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HANDWERK: ALLEIN… 1/15

DIE INFORMATION DES KURSZENTRUMS BALLENBERG


NICHT ALLTÄGLICHE SPENDENAKTION für das Kurszentrum Ballenberg: Schenken Sie sich ein Pfünderli Brot. Der Holzbildhauer Rochus Lussi hat für Sie geformt und «gebacken» – täglich frisch, 500 gr Brot für Sie. Mit dem Spezialgönnerbeitrag von CHF 500.– sind Sie mit dabei. Die Brote sind nummeriert, limitiert und signiert. Sie werden stolze Besitzerinnen und Besitzer einer Kleinskulptur, täglich für Sie frisch.

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Wir danken herzlich, und freuen uns!

Rochus Lussi, *1965, Stans, lebt und arbeitet in der Zentralschweiz. 1988 bis 1995 gestalterische Ausbildung zum Bildhauer in Brienz (Schule für Holzbildhauerei Brienz, «Schnätzi»), Weiterbildungen an der Kunstgewerbeschule Luzern und ein Studienjahr an der Kunstakademie in Prag (Tschechien) bei Jan Hendrych. Seit 1992 arbeitet Rochus Lussi als freischaffender Bildhauer in Stans (Nidwalden). Zahlreiche Gruppen- und Einzelausstellungen, und seit vier Jahren auch Kursleiter im Kurszentrum Ballenberg!

NICHT BROT ALLEIN … ODER WAS GÖNNER KÖNNEN!


2015 die besondere Gönneraktion «nicht ein frisch geschnitztes Pfünderli. Ihr Bei-

Ein Konzept, zwei Kursleiter

trag: CHF 500. Sie begleiten uns damit ins

Bildungsgang Keramik:

20. Jahr hier am «neuen» Standort beim

Pilotkurs 8

neu einen Beitrag aus dem Archiv, einen Fragebogen an Persönlichkeiten die dem

SECO Beitrags 2012 könnten wir uns ­etwas allein gelassen vorkommen …

Aus dem Archiv: Kalbergatter 7 Fragen an Beat Wenger und Martha Angehrn

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Aufgefallen: Adrian Köhli im Nähkurs

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Kurszentrum und zwei Beiträge unserer

Das Werkzeug

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nächsten Partner Freilichtmuseum Ballenberg und Landschaftstheater Ballenberg. Im Weitern berichten wir aus dem Kurszentrum und stellen den neuen Bildungsgang Papier mit den zwei Kurslei-

Seiten Unterstützung und Support. Mit

tenden Markus Schwab und Piär Amrein

gezielten Gönneraktionen konnten wir in

vor.

Vermittlungskompetenz Auftritt: ein Bericht

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Freilichtmuseum Ballenberg

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Landschaftstheater Ballenberg

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Gönnerinnen und Gönner

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den vergangenen Jahren einen Teil der fehlenden Mittel kompensieren.

vielfältigster Form weiterentwickeln kann.

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Weise zugewandt sind, Berichte aus dem

Das sind wir aber nicht wirklich – wir

Gönnerinnen und Gönner machen

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Kurszentrum Ballenberg in besonderer

erfahren vielmehr von verschiedensten

möglich, dass das Kurszentrum sich in

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Neuer Bildungsgang Papier:

Im vorliegenden Handwerk finden Sie

Allein gelassen: Seit dem Wegfall des

Schmieden und Filz

Brot allein …» ausgedacht. Sie erhalten

Freilichtmuseum Ballenberg.

HANDWERK ALLEIN …

Arbeiten aus den Bildungsgängen

Adrian Knüsel, Leiter

Handwerk 1/2015 Allein … Herausgeber: Kurszentrum Ballenberg CH-3858 Hofstetten Telefon 033 952 80 40 www.ballenbergkurse.ch info@ballenbergkurse.ch

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leiter Holzbildhauerei, haben wir uns für

INHALT

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Mit der begeisterten Unterstützung von Rochus Lussi, Bildhauer und Kurs-

Druck: Thomann Druck, Brienz Layout: Thomas Küng Auflage: 2’500 3 Ausgaben jährlich Abo Inland Fr. 38.–  Abo Ausland Fr. 48.– Bilder: Zur Verfügung gestellt von: Seite 1: Rochus Lussi, Seiten 18/19: Freilichtmuseum Ballenberg, Seiten 20/21: Landschaftstheater Ballenberg. Alle anderen Bilder in diesem Heft sind von Nina Mann.


AUSSTELLUNG Am Wochenende vom 25. und 26. April 2015 waren im Kurszentrum Ballenberg Abschlussarbeiten von zwei sehr unter schiedlichen Bildungsgängen zu sehen: die Teilnehmenden der Bildungsgänge Filz und Schmieden zeigten ihr Können, das sie sich über drei Jahre erarbeitet haben. Mit dem Konzept der Bildungsgänge macht das Kurszentrum Ballenberg Weiterbildung auf professionellem Niveau für alle Interessierten zugänglich. Die Bildungsgänge werden als Möglichkeit verstanden, ein Fachgebiet über eine längere Zeitperiode in verschiedenen Modulen vertieft und gründlich zu bearbeiten. Die Teilnehmenden erwerben bemerkenswerte Fähigkeiten und verfügen bei Abschluss über ein selbst erarbeitetes breites Fachwissen. Die Bildungsgänge Filz und Schmieden umfassen insgesamt 6 Wochenmodule mit verschiedenen Schwerpunkten in Gestaltung, Verarbeitungstechnik und Funktion. Die Ausstellerinnen des Bildungsganges Filz 16 gaben einen umfassenden Einblick in 3 Jahre im Filz: Claudia Hecker, Regula Iseli, Gabriela Leuthold, Irene Meienberg, Anita Sacher, Edith Handwerk 1/2015

Schneuwly Nyfeler, Susanna Schürch und Barbara Vogt Die Bilder stehen stellvertretend für die umfassende Präsentation. Grosses Interesse bei den Besucherinnen und Besuchern (darunter auffallend viele ehemalige Teilnehmerinnen der Bildungsgänge) weckten die zum grossen Teil sehr schön gemachten Dokumentationen zum Arbeitsprozess.

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Erst zum zweiten Mal konnten wir Arbeiten aus dem Bildungsgang Schmieden zeigen. Nach dem Pilotkurs, der 2012 abschloss, haben wir mit Niklaus Maurer das Konzept des Bildungsganges überarbeitet und zusätzlich Matthias Wickli und Ronald von Allmen als Modulleiter zugezogen. Die präsentierten Arbeiten haben gezeigt, dass eine Differenzierung der Schwerpunkte stattgefunden hat. Auffallend in der Ausstellung waren die selbst hergestellten Beile, Zangen, Hämmer und Messer. Den Bildungsgang Schmieden 2012 bis 2014 haben abgeschlossen: Volker Jaussi, Werner Maurer, Yvonne Motzer, Detlef Scharrenberg, Daniel Vonesch und Markus Weidmann. Wir danken allen Ausstellerinnen und Ausstellern für die sorgfältige Präsentation. Gespräche, Freundschaften, Inspiration: Das Kurszentrum wird zum Forum für Gestalterinnen und Gestalter

ARBEITEN AUS DEN BILDUNGSGÄNGEN SCHMIEDEN UND FILZ


Handwerk 1/2015 3 Der Bildungsgang Schmieden wird in der alten Schmiede von Bümpliz im Freilichtmuseum Ballenberg durchgeführt – die Ausstellung zeigt, was wir während des Bildungsganges nicht sehen – die Vielfalt der Module und so der Produkte überrascht.


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NEUER BILDUNGSGANG PAPIER: EIN KONZEPT, ZWEI KURSLEITER


PAPIER LEBT Es hat Charakter und Persönlichkeit. Wäre dem nicht so: Markus Schwab würde es zum Leben erwecken. Denn wenn er von «seinem» Papier erzählt, beginnen die Augen zu leuchten, und Markus Schwab, der erfahrene Buchbindermeister, Lehrbeauftragte und Buch- und Papierrestaurator, kommt ins Schwärmen. Ein Leben ohne Papier: Er könnte es sich nicht vorstellen. Und strahlt: «Es fasziniert mich jeden Tag aufs Neue.» Seit über 45 Jahren macht der Kursleiter aus Papier, was man aus Papier ma-

MARKUS SCHWAB

kaum mehr Anwendung finden, soge-

Der neue Bildungsgang Papier wurde

nannte Sprungrückenbücher etwa. Dabei

von Markus Schwab* konzipiert: Er um-

lotet er Grenzen aus und ehrt mit jedem

fasst 5 Module mit den Schwerpunkten:

Handgriff das ursprüngliche Handwerk.

1 Grundlagen Material Papier

binderei seines Vaters in Bubendorf BL. In einer Branche, die wie kaum eine andere

2 Das Buch 3 Papier in der 3. Dimension, Papier Objekte

von der Industrialisierung betroffen ist, hat

4 Verpackung Boxen Behälter

er sein Unternehmen mit viel Innovation, Lei-

5 Objekt, Raum, Figur,

denschaft und Herzblut für die Zukunft ge-

Schlussausstellung.

wappnet.Wie viele Lehrlinge er in dieser Zeit

Der Pilotbildungsgang Papier startet im

ausgebildet hat, kann er nicht mehr sagen,

Oktober 2015, es hat noch freie Plätze.

doch wer in der Schweiz mit Buchbinderei zu tun hat, der kommt an Markus Schwab nicht vorbei. Heute macht es die Wirtschaft frisch ausgebildeten Handbuchbindern schwer, nach der Lehrzeit eine Stelle zu finden. Umso wichtiger sind ihm darum die Kurse im Kurszentrum auf dem Ballenberg. Markus Schwab ist heute 65. Ans Aufhören denkt er aber noch lange nicht. Zu viel Freude macht dem Baselbieter die Arbeit. Und zu sehr verpflichtet ihn sein Herz, dieses Handwerk vor dem Aussterben zu bewahren. «Mit jedem Kurs gebe ich ein Vermächtnis weiter. Und das ist wichtiger als jedes Buch, das ich binde.» Lucas Huber

*Markus Schwab leitet die Module 2, 4 und 5, ist selbstständiger Handbuchbinder in zweiter Generation, Buch- und Papierrestaurator, Lehrbeauftragter BSFH, Berufsschule für Hörgeschädigte, Erwachsenenbildner SVEB 1.

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In zweiter Generation führt er die Buch-

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chen kann. Auch mit Techniken, die heute


PIÄR AMREIN Mit ins Team bringt Markus Schwab den Handbuchbinder Piär Amrein, Zürich. Ausbildung zum Papier- und Buchrestaurator an der Bayerischen Staatsbibliothek, Sozialpädagogik an der Schule für Soziale Er unterrichtet ebenfalls an der BSFH Buchbinder und Printmedienverarbeiter, und ist Dozent an der Hochschule der Künste Zürich und freischaffender Papiergestalter.

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Arbeit, Zürich.

Piär Amrein hat uns seinen Kursleitervertrag in diesem Couvert zurückgeschickt! «Das mache ich seit Jahren – wenn kein Absender drauf steht, spediert die Post immer zuverlässig» lacht er verschmitzt.


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Lea Georg ist auch bekannt für ihre feinst gearbeiteten PorzellanTeeschalen. Sie hat neben der Ausbildung in Faenza, Weiter­bil­ dun­gen an der Hochschule der Künste Zürich und am Institut für integrale Pädagogik und Per­ sön­lich­keitsentwicklung in Bern ­abgeschlossen.

Stefan Jakob hat sich in den letzten drei Jahrzehnten ein umfassendes Wissen und Können im Bereich der Keramikherstellung, den Brennverfahren und dem Ofenbau angeeignet. Er hat nach einer Lehre als Sanitär Installateur, Weiterbildungen zum Sozialpädagogen in Rohrschach und zum Werklehrer an der Hochschule der Künste Zürich abgeschlossen.

Einen anderen Schwerpunkt haben Lea Georg im Co-teaching mit Adrian Knüsel im 3. Modul gesetzt: Die Grundlagen der dreidimensionalen Gestaltung mit den entsprechenden Übungsansätzen waren die Ausgangslage. Zudem bildeten die Verfahren des Gipsgusses und die Einführung ins Drehen auf der Töpferscheibe einen wesentlichen Teil des 3. Moduls. Lea Georg beschäftigt sich seit Jahren (eigenes Atelier seit 1993) mit dem Thema «Rhythmus und Reihung». Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt bei mehrteiligen Porzellanobjekten bei welchen sich die

EIN BLICK INS 3. MODUL, PLASTIZIEREN UND MODELLIEREN 2014 haben wir mit 10 Teilnehmerinnen den ersten Bildungsgang Keramik (gegliedert in 6 Module über 3 Jahre) starHandwerk 1/2015

ten können. Die ersten zwei Module, «Vom Material zur Form» und «Verwandlung» waren ganz den grundlegenden Handaufbautechniken und den verschiedenen Brenntechniken gewidmet. Für diese zwei Module konnten wir den bekannten und

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international tätigen Keramiker Stefan Jakob gewinnen. Er wohnt in Zürich wo er seit 20 Jahren ein eigenes Keramik Atelier betreibt. In den letzten 3 Jahrzehnten hat er sich ein umfassen­des Wissen und Können im Bereich der Keramikherstellung und den Brennver­ fahren und dem Ofenbau angeeignet und wurde zu Ofenbau Kursen und als Artist in Residence nach Australien und Japan eingeladen. Er gilt als der Experte wenn es um Ofen­ selbstbau und ursprüngliche Brenntech­ nik geht. Die gestalterischen Grundlagen, hier ein Überblick, bilden einen Schwerpunkt im Modul 3

BILDUNGSGANG KERAMIK: PILOTKURS


Funktion des Gefässes vom Gebrauchsgegenstand zum Formelement einer abstrak­ten Skulptur verschiebt. Lea Georg ist auch bekannt für ihre feinst gearbeiteten Pozellan-Teeschalen. Ausbildung in Faenza, Weiterbildungen an der Hochschule der Küste Zürich und am Institut für integrale Pädagogik und

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Persönlichkeitsentwicklung in Bern.

Stellvertretend für die 10 Teilnehmerinnen 3 Portraits: v.l.n.r.: Monika freut sich über die geschlossen gedrehte Kugelform/ Katja beim Abdrehen / Nadine modifiziert eine Gipsform.


DAS KALBERGATTER Seit den 1950er Jahren wurden im «Heimatwerkboten» Handlungsanleitungen publiziert. Als Nachfolgeinstitution der traditionsreichen Heimatwerkschule Mühlene in Richterswil verwalten und pflegen wir auch die Geschichte und die Dokumente aus dieser Zeit. Eine Vielzahl von Themen rund um Stall, Feld, Garten und Haus wurden als «Winke», Tipps, Anleitungen zum Selbstbau mit den dazu gehörenden Plänen, Zeichnungen und Vermassungen publiziert. In einer Art Reminiszenz bilden wir das Projekt Kalbergatter ab. Zeitgleich werden wir auch auf unserer Homepage einzelne Themenbereiche zugänglich machen. Berührend an diesen «do it yourself» Anleitungen ist die wiedererlangte Aktualität. Nachhaltigkeit und schonender Umgang mit Ressourcen waren damals selbstmitgemeint. Lesen Sie in diesem Zusammenhang die Textpassagen!

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verständliche Voraussetzung und immer

AUS DEM ARCHIV: KALBERGATTER


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1 Welchen Bezug haben Sie zum Handwerk? 2 Was haben Sie kürzlich selber gemacht oder repariert? 3 Was interessiert Sie besonders im Zusammenhang mit den Tätigkeiten des Kurszentrums Ballenberg? 4 Wenn Sie sich morgen eine neue Fähigkeit wünschen könnten, welche wäre das? 5 Träumen Sie von etwas Bestimmten, das Sie schon lange gerne machen wollten? Warum tun Sie es nicht? 6 Welchen Gegenstand aus ihrer Haushaltung würden sie auf

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die berühmte einsame Insel mitnehmen, und warum? 7 Wofür sind Sie in ihrem Leben am meisten dankbar?

BEAT WENGER 1 Zu Beginn meiner beruflichen Entwicklung habe ich die Lehre als Möbelschreiner in den Lehrwerkstätten der Stadt Bern absolviert. Fünf Jahre danach krönte ich

werklich sichtbar erstellt werden können, vielleicht mit der Nähtechnik Eckverbindungen herzustellen. Ich tue das heute (noch) nicht, weil mir die nötige Zeit zum Konstruieren und Ausführen fehlt.

meine handwerkliche Laufbahn mit dem Erwerb des eidgenössischen Meister ­ diploms im Schreinergewerbe.

6 Ein vielseitig einsetzbares Messer, das ich zum Essen, Schnitzen und Formen verwenden kann.

2 Obwohl ich nach Weiterbildungen in der Unternehmensführung, Berufspädagogik und im Bildungsmanagement heute als Rektor an einer Berufsfachschule tätig bin, hat das Handwerk bei mir nach wie vor einen bedeutenden Stellenwert. Die meisten Möbel bei mir zuhause habe ich selber gemacht und es kommt immer wieder vor, dass ich das eine oder andere Möbelteil ergänze oder repariere.

7 Dass ich meine berufliche Laufbahn mit einem Handwerksberuf starten konnte. So hatte ich bereits von Anbeginn die Möglichkeit, mich mit Details zu befassen, was eine wesentliche Grundlage für ein verantwortungsvolles Wirken darstellt.

3 Das handwerkliche Zusammenspiel zwischen Traditionen, Innovationen und ­Gestaltungsmöglichkeiten. Die entsprechenden Entwicklungs- und Entfaltungsprozesse im Rahmen der verschiedenen Kursdurchführungen sind aus meiner Sicht geeignet zusammengestellt und werden wirkungsvoll durchgeführt. 4 Ich würde mir noch mehr Zeit nehmen, um meine handwerklichen Fähigkeiten weiter zu entwickeln, beispielsweise im Bereich der traditionellen Konstruktionstechnik mit den neusten Verfahrenstechniken.

MARTHA ANGEHRN 1 Als Werklehrerin habe ich Einblick in verschiedene handwerkliche Techniken erhalten und erarbeitet, jedoch erst das Zusammenspiel von Funktion, Gestaltung und Können vollendet eine Arbeit. Mir wurde bewusst, dass nicht die Vielfalt, sondern die Vertiefung den Reichtum eines Handwerks eröffnet. 2 Im Zusammenhang mit Stoffentwurf beschäftige ich mich mit der Farbperspektive, es sind experimentelle Muster entstanden.

Ausserhalb meines Fachgebietes habe ich meinen ausgetretenen Lieblingsschuhen die Gummisohlen entfernt, das Sohlen­ leder ergänzt und die Schuhe wieder tragbar gemacht. Das Knowhow dazu konnte ich mir im Schuhkurs des Kurszentrums Ballenberg aneignen. 3 Das Kurszentrum Ballenberg vermittelt traditionelles Handwerk im heutigen Kontext. Es geht nicht nur um Erhaltung des Handwerks, sondern um das Hinführen zu neuen Interpretationen. 4 Klavier spielen, mich virtuos in Musik ausdrücken zu können, wäre wunderbar. Der Klang ist kein materieller Besitz. 5 Traum und Wirklichkeit driften bei mir nicht so weit auseinander, eine Japanoder Chinareise ins Reich der Seide und der Stoffe würde mir jedoch sehr gefallen. Der Zeitpunkt war bis jetzt noch nicht reif, doch wer weiss? 6 Ein Messer – es würde mir den Alltag erleichtern und liesse mir viele Möglichkeiten zur Kreativität offen. Mit einer Klinge könnte ich schneiden, schnitzen, schälen, schaben, stechen, schlitzen, kratzen, ­ritzen, jagen, mich wehren, töten, ausbeinen, okulieren …

5 Ich träume von erweiterten Möglichkeiten, beispielsweise wie Korpusse hand-

7 Dass mir ein liebevolles Fundament mit ins Leben gegeben wurde, dass ich wunderbaren Menschen begegnet bin und ­ihnen etwas weitergeben konnte. Gleichzeitig wurde auch ich beschenkt.

Beat Wenger, Präsident des Stiftungsrates, Stiftung Heimatwerkschule Ballenberg, 59 jährig, verheiratet, drei Kinder im Alter von 25, 22 und 20 Jahren, wohnt in Sins (AG), ursprünglich diplomierter Schreinermeister, später Fachlehrer und Schulleiter, ist seit 2008 Rektor des Gewerblich-industriellen Bildungszentrums Zug GIBZ. Das GIBZ ist die grösste Bildungseinrichtung im Kanton Zug. An der Berufsfachschule werden über 2’000 Lernende in der Grundbildung und ebenso viele in der Weiterbildung in rund 29 gewerblichen und industriellen Lehrberufen sowie in Berufen der Gesundheit und Dienstleistung ausgebildet.

Martha Angehrn, 1948* Textil­gestal­terin und Kursleiterin Auf einem Bauernhof aufgewachsen, wurde ich früh mit von «Hand wärche» vertraut. Nach der Ausbildung zur Werklehrerin an der Schule für Gestaltung Zürich unterrichtete an verschiedenen Schulen und in der Gestaltungstherapie. Textil, im Besonderen Filz, wurde mein Fachgebiet. Es folgten verschiedene Ausstellungen im In- und Ausland. Seit 1998 unterrichte ich im Kurszentrum Ballenberg. Mit Johanna Rösti leitete ich von 2002 bis 2014 den Filzbildungsgang. Aktuell arbeite ich wieder in meinem Atelier in Winterthur.

7 FRAGEN AN BEAT WENGER UND MARTHA ANGEHRN


NACH DEM SCHMIEDE EINFÜHRUNGSKURS sehen wir Adrian Köhli im Nähkurs «aus alt mach schön» wieder. Begeistert und sehr sorgfältig nimmt er die revidierte Elna aus seiner übergrossen Sporttasche, neben der farbigen Nähkiste ein Vermächtnis seiner verstorbenen Mutter, die immer für die Familie genäht hat. Adrian Köhli, Biel, ist Qualitätsfachmann, baut Prototypen von Elektromotoren für die Autoindustrie. Fasziniert von Basistechnologien streicht er begeistert über die zierliche Nähmaschine: «Man muss sich vorstellen, was für ein riesiger technologischer Entwicklungsschritt die Erfindung der Nähmaschine für die Menschheit war!» «Meine Lieblingshosen sind im Tumbler eingegangen – ich will also diese Hosen neu überarbeiten und verlängern – für

wenn ich sehe, welche Qualität die uns zum Kauf angebotenen Produkte heute haben. Ich wünsche mir im nächstjährigen Programm des Kurszentrums Ballenberg einen Kurs ‹Nähen von Herrenhosen für Männer› zu finden!»

AUFGEFALLEN: ADRIAN KÖHLI IM NÄHKURS

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zu können. Ich kann es oft kaum glauben,

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mich grosses Kino, Kleider selber ändern


SORGFALT FÜR WERKZEUG «Es ist das Gesetz aller organischen und anorganischen, aller physischen und metaphysischen, aller menschlichen und übermenschlichen Dinge, aller echten Manifestationen des Kopfes, des Herzens und der Seele, dass das Leben in seinem Ausdruck erkennbar ist, dass die Form immer der Funktion folgt.» Aus Louis Sullivans Aufsatz: «The Tall Office Building Artistically Considered», veröffentlicht 1896

«Nur ein Werkzeug …» – Dass Werkzeuge nicht nur gute Form sind, sondern schmuck sein können zeigen wir hier. Werkzeug ist also nicht nur anonym funktional, sondern immer auch persönlich. Das Werkzeug hat oft den Handwerker sein Berufsleben lang begleitet. Schon zu Beginn einer Berufslehre ist es bis heute

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üblich, dass der Lernende sein eigenes Werkzeugset anschafft. Im Lauf der Lehre zeigen sich dann Vorlieben für das eigene ganz persönliche Werkzeug, das richtig in der Hand liegt, vertraut und oft mit eigenen Insignien, persönlichen Zeichen, dekorativen Elementen versehen wird. Beide hier gezeigten Beispiele haben schon einen langen Weg schon hinter sich. Dass sie sich in dieser Form zeigen, zeugt von Sorgfalt, einer vielleicht antiquiert anmutenden Eigenschaft, die aber im Zusammenhang mit Handwerk und mit dem Umgang der involvierten Ressourcen, zu denen letztlich auch das Werkzeug gehört, wieder an Aktualität gewonnen hat.

DAS WERKZEUG

HERMINETTE ARRONDIE

Die kurzstielige Axt diente dem Küfer beim Her­stellen eines Weinfasses, um die einzelnen Fassdauben in die richtige Form zu bringen, damit sie präzis ineinandergefügt werden konnten. Speziell wollen wir auf ein kleines, mit Liebe gestaltetes Detail hinweisen: Es ist dies die Verzierung des Holzgriffes, welche die einmalige Handschrift seines Herstellers zeigt. Erstanden wurde die «herminette arrondie» bei einem leidenschaftlichen Sammler alter «outils de la campagne», welcher sich aus Platzgründen von etlichen seiner ehemaligen Trouvaillen trennen musste und sie auf einem «vide-greniers» in einem kleinen provenzalischen Dorf im Luberon zum Verkauf anbot. (Sammlung Adrian Knüsel)


MAX HÄCHLERS HALBMONDMESSER

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Max Hächler, Sattler Tapezierer, Pfäffikon hat das Halbmondmesser von seinem Vater geerbt. Der Grossvater war ursprünglich Bauer, hat aber schon sehr viele Sattlerarbeiten ausgeführt. Max ist also Sattler und Tapezierer in dritter Generation. Das Halbmondmesser ist das wichtigste Werkzeug des Sattlers zum Zuschneiden von Leder und zum Ausschärfen von Kanten und Riemen. Max Hächler leitet seit 2010 die Polsterkurse (Einführung und eigenes Projekt) und die Kurse für Sattlerei im Kurszentrum Ballenberg, betreibt zusammen mit einer Angestellten eine e ­ igene Werkstatt für Innendekoration, bildet eine Lehrtochter aus, unterrichtete an der Berufsschule für Hörgeschädigte in Zürich, ist Vater von vier erwachsenen Kindern und Fussballtrainer der 3. Aktiv-Mannschaft des FC Pfäffikon. Zudem singt er im Männerchor Pfäffikon und unterrichtet in Zug am GIBZ (Gewerblich-industrielles Bildungszentrum Zug) Materialkunde für Einrichtungsgestalterinnen.


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Vermitteln, zeigen wie es geht, 2015 zum Zweiten: Das Kursangebot des Kurszentrums Ballenberg trägt dazu bei, dass seltene, zum Teil vom Verschwinden bedrohte Handwerks­ techniken weiterhin erlernt werden können. Die Art der Vermittlung, die Weitergabe des Wissens und insbesondere die Vermittlung des Könnens sind Kernanliegen unserer Institution. Mit einer jährlich wiederkehrenden Veranstal­tung stellt das Kurszentrum Ballenberg das Thema Vermittlung von traditionellem Handwerk ins Zentrum.

VERMITTLUNGSKOMPETENZ AUFTRITT: EIN BERICHT


Die Vorstellungsrunde und wie merke ich

wusstsein der Aspekte von Körpersprache

mir die Namen der Teilnehmenden:

leitende, Fachleute aus Ortsmuseen und

und sprachlichem Ausdruck.

-

weitere Interessierte, damit diese ihr hand-

In Teil 1 und 3 wurden die entstandenen

werkliches Können und Know-How an ein

Bilder zuhanden der Schlussbesprechung

breites Publikum praktisch weitergeben

ausgedruckt und an die Teilnehmenden

können. Der Kurs wird unterstützt durch

verteilt im Sinne eines «Bildprotokolls».

das Bundesamt für Kultur.

Im Mittelteil sind verschieden Aspekte der

-

Schlussbetrachtung der Bilder: Was Worte und Übungen im Workshop

Jeder stellt sich mit einer

ansatzweise verständlich machten, wird

persönlichen Handbewegung vor

bei der Bildbetrachtung sehr klar sichtbar:

Die Teilnehmenden sprechen nicht

Wir alle stecken in unseren Körpern

über sich, sondern über einen

fest, und sind von unseren Gewohnheiten

mitgebrachten Gegenstand

gefangen. Wir sprechen immer die unbe-

Jeder fügt zu seinem Namen ein

wusste Sprache des Körpers, die manch-

Vermittlungstätigkeit in meist spieleri-

Adjektiv: z.B. Matthias, massgenau,

mal mehr sagt als die gut vorbereitete

mitteln zeigen wie es geht, haben wir unter

scher Weise angeschaut worden:

Sandra, sorgfältig, Ernst, elegant …

und vom mitgebrachten Zettel abgelesene

den Titel «Auftrittskompetenz» gestellt.

-

Den zweiten Weiterbildungstag, Ver-

Der Workshop wurde im Kursprogramm 2015 des Kurszentrums Ballen-

-

berg ausgeschrieben und auf den 14. März angesetzt. 24 Personen haben sich für den

-

Workshop eingeschrieben.

-

Immer den Namen des Nachbarn im

­Ansprache. Sich dieser Tatsache bewuss-

Kurs beginne

Kreis wiederholen

ter zu werden, der Körpersprache grössere

Meine individuelle Vorbereitung,

Die Namen der Teilnehmenden zu

Aufmerksamkeit zu schenken, ist denn

mental, administrativ, situativ

­wissen schafft Nähe, Vertrauen, Gemein-

auch eine der gelungenen Erkenntnisse

Information über Gruppenstruktur,

schaft und Zugehörigkeit.

dieser Tagung.

Meine Körperhaltung, wenn ich einen

-

Der gesamte Workshop war geprägt

Inbegriffen in der Tagungspauschale

Welche Faktoren können meine Tätigkeit

von einer spielerischen und fröhlichen

war das gemeinsame Mittagessen in der

­Fotografin Nina Mann und die Theaterpäda­

als Vermittler erleichtern?

­Atmosphäre (siehe Bilder). Unter der Regie

Cafeteria des Kurszentrums. Die Gelegen-

gogin und Regisseurin B ­ ernadette Schür-

-

Kurszeiten bekannt

von Bernadette Schürmann gelang es dem

heit für den informellen Austausch von

mann, sowie den ­ Schauspieler Matthias

-

Pausen, Mittagessen geplant und

Schauspieler Matthias Koch in kurzen ge-

Ideen, des sich gegenseitig kennen ler-

vorbereitet

spielten Szenen die besprochenen Inhalte

nens, sich näher kommen.

Tagesstruktur ist klar und kann

genau auf den Punkt zu bringen.

Als Kursleiterinnen konnten wir die

Alter, Geschlecht, Voraussetzungen

Koch gewinnen. Die drei wesentlichen Grundzüge des Kursablaufs:

-

Teil 1: Portraitbild als Intervallaufnahme

verständlich aufgezeigt werden

Es scheint mir, dass Lernen dann

Wir danken dem BAK für die Unterstützung und den 24 Teilnehmenden für

unmittelbar nach der Begrüssung «vorher»

-

Ist mein Lernstoff sinnvoll sequentiert

wirklich gelingt, wenn neben Ernsthaftig-

die Offenheit und das Vertrauen.

Teil 2: Der Körper, Körpersprache nach

-

Was zeige ich wann in meinem Kurs,

keit auch der humorvolle Zugang zu den

Adrian Knüsel

Teilschritte, Endprodukt, Ziel

menschlichen Stärken und Schwächen

Samy Molcho (der Körper ist der Handschuh der Seele), Übungen, Spielanlagen,

Ein Punkt der in diesem Bericht fokussiert

Reflexion

angeschaut wird:

geöffnet wird.

Handwerk 1/2015

Teil 3: Das Bild «nachher» im frischen Be-

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Mit dieser Tagung richten wir uns an Handwerkerinnen und Handwerker, Kurs-


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FREILICHTMUSEUM BALLENBERG


Jäten von Unkraut mit dem Ackerstriegel –

neu in der Mühle aus Törbel VS. Weniger

einer feingliedrigen Egge, die von Pferden

«Herts Brot ischt nit hert, keis Brot

karg geht es in der Backstube im Stöckli

über Felder und Wiesen gezogen wird.

ischt hert.» Das sagten sich die Törbjer, ­

aus Detligen/Radelfingen BE zu. Dort

In früheren Jahrhunderten lebte die

die bis in die 1960er Jahre im hoch über

werden jede Saison gegen 22’000 Brote

ländliche Bevölkerung der Schweiz gröss-

dem Vispertal gelegenen Törbel auf 1500

­gebacken und nebenan im Laden verkauft.

tenteils von den lokalen Ressourcen – von

Metern Roggen anbauten und nur zwei-

Beide Orte sind Stationen auf dem neuen

dem was der Wald, das Feld, der Garten

mal im Jahr im gemeinsamen Backhaus

Themenweg quer durchs Museum zum

und die Tiere hergaben. Pflanzen und

Brot backten. Ihr Leben war geprägt von

Thema Korn und Brot. An insgesamt acht

Tiere waren an die lokalen Bedingungen

Kargheit und so mussten sie sich gemein-

Stationen werden die Schritte vom Korn

angepasst. Die Lebensweisen unterschei-

sam organisieren, um über die Runden zu

auf dem Feld bis zum Brot auf dem Tisch

den sich stark von heutigen, es gibt aber

kommen. Mehr über ihren Umgang mit

beleuchtet: Im Bauernhaus aus Tentlingen

einiges, was wir daraus lernen können:

Gemeingütern und was das Ganze mit dem

FR sind für die Gegend typische Alltags-

seien es Handwerks- und Bautechniken,

Wirtschaftsnobelpreis zu tun hat, erfahren

und Kultbrote wie das «Agathabrötli» in

aber auch der Umgang mit Ressourcen

die Einrichtung integriert. Beim Göpel aus

ganz allgemein. Populäre Stichworte dazu

Ecotaux VD – ein mechanischer Meilen-

sind Nachhaltigkeit oder Recycling. Das

stein seiner Zeit – zeigen wir eine Instal-

Freilichtmuseum will den Museumsgäs-

lation zur Agrarmodernisierung. Im Frei-

ten Inspirationsquelle sein, ihren eigenen

lichtmuseum können wir das Thema Korn

Umgang mit Ressourcen zu überdenken.

und Brot in seiner regionalen Vielfalt und

Unter der Rubrik «Land und Wirtschaft»

in verschiedenen Epochen thematisieren.

bietet das Kurszentrum Ballenberg die

Jede Station ist spezifisch für eine Region,

passenden Kurse dazu an: vom Konser-

Kultur, Epoche und geografische Lage.

vieren, Dengeln oder Holzen über Bienen-

Das Kornfeld neben dem Bauernhaus

zucht, Nutzen von Heilpflanzen bis zum

aus Tentlingen FR wird mit Muskelkraft

Wurst-Workshop!

von Mensch und Tier bewirtschaftet. Das

Beatrice Tobler, Leiterin Wissenschaft a.i.,

Pferdegespann von Hermes Thöni, der im

Mitglied der Geschäftsleitung

Museum für historische Landwirtschaft angestellt ist, gab denn auch den Namen für das Jahresthema 2015: «Ein gutes Gespann – Landwirtschaft im Freilichtmuseum». Die rund 28 Hektaren Wiesen, Felder und Gärten ausschliesslich mit historischen Methoden ohne Motoren zu bewirtschaften wäre nicht möglich. Es werden aber täglich Arbeiten auf den Wiesen und Feldern und in den Gärten und Küchen wie vor beinahe hundert Jahren ausgeführt: Säen, Pflanzen, Mähen, Dörren, Einmachen und Backen, Wedelen, Zäunen oder Striegeln. Mit letzterem ist nicht das Pflegen der Pferde gemeint, sondern das

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die Museumsgäste des Freilichtmuseums

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KORN, BROT UND ACKERSTRIEGEL


LANDSCHAFTSTHEATER BALLENBERG – WER IST DAS? Das Landschaftstheater Ballenberg, das seit 1991 mit spannenden Inszenierungen den Kultursommer im östlichen Oberland bereichert? Nein, das Landschaftstheater sind Frauen, Männer und Kinder, die als Laien­ spieler auftreten. Ihnen bekannt sind ­einige Spieler, die zum Teil schon seit 1991 in den unterschiedlichsten Rollen mitwirken, mit 300 bis 400 gespielten Vorstellungen. Das sind unglaubliche Leistungen.

Wenn man noch die Probetage ab Anfang März dazu rechnet, dann haben Spieler über Jahre einen grossen Teil ihrer Freizeit dem Theater geschenkt. Mit Talent, grossem Einsatz und in Zusammenarbeit mit verschiedensten Regien und professionellen Schauspielern, erbringen Laienspieler Höchstleistungen am Ballenberg. Ein treues Publikum honoriert diese mit Interesse, regelmässigem Besuch und oft grossem Applaus. Das Landschaftstheater sind auch die Helfer, von denen einige schon viele Jahre im Hintergrund wirken. Je nach Standort der Tribüne gibt es schon vor der ­Premiere viel zu tun. Enorm viel Aufwand und Kopfzerbrechen steckte hinter manchen Bühnenbildern. Die Aufgaben können nur durch gemeinsames Tun und gegenseitige Unterstützung, durch begabte

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Helfer g ­emeistert werden. Es ist immer faszinierend zuzuhören, wenn Helfer und Laien von den Begebenheiten am Theater erzählen. Das Landschaftstheater Ballenberg

UELI DER KNECHT – SOMMER 2015 Im Sommer 2015 kommt vor dem Haus aus Madiswil im Ballenberg, Freilichtmuseum der Schweiz, das Stück «Ueli der Knecht» von Gotthelf zur Aufführung. Autor: Tim Krohn Regie: Renate Adam und Regina Wurster Kompositionen: Ben Jeger Premiere am 7. Juli 2015

ist ein Verein, dem jeder beitreten kann.

Aufführungen ab 9. Juli 2015

Mitglieder unterstützen den Verein durch

jeweils Mittwoch bis Samstag (ohne 1.8.)

wertvolle Beiträge. Doch ohne diejenigen,

Spielbeginn 20.15, Dauer 100 Minuten

die aktiv mitmachen, sei es als Laie, Helfer

ohne Pause, Tribüne gedeckt.

oder im Vorstand, gibt es kein Theater und

Ort: Ballenberg West (Hofstetten),

keine «Theaterfamilie».

zu Fuss 10 Minuten zur Tribüne

Unsere Gesellschaft ist heute mobil

Weitere Informationen und Vorverkauf:

und durch die leichte Erreichbarkeit, ist

www.landschaftstheater-ballenberg.ch

die Auswahl an Freizeitaktivitäten fast

Tel. 033 952 10 44

grenzenlos. Zudem beobachten wir einen Trend vom «Mitmachen» zum «Konsumieren» und zum Wunsch nach schneller ­Abwechslung. Da Strömungen jeweils auch Gegenströmungen erzeugen, hoffen wir, dass das Landschaftstheater in ­Zukunft neue Spieler und Helfer zum Mitmachen begeistern kann.

LANDSCHAFTSTHEATER BALLENBERG


21

Handwerk 1/2015


STEIN UM STEIN…

22

Handwerk 1/2015

1.

2.

Stolperstein 2012

3.

Funkensprung 2013

NICHT BROT ALLEIN:

wir vom Kurszentrum noch mehr gefor-

Wir sind immer wieder begeistert und

Wer bereits an einem Kurs teilgenom-

dert. Mit innovativen und jährlichen Spen-

dankbar über die Grosszügigkeit und Konti­

men hat, kann sich sicherlich an die Kurs-

denaktionen versuchen wir seit 2012 die-

nui­tät unserer Gönnerinnen und Spender.

begrüssung von Adrian Knüsel erinnern.

sen Wegfall zu kompensieren.

Herzlichen Dank!

Nicht nur dass die Untertassen zum Kaffee

Im 2012 lief es rund! 240 Grossgönne-

«absolute Pflicht» sind, sondern auch dass

rinnen und Spender halfen uns aus Stol-

jede Brotkrume zählt.

jede Gönnerin und jeder Gönner werden

persteinen Pflastersteine zu machen. Im

Claudia Scorza, verantwortlich für die

kann, wird erwähnt.

2013 sprangen über 100 Funken und wir

Vereinigung der Gönnerinnen und Gönner

Ab einem Jahresbeitrag von CHF 90.–

verdankten die Beiträge mit einem kleinen

sind Sie dabei und erhalten unsere Haus-

Feuerfest. Im letzten Jahr galt es das Si-

zeitschrift Handwerk.

cherheitsnetz 2014 für uns aufzuspannen.

Warum, wozu und was ist die Vereinigung der Gönner? Falls Sie sich schon mal gefragt haben: bitte weiterlesen …

Sicherheitsnetz und Balance 2014

PS: Es muss kein «Pfünderli» sein –

Auch hier konnten wir zahlreiche Spenden verdanken und die Balance beibehalten. Der Ausbau der ­ Mediathek sowie der

Falls Sie sich noch nie darüber Ge-

­Cafeteriaumbau waren nur dank grosszü-

danken gemacht haben: trotzdem weiter-

gigen Spenden möglich. Nicht zu vergessen

lesen …

der Lifteinbau im 2006! Kaum mehr vor-

Das Kurszentrum Ballenberg ist eine

stellbar, dass vorher nur mit «Manneskraft»

Stiftung und finanziert sich zu zwei Drit-

und Stapler gearbeitet wurde – frei nach

teln mit Kursgeldern und den Rest gene-

dem Motto: «Stägeli uf – Stägeli ab!»

rieren die Spenden- und Gönnerbeiträge. Die Vereinigung der Gönner sichert die Liquidität des Kurszentrums. Seit dem ersatzlosen Wegfall des Seco-Beitrags von CHF 100’000.– sind die GönnerInnen und

DANKE VIERMAL.

4.

Brot allein 2015

Handwerk 15 1  
Handwerk 15 1  
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