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JAHRESBERICHT 2013

ZÜRCHER KUNSTGESELLSCHAFT

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JAHRESBERICHT ZÜRCHER KUNSTGESELLSCHAFT

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IMPRESSUM Jahresbericht der Zürcher Kunstgesellschaft Redaktion: Kristin Steiner Gesamtverantwortung: Björn Quellenberg Gestaltung: Crafft Kommunikation AG, Zürich Druck: Neidhart + Schön AG, Zürich ISSN 1013-6916 Veröffentlicht im Jahr 2014 Für die Texte: © 2014 Zürcher Kunstgesellschaft Für das Werk von Marc Chagall: Chagall ® / © 2014 ProLitteris, Zürich; für das Werk von Willem de Kooning: © The Willem de Kooning Foundation / 2014 ProLitteris, Zürich; für das Werk von Edvard Munch: © The Munch Museum / The Munch-Ellingsen Group /2014 ProLitteris, Zürich; für die Werke von David Smith und Jorinde Voigt: © 2014 ProLitteris, Zürich; für alle anderen Werke: © 2014 bei den Künstlern oder ihren Rechtsnachfolgern Für die Fotos: © Caroline Minjolle; S. 57 links: © Alma Johanns Abgebildete Werke: S. 52: Marc Chagall, Der Krieg, 1943; S. 53 links: Marc Chagall, Der Spaziergang, 1917/1918; S. 56 oben: David Smith, Arc in Quotes, 1951; S. 56 unten: Willem de Kooning, Head III, 1973; S. 59 oben: Edvard Munch, Omega, 1922; S. 59 unten: Edvard Munch, Apfelbaum, 1921, und Bildnis Albert Kollmann, um 1901/02 Zürcher Kunstgesellschaft Postfach, 8024 Zürich Tel. 044 253 84 84 Fax 044 253 84 33 www.kunsthaus.ch info@kunsthaus.ch

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JAHRESBERICHT 2013 ZÜRCHER KUNSTGESELLSCHAFT

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Vorwort

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1 ABBILDUNGEN Ausgewählte Werke und Erläuterungen

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2 AKTIVITÄTEN Sammlung

42

Erwerbungen

44

Ausstellungen

51

Grafische Sammlung

61

Bibliothek

63

Restaurierung

65

Kunstvermittlung

68

Veranstaltungen

71

Veröffentlichungen

73

3 ZÜRCHER KUNSTGESELLSCHAFT Kunsthausbesuch

76

Generalversammlung

78

Vorstand und Kommissionen

79

Mitglieder

80

Mitarbeitende

81

Sponsoren

84

4 FINANZEN Rechnung

86

Revisionsbericht

90

Sammlungsfonds

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Impressum

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SEHR GEEHRTE MITGLIEDER DER ZÜRCHER KUNSTGESELLSCHAFT Das Kunsthaus Zürich kann auf ein durchaus erfolgreiches Jahr 2013 zurückblicken. Wir haben unser mittel­fristiges Ausstellungsprogramm umgestellt, auch im Hinblick auf die Kunsthaus-Erweiterung, und obwohl zwei publikumsträchtige Grossausstellungen pro Jahr einen zusätzlichen finanz­iellen und personellen Einsatz bedeuten, lohnt sich das Engagement. Mit Edvard Munch und Marc Chagall gelangen Grossereignisse, die dank thesenhafter Setzung und Vermittlung auf hohem Niveau die angepeilten Besucherzahlen erreichten. Im vergangenen Sommer konnten wir Ihnen überdies die Sammlung Looser erstmalig in einer vielgelobten Präsentation vorstellen. Rund siebzig Werke, vorwiegend der amerikanischen Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, werden in die Kunsthaus-Erweiterung einziehen und das kuratorische Konzept wechselnder Präsentationen in hervorragender Weise ergänzen und bereichern. An dieser Stelle sei noch einmal Herrn Hubert Looser wie auch seiner Frau Ursula Looser-Stingelin gedankt für die gute und konstruktive Zusammenarbeit. Der Vorstand der Zürcher Kunstgesellschaft hat auf Antrag der Direktion Herrn Hubert Looser zum Ehrenmitglied ernannt. Ebenso wurde Frau Hortense Anda, die dem Kunsthaus seit vielen Jahren eng verbunden ist, zum Ehrenmitglied ernannt. Wie Ihnen bekannt ist, wird die weltbekannte Sammlung Bührle in die Kunsthaus-Erweiterung Einzug halten. Die Aktivitäten in der Sammlung haben markant zugenommen mit wechselnden Präsentationen aus dem Bestand und eigens auf die Räume zugeschnittenen Ausstellungen, allen voran die schöne Accrochage all unserer Vallotton-Bilder mit einer Zürcher Privatsammlung, die grossen Zuspruch fand. Die Planungsarbeiten am Erweiterungsbau sind 2013 auf vielen Ebenen zu einem Abschluss gekommen, und das Projekt

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stand unmittelbar vor der Realisierungsphase. Die Zusammen­ arbeit mit Sir David Chipperfield, der jüngst mit dem renommierten Praemium Imperiale des japanischen Kaiserhauses geehrt wurde, und mit seinem engagierten Architektenteam Chipperfield Architects Berlin hat sich ausgezeichnet ent­ wickelt, sodass die Detailplanung des neuen Kunsthauses in den Monaten nach der erfolgreichen Volksabstimmung weit fortgeschritten war. Ich danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Büros Chipperfield wie auch des Hochbauamts der Stadt Zürich für die sehr gute Arbeit und die vertrauensvolle Kooperation auf allen Ebenen. Der Businessplan für das künftig grössere Kunsthaus, der auf Initiative der Direktion in Kooperation und im Rahmen einer Pro-bono-Studie von Boston Consulting Group in Zürich erstellt wird, steht mit ersten Massnahmen am Beginn der Umsetzung. Es freut mich ausserordentlich, dass unser ambitioniertes Fundraising-Team, das von unserem Ehrenpräsidenten Dr. Thomas Bechtler geführt wird, so erfolgreich gesammelt hat. Bis Ende 2013 waren rund 75 Millionen Franken zugesagt! Mein Dank gilt Firmen, Stiftungen und privaten Donatoren, darunter vielen Mitgliedern der Kunstgesellschaft, für dieses ausserordentlich grosszügige Engagement. Der private Anteil seitens der Zürcher Kunstgesellschaft an der Kunsthaus-Erweiterung war Ende des Jahres gesichert, auch wenn das Fundraising noch weiterlaufen wird. Wie erinnerlich ergab die Volksabstimmung über das Bauprojekt und den Gestaltungsplan im November 2012 ein deutliches Ja der Zürcher Stimmbürgerinnen und Stimm­ bürger. Danach liefen die Vorbereitungen für den Baubeginn auf vollen Touren (der erste Spatenstich war für November 2013 vorgesehen), als im Mai 2013 eine in Luzern ansässige Stiftung Archicultura Widerspruch gegen den Bauentscheid einlegte. Die Stiftung Archicultura wurde vom zuständigen Baurekursgericht als nicht beschwerdeberechtigt eingestuft

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und der Rekurs zunächst abgewiesen. Die Stiftung zog die Klage weiter. Die nächsthöhere Instanz, das kantonale Verwaltungsgericht, widerrief im Dezember das Urteil. Die Bauherrschaft (die Einfache Gesellschaft Kunsthaus Erweiterung) fasste nach eingehender juristischer Prüfung den Beschluss, das Urteil nicht ans Bundesgericht weiterzuziehen. Nun muss das Baurekursgericht erneut und diesmal in der Sache entscheiden. Für den Fall, dass sich das Verfahren über mehrere Instanzen ziehen sollte, ist mit einer Verzögerung des Baubeginns für viele Monate zu rechnen. Die Vergaben können nicht oder nur eingeschränkt stattfinden, und das Projektteam, die Projektleitung und alle Fachplaner müssen für längere Zeit pausieren. Das bedeutet nicht zuletzt markante finanzielle Auswirkungen. Abgesehen von dieser für alle am Projekt Beteiligten, Freunde und Gönner und für die Zürcher Kunstgesellschaft bedauerlichen Nachricht geht es dem Kunsthaus grundsätzlich gut. Wir dürfen uns freuen über gute Besucherzahlen und eine hohe Akzeptanz, über steigende Mitgliederzahlen und solide Finanzen – und über viele Geschenke und Vermächtnisse, über die wir in diesem und im nächstjährigen Jahresbericht informieren: Die Sophie und Karl Binding Stiftung machte die langjährige Dauerleihgabe der Marmorskulptur «Venus» von Carl Burckhardt zum Geschenk; zwei Porträts von JeanEtienne Liotard überreichte Dr. Walter Feilchenfeldt, und Johann Heinrich Füsslis «Ladies of Hastings» wurde uns von Frau Regine Schindler-Hürlimann vermacht. Der Vereinigung Zürcher Kunstfreunde verdanken wir zwei schöne Neuerwer­ bungen, und darüber hinaus hat der 2012 verstorbene langjährige Präsident der Vereinigung Zürcher Kunstfreunde, Dr. Hans-Ulrich Doerig, die Kunstfreunde und mittelbar auch die Kunsthaus-Erweiterung grosszügig bedacht. Wir danken allen Schenkgebern sehr herzlich!

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Mein Dank gilt den Mitgliedern im Vorstand der Zürcher Kunstgesellschaft und der Programmkommission für ihre ehren­amtliche Arbeit. Mit Trauer mussten wir im Herbst 2013 Abschied nehmen von Frau Anja Maissen, unserer langjährigen engagierten Mitstreiterin für das Kunsthaus und die Erweiter­ung. Für die gute Zusammenarbeit geht mein Dank an die Stiftung Zürcher Kunsthaus, die Eigentümerin der Liegenschaften, vor allem an den Präsidenten Dr. Martin Zollinger, an den Stiftungsrat und den Geschäftsführer Thomas U. Müller. PriceWaterhouseCoopers hat dankenswerterweise pro bono die Aufgabe der Revision wiederum zusammen mit der Revisionsstelle der Stadt Zürich übernommen. Hohe Liquidität und solide zweckgebundene Rücklagen sorgen für Planungssicherheit, sodass das Kunsthaus ein gefragter Partner in internationalen Kooperationen ist und seine herausragende Position sichert. Mein Dank gilt Stadt und Kanton Zürich für die Subventionen, die mehr als vierzig Prozent unserer Einnahmen ausmachen, wie auch den Geldgebern aus der Wirtschaft, allen voran unseren Partnern, der Credit Suisse und der Swiss Re, aber auch zahlreichen Stiftungen und privaten Mäzenen, ohne deren Unterstützung unser anspruchsvolles Programm nicht realisiert werden könnte. Das Kunsthaus wird von Menschen getragen und gestaltet, die sich mit ganzer Kraft oft über viele Jahre und Jahr­zehnte für die Kultur einsetzen. Langjährige verdiente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Jahr 2013 in den Ruhestand gegangen, darunter auch Frau Bice Curiger, der wir viele massgebliche Ausstellungen verdanken. Wir begrüssen Frau Cathérine Hug und Herrn Oliver Wick, die unser Kuratorenteam wieder komplettieren und verstärken. Herzlichen Dank allen für ihren fortwährend engagierten Einsatz: Sie machen das Kunsthaus Zürich zu einer beliebten und erfolgreichen Institution!  Walter B. Kielholz Präsident

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ABBILDUNGEN

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Marilyn Minter Cheshire (Wangechi), 2011

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MARILYN MINTER CHESHIRE (WANGECHI), 2011 Ein überdimensionales Lächeln zieht sich über die ganze Breite der grossen Metalltafel «Cheshire (Wangechi)» (2011) von Marilyn Minter. Die halbgeöffneten Lippen und Zähne sind getränkt in einer goldenen Flüssigkeit, die wie Speichel aus dem Mund rinnt. Das von rechts einfallende Licht verstärkt den metallischen Glanz auf den Vorderzähnen und evoziert ein irritierendes Detail im Bild: den leicht schräg gestellten Zahn, der die Symmetrie durchbricht und das Lächeln in ein Grinsen kippen lässt. Anziehend und unheimlich zugleich – ganz wie die unnahbare Cheshire Cat, der Alice bei ihren Irrungen im Wunderland begegnet und auf die im Titel angespielt wird. Jeder Tropfen wirkt plastisch, jedes Härchen ist auf der Ober­lippe zu erkennen. Minter wehrt sich gegen die Kate­gorie des Fotorealismus, mit dem sie oft in Verbindung gebracht wird, denn ihre Bilder seien keine gemalten Fotos, die Gemälde würden vielmehr beim genauen Hinschauen in sich zerfallen. Die unendlichen Schattierungen in Beige, Weiss, Braun, Rot, Grün – in die bezeichnender­weise keine Goldfarbe gemischt ist – bilden beim genauen Hinsehen beinahe ein ab­straktes Muster. Marilyn Minter (*1948) ist bekannt für Darstellungen des menschlichen Körpers in der Hochglanzästhetik von Mode und Showbiz bis hin zu Pornografie. Doch in die mit Schminke und Schmuck über­ladenen Details schleicht sich das sonst Ungesehene hinein. Narben und Pickel, Schmutz, Schweiss oder Speichel lassen das Glamouröse etwas unperfekter, etwas ekelerregender, etwas menschlicher erscheinen. Dieses Bild entstand bei einem Fotoshooting mit der kenianischen Künstlerin Wangechi Mutu (*1972). Die Foto­grafin stattete ihr Modell mit High Heels, falschen Nägeln und mehr­eren Flaschen Vodka mit Lebensmittelgold aus. Mutu, die zur Zeit schwanger war, spielte mit der goldenen Flüssigkeit und

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war immer bedacht, nichts vom Alkohol zu schlucken, sodass das flüssige Gold ihr aus dem Mund quoll. Beide Künstlerinnen verwendeten die daraus entstandenen Fotografien für sich. Wangechi Mutu verarbeitete sie in ihren charakteristischen Collagen; Marilyn Minter zu einer Serie von sechs Gemälden und Fotografien. Da der Emaillack so schnell trocknet, bearbeitet Minter – und mittlerweile ihre Assistenten – die Ober­ fläche oft direkt mit den Fingern, um in monatelanger Arbeit weiche Übergänge zwischen den Farbschattierungen zu erhalten. So entstehen sinnliche, haptische Oberflächen, die den Blick in sich aufsaugen und zu verführen suchen. Mit dieser Neuerwerbung wird die Werkgruppe von Marilyn Minter im Kunsthaus Zürich um eine jüngere Arbeit erweitert, sodass drei wichtige Etappen ihres Schaffens vertreten sind. 2007 wurde das neunteilige Werk «Coral Ridge Tower Series» (1969 –1995) angekauft. Die Schwarzweiss-Porträts ihrer suchtkranken, im Bett rauchenden, sich schminkenden Mutter gelten als das erste wichtige Werk Minters. Die Aufnahmen entstanden noch während ihres Studiums, blieben jedoch über zwanzig Jahre unentwickelt liegen – trotz der Ermunterung von Diane Arbus, die schon 1969 bei einem Besuch an der Universität von Louisiana die Arbeiten sah. 2008 erschien «Pamela Anderson» (2007) als Edition bei Parkett. Die unretouchierte Fotografie zeigt die triefendnasse Schauspielerin, beinahe ungeschminkt und kaum wiedererkennbar, inklusive Sommer­sprossen und kleinen Pickeln im Ausschnitt. Die Aufnahme ist bezeichnend für den Blick von Marilyn Minter: «Mir geht es nicht darum, die Verwerfung der Glamour-Industrie aufzuzeigen. Glamour und Schönheit geben jedem von uns grosse Freude. Aber für mich liegt der Fehler im Vorgaukeln von Perfektion. Ich versuche zu zeigen, wie ich denke, und Bilder darüber zu machen, wie sich das Schauen selbst anfühlt.»1  Claire Hoffmann 1 Marilyn Minter, Zitat aus: Belinda Grace Gardner, «Reality Check. Marilyn Minters derangierter Glamour» in: Marilyn Minter, Ausst.-Kat. Deichtorhallen Hamburg 2011, S. 28.

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Jean-Etienne Liotard James Hamilton, 2nd Earl of Clanbrassil, 1774

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Jean-Etienne Liotard Grace, Countess of Clanbrassil, 1774

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Isa Genzken TV, 1986

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ISA GENZKEN TV, 1986 Isa Genzken (*1948 in Bad Oldesloe) gehört zu den wichtigsten deutschen Künstlerinnen der Gegenwart. Wegweisende Ausstellungsmacher wie Benjamin Buchloh, Sylvia Eiblmayr, Kasper König oder auch Nicolaus Schafhausen haben ihr Ausstellungen gewidmet. Sie vertrat Deutschland 2007 auf der Biennale in Venedig, und zuletzt ehrte sie Sabine Breitwieser 2013 /14 mit einer Einzelausstellung am Museum of Modern Art in New York. Die Plastik «TV» (1986) ist in einer künstlerischen Schaffensphase von Genzken entstanden, in welcher sie von Mitte bis Ende der 1980er Jahre unter anderem in den Materialien Beton und Stahl arbeitete. Diese harten, schweren und mitunter «unedlen» Rohmaterialien, in ihrer Anwendung vornehmlich im Bauwesen anzutreffen, fanden ihren Weg nur zögerlich in die Kunstwelt. Ohne Zweifel haben Architekten wie Le Corbusier, Philip Johnson oder Mies van der Rohe, die sich auch als Universalkünstler verstanden, zu deren Nobilitierung und für deren Eingang in die bildende Kunst gesorgt. Zur Rolle, welche die Material­wahl für sie selbst spielt, äusserte sich Genzken so: «Es gibt ein permanentes Missverständnis über die Material­ien, die ich benutze. Ich bin nicht an Ready-Mades interessiert. Die Bedeutung liegt in der Kombination der Sachen. In einer Zeit wie heute, einer Zeit der Verwahrlosung, ist es wichtig, billige Materialien zu benutzen.» Das war 2007, in den 1980er Jahren behaupteten Genzkens Betonarbeiten in ihrer Materialität aber Permanenzanspruch. Ohne Zweifel sind die allgemeinen Inter­essensschwerpunkte in den Nullerjahren anders als in den 1980ern, gesellschaftlich, politisch, und so auch künstlerisch. Damals teilte eine Betonmauer die Welt in zwei politische Glaubenssysteme, heute befinden wir uns in einer global vernetzten und von wirtschaftlichen Prämissen getriebenen Welt.

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Gleichzeitig bringt jede Zeit ihre Unsicherheiten hervor, und häufig ist die Kunst der einzige Ort, wo über diese sichtbar ver­handelt wird. Isa Genzken würde sich wohl weniger als künstler­isch ab­bildende Zeitzeugin denn eher als kritisch ihre eigene Zeit reflektierende Künstlerin bezeichnen. Das Werk «TV» im Speziellen und ihre Betonarbeiten von dieser Zeit im Allgemeinen muten auf Anhieb bodenständig schwer und robust an, wie Architektur im Modellformat, aber in den realen Baumaterialien. Tritt man jedoch näher, wird man Spuren der Erosion, der Unregelmässigkeiten, der Veränderung und Alterung entdecken, also kurz: was den Fortlauf der Zeit und damit das Leben ausmacht. Die hier bereits genannten Väter der modernen Architektur, des sogenannten «International Style», der sich durch klare, transparente Formgebung aus Beton, Stahl und Glas aus­zeichnet, haben wie keine anderen unser Verständnis von moderner Beständigkeit aus ästhetischer Warte geprägt. Mit ihren Bauten haben sie zahlreiche Skylines und Städtebilder verewigt und den Begriff der «Stadtlandschaft» massentauglich gemacht. Mit ihren Modellen nimmt Genzken nicht affirmativ darauf Bezug, sondern stellt vielmehr unsere vorgefertigten Raum­vorstel­lungen infrage. Sie wirft damit so profane und doch grund­legende phänomenologische Fragen auf wie: Was ist gross und schwer, was klein und leicht, und welche Parameter geben uns überhaupt die Sicherheit zu einer richtigen Beurteilung? Das abendländische Einschätzungsvermögen von Grössenverhältnissen und die Erfindung der Zentralperspektive gehören zu den grossen Leistungen in der Kunstgeschichte, die Genzkens «post-brutalistische» Betonarbeiten wie «TV» zwar unterwandern, aber gleichzeitig für eine leicht anmutende Poetik des Alltags öffnen. Diese bietet sich für jeden Besucher als individuelle Projektionsfläche an. Genzken geht dabei aber nicht mit der imperialistisch grossen Geste vor, sondern mit der subkutanen Eindringlichkeit eines J. G. Ballard, wie man ihr in seinem dystopischen Roman «Concrete Island» begegnen kann.  Cathérine Hug

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Odilon Redon L’AraignÊe souriante, 1881

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Carl Burckhardt Venus, 1908 –1909

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Heinz Keller Herbst, 2011

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Latifa Echakhch Untitled (Auguste & Clown), 2012

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LATIFA ECHAKHCH UNTITLED (AUGUSTE & CLOWN), 2012 Latifa Echakhch wurde 1974 in Marokko geboren, ist in Frankreich aufgewachsen und lebt seit einigen Jahren in Martigny, Schweiz. Als die Künstlerin 2008 im Rahmen der Gruppenausstellung «Shifting Identities» ihren ersten Museumsauftritt hatte, war ihr Name noch wenig bekannt. Die damals gezeigte Arbeit «Fantasia» (2008) – eine Gruppe von schwarz be­malten, leeren Fahnenstangen, die sich im Raum überkreuzten, und einer darunter liegenden, zur Kugel zusammengeknüllten Weltkarte – erregte jedoch grosse Aufmerksamkeit. Inzwischen hat sich Latifa Echakhch zu einer der bedeutendsten jungen zeitgenössischen Künstlerinnen entwickelt und sich mit Auftritten an der Venedig-Biennale 2011 und der Sydney-Biennale 2012 sowie Einzelausstellungen in renommierten Institutionen wie der Tate Modern, London, dem MACBA, Barcelona oder dem Fridericianum in Kassel einen Namen gemacht. Im Jahr 2013 wurde Echakhch zudem mit dem renommierten Prix Marcel Duchamp ausgezeichnet. Nach dieser Reise um die Welt kam die Künstlerin nach Zürich zurück und präsentierte in einer Einzelausstellung im Kunsthaus Zürich neuste und speziell für die Ausstellung entstandene Werke. Unter diesen Neuproduktionen befand sich auch die Arbeit «Untitled (Auguste & Clown)» (2012), die im Berichtsjahr angekauft wurde. Das Kunsthaus setzt damit die im Museum verankerte Tradition einer engen Verbindung von Ausstellungs- und Sammlungstätigkeit fort. Zudem bietet die Neuerwerbung eine schöne Ergänzung zu dem bereits 2011 durch die Gruppe Junge Kunst gekauften Werk «Fantasia» (2008). Mit diesen Arbeiten verfügt das Kunsthaus nun über zwei wichtige Installationen der vielversprechenden jungen Künstlerin. Latifa Echakhch arbeitet mit Vorstellungen und Bildern, die tief in unserem kollektiven Gedächtnis verankert sind. Sie nimmt Alltagsgegenstände und Objekte, die wir gut kennen,

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verwendet diese aber anders oder verändert sie so, dass sich plötzlich neue Lesarten eröffnen. Das Thema der Leere spielt dabei eine zentrale Rolle – auch bei «Untitled (Auguste & Clown)». Denn die beiden im Titel angesprochenen Akteure fehlen. Nur ihre Kostüme liegen verlassen auf den gelbblauen Manege-Elementen. Die Vorstellung von etwas, das nur in seiner Abwesenheit gegeben ist, beschäftigt die Künstlerin seit Längerem und spielt auch in «Untitled (Auguste & Clown)» wieder eine zentrale Rolle. Das Ganze hat trotz der intensiven Farbigkeit etwas Melancholisches. Es ist kein lustiger Zirkus, den uns Latifa Echakhch präsentiert. Die Manege-Elemente in «Untitled (Auguste & Clown)» sind so angeordnet, dass sich der Kreis nach der Hälfte auflöst und zum Schluss in einem chaotischen Haufen endet. Auf diesem Trümmerberg liegen die zwei Clown-Kostüme: einerseits jenes des etwas schusslig-doofen August, anderseits jenes des eleganten Clowns, den man auch als weissen Clown kennt. Dieser repräsentiert den edlen Typus des Clowns, der dem doofen August jeweils moralische Ratschläge gibt. Doch in «Untitled (Auguste & Clown)» scheint auch der weisse Clown mit seiner Weisheit am Ende zu sein. Für die Künstlerin ist es, als ob die beiden Clowns zusammensitzen und «in einem philosophischen Gespräch über das Ende der Welt reden». Ein düsteres Bild, das Latifa Echakhch hier entwirft. Sie nennt die Anordnung im Raum auch «Stillleben» und verweist damit bewusst auf die Geschichte der Malerei. Das Malerische spielt in dem Werk denn auch eine wichtige Rolle, was die Verwendung der Komplementärfarben Gelb-Blau zeigt. Zum ersten Mal überhaupt arbeitet die Künstlerin mit einer so bunten Farbpalette. Sie knüpft damit an die Kunstgeschichte und die Darstellung des Zirkusmotivs an. Besonders schön daher, dass sich in der Sammlung des Kunsthauses wunderbare Werke von Georges Rouault mit Darstellungen des tragischen Clowns befinden, die nun in einen interessanten Dialog mit der neu erworbenen Arbeit von Latifa Echakhch treten.  Mirjam Varadinis

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Margareta de Heer Ein Rotkohl, eine Schnecke, ein Schmetterling, eine Libelle, eine Biene und eine Assel in einer Landschaft

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MARGARETA DE HEER EIN ROTKOHL, EINE SCHNECKE, EIN SCHMETTERLING, EINE LIBELLE, EINE BIENE UND EINE ASSEL IN EINER LANDSCHAFT Mit den Werken der Ruzicka-Stiftung und der Stiftung Betty und David Koetser verfügt das Kunsthaus über einen reichen Bestand an Gemälden aus dem holländischen «Gouden Eeuw» des 17. Jahrhunderts, der grossen Epoche der holländischen Malerei. Im Berichtsjahr kam dank dem Engagement der VZK ein kleines, aber qualitätsvolles und sehr interessantes Ge­ mälde dazu, das vor einigen Jahren neu der Malerin Margareta de Heer (1600 /03 – 1658 /65) zu­geschrieben worden ist, einer Künstlerin aus dem friesischen Leeuwarden.1 Es zeigt im Vordergrund einen noch im Boden steckenden Kohlkopf, der von einer Schnecke und von Insekten, darunter einer Libelle und einem Schmetter­ling, besucht wird. Im Hintergrund ist unter einem wolkigen Himmel eine hügelige Landschaft zu sehen. Margareta de Heer scheint sich erst spät zur eigenständigen Künstlerin entwickelt zu haben, stammt ihr erstes signiertes Werk doch aus dem Jahr 1640. Sie war die Schwester des Malers Gerrit de Heer (1606 – 70) und hat ein interessantes und eigenständiges Œuvre von rund 90 Werken, davon gut vierzig signierten, hinterlassen. Es finden sich zur Hauptsache Arbeiten auf Papier und Pergament, dazu Ölgemälde. Neben ein paar gezeichneten Seestücken schuf sie Genre-Szenen sowie Bilder von Bauernhöfen mit Geflügel und Studien von Blumen, Muscheln und anderen Stillleben-Motiven. Das hier besprochene Werk – als dessen Urheber früher, wenn auch wenig überzeugend, Hercules Seghers gegolten hatte – wurde ihr auf Anregung von Fred Meijer vom Netherlands Institute for Art History zugeschrieben.2 Diese Zuschreibung basiert

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u.a. auf der Präsenz und Darstellungsweise von auch sonst bei de Heer beliebten Motiven wie den Libellen und dem Roten Admiral sowie der Art des Bildaufbaus. In der Tat ist darauf hin­gewiesen worden, dass de Heer separat studierte Bildelemente (wie hier die Insekten oder den Kohlkopf) zu einer Gesamtkom­ position zusammenzufügen pflegte. Charakteristisch für sie wäre also ein additiver Bildaufbau. Tatsächlich lässt sich diesbezüglich in unserem Bild eine sehr ähnliche Arbeitsweise erkennen wie in zwei signierten und 1640 bzw. 1644 datierten Gemälden der Künstlerin im Fries-Museum in Leeuwarden, die Muscheln und Insekten zeigen.3 Auch die Kombination von monumental im Vordergrund gezeigten kleinformatigen Motiven mit einer Landschaft im Hintergrund lässt sich in anderen Werken der Künstlerin nachweisen.4 Die Zuschreibung an de Heer scheint also durchaus verfechtbar. Bei der Erwerbung des Bildes spielten Qualitäten mit eine Rolle, die mit dem erwähnten additiven Bildaufbau zu tun haben, aber über diesen hinausgehen. Betrachten wir den Kohl genauer, der im Vordergrund in der Erde steckt. Sein Zustand scheint nicht mehr sehr vital, ein Blatt ist abgefallen. Zusammen mit den prächtigen Insekten und der Schnecke, die ihn aufsuchen, kündet er im Sinne des Vanitas-Stilllebens poetisch von der nahen Nachbarschaft von Schönheit und Verfall. Betrachtet man ihn genauer, wirkt der Kohl fast wie ein entstelltes Gesicht oder ein Schädel. In seinem beginnenden Verfall verweist er also auf den des Menschen. Mimikry-artig verschiebt sich hier die Identität dessen, das dargestellt wird. In nochmals anderer Weise wird dies sichtbar, wenn man beachtet, wie der «Bildheld», der Kohl, in Nahansicht vor der Landschaft platziert ist, die sich hinter einer Schwelle in die Ferne verliert. Der Vordergrund geht auf diese Weise für das Auge abrupt in den Hintergrund über. Dadurch aber tritt der Kohl vom Massstab her gesehen in einen besonderen Bezug zur Landschaft hinten: Mit ihr in Beziehung gesetzt, wirkt er seiner Grösse nach eher wie ein Baum als wie ein Gemüse. Das Still-

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leben – oder besser gesagt die Gartenszene – im Vordergrund erfährt dadurch eine Art «Verlandschaftung». Schädel oder Baum? Die Proportionen der Dinge erscheinen hier verschoben bzw. verschiebbar, Mikro- und Makrokosmos verwandeln sich ineinander, es entsteht eine verfremdende Wirkung. Auf schöpferische Weise verleiht de Heer ihren Bild­ räumen und Motiven also eine Ambivalenz und macht diese so als ein Thema ihrer Kunst sichtbar. Nach heutigem Sprachgebrauch erhält ihr Bild vom Kohlkopf dadurch ein beinahe «surreales» Potenzial. Es war nicht zuletzt dieser «modern» deutbare Aspekt des Verfremdeten, der die Aufmerksamkeit von Kunsthaus und VZK auf das Bild lenkte. Entsprechend wurde es nach seinem Ankauf als Erstes auch zwischen surrealistische Werke Dalís und Magrittes gehängt, wo es sich bestens einfügte. Das Werk hätte wohl Max Ernst gefallen, es gefällt auch uns, und es wird im Kunsthaus auch im Kreise der holländischen Gemälde des «Gouden Eeuw» eine gute Figur machen.  Philippe Büttner

1 Provenienz: Koetser Gallery, Zürich. Literatur zu Margareta de Heer: Veerle Mans, Philippus Breuker und Peter Karstkarel, Dé Friese kunstenares van de zeventiende eeuw, Margareta de Heer (circa 1600 – circa 1665), Leeuwarden 2002; zur Künstlerin im Rahmen der Kunst in Friesland: Piet Bakker, De Friese schilderkunst in de Gouden Eeuw, Zwolle / Leeuwarden 2008, S. 190 und passim; zum Bild: Auktionskatalog Christie’s Amsterdam, Old Master and 19th Century Art, 8. Mai 2012, Nr. 17, S. 15 ff., mit übriger Provenienz und Ausstellungs­geschichte. Der dortige Text basiert auf einem Dossier des Netherlands Institute for Art History (RKD). 2 Siehe Auktionskatalog Christie’s, wie Anm. 1, S. 15. 3 Mans / Breuker / Karstkarel, wie Anm. 1, S. 121, Nr. 1 (Abb. S. 25) und Nr. 2 (Abb. S. 60). 4 Siehe etwa eine datierte und signierte Gouache de Heers von 1658 (siehe Mans / Breuker / Karstkarel, wie Anm. 1, S. 122, Nr. 11), oder eine signierte Gouache der Künstlerin in Stockholm, siehe: Karin Sidén «‹Butterflies and Beetles against a Lyrical Landscape Background› by Margareta de Heer», in: Art Bulletin of Nationalmuseum Stockholm, 2011, Bd. 18, S. 23 f., hier zusätzlich in Kombination mit einer detaillierten Landschaft im Hintergrund. In ihrem Stil und Charakter mit derjenigen unseres Bildes besser vergleichbar ist allerdings die Landschaft in einer signierten Genreszene mit Bauern von der Hand de Heers, ebenfalls im Museum von Leeuwarden, siehe Mans / Breuker / Karstkarel, wie Anm. 1, S. 126, Nr. 34 (dort ca. 1645 datiert) und Abb. S. 30.

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Diana Thater Chernobyl, 2010

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DIANA THATER CHERNOBYL, 2010 Anlass zum Ankauf von Diana Thaters Werk «Chernobyl» (2010) war die Ausstellung «Deftig Barock» im Kunsthaus Zürich im Sommer 2012 im Bührlesaal und 2013 im Guggenheim-Museum Bilbao. Beim Eintritt in den Raum mit der Rundum-Videoprojektion sieht man sich zugleich unausweichlich als Schattenriss in das Werk einbezogen. Sechs Projektoren stehen am Boden auf Schachteln, starke Licht­quellen, die, wie mit der Zeit zu erkennen ist, sich auch noch als Abbildungen im Raum multiplizieren in den projizierten, sich überlagernden Filmbildern. Es herrscht ein düsterer Grundton, todesschwanger, aber auch mit erstaunlich ambivalenten Zügen, die immer wieder in eine Art Bukolik münden. Passend zur Kunst des 17. Jahrhunderts, welche in der Ausstellung den Werken der Gegenwartskunst in verschiedenen Kapiteln gegenübergestellt wurde, und wo Lebensbejahung und Tod eng miteinander verflochten erscheinen. Diana Thater hat 2010, in Schutzkleider gehüllt, in Tschernobyl gefilmt. Tschernobyl, ein Name, der für jene Katastrophe steht, die sich am 26. April 1986 in Block 4 des Kernkraftwerks nahe der ukrainischen Stadt Prypjat ereignet hat und heute das Synonym für eine der am meisten kontaminierten Gegenden der Welt ist. Die Videoarbeit zeigt gleichzeitig Landschaft, Natur, Bäume, Tiere, einen See und Innenaufnahmen, gefilmt in einem nun verlassenen und zerfallenen Theater. Die Schauplätze über­ lagern sich vielfach, denn Diana Thater hat die Aussenansichten im Theater an die Wand projiziert, um sie dann dort wieder abzufilmen. Dabei erkennt man immer wieder die Künstlerin und ihren Kameramann, wie sie durch die leeren Sitzreihen, die Ruinen, den Schutt und durch die geisterhafte Stimmung stapfen, während gleichzeitig Bilder von Herbst-

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laub, Schwänen und wilden Pferden das Bild einer pervers anmutenden Idylle entstehen lassen. Pferde: Es handelt sich um das seit einigen Jahren an gewissen Orten – so auch sehr weit nördlich von Tschernobyl – wieder ausgesetzte Urpferd, das Przewalskipferd. Dieses hat nun im Rudel den Weg zu jenem Schauplatz gefunden, wo vor bald 30 Jahren die gesamte menschliche Bevölkerung evakuiert und vertrieben worden ist. Ausgerechnet das Pferd, archaisches Symbol für Kraft und Vitalität, erscheint nun in seinem offen­sichtlichen Überlebenswillen gerade hier, weil die Gegend menschenleer ist, gleichsam als eine apokalyptische Allegorie unserer heutigen gleichzeitig natur-feindlichen und natur-romantisierenden Zivilisation. Diana Thater ist 1962 in San Francisco geboren, sie lebt und arbeitet in Los Angeles. Thater schafft seit den frühen 1990er Jahren wegweisende Arbeiten an der Schnittstelle von Film-, Video- und Installationskunst. Sie ist bekannt für ihre ortsspezifischen Installationen, in denen sie Räume durch Interaktionen mit Projektionen und Licht manipuliert. Ihr inhalt­ liches Interesse richtet sich auf die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt und die Unterschiede zwischen unberührter und manipulierter Natur.  Bice Curiger

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Jorinde Voigt 3 Horizonte; 273 Melodien, 2011 / 2012

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Johann Heinrich Füssli The Ladies of Hastings, 1798 / 1800

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JOHANN HEINRICH FÜSSLI THE LADIES OF HASTINGS, 1798 /1800 Selten gibt sich Füssli auf den ersten Blick so unprä­ten­ tiös wie auf diesem stimmungsvollen Landschaftsbild, das uns von Regine Schindler-Hürlimann geschenkt worden ist.1 Hell und Dunkel werden durch eine fallende Horizont­linie scharf voneinander getrennt. Mit rauschenden Ge­wändern bewegen sich zwei «Ladies» der besseren Gesell­schaft im Tanzschritt über einen schmalen Geländerücken bildeinwärts. Ihre Gesichter wenden sie ostentativ vom Betrachter ab; vielmehr werden ihre kunstvoll arrangierten Frisuren zur Schau gestellt, denen selbst die stürmischen Böen, die ein aufziehendes Unwetter im Hintergrund ankündigen, nichts anhaben können. Noch geblendet vom luftigen Spektakel, beginnen sich erste Fragen zu regen, die wir in diesem Rahmen nur ansatzweise beantworten können: Wo stehen wir als Betrachter? Was geht hier genau vor? Besitzt das Gemälde einen verlässlichen Titel, eine Datierung und wie lässt es sich einordnen in das Füsslische Œuvre und in die Malerei seiner Zeit? Beinahe hätten wir den erwachenden Jüngling, die Rückenfigur im unteren Teil des Bildes, übersehen. Seine Körperformen schälen sich, vergleichbar mit Michelangelos «Erschaffung des Menschen», wie von selbst aus der Dunkelheit des Bildgrundes. Anstelle eines Schöpfergottes, der stilbildend von oben eingreift, waltet hier ein Dämon in der Tiefe des Bildraumes (links im Hintergrund). Mit gebieterischer Geste leitet er die wirbelnden Ladies, die sich mit Händen und Blicken an ihre Meisterin wenden (rechts im Hintergrund), zurück an die Bildoberfläche. Mit diesem einfachen Kunstgriff, der allerdings eine gewisse Übung im Komponieren von Bildern voraussetzt, gelingt es Füssli, das Erlebnis von Tiefe und Raum zu vermitteln. «Das Wesen der bildnerischen Komposition», so lesen wir in einem Aphorismus, «ist die Tiefe oder das Hervortreten und Sichzu-

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rückziehen.»2 Damit werden wir selbst an der Erschaffung des Bildsinns beteiligt. Der Betrachter ist im Bild, bevor er sich dessen bewusst wird. Wie viel besser verstehen wir Füssli jetzt, wenn er von sich behauptet: «Ich sehe alles zuerst, bevor ich es male.»3 Die Betonung macht deutlich, dass Füssli ein anderes Sehen meint als das impressionistische, das sich vor dem Motiv auf der Retina ereignet. Das Füsslische Sehen ist umfassender, dem menschlichen Bewusstsein womöglich angemessener, denn es schliesst Erinnerung, Emotion, Allgemein­bildung und Synästhesie nicht aus. In Übereinstimmung mit dem Naturforscher und Dichter Erasmus Darwin4, mit dem Füssli befreundet war, forderte er eine Ästhetik, in der abstrakte Naturkräfte durch Personifikationen anschaulich gemacht werden. Mit dieser Überzeugung stellte sich Füssli als Keeper der Royal Academy wie auch als Maler dezidiert und kämpferisch gegen die schnelllebigen Moden einer bloss auf den Effekt abzielenden Moderne. Gleichzeitig misstraute er auch der klassizistischen Doktrin seiner akademischen Kollegen und sparte nicht mit harscher Kritik an ihrer Unfähigkeit, das Gesehene mittels einer poetischen Erfindung künstlerisch adäquat zu visualisieren. Nur ausnahmsweise liess sich Füssli von einer flüchtigen Alltagsbegegnung für ein Gemälde inspirieren; für das Stimmungshafte, Ephemere einer Landschaft besass er kein Organ. Das hinderte ihn nicht, die Genialität eines William Turner unvoreingenommen zu anerkennen.5 Wie nicht anders zu erwarten, blieben deshalb landschaftliche Stimmungen beim Erfinder der «Nightmare» fast immer im Skizzenstadium stecken. Zu den Ausnahmen gehört unser Bild, wie mehrere Skizzen und eine Studie belegen. Auf der Federskizze «Steilküste am Meer in Südengland»6, die um 1790 datiert wird, erkennt man auf Vorder- und Rückseite promenierende oder sitzende Damen, die mit aufgebauschten Kleidern und windzerzaustem Schal die Weite geniessen. Stets sind sie von unten gesehen,

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ihre Silhouetten weisen über die Horizontlinie hinaus. Die Zeichnung «Grotten am Meer bei Margate»7 trägt das eigenhändige Datum «September 1792» und deckt sich im Format exakt mit den Massen der Vorzeichnung zu unserem Bild.8 Auch stilistisch sind die beiden Zeichnungen verwandt. Der alte Titel auf der Rückseite unseres Gemäldes «Vision at Margate», der durch die befreundete Lady Susan North9 verbürgt ist, lässt den Schluss zu, dass Füssli den Bildgegenstand während seines Aufenthaltes im südenglischen Kurort Margate im Herbst 1792 nach der Natur skizziert und bereits als Kompositionsidee konzipiert hatte. Die Schaufel links neben der liegenden Rückenfigur wurde im Gemälde übermalt. Sie legt eine Spur im Hinblick auf eine Historie, die Füssli später nur noch im Titel anklingen lässt.10 Als er um 1798 /1800 in seinem Londoner Atelier den Bildgegenstand für das vorliegende Gemälde verwertete – die Damenkleidung und die Frisuren entsprechen dem Zeitgeschmack kurz vor der Jahrhundertwende11 –, griff Füssli auf ein bewährtes Prinzip der Genieästhetik zurück. Der auf dem originalen Rahmen ein­gra­vierte Titel «The Ladies of Hastings» leistet «durch eine immer weitere Entfernung vom Gewohnten» jene Entrück­ung und Verrätselung des real Gesehenen, wodurch «das Neue zum Wunderbaren wird».12 Das Aufziehen eines Gewitters, das Füssli im Dabeisein seiner Frau und weiteren Ladies aus dem Freundeskreis 1792 auf einer Wanderung entlang der südenglischen Küste überrascht haben mochte, ergötzt uns heute als Naturschauspiel einer kultivierten Phantasie («well-tempered fancy»13), die das Anekdotische und das Naturmagische, das Gesehene und das visionär Geschaute gleichermassen anspricht und evoziert.  Bernhard von Waldkirch

1 Provenienz: Susan North, Countess of Guilford (?); Sammlung Earl of Harrowby; Dr. Martin Hürlimann, Zollikon, Frau Dr. Regine Schindler-Hürlimann. Zur Literatur (Auswahl): Gert Schiff, Johann Heinrich Füssli 1741 –1825, 2 Bde. Zürich / München

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1973, Nr. 927 (ausführlicher Kommentar) und Text S. 229; Johann Heinrich Füssli (1741 –1825), Ausst.-Kat. Kunsthalle Hamburg 1974 / 75, Nr. 109. Das Capriccio als Kunstprinzip. Zur Vorgeschichte der Moderne von Arcimboldo und Callot bis Tiepolo und Goya. Ausst.-Kat. Wallraf-Richartz-Museum Köln, Kunsthaus Zürich, Kunsthistorisches Museum Wien, hg. von Ekkehard Mai, Mailand 1996, Nr. 129 (mit Text von Christian Klemm). 2 Heinrich Füssli, Aphorismen über die Kunst, übers. und hg. von Eudo C. Mason, Basel 1944, Aphorismus Nr. 67, S. 65. 3 Zit. in Schiff, wie Anm. 1, S. 335. 4 Ein sprechendes Zeugnis ihrer Freundschaft kommt in den folgenden Versen Darwins zum Ausdruck: «The forms of things unknown, the painter’s brush / Turns them to shapes, and gives to airy nothing / A local habitation, and a name.» Zit. in: John Knowles, The Life and Writings of Henry Fuseli, Bd. 1, London 1831, S. 402. 5 «Turner erschien Füssli, trotz der Skizzenhaftigkeit seines Stils, als «der einzige Landschaftsmaler von Genie in ganz Europa.» Zit. in Schiff, wie Anm. 1, S. 295. 6 «Steilküste am Meer in Südengland, auf der Klippe ein Paar, die Frau mit aufwehendem Schal», um 1790, Feder auf Papier, Rückseite: Skizze mit drei eine Düne herabsteigenden Frauen, 25,2 × 20,3 cm, Kunsthaus Zürich, Grafische Sammlung, Z.Inv. 1938 / 641 (Schiff Nr. 1186). 7 «Grotten am Meer bei Margate», 1792, Bleistift auf Papier, 23 ×18,5 cm, bez.u.r.: «Margate Sept. 92.», Kunsthaus Zürich, Grafische Sammlung, Z.Inv.1938 / 758 (Schiff Nr. 1187). 8 «The Ladies of Hastings», 1792, Bleistift auf Papier, 23 ×18,5 cm, Kunsthaus Zürich, Grafische Sammlung, Z.Inv. 1938 /647 (Schiff Nr. 1081; datiert 1798 –1800?, nach 1813?). Füsslis einmonatiger Kuraufenthalt in Hastings 1813 könnte wohl den Ausschlag für den Titel gegeben haben. Für die Datierung des Gemäldes erscheint mir dieses Datum hingegen wenig einleuchtend, für die Vorzeichnung steht sie ausser Frage. 9 Vgl. Knowles, wie Anm. 4, S. 412. Susan North, die spätere Countess of Guildford, erwarb den grössten Teil der Zeichnungen Füsslis sowie einige seiner Gemälde, unter welchen sich wahrscheinlich auch «The Ladies of Hastings» befand, damals noch unter dem alten Titel. 10 Vgl. Christian Klemms Anspielung auf die Schlacht bei Hastings im Ausst.-Kat. Das Capriccio als Kunstprinzip, wie Anm.1, S. 299. 11 Vgl. dazu die Bildnisse der Gattin des Künstlers, Schiff Nr. 1110 –1119. 12 Gisela Bungarten, J.H. Füsslis (1741 –1825) «Lectures on Painting». Das Modell der Antike und die moderne Nachahmung, 2 Bde., Berlin 2005, Bd. 2, S. 198. 13 Zit. in Bungarten, wie Anm. 12, S. 201.

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AKTIVITÄTEN

SAMMLUNG Die Präsentation der Sammlung wurde im Berichtsjahr durch mehrere Sonderausstellungen bereichert, die in den Sammlungsräumen durchgeführt wurden und in deren Fokus Ferdinand Hodler, Carl Burckhardt, Kelly Nipper und Félix Vallotton standen (s. Liste S. 51 und S. 52 ff.). Diese Ausstellungen bezogen jeweils auch selten gezeigte Werke aus der Sammlung und der Grafischen Sammlung mit ein. Die im Zusammenhang mit diesen Präsentationen nötig gewordenen Um- und Neuhängungen stellten die Mitarbeitenden vor zusätzliche Herausforderungen, schufen aber auch Gelegenheiten für willkommene Neueinrichtungen: Erwähnt sei ein thematischer Raum zum frühen Impressionismus und dessen Vorläufern, der im ersten Stock des Moserbaus eingerichtet werden konnte – und damit in Nachbarschaft der zeitgleichen Entwicklungen in der Schweiz und Deutschland. Neben Umhängungen wegen Ausstellungsvorhaben konnten auch sonst in den Sammlungssälen einige Akzente gesetzt werden. Erwähnt sei eine Präsentation ausgewählter Bestände der massgeblichen Zürcher Konkreten, darunter Werke Fritz Glarners, in denen die Spanne von der Darstellung realer Raumsituationen und von deren zunehmender Abstrahierung bis zu eigentlich abstrakten Bildern erfahrbar wird. Im grossen Gemäldesaal des Müllerbaus konnte erstmals seit mehreren Jahren Georg Baselitz’ monumentale, sich auf die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg beziehende Werk-Serie «45» installiert werden. Grössere Eingriffe erfolgten sodann in der Präsentation der Alberto Giacometti-Bestände von Alberto Giacometti-Stiftung und Kunsthaus, die wieder an ihren angestammten Platz im Erdgeschoss des Moserbaus zurückkehrten. Hier wurden die Werke Albertos neu in jedem Saal um passende Sammlungswerke von Künstlern ergänzt, die für verwandte künstlerische Positionen stehen (z. B. Surrealismus) oder zeitgleich ent­

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standen (Jackson Pollock). So kann Giacomettis Verbindung mit der Moderne und seine oftmals prägende Wirkung auf diese veranschaulicht werden. Aus Anlass von Ernst Scheideggers 90. Geburtstag am 30.11.2013 wurde diese Präsentation um einen Raum mit ausgewählten Giacometti-Fotos des grossen Schweizer Fotografen ergänzt. Neben solchen Präsentationen, die längerfristigen Charakter haben, wurden – in der Regel in Zusammenarbeit mit Kuratorin Mirjam Varadinis – auch kürzer dauernde Accrochagen von Sammlungswerken durchgeführt. Bewährt haben sich dafür Räume im Erdgeschoss und 1. Stock des Müllerbaus. Erwähnt seien eine Präsentation, die Werke Sigmar Polkes, Urs Fischers und Dieter Roths vereinigte oder eine Begegnung barocker Malerei mit Werken vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart, wobei hier mit zwei Leihgaben eine spannende Präsentation der Entwicklung des weiblichen Aktes von Poussin bis zur Pop Art möglich wurde. Mit solchen temporären Projekten tritt neben die im Grossen und Ganzen chronologische Präsentation der Sammlungsbestände punktuell immer wieder auch die Kombination von Werken aus verschiedenen Zeiten und Kontexten, die andere Einblicke erlaubt. Was nun die Erwerbungen und Neuzugänge betrifft, so ist es ja Ziel und Aufgabe des Kunsthauses, die Sammlung mit prüfendem Blick auf das Ganze regelmässig zu erweitern. Die vielgestaltige Ernte des Berichtsjahres findet sich auf den S. 44 ff. im Detail verzeichnet. Grundlage für eigene Ankäufe sind Gelder aus den Mitgliedsbeiträgen. Aufgrund der Preissituation liegt dabei das Hauptaugenmerk heute auf der neueren und neuesten Kunst. Hauptwerke der internationalen Klassischen Moderne im Bereich Malerei und Skulptur sind hingegen nur noch in Ausnahmefällen finanzierbar. Möglichkeiten bestehen hier vor allem noch im Bereich von Werken auf Papier.

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Schweizer Skulptur des ersten Viertels des 20. Jahrhunderts befand sich bereits länger als Leihgabe der Sophie und Karl Binding Stiftung im Haus und wurde von dieser nun geschenkt. Ebenfalls als Geschenk definitiven Eingang in die Sammlung fand nach dem Tod der Schenkerin, Regine Schindler-Hürlimann, Johann Heinrich Füsslis eindrucksvolles Gemälde «The Ladies of Hastings» von 1798 /1800. Herzlich zu verdanken sind weiter zwei zusammengehörende Pastelle Jean-Etienne Liotards mit der Darstellung eines englischen Adligen und seiner Frau, die in Erinnerung an den Zürcher Kunsthandel Marianne und Walter Feilchenfeldt geschenkt wurden. Weitere Geschenke machten in dankenswerter Weise die Dr. Georg und Josi Guggenheim-Stiftung (Christina Hernauer /  Roman Keller), Ernst Faesi (zwei Werke von ihm selber) und Barbara Wettstein (Susanne Paesler). Der Leihverkehr mit Sammlungswerken verzeichnete gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme: Es gab 118 Leihgaben aus der Sammlung (2012: 104) und 73 aus der Grafischen Sammlung (2012: 21). Die Alberto Giacometti-Stiftung, deren Werke ebenfalls vom Kunsthaus betreut werden, verlieh 26 Werke (2012: 6). Siehe zu diesem Thema auch den Beitrag der Restauratoren auf der Seite 65. Philippe Büttner

AKTIVITÄTEN

Ebenfalls noch erreichbar sind bestimmte Kategorien von Werken der Schweizer Kunst sowie punktuell auch Werke der Alten Meister. Abgesehen vom regelmässigen und grundlegenden Engagement der Vereinigung Zürcher Kunstfreunde ist im Bereich Erwerbungen sodann auch die Kooperation mit Stiftungen und Sponsoren unerlässlich. Ganz wesentlich sind zudem Legate und Geschenke. In diesen Fällen muss sich das Kunsthaus allerdings vorbehalten, nur passende Werke bzw. Ensembles und solche von hinreichender Bedeutung und Qualität anzunehmen. Hingewiesen sei an dieser Stelle auch auf ein verwandtes Thema, das der Künstlernachlässe. Das Kunsthaus kann solche generell nicht übernehmen. Vom Raumbedarf einmal abgesehen, würde deren Bearbeitung und Erschliessung personelle Ressourcen voraussetzen, welche die des Kunsthauses bei Weitem übersteigen. Zudem würde die Übernahme ganzer Nachlässe der Grundhaltung des Hauses widersprechen, die seit jeher zur Hauptsache auf der Einbeziehung passender einzelner Werke (oder allenfalls Ensembles) beruht. Kommen wir nun hier zu wesentlichen Aspekten der Neuzugänge des Jahres. Dabei sei ein besonderer Weg der Erwerbung hervorgehoben, der für das Kunsthaus durchaus charakteristisch ist. Es geht um Erwerbungen, die im Anschluss an Ausstellungen des Hauses heraus getätigt werden können. In diesen Fällen ist es zuvor jeweils möglich, die Präsenz und Qualität eines Werkes über längere Zeit im Haus selber zu evaluieren. Erwähnt seien diesbezüglich für das Berichtsjahr drei Werke der neuen und neuesten Kunst: Als erstes – von der scheidenden Kuratorin Bice Curiger zum Ankauf vorgeschlagen – «Chernobyl», eine monumentale Videoinstallation von Diana Thater, die in der Ausstellung «Deftig Barock» gezeigt wurde; daneben eine filmische Arbeit von Rosa Barba und eine Installation von Latifa Echakhch, beide je aus Ausstellungen, die diesen Künstlerinnen gewidmet waren. Einer besonderen Konstellation verdanken sich auch die erworbenen Zeichnungen des französischen Künstlers Guillaume Bruère. Sie entstanden alle im Kunsthaus selber nach Werken, die in den Sammlungsräumen ausgestellt sind. An Geschenken ist an erster Stelle Carl Burckhardts monumentale «Venus» zu nennen. Dieses Hauptwerk der

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ERWERBUNGEN GEMÄLDE, SKULPTUREN, INSTALLATIONEN Latifa Echakhch

Untitled (Auguste & Clown), 2012

Acryl auf Holz, Kostüme, Leder- und Stoffschuhe; variable Dimen­ sionen; Inv.Nr. 2013/1

Isa Genzken

TV, 1986

Beton auf Stahlsäulenplatte; H 197 cm, B 58 cm, T 49 cm; Inv.Nr. 2013/5

Khalil Rabah

The Palestinian Museum of Natural History and Humankind / Newsletter Summer 2011, Page 8, 2011

Öl auf Leinwand; H 200 cm, B 100 cm; aus der Edition «The Palestinian Museum of Natural History and Humankind», bestehend aus 24 Gemälden 2006–2012; Inv.Nr. 2013/3a

Khalil Rabah

The Palestinian Museum of Natural History and Humankind / Newsletter Summer 2011, Page 9, 2011

Öl auf Leinwand; H 200 cm, B 100 cm; aus der Edition «The Palestinian Museum of Natural History and Humankind», bestehend aus 24 Gemälden 2006–2012; Inv.Nr. 2013/3b

Hans Arp, Raoul Hausmann, Assemblage zum 50. DadaRichard Huelsenbeck, Jahrestag, 1966 Marcel Janco, Walter Mehring und Hans Richter

7 Collagen in Mischtechnik; gerahmt; diverse Masse; Z.Inv.2013/8–2013/14

Guillaume Bruère (GIOM)

Zeichnung nach Vincent van Gogh im Kunsthaus Zürich, 29.3.2012 /1, 2012

Fettkreide auf Papier; bez. unten mit Bleistift: 29.3.2012 Kunsthaus Zürich Vincent mit v. Ohr 1. Giom; H 65 cm, B 50 cm; Z.Inv.2013/15

Guillaume Bruère (GIOM)

Zeichnung nach Vincent van Gogh im Kunsthaus Zürich, 29.3.2012 /2, 2012

Fettkreide auf Papier; bez. unten mit Bleistift: 29.3.2012 Zürich – Vincent – Giom 2 –; H 65 cm, B 50 cm; Z.Inv.2013/16

Guillaume Bruère (GIOM)

Zeichnung nach Vincent van Gogh im Kunsthaus Zürich, 29.3.2012 /3, 2012

Fettkreide auf Papier; bez. unten mit Bleistift: 29.3.2012 – Vincent in Zürich – Giom – 3; H 65 cm, B 50 cm; Z.Inv.2013/17

Guillaume Bruère (GIOM)

Zeichnung nach Vincent van Gogh im Kunsthaus Zürich, 29.3.2012 /4, 2012

Fettkreide auf Papier; bez. unten mit Bleistift: 29.3.2012 Vincent in Zürich Giom 4; H 65 cm, B 50 cm; Z.Inv.2013/18

Guillaume Bruère (GIOM)

Zeichnung nach Vincent van Gogh im Kunsthaus Zürich, 29.3.2012 /5, 2012

Fettkreide auf Papier; bez. unten mit Bleistift: 29.3.2012 Vincent in [Zürich-Wappen (in Fettkreide und Bleistift)] – 5. Giom; H 65 cm, B 50 cm; Z.Inv.2013/19

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AKTIVITÄTEN

ZEICHNUNGEN, DRUCKGRAFIK, MULTIPLES

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Fettkreide auf Papier; bez. unten mit Bleistift: 29.3.2012 Vincent in Zürich. 6. Giom; H 65 cm, B 50 cm; Z.Inv.2013/20

Guillaume Bruère (GIOM)

Zeichnung nach Vincent van Gogh im Kunsthaus Zürich, 29.1.2013 /1, 2013

Fettkreide auf Papier; bez. unten mit Bleistift: 29.1.2013 Kunsthaus Zürich – 1– V. Gogh Giom; H 65 cm, B 50 cm; Z.Inv.2013/21

Guillaume Bruère (GIOM)

Zeichnung nach Vincent van Gogh im Kunsthaus Zürich, 29.1.2013 /2, 2013

Fettkreide und Aquarell auf Papier; bez. unten mit Bleistift: 29.1.2013 Zürich Kunsthaus Van Gogh 2. Giom; H 65 cm, B 50 cm; Z.Inv.2013/22

Guillaume Bruère (GIOM)

Zeichnung nach Vincent van Gogh im Kunsthaus Zürich, 29.1.2013 /3, 2013

Fettkreide, Aquarell und Deckweiss auf Papier; bez. unten mit Bleistift: 29.1.2013 Zürich – Vincent – 3. – Giom; H 65 cm, B 50 cm; Z.Inv.2013/23

Guillaume Bruère (GIOM)

Zeichnung nach Vincent van Gogh im Kunsthaus Zürich, 29.1.2013 /4, 2013

Fettkreide, Aquarell und Deckweiss auf Papier; bez. unten mit Bleistift: 29.1.2013 Zürich Kunsthaus Vincent 4. Giom; H 65 cm, B 50 cm; Z.Inv.2013/24

Anton Bruhin

Nr. 478 / 626 / 38 / 297 / 878 aus der Serie «Hice for Weiss», 2012

5 Siebdrucke auf Alu; bez. verso unten rechts mit wasserfestem Filzstift: 1/6 Bruhin 2012; H 35,9 cm, B 56 cm; Ed. 1/6 + 2 E. A.; Gr.Inv.2013/1-2013/5

Jimmie Durham

Look Ahead, 2013

9-Farben-Siebdruck auf Arche-Velin-Papier, ein Ahornblatt mit Laser ausgeschnitten; bez. unten links mit Bleistift: 11/35, unten rechts mit Bleistift: Jimmie Durham 13; H 80 cm, B 80 cm; Parkett-Edition Nr. 92, Aufl. 35/XX, Ed. 11/35; Druck: Atelier für Siebdruck, Lorenz Boegli; Gr.Inv.2013/11

Nicole Eisenman

Ohne Titel, 2012

Farbmonotypie; Unikat; bez. links unterhalb des Bildes mit Bleistift: 8/20, rechts unterhalb des Bildes mit Bleistift: Nicole Eisenman 2012, verso unten links mit Bleistift: N; Parkett-Edition Nr. 91, Aufl. 20/X, Ed. 8/20; Blatt: H 76 cm, B 56,5 cm, Bild: H 60 cm, B 45 cm; Druck: in Zusammenarbeit mit Marina Ancona bei 10 Grand Press, Brooklyn NY; Gr.Inv.2013/10

Yona Friedman

Diapositives 1958 – 2002, 2011

291 Diapositive; Edition CNEAI; M.Inv.2013/6

Yona Friedman

Chien assis (schwarz), 2007

Laserprint in Schwarz auf Papier; H 19,2/20,6 cm, B 180,7 cm; Ed. 1/50; Gr.Inv.2013/19

Yona Friedman

Chien assis (grün), 2007

Laserprint in Grün auf Papier; H 20,8/20,3 cm, B 117,6 cm; Ed. 1/50; Gr.Inv.2013/20

Franz Hegi

Das Rennwegtor, aus der Folge «Die Stadttore von Zürich», vor 1840

Grafit, Feder und Pinsel in Braun, braun laviert, Randlinien mit Feder in Schwarz, auf Karton; bez. unten Mitte mit Bleistift (von anderer Hand): 1; verso mit Bleistift (von anderer Hand): Rennwegtor; Blatt: H 13,7 cm, B 10,4 cm; Bild: H 10 cm, B 6,8 cm; Z.Inv.2013/2

Franz Hegi

Das Augustinertor, aus der Folge «Die Stadttore von Zürich», vor 1840

Feder und Pinsel in Braun, braun laviert, über Grafit, Randlinien mit Feder in Schwarz, auf Karton; bez. unten links ausserhalb der Randlinie mit Feder in Schwarz: F. Hegi fec.; unten Mitte mit Bleistift (von anderer Hand): 2; verso oben links mit Bleistift (von anderer Hand): Stadelhofensteg, unten links mit Bleistift (von anderer Hand): Augustiner; Blatt: H 11,6 cm, B 14,6 cm; Bild: H 6,8 cm, B 10 cm; Z.Inv.2013/3

Franz Hegi

Das Niederdorftor, aus der Folge «Die Stadttore von Zürich», vor 1840

Feder in Schwarz, grau laviert, über Spuren von Grafit, Randlinien mit Feder in Schwarz, auf Karton; bez. unten links ausserhalb der Randlinie mit Feder in Schwarz: F. Hegi del.; unten Mitte mit Bleistift (von anderer Hand): 3; verso oben mit Bleistift (von anderer Hand): Niederdorftor; Blatt: H 11,2 cm, B 14,2 cm; Bild: H 6,8 cm, B 10 cm; Z.Inv.2013/4

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Zeichnung nach Vincent van Gogh im Kunsthaus Zürich, 29.3.2012 /6, 2012

AKTIVITÄTEN

Guillaume Bruère (GIOM)

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AKTIVITÄTEN

Der Bleichersteg, aus der Folge «Die Stadttore von Zürich», vor 1840

Feder und Pinsel in Braun, braun laviert, stellenweise Grafit, Randlinien mit Feder in Schwarz, auf Papier, aufgezogen auf Halbkarton; bez. unten Mitte mit Bleistift (von anderer Hand): 4; verso oben links mit Bleistift (von anderer Hand): Wollishofen Steg; Blatt: H 9,5 cm, B 12,5 cm; Bild: H 6,9 cm, B 10 cm; Z.Inv.2013/5

Franz Hegi

Das Kronentor, aus der Folge «Die Stadttore von Zürich», vor 1840

Feder und Pinsel in Grau und Braun, grau laviert, über Spuren von Grafit, Randlinien mit Feder in Schwarz, auf Karton; bez. unten links innerhalb der Randlinie mit Feder in Braun: F. Hegi, ausserhalb der Randlinie: F. Hegi del.; unten Mitte mit Bleistift (von anderer Hand): 5; verso oben links mit Bleistift (von anderer Hand): Kronentor; Blatt: H 11,3 cm, B 14,3 cm; Bild: H 6,7 cm, B 10 cm; Z.Inv.2013/6

Franz Hegi

Das Lindentor, aus der Folge «Die Stadttore von Zürich», vor 1840

Feder und Pinsel in Braun und Grau, grau laviert, über Spuren von Grafit, Randlinien mit Feder in Schwarz, auf Karton; bez. unten links ausserhalb der Randlinie: F. Hegi del.; unten links mit Bleistift (von anderer Hand): 6; verso oben links mit Bleistift (von anderer Hand): Lindentor; Blatt: H 11,2 cm, B 14,4 cm; Bild: H 6,7 cm, B 10 cm; Z.Inv.2013/7

Heinz Keller

Brot, 1963

Schwarzweiss-Holzschnitt auf Papier; bez. unten links mit Bleistift: Epreuve d’artiste; unten rechts: Keller 63; H 61,5 cm, B 49,9 cm; Ed. E. A.; Gr.Inv.2013/21

Heinz Keller

Aufforderung zum Tanz, 1972

3-Farben-Holzschnitt auf Papier; bez. unten links ausserhalb des Bildes mit Bleistift: 7/50; unten Mitte: Aufforderung zum Tanz; unten rechts: Keller 72; Blatt: H 89,9 cm, B 62,6 cm; Bild: H 83,2 cm, B 57 cm; Ed. 7/50; Gr.Inv.2013/22

Heinz Keller

Markt in Agnita, 1983

Schwarzweiss-Holzschnitt auf Papier; bez. unten links ausserhalb des Bildes mit Bleistift: 56/60; unten rechts: Keller 83; H 64 cm, B 94 cm; Ed. 56/60; Gr.Inv.2013/23

Heinz Keller

Meine Mutter, 1984

Schwarzweiss-Holzschnitt auf Papier; bez. unten links ausserhalb des Bildes mit Bleistift: Epreuve d’artiste; unten rechts: Keller 84; Blatt: H 66,5 cm, B 51,5 cm; Bild: H 50 cm, B 38 cm; Ed. E. A.; Gr.Inv.2013/24

Heinz Keller

Im Doppeldecker nach Brixton, 1990

4-Farben-Holzschnitt auf BFK-Rives-Papier; bez. unten links ausserhalb des Bildes mit Bleistift: 23/36; unten rechts: Keller 90; Blatt: H 75,9 cm, B 56,4 cm; Bild: H 56 cm, B 38 cm; Ed. 23/36; Gr.Inv.2013/25

Heinz Keller

Nach traumschwerer Nacht, 1992

3-Farben-Holzschnitt auf BFK-Rives-Papier; bez. unten links ausserhalb des Bildes mit Bleistift: 16/36; unten rechts: Keller 92; Blatt: H 56,5 cm, B 76,3 cm; Bild: H 43 cm, B 61 cm; Ed. 16/36; Gr.Inv.2013/26

Heinz Keller

Winter in Bosnien, 1992

4-Farben-Holzschnitt auf BFK-Rives-Papier; bez. unten links ausserhalb des Bildes mit Bleistift: 11/36; unten rechts: Keller 92; Blatt: H 76,1 cm, B 56,6 cm; Bild: H 60 cm, B 43,4 cm: Ed. 11/36; Gr.Inv.2013/27

Heinz Keller

Lock Tavern, Camden (London), 1997

6-Farben-Holzschnitt auf BFK-Rives-Papier; bez. unten links ausserhalb des Bildes mit Bleistift: Epreuve d’artiste; unten rechts: Keller 97; Blatt: H 66 cm, B 51 cm; Bild: H 39 cm, B 31 cm; Ed. E. A.; Gr.Inv.2013/28

Heinz Keller

Nachtfenster in Paris, 2001

3-Farben-Holzschnitt auf BFK-Rives-Papier; bez. unten links ausserhalb des Bildes mit Bleistift: 14/16; unten rechts: Keller 01; Blatt: H 65,5 cm, B 50,2 cm; Bild: H 50 cm, B 33,1 cm; Ed. 14/16; Gr.Inv.2013/29

Heinz Keller

Kleine Baumschule, 2008

4-Farben-Holzschnitt auf BFK-Rives-Papier; bez. unten links ausserhalb des Bildes mit Bleistift: III/X; unten rechts: Keller 08; Blatt: H 55,5 cm, B 45 cm; Bild: H 37,9 cm, B 29,8 cm; Ed. 3/10; Gr.Inv.2013/30

Heinz Keller

Herbst, 2011

5-Farben-Holzschnitt auf Papier; bez. unten rechts im Bild (gedruckt): K; bez. unten links ausserhalb des Bildes mit Bleistift: 1/10; unten rechts: Keller 11; Blatt: H 49,9 cm, B 65,1 cm; Bild: H 38,9 cm, B 49 cm; Ed. 1/10; Gr.Inv.2013/31

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Franz Hegi

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Bearbeitete 50-Franken-Note, 2013

Collage; gerahmt; H 30 cm, B 21 cm, T 1 cm; Bild: H 21,8, B 14,9 cm; Ed. 13/500; Z.Inv.2013/26

Kraska rex (Piotr Kraska)

Bearbeitete 100-Franken-Note, 2013

Collage; gerahmt; H 30 cm, B 21 cm, T 1 cm; Bild: H 21,8, B 14,9 cm; Z.Inv.2013/27

Christian Marclay

Ohne Titel (VOX), 1988

Schallplattenhülle, collagiert; H 31,1 cm, B 31,1 cm; bez. auf der Rückseite unten links: Christian Marclay 1988; Inv.Nr. 2013/11

Christian Marclay

Ohne Titel (TIME), 1989

Schallplattenhülle, collagiert; H 31,1 cm, B 31,1 cm; bez. auf der Rückseite unten links: Christian Marclay/1989; Inv.Nr. 2013/12

Helen Marten

Gourmet Grandchildren, 2013

12-Farben-Siebdruck auf pulverbeschichtetem Aluminium mit appli­ziertem C-Print, pulverbeschichtete Aluminiumleiste; Caputo-Mehlbeutel in handgestricktem Plastiksack, in Aluminium gegossene Oliven, Kunstharz-Oliven, nummerierter Nagel (Editionsnummer), Schnur, Seidenfaden, Lederriemen, Draht; Siebdruck: H 60 cm, B 45 cm; Mehlbeutel und Komponenten: ca. H 20 cm, B 15 cm, T 10 cm, in handgestempelter Kartonschachtel, ohne den Teller Spaghetti: H 50 cm, B 60 cm, T 16 cm; Parkett-Edition Nr. 92, Aufl. 35/XX; signiert und nummeriert; M.Inv.2013/4

Kaspar Müller

Ohne Titel, 2012

4 Collagen (Laserprints auf Papier); bez. verso unten rechts mit Bleistift: 1/1 / acta est fabula / 2012 / Müller; H 70 cm, B 50 cm; Gr.Inv.2013/12–2013/15

Paulina Olowska

Volleyball-Spielerin, 2013

Keramik, handbemalt; Unikat; H 30 cm, B 10 cm, T 8 cm; Parkett-Edition Nr. 92, Ed. 50; signiert und nummeriert; M.Inv.2013/5

Damian Ortega

Parkett, 2013

Parkettboden mit 12 bemalten Segmenten; Unikate; jedes Segment ca. H 19 cm, B 19 cm, T 2 cm, bestehend aus je 5 losen Teilen; ParkettEdition Nr. 92, Ed. 35/XXX; signiert und nummeriert; M.Inv.2013/3

Christian Schad

Porträt des Dr. Serner, 1921

Lithografie auf Büttenpapier; bez. unten links mit Bleistift: Porträt des Dr. Serner, unten rechts: Christian Schad / 21; H 30,1 cm, B 22,2 cm; Gr.Inv.2013/6

Christian Schad

Selbstbildnis nach der gleich­ namigen Silberstiftzeichnung von 1929, 1969

Kaltnadelradierung auf BFK-Rives-Papier; bez. unten links mit Bleistift von der Witwe des Künstlers: «Selbstporträt 1929» /1969, unten rechts: Nachlass Christian Schad / Bettina Schad, unten Mitte: 10/15; Blatt: H 33,5 cm, B 26 cm; Bild/Platte: H 19,6 cm, B 14,5 cm; Ed. 10/15; Gr.Inv.2013/7

Monika Sosnowska

Fly Repellent, 2012

Zwei Plastiktüten, Draht, Elektromotor, Kabel; Durchmesser: 60 cm; Parkett-Edition Nr. 91, Aufl. 35/XX; M.Inv.2013/2

Jorinde Voigt

3 Horizonte; 273 Melodien // 3 Horizonte; Mögliche Farben des Horizonts; 273 Melodien; 6 Zäsuren; Position; Interne Zentren; Externe Zentren; Rotationsrichtung; Rotations­ geschwindigkeit 1– 21 Um­ drehungen / Tag; N – S, 2011 /12

Schwarze und rote Tinte (UB EYE UB-150 0,2 mm), Ölkreide (Caran d‘Ache SUPRACOLOR Soft Aquarelle, Faber-Castell Farbstift Polychromos), Bleistift (TK-FINE 9713 0,3 mm, Super-POLYMER Feinminen HB) auf Papier (Römerturm Rein Hadern, naturweiss, 250 g/m2, 208 cm Rollenbreite); Fixierung auf Buntstift- und Bleistiftelementen: Schmincke 50 401 Universal-Fixativ (Aerospray); H 195 cm, B 257,6 cm; Z.Inv.2013/1

Robert Zünd

Skizzenbuch mit Zeichnungen nach Giordano, Van Dyck, Rembrandt, Rubens, Weenix und anderen, bestehend aus 61 Blättern (60 davon einseitig bearbeitet), 1851

Pinsel- und Federzeichnungen, meistens braun laviert; H 13,7 cm, B 17,6 cm; Z.Inv.2013/28

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AKTIVITÄTEN

Kraska rex (Piotr Kraska)

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Jahresgaben der Schweizerischen Graphischen Gesellschaft Das Institut (Kerstin Brätsch und Adele Röder)

DI WHY Relax! Glass transparencies, 2013

Siebdruck auf Glas; H 30 cm, B 20 cm; Hersteller: Michael Schebaum, Wightslide, Cowes, Isle of Wight; M.Inv.2013/1

Alain Huck

La rémission des chutes, 2012

Pigment-Inkjetdruck auf Hanemühle Photo RAG A2 308 g/m2; H 42 cm, B 59,5 cm; bez. unten Mitte (gedruckt): la rémission des chutes, ni champ ni courbe, verso unten rechts mit Bleistift: 2/125 al Huck. 2012; Ed. 2/125; Gr.Inv.2013/8

Tobias Madison

Shek O Beach, 2012

Laserprint auf Office-Papier, Spiralbindung; H 27,1 cm, B 97,5 cm; Gr.Inv.2013/9

Yto Barrada

Aquariums for Sale on a Rainy Day, Tangier, 2001

2 C-Prints; Blatt: je H 30, B 30 cm, Bild: je H 20 cm, B 20, cm; ParkettEdition Nr. 91, Aufl. 35/XX; PH.Inv.2013/3 a+b

Raphael Hefti

Untitled (From the series «Lycopodium»), 2012

Fotogramm; gerahmt; H 200 cm, B 110,3 cm, T 5 cm; PH.Inv.2013/1

Raphael Hefti

Untitled (From the series «Lycopodium»), 2012

Fotogramm; gerahmt; H 186 cm, B 110,5 cm, T 5 cm; PH.Inv.2013/2

Liu Xiaodong

From Hotan Project, Xinjiang, China, 2012

Fotografie, teilweise mit Acryl übermalt; Unikat; bez. unten links mit Acrylfarbe in Rot; Blatt: H 41,8 cm, B 54,5 cm; Bild: H 37,8 cm, B 50,6 cm; Parkett-Edition Nr. 91; PH.Inv.2013/4

Rosa Barba

Time as Perspective, 2012

35mm-Film, 12 Minuten, Farbe, optischer Ton; Ed. 5 + 2 AP (1/2 AP); VT.Inv.2013/2

Diana Thater

Chernobyl, 2010

Videoinstallation, HDCAM, 14 Minuten 26 Sekunden, Farbe, kein Ton; Ed. 2/3 + AP; VT.Inv.2013/1

FOTOGRAFIEN

VIDEOS / FILME

GESCHENKE von Dr. Walter Feilchenfeldt in Erinnerung an den Zürcher Kunsthandel Marianne und Walter Feilchenfeldt Jean-Etienne Liotard

James Hamilton, 2nd Earl of Clanbrassil, 1774

Pastell auf Leinwand; H 86,5 cm, B 62,5 cm; Inv.Nr. 2013/16

Jean-Etienne Liotard

Grace, Countess of Clanbrassil, 1774

Pastell auf Leinwand; H 86,5 cm, B 62,5 cm; Inv.Nr. 2013/17

Ohne Titel, 1999

Lack auf Aluminium; H 100 cm, B 100 cm; bez. auf der Rückseite: S. PAESLER ʼ99; Inv.Nr. 2013/6

Susanne Paesler

von der Dr. Georg und Josi Guggenheim-Stiftung Christina Hemauer /  Roman Keller

Devotional Power, 2011

Eisen brüniert, Kohlen-Glasfaser lackiert; H 180 cm, B 200 cm, T 200 cm; Inv.Nr. 2013/2

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AKTIVITÄTEN

von Barbara Wettstein

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Geschenk des Künstlers Ernst Faesi

Zinnenbild, 2009

Acryl auf Jute; H 130 cm, B 94 cm; bez. auf der Rückseite: E. Faesi 7.12.09; Inv.Nr. 2013/7

Ernst Faesi

Zinnenbild, 2009

Acryl auf Jute; H 130 cm, B 94 cm; bez. auf der Rückseite: E. Faesi 14.12.09; Inv.Nr. 2013/8

von der Sophie und Karl Binding Stiftung Carl Burckhardt

Venus, 1908 –1909

Farbiger Marmor; H 191 cm, B 63 cm, T 69 cm; Inv.Nr. 1967/54

von Regine Schindler-Hürlimann Johann Heinrich Füssli

The Ladies of Hastings, 1798 /1800

Öl auf Leinwand; H 111 cm, B 86 cm; Inv.Nr. 1984/57

GESCHENKE AN DIE GRAFISCHE SAMMLUNG von Heinz Keller Heinz Keller

Kägi, aus: «… und er allein stumm!», 1978

Schwarzweiss-Holzschnitt auf Papier; bez. unten links ausserhalb des Bildes mit Bleistift: Epreuve d’artiste; unten rechts: Keller 78; Blatt: H 33 cm, B 26,4 cm; Bild: H 24,5 cm, B 19,7 cm; Ed. E. A.; Gr.Inv.2013/32

Heinz Keller

Sigrist, aus: «… und er allein stumm!», 1978

Schwarzweiss-Holzschnitt auf Papier; bez. unten links ausserhalb des Bildes mit Bleistift: Epreuve d’artiste; unten rechts: Keller 78; in Ecke unten links: 12; Blatt: H 34 cm, B 26 cm; Bild: H 24,5 cm, B 19,7 cm; Ed. E. A.; Gr.Inv.2013/33

Heinz Keller

Montenegro, 1982

Schwarzweiss-Holzschnitt auf Papier; bez. unten links ausserhalb des Bildes mit Bleistift: 17/50; unten Mitte: Montenegro; unten rechts: Keller 82; Blatt: H 55 cm, B 68 cm; Bild: H 47 cm, B 59,9 cm; Ed. 17/50; Gr.Inv.2013/34

Heinz Keller

L’histoire du soldat, 1983

Schwarzweiss-Holzschnitt auf Papier; bez. unten links im Bild (gedruckt): K; unten links ausserhalb des Bildes mit Bleistift: 45/60 Keller 83; Blatt: H 63,7 cm, B 90,7 cm; Bild: H 54 cm, B 78,8 cm; Ed. 45/60; Gr.Inv.2013/35

Heinz Keller

Selbstbildnis, 2006

Schwarzweiss-Holzschnitt auf Papier; bez. unten links ausserhalb des Bildes mit Bleistift: 5/10; unten rechts: Keller 06; Blatt: H 30 cm, B 23,5 cm; Bild: H 17 cm, B 13,5 cm; Ed. 5/10; Gr.Inv.2013/36

L’Araignée souriante, 1881

Zwei verschiedene Kohlestifte auf hellbraunem Velinpapier; H 47,5 cm, B 37 cm; Z.Inv.2013/25

Legat Doris Epstein-Meyer Odilon Redon

VEREINIGUNG ZÜRCHER KUNSTFREUNDE Ein Rotkohl, eine Schnecke, ein Schmetterling, eine Libelle, eine Biene und eine Assel in einer Landschaft

Öl auf Holz; H 39,4 cm, B 29 cm; Inv.Nr. 2013/4

Marilyn Minter

Cheshire (Wangechi), 2011

Lack auf Metall; H 152,5 cm, B 243,5 cm; bez. auf der Rückseite oben rechts: M. MINTER 2011; Inv.Nr. 2013/13

AKTIVITÄTEN

Margareta de Heer, tätig 1640 –1658 /65

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Gruppe Junge Kunst Seline Baumgartner

If it is as if it, 2012

2-Kanal-Videoinstallation, HD Digital Video, 14 Minuten, Farbe, Ton; Ed. 2/5 + 2 AP; VT.Inv.2013/4

Adelita Husni-Bey

Sandbag Brigade, Writing the Borders of Crisis, 2011

Performance (+ 1 Diagramm + 8 Blätter mit Performance-Anleitung); H 31 cm, B 23,5 cm; Inv.Nr. 2013/14

Klaus Lutz

Titan, 2008 / 2013

16mm-Film, 13 Minuten 30 Sekunden, schwarzweiss, kein Ton; Wetterballon; Ed. 1/3 (+ Estate Print); VT.Inv.2013/3

Emily Sundblad

Chinese Sign, 2013

Öl auf Leinwand; H 76,5 cm, B 60,7 cm; bez. auf der Rückseite oben Mitte: Emily Sundblad / 2013; Inv.Nr. 2013/9

Emily Sundblad

Door, 2013

Öl auf Leinwand; H 148,1 cm, B 303,1 cm; Inv.Nr. 2013/10

Cheyney Thompson

Quantities of Pigment: ration derived from three intersecting models-180° rotation around Y axis (B.0.02ml: PB 0.0ml: P 0.54ml: RP 0.86ml: R 3.37ml: YR 14.24ml: Y 8.0ml: YG 6.81ml: G 7.18ml: BG 0.39ml), 2013

Acryl auf Leinwand; H 91,5 cm, B 70 cm; Inv.Nr. 2013/15

Cheyney Thompson

Ten Meter Drunken Walk (Aluminium), 2013

Plotter-Zeichnung mit Aluminium-Spitze auf kreidebeschichtetem, gestrichenem Papier; gerahmt; H 50,5 cm, B 42,4 cm, T 2,7 cm; Gr.Inv.2013/16

Cheyney Thompson

Ten Meter Drunken Walk (Palladium), 2013

Plotter-Zeichnung mit Palladium-Spitze auf kreidebeschichtetem, gestrichenem Papier; gerahmt; H 50,5 cm, B 42,4 cm, T 2,7 cm; Gr.Inv.2013/17

Cheyney Thompson

Ten Meter Drunken Walk (Platinum), 2013

Plotter-Zeichnung mit Platin-Spitze auf kreidebeschichtetem, gestrichenem Papier; gerahmt; H 50,5 cm, B 42,4 cm, T 2,7 cm; Gr.Inv.2013/18

ZURÜCKGEZOGENE LEIHGABEN Arnold Böcklin

Bildnis Friedrich Weber, Kupferstecher, 1869

Öl auf Leinwand; H 46 cm, B 38 cm; Inv.Nr. 1957/1

Leopold Bürkli

Selbstbildnis

Öl auf Leinwand; H 61 cm, B 50 cm; Inv.Nr. 1957/2

Retour an den Kanton Zürich Camille Graeser

Zwei Farbvolumen 1:1, 1/8 Caput mortuum bewegt, 1974

Acryl auf Leinwand; H 100 cm, B 100 cm; bez. auf der Rückseite: graeser; Inv.Nr. 1979/39

Schenkung wurde zurückgegeben an Eigentümer in gegenseitigem Einverständnis Bildnismaske Albert Kollmann, 1920

Eichenholz; H 24 cm, B 14,5 cm, T 9 cm; Inv.Nr. 1945/19

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AKTIVITÄTEN

Ernst Barlach

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AUSSTELLUNGEN Bis 6. Januar

Das Neue Kunsthaus. Grosse Kunst und Architektur

Bührlesaal

Bis 20. Januar

Bilderwahl! Zu Weihnachten

Sammlung, Moserbau, 1. Stock

Bis 20. Januar (verlängert bis 27. Januar)

Paul Gauguin. Das druckgrafische Werk

Kabinett

Bis 17. Februar

Giacometti. Die Donationen

Sammlung, Müllerbau, 1. Stock

Bis 24. Februar

Latifa Echakhch. Goodbye Horses

Sammlung, Müllerbau, Erdgeschoss

18. Januar –17. März (verlängert bis 14. April)

Ferdinand Hodler. Die Wahrheit

Sammlung, Moserbau, 1. Stock, Hodlersaal

8. Februar –12. Mai

Chagall. Meister der Moderne

Bührlesaal

15. Februar – 5. Mai

Haris Epaminonda. South of Sun

Kabinett

5. April –16. Juni

Kelly Nipper – Black Forest

Sammlung, Moserbau, 1. Stock

23. April – 4. August

Venus. Die Schenkung – Carl Burckhardt und das Kunsthaus Zürich

Sammlung, Moserbau, 1. Stock

24. Mai –18. August

Walküren über Zürich. 150 Jahre Wagner-Aufführungen in Zürich

Kabinett

7. Juni – 8. September

Die Sammlung Hubert Looser

Bührlesaal

5. Juli –15. September

Félix Vallotton. Schöne Zeiten

Sammlung, Moserbau, 2. Stock

6. September –10. November

Lonnie van Brummelen & Siebren de Haan. Revolt of the Giants

Kabinett

4. Oktober –12. Januar 2014

Edvard Munch. 150 Grafische Meisterwerke

Bührlesaal

29. November – 9. Februar 2014

Bilderwahl! Sanft entrückt – Kinder wie im Traum

Kabinett AKTIVITÄTEN 51

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AKTIVITÄTEN 52

FERDINAND HODLER. DIE WAHRHEIT Ferdinand Hodler schuf zwei Fassungen seiner bedeutenden Komposition «Die Wahrheit», die sich beide im Kunsthaus Zürich befinden. Die erste Fassung entstand 1902. Das zweite, stärker stilisierte Bild schuf Hodler 1903 für die Ausstellung in der Wiener Secession 1904. Es ist seit 1930 als Depositum der Stadt Zürich im Kunsthaus. Aufgrund der Maltechnik wies die erste Fassung unterschiedliche Probleme auf und bedurfte der Restaurierung. Von Januar bis Dezember 2012 wurde das Gemälde durch Viola Möckel unter der Leitung von Chefrestaurator Hanspeter Marty ausführlichen Untersuchungen unterzogen und anschliessend umfassend restauriert. Damit wurde ein kraftvolles und zugleich subtiles Hauptwerk von Hodler neu erschlossen und konnte gemeinsam mit der zweiten Fassung im Hodlersaal des Kunsthauses ausgestellt werden. Bernhard von Waldkirch präsentierte dazu selten gezeigte Zeichnungen und vorbereitende Skizzen aus der grafischen Sammlung, welche die Entwicklung von Hodlers Kompositionsidee aufzeigten. Die gemeinsame Präsentation der beiden monumentalen Ölbilder ermöglichte es, deren markant verschiedenen malerischen Charakter zu studieren. Dabei erschien die zweite, endgültige Fassung glatter und stärker stilisiert, während die erste ihr gegenüber rauer und archaischer wirkt. Anlässlich der Präsentation wurde auch der spannende historisch-politische Kontext erläutert, in dem sich das Bild situierte. Dieses Bildmotiv war ursprünglich im Zusammenhang mit der Bildidee für «Der Tag» entstanden, wurde später aber durch Hodler mit dem heutigen Titel versehen. Der Künstler machte nachträglich geltend, die Idee des Bildes sei aus Protest gegen die damals hochaktuelle, unrechte Verbannung des französischen Hauptmanns Alfred Dreyfus entstanden. Zur Ausstellung erschien eine Publikation in der Reihe der Sammlungshefte mit Beiträgen von Viola Möckel und Bernhard von Waldkirch, die sowohl die restauratorischen Massnahmen als auch die neuesten Forschungserkenntnisse zum Kontext und der Entstehung der Gemälde umfasst. Die Restaurierung wurde unterstützt durch The Bank of America Merrill Lynch Art Conservation Project. Philippe Büttner

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CHAGALL. MEISTER DER MODERNE Seit vielen Jahren planten wir das Projekt einer grossen Ausstellung über Marc Chagall (1887 – 1985). Der Künstler ist in Zürich kein Unbekannter: Seine Glasfenster für das Fraumünster gehören ebenso zu den Attraktionen für viele Besucherinnen und Besucher der Stadt wie die umfangreiche Sammlung seiner Gemälde im Kunsthaus, und nicht zuletzt ist seine enge Freundschaft mit unseren Gönnern Hulda und Gustav Zumsteg unvergessen. Tobia Bezzola, der mit Simonetta Fraquelli als Co-Kuratorin zusammenwirkte, ist es zu verdanken, dass wir im Frühjahr 2013 eine umfangreiche Ausstellung zu seinem Frühwerk zeigen konnten mit mehr als achtzig Gemälden und Aquarellen aus seiner Zeit in Russland und Paris zwischen

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1911 und 1922 und einigen markanten späteren Werken. Zahlreiche Leihgaben wurden aus internationalen Museen, insbesondere aus Russland, angefragt und nach teils langwierigen Verhandlungen zugesagt, darunter die legendären Wandmalereien der Innendekoration für das jüdische Theater in Moskau, die sich heute im Staatlichen Russischen Museum in St. Petersburg befinden und für die eigens ein massstabsgetreuer Raum gebaut wurde. In einer grosszügigen lichten Inszenierung im Bührlesaal waren schliesslich Hauptwerke dieser für Chagall und die Entwicklung der Moderne entscheidenden Werke zu sehen, die ein grosses Publikum aus der Schweiz und dem Ausland anzogen. Chagall erwies sich, wie der Titel ankündigte, als Meister der Moderne mit faszinierenden maltechnischen und stilistischen Experimenten zwischen Fauvismus, Kubismus und Orphismus, jener Mischung aus anekdotischen, biblischen, autobiografischen und rätselhaft-symbolischen Bildelementen, die seinen unverwechselbaren Stil prägten, den er durch sein gesamtes langes Schaffen pflegte und differenzierte. Die Ausstellung, obwohl sie zu den aufwändigsten und teuersten der letzten Jahre gehörte, zeigte den Publikumsliebling in einem neuen Licht und war schliesslich ein schöner Erfolg für das Kunsthaus und den Künstler. Ein Kulturengagement der Credit Suisse – Partner des Kunsthaus Zürich. Wir danken Farrow & Ball für die Wandfarben in der AusChristoph Becker stellung.

HARIS EPAMINONDA. SOUTH OF SUN Die Ausstellung «South of Sun» war Haris Epaminondas erste Einzelausstellung in der Schweiz. Die 1980 in Zypern geborene Künstlerin produzierte dafür ihr bisher aufwändigstes filmisches Werk. Der vierteilige Film «Chapters» (2013 – 2014), der in Zusammenarbeit mit Modern Art Oxford, der Fondazione Querini Stampalia, Venedig, sowie dem Zentrum für zeitgenössische Kunst «Point» in Nicosia entstand, feierte in Zürich Premiere. Gedreht hatte ihn die in Berlin lebende Künstlerin auf Zypern. Für «Chapters» arbeitete die Künstlerin zum ersten Mal mit Schauspielern und leitete eine ganze Filmcrew. Zuvor hatte Haris Epaminonda meist vorgefundenes Bild- und Filmmaterial für ihre Werke verwendet oder ganz einfache, kurze Filmsequenzen gedreht. «Chapters» jedoch besteht aus insgesamt sechs Stunden Film. Diese Fülle von Material zeigte die Künstlerin auf vier Projektionen verteilt im Kabinettraum. Jede Projektion war unterschiedlich lang, sodass sich die Bilder mit jedem Loop neu kombinierten. Statt einer linearen und einmal festgeschriebenen Erzählstruktur zu folgen, entführte einen «Chapters» auf eine assoziative Reise, die sich durch Zufall, Zeit und den Blick der Zuschauer ständig veränderte. Eine wichtige Rolle spielte dabei der Sound, der eigens für den Film komponiert wurde. Haris Epaminonda arbeitete dafür mit dem Duo «Part Wild Horses Mane on both Sides» aus England zusammen, das aus den Tonkünstlern Kelly Jayne Jones und Pascal Nichols besteht. Mit den beiden

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Musikern hatte Haris Epaminonda bereits für frühere Ausstellungen zusammengearbeitet. Am 26. April, um 18.30 Uhr, traten die beiden Tonkünstler in einer Live-Performance im Vortragssaal des Kunsthauses auf. Im Anschluss fand ein Künstlergespräch mit Haris Epaminonda, Kelly Jayne Jones, Pascal Nichols und der Kuratorin Mirjam Varadinis statt. Unterstützt von Swiss Re – Partner für zeitgenössische Kunst. Mirjam Varadinis KELLY NIPPER – BLACK FOREST IM DIALOG MIT ZEICHNUNGEN VON RUDOLF VON LABAN Die amerikanische Künstlerin Kelly Nipper (*1971, Edina, Minnesota) arbeitet mit ganz unterschiedlichen Medien.

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In ihren Videos, Installationen, Fotografien und Performances untersucht die Künstlerin die Beziehung von menschlichem Körper, Bewegung, Raum und Zeit. Sie interessiert sich für rituelle Gesten und Abläufe und bezieht sich in ihren Choreografien immer wieder auf die Anfänge des experimentellen Tanzes. Eine besondere Rolle spielt dabei Rudolf von Laban (1879 –1958), der gemeinsam mit Emile Jaques-Dalcroze (1865 –1950) und Mary Wigman (1886 –1973) als Begründer des modernen Ausdruckstanzes gilt. Das Kunsthaus Zürich besitzt eine bedeutende Sammlung an Zeichnungen und Aquarellen von Rudolf von Laban. Sie gehören zu dem sogenannten Perrottet-Archiv, das neben Labans Arbeiten auf Papier zahlreiche Dokumente und Fotos zu den Anfängen des modernen Tanzes und der Zeit der Künstlerkolonie auf dem Monte Verità umfasst. Was lag also näher, als die beiden Künstler, zwischen denen rund 100 Jahre liegen, die aber viel gemeinsam haben, in einen Dialog zu bringen? Kelly Nipper nahm die Zeichnungen Labans zum Ausgangspunkt für eine Gruppe neuer Arbeiten, die sie speziell für die Ausstellung im Kunsthaus realisierte. Zentrales Element war dabei die Tanz-Performance «Black Forest», die in Zusammenarbeit mit dem Glasgow International Festival und dem Hammer Museum, Los Angeles, produziert wurde. Diese wurde im Laufe der Ausstellung von der Tänzerin Marissa Ruazol insgesamt viermal live auf einer von Kelly Nipper speziell entworfenen Bühne aufgeführt. Jene, die die Live-Performance verpasst hatten, konnten sich an-

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hand eines auf einem Monitor im Raum platzierten Videos dennoch ein Bild der Tanzaufführung machen. Daneben zeigte Kelly Nipper speziell für die Ausstellung entworfene Kostüme, Objekte und Skulpturen, die gemeinsam mit den Arbeiten von Rudolf von Laban zu sehen waren. Unterstützt von Swiss Re – Partner für zeitgenössische Kunst sowie durch die Stanley Thomas Johnson Stiftung und die Dr. Georg und Josi Guggenheim-Stiftung. Mirjam Varadinis VENUS. DIE SCHENKUNG CARL BURCKHARDT UND DAS KUNSTHAUS ZÜRICH Carl Burckhardts Skulptur aus farbigem Marmor, «Venus» (1908 / 09), scheint wie geschaffen für den Böcklinsaal im Kunsthaus Zürich. Es war Burckhardts Wunsch, seine Venus in der Nachbarschaft von Arnold Böcklins Werken aufzustellen – aber ursprünglich war die Skulptur für das Kunstmuseum Basel intendiert. Da der Ankauf damals nicht zustande kam, gelangte die Skulptur über Umwege in den Besitz der Sophie und Karl Binding Stiftung und als Depositum ins Kunsthaus Zürich. Zu ihrem 50. Jubiläum schenkte die Stiftung im Sommer 2013 dem Kunsthaus die Skulptur, sodass diese aussergewöhnliche Venus nun hier im Böcklinsaal ihre definitive Bleibe finden konnte. Zum Anlass dieser Schenkung richtete Gastkurator Lukas Gloor eine Präsentation ein, welche 14 Skulpturen, Zeichnungen und Gemälde Carl Burckhardts umfasste. Begleitend erschien eine Publikation in der Reihe der Sammlungshefte, in der sich Lukas Gloor der genauen

Entstehungsgeschichte der Skulptur und der Verbindung des Bildhauers mit dem Kunsthaus Zürich widmet: Schon 1910 hatte die «Venus» einen prominenten Platz in der Ausstellung zeitgenössischer Kunst erhalten, mit der das neu erbaute Kunsthaus Zürich seinen Betrieb am Heimplatz aufnahm. Und bereits beim Bau hatte der Architekt Karl Moser den Basler Bildhauer mit den grossen Metopen an den Aussenfassaden beauftragt, die das Aussehen des Gebäudes bis heute entscheidend mitbestimmen. Philippe Büttner WALKÜREN ÜBER ZÜRICH. 150 JAHRE WAGNERAUFFÜHRUNGEN IN ZÜRICH Mit dieser Ausstellung betrat das Kunsthaus Neuland, denn aus Anlass von Richard Wagners 200. Geburtstag zeigte es zum ersten Mal in seiner Geschichte eine Theaterkunstausstellung. Diese bot einen Überblick über 150 Jahre Wagneraufführungen in Zürich und leistete einen wichtigen Beitrag zu den Festspielen Zürich, die ganz im Zeichen des Komponisten standen. Einem Musikdrama mit einem Vorspiel und drei Aufzügen entsprechend gliederte sich die Ausstellung in eine schwarze Eingangswand mit Exponaten von allgemeiner Bedeutung und in drei farbig gefasste Räume. Originale Bühnenbildentwürfe und -modelle (fast ausschliesslich Leihgaben der Schweizerischen Theatersammlung in Bern), Theaterzettel, Plakate und Szenenfotos führten in nahezu chronologischer Abfolge durch den Wagner’schen Bühnenkosmos von «Rienzi» über den «Ring des Nibelungen» bis zu «Parsifal». Dem

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Bühnenweihfestspiel, das vor 100 Jahren in Zürich seine erste legitime Aufführung ausserhalb Bayreuths erlebte, wurde mit der fast vollständigen Präsentation der Bühnenbildentwürfe von Gustav Gamper von 1913 besondere Aufmerksamkeit zuteil. Weitere herausragende Werke waren das Bühnenbildmodell von Albert Isler für den «Fliegenden Holländer» von 1929 und die aus Wettbewerben hervorgegangenen Bühnenbildentwürfe von Karl Moos und von Otto Baumberger für die teilweise umstrittenen Produktionen von «Tannhäuser» (1925) und von «Lohengrin» (1933). Ausserdem zahlreiche Entwürfe von Roman Clemens, der 1932 vom Bauhaus nach Zürich kam und seine Kunst in den Dienst eines Stadttheaters stellen musste, das in wirtschaftlich und politisch schwierigen Zeiten keine Experimente duldete. Unterstützt durch die Festspiele Zürich, die Privatbank IHAG Zürich AG, die Goethe-Stiftung für Kunst und Wissenschaft und die Ernst Göhner Stiftung. Christian Bührle DIE SAMMLUNG HUBERT LOOSER Im Sommer dieses Jahres bot der Bührlesaal schon einen Vorgeschmack auf die Zukunft des Kunsthaus Zürich: Im Rahmen der Ausstellung zur Sammlung Hubert Looser wurden rund 70 Gemälde, Skulpturen, Installationen und Arbeiten auf Papier gezeigt, von denen die meisten ab Eröffnung des Erweiterungsbaus von David Chipperfield Architects als Dauerleihgaben ans Haus kommen werden. In der Ausstellung wurde die Sammlung dezidiert als persönlich geprägte Auswahl einer Privatperson gezeigt. Dieser private Charakter wurde durch den Eingangsbereich der Ausstellung unterstrichen, wo die Anfänge der Sammlung mit den Surrealisten (ein Konvolut, das nicht ins Kunsthaus gelangen wird) neben einer nachgestellten Wohnsituation von Hubert Looser präsentiert wurden. Danach folgte die Darstellung der eigentlichen Schwerpunkte der Sammlung: der Abstrakte Expressionismus, die Minimal Art und verwandte Tendenzen sowie Werke von der Arte Povera. Damit ist auch schon das Spannungsfeld zwischen der Alten und Neuen Welt benannt, in dem sich die Sammlung bewegt. Die offene Architektur erlaubte es, den Blick schweifen zu lassen und forma-

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le Korrespondenzen und Gegenüberstellungen zwischen den Werken herzustellen, die der Sammler im Laufe seiner Sammeltätigkeit immer schon suchte. Auffällig wurde dabei die grosse Wichtigkeit der skulpturalen Werke, die den Raum gestalteten, von Tony Smiths schwarzen Plastiken zu John Chamberlains bunten Schrottskulpturen oder Richard Longs Steinkreis. Auch das Linear-Zeichnerische findet sich in vielen Werken, begonnen mit Al Taylors hängenden Linien im Raum, Agnes Martins feiner Malerei bis zu den riesenhaften, energetisch-abstrakten Kalligrafien der französischen Künstlerin Fabienne Verdier. Die circa 70 Werke, welche sich im Neubau zur Sammlung gesellen werden, stellen eine ausserordentliche Bereicherung der eigenen Bestände dar: So werden spätere Werke Cy Twomblys die eigene, hochkarätige Sammlung aus der frühen und mittleren Schaffensphase des Amerikaners ideal ergänzen. John Chamberlain und David Smith treten mit markanten Positionen auf. Sie stossen zusammen mit den Werken von Agnes Martin und Willem de Kooning aus der Looser-Sammlung zu den im Kunsthaus bereits vorhandenen Arbeiten des Abstrakten Expressionismus von Jackson Pollock, Barnett Newman und Mark Rothko. Insbesondere das Ensemble von neun Gemälden und Plastiken Willem de Koonings ist herausragend. Von Donald Judd – einem Hauptvertreter der im Kunsthaus wenig präsenten Minimal Art – wird eine repräsentative Wandplastik kommen. Ellsworth Kelly war bislang im Kunsthaus ebenso wenig vertreten wie Al Taylor. Zur Sammlung Hubert Looser gehört auch die zehnteilige, tonnenschwere Skulpturengruppe von Tony Smith für den Aussenraum, die für den Garten der Kunst hinter dem Neubau vorgesehen ist. Wir danken Farrow & Ball für die Wandfarben in der Ausstellung. Der Katalog wurde unterstützt von Sotheby’s. Philippe Büttner

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LONNIE VAN BRUMMELEN & SIEBREN DE HAAN REVOLT OF THE GIANTS Das holländische Künstlerduo van Brummelen / de Haan hinterfragt mit seinen filmischen Werken politisch-ökonomische Machtstrukturen und thematisiert Fragen von Globalisierung und Displacement. Auch in der Ausstellung «Revolt of the Giants» im Kunsthaus Zürich, die die erste Einzelpräsentation von Lonnie van Brummelen (*1969) und Siebren de Haan (*1966) in der Schweiz war, stan-

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FÉLIX VALLOTTON. SCHÖNE ZEITEN Der Bestand an Werken Félix Vallottons (1865 –1925) im Kunsthaus Zürich ist bereits heute gross und qualitätvoll. Schon zu Lebzeiten des Künstlers und während vieler Jahrzehnte wurden Gemälde und Werke auf Papier erworben, und zudem haben wir immer wieder grosszügige

Geschenke und Legate erhalten. Bis in die jüngste Zeit fanden in unregelmässigen Abständen Vallotton-Ausstellungen statt, zuletzt im Jahr 2007 unter dem Titel «Idylle am Abgrund». Während der Vorbereitungen kamen wir in Kontakt zu Leihgebern, die mit Geduld und Kennerschaft eine eigene Sammlung aufgebaut hatten, und dies war der Ausgangspunkt für die Idee, beide Sammlungen einmal komplett und zusammen zu zeigen, sodass sich neue Werkgruppen und Gegenüberstellungen ergaben und sich manche Lücke in wechselseitiger Ergänzung schloss. Der Sammler hatte zwar den Wunsch anonym zu bleiben, aber liess sich überreden, als Gastkurator zu wirken. Er ordnete die rund fünfzig Gemälde in den historischen Sammlungsräumen im zweiten Stock des Moserbaus so geschickt, dass eine veritable, thematisch gegliederte Retrospektive entstand, die beim Publikum rasch grossen Zuspruch auslöste, sodass man gelegentlich hörte, es sei schön, aber ziemlich voll bei Vallotton: Schöne Zeiten!
 Christoph Becker

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den diese Themen im Vordergrund. Die beiden Künstler nahmen die Geschichte des berühmten Pergamon-Altars, der nach seiner Ausgrabung nach Deutschland überführt wurde, zum Anlass, um über Migrationsbewegungen heute nachzudenken. Ausgangspunkt der Ausstellung und zugleich das alle Arbeiten verbindende Werk war «Monument to Another Man’s Fatherland» (2008–2012). Dieser eindrückliche 35mm-Film zeigt Detailaufnahmen des Pergamon-Altares. Es scheint, als hätten die Künstler den Fries mit der Kamera Stück um Stück abgefilmt. Doch van Brummelen / de Haan hatten dafür vom Pergamonmuseum keine Filmerlaubnis erhalten. Als sie das Museum mit der Anfrage kontaktierten, ein Kunstprojekt machen zu wollen, das die Verschiebung des Altars im 19. Jahrhundert aus Pergamon (in der heutigen Türkei) nach Berlin beschreibt, hatte ihnen das Museum die Zusammenarbeit verweigert. Stattdessen haben van Brummelen & de Haan in aufwändiger Recherche Abbildungen in akademischen Publikationen und Museumsführern aus ganz unterschiedlichen Zeiten zusammengesucht, abgefilmt, und so den Fries im Film rekonstruiert. Ergänzend zu diesem Porträt des Altars zeigten die Künstler in einem 16mm-Film Porträts junger Türken, die zur Vorbereitung ihrer Auswanderung nach Deutschland einen Sprachkurs im Goethe-Institut Istanbul belegten. Van Brummelen & de Haan hatten die Teilnehmer dieses Kurses gebeten, die kunsthistorischen Beschreibungen der Friesplatten in Deutsch laut vorzulesen. Das schwie-

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rige und ungewohnte Vokabular der Texte bereitete den Ausreisewilligen in der Aussprache einige Schwierigkeiten und vieles blieb unverständlich. Am 1. November, um 18 Uhr, feierte van Brummelen / de Haans neuster Film «Episode of the Sea» (2013) im Kunsthaus Zürich Premiere. Der Film wurde in einem einmaligen Screening gezeigt und im Anschluss von einem Künstlergespräch mit Lonnie van Brummelen, Emily Scott (vom gta) und Mirjam Varadinis begleitet. Unterstützt durch Mondriaan Fund, Amsterdam, und die Dr. Georg und Josi Guggenheim-Stiftung. Mirjam Varadinis EDVARD MUNCH. 150 GRAFISCHE MEISTERWERKE Die denkwürdige Ausstellung zum 150. Geburtstag des Künstlers entstand auf Anregung von Tobia Bezzola, der 2013 vom langjährigen Ausstellungskurator des Kunsthauses als Direktor an das Folkwang Museum in Essen wechselte, und in enger Zusammenarbeit mit Ben Frija in Oslo, der auch den Kontakt zu einem der weltweit wichtigsten Sammler von Munchs Grafik herstellte. Die Kooperation schloss auch Gerd Woll ein, die langjährige Chefkuratorin des Munch Museet, die als Verfasserin der Werkkataloge der Gemälde und Druckgrafiken eine der weltweit besten Kennerinnen von Munchs Schaffen ist. Die Sammlung des privaten Leihgebers umfasst sämtliche Themen von Munchs Grafik, vor allem aber eine Vielzahl unterschiedlicher Varianten eines Themas, die einen profunden Einblick in seine Arbeitsweise erlauben, darunter singuläre, nur in dieser Sammlung vorhandene Kombinationen und Folgen. Mit der Ausstellung dieser Sammlung, die zum ersten Mal überhaupt vollständig zu sehen war, feierte das Kunsthaus einen Künstler, der mit der Geschichte unserer Sammlung aufs Engste verbunden ist. Bereits 1922 war in Zürich durch die Initiative des ersten Direktors, Wilhelm Wartmann, eine Retrospektive zu sehen, der weitere folgten. Die Munch-Sammlung des Kunsthauses ist die grösste ausserhalb Norwegens, und nicht weniger als zwanzig Gemälde, darunter eigene Werke, die kostbaren Dauerleihgaben der Herbert Eugen Esche-Stiftung und zwei Werke aus Privatbesitz bildeten den Auftakt zur Grafikpräsentation im Bührlesaal. Eine beachtliche Leistung erbrachte unsere Papierrestaurie-

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rung, vor allem Jean Rosston, und das Team der grafischen Sammlung, die teils hochfragilen und sehr wertvollen Blätter in einen Zustand musealer Präsentation zu bringen und in neue Rahmen zu fassen. Es war diese Kombination, verknüpft mit einer wohlüberlegten Ausstellungsarchitektur und einer präzisen didaktischen Besucherführung, die unserer Ausstellung zu einem grossen Erfolg beim Publikum verhalf. Es gelang, die teils komplexen Werke Munchs, ja sein künstlerisches Schaffen insgesamt dem Publikum buchstäblich nahezubringen und die Vielfalt seiner grafischen Techniken und Motive auszubreiten und zu ordnen, ohne das Gesamtbild aus dem Blick zu lassen. Die Munch-Ausstellung war für uns eine Ermutigung, dass es im Kunsthaus möglich ist, auch schwierige Themen zu fassen, zu vermitteln und für ein grosses Publikum zu inszenieren. Wir danken unserem Partner für zeitgenössische Kunst – Swiss Re, sowie der Truus und Gerrit van Riemsdijk Stiftung für die grosszügige Unterstützung und Farrow & Ball für die Wandfarben in der Ausstellung. Christoph Becker

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BILDERWAHL! SANFT ENTRÜCKT – KINDER WIE IM TRAUM Der Fokus der Ausstellung lag auf einem bisher zu wenig beachteten, jedoch für die Kunst des ausgehenden 19. Jahrhunderts signifikanten Thema: Entrückt dargestellte Kinder, die introvertiert in anderen Sphären zu schweben scheinen. Diese partiell verborgenen Zwischenwelten geistiger Versunkenheit wurden u. a. für Anker, Hodler, Segantini oder Böcklin und später auch für Picasso, Klee oder Alÿs zu schöpferischen, von der Aussenwelt isolierten Inspirations-, Reflexions- und Gedankenräumen. Das Entrücktsein kann dabei als das Visionäre einer im Aufbruch stehenden Zeit, aber auch als Zeichen einer selbstvergessenen Weltverlorenheit gedeutet werden. Kindliche Traumwelten, Fantasien und Imaginationen spiegeln zudem eine Sehnsucht der Künstler nach einer verloren gegangenen paradiesischen Ursprünglichkeit. In den ausgestellten Werken lenkten die geschlossenen Augen oder der in die Ferne schweifende Blick der teilweise zerbrechlich wirkenden Kinder die Aufmerksamkeit auf deren innere Befindlichkeiten und das Unterbewusste.

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Die offene Raumgliederung ermöglichte Bezugnahmen zwischen den Kapiteln «Traum und Sehnsucht», «Das verlorene Paradies», «Schlaf und Tod» sowie «Wunsch und Utopie». Ein Essay des Kurators, welcher die Hintergründe dazu erläutert sowie Werkbeschreibungen fanden sich im aufgelegten Katalog. Die Wahl einer einheitlichen, dunkelroten Wandfarbe gab dem Thema eine entsprechend stimmungsvolle Atmosphäre. Mit eingefügten Gedichten wurde einer erweiterten synästhetischen Erfahrbarkeit Raum gegeben. Bedeutende und selten oder noch nie öffentlich gezeigte Leihgaben vertieften die gewonnenen Erkenntnisse. Harry Klewitz Unterstützt von Albers & Co.

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GRAFISCHE SAMMLUNG

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nung mit dem langen Titel «3 Horizonte; 273 Melodien // 3 Horizonte; Mögliche Farben des Horizonts; 273 Melodien; 6 Zäsuren; Position; Interne Zentren; Externe Zentren; Rotationsrichtung; Rotationsgeschwindigkeit 1 – 21 Umdrehungen / Tag; N-S» (2011 /12) ergänzt die bereits in den letzten Jahren von der Künstlerin erworbenen Werke. Im Unterschied zu den früheren Arbeiten, in denen die Künstlerin nur schwarze Tinte und Bleistift verwendete, experimentiert Jorinde Voigt in der neusten Zeichnung mit Farbstift und Ölkreide. Die Farbnuancierungen auf dem Blatt entsprechen allen «möglichen Farben des Horizonts», wie es die Künstlerin im Titel poetisch beschreibt. Einen richtigen Farbrausch inszeniert der junge französische Künstler Guillaume Bruère (*1976), auch GIOM genannt. Bei Besuchen im Kunsthaus hat Bruère eine Serie von Zeichnungen geschaffen, die sich am berühmten «Selbstbildnis mit verbundenem Ohr» (1889) von Vincent van Gogh inspirieren. Der Akt des Zeichnens hat bei Bruère etwas Performatives. Er verausgabt sich dabei völlig und überträgt die ganze Energie aufs Blatt. Dieser fiebrige Strich zeichnet auch die vom Kunsthaus gekaufte Serie aus. Neben den Arbeiten auf Papier spielten bei den Neuankäufen erneut Video und Film eine wichtige Rolle. Von Rosa Barba (*1972) konnte der 35mm-Film «Time as Perspective» (2012) erworben werden. Diesen hatte die Künstlerin speziell für ihre Einzelausstellung 2012 im Kunsthaus realisiert. Ausstellungen und Sammlung sind im Kunsthaus ja traditionsgemäss eng verbunden. Mit diesem Ankauf konnte dieses wichtige Zusammenspiel erneut gefestigt werden. Auch die von Diana Thater erworbene Videoinstallation «Chernobyl» (2010) war zuvor in der Ausstellung «Deftig Barock» zu sehen. Mit diesen beiden Ankäufen sowie den zusätzlich von der Gruppe Junge Kunst gekauften Video- und Filmarbeiten konnte die Videosammlung des Kunsthauses erneut substanziell erweitert werden. Mirjam Varadinis

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Im Berichtsjahr konnten wichtige Bestände der Gra­fischen Sammlung gezeigt werden. In Zusammenarbeit mit dem Sammlungskonservator Philippe Büttner richtete die Kuratorin im Sommer eine Accrochage ein, die das Werk von Sigmar Polke (1941 – 2010) in einen Dialog stellte mit dem jungen Schweizer Urs Fischer (*1973) und Dieter Roth (*1930 – 1998). Dabei spielte das gra­fische Werk der drei Künstler eine wichtige Rolle. Das Kunsthaus besitzt eine bedeutende Sammlung von Sigmar PolkeGrafiken und von Dieter Roth fast das gesamte druckgra­fische Werk. Beide Künstler haben zeitlebens mit Druckgrafik experimentiert und die Grenzen des Mediums ausgelotet. Eine Auswahl dieser Werke wurde gemeinsam mit Arbeiten von Urs Fischer gezeigt. Dieser hat in seiner Herangehensweise und Haltung viel mit den beiden anderen Künstlern gemeinsam. Er experimentiert genauso gerne mit verschiedenen Techniken, wobei sich bei ihm die Experimente ins Digitale aus­­weiten – was die 2012 vom Kunsthaus angekaufte und in der Präsentation ebenfalls zu sehende 38-teilige Serie «Café» (2011 / 12) deutlich machte. Neben Druckgrafiken wurden auch bisher wenig gezeigte Zeichnungen von Dieter Roth aus dem Depot geholt, und eine Auswahl von Skulpturen und Malereien der drei Künstler rundete die Accrochage ab. Bei den Neuankäufen konnten die DADA-Bestände durch eine bedeutende Erwerbung gestärkt werden. Im Jahr 1966 lud der Zürcher Verleger und Kunstsammler Peter Schifferli die Künstler Hans Arp, Raoul Hausmann, Richard Huelsen­ beck, Marcel Janco, Walter Mehring und Hans Richter ein, eine Serie von Collagen zum 50. Jahrestag von DADA zu realisieren. Diese Assemblage konnte nun aus Privatbesitz gekauft werden. Auch im Bereich der zeitgenössischen Kunst wurden wichtige Werke erworben, so z.B. von der jungen deutschen Künstlerin Jorinde Voigt (*1977). Die grosse Zeich-

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KONSERVIERUNG Aus den Erwerbungen im Altmeisterbereich erwähnen wir das Skizzenbuch von Robert Zünd, das er 1851 auf seiner ersten Studienreise nach München mit sich führte. Es enthält 59 braun lavierte Pinselzeichnungen – zur Hauptsache Kopien nach niederländischen und italienischen Meistern des 17. Jahrhunderts in der Alten Pinakothek – sowie sechs Federzeichnungen nach Carl Rottmanns 1850 beendetem 23-teiligen Griechenlandzyklus. Die Künstlernamen sind auf den Kopien fast ausnahmslos verzeichnet, am häufigsten kopiert wurden Gemälde von L. Giordano (11×), gefolgt von A. v. Dyck (8×), Rembrandt (7×), Rubens (6×), J. Weenix (3×), J. Both, D. Feti, J. Fyt, G. Schalcken (je 2×) und von N. Berghem, L. Carracci, J. Jordaens, C. Loth, F. Millet, A. v. d. Neer, Raffael, S. Ricci, S. Rosa, F. Snyders, J. Steen, P. Veronese, P. Wouwerman (je 1×). Bei diesen allesamt etwas trocken ausgeführten Altmeisterkopien interessierten den jungen Zünd vor allem die Figurenkompositionen und Tierdarstellungen; barocke Landschaften nach Gross­­meistern wie Ruisdael und Lorrain fehlen ganz. Leiden­schaftlicher wird sein Feder­strich erst bei C. Rottmann, dem berühmtesten deutschen Landschaftsmaler seiner Zeit. Es war uns ein Anliegen, eine repräsentative Auswahl von Holzschnitten des in Winterthur lebenden und arbeitenden Heinz Keller (*1924) zu erwerben. Im Zentrum unserer Auswahl stand nicht der «Totentanz», für den Heinz Keller zu Recht Kultstatus bei vielen Sammlern geniesst, sondern seine neusten Farbholzschnitte, in welchen sich künstlerische Sensibilität mit modernem Farbempfinden vereinen (Abb. S. 21). Als Geschenk durfte die Grafische Sammlung fünf weitere Blätter aussuchen, die das Konvolut sinnvoll abrunden. Die Vorbereitungen für die im Herbst 2015 geplante Ausstellung «Meisterzeichnungen. 100 Jahre Grafische Sammlung im Kunsthaus Zürich» setzten im Sommer ein. Das Kernteam mit den drei freischaffenden Kuratoren Dr. Gian Casper Bott, Dr. Christina Grummt und Dr. Paola von Wyss-Giacosa, unter der Leitung des Konservators, dem die wissen­ schaftliche Mitarbeiterin lic.phil. Monique Meyer zur Seite stehen wird, erarbeitete gemeinsam eine Werkliste mit 100 Meisterzeichnungen des 16. bis 21. Jahrhunderts und begann mit der wissenschaftlichen Erschliessung der

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Werke, zu der heute selbstverständlich auch ein möglichst lückenloser Nachweis der Provenienz gehört. Der diesjährigen Bilderwahl, die von Gastkurator Harry Klewitz konzipiert wurde, gingen gründliche Recherchen zum Thema der Kinderdarstellung in Zeichnung und Grafik des 17. bis 19. Jahrhunderts in unserer Sammlung voraus. Wie kein anderes Medium eignet den Arbeiten auf Papier, das «sanft Entrückte» (H. Klewitz), das mit den Themen Schlaf, Traum und Tod einhergeht, zur Anschauung zu bringen, was sich in den vorbildlich ausgestellten Exponaten eindrücklich bestätigte. Der steigenden Nachfrage nach Spezialführungen vor originalen Zeichnungen und Dokumenten im Spannungsfeld zwischen Erstem Weltkrieg und Dadaismus in Zürich begegnete Frau Madeleine Witzig mit neuen Formen der Kunstvermittlung, die vermehrt die Mitarbeitenden der Grafischen Sammlung und der Bibliothek in die Vorbereitungen involviert. Von den zahlreichen Spezialisten der Zeichnung, die unsere Sammlung im Verlauf des Jahres besuchten und uns mit wertvollen Ratschlägen zur Seite standen, erwähnen wir Dr. Marco Bolzoni (Rom / New York), dessen vor Kurzem erschienener Werkkatalog dem Kunsthaus die grösste zusammenhängende Gruppe von acht sicher zugeschriebenen Meisterzeichnungen des Cavaliere d’Arpino (1568 –1640) bescheinigt. Den Besuchern im Studiensaal der Grafischen Sammlung wurden durchs Jahr insgsamt 3 356 Werke vorgelegt; darunter 2 105 Drucke, 955 Zeichnungen, 55 Skizzen- und Maler-­ bücher, 125 Briefe und Dokumente, 114 Fotografien und 2 Multiples. An interne Ausstellungen wurden 62 Zeichnungen, 1 Skizzenbuch, 61 Drucke und 11 Fotografien, an externe Ausstellungen wurden insgesamt 33 Zeichnungen, 2 Skizzenbücher, 17 Drucke, 20 Fotografien und 1 Video ausgeliehen. Bernhard von Waldkirch

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BIBLIOTHEK VERZEICHNIS DER AUSSTELLUNGEN Auf der Website www.kunsthaus.ch hat die Bibliothek unter Ausstellungen / Rückblick ein retrospektives Verzeichnis aller Ausstellungen des Kunsthauses veröffentlicht, das bis zur Eröffnung des Museums 1910 zurückreicht. Durch Links zu den jeweiligen Ausstellungskatalogen im Bibliothekskatalog findet man schnell weitere Informationen. BÜCHERANGEBOT IM LESESAAL Die monumentale collector‘s edition von Sebastião Salgados dreibändigem Fotobuch «Genesis» wurde im November und Dezember im Lesesaal der Bibliothek gezeigt. Jeden Tag waren neue Seiten aufgeschlagen. Weil traditionelle Sachgruppen des Lesesaalbestands wie gedruckte Fachbibliographien oder Adressbücher nicht mehr relevant sind, wurde ein Teil der Regalfläche des Lesesaals mit Schrägtablaren ausgerüstet, damit Bücher zu wechselnden Themen hier präsentiert werden können. Auf ein die Ausstellung im Museum begleitendes Angebot zu Edvard Munchs Grafik folgen ab Januar 2014 Bücher zum Thema Winter und Schnee in der Kunst.

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KATALOGISIERUNG DER ALTBESTÄNDE Von den alten Ausstellungskatalogen aus den Erwerbungs­ jahren 1910 bis 1975 konnten im Jahr 2013 1001 Titel neu katalogisiert werden. Viele kleine Kataloge Zürcher Galerien sind selbst in der Turicensia-Sammlung der Zentralbibliothek Zürich nicht vorhanden. BENUTZUNG Immer häufiger werden in den letzten Jahren Bestände benutzt, die rar oder einmalig sind. Unter den 17 106 Medien, die 2013 bestellt worden sind, waren 1940 Archivalien und Libri rari. TECHNISCHE AUSSTATTUNG Die seit der Neueinrichtung der Bibliothek im Herbst 2006 im Lesesaal und im Multimediaraum den Benutzerinnen und Benutzern zur Verfügung stehenden 14 Computer sind 2013 durch neue Geräte ersetzt worden. Auch das ältere der beiden zum Kopieren, Drucken und Scannen angebotenen Multifunktionsgeräte ist gegen ein NachfolThomas Rosemann gemodell ausgetauscht worden.

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FOTOARCHIVE Im Rahmen des Projekts der Bibliothek des Kunsthauses und der Gemeinnützigen Arbeit der Stadt Zürich zur Archivierung und Inventarisierung der historischen Foto­ bestände des Kunsthauses konnte 2013 die Bearbeitung

SAMMLUNG DADAISMUS Für die Sammlung Dadaismus in der Bibliothek des Kunsthauses sind 2013 ein Zeitschriftenheft, drei Fotografien und ein historisches Strassenschild «Spiegelgasse» erworben worden.

AKTIVITÄTEN

TAG DER OFFENEN TÜR Am Tag der offenen Tür des Kunsthauses am 1. Juni 2013 hat die Bibliothek von 10 bis 20 Uhr eine Auswahl besonders interessanter Fotobücher aus den eigenen Beständen gezeigt. Zu den 21 Themen zählten unter anderem Touris­ mus, verlassene Orte – zerstörte Landschaften und inszenierte Fotografie.

der Pressefotografien aus der Zeit von 1955 bis 1985 abgeschlossen werden. Ab 2014 beginnt die Bearbeitung des ältesten Bestands, nämlich der Glasnegative aus der Zeit ab 1910 bis ungefähr 1955.

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ZUWACHS 2013 Bibliothek

Kauf

Tausch

Geschenk

Beleg

Summe

Bücher und Kataloge

1 281

639

299

114

2 333

Broschüren

203

313

319

33

868

Auktions- und Lagerkataloge

205

0

68

0

273

9

0

0

0

9

51

5

22

1

79

2

0

1

0

3

1 751

957

709

148

3 565

5

2

0

0

7

177

121

61

0

359

Zeitschriften Videos und DVDs Tonträger Summe Abgeschlossene Zeitschriften Laufende Zeitschriften Ausgeschiedene Bücher: 20

BENUTZUNG 2013

BESTAND 2013

Aktive Bibliotheksbenutzer *

584

Bibliotheksbesuche

14 604

Broschüren

Ausleihe

17 106

Abgeschlossene Zeitschriften

Fernleihe und Dokumentlieferung

28

* Eingeschriebene Benutzer, die im Jahr 2013 ausgeliehen haben

BENUTZERGRUPPEN 2013

Zeitschriftenbände

190 634 53 496 692 11 072

Zeitschriften

1 038

Audiovisuelle Medien

1 609

AUSLEIHE NACH BENUTZERGRUPPEN

Mitglieder

48,62%

Mitglieder

24,71%

Studierende

27,34%

Studierende

12,22% 45,78%

Mitarbeitende

7,09%

Mitarbeitende

ICOM

4,67%

ICOM

2,91%

Schüler

2,77%

Schüler

0,53%

Presse

3,80%

Presse

1,70%

Bibliotheken

0,69%

Bibliotheken

0,04%

Lesesaal

2,42%

Lesesaal

9,35%

Sonstige

2,60%

Sonstige

2,76%

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AKTIVITÄTEN

Bücher und Kataloge

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RESTAURIERUNG GEMÄLDE UND SKULPTUREN Wie die genauen Zahlen im Sammlungstext (S. 43) zeigen, reisten auch im Berichtsjahr zahlreiche Werke der Sammlung und der grafischen Sammlung an die insgesamt 80 berücksichtigten auswärtigen Ausstellungen. Die Vorbereitung der Werke, die Zustandskontrolle sowie in einigen Fällen auch die unbedingt erforderliche Begleitung nahmen daher wieder viel Zeit in Anspruch. Aussergewöhnlich war im Jahr 2013 die grosse Anzahl an Werken, die auf ihre Ausleihfähigkeit überprüft wurden. Unter anderem ist dies bedingt durch die Vorbereitung der zwei Ausstellungsprojekte in Japan und Wien, die Ende 2014 jeweils unterschiedliche Sammlungsbestandteile des Kunsthauses und der Alberto Giacometti-Stiftung zeigen werden. So kam für Gemälde und Skulpturen die bisher einmalige Zahl von 309 Zustandsberichten aufgrund von Leihanfragen zustande. Bei einigen Gemälden wurden bereits erste konservatorische Vorbereitungen für ihre Reise nach Japan getroffen, da die grosse Anzahl an Werken, die im September 2014 das Kunsthaus zu externen Ausstellungen gleichzeitig verlassen wird, logistisch nicht nur für Kuratoren und Registrare, sondern auch für Restauratoren und Arthandler Tobias Haupt eine Herausforderung bedeutet.

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SKULPTUREN UND MEDIENKUNST Die Objekte der Skulpturensammlung sind materialtechnisch gesehen sehr heterogen. Beinahe jedes erdenkliche Material von Celluloid über Stein bis Polyurethan findet

AKTIVITÄTEN

GIACOMETTI-GIPSPROJEKT Im Februar 2013 haben wir etwa 20 Giacometti-Expertinnen und -Experten aus dem In- und Ausland zu einem Kolloquium ins Kunsthaus eingeladen, denen wir unser Projekt zur technologischen Erforschung und Restaurierung der Gipse Alberto Giacomettis ausführlich vorstellen konnten. Neben dem fachlichen Austausch zu technologischen Fragestellungen ging es uns vor allem darum, das vorgesehene Restaurierungskonzept einem aus Kunsthistori-

kern und Restauratoren bestehenden Fachgremium zur Diskussion zu stellen. Ziel war es, eine möglichst breit abgestützte Vorgehensweise für die anschliessende Restaurierung der 75 Gipse zu finden. Auch nach diesem Austausch blieben einige Fragen offen, und es war somit unabdingbar, vor der Restaurierung der Objekte noch zusätzliche Informationen einzuholen. Viele wichtige Hinweise erhielten wir Anfang Oktober bei einem zweitägigen Besuch der Fondation Annette et Alberto Giacometti in Paris, der in intensiver und angenehm konstruktiver Arbeitsatmosphäre stattfand. Hochinteressant waren für uns auch die vorgestellten, in unseren Augen mitunter auch diskussionswürdigen Beispiele von in Paris durchgeführten Restaurierungen ähnlicher Gipse. Diese bestätigten uns in unserem sehr dezidiert ausgearbeiteten Restaurierungskonzept und in dem beschrittenen Weg der breit abgestützten Vorgehensweise. Der Besuch in Paris bot auch wieder Gelegenheit, die Giesserei Susse an ihrem neuen Standort in Malakoff zu besuchen. In sehr freundschaftlicher Atmosphäre konnten insbesondere Erkenntnisse zur Herstellung der «Grande Femme» ausgetauscht und diskutiert sowie insgesamt der fachliche Austausch mit dieser Giesserei weiter intensiviert werden. Nachdem 2013 mit den ersten Restaurierungen der Startschuss für die zweite, praktische Projektphase gefallen ist, wird das insgesamt vierjährige Projekt nach Umsetzung aller notwendigen konservatorischen und ästhetischen Massnahmen im September 2014 abgeschlossen sein. Tobias Haupt

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AKTIVITÄTEN 66

sich hier. Für Massnahmen und Fragen zur Erhaltung dieser Objekte und Installationen muss daher oft auf externe Experten zurückgegriffen werden. In diesem Sinne ist das Jahr 2013 für die Abteilung Skulpturenrestaurierung ein ganz normales, aber – oder gerade deshalb – besonders spannendes Jahr gewesen. Es begann mit der Reinigung der über Jahre unschön oxidierten Messingskulptur «Konstruktion aus einem Kreisring» von Max Bill. Viele Besucherfinger hatten ihren Teil zur ungleichmässigen Oberfläche beigetragen. Leider steigerte die nun wieder gleichmässig polierte Oberfläche die Attraktivität des Objekts, wodurch neue Fingerspuren nicht lange auf sich warten liessen. Eine veränderte Form der Präsentation – etwa durch einen grösseren Sockel oder Absperrungen – ist wohl unausweichlich. Durch die Präsentation von Dieter Roths «Mimi Klein 2» als Teil einer Accrochage im Erdgeschoss des Müllerbaus rückten erstmals die Audiobänder der Medienkunstwerke «Mimi Klein 1» und «Mimi Klein 2» aus dem Jahr 1982 in den restauratorischen Fokus. Trotz ihres ungeklärten Status innerhalb der Werke wurde mit der Digitalisierung begonnen. Nicht nur konnten sie so vom Verfall bewahrt werden, sie geben auch faszinierenden Einblick in den Schaffensprozess des Künstlers und könnten so von grossem Wert für die Rezeption der Werke werden. Auch die Erhaltung der Installation «Sichtbare Welt» von Fischli / Weiss wurde weiter vorangetrieben. Im Jahr 2011 wurden die analogen Videobänder in digitale Files umgewandelt und mit einem Installationsbeschrieb ergänzt. Die Arbeit in diesem Jahr bestand nun darin, die Ansprüche an die (zukünftige) Technik zusammen mit Peter Fischli zu eruieren, ohne bestimmte bestehende Produkte zu favorisieren, und daraus einen Leitfaden zu entwickeln. Alle diese Massnahmen wurden in Zusammenarbeit und mit dem Wissen spezialisierter Restauratoren umgesetzt. Kerstin Mürer

ausgerahmt werden, um die Blattränder und Rückseiten betrachten zu können. Die Mehrheit wurde nach dem Wunsch des Leihgebers neu gerahmt oder umgerahmt und kleine Restaurierungen an knapp 10 Kunstwerken durchgeführt. Viele bekamen neue Passepartouts und mussten neu montiert werden. Neue archivbeständige Rückseiten und Verbund-Sicherheitsgläser wurden eingesetzt. Viele der alten Rahmen brauchten deswegen Aufdoppelungen, um die Stabilität der Rahmen zu gewährleisten. Ein kleines Team, zusammen mit zusätzlichen freischaffenden Mitarbeitern, ermöglichte den sachgemässen und termingerechten Abschluss. Jedes Jahr werden die Parkett-Editionen erworben. Diese Kunstwerke sind von diversen Künstlern konzipiert und bestehen aus ganz verschiedenen Materialien. Sie werden in die diversen Inventare integriert. Jedes Kunstwerk wird begutachtet, dokumentiert, und meistens braucht es eine neue archivbeständige Verpackung für die Aufbewahrung in der Sammlung. 15 Editionen aus den Jahren 2012 – 2013 wurden bearbeitet. Aus der grossen Schenkung von Bruno Giacometti 2012 wurden 95 Zeichnungen von Alberto Giacometti begutachtet, Zustandsprotokolle und Fotodokumentation erstellt und einige restauriert. Etwa die Hälfte wurde bei der Schenkung ohne Montage angenommen und bekam neue Passepartouts. Neue Erwerbungen wurden ständig bearbeitet, je nachdem brauchten sie neue Montagen, Rahmen oder massgefertigte Mappen oder Boxen. 57 Ausstellungs-Leihgesuche inklusive rund 190 Kunstwerke aus der grafischen Sammlung und Fotosammlung wurden bearbeitet und teilweise ausgeliehen. Jean Rosston

GRAFIK UND FOTOGRAFIE Das grösste Projekt des Jahres waren die aufwändigen Vorbereitungen für die Ausstellung «Edvard Munch. 150 Grafische Meisterwerke». 150 Grafiken wurden mit der Gastkuratorin für den Katalog geprüft. Viele mussten

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BEHANDELTE GEMÄLDE UND SKULPTUREN Cuno Amiet

Sonnenflecken, 1904

Inv.Nr. 1995/18

Max Bill

Konstruktion aus einem Kreisring, 1940 – 41

Inv.Nr. 1966/1

Carl Burckhardt

Frauenraub, 1918

Inv.Nr. 1963/40

Carl Burckhardt

Ruhende Hirtin, 1918

Inv.Nr. 1967/53

Alberto Giacometti

Kopf Diego, 1914

Inv.Nr. GS 281

Augusto Giacometti

Adam und Eva, 1907

Inv.Nr. 1967/68

Giovanni Giacometti

Männerbildnis, um 1890

Inv.Nr. 2012/12

Giovanni Giacometti

Begräbnis, um 1911

Inv.Nr. 2012/43

Giovanni Giacometti

Bice

Inv.Nr. 2012/57

Gottfried Honegger

Tableau-Relief P. 881

Inv.Nr. 1986/7 a+b

Edvard Munch

Häuser in Aasgardstrand, 1905

Leihgabe

Oskar Kokoschka

Die Quelle, 1922 /1938

Inv.Nr. 1988/29

Karl Walser

Scheherezade erzählend, 1911

Inv.Nr. 1969/18 a

BEHANDELTE WERKE AUF PAPIER UND FOTOGRAFIEN Christine Baumgartner

Weddeort I & II, 2006

Gr.Inv.2008/4 (a – b)

Alberto Giacometti

95 Zeichnungen aus dem Legat von Bruno Giacometti 2012

Z.Inv.2012/7 –100 Z.Inv.2012/630

Helen Mirra

Field Recordings, 2010

Inv.Nr. 2012/111 (7-teiliges Werk)

J.C. Miville

Blick vom Muttenzer Steinbruch auf die Rheinberge und Basel, um 1816 /19

Z.Inv.1938/345

Thomas Müllenbach

Küchenzeichnung, 2001

Z.Inv.2002/6

Sigmar Polke

Ohne Titel, 1989

Gr.Inv.1998/14

Sigmar Polke

Ohne Titel, 1987/88

Gr.Inv.1998/15

Fernsehbild (Kicker), 1971

Gr.Inv.1998/16

In der Oper, 1973

Gr.Inv.1998/21

André Thomkins

Die Jahrhundertwender, 1970

Z.Inv.1986/40

Parkett

15 Parkett-Editionen aus 2012 /13

Diverse Inv.Nr.

AKTIVITÄTEN

Sigmar Polke Sigmar Polke

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KUNSTVERMITTLUNG

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AKTIVITÄTEN

FÜHRUNGEN FÜR ERWACHSENE Im Jahr 2013 fanden in der Sammlung 90 bestellte und 48 öffentliche Führungen statt. Die öffentlichen Sam­­s­tagsführungen waren teilweise vernetzt mit den Ausstellungen zu Marc Chagall, zur Sammlung Hubert Looser und zu Edvard Munch, oder sie behandelten u. a. folgende Themen: Giacometti – Die Donationen; Die Farbe Weiss; Steine: Richard Long, Joseph Beuys und Max Ernst; Meta­morphosen der Gestalt: Arp, Ernst, Brancusi, Laurens; Beuys: «Olivestone», Vom Sichtbaren und Unsichtbaren; Rodin, Maillol, Lehmbruck. In den Ausstellungen wurden 171 öffentliche und 733 private Führungen durchgeführt. Auf das grösste Interesse stiess mit 449 Führungen die Ausstellung zu Marc Chagall sowie mit 194 Führungen die Ausstellung zu Edvard Munch. In der Villa Tobler fanden 12 Führungen statt. Am Tag der offenen Tür standen während 8 Stunden 7 Kunstvermittlerinnen in der Sammlung als «ask meGuides» im Einsatz, die die Fragen des Publikums beantworteten. An der Langen Nacht der Museen fanden 7 Führungen statt und im offenen Malatelier konnten Gross und Klein ihre Träume Farbe werden lassen. Dies ergibt ein Total von 1 054 Veranstaltungen (weitere Details siehe Tabelle auf Seite 70). Wir danken unserem Kunstvermittlungsteam für den kompetenten Einsatz. SCHULBEREICH 483 Schulklassen aller Typen und Stufen und 22 Gruppen von Lehrpersonen bzw. Studenten der entsprechenden Ausbildungsinstitute nutzten 2013 die Angebote der Kunstvermittlung. Bei den Wechselausstellungen gab es eine grosse Nachfrage nach den Veranstaltungen in der Ausstellung zu Marc Chagall auf allen Schulstufen. Die Ausstellung «Edvard Munch» war vor allem bei den Oberstufen gefragt. Gleichmässig über das Jahr verteilten sich die

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Besuche in der Sammlung, welche für thematische Führ­ungen und vergleichende Bildbetrachtung hervor­ragende Voraussetzungen bietet. Das didaktische Forum auf unser­er Homepage erlaubt es den Lehrkräften, zum Unterricht passende Themen zu wählen. Das bereitgestellte didaktische Material wird sehr geschätzt. Erstmals beteiligte sich das Kunsthaus 2013 mit einem Projekt am Festival «Blickfelder», das Kindern und Jugendlichen ermöglicht, sich aktiv und rezeptiv mit den Künsten auseinanderzusetzen. Wir danken dem Büro für Schulkultur der Stadt Zürich, der Fachstelle Schule & Kultur des Kantons Zürich und dem Amt für Berufsbildung des Kantons Zürich für die Zusammenarbeit und finanzielle Unterstützung. VERANSTALTUNGEN FREIZEITBEREICH Im Freizeitbereich (ohne Sommerwerkstatt und Kinderclub) konnten wir in diesem Jahr 99 Veranstaltungen für Besuchende aller Altersgruppen durchführen. Zum ersten Mal stellten wir für die Chagall-Ausstellung einen Audioguide für Kinder bereit, der vom Zielpublikum und dessen Eltern sehr geschätzt wurde. Suchaufgaben, Geschichten und Musik leiteten die Wahrnehmung der Kinder und regten ihre Gedanken an. Auf einem Zeichenund Aufgabenblatt konnte das Gesehene vertieft oder weitergeführt werden. Ein spannendes Projekt in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Gerontologie der Universität Zürich startete 2013 in unserem Haus. Menschen mit Demenz werden dabei vor ausgewählten Kunstwerken durch offene Fragen zum Geschichtenerfinden angeregt. In Schweizer Museen gibt es noch praktisch keine Angebote für diese Besuchergruppe, das Kunsthaus spielt also eine Pionierrolle.

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SOMMERWERKSTATT Die grosszügige Unterstützung der Vontobel-Stiftung ermöglichte es auch im Jahr 2013, im Rahmen der Sommer­ werkstatt ein vielfältiges Programm zusammenzustellen. Unter dem Titel «Farbe bewegt» wurden in Workshops und Kunstgesprächen die verschiedenen Qualitäten und Schwerpunkte der Sammlung Looser entdeckt und erforscht. Unsere Veranstaltungen erleichterten vielen Menschen den Zugang zu dieser Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst. Bei den Erwachsenen fanden die Kunstgespräche mit den Gästen Hubert Looser, Katharina Epprecht, Silvia Bächli und der Konzertgeigerin Bettina Boller grossen Anklang. Aber auch der gestalterische Workshop mit dem Künstler Patrick Rohner und der Tanzworkshop mit Christiane Loch und Silvano Mozzini waren gut besucht. Von den Kinderworkshops sei das Angebot für die ganz Kleinen erwähnt, die lustvoll mit dem Körper malten. Im Erwachsenenbereich fanden 25 Veranstaltungen statt. Daneben wurden 38 Workshops für Familien / Kinder /  Jugendliche sowie 6 Führungen für Schulen durchgeführt (statistisch unter Schulbereich erfasst). Das ergibt ein Total von 69 Veranstaltungen.

6PLUS 16. Januar – 6. Februar und 23. Oktober – 13. November: 8 Veranstaltungen mit je 15 Kindern. 10PLUS 30. Januar – 26. Juni und 20. November – 11. Dezember: 9 Veranstaltungen mit je 10 Kindern. Dies ergibt ein Total von 53 Veranstaltungen. Sibyl Kraft

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3PLUS / VILLA KUN(S)TERBUNT 25. Januar – 19. April und 20. September – 8. November, vormittags  / nachmittags: Total 36 Veranstaltungen mit je 12 Kindern und 12 Erwachs­enen.

AKTIVITÄTEN

CLUBS FÜR KINDER UND JUGENDLICHE Im Club «3plus» trafen sich Kinder von 3 – 5 Jahren mit ihren erwachsenen Begleitenden in zwei mal drei Blöcken zu einer altersspezifischen Auseinandersetzung mit Kunst. Es ging dabei um die Themen Farbe und Form, Linie und Bewegung, Raum und Skulptur. Das Material und das Tüfteln standen im Zentrum, sowohl beim Anschauen der Kunstwerke als auch beim eigenen Tun. Der Kinderclub «6plus» setzte sich im Januar-Block mit dem Thema Skulptur und Plastik auseinander. Im Oktober untersuchten die Kinder die Bilderwelt des 20. Jahrhunderts und lernten Farbe und Farbauftrag von einer neuen Seite kennen. Auch die Gruppe im «Club 10plus» ging jeweils von Werken der Sammlung aus, um sich davon zu Gedanken und eigenem Gestalten anregen zu lassen. Die sehr motivierten Kinder und Jugendliche zeigten schon eine grosse gestalterische Vielfalt mit persönlichen

Eigenheiten. Alle drei Angebote stiessen auf grosses Interesse. Wir danken der Art Mentor Foundation Lucerne für die Unterstützung.

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FÜHRUNGEN IN DEN WECHSELAUSSTELLUNGEN

Öffentlich

Privat

Das Neue Kunsthaus

1

0

Paul Gauguin

3

4

Giacometti. Die Donationen

0

7

Latifa Echakhch

0

1

Ferdinand Hodler

3

1

67

449

Haris Epaminonda

Marc Chagall

2

4

Kelly Nipper

2

3

Walküren über Zürich

2

7

Die Sammlung Hubert Looser

27

34

Félix Vallotton

10

28

2

1

51

194

1

0

171

733

Führungen in der Sammlung

48

90

Führungen in der Villa Tobler

0

12

219

835

Lonnie van Brummelen & Siebren de Haan Edvard Munch Bilderwahl! Sanft entrückt – Kinder wie im Traum Total

Total Führungen

VERANSTALTUNGEN SCHULBEREICH

VERANSTALTUNGEN FREIZEITBEREICH

AKTIVITÄTEN

200

Volksschulen Kanton Zürich

170

34

Malateliers und Workshops für Kinder und Jugendliche

54

Schulen Schweiz

60

Generationenübergreifende Workshops

11

Höhere Schulen, Berufs-, Fachschulen, Fachhochschulen Schweiz

53

Sommerwerkstatt

69 53

Einführung in die Museumspädagogik, Weiterbildungen für Studenten und Lehrerteams

22

Club für Kinder und Jugendliche Total

70

Schulen Stadt Zürich

Kunstgespräche und Workshops für Erwachsene

221

Total

505

ZUSAMMENZUG ALLER VERANSTALTUNGEN Führungen

1 054

Veranstaltungen Schulbereich

505

Freizeitangebot

221

Total

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1 780

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ALLGEMEINE VERANSTALTUNGEN VERLEIHUNG ROSWITHA HAFTMANN-PREIS 16. Mai, 18.30 – 20 Uhr Preisverleihung der Roswitha Haftmann-Stiftung an Pierre Huyghe. Während des Willkommens-Apéros unterhielt die Sängerin Kitty Hoff mit ihrer Band Forêt Noir die rund 300 Gäste mit Jazz und Chansons. Stiftungsratspräsident Christoph Becker überreichte Europas höchstdotierten Kunstpreis. Philipp Kaiser, Mitglied des Stiftungsrats und Direktor des Museum Ludwig, Köln, hielt die Laudatio auf den ersten französischen Preisträger.

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LANGE NACHT DER ZÜRCHER MUSEEN 7. September, Museum 19 – 2 Uhr, Lounge & Party 21 – 4 Uhr Für die 13. Ausgabe verzichtete der Verein Zürcher Museen auf die Vorgabe eines Themas. Allein das Kunsthaus verzeichnete 6 400 Eintritte. Kristin Steiner verantwortete die Organisation. Inhaltlicher Höhepunkt waren geführte Besuche in der temporär ausgestellten Sammlung Looser. Das Angebot des Malateliers war auf die Ausstellung von Félix Vallotton «Schöne Zeiten» ausgerichtet. Schauspieler Markus Mathis las aus Félix Vallottons Krimi «Das mörderische Leben». Vor den Werken Giovanni Segantinis fand zweimal das Konzert «La Grischa» statt. Corin Curschellasʼ «La Grischa» ist eine Sammlung neu arrangierter Volksweisen aus dem rätoromanischen Graubünden. Curschellas Gesang wurde begleitet von Albin Brun (Saxophon, Schwyzerörgeli, Du-

AKTIVITÄTEN

TAG DER OFFENEN TÜR 1. Juni, 10 – 20 Uhr Der Tag der offenen Tür 2013 stand im Zeichen von Gönnern und Geschenken. Illustre Gäste machten dem Kunsthaus ihre Aufwartung. Lucrezia De Domizio Durini präsentierte Neues aus ihrer Forschung zu Joseph Beuys. Ein von der Baronin herausgegebener Fotoband und ein Dokumentarfilm handeln von ihrer Schenkung Beuys’scher Werke ans Kunsthaus im Mai 2011. Begleitet wurde ihr Auftritt von Pianist Marco Rapattoni. Aus Amerika kam Marissa Ruazol eingeflogen. Sie führte eine Tanz-Performance in der Ausstellung «Kelly Nipper. Black Forest» auf. Gastkurator Lukas Gloor führte durch die Accrochage um die Marmor-Skulptur «Venus» (1908 –1910) von Carl Burckhardt, welche die Sophie und Karl Binding Stiftung dem Kunsthaus wenige Wochen zuvor zum Geschenk gemacht hatte. Der Zürcher Mäzen Hubert Looser konnte für eine «Preview» gewonnen werden. Begleitet von Sammlungskonservator Philippe Büttner führte Looser durch seine im Aufbau für die Ausstellung im Bührlesaal begriffene Sammlung. Die Tür des Malateliers stand allen Generationen ebenso offen wie diejenige des Restaurierungsateliers und die der

Bibliothek, wo exklusiv und nur am 1. Juni die schönsten Fotobücher – Raritäten und Beststeller aus über 100 Jahren Fotogeschichte – ausgestellt wurden. An einem Rundgang durch das Kunsthaus, über den Heimplatz und auf den zukünftigen Baugrund gegenüber, erläuterte Projektleiter Dag Vierfuss die Entwicklung von der Architektur Karl Mosers von 1910 bis zum Entwurf von David Chipperfields Erweiterungsbau. Der talentierte, zweiundzwanzigjährige Nachwuchsmusiker Jean-Lou Treboux (Vibraphon), Gewinner des «Credit Suisse Förderpreis Jazz» 2011, spielte mit meditativem Tiefgang. Unterstützt wurde er von Ganesh Geymeier (Tenorsaxophon), Marc Méan (Piano), Manu Hagmann (Bass) und Maxence Sibille (Drums). Am Ende des Tages wurden 2 755 Besucherinnen und Besucher gezählt. Ein Kulturengagement der Credit Suisse – Partner des Kunsthaus Zürich.

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duk) und Patricia Draeger (Akkordeon, Schwyzerörgeli). Carlos Parada und Julian Schlack vom Eidgenössischen Improvisationstheater Zürich traten im Baselitzsaal mit dem Publikum in Interaktion. Sie erfanden, spielten und erzählten aus dem Stegreif Geschichten, in die das Publikum aktiv eingreifen konnte. Entspannen konnten sich die Gäste im Vortragssaal. Mit Projektionen verwandelte das Buffet für Gestaltung ihn in eine stimmungsvolle Lounge. Die Zürcher NachwuchsDJs «Lässig & Trane» entschleunigten die Atmosphäre. Ab 23 Uhr sorgte dann das Berner House-Dreiergespann «Trinidad» für Schub auf der Tanzfläche. Auf einen externen Caterer wurde verzichtet. Für eine über Getränke hinausgehende Verpflegung stand den Gästen das Angebot des Kunsthaus-Cafés zur Verfügung. Unterstützt von JT International AG. KONZERTE Erstmals 2013 war das Kunsthaus eine Kooperation mit dem Zürcher Kammerorchester eingegangen. Zu den Werken von Giacometti und anlässlich der Ausstellungen «Chagall» und «Edvard Munch» fanden Konzerte statt. Auf eine kunsthistorische Einführung folgte der musikalische Teil. Die drei Veranstaltungen stiessen auf unterschiedliches Interesse.

(Didaktisches Forum, Demenz), der Stand der Kunsthaus-Erweiterung (Eingabe Gestaltungsplan) und die Nachfolge­regelung für Tobia Bezzola und Bice Curiger wurden aktiv angesprochen. Der anschliessende Apéro, serviert vom Kunsthaus-Restaurant, bot Mitarbeitern, Journalisten und geladenen Sponsoren Gelegenheit zum persön­lichen Gespräch. WEITERE KOMMUNIKATIONSPLATTFORMEN Der seit 2011 erscheinende elektronische Newsletter steigerte bis Ende 2013 die Zahl seiner Abonnenten auf 2400. Dabei handelt es sich ausschliesslich um Personen, die sich selber angemeldet haben. Die Zahl der Facebook-Freunde kletterte von rund 3000 Anhängern auf 8000. Zum 9. Mal seit 2004 war das Kunsthaus an der weltgrössten Tourismus-Messe, der ITB in Berlin vertreten. Vom 6. bis 10. März konnten dort zahlreiche Kontakte zu Fachbe­ suchern neu geknüpft oder intensiviert werden. Björn Quellenberg

72

AKTIVITÄTEN

MEDIENORIENTIERUNGEN Zu allen Ausstellungen (mit Ausnahme der Bilderwahl und den Accrochagen Hodler und Burckhardt) fanden am Tag ihrer Eröffnung Medienorientierungen statt. 17. Januar, 11 – 12.30 Uhr Jahrespressekonferenz Im Hodler-Saal, wo nach Abschluss der Restaurierung der ersten Fassung von Ferdinand Hodlers «Wahrheit» (1902) diese zusammen mit der zweiten, die der Stadt Zürich gehört, und mit vorbereitenden Zeichnungen temporär ausgestellt wurde, traten Direktor Christoph Becker, Vizedirektor Hans Peter Meier und die Kuratorinnen und Kuratoren vor die Presse. Auf der Agenda standen der unterdurchschnittliche Jahresabschluss 2012 und das Programm 2013. Aktuelle Projekte der Kunstvermittlung

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VERÖFFENTLICHUNGEN Jahresbericht 2012 / Zürcher Kunstgesellschaft. - Zürich : Zürcher Kunstgesellschaft, 2013. - 98 S. : Ill., farbig ; 21 cm ISSN 1013-6916 Statuten vom 27. Mai 2013 / Kunsthaus Zürich, Zürcher Kunstgesellschaft. - [Zürich] : [Zürcher Kunstgesellschaft], [2013]. - [11] S. ; 21 cm Kunsthaus Zürich : Magazin / Hrsg.: Zürcher Kunstgesellschaft. - 1/2013 - 4/2013. - Zürich : Kunsthaus Zürich, 2013. - 30 cm. – 42, 46, 42, 46 S. ISSN 1421-315X Roman Ondák : [diese Publikation erscheint anlässlich der Ausstellungen «Roman Ondák. Time capsule», Modern Art Oxford, Oxford 12. März – 20. Mai 2011, «Roman Ondák. Enter the orbit», Kunsthaus Zürich, Zürich 10. Juni – 28. August 2011, «Roman Ondák. Within reach of hand or eye», Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (K21), Düssel­dorf 25. Februar – 28. Mai 2012] / [Hrsg. Julian Heynen ... et al.] - Köln : Walther König, c2013. - 192 S. : Ill., z. T. farbig ; 27 cm ISBN: 978-3-86335-291-2

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Chagall, modern master : [this book is published to accompany the exhibition «Chagall - modern master», Kunsthaus Zürich, 8 February - 12 May 2013, Tate Liverpool, 7 June - 6 October 2013] / Simonetta Fraquelli ; with contrib. by Angela Lampe ... [et al.] ; [publ. by: Zürcher Kunstgesellschaft, Kunsthaus Zürich]. - Ostfildern [etc.] : Hatje Cantz [etc.], c2013. - 195 S. : Ill., z. T. farbig ; 28,5 cm ISBN: 978-3-906574-83-7 (Museum edition English) Venus : Carl Burckhardt und das Kunsthaus Zürich : [diese Publikation erscheint anlässlich der Schenkung von Carl Burckhardts Skulptur «Venus» an das Kunsthaus Zürich durch die Sophie und Karl Binding Stiftung und anlässlich der Ausstellung im Kunsthaus Zürich mit dem Titel «Venus, die Schenkung, Carl Burckhardt und das Kunsthaus Zürich» vom 23. April bis zum 4. August 2013] /

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Ferdinand Hodler: Die Wahrheit : erste Fassung, 1902 : [diese Publikation erscheint aus Anlass der vom 18. Januar

Chagall, Meister der Moderne : [diese Publikation erscheint anlässlich der Ausstellung «Chagall - Meister der Moderne», Kunsthaus Zürich, 8. Februar - 12. Mai 2013, Tate Liverpool, 7. Juni - 6. Oktober 2013] / Simonetta Fraquelli ; mit Beitr. von Angela Lampe ... [et al.] ; [Hrsg.: Zürcher Kunstgesellschaft, Kunsthaus Zürich]. - Ost­ fildern [etc.] : Hatje Cantz [etc.], c2013. - 195 S. : Ill., z. T. farbig ; 28,5 cm ISBN: 978-3-906574-82-0 (Museumsausgabe)

AKTIVITÄTEN

Time as perspective - Rosa Barba : [this book is published in conjunction with the exhibition «Rosa Barba: Time as perspective», Kunsthaus Zürich, June 6 - September 9, 2012, chapter 1, Bergen Kunsthall, February 2 - March 17, 2013, chapter 2] / [ed.: Mirjam Varadinis ... et al.] Ostfildern : Hatje Cantz, c2013. - 255 S. : Ill., z. T. farbig ; 24,5 cm ISBN: 978-3-7757-3560-5

bis 17. März 2013 dauernden Sonderausstellung von Ferdinand Hodlers aufwändig restauriertem Gemälde «Die Wahrheit I, 1902» aus der Sammlung des Kunsthaus Zürich] = Ferdinand Hodler: Truth / [Hrsg.: Zürcher Kunstgesellschaft, Kunsthaus Zürich ; Texte: Viola Möckel ... et al.] - Zürich : Zürcher Kunstgesellschaft, Kunsthaus Zürich, c2013. - 47 S. : Ill., z. T. farbig ; 23,5 cm ISBN: 978-3-906574-86-8

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Lukas Gloor ; [Kunsthaus Zürich]. - Zürich : Scheidegger & Spiess, c2013. - 79 S. : Ill., z. T. farbig ; 35,5 cm ISBN: 978-3-85881-390-9 Walküren über Zürich : 150 Jahre Wagner-Aufführungen in Zürich : [diese Publikation erscheint anlässlich der Ausstellung «Walküren über Zürich, 150 Jahre WagnerAufführungen in Zürich» vom 24. Mai bis 18. August 2013 im Kunsthaus Zürich] / Christian Bührle. - Zürich : Zürcher Kunstgesellschaft, Kunsthaus Zürich, c2013. - 51 S. : Ill., z. T. farbig ; 23,5 cm ISBN: 978-3-906574-89-9 Die Sammlung Hubert Looser im Kunsthaus Zürich : [diese Publikation erscheint anlässlich der Ausstellung «Die Sammlung Hubert Looser im Kunsthaus Zürich», Kunsthaus Zürich, 7. Juni - 8. September 2013] = The Hubert Looser Collection at Kunsthaus Zürich / Philippe Büttner ; mit Beitr. von Raphaël Bouvier ... [et al.] ; [Kunsthaus Zürich]. - Zürich : Scheidegger & Spiess [etc.], c2013. - 77 S. : Ill., z. T. farbig ; 30 cm ISBN: 978-3-85881-398-5

AKTIVITÄTEN

Edvard Munch, die grafischen Meisterwerke : [diese Publikation erscheint anlässlich der Ausstellung «Edvard Munch - 150 grafische Meisterwerke», Kunsthaus Zürich, 4. Oktober 2013 - 12. Januar 2014] / Gerd Woll ; [Hrsg.: Zürcher Kunstgesellschaft, Kunsthaus Zürich]. - Ostfildern [etc.] : Hatje Cantz [etc.], c2013. - 207 S. : Ill., z. T. farbig ; 32,5 cm ISBN: 978-3-7757-3700-5 (deutsch)

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Félix Vallotton : schöne Zeiten : [diese Publikation erscheint anlässlich der Ausstellung «Félix Vallotton schöne Zeiten», Kunsthaus Zürich, 5. Juli - 15. September 2013] / [Hrsg.: Zürcher Kunstgesellschaft, Kunsthaus Zürich ; Texte: Christoph Becker]. - Zürich : Scheidegger & Spiess, c2013. - 31 S. : Ill., z. T. farbig ; 23,5 cm ISBN: 978-3-85881-399-2

Edvard Munch, a genius of printmaking : [this catalogue is published in conjunction with the exhibition «Edvard

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Munch - 150 master prints», Kunsthaus Zürich, 4.10.2013 - 12.1.2014] / Gerd Woll ; [ed.: Zürcher Kunstgesellschaft, Kunsthaus Zürich]. - Ostfildern [etc.] : Hatje Cantz [etc.], c2013. - 207 S. : Ill., z. T. farbig ; 32,5 cm ISBN: 978-3-7757-3701-2 (English edition) Sanft entrückt - Kinder wie im Traum : [diese Publikation erscheint anlässlich der diesjährigen Bilderwahl-Ausstellung zu Albert Ankers Gemälde «Zwei schlafende Mädchen auf der Ofenbank», 1895 (Abb. 1): «Sanft entrückt - Kinder wie im Traum», Kunsthaus Zürich, 29. November 2013 bis 9. Februar 2014] / [Hrsg.: Zürcher Kunstgesellschaft, Kunsthaus Zürich ; Texte: Harry Klewitz]. - Zürich : Zürcher Kunstgesellschaft, Kunsthaus Zürich, c2013. [24] : Ill., farbig ; 21 cm ISBN: 978-3-906574-90-5 Cindy Sherman - Untitled horrors : [diese Publikation erscheint anlässlich der Ausstellung «Cindy Sherman Untitled horrors», Astrup Fearnley Museet, Oslo, 4. Mai - 22. September 2013, Moderna Museet, Stockholm, 19. Oktober 2013 - 19. Januar 2014, Kunsthaus Zürich, 6. Juni - 14. September 2014] / [Red.: Lena Essling]. - Ostfildern [etc.] : Hatje Cantz [etc.], c2013. - 231 S. : Ill., z. T. farbig ; 28 cm (Moderna Museet Ausstellungskatalog ; 376) (Astrup Fearnley Museet Ausstellungskatalog ; 77) ISBN: 978-3-906574-87-5 (Museumsausgabe Kunsthaus Zürich, deutsch)

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ZÜRCHER KUNSTGESELLSCHAFT

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KUNSTHAUSBESUCH

76

248 644

227 484

309 545

214 376

300 000

287 260

310 126

310 836

ZÜRCHER KUNSTGESELLSCHAFT

400 000

419 391

500 000

314 862

wie eine stärkere Bewegung der Sammlung trägt offenbar erste Früchte, wobei die zusätzliche finanzielle Herausforderung nicht leicht zu bewältigen ist. Jedenfalls freuten wir uns über das positive Echo auf unser Angebot, sowohl in inhaltlicher Hinsicht als auch bei der Vermittlungsarbeit durch pädagogische Aktivitäten, Audioguides, ausführliche Beschriftungen und über die architektonische Gestaltung der Ausstellungen im Bührlesaal, die wiederholt lobende Erwähnung fand.

355 073

Mit 314 862 Eintritten hatte das Kunsthaus 2013 deutlich mehr Besucherinnen und Be­sucher als im Vorjahr. Der wichtigste Grund lag bei den beiden Ausstellungen im Frühjahr (Marc Chagall) und Herbst (Edvard Munch), aber auch bei den erfolgreichen kleineren Präsentationen, allen voran die Accrochage zu Vallotton in den Sammlungsräumen. Auch wenn das Ziel gelegentlich nicht erreicht wurde, zeitigten die Ausstellungen eine überwiegend gute Resonanz in der regionalen und nationalen Kunstkritik; vor allem die erstmalige Präsentation der Sammlung Looser wurde einhellig gelobt. Die Umstellung des mittelfristigen Ausstellungsprogramms hin zu zwei publikumsträchtigen Ereignissen, flankiert durch attraktive kleinere (und weniger teure) Ausstellungen so-

200 000

100 000

0 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013

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2013 Besucher insgesamt

2010

2009

100%

248 644

355 073

419 391

227 484

1 000

315 Tg

792

1 127

1 336

724

253 692

81%

134 008

221 162

275 298

125 821

60 418

19%

55 295

49 814

40 989

58 091

192 136

61%

77 732

169 158

232 281

65 583

davon Sammlung + Neben-Ausst. davon Haupt-Ausstellungen

2011

314 862

Tagesdurchschnitt Zahlende (inkl. Mitglieder)*

2012

davon Kunsthausnächte

0

0%

0

1 282

1 027

938

1 138

0%

1 035

908

1 001

1 209

61 170

17%

114 636

133 911

144 093

101 663

6 406

2%

6 996

5 649

7 516

8 558

72 176

23%

58 536

73 959

89 977

53 310

An Sonntagen Zahlende

60 182

19%

36 214

63 833

77 201

41 794

An Sonntagen Nichtzahlende

11 994

4%

22 322

10 126

12 776

11 516

davon andere Veranstaltungen Nichtzahlende* davon Lange Nacht der Museen An Sonntagen insgesamt

* Vorjahre: Mitglieder unter Nichtzahlende

BESUCHERGRUPPEN Gruppen / Personen

2012

183 / 4 026

204 / 4 488

565 / 12 430

514 /11 308

24 / 336

41 / 574

Private Schulen

111 / 1 998

78 /1 404

Auswärtige Schulklassen und Studentengruppen

145 / 3 190

111 / 2 442

19 / 304

27 / 432

2013

2012

505 / 11 110

423 / 9 306

152 / 1 672

185 / 2 035

69 / 759

79 / 863

Stadtzürcher Schulen* Kantonale Schulen* Studierende der Zürcher Hochschulen*

Andere Gruppen mit ermässigtem Eintritt VERANSTALTUNGEN DER KUNSTVERMITTLUNG Gruppen / Personen Bereich Schule Ganzjährige Freizeitangebote Sommerwerkstatt Öffentliche Führungen Führungen für private Gruppen

219 / 4 097

252 / 3 639

823 / 14 994

708 / 14 160

ZAHLENDE BESUCHER PRO AUSSTELLUNG**

Besucher

Pro Tag

Paul Gauguin (1.1.2013 – 27.1.2013) (2. Teil)

24

6 209

259

Chagall (8.2. – 12.5.2013)

93

108 830

1 170

Die Sammlung Hubert Looser (7.6. – 8.9.2013)

81

20 977

259

Edvard Munch (4.10.2013 – 31.12.2013) (1. Teil)

75

53 895

719

*mit freiem Eintritt

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Tage

ZÜRCHER KUNSTGESELLSCHAFT

2013

**inklusive Kombi-Tickets und Mitglieder

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ZÜRCHER KUNSTGESELLSCHAFT

GENERALVERSAMMLUNG Die Generalversammlung der Zürcher Kunstgesellschaft fand am 27. Mai 2013 im Hodlersaal im ersten Stock des historischen Moserbaus statt. Der Präsident, Walter B. Kielholz, erinnerte zunächst an das mäzenatische Wirken von Bruno Giacometti und an Walter Haefner, von dem das Kunsthaus zwölf hervorragende Werke französischer Meister entgegennehmen durfte. Das posthum von Walter Haefners Familie und seiner Stiftung gezeigte, überaus grosszügige und zukunftsweisende finanzielle Engagement für die Kunsthaus-Erweiterung wurde gewürdigt. Viel zu früh ist der langjährige Präsident der Vereinigung Zürcher Kunstfreunde, Dr. Hans-Ulrich Doerig, Ende 2012 gestorben. In seiner Amtszeit von 2002 bis 2011 konnten viele neue Mitglieder gewonnen und manch bedeutende Erwerbung für das Kunsthaus getätigt werden. Nach der Genehmigung der Traktandenliste informierte der Präsident über das Jahr 2012 und dankte den Sub­ven­tions­gebern Stadt und Kanton Zürich wie auch den Partnern Credit Suisse und Swiss Re und zahlreichen wei­teren Firmen, Stiftungen und privaten Gönnern für die finanzielle Unterstützung. Ein besonderer Dank für die Unterstützung bei Restaurierungen ging an die Stiftung BNP Paribas Schweiz, an die Stavros Niarchos Foundation, die Ars Rhenia Stiftung und an Merrill Lynch. Die Sammlung wuchs nicht zuletzt dank zahlreicher Schenkungen. Im Namen der Kunstgesellschaft dankte der Präsident insbesondere Franz Wassmer für eine Gruppe bedeutender Arbeiten von Dieter Roth und Pipilotti Rist sowie Dr. Walter Feilchenfeldt für zwei Pastelle von Etienne Liotard. Die Jahresrechnung 2012 schloss mit einem Verlust von CHF 384 524.–, im Wesentlichen verursacht durch 30 000 fehlende Besucher in den Sonderausstellungen. Entsprechend kleiner fielen die Erträge aus. Positiv vermerkt wurde, dass fast alle Mitglieder dem Verein treu

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geblieben sind. Die Eigenkapitalbasis war niedrig, doch sorgte eine erfreulich hohe Liquidität von über 8 Mio. Franken für Planungssicherheit. Dr. Christoph von Graffenried (Mitglied des Vorstandes und Präsident der Programmkommission) und Dr. Conrad M. Ulrich (Mitglied des Vorstandes und Quästor) wurden mit Dank für ihre ehrenamtliche Tätigkeit im Amt bestätigt. Mit Bedauern nahm der Vorstand den Rücktritt von Architektin Anja Maissen (seit 2002 im Vorstand) aus gesundheitlichen Gründen zur Kenntnis. Der Generalversammlung wurden zwei Zürcher Persönlichkeiten als neue Ehrenmitglieder vorgeschlagen: Frau Hortense Anda Bührle, Präsidentin der Stiftung Sammlung E.G. Bührle, welche in die Kunsthaus-Erweiterung einziehen wird, und Herr Hubert Looser, der mit seiner Sammlung im erweiterten Kunsthaus einen Schwerpunkt in der neueren Moderne setzen kann. Die Versammlung bestätigte beide Ehrenmitglieder mit grosser Zustimmung. Eine Anpassung der Mitgliederbeiträge (erstmals wieder seit 2006) wurde nach kurzer Diskussion beschlossen. Einzelmitglieder neu CHF 115.–, Paarmitglieder CHF 195.–, Kollektivmitglieder (Firmen) CHF 1980.–; der Beitrag für Jugendmitglieder unverändert CHF 30.–. Nach dem offiziellen Teil informierte Direktor Dr. Christoph Becker über das Ausstellungsprogramm 2014 / 2015 und Veränderungen im personellen Bereich: 2013 geht die über­aus erfolgreich am Kunsthaus wirkende Bice Curiger in Pension. In den Ruhestand gehen nach langer Arbeitstätigkeit am Kunsthaus auch Marianne Fili, Kunstvermittlung, und Fredy Pfenninger, Schreinerei. Oliver Wick konnte als Nachfolger von Dr. Tobia Bezzola gewonnen werden. Die zweite Kuratoren-Position übernimmt ab Herbst 2013 Cathérine Hug. Im Anschluss an den offiziellen folgte der traditionell gesellige Teil des Abends im historischen Foyer des Moserbaus.

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VORSTAND UND KOMMISSIONEN VORSTAND von der Kunstgesellschaft gewählt Walter B. Kielholz, Präsident Dr. Conrad M. Ulrich, Quästor Dr. Lukas Gloor Anja Maissen, bis Ende Mai Dr. Christoph von Graffenried Dr. Ben Weinberg vom Stadtrat gewählt Peter Haerle Corine Mauch, Stadtpräsidentin Zürich Klaudia Schifferle Claire Schnyder Markus Weiss vom Regierungsrat gewählt Thomas Isler Susanna Tanner Ernst Wohlwend, bis Ende Januar Hedy Graber, ab Februar Vertreter der Vereinigung Zürcher Kunstfreunde Franz Albers Vertreter des Personals Jakob Diethelm

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Der Vorstand der Zürcher Kunstgesellschaft kam im Berichtsjahr zu drei ordentlichen Sitzungen zusammen. Am 26. März wurden die neuen Kuratoren Cathérine Hug und Oliver Wick vorgestellt. Die Sitzung war wie gewohnt der Genehmigung der Jahresrechnung und des Jahresberichts sowie der Vorbereitung der Generalversammlung vom 27. Mai gewidmet. Dr. Conrad M. Ulrich als Quästor und Dr. Christoph von Graffenried als Vorsitzender der Programmkommission stellen sich für weitere drei Jahre ehrenamtlicher Arbeit im Vorstand zur Verfügung. Frau Hortense Anda-Bührle und Herr Hubert Looser werden als Ehrenmitglieder vorgeschlagen. Dem Antrag auf Anhebung der Mitgliederbeiträge wird stattgegeben; die Juniormitgliedschaft bleibt unverändert. Am 3. September wird dem Vorstand die erste Hochrechnung 2013 präsentiert. Ferner wird über den eingegangenen Rekurs gegen die Bau­ genehmigung der Kunsthaus-Erweiterung seitens der Luzerner Stiftung Archicultura und das ablehnende Urteil des Baurekursgerichtes in dieser Sache informiert. Am 2. Dezember wird dem Vorstand die endgültige Hochrechnung für 2013 präsentiert sowie Details zum Finanzierungsbeitrag an die Kunsthaus-Erweiterung. Hinsichtlich des Rekurses wird darüber informiert, dass die Stiftung Archicultura den Rekurs an das Verwaltungsgericht weitergezogen hat; der Entscheid (vom 12.12.), dass das Verwaltungsgericht der Archicultura die Rekursberechtigung zugesprochen hat, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. In den Vorstandssitzungen wurde regelmässig über den Fortgang der Arbeit am Businessplan für die erweiterte Betriebsgrösse berichtet, an dem in Kooperation mit der Boston Consulting Group als Pro-bono-Studie gearbeitet wird. Die Programmkommission traf sich 2013 zu einer Sitzung; Thema war die Überarbeitung des künstlerischen Leitbilds im Zusammenhang mit dem Businessplan.

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MITGLIEDER PROGRAMMKOMMISSION Dr. Christoph von Graffenried, Präsident Dr. Christoph Becker Dr. Philippe Büttner Maja Hoffmann Yves Netzhammer Pipilotti Rist Katja Schenker Dr. Christoph Schifferli Madeleine Schuppli Mirjam Varadinis Dr. Ben Weinberg Rolf Weinberg

EHRENMITGLIEDER

2013

2012

2011

20 235

20 107

20 210

Kollektivmitglieder*

160

180

180

Junioren (bis 25)

934

1 091

1 262

21 329

21 378

21 652

Einzel- und Paarmitglieder

Total

* Eine Kollektivmitgliedschaft entspricht 20 Einzelmitgliedschaften.

80

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Hortense Anda Bührle, ab 27. Mai Dr. Felix A. Baumann Dr. Thomas W. Bechtler, Ehrenpräsident Hubert Looser, ab 27. Mai Rolf Weinberg

Die Zahl der Mitglieder in der Zürcher Kunstgesellschaft ist im Berichtsjahr konstant geblieben. Dies ist primär auf das attraktive Ausstellungsprogramm und die gesteigerten Aktivitäten zurückzuführen, insbesondere haben die wechselnden Präsentationen in der Sammlung dazu beigetragen, allen voran die sehr beliebte Accrochage zu Félix Vallotton. Leicht gesunken ist die Zahl der Junioren bis 25 Jahre, was künftig zu verstärkten Werbemassnahmen führen wird. Seit einiger Zeit werben wir während der grossen Ausstellungen im persönlichen Gespräch in der Eingangshalle um neue Mitgliedschaften – mit grossem Erfolg. Wir freuen uns über den guten Zuspruch und die vielen engagierten Zuschriften von Vereinsmitgliedern während des Jahres und begrüssen alle neuen Mitglieder der Zürcher Kunstgesellschaft sehr herzlich!

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MITARBEITENDE DIREKTION

GRAFISCHE SAMMLUNG

Direktor: Dr. Christoph Becker Vizedirektor: Hans Peter Meier Direktionssekretariat: Christa Meienberg Sponsoring: Monique Spaeti

Kuratorin: Mirjam Varadinis Konservator: Bernhard von Waldkirch Wissenschaftliche Mitarbeiterin / Sekretariat: Monique Meyer Technischer Mitarbeiter: Armin Simon

AUSSTELLUNGEN

BIBLIOTHEK

Kuratoren: Bice Curiger (bis Juli), Cathérine Hug (ab September), Oliver Wick (ab Juni) Ausstellungsorganisation: Franziska Lentzsch (Leitung), Esther Braun-Kalberer, Carlotta Graedel Matthäi, Martina Pfister (ab August) Grafik und Reprografie: Lena Huber Registrar: Gerda Kram

Thomas Rosemann (Leitung) Bibliothekarinnen: Sarah Ackermann, Tina Fritzsche, Lydie Stieger Buchbinder: Klaus Geiger Studentische Hilfskräfte: Claudia Brunner, Christine Büchler (bis Juni), Valentina Pyatkin (ab Juni), Thomas Schwendener

RESTAURIERUNG

Konservator: Dr. Philippe Büttner Wissenschaftliche Assistenz: Claire Hoffmann Registrar: Karin Marti Bildrechte und Reproduktionen: Cécile Brunner

Hanspeter Marty (Leitung) Franziska Bliggenstorfer (ab Juli), Tobias Haupt, Laura Ledwina, Kerstin Mürer, Jean F. Rosston

PRESSE UND KOMMUNIKATION Björn Quellenberg (Leitung), Pressesprecher Nicole Behnke, Kristin Steiner

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SAMMLUNG

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KUNSTVERMITTLUNG UND PÄDAGOGIK

MUSEUMSSHOP

Dr. Sibyl Kraft (Leitung) Anna Bähler, Catherine Brandeis, Barbara Brandt, Marianne Rione Fili (bis April), Susanne König, Barbara Schlueb, Eveline Schüep, Madeleine Witzig und weitere freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Jakob Diethelm (Leitung) Debora Balmer, Annett Irene Haas, Carina Kaiser, Susanne Loepfe, Lea Petter-Huber, Christina Rachmühl, Cornelia Wilhelm

BETRIEB VERWALTUNG Leiter Finanzen und Rechnungswesen: Hans Peter Meier Buchhaltung: Christian Bachmann, Thomas Hink Mitgliedersekretariat / Besucherservice: Carin Cornioley Audioguide: Marius Baumann, Alina Clavout, Carla Gehler, Nadja König, Julia Kuster, Cyril Plangg, Felix Sippel, Frank Wenzel

Leiter Technik und Dienste: Roland Arndt Elektriker: Mark Fischer Kunsthandling: Johannes Schiel (Leitung Sammlung), Robert Sulzer (Leitung Ausstellungen), Gabriel Cantieni (ab August), Reto Hegetschweiler (bis Juli), Marcel Manderscheid, Philipp Schmocker (ab November) Schreinerei: Gabriel Cantieni (bis Juli), Christoph Knospe (ab November), Fredy Pfenninger (bis November)

PERSONAL Gerda Kram (Leitung), Ruth Gmür Saluz

HAUSDIENSTE

INFORMATION TECHNOLOGY

Hans-Ruedi Lattmann (Leitung) Reinigung: Claudia De Moura, Manuel Fernandez, Lucia Medina, Paula Santos, Anuya Singarasa Tharmarajah Betreuung Vortragssaal: Simon Heusser (ab September), Roman Schürch (bis September)

TELEFON UND EMPFANG Rosmarie Greinacher, Romy Pfister, Franziska Schedle

EINTRITTSKASSE Martina Angst (Leitung) Diane Bhutia-Rietsch, Anna Bossart, Claudia Dieterle, Ann-Christin Höhn, Gabriela Blumer Kamp, Rhea Plangg, Jana Schönbächler, Flurina Schumacher

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Markus Spiri

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AUFSICHT / GARDEROBE / EINTRITTSKONTROLLE

PENSIONIERUNGEN

Daniel Dubs (Leitung) Noëlle Aicher, Andrea Alteneder, Daniele Amore, Cornelia Baldauf, Lorenzo Bernet, Karl Boos, Hanspeter Bossert, Nada Bozic, Jean-Pierre Bucher, Roberta Burri, Théodore Diouf, Sebastian Eitle, Richard Federer, Pirkko Brigitta Fleig, Esther Gallagher-Pfenninger, Luca Galli, Leta Gredig, Alice Günther, Ewelina Guzik, René Huber, Robert Huber, Jeremy Huldi, Andres Jud, Priska Kalasse, Lina Karam Dor Abadi, Katrin Koyro, Karolina Machalica, Pascale Mantovani, Hans-Ulrich Märki, Inge Mathis, Natalie Meister, James Mindel, Doris Misailidis, Stella Pfeiffer, Manfred Pfister, Robin Poëll, Franziska Probst, Werner Salzmann, Paula Santos, Gaël Sapin, Karin Schneebeli, David Schönen, Irene Sebesta, Marion Seitz, Anuya Singarasa Tharmarajah, Marianne Singer, Sven Studer, Irene Thomet, Botagoz Tynybekova, Vukoje Vuksanovic, Nariman Wagner, Peter Wulf, Geraldine Wullschleger, Fabio Zöbeli

Bice Curiger (nach 13 Dienstjahren) Marianne Rione Fili (nach 20 Dienstjahren) Marianne Krummenacher (nach 10 Dienstjahren) Matthias Odermatt (nach 17 Dienstjahren) Fredy Pfenninger (nach 23 Dienstjahren)

Anzahl der Mitarbeitenden: 173 Anzahl 100%-Stellen: 89 Jahresdurchschnitte

DIENSTJUBILÄEN 25 Jahre Jean F. Rosston 20 Jahre Marianne Rione Fili 15 Jahre Mark Fischer Leta Gredig Rosmarie Greinacher Paula Santos 10 Jahre Manuel Fernandez Tina Fritzsche Marianne Krummenacher Thomas Schwendener

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SPONSOREN PARTNER

WEITERER DANK

Credit Suisse – Partner des Kunsthaus Zürich Swiss Re – Partner für zeitgenössische Kunst

Unser Dank gilt auch allen Gönnerinnen und Gönnern, die nicht genannt sein wollen, der Stadt Zürich und dem Kanton, sowie den Mitgliedern der Zürcher Kunstgesellschaft, die durch ihre Beiträge das reichhaltige Angebot des Kunsthaus Zürich ermöglichen.

SPONSOREN accurART Albers & Co Carmignac Gestion Farrow & Ball Festspiele Zürich JT International AG PricewaterhouseCoopers Privatbank IHAG Zürich AG The Bank of America Merrill Lynch Art Conservation Project The Boston Consulting Group Switzerland Vereinigung Zürcher Kunstfreunde Sothebyʼs

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ZÜRCHER KUNSTGESELLSCHAFT

STIFTUNGEN Ars Rhenia Stiftung zur überregionalen Förderung von Kunst und Kultur Art Mentor Foundation Lucerne Dr. Georg und Josi Guggenheim-Stiftung Ernst Göhner Stiftung Goethe-Stiftung für Kunst und Wissenschaft Hulda und Gustav Zumsteg-Stiftung Mondriaan Funds, Amsterdam Parrotia-Stiftung Sophie und Karl Binding Stiftung Stanley Thomas Johnson Stiftung Stavros Niarchos Foundation Stiftung BNP Paribas Schweiz Tarbaca Indigo Foundation Truus und Gerrit van Riemsdijk Stiftung Vontobel-Stiftung Walter B. Kielholz Foundation

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4 FINANZEN ZAHLEN

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FINANZEN

RECHNUNG Die Jahresrechnung 2013 schliesst erfreulicherweise mit einem Gewinn von CHF 428 921.95 ab. Nach Abzug der Ver­lustvorträge der beiden letzten Geschäftsjahre von der Ausgleichsreserve beläuft sich das Eigenkapital auf CHF 434 637.88. Verantwortlich für das erfreuliche Resultat ist im We­ sentlichen die bedeutend höhere Zahl der Besuchenden gegenüber dem Vorjahr, 314 862 (VJ 248 644) und die da­ mit verbundene Zunahme der Erlöse aus dem Verkauf der Eintritte sowie die entsprechend grösseren Erträge im Bereich der Dienstleistungen (Garderobe, Führungen usw.) und die wesentlich höheren Warenverkäufe in den Shops. Ebenfalls erfreulich haben sich die Einnahmen aus der Raumvermietung entwickelt – an dieser Stelle sei den Verantwortlichen für ihre erfolgreichen Bemühungen gedankt! Der Gesamtbetrag der Spendenbeiträge hat im Berichts­ jahr gegenüber dem Vorjahr abgenommen. Dennoch durf­ ten wir auch in diesem Jahr einigen sehr grosszügigen Spendern für ihre Zuwendungen danken. Die Zahl der Mitglieder der Kunstgesellschaft hat sich ge­ genüber dem Vorjahr kaum verändert. Die erfreuliche Ertragssituation hat es im abgelaufenen Jahr zugelassen, einige dringend notwendige Unterhalts­ arbeiten vorzunehmen, welche sich auf der Aufwand­seite der Rechnung entsprechend niederschlagen. Stark be­ lastet wird die Erfolgsrechnung durch die hohen Ver­ sicherungsprämien, welche für die bedeutenden Kunst­ werke der grösseren Ausstellungen zu leisten sind sowie durch Kosten, die direkt im Zusammenhang mit den grösseren Besucherzahlen stehen. Demgegenüber sind für den «laufenden Betrieb» kaum höhere Kosten festzu­ stellen – was vom umsichtigen Umgang mit den zur Ver­ fügung stehenden Mittel zeugt. Die Liquidität ist unverändert ausgezeichnet.

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Für das laufende Jahr hat der Vorstand ein ausgegliche­ nes Ergebnis budgetiert. Zum Schluss dieses Berichts darf ich an dieser Stelle im Namen des gesamten Vorstandes und der Mitarbeiten­ den den treuen Sponsoren, den langjährigen Freunden des Kunsthauses sowie der Stadt und dem Kanton Zürich für ihre sehr grosszügigen Unterstützungsbeiträge ganz herzlich danken. Conrad M. Ulrich Quästor

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BETRIEBSRECHNUNG ERTRAG in CHF

VOM 1.1. – 31.12.2013

2013

2012

Mitgliederbeiträge

1 769 321.53

1 787 398.00

Eintritte

3 388 629.17

2 125 038.55

Garderobe

65 694.04

49 410.66

Führungen

131 064.38

85 871.02

57 587.93

26 845.83

1 920 049.36

1 216 470.75

128 403.22

140 566.01

Leihgebühren Warenverkäufe Dienstleistungen Projektunterstützung

1 574 560.39

1 909 928.32

Inserate

178 356.16

188 142.36

Workshops

203 058.30

173 560.67

Beiträge der öffentlichen Hand

8 315 325.00

365 551.80

310 295.00

Spenden

691 928.84

1 644 319.80

Übriger Ertrag

527 109.68

443 400.63

Ertragsminderungen

–27 644.88

–17 093.18

27 667.34

35 281.19

0.00

12 846.00

19 316 637.26

18 447 606.61

2013

2012

Sachaufwand

6 097 115.29

5 811 447.29

Personalaufwand

9 287 347.35

9 224 652.27

Sonstiger Betriebsaufwand

3 759 377.47

3 172 459.14

8 120.49

7 850.23

0.00

439 900.69

19 151 960.60

18 656 309.62

–264 245.29

175 821.67

Finanzertrag Periodenfremder Erfolg Total Ertrag

AUFWAND in CHF

Finanzaufwand Periodenfremder Aufwand Total Fondsrechnung (Fondszuweisungen, Fondsentnahmen) Jahresgewinn /Jahresverlust

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428 921.95

–384 524.68

19 316 637.26

18 447 606.61

87

Total Aufwand

FINANZEN

8 315 300.00

Raum- und Sachvermietung

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BILANZ

PER 31. DEZEMBER 2013

AKTIVEN in CHF

2013

2012

Kasse, Postcheck, Bank

3 073 203.42

2 846 374.79

Depositenkonto

7 080 684.40

6 063 804.30

Debitoren Kunden

267 907.15

410 814.48

Debitoren Mitglieder

412 862.00

323 728.00

Sonstige Forderungen

42 788.57

29 245.26

Transitorische Aktiven

720 697.96

1 120 705.38

1.00

1.00

11 598 144.50

10 794 673.21

Anteilscheine

1.00

1.00

Sachanlagen

184 191.92

58 485.37

Total Anlagevermögen

184 192.92

58 486.37

11 782 337.42

10 853 159.58

Warenlager Total Umlaufvermögen

Total Aktiven

2013

2012

Kreditoren und Vorauszahlungen

301 936.86

110 921.01

Übrige Verbindlichkeiten

294 322.21

259 830.18

Transitorische Passiven

643 659.39

344 047.24

2 086 796.03

1 733 440.36

PASSIVEN in CHF

Mitgliederbeiträge Folgejahr

56 838.00

55 528.00

441 875.28

557  159.80

Total Fremdkapital

3 825 427.77

3 060 926.59

Total Fondskapital

7 522 271.77

7 786 517.06

Ausgleichsreserve

5 715.93

484 369.91

Ausstehende Geschenkgutscheine

88

FINANZEN

Rückstellungen

0.00

–94 129.30

Jahresgewinn / Jahresverlust

428 921.95

–384 524.68

Total Eigenkapital

434 637.88

5 715.93

11 782 337.42

10 853 159.58

Verlust- / Gewinnvortrag

Total Passiven

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ERLÄUTERUNGEN

ZUR JAHRESRECHNUNG

ANGABEN ÜBER DIE DURCHFÜHRUNG EINER RISIKOBEURTEILUNG Jährlich erfolgt im Rahmen der strategischen Planung eine Beurteilung der Ziele und der damit verbundenen Chancen und Risiken. Der Finanzausschuss des Vorstandes hat eine Risikobeurteilung vorgenommen und allfällige sich daraus ergebende Massnahmen eingeleitet, um zu gewährleisten, dass das Risiko einer wesentlichen Fehlaussage in der Rechnungslegung als klein einzustufen ist. SACHANLAGEN In dieser Position sind das Kunstgut, die Bücher unserer Bibliothek, das Mobiliar, die EDV-Systeme, die Maschinen unserer Werkstätten mit CHF 1 p.m. und Anlagen in Bau enthalten. AKTIVIERUNG DER GRÖSSEREN INVESTITIONSVORHABEN Investitionsvorhaben (ohne Anschaffungen Kunst) grösser TCHF 100 werden aktiviert und über die Nutzungsdauer ­abgeschrieben. Bei den Anlagen in Bau handelt es sich um das Projekt Erneuerung Kommunikationsanlage.

FINANZEN 89

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Der untenstehende Bericht bezieht sich auf die Seiten 87 – 88. BERICHT DER REVISIONSSTELLE ZUR JAHRESRECHNUNG Als Revisionsstelle haben wir die beiliegende Jahresrechnung der Zürcher Kunstgesellschaft, bestehend aus Bilanz und Be­ triebsrechnung, für das am 31. Dezember 2013 abgeschlossene Geschäftsjahr geprüft.

90

FINANZEN

Verantwortung des Vorstandes Der Vorstand ist für die Aufstellung der Jahresrechnung in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und den Statuten verantwortlich. Diese Verantwortung beinhaltet die Ausgestaltung, Implementierung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems mit Bezug auf die Aufstellung einer Jahresrechnung, die frei von wesentlichen falschen Angaben als Folge von Verstössen oder Irrtümern ist. Darüber hinaus ist der Vorstand für die Auswahl und die Anwendung sachge­ mässer Rechnungslegungsmethoden sowie die Vornahme an­ gemessener Schätzungen verantwortlich. Verantwortung der Revisionsstelle Unsere Verantwortung ist es, aufgrund unserer Prüfung ein Prüfungsurteil über die Jahresrechnung abzugeben. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit dem schweizerischen Gesetz und den Schweizer Prüfungsstandards vorgenommen. Nach diesen Standards haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir hinreichende Sicherheit gewinnen, ob die Jahresrechnung frei von wesentlichen falschen Angaben ist. Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshand­ lungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen für die in der Jahresrechnung enthaltenen Wertansätze und sonstigen Anga­ ben. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtge­ mässen Ermessen des Prüfers. Dies schliesst eine Beurteilung der Risiken wesentlicher falscher Angaben in der Jahresrech­ nung als Folge von Verstössen oder Irrtümern ein. Bei der Be­ urteilung dieser Risiken berücksichtigt der Prüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung der Jahresrech­ nung von Bedeutung ist, um die den Umständen entsprechen­ den Prüfungshandlungen festzulegen, nicht aber um ein Prü­ fungsurteil über die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems abzugeben. Die Prüfung umfasst zudem die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsmetho­

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den, der Plausibilität der vorgenommenen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtdarstellung der Jahresrechnung. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungs­ nachweise eine ausreichende und angemessene Grundlage für unser Prüfungsurteil bilden. Prüfungsurteil Nach unserer Beurteilung entspricht die Jahresrechnung für das am 31. Dezember 2013 abgeschlossene Geschäftsjahr dem schweizerischen Gesetz und den Statuten. Berichterstattung aufgrund weiterer gesetzlicher Vorschriften Wir bestätigen, dass wir die gesetzlichen Anforderungen an die Zulassung gemäss Revisionsaufsichtsgesetz (RAG) und die Un­ abhängigkeit (Art. 728 OR) erfüllen und keine mit unserer Unab­ hängigkeit nicht vereinbaren Sachverhalte vorliegen. In Übereinstimmung mit Art. 69b Abs. 3 ZGB in Verbindung mit Art. 728a Abs. 1 Ziff. 3 OR und dem Schweizer Prüfungsstandard 890 bestätigen wir, dass ein gemäss den Vorgaben des Vorstan­ des ausgestaltetes internes Kontrollsystem für die Aufstellung der Jahresrechnung existiert. Wir empfehlen, die vorliegende Jahresrechnung zu genehmigen. Die Revisionsstelle PricewaterhouseCoopers AG

Stefan Gerber

Dr. Markus R. Neuhaus

Revisionsexperte, Leitender Revisor

Finanzkontrolle der Stadt Zürich

Daniel Züger

Franco Magistris

Revisionsexperte, Leitender Revisor

Revisionsexperte

Zürich, 3. März 2014

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SAMMLUNGSFONDS in CHF Bestand am 1. Januar

308 928.89

Zufluss aus der Betriebsrechnung

510 000.00

Zufluss aus den Mitgliederbeiträgen

265 398.25

Unterstützungsbeiträge 2011, 2012, 2013 der Zumsteg-Stiftung

150 000.00

Mittel zur Verfügung

1 234 327.14

Abflüsse Erwerbungen

–832 504.51

Nebenkosten Erwerbungen

–62 151.68

Bestand am 31. Dezember

339 670.95

Gemälde, Skulpturen, Installationen Latifa Echakhch

Untitled (Auguste & Clown), 2012

Isa Genzken

TV, 1986

51 434.63

Khalil Rabah

The Palestinian Museum of Natural History and Humankind / Newsletter Summer 2011, Page 8, 2011

18 594.00

Khalil Rabah

The Palestinian Museum of Natural History and Humankind / Newsletter Summer 2011, Page 9, 2011

18 594.00

Guillaume Bruère

Vincent van Gogh (10 Zeichnungen), 2012

24 952.00

Anton Bruhin

5 Werke aus der Serie «Hice for Weiss», 2012

14 040.00

Diverse Künstler

7 Collagen von Arp, Hausmann, Huelsenbeck, Janco, Mehring, Richter, 1966

45 000.00

Yona Friedman

Diapositives 1985 – 2002, 2011; Chien assis (schwarz), 2007; Chien assis (grün), 2007

6 362.76

Franz Hegi

Stadttore von Zürich (6 Zeichnungen), vor 1840

2 324.00

Heinz Keller

Diverse Holzschnitte

Kraska Rex

Bearbeitete 50-Franken-Note, 2013; Bearbeitete 100-Franken-Note, 2013

274 758.00

Zeichnungen, Druckgrafik, Multiples

FINANZEN 91

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6 100.00 20 000.00

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in CHF Christian Marclay

Ohne Titel (VOX), 1988

20 000.00

Christian Marclay

Ohne Titel (TIME), 1989

20 000.00

Kaspar Müller

5 Collagen, 2012

Parkett

4 × Parkett Vorz.ausg. 91

22 894.00

Parkett

4 × Parkett Vorz.ausg. 92

12 312.00

Christian Schad

Porträt des Dr. Serner, 1921 + Selbstbildnis, 1969

Jorinde Voigt

3 Horizonte; 273 Melodien, 2011 / 12

Robert Zünd

Skizzenbuch, 1851

9 720.00

4 810.00 63 693.90 9 728.00

Fotografie Raphael Hefti

From the series Lycopodium, 2012 (2 Fotogramme)

31 002.48

Rosa Barba

Time as Perspective, 2012

11 240.10

Diana Thater

Chernobyl, 2010

Video 140 084.64

Bücher und Zeitschriften Teresa Margolles

4 860.00 832 504.51

92

FINANZEN

Total Erwerbungen

PM 2010, 2012

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IMPRESSUM Jahresbericht der Zürcher Kunstgesellschaft Redaktion: Kristin Steiner Gesamtverantwortung: Björn Quellenberg Gestaltung: Crafft Kommunikation AG, Zürich Druck: Neidhart + Schön AG, Zürich ISSN 1013-6916 Veröffentlicht im Jahr 2014 Für die Texte: © 2014 Zürcher Kunstgesellschaft Für das Werk von Marc Chagall: Chagall ® / © 2014 ProLitteris, Zürich; für das Werk von Willem de Kooning: © The Willem de Kooning Foundation / 2014 ProLitteris, Zürich; für das Werk von Edvard Munch: © The Munch Museum / The Munch-Ellingsen Group /2014 ProLitteris, Zürich; für die Werke von David Smith und Jorinde Voigt: © 2014 ProLitteris, Zürich; für alle anderen Werke: © 2014 bei den Künstlern oder ihren Rechtsnachfolgern Für die Fotos: © Caroline Minjolle; S. 57 links: © Alma Johanns Abgebildete Werke: S. 52: Marc Chagall, Der Krieg, 1943; S. 53 links: Marc Chagall, Der Spaziergang, 1917/1918; S. 56 oben: David Smith, Arc in Quotes, 1951; S. 56 unten: Willem de Kooning, Head III, 1973; S. 59 oben: Edvard Munch, Omega, 1922; S. 59 unten: Edvard Munch, Apfelbaum, 1921, und Bildnis Albert Kollmann, um 1901/02 Zürcher Kunstgesellschaft Postfach, 8024 Zürich Tel. 044 253 84 84 Fax 044 253 84 33 www.kunsthaus.ch info@kunsthaus.ch

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JAHRESBERICHT 2013

ZÜRCHER KUNSTGESELLSCHAFT

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JAHRESBERICHT ZÜRCHER KUNSTGESELLSCHAFT

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Kunsthaus Zürich Jahresbericht 2013  

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