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Wie Till Eulenspiegel in Mölln zu Grabe getragen wurde

Eulenspiegelmuseum

tüme eine die nac geöffn Als es so weit wa nur einen Haufen S dächtigte den ande gels Schatz geraub dauerte eine Weile, gen Hinterbliebene ten, dass sie noch e Streich Eulenspiege gegangen waren.

14

Auch das Leben eines Schelms geht einmal zu Ende. Als Till Eulenspiegel im Möllner Spital seinen Geist aufgegeben hatte, kamen die Pfaffen und Betschwestern, um ihn zu Grabe zu tragen.

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Ballungsraumkarten B • Detailmaßstab 1 : 115.000 • Hamburg, Bremen, Hannover, Berlin, Leipzig, Dresden, Rhein-Ruhr West und Ost, Düsseldorf, rg Köln, Frankfurt, Ludwigshafen/Mannheim, Stuttgart, Nürnberg, München Fernstraßenkarte Zentraleuropa • Tanken und Rasten an Autobahnen

Lübeck

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210

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Straßenatlas Deutschland • Detailmaßstab 1 : 340.000 • Ortsregister

IVENDORF Offendorf Pötenitz Wieschen Pötenitzer Pöppendorf 4 T 10 Wiek Johannstorf 75 DÄNISCHBURG Deutsche Ferienroute KALTE HL-Dänischburg Alpen-Ostsee DUMMERSDORF 2 226 3 TeschowDassower

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Märchenland Deutschland • 70 Sagen und Märchen in voller Länge • Porträts der Märchenorte mit Sehenswürdigkeiten und Vor-Ort-Tipps

Erbost über diesen Streich, beschloss m triebenen Schalk ni weihter Erde ruhen als man ihn ausgrub so entsetzlich, dass schnell wieder zusc

Eulenspiegel stehend zu beerdigen. »Wunderlich ist er in seinem Leben gewesen, wunderlich soll er auch im Tod sein.« So schaufelte man das Grab zu und ließ ihn auf seinen Füßen stehen Doch auch über seinen

och Eulenspiegel wäre nicht Eulenspiegel gewesen, wenn nicht auch sein Begräbnis etwas anders verlaufen wäre, als das nun einmal so üblich ist. Nachdem man den Sarg auf den

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In einem schmucken Möllner Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert residiert dieses dem Urahn aller deutschen Narren und Gaukler gewidmete Museum Es zeigt Gemälde

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Vorwort 2 001-013_MarchenAtlasDe_var.indd 2

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Deutschland, das Land der Märchen und Sagen. Über Jahrtausende haben sich die Menschen unterhaltsame, lehrreiche oder unheimliche Geschichten von Fabelwesen und sprechenden Tieren erzählt. Im ADAC Märchenatlas finden Sie eine Auswahl an bekannten wie auch vergessenen Märchen und Sagen aus ganz Deutschland: von den Bremer Stadtmusikanten im hohen Norden über den Schinderhannes im Hunsrück bis hin zu den Unterbergsmandln in Bayern. Abgerundet mit einem umfangreichen Kartenteil und vielen Tipps und Freizeitideen können Sie so Deutschlands Märchenwelt erleben.

Oben: Die Rakotzbrücke, oft auch als »Teufelsbrücke« bezeichnet, befindet sich im Azaleen- und Rhododendronpark Kromlau. Links: Brüder-Grimm-Denkmal in Hanau.

3


Inhalt Vorwort

2

Autobahnen und Fernstraßen

6

Die Deutsche Märchenstraße

10

Sagen und Märchen

12

16 Die Bernsteinnixe in der

Müritz

Atlas S. 181

44

17 Vineta, die versunkene Stadt Atlas S. 172 47 18 Die Prinzessin im Golm

Atlas S. 173

48

Atlas S. 198

51

Atlas S. 196

52

Atlas S. 176

55

Atlas S. 188

57

Atlas S. 178

58

24 Schneewittchen

Atlas S. 198

61

25 Der Schmied von Jüterbog

Atlas S. 202

63

Atlas S. 191

64

Atlas S. 182

67

Atlas S. 192

68

19 Der Rattenfänger von

Hameln

01 Die Riesensteine von

Bredstedt 02 Der Rote Haubarg

Atlas S. 158

15

Atlas S. 158

16

Atlas S. 169

18

Atlas S. 161

21

03 Der Wassermann von

Travemünde 04 Wie der Landkirchener

Schneider seinen Buckel verlor

05 Die ewige Blüse am Salzhaff Atlas S. 169 22 06 Hans von der Wall

Atlas S. 163

25

07 Die sieben bunten Mäuse

Atlas S. 163

26

Atlas S. 165

29

Atlas S. 165

30

Atlas S. 166

33

08 Das Seeweibchen von

Oldoog

Jungfer Eli

09 Der steinerne Mönch von

Helgoland

21 Die Bremer Stadtmusi-

kanten

10 Der Aalkönig vom

Schwarzen Wehl

20 Der Geist der bösen

22 Wie Till Eulenspiegel Eulen

und Meerkatzen backte

11 Bremerhaven: Der Riese Rik Atlas S. 166 34

23 Warum die Uelzener

»Uhlenköper« heißen

26 Der Alte Fritz und die

Mühle von Sanssouci 27 Die versunkene Stadt im

Werbellinsee 28 Der Wald »Blumenthal«

vor Strausberg 29 Wie der Teufel half, das

Aachener Münster zu bauen Atlas S. 206 71 12 Der Wettlauf zwischen dem

30 Der Schwanenritter

Hasen und dem Buxtehuder Igel Atlas S. 177 37 13 Die Salzsau von Lüneburg

Atlas S. 178

38

14 Wie Till Eulenspiegel in

Mölln zu Grabe getragen wurde 15 Der Teterower Hecht

4

von Kleve

Atlas S. 194

72

Atlas S. 207

75

Atlas S. 198

77

Atlas S. 211

78

31 Die Heinzelmännchen

von Köln 32 Der Lügenbaron von

Münchhausen Atlas S. 168

40

Atlas S. 171

43

33 Die Möhrenkönige von

Heiligenstadt

Märchen- und Sagenatlas Deutschland

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34 Woher Benneckenstein

seinen Namen hat

51 Wie Gottvater das Atlas S. 200

80

Atlas S. 202

83

Atlas S. 213

84

Atlas S. 215

87

Atlas S. 216

88

35 Wie die Schildbürger ihr

Rathaus bauten 36 Der Rabe von Merseburg

38 Das Dresdner Aber 39 Das Weihnachtsgeschenk

von Görlitz

Atlas S. 217

91

Atlas S. 217

92

40 Die Holzweibchen in der

Zittauer Gegend

43 Die Loreley

53 Das Brettener Hundle

Atlas S. 240

118

54 Die Teufelsmühle

Atlas S. 240

120

55 Der Goldberg

Atlas S. 242

122

56 Der Riese Heim

Atlas S. 251

124

57 Der Lebkuchenkönig

Atlas S. 234

127

58 Der Natternkönig

Atlas S. 246

128

Atlas S. 244

131

Atlas S. 244

132

Atlas S. 244

134

Atlas S. 261

137

63 Das Hornberger Schießen

Atlas S. 249

138

64 Die schöne Lau

Atlas S. 251

141

65 Der Nöck im Ammersee

Atlas S. 253

143

66 Die Ulmer Frösche

Atlas S. 252

144

Atlas S. 265

147

Atlas S. 263

148

Atlas S. 266

151

Atlas S. 266

152

Schloss Wildenstein 60 Die steinerne Jungfrau in

der Weltenburger Enge Atlas S. 228

95

61 Die Weiße Frau auf Burg

Wolfsegg

42 Wie die Cochemer im

Frühling Schnee fegen mussten

114

59 Der Schachritter von

41 Wie die sieben Schwaben

bei Trier die Mosel überquerten

Atlas S. 226

52 Die Nixen im Mummelsee Atlas S. 249 117

37 Der Hexenmeister

Schlichtriel

Erzgebirge schuf

Atlas S. 219

96

Atlas S. 220

99

62 Wie die sieben Schwaben

den Seehasen jagten

67 Die Wette auf dem

Petersberg 68 Der stolze Schwangauer

Schwan 69 Der grausame König

Watzmann 70 Die Untersbergmandl

44 Der Mäuseturm von

Bingen 45 Der Schinderhannes

Atlas S. 230

100

Atlas S. 229

102

Atlas S. 223

105

Atlas S. 232

106

Atlas S. 224

109

Atlas S. 233

110

Atlas S. 226

113

46 Frau Holla und der treue

Eckart 47 Der Wassermann unter

der Gamburger Brücke

Reiseatlas Deutschland

154

Ballungsräume

267

Ortsregister

298

Namensregister

334

48 Die Querkele im

Staffelberg 49 Das Glück auf der

Würzburger Brücke 50 Der Lindwurm auf dem

Totenstein

Links: Schiffe im Hafen von Bremerhaven. Mitte: Schloss Hämelschenburg. Rechts: Mittelrhein mit Mäuseturminsel.

Märchen- und Sagenatlas Deutschland

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5 24.04.19 12:58


Autobahnen und Fernstraßen 31

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Märchen- und Sagenatlas Deutschland

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Märchen- und Sagenatlas Deutschland

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Die Deutsche Märchenstraße Wer kennt sie nicht, die Märchen der Brüder Grimm! Entlang der Deutschen Märchenstraße, die von Hanau nach Bremen führt, kann man sich auf die Spuren der Titelhelden und ihrer Schöpfer begeben.

F

ast 200 Jahre ist es her, dass die drei Bände eines Werkes erschienen, das sich bald zu einem Best- und Longseller entwickeln sollte. Auch heute noch stehen sie in vielen Kinderzimmern: die »Kinder- und Hausmärchen« der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm, bekannter unter der Kurzbezeichnung

»Grimms Märchen«. Die darin versammelten rund 200 Märchen hatten die beiden Brüder im Gebiet des heutigen Hessen durch Befragung von Gewährsleuten zusammengetragen. Dabei waren sie von der romantisch geprägten Vorstellung ausgegangen, dass im Gedächtnis des einfachen und ungebildeten Volkes ein uner-

We

ser

schlossener Schatz an Poesie und Geschichte verborgen liege, den es zu heben gelte. Die Faszination der Märchen, die unsere Kindheit einst so verzaubert haben, färbt auch auf die Deutsche Märchenstraße ab. Umso mehr, als die Route durch reizvolle Mittelge-

Bremerhaven

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Landesbergen Estorf Naturpark Stolzenau Steinhuder Meer Uchte 215 Leese Steinhuder Raddestorf Meer 441

Naturpark Nördlicher Teutoburger Wald, Wiehengebirge, Osnabrücker Land

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Minden Bückeburg Bad Oeynhausen 2 Hessisch Osnabrück Oldendorf Hannover 238 Fischbeck Bad Salzuflen Vlotho Rinteln Hameln Extertal 1 Lemgo Dörentrup Bielefeld Hämelschenburg

239

Lage Detmold

Hildesheim

83

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Horn- 1 Bad Pyrmont Bad Meinberg

Hermannsdenkmal Externsteine

Bodenwerder

Bevern Polle 64 Schwallenberg Holzminden Naturpark 239 Eggegebirge und Höxter Corvey Paderborn südlicher Teutoburger Wald Godelheim Naturpark 64 64 Salzkotten Brakel 33 Solling-Vogler 1 Beverungen Lichtenau DringenWewelsburg Siddessen 83 Bad Karlshafen berg

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Aschaffenburg

birgslandschaften und beschauliche Flusstäler, durch verwinkelte Fachwerkstädtchen und vorbei an »märchenhaften« Burgen und Schlössern führt. Dabei können sowohl die Wirkungsstätten der Brüder Grimm in Hanau, Steinau an der Straße, Marburg, Kassel und Göttingen wie auch die Schauplätze einiger ihrer berühmtesten Märchen besichtigt werden, wie das Dornröschenschloss Sababurg bei Kassel oder der Frau-Holle-Teich auf dem Hohen Meißner bei Hessisch Lichtenau.

Fulda

45 Wächtersbach Steinau Gelnhausen 66 Bad Orb Frankfurt Erlensee Naturpark 66 Linsengericht Hessischer Spessart Hanau Hasselroth 276 45

Eisenach

Von oben nach unten (links): Denkmal der Stadtmusikanten in Bremen, Externsteine im Teutoburger Wald, Rattenfänger-Statue in Hameln; (oben) historisches Rathaus in Lemgo, die Sababurg gilt als »Dornröschenschloss«.

Zwar bilden die Grimm‘schen Märchen das Leitmotiv der Deutschen Märchenstraße, allerdings schließt sie auch zahlreiche Orte ein, die mit anderen berühmten Geschichtenerzählern und Überlieferungen verbunden sind. So stößt man an der mittleren Weser auf die Spuren des Lügenbarons Münchhausen in Bodenwerder und des Rattenfängers von Hameln.

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Riesen, Nixen, Zauberer oder sprechende Aale – deutsche Märchen und Sagen sind von zahlreichen Fabelwesen bevölkert, die ihr Unwesen im ganzen Land getrieben haben. Von der stürmischen Nordseeküste bis zu verwunschenen Alpentälern gibt es zahlreiche Landstriche, die die Heimat von Mythen und Legenden sind. Im folgenden Teil finden Sie neben den einzelnen Märchen und Sagen zahlreiche Infos zu deren Schauplätzen und ihrer Umgebung sowie passende Freizeittipps wie Museumsbesuche, Themenwanderungen und Stadtbesichtigungen. Viel Spaß beim Staunen und Entdecken!

Oben: Schloss Lichtenstein in der Schwäbischen Alb gilt als Inbegriff eines Märchenschlosses. Links: Teufelsfigur auf dem Hexentanzplatz im Harz.

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Husum 1362 riss eine Sturmflut, die Große Mandränke, den Hafen von Alt-Nordstrand, einfach mit sich. Die Dörfer Oster- und Westerhusum hatten mit einem Schlag einen Zugang zum Meer und entwickelten sich rasch zur Hafenstadt Husum. Der Hafen ist noch immer das Herz der Stadt. Bunte Häuser stehen am Kai. Bei Flut spiegeln sich die Kutter, die die berühmten Krabben fischen, im Wasser, bei Ebbe liegen sie auf dem Trockenen. Die kleine Stadt an der Westküste Schleswig-Holsteins ist mit ihren ihren schönen Giebelhäusern im historischen Stadtkern und dem Binnenhafen kultureller Mittelpunkt Nordfrieslands. Der schönste Teil Husums ist der Marktplatz mit seinen repräsentativen Bürgerhäusern und dem Rathaus aus den Anfängen des 17. Jahrhunderts. Die Stadt besitzt eine vielfältige Museenlandschaft, unter anderem das Nordfriesland Museum, das Museum im Schloss vor Husum, das Theodor-Storm-Haus und das Schifffahrtsmuseum Nordfriesland. Sehenswert ist auch der Wasserturm Husums. Im Norden des Stadtzentrums liegt das zwischen 1577 und 1582 errichtete Husumer Schloss, ein Bau der Spätrenaissance, der von einem schönen Schlosspark umgeben ist. Herzog Adolf I. von Schleswig-Holstein-Gottorf ließ das Schloss Ende des 16. Jahrhunderts als Zweitresidenz erbauen. Einige Zeit diente es als Wohnort der herzoglichen Witwen. Heute ist es für seine Musik- und Theaterveranstaltungen und für die Krokusblüte im Garten berühmt.

Theodor Storm In einer der ältesten Straßen von Husum, der Wasserreihe, wurde der Dichter Theodor Storm 1817 geboren. Er hat die Stadt berühmt gemacht. In der Wasserreihe 31 ist sein Wohnhaus zu besichtigen. Neben den Ausstellungen kann man in dem Haus, in dem

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Storm 14 Jahre lebte, sein Arbeitszimmer besuchen und den Schreibtisch sehen, an dem er seinen »Schimmelreiter« vollendet hat.

Nordstrand Die knapp 50 Quadratkilometer große Insel wurde 1906 bis 1934 durch den Bau eines Straßendammes mit dem Festland verbunden. Die Insel wurde durch zahlreiche schwere Sturmfluten immer wieder zerstört. Menschen flüchteten auf Nachbarinseln oder aufs Festland. Heute ist Nordstrand durch so hohe Deiche geschützt, dass es als sturmflutsicher gilt. Seit 1990 ist es Nordseeheilbad.

Bredstedt Der hübsche Marktplatz von Bredstedt mit der Alten Apotheke aus dem 17. Jahrhundert und zahlreichen kleinen Geschäften lädt Besucher zum Bummeln ein. Sehenswert ist auch die spätgotische Backsteinkirche St. Nikolai aus dem 15. Jahrhundert. Taufbecken und Kanzel weisen kunstvolle Schnitzwerke auf. Ihren Sitz in Bredstedt haben sowohl das Natur-

zentrum Mittleres Nordfriesland, in dem man sich über die Landschaftsformen der Region informieren kann, als auch das Nordfriisk Institut, das sich der Pflege der friesischen Sprache und Kultur verschrieben hat.

Bilder von oben nach unten: Schiffbrücke über die Husumer Au, Schloss vor Husum, spät­ gotische Kirche St. Nikolai in Bredstedt.

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Die Riesensteine von Bredstedt

+++ Tipp +++

01

Hamburger Hallig

In der Bredstedter Landschaft wohnten in alten Zeiten zwei mächtig starke Riesen. In Drelsdorf war ein friesischer Riese zu Hause, der hatte einen so großen Bauch, dass er seinen Tee aus großen Fässern trank.

I

n Viöl, gar nicht weit entfernt, lebte ein dänischer Riese, und der war so lang, dass er eine ausgewachsene Fichte als Spazierstock benutzte. Nun waren die beiden aber unglaubliche Streithammel und lagen sich ständig in den Haaren darüber, wer von ihnen denn nun der Stärkere sei. Klar, dass jeder das von sich selbst behauptete und den anderen einen Schwächling nannte.

nahm er mit beiden Händen und unter lautem Fluchen auf und wollte damit den Drelsdorfer Kirchturm zerschmettern. Da aber der Stein auch für einen Riesen viel zu schwer war, konnte er nicht richtig zielen und verfehlte den Kirchturm um Haaresbreite.

Darüber wurde der Viöler Riese nun so richtig wütend und suchte lange nach einem noch größeren Stein und fand denn auch einen, der war beinahe so gewaltig wie ein Heuwagen. Den

1000m

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Nordfriesisches Wattenmeer

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Bredstedt

Aber viel hätte eben doch nicht gefehlt, denn der Stein ist so nah am Turm vorbeigeflogen, dass dieSagenhafte Steine Schließlich hatten ser bis auf den sie eine Kraftproheutigen Tag ein Riesen soll es hier einmal gegebe verabredet: Sie bisschen schief ben haben, so erklärten sich die wollten mit einem steht. Der Stein Menschen Megalithgräber und großen Stein ist dann noch ein Grabhügel, die Spuren einer frünach dem gutes Stück weihen Besiedlung der Region. HeuKirchturm des antergeflogen und te weiß man, dass sie aus der deren werfen – im Moor hinter Jungsteinzeit, Bronzezeit oder das sollte nun Drelsdorf könder Zeit der Wikinger stammen. entscheiden, wer nen einem die der Stärkere sei. Einheimischen noch den Felsblock zeigen, den der Am verabredeten Tag suchte sich dänische Riese dorthin der Drelsdorfer Riese einen richtig geworfen hat. großen Stein, der war vielleicht so groß wie ein Ochse, und schleuderte diesen mit aller Macht gegen den Viöler Kirchturm. Das gab einen lauten Krach, als der Felsen auf die Kirchturmspitze traf; die wackelte hin und her und fiel dann herunter, sodass der Viöler Kirchturm lange Zeit stumpf geblieben ist.

Von Bredstedt aus bietet sich ein Ausflug zum Sönke-Nissen-Koog an, von dem aus man über den Damm zum Vogelschutzgebiet auf die Hamburger Hallig gelangt. Unmittelbar am Damm gibt es im Amsinck-Haus Informationen über die Region, Land und Leute und den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Danach kann man auf der knapp 4 Kilometer langen Strecke eine herrliche Aussicht auf das Meer sowie eine frische Meeresbrise genießen.

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Hamburger Hallig

Auf halber Strecke liegt der Schafberg, wo der Naturschutzwart des NABU zu einem Besuch einlädt. Auf der Hallig können in der Wattwerkstatt des NationalparkService Wattlebewesen unter das Mikroskop genommen werden. Eine geführte Wanderung durch die Salzwiesen ist ebenfalls möglich. Abschließend lädt der gemütliche »Hallig-Krog« zu köstlichen regionalen Spezialitäten wie Lammeintopf, Krabbensuppe oder gegarten Salzwasser-Garnelen ein.

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+++ Tipp +++

Der Rote Haubarg

Auf dem Stockenstieg zum Leuchtturm

Auf der Halbinsel Eiderstedt kennt jeder den Roten Haubarg bei Witzwort, ein schönes Gutshaus, zu dem im Sommer viele gern eine Radtour unternehmen.

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Westerhever Leuchtturm

Zu Westerhevers Wahrzeichen, dem im Jahr 1906 errichteten Leuchtturm Westerheversand, führt ein schöner Spaziergang durch die wasserdurchzogenen Salzwiesen. Der Ziegelklinkerweg steht sogar unter Denkmalschutz. Den Turm kann man im Sommer im Rahmen einer Führung besteigen. Wegen der großen Nachfrage ist eine Anmeldung erforderlich. Aus 40 Meter Höhe hat man dann einen wunderbaren Blick auf das Wattenmeer. www.westerhever-nordsee.de/ turmfuehrungen.html

Multimar Wattforum

In 37 Aquarien, davon ein Großbecken mit sechs mal sechs Meter messender Panoramascheibe, tummeln sich über 280 Arten von Fischen, Weichtieren oder Krebsen. Besonders beeindruckend ist die Abteilung der Wale mit einem über 17 Meter langen WalSkelett. www.multimar-wattforum.de

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E

inst stand an dieser Stelle aber nur eine armselige Hütte, nicht viel größer als ein Schweinestall. Da wohnte ein junger Mann, der war arm wie eine Kirchenmaus. Und wie es so geschieht, war er in die schöne Tochter des reichen Schmieds von gegenüber verliebt und diese auch in ihn. Und sogar die Mutter mochte den armen Mann ganz gern. Doch der Schmied selbst wollte von der Sache überhaupt nichts wissen, schließlich war der junge Mann arm, und es passte ihm ganz und gar nicht, seine Tochter womöglich einem Habenichts zur Frau zu geben. Der junge Mann war schließlich so verzweifelt, dass er eines Nachts laut vor sich hin sprach, er würde seine

Eiderstedt 15 Kilometer breit und 30 Kilometer lang ist die Halbinsel, die im 15. Jahrhundert von Menschenhand dem Meer abgerungen wurde – wunderschönes Marschland, auf dem es mehr Schafe als Menschen gibt. Steht man auf dem hohen Deich, der die Halbinsel vor den Fluten schützt, kann man weit hinaus ins Land schauen. Dann sieht man die gedrungenen romanischen Kirchen in den Orten und die Haubarge, jene für diese Gegend typischen friesischen Bauernhäuser. Heute kommen die Touristen mit ihren Fahrrädern, strampeln gegen den immer blasenden Wind an, genießen die Ruhe, das weite Land und kehren in den zahlreichen Dorfgasthöfen ein.

Seele dem Teufel verschreiben, wenn dieser ihm bis zum Hahnenschrei ein großes Haus mit hundert Fenstern bauen wollte. Und schwupp, kaum hatte er den Satz beendet, stand der Leibhaftige auch schon vor ihm. Er riss in Windeseile die Hütte ab, grub im Handumdrehen ein Loch für das Fundament aus und schichtete die Mauersteine aufeinander, dass der Mörtel ringsum nur so spritzte. Da wurde dem jungen Mann ganz flau in der Magengegend, denn dass der Teufel ihn beim

Haubarge Hier wohnten die Bauern mit ihren großen Familien, hatten unter den hohen Dächern ihre Vorratsräume, das Vieh tummelte sich in den Stallungen und im Mittelgeviert lagerte man sein Heu. Ende des 16. Jahrhunderts begannen westfriesische Einwanderer, diese Form der quadratischen Bauernhäuser zu errichten. Bei allen Haubargen handelt es sich um sogenannte Ständerbauten, die entweder von vier, sechs oder acht Ständern getragen werden. Im Inneren eines solchen Bauernhauses entstand ein Quadrat, auf dem sich das damalige Leben abspielte. Die Ernte wurde dort gesammelt und auch die Diele, die Schlaf- und Wohnräume befanden sich dort. Die Familien lebten in diesem Raum gemeinsam mit ihren Tieren und mit ihrem Gesinde. Mitte des 19. Jahrhunderts gab es noch 360 Haubarge auf der Halbinsel Eiderstedt. Heute sind es nicht einmal mehr 50. Der Erhalt der riesigen Gebäude mit ihren teilweise bis zu 1000 Quadratmeter großen Reetdächern wurde den Ei-

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Wort nehmen würde, das hatte er nicht erwartet. Ängstlich rannte er hinüber zu den Nachbarn, wo er bei Mutter und Tochter Zuflucht suchte. Von seinem Geschäft mit dem Teufel aber erzählte er vorsichtshalber erst einmal nichts. Doch als die Mutter zum Fenster hinausschaute und sah, wie der Böse Richtfest hielt, da musste er mit der Sprache herausrücken. Da rannte die Mutter in den Hühnerstall, ergriff den Hahn und schüttelte ihn so lange, bis er zu krähen anfing. Und das war gerade rechtzeitig genug, denn just in diesem Augenblick hatte der Teufel das neunundneunzigste Fenster eingesetzt. Jetzt hatte der Teufel sein Spiel verloren und fuhr höllisch wütend zum Fenster hinaus. Der junge Mann war aber zu Wohlstand gekommen und konnte nun die Tochter des Schmieds heiraten. Und wer will, darf nachzählen: Bis auf den heutigen Tag hat der Rote Haubarg nur neunundneunzig Fenster.

gentümern zu teuer. Einer der berühmtesten noch erhaltenen ist der »Rote Haubarg« in Witzendorf von 1647. In diesem Gebäude hat sich neben einem Restaurant ein Museum etabliert, in dem die Besucher einen guten Einblick in das damalige landwirtschaftliche Leben erhalten.

Tönning Das schöne Städtchen an der Eidermündung war einst ein wichtiger Umschlagplatz, an dessen frühere Bedeutung das über 200 Jahre alte Packhaus am Hafen mit einer Ausstellung erinnert. Ein Bummel über den Marktplatz mit den malerischen Bürgerhäusern und der das Stadtbild beherrschenden romanischen St.-Laurentius-Kirche rundet den Gesamteindruck ab. Auf der Weiterfahrt in Richtung St. Peter-Ording liegen an der B202 die Orte Tetenbüll, Katharinenheerd, Garding und Tating, die ihrer schmucken alten Backsteinkirchen wegen allemal einen Kurzbesuch wert sind.

St. Peter-Ording Ganz am äußersten Zipfel der Halbinsel Eiderstedt liegt St. Peter-Ording, das in den vergangenen Jahrzehnten aus vier Dörfern zusammengewachsen ist. Die Gemeinde St. Peter-Dorf ist mit ihrer gotischen Backsteinkirche St. Petri die älteste unter ihnen. St. Peter-Bad wurde durch seine Schwefelquellen, St. Peter-Böhl durch seinen Leuchtturm, St. Peter-Ording als ein Mekka für Strandsegler, Wattwanderer und Drachenflieger bekannt. 12 Kilometer lang und teilweise bis zu 2 Kilometer breit ist der Strand dort. Außer dem Strand bestimmen Salzwiesen und Dünen den eindrucksvollen landschaftlichen Charakter der Gemeinde.

Bilder von oben nach unten: der historische Bauernhof Roter Haubarg, Alter Kran im Hafen von Tönning, St. Peter­Ording ist be­ kannt für seine feinsandigen Strände.

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Der Wassermann von Travemünde 03

In uralten Zeiten hauste in der Siechenbucht vor Travemünde ein gräulicher Wassermann namens Roggenbuk. Dieser pflegte auf einer Harfe aus Totenknochen Melodien zu spielen, die jedermann in ihren Bann zogen.

D

och sobald der verzückte Zuhörer innehielt, um zu lauschen, zog ihn das Ungeheuer in die Tiefe. Und so mochte schon bald niemand mehr dort vorübergehen; die Äcker in der Gegend blieben unbestellt und kein Kaufmann wagte sich mehr dorthin. Binnen Kurzem litten die Menschen in dem Landstrich sehr unter Hunger und auch der Wassermann bekam keine neuen Knochen. So einigte er

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sich mit den Dörflern, dass ihm jedes Jahr zu Mittsommer eine Jungfrau zugeführt werden solle. Das geschah lange Zeit, bis eines Tages ein fremder Ritter versprach, dem Ungeheuer den Garaus zu machen, wenn man dafür zum Lohn ein Haus für die Siechenden und Bedürftigen einrichten würde. Mit Freude willigte man ein, und tatsächlich konnte der mutige Edelmann den

scheußlichen Lindwurm mit seinem leuchtenden Kreuzesbanner niederstrecken. Dankbar wurde das versprochene Siechhaus errichtet und der tote Wassermann im Meer versenkt. Dort ist er zu einem Stein geworden, der noch heute Roggenbuk heißt. Und sollte der Stein eines Tages zur Siechenbucht zurücktreiben, würde das ein großes Unglück bedeuten.

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Lübecker Bucht und Travemünde Als Teil der Mecklenburger Bucht öffnet sie sich trichterförmig von Südwesten, wo der Fluss Trave mündet, nach Osten zur See hin. Aufgrund ihrer feinsandigen Strände und sanft abfallenden Ufer gehört sie zu den beliebtesten Baderevieren Deutschlands. Travemünde Um 1900 war das Seebad mit dem 4,5 Kilometer langen Sandstrand noch in der Hand betuchter Gäste. Heute zeugen nur noch die schönen Fachwerkhäuser (18. und 19. Jahrhundert), die Villen, das Casino (1913/1914) und die edlen Hotels aus den Anfangstagen des Seebads von seinem mondänen Ursprung. Travemündes markantestes Bauwerk strahlt jede Nacht weit in die Lübecker Bucht hinein: Auf einem Hotelturm in 118 Meter Höhe blinkt ein Leuchtfeuer. Das Seebad bietet Sandstrände, Promenaden, Kuranlagen und Restaurants. An der Strandpromenade oder entlang der Promenade an der Trave kann man kilometerweit spazieren oder radfahren. Wer es ruhiger mag, macht einen Abstecher mit der Fähre zur drei Kilometer langen Halbinsel Priwall, die auf der anderen Uferseite der Trave liegt. Der Badestrand von Priwall ist ein Paradies für alle Naturliebhaber. Zahlreiche geschützte Pflanzen wie Sanddorn oder Strandroggen wachsen zwischen den Dünen.

Lübeck Deutschlands größter Ostseehafen zeigt in seinem historischen Kern noch das Bild einer mittelalterlichen Hansestadt. 1226 zur Freien Reichsstadt erhoben, entwickelte sie sich schnell zu einem wichtigen Handelsort. 1358 wurde Lübeck Zentrum der Hanse, doch mit der Reformation und der Auflösung des Städtebundes 1630 sank der Stern der Stadt. Die napoleonischen Kriege sowie der Zweite Weltkrieg brachten schwere Zerstörungen. Vieles wurde in den letzten Jahrzehnten behutsam restauriert, sodass sich die traditionsreiche Handelsmetropole, im Jahr 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt,

ihr mittelalterliches Gepräge bis heute erhalten konnte.

Historische Altstadt Mit seinen beiden wuchtigen Türmen ist das Holstentor (1478) Lübecks Wahrzeichen. Die fünfschiffige Kirche St. Petri stammt aus dem 13. bis 16. Jahrhundert. Nördlich davon befindet sich der Marktplatz mit dem schönen Rathaus (13. Jahrhundert). Die Marienkirche (13./14. Jahrhundert) mit ihren je 125 Meter hohen Vierecktürmen ist weithin sichtbar. Die Vierecktürme des Doms ragen je 115 Meter in die Höhe. Ins Innere gelangt man über die 1260 errichtete Vorhalle, das »Paradies«. Sehenswert ist auch das HeiligGeist-Hospital, eine der ältesten Sozialeinrichtungen Europas. Die Aegidienkirche wurde im 14. Jahrhundert vor allem für Handwerker errichtet. Ein gelungenes Ensemble aus zeitgenössischer und gotischer Architektur bilden die Gebäude des ehemaligen Augustinerinnenklosters, in denen die Kunsthalle und das St.-Annen-Museum untergebracht sind. Das Gängeviertel zeichnet sich durch enge Straßen sowie Kaufmannshäuser aus dem 15. bis 19. Jahrhundert aus.

+++ Tipp +++ Wandern am Brodtener Steilufer Timmendorfer Strand

Lübecker Bucht Niendorf

Brodten

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Buddenbrookhaus Das Haus der Großeltern von Thomas und Heinrich Mann dient heute als Dokumentationszentrum und Literaturmuseum. Hier erfährt man mehr über die beiden Autoren und ihre Werke.

Großes Bild: Travemündung mit Halbinsel Priwall. Rechts, von oben nach unten: Trave mit Lübecker Marienkirche und Petrikirche, Lübecker Giebelhäuser, Holstentor.

Hemmelsdorfer See

Warnsdorf

Travemünde Lübeck

Einer der beliebtesten Wege an der Ostsee verläuft am Brodtener Steilufer entlang. Er verbindet Travemünde mit der Kurpromenade von Niendorf. Immer wieder bieten sich tolle Ausblicke. www.travemuendetourismus.de/freizeit

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Fehmarn Ein Sprichwort besagt, dass auf der Insel schon morgens zu sehen ist, wer nachmittags zum Kaffee kommt – so flach ist sie. Sie ist geprägt durch eine Felsenküste im Osten sowie Dünen nebst flachen Stränden an den übrigen Ufern. Die ovale Insel mit 78 Kilometern Küstenlinie gehört zu den sonnenreichsten Gegenden Deutschlands. Nach Rügen und Usedom ist Fehmarn mit 185 Quadratkilometern die drittgrößte deutsche Ostseeinsel und mit herrlichen Sandstränden bei bis zu 1900 Sonnenstunden jährlich ein beliebtes Ferienziel. Neben über einer Viertelmillion Gästen – viele davon kommen wegen der exzellenten Surfreviere – rollt ununterbrochen der Transitverkehr: Über Fehmarn verläuft die Vogelfluglinie, die Lkw-Route von Mitteleuropa nach Skandinavien, vom Festland über die 1963 erbaute Fehmarnsundbrücke und weiter von Puttgarden per Fähre über den Fehmarnbelt nach Dänemark und Schweden.

Burg Der Hauptort der Insel ist Burg. Viele Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert säumen die kopfsteingepflasterten Straßen von Burg. Die Kirche St. Nikolai stammt aus dem 13. und 14. Jahrhundert.

Heiligenhafen An der Spitze der Halbinsel Wagrien befindet sich Heiligenhafen, das Tor nach Fehmarn. Das Städtchen mit seinem historischen Zentrum besitzt einen bedeutenden Fischereihafen.

Wagrien Die Region Wagrien war einst geheimnisumwittert – an der Hohwachter Bucht zwischen Kiel und der Insel Fehmarn beteten die Menschen noch bis weit ins 12. Jahrhundert heidnische Götter an. Erst mit der Unterwerfung durch die Schauenburger Grafen wurden die slawischen Siedler wohl oder

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übel missioniert. In diese Zeit entführt die 2003 erbaute Turmhügelburg bei Lütjenburg, präziser Nachbau einer slawischen Befestigungsanlage mit Palisaden und Wassergraben, wo Mittelalterfeste und Märkte stattfinden.

ser stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die St.-Johannis-Kirche geht auf das Jahr 1156 zurück, wurde allerdings durch einen Brand zerstört. Ihr heutiges Aussehen erhielt sie im 18. Jahrhundert.

Oldenburg Die Stadt gilt als älteste permanent bewohnte Siedlung Schleswig-Holsteins. Die Überreste der Wallanlage, die den Ort schützte, sind noch heute deutlich zu erkennen. Die Wohnhäu-

Bilder von oben nach unten: Fehmarns Südwestspitze mit NSG Krummsteert–Sulsdorfer Wiek, Fehmarnsundbrücke, Petrikirche in Landkirchen.

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Wie der Landkirchener Schneider seinen Buckel verlor 04

+++ Tipp +++ Wasservogelreservat Wallnau

In Landkirchen auf der Insel Fehmarn lebten einst ein armer Schuster und ein noch ärmerer Schneider. Dieser trug nämlich einen Buckel, weshalb er von allen gehänselt wurde.

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ls der Schneider eines Nachts an der Kirche vorbeiging, hörte er ein Lärmen und Poltern. Er wollte nach dem Rechten sehen, doch als er die Kirche betrat, bekam er einen gehörigen Schrecken. Stand vor ihm doch der Teufel persönlich und sah noch schlimmer aus, als ihn der Pastor in seinen Predigten beschrieben hatte. In der ganzen Kirche stank es furchtbar nach Schwefel, denn die Höllenbrut hatte einen Ausflug unternommen und sich in der Kirche zu einem gruseligen Kegelspiel eingefunden. Viele kleine Teufel amüsierten sich damit, mit den Schädeln der Verstorbenen ihr grausiges Spiel zu treiben. Denen kam der Schneider gerade recht: Man ließ ihn Runde um Runde die umgefallenen Kegel wieder aufstellen. Vor lauter Angst konnte der Schneider gar nicht anders, als zu tun, wie ihm befohlen wurde. Doch als die Turmglocke eins schlug, stoben die Teufel plötzlich auseinander und die Schädel rollten wieder in die Gruft zurück. Der arme Schneider wusste nicht, wie ihm geschah, als ihm der Oberteufel grinsend für seine Dienste dankte und ihm einen Wunsch freistellte. Zitternd antwortete er, dass er seinen Buckel wohl gern loswerden würde. Da schlug ihm der Teufel dreimal auf den Buckel und der Schneider fiel in Ohnmacht. Als er wieder erwachte, war er allein und hatte statt des Buckels einen schweren Sack auf der Schulter. Sofort rannte er zu seiner Frau, die die Geschichte gar nicht glauben konnte. Sie öffnete sogleich den Sack und ihr standen die Freudentränen in den

Augen, als ihnen so viele Goldstücke entgegenrollten, wie sie ihr Lebtag noch nicht gesehen hatten. Am nächsten Morgen schickte der Schneider seine Frau ins Haus des Schusters, um eine Waage zu borgen, damit sie das viele Gold abwiegen konnten. Die Schustersfrau lieh die Waage gern, doch war sie auch neugierig und bestrich eine Schale heimlich mit Leim. Und nachdem sie die Waage zurückerhalten hatte, waren tatsächlich einige Münzen am Boden kleben geblieben, und nach vielen bohrenden Fragen gab die Schneidersfrau schließlich das Geheimnis preis. Sofort eilte der Schuster zu seinem Nachbarn, um in Erfahrung zu bringen, wie auch er sich einen solchen Reichtum erwerben könnte. Der Schneider ließ sich erweichen und um Mitternacht schlichen die beiden in die Kirche. Dort hatten die Teufel wieder einen Riesenspaß mit ihrem schaurigen Spiel. Doch schon bald wurden die Eindringlinge entdeckt. »Das ist also der Dank!«, fuhr der Leibhaftige den Schneider an. Und wieder schlug er ihm dreimal auf den Rücken und der Buckel war wieder an seinem alten Platz; nur größer und hässlicher war er geworden. Schnell flüchtete der Schneider nach Hause, wo er seine Frau klagend fand, dass sich das ganze schöne Geld in stinkenden Katzendreck verwandelt habe.

Das NABU-Reservat an Fehmarns Westküste zählt zu einem der beliebtesten Rastplätze für Zugvögel. Im Besucherbereich (gegen Eintritt) gibt es eine Vielzahl von Angeboten, um den Besuchern die Vogelwelt ganz nahezubringen, wie etwa das Infozentrum und thematische Führungen. Mit dem Fernglas kann man aber auch die Verstecke auf dem Rundgang für eigene Beobachtungen nutzen. www.nabu-wallnau.de

Leuchtturm Flügge

Im Südwesten der Insel Fehmarn bietet sich der knapp 38 Meter hohe Leuchtturm für einen Ausflug an. Nach 162 Stufen hat man einen tollen Ausblick auf die Fehmarnsundbrücke, das Naturschutzgebiet Krummsteert-Sulsdorfer Wiek bis hinüber nach Heiligenstadt. www.leuchtturm-fluegge.de

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Die ewige Blüse am Salzhaff 05

An der Westküste Mecklenburgs liegt eine Wasserstraße, die die Ostsee mit einem fischreichen Binnensee namens Salzhaff verbindet. Zum Aalfang wird dort beim Schein einer Fackel ein an langen Stangen befestigter Widerhaken benutzt.

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iese Technik nennt man Blüsen. So war es schon vor langer Zeit, als ein vom Aalfang besessener Fischer tagaus, tagein auf das Haff hinausfuhr. Er tat das auch an einem Karfreitag, als die übrigen Fischer fromm in der Kirche saßen und des Kreuzestodes Jesu gedachten. Vom Ufer aus konnten sie beobachten, wie der besessene Aalfischer reiche Beute machte. Doch um Mitternacht verfinsterte

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sich plötzlich der Sternenhimmel, ein Sturm zog auf und ein zweites Boot mit einem Blüsenfeuer erschien in den Wogen. Ein stummer Bootsmann wies mit erhobenem Arm auf den gottlosen Fischer. Der bekam es mit der Angst und suchte sein Heil in der Flucht. Doch bald schon hatte ihn der geheimnisvolle Verfolger eingeholt. Da half es auch nichts, dass der Fischer auf die Knie sank und seinen eben noch verach-

teten Gott ängstlich um Hilfe anflehte. In einer mächtigen Sturmböe verschwanden beide Boote in den brausenden Fluten. Am Tag darauf fand man das Wrack des Bootes, doch der Fischer blieb für immer verschwunden. Seither kann man bei Sturm ein Boot mit einem ewigen Blüsenfeuer beobachten, dem sich aber noch nie ein Fischer zu nähern gewagt hat.

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Mecklenburger Bucht und Salzhaff Das Land zwischen Wismar und Rostock ist, ganz wie seine Bewohner es sind, von eigener Art – die Landschaft ist harmonisch, seengesprenkelt und durchsetzt mit altehrwürdigen Hansestädten und verträumten Fischerdörfern. Wismar Wismar ist eine Schatztruhe voller Backsteinhäuser mit Spitzgiebeln und prachtvoller Gotteshäuser, aber auch mit einem ganz gemächlich dahinplätschernden Lebensfluss. Die Hanse sorgte dafür, dass Wismar und viele andere Städte im Norden schon früh zu blühenden Handelszentren wurden und ihren Reichtum in Repräsentationsbauten zur Schau stellten. Wismar trat 1259 der Hanse bei, stieg bald zu einer ihrer wichtigsten Städte auf, der wirtschaftliche Aufstieg endete allerdings mit dem Dreißigjährigen Krieg.

Jahr 1163 wurde die ca. 36 Quadratkilometer große Insel, die seit dem Jahr 1760 durch einen Damm mit dem Festland verbunden ist, erstmals urkundlich erwähnt. Wie Wismar gehörte auch Poel bis 1903 zum schwedischen Königreich. Im 17. Jahrhundert erbauten die Skandinavier bei Kirchdorf ein Schloss mit Zitadelle, von dem nur noch Fragmente existieren. Mit seiner Backsteinkirche aus dem 14. Jahrhundert, umgeben von den Wallanlagen der ehemaligen Festung, ist es der Hauptort der Insel. Mit seinen weißen Sandstränden war und ist Poel eine beliebte Ferieninsel.

Altstadt Im Zentrum befindet sich der Marktplatz, einer der größten in Norddeutschland. Hier stehen einige der ältesten Gebäude der Stadt. Wie eine Kirchturmspitze hockt seit 1602 der Pavillon der Wasserkunst auf dem Markt. Bis Ende des 19. Jahrhunderts diente er der Trinkwasserversorgung.

Rathaus Nachdem 1807 ein Teil des Rathauses einstürzte, bekam es sein heutiges klassizistisches Äußeres. Im alten gotischen Kellergewölbe sollte man sich die Ausstellung über die Entwicklung Wismars ansehen.

Bürgerhaus Alter Schwede Ein roter Backsteinbau mit Staffelgiebel und schwedischer Flagge ist das älteste Bürgerhaus Wismars. Etwa 1380 errichtet, diente das Dielenhaus zunächst einem Kaufmann als Wohngebäude. Seit es 1878 ein Gasthaus wurde, trägt es seinen Namen.

Poel Die Insel liegt in der östlichen Wismarbucht. Von Süden zieht sich eine Bucht tief ins Inselinnere – die Kirchsee. Im

Rerik Das einstige Fischerdorf ist heute ein Eldorado für Wassersportler. Liebhaber von Buddelschiffen und Schiffsmodellen kommen im Heimatmuseum auf ihre Kosten. Sehenswert ist die von außen schlichte frühgotische Pfarrkirche, die im Inneren barock ausgestaltet wurde. Die Bemalungen, die zu den üppigsten an der mecklenburgischen Ostseeküste gehören, stammen von Hinrich Greve aus Wismar (1668).

+++ Tipp +++ Festspiele MecklenburgVorpommern

Heiligendamm Das älteste Seebad Deutschlands wurde 1793 als »Weiße Stadt am Meer« gegründet. Sie war im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts Treffpunkt des europäischen Hochadels. Den besten Überblick über das mondäne Ensemble hat man auf der rund 200 Meter langen Seebrücke.

Großes Bild: Sonnenuntergang am Salzhaff. Rechts, von oben nach unten: Alter Hafen mit Wassertor in Wismar, Ostseeinsel Poel, Grand Hotel in Heiligendamm.

Nach dem Vorbild des Schleswig-Holstein Musik Festivals finden seit 1990 auch in Mecklenburg-Vorpommern den ganzen Sommer über hochkarätige klassische Konzerte an den verschiedensten Orten statt. www.festspiele-mv.de

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Rügen Rügen ist keine Insel, es ist ein Lebensgefühl. Zwischen Kreidefelsen, Boddengewässern und Fischerdörfern finden sich einzigartige Naturreservate, illustre Kuranlagen, zauberhafte Städtchen und wildromantische Strände. Nationalpark Jasmund In der letzten Eiszeit stauchten Inlandgletscher die im Untergrund anstehende Kreide und ältere eiszeitliche Schichten zu einem Höhenrücken auf, der heute bis zu 161 Meter über der Ostsee emporragt. Vor 6000 Jahren stieg der Meeresspiegel auf sein heutiges Niveau, Hochgebiete wie Jasmund wurden zu Inseln. Durch die abtragende Wirkung von Wellen und Strömungen entstanden markante Steilufer. Das Herz des 3000 Hektar großen Nationalparks ist die Stubnitz mit ihren berühmten, strahlend weißen Kreidefelsen. Neben den Kreidefelsen, die sich beinahe 120 Meter über die Ostsee erheben, hat der Park einen weiteren Höhepunkt zu bieten, nämlich die größten zusammenhängenden Buchenwälder der Küste, die nicht bewirtschaftet werden, sondern noch ganz sich selbst überlassen sind. Sie wurden von der UNESCO 2011 zum Weltnaturerbe ernannt. Auch zahlreiche Bäche, Moore und sogar kleine Wasserfälle sind hier zu entdecken. Die Pflanzenwelt ist überaus vielfältig. Im Nationalpark sind mehr als 20 Orchideenarten heimisch.

Bergen Mehr als 20 000 Menschen leben in Rügens Hauptstadt Bergen. Besonders reizvoll ist die Altstadt mit ihren Kopfsteinpflasterstraßen und den Fachwerkhäusern. Eines der ältesten ist das Benedix-Haus, Sitz der Touristeninformation. Noch deutlich älter ist die St.-Marien-Kirche. Der Backsteinbau wurde 1180 von Fürst Jaromar I. errichtet. Sehenswert sind die spätgotischen Fresken der Kirche. Der 27 Meter

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hohe Ernst-Moritz-Arndt-Turm wurde von Gesangsvereinen zu Ehren des gleichnamigen Dichters hier errichtet.

Sassnitz Nach Bergen ist Sassnitz die zweitgrößte Stadt der Insel. Als Standort für Fischerei und den Kreideabbau hatte das Städtchen schon früh Bedeutung. In Sassnitz starten Ausflugsschiffe von der 1444 Meter langen Mole, der zweitlängsten Europas. Die ehemaligen Kreidebrüche um Sassnitz sind

nicht mehr in Betrieb, prägen aber die Landschaft. Neben einer hübschen Altstadt mit Villen im Stil der Bäderarchitektur findet im »Capri des Nordens«, wie manche es nennen, im Juli das größte Volksfest der Insel statt.

Bilder von oben nach unten: Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund, Nachtleben in Sass­ nitz, Buchenwälder an der Kreideküste.

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Hans von der Wall

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In Bergen lebte einst ein armer Hirte mit Namen Hans, der für einen reichen Bauern tagein, tagaus die Schweine hüten musste. Hans war ein fleißiger Mann, der auch einen weiten Weg nicht scheute, um gutes Futter für die Schweine zu finden.

+++ Tipp +++ Naturerbe-Zentrum Rügen

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a geschah eines Tages etwas Merkwürdiges: Eine alte Frau kam auf Hans zu, gab ihm einen Stock und sagte: »Hans, du bist ein braver Kerl. Darum gebe ich dir diesen Zauberstock, wenn du mit dem auf jemanden zeigst, wird der wie tot umfallen.« Einmal führte Hans seine Schweine auf die Insel Altrügen hinüber, wo das Gras mannshoch wuchs. Als Hans glücklich bei seinen Tieren saß, kam plötzlich ein Riese und wollte Hans erschlagen. Der ergriff geschwind seinen Zauberstock und zeigte auf den Riesen, der natürlich zu Boden sank. Der Riese bat Hans, er möge ihm wieder auf die Beine helfen, dafür dürfe er auch die Schweine auf der Insel hüten. Hans war einverstanden und anschließend gingen die beiden zur Burg des Riesen auf der Insel Pulitz im Kleinen Jasmunder Bodden. Dort ließ der Riese Hans in einem Teich baden. Als er wieder ans Ufer trat, war Hans so stark, dass er das Schwert des Riesen heben konnte. Am Abend trieb Hans die Schweine zurück nach Bergen, wo sich der Bauer wunderte, auf welcher Weide sich sein Vieh so fett fressen konnte. Am nächsten Tag hütete Hans seine Schweine wieder auf dem Land des Riesen. Der ließ ihn abermals ein Bad nehmen und nun konnte Hans ein Schwert tragen, das doppelt so groß wie das vom Vortag war. Am dritten Tag erging es Hans genauso, nur dass er jetzt ein Schwert führen konnte, das so groß wie die beiden anderen zusammen war. Das freute den Riesen und er nahm Hans als Sohn an. Drei Tage später sprach der Riese: »Hans, in der Nähe von Bergen sitzt eine verzauberte Prinzessin in einem Berg, die wird von einem neunköpfigen Drachen

bewacht. Die sollst du erlösen, denn wer sie befreit, bekommt sie zur Frau.« Damit war Hans natürlich einverstanden; er legte eine silberne Rüstung an, nahm das kleinste Schwert, stieg auf ein weißes Ross und machte sich auf den Weg. Als er den Berg erreichte, sah er auch schon gleich den Drachen – und wenn Hans nicht so mutig gewesen wäre, wäre er gleich davongelaufen. Und hast du nicht gesehen, hieb er dem Drachen mit einem Streich gleich drei seiner Köpfe ab. Daraufhin floh der Drache und verschob den Kampf lieber auf den folgenden Tag. Am nächsten Morgen nahm Hans nun das mittlere Schwert mit zum Berg. Damit hieb er dem Drachen wiederum drei Köpfe ab, auch wenn das jetzt schon schwieriger war, denn der Drache spuckte Feuer wie ein Vulkan. Am dritten Tag, als Hans mit dem größten der drei Schwerter auf den Drachen losging, war der Kampf nicht so leicht. Der Drache verpasste Hans einen Schlag mit dem Schwanz, doch schließlich unterlag der Drache und Hans schlug ihm auch die letzten drei Köpfe ab. Da war der Jubel natürlich groß und der König war überglücklich, seine Tochter wieder bei sich zu haben. Hans und die Prinzessin heirateten und als der König einige Jahre später starb, wurde Hans von der Wall sein Nachfolger.

Zwischen dem Kleinen Jasmunder Bodden und der Prorer Wiek liegt das »Naturerbe-Zentrum Rügen«. Seine Hauptattraktion ist der über 650 Meter lange Baumwipfelpfad. Er führt auf Holzbohlen hinauf zu den Baumkronen. Erlebnisstationen unterwegs erklären die Natur. In der Mitte thront der 40 Meter hohe Aussichtsturm. In der Dauerausstellung, die auch sehr gut für Kinder ge eignet ist, können Besucher die verschiedenen landschaftlichen Besonderheiten Rügens erleben. www.nezr.de

Kreidemuseum Gummanz

Wissenswertes über das weiße Gold der Insel, seine Entstehung, den Abbau und die Verarbeitung erfährt man im Kreidemuseum von Gummanz. Ein Ausflug dorthin lohnt sich schon wegen der herrlichen Sicht vom Lehrpfad über Jasmund und den Jasmunder Bodden. www.kreidemuseum.de

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Die sieben bunten Mäuse 07

Im Dorf Puddemin bei Garz auf Rügen wohnte vor langer Zeit ein Bauer, der hatte eine fromme Frau und sieben kleine Töchter. Und obwohl die Familie arm war und es sogar am Geld für richtige Schuhe fehlte, waren die Mädchen doch immer nett gekleidet mit ihren bunten Mützchen und Schals.

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n einem Karfreitag waren einmal der Bauer und seine Frau wie an allen Feiertagen zur Kirche gegangen und hatten die Mädchen allein im Haus gelassen. Die fanden beim Spielen nun bald einen Beutel voll mit Nüssen und Äpfeln, der für das Patenkind des Bauern bestimmt gewesen war, und aßen alles auf, obwohl sie es ja eigentlich nicht durften. Als die Eltern von der Kirche zurück-

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kehrten, sah die Frau die Bescherung, vergaß jede Vorsicht und verfluchte ihre Töchter, sie sollen doch Mäuse werden, denn auf Rügen nennt man kleine Diebe auch Mausmarten. Plötzlich standen sieben kleine Mäuse in der Stube, alle so bunt, wie es die Mützchen und Schals der Mädchen gewesen waren. Sie liefen plötzlich schnell wie der Wind

aus der Tür und über die Felder auf und davon. Die unglückliche Mutter, die den Fluch im Augenblick, als sie ihn ausgeprochen hatte, schon bereute, rannte ihnen hinterher. Endlich kam sie an einen Teich und sah gerade noch, wie die Mäuschen darin verschwanden. Die Frau aber wurde auf der Stelle in einen großen Stein verwandelt, der noch heute vor dem Teich steht.

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Stralsund und der Süden der Insel Rügen Wer Stralsund nur als Durchgangsstation auf dem Weg zur Insel Rügen ansieht, verpasst eine ganze Menge. Man sollte sich Zeit nehmen, um durch die verschachtelten Gassen zu bummeln und ein beeindruckendes Stück Vergangenheit zu erleben. Eines der schönsten Ensembles norddeutscher Backsteingotik kündet davon, dass Stralsund zu Hansezeiten eine der mächtigsten Städte im Ostseeraum war. Stralsund verfügt noch über ein fast geschlossenes Altstadtensemble, das 2002 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Roter und gelber Backstein, jede Menge Kopfsteinpflaster, verzierte Treppengiebel und verspielte Türmchen, so präsentiert sich die Innenstadt heutzutage.

Ein historischer Ort Stralsund wurde schon 1234 gegründet. Die einstige Bedeutung des Handelsplatzes zwischen Bodden und Strelasund ist überall in der Stadt zu spüren. Bis zu 300 Koggen unter der Flagge der Stadt schipperten über die Ostsee, mit Hering, Tuchen, Pelzen oder selbst gebrautem Bier an Bord.

Rathaus Es gehört zu den schönsten, die Norddeutschland zu bieten hat. Die im 14. Jahrhundert entstandene Schauwand mit ihren runden und bogenförmigen Aussparungen ist spektakulär. Man muss hineingehen, um den ganzen Reiz zu erfassen. Kleine Nischen im Innenhof verraten die frühere Nutzung: Händler betrieben hier Verkaufsstände.

Garz Der kleine Ort im Inselinneren hat bereits 1319 das Stadtrecht erhalten und ist damit die älteste Stadt der Insel. Garz war, bis die Ranen, ein auf Rügen ansässiges westslawisches Volk, im 12. Jahrhundert unterworfen wurden, deren politisches Zentrum. Der Burgwall, auf dem sich eine Tempelanlage befand, ist noch erhalten. Die spätgotische Backsteinkirche stammt aus dem 14. Jahrhundert.

+++ Tipp +++

Altstadt Die Entfernungen sind nicht groß, denn man hat schon seit den frühen Anfängen der Stadt jeden Winkel geschickt ausgenutzt. Drei Kirchen drängen sich zwischen den hanseatischen Dielenhäusern. Das Heiliggeisthospital steht hier, jene frühe soziale Einrichtung, die im Mittelalter Armen, Alten und Reisenden, die Hilfe brauchten, ein Dach über dem Kopf bot.

St. Nikolai Stralsunds älteste Pfarrkirche war Gotteshaus der Patrizier und Ratsherren. Hier empfing man Gesandte und hielt Sitzungen ab. Auch die verschwenderisch wirkende Ausstattung drückt Einfluss und Selbstbewusstsein aus. Höhepunkte der Innenausstattung sind die Gewölbemalereien aus dem 14. und 15., die Anna-Selbdritt-Skulptur aus dem 13. sowie die astronomische Uhr aus dem 14. Jahrhundert.

Putbus Ursprünglich ging Putbus aus einer slawischen Siedlung hervor. Anfang des 19. Jahrhunderts ließ Fürst Malte von Putbus den Ort zu einer klassizistischen Residenz ausbauen. Die Häuser sind um den sogenannten Circus, einen kreisrunden Prunkplatz, angeordnet. Die Gäste des Fürsten amüsierten sich mit Aufführungen im Theater oder lustwandelten im Park. Die 75 Hektar große Grünfläche ließ Fürst Putbus zu einem englischen Landschaftsgarten ausbauen, ein Wildgehege einrichten und eine Orangerie erbauen.

Großes Bild: Schoritzer Wiek mit Halbinsel Zudar. Rechts, von oben nach unten: Stralsunds Hafen und Altstadt, Stralsunder Rathaus, Innenraum im Ozeaneum in Stralsund.

Rundwanderung Putbus Putbus

Vilmnitz

Putbuser Park

Lauterbach

Wreechen Wreechenersee

Ostsee Insel Vilm 1000m

Dem Wegweiser mit blauem Querstrich folgend, kommt man auf der 14 Kilometer langen Wanderung an Megalithgräbern vorbei, hat einen herrlichen Blick auf die Insel Vilm und gelangt schließlich durch den Schlosspark zurück nach Putbus. www.ruegen.de/aktivitae ten/wandern/wanderrouten

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Ostfriesische Inseln Direkt vor der Nordseeküste Niedersachsens liegen wie auf einer Schnur aufgereiht die Ostfriesischen Inseln mit Dünenlandschaften und weißen Stränden. Die Kette der Ostfriesischen Inseln erstreckt sich über eine Gesamtlänge von etwa 90 Kilometern von der Insel Borkum im Westen über Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog bis nach Wangerooge im Osten. Zu diesen sieben bewohnten Inseln gesellen sich die kleinen unbewohnten Eilande Lütje Hörn, Memmert, die Kachelotplate und Minsener Oog.

Entstehung Die Inseln sind wohl einst aus Sandbänken entstanden. Zur Seeseite hin verfügen sie über ausgedehnte Sandstrände, die bereits vor 100 Jahren Feriengäste anlockten. Zur Küstenseite hin gehen Salzwiesen in großräumige Wattflächen über, die sich zum Teil bis zum Festland erstrecken und als Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer unter Schutz stehen. Der Strom von Ebbe und Flut nagt an den Düneninseln. Da die Hauptströmung von West nach Ost verläuft, sind besonders die Westenden stark durch Abtragung gefährdet. Ihr geringer Abstand zum Festland macht die Inseln auch für den Tagestourismus interessant.

Minsener Oog Östlich von Wangerooge liegt die kleine Vogelinsel Minsener Oog. Ihren Namen verdankt sie dem Ort Minsen, der gegenüber auf dem Festland liegt. Einer Sage zufolge gab es früher auch einen Ort Minsen direkt auf der Insel, bis ortsansässige Fischer eine Nixe einfingen, die daraufhin aus Rache das Dorf im Meer versinken ließ. Auf Minsener Oog finden zahlreiche Vogelarten wie z. B. Silbermöwe, Heringsmöwe oder Rauchschwalbe op-

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timale Bedingungen. Mittlerweile ist der Leuchtturm automatisiert. Heute lebt auf der Insel nur während der Brutzeit im Sommer ein Vogelwart. Seit 1959 steht sie unter Naturschutz. Sommers gibt es Wattwanderungen von Schillig auf dem Festland zur Insel. Die lohnende Wanderung dauert ca. eine Stunde pro Strecke und sollte keinesfalls ohne Führung unternommen werden.

Minsen Im Nordosten der ostfriesischen Halbinsel liegt die Gemeinde Wangerland. Zu ihr gehören die beiden Orte Minsen und Förrien, auch oft zusammen Minsen-Förrien genannt, die beide vor den Fluten der Nordsee geschützt auf einer Warf, also einer Erhöhung liegen. Diese Schutzmaßnahme stammt noch aus alten Zeiten. Inzwischen wurde längst ein Deich gebaut, der die beschaulichen Ortschaften vor der Gewalt der Nordsee schützt. Das »Seewief« (Seeweib) kann kein Unheil mehr anrichten. Der Sage nach hat es eine Sturmflut über Minsen ge-

bracht. Heute ziert die Dame mit Fischschwanz das Minsener Wappen und ist als Bronzefigur im Dorf zu sehen. Der Ort hat nur wenige Hundert Einwohner, aber einen Sandstrand, der mit dem von Sylt mithalten kann.

Bilder von oben nach unten: Strand auf Wangerooge, Hafen auf Spiekeroog, das Minsener Seeweibchen (»Seewief«).

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Das Seeweibchen von Oldoog

+++ Tipp +++

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Küstenmuseum Juist

In früheren Zeiten hieß die östlichste der Nordseeinseln Oldoog. Man sagt, dass dort einst ein Dorf mit Namen Minsen stand. Dessen Bewohnern ging eines Tages eine wunderschöne Meerjungfrau mit langem, blaugrünem Haar und elfenbeinweißen Schultern ins Netz.

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nicht aufpassten, nutzte die Nixe die nd weil die Minsener glauberstbeste Gelegenheit zur Flucht ins ten, dass die Nixe über maWatt – nicht ohne ihren Peinigern gische Kräfte verfüge, wollnoch einen hasserfüllten Blick zuzuten sie diese trotz Flehen und Bitten werfen. Bevor sie schließlich im nicht mehr freilassen. Niemand hatte Meer untertauchte, hat sie noch einMitleid, alle waren wie besessen von mal eine Hand voll Meerwasser über dem Gedanken, schon bald unsterbden Deich geschleudert. lich zu sein. Sie wollten an den Wunderkräften des Seeweibchens teilhaDie Strafe für die ben und dachten Inselbewohner sich mancherlei folgte auf dem Gemeinheit aus, Eine neue Insel entsteht Fuße. Am nächsum ihr das GeAus zwei Sandbänken entstand ten Tag war heimnis ihrer ZauAnfang des 20. Jahrhunderts Sonntag und das berei zu entlodurch Buhnen und Dämme die ganze Dorf hatte cken. Und auch Insel Minsener Oog. Durch das sich in der Kirche als die herzlosen Zurückhalten des Sandes bildeversammelt. Leute ihr schließte sich eine Vordüne, die schon Doch kaum hatte lich die Freiheit bald von Seevögeln als Brutder Pastor seine boten, falls sie ihplatz genutzt wurde. Predigt begonnen ein Mittel genen, da kam ein ben würde, das heftiger Sturm jedes Gebrechen auf. Erbsengroße Regentropfen heilen könne, antwortete die schöne prasselten gegen die Fenster und Nixe nur stets das Gleiche: »Kölle das Unwetter wurde schlimmer und oder Dill, ick segg jo nich, wo‘t good schlimmer. Dächer wurden abgeför is, un wenn ji mich ok rillt!« Na, da deckt, Bäume knickten ab wie wurden die Minsener erst recht zorStreichhölzer und der Himmel wurde nig, denn was die Seejungfrau da pechschwarz. Noch hielten die Deisprach, war Folgendes: »Ob Bohche das Meerwasser auf, doch die nenkraut, ob Dill – ich sag‘ euch Flut stieg so hoch, wie es selbst die nicht, wofür das taugt – und Alten noch nie erlebt hatten. Angstwenn ihr mich auch quält.« erfüllt glaubte so manch einer, durch Und so schindeten sie das all die Gischt und das Getöse hinarme Wesen auf immer durch das Seeweibchen zu sehen. schlimmere Als schließlich die Deiche nachgaWeise. Doch ben, wurden Häuser, Ställe und als sie einen Scheunen eine leichte Beute für das Augenwütende Meer. Am Tag darauf war blick das Dorf Minsen mit Mann und Maus lang verschwunden. Heute wissen nur noch die Schiffer auf Wangerooge, dass die kleine Sandplate im Osten ihrer Insel, auf der sich gelegentlich eine Möwe ausruht, alles ist, was von der einstigen Pracht geblieben ist.

Das wohl empfehlenswerteste Museum der Ostfriesischen Inseln. Von Geschichte und Alltag auf den Inseln über die Entstehung der Seenotrettung bis zu einer Dokumentation über die Erdgas- und Erdölförderung in der Nordsee reicht die Themenpalette. www.kuestenmuseumjuist.de

Seehundstation

Über 100 der Heuler, wie der Nachwuchs der Meeressäuger genannt wird, verlieren in jeder Saison ihre Eltern. In der Station Norddeich werden sie artgerecht großgezogen, gefüttert und auf ein Leben in Freiheit vorbereitet. Auch Kegelrobben finden hier ab und zu ein Zuhause auf Zeit. Eine Dauerausstellung macht mit dem Lebensraum Watt und seinen Bewohnern vertraut. www.seehundstationnorddeich.de

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Der steinerne Mönch von Helgoland 09

Zur Zeit der Reformation wünschte der dänische König, dass auch die Bewohner Helgolands sich zu dem neuen Glauben bekennen sollten. Doch diese mochten keine Veränderungen und wollten, dass alles so bliebe, wie es immer schon war.

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lso schickte der König einen Prediger auf die Insel, der zum Schein noch immer das Gewand seines früheren Ordens trug.

Meer. Aber kaum war der arme Mönch in den Fluten versunken, teilten sich brodelnd die Wogen und es erhob sich an derselben Stelle ein mächtiger Stein aus dem Wasser.

Doch die Helgoländer blieben stur und hörten nicht auf seine Worte. Sie wollten am alten Glauben festhalten und auch den Geistlichen zwingen, diesen wieder anzunehmen. Als der sich aber weigerte, ergriffen sie ihn und warfen ihn ins

Von nun an hörten die Fischer jede Nacht den Geist des Predigers, der auf diesem Felsen mit seiner gewaltigen Stimme die Lehre Martin Luthers verkündete. Dies geschah so lange, bis schließlich auch der letzte Inselbewohner bekehrt war.

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Mönch und Lange Anna Den »Mönch« konnte man tatsächlich auf Helgoland besichtigen. Der 55 Meter hohe Felsen an der Südostspitze der Insel wurde jedoch 1947 gesprengt. Heute kann man noch die »Lange Anna« bewundern, die dem »Mönch« in Aussehen und Höhe sehr ähnlich ist.

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Helgoland Trutzig ragt die rote Insel aus dem Meer. Doch in Wahrheit besteht Deutschlands Vorposten in der Nordsee aus weichem Gestein. Und so haben Wind und Wellen Helgoland über die Jahrhunderte ein einzigartiges Aussehen gegeben. Deutschlands einzige Felsen- und Hochseeinsel liegt in der Deutschen Bucht, etwa 60 Kilometer nordwestlich der Elbemündung. Helgoland besteht aus der rund einen Quadratkilometer messenden Hauptinsel aus rotem Buntsandstein mit bis zu 50 Meter hoher Steilküste sowie einer 0,7 Quadratkilometer großen Düne. Die Felsen und Dünen sind das Revier von Trottellummen, Basstölpeln, Tordalken, Dreizehenmöwen, Seehunden und Kegelrobben.

Tauschobjekt und militärisches Schutzgebiet Helgoland gehörte einst viele Jahre zu Großbritannien, bevor es Deutschland 1890 gegen Sansibar eintauschte. Im Dritten Reich war Helgoland militärischer Stützpunkt, wurde während des Zweiten Weltkriegs bombardiert und sollte nach dem Krieg gesprengt werden. Das misslang glücklicherweise. Mitte der 1950er-Jahre kamen die ersten Menschen zurück nach Helgoland, bauten sich eine neue Existenz auf und begrüßten schon bald Touristen. Tagesgäste, die nur die klare Luft genießen und die Möglichkeit des steuerfreien Einkaufs nutzen möchten, kommen noch heute zahlreich per Schiff. Das wahre Insel-Feeling erlebt jedoch nur der, der mehrere Tage bleibt und abends nach der Abfahrt der Tagestouristen die große Stille auf sich wirken lässt, die dieser Felsen im Meer ausstrahlt.

Lange Anna und Düne Markantes Symbol und Wahrzeichen der Insel ist die »Lange Anna«, eine fast 50 Meter hohe Felsnadel aus Buntsandstein, die vor den steilen Klippen aus dem Meer ragt. Bis 1860 war sie noch über einen Bogen mit der Insel verbunden, der jedoch während einer Sturmflut einstürzte. Auch die Badeinsel Düne wurde erst 1721 von der Hauptinsel getrennt. Die exponierte Lage vor der deutschen

Küste beschert Helgoland ein einzigartiges, mildes Klima mit einer reinen Luft, die Allergiker aufatmen lässt. Auch Flora und Fauna findet man so nirgendwo sonst.

Oberland Die steilen Wände des »Oberland« bieten zahlreichen Seevogelarten die einzige Brutmöglichkeit in Mitteleuropa. Außerdem machen über 370 weitere Arten auf ihren Zügen hier Rast. Die Helgoländer Pflanzenwelt zeichnet sich durch ihre Vielfalt an Salzwiesengewächsen aus. Ferner findet man dort rund 400 Algenarten sowie den gelb blühenden, essbaren Helgoländer Klippenkohl.

Lummenfelsen Eines der Highlights der Insel ist der Lummenfelsen, das kleinste Naturschutzgebiet Deutschlands. Es liegt in der Deutschen Bucht. In der ca. 50 Meter hohen Felswand brüten im Frühjahr Tausende von Seevögeln. Am spektakulärsten geht es im Juni zu. Denn dann stürzen sich Tausende junger Trottellummen in die Tiefe, um ihr Leben künftig auf dem Meer fortzusetzen. Außer den Namensgebern ziehen hier Dreizehenmöwen, Eissturmvögel, Basstölpel und der Tordalk ihre Jungen groß. Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es eine derart hohe Brutvogeldichte. Wie Elternvögel und ihr Nachwuchs geschickt auf den schmalen Felsvorsprüngen balancieren, ist vom Klippenrandweg gut einsehbar.

Großes Bild: Helgolands Wahrzeichen, die Lange Anna. Rechts, von oben nach unten: Sandsteinküste auf Helgoland, für die Insel typische bunte Häuser, Basstölpel beim Brüten.

+++ Tipp +++ Klippenrandweg Nordsee Pinneberg 61m

Unterland Oberland

Mittelland

Helgoland

500m

Der drei Kilometer lange Rundweg erstreckt sich über das Oberland und bietet über Trampelpfade Zugang zum 61 Meter hohen Pinneberg, dem höchsten Punkt der Insel, sowie großartige Blicke auf Meer und Felsen, zur Langen Anna und zum Lummenfelsen.

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ADAC Märchen- und Sagenatlas  

Märchenland Deutschland • 70 Sagen und Märchen in voller Länge • Porträts der Märchenorte mit Sehenswürdigkeiten und Vor-Ort-Tipps Straßen...

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