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DEZEMBER 2016

Millionen Preis im Dorotheum Triumph für die österreichische Moderne im Kinsky Ausverkauf für ein Museum Franz West- Astistclub - Das Glas der Architekten


KUNST.INVESTOR Editorial

Kunst als globale Ersatzwährung von hohem Prestige

Ein Jahr geht zu Ende, und sagen wir: „es war kein schlechtes Jahr“, Anlass zur Freude… oder!? Doch die vorliegende Ausgabe ist kein Jahresrückblick und Wirtschaftsreport. Heute halten Sie die aktuelle Ausgabe des e-Magazins KUNSTINVESTOR in „Händen“. Innovativ, exklusiv und stets mit dem richtigen Riecher für aktuelle Entwicklungen informieren wir Sie rund um alle wichtigen Themen, die nationalen und internationalen Kunstmärkte betreffend. Kunst ist ein interessantes Portfolio und unbestritten die schönste Beimischung für Ihr Investment- inspirierend, nicht allein in ideeller Hinsicht. Besonders in Zeiten, da Bullen auf sich warten lassen und Renditen an der Nulllinie kratzen, etablieren sich Kunstwerke als stabile, vor allem aber als rentable Assets. Eine Tatsache, der sich selbst hartgesottene Aktionäre nicht entziehen können. Außenseiter der Kunstgeschichte profitieren

davon nicht substanziell in Kunst interessiert zu sein, weil die zeitlichen Intervalle von einer Aktienbaisse zur nächsten immer wieder kürzer werden- wäre auch zu erwarten, dass die persönliche Entscheidung dieser Käufer weniger zählt. Wie schade. Und wie bezeichnend. Viele Sammler scheinen in Bilder wie in Aktien zu investieren. Käufer haben eben nicht nur wieder viel Geld, sie kultivieren auch einen sehr selektiven Blick. Mehr noch: Dieser Boom ist noch lange nicht an seine Grenzen gestoßen. Bilder, Antiquitäten und andere Sammelobjekte nehmen im Rahmen der Veranstaltungen einen immer höheren Stellenwert ein. Dies bestätigen die hervorragenden Ergebnisse der Auktionshäuser. Weil es bei allen Dingen des Lebens immer auf den richtigen Mix ankommt, wollen wir Sie nicht nur mit fundierten Hintergrundberichten, präzise recherchierten Topstorys sondern auch mit wichtigen Nachrichten begeistern. Viel Spaß wünscht Ihnen Michael Ruben Minassian

IMPRESSUM: Medieneigentümer, Chefredakteur & Herausgeber: Michael Ruben Minassian, Mail: office@kunstinvestor.at , Telefon: +43 1/ 236 53.1318 Verlagsadresse: MN Online & Content GmbH, 1110 Wien, Brehmstrasse 10/4.OG, Geschäftsführung: Markus Bauer, ATU 65091955, FN 330453k, Tel: +43 1/ 91920-9045, Fax: + 43 1/29 81-298, Website:www.kunstinvestor.at, Cover-Foto: © Auktionshaus im Kinsky, Johann Feilacher, „Talking 3“, 2002, Skulptur, Holz: Eiche, Metallplatte; 169 × 40 × 40 cm € 3.000- (Charity Auktion im Kinsky für das Museum des Nötscher Kreises)


KUNST.INVESTOR News

Rudolf Polanszky - Reconstruction, 2009 Mischtechnik auf Leinwand; gerahmt; 152 × 195 cm MEISTBOT € 20.000(OHNE (AUFGELD)

Ausverkauf für ein Museum Charity Auktion im Kinsky für das Museum des Nötscher Kreises „Als Juwel in der Museumswelt unseres Landes,“ bezeichnete Bernhard Hainz das Museum des Nötscher Kreises im Kärntner Gailtal, dem der umtriebige Anwalt als Vizeobmann vorsteht und um dessen Weiterbestand er angesichts der dramatischen Budgetkürzungen des Landes Kärntens kämpft. „Wenn die öffentliche Hand versagt, können nur mehr private Initiativen helfen!“, brachte es Ernst Ploil vom Auktionshaus im Kinsky auf den Punkt. Die Idee einer Benefizauktion mit Arbeiten von Kärntner Künstlern für ein Kärntner Museum, organisiert und abgehalten in Wien, war naheliegend, wenn auch nicht selbstverständlich. Hainz betonte daher auch, dass die

Künstler am Erlös der Auktion mitbeteiligt werden, damit nicht am Ende sie für das Versagen des Staates zahlen müssen. Auch nicht selbstverständlich aber selbstredend verzichtete das Auktionshaus auf Käuferprovisionen und die mittlerweile obligaten Folgerechtskosten. Ort und Zeitpunkt – die Vernissage der 114. Kunstauktion im Kinsky – waren gut getroffen: Von Fanfaren und der Musik des Swing Trios begleitet und in einem vollem Saal wurden alle bis auf eines der 21 angebotenen Objekte verkauft und erzielten in Summe den beachtlichen Betrag von € 124.400! Das Museum sollte nun auch sein drittes Jahrzehnt beginnen können.


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Erwin Bohatsch - o.T., 2016 Acryl, Öl auf Leinwand; ungerahmt; 200 × 251 cm MEISTBOT € 18.000 (OHNE AUFGELD)

1998 wurde in Nötsch im Kärntner Gailtal im Geburtshaus des Malers Franz Wiegele ein eigenes Museum für die Maler des sogenannten „Nötscher Kreises“ eröffnet. Die Malerfreunde Anton Kolig, Franz Wiegele, Sebastian Isepp und Anton Mahringer formierten sich Anfang des 20. Jahrhunderts in diesem abgelegenen Ort zu einer Künstlergruppe zusammen. Ihre Werke zählen heute zu den wesentlichen Kernzellen des österreichischen Expressionismus. Das Museum hat in den vergangenen Jahrzehnten eine eindrucksvolle Ausstellungsarbeit geliefert und avanc-

ierte zu einer wichtigen Kulturstätte in Kärnten mit nationaler und internationaler Ausstrahlung. Diese hervorragende Arbeit ist nun wegen der finanziellen Krise des Bundeslandes gefährdet. Drastische Kürzungen der Basissubvention haben trotz der stets ausgewogenen Budgetierung ein tiefes Loch gerissen. Der Vorstand des Museums hat daher in einer einmaligen Auktion, Künstler und Sammler, die dem Museum verbunden sind, für Arbeiten gebeten, die in einer Benefizauktion zugunsten des Museums versteigert werden. Foto: Auktionshaus ‚im Kinsky‘

21 Arbeiten von: Alex Amann, Ute Aschbacher, Erwin Bohatsch, Helga Druml, Johann Feilacher, Franz Grabmayr, Gudrun Kampl, Luisa Kasalicky, Guido Katol, Richard Klammer, Kiki Kogelnik, Cornelius Kolig, Valentin Oman, Rudolf Polanszky, Thomas Reinhold, Hans Schabus, Martin Schnur, Peter Sengl, Hans Staudacher, Fritz Steinkellner, Michaela Christina Wiegele


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Porträt Sarah Morris, Foto: Wendy Bowman

Sarah Morris Falls Never Breaks Die Künstlerin Sarah Morris arbeitet seit den 1990er Jahren mit Malerei und Film, die sie als getrennte, auf inhaltlicher Ebene jedoch sich ergänzende, Medien betrachtet. Die Kunsthalle Wien konzentriert sich in der Personale auf das filmische Werk von Sarah Morris und zeigt zehn Stadtporträts im weitesten Sinne: Strange Magic, ein Film über Paris als Zentrum der Luxusindustrie, wird während der gesamten Dauer der Ausstellung gezeigt und an fünf Abenden um weitere Werke ergänzt. Mit der Kamera fängt Sarah Morris Psychologie, Architektur und Ästhetik des urbanen Raums ein, um den Charakter einer Metropole zu beschreiben. Häufig ist es die Faszination an der Macht

und deren Repräsentation, denen sie in ihren Filmen nachspürt. Sie folgt keiner klaren Narration, sondern montiert kurze Szenen zu rhythmisch strukturierten Sequenzen. Für ihre Stadtporträts filmt sie Architektur und Landschaft, folgt Menschen eine Zeit lang bei ihren Tätigkeiten, filmt im Innen- und Außenraum, hinter den Kulissen der Oscar-Verleihung und auf der Straße, im Weißen Haus und am Straßenstrich. Sie erzeugt ästhetische Bilder, unterlegt von prägnanten Soundcollagen, die den Charakter der jeweiligen Metropole modulieren. [Kunsthalle Wien, Ausstellungsdauer: 8. Dezember 2016 bis 8. Jänner 2017 – Foto: © Kunsthalle Wien]


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Sarah Morris, Falls Never Breaks, Kunsthalle Wien 2016, Design: M/M (Paris), 2016, © Foto: Parallax


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Josef Hoffmann, Kriegsgläser, farbloses Glas, Emaildekor, vor 1916 Ausführung: Johann Oertel Nový Bor (Haida, CZ), für die Wiener Werkstätte © MAK

Das Glas der Architekten - Wien 1900–1937 Die Schau zeigt großteils Objekte aus der MAKSammlung Glas und Keramik, die ihre internationale Bedeutung insbesondere dem Reichtum an Glasarbeiten um die Jahrhundertwende und dem herausragenden Bestand an Jugendstil-Gläsern verdankt. Das MAK präsentiert die Schau in räumlicher und zeitlicher Nähe zur Ausstellung GLÄSER DER EMPIRE- UND BIEDERMEIERZEIT. Aus der Sammlung des MAK und der Glassammlung Christian Kuhn (MAK-Ausstellungshalle, 1. Februar – 17. April 2017) und lenkt damit parallel zu handWERK. Tradiertes Können in der digitalen Welt (MAKAusstellungshalle, 14. Dezember 2016 – 9. April 2017) den Fokus auf Glas als einen wesentlichen Werkstoff für Kunsthandwerk und Design in den verschiedensten Epochen. Glas galt in der Architektur der Wiener Moderne als besonders geeignetes Material, um neue Formen, Oberflächen und spezielle Effekte zu erzielen. Eine Gruppe junger Architekten – Studenten der Wiener Akademie der bildenden Künste unter Otto

Wagner, der Kunstgewerbeschule und der Technischen Universität – entwickelte ein besonderes Interesse an der Formgebung von Glas. Der Kontakt mit in Wien etablierten Glasmanufakturen wie E. Bakalowits & Söhne und J. & L. Lobmeyr sowie mit Reformkunstbewegungen wie der Vereinigung Bildender Künstler Österreichs – Wiener Secession, der Wiener Werkstätte oder dem Österreichischen Werkbund sicherte die Realisierung radikal neuer Formkonzepte durch Produzenten wie Johann Loetz Witwe. Heute weltbekannte Protagonisten der Wiener Moderne wie Josef Hoffmann (1870–1956), Koloman Moser (1868– 1918), Joseph Maria Olbrich (1867–1908), Leopold Bauer (1872–1938), Otto Prutscher (1880–1949), Oskar Strnad (1879–1935), Oswald Haerdtl (1899– 1959) und Adolf Loos (1870–1933) lancierten bahnbrechend neue Entwürfe für Zier- und Gebrauchsglas.


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Josef Hoffmann, Becher, formgeblasen v.l.n.r.: gelbes Glas, 1923; violettes Glas, 1922 Ausführung: Böhmische Manufaktur für die Wiener Werkstätte © MAK

Im Sinne der Reform des Unterrichts an der Wiener Kunstgewerbeschule und entsprechend dem von der Wiener Werkstätte vertretenen Credo einer gleichberechtigten Zusammenarbeit von Entwerfer und ausführendem Handwerker, arbeiteten die Architekten nicht nur am Entwurf, sondern auch in den Glashütten vor den Glasöfen. Mit dieser Nähe zur Fertigung, die Otto Wagner und Adolf Loos in ihrer neuen Definition der Rolle des Architekten propagierten, schöpften sie die Möglichkeiten des Mediums Glas bestmöglich aus. Dabei bedienten sie sich innovativer Material- und Gestaltungsmethoden, die in den von der Wiener Kunstgewerbeschule in den Zentren der böhmischen Glasindustrie betriebenen Fachschulen in Steinschönau und Haida vorangetrieben wurden. Wiener Kunstglas nach Architektenentwurf wurde zu einem fixen Bestandteil und einem Markenzeichen in den wichtigen Reformkunstausstellungen, von der VIII. Secessions-

ausstellung in Wien 1900 über die Werkbundausstellung in Köln 1914 bis zur Exposition internationale des Arts décoratifs et industriels modernes in Paris 1925, sowie im Sortiment der Wiener Werkstätte. Die Glasarbeiten in der Ausstellung werden um Entwürfe von Architekten der Wiener Moderne ergänzt sowie um Fotografien, die damalige Ausstellungen dokumentieren und so die außergewöhnliche Wirkung, die diese radikal modernen Objekte auf die Öffentlichkeit hatten, nachvollziehbar machen. Zeitgenössische Literatur und Kritiken verdeutlichen die Tragweite des Interesses der österreichischen Modernisten an Glas. Das Glas der Architekten. Wien 1900–1937 ist nach der Ausstellung I SANTILLANA (Präsentiert von Le Stanze del Vetro und der Fondazione Giorgio Cini, MAK-Schausammlung Gegenwartskunst, 19. November 2014 – 8. Februar 2015) die zweite Kooperation des MAK mit LE STANZE DEL VETRO. (Foto: © MAK)


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Foto: © Maximilian Anelli-Monti

Ahu Dural – „She sees Nothing“ Ahu Dural (*1984, Berlin) verwandelt in ihrer Ausstellung „She Sees Nothing“ den Stadtraum der Sammlung Friedrichshof in eine raumgreifende Installation. Ausgangspunkt in ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung in Wien ist die Fortsetzung des von der Künstlerin aus ihrer Diplompräsentation aufgegriffenen Zitats eines Textfragments Beatriz Colominas, (das gleichzeitig auch den Titel der Ausstellung darstellt) – „Remarkably, she is facing the wall. She Is almost an attachement to the wall. She sees nothing“. Neue feministische Genealogien und kunstgeschichtliche ReKontextualisierungen kommen dabei zum Tragen. Dabei werden die Parameter der Arbeitsweise und Beschäftigungssowie Inspirationspunkte der Künstlerin sehr schnell klar: Raum – Akteurinnen –

Zeichnung. In den Arbeiten Durals spielt Raumwahrnehmung in der Ausstellungskonzeption, sowie das Zeichnen als Notwendigkeit produktiven Tuns eine große Rolle. So wie sie den Raum vom Papier auf den eigentlichen Ausstellungsraum holt, wechseln ihre Arbeiten in der Präsentation den Zustand von zweidimensionaler Zeichnung zu Objektfront, so wie auch umgekehrt Skulpturen im Raum für die Künstlerin als Grafik funktionieren können. Sie stellt das reziproke Moment des Abarbeitens und der hybridhaften Grafik einem dritten Moment gegenüber, das diese drei Parameter widerspiegeln soll. Kuratiert von Marie Oucherif. [Sammlung Friedrichshof, Ausstellungsdauer bis 16. Februar .2017 – Foto: © Sammlung Friedrichshof]


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Franz West, Extroversion, 2000-2011, © Verein Archiv Franz West, Foto: Stefan Altenburger

Franz West – ARTISTCLUB Franz West (*1947, Wien - 2012), einer der international bedeutendsten zeitgenössischen Künstler, steht für einen offenen Werkbegriff. In seinem Kunstschaffen spielt die Partizipation des Betrachters und die Kollaboration mit anderen Künstlern eine wichtige Rolle. Das Verhältnis zwischen dem Künstler, der künstlerischen Arbeit und dem Rezipienten werden von ihm radikal hinterfragt. West führte ein subversives, oftmals auch humorvolles Spiel mit der Autorschaft und der Autonomie des Kunstwerks. Die Schau folgt Wests Auffassung von Kunst als partizipatorischem Akt und seinem Interesse an Gegenüberstellungen verschiedener künstlerischer Standpunkte in kollaborativen Prozessen. Wests enorm einflussreiche Adaptives [Passstücke], frühe skulpturale Arbeiten ab 1974,

sollten als erweiternde Stützen, Prothesen oder Gewächse an den Körper angelegt werden. Auch seine späteren Arbeiten, darunter seine Sitz- und Möbelstücke sowie die grellbunten Aluminiumskulpturen, luden zu Partizipation und Interaktion ein. Im Laufe seines Lebens schuf West aus der Kombination von Arbeiten aus verschiedenen Schaffensphasen, oft auch unter Einbeziehung von Werken anderer Künstlerinnen und Künstlern, immer wieder neue Lesarten. Der bislang umfassendste Fokus auf diesen wichtigen und innovativen Aspekt innerhalb der künstlerischen Praxis von Franz West unterstreicht dessen singuläre Stellung in der gegenwärtigen Kunstproduktion. [21er Haus. Ausstellungsdauer: 14. Dezember 2016- 23. April 2017 – Foto: © 21er Haus]

Kooperationskünstlerinnen und –Künstler: Bizhan Bassiri, Elisabetta Benassi, Songül Boyraz, Jean-Marc Bustamante, Plamen Dejanov & Svetlana Heger, Mathis Esterhazy, Marina Faust, Marco Fedele di Catrano, Urs Fischer, Herbert Flois, Gelatin, Douglas Gordon, Heiri Häfliger, Richard Hoeck, Peter Höll, Franz Kapfer, Mike Kelley, Leopold Kessler, Roland Kollnitz, Anita Leisz, Sarah Lucas, Otto Muehl, Albert Oehlen, Michelangelo Pistoletto, Rudolf Polanszky, Andreas Reiter Raabe, Anselm Reyle, Tamuna Sirbiladze, Josh Smith, Johann Szenizcei, Octavian Trauttmansdorff, Zlatan Vukosavljevic, Hans Weigand, Erwin Wurm, Heimo Zobern


KUNST.INVESTOR News

Foto: ARCC.art –Pop-Up Exhibition #1. Le Mal des Fleurs“

ARCC.art – Share the Emotions of Art Pop-Up Exhibition #1. Le Mal des Fleurs“ Am 22. November 2016 präsentierten Ulla Bartel und Rudolf Leeb „ARCC.art“, die neue Plattform für zeitgenössische nationale und internationale Kunst. Begleitend zum Launch der Onlineplattform www.arccart.com wurde die von Angela Stief kuratierte „Pop-Up Exhibition #1. Le Mal des Fleurs“ im stilwerk Wien, eröffnet. Mit großem Interesse wurde der Launch der Onlineplattform www.arcc-art.com und die von Angela Stief kuratierte „Pop-Up Exhibition #1. Le Mal des Fleurs“ im stilwerk WIEN von der Öffentlichkeit aufgenommen. Die gut besuchte Eröffnung im „stilwerk WIEN“ versammelte ganz im Sinne der beiden GründerInnen der Onlineplattform, Ulla Bartel und

Rudolf Leeb, vor allem das jüngere Publikum. Unter dem Motto Share the Emotions of Art soll eine ‚art community‘ entstehen, die sich dem Original verpflichtet fühlt. Die Vermittlung von zeitgenössischer Kunst spielt dabei eine zentrale Rolle. So bietet ARCC.art bereits im Rahmen der „Pop-Up Exhibition #1. Le Mal des Fleurs“ ein spannendes Vermittlungsprogramm an, das die digitale Präsentation ergänzt und Lust machen soll sich entspannt mit zeitgenössischer Kunst auseinander zu setzen. [ARCC.art Pop-Up Exhibition #1 Le Mal des Fleurs. „stilwerk WIEN“. Dauer bis 23. Dezember 22016 – Foto: © ARCC.art]

ARCC.art ist eine neue Plattform für nationale und internationale zeitgenössische Kunst, die u. a. KünstlerInnen am Beginn ihrer Karriere beim Eintritt in den Kunstmarkt unterstützt, sie längerfristig begleitet und an ihrer nachhaltigen Entwicklung interessiert ist. Zusätzlich ermöglicht ARCC.art KunstliebhaberInnen, in themenbezogenen Pop-Up Exhibitions, konzipiert von freien KuratorInnen, zeitgenössische Kunst direkt und persönlich zu erfahren und mithilfe eines Kunstvermittlungsprogramms den lustvollen und entspannten Umgang mit zeitgenössischer Kunst zu erleben. Mit seiner Onlineplattform und den begleitenden Pop-Up Exhibitions erschließt ARCC.art langfristig eine neue SammlerInnengeneration für den Kunstmarkt. www.arcc-art.com


KUNST.INVESTOR News

Rachel Rose, Everything and More, 2015 Filmstill, © Courtesy of Rachel Rose, Pilar Corrias Gallery, London und Gavin Brown's enterprise, New York

Rachel Rose Rachel Rose (*1986, New York) ist der Shootingstar der gegenwärtigen US-amerikanischen Kunstszene. Ausgangs-punkt für ihre präzisen Videos ist ein konkreter räumlicher Bezug, eine Reverenz an modernes oder zeitgenössisches Bauen. Die Beschäftigung mit Architektur wird zu einem fluidalen Erleben. So ließ sie sich von dem berühmten 1949 gebauten Glass House von Philip Johnson in New Canaan, Connecticut, inspirieren oder in einer ihrer jüngsten Arbeiten, die im Neubau des Whitney Museum of American Art in New York zu sehen war, von den Erleb-nissen eines Astronauten, der im Weltraum spazieren geht. In A Minute Ago (2014) spiegelt sich Licht auf einem Gemälde von Nicolas Poussin. Dieses Gemälde hängt im Glass House, wo Rose den Architekten des Gebäudes als dunstigen Schatten wiederauferstehen lässt und seinen Spuren auf einer seiner Führungen durch das Haus folgt. In diesem Video, wie auch in anderen Werken Roses, wird Zeit gedehnt, um scheinbar disparate Ereignisse, hier einen Hagelsturm und das Haus, miteinander zu verbinden. In Palisades in Palisades (2014) befindet sich eine junge Frau in einem oberhalb einer vulkanischen Felswand über dem Hudson River angelegten Park aus dem 19. Jahrhundert. Dies war der Ort, an dem im Amerikanischen Revolutionskrieg viele Soldaten

starben. An genau diesem Platz steht nun die junge Frau. Unterschiedliche Geschichten und Zeiten greifen ineinander und überlagern sich. Es ist eine romantische Reminiszenz an Caspar David Friedrich, die dennoch politisch geladen ist, während der Trompe-l’œil-Schnitt den physischen Aspekt betont. Durch all ihre Werke zieht sich eine elegische Suche nach Bedeutung, wobei Rose unter anderem sinnliche Ansätze verfolgt. Aus diesem Grund ist der Videoschnitt ihr wichtigstes gestalterisches Mittel. Rachel Rose ist die jüngste Künstlerin, die jemals in das Kunsthaus Bregenz eingeladen wurde. Doch ihre Wahl ist nicht unbegründet. Nicht nur das Whitney Museum, New York, die Serpentine Gallery, London, das Museo Serralves in Porto, das Castello di Rivoli in Turin oder die Biennale in São Paulo feiern sie. Bregenz ist für ihre Kunst ein ideales Umfeld: Ort und Geschichte, Architektur und Natur, Sein und Sehen am See bieten die für ihr Werk maßgebliche Inspiration. Speziell für ihre Ausstellung im Kunsthaus Bregenz arbeitet Rachel Rose mit dem New Yorker Architekturbüro MOS zusammen, die die USA neben anderen auf der Architekturbiennale 2016 in Venedig vertreten haben. [Kunsthaus Bregenz. Ausstellungsdauer: 4. Februar 2017 bis 17. April 2017 – Foto: © Kunsthaus Bregenz]


KUNST.INVESTOR Dorotheum

Maria Lassnig (Kappel, Kärnten 1919 - 2014 Wien) Ohne Titel (Berge) 1955, Öl auf Hartfaserplatte, 35 x 49,5 cm erzielter Preis € 137.200

Millionen Preis im Dorotheum – 1.022.500 Euro für Marc Chagalls Blumenstrauß Nach einem intensiven Bieterkampf am Telefon stand schlussendlich der vierte Millionenpreis in diesem Jahr für das Dorotheum fest: Marc Chagalls Ölbild „Fleurs“ (Blumen), das Titellos des Auktionskataloges „Klassische Moderne“ erreichte am 23. November 2016 ausgezeichnete 1.022.500 Euro. Das marktfrische Gemälde dieses Meisters der Moderne verfügt über eine hervorragende Provenienz und stammt aus 1924, der Zeit nach der Übersiedlung Chagalls von Russland nach Paris. Der Blumenstrauß war eines der der Lieblingsmotive Chagalls, Ausdruck der Lebensfreude. Weitere Spitzenpreise gab es etwa für das dynamischfuturistische Bild von Giacomo Balla („Valori Plastici“, € 320.200) oder für Francis Picabias unbetitelte Tuschzeichnung von 1932 (€ 234.800). Die österreichische Kunst mischte vorne mit: Weltrekordpreise konnten für Bilder des Sezessionsten Josef Engelhart erzielt werden. Neun seiner nahezu lebensgroßen, für die Weltausstellung 1904 in St. Louis angefertigten Sagenfigur-Werkzeichnungen („Merlinsage“) kamen auf

sensationelle 582.400 Euro, dem Vielfachen des Schätzwertes. Carl Molls Venedig-Ansicht „Santa Maria della Salute“ war einem Kunstsammler 176.670 Euro wert. Hohe Ansteigerungen und eine hohe Verkaufsquote dominierten auch den weiteren Auktionsverlauf: Enrico Castellanis „Superficie Bianca“ von 1987 reüssierte bei 320.200 Euro. Heiß begehrt war Tano Festas „Rosso Nero n. 44“, das mit 295.800 Euro die Erwartungen weit übertraf. Lucio Fontanas „Concetto spaziale, Teatrino“ von 1964 erreichte 259.200 Euro und die Gebote für Paolo Scheggis „Intersuperficie curva dall´azzurro“, 1966, kletterten auf 204.300 Euro. Weltrekorde gab es unter anderem für Werke von Rudolfo Aricò und Emilio Scanavino. Bei den Werken deutscher Künstler brillierten Arbeiten von Günter Uecker, Adolf Luther, Gerhard Richter und Ludwig Wilding. Von den österreichischen Künstlern besonders geschätzt war eine kleinformatige frühe Ölmalerei von Maria Lassnig mit dem Rekordpreis von 137.200 Euro. (Foto: © Dorotheum)


KUNST.INVESTOR Dorotheum

Marc Chagall (1887 - 1985) Fleurs, 1924, Öl/Leinwand, 72 x 57 cm erzielter Preis € 1.022.500


KUNST.INVESTOR Dorotheum

Giacomo Balla (1871 - 1958) Valori plastici, ca. 1929, Tempera auf Leinwand, 77 x 77 cm erzielter Preis € 320.200

Julije Knifer (Osijek 1924-2004 Paris), Kompozicija No. 12, 1969, Acryl auf Leinwand, 85 x 110 cm erzielter Preis € 161.600 Weltrekordpreis


KUNST.INVESTOR Dorotheum

Enrico Castellani (Castelmassa, Rovigo 1930 geb.), Superficie Bianca, 1987, Acryl auf Leinwand, 100 x 100 cm erzielter Preis € 320.200

Tano Festa (Rom 1938 - 1987) Rosso Nero, 1961, Email, Tempera, Holz, Papier auf Leinwand, 150,5 x 170 cm erzielter Preis € 295.800


KUNST.INVESTOR Dorotheum

Hervorragende Auktion von zeitgenössischem Schmuck im Dorotheum Wien „Friedrich Becker – Gold, Edelstahl, Kinetik“

Das bewies am 4. November 2016 die höchst erfolgreiche Auktion im Wiener Dorotheum mit 130 Arbeiten des deutschen Goldschmieds Friedrich Becker. Seine Schmuckstücke sind nicht einfach Schmuck, sondern vielmehr Kunstobjekte. DorotheumJuwelenexpertin Astrid Fialka-Herics über die Ergebnisse: „Es zeigte sich mit dieser Auktion, dass ein international arrivierter Künstler auch internationales Publikum anzieht und damit Spitzenpreise erzielt werden konnten. Insbesondere der kinetische Schmuck – also der sich durch das Tragen selbständig in

Bewegung setzende –, als deren Erfinder Friedrich Becker gilt, erhielt Ansteigerungen von einem Vielfachen des oberen Schätzwertes“. So erreichte der kinetische Zweifingerbrillantring aus Weißgold ausgezeichnete 18.750 Euro, der um 1970 entstandene kinetische Turmalin Hämatitring 16.250 Euro oder die kinetischen Ohrgehänge aus Weißgold 11.250 Euro. Das Titellos des Kataloges (Kinetischer Zweifingerring, 1987) war in dieser insgesamt hervorragenden Auktion mit 13.750 Euro erfolgreich. Foto: © Dorotheum


KUNST.INVESTOR Dorotheum

Friedrich Becker Kinetischer Zweifingerbrillantring Erzielter Preis 13.750,- Euro

Friedrich Becker Kinetischer Zweifingerbrillantring Erzielter Preis 18.750,- Euro

Friedrich BeckerTurmalinring1970 Erzielter Preis 16.250,- Euro


KUNST.INVESTOR Dorotheum

Jacopo Tintoretto (1519-1594) Die Schlacht zwischen den Philistern und den Israeliten Öl auf Leinwand, 146 x 230,7 cm erzielter Preis € 907.500

Mehr als 900.000 Euro für Tintoretto-Neuentdeckung Eine der besten Altmeister-Auktionen im Dorotheum Eine spektakuläre Neuentdeckung stand im Mittelpunkt der Auktion mit Gemälden Alten Meister am 18. Oktober 2016 und wurde als solche mit einem Spitzenpreis honoriert. Jacopo Tintorettos Schlachtenbild mit der Kampfszene Davids gegen Goliath, als Hauptwerk des venezianischen Manierismus-Meisters erstmals zuordenbar, erreichte 907.500 Euro. Das Bild, dessen faszinierende Entstehung Röntgenanalysen offenbarten, überzeugt u. a. durch seinen hochmodernen Bildaufbau – Nicht umsonst gilt Tintoretto als einer der Begründer moderner Malerei. Im 500. Todesjahr von Hieronymus Bosch, dem Urvater der Surrealisten, offerierte das Dorotheum das Gemälde „Die Hölle“, angefertigt von

einem Nachfolger des Malers. 527.600 Euro war das Motiv des rechten Altarflügels von „Garten der Lüste“ des Prado einem Sammler wert. Unter den weiteren Spitzenpreisen: 430.742 Euro für eine Hafenszene von Jan Brueghel I., 320.200 Euro für Giuseppe Bernardo Bisons Venedig-Vedute „Der Canal Grande und die Rialtobrücke“. Weit über den Schätzwerten wurden Jusepe Riberas „Heiliger Hieronymus“ sowie „Magdalena bei der Kommunion“ von Alessandro Turchi zugeschlagen (€ 308.000, € 234.800). Auf 377.253 Euro, mehr als das Dreifache des Schätzwertes, kam das der Niederländischen Schule zuordenbare Bild „Die Heilige Familie mit Papagei“. (Foto: © Dorotheum)


KUNST.INVESTOR Dorotheum

Hieronymus Bosch Nachfolger, Die Hölle, Öl auf Holz, 124 x 97,5 cm erzielter Preis € 527.600


KUNST.INVESTOR Dorotheum

Leon Schulman Gaspard (Vitebsk 1882-1964 Taos) "La Fin de la Kermesse", Öl/Leinwand/Karton, 28 x 46,5 cm erzielter Preis € 173.800

HERBST-AUKTIONSWOCHE DER SUPERLATIVE Weltrekorde und Spitzenpreise im Dorotheum Eine Woche der Superlativen im Dorotheum: Hohe Ansteigerungen und Weltrekorde kennzeichneten die Auktion von Gemälden des 19. Jahrhunderts am 20. Oktober 2016. Einen Spitzenpreis mit 173.800 Euro erzielte der Maler Leon Schulman Gaspard mit seinem Lieblingsmotiv, dem Kirchtag „La Fin de la Kermesse“. 125.000 Euro, den höchsten Preis für ein Gemälde des in Rom tätigen Franzosen Henri Camille Danger erzielte das Auktionshaus mit dem dramatischen Großformat „Aimez-vous les uns les autres" oder „La transgression du commandement", einer Anklage gegen den Verstoß des Gebots „Liebe deinen Nächsten“. Weitere Weltrekorde gab es für einen Italiener in Paris, Ulisse Caputo („Die Klavierspielerin“, € 100.000) und für ein Raffael nachempfundenes Bild der „Maria im verschlossenen Garten“ von Johann Evangelist Scheffer von Leonhardshoff, auch „Raffaelino“ genannt. Mit 50.000 Euro war auch auch das Stillleben von Franz Xaver Gruber, dem so genannten „Distlgruber“,

der bis dato höchste Auktionspreis für ein Bild des Künstlers. Diamanten, Farbsteine und internationale Namen stehen bei den Juwelen ganz oben in der Gunst der Sammler – dies bestätigte die Auktion am 20. Oktober. Ein 5,44 karätiger Diamantanhänger in bester Qualität wurde auf 210.400 Euro gesteigert, ein BulgariRing mit einem „Fancy“-Diamant auf 87.500 Euro. Ein Paar Meissen-Pracht-Deckelvasen mit Vogelkäfig und Schneeballblüten markierten mit 247.700 Euro den Spitzenpreis bei der Auktion „Porzellan und Glas“ am 19. Oktober 2016. Jacopo Tintorettos Schlachtenbild mit der Kampfszene Davids gegen Goliath, eine Neuentdeckung, stand am 18. Oktober 2016 mit hervorragenden 907.500 Euro im Mittelpunkt der Altmeister-Auktion, eine der besten des Hauses. Insgesamt war es die bis dato beste Dorotheum-HerbstAuktionswoche mit Alten Meistern und Gemälden des 19. Jahrhunderts. (Foto: © Dorotheum)


KUNST.INVESTOR Dorotheum

Henri Camille Danger (Paris 1857-1940 Fondettes) "Aimez-vous les unes les autres" ou "La transgression du commandement" Öl / Leinwand, 157 x 217 cm, erzielter Preis € 125.000

Ulisse Caputo (Salerno 1857 - 1929 Venedig) Die Klavierspielerin Öl / Leinwand, 116 x 148 cm, erzielter Preis € 100.000 - Weltrekordpreis


KUNST.INVESTOR Auktionshaus ‚im Kinsky‘

Triumph für die österreichische Moderne im Kinsky

114. Kunstauktion, Klassische Moderne, 29. 11. 2016

Josef Floch, Mutter mit Kind, 1927/28, Öl auf Leinwand, 110 x 75 cm, verkauft um: € 277.200

Die letzte Auktion 2016 wurde im Kinsky zu einer kraftvollen Präsentation der österreichischen Kunst, ergänzt und bereichert mit ausgewählten internationalen Beispielen. Dieses Angebot überzeugte einmal mehr Sammler der jungen Moderne, die in den ersten Jahrzehnten des 20. Jhd. Werke von größter Kraft, Leidenschaft und Innovation hervorgebracht hat. Gleich drei neue Rekordpreise weltweit konnten für Josef Floch, für den früh verstorbenen Kärntner Expressionisten Sebastian Isepp und für die heuer in Graz mit einer großen Retrospektive geehrten

Norbertine Bresslern-Roth erzielt werden. Egon Schiele und Josef Floch überschritten die €200.000 Marke, gleich sieben Werke erzielten spielend über € 100.000. Josef Floch: In diesem malerischen Hauptwerk aus den 1920er Jahren erweist sich Floch als überzeugender Vertreter einer internationalen Moderne. Einflüsse von Modigliani, Lipchitz, Picasso verbinden sich mit dem barocken Farberbe Österreichs und einer subtilen wie tiefgründigen Ikonographie. Eine Qualität, die mit einem neuen absoluten Spitzenpreis für den Maler gewürdigt wurde (Zuschlag € 220.000).


KUNST.INVESTOR Auktionshaus ‚im Kinsky‘

Egon Schiele, Kat. Nr. 208, Frauenakt, 1914, Bleistift auf Papie 48 x 31,7 cm, verkauft um: € 327.600

Egon Schiele: Der straff gespannte Akt eines knienden Mädchens, übersät mit kantigen Strichen, die – entstanden 1914 – an Wundnähte erinnern, konnte den

Startpreis um fast die Hälfte auf € 260.000 verdoppeln. Ein kanadischer Sammler sicherte sich dieses besondere Blatt.

Georg Tappert, Kat. Nr. 241, Mädchen am Tisch, 1913, Öl auf Leinwand, 109,5 x 91,5 cm; verkauft um: € 214.200

Georg Tappert: Mit einem niederen Schätzpreis von € 35.000 war das Bietergefecht für das ungemein kraftvolle Gemälde von Tapperts Lieblingsmodell Betty vorprogrammiert. Werke dieses eigenständigen und umtriebigen deutschen Expressionisten par excellence

sind selten am Markt und dann umso begehrter. Mit einem Zuschlag von €170.000 sicherte sich ein internationaler Sammler das Meisterwerk. Foto: Auktionshaus ‚im Kinsky‘


KUNST.INVESTOR Auktionshaus ‚im Kinsky‘

Norbertine Bresslern Roth, Kat. Nr. 362, Einsames Floß, 1958, Öl auf Jute 100 x 100 cm; verkauft um: € 207.900

Norbertine Bresslern-Roth: Ein schwarzer Panther, auf einem Ast lauernd über ein einsam dahingleitendes Floss, ein Thema voll Schönheit, Kraft und Spannung konnte nicht ohne Wirkung sein. Zwei hartnäckige

Sammler kämpften sich letztlich bis auf € 165.000 hinauf: Ein neuer Rekordpreis für diese bedeutende Grazer Malerin, einmal mehr im Kinsky erzielt.

Sebastian Isepp, Kat. Nr. 242, Flussufer im Rauhfrost, 1909/10, Öl auf Leinwand 110 x 125 cm; verkauft um: € 195.300

Sebastian Isepp: Aus der Sammlung von Gertrude Zuckerkandl-Stekel gelangte dieses Gemälde aus Frankreich wieder auf dem Markt. Ein Highlight der Auktion, denn Gemälde dieses begnadeten aber früh verstorbenen Malers aus dem legendären „Nötscher

Kreis“ in Kärnten sind extrem selten, ein Gemälde dieser Größe und Qualität überhaupt einzigartig. Kein Wunder aber dennoch bemerkenswert war das große Interesse, das den Preis bis auf € 155.000 steigerte!


KUNST.INVESTOR Auktionshaus ‚im Kinsky‘

Ernst Ludwig Kirchner, Kat. Nr. 222, Nackte Frau und Mädchen, um 1925, Aquarell Kreide auf Papier, 49,8 x 33,9 cm; verkauft um: € 195.300

Ernst Ludwig Kirchner: 1925 in seiner Davoser Wahlheimat vollendete der bedeutende deutsche Expressionist der ersten Stunde dieses sehr lyrische, wie kraftvolle Aquarell. Die vielschichtige Ikonographie des Bildes wird in eine Symphonie von Farben eingebettet und kehrt nun nach einigem Bieterwechsel bis € 150.000 in die Schweiz zurück. Weitere

Topergebnisse erzielten Franz Sedlacek, Blumenstück, 1922, Kat. Nr. 272 (€ 150.000 /KP € 189.000), Egon Schieles zauberhaftes Mädchenaquarell, Kat. Nr. 175, (€ 175.000 /KP € 220.500) und Carl Molls Wald am Orthof am Semmering, Kat. Nr. 299 (€ 105.000 / KP € 132.300). Foto: Auktionshaus ‚im Kinsky‘


KUNST.INVESTOR Auktionshaus ‚im Kinsky‘

Maria Lassnig, Herbstbild (Herbst) oder Aus dem Rahmen drücken, 1983, Öl auf Leinwand; verkauft um: € 378.000

Maria Lassnig, o. T., 1994-1996, Öl auf Leinwand, 100 x 125 cm, verkauft um: € 378.000

Das Herbstbild oder das auch mit Aus dem Rahmen drücken bezeichnete Bild von Maria Lassnig, Highlight der Sammlung von Dieter und Barbara Ronte, sowie ihre verspielte wie verschlüsselte Porträtsequenz aus

der Serie Malflüsse erzielten jeweils € 300.000/ KP € 378.000, heftig umworben von internationalen und österreichischen Bietern, die sich am Ende den Zuschlag sicherten. Foto: Auktionshaus ‚im Kinsky‘


KUNST.INVESTOR Auktionshaus ‚im Kinsky‘

Arik Brauer, Turm aus gebrannter Erde, 1963, Öl auf Sperrholz mit Acrylgrund, 122 x 150 cm; verkauft um: € 189.000

Ein fantastisches Ergebnis fuhren auch die Phantastischen Realisten ein: Arik Brauers Turm verdiente sich zweifellos seinen neuen Rekordpreis von € 150.000/ KP € 189.000 und geht wie Ernst Fuchs Der heilige Johannes auf Patmos für stolze € 100.000 / KP € 126.000 in die USA. Knapp einen neuen Rekordpreis wurde auch dem Gemälde Materialschlachten von

Hans Bischoffshausen mit € 90.000 / KP € 113.400 zugestanden, was einmal mehr die wachsende Anerkennung dieses bedeutenden Kärntner Künstlers bestätigt. Max Weilers sich in den Himmel reckende Samen und Baumvariationen von 1973 fand mit € 80.000/ € 100.800 einen neuen Käufer. Foto: Auktionshaus ‚im Kinsky‘


KUNST.INVESTOR Auktionshaus ‚im Kinsky‘

Josef Hoffmann, Paar Blumenvasen und Tafelaufsatz, Wiener Werkstätte 1906, Silber, verkauft um: € 176.400

Im Glanz der WW 114. Kunstauktion, Jugendstil Mit einem seltenen Angebot von Mosaiken von Leopold Forstner aus dem Umkreis der Wiener Werkstätte begann die Auktion bereits vielversprechend, fand seinen Höhepunkt mit Silberarbeiten von Josef Hoffmann und Carl Otto Czeschka und verführte mit so

seltenen Objekten wie der aus Marmorpapier gestalteten Kassette von Koloman Moser. Das rege Interesse aus dem Ausland bestätigte die internationale Bedeutung dieser einzigartigen Kunstepoche österreichischen Kunsthandwerks und Designs.

Josef Hoffmann: Zu einer Trilogie von Eleganz und Schönheit verwandelte sich die zunächst einzeln ausgerufenen zwei Vasen und ein Tafelaufsatz: der Letztbieter sicherte sich alle drei für eine Gesamtsumme von € 140.000.

Koloman Moser: Diese Kassette mit 16 kleinen Schachtelchen zur Aufbewahrung von Perlen ist ein einzigartiges Exemplar, bei dem sich die Farben des selbst entworfenen Marmorpapiers dank dem Lichtschutz erhalten haben. Die Vielfalt und zeitlose Modernität der Gestaltung ist faszinierend und ließ Sammler bis zu € 16.000 um das gute Stück wetteifern. Foto: Auktionshaus ‚im Kinsky‘.

Carl Otto Czeschka: Diese feinst gearbeitete Schmuckschale des Designers Carl Otto Czeschka begeisterte so sehr, dass sich sein Anfangswert verdreifachte: um € 30.000 geht dieses besondere Stück nun nach Brüssel.


KUNST.INVESTOR Auktionshaus ‚im Kinsky‘

Carl Otto Czeschka, Kat. Nr. 19: Schmuckschale, Wiener Werkstätte, um 1907, Silber, H 6,6 cm, verkauft um € 37.800

Koloman Moser, Kat. Nr. 41: Kassette aus Marmorpapier, Wiener Werkstätte, um 1905, Karton, Marmorpapier, 30,5 x 30,5 cm, verkauft um € 20.160


KUNST.INVESTOR Auktionshaus ‚im Kinsky‘

Martin Johann Schmidt, gen. Kremser Schmidt, erzielter Preis € 380.000 ( KP € 478.800)

Gute Ernte – Erfolgs-Auktion im Kinsky Die Sammlung von Carl Anton Goess-Saurau und seiner Frau Marie geb. Mayr-Melnhof erzielte im Auktionshaus im Kinsky ein sensationelles Ergebnis! Die 350 Objekte bei den Antiquitäten und die 85 Gemälde und Graphiken brachten in Summe ein Ergebnis von rund € 1,4 Mio und damit eine vielfache Steigerung der sehr günstig angesetzten Schätzpreise! Die HIGHLIGHTS der Nachlass-Auktion GEMÄLDESAMMLUNG: Martin Johann Schmidt, gen. Kremser Schmidt, Familienbildnis: Dieses persönliche Dokument des österreichischen Barockgenies wurden nach intensivem Bieten für den sensationellen Preis von € 380.000 ( KP € 478.800) zugeschlagen! Ein absoluter Rekord für diesen bedeutenden Maler! Die ehemalige Dauerleihgabe an das Belvedere gelangt nun in die Fürstlichen Sammlungen des Lichtenstein Museum Wien! ANTIQUITÄTEN: Steinbockhorn-Sammlung: Ein Verkauf von 100% und Rekordpreise für die 80 exquisiten

Kunstobjekte waren das sensationelle Ergebnis eines vollen Saales und ambitionierter Sammler aus Österreich und Deutschland. Insgesamt wurde für die Steinbockhorn-Sammlung ein Ergebnis von rund € 325.000 / KP € 409.000 erzielt! Besonders erfreulich, dass bedeutende Stücke, wie die beiden „Höfischen Deckelpokale“ (je € 48.000/ KP € 60.480), in die Sammlung das Salzburger Dommuseum gelangen! Ein erfreulicher kulturpolitischer Zug, durch den diese einzigartige Kunstproduktion in Zukunft der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen kann!


KUNST.INVESTOR Auktionshaus ‚im Kinsky‘

Paar großer Ingwer-Töpfe: € 35.000 (KP € 44.100)

ANTIQUITÄTEN, 18. Oktober 2016: Highlights der Antiquitäten waren die drei bedeutenden Konvolute aus Schloss Hernstein in Niederösterreich: Jedes wurde bis aus € 32.000/ KP € 40.320 hinaufgesteigert, das komplett erhaltene Tafelbesteck konnte die Bundesmobilienverwaltung, also das Hofmobiliendepot in Wien erwerben, das Glas- und das Tafelservice gehen an österreichische Privatsammler.

Hl. Sebastian, Tirol um 1520: € 50.000 (KP € 63.000)

ANTIQUITÄTENBILDER 19. JAHRHUNDERT, 19. Oktober 2016: Bei den Bildern des 19. Jahrhunderts punktete Hans Makarts sinnliche Allegorie der Liebe mit einem Zuschlag von € 130.000 (KP € 163.800)! Olga Wisinger-Florians Gloxinien im Glashaus, das Ergebnis eines Regentages im ehemaligen Glashaus in Grafen-

egg, triumphierte mit einem Zuschlag von € 190.000 (KP € 239.400)! Und das süße Mädchen von Anton Romako war dem neuen Bieter fraglos € 75.000/ KP € 94.500 wert. In Summe wurde bei beiden Tagen ein Meistbot exkl. Aufgeld von € 3,9 Mio erzielt. (Foto: © Kinsky)


KUNST.INVESTOR Auktionshaus ‚im Kinsky‘

Olga Wisinger-Florians- erzielter Preis € 190.000 (KP € 239.400)

Anton Romako, erzielter Preis € 75.000/ KP € 94.500


KUNST.INVESTOR Auktionshaus ‚im Kinsky‘

Hans Makart, erzielter Preis 130.000 (KP € 163.800)


KUNST.INVESTOR Ressler Kunstauktionen

Maria Lassnig, Bügeleisen, Öl auf Leinwand 65 x 75 cm, Rufpreis: 70.000 Euro

Frauen in die Kunst! Künstlerinnen sind am Kunstmarkt stark unterrepräsentiert Ressler Kunst Auktionen veranstaltet am 20. Jänner 2017 erstmals eine Auktion, in der ausschließlich die Werke von Künstlerinnen präsentiert werden. Angeboten werden mehr als hundert Kunstobjekte mit einem Gesamt-Ausrufpreis von € 800.000. Bei der Auktion können aber nicht nur Werke etablierter Künstlerinnen wie Maria Lassnig, Valie Export, Martha Jungwirth, Xenia Hausner, Eva Schlegel und Elke Krystufek ersteigert werden, sondern auch Werke von Malerinnen und Bildhauerinnen, die bisher nicht so sehr im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit standen. Bis zum Ende des 19. Jahrhundert waren Frauen von jeder akademischen Ausbildung, auch der künstlerischen, ausgeschlossen. Noch weit hinein ins 20. Jahrhundert durften Frauen an den Veranstaltungen der Kunstakademien zur Aktmalerei nicht teilnehmen – und waren damit von einer Voraussetzung für wesentliche Bereiche der Malerei ausgesperrt. Es ist kein Zufall, dass Künstlerinnen wie Tina Blau, Marie

Egner und Olga Wiesinger-Florian Blumen und Landschaften malten, während ihren männlichen Kollegen alle Wege offen standen. Noch 1918 konnte man in einem Gutachten der Münchner Akademie lesen, dass „freie Komposition und monumentale Aufgaben der Veranlagung der Frau weniger entsprechen“. Und der berühmte Kunsthistoriker und Schiele-Biograf Arthur Roessler schrieb: „Von Frauen mit der Spachtel maurermäßig derb hingestrichene Bilder sind mir und den meisten Männern ein Gräuel.“ Selbst als sich die Gleichstellung der Frau auf allen Gebieten durchzusetzen begann, wurden Frauen noch immer auf „harmlose“ Gebiete der Malerei abgedrängt. Dann kamen die Nazis und mit ihnen ein Frauenbild, das eine ernsthafte Arbeit als bildende Künstlerin überhaupt ausschloss. Die geschlechtsspezifische Unterdrückung von Künstlerinnen ging nach 1945 fröhlich weiter und lässt sich in unsäglichen Kommentaren von Kunstkritikern nachvollziehen.


KUNST.INVESTOR Ressler Kunstauktionen

Diese Einschränkung und Missachtung ist bis heute nicht völlig ausgeräumt. In den Galerien, den nationalen wie internationalen Rankings sind Künstlerinnen deshalb deutlich in der Minderheit – obwohl mittlerweile die Mehrzahl der Galerien von Frauen geleitet wird. Bei Artfacts, wo die Ausstellungsintensität von Künstlerinnen und Künstlern weltweit beobachtet und gemessen wird, sind unter den Top 100 nur 12 Frauen – darunter immerhin als Valie Export. Das Trend Kunstranking 2016 weist einen Frauenanteil von 30 % auf – die meisten auf den hinteren Rängen. Und beim GEWINN Kunstbarometer waren es gar nur 22 %. Es dauerte bis 1980, ehe die erste Professorin an eine Kunstuniversität (und zwar im gesamten deutschen Sprachraum) berufen wurde: Es war Maria Lassnig. Und bis dahin war die Bereitschaft der ausnahmslos männlichen Professoren, Frauen als Schüler aufzunehmen, enden wollend. Mittlerweile beginnt sich freilich die Überzeugung durchzusetzen, kann. Und da haben Künstlerinnen gute Karten. Die Bilder von Maria Lassnig etwa erzielten mittlerweile international die mit Abstand höchsten Preise unter den österreichischen Künstlern nach 1945. (Bei der Art Basel wurde eines ihrer Bilder um sagenhafte 1,2 Millionen verkauft.) Und Museen in aller Welt reißen sich um Ausstellungen mit ihren Werken. Die mit dem Goldenen Löwen von Venedig für ihr Lebenswerk ausgezeichnete Maria Lassnig war weltweit eine der ersten Künstlerinnen, die weibliche Positionen in der Kunstwelt und in der Gesellschaft reflektierten und den Einfluss des weiblichen Körpers auf Lebensentwurf und Biographie einer Künstlerin drastisch und offen darstellten. Ihre Körperbewusstseinsbilder, im Grunde Selbstporträts, erzeugen, angereichert mit surrealen Elementen, eine eigenartige und ganz spezifische Schwebe zwischen Nähe und Fremdheit. Valie Export wurde lange Zeit für ihre Radikalität kritisiert, mittlerweile gilt sie als Ikone des Feminismus und Pionierin im Bereich Medienkunst. Die bedeutendsten Museen der Welt haben Werkblöcke von VALIE EXPORT erworben, darunter

das Centre Pompidou in Paris, das Museum of Modern Art in New York und die Tate Modern in London. Sie ist unbestritten eine der bedeutendsten Künstlerinnen der Welt. Martha Jungwirth wird gerade wiederentdeckt – endlich! Mit Franz Ringel, Peter Pongratz, Wolfgang Herzig, Robert Zeppel-Sperl und Kurt Kocherscheidt stellte sie 1968 ihre Bilder in der legendären, von Otto Breicha initiierten Secessions-Ausstellung mit dem Titel „Wirklichkeiten“ aus. Die Gruppe reklamierte gegenüber dem damals international dominierenden Informel eine gesellschaftsrelevantere, realistische Malerei. Elke Krystufek untersucht in ihren Zeichnungen und Malereien sowie in Installationen, Performances und in den visuellen Medien wie Video und Fotografie die Phänomene Macht, Verfügbarkeit, Kommunikation, Diskriminierung, Sex, Gewalt, Schönheit, Freizeit und Popkultur. Und Eva Schlegel steht – neben ihrer gesellschaftspolitischen Kritik – für die Auseinandersetzung mit der Materie und ihren Möglichkeiten. Die Künstlerin untersucht die körperliche Beschaffenheit der von ihr verwendeten Materialien ebenso wie deren immaterielle Seite, die sich in Deutungen oder Konnotationen verschlüsselt. Da trifft sie sich mit Xenia Hausner, die bei einem Interview im „Standard“ sagte: „Ich will hinter die Oberfläche sehen. Die ganze Palette der menschlichen Abgründe. Ich komme darauf, wie jemand ist, und je länger ich hinsehe, desto mehr Aspekte finde ich. Ich schaue mich zu Tode.“ Neben diesen „Stars“ der heimischen – und längst auch internationalen – Kunstszene bietet die Auktion Werke von Florentina Pakosta, Deborah Sengl, Zenita Komad, Adi Rosenblum, Barbara Mungenast, Seva Chkoutova, Bianca Regl, Johanna Kandl, Hildegard Joos und vielen anderen Künstlerinnen, die bereits weit über die Grenzen unseres Landes hinaus Aufmerksamkeit erregen und auf dem Sprung zum internationalen Durchbruch stehen. Und nicht zuletzt werden auch Werke von international etablierten Künstlerinnen offeriert, wie Louise Bourgeois und Rebecca Horn. Foto: © Ressler Kunst Auktionen


KUNST.INVESTOR Ressler Kunstauktionen

Elke Krystufek, tiger lily, Acryl und Glitter auf getupfter Leinwand 170 x 129,5 cm 1998 Rufpreis: 15.000 Euro

Deborah Sengl, Logo Heroes (USA), Acryl auf Leinwand 150 x 120 cm 2007, Rufpreis: 7.000 Euro


KUNST.INVESTOR Ressler Kunstauktionen

Martha Jungwirth, Ohne Titel, Öl auf Leinwand 100 x 70,5 cm 1993, Rufpreis: 8.000 Euro

Maria Lassnig, Korkenziehermann (Tod) Öl auf Leinwand 205 x 134,5 cm 1986-1987, Rufpreis: 160.000 Euro


KUNST.INVESTOR Galerie Gugging

Oswald Tschirtner und Johann Hauser „... mit strich und farbe“ Oswald Tschirtner & Johann Hauser, zwei Gugging-Künstler, wie sie unterschiedlicher nicht sein konnten: der eine der ruhige Meister der einzelnen, dünnen Linie; der andere der Emotionale, der das Papier mit knalligen Farben füllte: Oswald Tschirtner und Johann Hauser. Zwei Freunde, die ein halbes Leben miteinander verbrachten und sich einander stilistisch in keiner Weise beeinflussten. Das Sprichwort „Gegensätze ziehen sich an" könnte hier zum Tragen kommen, denn sowohl im Leben wie auch in der Kunst ist bei Tschirtner und Hauser so etwas wie eine sich ergänzende Harmonie, die wohltuend anregend ist, spürbar. Die Werke von Johann Hauser und Oswald Tschirtner zählen zu den Klassikern der Art Brut und kaum eine Ausstellung und Sammlung, die sich umfassender der Art Brut widmet, kommt ohne ihre Werke aus. Oswald Tschirtner: wurde von Dr. Leo Navratil(*) zum Zeichnen ermuntert und konnte sein Talent zeigen. Navratil gab ihm Vorlagen, die als Inspirationen für Tschirtners frühe Werke dienten, welche der Künstler aber in seiner individuellen Zeichensprache übersetzte und zu Eigenem machte. Seine Kopffüßler wurden in den folgenden Jahrzehnten weltbekannt. Einfach, klar und geschlechtslos gezeichnet, mit Feder und Tusche, die er auch gegen den Strich verwendete, wobei die Feder laut quietschte. In den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ausschließlich auf kleinen Papieren arbeitend, bewies der Künstler in den achtziger Jahren, dass er von der Postkartengröße jederzeit bis zu haushohen Formaten oder auf großen Leinwänden zu schwarzen Edding-Stiften wechseln konnte. Neben den grandiosen Menschendarstellungen zeigte Oswald Tschirtner auch den Hang zur Konzentration der Bildthemen auf das absolut Wichtigste. Oft reichte ein einzelner Strich für das ganze Werk. Johann Hauser: arbeitete ganz anders als sein Kollege Oswald Tschirtner. Aus Bratislava nach Niederösterreich in Kriegszeiten zwangsumgesiedelt

begann er 1959 in Gugging spontan zu zeichnen. Dr. Navratil ermunterte auch ihn und brachte ihm Vorlagen. Bereits in den ersten Künstlerjahren bis Mitte der Sechziger zeigte Hauser seine Themen, die er später noch weiterentwickelte. Seine absolute Vorliebe galt dem Abbild der Frau, das von anfänglich „keuschen“ bekleideten Damen zu wild-erotischen Darstellungen führte. Die vierzackigen Sterne wurden zum Symbol des Hauses der Künstler in Gugging, wo er gemeinsam mit Oswald Tschirtner seit den 80er Jahren lebte. Neben den für ihn typischen Motiven Stern, Schlange, Herz und Mond entwickelte er nach 1989 eine neue Farbigkeit in großen Formaten, wie er es vorher nie gemacht hatte. Die kräftigen Farben strahlen direkt vom Papier zum Betrachter. Auch das umfangreiche druckgrafischen Werk beider Künstler hat große Bedeutung erlangt. Die Radiernadel konnte den feinen Strich Tschirtners perfekt übersetzen und Hauser übertrug die emotionale Art des Blei- oder Farbstiftstrichs durch Druck und Intensität des Stichels auf die Kupferplatte. [Galerie Gugging, Vernissage: Mittwoch, 30. November 2016, 19:00 Uhr, Ausstellungsdauer: 1. Dezember 2016 bis 8. Februar 2017 – Foto: Galerie Gugging

(*)Leo Navratil (* 3. Juli 1921 in Türnitz; † 18. September 2006 in Wien) war ein österreichischer Psychiater. Seit 1946 war Leo Navratil an der Landesnervenheilanstalt Maria Gugging bei Klosterneuburg in Niederösterreich Psychiater und seit 1956 Primar am dortigen Klinikum.


KUNST.INVESTOR Galerie Gugging

Johann Hauser, 1994, Hubschrauber, Bleistift, Farbstifte, 44 x 62,5 cm, © Privatstiftung - Künstler aus Gugging

Oswald Tschirtner, 1991, Menschen, Edding auf Leinwand, 200 x 160 cm, Courtesy Galerie Gugging


KUNST.INVESTOR Galerie Gugging

Oswald Tschirtner, 1989, Ein Zirkuszelt, Tusche, 21 x 14,8 cm, Courtesy Galerie Gugging


KUNST.INVESTOR Galerie Gugging

Johann Hauser, undatiert, Frau mit Haube und Zöpfen, Ätzradierung, koloriert, 20,7 x 15,2 cm, © Privatstiftung - Künstler aus Gugging


KUNST.INVESTOR Jüdisches Museum Wien

Broncia Koller-Pinell Marietta, 1907 Öl auf Leinwand 107,5 x 148, 5 cm Sammlung Eisenberger, Wien © Vera Eisenberger KG, Wien

Die bessere Hälfte – Jüdische Künstlerinnen bis 1938 Wien um 1900 war auch eine Stadt der Frauen. Am Aufbruch in die Moderne waren viele Künstlerinnen beteiligt, die sich trotz der schlechten Rahmenbedingungen für Frauen im Kunstbetrieb durchsetzen konnten. Ein überdurchschnitt-licher Anteil dieser Künstlerinnen kam aus assimilierten jüdischen Familien. Malerinnen wie Tina Blau, Broncia KollerPinell, Marie-Louise von Motesiczky oder die Keramikerinnen Vally Wieselthier und Susi Singer haben heute ihren Platz in der Kunstgeschichte. Doch viele andere sind – zu Unrecht – in Vergessenheit geraten, wie die Bildhauerin Teresa Feodorowna Ries, die Malerinnen Grete Wolf-Krakauer und Helene Taussig oder die Malerin und Graphikerin Lili Réthi. Die Ausstellung „Die bessere Hälfte“ stellt 44 Künstlerinnen vor und zeichnet deren außergewöhnliche Ausbildungsund Karrierewege nach, die vom Kampf um Anerkennung in einer männlich dominierten Kunstszene erzählen, aber auch von vielversprechenden Karrieren, die durch Vertreibung

und Exil unterbrochen oder in den Vernichtungslagern des Nationalsozialismus für immer beendet wurden. Eine Ausstellung mit vielen neuen Erkenntnissen und Wiederentdeckungen. Im vielbeschworenen Fin de Siècle, einer Hochblüte der Kunst und Kultur, war eine künstlerische Laufbahn für Frauen nahezu undenkbar. Als Salonièren oder Mäzeninnen waren – vor allem – Jüdinnen im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert sehr präsent, von einer offiziellen künstlerischen Ausbildung waren sie – wie überhaupt aus dem akademischen Leben – allerdings ausgeschlossen. Ein Besuch der Kunstakademien war erst ab 1920 möglich, daher besuchten viele die eigens für Frauen errichteten Kunstschulen. Besonders in jüdischen Familien, in denen seit jeher die Bildung der Töchter ein Anliegen war, wurde Mädchen Gelegenheit zu einer künstlerischen Ausbildung geboten – manche erhielten sogar teuren Privatunterricht bei einem Künstler, und später ein eigenes Atelier eingerichtet.


KUNST.INVESTOR Jüdisches Museum Wien

Lilly Steiner Composition baroque, 1938 Öl auf Leinwand 146 x 97 cm Belvedere, Wien, Inv.-Nr. 4156

Helene Taussig The Dancer Harald Kreutzberg, 1930/40 Oil on canvas 63 x 41 cm Privately owned


KUNST.INVESTOR Jüdisches Museum Wien

Da die Künstlervereinigungen zur Jahrhundertwende keine Künstlerinnen akzeptierten, gründeten die Frauen eigene, wie die seit 1910 bis heute bestehende Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs (VBKÖ). Unterstützende Mitglieder fanden sich hierfür im Hochadel, aber auch unter den bekannten und einflussreichen jüdischen Familien Wiens (Bondi, Ephrussi, Gomperz, Gutmann, Rothschild, Schey, Wertheimstein u. a.). Alle diese Vereinigungen hatten zum Ziel, Standesvertretungen zu sein und durch die Organisation von Ausstellungen und anderen Veranstaltungen Ansehen und Einkommensmöglichkeiten ihrer Mitglieder zu verbessern. Tatsächlich stammte ein überproportionaler Teil der Wiener Künstlerinnen aus jüdischen Familien, darunter einige der bekanntesten und bedeutendsten Künstlerinnen der Epoche wie Tina Blau, Broncia Koller-Pinell oder Vally Wieselthier. Die meisten von ihnen kamen zwar mit einer vom galizischen Schtetl geprägten Familiengeschichte, aber aus einem bereits assimilierten Umfeld. Als eigenständige Künstlerinnen wurden selbst diese prominenten Vertreterinnen erst nach einiger Zeit wahrgenommen. Verallgemeinern lässt sich die breite Reihe an großartigen jüdischen Künstlerinnen jedenfalls definitiv nicht. Es ist eine sehr diverse Gruppe herausragender Frauen, deren künstlerische Ausdrucksform sich völlig unterschiedlich präsentiert und die Einzigartigkeit und Individualität der Persönlichkeiten hervorhebt. Tina Blau und Teresa Feodorowna Ries waren unter den ersten Frauen, die

im Wien des späten 19. Jahrhunderts die Kunst zu ihrem Beruf erwählten. Die Landschaftsmalerin Tina Blau entwickelte in den 1860er- und frühen 1870erJahren als einzige Frau gemeinsam mit wenigen männlichen Kollegen die österreichische Variante der europaweit verbreiteten realistischen Stimmungslandschaft nach dem Vorbild der Schule von Barbizon– den Österreichischen Stimmungsimpressionismus. Die aus Russland stammende Bildhauerin Teresa Feodorowna Ries wiederum ließ sich durch die schlechten Rahmenbedingungen nicht entmutigen und schaffte es, sich einen Platz im zu dieser Zeit ausschließlich von Männern dominierten Feld der Bildhauerei zu erobern. In den Jahren vor dem ersten Weltkrieg spielten Künstlerinnen eine bedeutende Rolle in der 1903 von Josef Hoffmann und Kolo Moser mit der finanziellen Unterstützung des jüdischen Industriellen und Mäzens Fritz Wärndorfer gegründeten Wiener Werkstätte, in der sich angewandte und bildende Künste gleichberechtigt vereinen sollten. Die bedeutendsten Vertreterinnen wie Vally Wieselthier, Susi Singer-Schinnerl und Kitty Rix waren jüdischer Herkunft. Vally Wieselthier stellte 1928 ihre Keramiken sogar auf der International Exhibition of Ceramic Art des Metropolitan Museums aus; Susi Singer und Kitty Rix, gingen in ihren Arbeiten weit über die traditionelle Gebrauchskeramik hinaus und schufen außergewöhnliche Skulpturen. [Jüdisches Museum Wien, Ausstellungsdauer bis – Foto: © Jüdisches Museum Wien]


KUNST.INVESTOR Jüdisches Museum Wien

Sofie Korner Das Bett Öl auf Leinwand 57 x 62 cm Privatbesitz

Grete Wolf-Krakauer Ohne Titel (Komposition II), 1917 Öl auf Leinwand 90,5 x 81 cm JMW Inv. Nr. 21787 Foto: David Peters


KUNST.INVESTOR Jüdisches Museum Wien

Helene Taussig Weiblicher Akt auf blauem Stuhl, um 1930/35 Öl auf Leinwand 61 x 46 cm Belvedere, Wien,


KUNST.INVESTOR Jüdisches Museum Wien

Friedl Dicker-Brandeis Doppelportrait Pavel und Maria Brandeis, 1936 Pastell auf Papier 45 x 61 cm Jüdisches Museum Wien


KUNST.INVESTOR 21er Haus

KURT HÜPFNER - Aus dem Verborgenen

Mit der Ausstellung „Kurt Hüpfner – Aus dem Verborgenen“ würdigt das 21er Haus das Lebenswerk des österreichischen Künstlers Kurt Hüpfner (*1930, Wien) mit seiner ersten Einzelpräsentation in einem Museum. Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt der zentralen Schaffensphasen des heute noch aktiven Künstlers – von seinen grafischen Anfängen, seinen Zeichnungen, den markanten Assemblagen der 1970er-Jahre bis hin zu den Kleinplastiken, die vor allem das Werk ab Mitte der 1980er-Jahre charakterisieren. Ein Großteil der gezeigten Arbeiten entstammt einer großzügigen Schenkung aus Privatbesitz an das Belvedere. Nach Anfängen als Gebrauchsgrafiker und Karikaturist entwickelt der Künstler ab den frühen 1960er-Jahren ein komplexes eigenständiges Werk. Nach dem prägenden Besuch der Ausstellung Pop etc. 1964 im damaligen 20er Haus, entstehen Zeichnungen, Gemälde und Assemblagen, die sich formal an der Pop Art orientieren, inhaltlich jedoch Themen wie

Politik, Krieg und Literatur aufgreifen. In den 1970er-Jahren entwickelt Hüpfner einen gänzlich individuellen Stil. Seine kleinformatigen Gips- und Terrakottaplastiken, oftmals mit Ölfarbe bemalt, sind vielfältige „magische Geschöpfe“, von denen jedes eine eigene Geschichte zu erzählen vermag. Die Auseinandersetzung mit Kunstbewegungen der Moderne und dem zeitgenössischen Kunstgeschehen, wie Surrealismus, Dadaismus und Pop Art, sowie die Reflexion politischer Krisensituationen bilden die Parameter, in denen sich Hüpfners Kunstwerke entwickeln. Hüpfners künstlerisches Arbeiten blieb weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit. Das 21er Haus widmet ihm nun seine erste museale Werkpräsentation und lässt ihn als Neuentdeckung innerhalb der österreichischen Kunstgeschichte in Erscheinung treten. [21er Haus Museum für zeitgenössische Kunst, Dauer der Ausstellung bis 29. Januar 2017 – Foto: 21er Haus]


KUNST.INVESTOR 21er Haus

Kurt Hüpfner, Danae, 1968 - © Belvedere, Wien


KUNST.INVESTOR Fotografie

„a piece of reality“ Dieter Bornemann zeigt skulpturale Fotografie

Was macht einen Künstler aus? Ist es der Lebenslauf, die Ausbildung, die Liste seiner Ausstellungen? Oder ist es das Werk? Und kann man die Arbeit eines Künstlers unabhängig von seiner Person betrachten? Diese Diskussion habe ich mit Kurator Günther Oberhollenzer geführt. Ich habe nicht den klassischen Lebenslauf, den sich die Kunstwelt erwartet (und einfordert). Trotzdem habe ich in der Fotografie etwas völlig Neues geschaffen, dass es bisher noch nicht gegeben hat: die skulpturale Fotografie- Dieter Bornemann Der Fotograf und Journalist Dieter Bornemann zeigt von 16.11.2016 bis 14.1.2017 in der Ausstellung „a piece of reality“ seine aktuelle Arbeit. Da- bei sollen alte Sehgewohnheiten der Fotografie gebrochen werden. Die Ausstellung ist ein Spiel mit Proportionen und der gelernten Wahrnehmung von Bildern. Das Foto als ein Abbild der Realität, aber gleichzeitig nur eine Illusion

von Wirklichkeit. Das führt zu Irrita- tion beim Betrachter und damit zur Auseinandersetzung mit der eigenen Wahrnehmung. Es bleibt die Frage: Wieviel „Wahrheit“ steckt in einem Foto? Die Ausstellung findet im Rahmen der „eyes on“ - Monat der Fotografie statt. Bei der Vernissage am 15.11. um 19 Uhr spricht MuseumsKurator und Buchautor Mag. Günther Oberhollenzer über moderne Fotografie. 13 Gegenstände des Alltages wurden für diese Ausstellung so fotografiert und in Szene gesetzt, dass die BetrachterInnen die Illusion haben, das echte Objekt vor sich zu haben. Perspektive, Größenverhältnis, Licht und die richtige Oberfläche - das alles muss stim- men, um ein möglichst realitätsnahes Abbild zu bekommen. Die neue Technik durchbricht die Grenzen zwischen klassischer Fotografie und Skulptur. Denn aus Fotografien werden skulpturale, dreidimensionale Objekte erschaffen.


KUNST.INVESTOR Fotografie

Kaugummiautomat

Gegenstände wie etwa ein Kaugummi- automat aus den 80er-Jahren, ein rund 100 Jahre alter Klingelkasten aus einem Wiener Altbau oder ein aus Fotos nachgebautes Ikea-Regal werden durch die fotografische Ab- bildung zwar ihrer Funktionalität beraubt, gleichzeitig aber mit neuer Bedeutung aufgeladen. Die Objekte sind zwar oberflächlich beeindruckend, aber ohne Funktion und Inhalt - ähnlich der Scheinarchitektur der Renaissance-Baumeister. Die Ausstellung spielt mit der Wahrnehmung der BesucherInnen. Alle Objekte werden exakt in ihrer Originalgröße abgebildet und nachgebaut. So soll es vorkommen, dass Be- sucherInnen achtlos an einem Gegenstand der Ausstellung vorbei gehen, weil das Objekt für einen Teil des Raumes gehalten wird. Einen zusätzlichen Reiz bekommt die Ausstellung durch das Spiel mit den Größenverhält- nissen: Jedes Objekt gibt es zusätzlich in der halben Größe des Originals, aber auch auf- geblasen auf die doppelte Größe seiner ursprünglichen Form. Aus der Nähe zur Realität wird so

Fountain I

plötzlich Skurrilität. Eine Hommage an den Mitbegründer der Konzept-Kunst, Marcel Duchamp, ist das Werk „Fountain II“: Allerdings wird hier - 100 Jahre nach dem von Duchamp ausgelösten Kunstskandal der umgekehrte Weg beschritten: Während Duchamp für sein „ready- made“-Kunstwerk ein Pissoir ins Museum stellt und einen realen Gegenstand des Alltags zum Kunstwerk erklärt, wird hier ein anderer Weg gegangen: Ein Pissoir wird so fotogra- fiert, dass für den Betrachter auf den ersten Blick der Eindruck eines echten Urinals ent- steht. Verblüffend auch der originalgetreue Nachbau eines Alibert-Badezimmerspiegels aus den 70er Jahren: Der Betrachter steht zwar ganz offensichtlich vor einem Spiegel, sieht sich selbst aber nicht darin. „a piece of reality“ entwickelt das Medium Fotografie weiter und zeigt einen völlig neuen Ansatz der Fotografie. Der ausschließlich optischen Wahrnehmung wird ein haptisch er- fahrbarer Gegenstand hinzugefügt. (Foto: © Dieter Bornemann)


KUNST.INVESTOR News

Venedig, Canal Grande mit S.Simeone Piccolo, 1949

Max Pfeiffer Watenpuhl Italien war von jeher das Maß aller Dinge für den 1896 in Weferling bei Braunschweig geborenen Max Peiffer Watenphul. Nach seiner Promotion als Jurist wird er Schüler am Bauhaus in Weimar und hat bald erste Erfolge als Maler. Mit der Auszeichnung des RomPreises 1931, der mit einem neunmonatigen Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom verbunden war, beginnt seine tiefgründige Verbundenheit mit Italien, die fortwährend anhalten sollte. Die in Italien entstandenen Gemälde stellen mit ihrer sublimen Poesie eine elementare Größe in seinem malerischen Werk dar, woraus Alois Wienerroither und Eberhard Kohlbacher einen markanten Auszug präsentieren. Watenphul schuf seine ersten Bilder zu Beginn der 20er Jahre in Weimar. Das frühe Werk ist in Komposition und Formgebung von archaischer Einfachheit und symbolistischer Rätselhaftigkeit, es reflektiert Tendenzen des Weimarer Bauhaus wie die Faszination der Malweise Henri Rousseaus.Schon damals entfremdet Watenphul das Gesehene seiner

äußeren Erscheinung, vernachlässigt Regeln der Perspektive und Proportion und folgt einer eigenen Ordnung, die nur sich selbst verpflichtet ist. Aus den Gemälden spricht eine surreale Poetik, die nobilitierte und triviale Bildwelt gleichermaßen einschließt. Unter dem Einfluss der italienischen Landschaft und des südlichen Lichts erfahrt diese schon sehr charakteristische Disposition ihren emphatischen Wandel. Komposition, Bildausschnitt und Farbgebung werden entschiedener und prägnanter. Das Licht wird von substanzieller Bedeutung. Die menschenleeren Landschaften von Ischia sind von stiller Helligkeit erfüllt. Das Bildgefüge ist fein kalibriert und ausbalanciert, die atmosphärischen Qualitäten sind sensibilisiert, und doch gewinnen die Landschaftsdarstellungen an räumlicher Dimension und bildinterner Dynamik. Ohne die Gegenständlichkeit zu verlassen, entfaltet sich in einer durch Licht und Farbe rhythmisierten Weite ein tiefsinniges Bekenntnis zu dieser idyllischen Natur.


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Stilleben mit Mohn, 1937/1947

Den extremen Querformaten dieser Ansichten von Ischia stehen die ungewöhnlich schmalen Hochformate der Venedig-Bilder gegenüber. Während seine Bilder in Deutschland als .,entartete Kunst" diffamiert wurden, lebte Max Peiffer Watenphul in Venedig. Trotz unzähliger bereits bestehender VenedigInterpretationen (wie etwa von Canaletto, Monet, Renoir oder Turner) findet er zu einer faszinierenden eigenen Formulierung in der viele Jahre überspannenden Werkgruppe. Watenphul malt zwei diametrale Facetten der Stadt, ein Theater der Sinne, das Festspiele im Sommer hält und im Winter in düstere Melancholie abtaucht. Die Architektur Venedigs wird bühnenhaftwie eine Kulisse arrangiert, durch Bildausschnitt in Fragmenten markant gesetzt und pointiert proportioniert. Das Bildgefüge ist gedrängt, der Farbauftrag ist dicht. Die Gegenstände werden zu Kürzeln, die Menschen gleich Staffage zu Strichmännchen reduziert. Wieder gelingt ihm eine subtile Licht-Malerei, einen auratischen Schleier über die Ansichten zu legen und die Farben weich schimmern zu lassen- was er nicht alleine durch Farbauftrag und Pinsel erzielt. Oft nutzt er die Struktur der ungrundierten Leinwand, belässt durch die dünne Farbschicht deren Körnung unbedeckt, sodass ein

atmosphärisches Flirren des Gesamten entsteht. In den harmonischen Landschaftsbildern lassen sich im lichten Himmel fahrige Grafitkritzeleien wahrnehmen, als eine lineare Belebung der leeren Flächen, während Farbspritzer Luft und Himmel materialisieren. In manch dunklen Farbfeldern der venezianischen Palazzi ist die dick aufgetragene Farbschicht verletzt, Kratzer legen die darunterliegende Leinwand frei, doch weniger als ein Akt der Aggression als vielmehr der einer Harmonisierung. Sie rücken das feste Bildgefüge in eine Ungreifbarkeit. Aus heutiger Sicht zeigt sich in diesem Akt des methodischen Überkritzelnsund Zerkratzens nicht nur eine sehr unprätentiöse, sondern auch eine ausgesprochen progressive Haltung. Watenphul haucht damit dem Dargestellten eine Subjektivierung ein. Er beschwört so in seinen Malereien eine Distanzierung und Zeitlosigkeit herauf, zugleich eine Begehrlichkeit und deren Unerreichbarkeit. Es sind verinnerlichte Ansichten, in denen das Sehnsüchtige geweckt wird -als melancholisches oder paradiesisches Gespinst von irritierendem Zauber. [Wienerroither & Kohlbacher, Ausstellungsdauer bis 10. Jänner 2017 – Foto: © Wienerroither & Kohlbacher]


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Julius Meinl am Graben Genuss auf allen Ebenen - Speisen vom Feinsten bei Julius Meinl am Graben Genuss ist in erster Linie eine Lebenseinstellung, die vor allem die unabdingbare Bereitschaft dazu und natürlich auch die entsprechende Muße erfordert – dies verkörpert Julius Meinl am Graben wie wohl kaum ein anderes österreichisches Unternehmen als Österreichs erste Adresse für Gourmets und Genießer. Hier versteht man Genuss als eine Art Gesamtkunstwerk für alle Sinne, dazu gehören Gaumenfreuden ebenso wie eine stimmungsvolle Atmosphäre, die passende akustische Untermalung und angeregte Gespräche. In den gastronomischen Outlets werden Ihnen bei Julius Meinl am Graben hierzu mannigfaltige Möglichkeiten geboten. Überzeugen Sie sich in Meinl’s Restaurant von einer internationalen, höchst innovativen Luxusküche mit unvergleichlich schönem Blick auf Graben und Kohlmarkt! Begeben Sie sich unter der Führung unserer Sommeliers auf eine spannende Weinreise in Meinl’s Weinbar oder erleben Sie unvergleichlichen Kaffeegenuss in Form einer anregenden Melange im beliebten Meinl Café. „Wählen

Sie aus“ – hier wird jeder Genusswunsch mit Kompetenz und kulinarischem Know-how ermöglicht! Meinls Restaurant: Von Anbeginn vermochte das Restaurant mit der schönsten Aussicht Wiens, Gourmets aus dem In- und Ausland mit seiner spannenden Küche, seinem unprätentiösen und charmanten Service und seiner wunderbaren Weinkarte zu begeistern. Hier werden von früh bis spät durchgehend kulinarische Köstlichkeiten und luxuriöse Gaumenfreuden in einer stilvollen und doch legeren Atmosphäre angeboten. Am Morgen bieten eine Vielzahl an Frühstücksvarianten den idealen Start in den Tag, mittags verwöhnen wir Sie mit einem exquisiten und doch raschen Business-Lunch, am Nachmittag verlocken Wiener Kaffeeund Teespezialitäten und die süßen Köstlichkeiten aus unserer hauseigenen Patisserie und am Abend findet der Tag bei einem leichten Dinner oder einem exzellenten Menü zu einem hervorragenden Glas Wein einen gelungenen Ausklang.


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Die Küche begeistert durch einen individuellen Stil, der mediterran geprägt ist und sich der Saisonalität und Hochwertigkeit der Grundprodukte verpflichtet. Das an Vielfalt und Frische unüberbietbare Sortiment von Julius Meinl am Graben tut sein Übriges, um zu einer internationalen Küche zu inspirieren, die von einer beispiellosen Authentizität und Leichtigkeit gekennzeichnet ist und getrost auf Firlefanz und Pomp verzichten kann. Als unabdingbar für die kulinarische Performance erweist sich das distinguierte, umsichtige Service, das auch den anspruchsvollsten Gast verwöhnt. Der außerordentliche Ruf des Restaurants liegt sicherlich auch in der Weinkarte begründet, die mit ihren über 750 Weinpositionen und einem Angebot an Bränden, das sich wie das „Who is Who“ der heimischen Top-Destillerie liest, für jeden Gang die perfekte Begleitung bereithält. Meinls Weinbar: Weinkenner und all jene, die es werden wollen, schätzen die stimmungsvolle Atmosphäre, das atemberaubende Sortiment und die exzellente Weinberatung von Seiten des Weinbar Teams. Die Umfangreiche Weinkarte umfasst nicht nur etwa 30 offene Weine aus Österreich und dem Ausland, sondern ebenso verschiedene Schaumweine, Süßweine und Portweine, die das Angebot abrunden. Außerdem können Sie noch aus ca. 2000 verschiedenen Weinen aus aller Welt und etwa 20 unterschiedlichen Champagner wählen und diese gegen einen 10%igen Bedienungsaufschlag (Mindestaufschlag € 3,00) flaschenweise genießen. Neben zahlreichen internationalen Raritäten, die bis ins Jahr 1961 zurückreichen, sind es vor allem die österreichischen Raritätenweine, welche Sie auf einer eigens kreierten Raritätenkarte finden, die Meinls Weinbar für Weinkenner einzigartig machen. Egal ob Sie einen gereiften Weißwein oder einen Rotwein aus

den Spitzenjahrgängen wie 1999, 2000 oder 2003 suchen. Hier werden Sie fündig. Auch der kleine Hunger lässt sich in Meinls Weinbar stillen: neben einem täglich wechselnden Mittagsmenü werden auf der Speisekarte auch klassische Spezialitäten wie Antipasti-Variationen, Beef Tartar, Roastbeef oder Räucherlachs angeboten. Wer den Weingenuss zuhause bevorzugt und seinen Einkauf nicht zu den Geschäftszeiten von Meinl am Graben erledigen kann, hat hier in Meinls Weinbar bis zur mitternächtlichen Sperrstunde die Gelegenheit, aus dem Top-Angebot unter fachkundiger Beratung auszuwählen und zu Handelspreisen einzukaufen. Meinls Café: Das "Meinls Cafe" mit angeschlossenem Gastgarten auf dem Kohlmarkt zählt mittlerweile zu den beliebtesten Innenstadttreffs, denn hier wird die Altwiener Kunst des Kaffeekochens zelebriert. Auf der Kaffeekarte finden sich an die 35 Rezepturen: von der klassischen Melange über Kapuziner, Einspänner und Kaffee verkehrt bis hin zum Mazagran. Das "Meinls Café"-Team begeistert seine Kunden kontinuierlich mit neuen Kreationen der braunen Bohne; Mandorlino (mit Mandelmilch verfeinerter kalter Espresso), Melange Orangina, die kongeniale Verbindung von Großem Braunen und Orangenlikör und Greco haben schon zahlreiche Anhänger gefunden. Die Mitarbeiter stehen vor Ort mit Rat und Tat bei der Auswahl des gewünschten Kaffees zur Seite und geben Einblick in die faszinierende Welt des beliebten Genussmittels. Ein einladendes Angebot an Kipferln & Croissants und Tartes aus der hauseigenen Patisserie verspricht zu jeder Kaffeespezialität die passende Begleitung. Somit garantiert ein Besuch im "Meinls Café" aufgrund der fachkundigen Beratung und exzellentem Service uneingeschränkten Kaffeegenuss in klassisch-stilvoller Atmosphäre!


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Aux Gazelles – Savoir Vivre in Wien Le Restaurant, Le Club, Le Design Mit "mehr Funktion und weniger Folklore" ist das gemeinsam entwickelte Design-Konzept von Christine Ruckendorfer und Architekt Alberto Bach perfekt definiert. Bach zeichnet mit seinem Büro Albertoni für viele internationale Prestigebauten verantwortlich und hält Nichts von unnötigem Chi Chi, lauten Farben und orientalischen Klischees. Beide wollten dem Aux Gazelles mehr Spielraum und Bewegung geben. Das Licht wird durch die Neugestaltung tief in den Raum geholt. Auch die Séparées wurden neu interpretiert. "Ich wollte zwei unterschiedliche, elegante Welten kreieren, das Restaurant mit dem großzügigen Gastgarten ist eine helle frische Sommerwelt von großer Klarheit", erklärt Bach. "Verbindend dazu finden sich Designelemente, die klar und schwungvoll sind, mit klassisch marokkanischen Elementen." Eine Formsprache, die in Abwandlungen immer wieder zum Einsatz kommt. Ruckendorfer Für Ruckendorfer ist das Ergebnis "ein zeitgemäßes Lokal auf internationalem Niveau, ohne folkloristisch zu sein." Auf 2000 Quadratmeter wird "Savoir Vivre in Wien" geboten:

Essen, Trinken, Tanzen, Verwöhnen, Entspannen & Genießen. Neue Features, wie "Lunch Bazaar", "Signature Drinks", "After Work-Shower" und anderes mehr erwarten den Gast. "Orient Light" nennt sich das frische Food-Konzept, vielfältig, spannend und ideal für die heißen Sommermonate in der City. Im "Lunch Bazaar" werden mittags feine Variationen in Form von libanesischen Mezze-Gerichten und marokkanischen Vorspeisen das Aux in Form eines All You Can EatBuffets angeboten. Abends können diese auch à la Carte bestellt werden. Als Mittagsmenü gibt es Rindsbrochettes mit gratinierten Zucchini, Lammköfte im Tomaten-Zimtfonds mit Dijon Senf und gegrillte Calamari & Garnelen mit Spargel-Fenchel-Salat. Abends kommt regional-österreichisches zum Einsatz, wie bei der Tajine mit Mariazeller Saibling, knusprigem Rinderprosciutto und Granatapfel, einem zarten Kalbsgulasch, Couscous und Kichererbsen. Vegetarier werden mit Gemüse-Tajine oder gebackenen Kartoffeln mit Arganöl, Koriander mit Limetten-Sauerrahmdip verwöhnt.


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Wüstentee on the Rocks meets Bloody Mary Eine schöne Bar braucht exzellente Drinks! Daher hat sich das Aux Gazelles-Team gleich mehrere feine Signature-Drinks überlegt. So wird der berühmte marokkanische Minztee, an dem bereits Winston Churchill im La Mamounia schlürfte, im Sommer "on the rocks" serviert. Zum Feierabend gibt es eine alkoholische Version des Traditionsgetränks aus der Sahara, gemixt mit Gin. Oder ein Gimlet, das berühmt, berüchtigte Getränk der Britischen Navy, favorisiert von Ernest Hemingway und bekannt aus den Philip Marlowe-Krimis. Apropos Hemingway: Zu Beginn einer heißen Bar-Nacht darf ein perfekter Bloody Mary nicht fehlen. Dieser Klassiker wird im Aux Gazelles nach einer klandestinen Rezeptur eines jamaikanischen Barmans gemixt. After Work-Shower Raus aus dem Job und rein in den Feierabend! Doch wo bitte, machen Mann und Frau sich nach einem anstrengenden Arbeitstag frisch und fein? Nicht jeder

wohnt im City-Loft um die Ecke. Hammam und Salon de Beauté schaffen Abhilfe. Für 15,- Euro können sich Aux Gazelles-Gäste von 17 bis 20 Uhr duschen, entspannen und für den Abend zu Recht machen. Im Preis inkludiert sind: Handtuch, Erfrischungsgetränk (hausgemachte Limonaden und Eistees). Verwöhnprogramm für Body & Soul Eine alte Hammam-Tradition besagt: Politik, Geld und Sorgen bleiben draußen! Insofern sind Hammam & Salon de Beauté nicht gerade der geeignete Ort für das nächste Business Meeting, wohl aber um sich von Kopf bis Fuß verwöhnen zu lassen und zu entspannen. Auf 500 Quadratmetern befinden sich ein klassisches Dampfbad, Behandlungsund Entspannungsräumlichkeiten in bester Orient-Manier. Hammamcis verwöhnen mit Waschungen, Peelings, wohlriechenden Salben und einer Haarwäsche – falls gewünscht. Mehr Info unter www.auxgazelles.at


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Adolf Krischanitz

Das Inventar ist das Ergebnis der Inventur

Basierend auf den Entwürfen für zahlreiche Gebäude aus den Bereichen Kultur, Wohnen, Gewerbe, Bildung etc. hat Adolf Krischanitz Innenausstattungen entworfen, die sich mit wenigen Ausnahmen jeweils aus den laufenden Bauaufgaben entwickelt haben. Die im Zuge der architektonischen Arbeit entstandenen Interieurs sind in der Regel nicht nur Sessel, Tisch, Liege und Lichtobjekte, sondern sind konstitutiver Teil des räumlichen Aufbaus und der Gestion des integralen architektonischen Raumes. Alles in allem liefert er durch sein Werk einen bemerkenswerten Beitrag zu einem wichtigen Aspekt der jüngeren österreichischen Architekturgeschichte. Die Entwicklung dieser Arbeiten ist anfänglich durch historisierende postmoderne Tendenzen gekennzeichnet, um schließlich in radikalere direkte Versuche zur Anknüpfung an die inzwischen fast verloren gegangene Entwurfstradition des regionalspezifischen Ausstattungshandwerks in Wien zu münden. Außerdem werden Kooperationen mit anderen Architekten (Otto Kapfinger, Hermann Czech), mit Künstlern (Oskar Putz, Gilbert Bretterbauer, Helmut Federle, Gerwald Rockenschaub) gesucht und zu spezifischen Entwurfsergebnissen gebracht, die sich jenseits aller modischen Tendenzen trotz oder gerade wegen ihrer zeithältigen Materialität heute wie zeitlos gerieren. Adolf Krischanitz, * 1946 in Schwarzach / Pongau gründete 1970, gegen Ende seines Studiums an der Technischen Universität Wien, zusammen mit Angela Hareiter und Otto Kapfinger die Architektengruppe Missing Link. 1979 zählte er zu den Begründern der Zeitschrift UmBau der Österreichischen Gesellschaft für Architektur und übernahm 1982 den Vorsitz dieser Gesellschaft. Als Mitglied und schließlich Präsident der Wiener Secession (1991–1995) verantwortete er die Gestaltung und Organisation zahlreicher Ausstellungen zeitgenössischerKunst. Als Gastprofessor war er 1989 an der Technischen Universität München sowie an den Sommerakademien in Karlsruhe (1990), Neapel (1994/95) und Wien (1996) tätig. 1992–2011 war er Professor für Stadterneuerung und Entwerfen an der Universität der Künste Berlin. Seit 1979 arbeitet Krischanitz als freischaffender Architekt mit Ateliers in Wien und Zürich.

Herausgeber: Edelbert Köb Texte: Sebastian Hackenschmidt, Otto Kapfinger, Adolf Krischanitz und Marcel Meili ALBUM VERLAG, Wien 2016- Auflage: 1.000 Stück 224 Seiten, 210 x 260 mm, Preis: 46,- Euro ISBN: 978-3-85164-196-7


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Heinz Adamek „KUNSTAKKORDE – diagonal“

Essays zu Kunst, Architektur Literatur und Gesellschaft

Heinz P. Adamek stellt mit diesem Essay-Band beispielhaft „Kunstschritte vom 19. ins 21. Jahrhundert“ vor: Er beleuchtet Persönlichkeiten aus bildender und angewandter Kunst, Architektur, Literatur, Theater und Film. Als vormaliger Universitätsdirektor der Universität für angewandte Kunst Wien gewährt er in Beiträgen über Hermann Heller, Anton Kenner, Bertold Löffler, Otto Niedermoser, Michael Powolny, Grete Rader-Soulek, Elli Rolf und Heinrich von Tessenow - durchwegs prägenden Gestalten der „Angewandten“ - profunde Einblicke in deren Schaffen, anderseits gilt sein Engagement als jahrelangem Initiator bzw. Kurator von Ausstellungen dem Oeuvre Giovanni Segantinis ebenso wie Arbeiten internationaler Künstler der Gegenwart zum Thema Rezeption des Werkes von Gustav Klimt. Sein Interesse für das Fin de Siècle und die frühe Moderne drückt sich auch in der Stückwahl für die Theateraufführungen des Wiener European Studies Program der Central University of Iowa aus, für die der Autor als Dramaturg und Regisseur eineinhalb Jahrzehnte verantwortlich zeichnete. Nicht zuletzt durchleuchtet der Arthur Schnitzler-Kenner Adamek in zwei Essays wenig bekannte Seiten des prominenten Dichters. Heinz Adamek „KUNSTAKKORDE – diagonal“ 250 Seiten, 107 Abbildungen Hardcover, Schutzumschlag Preis 30,- Euro Verlag Böhlau Wien, Köln, Weimar ISBN 978-3-205-20250-9


Grand Piano 214VC Klängliche Brillanz in seiner elegantesten Form

Basierend auf

dem großen Erfolg des Bösendorfer Konzertflügels 280VC

Vienna Concert , der für großes Aufsehen auf vielen namhaften Bühnen sorgte, präsentiert Bösendorfer nun auch die einzigartigen Qualitäten der VC Technologie auf

2.14 Metern

Länge. Würde man ausschließlich dem

hörbaren Klangeindruck folgen, so überrascht größeren schier

dieser

Flügel so

manchen

Konzertflügel mit Bösendorfer Strahlkraft. Atemberaubende Dynamik, unbegrenzte Klangfarben und strahlende Brillanz: der neue

214VC

verkörpert das musikalische Erbe Bösendorfer in zeitgemäßer Perfektion. Ein Klangerlebnis purer Emotion.


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Michael Schultz

(Un)zensiert Edition Braus 629 Seiten 48,00 € ISBN 978-3-86228-155-8

(Un)zensiert - die Bekenntnisse über Kunst, Künstler. Über Gott. Den Islam. Über Sex, Fußball und die Tragödien unserer Zeit. Zusammengestellt in Tagesbriefen, die als Daily News vier Jahre lang einen ausgewählten Kreis von Empfängern erreichte. Von montags bis freitags, Woche für Woche, Jahr für Jahr. Dazu gehörte viel Durchhaltevermögen, aber auch Verzicht. Auf Alkohol am Abend und Zärtlichkeit am Morgen. Immer on duty. Geschrieben von, erschienen in der Edition Braus.



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