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MAGAZIN 4 · OKTOBER 2017 CHF 8.–

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GEFEIERT UND VERSPOTTET Französische Malerei 1820 – 1880 KUNSTHAUS-ERWEITERUNG Kontextualisierung E. G. Bührle 39 MUTIG SEIN Die Kolumne von Sabine Meisel 1


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EDITORIAL

Die französische Malerei: Jene Kunst des 19. Jahr­ hunderts, die wie keine andere die kulturelle Vormachtstellung einer ganzenNation repräsentierte, ja gleichsam zum Synonym für ihre Grösse in der Welt geworden ist. Die französische Malerei – verspottet von Publikum und Kunstkritik? Seit hundert Jahren wird der französische Impressionismus und Postimpressionismus gefeiert, und im Kunsthaus können Sie, liebe Leserinnen und Leser, eine staunens­ werte Sammlung der Kunst dieser Stilrichtungen sehen, die sich mit dem Zuzug der Sammlung Bührle in einigen Jahren in fulminanter Weise vergrössern wird. Doch handelt es sich bei näherem Hinsehen nicht einfach um die Popularisierung einer histo­ rischen Avantgarde und einiger weniger Vertreter dieser kurzfristig aufgeblühten Kunstform am Ende eines Jahrhunderts? Dass das Publikum mit den immer gleichen Künstlernamen und Themen bedient wird, mag legitim sein, grenzt jedoch an einen Opportunismus, der Tücken hat. Könnte sich Monet nach der tausendsten Präsentation als «Maler des Lichts» nicht einfach abnutzen wie ein Messer, das sich nicht mehr wetzen lässt? Mit der grossen Ausstellung über die französische Kunst zwischen 1820 und 1880 geht es um etwas anderes: Der Geschichte der Kunst einen weiter geöffneten Fokus zu geben und Neugier zu wecken auf Künstler und Werke, die aus dem visuellen Bewusstsein verschwunden sind – zu Unrecht. Es er­ wartet Sie im grossen Ausstellungssaal eine über­ raschende Fülle, die eine ganze Epoche buchstäb­ lich in ein anderes Licht setzt. Wenn die Sammlung Bührle in die KunsthausErweiterung von David Chipperfield einziehen wird, dann hat die Stiftung, der die Werke gehören, Ausser­ordentliches geleistet auf dem Gebiet der Provenienzforschung. In jüngster Zeit wurde die Herkunft aller Werke der einstigen Sammlung von – Ich bin angenommen!! … Sie haben Geschmack! … – Abgelehnt! … Die Dummköpfe! Emil Bührle untersucht und publiziert, und auf Honoré Daumier, 1859, Kunsthaus Zürich dieser Grundlage wird ein Team um den renommierten Historiker Matthieu Leimgruber den Unter­nehmer und Kunstsammler weiter erforschen. Die Resultate werden in die Dokumentation zur Sammlung Bührle im Kunsthaus einfliessen. Wir stellen Ihnen dieses spannende Projekt im Interview vor. Wir freuen uns auf Sie im Kunsthaus bei bestem herbst-winterlichen Museums­wetter zum Besuch der Ausstellungen (sehenswert: «Reformation»), bei Führungen, Work­shops und in der fabelhaften Impressionisten-Sammlung. Und übrigens: Wussten Sie, dass wir unser Sortiment am Shop in letzter Zeit verändert und ausgebaut haben? Nur für den Fall, dass Sie demnächst ein (schönes, sinnvolles, praktisches, preiswertes) Geschenk brauchen. Willkommen im Kunsthaus! Ihr Christoph Becker

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GUT ZU WISSEN

OBJEKT DER BEGIERDE

KULTURNEWS  SAMMLUNG LOOSER IN OSLO  Im norwegischen Nationalmuseum sind unter dem Titel «Restless Gestures» 50 Werke des abstrakten Expressionismus, des Minimalismus, Surrealismus und der zeitgenössischen Abstraktion aus der Sammlung des Schweizer Unternehmers und Philanthropen Hubert Looser ausgestellt. Noch bis 7. Januar 2018. www.nasjonalmuseet.no  (UN)ERREICHBARE ELBPHILHARMONIE 

Markus Oehlen Ohne Titel, 2008 Kunsthaus Zürich, Ankauf 2017 © Markus Oehlen

Rätselhaft und leuchtend An der diesjährigen Kunstmesse Art Basel stach dem Direktor und den Kuratoren des Kunsthauses ein 2008 entstandenes Bild des 1956 in Krefeld geborenen deutschen Künstlers Markus Oehlen ins Auge. Nach einer Ausbildung als technischer Zeichner studierte Oehlen an der Kunstakademie Düsseldorf. Er lehrt heute an der Akademie der Bildenden Künste München Malerei und Grafik. Das Werk des ehe­maligen «Jungen Wilden» zeigt vor einem geras­ terten Grund eine grosse und zugleich gnomartig wirkende Figur. Begleitet von abstrakten, zum Teil auf sie antwortenden Farbverläufen baut sie sich vor uns auf. Die Kombination von gestischer Malerei und Rasterungen erinnert an die Bilder Sigmar Polkes im Kunsthaus. Im Gegensatz zu Polke scheint es Oehlen aber weniger um das konzeptuelle – und manchmal durchaus ironische – Verbinden ganz verschiedener künstlerischer Techniken zu gehen, als um das Erzeugen einer abwechslungsreichen Bildstruktur. Das Werk besticht durch die Balance zwischen den verschiedenen Gestaltungsmitteln und ver­strömt eine rätselhafte, leuchtende Präsenz. Das neue Werk von Markus Oehlen – dem Bruder des ebenfalls bekannten Malers Albert Oehlen – ergänzt die bedeutende Gruppe deutscher Malerei der neueren Zeit und der Gegenwart im Kunsthaus und wird hoffentlich bald von einer der Wände in der Sammlung grüssen.

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Wieder kein Ticket für die neue Konzertsaison und deshalb den Ausflug nach Hamburg verschoben? Dann wählen Sie den Zugang über die Kunst. Das Buchprojekt «Elbphilharmonie Revisited», das die gleichnamige Ausstellung im Frühjahr begleitete, ist zeitlos und noch erhältlich! Mit Beiträgen von Monica Bonvicini, Jean-Marc Bustamante, Candida Höfer, Sarah Morris u. a. m. www.snoeck.de  PARKETT FOREVER  Das von Bice Curiger und Jacqueline Burckhardt mitgegründete und durch seine herausragenden zeitgenössischen Editionen berühmt gewordene Kunstmagazin «Parkett» erscheint zum letzten Mal. Neu ist der «Parkett Exhibition Space Zürich» im Löwenbräu. Bis zum 23. Oktober läuft dort noch FIRE / WORKS FOR PARKETT by Shirana Shahbazi. www.parkettart.com  JETZT OFFEN: KULTURHAUS KOSMOS  Forum & Bühne, Restaurant & Bar, Buchsalon  & Shop, Kino & Auditorien – Kosmos heisst das im September eröffnete Kulturhaus an der Ecke Europaallee/Langstrasse. Initiatoren dieses «Brennpunkts für Kontemplation, Diskurs und Unterhaltung» sind Bruno Deckert, Samir, Martin Roth und andere erfahrene Kulturveranstalter. www.kosmos.ch  EINE AGENDA FÜR ALLES  Ein Jahr nach der Aufschaltung verzeichnet kulturzüri.ch über 100 Veranstalter. Sparten­ übergreifend deckt die Plattform die bekanntes­ ten und beliebtesten kulturellen Angebote in Stadt und Kanton Zürich ab. Neu gibt es Tipps und einen Newsletter. Einfach mal ausprobieren! www.kulturzüri.ch


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Zürcherischer Kunstverein Zürcherischer Kunstverein, Künstlergesellschaft Zürich, Sektion Zürich des Schweizerischen Kunstvereins, Künstlerhaus Zürich, Zürcher Kunstgesellschaft, Kunsthaus Zürich, Vereinigung Zürcher Kunstfreunde … – all diese recht ähnlichen Institutionen aus der Geschichte des Kunst­ hauses zu kennen und zu unterscheiden, ist nicht einfach. Am wenigsten bekannt ist heute wohl der Zürcherische Kunstverein. Die Künstlergesellschaft Zürich als unmittelbare Vorgängerin der Zürcher Kunstgesellschaft war im 19. Jahrhundert die Sektion Zürich des Schweizerischen Kunstvereins. Der 1853 gegründete Zürcherische Kunstverein hatte dagegen mit dem nationalen Kunstverein direkt nichts zu tun. Er diente vielmehr der Künstlergesellschaft Zürich als Förder­ verein, der die Ausstellungen und den Aufbau der Sammlung finanzieren helfen sollte. Er hatte im 19. Jahrhundert eine vergleichbare Funktion wie später die Vereinigung Zürcher Kunstfreunde, die 1917 gegründet wurde und in diesem Jahr ihr Jubiläum feiert. Die Mitgliedschaft im Zürcherischen Kunstverein beruhte auf dem Kauf von Aktien zu 10 Franken pro Stück. Damit erwarb man das Recht auf freien Eintritt in die Ausstellungen der Künstlergesellschaft, erhielt das Vereinsblatt und nahm an der Verlosung von Kunstwerken teil. Seinen Höhepunkt erreichte der Verein mit 445 Mitgliedern und 506 Aktien im Jahr 1883. Mit der Fusion von Künstlerhaus Zürich und Künstlergesellschaft Zürich zur Zürcher Kunstgesellschaft wurde der Zürcherische Kunstverein 1895 offiziell aufgelöst. Wer nicht bis zum 1. Juli widersprach, wurde automatisch Mitglied der neuen Gesellschaft und musste nun 20 Franken bezahlen.

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Actie des Zürcherischen Kunstvereins aus dem Jahr 1876

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KU N S T ER L EBEN : Auf den Spuren von Alberto Giacometti

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darstellen Foto: Bergell, © Switzerland Tourism / JanGeerk

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N AT U R AL S IN SPIRATIONSQUELLE Die Einzigartigkeit und Schönheit der Bündner Landschaften inspiriert Künstler und Naturliebhaber seit Jahrhunderten. Besonders eindrücklich präsentiert sich das Bergell, ein kurzes, steiles und tiefes Tal der südlichen Alpen. Urtümliche Wälder, mächtige Berge und ruhige, pittoreske Dörfer prägen hier das Landschaftsbild und den Charakter der Menschen. Auch der Bildhauer, Maler und Grafiker Alberto Giacometti entwickelte eine innige Bezie-

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hung zu „seinem“ Bergell, die bis zu seinem Tod anhalten sollte. Er ist sicher der berühmteste Bergeller und seine Skulpturen gehören zu den bekanntesten und auch teuersten, die heute auf dem Kunstmarkt gehandelt werden. KUN S TR EI S E ZUM UR S P R UN G Weltweite Bekanntheit erlangte Giacometti zwar in Paris, die Anregung für seine Arbeiten fand der junge Künstler aber massgeblich in der Natur seines

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das wollen,

sehe.» Foto: Paola Salvioni-Martini / Bregaglia Turismo

Alberto Giacometti

Heimattals. Die astlosen Bäume in einem Wald hinter dem Dorf Stampa etwa inspirierten ihn zu seiner Skulptur „La Forêt“, die er im Jahr 1950 schuf. So kehrte Alberto immer wieder in sein Heimattal zurück, um seine Mutter Annetta zu besuchen und seine Arbeiten im Atelier des Vaters Giovanni fortzusetzen, von dem er auch das Handwerk lernte. Das Atelier, das ihm und seinem Vater diente, kann noch heute im Talmuseum Ciäsa Granda besichtigt werden.

GI ACO M ETTI I M N EUEN B ÜN DN ER KUN S TM US EUM Das Bündner Kunstmuseum eröffnete 2016 nach zweijähriger Bauzeit seine Räumlichkeiten in einem spektakulären Neubau in Chur. Das Herzstück der Sammlung sind die Arbeiten der Künstlerfamilie Giacometti, allen voran die des Bildhauers Alberto und der beiden vorwiegend in der Schweiz bekannten Kunstmaler Giovanni und Augusto. www.graubuenden.ch/giacometti


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Gefeiert und verspottet. Französische Malerei 1820 – 1880 10. November 2017 – 28. Januar 2018 Kuratorin: Sandra Gianfreda Zum ersten Mal in der Schweiz vereint diese Ausstellung die unterschiedlichen und kontroversen Wege der französischen Malerei zu einem vielfältigen Panorama der Gattungen jener Zeit. 11


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Nimmt man deutschsprachige Publikationen zur Hand, die einen Überblick über die französische Malerei des 19. Jahrhunderts bieten (sollen), so fällt auf, dass den zu der akademischen Kunst parallel laufenden Kunstströmungen Romantik, Realismus, Pleinairmalerei und den darauf fol­ genden des Impressionismus, Symbolismus und Postimpressionismus die grösste Beachtung geschenkt wird. Einzig grossen Vertretern des Klassizismus der ersten Jahrhunderthälfte wie David oder Ingres wird eine vergleichbare Auf­ merksamkeit zuteil. Ebenso verhält es sich mit Ausstellungen im deutschen Sprachraum, die mit ganz wenigen Ausnahmen den Vertretern jener Richtungen gewidmet sind. Damalige Künstler der akademischen Malerei, im Deutschen auch als «Salonmalerei» bezeichnet, werden, wenn überhaupt, nur in separaten Publikationen be­ handelt – so als ob dieser offizielle «Hauptweg» der Malerei nichts mit den damals davon abwei­ chenden Kunstrichtungen zu tun gehabt hätte. Doch einzig vor dieser Folie können die innova­ tiven Ansätze erst richtig begriffen werden.

offiziellen «Hauptweg» in der Kunst aus, wäh­ rend Courbet, Millet, Manet, Degas und viele andere mehr auf «Nebenpfaden» unterwegs wa­ ren. Viele der als Neuerer angesehenen Künst­ ler setzten sich aber intensiv mit der Tradition auseinander und liessen auch klassische Ele­ mente in ihre Malerei einfliessen. So war Degas, der zu Beginn seiner Karriere Historienmaler werden wollte, in vielen Dingen eher Traditiona­ list, was sich zum Beispiel in seiner Vorliebe für Ingres und die alten Meister der Renaissance zeigte. Seine Kunst weist denn auch akademischklassizistische Bildinhalte und Stilmittel auf. Gleichzeitig verbarg Degas aber auch seine Be­ wunderung für Ingres’ Gegenspieler Delacroix nicht. Corot, der hauptsächlich als Vorbereiter des Impressionismus in die (deutsche) Kunst­geschichtsschreibung eingegangen ist, beschick­ te den Salon regelmässig mit Landschaften, die von biblischen oder mythologischen Figuren belebt waren. Diese Art von Gemälden will heu­ te so gar nicht zum «modernen» Künstlerbild passen, das wir von Corot haben. Courbet wie­

1 Gustave Courbet La source, 1862 Öl auf Leinwand, 120 × 74,5 cm The Metropolitan Museum of Art, New York, H. O. Havemeyer Collection, Bequest of Mrs. H. O. Havemeyer, 1929 2 Jean-Léon Gérôme Le 7 décembre 1815, neuf heures du matin, 1868 Öl auf Leinwand, 64 × 103 cm Sheffield Museums 3 Édouard Manet La sultane, um 1871 Öl auf Leinwand, 96 × 74,5 cm Stiftung Sammlung E. G. Bührle, Zürich 4 Édouard Manet L’évasion de Rochefort, 1880 / 1881 Öl auf Leinwand, 143 × 114 cm Kunsthaus Zürich, Vereinigung Zürcher Kunstfreunde, 1955

Einseitige Rezeption Die Bedeutung etwa von Delacroix, Daumier, Courbet, Corot, Manet und Monet und die mit ihnen eingeleiteten Entwicklungen der moder­ nen Malerei sind unbestritten und werden hier auch nicht infrage gestellt. Seit etwa der Mitte des 20. Jahrhunderts spiegelt sich ihre Wichtig­ keit auch im globalen Kunstmarkt wieder. Nur ungenügend hervorgehoben wird dabei aller­ dings, dass es sich hierbei um eine einseitige Rezeption der Malerei des 19. Jahrhunderts handelt, die dem vielfältigen Kunstschaffen der Zeit in keiner Weise gerecht wird. Viele damals gefeierte Künstler, die die akademische Tradition fortsetzten, sind hierzulande nur der Fach­ welt bekannt, etwa Meissonier, Gérôme oder Cabanel. Andere Maler wiederum, die sich kei­ ner der oben genannten Strömungen eindeutig zuordnen lassen, erhalten nicht die ihnen ge­ bührende Wertschätzung, so Puvis de Chavannes, Fantin-Latour oder der von Cézanne und van Gogh hochgeschätzte Monticelli. Die nach­ träglich von der Kunstgeschichtsschreibung vor­ genommene Einteilung in innovative versus konservative Ansätze hat dazu geführt, dass die Malerei des 19. Jahrhunderts verzerrt wahrge­ nommen wurde. Im deutschsprachigen Raum geschah dies auf sehr drastische Weise. Anerkennung im Salon Die akademische Kunst eines Cabanel, Gérôme und Bouguereau machte im 19. Jahrhundert den

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derum ging mit den Bildsujets und der feinen Pinsel­führung der akademischen Maler auf iro­ nische Weise um. Alle diese Künstler legten sehr viel Wert auf die öffentliche Anerkennung im Salon, der damals offiziellen vom Staat organisierten Ausstellungsplattform. So lieferte Manet seine Gemälde zu fast jedem zwischen 1859 und 1882 stattfindenden Salon ein, allerdings nicht im­ mer mit Erfolg. Und wenn seine Werke zugelas­ sen wurden, so war ihm deren Verspottung vonseiten des Publikums und der Kritik mit we­ nigen Ausnahmen gewiss. 1863 wurde er wie viele andere auch abgewiesen und stellte in jenem Jahr auf dem berühmt gewordenen «Salon des Refusés» aus. Doch der Teilnahme am Salon mass Manet mehr Bedeutung bei als alter­nativen Ausstellungsorten. An den später als Impressio­nisten-Ausstellungen (1874 – 1886) in die Kunstgeschichte eingegangenen Veran­ staltungen nahm er zum Beispiel gar nicht erst teil, obschon er dazu eingeladen war. 14

«Il faut être de son temps» Auf der anderen Seite zeigten sich auch die im akademischen Stil malenden Künstler von einer innovativen Seite. So interessierten sie sich ebenso für Bildthemen, die gemeinhin als Spe­ zialgebiet der Impressionisten gelten. Szenen des zeitgenössischen Lebens in der Stadt finden sich nicht nur bei Manet, Degas und Renoir, sondern bereits früh auch bei Bouguereau, Stevens, Tissot oder Giraud. Daumier nimmt dabei mit seinen Gemälden aus den 1840er- und 1850er-Jahren das Interesse am zeitgenössi­ schen Alltag vorweg. «Il faut être de son temps» («Man muss seiner Zeit angehören») war denn auch Daumiers Devise. Die Forderung, dass sich bildende Künstler in ihren Werken Sujets des zeitgenössischen Lebens zuwenden sollten, fin­ det sich in Charles Baudelaires «Salon» von 1846. Im letzten Kapitel «Von dem Heroismus des mo­ dernen Lebens» spricht er sich für die Darstel­ lung aktueller Szenen aus, weniger des öffent­ lichen, als vielmehr des privaten Lebens.


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6 5 Claude Monet Sur la plage de Trouville, 1870  Öl auf Leinwand, 38 × 46 cm Musée Marmottan Monet, Paris 6 Ernest Meissonier Campagne de France, 1814, 1864 Öl auf Holz, 51,5 × 76,5 cm Musée d’Orsay, Paris 7 Henri Fantin-Latour Roses blanches et pêches, 1873 Öl auf Leinwand, 55 × 55 cm Stiftung Sammlung E. G. Bührle, Zürich

Gérôme seinerseits gelangte zu radikal neuen Bildfindungen, die sich deutlich von der Kunst­ tradition abheben. Sein Gemälde «Der 7. Dezem­ ber 1815, neun Uhr morgens» von 1868, das die historische Begebenheit der Erschiessung von Marschall Ney schonungslos bis ins letzte De­ tail wiedergibt, steht dem innovativen Potenzial von Kompositionen eines Manet, etwa derjenigen des um die gleiche Zeit entstandenen Gemäldes «Die Erschiessung Kaiser Maximilians» (Kunst­ 7

halle Mannheim) in nichts nach. Beide Werke schockierten das Publikum gleichermassen, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Auf­ grund seiner Zugehörigkeit zur akademischen Kunstrichtung hat Gérômes Werk im Laufe der Zeit jedoch nicht annähernd eine solche Auf­ merksamkeit erfahren wie Manets Bild. Gefeiert und verspottet Während also die einst gefeierten Künstler heu­ te von vielen eher belächelt werden, stehen die damals Verspotteten seit dem frühen 20. Jahr­ hundert in Rang und Ruhm als «Wegbereiter der Moderne». Exemplarisch für die Kehrt­ wende in der Rezeption stehen die Karrieren von Meissonier und Manet. Zu Lebzeiten war Meissonier einer der angesehensten und best­ bezahlten Künstler Frankreichs. Das SalonPublikum sammelte sich jeweils in Scharen vor seinen Werken, um sie in ihrem Detailreichtum bewundern zu können. Der Preis seines Ge­ mäldes «Der Frankreichfeldzug 1814», das der 15


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Künstler 1866 für die bereits stolze Summe von 85’000 Francs verkaufen konnte, hatte sich 1890 verzehnfacht. Es handelte sich dabei um den höchsten Preis, der bis zu diesem Zeitpunkt je für ein Werk eines lebenden Künstlers erzielt worden war. 1889 war er als erster Künstler überhaupt mit dem Grossen Kreuz, dem höchs­ ten Orden der Ehrenlegion, ausgezeichnet worden. Heute gehört Meissonier zu den von wenigen Fachleuten und Kunstliebhabern geschätzten Malern. Seine Gemälde sind monetär nicht mehr annähernd so viel wert wie einst. Diametral entgegengesetzt hingegen verlief die Karriere von Manet: Als sein skandalträchtiges Gemälde «Olympia» (Musée d’Orsay, Paris) 1884 nach dem Tod des Künstlers versteigert werden sollte, erreichte das Werk nicht einmal die auf 10’000 Francs angesetzte Limite und ging zurück an Manets Erben. Mussten 1865 noch Vorkehrungen getroffen werden, um seine Werke offenbar vor den Stöcken und Regen­ schirmen des rabiaten Publikums zu schützen, so stehen die Menschenmassen heute mit grosser Bewunderung davor. Vom einst verhöhnten Künstler hat ihn die Kunstgeschichtsschreibung zum gefeierten Star werden lassen. Trotz einiger wichtiger Ausstellungen, die seit Mitte der 1960er-Jahre einen revidierten Blick auf die französische Malerei des 19. Jahr­ hunderts geworfen haben, hält sich die ein­ seitige Sicht auf diese Epoche noch immer recht hartnäckig. Eine differenziertere Betrachtungs­ weise auf diese – gerade auch wegen ihrer Am­ bivalenz bedeutende – kunsthistorische Periode ist daher aufs Neue und vor allem im deutschen Sprachraum notwendig. Viele der uns längst vertrauten Maler sind unter neuen Aspekten zu untersuchen und andere, nach wie vor vernach­ lässigte Künstler müssen stärker ins Interesse gerückt werden. Unsere Schau hat sich daher zum Ziel gesetzt, neben den Künstlern der eins­ tigen «Nebenwege» auch eine repräsentative Auswahl von Gemälden derjenigen Maler zu zei­ gen, die im 19. Jahrhundert von der offiziellen Kunstwelt hoch gefeiert wurden, heute aber oft ein Schattendasein fristen. In der Gegenüber­ stellung der Bilder sollen neben den starken Gegensätzen auch deren Gemeinsamkeiten er­ sichtlich werden. Es gilt, die unterschiedlichen «Wege der Malerei» nicht polarisierend gegeneinander auszuspielen, sondern in den oft kontroversen – und nicht zuletzt auch deshalb konstruktiven – Dialog zu bringen, aus dem sie einst hervorgegangen sind. Zeitlich konzentriert sich die Ausstellung auf die Jahre zwischen 1820 und 1880: 1822 gab 8

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Delacroix sein Debüt auf dem Salon mit dem Gemälde «Dante und Vergil» (Musée du Louvre, Paris), mit dem er der akademischen Malerei Ingres’ die Stirn bot. Ende 1880 überliess Jules Ferry, der damalige Minister für Bildung und Schöne Künste, die Organisation des Salon der zu diesem Zweck 1881 gegründeten «Société des Artistes Français» und beendete damit die Ära des Salon als staatliche Institution. Zum ersten Mal in der Schweiz wird in unserer Aus­ stellung der Versuch unternommen, diese Jahr­ zehnte im Umbruch in ihrer Vielfalt und ihren Widersprüchen zu zeigen. Ausgehend von der Sammlung des Kunsthaus Zürich und ergänzt durch gezielt ausgewählte Leihgaben werden einzelne Aspekte folgender Hauptthemen jener Epoche beleuchtet: Unter dem Titel «In Szene gesetzte Geschichte(n)» widmet sich der erste Teil zum einen dem Wandel innerhalb der lang­ sam dahinschwindenden Historienmalerei, zum anderen der an Gewicht gewinnenden Genre­ malerei mit Szenen aus dem «modernen Leben». Ein weiterer Schwerpunkt ist den Menschen in Pose und arrangierten Dingen im Atelier gewid­ met. Dazu zählen wir sowohl Akte, die lange Zeit unter dem Vorwand einer mythologischen, bib­ lischen oder literarischen Figur gemalt wurden, als auch Porträts, anonyme Modelle und Stillleben. Der letzte Teil der Ausstellung ist der Landschaftsmalerei vorbehalten. Ihre Bedeu­ tung nimmt im Laufe des 19. Jahrhunderts ra­ sant zu und sie wird zu einer der beliebtesten Gattungen überhaupt. Über 100 Werke Selbst mit der Berücksichtigung von 57 Künst­ lerinnen und Künstlern und etwas über hundert Werken kann diese Ausstellung nur einen Bruch­ teil des damaligen Kunstschaffens abbilden. Zu Spitzenzeiten wie im Jahr 1880 waren auf dem Salon 5’184 Kunstschaffende mit 7’289 Arbeiten vertreten – eine beachtliche Anzahl, die man sich heute selbst für ein Grossereignis wie die Bien­ nale in Venedig oder die Documenta in Kassel nicht mehr vorstellen kann. Am nächsten kom­ men den Salon des 19. Jahrhunderts heute viel­ leicht die grossen Kunstmessen – und in der Tat war der Salon auch für die Künstler von einst DIE Gelegenheit, ihre Werke einer potenziellen Käuferschaft präsentieren zu können. Das Ziel unserer Ausstellung, die die Rezeption der fran­ zösischen Malerei des 19. Jahrhunderts in den deutschsprachigen Ländern und das damalige Kunstsystem als Ausgangspunkt genommen hat, kann daher nur ein bescheidenes sein: Den Blick unseres Publikums auf die Malerei jener 18

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Epoche zu erweitern, indem es die seit langem bekannten Maler von einer etwas anderen Seite kennenlernt und andere, für das Verständnis jener Epoche ebenso wichtige Künstler in Ge­ genüberstellung mit den ihm bereits vertrauten entdeckt und im besten Fall auch zu schätzen lernt. Und gleichzeitig soll unsere Ausstellung den Blick für die Rezeption der Kunstschaffen­ den unserer Zeit schärfen. Wer von den heute hochgehandelten lebenden Künstlerinnen und Künstlern wird noch in hundert Jahren auf dem Podest stehen und wer von den nicht beachte­ ten endlich Anerkennung finden? Unterstützt von Credit Suisse – Partner Kunsthaus Zürich sowie der Hulda und Gustav Zumsteg-Stiftung. Publikation Der Ausstellungskatalog (248 S., 210 Abb.) mit Beiträgen von O. Bätschmann, S. Gianfreda, M. Koos, M. Krüger, M. Leonhardt und J. H. Rubin erscheint im Hirmer Verlag und ist ab November im Kunsthaus-Shop für CHF 49.– erhältlich.

8 Camille Corot Orphée ramenant Eurydice des enfers, 1861 Öl auf Leinwand, 112,5 × 137 cm The Museum of Fine Arts, Houston, Museum purchase funded by the Agnes Cullen Arnold Endowment Fund 9 James Tissot Portrait de Mademoiselle L. L., 1864 Öl auf Leinwand, 123,5 × 99 cm Musée d’Orsay, Paris


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SAMMLUNG

Wie zeigt man Sammlungen? Inspiriert von einer Reise nach London, vertieft sich Konservator Philippe Büttner in die Sammlungspräsentation der Zukunft.

Wenn man mit einer umfangreichen Sammlung wie derjenigen des Kunsthau­ ses arbeitet, sind Besuche in anderen Sammlungen ausserordentlich anregend. Die Gelegenheit, anlässlich der Besichti­ gung der grossen Retrospektive zu Alberto Giacometti in der Londoner Tate Modern auch die Sammlungsräume dieser wich­ tigen Institution zu durchwandern, war daher sehr willkommen. Dies nicht zu­ letzt auch vor dem Hintergrund der an­ laufenden Planung der Bespielung des Kunsthauses ab Eröffnung des Erweite­ rungsbaus (ab 2020). Von der Tate lernen? Nicht zuletzt aufgrund des Wunsches ei­ ner Öffnung der grossen britischen Insti­ tution hin zu anderen Bereichen der Welt­ kunst, setzt die Tate seit Jahren auf eine betont kontrastreiche Präsentation ihrer Sammlung. Entsprechend hat sich das Museum von der klassischen, eher ruhi­ gen Präsentation zusammengehörender Werke gleicher Epochen und Stilrichtun­ 22

gen, wie sie viele Häuser bis heute pfle­ gen, darunter auch das Kunsthaus, ver­ abschiedet. Vielmehr setzt man darauf, zu grossen Schwerpunkten, wie etwa dem Thema des Künstlerateliers, Werke ganz verschiedener Herkunft und teils auch Machart miteinander zu kombinie­ ren. Das ist an sich anregend und kann sehr belebend wirken. Schwieriger wird es gelegentlich, wenn eine grosse Zahl völlig unterschiedlicher Werke, die unter einem übergreifenden Thema versam­ melt werden, in sehr enger Hängung an den Wänden eines Raumes zusammen­ gepfercht werden. Hier fragt man sich, ob die Kunstwerke als das wirken können und dürfen, was sie sind, oder ob sie in erster Linie jeweils eine ganz spezielle Facette des kuratorischen Gedankens zu illustrieren haben. Die Werke gelangen sozusagen als bereits gedeutete in die Räume und an die Wände. Zwar gibt es solches immer wieder auch in der Kunst­ haus-Sammlung, dort aber nicht als Leit­ gedanke der gesamten Sammlungshän­

gung, sondern vereinzelt in einem Raum unter vielen, während in den anderen Räumen das bewährte Installieren in Form geschlossener Werkgruppen domi­ niert. Bruchkanten, die Augen öffnen Ist genau das aber langweilig? Unsere Er­ fahrung ist, dass Kunstwerke Raum brau­ chen und mehrheitlich auch Nachbarn, die


SAMMLUNG

Foto: FBM Studio, Zürich

«Silvia III», 2004, von Franz Gertsch mit Richard Longs «Bourgogne Circle», 1989. Ausstellungsansicht «Das Neue Kunsthaus. Grosse Kunst und Architektur», 2012 © Franz Gertsch / © 2017 ProLitteris, Zürich (für das Werk von Richard Long)

ästhetisch und konzeptuell zu ihnen pas­ sen. Zugleich ist aber auch der schroffe Kontrast wertvoll und kann augenöffnend wirken. Hier können wir von den Kollegin­ nen und Kollegen der Tate vieles lernen. Das derzeitige Planungskonzept für die Präsentation unserer Sammlung ab 2020 kombiniert sozusagen das Ruhige mit dem Kontrastierenden. Vorgesehen ist, dass im Wesentlichen zwar das Arbei­

ten mit grossen, organisch wirkenden Werkgruppen im Mittelpunkt stehen soll. Aber nicht überall: Verteilt auf alle Ge­ bäude des Museums soll es neu eine Rei­ he von Räumen geben, in denen jeweils wechselnde, inhaltlich ganz unterschied­ liche Accrochagen stattfinden, die von Kuratorinnen und Kuratoren des Kunst­ hauses oder von jemand Externem (bei­ spielsweise auch mal von einer Künstle­

rin oder einem Künstler) kuratiert werden. In diesen Räumen können ganz andere Werke als in den benachbarten Räumen mit der gewohnten Sammlungs­ präsentation auftauchen. Dadurch wird es gegenüber den eher sta­bilen Blöcken der grossen Sammlungs­ensembles im­ mer wieder neue Bruchkanten geben, die das Haus beleben.

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© Sabine Klimpt

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ERWEITERUNG

Kontextu­alisierung der Sammlung Bührle Die Präsentation der Werke aus der Sammlung E. G. Bührle im Erweiterungs­ bau des Kunsthauses soll durch historische Informationen zur Entstehung der Sammlung begleitet werden. Stadt und Kanton Zürich finanzieren ein entsprechendes Forschungsprojekt, dessen Resultate voraussichtlich Ende 2019 vorliegen. Mit der Leitung ist Prof. Dr. Matthieu Leimgruber von der Universität Zürich beauftragt worden. Mit ihm und mit Dr. Lea Haller, der Hauptforscherin an dem Projekt, sprach Björn Quellenberg über Methoden und Ziele.

Auf welche Quellen stützen Sie sich bei der Recherche? ML: Ziel des Projektes ist, den Unternehmer Emil G. Bührle und die Entstehungsbedingungen seiner Kunstsammlung im historischen Kontext zu beleuchten. Dazu gehört Bührle als langjähriger Geschäfts­führer und Alleininhaber der Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon-Bührle, dazu gehören aber auch seine Kontakte zu anderen Schweizer Industriellen, zu Verbänden und Bundesbehörden, zu Kunden, Konkurrenten und Diplomaten im Ausland, zu Geschäftspartnern und zu Kunsthändlern. Das klingt nach einer sehr fragmentierten Archivlage. LH: Ja, wir arbeiten mit Quellen aus unterschiedlichen Beständen. Am Standort Oerlikon haben wir Zugang zu historischen Dokumenten aus dem Rüstungsbereich der ehemaligen

«Wir verfassen einen Bericht zuhanden von Stadt und Kanton Zürich.»  Matthieu Leimgruber 

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ERWEITERUNG

Foto Matthieu Leimgruber: © Virginie Otth

Werkzeugmaschinenfabrik, der heute zur deutschen Rheinmetall Air Defence gehört. Hinzu kommen insbesondere Quellen aus dem Staatsarchiv Zürich, dem Archiv für Zeitgeschichte, dem Bundesarchiv sowie aus einzelnen Archiven im Ausland. Das erschlossene Material gilt es dann thematisch zu ordnen und in einen erzählenden Bericht zu überführen. Dazu werden wir uns mit Experten aus dem Bereich Industriegeschichte und Kunsthandel austauschen und die aktuelle Forschungsliteratur beiziehen. Betreten Sie Neuland oder können Sie auf frühere Forschungen aufbauen? ML: Unsere Arbeit kann sich auf zwei Referenzwerke stützen, die beide 2002 publiziert wurden: Peter Hugs Untersuchung zur Schweizer Rüstungs­industrie zur Zeit des Nationalsozialismus (entstanden im Kontext der Unabhängigen Expertenkommission Schweiz – Zweiter Weltkrieg) sowie Daniel Hellers Buch über Emil G. Bührle und die Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon, Bührle & Co., eine Auftragsarbeit der Bührle-Gruppe an die Farner Consulting. Recherchen zur kontro­ versen Geschichte von Bührle und seinem Unternehmen wurden ausserdem im Rahmen des 2015 von Thomas Buomberger und Guido Magnaguagno herausgegebenen «Schwarzbuch Bührle» angestellt. LH: Während Peter Hug auf die Zeit des Zweiten Weltkriegs fokussierte, und Daniel Heller auf die Jahre 1924 bis 1945, deckt unser Forschungs­ projekt einen längeren Zeitraum ab – von 1924, als Bührle Geschäfts­ führer der Werkzeugmaschinen­fabrik Oerlikon wurde, bis zu seinem Tod 1956. Wie setzt sich das Forscherteam zusammen? LH: Matthieu Leimgruber leitet das Projekt im Rahmen seiner Professur

«Unser Forschungsprojekt grenzt sich klar ab von der Provenienzforschung.»  Lea Haller 

an der Forschungsstelle für Sozialund Wirtschaftsgeschichte der Universität Zürich. ML: Lea Haller wird die Forschungs­ arbeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Lehrstuhls haupt­ sächlich durchführen. Sie ist pro­ movierte Historikerin und hat fundierte Erfahrung im Bereich Industrieund Handelsgeschichte. Nach For­ schungsstellen an der ETH Zürich, der Sciences Po Paris, der Harvard University und der Universität Genf arbeitet sie seit 1. September 2017 im Team und wird den Bericht zuhanden der Auftraggeber verfassen. Ebenfalls in die Recherchen involviert ist eine Hilfsassistentin. Ein wissenschaftlicher Beirat begleitet das Projekt. In regelmässigen Ab­ ständen werden ausserdem Sitzungen mit dem Steuerungsausschuss stattfinden, also mit Vertretern und Vertreterinnen von Stadt- und Regierungsrat, Kunstgesellschaft und Stiftung Sammlung Bührle.

Die Erforschung der Herkunft der Bilder in der Sammlung ist von der Stiftung Sammlung E. G. Bührle in den vergangenen Jahren sehr aktiv betrieben worden. Hat Ihr Forschungsprojekt dennoch etwas mit den Bildern zu tun? LH: Unser Forschungsprojekt grenzt sich klar ab von der Provenienz­ forschung, also von der Erforschung der Herkunft und der früheren Besitzverhältnisse der Kunstwerke. Der Auftrag an uns lautet: Kontextu­ alisierung. Das heisst wir erforschen die Geschäftstätigkeit Emil Bührles, die es ihm überhaupt erst ermöglicht hat, eine namhafte Kunstsammlung aufzubauen. In welcher Form werden die Ergebnisse Ihrer Forschungsarbeit öffentlich gemacht? ML: Wir verfassen einen Bericht zuhanden von Stadt und Kanton Zürich. Die Forschungsergebnisse sollen dann in adäquater Form öffentlich zugänglich gemacht werden, wobei die Form dieser Vermittlung noch offen ist. Das Kunsthaus Zürich übernimmt die Verantwortung für die Umset­zung. Die Medien werden über die Dienstabteilung Kultur der Stadt Zürich informiert.

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tung des Shops im Erweiterungsbau zu entwickeln. Dann wieder mache ich die Einsatzplanung für das nächste Quartal und bemühe mich, alle Ferienwünsche zu berücksichtigen. Genug zu tun gibt es immer und oft muss ich dann die Arbeit wieder unterbrechen und im Shop aushelfen. Bei all diesen Tätigkeiten habe ich das grosse Glück, von vielen tatkräftigen und einsatzfreu­ digen Kolleginnen unterstützt zu werden!

Jakob Diethelm (Leitung), Cornelia Wilhelm, Lea Petter, Christina Rachmühl Nicht auf dem Bild: Debora Balmer, Miriam Hefti, Joëlle Held, Carina Kaiser, Andrea Rist

Kunst für daheim Museumsshop

Foto: © Caroline Minjolle

Die meisten Besucher empfinden es als angenehmen Ausgleich, nach der zumeist rein visuellen Erfahrung in Ausstellung oder Sammlung im Shop nach Herzenslust berühren, stöbern – und natürlich auch kaufen zu dürfen. Dem Shop-Team ist es immer ein Vergnügen, diesem Bedürfnis nachzukommen, indem es für ein abwechslungsreiches Angebot sorgt. Für die aktuellen Ausstellungen wird jeweils ein spezielles Sortiment zusammengestellt, bei einigen sogar ein Ausstellungsshop mit einem eigens abgestimmten Angebot eingerichtet. Herr Diethelm, was genau beinhaltet Ihre Arbeit? Die Leitung des Museumsshops bietet einen breiten Fächer von Aufgaben. Dazu gehören die Ausrichtung des Sortiments, der Wareneinkauf und die Gestaltung und Herstellung von eigenen Produkten. Aber auch Personalgewin­ nung und -planung, Rechnungskontrolle, Wareneingang und weitere adminis­ trative Aufgaben gehören dazu. Unsere Lager gilt es zudem ebenso zu betreuen

wie den Online-Shop. Und nicht zuletzt bin ich oft auch im Verkauf engagiert. Die Stunden vor der Öffnung des Museums sind geprägt von Arbeiten, welche unsere Besucher nicht mit­ bekommen: Wir bereiten die Kassen vor, machen Bestellungen, räumen auf und um und füllen auf. Alleine bei den Postkarten gilt es, über 700 Einzelplätze zu betreuen! Ab 10 Uhr sind wir für die Besucher da. Wir geben unser Bestes, damit unsere Kundschaft ein attraktives, aber auch passendes Sortiment vorfindet, freundlich und zuvorkommend bedient wird und sich – wo gewünscht – auf eine kompetente Beratung verlassen kann. Die Nachmittage versuche ich mir jeweils für Arbeiten zu reservieren, die nicht das unmittelbare Tagesgeschäft betreffen. Dann bin ich damit beschäf­ tigt, das Sortiment für eine kommende Ausstellung zu bestimmen. Es gilt Motive für Karten, Souvenirs und Gadgets auszuwählen oder neue Artikel für Eigenproduktionen zu evaluieren. Ein andermal versuche ich, möglichst weitblickende Vorgaben für die Einrich­

Was ist die grösste Herausforderung? Die grösste Herausforderung ist sicher auch gleichzeitig die grösste Qualität: Die Vielfältigkeit der Aufgaben! In grösseren Häusern gibt es für viele meiner Aufgaben eigene Abteilungen. Bei uns – und das gilt nicht nur für den Shop – trägt man oft mehr als einen Hut. Gibt es ein besonderes Erlebnis? Mittlerweile blicke ich auf über 17 Jahre im Kunsthaus zurück. Da kommt es schon hin und wieder mal vor, dass man grosse und kleinere Berühmtheiten im Museum und im Shop antrifft. Auch Prominenz wird bei uns freundlich, aber unaufdringlich bedient. Nur einmal habe ich mir eine indiskrete Frage erlaubt, als Walter Roderer bei mir einige Kunstkarten kaufte. Ich begrüsste ihn mit Namen und beim Abschied wagte ich zu fragen, ob er lieber mit Namen oder anonym bedient werde. Mit einem Seufzer meinte er: «Ach wissen Sie, das tut mir so gut. Ich werde ja auch nicht mehr so oft erkannt!» Das hat mich sehr gerührt. Und was ist Ihre persönliche Motivation? Ich sehe das Kunsthaus als Volksmuse­ um. Ungeachtet von Status, Bildung, Alter oder Herkunft sollen bei uns alle willkommen sein. Dies möchte ich bei der Sortimentsgestaltung reflek­ tieren. Entsprechend versuche ich dafür zu sorgen, dass sowohl ein neugieriger Erstbesucher als auch eine arrivierte Kunstkennerin bei uns etwas entdecken kann. 31


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VERNISSAGE «CANTASTORIE»  24. August

 as Schicksal von PuppenD spielern und Bänkellieder­ sängern: Gastkuratorin Daniela Hardmeier und Co-Kurator Christoph Becker sprachen über die Entstehung und die Funktion der kraftvollen Plakatkunst.

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 a Lupa, zwei Tage vor der Aufführung ihres L Programms «Ars amandi».

 rivate Leihgeber Regina und Adrian W. MartinP Brunnschweiler im Gespräch mit Franziska Lentzsch, Leiterin Ausstellungsorganisation.

Fotos: © Caroline Minjolle

 önendes Schmuckstück: die Jahrmarktorgel aus T dem Museum für Musikautomaten in Seewen.

 eftig, bunt, gesellig. Mit Bratwurst, D Wein und Bier trotzten die Besucher dem Gewitter, das über Zürich niederging.

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FINISSAGE «MEXIKANISCHE GRAFIK»  27. August

S  tille Kunst, lebensfrohe Zeitgenossen: Guitarrero José Luis Vaca «Chelo» und Tänzerinnen des mexikanischen Volkstanzvereins Tonatiu. Milena Oehy, Gastkuratorin.

LANGE NACHT DER MUSEEN  2. September

«  Hollywood», die grosse Fotografie von Maurizio Cattelan, zog die Blicke auf sich. H  auptsache gemeinsam! Für über 6’600 Besucher war das Kunsthaus die beliebteste Anlaufstelle an der Langen Nacht.

Bänkellieder? Das war einmal. Volksmusik jazzig-groovig interpretiert vom Marcel Oetiker Trio.

 b Tänzer, Publikum O oder Aufsichten: Die Tanzperformances von Choreographin Francesca Waldvogel brachte alle zum Schwitzen. Let’s museum? Speed-Führungen mit coolen Guides ab Oktober im Kunsthaus.

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GLOSSE

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VERNISSAGE «REFORMATION»  28. September

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Stumme Zeuginnen der Vergangenheit geben heute zu reden.

Fotos: © Caroline Minjolle

 Sammlungskonservator Philippe Büttner (links) und Gastkurator Andreas Rüfenacht. Die Wahl der Mitglieder fiel auf Hodler. Immer zu sehen: das Gemälde «Die Einmütigkeit»; selten hingegen die vorbereitenden Skizzen.

Action – Mutig sein! Vielleicht hätte ich mit ihr reden sollen, aber sie lag so selbstvergessen in ihren Übungen mit den Autoreifen, dass ich mich nicht traute. Hätte ich nur nicht eine weisse Seidenbluse angehabt und rosa Chinos, bestimmt hätte ich mich in einen Reifen neben sie gelegt und mich ebenfalls ganz fokussiert bewegt. Achtsam. So wären wir sicher ins Gespräch gekommen. Aber ich muss vom Kunsthaus noch nach Hause kommen – ohne für eine Streunerin gehalten zu werden. Meine Performance bleibt aus und ich schlendere weiter. Ein ruhiger Morgen, in der Stille höre ich zwischen dem gleichförmigen Verkehrslärm die Amseln pfeifen. Plötzlich entsteht Aktivität in den heiligen Hallen. Eine Schulklasse Pubertierender stürzt sich auf die Holzschuhe syrischer Flüchtlinge und alle klackern durch die Ausstellungsräume. Es klingt nicht so rhythmisch wie beim Flamenco, doch hallen wilde Kastagnetten, ein Taumel von Rot-Schwarz entsteht vor meinen Augen. Wie schön, denke ich und reibe mir meine pochenden Schläfen. Was hätte ich mir als Schulkind doch gewünscht, diesen Action-Zugang zur Kunst zu bekom­ men. Statt mit bravem, leisem Schritt zwischen Kunstwerken zu wandeln. Wo schon wache Kinderblicke eine potenzielle Gefahr darstellten. Mit anderen Erfahrungen hätte ich mich mutig neben die Perfor­ merin gelegt, Bluse hin oder her, oder wäre, noch besser, selbst Performerin geworden. Sagte nicht Pablo Picasso: «Jedes Kind ist ein Künstler, das Problem besteht darin, Künstler zu bleiben, wenn man erwach­ sen wird»? Genau, das ist der Knackpunkt. Das Pochen in den Schläfen hämmert kontrovers zu den Holzschuhen. Von den Künstlern im Raum überwältigt, überlasse ich der Jugend mit Freude das Feld. Mit solchen Ausstellungen bietet das Kunsthaus Kindern und Erwachsenen spielerischen Zugang zur Kunst. Hopsen bei Rist, Agenten spielen bei «Action!» oder die Spürnasen-Hefte für Kinder. Das nächste Mal mache ich mit: Wenigstens beim Klappern. Mir wird plötzlich klar, dass ich diese Möglichkeit für mich komplett ausgeschaltet hatte. Das Erziehungsduo «Stille und Kunst» wirkt noch heute. Dabei wäre dieses «Schlüpf in des Anderen Schuh» ein Gebot der Stunde. Immerhin prangt das Plakat «War is over, if you want it» an meiner Badezimmertür. Action easy. Ihre Sabine Meisel www.sabinemeisel.com

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Hier finden Sie eine Auswahl an Führungen, Veranstaltungen und Workshops. Das ganze Programm unter www.kunsthaus.ch AUSSTELLUNGSÜBERSICHT 10. November 2017 – 28. Januar 2018 Gefeiert und verspottet. Französische Malerei 1820 – 1880 Grosser Ausstellungssaal Vernissage 9. November ab 17 Uhr bis 14. Januar 2018 Reformation 1. OG Moserbau www.kunsthaus.ch/de/ausstellungen/ aktuell SAMMLUNG bis 7. Januar 2018 Accrochage Félix Vallotton 2. OG Moserbau

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28. 10. Highlights der Sammlung 04. 11. Die Farbe Weiss NEU: 11. 11. Unterschrift: Das Selbst­TSERWACHSENE UND JUGENDLICHE HIGHLIGH verständnis der Künstler G N U R H FÜ AB 16 JAHREN 18. 11. Aus Protest gegen das Poetischer Rundgang Kunstdiktat. Zur Entstehung Sternenklang der Sezessionen in München, So 17. Dezember, 15 – 16 Uhr Wien und Berlin CHF 25.– / Mitglieder CHF 10.– 25. 11. Highlights der Sammlung 02. 12. Salon des Refusés 09. 12 Nackt und doch nicht entblösst: Felix Vallotton u. a. 16. 12. Das Jesuskind und andere Kinder 23. 12. Weihnachtsbilder 30. 12. Highlights der Sammlung 06. 01. Französische Malerei nach 1880 13. 01. Salon des Refusés Kunstgespräche 20. 01. Neue Materialien der Kunst: Ist das Kunst? Von Schokoladenpapier Do 23. November, 17.45 – 19.30 Uhr bis Polyurethan CHF 30.– / Mitglieder CHF 10.– 27. 01. Highlights der Sammlung Änderungen vorbehalten. Freie Gruppen und Schulklassen nur nach Voranmeldung. www.kunsthaus.ch/de/kunstvermittlung/ veranstaltungskalender

Bilderstreit, Bilderverbot Do 7. Dezember, 17.45 – 19.30 Uhr CHF 30.– / Mitglieder CHF 10.– Systeme im Umbruch und die Verhandlung der Rolle der Frau Do 11. Januar, 17.45 – 19.30 Uhr CHF 30.– / Mitglieder CHF 10.– Workshop Wo sich Himmel und Erde berühren Mi 13. Dezember, 17.30 – 19.45 Uhr CHF 45.– / Mitglieder CHF 25.– /  Jugendliche CHF 15.–


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WERKSTATT FAMILIENWORKSHOPS Sonntags 10.30 – 12.30 Uhr Erwachsene CHF 10.– / Kinder und Jugendliche CHF 5.– /  Familienpreis CHF 25.– Eine Welt voller Farben 29. Oktober

Von der Quelle zum Meer 26. November Ganz schön nackt! 28. Januar

3 – 6 JAHRE (in Begleitung) Malwerkstatt: Villa Kun(s)terbunt Bitte Znüni mitbringen und Arbeitskleider anziehen – es wird bunt. 27. Oktober, 10. / 24. November, 8. Dezember, 12. / 26. Januar, 10 – 11.30 Uhr CHF 18.– pro Morgen Anmeldung für alle oder einzelne Termine möglich. AB 5 JAHREN Malatelier am Sonntag 5. / 12. / 19. November, 3. / 10. / 17. Dezember, 7. / 14. /21. Januar 10.30 – 12 Uhr, CHF 12.–

Wasserreise Sa 25. November, 14 – 16 Uhr, CHF 15.– Mi 10. Januar, 14 – 16 Uhr, CHF 15.– Gestrichelt oder gepunktet? Mi 13. Dezember, 14 – 16 Uhr, CHF 15.– Sa 20. Januar, 10.30 – 12.30 Uhr, CHF 15.–

INFORMATIONEN KINDER- UND JUGENDCLUB Club 3plus Kinder zwischen 3 und 6 Jahren in Begleitung Sinnesparcours für kleine Leute Block 2: Immer der Nase und dem Gaumen nach! 27. Oktober, 3. / 10. November, 14 – 15.30 Uhr Block 3: Körper bewegen und Dinge begreifen 24. November, 1. / 8. Dezember, 14 – 15.30 Uhr Block 1: Gesehen und gehört? (Wiederholung) 12. / 19. / 26. Januar, 14 – 15.30 Uhr CHF 55.– pro Block

Club 6plus Kinder zwischen 6 und 9 Jahren Farbenzauber und Formenwirbel Jeder Block hat einen anderen Schwerpunkt. Block 2: Stillleben damals und heute 1. / 8. / 15. / 22. November, 14 – 16 Uhr CHF 70.– pro Block

Museum Heimplatz 1, 8001 Zürich Eintrittskasse 044 253 85 43 Fr – So / Di 10 –18 Uhr Mi / Do 10 – 20 Uhr Weihnachten 24. / 26. Dezember 10 – 18 Uhr 25. Dezember geschlossen 31. Dezember und 1. / 2. Januar 10 – 18 Uhr Direktion und Verwaltung Tel. 044 253 84 84, Fax 044 253 84 33 info@kunsthaus.ch Grafische Sammlung Studiensaal Mo – Fr nach Voranmeldung Tel. 044 253 85 36 / 39 Bibliothek Rämistrasse 45, 8001 Zürich Tel. 044 253 85 31, Fax 044 253 86 51 Ausleihe Tel. 044 253 85 32 Mo – Fr 13 – 18 Uhr Weihnachten 25. / 26. Dezember geschlossen 1. / 2. Januar geschlossen www.kunsthaus.ch/bibliothek

Club 10 plus Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren Zeitmaschine Du kannst dich für einen oder mehrere Abende anmelden. 26. Oktober, 9. / 23. November, 7. / 21. Dezember, 11. / 25. Januar, 8. Februar, 8. März, 5. / 19. April, 17. Mai, 14. / 28. Juni, 12. Juli, 17 – 19 Uhr CHF 18.– pro Abend

7 – 12 JAHRE Wassergeschichten Sa 9. Dezember, 13.30 – 16.30 Uhr CHF 25.–

Preise inkl. Eintritt und Material. Anmeldung für alle Veranstaltungen erforderlich: 044 253 84 84 oder kunstvermittlung@kunsthaus.ch

Dinge im Kopf Mi 20. Dezember, 14 – 16 Uhr CHF 15.–

Das ganze Angebot der Kunstvermitt­ lung auch auf www.kunsthaus.ch

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VORSCHAU

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IMPRESSUM Offizielles Magazin für Mitglieder des Vereins Zürcher Kunstgesellschaft Herausgeber Zürcher Kunstgesellschaft Postfach, 8024 Zürich www.kunsthaus.ch © Kunsthaus Zürich Abdruck erwünscht mit Quellenangabe Redaktion Kristin Steiner Gesamtverantwortung Björn Quellenberg Auflage Druckauflage 17’000 WEMF/SW-beglaubigt 15’588 erscheint 4-mal jährlich Bezug In der Jahresmitgliedschaft enthalten, Preis am Kunsthaus-Shop CHF 8.–

Abraham Cruzvillegas, The Autoconstrucción Suites, 2013 Ausstellungsansicht Walker Art Center, Minneapolis, © Abraham Cruzvillegas

Abraham Cruzvillegas Nachdem 2015 /16 Werke von Abraham Cruzvillegas (*1968) an einem Grossauftritt in der Turbine Hall der Tate Modern und in umfassenden Einzelausstellungen in den USA, in Frankreich und Deutschland zu sehen waren, zeigt das Kunsthaus Zürich nun zum ersten Mal in der Schweiz eine Ausstellung des mexikanischen Künstlers. Er untersucht in seinen Skulpturen und raumfassenden Installationen Architektur als Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse. Aufgewachsen ist Cruzvillegas in Ajusco, einer Vulkan­ landschaft südlich der mexikanischen Hauptstadt. Dort entstanden im Zuge einer Landflucht in den 1960er-Jahren prekäre Eigenbauten, die mit Materialien aus der Gegend ohne Fundament und Bauplan gezimmert wurden. Am Entstehen dieser Bauten war jeweils die gesamte Gemeinschaft der Familienmitglieder und Nachbarn beteiligt. Indem er von dieser Erfahrung ausgeht, ist die skulpturale Form für Cruzvillegas ein Prozess des Wandels, der Aktion und der Solidarität. Seine Werke sind von einer Idee des ständigen Werdens geprägt. Improvisation, das Arbeiten mit vorgefundenen Materialien und die Zusammenarbeit mit anderen spielen eine entscheidende Rolle. Auch in Zürich arbeitet Cruzvillegas eng mit Menschen vor Ort zusammen. Er verwandelt den grossen Ausstellungssaal in eine Werkstatt, in der im Laufe der Aus­stellung neue Arbeiten entstehen und verschiedene Veranstaltungen stattfinden. Erst zum Schluss fügen sich die neu entstandenen Werke zu einer Gesamt­installation zusammen. Der für Cruzvillegas’ Werk zentrale Gedanke des dynamischen Prozesses wird so auf das Ausstellungsformat selber übertragen. Mehr zu dieser Ausstellung, die ab dem 16. Februar im Kunsthaus Zürich zu sehen sein wird, erfahren Sie im nächsten Magazin vom 15. Januar

Alle Informationen im Überblick: www.kunsthaus.ch

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Gestaltung Crafft Kommunikation AG, Zürich www.crafft.ch Inserate Fachmedien-Zürichsee Werbe AG, Stäfa Telefon 044 928 56 11 Fax 044 928 56 22 kunsthaus@fachmedien.ch www.fachmedien.ch Druck Schellenberg Druck AG, Pfäffikon www.schellenbergdruck.ch

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PARTNER Credit Suisse – Partner Kunsthaus Zürich Swiss Re – Partner für zeitgenössische Kunst

Titelbild Eugène Giraud Le bal de l’Opéra, 1866 (Detail) Öl auf Leinwand, 172 x 125 cm Musée Carnavalet – Histoire de Paris


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BEDEUTENDE HERBSTAUKTIONEN IN BERN EINLIEFERUNGEN FÜR UNSERE HERBSTAUKTIONEN NEHMEN UNSERE EXPERTEN AB SOFORT UND NOCH WENIGE TAGE ENTGEGEN

Cuno Amiet (1868-1961) Das Atelierhaus des Künstlers auf der Oschwand, 1922

GEMÄLDE, MÖBEL, PORZELLAN, SILBER, ASIATICA, SCHMUCK UND ARMBANDUHREN, DESIGN Unsere Experten stehen Ihnen kompetent und diskret zur Verfügung. Vereinbaren Sie rechtzeitig einen Termin über unser Büro in Bern.

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Welche Farbe hat Engagement? Staunend im Museum stehen – diese Momente erweitern den Blick. Deshalb pflegen wir seit Jahren enge Partnerschaften mit Kunstinstitutionen in der ganzen Schweiz und unterstützen das Kunsthaus Zürich seit 1991 als Partner.

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Kunsthaus-Magazin 4/2017  
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