Page 1

MAGAZIN 3 · JULI 2019  

CHF 8.–

Matisse – Metamorphosen  Seite 10 Picasso – Gorky – Warhol  Seite 20 Die Lange Nacht der Museen  Seite 31


William Kentridge The Head & the Load, 2018, film still


EDITORIAL

Liebe Leserinnen, liebe Leser Beim Gang durch die Räume des Kunsthauses wird an den Beschriftungen der Kunstwerke deutlich, wie diese Sammlung entstanden ist. Neben dem Besitz der Kunstgesellschaft stehen die Leihgaben der Kunstfreunde sowie zahlreiche Donationen aus Privatbesitz und Kunststiftungen, die alle zusammen das internationale Renommee des Museums begründen. Seit Generationen haben Mäzene und Förderer unsere Sammlung bereichert, und auch das Kunsthaus selbst hat immer wieder durch langfristige Kontakte bedeutende Sammlungen und Konvolute an das Haus gebunden: die Sammlungen Ruzicka, Koetser und Knecht für die Alten Meister oder die Kooperation mit der Bechtler-Stiftung für die zeitgenössische Kunst, um nur einige zu nennen. Alle diese Kunstwerke und Sammlungen werden im Hinblick auf ihre Qualität ausgewählt und stehen im Kontext mit der Kunsthaus-Sammlung, als Ergänzung und Bereicherung – und selbstverständlich auch im Blickpunkt unserer Besucherinnen und Besucher. Wie Sie wissen, werden im Hinblick auf die Erweiterung des Museums künftig drei weitere hervorragende Sammlungen ans Kunsthaus kommen, die Sammlung Emil Bührle, die Sammlung Merzbacher und die Sammlung Hubert Looser. Unsere Ausstellung «Picasso – Gorky – Warhol» versammelt Skulpturen und Werke auf Papier aus der Sammlung Looser als eine Preview auf den Einzug der Sammlung in die Kunsthaus-Erweiterung. Doch zunächst kommt Matisse: Seine Kunst, die alle Gattungen umfasst, war revolutionär und machte ihn zum berühmtesten Künstler Frankreichs im 20. Jahrhundert. In unserer Ausstellung erfahren Sie, wie Matisse Natur in Kunst verwandelte, wie er scheinbar zeitlos gültige Formen erfand und wie sein faszinierender Schaffensprozess auch heute noch ablesbar und verständlich wird. Wir freuen uns mit Ihnen nach dem Sommer auf die neue Saison – samt unserer frisch renovierten Eingangshalle, auf die wir zwei lange Jahre verzichten mussten. Ende August ist sie wieder offen. Und mittendrin und -drunter sehen Sie auch das verheissungsvolle erste Stück jener Passage, die Sie künftig trockenen Fusses in das neue Gebäude von David Chipperfield führen wird …

Foto: Kunsthaus Zürich, Franca Candrian

Mit herzlichem Gruss Ihr Christoph Becker

Cover: Henri Matisse, Jeannette IV, 1910 / 1911 Schenkung Madame Jean Matisse an den französischen Staat als Depositum im Musée Matisse, Nizza, 1978, Musée dʼOrsay, Paris Foto: François Fernandez, © Succession Henri Matisse / 2019 ProLitteris, Zurich

3


4

ANZEIGEN

Finanzberatung muss nicht abstrakt sein.

© Sabine Klimpt

Grosse private Vermögen sind oft vielschichtig und bestehen aus komplexen Finanzanlagen. Mit unserem individuellen Beratungsansatz schaffen wir Klarheit und optimieren Ihre finanzielle Situation.

Kunstversicherung

Für Informationen wenden Sie sich bitte an: UNIQA Kunstversicherung Schweiz Lavaterstrasse 85, CH - 8002 Zürich „„Tel.:

+41 44 560 31 41 E-Mail: dolores.bernabeu@art-uniqa.ch

Denk KUNST ist eine LEIDENSCHAFT, die gerne teilen.

wir

„„Tel.:

+41 44 560 31 42 E-Mail: jessica.stiburek@art-uniqa.ch

„„Tel.:

+41 44 560 31 43 E-Mail: sandrine.clement@art-uniqa.ch

„„Tel.:

+41 44 560 31 44 E-Mail: sibylle.menti@art-uniqa.ch

http://www.art-uniqa.ch

1660_18_Inserat_Kunst_CH_181x122_abf.indd 1

04.09.18 11:13


FRANS VERBEECK / MEISTER VON 1537. Bildnis eines Narren. Um 1550. Öl auf Holz. 33,9 x 24,6 cm.

AUKTIONEN IN ZÜRICH: 24. – 27. SEPTEMBER 2019

GEMÄLDE ALTER MEISTER & DES 19. JAHRHUNDERTS BÜCHER · HANDSCHRIFTEN · DECORATIV ARTS Vorbesichtigung: 19. – 23. September 2019

Koller Auktionen Hardturmstrasse 102 ∙ 8031 Zürich Tel. 044 445 63 63 ∙ office@kollerauktionen.ch www.kollerauktionen.ch


6

16 .10

GUT ZU WISSEN

rC ede tgli i M   / 29.–  Mobile Science Fiction Eclipse: CHF 1

HF

1

SHOP

Galaxie im Wohnzimmer Sämtliche Raketen sind längst zu anderen Sternen weitergeflogen. Dieses galaktische Mobile hat uns aber so gut gefallen, dass wir es sogleich in unser Sortiment aufgenommen haben! Wir freuen uns auf Ihren Besuch im Museums-Shop!

Pierrick Sorin, Pierrick sur la Lune, 2018 (holografierte Szene), © Pierrick Sorin

MITGLIEDER

Mondsüchtig? Nur zwölf Menschen haben den Mond je betreten. Alle anderen kennen ihn nur aus der Ferne – oder durch Fotos und Film. Nun fragt die Fotostiftung Schweiz nach der fotografischen Darstellung dieses Gestirns, das die Fantasien der Menschen schon seit jeher beflügelt. Neben ausgewählten historischen und zeitgenössischen Werken hält die Ausstellung auch ein aus 23 688 Bildern bestehendes Tableau bereit, das in seiner Kühnheit die Mondlandung selbst herausfordert. Hat auch Sie die Mondsucht gepackt? Gegen Vorlage Ihres Mitgliederausweises der Zürcher Kunstgesellschaft offeriert Ihnen die Fotostiftung zwei Eintritte für den Preis von einem in die Ausstellung «Mondsüchtig. Fotografische Erkundungen» (bis 6. Oktober).

KULTURNEWS

Downunder im Wallis Eine Trouvaille in der Schweizer Museumslandschaft: Seit Ende 2018 präsentiert das Kunstzentrum Lens im Wallis zeitgenössische Kunst der Aborigines. Mit Dauer- und Wechselausstellungen, Workshops und Begegnungen möchte die Fondation Opale einen dauerhaften Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und der Kunst der Aborigines ermöglichen. www.fondationopale.ch

www.fotostiftung.ch

Ausstellung «Before Time Began», 2019 © Omaire

KULTURNEWS

Schatten in der Kunst Die Fondation de l’Hermitage in Lausanne beschäftigt sich in der Ausstellung «Ombres de la Renaissance à nos jours» mit den Facetten des Schattens. Eine Auswahl von rund 140 Werken bietet einen Überblick über 500 Jahre Kunstgeschichte. Vertreten sind Künstler wie Rembrandt, Monet, Munch, Dalí, Picasso, Warhol u.v.a.m. Bis 27. Oktober. Joaquín Sorolla y Bastida, L’ombre de la barque, 1903 Museo Sorolla, Madrid

www.fondation-hermitage.ch Wir verlosen 2×2 Eintrittstickets: Senden Sie bis zum 18. August eine E-Mail mit dem Betreff «Schatten» an redaktion@kunsthaus.ch.


7

GUT ZU WISSEN

Tiziano Vecellio, Abendlandschaft mit Figurenpaar, 1518 –1520 Öl auf Papier auf Leinwand, 34 × 58 cm, Kunsthaus Zürich, Geschenk der Dr. Joseph Scholz Stiftung, 2019

OBJEKT DER BEGIERDE

Ein Tizian für das Kunsthaus Die Dr. Joseph Scholz Stiftung hat dem Kunsthaus ein grosses Geschenk gemacht: Ein wunderbares Landschaftsbild, das um 1520 entstand – und damit genau in der Epoche, in der Landschaftsmalerei als eigenes Thema der Kunst entdeckt und lanciert wurde. Das Bild zeigt eine abendliche Szene mit einem Figurenpaar und einem Blick auf eine Ortschaft und das Meer. Das Werk ist nicht signiert, doch vertritt u.a. der renommierte Tizian-Forscher Paul Joannides überzeugend die Ansicht, es stamme vom grössten Renaissance-Maler Venedigs, Tizian. Tizian rückt die Ortschaft und das kleinformatige Figurenpaar auf die Seite der Komposition und überlässt der Landschaft selber die Bildmitte. Wohl noch vor dem ersten, 1520 / 25 von Albrecht Altdorfer geschaffenen, ganz figurenlosen Landschaftsbild gemalt, gehört Tizians atmosphärische Komposition zu den bedeutenden frühen Zeugnissen der Landschaftsmalerei.

MITGLIEDER

Auf den Spuren von Marc Chagall Während eines Rundgangs lernen Sie die faszinierende Kunst von Marc Chagall kennen. Im Fraumünster wird Ihnen die Leuchtkraft der Farben in seinen Glasfenstern nähergebracht. Auf dem anschliessenden Spaziergang erfahren Sie, wie der Künstler mit der Stadt an der Limmat verbunden war. In der Sammlung des Kunsthauses erleben Sie Chagalls ausdrucksstarke Bilder, die durch seine Kindheit in Weissrussland, die jiddische Sprache sowie die Avantgarde in Paris geprägt wurden. Das Angebot beinhaltet eine Führung im Fraumünster, einen Stadtspaziergang sowie eine Führung durch die Chagall-Sammlung des Kunsthauses. Spezialpreis für Mitglieder CHF 20.– /  regulär CHF 30.– / Studierende CHF 25.–. Nächste Daten: 12.9., 16 Uhr / 2.10., 17 Uhr /  26.10., 15 Uhr / 7.11., 17 Uhr. Teilnehmerzahl beschränkt. Anmeldung: 044 253 84 84 oder info@kunsthaus.ch


8

ANZEIGEN

Roman Signer, Skulptur, 2018, Video, Foto: Roman Signer

25. Mai bis 15. September 2019

Kunsthaus Zug Dorfstrasse 27, 6301 Zug | www.kunsthauszug.ch Di bis Fr 12.00 – 18.00 | Sa und So 10.00 – 17.00

Projekt Sammlung (5)

ROMAN SIGNER Neue Skulpturen, Videos und Installationen

Featured Artist: Bruna Hauert, Darwins Darlings

Featured Featured Artist: Artist: Nicole Nicole Schuste Schuste

Litchimops Guido

Thin Lizzy

© 2019, ProLitteris, Zurich

www.foc.ch

EINLIEFERUNG ZUR HERBSTAUKTION bis Mitte September 2019 GEMÄLDE GRAFIK PLAKATE • SCHWEIZER KUNST • ANTIQUITÄTEN • SCHMUCK •

Jean Michel Atlan

DOBIASCHOFSKY AUKTIONEN AG

Kunsthaus Zuerich_129_181x60mm.indd 1

Monbijoustrasse 30/32 CH-3001 Bern

Tel. 031 560 10 60 Fax 031 560 10 70

www.dobiaschofsky.com info@dobiaschofsky.com

SONDERAUKTION PATEK PHILIPPE 21.06.19 09:12


ANZEIGEN

O b e r d o r f s t r a s s e 1 3 . 8 0 0 1 Z ü r i c h . w w w. s t e f i t a l m a n . c h

18.5.– 18.8.2019

Oberdorfstrasse 10 • 8001 Zürich • +41 44 361 1818 • www.blumenbinder.ch

Roy Lichtenstein, Yellow Brushstroke, 1965, Kunsthaus Zürich, 1975 © Estate of Roy Lichtenstein / 2019, ProLitteris, Zurich

9


10

AUSSTELLUNG

MATISSE 30. August – 8. Dezember 2019


AUSSTELLUNG

11

1

METAMORPHOSEN KURATORIN   Sandra Gianfreda

1  Henri Matisse

Rückenakt I – IV, 1908 –1930 Bronze, 190 ×116 ×15 cm / 190 ×118 ×19 cm / 190 ×114 ×16 cm / 190 ×114 ×16 cm Kunsthaus Zürich, 1960


12

AUSSTELLUNG

Henri Matisse (1869 – 1954) war bereits zu Lebzeiten hauptsächlich als revolutionärer Maler und Erfinder der Papiers découpés berühmt. Dass er aber auch in Ton und Gips modellierte und Wert darauf legte, als Bildhauer öffentlich wahrgenommen zu werden, ist weit weniger bekannt. Dabei stellen die vier Bronzereliefs «Rückenakt I–IV» nicht nur sein plastisches Hauptwerk, sondern auch einen Meilenstein in der Skulptur der Moderne dar. «UM DIE FORM ZUM AUSDRUCK ZU BRINGEN…»

Die Gründe für das Schattendasein von Matisse’ Plastiken sind vielfältig. Als erstes ist das relativ schmale plastische Œuvre zu nennen, das sich auf etwas über 80 Werke beläuft, von denen die meisten ein kleines Format aufweisen. Gegenüber seinen zweidimensionalen Arbeiten, aber auch im Vergleich zum skulpturalen Werk seines Zeitgenossen und Kollegen Pablo Picasso, das rund 700 Skulpturen umfasst, ist Matisse’ plastisches Schaffen in der Tat minimal. Der kleine Massstab hat viele Kritiker ausserdem dazu verleitet, die Bronzen des Künstlers als «private Studien» einzustufen, die mit seiner Haupttätigkeit als Maler einhergingen. Die dritte Ursache für die verbreitete Geringschätzung von Matisse’ Plastiken liegt in den Äusserungen des Künstlers selbst. Vor allem gegen Ende seines Lebens, als das Modellieren in Ton für ihn schon seit Längerem keine wichtige Rolle mehr spielte, stufte er seine Plastiken als blosse «Ergänzung (s)einer Studien» ein und betonte, dass er die Bildhauerei «wie ein Maler» betrieben habe. 1912 hingegen, als das plastische Arbeiten für ihn von grosser Bedeutung war, bekannte er, dass er ebenso gern modelliere wie male, er habe da keine Vorliebe. Noch 1929 bezeugte Matisse gegenüber Florent Fels, der eine der ersten Monografien über den Künstler verfasste: «Die Mittel haben nicht die enorme Bedeutung, die ihnen beigemessen wird, und ich fühle mich dem, was ich bislang getan habe, in keiner Weise verpflichtet. Auch wenn ich einräume, dass einige meiner Gemälde einen gewissen Reichtum enthalten, würde ich nicht zögern, die Malerei aufzugeben, wenn mein höchster Ausdruck sich auf andere Weise verwirklichen liesse. Um die Form zum Ausdruck zu bringen, beschäftige ich mich daher manchmal mit Skulpturen, die es mir erlauben, nicht vor einer ebenen Fläche platziert zu bleiben, sondern mich um das

«ICH MODELLIERE EBENSO GERNE WIE ICH MALE – ICH HABE DA KEINE VORLIEBE.» MATISSE, 1912

Objekt herumzubewegen, um es besser kennenzulernen.» Matisse griff demnach zur Plastik, um die Form ausdrücken und den Gegenstand besser erfassen zu können. Das mag zunächst banal klingen. Der physische Akt des Modellierens in Ton beziehungsweise das Berühren des darzustellenden Gegenstandes mit den eigenen Händen war für Matisse jedoch zentral in seinem Schaffensprozess. Er näherte sich dadurch seinem Gegenstand nicht nur haptisch, sondern auch kognitiv. Die Plastik nahm für Matisse seit 1900 einen weit wichtigeren Stellenwert in seinem Selbstverständnis als Künstler ein, als er uns in seinen späten Äusserungen glauben machen wollte. Das hat auch die letzte grosse Ausstellung, die 2007 dem skulpturalen Œuvre von Matisse in den USA gewidmet war, herausgestrichen. Seit 1904 stellte er seine Skulpturen als Gipse, Terrakotten und Bronzen regelmässig aus. 1912 fokussierte seine dritte Ausstellung in der von Alfred Stieglitz geführten Galerie 291 in New York gar auf sein bildhauerisches Schaffen. 1931 zeigte die New Yorker Galerie Brummer ausschliesslich seine Bronzen. Auch stellte er seine Skulpturen mehrfach in seinen Gemälden dar, sodass diese selbst bei Ausstellungen seiner Malerei indirekt präsent waren. Des Weiteren liess sich der Künstler bereits sehr früh beim Modellieren oder beim Posieren neben seinen Skulpturen fotografisch ablichten. Edward Steichens und Alvin Langdon Coburns Aufnahmen sind frühe Zeugnisse dafür. Matisse vermittelte ausserdem seiner Schülerschaft in seiner privaten Académie von 1908 bis 1910 Kenntnisse in der Bildhauerei. Wenn Matisse seine Plastiken in seinen späten Äusserungen als Arbeiten «für (s)ich selbst» und zur «Klärung (s)einer Gedanken» bezeichnete, so kann dies einerseits als eine gewisse Koketterie interpretiert werden. Andererseits konnte er sich als Künstler, der in der Öffentlichkeit weitaus stärker als Maler denn als Bildhauer beurteilt wurde, vielleicht gerade auch deswegen mehr Freiheiten beim Modellieren in Ton erlauben. MATISSE’ METHODE DER FORMALEN PROGRESSION

Die Bronzen des französischen Künstlers lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen. Manche Figuren sind singulär, wie zum Beispiel «Der Leibeigene», «Zwei Frauen», «Die Schlangenförmige», «Dekorative Figur», «Grosser sitzender Akt» oder «Tiare», wobei gewisse Charakteristiken die Skulpturen miteinander verbinden, wie die Vielansichtigkeit, die Vertikalität oder der s-förmige Aufbau. Andere Figuren hingegen griff Matisse in verschiedenen Zeitabständen immer wieder auf, variierte und verwandelte sie. Daraus entwickelte er sozusagen einen konzeptuellen Ansatz, den man als Methode der formalen Progression bezeichnen kann. Gleichsam in einer Metamorphose wandeln sich seine Figuren jeweils ausgehend von einer Naturform in eine eigengesetzliche Kunstform. Die formale Verwandlung in «Rückenakt I–IV», die von einer naturalistisch anmutenden Gestaltung hin zu einer radikalen Stilisierung führt, findet sich auch in «Madeleine I–II», «Liegender Akt I–III», «Jeannette I–V» und «Henriette I–III». Einerseits führt uns der Künstler damit in verschiedenen Entwicklungsstufen seinen Schaffensprozess einer bestimm-


AUSSTELLUNG

13

2

2  Henri Matisse Stillleben mit Muschel auf schwarzem Marmor, 4. Dezember 1940 Öl auf Leinwand, 54 × 81 cm The Pushkin State Museum of Fine Arts, Moscow 3  Ausstellungsansicht «Henri Matisse, peintures, dessins, sculptures», Galerie Maeght, Paris, 1945, Foto von Marc Vaux Centre Pompidou / MNAM-CCI / Bibliothèque Kandinsky, Foto © Centre Pompidou, MNAM-CCI Bibliothèque Kandinsky, Dist. RMN-Grand Palais / Fonds Marc Vaux

3

ten Figur vor Augen, der sich im Falle von «Rückenakt I–IV» über mehr als zwei Jahrzehnte erstrecken konnte. Andererseits handelt es sich bei jeder Figur um ein autonomes Werk, das unabhängig von seinen Vorgängern und Nachfolgern seine Daseinsberechtigung beansprucht. Für Matisse stellten diese Werkreihen daher keine Serien im eigentlichen Sinne dar. Für die Erschaffung von «Rückenakt I–IV» liess sich Matisse stets einen neuen Gips von dem bisher geschaffenen Relief abformen. Es ist anzunehmen, dass er jeweils an dem neuen Abguss weiterarbeitete. Die Urfassung modellierte er jedoch in Ton; sie ist allerdings nur noch als Fotografie erhalten. Vermutlich entstand der erste Gips vor dem Umzug in das neue Atelier in Issy-les-Moulineaux. Beim Herstellen des


14

AUSSTELLUNG

Gipsabgusses ging der Ton unweigerlich kaputt. Matisse arbeitete in Issy direkt am Gipsrelief weiter, woraus «Rückenakt I» entstand. Als Matisse 1912 sein Gipsrelief in London ausstellte, war es im Katalog als «Le dos (Plaster sketch)» aufgeführt, also als Skizze oder Entwurf für eine neue, offenbar im Entstehen begriffene Arbeit. Das legt die Vermutung nahe, dass Matisse damals bereits an einem Gipsabguss davon weiterarbeitete. Im Mai 1913 bearbeitete er bereits den dritten Zustand, wie eine Fotografie von Coburn beweist. Zu einem vorläufigen Abschluss gebracht wurde das Relief 1916. Erst nach mehr als zehn Jahren griff Matisse die Arbeit an dem Gips erneut auf und fertigte um 1930 den vierten Zustand an. Zu Lebzeiten des Künstlers waren nur der erste, dritte und vierte Zustand des «Rückenakts» bekannt. Erst nach dem Tod von Matisse fand seine Familie den zweiten Zustand in einem Lagerraum in Nizza und liess alle vier Reliefs ausserplanmässig 1956 in der Retrospektive, die Matisse als Maler und Zeichner würdigte, in Paris ausstellen. Nur wenige Monate zuvor waren sie in Hinblick auf den geplanten Ankauf in der Londoner Tate öffentlich gezeigt worden. Im Kontext seines plastischen Werks kamen sie jedoch erst 1959 in der Ausstellung im Kunsthaus Zürich voll zur Geltung. Die Metamorphose, die die weibliche Rückenfigur durchläuft, ist vielfach beschrieben worden. Hervorheben möchten wir hier daher nur die zwei stärksten Veränderungen. Die Bewegung der geschwungenen S-Linie, die vom linken Arm zum rechten Bein über den Rücken verläuft, erstarrt bis zum letzten Zustand vollständig. Die Figur steht nun mit beiden

Beinen im Grund verankert da. Auffällig ist, dass sie von Anfang an keine Füsse hat. Ihre Vertikalität wird durch den Haarzopf, der den Körper in zwei Hälften zu spalten scheint, betont. Im Prozess der Abstrahierung gehen auch die weiblichen Attribute verloren, sodass die Figur geschlechtslos oder sogar männlich wirkt. Den Prozess der Verwandlung dokumentierte Matisse auch in seiner Malerei. Von zahlreichen Gemälden liess er vor allem ab Mitte der 1930er-Jahre Fotografien anfertigen, die verschiedene Zustände während der Entstehung dokumentieren. Dadurch war es ihm möglich, die Veränderungen während des 4  Henri Matisse Liegender Akt I (Aurora), 1907 Bronze, 34,4 × 49,9 × 27,9 cm The Baltimore Museum of Art, The Cone Collection, formed by Dr. Claribel Cone and Miss Etta Cone of Baltimore, Maryland Foto: Mitro Hood 5  Matisse bei der Arbeit an «Die Schlangenförmige», 1909 Foto von Edward Steichen Archives Henri Matisse, Issy-les-Moulineaux © The Estate of Edward Steichen / 2019 ProLitteris, Zurich 6  Henri Matisse Die Schlangenförmige, 1909 Bronze, 56,2 × 28,8 × 19,5 cm Statens Museum for Kunst, Kopenhagen Foto: SMK Photo / Jakob Skou-Hansen 7  Henri Matisse Liegender Rückenakt, 1944 Kohle auf «Aquarelle Canson France» Büttenpapier, 38,2 × 56,6 cm Musée Matisse, Nizza, Legat Madame Henri Matisse, 1960 Foto: François Fernandez

4


15

AUSSTELLUNG

«UM DIE FORM ZUM AUSDRUCK ZU BRINGEN, BESCHÄFTIGE ICH MICH DAHER MANCHMAL MIT SKULPTUREN, DIE ES MIR ERLAUBEN, NICHT VOR EINER EBENEN FLÄCHE PLATZIERT ZU BLEIBEN, SONDERN MICH UM DAS OBJEKT HERUMZUBEWEGEN, UM ES BESSER KENNENZULERNEN.»

5

MATISSE, 1929

7

6


16

AUSSTELLUNG

Schaffensprozesses zu verfolgen und, wenn nötig, auf eine vorhergehende Lösung zurückzukommen. Aufschlussreich für unseren Zusammenhang ist jedoch, dass Matisse eine Auswahl solcher Fotografien zusammen mit seinen Gemälden auch öffentlich präsentierte, so im Dezember 1945 in der Eröffnungsausstellung der Galerie Maeght in Paris. Die sechs ausgestellten Gemälde wurden von ihren jeweils auf den Tag genau datierten Fotografien flankiert. Da sie einzeln gerahmt waren, verloren sie ihren dokumentarischen Charakter und wurden sozusagen als Abbild eines nicht mehr existenten Werks in den Status einer eigenständigen Arbeit erhoben. Matisse bezeichnete den Charakter dieser Ausstellung selbst als «didaktisch». Es war ihm offensichtlich ein grosses Anliegen, zu zeigen, dass seine Gemälde, die mit einer gewissen Leichtigkeit daherkommen, über einen längeren Prozess hin entstanden waren. Oft genug war er dem Vorwurf des schnellen und leichtfertigen Malens («l’apparente facilité») ausgesetzt gewesen. Ebenso finden sich Parallelen seines konzeptuellen Ansatzes in seinem zeichnerischen Werk und seinen späten Papiers découpés, insbesondere in den «Themen und Variationen», die Matisse 1941 bis 1942 geschaffen und 1943 publiziert hat. In den 17 Suiten, die sich aus 158 Zeichnungen zusammensetzen, variierte Matisse verschiedene Sujets und hielt auf diese Weise «Zustände» seines Schöpfungsprozesses fest, der sich hier jedoch nicht progressiv entwickelt. Jede Zeichnung steht zwar im Zusammenhang mit den anderen Arbeiten, aber wiederum auch für sich selbst. DIE ANTIKE, DIE AKTFOTOGRAFIE UND AFRIKA ALS INSPIRATION

Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt in unserer Ausstellung und Publikation befasst sich mit Matisse’ Inspirationsquellen. Während seine Beschäftigung mit Rodin, Michelangelo und mit der Kunst der Antike bereits in Ausstellungen thematisiert wurde, ist sein intensives Studium fotografischer Vorlagen, die der Künstler aus Zeitschriften wie «Mes Modèles», «L’Étude académique» und «L’Humanité féminine» entnahm, sowie afrikanischer Vorbilder (hauptsächlich aus West- und Zentralafrika) in einer Matisse-Skulpturen-Ausstellung bisher nicht präsentiert worden. In Anbetracht all dieser Facetten soll Matisse’ plastisches Werk in dieser fokussierten Ausstellung daher in neuem Licht erscheinen.

PUBLIKATION Der Katalog zur Ausstellung (Scheidegger & Spiess, 232 S., ca. 200 Abb.) enthält Beiträge von Sandra Gianfreda, Claudine Grammont, Gaku Kondo, Bärbel Küster und Ellen McBreen. Er erscheint in einer deutschen, englischen und französischen Ausgabe und ist ab Ausstellungsbeginn im Kunsthaus-Shop und im Buchhandel erhältlich.

BEGLEITPROGRAMM   MATISSE – METAMORPHOSEN.

Von der Idee zur Ausstellung. Ein Gespräch zwischen Kuratorin Sandra Gianfreda und Christoph Stuehn. So 1.9., 11 Uhr. Vortragssaal. Mit gültigem Ausstellungsticket und für Mitglieder gratis, sonst CHF 10.– / reduziert CHF 8.–.   MATISSE GETANZT

Tanzperformance von Karin Minger Sa 7.9., 21.30 Uhr (während der Langen Nacht der Museen, Spezialticket), Mi 2.10., 18.30 Uhr, Mi 30.10., 18.30 Uhr, Sa 16.11., 14 Uhr. In der Ausstellung. Mit gültigem Ausstellungsticket und für Mitglieder gratis.   H ENRI MATISSE À NICE : DE L’ATELIER

AU MUSÉE Présentation par Claudine Grammont, directrice du Musée Matisse, Nice. Événement en collaboration avec l’Alliance française et l’Ambassade de France en Suisse. Do 26.9., 18.30 Uhr. Vortragssaal. Veranstaltung in französischer Sprache. Mit gültigem Ausstellungsticket und für Mitglieder der Zürcher Kunstgesellschaft und der Alliance française gratis, sonst CHF 10.– / reduziert CHF 8.–.

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Musée Matisse, Nizza. Co-Kuratorin: Claudine Grammont.

Alle Werke von Henri Matisse: © Succession Henri Matisse / 2019 ProLitteris, Zurich Mit Unterstützung von:

Elisabeth Weber-Stiftung, Dr. Georg und Josi Guggenheim-Stiftung

8  Henri Matisse

Blauer Akt IV, 1952 Gouache und ausgeschnittene Papiere auf Papier, auf Leinwand, 103 × 76 cm Schenkung Madame Jean Matisse an den französischen Staat als Depositum im Musée Matisse, Nizza, 1978, Musée d’Orsay, Paris Foto: François Fernandez


AUSSTELLUNG

17

8


18

ANZEIGEN

JETZT EINLIEFERN

Kontaktieren Sie unser Expertenteam Tel. 043 399 70 63

19.3.9 Inserat_Randall_Kunsthaus Inserat_Randall_Kunsthaus ZH_181x60mm 12.04.19 16:14 Seite 1 Seestrasse 341 | ZH_181x60mm_19.3.9 CH-8038 Zürich | www.schulerauktionen.ch | info@schulerauktionen.ch

PETER RANDALL -PAGE

KLOSTER SCHÖNTHAL

2.6.– 10. 11. 2019

www.schoenthal.ch.

KUNST BRAUCHT K R E AT I V E KÖPFE. IMMOBILIEN AUCH.

„Wir sind persönlich.“ Denise Ginesta, Internationale Objekte

Ginesta Immobilien Küsnacht, Horgen, Chur www.ginesta.ch

HIER KÖNNTE IHR INSERAT STEHEN! Schon ab CHF 510.– Kontakt: kunsthaus@fachmedien.ch www.fachmedien.ch


19

ANZEIGEN

FEINE SCHWEIZER IMMOBILIEN Wir pflegen noch die Kunst der diskreten und k petenten Objektvermiung. www.fsp.immo

Tel. 044-915 4600

Mit bewährter Anlagephilosophie. Wir halten Wort.

KMTG_Ins_KhM_89x122_01032019

immobilien kosmos

19. Mai 2019 bis 13. April 2020

L’univers de Germaine. Muda Mathis, Sus Zwick, Hipp Mathis

Kunstmuseum Thurgau Kartause Ittingen www.kunstmuseum.ch 1. Mai bis 30. September täglich 11–18 Uhr 1. Oktober bis 30. April Montag bis Freitag 14 –17 Uhr Samstag, Sonntag und allgemeine Feiertage 11–17 Uhr

more space?


20

AUSSTELLUNG

1


AUSSTELLUNG

21

2

PICASSO GORKY WARHOL Skulpturen und Arbeiten auf Papier aus der Sammlung Hubert Looser 20. September 2019 – 5. Januar 2020   KURATOR Philippe Büttner


22

AUSSTELLUNG

3

Das Kunsthaus Zürich und die Fondation Hubert Looser haben Ende 2018 eine Vereinbarung abgeschlossen, mit der sichergestellt ist, dass die bedeutende Sammlung der Fondation mit ihren Beständen aus namentlich Surrealismus, Abstraktem Expressionismus und Arte Povera ab Eröffnung des Erweiterungsbaus langfristig im Kunsthaus präsent sein wird. Einen Vorgeschmack gibt die hier angekündigte Ausstellung. Nach der grossen Präsentation der Sammlung 2013 im Bührlesaal, fokussiert sie auf das Thema der Zeichnungen und immer wieder auf deren Zusammenspiel mit der Skulptur. Die Ausstellung wurde, von Florian Steininger kuratiert, 2018 ein erstes Mal in der Kunsthalle Krems in Österreich gezeigt. SPITZENWERKE VON GORKY, PICASSO, DE KOONING U.A.

Lassen wir einige Spitzenwerke Revue passieren: Eines der frühesten und bedeutendsten Werke der Looser-Sammlung ist eine grossformatige Zeichnung von Arshile Gorky. Im osmanischen Reich geboren, musste Gorky 1920 in die USA auswandern und setzte sich in der Folge namentlich mit den Surrealisten auseinander. Das Blatt in der Looser-Sammlung,

ein Hauptwerk, ist wohl eine der bedeutendsten Zeichnungen der 1930er-Jahre in Schweizer Besitz. Mit einer einzigartigen Darstellungsweise kombiniert Gorky hier figürliche und abstrakt-biomorphe Elemente. Von Picassos Recherchen inspiriert, scheint er dabei zugleich auch schon Elemente einer Abstraktion vorwegzunehmen, wie sie in den USA erst viel später mit Jackson Pollock Fuss fassen wird. Ein weiterer essenzieller Künstler der Sammlung ist der in Europa wenig bekannte Bildhauer und Zeichner David Smith. Zu Recht sieht Florian Steininger in ihm einen der Väter der amerikanischen Kunst des 20. Jahrhunderts und einen Pionier der eigenständigen amerikanischen Bildhauerei. In der Sammlung Looser findet sich neben einer frühen Stahlskulptur Smiths u.a. die hier gezeigte Zeichnung von 1933, in der sich Elemente des Surrealistischen mit einer freien Art des Zusammenfügens von Formen verbinden, wie sie für den amerikanischen Blick auf die Möglichkeiten der Moderne kennzeichnend ist. Eine mittlerweile berühmt gewordene Skulptur bringt uns zurück nach Europa: Es handelt sich um Pablo Picassos «Sylvette» von 1954. Sie besteht aus ausgeschnittenem Metall-


AUSSTELLUNG

4

blech, das mit Ölfarbe bemalt wurde. Dies ist wirklich eine (gemalte) Zeichnung im Raum. Mit dem spielerischen Umgang mit Form und Material, der darin sichtbar wird, überrascht das Werk bis heute. In der Ausstellung zeigt es aufs Glücklichste die direkte Kombination des Zeichnerischen mit dem Skulpturalen. Ein skulpturales Hauptwerk in der Ausstellung ist auch Willem de Koonings «Head» von 1973. In den Niederlanden geboren, wurde de Kooning zu einem der wichtigsten Künstler der zweiten Welle der eigenständig amerikanischen Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg. Dabei entfernte er sich nie komplett vom Thema der menschlichen Figur. Neben grossen abstrakten Gemälden besitzt die Sammlung Looser zwei Skulpturen. Besonders eindrucksvoll ist das hier gezeigte Werk. Der Kopf des Menschen wird nicht abgebildet, sondern aus der Wucht der skulpturalen Arbeit heraus als haptisches Ereignis neu erfunden. Neuartig und beeindruckend wirken die Arbeiten des 1948 geborenen US-amerikanischen Künstlers Al Taylor. Wie Florian Steininger ausgeführt hat, sind bei ihm das zeichnerische und bildhauerische Werk eng verbunden. Taylor habe nicht

23

5

zwischen seinen zwei- und dreidimensionalen Kompositionen unterschieden und stattdessen von Zeichnungen im Raum gesprochen. Seine «Hanging Puddles» (hängende Pfützen) sind abstrakte Linien aus Stahlbändern, die sich allansichtig im Raum ausbreiten. Demgegenüber übertrug Taylor für die Serie «The Peabody Group» Umrisse von Hundepfützen von städtischen Gehsteigen mit Tinte und Farbe auf Papier und transformierte sie damit zu Kunst. Eine wichtige neuere Position vertritt die amerikanische Künstlerin Roni Horn. Florian Steininger bezeichnet ihre Zeichnungen als subtile kartografische Aufnahmen des Selbst oder auch der Elemente. Die mitunter grossen Blätter seien Patchwork-Arbeiten, die Horn mit Pigment und Stift zunächst zeichnet, um sie dann zu zerschneiden und neu zusammenzusetzen. Von fern betrachtet wirkten sie eher wie abstrakte Muster, aus der Nähe gewinne man manchmal den Eindruck von architektonischen Konstrukten. In ihrer zarten, fast zerbrechlichen Schönheit seien diese Zeichnungen von einem poetischen Minimalismus geprägt.


24

AUSSTELLUNG

6

ESSENZIELLE ELEMENTE DER MODERNE

Hubert Loosers Sammlung fokussiert auf einzigartige, starke Werke, die sich optimal in die Auffächerung der grossen, wichtigen Stränge der europäischen und amerikanischen ­Moderne einreihen lassen, wie sie im Kunsthaus angestrebt wird. Seine Werke bereichern die Bestände des Kunsthauses auf hochwillkommene Weise. Die Ausstellung macht Wesentliches über die Zwiesprache von Zeichnung und Skulptur in der Moderne erfahrbar.

1  Pablo Picasso Sylvette, 1954 Beidseitige Ölmalerei auf ausgeschnittenem Metallblech, 69,9 × 47 x 1 cm Sammlung Hubert Looser, © Succession Picasso / 2019 ProLitteris, Zurich 2  David Smith Untitled (Virgin Islands), 1933 Tusche auf Papier, 46,4 × 61 cm Sammlung Hubert Looser, © 2019 ProLitteris, Zurich 3  Arshile Gorky Untitled, 1931 – 1933 Tusche auf Papier, 64,8 × 92,7 cm Sammlung Hubert Looser, © 2019 ProLitteris, Zurich 4  Willem de Kooning Head III, 1973 Bronze mit schwarzer Patina, 49,5 × 24,7 × 26,5 cm, AL / ed.: 4 / 12 Sammlung Hubert Looser, © The Willem de Kooning Foundation / 2019 ProLitteris, Zurich

KATALOG Der Katalog zur Ausstellung ist für CHF  20.– am Kunsthaus-Shop erhältlich – mit einem Beitrag von Florian Steininger, Künstlerischer Direktor der Kunsthalle Krems, und über 150 Abbildungen.

5  Al Taylor The Peabody Group #8, 1992 Bleistift, Tinte und Gouache auf Papier, 127 × 96,5 cm Sammlung Hubert Looser, © The Estate of Al Taylor 6  Roni Horn Could IX, 1996 Pigmentpulver, Grafit, Kohle, Buntstift und Lack auf Papier, 136 × 177 cm Sammlung Hubert Looser, © Roni Horn


25

ANZEIGEN

SCHAUSPIELHAUS ZÜRICH 2019 / 2020

neu.schauspielhaus.ch

Mehr als ein Leben. Sechs grosse Reportagen. Ein Buch. Zum Anfassen. Eintauchen. Wo immer du willst. Reportagen – Das Original seit 2011 www.reportagen.com


26

Der Mann mit den Fäusten

Restaurierung und Erhalt einer bewitterten Aussenskulptur. TEXT   Kerstin Mürer

RESTAURIERUNG


27

RESTAURIERUNG

Die Figur des «Jean d’Aire» ist Teil von Auguste Rodins «Bürger von Calais». Das monumentale Werk wurde 1892 in Calais enthüllt. Die Stadt errichtete den sechs vornehmen, opfermutigen Bürgern, die sich 1347 dem englischen König Eduard III. im blossen Hemd und Strick auf Gnade und Ungnade ausliefern mussten, damit ein Denkmal. Rodin bereitete die einzelnen Figuren in grossen Aktstudien vor. Mimik und Gestik, die eine verzweifelte Stimmung symbolisieren sowie die Betonung von vergrösserten Händen und Füssen verleihen dem Werk expressionistische Züge. OBERFLÄCHE ZERSTÖRT

Die Skulptur des Jean d’Aire war Jahrzehnte lang vor dem alten Seerosensaal im Aussenbereich des Kunsthauses aufgestellt. Ihre gesamte Oberfläche wurde durch Witterungseinflüsse in grossem Umfang zerstört. Diese Aussenbewitterung hat einerseits zu einem starken Materialabtrag und andererseits zur Anlagerung einer harten Sinterschicht aus Gips und Kupferkorrosionsprodukten geführt. So ist die originale Patina nur noch an sehr wenigen, geschützten Stellen vorhanden. Es wird vermutet, dass ihr eigentliches Aussehen dunkel- bis olivbraun-glänzend war. Vor der Restaurierung präsentierte sich die Oberfläche jedoch matt und stumpf. Senkrechte Wasserläufe entstellten den Körper und erschwerten die Lesbarkeit der Modellierung zusätzlich. Auf waagrechten Flächen war die Patina zudem rostrot verfärbt.

Vor der Retusche und Wachskonservierung

EXPRESSIVE KRAFT WIEDER WAHRNEHMBAR

Neben dem Konsolidieren und Konservieren der Oberfläche umfasste der Eingriff vor allem restauratorische Massnahmen: Hierbei standen neben dem Reinigen der Oberfläche und der Abnahme von An- oder Ablagerungen vor allem das Retuschieren der Wasserläufe und der Auftrag von Konservierungswachs im Vordergrund. Besonders durch die Konservierung mit Heisswachs wird eine gleichmässig glänzende, starke Verdunklung der Oberfläche erzielt, von der man aber im Fall von «Jean d‘Aire» absah, auch weil sie für den Innenbereich aus konservatorischer Sicht nicht notwendig ist. Die Kaltwachskonservierung hingegen konnte die Spuren der Aussenpräsentation in einem Masse erhalten, die der Aussage und Geschichte des Werks Rechnung trägt. Das Werk ist weiterhin als stark bewitterte Aussenskulptur erfahrbar, die aber heute wieder ihre ganze expressive Kraft entfaltet.

Nach der Restaurierung

Mit der Restaurierung des Werks «Jean d’Aire» finden die vor 15 Jahren gestarteten Erhaltungsmassnahmen an den grossformatigen Skulpturen Auguste Rodins nun ein Ende. Diese Restaurierung wurde vom Bank of America Art Conservation Project grosszügig unterstützt. Einen Ehrenplatz erhält «Jean d’Aire» in der Ausstellung «Matisse – Metamorphosen», die vom 30. August bis zum 8. Dezember im Bührlesaal gezeigt wird. Auguste Rodin, Jean dʼAire, 1887 Bronze, 205 × 68 × 67 cm, Kunsthaus Zürich, Dauerleihgabe des Kantons Zürich, 1949


28

DIGITAL

Endlich ist sie da! Am 20. Mai konnten wir unsere neue Website lancieren. Das Ergebnis: Nichts ist mehr so wie es war! Zumindest fast. Ein paar alte Bekannte durften bleiben. Diese aber in neuem Gewand. TEXT Christine Grüner

Kaum war der Startschuss zum Projekt gefallen, war eines klar: User first! Unsere Website soll nicht das Abbild interner Organisationsstrukturen sein, sondern unseren Nutzerinnen und Nutzern dienen. Sie soll zeitgemäss, informativ, übersichtlich und visuell attraktiv sein und natürlich Spass machen. Dies bedeutete, dass wir den Grundaufbau der Seite einmal komplett auf den Kopf stellen mussten, alte Muster analysieren, hinterfragen und die Seite ganz neu denken. Denn die Ansprüche an digitale Auftritte haben sich in den letzten Jahren radikal verändert. Die Mehrheit der User surft mittlerweile mit dem Smartphone oder Tablet im Internet – Tendenz steigend. Um eine maximale Funktionalität auf allen Endgeräten zu erzielen, lautete die Strategie daher: Mobile First! Das Ergebnis kann sich sehen lassen, auch wenn wir uns darüber im Klaren sind, dass stetig weiter optimiert werden muss und noch einige Erweiterungen wie beispielswiese das OnlineTicketing auf uns warten. Aber das liegt wohl in der Natur der Sache. Webprojekte sind stets agil und müssen Work in progress bleiben und genau darin liegt die Chance. Mit an unserer Seite ein starker Partner, die Digitalagentur Crafft, die das Projekt professionell und sicher in den Hafen gebracht hat. WAS IST NEU?

Die Seite gliedert sich in drei grosse Bereiche: «Besuch planen», «Die Sammlung», «Das Museum». Über das sogenannte «Hamburger Menu» erhalten Sie Zugang zur digitalen Welt des Kunsthauses. Entdecken Sie im Bereich «Besuch planen» neben praktischen Informationen rund um Ihren Besuch unsere aktuellen und kommenden Ausstellungen. Neu können wir Ihnen hier noch mehr Informationen bieten: begleitende Veranstaltungen auf einen Blick, Bildergalerien, passende Produkte aus unserem Online-Shop wie Kataloge und Plakate sowie Blicke hinter die Kulissen in unseren Videobeiträgen. Sehen Sie sich beispielsweise das Gespräch zwischen Guillaume Bruère und Kuratorin Mirjam Varadinis an und be-


29

DIGITAL

DAS HERZSTÜCK: DIE SAMMLUNG

Viel Spass beim Surfen und Entdecken! www.kunsthaus.ch kommen Sie einen Einblick in die Arbeit des Künstlers. In unserer neuen «Agenda» finden Sie jetzt noch mehr Informationen zu allen öffentlichen Veranstaltungen der Kunstvermittlung sowie ausstellungsbegleitenden Events. Dank der neuen Filterfunktion können Sie Ihre Suche noch weiter verfeinern. Suchen Sie heute, diesen Monat, dieses Wochenende oder diese Woche oder durchstöbern Sie die Agenda Monat für Monat. Interessieren Sie sich beispielsweise für unsere öffentlichen Führungen? Dann wählen Sie diese im Dropdownmenu aus. Die Auswahl der Agenda passt sich im Hintergrund automatisch an. Oder möchten Sie Ihr Kind für einen Workshop in unserem Atelier anmelden? Dann filtern Sie die Agenda nach der Zielgruppe «Kinder & Familien». Lassen Sie sich inspirieren. Vielleicht ist etwas für Sie dabei. Ein zusätzliches Feature ermöglicht es Ihnen zudem, Termine in Ihrem Kalender zu speichern oder eine Veranstaltung mit Freunden und Bekannten über Ihre Social Media-Kanäle zu teilen. Im Bereich «Angebote» finden Sie individuelle Angebote wie unsere privaten Führungen und Workshops, den Art Brunch oder Materialien zum eigenständigen Besuch wie die KunstspürnasenHefte zur Erkundung der Sammlung für Familien mit Kindern von 4 bis 8 Jahren.

n Sie Ihre Wählen en Filter ll e u id indiv genda! in der A

Verpassen Sie nicht unser Herzstück: «Die Sammlung»: Mit allen Highlights und Hintergrundinformationen zu den Sammlungsbereichen. Und folgen Sie uns im Bewegtbild durch die Sammlungsräume. Alle Videos können Sie übrigens auch auf unserem neuen Youtube-Kanal anschauen. Am besten gleich abonnieren, denn es werden mehr! Die bedeutendsten Gemälde, Skulpturen, Installationen und grafischen Werke des Kunsthaus Zürich sind seit diesem Jahr auch in der «Sammlung Online» verfügbar. Der digitale Katalog konnte dank der freundlichen Unterstützung des Bundesamtes für Kultur (BAK) realisiert werden. Die Auswahl wird laufend durch weitere Werke und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse ergänzt. Wer nun noch mehr über das Kunsthaus erfahren will, kann sich im Bereich «Das Museum» über die Geschichte, den Erweiterungsbau und nicht zuletzt die Mitgliedschaft informieren. Mit kommenden Terminen für Mitglieder und Impressionen von unseren Vernissagen. Schauen Sie rein, vielleicht finden Sie sich in unserer Bildergalerie wieder.


30

ANZEIGEN

Oetenbachgasse 7 – 8001 Zürich Ecke Rennweg Bahnhofstrasse Tomi Ungerer, Hilltop, 1969, Farbstift, Tusche und farbige Tinte, laviert, auf Papier, 49,5 x 34,5 cm, Sammlung Würth, Inv. 14364 © Tomi Ungerer

Tomi Ungerer Zeichnungen, Collagen und Objektkunst aus der Sammlung Würth 14. Mai 2019 bis 15. März 2020 Eintritt frei

paradisdesinnocents.ch

www.forum-wuerth.ch

Wir haben etwas gegen kahle Wände. Die Herstellung von Bilderrahmen und die professionelle Einrahmung bleibender Werte sind Spezialgebiete von boesner.

Biennale KUlT URORT WeieRTal

«Pa R a d i s e , l O s T » 26. Mai - 8. September 2019 · Mi-Sa 14 -18h · So 11-17h

Aarberg | BE Münchwilen | TG Unterentfelden | AG Zürich | ZH www.boesner.ch

GALERIE AUSSTELLUNGEN BERATUNG

Anz_CH_Kunsthaus_Zurich_89x60_0917.indd 2

www.utebarth.com

05.09.17 11:52

Dieter Kränzlein

Skulpturen

29. August - 5. Oktober Saisoneröffnung 29. August 17-19 Uhr

ART FORUM UTE BARTH

Galerie für Moderne & Zeitgenössische Kunst Kartausstrasse 8 CH-8008 Zürich T +41 44 3802711 info@utebarth.com

«Let me see you like you see me» Esther Mathis

Georg Aerni · Cristian Andersen · Mirko Baselgia · Vanessa Billy · Beni Bischof Tina Braegger · Olaf Breuning · Daniele Buetti · Claudia Di Gallo Franziska Furter · Glaser/Kunz Daniel Glaser, Magdalena Kunz Hanspeter Hofmann · Christopher T. Hunziker · Maja Hürst · Melli Ink Maureen Kaegi · Peter Kamm · Sandra Knecht · Markus Kummer Kesang Lamdark · Esther Mathis · Katja Schenker · Kerim Seiler · Martin Senn Una Szeemann Kulturort Weiertal Winterthur · www.skulpturen-biennale.ch


31

VERANSTALTUNGEN RUBRIK

DIE LANGE NACHT DER MUSEEN 7. September 2019, 18 – 2 Uhr TE X T   Kristin Steiner

Bereits zum 20. Mal öffnen dieses Jahr die Zürcher Museen des Nachts ihre Pforten. Das Jubiläum feiern wir mit einem abwechslungsreichen Programm. LOUNGE & DANCEFLOOR MIT LAESSIG & TRANE / LIVE SET BY REX THE DOG

18 – 2 Uhr  Die Kunsthaus-Lounge lädt in entspannter Atmosphäre ein zum Verweilen, etwas Trinken oder einen Happen essen. Auf der Tanzfläche sorgen die Zürcher DJs Laessig & Trane für den passenden Sound.den. Kurz vor Mitternacht gibt’s dann ein knalliges Live Set von «Rex The Dog – a live show with Modular Synth». Rex The Dog macht Musik mit analoger Elektronik und einem selbstgebauten Modular Synthesizer. Weltweit trägt er seine eigenwilligen Klänge in die besten Clubs, Festivals und Partys. METAMORPHOSEN IM ATELIER

18 – 1 Uhr  Jung und Alt lassen sich in der Sammlung und der Ausstellung zu eigenen Bildern inspirieren oder verwandeln Reproduktionen von Kunst mit Pinsel und Farbe zu neuen Werken.

DIE SAMMLUNG ENTDECKEN: METAMORPHOSEN

19.30 Uhr  Verwandlung bei Joseph Beuys 20.30 Uhr  Die Metamorphosen des Denkmalbegriffs bei Aristide Maillol 21.30 Uhr  Die Metamorphose von Licht zu Farbe bei Monet 22.30 Uhr  Verwandlung von Alltagsmaterialien in Kunstwerke bei Twombly 23.30 Uhr  Wandel von Figuration zu Abstraktion bei Augusto Giacometti 00.30 Uhr  Die Metamorphosen von Ovid in der Kunst des Barock ENGLISH HIGHLIGHTS TOUR

21 Uhr  Discover the highlights in our collection. Guided tour for English speaking visitors. URSINA LIVE

20 / 22.30 Uhr  Die Bündnerin Ursina vereint folkiges Songwritertum mit spielerisch leichten Popklängen. Ihre einzigartig weiche Stimme und die sphärischen Stücke laden zum Träumen ein. BLIND TRACKS

20.30 Uhr  Breakdancen und gleichzeitig malen? Für Christian Martinez alias «La Furia» ist das kein Problem. Der mehrfa-

che Schweizermeister im B-Boying demonstriert, wie seine Bilder entstehen. Diese drücken nicht nur die Dynamik des Breakdance aus, sie entstehen auch im Tanz. Auf dem Kopf drehend, sprayt Martinez Kreise und setzt mit verschiedenen Körperteilen Akzente auf der verteilten Acrylfarbe. POETRY-SLAM

21 / 23 Uhr  Kilian Ziegler gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten Slam Poeten der Schweiz. Der Wortakrobat und Kabarettist begeistert das Publikum mit unverkennbaren Wortspielen und intelligentem Humor. KARIN MINGER TANZT IN MATISSE

21.30 Uhr  Tanz und Verwandlung gehören unweigerlich zusammen. Was aber geschieht, wenn Tanz in den Dialog mit den skulpturalen Metamorphosen von Matisse tritt? Karin Minger bringt ihr eigens dafür konzipiertes Tanzstück hier zur Uraufführung. SPEIS & TRANK

Auch was das Kulinarische angeht, lohnt sich ein Besuch im Kunsthaus: In der Lounge mit einem Drink oder einem Glas Wein die feinen Häppchen vom Meister Biber geniessen oder sich im KunsthausRestaurant rundum verwöhnen lassen. Die Lange Nacht im Kunsthaus Zürich wird unterstützt von JTI. TICKETS UND INFO

Ein Ticket zum Einlass in alle beteiligten Museen kostet CHF 25.–. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre erhalten freien Eintritt. Infos und das gesamte Programm unter www.langenacht.ch.


32

ANDERNORTS

Kunstfreunde Wir sind Jungmitglieder und engagieren uns! TEXT Fiona Deucher und Georgine Roesle

Die Kunstfreunde Zürich vereinen Kunstliebhaber aller Altersgruppen, die dieselbe Leidenschaft teilen: Kunst zu erleben und zu fördern. Neben den Anlässen, welche von den Kunstfreunden Zürich für die Jungmitglieder ermöglicht werden, organisieren sich die Jungmitglieder neu auch untereinander. Sie stehen innerhalb der Vereinigung für die nächste Generation der Kunstförderung und werden somit später auch dafür verantwortlich sein, diese Tradition in die Zukunft zu tragen. JUNGMITGLIEDER FÜR JUNGMITGLIEDER

Dass eigene Ideen und Programmpunkte für Jungmitglieder initiiert werden sollten, war die Idee unserer Präsidentin Gitti Hug. Sie lud an einem sommerlichen Abend eine Gruppe von Jungmitgliedern ein um zu erfahren, wie das Angebot der Kunstfreunde für die unter 40-Jährigen noch attraktiver gestaltet werden könnte. Die Teilnehmenden zeigten reges Interesse an weiteren Anlässen sowie an Besuchen von Sammlungen und Künstlerateliers, welche exklusiv besichtigt werden können. Die Idee entstand, dass diese Veranstaltungen für Jungmitglieder jeweils von anderen Jungmitgliedern organisiert würden. Der Kreis der Teilnehmenden kann, je nach Anlass und Platzverhältnissen, auch geöffnet werden, um interessierte Freunde und Bekannte ein-

Mitgliederanlass bei der Swiss Re


ANDERNORTS

zuladen, welche noch nicht Mitglied sind. Spontan meldeten sich einige Jungmitglieder, und mit der tatkräftigen Unterstützung von Maria Larsson von den Kunstfreunden Zürich konnten im letzten Jahr bereits diverse solcher Anlässe durchgeführt werden. JEDER ANLASS IST EINZIGARTIG

Fotos: Maria Larsson

Die Reihe begann u.a. mit einem Besuch der Kunstsammlung der Swiss Re am Hauptsitz am Mythenquai, einem Besuch im Atelier von Thomas Julier mit anschliessendem Raclette, einer Führung durch die Einzelausstellung von Patrick Hari bei der Galerie Bolte Lang mit einem vom Künstler selbst zubereiteten Abendessen und einem Besuch im Atelier von Mélodie Mousset (Virtual Reality) und dem Art Space Last Tango. Jeder Anlass war einzigartig und gut besucht. Die Diskussionen und Eindrücke der Führungen wurden jeweils beim anschliessenden gemeinsamen Abendessen weitergeführt und vertieft. Solche Anlässe wecken offenbar das Interesse vieler, was sich auch in der Zahl der neu gewonnenen Jungmitglieder widerspiegelt. Weitere Kunstbesuche und Kunstreisen sind in Planung. So findet vom 26. bis 29. September eine Reise an die «Vienna Contemporary»-Kunstmesse in Wien statt, welche von einem Jungmitglied und Sammler in seinem Zweitwohnsitz Wien mitorganisiert wird. Selbstverständlich sind in Österreichs Hauptstadt auch Besuche der verschiedenen TopMuseen mit auf dem Programm. Neben den Veranstaltungen von «Jungmitgliedern für Jungmitglieder» besuchen wir auch gerne Anlässe der Kunstfreunde Zürich im Kunsthaus. Beispielsweise die jährliche Sommerparty, welche letztes Jahr auf dem Dach der Villa Tobler (Direktion und Verwaltung Kunsthaus Zürich) stattgefunden hat und dieses Jahr im Tinguely-Garten im Kunsthaus Zürich gefeiert wird. Wir freuen uns, wenn Sie sich mit uns engagieren und unsere Leidenschaft für die Kunst teilen und wir Sie bald an einem Anlass antreffen dürfen.

Mitgliederreise nach Berlin

MITGLIED WERDEN Seit 1917 fördern die Kunstfreunde Zürich das Kunsthaus Zürich und damit auch das kulturelle Leben in Zürich. Als Mitglied unter 40 Jahren profitieren Sie für einen jährlichen Beitrag von CHF 300.– (inkl. Mitgliedschaft Kunsthaus Zürich) von allen Leistungen und Privilegien. Alle Vorteile finden Sie auf der Website: www.kunstfreunde-zuerich.ch. Gerne beantwortet Alexandra Koller Boskovski Ihre Fragen zur Mitgliedschaft: contact@kunstfreunde-zuerich.ch

33


34

Paavo Järvi

Music Director

ANZEIGEN

tonhalle-orchester.ch

DIE SACHE

MAKROPULOS Oper von Leoš Janáček Inszeniert von Dmitri Tcherniakov www.opernhaus.ch/makropulos

PREMIERE 22 SEP 2O19

Foto: Alberto Venzago

«Die besten Ergebnisse erzielt man durch Kooperation. Es braucht ein Verständnis für die Musik und den Willen, an dieser Reise teilzunehmen.»


35

ERWEITERUNG

Aus Alt wird Neu Moser öffnet sich für Chipperfield.

Foto © Amt für Städtebau, Juliet Haller

TEXT   Björn Quellenberg

Zweieinhalb Jahre nach der umbaubedingten Schliessung werden Ende August der Haupteingang und die Eingangshalle im Moserbau wieder eröffnet. Die Experten von Ammann Architekten verpassten der zuletzt 2005 durch sie renovierten Eingangshalle erneut eine Frischekur. Die Korpusse von Kaffeebar und Kasse erhalten reflektierende Metallverkleidungen. In der Mitte der Halle führt eine Marmortreppe hinab in die neu gestaltete Garderobe und in modern ausgestattete WC-Anlagen. Schreitet man die Treppe weiter hinab in das neu unter den Bestand gebaute zweite Untergeschoss, steht man vor einer geschlossenen Wand. Noch. Denn dahinter verbirgt sich der 70 Meter lange Übergang vom Moserbau in die Erweiterung von David Chipperfield. Aus Sicherheitsgründen wird diese Verbindung erst mit der Aufnahme des Betriebs im erweiterten Kunsthaus geöffnet. Dann aber können

Kunst und Publikum trocken und sicher unter dem Heimplatz zirkulieren, begleitet von «Over and above», einer Installation von Lawrence Weiner. Über dieses Kunstwerk wird das Kunsthaus-Magazin in einer der kommenden Ausgaben ausführlich berichten. Schön ist indes, dass der Zugang ins Kunsthaus jetzt wieder über den freien Platz erfolgt. Zwar sind die charakteristischen Platten aus Marmor vor dem Haus noch nicht wieder verlegt, aber der Haupteingang strahlt wieder seine Anziehungskraft aus. Anfang August zieht das Höllentor – «Eyecatcher» und Fotomotiv für Einheimische und Touristen – von seinem provisorischen Standort hinter dem Restaurant zurück an seinen ursprünglichen prominenten Platz an der Hauptfassade. Und ab September kann der Vortragssaal, der fast 30 Monate als Eingangshalle diente, wieder für Sonderveranstaltungen und private Anlässe genutzt werden.

NEUGIERIG? Buchen Sie jetzt Ihre private Führung über die Baustelle! Egal ob wochentags oder am Wochenende. Ab September ist die Baustelle soweit gesichert, dass wir Zugang zu ausgewählten Bereichen bieten können. Sie können wählen zwischen drei Angeboten mit verschiedenen Schwerpunkten aus den Bereichen Architektur und Kunst. So kostet z. B. eine 60-minütige Führung durch den Chipperfield-Bau CHF 360.– zzgl. CHF 11.– pro Person (inkl. Sammlungseintritt Kunsthaus). Sie können bis zu 25 Personen anmelden – Ihren Verein, eine Jubiläumsgesellschaft oder einfach Freunde und Bekannte. Weitere Informationen erhalten Sie auf www.kunsthaus.ch/besuch-planen/ angebote und von Flurina Schumacher unter kunstvermittlung@kunsthaus.ch.


36

CLICK

Vernissage «Fly me to the Moon» 4. April 2019 1  Eine Ausstellung zum Schweben

1

und Versinken.

2  Cathérine Hug, Kuratorin der Ausstellung.

3  Installation von Katie Paterson: Die auf dem Flügel spielende digitale Fassung der Mondscheinsonate wurde von der Mondoberfläche reflektiert.

2

3


CLICK

CLICK

4

5

Mond-Ball 11. Mai 2019 4  Cathérine Hug, Kuratorin der Ausstellung «Fly me to the Moon» und Hugo Keune.

6

5  An der Seite von KunsthausDirektor Christoph Becker (links): Katharina und Julian Schmädecker, Andrea Meisinger.

6  «Tierfreund» Dr. Patrick Sussmann. 7  Nicht von dieser Welt? Raketenglacé schmeckt auch Ausserirdischen.

8  Sonst mit dunklen Locken, blieb Kuratorin Sandra Gianfreda (rechts) von den meisten Gästen unerkannt. An ihrer Seite: Kunsthistorikerin Karolina Zgraja.

7

Fotos © Caroline Minjolle

8


38

Fly me to the Moon Allein der Titel weckt Emotionen: Gleich will ich in die flauschige Rakete von Sylvie Fleury steigen und zum Mond fliegen. Den 21. Juli 1969 spüre ich noch, diese kindliche Verwunderung, Faszination und Aufregung. So unendlich weit weg, ein Besuch beim Mann im Mond. Dass Armstrong ihn nicht treffen konnte, obwohl er doch der erste Mensch dort oben war, brachte meine Sichtweise durcheinander. Fand ich dieses Vollmondgesicht doch fremd und vertraut zugleich. An diesem Tag schwankte mit der Schwerelosigkeit der Astronauten tatsächlich mein ganzes naives Weltbild. Ihre Purzelbäume im All machten mich neidisch. Diesen Zustand erreichte ich nur kurz auf dem Trampolin, um doch wieder in der Realität der Schwerkraft zu landen, meist auf dem Allerwertesten. Die Mystik des Mondes, die Auseinandersetzung der Künstler damit – welche Überraschungen stellt das Kunsthaus für die Besucher aus. Regelrecht an den Ohren zieht mich der Morsecode von Katie Paterson, die «Moonlight Sonata», in den Bührlesaal. Um in den Werken zu versinken, die so vielfältig und berührend sind. Treffe sogar auf den Schauspieler Matthias Habich im Kurzfilm der «Astronaut» und entdecke die Variation von Kiki Kogelnik, die Paare zum Mond fliegen lässt. In Gedanken auf dem Weg zum Mond fliege ich mit dem metallenen Eintritts-«K» des Kunsthauses den ganzen Tag weiter durch das Universum und kein Mensch, geschweige denn ein Ausserirdischer, sagt mir etwas. Mittig klemmt das runde Metall fest am Ausschnitt des T-Shirts. Sonst fällt es dank der Schwerkraft ständig runter. Merkwürdig, das muss wohl an der Aura des Mondes liegen. Alles anders als sonst. Im Gegensatz zu Habich lasse ich den Mond nicht platzen. Niemals. Hingegen mag ich es manchmal, andere zum Mond zu schiessen. Heute nicht. Vielleicht nie mehr? Die Mystik hält an. Ihre Sabine Meisel www.sabinemeisel.com

GLOSSE

Vernissage «Guillaume Bruère» 23. Mai 2019 9  Das Porträt von Jeremy Huldi, Aufsicht im Kunsthaus, überragt seinen Schöpfer Guillaume Bruère an der Seite von Kuratorin Mirjam Varadinis.

10  Und über allen Köpfen schweben … weitere Köpfe: Andrea Fischer Schulthess, Rezeptionistin am Schauspielhaus und Bruno Dobler, Aufsicht im Kunsthaus.

11  Bice Curiger (Direktorin der Fondation Vincent van Gogh Arles), Anne Keller (Head Art & Cultural Engagement Swiss Re) und Barbara Frey (Intendantin Schauspielhaus Zürich) im Gespräch mit Christoph Becker.

Vernissage «Stunde Null» 6. Juni 2019 12  Philippe Büttner, Kurator der Ausstellung und Joachim Sieber, Provenienzbeauftragter des Kunsthauses.


Fotos © Caroline Minjolle

CLICK

9

10

12

CLICK

11


40

SERVICE

Hier finden Sie eine Auswahl an Führungen, Veranstaltungen und Workshops. e Das ganz bot m-Ange Program line: auch on sthaus.ch www.kun

AUSSTELLUNGEN

Matisse – Metamorphosen 30. August – 8. Dezember 2019 Grosser Ausstellungssaal Vernissage 29. August, 19 Uhr

Picasso – Gorky – Warhol. Skulpturen und Arbeiten auf Papier aus der Sammlung Hubert Looser 20 . September – 5. Januar 2020 Kabinett Vernissage 19. September, 19 Uhr

Guillaume Bruère bis 8. September 2019 EG Müllerbau

Stunde Null. Kunst von 1933 bis 1955 bis 22. September 2019 1. OG Müllerbau   www.kunsthaus.ch/ besuch-planen/ausstellungen

SAMMLUNG INFORMATIONEN MUSEUM

Heimplatz 1, 8001 Zürich Eintrittskasse +41 (0)44 253 85 43 Fr – So / Di 10 –18 Uhr Mi / Do 10 – 20 Uhr DIREKTION UND VERWALTUNG

Tel. +41 (0)44 253 84 84 Fax +41 (0)44 253 84 33 info@kunsthaus.ch GRAFISCHE SAMMLUNG STUDIENSAAL

Mo – Fr nach Voranmeldung Tel. +41 (0)44 253 85 36 / 39 grafischesammlung@kunsthaus.ch BIBLIOTHEK

Rämistrasse 45, 8001 Zürich Tel. +41 (0)44 253 85 31 Fax +41 (0)44 253 86 51 Ausleihe Tel. +41 (0)44 253 85 32 Mo – Fr 13 –18 Uhr www.kunsthaus.ch/bibliothek Für die Sonderöffnungszeiten während den Ferien und Feiertagen: siehe Website.

Geheimnisvolle Musen bis 22. September 2019 1. OG Moserbau

FÜHRUNGEN AUSSTELLUNGEN

Matisse – Metamorphosen* Mittwochs / donnerstags 18 Uhr, freitags 15 Uhr, sonntags 11 Uhr (ausgenommen 2. / 30. Oktober) Englisch: Sa 14.9. und 12.10., 16 Uhr Französisch: Sa 21.9., 16 Uhr

Picasso – Gorky – Warhol Sa 5. Oktober, 13 Uhr Do 7. November, 15 Uhr So 15. Dezember, 11 Uhr

Stunde Null. Kunst von 1933 bis 1955 Do 5. September, 15 Uhr Provenienzen im Fokus: Di 13. August, 16 Uhr und Do 12. September, 15 Uhr


41

SERVICE

* Mit elektronischem FM-Gruppenführungssystem. Speziell auch für Personen mit Hörminderungen geeignet. Billett CHF 6.– / Mitglieder CHF 4.–. Bitte an der Kasse lösen. Teilnehmerzahl beschränkt! Geräteausgabe 10 Minuten vor Beginn. SAMMLUNG

Samstags 15 –16 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Kosten: Eintritt

VERANSTALTUNGEN

Matisse – Metamorphosen Die Ausstellung wird von einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm begleitet. Details dazu auf Seite 16.

Guillaume Bruère 25. August, 14 Uhr Öffentliche Performance an der Zürcher Seepromenade. Der Künstler portraitiert die Henry Moore-Pastik «Sheep Piece».

03.08 Schweizer Künstler in der Zeit des Zweiten Weltkriegs 10.08. Giovanni Segantini 17.08. Das Bauhaus und die Schweiz 24.08. Füssli – ein Schweizer Flüchtling 31.08. Highlights der Sammlung 07.09. Die Metamorphose von Licht in Farbe 14.09. Aristide Maillol 21.09. Metamorphosen bei Jean Arp und Constantin Brancusi 28.09. Highlights der Sammlung 05.10. Die Verwandlung von Alltagsmaterialien in Kunstwerke 12.10. Beuys: Vom Kunstwerk zum Urschlamm

Die Lange Nacht der Museen

Kunst und Religion im Dialog: Siehe der Mensch

Early Birds: Sterblich – unsterblich

Mit Lars Simpson (Christkatholische Kirche) und Sibyl Kraft (Kunsthaus Zürich). So 8. September, 15 – 16.30 Uhr Kosten: Sammlungseintritt Anmeldung nicht erforderlich.

Fr 23. August, 9 – 11 Uhr CHF 20.– (Barzahlung) Anmeldung fakultativ: www.kulturvermittlung-zh.ch

Kunst-Stück

Matisse – Metamorphosen

In zwei Stunden einen Überblick über die wichtigsten Epochen der Kunstgeschichte erhalten und Künstlerinnen und Künstler vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert kennenlernen. Do 26. September, 24. Oktober, 18 –19.45 Uhr CHF 39.– / CHF 29.– Mitglieder und reduziert.

Offenes Atelier mit Tanja Kuhn und Hannah Spillmann. Kinder unter 10 Jahren nur in Begleitung. So 1. September, 6. Oktober, 3. November, 10.30 – 16.30 Uhr Kosten im Eintrittspreis inbegriffen.

Auf den Spuren von Marc Chagall: Vom Fraumünster ins Kunsthaus

Sonntags 10.30 –12.30 Uhr Erwachsene CHF 10.–/  Kinder und Jugendliche CHF 5.– / Familienpreis CHF 25.–

Details siehe Seite 7.

7. September, 18 – 2 Uhr Programm siehe Seite 31.

Linien, nichts als Linien

Giftgrün, Lila, Schiefergrau: Malen nach Lust und Laune!

Mi 9. Oktober, 10.30 –14.30 Uhr CHF 25.–, Lunch mitbringen

So 25. August

Herr Matisse, was für eine Schererei!

Den Herbst malen

Fr 11. Oktober, 10.30 –14.30 Uhr CHF 25.–, Lunch mitbringen

So 29. September 3  –   6 JAHRE (IN BEGLEITUNG)

Cool-Tur in den Herbstferien: 1, 2, 3 ... Verwandle dich!

Villa Kun(s)terbunt 23. August, 6. / 20. September, 4. / 25. Oktober, 10 –11.30 Uhr Bitte Znüni mitbringen und Arbeitskleider anziehen – es wird bunt. Anmeldung für einzelne oder mehrere Termine möglich. CHF 18.– pro Morgen AB 5 JAHREN

WORKSHOPS

Malatelier am Sonntag

Aufgeweckte Kunst-Geschichten

8. / 15. / 22. September, 10.30–12 Uhr, CHF 12.–

Ein Angebot für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen oder Betreuungspersonen. Di 27. August, 3. / 10. / 17. September, 14.45 – 16.45 Uhr CHF 60.– für vier Nachmittage, inkl. Imbiss für zwei Personen.

Der Herbst wird bunt

ERWACHSENE UND JUGENDLICHE AB 16 JAHREN

KUNSTLABOR FÜR ALLE

FAMILIENWORKSHOPS

Einladung zum Farbenfest Sa 14. September, Do 10. Oktober, 10.30 –12.30 Uhr CHF 15.– 7  –   12 JAHRE

SO M M ER FE RI EN

Anmeldung für einen oder mehrere Tage möglich: Jeweils von 10 –16 Uhr, CHF 40.– pro Tag   Farbe ohne Ende. Wir reisen zu amerikanischen Malern Di 13. August   Einfach magisch! Die Rätsel von René Magritte Mi 14. August   Picasso

– Genie oder Meisterdieb? Wir besuchen Pablo Picasso Do 15. August   Merets Träume. Besuch bei Meret Oppenheim Fr 16. August

14. –18. Oktober, 9 – 16 Uhr Präsentation im Kunsthaus: 18. Oktober, 16.30 Uhr CHF 125.–. Anmeldung: www.kulturvermittlung-zh.ch CLUB 3PLUS KINDER ZWISCHEN 3 UND 6 JAHREN IN BEGLEITUNG

Ab ins Kunstlabor Bitte Zvieri mitbringen und Arbeitskleider anziehen. Block 1: 6. / 13. / 20. September, 14 – 15.30 Uhr CHF 55.– pro Block

Sa 21. September, 10.30 – 12.30 Uhr, CHF 15.–

Sommerwerkstatt in den Sommerferien

H ER BS T FE RI EN

CLUB 6PLUS KINDER ZWISCHEN 6 UND 9 JAHREN

Fabelhaftes und Geheimnisvolles aus Farbe und anderem Material Block 1: Verwandlungen 4. / 11. / 18. / 25. September, 14 – 16 Uhr CHF 70.– pro Block CLUB 9PLUS KINDER AB 9 JAHREN

Rollentausch – Theater spielen und malen Du kannst dich für einen oder mehrere Termine anmelden. 31. August, 28. September, 10.30 – 12.30 Uhr, CHF 18.– pro Mal Anmeldung für alle Veranstaltungen erforderlich. Detailliertes Programm und Anmeldung: www.kunsthaus.ch/ besuch-planen/agenda Preise inkl. Eintritt und Material. Änderungen vorbehalten. Freie Gruppen und Schulklassen nur nach Voranmeldung.


42

COMING SOON

WIR SAGEN DANKE

IMPRESSUM Offizielles Magazin für Mitglieder des Vereins Zürcher Kunstgesellschaft

HERAUSGEBER Zürcher Kunstgesellschaft Postfach, 8024 Zürich www.kunsthaus.ch © Kunsthaus Zürich Abdruck erwünscht mit Quellenangabe

REDAKTION Kristin Steiner Gesamtverantwortung: Björn Quellenberg

AUFLAGE Druckauflage 17 120 WEMF/SW-beglaubigt 14 713 erscheint 4-mal jährlich

BEZUG In der Jahresmitgliedschaft enthalten, Preis am Kunsthaus-Shop CHF 8.–

GESTALTUNG Wilhelm Leibl, Mädchen mit weissem Kopftuch, um 1876 Bayerische Staatsgemäldesammlungen München

Crafft Kommunikation AG, Zürich www.crafft.ch

Wilhelm Leibl

INSERATE

Der Schwerpunkt dieser ersten Retrospektive von Wilhelm Leibl (1844–1900) liegt auf dem Bildnis und der Figurendarstellung. Gefördert von Courbet, beeinflusst von Manet und geschätzt von van Gogh, gehört Leibl zu den wichtigsten Vertretern des Realismus in Europa. Er begründete eine eigenständige und moderne Figurenmalerei, in der die Naturwahrheit und das Studium der Alten Meister über der anekdotischen Genremalerei stehen. Entscheidend für Leibl war nicht, dass ein Modell «schön», sondern dass es «gut gesehen» wurde. Mit seiner künstlerischen Haltung beeinflusste er Corinth, Liebermann, Beckmann und Wolfgang Tillmans. Mehr zu dieser Ausstellung, die ab dem 25. Oktober im Kunsthaus Zürich zu sehen sein wird, erfahren Sie im nächsten Magazin vom 7. Oktober.

Fachmedien Zürichsee Werbe AG, Stäfa Telefon +41 (0)44 928 56 11 Fax +41 (0)44 928 56 22 kunsthaus@fachmedien.ch www.fachmedien.ch

DRUCK Schellenberg Druck AG, Pfäffikon www.schellenbergdruck.ch

ISSN 1421-315X


ANZEIGEN

ANREISE MIT DER BAHN Bequem reisen – ausgeruht ankommen. Mit dem Railjet alle 2 Stunden ab Zürich HB nach Österreich. 6 Verbindungen pro Tag nach Linz. Fahrplan und Buchung auf sbb.ch.

43

Weitere Tipps für Ihre Österreich-Reise finden Sie auf austria.info/entdecken.


Freude an der Kunst. Heute und in Zukunft. Deshalb pflegen wir seit Jahren enge Partnerschaften mit Kunstinstitutionen in der ganzen Schweiz und unterstützen das Kunsthaus Zürich seit 1991 als Partner. credit-suisse.com/sponsoring

Copyright © 2019 Credit Suisse Group AG und/oder mit ihr verbundene Unternehmen. Alle Rechte vorbehalten.

Profile for Kunsthaus Zürich

Kunsthaus-Magazin 3/19  

Kunsthaus-Magazin 3/19