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MAGAZIN 3 · AUGUST 2017 CHF 8.–

CANTASTORIE  Volkskunst aus Süditalien 20  REFORMATION  Bilderwahl! 27  LANGE NACHT DER MUSEEN  Unser Programm 32  PORTUGIESISCHE HIGHLIGHTS  Die Kunstfreunde auf Reisen 10 

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EDITORIAL

Liebe Mitglieder der Zürcher Kunstgesellschaft, liebe Leserinnen und Leser So manches ist neu in diesem Jahr: der provisorische Kunsthaus-Eingang ist offenbar gelungen, was uns wirklich freut. Im Untergeschoss wird schon kräftig gebaut an den neuen Garderoben und dem Anschluss für die Passage zur Kunsthaus-Erweiterung. Bewegung herrschte auch beim Ausstellungsprogramm mit dem vielbeachteten Projekt zur Performance in diesem Sommer, und es geht weiter: Wenn es in den nächsten kurzen sechs Wochen die Ausstellung «Cantastorie» mit hinreissender süditalienischer Volkskunst und dazu ein buntes Musik- und Theaterprogramm mitten im Bührlesaal gibt, samt volltönender Jahrmarktorgel, dann sollten Sie sich das nicht entgehen lassen. Die Vereinigung Zürcher Kunstfreunde gibt es seit stolzen einhundert Jahren, und wir verdanken unseren Freunden tatsächlich viel Gutes: Wenn Sie die Sammlung in den nächsten Wochen durchstreifen, finden Sie all jene Werke markiert, die uns die Vereinigung dauerhaft überlässt, darunter zahlreiche Meisterwerke der Schweizer und der internationalen Kunst, die unser Profil wesentlich bestimmen. Danke also – und auf weitere hundert Jahre! Wenn Sie Mitglied werden möchten, finden Sie viele Informationen auf der neugestalteten Website der Kunstfreunde Zürich, und wir freuen uns über kräftigen Zuwachs bei unseren Gönnern. Ein kurzer Ausblick noch über das Programm der nächsten Monate: Wir werden unseren Ausstellungsrhythmus etwas umstellen und an das Besucheraufkommen anpassen, zudem immer wieder auch kürzere Projekte im grossen Ausstellungssaal realisieren und mittelgrosse Ausstellungen in der Sammlung veranstalten. Als nächstes erwartet Sie im Herbst dann eine höchst interessante Präsentation zur französischen Malerei des 19. Jahrhunderts, inklusive die lange verkannte, aber grossartige Salonmalerei. Zum Reformationsjubiläum zeigen wir, was es im Kunsthaus zu diesem Thema alles gibt und stellen ganz unbescheiden einige Thesen zur Dis­ kussion. Im nächsten Jahr freuen wir uns auf «Fashion Drive», eine Ausstellung über extreme Mode in der Kunst vom Mittelalter bis heute; auf Robert Delaunay und seine Zeit in Paris, auf die Grossinstallation von Abraham Cruzvillegas und die lange erwartete Retrospektive zu Oskar Kokoschka. Erneuern Sie einfach Ihre Mitgliedschaft – oder treten Sie ein in die wunderbare Welt der Zürcher Kunstgesellschaft!

Detail aus «Cantastorie», Sammlung Würth

Mit herzlichem Gruss,

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Paul CÊzanne Badende (Detail), um 1890, The Metropolitan Museum of Art, New York, Geschenk Mrs. Max J.H. Rossbach, 1964 Foto: Š 2017 Digital image, The Metropolitan Museum of Art/Art Resource/Scala, Florence


GUT ZU WISSEN

OBJEKT DER BEGIERDE

KULTURNEWS  KUNSTFREUNDE UNTER NEUER FÜHRUNG  Die erste Präsidentin der Vereinigung Zürcher Kunstfreunde heisst Gitti Hug. An der Mit­ gliederversammlung am 26. Juni übernahm sie das Amt von Renato Fassbind, der den Kunst­freunden als Mitglied des Vorstandes erhalten bleibt. Frischer Wind herrscht auch im Erscheinungsbild des 100-jährigen Clubs der Mäzenaten: www.kunstfreunde-zuerich.ch  BORN AFTER 1967  Am 17. September um 19 Uhr findet im Kunsthaus ein Abend mit Arbeiten von Dor Guez im Rahmen des Omanut Video Festivals «Neulicht» zum Thema «Born After 1967» mit Dani Gal, Dor Guez, Nira Pereg und Nevet Yitzhak statt. Kuratiert wurde diese neue Plattform für zeitgenössische israelische Video-Kunst von Avi Feldman, der ein Künstlergespräch mit Dor Guez führen wird. Kunsthaus-Kuratorin Cathérine Hug wird mit einem Kommentar auf die gezeigten Werke reagieren. http://omanut.ch Faltenrockharnisch, um 1526 Kunsthistorisches Museum Wien

Gut gerüstet Dieses ausserordentliche Kleidungsstück stand ganz oben auf unserer Wunschliste – nicht für unsere Sammlung, sondern als Objekt der Begierde für die Ausstellung «Fashion Drive» über extreme Erscheinungen der Mode in der Kunst. Der sogenannte Faltenrockharnisch aus ziseliertem und poliertem Stahl wurde von einem norddeutschen Plattner­meister nach einem Innsbrucker Vorbild für Albrecht von Brandenburg, dem Hochmeister des Deutschen Ritterordens, um das Jahr 1526 gefertigt. Wir haben uns mächtig gefreut, als unsere Kollegen vom Kunst­historischen Museum in Wien das schwergewichtige Stück für unsere Ausstellung zugesagt haben – und dass sie auch noch weitere kostbare Leihgaben nach Zürich schicken werden. Wenn Sie das nächste Mal in Wien sind, machen Sie einen Besuch in der ehemaligen kaiserlichen Hofjagd- und Rüstkammer der Habsburger in der Hofburg, und Sie werden staunen. Übrigens trug Albrecht den klappernden Faltenrock sehr wahrscheinlich an seiner Hochzeit mit Dorothea von Dänemark. So ändern sich die Zeiten – aber dieses Outfit ist irgendwie immer noch extrem modern � «Fashion Drive» findet ab dem 20. April 2018 im Bührlesaal statt; der obligate Ball zur Ausstellung ist am 5. Mai.

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 STABWECHSEL BEI DER STIFTUNG   ZÜRCHER KUNSTHAUS  Auf Martin Zollinger, der das Amt des Präsidenten 2010 von Thomas Wagner übernommen hatte, ist per 1. Juni der Betriebsökonom Martin Hunziker gefolgt. Dieter Bärtsch, bisher Vizepräsident, ist ebenfalls per Ende Mai ausgeschieden. Neu im Stiftungsrat sind Astrid Heymann, Direktorin Liegenschaftsverwaltung der Stadt Zürich und Markus Brönnimann, Chef des Immobilienamts des Kantons Zürich. Die Stiftung ist als Eigentümerin der Kunsthaus-Liegenschaften für deren Finanzierung, Bewirtschaftung und Unterhalt zuständig und Teil der Bauherrschaft der KunsthausErweiterung.  VARLIN  Vom 2. September 2017 bis zum 4. März 2018 zeigt das Museum Franz Gertsch zum 40. Todestag des Künstlers eine museale Ausstellung zum Werk des Schweizer Malers Varlin. www.museum-franzgertsch.ch


GUT ZU WISSEN

BIBLIOTHEK

SHOPPING

Raubgut in Bibliotheken? Die Provenienz von Raubkunst und Fluchtgut in Museen wird seit Jahren erforscht. Bei der Restitution unrechtmässig erworbener Kunstwerke geht es häufig um hohe materielle Werte. Dagegen wurde der Herkunft der vergleichsweise nicht sehr wertvollen Bücher und Zeitschriften in Bibliotheken weniger Aufmerksamkeit geschenkt. Die Provenienz­ forschung in deutschen und österreichischen Bibliotheken hat aber in den letzten Jahren wichtige historische und methodologische Erkenntnisse geliefert und Restitutionen ermöglicht. Bücher sind Auflagenobjekte, keine singulären Originale. Erst durch Herkunfts- und Besitzangaben werden sie zu individuellen Objekten. Bibliotheksgut dubioser Herkunft ist in Inventaren häufig als «Geschenk», «Unbekannt» oder «Altbestand» eingetragen. Wenn die Geheime Staatspolizei oder eine sogenannte «Judenauktion» als Lieferant angegeben wurde, wundert man sich, dass eine solche Provenienz über Jahrzehnte unbeachtet bleiben konnte. Schwieriger wird es, wenn Stempel, Exlibris, Namen und Widmungen bewusst gelöscht oder überklebt wurden und die Herkunft nicht bekannt ist. Provenienzrecherchen in Bibliotheken erfordern kriminalistisches Gespür, viel Erfahrung und noch mehr Zeit. Ausgehend von zunächst oft schwer zu deutenden, individuellen Merkmalen eines Exemplars er­gibt sich im Idealfall am Ende ein Puzzlebild, das eine oft tragische Lebensgeschichte enthüllt und historische Zusammenhänge erkennbar macht. Geraubtes Kulturgut ist kein Phänomen der Vergangenheit, sondern kann auch heute jederzeit in eine Bibliothek gelangen. Bei allen Geschenken und antiquarischen Ankäufen müssen daher Hinweise auf Vorbesitzer ausgewertet und die Provenienzgeschichte untersucht werden. Weitere Informationen: www.kunsthaus.ch/de/bibliothek/digitale-bibliothek/provenienzforschung 1

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Buch mit Exlibris von zwei Vorbesitzern (1 + 2), Etikett eines Buchhändlers (3) sowie Autogramm des ersten Besitzers (nicht im Bild). Dieses Exemplar im Bestand der Bibliothek des Kunsthauses kam aus der Ružička-Stiftung in die Bibliothek. Otto und Lili Fröhlich mussten 1938 von Wien nach London fliehen. Das datierte Autogramm zeigt, dass das Buch 1917 erworben wurde. Das Etikett des Buchhändlers deutet auf einen Verkauf in London hin.

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www.schaulager.org David Claerbout, Olympia (The real-time disintegration into ruins of the Berlin Olympic stadium over the course of a thousand years), start March 2016 Š 2017 ProLitteris, Zurich

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Cantastorie Ritter, Räuber, Zauberinnen – Volkskunst aus Süditalien 25. August – 8. Oktober 2017 Gastkuratorin: Daniela Hardmeier

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AUSSTELLUNGEN

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1 Tafel zu «Palmerino» Leimfarbe auf Papier, 149 × 292 cm Sammlung Würth

4 Tafel zu «Palmerino» Leimfarbe auf Papier, 149 × 292 cm Sammlung Würth

2 Tafel zu «Orlando» Leimfarbe auf Papier, 149 × 130 cm Sammlung Würth

5 Tafel zu «Orlando» Leimfarbe auf Papier, 149 × 292 cm Sammlung Würth

3 Tafel zu «Dolores e Straniero» Leimfarbe auf Papier, 149 × 292 cm Sammlung Würth

6 Tafel zu «Tre Giganti» Leimfarbe auf Papier, 149 × 292 cm Sammlung Würth

Mit unserem Projekt «Cantastorie» be­ treten wir Neuland: Hinter dem Begriff verbirgt sich ein umfangreiches, so gut wie unbekanntes Konvolut von Bildern und Bildzyklen zu grossen Themen der klassischen italienischen Literatur und Kunst, wie den Heldentaten der Paladine Karls des Grossen, basierend auf Tassos «Gerusalemme liberata» und Ariosts «Orlando». Obwohl diese Themen aus der sogenannten Hochkultur vertraut sind – die Kunstwerke sprechen eine andere 12

Sprache und zeugen von einer urwüch­ sigen, lebensvollen und farbenfrohen Volkstümlichkeit. Wir freuen uns mit Ihnen auf dieses besondere Seh-Abenteuer, an dem alle Generationen und garantiert auch alle Kinder mächtig Freude haben. Szenen der Volkskunst Die grossformatigen, rund drei Meter grossen Kunstwerke waren der kostbare Besitz zweier Familien von Bänkelsän­ gern und Puppenspielern (Parisi/Maldera)

aus Neapel und Foggia. Sie waren eine Art Werbung für das Puppentheater und die Aufführungen. Die Stücke wurden für diese besondere Aufführungsform ge­ schrieben, haben als literarische Stoffe jedoch eine Vorgeschichte, die teils bis ins Mittelalter zurückreicht. Die Puppen­spieler brachten den Menschen die gros­sen Themen der Kultur buchstäblich nahe: schöne Prinzessinnen, heldenhafte Rit­ ter, wildes Schlachtengetümmel, schau­ erliche Räuberpistolen und gefrässige


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Ungeheuer. Und die Bilder der Ausstellung sind mehr als farbiger Abglanz dieser untergegangenen Tradition – es sind eigenständige Kunstwerke, die uns staunen lassen über die künstlerische Freiheit der anonymen Maler und vielleicht auch Malerinnen, die deutlich sichtbar Elemente der Karikatur und des Comic verwendeten und vor allem: nicht mit bunten Farben sparten. Mehr als 250 dieser Meisterwerke der Volkskunst aus den ersten Jahrzehnten

des 20. Jahrhunderts sind erhalten. Rund achtzig Werke wurden restauriert und stehen für eine museale Präsentation zur Verfügung. Alle Leihgaben, die für die Ausstellung restauriert werden, kommen aus der Sammlung Würth. Ritter, Räuber, Zauberinnen Vom Kunsthaus Zürich ist man die sogenannte Hochkultur gewohnt. Hier ist es für einmal anders: Wir zeigen, wie Kultur die Menschen am besten erreicht, über

ihre Wünsche und Sehnsüchte und mitten in ihre eigene Lebenswirklichkeit. Keine Frage, die «Cantastorie» sind ein sinnliches, humorvolles und lehrreiches Sehvergnügen, aber sie brauchen gleichsam die passende Umgebung, damit ihre Inhalte lebendig werden. Deshalb gibt es mitten in der Ausstellung eine Bühne oder genauer: ein grosses Podium mit bühnentechnischer Ausstattung. Dort wird es Veranstaltungen geben, denn das Publikum soll auf vielfältige Weise einbe13


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zogen werden. Für sechs Wochen wird der ehrwürdige grosse Ausstellungssaal selbst zum Podium, das Kunsthaus zu einem Ort des lebhaften Austauschs. Wir machen Musik! Im Hinblick auf die Veränderungen, denen das Kunsthaus mit dem Erweiterungsbau von David Chipperfield entgegensieht, erproben wir neue Formen der Präsentation und Vermittlung. Mit dem Projekt «Cantastorie» werden wir von zwei Seiten auf 14

unser Publikum zugehen, mit einem für diesmal dezidiert «volkstümlichen» Angebot und einem musikalisch-theatralischen Begleitprogramm. Die vielen Produktionen und Bearbeitungen lassen den Museumsbesuch zu einem speziellen Erlebnis werden. Die Veranstaltungen bieten ein breites Spektrum: klassische Musik, kunstvoller Liedgesang, bekannte und neue Formationen zwischen Jazz und experimenteller Schweizer Volksmusik, ein vergnügliches Promenadenorchester

und Spezialisten für Salonmusik, aber auch ein besonderes Puppentheater. Eine historische, voll funktionsfähige Jahrmarktorgel, die mit einigem logistischen Aufwand in den grossen Ausstellungssaal transportiert wird, spielt dort zu bestimmten Zeiten. Mitten im Kunsthaus Zürich finden die Volkskunst und die Hochkultur ihre gemeinsame Bühne – «Cantastorie»! Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Adolf Würth GmbH & Co. KG


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7 Tafel zu «Orlando» Leimfarbe auf Papier, 149 × 292 cm Sammlung Würth 8 Tafel zu «Guido Santo» Leimfarbe auf Papier, 149 × 292 cm Sammlung Würth 9 Tafel zu «Piscatore e Pusillico» Leimfarbe auf Papier, 149 × 292 cm Sammlung Würth 10 Tafel zu «Tre Giganti» Leimfarbe auf Papier, 149 × 292 cm Sammlung Würth 10

11 Tafel zu «Storie di Napoli» Leimfarbe auf Papier, 149 × 292 cm Sammlung Würth

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DAS PROGRAMM

Bänkelsänger, Puppenspieler, Landstreichmusik u.v.m.: Cantastorie live erleben! La Lupa: Ars amandi – Die Kunst des Liebens nach Ovid Samstag, 26. August, 19 Uhr Donnerstag, 5. Oktober, 20 Uhr Wer kennt sie nicht in Zürich und weit darüber hinaus. Und nun bringt die unvergleichliche La Lupa mit ihrer charaktervollen Stimme und dem leuchtendbunten Auftritt einen der grössten Dichter des Altertums, Ovid, und sein Versepos «Ars amandi» im Kunsthaus auf die Bühne. Zu einer speziellen Übersetzung und Bearbeitung hat Hieronymus Schädler die passende Musik komponiert, in der Sie, augenzwinkernd, einige der populärsten neapolitanischen Lieder und Schlager wiederfinden: Ein theatralischer Liebeslieder-Abend! Eintritt für Mitglieder CHF 19.– /  regulär CHF 26.– Mit freundlicher Unterstützung von Pro Ticino Zurigo Collegium Novum / Lotte Reiniger: Die Abenteuer des Prinzen Achmed Silhouettenfilm (1926) mit der live gespielten Musik von Wolfgang Zeller in der Bearbeitung des Collegium Novum Zürich, Dirigent: Johannes Kalitzke Donnerstag, 31. August, 20 Uhr Sehen Sie den wundervollen, legen­dären Silhouettenfilm «Die Abenteuer des Prinzen Achmed» von Lotte Reiniger mit der Originalmusik von Wolfgang Zeller, die Jens Schubbe eigens für das Collegium Novum Zürich adaptiert hat. Dieser erste abendfüllende Anima­ tionsfilm hat eine breite Rezeption bis in die Gegenwart und gehört zu den Höhepunkten der Filmgeschichte, doch erst die Musik vollendet ihn. 16 Musiker nehmen Sie mit auf die Reise des Prinzen Achmed auf seinem fliegenden Pferd in die Welt von Tausendundeiner Nacht. Eine rare Aufführung des filmischen Meisterwerks mit Live-Orchester. Eintritt für Mitglieder CHF 19.– /  regulär CHF 26.–

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Marcel Oetiker Trio Mit Marcel Oetiker (Schwyzerörgeli), Rätus Flisch (Kontrabass), Christian Zünd (Schlagzeug) Samstag, 2. September (Lange Nacht der Museen) Sonntag, 8. Oktober, 11.30 Uhr und 14 Uhr Neue Schweizer Volksmusik? Vom Jazz bis zum Hardrock? Altvertrautes und ganz Ungewohntes? Wer das schöne, alte Instrument so meisterhaft beherrscht wie der Ausserschwyzer Volksmusikstar Marcel Oetiker, schafft virtuos und voller Überraschungen den Sprung zu einem sehr ungewöhnlichen Klang- und Hörerlebnis. Sein Werk ist zugeschnitten auf die «Cantastorie» und die farbenprächtige süditalienische Volkskunst an den Wänden des grossen Ausstellungssaals, sozusagen eine Uraufführung. Eintritt im Ausstellungsticket inbegriffen. Mit freundlicher Unterstützung von Helvetia Versicherungen Dingdonggrüezi Theater Sgaramusch Regie: Corsin Gaudenz Spiel: Nora Vonder Mühll, Stefan Colombo Mittwoch, 6. September, 14 Uhr, für alle – ab 5 Jahren Jäggi und Partner haben ein Haus, in dem gibt es Patrizia, Ennio, ein Badezimmer, eine Maus, den Mond. Auf dem Dach spaziert eine Giraffe. Das Haus hat es nicht einfach. Ennio verursacht ein Feuer, Patrizia hat einen toten Hasen im Bett. Frau Huber wird von einem Helikopter geholt. In diesem verrückten Durcheinander kann nicht einmal die Giraffe den Überblick behalten. Zum Glück haben Jäggi und Partner einen Plan dabei: «Dingdong, Grüezi». Eine Hausbauschau für alle ab fünf Jahren, als fabelhaftes Erzähl-, Ausdrucks- und Bewegungstheater, vom Theater Sgaramusch höchst vergnüglich präsentiert. Eintritt im Ausstellungsticket inbegriffen.

Veranstaltungstickets inkl. Ausstellungsbesuch Für alle Abendveranstaltungen können bei ticketcorner.ch und an der Kasse des Kunsthauses Tickets im Vorverkauf bezogen werden. Der Besuch der Ausstellung ist darin inklusive. Begrenzte Platzzahl. Die Sitzplätze sind nicht nummeriert.

I Musichieri Mit Christof Brunner und Roman Strassmann (Violine), Regula Maurer (Violoncello), Christoph Elsaesser (Kontra­ bass), Raimund Wiederkehr (Klavier und Gesang), Mario di Sorrento (Percussion) Donnerstag, 7. September, 20 Uhr I Musichieri bedeutet in einem italienischen Dialekt so viel wie «Musikanten, die bei einem Fest aufspielen», und so klingt es auch: Sechs Berufsmusiker aus der Schweiz mit klassischer Ausbildung und reger Konzerttätigkeit im In- und Ausland spielen mit unschlagbarer Verve die schönsten Stücke der sogenannten Salonmusik, bei uns in der erweiterten Formation der echten «Wiener Besetzung», mit gesanglichen Einlagen und einem speziell auf die Ausstellung zugeschnittenen Programm. Eintritt für Mitglieder CHF 19.– /  regulär CHF 26.– Mit freundlicher Unterstützung von UNIQA Kunstversicherung Schweiz Johannes Brahms: Die schöne Magelone In einer Bearbeitung für drei Stimmen, Sprecher und Kammerorchester Mit Julian Prégardien (Tenor) und Mitgliedern des Tonhalle-Orchesters Samstag, 9. September, 19 Uhr Sonntag, 1. Oktober, 19 Uhr «Die schöne Magelone» ist eine dramatische Liebesgeschichte zwischen der Tochter des Königs von Neapel und dem provenzalischen Grafen Peter, die nach vielen Wendungen ein klassisches Happy End findet. Ursprünglich eine spätmittelalterliche Erzählung, gehörte sie für Jahrhunderte zu den populärsten Stücken überhaupt. Johannes Brahms (1833 – 1897) fasste den umfangreichen literarischen Stoff nach der Bearbeitung von Ludwig Tieck 1861 als Erster in 15 Romanzen musikalisch zusammen und schuf ein Meisterwerk der Liedkunst, ursprünglich für Tenor und Klavier. In der Ausstellung erklingt eine neuere Bearbeitung für Orchester, drei Singstimmen und einen


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DAS PROGRAMM Sprecher. Dies macht «Die schöne Magelone» zu einem kammermusikalischen Ereignis. Julian Prégardien gehört zu den gefragtesten lyrischen Tenören, wenn es um die perfekte Gestaltung unge­ wöhnlicher Liederprogramme geht, und wir freuen uns sehr, dass er «seine» Magelone in grosser Besetzung gleich zweimal zur Aufführung bringt. Eintritt für Mitglieder CHF 19.– /  regulär CHF 26.– Mit freundlicher Unterstützung von JTI   Nuova Compagnia di Canto Popolare Mit Fausta Vetere (Gesang und Gitarre), Carmine Bruno (Percussion), Gianni Lamagna (Gesang und Gitarre), Corrado Sfogli (Saiteninstrumente, Gitarre, Bouzouki, Mandoline), Michele Signore (Violine, Leier, Mandoline), Marino Sorrentino (Saiteninstrumente, Flöte, Schalmei, Sackpfeife, Trompete), Pasquale Ziccardi (Gesang und Bass) Freitag, 15. September, 19 Uhr Samstag, 16. September, 19 Uhr Das berühmte Ensemble Nuova Compagnia di Canto Popolare (NCCP) kommt für diese beiden Abende eigens aus Neapel nach Zürich. In den späten 1960er-Jahren in Neapel gegründet, verkörpert es weit über Italien hinaus die Wiederent­ deckung der Tradition der neapolitanischen Volksmusik. Das Repertoire der hochmusikalischen Tausendsassas reicht von erfolgreichen Neuinterpretationen bekannter Lieder wie «Tammurriata Nera» oder sogenannter «villanelle» und «tammurriate», italienischer Volksweisen und traditioneller Tänze, bis zu Eigenkompositionen in einem einzigartigen Stil. Berühmt ist ihre Zusammenarbeit mit unzähligen italienischen Musikern wie Pino Daniele, Edoardo Bennato, Tullio De Piscopo oder Enzo Avitabile. Im Kunsthaus treten sie in grosser Besetzung und mit einer staunenswerten Vielzahl von Instrumenten auf. Eintritt für Mitglieder CHF 19.– /  regulär CHF 26.– Mit freundlicher Unterstützung von accurART Kunstversicherungsmakler AG Töbi Tobler: Hackbrett Sonntag, 17. September, dreimal zwischen 11.30 Uhr und 14 Uhr Ein Konzert mit Töbi Tobler verspricht Hackbrettspiel der Extraklasse. Keiner

bestimmten Sparte verschrieben, vermittelt er authentischen Ausdruck mit seiner Musik, und für uns hat er extra eine musikalische Performance mit Gesang er­ arbeitet, die er mitten in der Ausstellung aufführt. Seit 40 Jahren spielt Töbi Tobler hauptberuflich Hackbrett. In einer Zeit, in der dieses alpenländische Ur-Instrument nur noch selten in Gebrauch war, begann er, moderne, aktuelle Musik darauf zu spielen und bringt es in die verschiedensten Formationen und Musikstile ein. Im Kunsthaus ist er solo und in höchster Perfektion zu erleben. Eintritt im Ausstellungsticket inbegriffen. Mit freundlicher Unterstützung von Helvetia Versicherungen Etta Scollo Mit Etta Scollo (Gesang und Gitarre), Fabio Tricomi (diverse Instrumente), Max Urlacher (Sprecher) Donnerstag, 21. September, 20 Uhr Mit der stimmgewaltigen Etta Scollo tauchen wir musikalisch ein in den Süden Italiens mit all seinen Widersprüchen und Gegensätzen, seiner wilden Schönheit und Magie. Die Reise wird mit Liedern, Geschichten, Erzählungen und Beschreibungen aus den Federn von einhei­mischen Autoren wie auch berühmten Besuchern des Südens gestaltet. Das schillernde Spektrum reicht von den französischen Paladinen einer mittelalterlichen Hochkultur, von frühen Opern bis zur populären Musik der schmachtendschönen Klischees und zu den moder­nen «Cantastorie», begleitet und instrumentiert mit Barock- und alten volks-­ tümlichen Instrumenten Süditaliens. Mit ihrer Bühnenpräsenz macht Etta Scollo aus ihrem Auftritt eine stimmungsvolle Performance rund um die grossen Themen unserer Ausstellung. Eintritt für Mitglieder CHF 19.– /  regulär CHF 26.– Mit freundlicher Unterstützung des Italienischen Kulturinstituts Zürich

Landstreichmusik Mit Matthias Lincke (Tanzgeige) und Dide Marfurt (diverse historische Instrumente), Simon Dettwiler (Schwyzerörgeli), Christine Lauterburg (Geige und Gesang), Elias Menzi (Hackbrett) und Matthias Härtel (Kontrabass und Geige) Donnerstag, 28. September, 20 Uhr Die Landstreichmusik ist eine Gemeinschaft von Wandermusikanten rund um «Giigämaa» Matthias Lincke. Seit 2010 sind die spielfreudigen «Landstreicher» unterwegs in den Fussstapfen der histori­ schen Wandergeiger und Spielleute. In ihrer stilistischen Breite und instrumentalen Farbenpracht bieten sie ein Panoptikum traditioneller, lustvoll experimenteller Schweizer Volksmusik. Aufgelesen am Weg­rand im Laufe von Jahrhunderten, von Musikant zu Musikant weitergegeben und verwandelt, entstand ein schwungvolles Sammelsurium an «urchigen» Stücken und Liedern aus der Schweiz und dem gesamten Alpenraum: Appenzeller Streichmusik gesellt sich zu Innerschwiizer Örgelimusig, Naturjodel und Tanzmusik, die zurückgeht auf Mittelalter- und Renaissanceweisen. Eintritt für Mitglieder CHF 19.– /  regulär CHF 26.– Mit freundlicher Unterstützung von Helvetia Versicherungen Fritz Franz & Ferdinand: Ein Hühnermärchen Theater Gustavs Schwestern Regie: Priska Praxmarer Spiel: Sibylle Grüter und Jacqueline Surer Freitag, 29. September, 16 Uhr, für alle – ab 6 Jahren Warum gibt es hierzulande so wenige Prinzen? Das wissen Fritz Franz & Ferdinand, denn die Drillingsprinzen sind wegen ihres gockelhaften Getues in Güggeli verzaubert worden. Nur der Kuss einer Prinzessin verspricht Rettung. Die drei gefiederten Freunde begeben sich auf eine Reise voller Abenteuer durch die Märchenwelt, nicht ungefährlich, denn Rotkäppchens Wolf heftet sich an ihre Fersen, und der hat mächtig Hunger auf – Hühnchen, was sonst! Ob das gut ausgeht…? Hin­reissend absurd präsentiert das Theater Gustavs Schwestern seine Puppenshow auf der «Cantastorie»-Bühne des Kunsthauses! Für Kinder ab sechs Jahren und für alle, die unkonventionelles Figurentheater lieben. Eintritt im Ausstellungsticket inbegriffen.

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Bilderwahl!

Reformation 29. September 2017 – 14. Januar 2018 Gastkurator: Andreas Rüfenacht In der Reihe der «Bilderwahl!» veranstaltet das Kunsthaus Zürich eine Ausstellung über Aspekte der Reformation in der bildenden Kunst. Es werden Werke vom 16. bis ins 20. Jahrhundert versammelt. Im Zentrum dieses Querschnitts steht Ferdinand Hodlers «Einmütigkeit».

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Zunächst gilt es, die historische Dimen­ sion des Begriffs Reformation abzu­ streifen. Reformation stammt vom lateinischen «reformare» und bedeutet umgestalten, verbessern, erneuern. Damit handelt es sich um einen genuin muse­ alen Begriff: Durch das Sammeln und Ausstellen werden Kunstwerke immer wieder in neuen Zusammenhängen gezeigt. Zusammen mit ihren jüngeren Nachfolgern zeugen sie bis heute von dem, was Kunst ausmacht: Umgestaltung, Verbesserung, Erneuerung, eben andauernde Reformation. Rund 60 Werke vom Spätmittelalter bis ins 20.  Jahrhundert werden in fünf Räumen des Moserbaus unter dem Motto «Reformation» präsentiert. Die Ausstellung geht fünf Kapiteln entlang: «Reformation?», «Einmütigkeit», «Erinnerung», «Erleuchtung» und «Erneuerung». Im Zentrum steht die diesjährige Wahl der Mitglieder der Zürcher Kunstgesellschaft im Rahmen der Ausstellungsreihe «Bilder­wahl!»: Ferdinand Hodlers zweite Fassung der «Einmütigkeit». Sie befasst sich mit einem Ereignis der Reformation. Reformation? Die historische Reformation, wie sie vor 500 Jahren von Luther angestossen wurde, hatte weitreichende Folgen für die Kunst. Die Gläubigen sollten das Bild Christi im Herzen tragen und nicht mehr vor Augen. Geprägt von Zwingli und Calvin ist dies in den reformierten Gebieten der Schweiz bis heute augenscheinlich. Die Kirchen sind leer, die sakralen Bilder haben ihre dienende Funktion als Heilsvermittler verloren. Trotz dieser Entwicklungen besitzt das Kunsthaus eine bedeutende Sammlung altmeisterlicher Kunst aus der Zeit vor der Reformation – ausgerechnet am Wirkungsort Zwinglis. Ein wichtiger Grund dafür liegt in der Abkehr des reformierten Gottesdienstes von der alle 22

Sinne ansprechenden Feier und der Hinwendung zur vergeistigten Wortpredigt. Langfristig eröffnete dies der Fantasie zahlreiche Wirkungsfelder. Hierin liegt die Bedeutung der Reformation für die Bilder: Als Erzeugnisse menschlicher Fantasie sind sie über die Jahrhunderte zu Kunst geworden. Davon zeugen sie bis heute in den Museen. Anhand von Altartafeln und Skulpturen des Kunsthauses werden die einstige Funktion, Bedeutung und Krise der alten Sakralbilder sowie ihr Wiederaufleben als Kunst nachgezeichnet.

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Ferdinand Hodler Einmütigkeit. Zweite Fassung, 1913 Öl auf Leinwand, 329 × 1000 cm Kunsthaus Zürich, Geschenk Alfred Rütschi, 1919

2 Philippe de Champaigne Das Schweisstuch der Heiligen Veronika, vor 1654 Öl auf Leinwand, 70,3 × 56 cm Kunsthaus Zürich, Geschenk der Dr. Joseph Scholz Stiftung 3 Ludwig Vogel Zwinglis Abschied beim Auszug zur Schlacht bei Kappel, 1838 Öl auf Leinwand, 91 × 121 cm Kunsthaus Zürich, Depositum des Zwingli-Vereins, 1949

Einmütigkeit 1911 erhielt Ferdinand Hodler den Auftrag, für das neu erbaute Rathaus in Hannover ein grossformatiges Historienbild zu malen. Thema war eine Begebenheit der Reformation. Am 26. Juni 1533 schwor die versammelte Hannoveraner Bürgerschaft unter Anführung von Dietrich Arnsborg gegen den Willen der Obrigkeit die Hinwen­ dung zum neuen Glauben. Im neuen Rathaus von Hannover erhielt die Szene einen demokratischen Charakter: Veränderung geschieht durch Mitbestimmung. Für den Pariser Herbstsalon von 1913 malte Hodler eine etwas kleinere Zweitfassung, die «Einmütigkeit» des Kunsthaus Zürich. Der Maler entsprach den damaligen Vorstellungen des reformatorischen Ereignisses: «Die Männer (…) sind nun wirklich die ruhigen Säulen eines gewaltigen herrschenden Gedankens, eines entschiedenen und tiefen Gefühls.» (Mathias Morhardt, 1913) In der Grafischen Sammlung des Kunsthauses sind über 100 Skizzen und Studien zur «Einmütigkeit» erhalten. Eine Auswahl von rund 20 Blättern vertieft Hodlers Suche nach der angemessenen Komposition, die Figurenstudien für die Schwörenden und das Ringen um die richtige Erscheinung der Hauptfigur des Redners.


AUSSTELLUNGEN

Erinnerung Die Rückbesinnung auf Ereignisse der Vergangenheit dient der Begründung und Rechtfertigung von Entwicklungen der eigenen Zeit. Dies wurde schon lange vor Hodler in der Historienmalerei des 19. Jahrhunderts manifest. Der Zürcher Ludwig Vogel gehörte zu den bedeutendsten Schweizer Historienmalern seiner Zeit. 1819 konzipierte er «Zwinglis Abschied beim Aufbruch zur Schlacht bei Kappel» im Herbst 1531. Die Geschichte basiert auf der Überlieferung, wonach das Pferd des Reformators scheute. Dies wurde als böses Omen ausgelegt und tatsächlich kam Zwingli in der Schlacht ums Leben. Für den liberalen Vogel mag die Geschichte ein Fanal der eigenen Zeit gewesen sein: Der eidgenössische Zusammen­ halt über die Konfessionsgrenzen hinaus schien unter einem schlechten Stern zu stehen. Ludwig Vogel zählte zu den Lukas­ brüdern oder Nazarenern, einer deutschen Künstlergruppe in Rom. Weitere Zürcher schlossen sich ihnen an. Von ihnen besitzt das Kunsthaus mehrere Gemälde, so z. B. Johann Caspar Schinz’ «Heilige Familie mit musizierenden Hirtenknaben». Man sieht es diesen Kunstwerken nicht an, aber sie waren einst Avantgarde. Die Lukasbrüder grenzten sich von den Akademien und dem Klassizismus ab und verlangten mehr Herz, Seele und Gefühl in der Kunst. Hierfür besannen sie sich auf die vorrefor­ma­ torische Kirche und die Kunst des italienischen Quattrocento. Trotz ihrer angenehm-­ intimen Wirkung und ihren technischen Qualitäten geriet die Kunst der Nazarener angesichts künstlerisch fruchtbarerer Entwicklungen nach und nach in Vergessenheit. Einige dieser selten gesehenen Werke werden in der Ausstellung präsentiert. Erleuchtung Nicht zuletzt durch den Eingang der Gemälde der Stiftung Betty und David Koetser ab 1976 wurde in jüngerer Zeit die Präsenz katholischer Kunst der Gegenreformation im Kunsthaus spürbar

gesteigert. Historisch gesehen dienten diese Sakralwerke als explizit sinnliche Gegenposition zur vergeistigten Wortorientiertheit der Protestanten. Das Bilderdekret, das 1563 während des Konzils von Trient verfasst worden war, blieb denn auch bei der althergebrachten kirchlichen Tradition: Bilder dienten der Verehrung, Belehrung und Erinnerung an das Heilige und führten zu göttlicher Erleuchtung. Zentrales Bild hier ist Philippe de Champaignes «Schweisstuch der Heiligen Veronika». Es zeigt das wahre Antlitz Christi und reflektiert eine beliebte Bildtradition, die angeblich auf seinen echten Gesichtsabdruck aus Schweiss und Blut in einem Tuch zurückgeht. Für die Künstler war die Darstellung des göttlichen Menschen immer auch eine Selbstreflexion über die Möglichkeiten der Malerei, die das Wahre aufzuzeigen vermochte – was ihrerseits der Kirche zunutze kam.

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Piet Mondrian Tableau No. I, 1925 Öl auf Leinwand, 112 × 112 cm Kunsthaus Zürich, Vereinigung Zürcher Kunstfreunde, 1956

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Meister des Churwaldener Altars Stehende Madonna mit Kind, um 1480 / 90 Holz mit originaler Fassung, 186 × 61 × 44 cm Kunsthaus Zürich

Erneuerung Nach universalen Gültigkeiten suchten auch Piet Mondrian, die Mitglieder der Künstlergruppe «De Stijl» und Nachfolger wie die Zürcher Konkreten. Ihre Kunst sollte frei von äusseren Umständen sein – womit sie in gewissem Sinn ein ferner Nachhall der reformatorischen Forderung nach dem reinen Wort Gottes ist. Die universalen Gesetze der Geometrie, Mathematik oder Optik dienten ihrem Streben nach Harmonie und Gleichgewicht. Die formvollendeten Kompositionen, die verwendeten Primärfarben und reinen Grundformen wie Kreis und Quadrat der Konkreten Kunst enthalten damit einen unterschwelligen, bei Mondrian gar explizit religiösen Charakter. Im letzten Raum der Ausstellung wird diese reine Kunst gewissermassen auf den Altar gehoben. Damit regt die Ausstellung erneut zum Gedanken an, den Werner Hofmann 1983 in seiner Ausstellung «Luther und die Folgen für die Kunst» angeregt hatte: Die Reformation schränkte die Kunst in ihren Gebieten zwar zuerst ein, legte aber einen Grund zu ihrer totalen Befreiung. Unterstützt von Albers & Co AG 23


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SAMMLUNG

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Jenseits des Bilderverbots Ab Ende September ist im 1. Stock des Moserbaus die BilderwahlAusstellung «Reformation» zu sehen. Die drei hier vorgestellten Sammlungswerke figurieren nicht darin, das separate Thema, das sie beleuchten, ist aber im Kontext der Ausstellung ebenfalls von Interesse. Marc Chagalls «Märtyrer» von 1940 gemahnt an eine Kreuzigungsdarstellung. Wir sehen einen an einen Pfahl gefesselten Mann, dessen Körper mit einem weissschwarzen jüdischen Gebetsmantel, dem Tallit, verhüllt ist. Ein Bild für die Passion des jüdischen Volkes? Oder ein universelles Bild für einen Menschen, der – wie Felix Baumann bemerkte – nicht die Welt erlöst, aber deren Leid auf sich nimmt? Das spätmittelalterliche Bild rechts zeigt Pilatus, der Christus der Menge präsentiert, bevor er ihn ihr später zur Hinrichtung ausliefert. Auch hier trägt der Leidende ein weiss-schwarzes Gewand. Ganz im Gegensatz zum Bild Chagalls wird dieses nun aber geöffnet, um den Blick auf den zuvor Ausgepeitschten und dessen Wunden freizugeben. Und in der Mitte ein spätes Bild Mark Rothkos. Dieser grosse Maler der amerikanischen Nachkriegs-Abstraktion – auch

er wie Chagall jüdischer Herkunft – hat sich früh von allem Figürlichen befreit. Thema war dabei nicht das hebräischbiblische «Bilderverbot» (Exodus, 20, 1 – 6), an das sich ja auch der grosse Erzähler Chagall nicht mehr gebunden fühlte. Vielmehr ging es Rothko um die Aktivierung eines aus der Farbe selbst gewonnenen Wirkungsraums. Dabei begegnen wir hier erneut den Farben Weiss und Schwarz. Letztere dominiert: Um dem Missverständnis des Dekorativen zu entgehen, hatte sich Rothko von seinen anfangs lichten und bunten abstrakten Werken nach und nach in eine viel dunklere Farbigkeit geflüchtet. Chagall verhüllt also den Körper seines geheimnisvollen Märtyrers mit dem Gebetsmantel. Demgegenüber zelebriert der spätmittelalterliche Meister die Enthüllung der als geheiligt erlebten Figur. Rothko hingegen macht die

schwarz-­weisse Membran selber zum Gegenstand seines Bildes. Weder verhüllend noch enthüllend, erschliesst sie als Farbraum einen namenlosen Bereich, den uns die Malerei zuvor nicht zu zeigen vermochte.

1 Marc Chagall Le martyr, 1940 Öl auf Leinwand, 164,5 × 114 cm Kunsthaus Zürich, Schenkung der Elektro-Watt AG © 2017 ProLitteris, Zürich 2 Mark Rothko Untitled (White, Blacks, Grays on Maroon), 1963 Öl auf Leinwand, 227 × 175 cm Kunsthaus Zürich © The Estate of Mark Rothko 3 Meister des Morrison-Triptychons Darstellung Christi vor Pilatus (Ecce Homo), um 1510 Öl und Tempera auf Eichenholz, 123,5 × 104,5 Kunsthaus Zürich

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AUSSTELLUNGEN

Die Lange Nacht der Museen Die Lange Nacht im Kunsthaus Zürich 2. September 2017, 19 – 2 Uhr

Kunsthaus-Lounge 19 – 2 Uhr Unsere Lounge lädt in entspannter Atmosphäre ein zum Verweilen, etwas Trinken oder einen Happen essen. Die Zürcher Nachwuchs-DJs Laessig & Trane sorgen für den passenden Sound. Vorhang auf – Bühne frei! Atelier für Jung und Alt, 19 – 1 Uhr Inspiriert von der Ausstellung «Cantastorie», malen Sie Ihr eigenes Bühnenbild. Schaffen Sie Ihre eigenen Figuren. Wo spielt Ihre Geschichte? Wer hat die Hauptrolle? Ein Ritter, eine Prinzessin, ein Monster – alles ist möglich! Kurzführungen in der Sammlung 19.30 h Deutsche Geschichte: A. R. Penck 20.00 h Amerikanische Geschichte: Andy Warhol 21.00 h Die Geschichte von Lydia Welti-Escher 21.30 h Die Vedute 22.30 h Venezianische Geschichten: Canaletto, Guardi, Tiepolo 23.30 h Johann Heinrich Füssli und Shakespeare 24.00 h Künstler als Kämpfer gegen die Tradition 00.30 h Über Heilige und Helden

Bilder erwachen zum Leben 20 / 20.45 / 22 / 22.45 Uhr Choreographin Francesca Waldvogel und ihre Tänzerinnen und Tänzer erwecken Werke aus der KunsthausSammlung zum Leben. Monet, Warhol, Polke und Hodler sind nur einige, zu denen die 20-Jährige speziell für die Lange Nacht im Kunsthaus Zürich eine Choreographie entwickelt hat. Eine Verbindung von Tanz, Musik und bildender Kunst lässt den Zuschauer in eine Welt der Gefühle eintauchen. Marcel Oetiker Trio 21 / 23 Uhr Mit Marcel Oetiker (Schwyzerörgeli), Rätus Flisch (Kontrabass), Christian Zünd (Schlagzeug) Neue Schweizer Volksmusik? Vom Jazz bis zum Hardrock? Wer das schöne, alte Schwyzerörgeli so meisterhaft beherrscht wie der Ausserschwyzer Volksmusikstar Marcel Oetiker, schafft virtuos und voller Überraschungen den Sprung zu einem sehr ungewöhnlichen Klangund Hörerlebnis. Sein Werk ist zugeschnitten auf die «Cantastorie» und die farbenprächtige süditalienische Volkskunst an den Wänden des grossen Ausstellungssaals.

Speis und Trank Auch was das Kulinarische angeht, lohnt sich ein Besuch im Kunsthaus: In der Lounge mit einem Drink die feinen Häppchen vom Meister Biber geniessen oder sich im KunsthausRestaurant rundum verwöhnen lassen. Die Lange Nacht im Kunsthaus Zürich wird unterstützt von JTI. Tickets und Info Ein Ticket zum Einlass in alle beteiligten Museen kostet CHF 25.–. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre erhalten freien Eintritt. Infos und das gesamte Programm unter www.langenacht.ch.

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ERWEITERUNG

Von Stutz und Stützen Fundraising und Tunnelbau auf der Zielgeraden

Baustelle

Fotos: © Amt für Städtebau, Juliet Haller

Baumstützen

Im Frühjahr haben die Untergeschosse der Kunsthaus-Erweiterung eine Geschoss­decke erhalten. Darüber, auf Strassenniveau gut sichtbar, ragen Wände in die Höhe, die die räumliche Aufteilung zwischen der Bar, dem Festsaal und dem Shop erkennen lassen – beiderseits des Foyers Walter Haefner, der neuen Eingangshalle. Nicht ein­ sehbar für Aussenstehende ist, wie untertags im Moserbau vorangegangen wird. Das Unter­ geschoss – dort wo sich bis anhin die WC und Schliessfachanlagen, der kleine Seminar­raum und Lagerräume befanden – ist entkernt und der Sockel zum Heimplatz hin aufgebohrt worden. Im Herbst erfolgt der «Durchstich»: Die Passage, welche die von David Chipperfield entworfene Erweiterung mit dem Bestandsbau verbinden wird, ist dann von beiden Seiten zugänglich. Auf den ersten Blick kurios – aber seit Jahrhunderten im Bau üblich: Baumstämme, kräftige Schweizer Kaliber mit einem Durchmesser bis 40 Zentimeter, sorgen in der Erweiterung für die gleichmässige Lastenverteilung der neu einge­ zogenen Geschossdecken. Fortschritte sind auch aus dem Fundraising zu vermelden. Von dem erforderlichen privaten Anteil in Höhe von CHF 88 Mio. an die Gesamtkosten (CHF 206 Mio.) hat die Zürcher Kunstgesellschaft CHF 79 Mio. eingesammelt. Rund 150 Privatpersonen, Firmen und Stiftungen gehören inzwischen zum Kreis der Gönner.

Passage

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INTERN

Karin Marti (links) und Gerda Kram

Wer redet mit, wenn Bilder reisen? Registrare

Foto: © Markus Bühler-Rasom

Nur die wenigsten können sich unter der Bezeichnung «Registrar» etwas vorstellen. Im Kunsthaus Zürich haben wir gleich zwei: Karin Marti ist Sammlungs-Registrarin, Gerda Kram Regi­strarin für Leihgaben, die an Ausstellungen im Kunsthaus gelangen. Frau Marti, was genau beinhaltet die Arbeit als Registrar? Als Registrarin der Sammlung für Gemälde und Skulpturen bin ich zuständig für die Aufnahme der Erwer­ bungen. Ob Ankäufe, Geschenke oder Dauerleihgaben, jedes Objekt erhält eine Inventarnummer und wird mit Etiketten am Werk sowie am Bilderrahmen beschriftet. Ein Inventarbogen wird angefertigt und enthält alle relevanten Daten. Schliesslich werden sämtliche Werke in ein Inventarbuch eingetragen und digital erfasst. Gleichzeitig bin ich auch für den Leih­verkehr an andere Institutionen zuständig. Oft werden mehrere Werke gleichzeitig angefragt oder ganze Werkgruppen. Jedes dieser Leihgesuche

impliziert einige Arbeitsabläufe. Die Werke werden von unseren Restauratoren auf Zustand, Konservierungsgrad und Transportfähigkeit geprüft. Ein weiteres Kriterium ist das Ausstellungsinstitut selbst. Genügen die Sicher­ heitsstandards? Sind die klimatischen Gegebenheiten ideal? Wenn diese Fragen geklärt sind, entscheidet die Direktion über die Leihgabe. Was ist die grösste Herausforderung in Ihrem Job? Das Kunsthaus ist nicht nur Leihgeber, sondern auch Leihnehmer und folglich darauf bedacht, gute Kooperationen mit anderen Museen einzugehen. In Bezug auf die ausgehenden Leihgaben geht es oft darum, bei vertraglichen Abkommen für beide Parteien gängige Kompromisse zu finden. Viele ausländische Museen werden durch den Staat subventioniert und berufen sich auf sogenannte Staatshaftungen, wonach sie keine Versicherungsprämien bezahlen müssen. Gerade dadurch sind trotz schwindender Budgets und

Geldquellen noch immer teure Ausstellungshits wie van Gogh oder Picasso in öffentlichen ausländischen Museen überhaupt möglich. Angesichts der finanziellen Lage, bei denen der Staatshaushalt in einem Schadenfall aufkommen müsste, ist man geneigt, die ausgehenden Leihgaben auf ein solides kommerzielles und damit kosten­ verbundenes Versicherungsmodell zu stützen. Dies geschieht im Bewusstsein, dass Leihgaben im schlimmsten Fall seitens Leihnehmer abgesagt werden müssten. Deshalb gilt es, manchmal über alternative Deckungsmöglichkeiten zu entscheiden. Gibt es ein besonderes Erlebnis? Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Tag, als wir «Das Höllentor» von Auguste Rodin mit einem Grossaufgebot an Spezialisten, raffinierten technischen Hilfsmitteln und einem Stossgebet gen Himmel, dass alles gut gehen möge, von unserer Portalmauer entfernten und auf einen Tieflader legten. Die Direktion hatte dem Leihansuchen der Royal Academy of Arts in London stattgegeben. Die Fahrroute nach London musste genau überlegt werden, weil das sechs Meter achtzig hohe, vier Meter breite und mehrere Tonnen schwere Monumentalwerk die üblichen Lade- und Sicherheitsnormen sprengte. Dank des professionellen und umsichtigen Handlings aller Beteiligten ist das Höllentor unversehrt wieder zu uns zurückgekehrt. Und was ist Ihre persönliche Motivation? Damals als Kind, als mein Vater mich in den Louvre führte, sprang der Funke über. Seither habe ich mich für Kunst und Ausstellungen interessiert. Kunst inspiriert, verblüfft, beflügelt, entzückt, setzt Impulse, rüttelt auf und regt zum Nachdenken an. Von diesem Standpunkt aus gesehen: was gibt es besseres, als diese Begeisterung teilen zu können und dazu beizutragen, andere Leute weit über unseren Kontinent hinweg erfreuen zu können. 31


ANDERNORTS

Unsere Reise begann in Porto, Heimat des Portweins und architektonische Perle. Bereits am Flughafen wurden wir von der fantastischen Sofia Barroso (Around Art, Madrid) in Empfang genommen, die für uns ein sehr exklusives Programm voller Highlights zwischen Museen, Privat­ villen und Kunstsammlungen zusammen­ gestellt hatte.

Art déco-Villa des Count of Visela in der Serralves Foundation, Porto

Portugiesische Highlights Vom 13. bis 18. Mai besuchten die Kunstfreunde Zürich Portugal. Die Erlebnisse und Eindrücke schildert Kunsthistorikerin und Organisatorin Maria Larsson.

Stromlinienförmiges Panoramadach des 2016 eröffneten Maat in Lissabon

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Portugiesische Gastfreundschaft Das Restaurant «Boa Nova Casa do Cha», ein von Alvaro Siza 1958 erbautes Meisterwerk, wurde unser erster Halt. Der modernistische Bau versinkt wie ein Fels in der tosenden Brandung, mit Fenstern, die sich Gemälden ähnlich dem Blick des Betrachters zuwenden. Auch die öffent­ lichen Schwimmbäder, welche Siza nicht weit davon in die Klippen des Atlantiks hauen liess, zeugen von der Strahlkraft dieses Architekten, dem wir noch viele weitere Male während unserer Reise begegnen sollten: Nicht zuletzt im Hause seines Sohnes Alvarinho Siza, der uns am späten Nachmittag zum Aperitif empfing. Den Rest des Tages verbrachten wir in der Galerienstrasse Rua Miguel Bombarda und in der Villa einer portugiesischen Sammlerfamilie, wo wir einen Vorgeschmack davon bekamen, welche unglaubliche Gastfreundschaft uns in den nächsten Tagen erwarten würde. Ästhetik und Funktionalität Am kommenden Morgen erhielten wir eine Führung durch das von Rem Koolhas erbaute «Casa da Musica». Die Begeisterung der Gruppe für die innovative Kraft dieses Baus, wo sich Ästhetik und Funktionalität bis ins kleinste Detail vereinen, konnte wohl nur noch durch die un­ konventionelle Programmgestaltung des Hauses übertroffen werden. Klassik trifft auf Rock, Tradition auf Moderne, Fado auf Elektronik und Videokunst, Kleinkinder auf Eltern, die ein Konzert geniessen können, während die Kleinen der Musik beim Spielen in den oberen Räumen lauschen. Den Nachmittag verbrachten wir in der weitläufigen «Serralves Foundation». Der Count of Visela hatte seiner französischen Ehefrau als Liebesbeweis einen


ANDERNORTS

minimalistischen Art déco-Bau errichten lassen. Sehenswert waren vor allem auch der Park mit Skulpturen und das Hauptgebäude mit einer Ausstellung internationaler Kunst der 1960er-Jahre und dem Werk Gordon Matta-Clarks. Auch dieser Bau trägt den Schriftzug Sizas, der den Innen- und Aussenraum mit spannenden Durchblicken optimal zu verschmelzen wusste.

Fotos: Maria Larsson

Private Einblicke Der nächste Tag stand ganz im Vorzeichen zweier aussergewöhnlicher Privatsammlungen vor den Toren der Stadt Braga. Wir besuchten Anwesen mit Gärten, Olivenbäumen und saftigen Wiesen, bewunderten Werke von Nam June Paik, Helena Almeida, Jonathan Meese und Richard Long. Und wir staunten über die perfekte Verschmelzung zeitgenössischer Kunst mit Antiquitäten aus dem Mittleren Osten und christlichen Devotionalien aus Südindien. Die Spuren der ehemaligen Kolonialmacht Portugal waren allgegenwärtig. Am nächsten Tag verliessen wir Porto in Richtung Lissabon und besuchten die «Oliva creative Factory», wo eine umfassende Ausstellung zur «Outsider»-Kunst der José & Norlinda Lima Collection zu sehen war, wie auch interessante Installationen der portugiesischen Künstler João Maria Gusmão und Pedro Paiva. Danach ging es weiter nach Sintra, wo wir in der bezaubernden privaten «Quinta de San Sebastian» zu Mittag assen. Der letzte Abstecher des Tages war das gerade erst fertig renovierte Anwesen von Pierre Huber, dem legendären Genfer Kunsthändler und Sammler, der sich an der Küste vor Lissabon einen Wohntraum zwischen Kunstinstallation und traditioneller «Azulejos»-Handwerkskunst hat errichten lassen. Richtung Zukunft Die letzten beiden Tage verbrachten wir im wunderschönen Lissabon, unter strahlend blauem Himmel. Gerade hier spürt man die mitreissende Energie Portugals am besten. Eine Stimmung, welche das

Land, die Bewohner und somit auch die Kunstszene mit aller Kraft in die Zukunft zieht. Am eindrücklichsten präsentierte sich der von Amanda Levete entworfene Bau des «MAAT» (Museum of Art, Archi­ tecture and Technology). Das «Centro Cultural de Belem» mit der qualitativ und quantitativ sehr erstaunlichen Privatsammlung von Eduardo Berardo ist ein weiteres Highlight, das man unbedingt gesehen haben muss. Als Kunsthaus-Gruppe wurden wir danach von Carlos Urròz, dem Direktor der kleinen, aber feinen Kunstmesse «Arco Lissabon», zusammen mit anderen Gästen zum Mittagessen eingeladen. Die «Cordoaria», wo die Messe zum zweiten Mal stattfand, erinnert in kleinerem Format an das imposante «Arsenale» in Venedig, wo früher ebenfalls Seile für die Seefahrt hergestellt wurden. Mit etwas

über 40 Galerien liessen sich in gemächlichem Tempo interessante Entdeckungen machen. Unser letzter Tag war einigen jungen Galerien in der Rua Capitao Leitao und der umfassenden Fotosammlung von «Novo Banco» gewidmet. Die Dichte an Eindrücken der letzten sechs Tage und die vielen Informationen und Erlebnisse, die uns als Gruppe zusammengeschweisst hatten, liessen wir vor der Abreise in einem Privatpalast ausserhalb der Stadt Revue passieren. Portugal hat mich begeistert, mit all seinen Facetten und seiner offenen Gastfreundlichkeit. Ich plane bereits, nächsten Frühsommer wieder dahin zu reisen.

Im Studio von Luis Coquenhao

Private Kunstgalerie von Mario und Paola Sequeira Eingangstreppe der Casa da Musica, Porto

Mitglied werden Die Reiselust der Kunstfreunde Zürich ist legendär, ebenso wie ihre Anlässe und Spendenfreundlichkeit zugunsten der Sammlung. Neue Mitglieder sind in diesem Club der Mäzene des Kunsthaus Zürich willkommen. Weitere Informationen unter www.kunstfreunde-zuerich.ch

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MEINUNGEN

Post ans Kunsthaus Wir freuen uns immer wieder, von Ihnen zu hören – ob Lob oder Tadel, per Mail, per Post oder über Facebook. Hier für Sie eine Auswahl von Nachrichten, die uns während der letzten Monate erreichten.

Am 08. Jänner 2017 bin ich anlässlich eines Besuches im Kunsthaus Zürich der Zürcher Kunstgesellschaft beigetreten und erhielt bei dieser Gelegenheit eine provisorische Mitgliedskarte mit der Nummer 36885. Inzwischen ist irgendwann auch ein dicker Brief mit der definitiven Mitgliedskarte gekommen, nur leider: ich finde diesen Brief nicht mehr. Wir haben unsere Wohnung renoviert, ich habe die ganzen Berge an unerledigtem Papier siebenmal hin- und her geschichtet, und jetzt ist der Brief verschwunden, und vielleicht werde ich ihn in ein paar Monaten oder auch erst in ein paar Jahren wieder finden. – Können Sie mir bitte J. Schmid helfen? Das wäre total nett!

Tolle Giacometti-Ausstellung. Nur, und das klingt jetzt eigentümlich – weniger wär mehr gewesen. Ich denke die Skulpturen brauchen Raum. Der Bührlesaal allein ist für diese Ausstellung zu klein. Giacomettis Skulpturen sind meist als «Einzelwerke» konzipiert und nicht im Sinne einer Installation, da sind Grenzen gesetzt. Wirklich spannend ist die «surrealistische» Phase im Spannungsfeld zu früher und später, so auch die Chronologie des Gesamtkunstwerks Giacomettis. Eben doch 5 Sterne – AUSA.K. Fontana GEZEICHNET.

Anm. der Redaktion: Dem besorgten Mitglied wurde die Karte ersetzt.

Schade, und auch unverschämt, uns Besuchern da ein Nein zur Geschichte zu geben. Immerhin haben Steuerzahler Ja gesagt zu noch mehr Kunst, auch wenn ich selber Nein stimmte. Die Stadt hat ganz andere Probleme, als den Landesmuseum-Park zu versauen und noch ein K’haus. Ich bin auch Besucher, aber es gibt Grenzen. Grössenwahn wie zu römischen Zeiten.  [ Absender unleserlich ] Reaktion auf eine wiederholte Falschmeldung in der Quartierzeitung Zürich West, dass das Kunsthaus Zürich es abgelehnt habe, die Überreste der «Schanzenmauer» in den Erweiterungsbau einbauen zu lassen. Anm. der Redaktion:

Der Eingang ist nicht zu finden! Tun Sie etwas grossartiges! Man kommt sich blöd vor. J. Kohler Zwei Wochen später montierte das Kunsthaus an der Fassade des Bührlesaales eine vier mal acht Meter grosse Blache: «YES, WE ARE OPEN». Das war bereits geplant. Anm. der Redaktion:

I really liked this museum. Went there with my girlfriend and my blasting Sunday hangover. […] At the buffet they don’t take credit cards, so I had to sell my fake Armani watch to one of the security guys to treat my Mrs with some dry pie and water. We will definitely come again! M. Maráczi In der Zwischenzeit akzeptiert das Café Kreditkarten und wir verstehen sarkastische Bemerkungen auch auf Englisch immer besser.

I am looking for the Kunsthaus, not an autosalon. Chuck Berry, Heaven Sammlung 2. Stock, Cuno Amiet, «Bretonischer Knabe»? Für mich ist es eindeuD. Rittmeyer tig ein Mädchen!

Anm. der Redaktion:



B. Pitt

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von Afsane Ehsandar, Regie Mélanie Huber Uraufführung am Deutschen Theater Berlin am 22. Juni 2017, Zürcher Premiere am 17. September 2017

Die fremde Frau und der Mann unter dem Bett

nach der Erzählung von Fjodor M. Dostojewski Regie Frank Castorf Premiere am 28. September 2017

Buddenbrooks

nach dem Roman von Thomas Mann Regie Bastian Kraft Premiere am 30. September 2017

Der zerbrochne Krug Ein Lustspiel von Heinrich von Kleist Regie Barbara Frey Premiere am 21. Oktober 2017

DEN SCHLÄCHTERN IST KALT

oder OHLALAHELVETIA von Katja Brunner, Regie Barbara Falter Uraufführung am 1. November 2017

Peter Pan

von J. M. Barrie, in einer Fassung von David Greig, Regie Ingo Berk Deutschsprachige Erstaufführung am 11. November 2017

Meet me

von Liv Heløe, Regie Enrico Beeler Schweizer Erstaufführung des Jungen Schauspielhauses am 16. November 2017

BEUTE FRAUEN KRIEG nach den „Troerinnen“ von Euripides Regie Karin Henkel Premiere am 2. Dezember 2017

Ein neues Stück von Theo Fransz

Regie Theo Fransz, Uraufführung des Jungen Schauspielhauses im März 2018

Mass für Mass

von William Shakespeare, Regie Jan Bosse Premiere im April 2018

Wir nehmen es auf uns (Mir nämeds uf öis)

Max Frisch – Ärger im Paradies

Hundeherz

Sweatshop – Deadly Fashion

von Christoph Marthaler Regie Christoph Marthaler Uraufführung am 14. Dezember 2017

nach dem Roman von Michail Bulgakow Regie Alvis Hermanis Premiere am 25. Januar 2018

Weltzustand Davos (Staat 4)

von Rimini Protokoll, Regie Rimini Protokoll Uraufführung im Januar 2018

Eine Max-Frisch-Tour durch Zürich, Zeit und Zorn, Leitung Stephan Müller Premiere im April 2018

Koproduktion mit dem jungen theater basel, Regie Sebastian Nübling Uraufführung im Mai 2018

Die Fledermaus

Zur schönen Aussicht

Eine Operette für SchauspielerInnen und Puppen Musik von Johann Strauss Text von Carl Haffner und Richard Genée nach Henri Meilhac und Ludovic Halévy Regie Nikolaus Habjan Premiere im Juni 2018

Am Königsweg

Ein neues Stück von Jan Sobrie

Eine Komödie von Ödön von Horváth Regie Barbara Frey Premiere im Februar 2018

von Elfriede Jelinek, Regie Stefan Pucher Schweizer Erstaufführung im März 2018

Regie Jan Sobrie, Uraufführung des Jungen Schauspielhauses im Juni 2018

Hello, Mister MacGuffin! von René Pollesch, Regie René Pollesch Uraufführung im März 2018

Das grosse Herz des Wolodja Friedmann

von Gerhard Meister, Regie Sonja Streifinger Uraufführung im März 2018

schauspielhaus.ch

nt Saiso ungsfes n eröff auen! f im P ptember 9. Se 2017


GLOSSE

Flucht aus der Hitze Die Sonne kreischt, die roten Kräne an der Kunsthausbaustelle kratzen am Touristenblau, als ich mir den Weg suche. «Yes, we are open». Ein Glück steht dies auf einer Fahne am Haus, sonst wäre ich umgekehrt – die Eingangstür, eine verschlossene Auster. Liegt es am Sonnenschein? Die Vertiefung des blauen Bodens im Vortragssaal erinnert mich an einen vereinsamten Indoorpool. Insel der Ruhe, die Hitze vertreibt poten­ zielle Besucher, obwohl der Mirógarten mit seinem Brunnen Kühlung verspricht. Die Grafik der Wasser­ melonen befeuchtet die trockene Kehle. Die Wirkung des Farbklangs? «Kunst ist eine Vermittlerin des Unaussprechlichen», wie aktuell ist doch Goethe. Beim Betrachten der mexikanischen Zeichnungen, Linie statt Farbe, spüre ich die Hitze, den trockenen Staub in der Nase. Geschichten nicht nur von wütender Sonne. Wie wäre das? Das Kunsthaus als Schutz vor aggressiver Sonneneinwirkung. Wo Städte schon Lösungen suchen, wie sie die Todeszahlen bei gefährlichen Sommern senken können. Den Vortragsaal machen wir zum visuellen Indoorplanschbecken, Pipilotti Rist hole ich mit ins Boot. Sand leihen wir nebenan. Eine Kunst-Schirm-Wohlfühloase im hitzigen Zürich. Warum sollte denn nur die Entsorgung und Recycling der Stadt Zürich eine haben? Wer weder auf das Prinzip der inneren Not­ wendigkeit noch auf virtuelles Plantschen steht, den erfreut sicher der erotische Nacken der «Malade» von Félix Vallotton. Ruhe liegt über dem Kunsthaus, das Aufsichtspersonal mutiert selbst zur lebendigen Skulptur. Sicher unterstützen auch hier Mitarbeiter Wohlfühlprojekte. Gerne schleppe ich meinen tönernen Pfefferminztopf für die Mojitos von Winterthur hier­her, aber wohldosierte Sonne braucht Pfefferminze schon. Ihre Sabine Meisel www.sabinemeisel.com

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ERÖFFNUNG «ACTION!»  22. Juni

  Yoko Ono: Imagine Peace. Stempeln für den Frieden.

 uratorin Mirjam Varadinis und K Tochter Colette begrüssen Gitti Hug, die neue Präsidentin der Vereinigung Zürcher Kunstfreunde.

 ruppenfoto mit Kuratorin, Künstlern, Journalisten, G Projektbeteiligten und Sponsoren an der Pressekonferenz in einer Installation von Georg Keller.


CLICK

!

  K  raftvolle Installation der Südafrikanerin Tracey Rose.

Künstlerin Florence Jung (rechts) in Betrachtung versunken.

  E  ntspannter Ausklang mit Bratwurst und Bier im Tinguely-Garten.

 ünstlerin Marinella Senatore dirigiert K den Chor des Flüchtlingstheaters «Malaika» mit Solistin Geraldine Roth.

Fotos: © Caroline Minjolle

P  erformance am eigenen Leib erfahren: Holzclogs von Mounira al Solh.

 ier lässt sich gut verweilen: H In der Installation von William Forsythe. San Keller (rechts): der Künstler fasst in seiner Neuinterpretation von Kaprows «Yard» mit an.

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SERVICE

Hier finden Sie eine Auswahl an Führungen, Veranstaltungen und Workshops. Das ganze Programm unter www.kunsthaus.ch AUSSTELLUNGSÜBERSICHT 25. August – 8. Oktober 2017 Cantastorie. Ritter, Räuber, Zauberinnen – Volkskunst aus Süditalien Grosser Ausstellungssaal Vernissage 24. August, 19 Uhr

FÜHRUNGEN AUSSTELLUNGEN Cantastorie* Mittwochs 18 Uhr, sonntags 11 Uhr (ausgenommen 17. 9. / 8.10.) Englisch: Sa 9. September, 13 Uhr Italienisch: So 17. September, 16 Uhr Bilderwahl! Reformation Do 19. Oktober, 18 Uhr So 5. November, 14 Uhr mit Gastkurator Andreas Rüfenacht

29. September 2017 – 14. Januar 2018 Bilderwahl! Reformation 1. OG Moserbau  Vorbesichtigung  mit Begrüssung  28. September, ab 16 Uhr bis 27. August 2017 Mexikanische Grafik EG Müllerbau  Finissage  27. August, 16 –18 Uhr

SAMMLUNG Samstags 15 –16 Uhr Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Kosten: Eintritt

SAMMLUNG bis 1. Oktober 2017 Accrochage Félix Vallotton 2. OG Moserbau

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12. 08. Künstlerbildnisse 19. 08. Deutsche Geschichte: Kiefer und Penck 26. 08. Über Heilige und Helden 02. 09. Bilder erzählen Geschichten 09. 09. Heilsgeschichte 16. 09. Männer- und Frauengeschichten 23. 09. Die Vedute 30. 09. Amerikanische Geschichte: Cy Twombly und Andy Warhol 07. 10. Oskar Kokoschka 14. 10. Johannes Itten und das Bauhaus 21. 10. Neupräsentation von Alberto Giacometti 28. 10. Highlights der Sammlung

Änderungen vorbehalten. Freie Gruppen und Schulklassen nur nach Voranmeldung. www.kunsthaus.ch/de/kunstvermittlung/ veranstaltungskalender

VERANSTALTUNGEN 25. August – 8. Oktober 2017 Cantastorie Die Ausstellung wird von einem Theater- und Konzertprogramm begleitet. Das gesamte Programm auf S. 16 – 17 oder unter www.kunsthaus.ch. Samstag, 2. September 2017 Die Lange Nacht der Museen 19 – 2 Uhr Programm siehe S. 27 Tickets und Informationen: www.langenacht.ch M E M RI R A TO 7 OG TAS  – 1 PR AN . 16 C S ZU AUF

www.kunsthaus.ch/de/ausstellungen/ aktuell

* Mit elektronischem FM-Gruppen­ führungssystem. Speziell auch für Personen mit Hörminderungen geeignet. Billett CHF 6.– / 4.– Mitglieder. Bitte an der Kasse lösen. Teilnehmerzahl beschränkt! Geräteausgabe 10 Minuten vor Beginn.

FÜHRUNGEN


SERVICE

WERKSTATT

INFORMATIONEN

Aufgeweckte Kunst-Geschichten Ein Angebot für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen oder Betreuungspersonen. Di 29. August, 5. / 12. / 19. September, 14.45 –16.45 Uhr CHF 60.– für vier Nachmittage, inkl. Imbiss für zwei Personen FAMILIENWORKSHOPS Sonntags 10.30 – 12.30 Uhr Erwachsene CHF 10.– / Kinder und Jugendliche 5.– / Familienpreis 25.–

Die Tiere sind los! 27. August Storytelling 24. September Eine Welt voller Farben 29. Oktober 3 – 6 JAHRE (in Begleitung) Malwerkstatt: Villa Kun(s)terbunt Bitte Znüni mitbringen und Arbeits­ kleider anziehen – es wird bunt. 25. August, 8. / 22. September, 6. / 27. Oktober, 10 –11.30 Uhr CHF 18.– pro Morgen Anmeldung für alle oder einzelne Termine möglich. AB 5 JAHREN Malatelier am Sonntag 3. / 10. / 17. September, 1. / 8. / 15. / 22. Oktober, 10.30 –12 Uhr, CHF 12.–

Von Prinzessinnen, Rittern und Drachen Sa 23. September, 10.30 –12.30 Uhr CHF 15. Der Herbst wird bunt Mi 11. Oktober, 14 –16 Uhr CHF 15.-

HERBSTFERIEN

Tischlein deck dich! Mi 18. Oktober, 14 –16 Uhr, CHF 15.-

Aufgetischt und abgemalt Lunch mitnehmen Do, 19. Oktober, 10.30 – 14.30 Uhr, CHF 25.–

HERBSTFERIEN

KINDER- UND JUGENDCLUB Club 3plus Kinder zwischen 3 und 6 Jahren in Begleitung Sinnesparcours für kleine Leute Block 1: Gesehen und gehört? 8. / 15. / 22. September, 14 – 15.30 Uhr Block 2: Immer der Nase und dem Gaumen nach! 27. Oktober, 3. / 10. November, 14 – 15.30 Uhr CHF 55.– pro Block

Club 6plus Kinder zwischen 6 und 9 Jahren Farbenzauber und Formenwirbel Jeder Block hat einen anderen Schwerpunkt. Du kannst dich für einen Block oder mehrere Blöcke anmelden. Block 1: Malerische Spaziergänge durch Stadt und Land 13. / 20. / 27. September, 4. Oktober, 14 – 16 Uhr CHF 70.– pro Block

Museum Heimplatz 1, 8001 Zürich Eintrittskasse 044 253 85 43 Fr – So / Di 10 –18 Uhr Mi / Do 10 – 20 Uhr Knabenschiessen 11. September geschlossen Direktion und Verwaltung Tel. 044 253 84 84, Fax 044 253 84 33 info@kunsthaus.ch Grafische Sammlung Studiensaal Mo – Fr nach Voranmeldung Tel. 044 253 85 36 / 39 Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm Tel. 044 253 84 97 (Ansage) Bibliothek Rämistrasse 45, 8001 Zürich Tel. 044 253 85 31, Fax 044 253 86 51 Ausleihe Tel. 044 253 85 32 Mo – Fr 13 – 18 Uhr Sommerferien 24. Juli – 20. August Knabenschiessen 11. September geschlossen www.kunsthaus.ch/bibliothek

Club 10 plus Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren Zeitmaschine Du kannst dich für einen oder mehrere Abende anmelden. 26. Oktober, 9. / 23. November, 7. / 21. Dezember, 11. / 25. Januar, 8. Februar, 8. März, 5. / 19. April, 17. Mai, 14. / 28. Juni, 12. Juli, 17 – 19 Uhr CHF 18.– pro Abend Anmeldung für alle Veranstaltungen erforderlich: 044 253 84 84 oder kunstvermittlung@kunsthaus.ch Preise inkl. Eintritt und Material; mit der «kunstfankarte» reduzierte Preise. Das ganze Angebot der Kunstvermittlung auch auf www.kunsthaus.ch

7 – 12 JAHRE Südwärts Lunch mitnehmen Do 12. Oktober, 10.30 – 14.30 Uhr, CHF 25.–

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VORSCHAU

COMING SOON

IMPRESSUM Offizielles Magazin für Mitglieder des Vereins Zürcher Kunstgesellschaft Herausgeber Zürcher Kunstgesellschaft Postfach, 8024 Zürich www.kunsthaus.ch © Kunsthaus Zürich Abdruck erwünscht mit Quellenangabe Redaktion Kristin Steiner Gesamtverantwortung Björn Quellenberg Auflage Druckauflage 16’620 WEMF/SW-beglaubigt 15’851 erscheint 4-mal jährlich Bezug In der Jahresmitgliedschaft enthalten, Preis am Kunsthaus-Shop CHF 8.– Gestaltung Crafft Kommunikation AG, Zürich www.crafft.ch

Édouard Manet, Les hirondelles, 1873 Öl auf Leinwand, 65 × 81 cm, Stiftung Sammlung E. G. Bührle, Zürich

Gefeiert und verspottet. Französische Malerei 1820 –1880 Romantik, Realismus, Naturalismus, Freilichtmalerei, Impressionismus – das sind im deutschsprachigen Raum noch immer die Stilbegriffe, mit denen die französische Malerei des 19. Jahrhunderts klassifiziert wird. Künstler dieser Stilrichtungen, zu denen Géricault, Delacroix, Corot, Daumier, Millet, Courbet, Manet, Sisley, Monet und Renoir zählen, verliessen damals den offiziellen «Hauptweg» der Malerei, die akademischklassizistische Manier. Trotz ihren revolutionären Ansätzen wiesen manche unter ihnen jedoch auch eine traditionelle Seite auf. Zu ihrer Zeit höchst umstritten, gehören diese Künstler heute zu den weltweit gefeierten sogenannten «Vorläufern der Moderne». Die französische Malerei des 19. Jahrhunderts bietet allerdings eine Vielzahl anderer, ebenso wichtiger Künstler, die damals bei Kunstkritik und Publikum das grössere Ansehen genossen und hochgefeiert wurden. Obschon der traditionellen Malweise verpflichtet, waren Künstler wie Delaroche, Couture, Meissonier, Cabanel, Gérôme und Bouguereau teilweise selbst höchst innovativ. Durch den im deutschsprachigen Raum zu Beginn des 20. Jahrhunderts festgelegten Kanon der französischen Malerei jener Epoche wurden diese hervorragenden Künstler im Laufe der Zeit allerdings ins Abseits gedrängt. Zum ersten Mal in der Schweiz vereint diese Ausstellung die unterschiedlichen und kontroversen Wege der französischen Malerei zu einem vielfältigen Panorama der Gattungen jener Zeit. Über 100 Werke sind zu sehen. Mehr zu dieser Ausstellung, die ab dem 10. November im Kunsthaus Zürich zu sehen sein wird, erfahren Sie im nächsten Magazin vom 23. Oktober.

Alle Informationen im Überblick: www.kunsthaus.ch

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Inserate Zürichsee Werbe AG, 8712 Stäfa Telefon 044 928 56 11 Fax 044 928 56 22 kunsthaus@zs-werbeag.ch www.zs-werbeag.ch Druck Schellenberg Druck AG, Pfäffikon www.schellenbergdruck.ch

ISSN 1421-315X

PARTNER Credit Suisse – Partner Kunsthaus Zürich Swiss Re – Partner für zeitgenössische Kunst

Titelbild Cantastorie Detail aus Tafel zu «Guido Santo», Sammlung Würth


Gegründet 1938

EINLIEFERUNGEN AN UNSERE INTERNATIONALEN HERBSTAUKTIONEN IN BERN NEHMEN UNSERE EXPERTEN JEDERZEIT GERNE ENTGEGEN

GEMÄLDE, GRAFIK, MOBILIAR, PORZELLAN UND ASIATICA, DESIGN, SCHMUCK UND ARMBANDUHREN

Italienische Schule (16. Jh.). Die Anbetung der Heiligen drei Könige. Öl auf Holz. Provenienz: Sammlung Carlo von Wedekind Durch uns erfolgreich versteigert.

Unsere Experten stehen Ihnen kompetent und diskret zur Verfügung. Vereinbaren Sie rechtzeitig einen Termin über unser Büro in Bern.

Stuker | ALTER AARGAUERSTALDEN 30

· CH-3006 BERN T +41 (0)31 350 80 00 · F +41 (0)31 350 80 08 info@galeriestuker.ch · www.galeriestuker.ch


Welche Farbe hat Engagement? Staunend im Museum stehen – diese Momente erweitern den Blick. Deshalb pflegen wir seit Jahren enge Partnerschaften mit Kunstinstitutionen in der ganzen Schweiz und unterstützen das Kunsthaus Zürich seit 1991 als Partner.

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Kunsthaus-Magazin 3/2017  
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