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Ebenfalls erhŠltlich:

Ebenfalls erhŠltlich:

Die Ènšrdlichste Stadt ItaliensÇ wird MŸnchen wegen seines sŸdlichen Flairs oft genannt. Das liegt einerseits an seinem Šu§eren Erscheinungsbild Ð viele barocke und klassizistische Bauten, unzŠhlige Stra§encafŽs, FšhnstŸrme im Januar, die mitten im Winter fŸr frŸhsommerliche Temperaturen und den THE LONDON BOOK

einzigartigen bayerisch blauen Himmel sorgen Ð, aber auch an

DAS BERLIN BUCH

der ausgeprŠgten FŠhigkeit seiner Bewohner, das Leben zu genie§en: sei es beim Oktoberfest, im Biergarten, an der Isar oder im Englischen Garten. Dazu kommen herausragende SehenswŸrdigkeiten wie etwa das Ensemble von Residenz, Feldherrnhalle und Theatinerkirche, das neue JŸdische Zentrum, die futuristische BMW-Welt oder das spektakulŠre Fu§ballstadion Allianz Arena. Gleich mehrere Symphonieorchester, renommierte BŸhnen, eine lebendige Musikszene und weltberŸhmte Museen wie die drei Pinakotheken oder das Deutsche Museum machen MŸnchen zu einer Kulturmetropole von internationalem Rang. DAS IRLAND BUCH

Dies alles und noch vieles mehr zeigt DAS M†NCHEN BUCH, Stadtteil fŸr Stadtteil, in brillanten Farbfotos Ð darunter ausklappbare Panoramabilder Ð und mit informativen Texten verÐ sehen. Seite um Seite eršffnen sich somit selbst MŸnchenKennern neue, faszinierende Perspektiven auf die ÈWeltstadt mit HerzÇ.

€ (D) 24,95 / € (A) 25,70

ISBN 978-3-89944-683-8

DAS NEW YORK BUCH


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DAS MÜNCHEN BUCH

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ZU DIESEM BUCH

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Die schönste Stadt der Welt? Die Münchner haben

such ein oder bei der Besichtigung der weit bekann-

nie behauptet, dass dieser Superlativ ihrer Heimat

ten Museen wie den drei Pinakotheken oder dem

zustünde, auch wenn sie auf ihre Stadt stolz sind;

Deutschen Museum. Auch die modernen architekto-

und sowieso wird sich jeder Besucher sein eigenes

nischen Höhepunkte sind längst zu Wahrzeichen der

Urteil bilden. München ist eine Stadt, die alle Sinne

Stadt geworden, etwa die BMW-Welt, die Allianz-

anspricht: Das Leben genießt man in den Straßen-

Arena oder das Olympiastadion mit seiner weltbe-

cafés, in den idyllischen Biergärten oder direkt an

kannten Zeltdachkonstruktion. In der Zeit während

der Isar und im Englischen Garten. In das kulturelle

des Oktoberfests zeigt sich die Stadt fröhlich und le-

München taucht man beim Opern- oder Theaterbe-

benslustig und der Slogan, der die Olympiastadt von


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ZU DIESEM BUCH 1972 international bekannt gemacht hat, fasst es

die Besucher, aber auch die Einheimischen sehr

zusammen: Weltstadt mit Herz. Damit ist alles ge-

schätzen. Und so sind auch die Münchner, bei allen

sagt: München ist groß (1,3 Mio. Einwohner), aber

Gegensätzen von dem selbstbewussten Credo ge-

Die beiden überlebensgroßen Steinlöwen der

überschaubar und in vielen Stadtvierteln noch sehr

leitet: Mia san mia und das lebt man in der »nörd-

Feldherrnhalle wachen über den Odeonsplatz

persönlich und nicht anonym; die Stadt ist exklusiv

lichsten Stadt Italiens«. Der Münchner Schriftstel-

und die Ludwigstraße. Das einzigartige Bau-

und manchmal auch sündhaft teuer. Hier kann man

ler Herbert Rosendorfer, ein gebürtiger Südtiroler,

ensemble geht auf König Ludwig I. von Bayern

nach Herzenslust shoppen und die noblen Einkauf-

hat München einmal als »chemisch gereinigtes Ita-

zurück, der 1816 – noch als Kronprinz – die

straßen wie etwa die Maximilianstraße vermitteln

lien« beschrieben. Ein subtiles und recht eigenwil-

Baumeister Friedrich von Gärtner und Leo von

ein weltstädtisches und internationales Flair, das

liges Lob.

Klenze mit der Realisierung beauftragte.

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INHALTSVERZEICHNIS

Oben: Residenz und Nationaltheater umschlie-

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ßen den Max-Joseph-Platz.

Wittelsbacher Platz

72

Die Wittelsbacher

74

Marienplatz

16

Literaturhaus, Salvatorkirche

76

Bilder auf den vorigen Seiten:

Neues Rathaus

18

Fünf Höfe

78

S. 1 Erhabenen Blickes wacht die Bavaria über

Christkindlmarkt

20

Theatinerstraße

80

Alter Hof, Alte Münze

22

Dallmayr

82

Hofbräuhaus

24

Frauenkirche

84

Turm des Neuen Rathauses (Mitte rechts)

Max-Joseph-Platz, Nationaltheater

26

Deutsches Jagd- und Fischereimuseum

86

prägen die Altstadt weithin sichtbar.

Maximilianstraße

32

Sankt Michael

88

Residenz

34

Bürgersaalkirche

90

Residenz: Antiquarium

36

Karlstor, Stachus

92

Justizpalast, Wittelsbacher Brunnen

94

Bayerischer Hof

96

die Theresienwiese. S. 2/3 Münchens schönste Kirchtürme und der

S. 4/5 Die Fassade des Neuen Rathauses am Marienplatz. S. 6/7 Blick über den Max-Joseph-Platz auf das Nationaltheater. S. 8/9 Das Hofbräuhaus am Platzl.

Residenz: Kaisersaal, Grüne Galerie, Spiegelkabinett

38

Residenz: Königliche Appartements

40

Residenz: Nibelungensäle

42

Residenz: Reiche Kapelle, Hofkapelle

44

Residenz: Schatzkammer

46

Residenz: Cuvilliés-Theater

48

SÜDLICHE ALTSTADT

98

Alter Peter

100

Heilig-Geist-Kirche

102

50

Isartor

104

52

Karl Valentin

106

Viktualienmarkt

108

54

Stadtmuseum

110

St.-Anna-Platz

56

St.-Jakobs-Platz, Jüdisches Zentrum

112

Odeonsplatz

58

Sendlinger Straße, Sendlinger Tor

114

Schumann’s

64

Asamkirche

116

Feldherrnhalle

66

Gärtnerplatz, Gärtnerplatztheater

118

Musikstadt München

68

Glockenbachviertel

120

Theatinerkirche

70

Alter Südfriedhof

122

Residenz: Kabinettsgarten, Allerheiligen Hofkirche Residenz: Hofgarten Bayerische Staatskanzlei, Prinz-Carl-Palais

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INHALTSVERZEICHNIS

RECHTS DER ISAR

124

Akademie der Bildenden Künste

174

Badenburg, Amalienburg

228

Leopoldstraße

176

Botanischer Garten

230

Schloss Blutenburg

232

Isar

126

Schwabing

178

Friedensengel

128

Jugendstil

180

Villa Stuck

130

Alte Pinakothek

182

Prinzregententheater

132

Neue Pinakothek

184

Maximilianeum

134

Pinakothek der Moderne

186

Müller`sches Volksbad

136

Museum Brandhorst

188

Olympiagelände

236

Muffathalle

138

Münchens braune Vergangenheit

190

Tollwood

238

Gasteig

140

Königsplatz

192

BMW-Museum

240

Haidhausen

142

Glyptothek, Staatliche Antikensammlung

194

BMW-Welt

242

Deutsches Museum

144

Leo von Klenze

196

Allianz-Arena

244

Lenbachhaus

198

MÜNCHENS NORDEN

234

Auer Dult

146

Rote gegen blaue Torjäger

246

Flaucher, Floßlände

148

Schloss Schleißheim, Schloss Lustheim

248

Tierpark Hellabrunn

150

Deutsches Museum: Flugwerft Schleißheim

250

Flughafen

252

MÜNCHENS WESTEN SCHWABING, MAXVORSTADT

152

200

Bavaria, Ruhmeshalle

202

Oktoberfest

204

Bayerisches Nationalmuseum

154

Einzug der Wirte, Trachtenumzug

206

Haus der Kunst

156

Bayerische Schmankerl

208

P1

158

Deutsches Museum:

Englischer Garten

160

Monopteros

162

Westpark

212

Deutsches Verkehrszentrum

ANHANG

254

Register

254

Bildnachweis, Impressum

256

210

Biergärten

164

Münchens Brauereien

214

Ludwigstraße

166

Herz-Jesu-Kirche

216

Universitäten

168

Nymphenburg

218

U-Bahn

170

Nymphenburger Schlosspark

224

Siegestor

172

Nymphenburger Porzellan

226

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ALTSTADT, LEHEL

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Die Altstadt ist die Visitenkarte jeder Stadt. Bei

Anwesen übrig, doch die haben Weltruhm erlangt:

manchen Städten macht sie deren gesamten Cha-

die Frauenkirche, der Viktualienmarkt, die Resi-

rakter aus. In München ist das auch teilweise der

denz und Residenzkirche, der Alte Hof und das

Fall. Von der eigentlichen Altstadt sind nach den

weltbekannte Hofbräuhaus. Wie würde München

Bombenangriffen des Zweiten Weltkrieges nur ei-

glänzen, wäre der Stadtkern unversehrt geblieben

nige restaurierte oder rekonstruierte Gebäude und

und ausschließlich aus historischer Bausubstanz?


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Das Neue Rathaus ist der Mittelpunkt der Altstadt. Hier haben der Oberb端rgermeister und der Stadtrat ihren Sitz. Die Touristen lieben den neugotischen Bau besonders wegen des Glokkenspiels, das um 12 Uhr spielt. Im Hintergrund erheben sich die T端rme der Frauenkirche.

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MARIENPLATZ

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Hier ist Münchens urbane Mitte, und das schon

gerer Christkindlmarkt abgehalten. Als Ludwig der

seitdem die Stadt 1158 gegründet wurde. Ein Platz

Bayer 1315 München die Marktfreiheit verlieh, tat

über unterirdischen S- und U-Bahnhöfen, einge-

er das mit der Auflage, dass der Marktplatz »auf

rahmt von Kaufhausfronten, dem neugotischen

ewige Zeiten« unbebaut bleiben sollte. 1638 ließ

Neuen Rathaus (1867–1909) sowie dem Alten Rat-

Kurfürst Maximilian I. die Mariensäule errichten –

haus (1470–1480). Touristen treffen sich hier und

zum Dank für die Schonung der Stadt während der

betrachten den Schäffler-Tanz am Glockenspiel im

schwedischen Besatzung im Dreißigjährigen Krieg.

Rathausturm. Unter einem riesigen Christbaum

Seit 1854 heißt das Zentrum Münchens nach der

wird während der Adventszeit ein glühweinschwan-

Madonna auf der Säule Marienplatz.


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MARIENPLATZ Blick von der Durchgangshalle des Alten Rathauses auf den Marienplatz mit dem Neuen Rathaus und den Türmen des Frauendoms im Hintergrund (kleines Bild links). Der Marienplatz (großes Bild) bietet einen uneinheitlichen Mix der Baustile. Neben historischen Bauten wie dem Neuen und Alten Rathaus, der Mariensäule und der Heilig-Geist-Kirche (im Hintergrund) stehen moderne Geschäfts- und Kaufhäuser.

ALTSTADT, LEHEL

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NEUES RATHAUS

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München hat zwei Rathäuser, das Neue und das

ein Glockenspiel mit tanzenden Schäffler Figuren

Alte. Das Neue Rathaus hat eine neogotische

installiert

prächtige »Zuckerbäckerfassade« mit Balkonen,

Ansonsten wird im Neuen Rathaus regiert und ge-

Türmchen und Türmen, wie sie japanische Touri-

feiert, etwa die deutschen Meisterschaften des FC

sten gern fotografieren. Die stehen dann mittags zu

Bayern, der sich vom Rathausbalkon bejubeln

Hunderten auf dem Marienplatz und schauen auf

lässt. Nur 100 Meter weiter steht das Alte, das

das malerische Gebäude, das erst von 1867 bis

historische Rathaus, ein 500 Jahre altes Bauwerk

1908 nach Entwürfen von Georg Hauberrisser er-

mit einer bronzenen Julia an der Südseite. Verlieb-

richtet wurde. In seinem 80 Meter hohen Turm ist

te schmücken sie oft mit einer Rose.

die

Fotoattraktion

der

Stadt.


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NEUES RATHAUS Die Touristen lieben den Anblick des Münchner Rathauses (kleines Bild). Das prächtig ausgemalte und aufwändig gestaltete Treppenhaus (großes Bild) führt in den Ratskeller, in dem eine weitläufige fränkisch-badische Weinstube untergebracht ist. Ein beliebter Schoppen-Treff der Einheimischen und der Mitarbeiter des Stadtparlaments, das einige Stockwerke höher München regiert.

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CHRISTKINDLMARKT In München heißt der Weihnachtsmarkt Christ-

Kaminfeger aus Zwetschgen und Mandeln« ver-

kindlmarkt wie der Schnee zum Winter. Richtig ro-

kindlmarkt, und er ist der älteste von über zehn

kauft wurden. Ab 1806 wurde der Nikolaimarkt

mantisch wird es dann nach Einbruch der Dunkel-

Münchner Weihnachtsmärkten. Bereits im 14. Jahr-

dann Christmarkt genannt und seit 1972 als

heit, wenn der vorweihnachtliche Marienplatz im

hundert wurden in der Stadtmitte die Nikolausmärk-

»Münchner Christkindlmarkt« in der Adventszeit

Lichterglanz erstrahlt. Überragt wird das festliche

te abgehalten. Die Nikolaidult in der Kaufinger

auf dem Marienplatz fest etabliert. Auf 20 000 Qua-

Adventstreiben

Straße wurde 1642 zum ersten Mal urkundlich er-

dratmetern werden in über 160 Marktständen

hohen Christbaum, auf dem mehrere Tausend

wähnt. In der Stadtchronik ist nachzulesen, dass

Kunsthandwerk, Lebkuchen, Christbaumschmuck,

kleine Lichter brennen. Und vom Rathausbalkon

»Oberammergauer Waren, Nürnberger Lebkuchen,

Kerzen und Holzwaren angeboten. Bratäpfel und

erklingen feierliche Weihnachtslieder, während

baumwollene Kinderkleider, Kripperlfiguren und

»Würschtl« gehören zum Münchner Christ-

man unten Glühwein trinkt.

20

ALTSTADT, LEHEL

von

einem

etwa

30

Meter


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CHRISTKINDLMARKT Eine Stadt strahlt im Adventsglanz: Lichter auf dem Münchner Christkindlmarkt, über dem eine permanente Duftwolke von Lebkuchen, Grillwürsten und Glühwein steht. Der vierwöchige Markt, der an sieben Tagen in der Woche geöffnet hat, bietet für jeden Geschmack etwas: Neben Süßigkeiten und Kunsthandwerk wird vor allem Weihnachtsschmuck wie Glöckchen und Engel in allen Variationen angeboten.

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ALTER HOF, ALTE MÜNZE

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Das mittelalterliche Machtzentrum Münchens

ausgebaut. Der Sage nach hatte um 1290 ein zah-

befindet sich mitten in der Stadt, und es herrscht

mer Affe den Herzogsohn, den kleinen Prinzen

erstaunlicherweise eine wohltuende Ruhe, obwohl

Ludwig, auf das hohe, steile Dach der Erkers ent-

es nur wenige Hundert Meter vom Neuen Rathaus

führt. Erst nach langem Zureden soll das Tier das

oder vom Hofbräuhaus entfernt ist. Immerhin resi-

verängstigte Kind freigegeben haben. Im 16. Jahr-

dierte hier ein deutscher Kaiser, nämlich Ludwig

hundert wurde südlich der alten Residenz von

der Bayer (1282-1347). Sein Vater, der Bayern-Her-

Herzog Albrecht V. ein neuer Renaissancebau als

zog Ludwig II., hatte die Festungsanlage als Herr-

Marstall und Kunstkammer errichtet. Das Gebäude

schersitz des Adelsgeschlechts der Wittelsbacher

diente ab 1809 als staatliche Münzprägeanstalt.


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ALTER HOF, ALTE MÜNZE Die Alte Münze ist eine Vierflügelanlage der Renaissance (kl. Bild). Jedes der drei Stockwerke verfügt über Laubengänge. Besonders eindrucksvoll ist der Innenhof. Seit 1986 ist in der Alten Münze des Bayerische Landesamt für Denkmalpflege untergebracht. Die Alte Residenz war vom 13. bis zum 15. Jahrhundert Herrschersitz der Wittelsbacher Regenten. Heute ist sie eine der teuersten Wohngegenden Münchens.

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HOFBRÄUHAUS

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Das berühmteste Wirtshaus der Welt steht am

bevor sich der Bier-Hit in München als Faschings-

Platzl und ist ein Ort internationaler Verbrüderung:

schlager durchsetzte. Dennoch: Das Hofbräuhaus

Amerikaner stoßen mit Russen an, Japaner mit

ist eine urbayerische Institution. Über hundert

Chinesen, Italiener mit Franzosen. Und das Lied »In

Münchner Stammtische tagen hier. Da fällt es

München steht ein Hofbräuhaus, oans, zwoa, gsuf-

schwer zu glauben, dass die Bierqualität aus dem

fa« wurde vom Berliner Wiga Gabriel nach einem

niedersächsischen Einbeck 1592 den Ausschlag für

Text des Allgäuers Klaus Siegfried Richter kompo-

die Gründung gegeben hat. Das heutige Hofbräu-

niert. Es hatte 1936 auf dem Dürkheimer Wurst-

haus geht auf das Jahr 1828 zurück; im Krieg zer-

markt, dem weltgrößten Weinfest, seine Premiere,

stört, wurde es 1958 wieder eröffnet.


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HOFBRÄUHAUS Eine Bierburg von magischer Anziehungskraft für Touristen aus aller Welt. Meist sitzen ausländische Gäste und Einheimische bei Bier und Blasmusik einträchtig beisammen und prosten sich zu. Nur die über 100 Stammtische der Münchner sind für die Touristen tabu. Diese Stammgäste dürfen ihre teils sehr wertvollen, selbst gekauften Bierkrüge in abschließbaren Schränken in der Gaststätte deponieren.

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MAX-JOSEPH-PLATZ, NATIONALTHEATER

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Der Max-Joseph-Platz – ist umrahmt von der

stand das Königliche Hof- und Nationaltheater, das

Münchner Residenz, dem klassizistischen Natio-

nach zwei Bränden 1825 fertig gestellt war. Die

naltheater und in der Mitte befindet sich das Denk-

heutige Form ist einem griechischen Tempel nach-

mal von König Maximilian I. Joseph von Bayern

empfunden und ist ein Musentempel mit einer der

(1756–1825). Dieses Ensemble ließ sein Sohn

größten und vielleicht einer der besten Bühnen der

König Ludwig I. (1786–1868) errichten. Das auffäl-

Welt. Im Zweiten Weltkrieg zerstört und nach alten

ligste Gebäude ist das Nationaltheater, Spielort der

Plänen wieder aufgebaut, wurde der heutige Bau

Bayerischen Staatsoper. Ein erstes Opernhaus

1963 mit Richard Strauss’ »Frau ohne Schatten«

wurde 1657 am Salvatorplatz gebaut. Seit 1811 ent-

wiedereröffnet.


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MAX-JOSEPH-PLATZ, NATIONALTHEATER Die Bayerische Staatsoper (goßes Bild) gilt als eines der schönsten und besten Opernhäuser der Welt. Inszenierungen wie »Palestrina« (links außen) oder die der Verdi-Oper »Die Macht des Schicksals« (links) fanden internationale Beachtung. Die musikalische Leitung wurde und wird stets Weltstars übertragen. Auf Zubin Mehta folgte Kent Nagano, und ab der Spielzeit 2013/14 steht der Russe Kirill Petrenko am Pult.

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MAXIMILIANSTRASSE

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Der Blick von unten nach oben ist der eindrucks-

vom romantischen Stil englischer Neugotik ge-

vollste: vom Max-Joseph-Platz hoch zum Maximi-

prägt, am heutigen Max-Weber-Platz im Osten

lianeum, das auf dem Hochufer der rechten Isar-

sein. Dazu kam es nicht mehr. Immerhin gestalte-

seite thront. Bayerns König Maximilian II., Vater

te Georg Friedrich Bürklein, der Architekt von Maxi-

des sagenumwobenen Ludwig II., wollte sich mit

milian II., eine mondäne Münchner Prachtstraße,

dieser Prachtstraße ein Denkmal setzen, was ihm

die heute wegen ihrer teuren Geschäfte als Inbe-

auch gelungen ist. Der Plan des Monarchen ging

griff von Luxus und Glamour gilt. Und ein richtiges

allerdings weiter, über das Maximilianeum hinaus.

Denkmal hat man König Maximilian II. mit dem

Den Endpunkt dieser Achse sollte ein Athenäum,

Maxmonument (1875) auch noch gesetzt.


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MAXIMILIANSTRASSE Das Synonym für Luxus in München heißt Maximilianstraße. Alle edlen Modelabels und Schmuckgeschäfte haben hier eine exklusive Adresse gefunden. Die betuchte Kundschaft kommt nicht nur aus München und dem Umland, sondern auch aus Österreich, der Schweiz, aus Mailand, den USA, den Arabischen Emiraten und vor allem in jüngster Zeit verstärkt aus Moskau und China. Eine Straße zum Träumen...

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RESIDENZ

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Der Renaissancebau ist das größte innerstädtische

Gebäudekomplex, eine über die Jahrhunderte

Schloss Deutschlands. Es entstand aus der kleinen

gewachsene Mischung aus Renaissance, Barock,

gotischen Wasserburg Neuveste von 1385, in die

Rokoko und Klassizismus, umfasst zehn Höfe. Heu-

sich die Bayern-Herzöge, die zuvor am Alten Hof

te ist die Residenz eines der bedeutendsten Raum-

residierten, nach Aufständen der Münchner

kunstmusen Europas mit 130 Schauräumen. Auch

Bürgerschaft zurückgezogen hatten. Bis 1918 war

die bayerische Staatsregierung nutzt das Schloss

die Residenz Wohn- und Regierungssitz der über

zu repräsentativen Zwecken, z. B. wenn der Mini-

Bayern herrschenden Wittelsbacher. Herzöge,

sterpräsident nach Neujahr das Corps consulaire in

Kurfürsten und Könige hatten hier ihr Domizil. Der

alter Pracht und Herrlichkeit empfängt.


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RESIDENZ Der Brunnenhof (großes Bild) ist einer der beeindruckendsten Plätze innerhalb der Residenz. Er ist im Sommer oft Schauplatz von OpenAir-Veranstaltungen – wie etwa die JedermannAufführungen, das beliebte Musikerlebnis Festival oder die Summer Proms. Im Winter drängt sich das Publikum am Eingang zum Weihnachtsdorf im Innenhof der Residenz (kleines Bild links).

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RESIDENZ: ANTIQUARIUM

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Manchmal kann Pracht sprachlos machen. Das ist

stammt auch der Name »Antiquarium«. Von 1581

dann auch die häufigste Reaktion von Besuchern,

bis 1600 wurde der Raum zum Fest- und Speisesaal

die zum ersten Mal das Antiquarium sehen. Der

umgewandelt; dabei erhielt er seine reiche Ausma-

älteste erhaltene Raum der Münchner Residenz

lung, die u. a. vom Münchner Hofmaler Peter Can-

gilt mit einer Länge von 66 Metern als der größte

did stammt, und die die Allegorien des Ruhmes und

und schönste Renaissancesaal nördlich der Alpen.

der Tugend darstellt. Während des Zweiten Welt-

Bayerns Herzog Albrecht V. hatte ihn zwischen 1568

kriegs traf eine Sprengbombe das Gewölbe. Heute

und 1571 als Ausstellungsraum für eine Sammlung

wird das restaurierte Antiquarium für Konzerte und

von Skulpturen der Antike bauen lassen, daher

Empfänge der Staatsregierung genutzt.


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RESIDENZ: ANTIQUARIUM Der Saal des Antiquariums (großes Bild) wurde im 16. Jahrhundert von Hofbaumeister Wilhelm Egkl gestaltet. Das Tonnengewölbe wird von den Stichkappen der 34 Fenster durchbrochen und erhält so eine ungewöhnliche Transparenz (links). Die Fensterleibungen sind mit 102 Ansichten altbairischer Städte verziert. Die Längsseiten schmücken Büsten und Skulpturen, die noch von Herzog Albrecht V. stammen.

ALTSTADT, LEHEL

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Das München Buch  

Das München Buch

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