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MAGAZIN 3 · JULI 2018 CHF 8.–

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ROBERT DELAUNAY UND PARIS Farbe am Beginn der Moderne 20  RAUM NEU ENTDECKEN Installationskunst aus der Sammlung 22  JOHAN CHRISTIAN DAHL Die Schenkung Sveaas

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Gegründet 1938

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Felix Vallotton, L‘Exposition universelle, 6 Holzschnitte, monogrammiert und nummeriert 2/25


EDITORIAL

Die Sammlung Merzbacher kommt ans Kunsthaus! Wenn die Kunsthaus-Erweiterung von David Chipperfield eröffnet sein wird, dann hält dort auch die Sammlung Merzbacher Einzug. Vor einigen Jahren, Sie erinnern sich, haben wir Ihnen die weltberühmte Sammlung in einer denkwürdigen Präsentation vorgestellt. Rund sechzig leuchtende Meisterwerke der Klassischen Moderne, von Picasso, Matisse, Braque, Derain, Miró, Kirchner, Jawlensky, Nolde, Münter, Modigliani und vielen anderen, die Werner und Gabriele Merzbacher über Jahrzehnte unter dem Motto «Ein Fest der Farbe» zusammengetragen haben, werden im Erweiterungsbau von David Chipperfield ein weiteres Highlight sein. Die Sammlung Merzbacher bereichert die Kunsthaus-Sammlung in idealer Weise und schliesst mit zahlreichen Werken der französischen Moderne auch an die Impressionisten der Sammlung Bührle an, die künftig gleichfalls am Heimplatz ausgestellt sein werden. Die langfristige Vereinbarung zwischen dem Kunsthaus und der Familie Merzbacher ist ein Glücksfall für Zürich und ein grosser Vertrauensbeweis für unsere Institution. Werner Merzbacher kam mit seinem Bruder 1939 als jüdisches Flüchtlingskind in die Schweiz und hat nach einem längeren Wassily Kandinsky, Murnau – Kohlgruberstrasse, 1908 Sammlung Werner und Gabriele Merzbacher Aufenthalt in den Vereinigten Staaten hier seinen Lebensmittelpunkt. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass Werner und Gabriele Merzbacher nach reiflicher Überlegung ihre Sammlung nun in Zürich belassen und sie der Öffentlichkeit zugänglich machen, auch als Zeichen der Dankbarkeit gegenüber der Schweiz. Die neuen Ehrenmitglieder der Zürcher Kunstgesellschaft feiern in diesem Jahr beide ihren 90. Geburtstag, und im Namen des Kunsthauses danken wir ihnen für die freundschaftliche Verbundenheit und ihre überaus grosszügige Geste. Herzlichen Glückwunsch und grosser Dank an zwei wunderbare Menschen für ihre Entscheidung, die uns allen ein grosses Fest der Farbe beschert! Und noch ein Grund zur Freude: Das Kunsthaus erhält eine Gruppe von Gemälden von Johan Christian Dahl (Bergen 1788 – Dresden 1857), dem bedeutendsten Landschaftsmaler der Romantik neben Caspar David Friedrich. Dieses prächtige Geschenk macht uns der norwegische Unternehmer und Mäzen Christen Sveaas, und Sie haben ab dem 7. September Gelegenheit, die Bilder in einem eigens eingerichteten Saal zu bewundern. Jetzt nehmen wir Sie mit nach Paris, der Stadt des Lichts und der Lichter, und mitten in die Welt von Robert Delaunay … Ihr Christoph Becker

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K UN ST E R L EBEN : Auf den Spuren von Giovanni Giacometti

«Die Vision

Foto: Bergell, © Switzerland Tourism / Jan Geerk

Lichtes Kinder SOGLIO IM BERGELL Alle Informationen und Reiseplanung auf www.graubuenden.ch/giacometti

«IN DER NATUR SEHEN WIR, WAS IN UNS IST» Vor 150 Jahren wurde in Stampa im Haus bei der Brücke Giovanni Ulrico Giacometti geboren. Als erster Träger des heute berühmten Namens wählte er für sich den Beruf des Kunstmalers und begründete so die Bergeller Künstlerdynastie. Als sogenannter Maler des Lichts schien es, als wolle er mit seinen kräftigen Farben die innere Erregung festhalten, die er beim Betrachten seiner Motive verspürte. So schuf

Eine Zusammenarbeit von:

www.bregaglia.ch

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Giovanni eine leuchtende Farbensprache, die auf seinem persönlichen Erleben seiner Bergeller Heimat beruht. AUSGANGSPUNKT NATUR Sein erstes Atelier hatte Giovanni Giacometti erst im Alter von 38 Jahren. Davor, aber auch noch danach, malte er oft im Freien: «In der Natur sehen wir, was in uns ist», so Giovanni. Und: «Die Wirklichkeitsfülle muss da sein, das Leben». Aber auch die Familie war ein wichtiges und wiederkehrendes Motiv des Künstlers:

www.buendner-kunstmuseum.ch

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www.graubuenden.ch


des war mein

traum

» . Foto: Giovanni Giacometti/ Bregaglia Turismo

Giovanni Giacometti

«Meine Kinder leben in meinen Bildern». Gerade diese Familienbilder gelten heute als das Ausserordentliche und Einmalige in seinem Werk. Giovanni Giacometti ist mit seinen Landschafts- und Genregemälden für sein Heimattal Bergell in Graubünden ein äusserst wichtiger Dokumentarist des Alltagslebens am Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert. Als Vater war er aber auch Vorbild und Wegbereiter für den Jahrhundertkünstler Alberto Giacometti.

«GIOVANNI GIACOMETTI E CUNO AMIET. UN’AMICIZIA» Die Jubiläumsausstellung (bis 31. August 2018) im Museum Ciäsa Granda in Stampa schafft einen direkten und einmaligen Vergleich zwischen dem Œuvre des Bergellers Giovanni Giacometti (1868–1933) und dem des Solothurners Cuno Amiet (1868–1961), die eine aussergewöhnliche, innige und lebenslange Künstlerfreundschaft verband. www.ciaesagranda.ch


GUT ZU WISSEN

KULTURNEWS

David Chipperfield in Venedig Noch bis zum 2. September ist in der Basilica Palladiana in Venedig die Ausstellung «David Chipperfield Architects Works 2018» zu sehen. Präsentiert wird eine Auswahl von 16 aktuellen oder jüngst abgeschlossenen Projekten, die durch Skizzen, Zeichnungen, Modelle und Fotos unterschiedliche Stufen der Arbeiten aufzeigt. Auch die Erweiterung des Kunsthaus Zürich ist Teil davon.

Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger Königliche Regenwürmer, 2017 © 2018 Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger

Too Early to Panic Die Schweizer Künstler Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger richten diesen Sommer im Museum Tinguely ein dreiteiliges Wunderkammer-Labyrinth ein. Das Publikum hat die einmalige Gelegenheit, in einen Dschungel aus Werdendem, Wucherndem und Chaotischem einzutauchen und selber darin aktiv zu werden. Bis 23. September. www.tinguely.ch

Sammlung Hubert Looser

Juergen Teller, Self-portrait, Plates / Teller, No.175, 2016, © Juergen Teller

Enjoy your Life! Noch bis am 7. Oktober zeigt das Fotomuseum Winterthur «Enjoy your Life!», eine Ausstellung des deutschen Künstlers Juergen Teller. Teller gehört zu den gefragtesten Fotografen der Gegenwart. Seine Arbeiten, oft umfangreiche Serien, werden zahlreich in Büchern, Zeitschriften und Magazinen veröffentlicht. Auch in der Sammlung des Kunsthauses befinden sich Werke dieses Künstlers. www.fotomuseum.ch

Bis zum 4. November zeigt die Kunsthalle Krems «Picasso. Gorky. Warhol. Skulpturen und Arbeiten auf Papier. Sammlung Hubert Looser». Die Sammlung Looser, welche bereits 2013 im Kunsthaus Zürich zu sehen war, zählt zu den herausragenden Privatsammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst. Ihre Schwerpunkte liegen im Surrealismus, Abstrakten Expressionismus, der Minimal Art und der Arte Povera. Die Ausstellung in Krems vermittelt ein spannungsreiches Flechtwerk der grafischen und skulpturalen Ausdrucksmöglichkeiten – von der Moderne bis in die Gegenwart mit rund 150 Werken von über 40 Künstlerinnen und Künstlern. Wer die Reise nach Krems nicht schafft, kann die Ausstellung Ende 2019 im Kunsthaus Zürich besuchen. www.kunsthalle.at

Da ün Giacometti e l’altar Spannende Reise durch 100 Jahre Kunstgeschichte: Die für Kinder und Jugendliche konzipierte Ausstellung «Da ün Giacometti e l’altar» verbindet einen Ausflug ins wilde Bergell mit den faszinierenden Bilderwelten der Künstler-Dynastie Giacometti. Mit über 20 interaktiven Stationen. Bis 30. September 2020. Infos und Anmeldung: www.centrogiacometti.ch/de/giacometti Arshile Gorky, Ohne Titel, 1931–1933 Sammlung Hubert Looser, © 2018 ProLitteris, Zürich

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GUT ZU WISSEN

OBJEKT DER BEGIERDE

SHOPPING

Das spielt eine Rolle! Seit über 750 Jahren produziert die Firma Fabriano in der Provinz Ancona in Italien Papier und Stifte in höchster Qualität. Speziell für uns wurde nun ein schönes Rolletui aus grobem Leinen gefertigt. Wir freuen uns, Ihnen das mit 24 ergonomisch geformten Farbstiften gefüllte Etui in verschiedenen Farben anbieten zu können! Rolletui mit 24 Farbstiften CHF 48.– Mitglieder CHF 43.20

Max Ernst, Pétales et jardin de la nymphe Ancolie, 1934 Öl auf Putz, übertragen auf Holzplatten, 415 × 531 cm, Kunsthaus Zürich, © 2018 ProLitteris, Zürich

Blütenblätter und Garten 1934 malte der grosse deutsche Surrealist Max Ernst durch die Vermittlung von Sigfried Giedion in der Zürcher Corso-Bar ein grosses Wandbild. Er griff eine botanische Illustration des 19. Jahrhunderts auf, monumentalisierte sie und zauberte aus den Pflanzenformen mit Menschengliedern, Vogelköpfen und Insektenflügeln die Nymphe Ancolie (Akelei). Rechtzeitig zur Eröffnung des Chipperfield-Baus wird das eindrucksvolle Werk – das Ernsts tiefes Eintauchen in die Geschichte einer künstlerisch erweiterten Naturgeschichte bezeugt – wieder in einer Bar hängen: und zwar in keiner anderen als derjenigen des Neubaus selber, wo das Werk die Besucher des Kunsthauses mit einer besonderen Präsenz künstlerischen «Spirits» erfreuen wird.

Gewinnen Sie zwei Gratis-Eintritte für Freunde und Bekannte! Quizfrage: Wer sind die Zürcher Nelkenmeister? a) Kaufleute im Gewürzhandel b) Floristen im Goldenen Zeitalter c) Maler, die mit einer Nelke signieren N ACHE M IT M D UN NEN G E W IN

Senden Sie Ihre Antwort mit dem Betreff «Nelkenmeister» bis 19. August an: info@kunsthaus.ch. Mitarbeitende im Kunsthaus sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

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www.schaulager.org

OrganisiertvonderLaurenz-Stiftung,SchaulagerBaselundde

Bruce Nauman, Green Horses, 1988, gemeinsam erworben von der Albright-Knox Art Gallery, Buffalo, New York, mit Mitteln aus dem Nachlass von Arthur B. Michae durch Tausch; und dem Whitney Museum of American Art, New York, mit Mitteln des Director’s Discretionary Fund und dem Painting and Sculpture Committee, 2007 Foto: Ron Amstutz, Š Bruce Nauman / 2018, ProLitteris, Zurich


emMuseumofModernArt,Newyork

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AUSSTELLUNGEN

31. August – 18. November 2018 Gastkuratorin: Simonetta Fraquelli

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Robert Delaunay, Air, fer, eau. Étude pour un mural, 1936 – 1937 (Detail) Gouache auf Papier und Holz, 47 × 74,5 cm Albertina, Wien. Sammlung Batliner

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Die Ausstellung kreist um Paris, die frühe Luftfahrt, den Sport und die Farbe am Beginn der Moderne. Mit rund 80 Gemälden und Arbeiten auf Papier ist es die bislang umfangreichste Präsentation von Delaunays Œuvre in der Schweiz.


AUSSTELLUNGEN

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AUSSTELLUNGEN

Diese grosse Ausstellung widmet sich Robert Delaunay (1885 –1941), einem Wegbereiter in der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts. «Robert Delaunay und Paris» wird die bislang umfangreichste Präsentation von Delaunays Œuvre in der Schweiz, die zudem zwei bedeutende Gemälde aus der Sammlung des Kunsthauses in den Fokus stellt – «Formes circulaires. Soleil, Lune» (1913–1931) sowie das monumentale «Formes circulaires» (1930). Die Ausstellung umfasst rund 80 Gemälde und Arbeiten auf Papier und bringt dem Publikum den vielseitigen und zukunftsweisenden Charakter von Delaunays Werk näher. Dabei untersucht sie die zentralen Themen, die den Künstler sein Leben lang beschäftigten: Den Einsatz von Farbe in der Darstellung von Bewegung, Technik und Sport sowie die Frage, wie er sich selbst als zentrale Figur innerhalb der Entwicklung einer dynamischen, neuen und modernen Welt positionierte. Die Bandbreite der gezeigten Werke erstreckt sich von seinen frühen «divisionistischen» und vom Stil der Fauves geprägten Porträts der Jahre 1906 bis 1907 bis hin zu den Entwürfen für das Palais des Chemins de Fer und das Palais de l’Air der Weltausstellung von 1937, und der letzten grossen Gemäldeserie «Rythmes sans fin», die in seinen finalen Lebensjahren entstand. Die Schau wird durch Fotografien und Filme bedeutender Zeitgenossen Delaunays ergänzt, die sich ebenfalls von Paris inspirieren liessen, darunter Germaine Krull, Man Ray, André Kertész, Ilse Bing und René Le Somptier. Bekenntnis zur Farbe Die Arbeiten verdeutlichen Delaunays intensives Bekenntnis zur reinen Farbmalerei, die das Schaffen des Künstlers von Anfang an bestimmte. Zugleich beleuchten sie, wie die moderne Grossstadt Paris Inspiration für sein Bildvokabular und seine malerischen Experimente war. Die beiden Hauptmerkmale seiner frühen Gemälde – eine neue, auf Farbkontrasten basierende Bildsprache, die erahnen lässt, wie viel er dem Chemiker und Farbtheoretiker des 19. Jahrhunderts, Michel-Eugène Chevreul, verdankt, und die Verwendung von Kreisen als formalen Elementen und kosmischen Symbolen – wurden zum Markenzeichen seiner Kunst. Auf den ersten Blick scheint es sich bei der mosaikartigen Struktur von Delaunays Kompositionen von 1906 bis 1907 um eine unbeholfene Interpretation von George Seurats divisionistischer Technik zu handeln. Diese Werke sind jedoch höchst aufschlussreich in Bezug auf die Rolle von Farbe in Delaunays berühmten Kompositionen von 1910 bis 1914.

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AUSSTELLUNGEN

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1 Robert Delaunay Étude pour «La Ville», 1909 – 1910 Öl auf Leinwand, 88,3 × 124,5 cm Tate: Presented by the Friends of the Tate Gallery 1958 Foto: © Tate, London, 2018 2 Robert Delaunay La Tour Eiffel, 1926 – 1928 Bleistift Conté auf Papier, 62,3 × 47,5 cm Solomon R. Guggenheim Museum, New York. The Hilla Rebay Collection 3 Robert Delaunay Saint-Séverin, 1909 Aquarell und Bleistift auf Papier, 47,8 × 34 cm Museum of Fine Arts, Boston, Bequest of Betty Bartlett McAndrew 4 Robert Delaunay Autoportrait, 1909 Öl auf Leinwand, 73 × 60 cm Centre Pompidou, Musée national d’art moderne – Centre de création industrielle, Paris. Donation Sonia Delaunay et Charles Delaunay, 1964 Foto: © Centre Pompidou, MNAM-CCI, Dist. RMN-Grand Palais / Philippe Migeat

Neue Art von Malerei Die Ausstellung zeigt mehrere bedeutende Beispiele seiner berühmten Serien dieser Jahre, wie die geschwungenen Deckengewölbe und die bunten Glasfenster der spätgotischen Kirche Saint Séverin im Pariser Quartier Latin; seine Darstellungen des Eiffelturms – dem Pariser Wahrzeichen und Symbol der Moderne par excellence; seine damit in Zusammenhang stehenden Bilder «La Ville de Paris», in denen Pariser Dachlandschaften, ein gigantisches Riesenrad, Flugzeuge sowie die Sonne die Bildfläche beherrschen, sowie seine Serie «Les Fenêtres», mit der Delaunay eine neue Art von Malerei schuf, die, gewissermassen als Gegenstück zum Zusammenspiel von Licht, Raum und Bewegung, völlig auf Farbkontrasten basiert. In diesen Arbeiten scheint sich das Gefüge der Stadt in eine 13


AUSSTELLUNGEN

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5 Robert Delaunay Disque (Le premier disque), 1913 Öl auf Leinwand, Durchmesser 124 cm Esther Grether Familiensammlung 6 Robert Delaunay Olympiade, Paris, 1924, 1923 Gouache auf Papier, gehöht mit roter Kreide, 65 × 50 cm Bibliothèque nationale de France, Paris

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7 Robert Delaunay Les coureurs, 1924 – 1925 Öl auf Leinwand, 153 × 203 cm Privatsammlung


AUSSTELLUNGEN

Fläche aus gebrochenen Farbtönen aufzulösen. Guillaume Apollinaire, Kritiker und Unterstützer von Delaunay, ordnete diese optischen Effekte, die auf den in sich geschlossenen Beziehungen, Spannungen und Harmonien reiner Farbe beruhen, seinem eigenen Konzept des Orphismus zu, einer Denkweise, die Farbe, Licht, Musik und Poesie miteinander verbindet. Delaunay bezeichnete seine Gemälde lieber als «reine Malerei»; ein Konzept, das seine höchste Vollendung vielleicht in seiner nahezu abstrakten Serie der «Formes circulaires» von 1913 fand, aber vor allem auch in seinem berühmten Werk «Disque (Le premier disque»; 1913), in welchem er alle erkennbaren Bezüge auf eine sichtbare Welt vermeidet und

stattdessen eine konkrete Darstellung prismatischer Lichteffekte liefert. Die Kreisform taucht in Delaunays Gemälden ab 1906 immer wieder auf. Um  1912 /13 wurde sie zum Motiv etlicher Bilder mit dem Titel «Soleil et lune», so auch des spektakulären Gemäldes in der Sammlung des Kunsthauses. Eine Serie von Arbeiten aus dem Jahr 1914, die dem Luftfahrtpionier Louis Blériot gewidmet ist, macht von der kreisrunden Form ebenfalls ausgiebig Gebrauch. Moderne Dynamik Nachdem er die Kriegsjahre und die unmittelbare Zeit danach in Portugal und Spanien verbracht hatte, kehrte Delaunay mit seiner Frau und Mit15


AUSSTELLUNGEN

8 Robert Delaunay Portrait de Madame Heim, 1926 Öl auf Leinwand, 120 × 75 cm Calouste Gulbenkian Museum / Modern Collection, Foto: José Manuel Costa Alves 9 Robert Delaunay La Tour Eiffel et jardin du Champ-de-Mars, 1922 Öl auf Leinwand, 178,1 × 170,4 cm Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Smithsonian Institution, Washington, D.C., The Joseph H. Hirshhorn Bequest, 1981 Foto: Lee Stalsworth

streiterin Sonia Delaunay-Terk 1921 nach Paris zurück. In seinem Bestreben, die Dynamik des modernen Lebens abzubilden, fertigte er eine Reihe figurativer Bilder, darunter die berühmten Gemälde «Les coureurs» (1924 –1925). Delaunay hatte sich bereits in seinen Bildern «L’Équipe de Cardiff» mit Sportmotiven auseinandergesetzt und Henri Rousseaus berühmtes Gemälde der Rugbyspieler von 1908 war ihm selbstverständlich bekannt. Vermutlich wurde sein Interesse an Bewegung generell und an Wettrennen jedoch durch das Spektakel der Olympischen Spiele neu entfacht, die 1924 in Paris stattfanden. Im Laufe der 1920er-Jahre fertigte er zudem zahlreiche Porträts seines Pariser Umfeldes, darunter der Dichter und Schriftsteller Philippe Soupault und Tristan Tzara, zusammen mit etlichen eleganten Persönlichkeiten der Gesellschaft, die er in Stoffen nach Entwürfen von Sonia Delaunay zeigt, wie etwa in «Portrait de Madame Mandel» (1923).

Geometrische Abstraktion Um 1930 wandte sich Delaunay erneut den abstrakten Kreisformen zu, die schon seine Arbeiten von 1913 bestimmt hatten, und entwickelte eine völlig eigenständige geometrische Formensprache. In seiner Serie «Rythmes san fin» näherte er sich der Welt geometrischer Abstraktion an, die im Paris der 1930er-Jahre enormen Aufschwung hatte. Er und seine Frau bewegten sich von 1932 bis 1934 in der von Sophie Taeuber-Arp und Hans Arp mitbegründeten Künstlergruppe Abstraction-Création. Seine Arbeiten dienten später der Op Art als Vorbild und wurden ausserdem richtungsweisend für Künstler, die sich eines konkreten, konstruktivistischen Stils bedienten. Unterstützt von Credit Suisse – Partner Kunsthaus Zürich sowie von der Art Mentor Foundation Lucerne.

Leihgaben aus aller Welt Zahlreiche bedeutende Museen und Privatsammlungen in Europa und Amerika unterstützen die Ausstellung mit wichtigen Leihgaben und tragen damit zur herausragenden Qualität der Präsentation bei, darunter das Centre Pompidou, Paris, das van Abbemuseum, Eindhoven, das Solomon R. Guggenheim Museum und das Museum of Modern Art in New York, das Museum of Fine Arts, Houston, das Art Institute of Chicago sowie das Moderna Museet, Stockholm. Katalog Ein wissenschaftlicher, reich illustrierter Katalog begleitet die Schau. Er enthält erstmals publizierte Essays von Célina Chicha-Castex, Nancy Ireson, Anne de Mondenard und Simonetta Fraquelli und wird einen Beitrag zur kritischen Neubewertung dieses bemerkenswerten Künstlers während seiner relativ kurzen, jedoch umso bedeutenderen Schaffenszeit leisten.

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Im ganzen Monat August dürfen Sie zu Ihren Besuchen im Kunsthaus einen Gast gratis mitbringen. Erfrischen Sie sich geistig und körperlich und zeigen Sie Ihrer Begleitung die Meisterwerke unserer Sammlung. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! 8

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AUSSTELLUNGEN

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© Fairweather & Fairweather LTD / 2018, ProLitteris, Zurich

JOHN CHAMBERLAIN. Kiss #14. 1979. Bemalter Stahl. 68,5 x 59,5 x 61 cm. Auktionsergebnis: CHF 526 000

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From the archives of the Johnson Publishing Company, Photography: Moneta Sleet © Courtesy of Theaster Gates

Sam Gilliam Rondo (Ausschnitt), 1971, Foto: Lee Thompson / Courtesy of the artist, Kunstmuseum Basel and David Kordansky Gallery, Los Angeles

THE MUSIC OF COLOR SAM GILLIAM 1967—1973

BLACK MADONNA

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SAMMLUNG

Installationskunst aus der Sammlung im Vorfeld der Kunsthaus-Erweiterung Erster Teil: bis 14. Oktober 2018

Raum neu entdecken Installationen spielen in der Gegenwartskunst seit dem Ende der 1970er-Jahre eine zunehmend wichtige Rolle und präsentieren sich heute als die dominierende Form von Kunst. Sie beziehen oft nicht nur unterschiedliche Materialien mit ein, sondern auch Licht, Klang, Bewegung – und somit Raum und Zeit. Ansammlun-

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gen von Alltagsgegenständen können ebenso zu den Installationen zählen wie performative Inszenierungen oder raumgreifende Licht- oder Videoprojektionen. Präsentation in drei Teilen Das Kunsthaus verfügt über eine reiche Sammlung von Installationen. Aufgrund

des grossen Raumbedarfs dieser Werke und der beengten Platzverhältnisse im jetzigen Kunsthaus, konnten sie in den letzten Jahren nur vereinzelt gezeigt werden; die meisten Arbeiten mussten in Aussendepots eingelagert bleiben. In Vorbereitung der Eröffnung des Erweiterungsbaus (2020) wird nun eine Reihe der


SAMMLUNG

entsprechenden Sammlungswerke im Kunsthaus gesichtet, aufgebaut und dem Publikum zugänglich gemacht. Im Rahmen dieses dreiteiligen, von Juli 2018 bis Frühjahr 2019 dauernden Projekts, soll unter anderem geprüft werden, welche Werke sich für die künftige Bespielung des dereinst markant grösseren Kunsthauses besonders anbieten. Zusätzlich ist ein wichtiges Ziel der Präsentationen, den restauratorischen Zustand der Werke zu überprüfen und allenfalls notwendige Arbeiten durchzuführen. Restaurierung ausserhalb des Ateliers Die Restauratorinnen und Restauratoren überprüfen zwischen April 2018 und März 2019 in einem für die Besucher sichtbaren «Kunstlabor» die insgesamt 14 Werke auf Erhaltungszustand und Ausstellfähigkeit und definieren Präsentationskriterien in Zusammenarbeit mit den Samm-

lungskonservatoren. Sammlungswerke der Künstler Bruce Nauman, Peter Fischli / David Weiss, Dan Flavin, Richard Long oder Carsten Höller werden hier vorbereitet und im Anschluss daran in einer Auswahl im ersten Stock des Müllerbaus jeweils für ca. zwei Monate in künstlerischem Kontext gezeigt, wobei jeweils ein monumentales Hauptwerk im Zentrum der Präsentation steht. Ein lange unsichtbares Hauptwerk der Sammlung Den Auftakt der musealen Präsentationen macht ein monumentales, 1998 erworbenes Hauptwerk des vielleicht bedeutendsten Künstlers seit Picasso: Bruce Nauman (geb. 1941 in Fort Wayne, Indiana, USA). Das Werk stammt von 1981 und trägt den Titel «Model for Tunnel. Square to Triangle». Es präsentiert sich als ringförmiger Tunnel von 6.65 Meter

Durchmesser, der in seinem Querschnitt von einem Quadrat zu einem Dreieck übergeht. Der Gipsring liegt auf einer Reihe niedriger, gleichmässig verteilter Holzelemente auf und schwebt somit etwas über dem Boden. Die grosse Form aus Gips hat eine wuchtige, unübersehbare Präsenz. Gleichzeitig verleiht ihr das Material Gips eine gewisse Leichtigkeit. Bei der Betrachtung des Werks spielen sowohl der Charakter der Form als solcher, aber auch mögliche inhaltliche Aspekte eine Rolle, wobei diese – wie oft bei Nauman – nicht endgültig mit der Form verknüpft werden können. Wichtig ist bei alledem die handwerklich recht raue Materialität des Werks. Ihr gilt im Vorfeld der Präsentation im grossen Saal des Müllerbaus das Augenmerk der Restauratorinnen und Restauratoren. Sie werden sich im Rahmen des ganzen Projekts mit vielfältigen Fragen in Bezug auf die Bedeutung des Materials, der Vergänglichkeit von Technik oder der Rolle der Umgebung auseinandersetzen. Was macht die Authentizität einer Installation aus? Wie stark ist diese vom originalen Materialcharakter abhängig? Wie variabel ist ein Kunstwerk? Welchen Zustand gilt es zu bewahren bzw. wiederherzustellen? Im Anschluss an die Präsentation des Werks von Bruce Nauman werden in weiteren Stationen des Projekts Arbeiten von Susann Walder, Carsten Höller und anderen gezeigt. Bruce Nauman Model for Tunnel. Square to Triangle, 1981 Gips, Holz und Metall, Durchmesser 665 cm Kunsthaus Zürich, © 2018 ProLitteris, Zürich

Wann und Wo «Model for Tunnel. Square to Triangle» ist im ersten Stock des Müllerbaus zu sehen. Im «Kunstlabor» im Erdgeschoss werden Werke von Dan Flavin und Richard Long bearbeitet. Jeden Dienstag von 10.30 bis 15.30 Uhr kann man dort der Restauratorin bei der Arbeit über die Schulter schauen.

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SAMMLUNG

Eine Schenkung: Johan Christian Dahl Das Kunsthaus erhält eine prächtige Werkgruppe des grossen norwegischen Romantikers.

Der unserem Land seit seiner Ausbildung verbundene norwegische Kunstsammler und Unternehmer Christen Sveaas hat dem Kunsthaus jüngst eine Reihe von 16 Gemälden eines grossen Landschaftsmalers seines Heimatlandes geschenkt: Johan Christian Dahl (1788– 1857). Ebenso geschenkt wurde ein Bild von Dahls Landsmann Peder Balke. Vor kurzem wurde zudem die Schenkung dreier weiterer Werke Dahls in Aussicht gestellt, darunter zwei Gemälde und eine Gouache. Dahl gehört zur ersten Generation norwegischer Künstler, die sich selbstverständlich an einer Akademie ausbilden liessen und danach für den freien Markt tätig wurden. Dahl wurde 1788 in Bergen geboren und konnte 1811 an der Kopenhagener Akademie die Ausbildung zum Landschaftsmaler beginnen. Zugleich studierte er in Kopenhagen die alten Holländer, nicht zuletzt die auch im Kunsthaus vertretenen Maler Jacob van Ruisdael, Meindert Hobbema oder Aert van der Neer. 1818 zog Dahl nach Dresden, wo er den grossen deutschen Romantiker Caspar David Friedrich traf, der sein Freund wurde. Beide wurden 1824 zu Professoren der Dresdner Kunstakademie ernannt. Auch zu anderen Romantikern ergaben sich Kontakte, unter ihnen etwa zum Dichter Ludwig Tieck und zum Maler, Arzt und Philosophen Carl Gustav Carus.

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Reisen: Der Norden – und Italien Wichtig wurden für Dahl dann auch Studienreisen, etwa nach Norwegen und insbesondere ein einjähriger Aufenthalt in Italien 1820 –1821, wo er sich namentlich in der Gegend von Neapel aufhielt. Diese italienische Reise spielt auch in den Werken der Schenkung eine Rolle, so zeigt 1

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SAMMLUNG

1 Johan Christian Dahl Landschaft ausserhalb Dresdens, 1830–1840 Öl auf Leinwand, 24,5 × 34,5 cm Kunsthaus Zürich, Geschenk von Christen Sveaas, 2018 2 Johan Christian Dahl Franziskaner in Neapel, 1823 Öl auf Leinwand, 39,5 × 32,4 cm Kunsthaus Zürich, Geschenk von Christen Sveaas, 2018 3 Johan Christian Dahl Bergen vom nördlichen Zufluss aus gesehen, 1834 Öl auf Leinwand, 27 × 37 cm Kunsthaus Zürich, Geschenk von Christen Sveaas, 2018

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ein Bild aus dieser Zeit einen Blick von der Insel Ischia vor Neapel. Auch zwei Studien des Vesuvs entstanden während dieser Reise, spätere Werke beziehen sich zum Teil darauf. Auch norwegische Motive sind zu finden, sodann eindrucksvolle Landschaften aus der Gegend um Dresden, meist mit der Elbe – nicht selten bei Nacht – als wichtigem Motiv. Die meisten Bilder der Sveaas-Schenkung sind mittel- bis kleinformatig, sie vermitteln gerade so einen starken, intimen Eindruck von Dahls Kunst. Anders als bei den deutschen Romantikern im Sinne Friedrichs findet man bei Dahl weniger die extreme Stilisierung in Richtung des bedeutungsvoll ins sinnbildliche Gehobenen. Vielmehr interessiert sich Dahl für die sichtbaren Phänomene der Natur, des Lichts bei Tag und bei Nacht. Doch auch bei ihm findet sich insgesamt der für die Romantik kennzeichnende Blick auf die Natur als eines zum Wesen und Schicksal des Menschen sprechenden Bereichs, dessen intensive Wahrnehmung und Schilderung aus dem Zufälligen wegführt. Dabei bleibt Dahl ein Künstler des Ausbalancierten, alles Jähe, Übersteigerte, wie es manchmal die Romantik kennzeichnen mag, ist ihm fremd. Grosse norwegische Kunst im Kunsthaus Im Kunsthaus wird es aufschlussreich sein, diesen grossen Künstler des Zeitalters der Romantik in nicht allzu ferner Nachbarschaft mit den erwähnten alten Holländern, aber auch mit Claude Lorrain, einem anderen grossen Schilderer des Lichts, zu erleben. Zugleich bildet die dichte Werkgruppe der Schenkung auch eine wesentliche Stärkung der Präsenz der norwegischen Malerei im Kunsthaus als solcher: Erwähnt seien etwa zwei bereits in den 1850er-Jahren erworbene Landschaften Knud Andreassen Baades – dann aber natürlich vor allem die Kunst des grossen Modernen Edvard Munch, von dem das Kunsthaus eine der bedeutendsten Sammlungen ausserhalb Norwegens hat. Ab dem 7. September wird die DahlSchenkung im ersten Stock des Moserbaus zu bewundern sein.

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26. Mai bis 12. August 2018

Kunsthaus Zug Dorfstrasse 27, 6301 Zug | www.kunsthauszug.ch Di bis Fr 12.00 – 18.00 | Sa und So 10.00 – 17.00

Bethan Huws, The Large Glass, 2013 © 2017, ProLitteris, Zürich

23. Juni bis 2. September 2018

Die Sammlung zur Sammlung Zeitgenössische Interpretationen zu historischen Werken von Hoffmann, Kiesler, Klimt, Picasso, Schiele, Wotruba u.a.

Péter Nádas – Autor auf Reisen

Jean-Étienne Liotard, Liotard riant, ca. 1751, Musées d‘art et d‘histoire Genève

23. September 2018 bis 6. Januar 2019

Komödie des Daseins Kunst und Humor von der Antike bis heute

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RESTAURIERUNG

Erst studieren, dann polieren Die «Anbetung der Heiligen Drei Könige» wird restauriert.

Mit den beiden von Hans Leu dem Älteren bemalten Flügeln eines mächtigen Michael-Altares besitzt das Kunsthaus Zürich die bedeutendsten erhaltenen Zeugnisse der Blütezeit der Zürcher Malerei vor dem Bildersturm von 1524. Die um 1490 von den «Nelkenmeistern» geschaffenen ursprünglich beidseitig bemalten Flügel waren bereits in vier Tafeln gespalten, als sie in den 1920er-Jahren ins Kunsthaus gelangten. Auf der linken Seite eines heute verschollenen Schreins befand sich die Darstellung der «Anbetung der Heiligen Drei Könige», auf der rechten Seite die Darstellung der «Ausgiessung des Heiligen Geistes». Beide Tafeln waren – als Innenseiten der Altarflügel – für die Gläubigen nur an Feiertagen bei geöffnetem Schrein sichtbar. An Werktagen, an denen der Schrein geschlossen blieb, waren die Aussenseiten der Altarflügel mit den Darstellungen des «Höllensturzes» und des «Jüngsten Gerichts» sichtbar. Der «Höllensturz» und die «Ausgiessung des Heiligen Geistes» sind vor wenigen Jahren restauriert worden. Bei der «Anbetung der Heiligen Drei Könige» liegt die letzte Restaurierung mehr als 80 Jahre zurück. Neben Rissen im Holz und damit einhergehenden Malschichtverlusten stellten die farblichen Veränderungen der alten Retuschen gravierende optische Beeinträchtigungen dar. Die im Dezember 2017 begonnenen Erhaltungs26

massnahmen werden von Tobias Haupt im Restaurierungsatelier des Kunsthauses durchgeführt. Riskante Spannungsverteilung Die bereits vor dem Ankauf in den 1920erJahren auseinandergesägte, auf acht mm gedünnte, anschliessend auf eine Trägerplatte aufgeleimte und zusätzlich noch parkettierte Holztafel wies zahlreiche feine Risse im Holz auf. Rückseitig aufgeleimte Parkettierungsleisten lösten sich teilweise ab. Sowohl die gelockerten Parkettierungsleisten als auch eine zu starre Montage im Zierrahmen führten zu einer ungleichmässigen Spannungsverteilung in der Holztafel, was bei Klimaschwankungen leicht zu weiteren Rissen hätte führen können. Somit galt es zuerst, die Holztafel behutsam zu stabilisieren. Da einige gelockerte Parkettierungsleisten sich stark verzogen hatten und teilweise nicht mehr bündig an der Holztafel anlagen, wurden sie mit einer eigens dafür angefertigten Klemmvorrichtung in der aktuellen Position fixiert. Für einen risikoreichen invasiven Eingriff – wie etwa das Ablösen der gesamten rückseitigen Parkettierung – bestand jedoch keine Notwendigkeit. Wiederherstellung der Lichtreflexion Die Malerei selber zeigte diverse Malschichtverluste entlang der Risse und vor allem entlang der unteren Bildkante. Vie-

Der jüngere Zürcher Nelkenmeister (Hans Leu der Ältere) Die Anbetung der Heiligen Drei Könige, um 1490 Tempera auf Nadelholz, 169 × 117 cm Kunsthaus Zürich, Schenkung der Erben August Abegg Zwischenzustand während der Freilegung originaler Vergoldung (noch grösstenteils vom roten Bolus einer späteren Nachvergoldung überdeckt)


RESTAURIERUNG

mittels wurde die Vergoldung mit einem Achat poliert und in Helligkeit und Glanz mittels punktueller Retusche der originalen Vergoldung angepasst.

le Kittungen in den Rissbereichen begannen sich herauszulösen und lagen nicht mehr plan zur Malschichtoberfläche. Ausserdem war das Erscheinungsbild der Tafel von den zahlreichen stark verfärbten alten Retuschen gestört. Dies betraf sowohl die Temperamalerei als auch den vergoldeten Hintergrund. Abgesehen davon, dass sämtliche späteren Überarbeitungen im Bereich des Goldes in Farbton und Helligkeit nicht mit dem originalen Goldton übereinstimmten, fehlte diesen durchweg sehr matt ausgeführten Überarbeitungen auch die für eine hochglanzpolierte Polimentvergoldung so wichtige spiegelnde Lichreflexion. Dadurch war die sich wiederholende Abfolge des Brokatmusters für den Betrachter stellenweise gar nicht mehr oder nur noch schwer ablesbar. Pudergold und Achat als probate Mittel Mit dem Skalpell und teilweise mit einem Silikon-Polierstift liessen sich die sehr spröden leimgebundenen Goldretuschen und Nachvergoldungen kontrolliert entfernen bzw. herunterpolieren und Teile der intakten originalen Vergoldung wieder freilegen. Ziel war es, einen Zustand wie bereits 2009 bei der «Ausgiessung des Heiligen Geistes» herzustellen. Dort wurde Pudergold auf ein spezielles Anlegemittel aufgesprüht, das zuvor streng begrenzt auf die Fehlstellen aufgetragen wurde. Nach dem Trocknen des Anlege-

Weg mit dem Kitt Auch im Bereich der Malerei wurden – nach partieller Festigung der Malschicht und leichter Oberflächenreinigung – die meisten der alten Kittungen entfernt. Da – wie beim Goldhintergrund – die alten Retuschen nicht nur auf Fehlstellen und Rissbereiche begrenzt, sondern recht grossflächig aufgetragen wurden, liess sich durch Abnahme der verfärbten Retuschen an vielen Stellen die noch gut erhaltene originale Malerei wieder freilegen. Dies bedeutete zwar einerseits einen recht hohen Aufwand an Freilegungsarbeit unter Vergrösserung mit dem Skalpell, andererseits reduziert sich dadurch das Ausmass an zukünftig noch auszuführenden Retuschen spürbar. Nachdem mittlerweile auch im Bereich der Malerei die Abnahme der alten Kittungen und Retuschen abgeschlossen ist, können nun die noch ausstehenden Restaurierungsmassnahmen in Angriff genommen werden. Sämtliche Rissbereiche werden mit einem Störleim-Kreidekitt gefüllt. Alle gekitteten Bereiche sowie die freigelegten Fehlstellen werden mit reversiblen und lichtechten Retuschierfarben geschlossen. Dort, wo sich auf der Malschicht eine auffällige Fleckigkeit ergeben hat, soll der Firnis leicht gedünnt und so die Fleckigkeit reduziert werden. Bevor das Werk wieder ausgestellt wird, muss eine Montierung erfolgen, die die empfindliche Holztafel vor mechanischen und klimatischen Einwirkungen besser schützt. Nach Abschluss sämtlicher Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten wird die «Anbetung der Heiligen Drei Könige» ab Oktober wieder in der Sammlung zu besichtigen sein. Mit Unterstützung der Ernst Göhner Stiftung.

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GRAFISCHE SAMMLUNG

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Die Tücken der Lücken Ein Werkstattbericht zur Provenienzforschung

Seit März 2017 läuft in der Grafischen Sammlung ein Forschungsprojekt zur Klärung der Zugänge von Zeichnungen und Druckgrafiken in den Jahren 1933 bis 1950. Das Projekt wird im Rahmen der Bewahrung des kulturellen Erbes der Schweiz vom Bundesamt für Kultur (BAK) gefördert und umfasst die Aufnahme, Überprüfung, Ergänzung, Digitalisierung und Online-Publikation der betroffenen Bestände und deren Provenienz. Zur Halbzeit des Projekts gewähren die Forschenden Joachim Sieber, Silja Meyer und Simone-Tamara Nold Einblick in ihre tägliche Arbeit. Konvolute – Quantität mit Qualität 10 % der Sammlungsbestände der Grafischen Sammlung – rund 9500 Werke – sind in den Jahren 1933 bis 1950 als Schenkung oder als Erwerbung ans Haus 28

gelangt. Im engeren Fokus steht der Bestand von 3900 Blättern – eine immense Zahl für ein auf zwei Jahre angesetztes Projekt. Da es sich bei Grafiken jedoch oft um Konvolute mit gleicher Herkunft handelt, können Teile der Provenienzgeschichte in einem ersten Schritt auch summarisch, unabhängig vom Original, erforscht werden. Digitalisierung – Vom Inventarbuch ins Netz Neben der Quantität zeigt sich eine ebenso grosse Herausforderung darin, dass mehr als 90 % der Bestände ausschliesslich in Zettelkatalogen und Inventarbüchern verzeichnet sind. Da das Projekt eine Online-Publikation der Ergebnisse zum Ziel hat, werden die Grunddaten der Werke zur Aufarbeitung anhand von rund 30 spezifischen Objekt- und Provenienz-

feldern aus den analogen Dokumenten in die Bestandsdatenbank überführt. Dies schafft eine Grundlage, um die Provenienzen für Konvolute wie auch Einzelwerke detailliert und nachvollziehbar zu dokumentieren und zu publizieren. Gute Quellenlage – Das Archiv der Zürcher Kunstgesellschaft Die Ära Wartmann am Kunsthaus Zürich (Direktor von 1909 bis 1949) zeichnet nicht nur für renommierte Ausstellungen verantwortlich, die das Museum auf die internationale Bühne hoben, sondern beeindruckt auch durch eine ungemein akribische Dokumentation. So ist im Inventarbuch von fast allen Werken auf Papier ab 1915 der letzte Besitzer dokumentiert. Zudem lassen sich anhand der Sitzungsprotokolle des Vorstands und der Sammlungskommission wie auch der


GRAFISCHE SAMMLUNG

3

1 Grundlagenforschung: Inventar der Handzeichnungen und der Kupferstichsammlung 2 Beispiel aus der Slevogt-Sammlung von Hermann Friedrich: Max Slevogt, Frauenraub im Walde, 1905 / 1906 Druck: 1924, Radierung, Bildmass: 14,8 × 11,3 cm, Blattmass: 15,7 × 12,1 cm, Gr.1934/0017 Kunsthaus Zürich, Grafische Sammlung, 1934 3 Werkdetails auf demselben Blatt unten rechts: Prägestempel mit den Initialen «B C» [Blindstempel Verlag Bruno Cassirer, Lugt 3638], daneben Beschriftungen zu Auflage (8/50) und Preis (60.–) sowie eine nicht identifizierte Nummer (15) 2

ein- und ausgehenden Briefe die Verhandlungen betreffend der Werkzugänge nachvollziehen. Diese umfangreichen Quellen – teilweise nun digitalisiert zugänglich – sind eine ausserordentlich gute Ausgangslage zur Provenienzforschung. Art der Zugänge 1933–1950 1740 Ankäufe; 50 direkt von zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern 1180 Schenkungen; 150 direkt von zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern 850 Tausch mit einem Ölgemälde 30 Leihgaben 100 Jahresgaben / Neujahrsblätter

Identifizierung des Vorbesitzers Die gute Quellenlage ermöglicht mit wenigen Ausnahmen die Identifizierung des

letzten Besitzers. Damit können Rückschlüsse auf die Sammlungs- oder Händlerkreise gezogen werden. Handelt es sich bei unbekannten Namen um die Erben eines Künstlers oder vielmehr um Personen, die direkt oder indirekt am NSKulturgutraub beteiligt waren? Mit der Klärung des letzten Besitzers ist für viele der 4000 Werke eine unproblematische Herkunft ausgewiesen. Lücken, die weiter zurückliegende Zeiträume bis 1933 betreffen, werden in den kommenden Monaten nach Möglichkeit untersucht, solche vor 1933 müssen zu einem späteren Zeitpunkt geklärt werden. Grafiksammlung Hermann Friedrich Ein spannender Fall ist der Zugang einer 111 Blätter umfassenden Grafiksammlung des deutschen Impressionisten Max Slevogt, die das Kunsthaus mit Unterstüt-

zung der «Vereinigung für Zeichnende Kunst in Zürich» vom Berliner Industriellen Hermann Friedrich 1934 gekauft hat. Die Recherche im hauseigenen Archiv brachte die Korrespondenz mit dem Kunsthändler Ferdinand Möller zum Vorschein. Möller war später wie Hildebrand Gurlitt einer der vier Nazi-Kunsthändler, die im Auftrag von Adolf Hitler Werke sogenannter «Entarteter Kunst» im Ausland zur Devisenbeschaffung veräusserten. Da die Verhandlungen zum Ankauf jedoch bereits 1932 begannen, konnte das Konvolut umgehend vom Raubkunstverdacht ausgeschlossen werden. Weiterhin unklar bleibt, woher Friedrich die Werke erwarb. In den Archivunterlagen am Kunsthaus findet sich die Information, dass die Sammlung «zum grossen Teil unter [Ferdinand Möllers] Beratung zusammengetragen» wurde. Weiterführende Erkenntnisse ergab die Analyse einzelner Blätter im Original. Nebst der Vermessung und Klärung der Drucktechnik, der Edition und Auflage wurden auch die Künstlersignaturen, Beschriftungen wie Ausstellungs-, Auktions- oder Sammlungsnummern, Kürzel von anderer Hand, Sammlerstempel oder Wasserzeichen untersucht. Aufgrund dieser Nachforschung konnte bei der SlevogtSammlung festgestellt werden, dass es sich um Werke handelt, die in verschiedenen Editionen im Berliner Verlag von Bruno Cassirer publiziert wurden. Ob die Werke direkt von Cassirer an Friedrich gingen, lässt sich gemäss aktuellem Forschungsstand nicht abschliessend klären. Diese Lücke bleibt bestehen. Der Handwechsel zwischen 1933 und 1950 konnte jedoch überprüft und als nicht konfiskatorisch gekennzeichnet werden. Damit sind eine detailliertere Objektgeschichte wie auch neue Erkenntnisse der institutionseigenen Sammlungsgeschichte gewonnen. Bis im Frühjahr 2019 bleibt den Forschenden Zeit, die Provenienzen der zwischen 1933 und 1950 ans Kunsthaus gelangten grafischen Werke abzuklären und zu digitalisieren. Das Kunsthaus-Magazin wird über die neuen Erkenntnisse und deren Publikation berichten.

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Lounge mit DJs Laessig & Trane und Angelo Repetto, 19 – 2 Uhr Die Kunsthaus-Lounge lädt in entspannter Atmosphäre ein zum Verweilen, etwas Trinken oder einen Happen essen. Die Zürcher DJs Laessig & Trane sorgen für den passenden Sound – und um Mitternacht gibt’s eine Live-Einlage von Angelo Repetto.

Regenbogenfarben kreisen im Licht Atelier für Jung und Alt, 19 – 1 Uhr Robert Delaunay setzte auf seinen Bildern die Farben in optische Bewegung. Im Atelier können Sie die Farben mit Pinseln in Bewegung bringen oder auf einem selbstgemachten Kreisel ineinander verschmelzen lassen. Zeichnungsperformance 19.30 / 22 Uhr Der Künstler Guillaume Bruère fertigt in zwei 90-minütigen Sitzungen live vor Publikum Werke auf Papier für seine Ausstellung 2019 im Kunsthaus. Die Farben der KunsthausSammlung In der Nacht sind alle Katzen grau, aber im Kunsthaus spielen die Farben auch in der Nacht die Hauptrolle. Wir beginnen unsere Kurzführungen mit Weiss und enden mit Schwarz, dazwischen liegt (fast) der ganze Regenbogen.

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Lesung mit Rolf Lappert 20 / 21.30 / 23 Uhr Der Schweizer Buchpreisträger Rolf Lappert liest aus seinem in Entstehung begriffenen Roman «Leben ist ein unregelmässiges Verb». Darin geht es um vier Kinder, die 1970 aus einer abgeschotteten Landkommune in Deutschland «befreit» werden und sich danach im richtigen Leben zurechtfinden müssen. Rolf Lappert wurde 1958 in Zürich geboren. Sein Roman «Über den Winter» schaffte es 2015 auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises. Für «Nach Hause schwimmen» erhielt er 2008 den Schweizer Buchpreis.

In Monets Garten 20.30 / 22 / 23.30 Uhr Perlende Harfenklänge, fliessende Gesangsmelodien und virtuoses Flötenspiel verweben sich vor Monets Seerosen zu einem bunten musikalischen Blumenstrauss. Musik aus der Zeit des Impressionismus mit Werken von Claude Debussy (1862 –1918), Philippe Gaubert (1879 –1941), André Caplet (1875 –1925), Camille Saint Saens (1835 –1921) u.a. Mit Claudia Dieterle, Sopran; Kaspar Stünzi, Flöte und Balzer Collenberg, Harfe. Speis & Trank Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. In der Lounge mit einem Drink oder einem Glas Wein die feinen Häppchen vom Meister Biber geniessen oder sich im KunsthausRestaurant rundum verwöhnen lassen. Die Lange Nacht im Kunsthaus Zürich wird unterstützt von JTI. Tickets und Info Ein Ticket zum Einlass in alle beteiligten Museen kostet CHF 25.–. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre erhalten freien Eintritt. Infos und das gesamte Programm unter www.langenacht.ch.


Studio Geissbühler / Foto Jack Pryce

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ERWEITERUNG

Foto © Stadt Zürich Geomatik + Vermessung, Drohne GeoZ

1000 Augen auf die Baustelle Tag der offenen Tür 500 Interessierte besuchten am 10. März Zürichs grösste Kulturbaustelle. Obwohl noch hunderte Spriesse und Baumstämme die Sicht verstellten, war ein erster Eindruck der Proportionen der Räume zu erkennen. Am Garteneingang, in der zentralen Halle sowie zwischen Bar und Shop informierten Architekten, Planer, Ausführende und die Bauherrschaft aus erster Hand. Am Abend davor war die Nachbarschaft für eine Preview eingeladen. Baubericht erschienen Im Juni ist der Baubericht 2018 erschienen. Die Broschüre informiert über den Durchbruch der Passage sowie die Arbeiten kurz vor Vollendung des Rohbaus im Juli. Der Baubericht ist gratis an der Projekt-Dokumentationsstelle im Kunsthaus

erhältlich, neben dem Modell der Erweiterung. Nachbarinnen und Nachbarn erhielten ihn direkt in ihren Briefkasten. Am Bauzaun unterhalb der Kantonsschule sind dieselben Informationen plus eine Einführung aufgezogen worden. So können auch Passanten Einblick in die Aktivitäten hinter der Absperrung gewinnen. Innenausbau und Fassade stehen jetzt an Während des Sommers wird schrittweise der Innenausbau vorangetrieben. Bisher waren wenige Unternehmer im Hochund Tiefbau tätig. Ab jetzt sind dutzende Betriebe parallel damit beschäftigt, ihre speziellen Leistungen zu erbringen, was den Koordinationsaufwand enorm erhöht. Zum Beispiel die Gebäudetechnik mit dem Einbau der Liftanlagen. Auch äusserlich ändert die Erweiterung ihr Ausse-

hen: Neben der Wärmedämmung und dem Fenstereinbau wird die Fassade mit Kalkstein verkleidet. Dieser stammt aus einem Steinbruch bei Liesberg (BL) und ähnelt farblich dem Naturstein, mit dem 1910 der gegenüberliegende Moserbau erstellt wurde. Das Fassadenmaterial aus der Schweiz ist nicht nur aus ästhetischer Sicht, sondern auch aus ökologischen Gründen die passende Wahl: Durch die kurzen Transportwege leistet es einen wichtigen Beitrag an das nachhaltige Bauen und an die Ziele der 2000-WattGesellschaft.

U GUT Z EN W IS S Baustellen-Führungen Der nächste Tag der offenen Tür im Kunsthaus ist auch wieder der Tag der offenen Baustelle. Am Samstag, 2. März 2019, sind Besichtigungen für jedermann ohne Voranmeldung möglich. Webcam aktiv! Eine Kamera auf dem Dach des Pfisterbaus dokumentiert die Entwicklung der Baustelle. Verfolgen Sie Kräne, Verkehr und das Wolkenspiel im Zeitraffer auf www.kunsthaus.ch.

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Vernissage 

«MAGRITTE, DIETRICH, ROUSSEAU. VISIONÄRE SACHLICHKEIT» 8. März

 ammlungskonservator S Philippe Büttner mit Lebensgefährtin Mirjam Devay.

TAG DER OFFENEN TÜR  10. März

A  nfassen ausnahmsweise erlaubt. Führung für Sehbehinderte.

 uillaume Bruère G zeichnet vor Publikum.

Nach Führungen durch die Villa Tobler wirbt die Direktion neue Mitglieder an.

Finissage 

R  ohbau gestürmt. In Schlangen bewegten sich rund 500 Besucher über die Baustelle.

«ABRAHAM CRUZVILLEGAS» 24. März

Kochkünstlerin Sandra Knecht legt Hand an.

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Fotos: © Caroline Minjolle

A  bschied von einer Ausstellung, die sich jeden Tag anders präsentierte.


Vernissage 

CLICK

«FASHION DRIVE» 19. April

!

 athérine Hug, Kuratorin C der Ausstellung.

Direktor Christoph Becker dankt Fotokünstlerin Herlinde Koelbl für ihre Projektion im Vortragssaal.

Jakob Lena Knebl, die Schöpferin der «Begehrensräume».

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GLOSSE

FASHION BALL 5. Mai

Was haben David Bowie und ein Porträtierter von 1549 gemeinsam?

Ihre Sabine Meisel www.sabinemeisel.com

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R  endez-vous zum Grand Défilé in der Ausstellung.

E  rfrischung im Tinguely-Garten.

Fotos: © Caroline Minjolle

Beide sind tot. Leider, bei David Bowie. Den anderen kenne ich nicht. Aber sie waren Sexobjekte. Nein, Sexsubjekte, obwohl ich die Zeit von 1549 nicht so recht beurteilen kann. Tage nach dem Sechseläuten gönne ich mir die Ausstellung «Fashion Drive» des Kunsthauses. Dabei stechen mir die Schamkapseln der Herren in die Augen. Blind taumle ich durch die Ausstellung. Scham kommt von schämen, doch wer sein Sexualorgan so zur Schau stellt, schämt sich wohl nicht. Sondern stellt seine Potenz und Virilität dar. Protzkapsel passt besser, oder? Zurück zu David Bowie, er trug natürlich keine Schamkapsel, wie Heinrich der Achte oder dieser von Asper porträtierte Frölich. Er stopfte sich nur an dieser Stelle etwas aus, um seinem Auftritt noch mehr Pfeffer zu geben. Vielleicht sollte die Protzkapsel wieder eingeführt werden, knallrot wie auf dem Gemälde von Hans Asper. Eine Protzkapsel als Ampel. Rot bedeutet: Aufpassen Frauen, fernbleiben: Me no! Sex und Mode. Gehören doch zusammen wie Himmel und Hölle. Wie alt und neu; ich switche durch einen spannenden Quergang vom Jetzt auf das Vorvorgestern, von der strengen Linie des Mondrian, dem T-Shirt der nackten Cowboys (bei diesem Anblick wäre meine Mutter tot umgefallen, wenn sie nicht schon gestorben wäre) zu den Brustspitzen der Pauline Bonaparte. Unsere täglichen Inszenierungen reflektiert Herlinde Koelbl: «Kleider machen Leute». Schauspieler sind wir, jeder von uns, verkleiden uns und spielen die Rollen unseres Lebens. Nur ist es unsere Hauptvorstellung, keine Probe. Protz hin oder her. Ach, David, ich vermisse dich.


CLICK

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S  pielten zum Tanz auf: I Musichieri.

Gibt sich die Ehre: Baronessa Lucrezia De Domizio Durini.

M  odebewusste Ansprechpartner: Leta Gredig (Aufsicht) und Christoph Stuehn (Leiter Verkauf & Services).

 ancefloor im Vortragssaal D mit DJ David Suivez.

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SERVICE

Hier finden Sie eine Auswahl an Führungen, Veranstaltungen und Workshops. Das ganze Programm unter www.kunsthaus.ch AUSSTELLUNGSÜBERSICHT

FÜHRUNGEN

31. August – 18. November 2018 Robert Delaunay und Paris Grosser Ausstellungssaal Vernissage 30. August, 19 Uhr bis 2. September 2018 Magritte, Dietrich, Rousseau. Visionäre Sachlichkeit 1. OG Moserbau

SAMMLUNG

VERLÄNG

www.kunsthaus.ch/de/ausstellungen/ aktuell SAMMLUNG bis 14. Oktober 2018 Installationskunst I 1. OG / EG Müllerbau

FÜHRUNGEN AUSSTELLUNGEN Robert Delaunay und Paris* Mittwochs / donnerstags 18 Uhr, freitags 15 Uhr, sonntags 11 Uhr Französisch: 29. September und   27. Oktober, 16 Uhr Englisch: 15. September, 16 Uhr

* Mit elektronischem FM-Gruppenführungssystem. Speziell auch für Personen mit Hörminderungen geeignet. Billett CHF 6.– / 4.– Mitglieder. Bitte an der Kasse lösen. Teilnehmerzahl beschränkt! Geräteausgabe 10 Minuten vor Beginn.

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ERT

Gewinnen Sie einen Überblick über die Highlights der Sammlung, lernen Sie einzelne Künstler oder Epochen näher kennen oder tauchen Sie ein in die Welt der Farben und lassen sich von ungewohnten Bildfolgen überraschen. Samstags 15 – 16 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Kosten: Eintritt

04.08. Niederländische Malerei 11.08. Pablo Picasso 18.08. Minimal Art 25.08. Highlights 01.09. Weiss I 08.09. Schwarz 15.09. Blau I 22.09. Grün 29.09. Highlights 06.10. Blau II 13.10. Weiss II 20.10. Violett 27.10. Highlights

Änderungen vorbehalten. Freie Gruppen und Schulklassen nur nach Voranmeldung. www.kunsthaus.ch/de/kunstvermittlung/ veranstaltungskalender

VERANSTALTUNGEN Samstag, 1. September Die Lange Nacht der Museen 19 – 2 Uhr Programm siehe S. 31 Tickets und Informationen: www.langenacht.ch Sonntag, 9. September Kunst und Religion im Dialog: Schöpfung Mit Theologe Matthias Berger und Kunsthistorikerin Sibyl Kraft 15 – 16.30 Uhr Im Sammlungseintritt inbegriffen

NEUE REIHE

Donnerstag, 25. Oktober Mörder, Hoffnung der Frauen Szenische Lesung mit Sarah Sandeh und Jan Bluthardt zu Oskar Kokoschkas Drama «Mörder, Hoffnung der Frauen». Im Rahmen von «Zürich liest». 18.30 – 20 Uhr, Kunsthaus Zürich www.zuerich-liest.ch

WERKSTATT Aufgeweckte Kunst-Geschichten Ein Angebot für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen oder Betreuungspersonen. Di 28. August, 4. / 11. / 18. September, 14.45 – 16.45 Uhr CHF 60.– für vier Nachmittage, inkl. Imbiss für zwei Personen ERWACHSENE UND JUGENDLICHE AB 16 JAHREN Kunstgespräche Robert und Sonia Delaunay und Blaise Cendrars: Malerei und Poesie Mi 3. Oktober, 18.15 – 19.45 Uhr CHF 30.– / Mitglieder und Jugendliche CHF 10.–


SERVICE

WERKSTATT Club 9 plus Kinder ab 9 Jahren Rollentausch – Theater spielen und malen Du kannst dich für einen oder mehrere Termine anmelden. 25. August / 15. September / 27. Oktober / 17. November / 8. Dezember, 10.30 – 12.30 Uhr CHF 18.– pro Mal

Stadt(an)sichten: Delaunays Dynamisierung der Pariser Architektur Mit Jacqueline Maurer, Kunsthistorikerin (Schwerpunkt Film-, Architekturund Stadtforschung) und Eveline Schüep, Kunstvermittlerin Mi 31. Oktober, 18.15 – 19.45 Uhr CHF 30.– / Mitglieder und Jugendliche CHF 10.–

Paris durchs Kaleidoskop gesehen Sa 22. September, 10.30 – 12.30 Uhr Di 9. Oktober, 14 – 16 Uhr CHF 15.–

Workshops Die bewegliche Sicht: Eiffelturm, Stadtansichten und der Blick aus dem Fenster Do 27. September, 17.15 – 19.45 Uhr, CHF 50.– /  Mitglieder CHF 30.– / Jugendliche CHF 15.–

7 – 12 JAHRE Sommerwerkstatt Anmeldung für einen oder mehrere Tage möglich. 10 – 16 Uhr. Lunch mitbringen. Di 14. August / Mi 15. August /  Do 16. August / Fr 17. August CHF 40.– pro Tag

Farbe, Licht, Bewegung Sa 3. November, 10.30 – 14.30 Uhr CHF 80.– / Mitglieder CHF 50.– /  Jugendliche CHF 20.–

Rythme sans fin – Rhythmus ohne Ende Do 11. Oktober, 10.30 – 14.30 Uhr Lunch mitbringen, CHF 25.– Wundermaschinen und Lichtspiele Mit Eveline Schüep und Françoise Blancpain (TheaterHERBST pädagogin, Theater Stadelhofen) FERIEN Di 16. – Fr 19. Oktober, 9 – 16 Uhr, CHF 125.– Anmeldung auf www.kulturvermittlung-zh.ch/

FAMILIENWORKSHOPS Sonntags 10.30 – 12.30 Uhr Erwachsene CHF 10.– /  Kinder und Jugendliche CHF 5.– /  Familienpreis CHF 25.– Fantastisch realistisch! 26. August Robert Delaunay: Farbe, Licht und Bewegung 30. September Die farbige Welt des Robert Delaunay 28. Oktober 3–6 JAHRE (in Begleitung) Villa Kun(s)terbunt 24. / 31. August, 14. / 28. September, 5. / 26. Oktober, 10 – 11.30 Uhr Bitte Znüni mitbringen und Arbeitskleider anziehen – es wird bunt. Anmeldung für einzelne oder mehrere Termine möglich. CHF 18.– pro Morgen  

AB 5 JAHREN Malatelier am Sonntag 19. August, 2. / 9. / 16. /  23. September, 7. / 14. /  21. Oktober, 4. November 10.30 – 12 Uhr, CHF 12.–

Joie de vivre Sa 27. Oktober, 14 –16 Uhr Sa 10. November, 10.30 – 12.30 Uhr CHF 15.–

SOMMER FERIEN

KINDERCLUB Club 3plus Kinder zwischen 3 und 6 Jahren in Begleitung Ab ins Kunstlabor In jedem Block erforschst du andere Kunstwerke. Bitte Zvieri mitbringen und Arbeitskleider anziehen. Block 1: 14. / 21. / 28. September, 14 – 15.30 Uhr, Block 2: 26. Oktober, 2. / 9. November, 14–15.30 Uhr Anmeldung für alle oder einzelne Blöcke möglich. CHF 55.– pro Block Club 6plus Kinder zwischen 6 und 9 Jahren Farbentanz und Formenwirbel Jeder Block hat einen anderen Schwerpunkt. Du kannst dich für einen Block oder mehrere Blöcke anmelden. Block 1: Klangfarben – Farbklänge 5. / 12. / 19. / 26. September, 14 – 16 Uhr CHF 70.– pro Block

Anmeldung für alle Veranstaltungen erforderlich: 044 253 84 84 oder kunstvermittlung@kunsthaus.ch Preise inkl. Eintritt und Material Das ganze Angebot der Kunstvermittlung auch auf www.kunsthaus.ch

INFORMATIONEN Museum Heimplatz 1, 8001 Zürich Eintrittskasse 044 253 85 43 Fr – So / Di 10 – 18 Uhr Mi / Do 10 – 20 Uhr 1. August 10 – 18 Uhr Knabenschiessen 10. September geschlossen Direktion und Verwaltung Tel. 044 253 84 84, Fax 044 253 84 33 info@kunsthaus.ch Grafische Sammlung Studiensaal Mo – Fr nach Voranmeldung Tel. 044 253 85 36 / 39 20. – 31. August wegen Inventur geschlossen grafischesammlung@kunsthaus.ch Bibliothek Rämistrasse 45, 8001 Zürich Tel. 044 253 85 31, Fax 044 253 86 51 Ausleihe Tel. 044 253 85 32 Mo – Fr 13 – 18 Uhr Sommerferien 23. Juli – 19. August Knabenschiessen 10. September geschlossen www.kunsthaus.ch/bibliothek

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VORSCHAU

COMING SOON

IMPRESSUM Offizielles Magazin für Mitglieder des Vereins Zürcher Kunstgesellschaft Herausgeber Zürcher Kunstgesellschaft Postfach, 8024 Zürich www.kunsthaus.ch © Kunsthaus Zürich Abdruck erwünscht mit Quellenangabe Redaktion Kristin Steiner Gesamtverantwortung Björn Quellenberg Auflage Druckauflage 16 120 WEMF/SW-beglaubigt 15 588 erscheint 4-mal jährlich Bezug In der Jahresmitgliedschaft enthalten, Preis am Kunsthaus-Shop CHF 8.– Gestaltung Crafft Kommunikation AG, Zürich www.crafft.ch

Oskar Kokoschka, Das rote Ei, 1940 – 1941, Öl auf Leinwand, 61 × 76 cm National Gallery in Prague, © Fondation Oskar Kokoschka, Vevey / 2018 ProLitteris, Zürich

Oskar Kokoschka. Eine Retrospektive Oskar Kokoschka (1886–1980) zählt heute zu den wichtigsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Sein nachhaltiges Erbe für die Kunstproduktion der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart ist unbestritten und dennoch rätselhaft: Im von zwei Weltkriegen erschütterten Europa, wo realistische Kunst in Verruf geraten war, setzte sich Kokoschka unerschrocken für die Anerkennung der figurativen Kunst ein. Zeitlebens hielt er an der integralen Kraft einer Kunst jenseits von Staatspropaganda fest, was sich in seinem gesamten Werk niederschlägt. Die Ausstellung ist als Retrospektive angelegt und soll mit rund 200 Exponaten sämtlichen Schaffensphasen des Künstlers Rechnung tragen. Auch die von Kokoschka verwendeten Techniken wie Ölmalerei, Pastell, Zeichnung, Aquarell, Druckgrafik sowie die Theaterstücke und Kostümentwürfe werden vorgestellt. Schon früh spielte das Kunsthaus Zürich eine wichtige Rolle in Kokoschkas Laufbahn. Folglich ist der Sammlungsbestand mit über zehn Ölgemälden, darunter Meisterwerken wie «Liebespaar mit Katze» (1917), gut bestückt. Mehr zu dieser Ausstellung, die ab dem 14. Dezember im Kunsthaus Zürich zu sehen sein wird, erfahren Sie im nächsten Magazin vom 29. Oktober.

25. Oktober Szenische Lesung aus Kokoschkas Drama «Mörder, Hoffnung der Frauen» Kunsthaus, 18.30 Uhr

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H Z Ü R IC L IE S T

Alle Informationen im Überblick: www.kunsthaus.ch

Inserate Fachmedien Zürichsee Werbe AG, Stäfa Telefon 044 928 56 11 Fax 044 928 56 22 kunsthaus@fachmedien.ch www.fachmedien.ch Druck Schellenberg Druck AG, Pfäffikon www.schellenbergdruck.ch

ISSN 1421-315X

PARTNER Credit Suisse – Partner Kunsthaus Zürich Swiss Re – Partner für zeitgenössische Kunst

Titelbild Robert Delaunay Rythmes: Joie de Vivre, 1930 (Detail) Öl auf Leinwand, 146 × 130 cm Privatsammlung


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Kunsthaus-Magazin 3/2018  
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