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MÄRZ 2015

www.kunstinvestor.at

März-Auktionen in Österreich- die wilden und die 80er Jahre Peter Pongratz; Eine Retrospektive- Navratils Künstler Gästebuch JIM RAKETE- REN HANG- LOVE & LOSS- Die Kammermaler Erzherzog Johanns- Vienna for Art’s Sake! - "be INVESTOR“; 'Die Übernahmewelle'


06 | KUNST.INVESTOR Editorial

Liebe Leserinnen und Leser!

So spannend war der Kunstmarkt noch nie: Die Kalender der Sammler und Kunstinvestoren sind voll. Auktionen, Ausstellungen und Previews, ein Termin jagt den nächsten. Und dem Geschäft mit den schönen Dingen mangelt es keineswegs an Härte, ganz im Gegenteil, auf der Suche nach neuen Kunden und Märkten bedarf es Flexibilität und Wandlungsfähigkeit. Der österreichische Kunstmarkt mit seiner prosperierenden Galerieszene boomt und Österreichs Auktionshäuser legen an Internationalität kräftig zu. Die allgemeine Wirtschaftssituation verunsichert den Geldmarkt, doch die Kunst behält ihren Wert, ist nicht vom Ölpreis und taumelnden Finanzmärkten abhängig. Ist nachhaltiges Kunstsammeln Luxus? Etwas Kostspieliges, Verschwenderisches, das man sich, wenn überhaupt, nur zum Vergnügen leisten kann? In der Kunstbranche sind die Fachleute der Überzeugung, dass dem nicht so ist. Vielleicht gerade in der Luxusbranche, die vom Image lebt, ist das Einhalten von diesen Kriterien kein Luxus, sondern beinharte Notwendigkeit. Der Inbegriff des Luxus ist offensichtlich nicht mehr das, was er einmal war. Das sind meine Gedanken, als ich mich mit dem Thema auseinander setzte. Was aber ist dann Luxus? Luxus kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „verrenkt“ bzw. im

übertragenen Sinn, abweichend vom Normalen. Heute steht es laut Duden für einen kostspieligen, verschwenderischen, den normalen Rahmen der Lebenshaltung übersteigenden, nicht notwendigen und nur zum Vergnügen betriebenen Aufwand. Wer heute Kunst sammelt, wird nicht mehr wie Orchideenzüchter belächelt. Kunstsammler sind kluge Menschen- halt „Verrenkte“ Weltbürger. Weil es bei allen Dingen des Lebens immer auf den richtigen Mix ankommt, wollen wir Sie nicht nur mit fundierten Hintergrundberichten, präzise recherchierten Topstorys, wichtigen Nachrichten und aktuellen Interviews begeistern. Zusätzlich wollen wir dieses Magazin auch mit dem Sonderteil Geld & Anlage; „be INVESTOR“- ein Styria BörseExpress-Medienproduktals moderne Plattform zum Austausch wichtiger Investitionsinformationen anbieten. Die aktuelle Ausgabe des be INVESTOR widmet sich dem Thema; „Die Übernahmewelle“. Viel Spaß Wünscht Ihnen Michael Ruben Minassian Chefredakteur & Herausgeber

IMPRESSUM: Medieneigentümer, Chefredakteur & Herausgeber: Michael Ruben Minassian. Mail: michael.minassian@kunstinvestor.at , Telefon: +43 1/ 236531318 Verlagsadresse: MN Online & Content GmbH, 1110 Wien, Brehmstrasse 10/4.OG, Geschäftsführung: Markus Bauer, ATU 65091955, FN 330453k, Tel: +43 1/ 91920- 9045, Fax: + 43 1/29 81 298, Website:www.kunstinvestor.at, Cover-Foto : © Martha Jungwirth, Hekate, 1989 Öl auf Karton | MUSA


08 | KUNST.INVESTOR Galerie Steinek

© Matthias Herrmann, Conversation Piece. Old Woman Springs Road. Mojave Desert. 2014

On Photography 'On Photography' zeigt ab 11. März bis 18. April 2015 einen neuen Werkkomplex von Herrmann, der in seiner Privatheit bisheriges übertrifft. Ausschnitthaft kehren Selbstbildnisse vergangener Tage zurück, Motive aus über 20 Jahren werden wieder aufgegriffen und generieren stilllebenartige Arrangements. Die Ambivalenz des Feuers – als Sinnbild des Lebens oder als zerstörendes Element - verortet die Arbeiten irgendwo zwischen Leben und Kampf, Schönheit und Zerfall, Stillleben und Vanitas. Dass es nur eines

einzigen Bildes bedarf, um eine ganze Geschichte zu erzählen, beweist eine zentrale Arbeit in seiner Ausstellung: Ein einsames Haus, mitten in der Einöde der Mojave-Wüste in Nordamerika, dessen Fenster und Türen mit größter Sorgfalt verbarrikadiert wurden. Das Haus tritt in eine scheinbar stille Konversation mit dem Betrachter. Es beflügelt die Phantasie, lässt Fragen nach dem Inhalt zu und ermöglicht dem betrachtenden Subjekt eine ganze eigene (Vor-) Geschichte zu konstruieren. (Foto: Galerie Steinek)


L.U.C Tourbillon QF Fairmined Die weltweit erste Uhr aus Fairmined-Gold Anlässlich der Baselworld 2014 stellte Chopard die weltweit erste Uhr vor, die mit Gold aus südamerikanischen Fairmined-Minen produziert wurde. Mit diesem neuen Modell bekräftigt Chopard sein Engagement für nachhaltigen Luxus und das 2013 lancierte Projekt The Journey. Für die L.U.C Tourbillon QF Fairmined, eine elegante Tourbillon-Uhr mit neun Tagen Gangreserve, haben die Werkstätten von Chopard erstmals Fairmined-Gold eingesetzt. Damit weitet die Genfer Manufaktur ihr Engagement für faire Beschaffungsprozesse von der Haute Joaillerie auf die Haute Horlogerie aus. Für den Korpus der Uhr (Gehäuseboden, Gehäuse und Lünette) wurde ausschließlich Fairmined-Gold verwendet. Das Fairmined-Zertifikat garantiert, dass das Gold nachhaltig gewonnen wurde und von verantwortungsbewussten Herstellern stammt, die den Kleinbergbauern einen gerechten Lohn und eine Prämie zahlen. Mit dieser neuen Uhr zeigt Chopard, dass sich das Genfer Haus langfristig für seine Partnerschaft mit der südamerikanischen Alliance for Responsible Mining (ARM) engagiert. Die ARM ist eine BergbauNGO, die sich in enger Zusammenarbeit mit Kleinbergbauorganisationen und Experten der Goldindustrie für die nachhaltige, handwerkliche Gewinnung des Edelmetalls einsetzt.


Chopard und Fairmined-Gold Seit 2013 unterstützt Chopard die Minengenossenschaft Coodmilla in der kolumbianischen Region Narino bei ihren Bemühungen, das Fairmined-Zertifikat zu erhalten. Dank der Partnerschaft mit Chopard kann die Kooperative Aus- und Weiterbildungen finanzieren, in Material investieren und nach modernen Verfahren arbeiten. Darüber hinaus hat sich Chopard verpflichtet, der Genossenschaft auch nach Abschluss der Zertifizierung einen Großteil ihrer Produktion abzukaufen.Der Genfer Juwelier und Uhrenhersteller beabsichtigt zudem, mittelfristig einen bedeutenden Teil des von ihm verarbeiteten Goldes aus weiteren Fairmined-Quellen zu beziehen. Daher interessiert sich die Manufaktur auch für andere Kooperativen in Südamerika, die eine entsprechende Zertifizierung anstreben. Lina Villa, Geschäftsführerin von ARM, sagt: „Die L.U.C Tourbillon Qualité Fleurier Fairmined ist ein gutes Beispiel für die Entschiedenheit, mit der sich die Uhren- und Schmuckbranche für eine ethische, nachhaltige und verantwortungsvolle Beschaffung ihrer Rohmaterialien einsetzt. Mit dem Entschluss, Fairmined-Gold zu verwenden, ist Chopard richtungsweisend für die gesamte Branche. Wir sind sehr stolz, mit solch hochkarätigen Projekten den Lebensstandard der Kleinbergbauern nachhaltig verbessern zu können.“


Eine elegante Tourbillon-Uhr Das Fairmined-Roségold des 43 mm großen Gehäuses der neuen L.U.C Tourbillon Qualité Fleurier Fairmined wurde sowohl satiniert als auch poliert verarbeitet. Raffinierte Details zeigt auch das graue, gut ablesbare Zifferblatt der Uhr: Von der Gangreserveanzeige ausgehend ziehen sich feine, das Licht reflektierende Gravuren wie Sonnenstrahlen über das Zifferblatt, vor dem sich die im Stil des Art Deco gestalteten Dauphine-Zeiger gut abheben. Die vergoldeten römischen Ziffern sind von einem konzentrischen Band aus feinen, aufgesetzten Indizes umgeben. Der Sichtboden aus Saphirglas gibt den Blick frei auf das einzigartige Tourbillon-Uhrwerk L.U.C 02.01-L. An der bei 12 Uhr angeordneten Gangreserveanzeige ist abzulesen, wie viele der 216 Stunden Reserve (9 Tage) noch verleiben. Das Gehäuse der Uhr, die in einer limitierten Edition von 25 Stück produziert wird, ist bis 50 Meter wasserdicht. Gehalten wird es von einem handgenähten Lederarmband aus CITES-zertifiziertem Alligator, das außen matt-schwarz und auf der fein geschuppten Innenseite braun ist. Geschlossen wird es mit einer Dornschließe, die wie das Gehäuse aus 18 Karat Fairmined-Roségold besteht. Darüber hinaus hat sich Chopard verpflichtet, der Genossenschaft auch nach Abschluss der Zertifizierung einen Großteil ihrer Produktion abzukaufen. Der Genfer Juwelier und Uhrenhersteller beabsichtigt zudem, mittelfristig einen bedeutenden Teil des von ihm verarbeiteten Goldes aus weiteren Fairmined-Quellen zu beziehen. Daher interessiert sich die Manufaktur auch für andere Kooperativen in Südamerika, die eine entsprechende Zertifizierung anstreben. Lina Villa, Geschäftsführerin von ARM, sagt: „Die L.U.C


Tourbillon Qualité Fleurier Fairmined ist ein gutes Beispiel für die Entschiedenheit, mit der sich die Uhren- und Schmuckbranche für eine ethische, nachhaltige und verantwortungsvolle Beschaffung ihrer Rohmaterialien einsetzt. Mit dem Entschluss, Fairmined-Gold zu verwenden, ist Chopard richtungsweisend für die gesamte Branche. Wir sind sehr stolz, mit solch hochkarätigen Projekten den Lebensstandard der Kleinbergbauern nachhaltig verbessern zu können.“ Das FairminedRoségold des 43 mm großen Gehäuses der neuen L.U.C Tourbillon Qualité Fleurier Fairmined wurde sowohl satiniert als auch poliert verarbeitet. Raffinierte Details zeigt auch das graue, gut ablesbare Zifferblatt der Uhr: Von der Gangreserveanzeige ausgehend ziehen sich feine, das Licht reflektierende Gravuren wie Sonnenstrahlen über das Zifferblatt, vor dem sich die im Stil des Art Deco gestalteten Dauphine-Zeiger gut abheben. Die vergoldeten römischen Ziffern sind von einem konzentrischen Band aus feinen, aufgesetzten Indizes umgeben. Der Sichtboden aus Saphirglas gibt den Blick frei auf das einzigartige Tourbillon-Uhrwerk L.U.C 02.01-L. An der bei 12 Uhr angeordneten Gangreserveanzeige ist abzulesen, wie viele der 216 Stunden Reserve (9 Tage) noch verleiben. Das Gehäuse der Uhr, die in einer limitierten Edition von 25 Stück produziert wird, ist bis 50 Meter wasserdicht. Gehalten wird es von einem handgenähten Lederarmband aus CITES-zertifiziertem Alligator, das außen matt-schwarz und auf der fein geschuppten Innenseite braun ist. Geschlossen wird es mit einer Dornschließe, die wie das Gehäuse aus 18 Karat Fairmined-Roségold besteht.


14 | KUNST.INVESTOR Auktionshaus ‚im Kinsky‘

105. KUNSTAUKTION im Kinsky - 24. März 2015 Kunst der Gegenwart zwischen surrealen Welten und politischer Karikatur In der ersten großen Jahresauktion für Zeitgenössische Kunst trumpft das Kinsky einmal mehr mit einem reichhaltigen Angebot aus dem Fundus Kunst seit 1945! Dabei besticht vor allem das Konvolut an sieben Arbeiten aus unterschied-lichen Werkphasen von Franz West! Ungewöhnliche Arbeiten wie das Unikat eines Lampenschirmes auf Bambus-ständer (€ 10.000 – 20.000), eine Drahtskulptur (€ 25.000 – 50.000) und weitere große Stand- bzw. Wandobjekte (€35.000 – 70.000; € 15.000 – 30.000) präsentieren die künstlerische Welt dieses Ausnahmekünstlers in hervor-ragender Weise! Große Aufmerksamkeit erhalten werden sicher die Arbeiten von Rudolf Stingel (€ 25.000 – 50.000), ein in leuchtendes Blau getränkte Bildskulptur auf Gummibasis, sowie ein hervorragende Arbeit von 1974 des erst 2012 verstorbenen, abstrakten US-Expressionisten Paul Jenkins („Phenomena Saladin’s Robe“; € 15.000 – 30.000). Vom Angebot der nationalen „Helden“ ist insbesondere auf die großformatige Arbeit von Hans Staudacher aus dem Jahr 1959 hinzuweisen, bei der die faszinierend, experimentelle Werkphase aus der Pariser Zeit besonders zum Tragen kommt (€ 35.000 – 70.000). Erwin Bohatsch und Hubert Schmalix haben dieses Mal zwei hervorragende Werke aus den Jahren 2007 bzw. 2010 für die sozialen Organisationen immohumana und Wiener Lerntafel zur Verfügung gestellt: Liebhaber der Skulptur werden in dieser Auktion auf Ihre Kosten kommen: von Karl Prantl stehen gleich zwei Steine zur Medidation zur Auswahl: einer aus „Gummerner Marmor“ (€ 50.000 – 100.000), ein anderer aus russischem Granit (€ 40.000 – 80.000). Noch nie konnte am Markt bisher auf eine Variante der „Figur II“ von Fritz Wotruba aus dem Jahr 1961 geboten werden, wir präsentieren außerdem eine der nur zweimal ausgeführten Künstlergüsse mit der Nummer EA0 (€ 25.000 – 50.000). Es sind aber vor allem zwei Highlights, die diese 105. Auktion auszeichnen:

zunächst ein Konvolut von 289 politischen Karikaturen des österreichischen Meisterzeichners Paul Flora, danach der Nachlass des Wiener Surrealisten und Ausnahmekünstlers Helmut Leherb. Mit spitzem Bleistift und noch schärferer Pointe verstand es Paul Flora (1922 – 2009) wie kein anderer, das allzu Menschliche und die politischen Untiefen im Besonderen zu Papier zu bringen. Legendär sind seine Karikaturen, die er für die Hamburger ZEIT und für die Tiroler Tageszeitung wöchentlich veröffentlicht hatte. Die Originalzeichnungen in Bleistift und teilweise Tusche für die Redaktion der Tiroler Tageszeitung aus den Jahren 1957 – 1965 werden nun aus einer Sammlung angeboten und in Positionen von je rund 13 Stück zum Schätzpreis von € 3.500 angeboten. Die Themen rufen die politisch spannenden Zeiten des Kalten Krieges hervor, mit den Auseinandersetzungen vor der Teilung Berlins, den Nahostkonflikt und als bis heute bleibende Konstante die Querelen der rot-schwarzen Koalition. Die originalen Zeichnungen werden erstmals am Kunstmarkt angeboten und ergänzen mit ihren humorvollen wie geistreichen statements das Werk dieses bedeutenden Zeichners. Helmut Leherb (19331997) war ein ungewöhnlicher und vielseitiger Künstler, ein präziser Zeichner und Maler, aber auch einer der ersten, surrealistischen Installationskünstler. Eine besondere Auswahl dieser Gruppen präsentiert nach 40 Jahren erstmals der Nachlass mit Graphiken, Ölbildern und, als kleine Sensation, mit Skulpturen, bestehend aus mit Vögeln und Perlen bestickten Modellpuppen, Blumentöpfen aus Keramikköpfen oder Tische auf Händen und Füßen. Dieses umfangreiche Konvolut wird nun erstmals zum Verkauf angeboten und bringt das Werk dieser schillernden Künstlerpersönlichkeit seit langem wieder auf dem Markt. Die Preise rangieren zwischen € 3.000 und € 27.000. (Foto: © Auktionshaus im Kinsky) Download:Online-Katalog(klicke.hier)


15 | KUNST.INVESTOR Auktionshaus ‚im Kinsky‘

Paul Jenkins, Phenomena Saladin’s Robe, 1974, Acryl auf Leinwand, 152 x 136 cm Schätzpreis € 15.000 -30.000


16 | KUNST.INVESTOR Auktionshaus ‚im Kinsky‘

Helmut Leherb, Kattowitzer Madonna, Öl auf Leinwand, 93 x 64 cm, Schätzpreis € 20.000 – 40.000


17 | KUNST.INVESTOR Auktionshaus ‚im Kinsky‘

Helmut Leherb (1933-1997), Le roi c’est moi, Öl auf Leinwand, 101 x 75 cm, Schätzpreis € 20.000 – 40.000


18 | KUNST.INVESTOR Auktionshaus ‚im Kinsky‘

Rudolf Stingel, Ohne Titel, 1994, Mischtechnik, 33,5 x 23,5 cm, Schätzpreis € 25.000 -50.000


19 | KUNST.INVESTOR Auktionshaus ‚im Kinsky‘

Paul Flora (1922-2009), Chruschtschows Traum, Tiroler Tageszeitung, 1959

Paul Flora (1922-2009), Koalitionstheater, Tiroler Tageszeitung, 1959


20 | KUNST.INVESTOR Dorotheum

Bruno Zach(Schitomir 1891–1945 Wien), Tischlampe "Reigen",Entwurf um 1930, Ausführung Fa. Argentor, Wien, Bronze bruniert, montiert auf Onyxsockel, originaler Seidenschirm, in der Plinthe bez. und mit Gießerstempel, Höhe 76 cm, (Schätzwert € 3.000 – 4.000)

JUGENDSTIL & KUNSTHANDWERK DES 20. JAHRHUNDERTS Die Dorotheum-Auktion „Jugendstil und Kunsthandwerk des 20. Jahrhunderts“ am 23. März 2015 bietet einen Querschnitt durch Wiener Porzellan der Zeit (u. a. auch Goldscheider) und eine Reihe von französischen und böhmischen Vasen (Lötz, Daum, Gallé, ...). Als besonders selten bezeichnet Jugendstil-Expertin Julia Blaha die Keramik-Skulptur eines Trompetenspielers von Walter Bosse (Schätzwert € 2.000 – 2.500). Zwei Kleinode erwecken ebenfalls ihre Aufmerksamkeit: die von Eduard Klabena mit Pavian-Motiven bemalte Keramik-Schale (Schätzwert € 1.200 – 1.500) und ein

von Otto Prutscher entworfenes Mokkatässchen samt Untertasse (Schätzwert € 800 – 900). Von Michael Powolny wird ein Keramikaufsatz mit zwei stehenden Putten, ein Entwurf um 1907, versteigert (Schätzwert € 1.400 -1.600), für eine Tischlampe aus Bronze von Bruno Zach mit einem „Reigen“ erwartet sich das Dorotheum 3.000 bis 4.000 Euro. Die “Kleine Schalenträgerin“ von Susi Singer aus Keramik, ein Entwurf von 1922, ausgeführt von der Wiener Werkstätte, ist mit 1.200 bis 1.400 Euro geschätzt. (Foto: © Dorotheum)


21 | KUNST.INVESTOR Dorotheum

Eduard Klablena(1881–1933), Schale mit Pavianen,Langenzersdorf um 1918, Keramik, farbig staffiert, Unterseite mit lig. Mgr. EK, Höhe 5,5 cm, Dm. 8,3 cm (Schätzwert € 1.200 – 1.500)

Michael Powolny, Aufsatz mit 2 stehenden Putten, Entwurf um 1907, Ausführung Wiener Keramik, naturweißer Scherben, farbig staffiert, Unterseite mit eingepr. Mgr. MP, Marke WK und Modellnr. 113, Höhe 20 cm (Schätzwert € 1.400 – 1.600)


28 | KUNST.INVESTOR Art Cologne Deutsche Telekom verleiht zur Messe für die beste Präsentation den ART COLOGNE Award for NEW POSITIONS 21 junge Talente zeigen frische Arbeiten im Förderprogramm NEW POSITIONS

Das Förderprogramm der ART COLOGNE (16. bis 19. April), die NEW POSITIONS, gibt jungen Künstlern bereits seit 1980 die Möglichkeit, ihre Werke auf einer 25 Quadratmeter großen Sonderfläche an den Ständen ihrer Galerien zu präsentieren. Für die diesjährige Messe hat eine Fachjury 21 Positionen ausgewählt. Zusätzlich zur Ausstellungsfläche wird der beste Teilnehmer während der Messe mit dem ART COLOGNE Award for NEW POSITIONS ausgezeichnet, der durch die Deutsche Telekom ermöglicht wird. Der Preis im Gesamtwert von 10.000 Euro beinhaltet eine Einzelausstellung mit begleitendem Katalog in der artothek, Raum für junge Kunst, Köln. Die finanziellen und administrativen Mittel für die Durchführung des Förderprogramms stellen die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien, das Land NRW, der Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler (BVDG) sowie die Koelnmesse zur Verfügung. Die Verleihung des ART COLOGNE Award for NEW POSITIONS findet am Samstag, 18.04.2015 um 17:00 Uhr statt. Elina Autio (Galerie Anhava, Helsinki) überführt die Malerei in den Raum, indem sie auf den Wänden umlaufende pastellfarbene Rohre aus Wellpappe platziert. Dabei orientiert sie sich am üblichen Maß von Industrierohren und deren metallenen Befestigungen. Durch die Anordnung und die Farbigkeit erzeugt sie einen kinetischen Effekt und lässt Betrachter trotz der technischen Anmutung in einen sinnlichen Farbraum eintauchen. Die Auseinandersetzung mit Raum, Bild und Körper ist Thema von Alexander Bornschein (Galerie Linn Lühn, Düsseldorf). Der junge Düsseldorfer experimentiert mit Siebdrucken, die er auf unterschiedlichste Träger – Furnierholzblätter, Plexiglas, Fahnenstoff – aufbringt und teils frei im Raum platziert, wenn er eine Rückkopplung zwischen Bild und Architektur intendiert. Carmen Brucic (Galerie Elisabeth und Klaus Thoman, Wien/Innsbruck) lässt sich bei ihren Fotografien und fotografischen Installationen von Träumen und Fantasien leiten. Zeit und Vergänglichkeit spielen ebenso eine Rolle wie der eigene biographische Hintergrund. Dabei changieren die von ihr kreierten

Bilder zwischen Fotografie und Film und werden gelegentlich mit Soundinstallationen gekoppelt. Der Kubaner Yoan Capote (Ben Brown Fine Arts, London/Hong Kong) ist Bildhauer, Maler, Zeichner und Objektkünstler, der zum Teil Alltagsgegenstände ihrer Funktion enthebt und sie verfremdet. Ein Gitterzaun wird so verformt, dass menschliche Profile sichtbar werden, Stuhlbeine werden absurd verlängert, ein Frauenschuh und ein Männerschuh werden miteinander verbunden. Die Strukturen des menschlichen Gehirns bilden die Basis für ein Labyrinth.Capote schafft humorvolle, irritierende und paradoxe Bilder, die politisch, sozial oder psychologisch aufgeladen sind. Materialbezogen ist die Malerei von Jeff Depner (Galerie Anke Schmidt, Köln). In den sorgfältig austarierten abstrakten Kompositionen sind bewusst die Arbeitsspuren sichtbar. Geometrische Elemente und architektonische Formen in oft leuchtenden Farben treten auf. Der Prozess des Konstruierens und Dekonstruierens bleibt ablesbar.


30 | KUNST.INVESTOR Art Cologne

Die libanesische Künstlerin und Bloggerin Zena el Khalil (Galerie Giorgio Persano, Turin) nimmt in ihren Installationen und Videos Bezug auf die Folgen der Belagerung und Zerstörung ihres Heimatlandes. Die Kriegserfahrungen prägen auch ihre Bilder, in denen sie die Schönheit von Ornamenten mit der Gewalt der Alltagswirklichkeit kombiniert. Jedes ihrer Werke ist eine mehrfach gebrochene Antwort auf die Allgegenwart von Gewalt und Bedrohung, dabei spielt oft auch die private Familiengeschichte mit hinein. Katelyn Farstad (Galerie Luis Campaña, Berlin) verwendet banale Alltagsmaterialien, die sie gelegentlich sogar im Müll aufstöbert. Daraus entstehen betörend farbenfrohe Objekte und Assemblagen von großer erzählerischer Kraft. Helen Feifel (Kadel Willborn, Düsseldorf) ist als Malerin und Bildhauerin tätig. Gefäße, Masken und abstrakte Idole baut sie aus den Scherben billiger Porzellane und Keramiken auf. Der Konstruktion liegen malerische Kriterien zugrunde. Mit ihren neuen Zeichnungen spielt sie auf die Stillleben-Malerei des 16. Jahrhunderts an. In den bemalten Fotografien gehen skulpturale und malerische Praxis eine raffinierte Verbindung ein. Im Spannungsfeld zwischen Form und Inhalt, Gegenständlichkeit und Abstraktion bewegen sich die Werke des Malers Pius Fox (Galerie Conrads, Düsseldorf). Der Berliner nutzt die ganze Bandbreite der Kunstgeschichte als Inspirationsquelle. Erfindung, Abbildung und Imagination mischen sich auf höchst subtile Weise in seinem vielseitigen Schaffen. Komplexe Verfahren liegen den Arbeiten von Sabrina Fritsch (Van Horn, Düsseldorf) zugrunde. Schicht um Schicht trägt sie Farbe auf, schleift sie wieder ab und setzt groben Rupfen vor die Leinwand, dessen Gitterstrukturen wie Fenster erscheinen. Fritsch erkundet in ihren Werken das Wesen von Malerei und deren vielfältige Möglichkeiten im Hinblick auf Material,

Form und Farbe. Die Bilder erzählen vom Malprozess an sich, Betrachter sind zur Teilhabe an malerischen Forschungsreisen eingeladen. Die Arbeiten von Philipp Hamann (M 29 • Richter • Brückner, Köln) sind stark autobiographisch geprägt und dienen als Mittel zur Selbsterfahrung. „Wer bin ich ?“ und „Wo komme ich her ?“ sind zentrale Fragen, die der Medienkünstler in Performances, Video-, Dia- und Fotoinstallationen umkreist. Auf teils ganz schlichte Weise entfaltet er komplexe Geschichten, in denen es um Kindheit und Erwachsenwerden, um Zerbrechen und Scheitern geht. Die Suche nach Identität ist das Thema von Alex Lebus (Galerie Eigen + Art, Berlin/Leipzig). Er bringt Worte und Zeichen auf Spiegel, Fenster oder Flächen auf, sodass sich das Abbild des Betrachters mit den Arbeiten verbindet. Es ergibt sich ein raffiniertes Wechselspiel aus verschiedenen Ebenen: Wahrheit und Lüge, Schein und Sein, vorne und hinten, richtig und falsch herum. Der Mensch in seiner Verletzlichkeit bewegt den Maler Reima Nevalainen (Galerie Forsblom, Helsinki). Verzerrten, skelettartigen oder in Auflösung befindlichen Körpern sieht man sich auf den großformatigen Leinwänden des Finnen gegenüber. Der Vergänglichkeit und Begrenztheit menschlichen Lebens verleiht er in aufwendigen Mischtechniken, bei denen gelegentlich auch Sand zum Einsatz kommt, expressiven Ausdruck. Vincent Olinet (Galerie Laurent Godin, Paris) probiert sich in verschiedensten Medien aus und lässt sich häufig von der Historie oder der Märchenwelt inspirieren. ‚Young Ruins‘ ist der Titel einer Serie von Bildern auf Glas, auf denen er die Strukturen von Stuckmarmor imitiert.


32 | KUNST.INVESTOR Art Cologne

Vincent Olinet (Galerie Laurent Godin, Paris) probiert sich in verschiedensten Medien aus und lässt sich häufig von der Historie oder der Märchenwelt inspirieren. ‚Young Ruins‘ ist der Titel einer Serie von Bildern auf Glas, auf denen er die Strukturen von Stuckmarmor imitiert. Anton Ovidiu (Galerie Christine König, Wien) arbeitet unter anderem mit Mikrointerventionen im Stadtraum, die er in Videos und Fotografien festhält. Dafür entnimmt er etwa aus einer Baustelle eine Absperrplanke, die er im Atelier zersägt, neu verleimt und unbrauchbar gemacht wieder an den Standort zurückstellt, oder er bringt Wandinschriften aus Marseille auf Häuserwände in Wien auf. Das Künstlerduo Peles Empire (Galerie Wentrup, Berlin), bestehend aus Katharina Stöver und Barbara Wolff, nimmt nicht nur mit seinem Namen Bezug auf das in den rumänischen Karpaten gelegenen Schloss Peles. Die Ausstattung der ehemaligen Sommerresidenz von König Carol I. bietet ihnen auch das Ausgangsmaterial für ihre künstlerische Arbeit. In ihren Installationen verdichten sie den schlosseigenen Mix aus Renaissance- Gotik-, Barock- und Art DécoRäumen zu großformatigen Tableaus aus collagierten Fotokopien. Bestandteile früherer Arbeiten fließen in neue Installationen ein. Künstlerische Praxis ist das ständige Kopieren, Collagieren und Neuverbinden, das sich in skulpturalen Arbeiten fortsetzt. Der Chinese Ren Ri (Galerie Pearl Lam, Shanghai) erforscht die Beziehungen zwischen Mensch und Natur. Für die Serie ‚Yuansu II‘ schuf er Skulpturen mit Hilfe von Honigbienen. Dafür setzte er die Bienenkönigin in die Mitte eines transparenten Polyeders, während die Arbeitsbienen um sie herum bauten. Nach dem Zufallsprinzip änderte er alle sieben Tage die

Ausrichtung des Polyeders, nicht wissend, wie die Bienen auf die neue Situation reagieren würden. Die Libanesin Stéphanie Saadé (Galerie Akinci, Amsterdam) verwendet für ihre Werke vorzugsweise vorgefundene Gegenstände, die sie dem gewohnten Kontext entnimmt und mittels subtiler Eingriffe einem Bedeutungswandel unterzieht. Die Objekte haben oft einen Bezug zu ihrer eigenen Biographie. Diana Sirianni (Philipp von Rosen Galerie, Köln) schafft vornehmlich aus Holz und Pappe raumgreifende, fragile Installationen, die als dreidimensionale Collagen gelesen werden können. Für die Italienerin sind sie Ausdruck der beständigen Reorganisation der Welt und ihrer Elemente. Sie selbst greift bei neuen Arbeiten immer auf Ableitungen, Variablen und Kopien vorheriger Installationen zurück. Molly Springfield (Galerie Thomas Zander, Köln) wurde bekannt mit akribisch nachgezeichneten Fotokopien literarischer, philosophischer oder fotohistorischer Bücher. Dabei geben die feinen Graphitzeichnungen nicht nur den Text, sondern auch Notizen, Knicke und Unvollkommenheiten, die beim Lesen und Fotokopieren entstanden sind, wider. Zwei Jahre hat Springfield an einer 28-teiligen Serie über ein Kapitel aus Marcel Prousts ‚Auf der Suche nach der verlorenen Zeit‘ gearbeitet. In ihrer konzeptuellen Herangehensweise knüpft sie an historische Diskurse über die technische Reproduzierbarkeit an. Daniel Turner (Galerie Johann König, Berlin) erzeugt mit seinen Materialtransformationen unterschiedlichste Gefühle und erzielt mit minimalen Mitteln großen Eindruck. Mit Stahlwolle bearbeitet er großflächig Wände, transparenten Vinyl drapiert er über Holzrahmen. Bei den skulpturalen Arbeiten greift er auf vorgefertigte Elemente zurück.


34 | KUNST.INVESTOR Museum Gugging

Navrartils Gästebuch, Franz Gableck, „Modedame“, 1970, Rudolf Limberger, Überzeichnung, undatiert, ©Privatstiftung Künstler aus Gugging


35 | KUNST.INVESTOR Museum Gugging

Navratils Gästebuch, 1990, ©Privatstiftung-Künstler aus Gugging

navratils KÜNSTLER-GÄSTEBUCH.!

DDr. Leo Navratil, Gründer des Gugginger Zentrums für Kunst-Psychotherapie, war ein unermüdlicher Förderer der heute als Vertreter der Art Brut weltberühmten Künstler. Mit vielen verband ihn auch eine sehr persönliche Beziehung. Davon zeugt sein „Gästebuch" aus den 60er und 70er Jahren, dessen Ursprung ein altes Kunstbuch war. In diesem einzigartigen und authentischen Dokument verewigten sich zahlreiche Gugginger Künstler wie Johann Hauser, August Walla,

Oswald Tschirtner oder Rudolf Limberger, aber auch Künstler auf Besuch, wie Alfred Hrdlicka, Franz Ringel oder Arnulf Rainer hinterließen eigene Beiträge und Zeichnungen. Die von Johann Feilacher kuratierter Ausstellung zeigt zum ersten Mal alle Seiten des Gästebuches und es erscheint ein Faksimile dieses historischen Künstlerbuches als Katalog. Eröffnung der zwei Ausstellungen: 18. März um 19.00 Uhr- Dauer der Ausstellung bis 23. August 2015. (Foto: Museum Gugging)


36 | KUNST.INVESTOR Museum Gugging

Navrartils Gästebuch, Toni Scharf, Sehnsucht, 1971, 3 unbekannte Unterschriften, Franz Kamlander, Rote Kuh, undatiert, ©Privatstiftung Künstler aus Gugging


37 | KUNST.INVESTOR Museum Gugging

Julius Klingebiel Zellenwand rechts©Hans Starosta

julius klingebiel.zelle.!

Parallel zur Ausstellung „navratils Künstler-Gästebuch.!“ zeigt das Museum Gugging die Ausstellung „julius klingebiel.zelle.!“ . Julius Klingebiel (1904 – 1965) verbrachte viele Jahre seines Lebens als Psychiatriepatient im Landesverwahrungshaus in Göttingen. Dort bemalte er unermüdlich die Wände seiner Einzelzelle mit Landschaften, Tieren,

menschlichen Figuren, Wappen und Symbolen. Klingebiels Malerei fasziniert und bewegt bis heute und durch die begehbare Reproduktion seiner Zelle als fotografische Rauminstallation wird seine Kunst auf ganz besondere Art erlebbar gemacht. Dauer der Ausstellung bis 11. Oktober 2015 (Foto: Museum Gugging)


38 | KUNST.INVESTOR Museum Startgalerie Artothek – „Die 80er Jahre“

Hubert Schmalix, Brunnenfigur, 1981 Öl auf Leinwand | oil on canvas, 95,5 x 80 cm, Foto © MUSA


39 | KUNST.INVESTOR Museum Startgalerie Artothek– „Die 80er Jahre“

Linda Christanell. Karin Mack, Margot Pilz aus der Fotoinstallation „Wir über uns“, 1982 Schwarzweiß, Foto © MUSA

Die 80er Jahre - Pluralismus an der Schwelle zum Informationszeitalter Rückblickend auf das vierte Jahrzehnt seiner Sammlungsgeschichte untersucht das MUSA die 1980er Jahre. Diese Phase der heftig diskutierten „Postmoderne“ ist vom Erstarken des Kunstmarkts geprägt, der anfänglich vor allem auf die männlich dominierte Malerei der „Neuen Wilden“ setzte. Die große Aufmerksamkeit, die dieser internationalen Strömung zuteil wurde, lässt leicht übersehen, dass sich daneben zahlreiche andere Richtungen etablierten. Die geometrische Abstraktion als „Neue Geometrie“ oder „Neo Geo“ wurde als Gegenentwurf zur expressiven Grundhaltung der figurativen Malerei gesehen. Auch Kitsch und Ironie werden als Antistilmittel häufig eingesetzt. Besonders wichtig erscheint die Tendenz zur Entmaterialisierung der Kunst, die unter verschiedenen Zielsetzungen vorangetrieben wurde. Die Fotografie hat sich erstmals nach 1945 einen prominenten Platz in der Wiener

Kunst erkämpft, Konzept und neue Medien spielen ebenso eine wichtige Rolle wie der Computer, der auch als bildnerisches Mittel seinen Siegeszug beginnt. So wie in diesen Bereichen waren auch in der Erweiterung des Wiener Aktionismus viele Künstlerinnen führend beteiligt. Dieser künstlerische Pluralismus bildet sich auch in der Sammlung des MUSA ab. Unser Fokus richtet sich einerseits auf das allgemeine Spektrum der Kunst dieser Zeit, andererseits aber auch darauf, wieweit die genannten künstlerischen Phänomene Eingang in die Sammlung fanden. In den 1980er Jahren gelang es der Kulturabteilung, eine allmähliche Professionalisierung im Sammlungsmanagement herbei zu führen. Die Berufung einer Ankaufsjury, die ab 1986 mehrmals jährlich Empfehlungen für die Ankäufe abgab, ist ein Meilenstein in der Sammlungsgeschichte des MUSA. Ausstellungsdauer: 28.4.2015 – 24.10.2015 (Foto: © Museum Startgalerie Artothek)


40 | KUNST.INVESTOR Museum Startgalerie Artothek– „Die 80er Jahre“

Siegfried Anzinger, Ochs und Vogelspinne, 1986 Eitempera auf Leinwand | egg tempera on canvas, 140 x 100 cm, Foto © MUSA


41 | KUNST.INVESTOR Museum Startgalerie Artothek– „Die 80er Jahre“

Erwin Wurm, Tänzerin, 1985 Papiermaché, Acryl, Holzsockel | paper-mâché, acrylic, wooden pedestal, 100 x 45 x 45 cm, Foto © MUSA


42 | KUNST.INVESTOR Museum Startgalerie Artothek– „Die 80er Jahre“

Robert Zahornicky aus der Serie „Puzzle“: Anka H, 1986, Fotocollage (Polaroid SX-70) auf Karton, 65 x 48 cm, Foto © MUSA


43 | KUNST.INVESTOR Museum Startgalerie Artothek– „Die 80er Jahre“

Dora Maurer, Relatives Quasibild Nr. 4, 1989 Acryl auf Holz | acrylic on wood, 100 x 70 cm, Foto © MUSA


44 | KUNST.INVESTOR Essl Museum – „Die wilden Jahre“

Alois Mosbacher, Kummerkopf, 1983, © Alois Mosbacher, Foto: Im Kinsky

„Die wilden Jahre“ Mit der Ausstellung „Die wilden Jahre“ greift das Essl Museum einige der zeitgeistigen österreichischen Malereipositionen der 1980er-Jahre auf, die damals einen Hype erzeugten und international hoch im Kurs waren. Gezeigt werden Werke zwischen 1980 und 1985 von Siegfried Anzinger, Erwin Bohatsch, Herbert Brandl, Gunter Damisch, Alois Mosbacher, Hubert Scheibl, Hubert Schmalix und Otto Zitko. Diese Künstler machten ab Ende der 1970er-Jahre international auf sich aufmerksam, indem sie auf die theorielastigen Positionen und Diskurse der 1960erund 1970er-Jahre mit einer heftigen, unbekümmerten zeitgeistigen Malerei geantwortet haben. Sie firmierten unter dem Namen „Neue Wilde“. Oft noch Studenten, malten sie ganz frech expressiv und gestisch aus dem Bauch heraus. Sie „produzierten“ regelrecht ein Bild nach dem anderen und hatten damit innerhalb kürzester Zeit den Kunstmarkt erobert. Mit Arbeiten der Maler Siegfried Anzinger, Erwin Bohatsch, Herbert Brandl, Gunter Damisch, Alois Mosbacher, Hubert

Scheibl, Hubert Schmalix und Otto Zitko wird ein Einblick in einen Teil des österreichischen Kunstschaffens gegeben, in dem ein Hype um die Malereien dieser jungen Künstler entstand. Essentielles Fundament im Werk von Anzinger, Bohatsch, Mosbacher und Schmalix waren figurative Bildthemen, die mit expressivem, oft sogar gestischem Pinselstrich vorgetragen waren. Von arkadischen Szenen über Mensch- und Naturdarstellungen bis hin zu ichbezogenem Leid und Sehnsucht sind Themen dieser Malerei. Herbert Brandl, Gunter Damisch, Hubert Scheibl und Otto Zitko entdecken eine abstrakte Bildsprache für sich, die von den österreichischen Vertretern der „Wilden“ ebenfalls als Option für das Wiederaufkommen der Malerei gesehen wurde. Initiiert durch Star-Kuratoren der 1980er-Jahre wie Harry Szeemann, Achille Bonito Oliva oder hierzulande Wilfried Skreiner wurde der Boom um die Werke dieser jungen Maler von einigen Galerien in Österreich noch weiter vorangetrieben.


45 | KUNST.INVESTOR Essl Museum – „Die wilden Jahre“

Hubert Schmalix, Nackter Mann, 1982, © Sammlung Essl Privatstiftung, Foto: Franz Schachinger, Wien

Erwin Bohatsch, Das gefundene Herz, 1983, © Sammlung Essl Privatstiftung. Foto Graphisches Atelier Neumann, Wien


46 | KUNST.INVESTOR Essl Museum – „Die wilden Jahre“

Hubert Schmalix, Ohne Titel, 1982, © Sammlung Essl Privatstiftung, Foto: Photoatelier Laut, Wien


47 | KUNST.INVESTOR Essl Museum – „Die wilden Jahre“

Hubert Scheibl, Ohne Titel, 1985, © Sammlung Essl Privatstiftung Foto: Franz Schachinger, Wien

Bald stürzten sich internationale Sammler geradezu auf die heftig gemalten Bilder und trieben den Hype um sie dadurch an die Spitze. Die „wilde“ Malerei der frühen 1980er-Jahre war kein rein österreichisches Phänomen, sondern insbesondere auch in Deutschland und Italien, der Schweiz, Ungarn, Frankreich oder den USA gab es zur selben Zeit dieselben Tendenzen einer Rückkehr zum Tafelbild und ein Abfallen von theorielastiger Avantgardekunst der 1960er- und 1970er-Jahre. Blieb der Austausch der Künstler international zwar oftmals eher gering und konzentrierte sich auf Gruppenausstellungen, verband die Bewegungen in den Ländern alle die Rückbesinnung auf Malerei als sinnliches Medium und ein Interesse an expressiver Malerei. Die Arbeiten der „Neuen Wilden“ versuchen keine Geschichten zu erzählen, doch sind Figuren und Objekte im Bild oft so zusammengestellt, dass sie die Vorstellung einer möglichen Handlung zulassen. Die Maler verstehen es, starke optische

Reize zu erzeugen, mit denen sie die Betrachter in Bildwelten mit chiffrenartig angelegten Inhalten führen. Die Kunst der „Neuen Wilden“ ist ein Zeitphänomen, das etwa 1985 wieder im Abklingen war. Der Hype war vorbei, die Kunstmarktblase geplatzt und viele Künstler schlugen dadurch hart auf dem Boden der Tatsachen auf. Da blieb für viele nur die Flucht nach vorne, um sich künstlerisch „neu“ zu erfinden. Anders als die Ausstellung „Neue Wilde – Eine Entwicklung“ im Essl Museum 2004, die den Schwerpunkt auf die künstlerische Weiterentwicklung der damaligen Proponenten legte, widmet sich diese Ausstellung ganz den heftigen, vom schnellen Malduktus getriebenen Werken der in der Sammlung vertretenen Künstler dieser Zeit. Heute werden deren frühe Malereien nur noch selten gezeigt, sind aber gerade wegen ihrer kompositorischen und formalen Unmittelbarkeit wieder spannend zu sehen. . Ausstellung 18.03. – 31.05.2015 (Foto: Essl Museum)


48 | KUNST.INVESTOR Essl Museum

Peter Pongratz, Blumen, 2010, © BILDRECHT, Wien, 2015, Foto: Archiv des Künstlers

Peter Pongratz - Eine Retrospektive Der österreichische Künstler Peter Pongratz feiert heuer seinen 75. Geburtstag. Deshalb widmet ihm das Essl Museum eine große Retrospektive mit allen Werken der bisherigen Schaffensphasen und auch neuen, bisher noch nicht gezeigten Arbeiten. Die Ausstellung zeigt Werkserien des Künstlers von frühen, phantastisch anmutenden Landschaften über die Auseinandersetzung mit ozeanischer Kunst bis zu neuen, figurativ-abstrakten Arbeiten direkt aus dem Atelier des Künstlers. „Mein Leben ist auf Bildern aufgebaut – das ist meine Form zu kommunizieren“, so Peter Pongratz. Akademismen und künstlerischen Moden misstrauend, hat sich der Künstler einen kindlichen Blick auf die Welt bewahrt und sucht in

seiner Malerei und Grafik nach einem individuellen und stark gefühlsbetonten Ausdruck. Pongratz mischt seit seinen künstlerischen Anfängen in den 1960er Jahren das Figurale immer wieder mit dem Abstrakten und wendet sich dabei bewusst gegen die damals richtungsgebenden Fronten des Informellen oder des Phantastischen Realismus. Zeit seines Lebens ist er begeistert von der unverstellten und authentischen Kunst von Kindern, er beschäftigte sich mit Art brut, ist fasziniert von den Kulturen Ozeaniens und jener von Urvölkern. Dabei bezeichnet sich der Künstler selbst als Vorreiter der „wilden“ Malerei, die dann in den 1980er Jahren in Österreich, aber etwa auch in Deutschland für großes Aufsehen sorgt.


49 | KUNST.INVESTOR Essl Museum

Peter Pongratz, Heldenplatz, 1988/89, © BILDRECHT Wien, 2014, Foto: Photoatelier Laut, Wien

Peter Pongratz, Selbstporträt Badend, 2013, © BILDRECHT, Wien, 2015, Foto: Archiv des Künstlers


50 | KUNST.INVESTOR Essl Museum

Peter Pongratz, Arkadien, 2007, © BILDRECHT, Wien, 2015, Foto: Archiv des Künstlers

Peter Pongratz, One Morning in May, 2014, © BILDRECHT, Wien, 2015, Foto: Archiv des Künstlers


51 | KUNST.INVESTOR Essl Museum

Peter Pongratz, Hellhound On My Trail, 2004, © BILDRECHT, Wien, 2015, Foto: Archiv des Künstlers

1966 ging Pongratz von Graz nach Wien und lernte eine Gruppe von gleichgesinnten, wenn auch sehr unterschied-lichen MalerInnen kennen: Martha Jungwirth, Wolfgang Herzig, Kurt Kocherscheidt, Franz Ringel und Robert Zeppel-Sperl. „Deren Gemeinsamkeit bestand immerhin darin“, so Pongratz, „dass sie mit den bis dahin existierenden strengen Formen des bildnerischen Ausdrucks für ihre viel reicheren, üppigeren Vorstellungen von Kunst kein Auslangen mehr finden konnten, die aber aufgrund ihrer verschiedenen Ansätze in der Lage waren, die gesamte Bandbreite der notwen-digen Veränderungen und Erweiterungen für eine offenere Malerei zu zeigen,

die sich ab Mitte der 1960er Jahre abzu-zeichnen begann“. Otto Breicha ermunterte die Gruppe zu einer gemeinsamen Präsentation, die als große Ausstellung der „Wirklichkeiten“ im Mai 1968 in der Wiener Secession eröffnet wurde und als solche in die Kunstgeschichte eing-egangen ist. Die Ausstellung im Essl Museum umfasst rund fünfzig Jahre im Schaffen dieses außergewöhnlichen Malers und Grafikers und zeigt – bei gleichbleibendem Grundthema – die große Bandbreite und Vielfältigkeit seines Schaffens. In nicht chronologisch angeordneten Themenräumen werden verschiedene Werkserien vorgestellt. Ausstellung 18.03. – 07.06.2015 (Foto: Essl Museum)


52 | KUNST.INVESTOR Leica Galerie Wien

© Jim Rakete, Klaus Maria Brandauer, 2014

JIM RAKETE DIE BURG - INNENLEBEN Jim Rakete ist einer der renommiertesten Porträtfotografen der Gegenwart. Seit über 40 Jahren treffen wir in seinen Bildern die Größen der deutschsprachigen und internationalen Musik- und Filmszene, die er oft schon zu Beginn ihrer Karriere, noch vor dem großen Durchbruch, vor seine Kamera holte. Im Sommer letzten Jahres fotografierte Rakete das komplette Ensemble des Burgtheaters in siebenundsiebzig aufeinanderfolgenden Porträtbegegnungen. Als Ort diente dazu wochenlang eine abseits gelegene, mit wenigen Requisiten ausgestattete Probebühne im dritten Rang des Theaters, nur ein paar Schritte von der Gemäldegalerie der Burg entfernt. Die dabei entstandenen siebenundsiebzig Arbeiten sind jetzt erstmals in der Ausstellung JIM RAKETE. DIE BURG. INNENLEBEN in der Leica Galerie Wien zu sehen. Die Porträts,

fotografiert mit der Leica M Monochrom, sind ein Blick in das Innenleben des größten deutschsprachigen Theaters in Schwarzweiß. Wie bei den Proben zu einem Kammerspiel begegnet man den SchauspielerInnen und Schauspielern der Burg auf Augenhöhe und wie in den besten Bühneninszenierungen vermischen sich Persönlichkeit und Rolle der Darstellenden zu einer wahrhaftigen Performance. „Jim Rakete hat innerhalb von ein paar Tagen das gesamte Ensemble des Burgtheaters fotografiert. Einen nach dem anderen. Rekordverdächtige Akkordkunst... Diese Fotografien zeigen oft mehr, als derjenige, der sich hat ablichten lassen, preisgeben wollte. Ein Blick hinter die Selbstdarstellung.“ Joachim Meyerhoff. Leica Galerie Wien, Dauer der Ausstellung bis 16.05.2015 (Foto: Leica Galerie Wien)


53 | KUNST.INVESTOR Leica Galerie Wien

© Jim Rakete, Birgit Minichmayr, 2014

© Jim Rakete, Martin Wuttke, 2014


54 | KUNST.INVESTOR Leica Galerie Wien

© Jim Rakete, Mavie Hörbiger, 2014


55 | KUNST.INVESTOR Leica Galerie Wien

Š Jim Rakete, Aenne Schwarz, 2014


56 | KUNST.INVESTOR OstLicht, Galerie für Fotografie

© Ren Hang – OstLicht Galerie für Fotografie


57 | KUNST.INVESTOR OstLicht, Galerie für Fotografie

© Ren Hang – OstLicht Galerie für Fotografie

REN HANG - 任航 Provokant und direkt. Gleichzeitig ästhetisch, humorvoll und poetisch. Die Fotografien des chinesischen Künstlers Ren Hang (*1986) faszinieren durch ihre radikale Bildsprache. OstLicht. Galerie für Fotografie präsentiert die europaweit bisher umfangreichste Ausstellung des jungen Shootingstars. Ren Hangs analoge Fotografien erzählen von mensch-lichen Emotionen, von Beziehungen und Freundschaften, genauso wie von Angst und Einsamkeit. Junge Frauen und Männer – meist Freunde des Künstlers – posieren nackt in mal verletzlichen, mal expliziten Posen. Ihre Blicke oft direkt in die Kamera gerichtet, sind die Modelle immer in einer aktiven Rolle. In den Porträts vor monochromen Hintergrund, am Dach eines Hochhauses oder in der Natur, tauchen Tiere wie Schlangen, Vögel oder Katzen und Blumen als Requisiten auf. In verrenkten Posen und ungewöhnlichen Arrangements sind Körper bei Ren Hang etwas Abstraktes. Der menschliche, nackte Körper wird zur formbaren Skulptur und somit

entsexualisiert. Dabei schwingt immer ein subtiler Humor in den Fotografien des Künstlers mit. In Peking lebend und arbeitend, ist Ren Hang beeinflusst von der chinesischen Kultur und seinem direkten Umfeld. Seine Bilder sind auchPorträt seiner eigenen Generation und von Chinas urbaner Jugendkultur, die sich nach individueller Ungebundenheit und spiritueller Freiheit sehnt. Sie reflektieren eine spontane und freiheitssuchende Lebensweise. Hangs intime Fotografien fordern moralische und soziale Tabus Chinas direkt heraus, indem sie den menschlichen Körper und Sexualität, vor allem auch Homosexualität erkunden, die in China bis 2001 als Geisteskrankheit galt. Die regelmäßige Zensur seiner Bilder beeinflusst seine künstlerische Praxis und die Ästhetik seiner Fotografien. Sie sind einerseits sorgfältig inszeniert, andererseits ist ihnen das Momenthafte inhärent, das seiner – teils unfreiwillig – schnellen Arbeitsweise entspringt. (OstLicht, Galerie für Fotografie)


58 | KUNST.INVESTOR OstLicht, Galerie für Fotografie

© Ren Hang – OstLicht Galerie für Fotografie

© Ren Hang – OstLicht Galerie für Fotografie


59 | KUNST.INVESTOR OstLicht, Galerie für Fotografie

© Ren Hang – OstLicht Galerie für Fotografie

© Ren Hang – OstLicht Galerie für Fotografie


60 | KUNST.INVESTOR LENTOS Kunstmuseum Linz

Corinne Day, Kate 1990, 2006, © Foto LENTOS


61 | KUNST.INVESTOR LENTOS Kunstmuseum Linz

Mariana Fantich and Dominic Young, Apex Predator male shoes, 2010, © Foto LENTOS

LOVE & LOSS - Mode und Vergänglichkeit In den 1980er Jahren ziehen neue Inhalte und eine revolutionäre Ästhetik in die Welt der westlichen Mode ein. Die Suche nach Authentizität, Melancholie als Haltung sowie kühne Formexperimente waren bis dahin der bildenden Kunst vorbehalten. Nun werden sie in der Mode aufgegriffen. Radikal erfinden Galionsfiguren wie Martin Margiela und Rei Kawakubo den Schönheitsbegriff in der Mode neu. Deformation und Verschleiß werden unter ihren Händen zu aufregenden Stilmitteln. Die heute im Mainstream etablierten zerschlissenen Jeans haben in Entwürfen von Maison Martin Margiela und Comme des Garçons ihre Geburtsstunde erlebt. Mode wird zum Spiegel, in dem der Mensch die eigene Sterblichkeit erblickt. Sie betont

die Spuren der Zeit, preist die Vergänglichkeit und flirtet mit dem Tod. Mit zahlreichen Leihgaben aus internationalen Museen sowie direkt aus Ateliers werden Momente wechselseitiger Inspiration von Mode und Kunst von den 1980er Jahren bis heute gezeigt. Die Ausstellung feiert Schönheit und Abgründiges, poetische Momente und schwarzen Humor. Sie präsentiert ModedesignerInnen gemeinsam mit bildenden KünstlerInnen, High und Street Fashion, Fotografien, Videos, Skulpturen und Installationen. Ein Großteil der Exponate ist zum ersten Mal in Österreich zu sehen. Ausstellungsdauer: 13.3-7.6.2015 (Foto: LENTOS Kunstmuseum Linz)


62 | KUNST.INVESTOR LENTOS Kunstmuseum Linz

Birgit Jürgenssen, Ohne Titel, 1978/79, © Foto LENTOS


63 | KUNST.INVESTOR LENTOS Kunstmuseum Linz

Bernhard Willhelm Collection Women. 2013, © Foto LENTOS

Daniele Tamagni, Vive la sape #2, 2008, © Foto LENTOS


Bösendorfer´s Limitierte Edition "Schönbrunn" aus der Intarsien-Serie erfolgreich ausverkauft

Bösendorfer´s Start in das Jahr 2015, mit dem neuen Modell der limitierten Edition Schönbrunn" wurde bei der Erstpräsentation zur NAMM Show USA ausverkauft. Die Bestellungen erfolgten aus den USA, Kanada, Hong Kong, Japan und China für beide Ausführungen in Schwarz und Weiss. Auf Nachfrage beim Bösendorfer Geschäftsführer Brian Kemble zu diesem Erfolg, äußerte er sich folgend: "Das ist wirklich fantastisch. "Schönbrunn" ist die zweite limitierte Auflage unserer Intarsien-Serie, als Nachfolge für das Modell "Hummingbird" (dt. Kolibri). Unsere Partner sahen den erfolgreichen Verkauf des Modells "Hummingbird" und wünschten eine Fortsetzung dieser Serie. Unser Modell "Schönbrunn" zeigt, dass wir wohl genau den Geschmack unserer Kunden getroffen haben, die schönen Intarsien in Verbindung mit der 186jährigen Tradition unserer handgefertigten Instrumente mit dem berührenden Klang. Die einmaligen Intarsienarbeiten, die aufgrund der Sand-Schattierungs-technik fast dreidimensional wirken, in Kombination mit außergewöhnlicher handwerklicher Exklusivität unterstreichen diesen Erfolg, da nur 9 Besitzer weltweit in diesen Genuss kommen. Wir bemühen uns ständig neue Ideen und Lösungen zu finden, welche Kunden weltweit begeistern für diese einmaligen Instrumente. Ich glaube, das ist uns hier wieder gelungen. Es zeigt uns deutlich, es gibt eine wachsende Nachfrage nach unseren außergewöhnlichen und handgefertigten Instrumenten." der Bösendorfer Geschäftsführer Brian Kemble zu diesem Erfolg.


66 | KUNST.INVESTOR Vienna for Art’s Sake!

Vienna for Art’s Sake! Contemporary Art Show

13 herausragende zeitgenössische Künstler intervenieren im prunkvollen Barockambiente der ehemaligen Residenz des Prinzen Eugen von Savoyen. Die speziell für diesen Ort geplanten und entwickelten Kunstwerke sollen einen neuen Blick auf die Bedeutung zeitgenössischer künstlerischer Produktion werfen und die ungebrochene Kraft von Denkern und Visionären

sichtbar machen. Ausgangspunkt ist die Sammlung Vienna for Art’s Sake! – Archive Austria/Contemporary Art, der österreichische Beitrag für das Projekt Imago Mundi – Luciano Benetton Collection. Die 161 Arbeiten aus dieser Sammlung werden in der Primary Exhibition in der Sala terrena präsentiert.

Die 161 Künstler des Archive Austria Vito + Maria Elena Acconci, Uli Aigner, Gerry Ammann, Elena Ascari, Christian Ludwig Attersee, Alfredo Barsuglia, Friedrich Biedermann, Sabine Bitter & Helmut Weber, Reinhard Blum, Johanna Braun, Gilbert Bretterbauer, Sergej Bugaev Afrika, CHRISTO, Janet Olmsted Cross, Hermann Czech, Gunter Damisch, Matias Del Campo, Delugan Meissl Associated Architects, Hernan Diaz Alonso, Lui Dimanche, Andreas Donhauser, Veronika Drahotova, Georg Driendl, Nathalie Du Pasquier, Heinrich Dunst, Gregor Eichinger, Raha Farazmand, Marina Faust, Didier Faustino, Tone Fink, Heinz Frank, Padhi Frieberger, Gab/Mer: Gabor Bachmann, Gab/Mer: Meral Yasar, Frank O. Gehry, Sara Glaxia, Beka Goedde, Chris Goennawein, Dorothee Golz, Franz Graf, Gregor Graf, Sophie Grell, Harald Gründl - EOOS Design, Helmuth Gsöllpointner, Johann Georg Gsteu, Zaha Hadid, Florian Hafele, Heiri Häfliger, Aglaia Haritz, Zvi Hecker, Kurt Hentschläger, Roger Herman, Yuki Higashino, Benjamin Hirte, Richard Hoeck, Edgar Honetschläger, Michael Höpfner, Fred Jellinek, Magdalena Jetelová, Brookhart Jonquil, Franka Kassner, Milli Kaufmann, Herwig Kempinger, Michael Kienzer, Peter Kogler, Rebecca Kolsrud, Zenita Komad, Elisabeth Kopf, Willi Kopf, Julia Körner, Kasper Kovitz, Elena Kovylina, Brigitte Kowanz, Doris Krüger & Walter Pardeller, Elke Krystufek, Christoph A. Kumpusch, Hans Kupelwieser, Helmut Lang, Sonia Leimer, Andrea Lenardin Madden, Ulrike Lienbacher, Ross Lovegrove, Marko Lulic, Constantin & Clemens Luser, Greg Lynn, Mark

Mack, Sandra Manninger, Luiza Margan, Ewald Maurer, Thom Mayne, mischer’traxler: Katharina Mischer & Thomas Traxler, Rudi Molacek, Julie Monaco, Eric Owen Moss, Otto Muehl, Anca Munteanu Rimnic, Johann Neumeister, Flora Neuwirth, the next ENTERprise: Marie-Therese Harnoncourt & Ernst J. Fuchs, Michael Niemetz, Hermann Nitsch, Oswald Oberhuber, PauHof: Michael Hofstätter & Wolfgang Pauzenberger, Gustav Peichl, Roman Pfeffer, Franz Pomassl, Wolf D. Prix - COOP HIMMELB(L)AU, Carl Pruscha, Stephanie Rauch, Lucas Reiner, Paul Renner, Martyn Reynolds, Franz Riedl, Paul Ritter, Alexis Rochas, David Roth, Charly Roussel, Constanze Ruhm, Peter Sandbichler, Martina Schettina, Alfons Schilling, Kristina Schinegger & Stefan Rutzinger, Eva Schlegel, Hubert Schmalix, Ferdinand Schmatz, Anneliese Schrenk, Vera Sebert, Elfie Semotan, Nicole Six & Paul Petritsch, Kiki Smith, Bernhard Sommer, Marcelo Spina, Beatrice Stähli, Rudi Stanzel, Station Rose: Elisa Rose & Gary Danner, Kamen Stoyanov, Gabriele Sturm, Helmut Swiczinsky, Michael Szivos, Linda Taalman, tat ort: Alexandra Berlinger & Wolfgang Fiel, TEAM[:]niel: Veronika Bayer, Daniel & Claudia Feyerl, Anthony Titus, Iv Toshain, Josef Trattner, Gerhard Treml, Iké Udé, Joep Van Lieshout, Koen Vanmechelen, Manfred Wakolbinger, Martin Walde, Walking Chair: Karl Emilio Pircher & Fidel Peugeot, Adam WehselySwiczinsky, Hans Weigand, Markus Wilfling, Matthew Wilkinson, Hiro Yamagata, Giulio Zanet, Dragan Zivadinov, Heimo Zobernig, Antoinette Zwirchmayr

13 Interventionen – 13 Künstler Vito + Maria Elena Acconci, Zaha Hadid, Magdalena Jetelová, Michael Kienzer, Hans Kupelwieser,Joep Van Lieshout, the next ENTERprise: Marie-Therese Harnoncourt & Ernst J. Fuchs, Hermann Nitsch, Eva Schlegel, Kiki Smith, Iv Toshain, Koen Vanmechelen, Manfred Wakolbinger


68 | KUNST.INVESTOR G2 Kunsthalle Leipzig

Leipzig 2015. Sammlung Hildebrand

Rigo Schmidt, Golden Eye I, 2011, Sammlung Hildebrand, Leipzig

Leipzig- Am 22. März 2015 eröffnet die G2 Kunsthalle in Leipzig mit ihrer ersten Ausstellung ‚Leipzig 2015. Sammlung Hildebrand‘. Im Jubiläumsjahr der Stadt Leipzig zeigt die Eröffnungsausstellung ausgewählte Werke aus der Privatsammlung Hildebrand, die erstmals öffentlich zu sehen sind. Die Präsentation vereint ca. 60 Arbeiten junger, aber auch international renommierter Künstlerinnen und Künstler, die an der Hochschule für Grafik und Buchkunst studiert haben, darunter wichtige Namen wie Tilo Baumgärtel, Uwe Kowski, Rosa Loy, Neo Rauch, David Schnell oder Matthias Weischer. Ergänzt und in einen breiteren Kontext gesetzt wird die Auswahl durch drei weitere in der Sammlung vertretene zeitgenössische Positionen, die zum Sammelschwerpunkt Leipzig in Beziehung gesetzt werden: Daniel Richter, Ruprecht von Kaufmann und Stephan Balkenhol. Alle ausgestellten Werke sind in den letzten 15 Jahren entstanden und geben einen facettenreichen Einblick in Tendenzen der aktuellen Malerei, die wie keine andere Gattung die

Tradition der Leipziger Hochschule in besonderem Maße geprägt hat. Der Fokus auf die Malerei wird durch Arbeiten aus den Bereichen Skulptur, Fotografie und Zeichnung erweitert.Das neu gegründete G2 verfügt über eine Ausstellungsfläche von mehr als 1000 Quadratmetern im Zentrum Leipzigs, das 2015 sein 1000-jähriges Stadtjubiläum feiert. Der Besucher hat die Möglichkeit, Einblick in eine von privater Kunstleidenschaft geprägte Sammlung zu erhalten und sich einen Eindruck von Formenvielfalt und Themenreichtum der Malerei in Leipzig nach 2000 zu verschaffen. Im G2 werden künftig dauerhaft Teile der umfangreichen Sammlung Hildebrand öffentlich ausgestellt und im Kontext zu anderen Positionen der Gegenwartskunst in mehrmals jährlich wechselnden Ausstellungen gezeigt. Das G2 versteht sich als Institution in Ergänzung zu den Ausstellungsaktivitäten im Bereich der zeitgenössischen Kunst in der Leipziger Innenstadt. (Foto: G2 Kunsthalle Leipzig)


69 | KUNST.INVESTOR Galerie Raum mit Licht

© Diana Artus & Karin Fisslthaler (2014)

The Broken Telephone Diana Artus und Karin Fisslthaler Ausgangspunkt der Arbeiten von Diana Artus und Karin Fisslthaler ist eine Skepsis gegenüber dem „Wahrheitsgehalt“ von Bildern sowie die Suche nach multiplen, oftmals verborgenen Bedeutungen im scheinbar Eindeutigen. Diese Suche vollzieht sich in einem gemeinsamen medialen Interessenbereich: der Darstellung des menschlichen Körpers und seiner Körpersprache, seiner Handlungen, Haltungen und Gesten sowie der Wechselwirkung zwischen diesen Bildern und der Verfasstheit des zeitgenössischen Individuums. Beide Künstlerinnen richten ihren Blick auf Momente, in denen sich der Körper in seiner „Verkörperung“ zeigt oder in denen aus Abbildungen Imaginationen werden – also auf jene Ereignisse, die sich entlang von Grenzen zwischen Zeigen und Verbergen, in Erscheinung treten und Verschwinden bewegen. Das fotografische sowie das gefundene Bild,

entnommen aus unterschiedlichen, oftmals popkulturellen Kontexten, sind die Ausgangsmaterialien beider Künstlerinnen, für deren Bearbeitung, Dekonstruktion und Umdeutung sie jedoch unterschiedliche, dem jeweiligen Trägermaterial entsprechende, spezifische Verfahren entwickelt haben. Vor diesem Hintergrund widmet sich die gemeinsame Ausstellung dem Thema einer offenen Korrespondenz über kollektive Bildwelten und Vorstellungen von dem, was uns umgibt, was uns verbindet und was uns voneinander trennt. Der Ausstellungstitel referiert dabei auf das Kinderspiel „Stille Post“, bei dem die übermittelten Nachrichten durch kreatives Missverstehen bei der Weitergabe einer permanenten Bedeutungsverschiebung unterliegen. Galerie Raum mit Licht - Dauer der Ausstellung bis 8. Mai 2015(Foto: Galerie Raum mit Licht)


70 | KUNST.INVESTOR Kunsthalle Dresden

Burkhard Held, Claudia III, 2014

True Lies Burkhard Held

Dresden- Die Kunsthalle Dresden präsentiert die Ausstellung True Lies von Burkhard Held. Die präsentierten Gemälde sind eine Werkschau seines Schaffens. gezeigt werden weit über 30 ausgewählte Werke, die die Themengebiete Landschaft und Florales umfassen, aber auch seine jüngste bildnerische Auseinandersetzung mit Szenen und Portraits aus großen Filmen, als malerische und motivische Ergänzung. Es wechseln sich schroffe Felsen mit bizarren Formen ab. In dramatischen Farben gemalt, stehen sie im Kontrast mit ausgedehnten Weiten. Burkhard Helds charakteristische Behandlung seiner

Sujets führt zu einem spannungsreichen Wechsel von Farbfeldern und aufbrechenden Konturen, die auch seinen Filminterpretationen innewohnen. Vergleichsweise feine Linien nehmen dem zunächst massiv und überlegen angeordneten Gebirge einen Teil der Massigkeit und lassen es filigran erscheinen. Burkhard Held, 1953 in Berlin geboren, studierte in den Jahren 1972 - 1978 Malerei bei Professor Dietmar Lemcke an der Berliner Hochschule der Künste. Nach anschließendem zweijährigen Arbeitsstipendium in Spanien ist er seit 1993 Professor an der Universität der Künste in Berlin. (Foto: Kunsthalle Dresden)


71 | KUNST.INVESTOR Kunsthalle Dresden

Burkhard Held, Close Up (Hand), 2013 - Foto Kunsthalle Dresden

Burkhard Held, Monte Rosa, 2008 - Foto Kunsthalle Dresden


72 | KUNST.INVESTOR RD GALLERY

© Roland Reiter, RINGE RINGE REIER, 2014

GHOST SKIN IN THE FUN HOUSE Unter dem Titel GHOST SKIN IN THE FUN HOUSE präsentiert Raimund Deininger bis 1. April neue Werke des Bildhauers und Musikers Roland Reiter in seiner neu eröffneten Galerie in der Laudongasse. Besonderes Gespür für das Unheimliche zeigt Roland Reiter in seinen Plastiken und teils bewegten Skulpturen. Dabei nutzt er oft organisches Material; Silikone, Wachs in Verbindung mit Echthaar oder Tierhäuten und

greift immer wieder auf die menschliche Figur zurück. Es sind zum Teil deformierte Körper zusammengeführt mit präparierten Tierkadavern und intime Blicke zwischen Eros und Ekel, die surreale Momente hervorrufen. Geisterhafte Erscheinungen jenseits normativer Vorstellungen, die Wahrnehmung und W irklichkeit herausfordern. (Foto: Raimund Deininger Gallery)


74 | KUNST.INVESTOR Bank Austria Kunstpreis

Bank Austria Kunstpreis 2014 Jubiläum für Österreichs höchst dotierten Kunstpreis. Der mit insgesamt 218.000 Euro dotierte Bank Austria Kunstpreis wurde heuer zum fünften Mal verliehen und wird für die komm-enden Jahre modernisiert. Hochkarätige Jury bestätigt herausragende Qualität der Einreichungen. Heuer feiert der Bank Austria-Kunstpreis mit dem fünfjährigen Bestehen sein erstes Jubiläum, er ist damit zum fixen Bestandteil in der heimischen Kulturlandschaft geworden. Über 1.500 Projekte wurden seit seiner Gründung im Jahr 2009 für den mit 218.000 Euro höchst dotierten österreichischen Kunst-preis eingereicht. Der Preis wird in den Kategorien „International“, „Regional“, „Kulturvermittlung“ und „Kulturjournalismus“ verliehen, womit vier relevante Säulen des heimischen Kulturschaffens abgedeckt sind. Besonders erfreut zeigt sich Cernko über die durchgehend hohe Qualität der eingereichten Projekte: „Zahlreiche Projekte konnten durch die Vernetzung von Wissenschaft und Sozialem überzeugen: Sie sind ein Beweis für die übergreifende und verbindende Rolle kulturellen Engagements.“ Erstmals wurden in den drei Hauptkategorien „International“, „Regional“ und „Kulturvermittlung“ jeweils zwei Sieger gekürt. Das Preisgeld in den Kategorien beträgt jeweils 70.000 Euro und wird zu gleichen Teilen von je 35.000 Euro an

beide Preisträger vergeben. Die Entscheidung der Jury zeugt von der hohen Qualität der Einreichungen und von der Attraktivität des heimischen Kulturangebots. Hochkarätig besetzte, interdisziplinäre Jury wählte sieben Gewinner In einem mehrstufigen Bewertungsverfahren wurden die Projekte von einer hochkarätig besetzten Jury bewertet. Dieser gehörten Thomas Angyan (Intendant der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien), Ingried Brugger (Direktorin Bank Austria Kunstforum Wien), Andrea Ecker (Leiterin der Kunstsektion im Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur), Herbert Föttinger (Direktor Theater in der Josefstadt), Walter Leiss (Generalsekretär Österreichischer Gemeindebund),Johanna Rachinger (Generaldirektorin Österreichische Nationalbibliothek), Klaus Albrecht Schröder (Direktor Albertina), Thomas Weninger (Generalsekretär Österreichischer Städtebund),Willibald Cernko (Vorstandsvorsitzender Bank Austria) und Anton Kolarik (Head of Identity & Communications Bank Austria) an.


75 | KUNST.INVESTOR Bank Austria Kunstpreis

Preisträger in der Kategorie „International“ More OHR Less“ ist ein Forum für die Vermittlung von Ideen und Visionen im Rahmen wissenschaftlicher Beiträge, das ein bildungsbewusstes, junges Publikum mit unterschiedlichen Veranstaltungsformaten während der Sommermonate anspricht. Der Schwerpunkt liegt auf Kunstdarbietungen aus den Bereichen Musik, Wortkunst und Darstellender Kunst. Das Festival „Vienna Independent Shorts“ widmet sich seit 2004 der Präsentation des internationalen Kurzfilmschaffens in Österreich sowie heimischen Produktionen im Ausland. Jährlich werden Ende Mai in Wien Kurzfilme mit einer Länge bis zu 30 Minuten in Wettbewerbsprogrammen, Retrospektiven und Spezialprogrammen präsentiert. Mit zehn internationalen Partnerfestivals leistet die österreichische Initiative einen wertvollen Beitrag zum internationalen Austausch und zur Etablierung österreichischer Filmkunst auf weltweiten Festivals. Im Rahmen einer Kooperation im Frühjahr 2014 mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ wurden österreichische Kurzfilme einem breiten Publikum online kostenlos zugänglich gemacht. Preisträger in der Kategorie „Regional“ Das „Kinderbuchhaus im Schneiderhäusl“ versteht sich als Raum

für künstlerische Nachwuchsförderung, Platz für Literaturvermittlung und Nährboden für Kultur. Abseits kultureller Ballungsräume wird im Mostviertel ein stetig wachsendes Programm geboten, das Kindern und Erwachsenen den Weg zum Medium Buch ebnet. Kinder können in über 2.000 ausgewählten Büchern schmökern. Ausstellungen begleiten das literarische Angebot und laden die jungen Leseratten dazu ein, sich selbst künstlerisch zu betätigen. In den Herbst- und Wintermonaten findet die Lesereihe „Der Ohrensessel – Vorlesen für Kinder“ statt. Gemeinsam mit der Robert Bosch Stiftung VivaVostok wird das multinationale Projekt „Labor: Grenzgänger“ realisiert, bei dem sich Kinder aus der Region mit Teilnehmern aus Tschechien und der Slowakei austauschen können. Schulklassen werden ganzjährig unterschiedliche Workshops angeboten, die ebenfalls der Literaturvermittlung dienen. Weitere Informationen auf http://www.kinderbuchhaus.at. Das Ausstellungsprojekt „Wächter von Oberwart“ erzählt von den Menschen und der Geschichte der Stadt. Die sechs Friedhöfe und drei Totengedenk-stätten fun-gieren dabei als kosmopolitische Erzählung der Provinz.


76 | KUNST.INVESTOR Bank Austria Kunstpreis Mit dem Projektnamen wird auch Bezug auf das Wappen der Stadt genommen, das einen bewaffneten Krieger in Uniform zeigt. Anhand unterschiedlicher Biografien von Menschen, die auf den Friedhöfen begraben sind, sowie wissenschaftlicher Abrisse zur Vergangenheit und Gegenwart der Oberwarter Glaubensgemeinschaften wird das wechselhafte Geschick einer äußerst heterogen zusammengesetzten Glaubensgemeinschaft aufgerollt. Die Rückbesinnung auf das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Ethnien und Religionen gewinnt vor dem Hintergrund der rassistisch motivierten Anschläge eine besondere Bedeutung. Kunstwerke, die im In- und Ausland explizit für die Ausstellung erarbeitet wurden, runden das Angebot einer Grenzerfahrung ab, die über die historische Beschreibung hinausgeht. Preisträger in der Kategorie „Kulturvermittlung“ Seit 1997 werden die „St. Florianer Brucknertage“ inmitten seiner geistigen Heimat und letzten Ruhestätte veranstaltet, wobei jedes Jahr nur eine Symphonie im Mittelpunkt steht, die in mehreren Aufführungsvarianten dargebracht wird. Die Orgelimprovisation spürt Bruckner als Organist und Improvisator nach, während das Spielen seiner Symphonie auf zwei Klavieren eine zu seiner Zeit gängige Kunstform war. Jazzversionen von Brucknerwerken spannen den musikalischen Bogen in die Gegenwart. Das kammermusikalische Rendezvous mit Bruckners Weggefährten rundet das Programm ab, dessen Höhepunkt das Symphoniekonzert darstellt. Seinem Ansatz, der Jugend Möglichkeiten zu geben, Musik zu erfahren und sich in ihr auszudrücken, folgen auch die „St. Florianer Brucknertage“. Die Eröffnung des einwöchigen Festivals wird von Jugendlichen gestaltet, die gemeinsam mit Dirigenten die jeweilige Symphonie erarbeiten. Die Initiative möchte Bruckner aus dem „sterilen Ghetto“ musealer Klassik-Pflege entreißen und seine Musik von den vielfältigen Klischees historischer, religiöser, scholastischer und politischer Vereinnahmung befreien. Als Kernprojekt des Vorarlberger Architektur Instituts wird mit „architekturJETZT“ Kultur an junge Menschen vermittelt und seit 2008 kontinuierlich weiterentwickelt. Die Plattform„ Unit Architektur“ auf http://www.unitarchitektur.at ist ein

lernendes System, das als offene Plattform zur Verfügung steht und Baukultur als fächerübergreifendes Thema an Schulen vermittelt. Künftigen Generationen soll das Wissen vermittelt werden, um Siedlungsräume kompetent und engagiert zu entwickeln. Die von Pädagogen und Architekten entwickelte Workshop-Einheit „UNIT“ ist ein Selbstbildungsregal für den Unterricht und wird von „MAGAZIN“ ergänzt, einer bunten Sammlung aus Ergebnissen mit Fotos, Videos, Reportagen, Aufsätzen, Interviews und Biografien. Facebook ist als Social Media-Kanal in die Interaktion mit Schulen und Interessierten integriert und ein Blog steht allen offen, die sich thematisch mit Architektur befassen möchten. „Watchdog mit Wirtschafts-Know-how“ als Preisträgerin in der Kategorie „Kulturjournalismus“. Die Jury zu Hedwig Kainbergers Auszeichnung: „Hedwig Kainberger verfügt nicht nur über die exzellenten Kenntnisse, Vermittlungsansätze und journalistischen Fähigkeiten, die eine herausragende Kunstkritikerin und Kulturjournalistin in einer klassischen Definition ausmachen, sie beweist sich überdies in ihrer wichtigen Rolle als Watchdog der wirtschaftlichen und politischen Vorgänge im Zusammenhang mit öffentlichen Kulturbetrieben. Ob Salzburger Festspiele oder Österreichische Bundestheater, Kainberger hat auch im vergangenen Jahr bewiesen, dass in der Kulturberichterstattung, nicht immer nur Kritik an einzelnen Personen angebracht ist, sondern vor allem an Strukturen und an Vorgängen, die mit einer modernen Good Governance auf Gemeinde-, Landesoder Bundesebene nur schwer in Einklang zu bringen ist.“ „Kultur leistet einen wesentlichen Beitrag für ein besseres Miteinander. Die Bank Austria ist stolz, den höchst dotierten Kunstpreis Österreichs bereits zum fünften Mal zu überreichen und damit herausragende Projekte auszuzeichnen“, erklärt Bank Austria Vorstands-vorsitzender Willibald Cernko im Theater in der Josefstadt. „Wir sind von der gesellschaftlichen Notwendigkeit einer lebendigen und vielfältigen Kulturlandschaft überzeugt. Die Qualität der diesjährigen Einreichungen ist eine Leistungsschau engagierter Projekte, die Menschen für Kultur begeistern und wichtige Denkanstöße liefern.“ (Foto: BANK AUSTRIA)


77 | KUNST.INVESTOR ALBERTINA

LEOPOLD KUPELWIESER, ERZHERZOG JOHANN IM ROCK MIT GRÜNEM AUFSCHLAG, 1828 © Neue Galerie Graz, Universalmuseum Joanneum, Foto: UMJ

VON DER SCHÖNHEIT DER NATUR DIE KAMMERMALER ERZHERZOG JOHANNS Die Albertina präsentiert ab 27. Februar 150 Meisterwerke der österreichischen Aquarellmalerei des 19. Jahrhunderts. Auftraggeber dafür war Erzherzog Johann (1782-1859), der mehrere Künstler - unter ihnen Jakob Gauermann, Matthäus Loder und Thomas Ender - als „Kammermaler“ in seine Dienste nahm. Ihre Aufgabe war es, Darstellungen der alpenländischen Regionen, vor allem des Herzogtums Steiermark, anzufertigen. So entstand ab 1802 eine höchst qualitätsvolle Sammlung von annähernd 1500 Blättern. Sie beinhaltet vor allem Veduten aber auch Trachtendarstell-ungen und Ansichten von frühen

Industrieanlagen. Von besonderem Reiz sind zusätzlich die bildlichen Schilderungen von Begebenheiten aus dem Leben von Erzherzog Johann - allen voran die berühmte Geschichte seiner Liebe zur Ausseer Postmeisterstochter Anna Plochl. Die Ausstellung präsentiert Meisterwerke dieser bedeutenden Sammlung, die sich bis heute im Besitz der Nachkommen des Erzherzogs erhalten hat und erstmals für die Öffentlichkeit bereitgestellt wurde. Ausstellungsdauer: 27. Februar bis 31. Mai 2015. (Foto: © Albertina)


78 | KUNST.INVESTOR ALBERTINA

KARL RUSS, LEOBNERINNEN, 1810/11. © Privatbesitz, EJ 68


79 | KUNST.INVESTOR ALBERTINA

MATTHÄUS LODER, ERZHERZOG JOHANN UND ANNA PLOCHL IM BOOT (I.), UM 1824/25, © Privatbesitz, EJ 263


80 | KUNST.INVESTOR Künstlerhaus Wien

SIMON QUENDLER - ESSENZ GOLD Simon Quendler - zeigt im Wiener Künstlerhaus unter dem Titel ESSENZ GOLD eine Einzelausstellung. Parallel dazu wird im Red Carpet Showroom, in der UBahn Station des Wiener Karlsplatz, ein Teilnachbau des Ateliers des Künstlers gezeigt. Sieht man den Künstler in seiner Werkstatt beim Arbeiten zu, ist es schwer vorstellbar, dass am Ende ein klassisches Gemälde entsteht. Es scheint, als ob man sich an einem apokalyptischen Filmset, oder in einem Labor befindet. Zwischen Feuer, Kohle, Bronzegüsse, Leinwänden, Aschehaufen, Wasserfässern, ausgestopften Vögeln und Farbbergen entstehen Werke, die bereits in internationalen Museen, Auktionshäusern und Galerien zu finden sind. In der Zeit, wo Simon Quendler eine Leinwand bespannt, schmelzen neben ihm, im 3000 Grad heißen Hochofen, Metalle und Erdmaterialien, die anschließend in die Gemälde einfließen. Lautes Motorengeräusch hallt durch die Räumlichkeiten - die Motoren werden dazu verwendet, um das Feuer auf die notwendige Temperatur zu bringen. "Das Aufbrechen von Strukturen mittels Verbrennung ist ein essenzieller Prozess, der uns dem Ursprung näher bringt", beschreibt Simon Quendler seine Technik. Das Mischen von Ölen und Farben durch eine selbstgebaute Zentrifuge erfordert höchste Konzentration. Aus einem Sammelsurium von konservierten Farben entstehen so, nach alchemist-

ischem Vorbild, Farbmischungen mit denen gemalt wird. Dieses extreme Verfahren sorgt dafür, dass sich Werke teilweise noch während der Ausstellungseröffnung durch Oxidation verändern und für neue, unerwartete, scheinbar zufällige Erscheinungen sorgen. Ohne dem Einfluss des Künstlers verändert sich, wie durch Geisterhand ein Objekt und drängt sich in den Vordergrund. Ein 70kg schwerer Bronze-Fisch, mit Federn statt Flossen - die Hybris ist ebenfalls in der Werkschau im Wiener Künstlerhaus zu sehen. Um der Urfarbe einen Schritt näher zu kommen, werden große Wasserfässer im Atelier eingelagert, um neue Farbexperimente voranzutreiben. Für ein Projekt für den Stromerzeuger "Verbund" lebte Simon Quendler über zwei Monate am Staubecken der Mur in der Steiermark, um Teilchen aus dem Wasser zu filtern, die dann für die Farbgebung relevant wurden. Es geht nicht um die Zerstörung des Bestehenden, sondern um die Besetzung von Gewohnheiten mit neuen Materialeigenschaften und dem kreationistischen Aufbau mittels Malerei. Sie Suche nach der Urfarbe ist die Suche nach Göttlichkeit in sich. Kunst soll sich wieder erheben, zu Größerem führen. Die Ausstellung ESSENZ GOLD trifft in die Wunden unserer Zeit und besticht durch Ruhe und Klarheit. Das zentrale Sujet in Simon Quendlers Schaffen ist und bleibt der Mensch und sein Handeln. (Foto: Künstlerhaus)


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KUNSTINVESTOR Nr. 3 - Ausgabe März 2015  

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