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TraumstraĂ&#x;en Australien Neuseeland Ozeanien


Seite 2–3: Nördlich der westaustralischen Stadt Perth liegt der Nambung National Park mit seinen bizarren Kalksteinsäulen, den Pinnacles. Diese gehen auf die Anlagerung von Sand an Pflanzenreste, Versteinerung und Erosionsprozesse zurück. Seite 4–5: Charakteristisch für viele Felsbilder der Aborigines im Kakadu National Park ganz im Norden Australiens ist der »Röntgenstil«. Dabei werden nicht nur der sichtbare Körper, sondern auch Teile des Skeletts und Organe dargestellt. Seite 6–7: Das Great Barrier Reef erstreckt sich über 2000 km zwischen dem 10. und 23. Breitengrad entlang der australischen Ostküste. Milliarden von Korallen haben in Jahrmillionen das größte »Bauwerk« der Erde geschaffen. Oft liegen die Riffe nur wenige Meter unterhalb der Wasseroberfläche. Seite 8–9: Eine nahezu gleichmäßige Kegelform weist der 2518 m hohe Mount Taranaki auf der Nordinsel Neuseelands auf. Seite 10–11: Die Okarito Lagoon nördlich des Franz Josef Glacier ist das größte naturbelassene Feuchtgebiet Neuseelands mit rund 3000 ha Küstengewässern und Gezeitentümpeln. Seite 12–13: Tropisches Paradies am Palmenstrand der Octopus Bay auf der Insel Waya, die zu den Yasawa-Inseln gehört, eine der schönsten Inselgruppen der Fidschis. Sie liegt nördlich der Hauptinsel Viti Levu. Seite 14–15 oben: Eine der spektakulärsten Küstenstraßen der Welt ist die Great Ocean Road westlich von Melbourne. Von der Steilküste bieten sich grandiose Blicke auf die von der Brandung umtosten, bis zu 65 Meter hohen Felsformationen der berühmten Twelve Apostles. Seite 14–15 unten: Oper und Harbour Bridge sind die Wahrzeichen von Sydney, der größten und lebendigsten Stadt Australiens.

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Den Südseetraum schlechthin verkörpert die Insel Bora Bora in Französisch-Polynesien. Hinter der berühmten Lagune mit dem türkisfarbenen Wasser ragt der meist in Wolken gehüllte höchste Berg der Insel, der Otumanu, auf.

Inhalt Route

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Australien

Route

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Von Darwin durch den wilden Nordwesten nach Albany

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Australien

Route

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Von West nach Ost durch den Süden des Kontinents

Französisch-Polynesien

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Australien

46

Auf dem Stuart Highway durch das »Rote Zentrum« Route

Route

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Bruce Highway – von der Sunshine Coast zum Great Barrier Reef Route

Hawaii

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Neuseeland

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Traumstrände, tropische Blumen und Vulkane – von Big Island bis Kauai

Die Nordinsel: im Zeichen der Vulkane

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Australien

Route

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Von den Marquesas- zu den Cook-Inseln Route

Route

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Neuseeland

Atlas

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Register

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156

Die Südinsel: Gletscher, Fjorde und Regenwälder

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Australien Pacific Highway – von den Blue Mountains zur Gold Coast

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Route

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Fidschi, Tonga und Samoa

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Inselhüpfen in West-Polynesien Traumstraßen Australien/Neuseeland/Ozeanien

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Routenübersicht Route

1

Von Darwin durch den wilden Nordwesten nach Albany Route

2

Auf dem Stuart Highway durch das »Rote Zentrum« Route

3

Bruce Highway – von der Sunshine Coast zum Great Barrier Reef Route

4

Pacific Highway – von den Blue Mountains zur Gold Coast Route

5

Von West nach Ost durch den Süden des Kontinents Route

6

Neuseeland Nordinsel: im Zeichen der Vulkane Route

7

Neuseeland Südinsel: Gletscher, Fjorde und Regenwälder Route

8

Fidschi, Tonga und Samoa: Inselhüpfen in West-Polynesien Route

9

Von den Marquesas- zu den Cook-Inseln Route

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Hawaii: Traumstrände, tropische Blumen und Vulkane – von Big Island bis Kauai

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Einführung Zehn sorgfältig recherchierte Touren führen uns zu den faszinierendsten Reisezielen Australiens, Neuseelands und Ozeaniens, zu grandiosen Natur- und Kulturlandschaften, einzigartigen Kulturdenkmälern, in pulsierende Metropolen und an stille, verträumte Orte. Das Spektrum reicht von der Tour entlang der Küste Westaustraliens bis zum legendären Stuart Highway durch das Herz des fünften Kontinents, vom Bruce Highway an der Sunshine Coast bis zum Pacific Highway an der Gold Coast, von der Rundreise auf der Nord- und Südinsel Neuseelands, dem schönsten Ende der Welt, bis zu Kreuzfahrten durch die Inselwelt Polynesiens. Die Routenbeschreibungen: Ein Einleitungstext zu jedem Kapitel gibt einen Abriss über die Reiseroute und stellt die jeweiligen Länder und Regionen sowie ihre landschaftlichen, historischen und kulturellen Besonderheiten vor. In der Folge werden – ergänzt durch eine Vielzahl brillanter Farbfotos – bedeutende Orte und Sehenswürdigkeiten entlang der Route mit fortlaufenden Nummern unter Angabe von Routenverlauf und Straßenführung beschrieben. Die Nummern findet man auch in den Karten am Ende des jeweiligen Kapitels wieder. Wichtige Reiseinformationen über Zeitbedarf und Länge der Tour, nationale Straßenverkehrsregeln, Wetter und die beste Reisezeit sowie nützliche Adressen hält eine Infobox zu jeder Route parat. Interessante Aspekte zu Kultur und Natur werden in einer Randspalte erläutert. Auf lohnenswerte Abstecher weisen zusätzlich farbig unterlegte Boxen in den Randspalten hin. Die Stadtpläne und Nationalparkkarten: Metropolen und Nationalparks, die an einer Reiseroute liegen, werden auf Extraseiten mit einer detaillierten Karte und einer ausführlichen Darstellung ihrer Sehenswürdigkeiten präsentiert. Die Tourenkarten: Spezielle Tourenkarten am Ende eines jeden Kapitels zeigen den Verlauf der Reiseroute und die wichtigsten Orte und Sehenswürdigkeiten. Die Hauptroute ist dabei deutlich abgesetzt und wird durch Vorschläge für interessante Abstecher ergänzt. Neu entwickelte Piktogramme kennzeichnen Lage und Art bedeutender Sehenswürdigkeiten entlang der Route. Zusätzlich werden herausragende Reiseziele durch Farbbilder und Kurztexte am Rand der Karte hervorgehoben. Eine Erläuterung der Piktogramme findet sich im Atlasteil auf Seite 213. Der Atlas: Eine weitere Orientierung bietet der Atlasteil mit ausführlichem Register im Anschluss an die Routenbeschreibungen. Über die geografischen Details hinaus enthalten die Karten die wichtigsten Verkehrswege und zahlreiche touristische Hinweise. Traumstraßen Australien/Neuseeland/Ozeanien

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Australien Von Darwin durch den wilden Nordwesten nach Albany Die Fahrt vom Top End zur südwestlichen Spitze Australiens vermittelt einen Eindruck von den ungeheuren Dimensionen und der Weite des Landes. Man durchreist dabei mehrere Klima- und Vegetationszonen – vom Monsun- bis zum gemäßigt mediterranen Klima, entsprechendes Anpassungsvermögen und ein wenig Pioniergeist sind also gefragt.

Der Großteil der rund 5000 km langen Strecke führt durch einen einzigen Bundesstaat – Western Australia. Dies allein schon verdeutlicht die Dimensionen von WA, wie die Einheimischen Western Australia nennen. Mit 2,5 Mio. km2 macht es etwa ein Drittel von Australien aus. In dem riesigen Areal leben nur knapp 2 Mio. Menschen, davon fast drei Viertel im Großraum Perth. Western Australia ist also zum großen Teil menschenleeres Pionierland. Oft bestehen die verstreut liegenden Siedlungen nur aus Tankstelle, 20

Bank, Supermarkt und einigen wenigen Häusern. Die Entfernungen zum nächsten Ort sind für einen Europäer gewöhnungsbedürftig. Eine Distanz von mehreren Hundert Kilometern gilt hier als kurze Ausflugsstrecke – »just down the track«, wie man in Australien sagt. Western Australia wurde wie der Rest Australiens schon lange vor Ankunft der Europäer durch die Aborigines besiedelt. Entlang unserer Route finden sich in Form von Felsmalereien auch zahlreiche Spuren dieser 30 000 bis 40 000 Jahre dauernden

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Bizarrer Baumbewohner: die Kragenechse

Besiedlungsgeschichte. Im Norden gibt es auch zahlreiche Aboriginal Lands, die aber von Touristen nicht oder nur mit Sondergenehmigung betreten werden dürfen. Ab dem 16. Jh. verschlug es dann portugiesische und holländische Seefahrer an die westaustralische Küste. Zu einer dauerhaften Besiedlung von »Neuholland« kam es allerdings erst unter den Engländern, als 1829 die Swan River Colony, das heutige Perth, gegründet wurde. Der Aufbau der westaustralischen Kolonien erfolgte zunächst durch freie Siedler, später wurden hierzu Tausende von Sträflingen herangezogen. Seitdem waren es die Bodenschätze, die immer wieder einen Boom auslösten, etwa der Goldrausch um 1890. Ab Mitte des 20. Jh. begann dann der Bergbau kontinuierlich zu florieren – heute werden in Western Australia große Mengen von Erzen (Eisen, Nickel, Zinn),


Der im Südosten Australiens heimische Koala war einst auch in Western Australia verbreitet, starb dort aber im Pleistozän aus. Heute ist er dort nur mehr in Zoos und Parks anzutreffen, etwa im Cohunu Koala Park in Perth. Seine Lieblingsspeise sind die Bätter des Eukalyptusbaums. Dunkel dräuend hängen tropische Gewitterwolken über Coconut Wells am nördlichen Ende des Cable Beach.

Uran, Bauxit, Gold, Diamanten, Erdöl und Erdgas gefördert. Davon hat vor allem Perth profitiert, die einzige wirkliche Metropole von Western Australia, wo viele internationale Konzerne ansässig sind. Der Ausgangspunkt der Tour liegt noch im Northern Territory, in dessen Hauptstadt Darwin. Kurz vor Kununurra passiert man die Grenze zu Western Australia und fährt am Kimberley-Plateau entlang. Diese von Felsplateaus und Schluchten durchsetzte Savannenlandschaft ist eine der unerschlossensten Regionen Australiens. Hier dominiert im Sommer tropisches Monsunklima mit hoher Luftfeuchtigkeit und ausgeprägten Regenzeiten. Die südlich angrenzende Große Sandwüste zeichnet sich durch die höchsten Temperaturen Australiens und teils mehrjährige Trockenzeiten aus. In der nördlichen Pilbara-Region verlassen wir die sandige Küstenland-

schaft zu einem Abstecher ins Landesinnere, die bis zu 1235 m hohe Hamersley Range, ein wildes Felsmassiv mit Schluchten und Seen, dessen Bodenschätze oft im Tagebau ausgebeutet werden. Das Klima ist hier semiarid, dazwischen gibt es an Flussläufen immer wieder tropische Einsprengsel. Weiter nach Süden Richtung Perth wird das Klima zunehmend trocken-mediterran, und im äußersten, relativ dicht besiedelten Südwesten klingt die Reise bei feuchtem, mildem Wetter aus. Trotz fortschreitender Zivilisation und Tourismus verströmt eine Reise durch WA immer noch den Hauch von Freiheit und Abenteuer. Hier kann man noch Einsamkeit und Weite genießen und trifft kauzige Charaktere. Und wo sonst kann man auf einer einzigen Reise Regenwald und Wüste, Steppe und Savanne, Gebirge und mediterrane Landschaft erleben?

Aborigines-Kinder bei Derby haben sich mit weißer Farbe für die Corroboree-Zeremonie bemalt.

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Salties und Freshies Im tropischen Norden Australiens sind die beiden einzigen Krokodilarten des Kontinents beheimatet. Das Leisten(wegen der Doppelreihe leistenartig angeordneter Höcker auf der Oberseite seiner langen Schnauze) oder Salzwasserkrokodil (Crocodylus porosus) ist nicht nur das größte heute lebende Reptil, sondern auch die – neben dem in Afrika beheimateten Nilkrokodil – aggressivste, am meisten gefürchtete Panzerechse der Erde. Während der Regenzeit dringen die Tiere bis weit ins Landesinnere vor. Vorsicht ist also nicht nur an den Küstengewässern, sondern auch an Flüssen und Wasserlöchern geboten. Bis zu den 80er-Jahren des 20. Jh. wurden die urzeitlichen Reptilien rigoros verfolgt; seitdem sind sie geschützt, und ihre Zahl stieg stark an. Sie errei-

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Die Route folgt weitgehend dem Highway Nr. 1, der ab Broome in Küstennähe verläuft. Die einzelnen Abschnitte firmieren nacheinander als Stuart Highway, Victoria Highway, Great Northern Highway, Great North Western Highway, Brand Highway und South Western Highway.

Zu Wasser und zu Lande schnappt das Salzwasserkrokodil nach allem, was seinen Weg kreuzt. chen in der Regel eine Länge von 5 m, gelegentlich bis zu 7 m und sind wahre Hungerkünstler: Vom körpereigenen Fett zehrend, können sie den Stoffwechsel so stark senken, dass das Herz nur noch dreimal in der Minute schlägt. So kommen die in Australien auch »Saltie« genannten Tiere monatelang ohne Futter aus, sind dann aber immer noch kräftig genug, explosionsartig anzugreifen. Das Süßwasserkrokodil (Crocodylus johnstoni), in Australien auch »Freshie« genannt, unterscheidet sich von seinem nahen Verwandten durch die geringere Größe – es wird nur bis zu 3 m lang – sowie durch eine lange, spitze Schnauze. Die Tiere gelten aber als sehr scheu, und Angriffe auf Menschen sind bislang nicht bekannt.

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1 Darwin Die durch tropisches Klima geprägte Hauptstadt des Northern Territory liegt näher an Indonesien als an Melbourne oder Sydney – kein Wunder, dass sie einen stark asiatischen Einschlag hat. Hier dominiert noch der alte australische Pioniergeist, der die Hafenstadt an der Timorsee immer wieder neu erstehen ließ, etwa nach dem verheerenden Zyklon »Tracy«, der 1974 fast die ganze Stadt zerstörte. Heute dehnt sie sich mit vielen flachen Bungalows weit aus. Darwin bietet sich als Ausgangspunkt für Exkursionen in mehrere Nationalparks an. Hier beginnt auch der Stuart Highway, der Australiens Norden mit dem Süden verbindet. 2 Litchfield National Park Der 650 km2 große Park 120 km südlich von Darwin besteht vorwiegend aus Buschland mit Resten von tropischem Regenwald. Hier gibt es viele rote Termitenhügel, die bis zu 2 m hoch sind. Besonders beeindruckend sind

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die vier Wasserfälle, bei denen sich die Wassermassen vom Sandsteinplateau in die Ebene ergießen. Die Wangi Falls im Westen, der höchste Wasserfall, enden in einem großen Wasserloch. Da es im gesamten Park keine Krokodile gibt, kann man hier gut schwimmen. Lohnenswert ist auch ein Besuch von »The Lost City« – bizarr geformten Sandsteinsäulen, die an eine Stadt erinnern. 3 Katherine Der nach Darwin zweitwichtigste Ort des Top End ist Verkehrsknotenpunkt und Versorgungsbasis für viele Ortschaften und Cattle Stations (Farmen, auf denen ausschließlich Viehzucht betrieben wird) in der Region. Mit seinen Hotels und Campingplätzen ist Katherine eine ideale Basis für Touren zum nahe gelegenen Nitmiluk National Park mit der Katherine Gorge oder auch ins Outback. Attraktive Badeplätze wie die Edith Falls und die einzig zugängliche Höhle des Northern

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Reiseinformationen Routen-Steckbrief Routenlänge: ca. 5000 km (ohne Abstecher) Zeitbedarf: 6 Wochen Start: Darwin Ziel: Albany Routenverlauf: Darwin, Katherine, Kununurra, Halls Creek, Broome, Port Hedland, Karratha, Tom Price, Exmouth, Carnarvon, Monkey Mia, Geraldton, Perth, Bunbury, Margaret River, Albany Verkehrshinweise: In Australien herrscht Linksverkehr. Die Höchstgeschwindigkeit liegt außerhalb geschlossener Ortschaften bei 110 km/h, innerhalb bei 60 km/h. Einige Sehenswürdigkeiten (Nationalparks und Kimberley) liegen abseits der befestigten Straßen und kön-

nen nur mit einem geländegängigen Fahrzeug erreicht werden. Letzteres gilt auch für die Benutzung der Gibb River Road. Während der Regenzeit (November bis März) können diese Strecken oft gar nicht befahren werden. Auskünfte: Tourism Australia: Neue Mainzer Straße 22 60311 Frankfurt am Main Tel. (069) 274 00 622 www.australia.com Elektronisches Visum Australien: www.eta.immi.gov.au www.australian-embassy.de Western Australia: Western Australian Visitor Center: GPO Box W2081 Perth WA 6846 Tel. (0061) 894 83 11 11 www.westernaustralia.com


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Abstecher

Kakadu National Park Rund 200 km östlich von Darwin liegt der über den Arnhem Highway erreichbare Kakadu National Park mit dem Hauptort Jabiru. Mit knapp 20 000 km2 ist der von Staat und Aborigines gemeinsam verwaltete Park das größte Naturreservat Australiens (in dem leider auch Uran abgebaut wurde). Aber auch hinsichtlich Landschaftsformen, Fauna und Flora ist er ein Ort der Superlative. Der Küstenabschnitt am Van Diemen Gulf ist eine von Mangrovensümpfen geprägte Gezeitenzone. Landeinwärts verwischen sich die Konturen von Seen und Flüssen während der Monsunzeit zu einer weitläufigen Überschwemmungslandschaft mit Riedgras, Wasserblumen und Sumpf-

3 Territory, die Cutta Cutta Caves, können ebenso von hier aus erreicht werden. In Katherine beginnt der nach Western Australia führende Victoria Highway. 4 Nitmiluk National Park Siehe folgende Seite. 5 Gregory National Park Der 285 km westlich von Katherine bei Timber Creek gelegene Park umfasst Felsplateaus, Schluchten, Savanne sowie den Victoria River mit einer großen Furt, die schon zu Siedlerzeiten zur Überquerung genutzt wurde. Die Landschaft ist geprägt durch teils tropische, teils semiaride Vegetation. Der Park ist wenig erschlossen und kann nur mit Allradantrieb befahren werden. Beliebte Wanderstrecken sind der Joes Creek Walk mit Felsmalereien der Aborigines sowie der Escarpment Walk mit spektakulärem Ausblick auf Schluchten und Klippen.

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6 Kununurra Der Ort, die erste Station in Western Australia auf dieser Tour, ist vor allem Versorgungsbasis für die Region. Außerdem dient er als Ausgangspunkt für Touren zum Hidden Valley National Park, wo den Besucher Sandsteinfelsen, Aborigines-Felsmalereien, Euka-

lyptuswälder und eine reichhaltige Tierwelt erwarten, sowie zum Lake Argyle. Der 70 km südlich von Kununurra gelegene See ist der größte künstliche Wasserspeicher Australiens und dient auch der Bewässerung des Umlands. Angler und Wassersportler haben hier ihr Revier. Bald hinter Kununarra biegt der Great Northern Highway nach Süden ab. Nach gut 250 km erreicht man die Abzweigung zum Purnululu National Park mit den berühmten Bungle Bungles. 7 Purnululu National Park Siehe folgende Seiten. 8 Halls Creek Die nächste Station ist Halls Creek, eine typisch

1 Fast wie ein Grabsteinfeld mutet diese Ansammlung von Termitenhügeln bei Darwin an. 2 Darwin an der Timorsee ist ein beliebter Seglerhafen. Hier liegen Boote an der Cullin Bay Marina vertäut. 3 Außergewöhnliche Formen haben die orange-schwarz gestreiften Sandsteindome der Bungle Bungle Range. 4 Im Litchfield National Park stürzen die Tolmer Falls von der Tabletop Range in eine Schlucht hinab.

Oben: Seerosen in Yellow Water Unten: Überschwemmungslandschaft mit Eukalyptusbäumen wäldern. Im Osten des Parks erstreckt sich das Arnhem Escarpment, ein stark verwittertes Felsplateau mit 300 m hohen Abbrüchen. Hier und in den davon durch Erosion abgetrennten Outliers finden sich Tausende von Aborigines-Felszeichnungen wie diejenigen von Nourlangie. Dank des tropischen Monsunklimas mit ausgeprägten Regen- und Trockenzeiten ist der Park ein ideales Refugium für viele Säugetier-, Vogel-, Reptilien-, Amphibien-, Fisch- und Insektenarten. Auf Bootsfahrten, Bushwalks oder geführten Wanderungen, etwa zu den Yellow Water Wetlands bei Cooinda oder auf dem East Alligator River, lassen sich Krokodile, Warane, Echsen, Kormorane, Kraniche und viele andere Tiere beobachten. Unterwegs stößt man immer wieder auf großartige Wasserfälle, Felsformationen und Höhlen.

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Nitmiluk National Park Die Hauptattraktion des rund 30 km nordöstlich von Katherine gelegenen Nationalparks ist das Schluchtensystem des gleichnamigen Flusses, allgemein bekannt unter dem Namen Katherine Gorge. In Millionen von Jahren hat sich hier der Katherine River auf 12 km Länge tief in das Arnhem-Plateau eingegraben und dabei 13 bis zu 100 m tiefe Schluchten geschaffen, die teils per Boot oder Kanu besichtigt werden können. Der Katherine River gebärdet sich während der Regenzeit als reißender Strom, er kann deshalb nur während der Trockenzeit (April bis Oktober) befahren werden. Dann besteht er allerdings nur mehr aus einer Reihe unverbundener Wasserbecken, und die Kanus müssen über die dazwischenliegenden Stromschnellen, die dann trockengefallen sind, zu Fuß getragen werden. Wer sich dieser Mühe unterzieht, kann in insgesamt neun Schluchten vordringen und die wilde Schönheit der roten Felswände genießen; die Touristenboote beschränken sich auf die ersten vier Schluchten. Man würde aber einiges, vor allem die reichhaltige Fauna und Flora, in dem rund 1800 km2 großen Park verpassen, würde man ihn lediglich zu Wasser erkunden. Der Park ist ein wahres Vogelparadies mit über 160 Arten, darunter Silberreiher, Schlangenhalsvögel, Prachtfinken, Loris. Auch Süßwasserkrokodile, Warane und Kängurus sind hier anzutreffen. Seine Vegetation besteht im feuchteren Teil vorwiegend aus Papierrindenbäumen, Schraubenpalmen und Süßwassermangroven; auf dem trockeneren Arnhem-Plateau dominieren Spinifex-Gras, Sandpalmen und Woollybutt-Eukalypten. All dies lässt sich am besten auf Wanderwegen wie dem Lookout Walk,

Aufmerksamer Bewohner des Parks: der Arguswaran dem Biddlecombe Cascades Walk oder dem Butterfly Gorge Walk erschließen, die alle beim Besucherzentrum im Park beginnen. Hier gibt es auch einen Campingplatz, ebenso wie bei den aus mehreren kleineren Wasserfällen bestehenden Edith Falls. Letztere kann man über eine separate Zufahrt vom Stuart Highway nördlich von Katherine aus erreichen.

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Taumstraßen Europas Ein25einmaliges Erlebnis ist einexxx Kanutour in den Schluchten von Katherine Gorge im Nitmiluk National Park. Vom Wasser aus eröffnet sich ein überwältigender Blick auf die bis zu 100 m hohen rötlich-braunen Felswände. Für eine ausführliche Erkundung mietet man sich ein Kanu am besten für mehrere Tage.


In einem Wasserloch spiegeln sich die bienenkorbartigen Felshügel der Bungle Bungle Range. Der Kontrast von kargem Fels und üppig wucherndem Gras, von orange-braunen und saftig grünen Farbtönen ist charakteristisch für dieses eigentümliche Felsgebirge im Purnululu National Park. Dass in der so


wüstenhaft erscheinenden Umgebung pflanzliches Leben möglich ist, liegt an der Monsunregenzeit, die das Gebiet zwischen November und März mit reichlich Niederschlägen versorgt. Die orangefarbenen Streifen der Felskuppen gehen übrigens auf ausgespülte Silikate zurück, die sich am Gestein ablagern.


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Purnululu National Park Eine der bizarrsten Landschaften Australiens findet sich im östlichen Kimberley: das Felsenmeer der Bungle Bungle Range im Purnululu National Park. Obwohl bereits 1879 erstmals von weißen Australiern gesichtet, sollte es noch bis 1982 dauern, bis dieses einzigartige Felsmassiv richtig erforscht und bekannt wurde. Felszeichnungen belegen, dass die Aborigines das Areal schon seit alters als Zeremonialort genutzt hatten. Auf einer Fläche von 450 km2 erstreckt sich hier ein 200 bis 300 m hohes Gebirge aus eigenartig geformten Felsdomen und -kuppeln. Charakteristisch für die Bungle Bungles sind die abgeschliffenen, teils bienenkorbartigen Formen sowie die schwarz-orangefarbenen Streifenmuster des Sandsteins. Die Grandiosität dieser Landschaft erschließt sich erst richtig aus der Luft – ein Rundflug ist deshalb sehr empfehlenswert. Entsprechende Angebote gibt es im Park oder von Kununurra aus. Die Anreise auf dem Landweg erfolgt über den Spring Creek Track, eine Schlaglochpiste, die vom Great Northern Highway abzweigt. Auf dem Weg zu den Bungle Bungles durchquert man eine mit Spinifex- und Speergras bestandene Savannenlandschaft, die das Felsengebirge einrahmt und den Großteil des 2100 km2 großen Nationalparks ausmacht. Die Vegetation der auf den ersten Blick so lebensfeindlich anmutenden Bungle Bungles (mit Temperaturen bis zu 40 °C) ist dank der ausgeprägten Regenzeiten erstaunlich vielfältig: Außer Eukalyptusbäumen gedeihen hier auch Feigen, Palmen, Akazien und Passionsblumen. Selbst Kängurus, Reptilien, Fische sowie rund 150 Vogelarten finden hier ein Auskommen.

Bienenkorbartige Kegelberge der Bungle Bungle Range Wegen Unpassierbarkeit während der Regenzeit ist der Park nur von April bis Dezember geöffnet. Im Park gibt es kaum Infrastruktur: Campingplätze am westlichen Rand der Bungle Bungles sind die einzigen Übernachtungsmöglichkeiten und Ausgangspunkte für Wanderungen, etwa zu den Schluchten Echidna Chasm oder Cathedral Gorge.

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Abstecher

Wolfe Creek Meteorite Crater National Park Es geschah vor 300 000 Jahren: Mit einer Geschwindigkeit von 15 km pro Sekunde schlug am nordöstlichen Rand der Großen Sandwüste ein etwa 10 m großer und 50 000 t schwerer Meteorit aus Eisen und Nickel ein. Dabei wurde die Energie Dutzender von Wasserstoffbomben frei. Aufgrund der ungeheuren Hitze verdampfte der Meteorit weitgehend, zusammen mit großen Teilen des ausgehobenen Materials. Zeugnisse des Aufpralls sind bis zu 250 kg schwere kugelförmige Gebilde aus Eisenoxid, die – neben anderen Verbindungen wie Eisenphosphiden – die seltenen Mineralien Reevesit, Cassidyit und Pecorait enthalten, sowie der Krater, ein Astroblem mit einem Durchmesser von knapp 900 m. Der Wolf Creek Meteorite Crater ist damit weltweit der zweitgrößte seiner Art. Seine Wände ragen 30 m aus der umgebenden

Am Rande der Großen Sandwüste: Wolfe Creek Meteorite Crater Landschaft auf. Innen war der Krater ursprünglich 120 m tief; heute ist er mit Sand und Gips gefüllt, die Höhendifferenz zwischen Boden und Rand beträgt nur mehr 60 m. Der Wolfe Creek Meteorite Crater im gleichnamigen Nationalpark gilt als der schönste der 15 Meteoritenkrater Australiens. Er kann leicht vom rund 100 km entfernten Great Northern Highway erreicht werden, und von Halls Creek aus werden auch Hubschrauberrundflüge angeboten. Vor Ort klären Informationstafeln über die relevanten astronomischen und geologischen Aspekte auf.

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1 australische Outback-Stadt, die aus Tankstelle, Supermarkt, Läden und Banken besteht. Südlich des Ortes Richtung Great Sandy Desert liegt das alte Halls Creek, wo man die Überbleibsel des Goldrausches von 1885 bestaunen kann. In der Nähe stößt man auf die »China Wall«, die auf den ersten Blick wie eine von Menschen erbaute Mauer anmutet, jedoch eine natürliche Felsformation aus Quarzgestein ist. Außerdem laden hier Wasserstellen und Quellen zum Bad ein: Palm Springs, Caroline Pool und Sawpit Gorge Pool. Von Halls Creek führt ein Abstecher nach Süden zum Wolfe Creek Meteorite Crater National Park (siehe Randspalte). 9 Geiki Gorge National Park Weiter Richtung Derby gelangt man nach Fitzroy Crossing, von wo aus der Geiki Gorge National Park gut zu erreichen ist. Die Geiki Gorge, eine der spektakulärsten Schluchten im Nordwesten Australiens, ist erdgeschichtlich sehr bedeutsam. Der Fitzroy River hat sich hier im Laufe der Zeit in den Sandstein eingegraben. Die Felswände sind die Überreste eines Korallenriffs, und im Fluss leben neben Süßwasserkrokodilen auch Sägefische und Stachelrochen, die sich als Überlebende eines urzeitli-

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2 chen Ozeans an Süßwasser gewöhnt haben. Im Laufe der Zeit wurden diverse Fossilienschichten und Kalksteinformationen freigelegt. Ein Großteil der Schlucht ist absolutes Schutzgebiet, nur ein schmaler Streifen am Westufer ist begehbar. 0 Windjana Gorge National Park Etwa 40 km hinter Fitzroy Crossing biegt man rechts zum Windjana Gorge National Park ab. Der Park umfasst eine 3,5 km lange Schlucht, die der Lennard River in die Kalksteinfelsen gegraben hat. Für Fossiliensammler sind die schroffen Kalksteinwände eine wahre Fundgrube. Hier wurden auch Höhlen wie etwa die Pigeons Cave und eindrucksvolle Felsmalereien der Aborigines entdeckt. Die Wind-

jana Gorge kann im Kanu oder zu Fuß unterhalb der mächtigen Felswände erkundet werden. Auf den Sandbänken und im flachen Wasser lassen sich Süßwasserkrokodile beobachten. Über die Gibb River Road gelangt man nach Derby und von dort aus wieder zurück auf den Great Northern Highway. q Broome Die Stadt am Indischen Ozean, 1942 km von Darwin und 2361 km von Perth entfernt, war im 19. Jh. der berühmteste Perlenhafen der Welt, der einen Großteil des weltweiten Perlmuttbedarfs deckte. Diese Blüte zog viele japanische und chinesische Perlentaucher und Geschäftsleute an, wovon der Japanische Friedhof und die Ausstellung im Broome Historical

Museum Zeugnis ablegen. Seitdem ist die Stadt asiatisch geprägt und hat auch eine kleine Chinatown. Der Boom endete um 1950 mit dem Aufkommen von Zuchtperlen und Kunststoffknöpfen. Broome war dann wieder ein verschlafenes Nest, bis ein englischer Lord um 1980 die alten Gebäude im chinesischen Viertel restaurieren ließ. Heute zeichnet sich Broome durch einen relaxten und ungezwungenen Lebensstil aus – »Enjoy

1 Im ruhigen Wasser des Lennard River spiegeln sich die steilen Kalksteinwände der Windjana Gorge. 2 An der Farbe der Felswände der Geiki Gorge lässt sich der Wasserhöchststand des Fitzroy River ablesen.


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Kimberley Coast Die Kimberley Coast zwischen Joseph Bonaparte Gulf und Cape Leveque ist die wohl einsamste Küste Australiens. Rund 3000 Inseln säumen diesen durch Hunderte von Buchten stark gegliederten Küstenabschnitt. Auf 2000 km Länge gibt es nur einige wenige Fischersiedlungen und Feriencamps. Ein gewaltiger Tidenhub von bis zu 12 m und regelmäßig wütende Zyklone machen das Land extrem unwirtlich. Große Teile der Region sind Aboriginal Lands; Tausende von Felszeichnungen bezeugen die jahrtausendelange Anwesenheit der Ureinwohner. Kimberley ist eine der geologisch ältesten Formationen der Welt (2,5 Milliarden Jahre). Es besteht vorwiegend aus Savannen und Felsplateaus, die fossile

Überreste einstiger Korallenriffe sind. In der Monsunregenzeit schwellen hier die Bäche und Flüsse zu reißenden Strömen an. Umgekehrt drücken die Meeresflutwellen gewaltige Mengen Wasser ins Landesinnere. Auf diese Weise wird Kimberley permanent von Naturkräften modelliert. An einigen Stellen, wie in der Talbot Bay, lässt sich das Phänomen der »horizontalen Wasserfälle« beobachten: Zwischen zwei Felswänden schießt bei Flut eine Art Malstrom hindurch, der eine meterhohe Flutwelle vor sich her schiebt. Zugänglich ist die Kimberley Coast nur zu Wasser und zu Lande. Es gibt lediglich zwei Staubpisten zur Küste (die zudem wie alle Straßen in Kimberley während der Regenzeit nicht oder nur

eingeschränkt befahren werden können): Von der legendären Gibb River Road, die den Kimberley diagonal von Kununurra nach Derby durchquert, zweigt etwa 50 km vor Gibb River die Kalumburu Road ab. Diese endet nach ca. 250 km in Kalumburu, einer Aborigines-Siedlung mit Missionsstation an der Honeymoon Bay. Von der Kalumburu Road wiederum biegt nach 150 km die Mitchell Plateau Road zum Küstenort Port Warrender ab. Die meisten Reisenden fahren auf dieser Piste aber nur bis zur Hauptattraktion Mitchell Falls. Hier stürzt sich der Mitchell River über vier Terrassen des Mitchell-Plateaus, einer Sandsteinformation, spektakulär in die Tiefe und lädt zum Bad im (natürlichen) Pool ein.

4 1 Der starke Tidenhub erzeugt eine Art »horizontale Wasserfälle« wie hier im Buccaneer Archipelago.

3 Zu den zahlreichen Wasserfällen an der Kimberley Coast zählen auch die Camp Creek Falls.

2 Eine der höchsten Erhebungen der Region ist der Mount Trafalgar (385 m) am St. George Basin.

4 Über vier Stufen stürzen sich die Mitchell Falls in die Tiefe. Ihre Pools laden zu einem erfrischenden Bad ein.

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Australien ist auch ein Land der Rinderzüchter. In Kimberley gibt es Rinderfarmen (»Cattle Stations«) in der Größe von deutschen Landkreisen. So ist es kaum verwunderlich, dass Rodeos in Australien weit verbreitet sind. Die bekanntesten Rodeos von Western Australia finden in Broome, Katherine oder Litchfield


statt. Bei einem Rodeo treten die Stockmen in mehreren Disziplinen gegeneinander an. In den Zeitwettbewerben geht es um Tempo, in den Rough-StockDisziplinen Saddle Bronc Riding, Bareback Bronc Riding, Bull Riding, Rope and Tie, Steer Wrestling und Team Roaping um Geschicklichkeit und Stil.


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