicht so, dass diese Armutsgefährdung nur in den Zeitungen existiert, es gibt sie auch in unserer unmittelbaren Umgebung. In einer wirtschaftlich schweren Zeit soll und darf es kein Tabuthema und keine Schande sein, sich Rat und Hilfe zu holen. So nutzen beispielsweise bereits rund 100 Personen aus Kirchdorf die Möglichkeit, im Lebensmittelladen kostengünstig den Bedarf an Grundnahrungsmittel zu decken. Zum Einkaufen berechtigt sind Personen, deren Monats- und Haushaltseinkommen folgende Einkommensgrenzen nicht überschreiten: 1 Personenhaushalt € 900.-, 2 Personenhaushalt € 1.350,- und für jedes unversorgte Kind € 170,-

brisant

Nach Vorlage der Haushaltsbestätigung und des Einkommensnachweises bei der Gemeinde wird die Berechtigungskarte im Lebensmittelladen ausgestellt. Weiters steht jedem Menschen der in Österreich wohnt das Recht auf bedarfsorientierte Mindestsicherung als Hilfe zur Sicherung des Lebensunterhaltes und des Wohnbedarfes zu. Hier bekommen Menschen, die in eine soziale Notlage geraten sind und ihren Lebensunterhalt mit eigenen Mitteln nicht mehr abdecken können, finanzielle Unterstützung. Der Antrag auf bedarfsorientierte Mindestsicherung kann direkt bei • der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde, • der Gemeinde, einer Sozialberatungsstelle, • der regionalen Geschäftsstelle des Arbeitsmarktservice (AMS) oder der Oö. Landesregierung eingebracht werden.

„In einer wirtschaftlich schweren Zeit soll und darf es kein Tabuthema und keine Schande sein, sich Rat und Hilfe zu holen“. StR Kurt Dobersberger Generationen und Soziales

Armut gibt’s oft auch über dem Existenzminimum Reden wir von Armut, denken viele an die gesetzlich vorgegebene Einkommensuntergrenze – das Existenzminimum. Für dessen Berechnung gibt es genaue Vorschriften, die in der sogenannten Existenzminimumverordnung geregelt sind. Menschen, denen mittels Gerichtsbeschluss Lohn/Gehalt gepfändet wird, unterliegen dieser Verordnung. Sie erhalten – so lange die vom Gericht festgestellte Schuld nicht zur Gänze getilgt ist – lediglich das Existenzminimum ausbezahlt, der Rest des Einkommens muss dem betreibenden Gläubiger zur Verfügung gestellt werden. Viele Mitmenschen leben daher, teilweise ihr Leben lang, unverschuldet oder aus eigener Schuld in diese Lage geraten, mit diesem Existenzminimum, obwohl das nach außen getragene Einkommen höher ausgewiesen ist. Meine beruflichen Erfahrungen zeigen mir, dass viele Menschen betroffen sind – sehr viele!! Da Pfändungen bei der rechnerischen Ermittlung des Einkommens nicht berücksichtigt werden, sind solche Menschen in den Armutsstatistiken nicht erfasst und somit für uns auch nicht sichtbar. Sie haben auch vielfach keine Zugangsmöglichkeit zu öffentlichen Förderungen, Beihilfen oder ähnlichem. So ist Armut aus meiner Sicht viel weiter verbreitet, als wir glauben. Vera Pramberger, Fraktionsvorsitzende 7


Erlesenes

Erinnerungen an Kirchdorf ORF TV Chefredakteur im Rathaus

Unsere Buchempfehlung für Weihnachten Die Geschichte seiner Großmutter – der Kirchdorferin Greti Schmid – hat Fritz DITTLBACHER in Romanform gebracht. Ein MUSS für alle, die Greti persönlich gekannt haben oder sonst wie mit Kirchdorf verbunden sind. Dr. Fritz Dittlbacher, geboren 1963 in Kirchdorf, aufgewachsen erst bei seinen Großeltern in Kirchdorf, später bei seiner Mutter in Wels. Ausbildung zum Chemieingenieur, dann Studium der Geschichte in Wien. Journalist, zunächst bei Tageszeitungen, später beim Radio, seit fünfzehn Jahren beim Fernsehen. Seit 2010 ist er Chefredakteur der ORFTV-Information. „Kleine Zeiten“ ist sein erster Roman. Erhältlich ist das Buch im einschlägigen Buchhandel.

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Aus seinem „Erstlingswerk“, einem Roman über seine Großmutter Greti Schmid, las kürzlich der Chefredakteur der ORF TV-Information, Fritz Dittlbacher, im Kirchdorfer Rathaus. In einem mehr als gefüllten Atrium ließ der „ehemalige Kirchdorfer“ so manche Erinnerung an eine allseits geschätzte Kirchdorfer Persönlichkeit wieder wach werden. Packend und sehr persönlich stellte er Stationen aus einem alles andere als einfachen Leben der bekannten Kirchdorfer Sozialdemokratin vor. Neben vielen persönlichen Widmungen gab es Zeit für so manche interessanten Gespräche und Erinnerungen.

Kirchdorfer Original feierte 90er Der „Toni“, wie ihn seine Freunde, Bekannten und Bergkameraden nennen, feierte kürzlich seinen 90er. Anton Straßmair ist Ehrenobmann der Naturfreunde und Gründer der Ortsstelle Kirchdorf des Bergrettungsdienstes. Als Obmann der Naturfreunde ab 1949 trug Anton Straßmair wesentlich zum Aufstieg der Naturfreunde in unserer Region bei und gilt bei allen als der Vater der Naturfreundehütte Foto: Bergrettungsdienst auf der Wurzeralm. Ein Almbauer soll es einmal so formuliert haben: „Wenn der Toni nicht gewesen wäre, hätten die Naturfreunde nie einen Quadratmeter Grund auf der Wurzer bekommen!“ Wir wünschen dem Jubilar alles erdenklich Gute, viel Gesundheit, Zufriedenheit und möglichst viele Momente in der freien Natur, die er sein ganzes Leben lang so sehr geschätzt und geliebt hat!


SPÖ klar für Ganztagsschule

Bildung

Es ist unbestritten, die SPÖ steht für eine gemeinsame Schule der 6 bis 15-Jährigen. Viel zu früh müssen unsere Kinder, Eltern, Lehrer eine Entscheidung treffen, wie der weitere Bildungsverlauf geplant werden soll. Seien wir ehrlich: Momentan beginnt dies in den Köpfen bereits in der 3. Klasse der Volksschule. Bei späteren Entscheidungen am Ende der Schulpflicht (dzt. im 9. Schuljahr) erhöht sich jedoch die Chancengleichheit (ein Grundprinzip der Sozialdemokratie), da sich zu diesem Zeitpunkt Begabungsprofile von Heranwachsenden deutlicher abzeichnen als schon am Ende der Volksschule. Es ist diese gemeinsame Schule ein pädagogisch gut ausgearbeitetes und bewährtes Konzept. Dies zeigen schon lange vor allem die Erfahrungen aus Vorbildländern in Bildungsfragen. Es ist unbestritten, die SPÖ steht für eine gemeinsame Schule der 6 bis 15-Jährigen mit modernem Unterricht und moderner Unterrichtszeitstruktur. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in den letzten Jahrzehnten haben sich vor allem dahin geändert, dass die Berufstätigkeit beider Eltern und die steigende Zahl an AlleinerzieherInnen ein

Die Vorsitzende der Aktion kritischer SchülerInnen in OÖ., Christina Götschhofer, zeigt sich zum einen erfreut, dass endlich der Ausbau von Ganztagsschulen forciert wird, ist sich aber auch bewusst, dass das noch zu wenig ist. „Die Anforderungen an die Schule haben sich in der Vergangenheit geändert und dem müssen wir Rechnung tragen. Viele Eltern müssen lange arbeiten und für ihre Kinder nach Schulende eine Aufsicht organisieren. Wenn diese dann daheim sind, müssen sie noch lernen oder Hausaufgaben machen. Das kostet nicht nur unnötig Zeit und Geld, sondern verdirbt auch den Spaß an der Schule! Kinder und Jugendliche müssen wieder Spaß an der Schule haben und

Umdenken bei der Schulzeitgestaltung notwendig macht. Sozialdemokraten fordern daher eine gemeinsame Schule mit verschränktem Unterricht. Es ist dies eine Schule, in der der Schultag so sinnvoll gegliedert ist, dass Unterrichtsphasen mit individuellen Lernphasen, Hausübungszeiten und Freizeitphasen mehrmals am Tag wechseln, um so dem Tagesrhythmus von Leistungs- und Erholungsphasen besser entsprechen zu können. Ich meine, eine enorme Wirkung in Hinblick auf Leistungsgerechtigkeit. Bildung legt den Grundstein für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft und wo kann das besser trainiert werden als in einer Schule, in der alle ihr soziales und kulturelles Potential entfalten können. Eine gemeinsame Schule aller 6 bis 15 Jährigen mit ganztägigem, verschränkten Unterricht, die mithilft, den sozialen Ausgleich im Bildungssystem herzustellen, ist eine verlässliche Schule, bietet Bildung mit Zukunft. Vizebgm. Ewald Breitwieser durch den Ausbau der verschränkten Ganztagsschule mit vielen verschiedenen Angeboten wäre das möglich, nicht zuletzt deswegen, weil man nach der Schule den Kopf wirklich frei hat und nicht an die Schule denken muss!“, zeigt sich Götschhofer erfreut über den Ausbau der Ganztagsschulen, auch wenn noch mehr in dieser Richtung geschehen muss.

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Politik

Frauen aktiv in Kirchdorf

„Gestärkt gegen Gewalt“

Aktion der SPÖ-Frauen im Rahmen der „16 Tage gegen Gewalt“ Mit der Aktion „Gestärkt gegen Gewalt“ beteiligen sich die SPÖ-Frauen in Kirchdorf an den diesjährigen „16 Tagen gegen Gewalt“. Die SPÖ-Frauen machen mit Straßenaktionen auf das Thema aufmerksam und verteilen Snacks in Papiersackerln mit der Aufschrift „Gestärkt gegen Gewalt“ und der Frauenhelpline 0800 222 555. In den Sackerln finden sich auch Telefonnummern der wichtigsten Gewaltschutzeinrichtungen und Frauenhäuser. „Gewalt gegen Frauen muss auf allen gesellschaftlichen Ebenen bekämpft werden, außerdem wollen wir mit dieser Aktion Menschen ermutigen, bei Gewalt gegen Frauen Zivilcourage zu zeigen“, betont Bezirksfrauenvorsitzende Petra Kapeller. „Gewalt gegen Frauen ist die schlimmste Form der Diskriminierung, sie ist all das, was ihnen aufgrund ihres Geschlechtes zugefügt und verwehrt wird, was sie folglich hindert, ihr Leben selbstbestimmt zu le-

ben. Jede fünfte Frau ist mindestens einmal in ihrem Leben von häuslicher Gewalt bedroht oder betroffen und es muss uns bewusst sein, dass die Familie nicht nur ein Ort der Geborgenheit ist, sondern für einige auch ein gefährlicher Ort sein kann. Deshalb ist es wichtig, österreichweit mit zahlreichen Straßenaktionen und Veranstaltungen auf das Thema Gewalt und die Gewaltschutz- und Beratungseinrichtungen aufmerksam zu machen“, so die Bezirksfrauenvorsitzende Petra Kapeller. Die internationale Kampagne „16 Tage gegen Gewalt“ macht auf das Recht von Frauen auf ein gewaltfreies Leben aufmerksam. Österreich nimmt seit 1992 daran teil.

5 Jahre Berta - Ministerin und Autorin zu Besuch BERTA, die Beratungsstelle für Frauen und Mädchen feierte ihr 5jähriges Jubiläum. Im Rahmen einer Festveranstaltung würdigte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek bei ihrem ersten Besuch in Kirchdorf die Arbeit von BERTA. Als Laudatorin meinte die Journalistin und Autorin Sibylle Hamann: „Die Grundformel, nach der die Welt funktioniert, ist nach wie vor in Kraft: Frauen leisten global gesehen zwei Drittel der Arbeit, verfügen über zehn Prozent des Einkommens und ein Prozent des Vermögens“ und machte auf aktuelle Themen wie Rollenverteilung

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und Einkommensunterschied aufmerksam. SP Bezirksfrauenvorsitzende Petra Kapeller hatte im Anschluss noch die Gelegenheit, sich mit Sibylle Hamann über ihr neues Buch „Saubere Dienste“ zu unterhalten.


Neuer Kapellmeister Für mich persönlich ist es eine große Ehre, die Stadtkapelle Kirchdorf musikalisch leiten zu dürfen. Das Orchester ist ja Foto: Staudinger über die Grenzen des Bezirks hinaus als renommiertes Blasorchester bekannt, umso größer ist damit natürlich auch die Herausforderung, der Stadtkapelle als musikalischer Leiter gerecht zu werden. Da aber Herausforderungen bekanntlich das Leben interessanter machen, freue ich mich schon sehr auf meine neue Aufgabe! Arnold Renhardt

Kultur

Nun ist es soweit: Die Kirchdorf Stadtkapelle hat seit dem letzten Herbstkonzert einen neuen Kapellmeister, den 31 jährigen Musikschullehrer (Klavier) und zweifachen Vater Arnold Renhardt, der schon bisher als Kapellmeister-Stellvertreter tätig war. Dass er musi-

Foto: Breitwieser

kalisches Leiten hervorragend versteht, beweist er seit 2009 als Dirigent des Kurorchesters Bad Hall. Mit einem grandiosen Herbstkonzert (übrigens seit langem wieder mit standing ovations des Publikums) und einem köstlichen Duett verabschiedeten die Musiker ihren „Brummi“, der 8 Jahre lang sehr erfolgreich das Orchester leitete und weiterhin als Stellvertreter fungieren wird. Seine Feuertaufe absolvierte der neue Kapellmeister Arnold Renhardt beim Benefizkonzert am 30. November in der Stadtpfarrkirche, bei dem er gleich mit einem Klaviersolo sein musikalisches Können unter Beweis stellte. Dass er das Orchester wunderbar zu führen versteht, bewies er an diesem Abend unter anderem am virtuosen Einsatz des großen Klangkörpers in einer akustisch so heiklen Umgebung. Damit konnte er mit den MusikerInnen der Stadtkapelle eine ganz besondere Atmosphäre in unsere Stadtpfarrkirche zaubern. Wir wünschen ihm weiterhin viel Freude und Erfolg! Impressum: Verleger, Herausgeber SPÖ - Kirchdorf vertreten durch Hannes Grufeneder, 4560 Kirchdorf, Krankenhausstr. 8, Fotos: Private; Hersteller: Druck&Medien Ziegler, 4560 Kirchdorf, Hauptplatz 23. Verlagsund Herstellungsort Kirchdorf, Blattlinie: Informationen über kommunale u. allgemeinpolitische Angelegenheiten.

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Tolle Leistungen

Österreichs beste TurnerInnen zu Gast Vom 9. – 11. November gab es ein besonderes Highlight des österreichischen Turnsportes in Kirchdorf zu sehen: Nach 2008, damals für die JuniorInnen, fand nun schon zum zweiten Mal in der Stadthalle mit den allgemeinen Staatsmeisterschaften der nationale Saisonhöhepunkt im Kunstturnen statt. 107 Gerätekünstler/innen aus acht Bundesländern nahmen daran teil. Sogar der ORF berichtete mit 5 Kameras von diesem Sportevent, das bei rund 1600 Besuchern mit vielen Ehrengästen (unter ihnen Bgm. Wolfgang Veitz) entsprechend großen Anklang fand. Obwohl ganz große Stars fehlten, zeigten die TurnerInnen hervorragende Leistungen und begeisterten das Publikum. Lisa Ecker aus OÖ. und Matthias Schwab (V) holten sich zum 1. Mal den Mehrkampftitel. Besondere Anerkennung erhielt Jürgen Mitterhauser mit seinem Organisationsteam vom ÖTB Kirchdorf auch von offizieller Seite für die mustergültige Durchführung dieser Großveranstaltung. Unser Kirchdorf gratuliert ebenfalls zu dieser grandiosen Leistung!

Fotos: ÖTB Kirchdorf

Viel zu Jubeln gibt es derzeit bei den Kirchdorfer IceTigers. Seit Meisterschaftsstart (3. OÖ Landesliga) holen die Eishockey-Cracks einen Sieg nach dem anderen. Nach 5 Siegen in Serie stehen die Tigers auf Platz 1. Wie wär‘s mit einem Besuch eines Heimspieles (Eishalle Gmunden) bei freiem Eintritt? Spielplan: www.ice-tigers.at.tf und www.ooeehv.at Am 1. 12. besiegten die Nachwuchs-Cracks die Penguins aus Ried/Innkreis beim „Tag der offenen Tür“ mit 9:2! Wer dabei sein möchte: Mittwochs und freitags 17:00-18:15 Uhr, jeder ist herzlich willkommen!

Das erfolgreiche Team der Ice-Tigers, Foto: ASKÖ

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Weihnachtsausgabe 2012