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MAGAZIN 2 · APRIL 2018 CHF 8.–

FASHION DRIVE Extreme Mode in der Kunst MIT HUBER.HUBER ZU TISCH Kunstfreunde Zürich 36 ZWISCHEN HIMMEL UND ERDE Erweiterung

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Gerhard Richter «Abstraktes Bild (814-1)»

2. - 5. Mai 2018

FRÜHJAHRSAUKTION GEMÄLDE GRAFIK PLAKATE SCHMUCK SCHWEIZER KUNST ANTIQUITÄTEN •

Vorbesichtigung: Täglich vom 21. bis 29. April 2018 · 10 bis 19 Uhr Online-Katalog ab Mitte April

DOBIASCHOFSKY AUKTIONEN AG Monbijoustrasse 30/32 CH-3001 Bern

Tel 031 560 10 60 Fax 031 560 10 70

www.dobiaschofsky.com info@dobiaschofsky.com


EDITORIAL

Liebe Mitglieder der Zürcher Kunstgesellschaft, liebe Leserinnen und Leser Die Spannung steigt: Kurz vor der Eröffnung unserer neuesten Ausstellung «Fashion Drive» laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Mit über zweihundert Leihgaben, darunter spektakuläre Stücke aus dem Louvre, dem Kunsthistorischen Museum in Wien, aus Versailles, dem Schloss Ludwig des XIV., und den Berliner Museen werden wir Ihnen die extremen Erscheinungen der Mode in der Kunst buchstäblich nahebringen. Und dann wird richtig gross gefeiert: Die Eintrittskarten für den Fashion Ball am 5. Mai sind fast ausverkauft, also nichts wie an die Kunsthaus-Kasse, wenn Sie endlich anziehen wollen, was anderen nicht im Traum einfallen würde  (… oder doch). Und nach dem grossen Erfolg des temporären Cafés in der Eingangshalle gibt es wieder ein Pop-Up, lassen Sie sich überraschen. Die Festspiele Zürich finden im Juni statt, und Sie finden das Programm mit vielen Veranstaltungen, auch zu «Fashion Drive», als Beilage in diesem Magazin. Vom grossen Ausstellungssaal haben Sie den besten Blick auf die eindrucksvolle Baustelle der Kunsthaus-Erweiterung, wo der Chipperfield-Bau in die Höhe wächst und der Rohbau im zweiten Halbjahr abgeschlossen sein dürfte. In den letzten Monaten haben wir gemäss unserem mittel- und langfristigen Businessplan einige wichtige Personalentscheidungen getroffen und begrüssen neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bereichen Verkauf und Services, Sponsoring und Fundraising, in der Personaladministration, als Kurator der Grafischen Sammlung und für die Leitung der Restaurierung. In der grossen Kunsthaus-Sammlung schlummert manch ungehobener Schatz: Dazu gehören Bilder von Künstlerinnen und Künstlern aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, denen die Bezeichnung der «Naiven» wie ein Etikett umgehängt wurde – zu Unrecht, wie Sie in den stimmungsvollen Sälen des historischen Moserbaus sehen, in spannenden Gegenüberstellungen und verblüffenden Parallelen: Adolf Dietrich und René Magritte, André Bauchant und Félix Vallotton, Salvador Dalí und Niklaus Stoecklin. In der Sammlung startet Anfang Juli auch ein Projekt in mehreren Etappen mit grossformatigen Installationen zeitgenössischer Kunst, die zum Teil erstmals überhaupt ausgestellt werden. Das Kunsthaus hat die passende Gangart für jeden – dynamische Workshops für Fashion Victims und tiefsinnige Führungen für 5. MAI den Art Nerd. Gemeinsames Reisen durch die Welt der Kunst und F ASHION dabei noch andere Leute kennenlernen? Das alles finden Sie BALL bei uns! Ihr Christoph Becker

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GUT ZU WISSEN

KULTURNEWS

Künstler für den Tanz Drei Tonnen Lehm verwendet der Künstler Antony Gormley für ein Bühnenbild. «Noetic /Icon» von Sidi Larbi Cherkaoui für die GöteborgsOperans Danskompani ist aber nur ein Highlight im Programm des internationalen Tanzfestivals Steps, welches vom 12. April bis 5. Mai auf der Agenda steht – diesmal auch bei Kunstfreunden! www.steps.ch

Foto © Mats Bäcker

BIBLIOTHEK

Auktionskataloge Die Bibliothek des Kunsthauses besitzt 15’000 Auktionskataloge. Jedes Jahr kommen etwa 300 neue hinzu. Der älteste Auktionskatalog stammt aus dem Jahr 1861. Auktionskataloge sind eine wichtige Quelle für die Provenienzforschung und dienen der Erforschung der Geschichte des Kunstmarktes. Die Qualität der Kataloge reicht von einfachen Listen ohne Abbildungen bis zu wissenschaftlichen Werken, die ein Sachgebiet oder eine Sammlung akribisch dokumentieren. Während der Inhalt von Auktionskatalogen früher oft sehr gemischt war, werden ab Mitte des letzten Jahrhunderts meistens thematische Kataloge publiziert, die sich auf eine Kunstgattung, einen Zeitabschnitt oder ein geografisches Gebiet konzentrieren. Obwohl man gedruckte Auktionskataloge im Internetzeitalter für überflüssig halten könnte, haben sich die Kataloge seit der Jahrtausendwende erstaunlich entwickelt. Die angebotenen Kunstwerke werden mit zahlreichen Detailaufnahmen und Kontextgeschichten aufwendig inszeniert. Nie zuvor waren Auktionskataloge zahlreicher, umfangreicher, grösser und schwerer als heute.

Katalog der KunstSammlung des Herrn Privatgelehrten Hans Weidenbusch zu Wiesbaden – München: E. A. Fleischmann’s Hof-Kunsthandlung, 1898

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I de Mitti vo de City … blieben vor rund 50 Jahren eine kleine Gruppe von Schauspielerinnen und Schauspielern den Zürcher Balladen treu, als der Rest der Stadt den Beatles verfiel. Sie belebten die Trittligasse und sorgten dafür, dass Zürich dem kulturellen Sommerschlaf trotzen konnte. Die Wiederaufnahme von «Trittligass» im Miller’s läuft bis zum 22. April. www.millers-studio.ch

«Die kleine Irene» in Japan Noch bis September zeigt die Sammlung Bührle die 60 wichtigsten Bilder ihrer Sammlung in Japans Museen: Im National Art Center in Tokio, im Kyushu National Museum im Westen des Landes und im Nagoya City Art Museum. Japan kennt eine fast 100-jährige Tradition der intensiven Auseinandersetzung mit der Malerei des französischen Impressionismus. Einzelne Bilder der Sammlung Bührle, wie Renoirs «La petite Irène», geniessen Kultstatus. Ihre Tournee im Land der aufgehenden Sonne ist beste Werbung für die KunsthausErweiterung, in der die weltbekannte Privatsammlung ihren Platz finden wird.


GUT ZU WISSEN

OBJEKT DER BEGIERDE

Edouard Vuillard, Etude pour le Grand intérieur aux six personnages, 1897 Öl auf Karton, 13,4 × 31 cm, Kunsthaus Zürich

Sammlungsplakate CHF 25.– Mitglieder CHF 22.–

DIE SAMMLUNG

DIE SAMMLUNG

Pipilotti Rist, Das Glas, 1998, Videostill, Kunsthaus Zürich, © Pipilotti Rist. Courtesy the artist, Hauser & Wirth and Luhring Augustine

DIE SAMMLUNG

Piet Mondrian, Komposition mit Rot, Blau und Gelb, 1930, Kunsthaus Zürich, Geschenk Alfred Roth

Im Jahr 1897 schuf Edouard Vuillard, einer der grossen Maler der Künstlervereinigung der «Nabis», sein geheimnisvolles, grossformatiges Meisterwerk «Grand intérieur aux six personnages». Das Bild kam 1966 ins Kunsthaus. Laut Guy Cogeval zeugt das Gemälde von der Ehekrise von Vuillards Schwester Marie und ihrem Mann Kerr-Xavier Roussel, der ein Verhältnis zu Germaine Rousseau unterhielt. Diese wäre gross vorne zu sehen, konfrontiert mit der Mutter Vuillards links, dahinter Paul Ranson, verheiratet mit France Rousseau, die das Verhalten ihrer Schwester verurteilte. Die Malerei des Bildes klärt indes diese komplizierte Geschichte nicht; vielmehr wird die Narration in ein komplexes Gewebe textiler Muster, räumlicher Kontorsionen und lediglich angedeuteter psychologischer Konstellationen eingefügt. Zu dem Bild existiert eine Ölskizze, die das Kunsthaus nun ebenfalls erwerben konnte. Wir sehen, dass der Künstler die Komposition darin als ein dichtes Aquarium reiner Malerei in Angriff nahm, in dem der Inhalt mit der Struktur der farblichen Gestaltung unauflösbar verbunden ist … Kurzum: hier wird mittels Farbe erzählt. Demnächst wird die Skizze neben dem grossen Bild zu sehen sein.

Total plakativ! Schon seit einiger Zeit bieten wir eine Reihe von Sammlungsplakaten im Weltformat an. Diese haben den Anspruch, sowohl informativ als auch dekorativ zu sein. Wir finden, das sei uns doch recht gut gelungen. Bisher haben wir Plakate mit Werken von Alberto Giacometti, Franz Gertsch, Heinrich Wüest, Max Haufler, Rudolf Koller, Tony Cragg, Roy Lichtenstein und Vincent van Gogh drucken lassen. Neu hinzugekommen sind soeben das sich immerwährend füllende Glas von Pipilotti Rist, eine klare Komposition in Rot, Blau und Gelb von Piet Mondrian und von Robert Zünd der ewig schöne und so erfrischend grüne Eichenwald!

Robert Zünd, Eichenwald, 1881–1882 (Ausschnitt), Kunsthaus Zürich

Erzählung mittels Farbe

SHOPPING

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Albert MArquet

Auktion Moderne und zeitgenรถssische Kunst 20. Juni 2018 EinLiEFERunGEn nEHMEn WiR JEDERZEit GERn EntGEGEn.

Schwarzwaldallee 171 4058 Basel 061 312 32 00 info@beurret-bailly.com www.beurret-bailly.com


Ihre

Leidenschaft

Unser

Engagement

Inspiration für alle

Kunsthaus Zürich und Swiss Re – eine inspirierende Partnerschaft. Spannende Perspektiven, neue Horizonte, innovative Ideen – bewegen uns bei Swiss Re. Die Zusammenarbeit mit Menschen auf der ganzen Welt begeistert uns. Auch in Kunst und Kultur. Unser Engagement öffnet Augen, bewegt Herzen, berührt Seelen. Und sucht den Dialog. So entsteht Neues, so gestalten wir Zukunft. Gemeinsam, denn: Together we’re smarter. swissre.com/sponsoring

Skulptur: © 2015 Danh Vo. Alle Rechte vorbehalten.


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AUSSTELLUNGEN

Fashion Drive

Extreme Mode in der Kunst 20. April – 15. Juli 2018 Kuratoren: Cathérine Hug und Christoph Becker Von der Schlitzmode über die Schamkapsel zu Haute Couture und Streetwear: Rund 300 Werke zeugen davon, wie Kunstschaffende die Modewelt über Jahrhunderte wahrgenommen, kommentiert und beeinflusst haben.

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Warum eigentlich «Fashion Drive», Modetrieb? Genauso wie in der Politik waren England und Frankreich mit «Fashion» und «Mode» schon früh miteinander im Wettstreit rund um Geschmacks- und Bekleidungsfragen. Mode ist Antrieb und Dilemma zugleich, sie kann gleichzeitig unerträglich oberflächlich sein wie auch ein ernst zu nehmender Indikator für Gesellschaftsveränderungen. Georg Simmel brachte es in seiner Analyse «Philosophie der Mode» bereits 1905 auf den Punkt, indem er auf das Spannungsverhältnis zwischen Distinktion und Imitation auf-

merksam machte: «Das Wesen der Mode besteht darin, dass immer nur ein Teil der Gruppe sie übt, die Gesamtheit aber sich erst auf dem Wege zu ihr befindet. […] Das Leben gemäss der Mode ist in sachlicher Hinsicht eine Mischung von Zerstören und Aufbauen». Mode ist demnach mehr als ein rein ökonomischer Faktor: Sie ist ein Seismograf, der Befindlichkeiten und Sehnsüchte registriert, und ebenso ein Instrument für eindeutige Einund Ausschlussmechanismen. Faszinierend und nach wie vor nicht geklärt bleibt die Frage, wer die entsprechenden Wel-

len auslöst: Mal war es der Adel oder eine politische Elite, dann waren es Rebellen, mal die Pop- und Kinostars à la Madonna oder James Dean, dann wieder die Jugend- und Subkulturen, von den Zazous über die Punks bis zur Hiphop- und Technokultur. Aus der Bekleidung und den aus ihr hervorgehenden Moden lassen sich bestimmte Signale ableiten und Gruppenzugehörigkeiten ablesen. Kurzum: Mode ist eine Form der Kommunikation, eine universelle und doch nicht so einfach zu verstehende ästhetische Sprache, die alle Menschen – und eben nicht nur 11


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Frauen – miteinander «sprechen» lässt (Roland Barthes, 1967). Shakespeare, Rousseau, Woolf, Zola Kleriker, Schriftsteller, Philosophen, Soziologen: Sie alle haben sich mit den Modeerscheinungen ihrer Zeit auseinandergesetzt. Die berühmtesten unter ihnen (in chronologischer Reihenfolge ihrer Veröffentlichungen): William Shakespeare, Jean-Jacques Rousseau, Honoré de Balzac, G. W. F. Hegel, Gottfried Keller, Charles Baudelaire, Stéphane Mallarmé, Émile Zola, Virginia Woolf, Walter Benja12

min, Theodor W. Adorno, Simone de Beauvoir, Pierre Bourdieu, Elfriede Jelinek und Michel Onfray. So hat etwa Keller die Mode des farbigen Gehrocks geschildert, der farblich in starkem Kontrast zu seinem Nachfolger, dem schlichten Anzug stand: «Wir wurden in grüne Uniform gesteckt, ich glaubte schon mit meiner besonderen Grünheit in der allgemeinen aufgehen zu können und von meinem Spitznamen erlöst zu sein; aber weit gefehlt, meine Mutter liess es sich nicht nehmen, die grünen Röcke meines Vaters, welche kein Ende nehmen zu wollen

schienen, dem Schneider unterzuschieben und so ermangelte meine Uniform niemals um einen Grad dunkler oder heller zu sein, als alle übrigen und mich fortwährend auszuzeichnen.» (Der grüne Heinrich, 1854). Mode als Bedrohung? Aber wie steht es um die Künstlerinnen und Künstler, wann begann deren Auseinandersetzung mit Mode, lässt sich diese Beschäftigung historisch überhaupt eingrenzen? Generell wird die Geburt der Mode im Jahre 1100 am Hofe Burgunds


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1 Jakob Lena Knebl Chesterfield, 2014 Digitaldruck, Format variabel Foto: Georg Petermichl, Courtesy Jakob Lena Knebl 2 Hans Asper Herrenporträt Wilhelm Frölich. Mit Wappen und Oberwappen der Familie Frölich, Solothurn, 1549 Öl und Tempera auf Holz, 213 × 111 cm Schweizerisches Nationalmuseum, Zürich 3  Robe à la Française (à grand panier), um 1765 Mit verstellbarem Rock; Bruststecker rekonstruiert; changierender Seidenbrokat Sammlung Kamer-Ruf 4 Élisabeth Louise Vigée-Lebrun Marie-Antoinette en chemise, 1783 Öl auf Leinwand, 89,8 × 72 cm Hessische Hausstiftung, Kronberg im Taunus 5 Nicolaes Maes Bildnis eines Knaben im Kostüm des Adonis, um 1670 Öl auf Leinwand, 55,5 × 42 cm Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien 6 William Larkin Portrait of Diana Cecil, later Countess of Oxford, um 1614 −18 Öl auf Leinwand, 206 ×120 cm English Heritage, The Iveagh Bequest (Kenwood, London)

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verortet, wo Männer sich nach sechs Jahrhunderten kurzer Tuniken verhältnismässig abrupt dem langen Gewand, vollen Bart, wehenden Haar und den ins Endlose laufenden Schuhspitzen zuwandten, wie der Benediktinermönch Orderic Vitalis argwöhnisch beobachtete: «Zu der Zeit erschienen grosse Teufel und verbreiteten sich über die ganze Welt. Männer richterlichen Ranges gaben den Brauch auf, sich wie ihre Väter zu kleiden und zu frisieren; innerhalb kurzer Zeit folgten Städter und Bauern und alle Menschen niederen Ranges ihrem Beispiel» (Historia Ecclesiastica, um 1115). Bemerkenswert an diesen Zeilen ist, dass Mode offensichtlich aus einem emanzipatorischen Akt heraus entstand und von Ordnungshütern wie der Kirche als Bedrohung empfunden wurde. War sie zunächst vorwiegend literarischer Stoff für Chronisten, zog sie mit dem Aufblühen der Porträtmalerei in der Renaissance allmählich in die Kunst ein. Dort setzt unsere Ausstellung an. Faszination und Irritation Man kann sagen, dass sich bildende Künstler früh, das heisst seit ihrer Loslösung von geistlichen Auftraggebern in der Renaissance, mit Realien und ihrem vestimentären Ausdruck auseinanderzusetzen begannen. Mode fasziniert oder irritiert seit jeher, vor allem aber bietet sie ein identitätsstiftendes Moment sowohl für diejenigen, die sie tragen, als auch für jene, die sie betrachten. So beobachtete Honoré de Balzac, dass die Französische Revolution auch eine Modeangelegenheit war, wenn man an den markanten Auftritt der Sansculotten – wie sie sich als politische Gruppe sinnigerweise auch selbst nannten – denkt. Oder man vergegenwärtige sich den Wiener Kongress, an dem nicht allein die europäische Landkarte neu gezeichnet wurde, sondern auch die Verhaltenscodes und die damit verbundenen Richtlinien für Kleider der Teilnehmerländer ins Bewusstsein gerufen wurden. Gleichzeitig gab es bis ins 19. Jahrhundert – heute kaum noch vorstellbar – trotz

Künstlerliste A Hans Asper Charles Atlas und Leigh Bowery B Hugo Ball Giacomo Balla John Baldessari Cornelis Bisschop Joseph Beuys Erwin Blumenfeld Giovanni Boldini Pierre Bonnard Brun de Versoix Daniele Buetti C Paul Camenisch Contessa di Castiglione Joos van Cleve Alonso Sánchez Coello George Cruikshank D Salvador Dalí Honoré Daumier Albrecht Dürer E Nik Emch Esther Eppstein Max Ernst F Hans-Peter Feldmann Sylvie Fleury Emilie Flöge und Gustav Klimt Johann Heinrich Füssli G General Idea Franz Gertsch James Gillray Natalia Gontscharowa George Grosz H Richard Hamilton K8 Hardy Hannah Höch Beat Huber I Jean Baptiste Isabey K Tobias Kaspar Jakob Lena Knebl Herlinde Koelbl Jirí Kovanda und Eva Kotátková Franz Krüger Johann Kupezky

L Inez van Lamsweerde und Vinoodh Matadin William Larkin Tamara de Lempicka Peter Lindbergh M Nicolaes Maes Édouard Manet Manon Malcom McLaren und Vivienne Westwood Shana Moulton O Meret Oppenheim P Robert Peake Mai-Thu Perret Suzanne Perrottet Michelangelo Pistoletto R Charles Ray Man Ray Hyacinthe Rigaud James Rosenquist Tula Roy und Christoph Wirsing S John Singer Sargent Ashley Hans Scheirl Elsa Schiaparelli Michael E. Smith T Wolfgang Tillmans James Tissot V Félix Vallotton Élisabeth Louise Vigée-Lebrun Madeleine Vionnet Édouard Vuillard W Andy Warhol Jean-Antoine Watteau Jan Weenix Mary Wigman Charles Frederick Worth Erwin Wurm Z Andreas Züst … und andere mehr

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7  Faltenrockharnisch des Markgrafen Albrecht von Brandenburg-Ansbach (1490 –1568), Niederdeutsch (Braunschweig), um 1526 Blankes Eisen, teilweise geätzt: mit schwarzen Farbfüllungen, Leder Kunsthistorisches Museum Wien, Hofjagd- und Rüst­ kammer 8 Édouard Manet Jeanne Duval, la Maîtresse de Baudelaire (La Dame à l’éventail), 1862 Öl auf Leinwand, 90 × 113 cm Museum of Fine Arts, Budapest 9 John Baldessari Double Bill: … And Manet, 2012 Gefirnisster Tintenstrahldruck auf Leinwand mit Acryl und Ölfarbe, 152,4 × 152,4 cm Courtesy the artist and Marian Goodman Gallery, New York, © John Baldessari 10 Michelangelo Pistoletto Metamorfosi, 1976 – 2017 Spiegel, Lumpen Installationsansicht Abu Dhabi Art Fair, 2013 Foto: Lorenzo Fiaschi Courtesy Galleria Continua, San Gimignano / Beijing / Les Moulins / Habana © Michelangelo Pistoletto

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Gleichheitsgebot der Menschenrechtserklärung von 1789 unterschiedliche Mandate in Zürich, Basel oder Paris, welche die Bürgerbekleidung und die damit verbundenen Verbote (gegen die Masslosigkeit und Standesuntreue) regulierten. In der Kunst der Selbstdarstellung wurden diese Normen aber fantasievoll unterwandert. Extrem, schrill, laut, getarnt oder verpönt Bekleidung ist die zweite schützende Haut des Menschen. Wird sie zu Mode, drückt sie etwas über die Absichten der oder des sie Tragenden aus. Wird sie von allen übernommen, wird sie zum Mainstream, zur Uniform des jeweiligen Zeitgeistes. Unsere epochenübergreifende, in elf Kapitel gegliederte Ausstellung mit Schwerpunktsetzungen im ausgehenden 18. bis beginnenden 20. Jahrhundert und Ausläufern in die Renaissance und die Gegenwart, interessiert sich für die Erscheinungsformen der Mode kurz vor oder genau im Kippmoment, in dem sie noch extrem, schrill, laut, getarnt oder verpönt ist. In einer Tour d’Horizon werden die subversiven Momente der Modegeschichte im Spiegel der Kunst beleuchtet: wie sie sich in der Malerei, Zeichnung, Plastik, Installation und in den neuen Medien manifestieren und was sie über die Befindlichkeiten ihrer Zeit auszusagen vermögen. Ziehen wir hierfür ein frühes Beispiel heran: Nicolas Maes folgt in «Bildnis eines Knaben im Kostüm des Adonis» (um 1670) dem neuen bürgerlichen Trend, durch Verkleidungskostüme wie dem antikisierenden Jagdgewand die eigene Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gesellschaftsschicht zu verwischen und damit die Möglichkeit sozialer Durchlässigkeit mittels Bekleidung zu erproben. Im Rollenspiel versuchte die Bourgeoisie, sich dem Geschmack der Aristokratie zu nähern und sich gleichzeitig herkömmlichen Deutungsmustern zu entziehen. Der Knabe trägt das Gewand des potenten Schönheitsgottes Adonis, was beim zarten Alter des Kindes nicht einer gewissen Komik entbehrt. Die stoff-

lich-haptische Qualität der gesamten ­Bekleidung inklusive der verblüffenden Accessoires ist reich ausgestattet und kommt besonders in der koloristischen Raffinesse der chromatisch abgestuften Farbtöne des damals sehr teuren und seltenen Rots zum Ausdruck: Im Zimtrot der Toga, im Karminrot des Samtbaretts, im purpurnen Lachsrosa des Schals und im Krapprot des spektakulären Federbouquets. Mode im Museum Mit Cecil Beatons legendärer Ausstellung «Fashion. An Anthology» 1971 in London fand die Mode als Kunst vor rund 45 Jahren erstmals Einzug in die museale Sphäre. Seither fanden zahlreiche Ausstellungen statt, naturgemäss vorwiegend in den Modenationen des angelsächsischen und französischen Raums mit entsprechenden Modemuseen. Dabei ging es meist um zwei Grundfragen: ob Mode nun Kunst sei, und wie Mode und Kunst sich gegenseitig befruchten würden. Ein weiterer Aspekt, der vor allem Modehistoriker beschäftigte und inzwischen auch von Ausstellungsmachern aufgegriffen wird, ist die Frage, wie Kunst – sowohl affirmativ wie kritisch – Modeerscheinungen beziehungsweise den sogenannten vestimentären Ausdruck reflektiert. Diese Frage ist auch unser Ausgangspunkt. Elf Kapitel gliedern den Aufbau und die Szenografie von Ausstellung und Katalog: Renaissance, Barock, Rokoko und Französische Revolution, Empire und Wiener Kongress, Dandys, die Wiederkehr des Reifrocks und erste Modeschöpfer, Mode und Öffentlichkeit, Künstler entwerfen Kleider, Nachkriegszeit, Selbstinszenierung und die Geburt des Topmodels, und schliesslich das Posthumane und Holistische. Mode als Identitätsangebot Aber welche Rolle spielt Mode – im Gegensatz zur Bekleidung, die freilich nie für tot erklärt werden kann – heute überhaupt noch? Gibt es sie im Singular oder finden wir sie viel mehr in schwer greifbarer, polymorpher Form überall in flüchtiger Erscheinung und an Interessens-


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gemeinschaften gebunden wieder? «It is becoming routine for people to try to alter their appearance, their behavior, and their consciousness beyond what was once thought possible. The new construction of self is conceptual rather than natural», wurde 1992 in einer vorausahnenden Ausstellung «Post Human» mit Emphase verkündet. Gewiss hat Mode zugunsten unterschiedlicher Verschönerungs-, Lebensverbesserungs- sowie Selbstoptimierungsmassnahmen wie der plastischen Chirurgie und Botox, Bodybuilding und Fitness, Yoga und Meditation, Slow Food und der digitalen Diät ihren prädominanten Stellenwert verloren. Ferner sind der rote Teppich von Cannes oder Hollywood und die Regenbogenpresse nicht mehr die einzigen Orte, an welchen Selbstinszenierung stattfindet – vielmehr sind Social Media und Modeblogs zum neuen Catwalk geworden und zum Ratgeber avanciert. Die bei «Fashion Drive» vertretenen Künstler wie Daniele Buetti, K8 Hardy, Jakob Lena Knebl, Michelangelo Pistoletto oder auch Félix Vallotton thematisieren, wie Mode heute in einem grösseren, holistischen, also ganzheitlichen Verständnis von lokal und global in unserem Leben integriert ist. Mode ist nicht mehr einfach eine Projektionsfläche von Sehnsucht oder ein Unterdrückungsinstrument einiger weniger an der Macht, vielmehr befindet sie sich unter uns als gestaltbares Identitätsangebot, um sich mal kapitalismuskritisch, mal spielerisch, mal destruktiv oder konzeptuell zur Reflexion über unsere Existenz im Verhältnis zur Welt in Szene zu setzen.

Begleitprogramm • Let’s Talk mit der Wiener Künstlerin Jakob Lena Knebl und Design-Professorin Katharina Tietze in Zusammenarbeit mit der ZHdK. Dienstag 17. April, 17 Uhr, Toni-Areal • Fashion Ball. Das grosse Fest der Stilikonen und Mode-Päpste, der Fashion Queens und Fashion Victims! Samstag 5. Mai, ab 20 Uhr • Re:Frame Fashion: Studierende der ZHdK reagieren mit aktuellen Bilderwelten auf die Werke in der Ausstellung. Donnerstag 17. Mai, 17 Uhr • Mode in der Literatur mit Marlene Streeruwitz (Schriftstellerin, Wien) in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Zürich. Mittwoch 6. Juni, 18.30 Uhr • Seiden-Symposium organisiert von den Festspielen Zürich. Sonntag 10. Juni, ab 13 Uhr • Kleider in der Kunst: Tour d’Horizon Kuratorinnenführung mit Cathérine Hug. Mittwoch 13. Juni, 18.30 Uhr • Mode und Verbote im 17. und 18. Jahrhundert Eine Spezialführung mit Katalogautorin Janine Jakob. Mittwoch 20. Juni, 18.30 Uhr Informationen zu diesen und weiteren Veranstaltungen auf der Ausstellungswebsite unter www.kunsthaus.ch

Publikation Der Katalog «Fashion Drive. Extreme Mode in der Kunst» (Kerber Verlag, Bielefeld) ist zum Ausstellungsbeginn am Kunsthaus-Shop erhältlich. Das neue Standardwerk umfasst 300 Seiten, mehrere hundert Abbildungen und Beiträge von Christoph Becker, Sonja Eismann, Nora Gomringer, Cathérine Hug, Janine Jakob, Elfriede Jelinek, Inessa Kouteinikova, Monika Kurzel, Peter McNeil, Aileen Ribeiro, Franz Schuh, Werner Telesko, Katharina Tietze, Barbara Vinken und Peter Zitzlsperger.

Eine Koproduktion mit den Festspielen Zürich. Unterstützt von der Zürcherischen Seidenindustrie Gesellschaft und durch Swiss Re – Partner für zeitgenössische Kunst.

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Frick und Frack Nov. 1946, © Gabriel moulin Studios, San Francisco / Peter Fischli / David Weiss Dr. Hofmann auf dem ersten LSD-trip i, 1981/ 2013, aus der Serie «Plötzlich diese Übersicht», Emanuel Hoffmann-Stiftung, Geschenk von Peter Fischli 2015, Depositum in der Öffentlichen Kunstsammlung basel, Foto: tom bisig, basel / Giorgio de Chirico L’énigme de la fatalité, 1914, Emanuel Hoffmann-Stiftung, Geschenk der Stifterin maja Sacher-Stehlin 1953, Depositum in der Öffentlichen Kunstsammlung basel, Foto: bisig & bayer, basel, © 2017, ProLitteris, Zurich

BASEL SHORT STORIES

VoN ErASmuS biS iriS VoN rotEN

10. 2. —— 21.5.2018 Neubau: St. Alban-Graben 20


Fashion Ball Samstag, 5. Mai 2018, ab 20 Uhr

Hugo Erfurth, Mary Wigman. Götzendienst, 1918 / 1919, Kunsthaus Zürich, © 2018 ProLitteris, Zürich

20 Uhr Türöffnung

Ziehen Sie endlich an, was Sie schon immer wollten! Wir laden ein zum grossen Fest der Stilikonen und Modepäpste, der Fashion Queens und Fashion Victims: Im Kunsthaus Zürich steigt der erste, garantiert schrägste Fashion Ball auf dem grössten Catwalk, den diese Stadt je gesehen hat. In einem glitzernden Ballsaal und in der Garten-Lounge – mit Livemusik, DJs und Bars. Und dann heisst es tanzen, Tanzen, TANZEN!

20 – 21.30 Uhr Grand Défilé auf dem Catwalk im Ausstellungssaal – Besuch der Ausstellung «Fashion Drive» – Livemusik mit «I Musichieri» Ab 21 Uhr Dancefloor im Vortragssaal mit den DJs David Suivez und Evangelini – Barbetrieb mit Food & Drinks

Tickets CHF 45.– im Vorverkauf an der Kunsthaus-Kasse oder im Shop. Abendkasse CHF 50.–. Unterstützt von Swiss Re – Partner für zeitgenössische Kunst sowie von JTI, UNIQA Kunstversicherung Schweiz, accurART Kunstversicherungsmakler AG, Helvetia Kunstversicherungen, AXA ART Versicherung AG, MÖBEL-TRANSPORT AG, HAAS & COMPANY AG, Segantini Catering, SmARTec Veranstaltungstechnik 21


RESTAURIERUNG

Augusto Giacometti Das Kreisen der Planeten, 1907 Augusto Giacometti (1877–1947) gilt als wichtiger Exponent des Jugendstils und des Symbolismus. Er nimmt aber auch in der Entwicklung der internationalen Abstraktion eine pionierhafte Rolle ein. Zeit seines Lebens beschäftigte er sich inten24

siv mit dem Thema Farbe und pendelte zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. Sowohl in stilistischer Hinsicht wie auch in der maltechnischen Umsetzung seiner eigenwilligen Bildideen kann er als Freigeist bezeichnet werden.

Provenienz und Restaurierungsgeschichte Das 1907 entstandene Werk «Das Kreisen der Planeten» gelangte 1967 über die Sammlung Erwin Poeschel aus dem Nachlass des Künstlers ins Kunsthaus


RESTAURIERUNG

Foto Detailaufnahme: Anita Hoess

Zürich. Bereits sehr früh zeigte das Gemälde konservatorische Probleme, die in erster Linie auf Giacomettis experimentelle Maltechnik zurückzuführen sind. Ein Blick in die vorliegende Restaurierungsakte zeigt, dass das Gemälde seit dem Eingang ins Kunsthaus aufgrund von Haftungsproblemen der Malschicht wiederholt konservatorisch behandelt wurde. Erste Untersuchungen legen die Vermutung nahe, dass bereits der Künstler selbst gegen Malschichtablösungen ankämpfte: Offenbar überarbeitete er einige Partien noch während sich das Werk in seinem Atelier befand. Die beschriebenen Eingriffe haben leider nie zum gewünschten Ergebnis geführt. Bis zum heutigen Zeitpunkt ist das Werk aufgrund seines fragilen Erhaltungszustandes nicht leihfähig.

demittel wie bisher beschrieben um Öl handelt, kann bei dünn applizierten oder glänzenden Farbflächen zutreffen. Einige eher matte und pastose Bereiche führte der Künstler aber in magerer Temperatechnik aus. Dies bestätigen Analysen blauer Farbschichten, in denen neben einem kleinen Ölanteil ein grosser Proteinanteil nachgewiesen werden konnte. Das Ergebnis der Bindemittelanalyse einer darunter liegenden Grundierungsprobe erklärt wohl auch die schlechte Haftung

Ziel und Strategien Ziel des Konservierungsprojektes ist es, das Gemälde durch Konsolidierungsmassnahmen zu stabilisieren und so weitere Malschichtverluste zu vermeiden. Durch gezielte Analysen von Mal- und Grundierungsschichten wird deren Zusammensetzung und Schichtenabfolge ermittelt, um die Ursachen des ausgeprägten Schadensbildes besser zu verstehen. Auf dieser Grundlage können geeignete Konsolidierungsstrategien evaluiert und geprüft werden.

auf selbiger: Ein enorm hoher Anteil an degradiertem, stark verseiften Öl verhindert eine gute Verbindung der übereinander liegenden Schichten – die ölmaltechnische Grundregel «fett auf mager» ist hier in keiner Weise erfüllt.

Maltechnische Beobachtungen Charakteristisch für Giacomettis Malerei ist ein sehr differenzierter und experimenteller Umgang mit Materialien und Auftragstechniken. So unterscheiden sich die dargestellten Motive und Farbflächen in ihrer Ausführung: Feinst gestrichelte Partien stehen neben pastosen, grob gespachtelten oder mit Borstenpinseln aufgetragenen breiten Pinselstrichen und Farbtupfern. Lasierend aufgetragene Farben lassen in einigen Bereichen die darunter liegende weisse Grundierung oder Untermalungsschichten durchscheinen. In anderen Partien prägen Laufspuren extrem verdünnter Farben ganz wesentlich die Erscheinung der Darstellung. Genauso heterogen wie die Auftragstechnik ist, mag auch die Zusammensetzung der Malfarben in den verschiedenen Farbpartien sein. Dass es sich beim Bin-

Schäden Die Malschicht ist craqueliert, zeigt Lockerungen und Schichtentrennungen. Oftmals ist sie spannungsreich und stark aufstehend, zum Teil lösen sich pastose Farbgrate oder ganze Farbtupfer von den unteren Schichten ab. In spezifischen Bereichen sind bereits unzählige kleine Farbschollen verloren gegangen. Besonders ausgeprägt sind die Schäden in den blauen Farbbereichen, in denen ebenfalls Spuren früherer Eingriffe deutlich sichtbar sind und zu einem fleckigen Erscheinungsbild geführt haben. Schwach gebundene, degradierte Malschichten sind punktuell durch verschiedene, sättigende Festigungslösungen verdunkelt. Bereiche, die zur Stabilisierung mit Wachs behandelt worden waren, wirken aufgrund dessen grosszügigen Auftrags und seiner Eigenfarbe, aber auch durch die da-

Mikroskopaufnahme einer stark gelockerten und aufstehenden Pastosität im Streiflicht, Hintergrundbereich.

raus resultierende Veränderung der Farbsättigung und des Oberflächenglanzes störend. Neue Konsolidierungsstrategie Der Fokus bei der Bearbeitung des Werkes liegt auf den erhaltenden und präventiven Massnahmen. Vorversuche zur Konsolidierung haben gezeigt, dass übliche konservatorische Massnahmen am Objekt nicht zum gewünschten Erfolg führen. Die aufstehenden Malschichten sind extrem spröde und lassen sich zur Niederlegung und stabilen Verklebung mit dem Untergrund weder durch Wärme noch Feuchtigkeit flexibilisieren. In Zusammenarbeit mit Fachleuten der Hochschule der Künste Bern, Studiengang Konservierung und Restaurierung, und der EMPA (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt), Dübendorf, wird deshalb aktuell ein Konsolidierungssystem entwickelt. Die spezifischen Anforderungen an die Massnahmen sind mannigfaltig. Ein Konsolidierungsmittel soll zur Anwendung kommen, welches neben der unabdingbaren Alterungsbeständigkeit an polaren wie unpolaren Oberflächen gleichermassen haftet. An Stellen, wo sich die Malschicht stark von der Grundierung abhebt, muss diese mit einem Füllstoff angereichert werden, um eine stabile Verbindung zu gewährleisten. Die heterogene Maltechnik erfordert schliesslich unterschiedliche Applikationstechniken. Mit Hilfe eines Mikrodosiergerätes und hauchdünner Kanülen können auf­ stehende, steife Malschichtschollen hinter­füllt werden. Dicht daneben muss das Konsolidierungsmittel durch Ultraschall vernebelt auf die pudrige Farbe aufgebracht werden. Unterstützt durch Ars Rhenia, Stiftung zur überregionalen Förderung von Kunst und Kultur.

Augusto Giacometti, Das Kreisen der Planeten, 1907 Öl und Tempera auf Leinwand, 268 × 218 cm Kunsthaus Zürich

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5. 5. – 12. 8. 2018 Su-Mei Tse Nested Bilder für Alle Druckgrafik und Multiples von Thomas Huber 5. 5. – 23. 9. 2018 On the Road 10 Jahre CARAVAN – Ausstellungsreihe für junge Kunst

*Aargauer Kunsthaus Aargauerplatz CH–5001 Aarau Di – So 10 – 17 Uhr Do 10 – 20 Uhr www.aargauerkunsthaus.ch Bild: Su-Mei Tse, Nested, 2016

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«Auch Blinde können Kunst erleben» Madeleine Witzig arbeitet als Kunstvermittlerin für das Kunsthaus Zürich. Sie bietet diesen Service auch Menschen mit Sehbehinderung an. Ihre Worte ersetzen dabei die Farben und Formen der vorgestellten Werke. Das Wichtigste sei, sagt Witzig, der Kunst und den Betrachtern Respekt entgegenzubringen.

Frau Witzig, wie erklärt man blinden Menschen ein Bild? Witzig: Zunächst ist es so, dass es sich meist um Besucher handelt, deren Sehkraft im Laufe ihres Lebens nachgelassen hat. Sie können noch ein bisschen sehen und brauchen dabei Unterstützung. Aber natürlich gibt es auch Besucher, die ganz blind sind und sich für Kunst interessieren. Im Grunde biete ich dieselben Führungen an wie immer. Allerdings erkläre ich mehr Details und versuche, das Bild lebendig werden zu lassen. Wie machen Sie das konkret? Ich beschreibe das Bild so genau wie möglich und erkläre den Kontext. Es ist wichtig, die Kunst und den Künstler ernst zu nehmen und auch die Geschichte, die dazugehört. Anders als sonst bewege ich mich auch mehr und rede viel mit den Händen. Ich habe festgestellt, dass das von den sehbehinderten Besuchern durchaus wahrgenommen wird und eine spezielle Dynamik in die Führung hineinbringt.

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Gehen Sie auf die Formen und Farben ein? Ja, natürlich, das muss sein. Ich sage zum Beispiel: «Das ist ein Historienbild, und anders als gewohnt, ist dieses hier sehr klein.» Ich erkläre, warum der Künstler dies so entschieden hat, was im Mittelpunkt steht, welche Emotionen und Intentionen dahinterstehen und was die Kritiker und Experten dazu sagen. Meist sind die Besucher schon ein Leben lang an Kunst interessiert. Manche benutzen Lupen, um sich die Details des Bildes genau anzuschauen. Oder sie fragen nach, wenn sie einen Bildausschnitt zwar wahrnehmen, aber nicht interpretieren können. Mir macht das ungeheuer viel Spass! Bei einem abstrakten Bild, zum Beispiel einem Kandinsky, kann die Beschreibung schwierig werden, oder? Eigentlich nicht. Bei abstrakten Bildern beschreibe ich die Linienführung, die Schwerpunkte des Bildes, das Spiel der Farben, den Ausdruck. Ich beginne bei einem markanten Punkt und buchstabiere das Bild dann anhand der ein-

zelnen Elemente. Wichtig ist meine Sprache und Ausdrucksweise. Ich male das Bild nach mit meinen Worten und lege auch Interpretation und Emotion hinein. Diese Form der Vermittlung aktiviert die Sinne. Natürlich geht es nicht um eine exakte Wiedergabe im Kopf des Zuhörers. Aber das Bild bekommt eine Aussage in der Vorstellung. Ein besonderes Anliegen ist mir dabei, dass das Niveau der Führung hoch bleibt. Die Teilnehmer sind alle gleich, ob sie sehen können oder nicht. Ich ersetze nur den eigenen Blick. Gibt es die Möglichkeit, ein Kunstwerk zu ertasten? Das geht durchaus bei einigen Skulpturen, die wir extra dafür ausgesucht


KUNSTVERMITTLUNG

drei Gruppen mit je 10 bis 15 Personen mit Sehbehinderung. Manche Teilnehmer kommen mit ihren Begleitpersonen, damit sie sich besser zurechtfinden. Die Führungen finden ausserhalb der Öffnungszeiten statt, dann gibt es keine akustischen Störungen. Ausserdem sollen sich die Teilnehmer frei im Raum bewegen können. Es ist manchmal eine grosse Herausforderung für mich, die Gruppe zusammenzuhalten. Ich muss genau beobachten, was die Bedürfnisse sind und wann und wie wir zum nächsten Kunstobjekt gehen. Wie planen Sie Ihre Kunstbegleitung? Ich nehme mir viel Zeit, um neue Ausstellungen zu erkunden. Die Begleittexte, die Entscheidungen der Kuratoren und auch der Gang alleine an den Exponaten vorbei eröffnen neue Möglichkeiten. Mit meinem Notizblock bin ich unterwegs auf Entdeckungsreise. So manches Bild, von dem ich dachte, dass es nicht «meins» ist, entdecke ich ganz neu. In der Auseinandersetzung mit den Bildern und bei den Führungen lernt man viel über sich selbst und über die anderen.

haben. Sie sind aus Bronze beziehungsweise Holz. Allerdings darf man dabei keine Wischbewegungen machen, das könnte dem Material schaden. Die Teilnehmer ertasten die Werke, um sie besser wahrzunehmen. Sie sind dabei immer sehr zurückhaltend. Um die Formen hautnah zu erleben, benötigt man Zeit und Entspannung. Welche inneren Qualitäten braucht man für solch eine Kunstbegleitung? Zeit, Gelassenheit, Fingerspitzengefühl, auch eine gewisse Empathie und Sozialkompetenz. Man darf keine Berührungsängste haben, und ein Sinn für die Gruppendynamik ist ebenfalls wichtig. Die Besucher haben manchmal Probleme mit der Orientierung, und

die Gruppe braucht ja einen gewissen Zusammenhalt.

Wenn man Ihnen zuhört, merkt man, wie viel Freude Ihnen das macht. Ja, ich finde es total befriedigend. Es ist so schön, dass ich mich immer auf das nächste Mal freue. Vielleicht kann man sagen, dass zu den Gruppen mit Sehbehinderung eine engere Beziehung besteht. Es hat eine andere Intensität. Aus dem Credit Suisse Kundenmagazin «forward».

Wie viele Bilder werden bei einer solchen Führung besprochen? Meistens sind es sechs bis zehn, also halb so viele wie sonst, und es dauert zwei Stunden. Das liegt daran, dass ich mehr erkläre und wir uns insgesamt ruhiger bewegen. Wie lange wir bei einem Kunstwerk stehen bleiben, hängt auch von der Reaktion der Besucher ab. Manche wollen viele Zusatzinformationen, andere sind schneller. Wie oft finden diese Führungen statt? Das Angebot besteht in der Regel zwei Mal im Jahr. Meist werden die Wechselausstellungen gezeigt. Dann gibt es

Text: Ulla Jacobs, Foto: Florian Kalotay

Zur Person Madeleine Witzig arbeitet seit 1999 als Kunstvermittlerin im Kunsthaus Zürich. Das Museum wird von der Credit Suisse seit mehr als 25 Jahren unterstützt. Früher war Madeleine Witzig Primarlehrerin. Dann machte sie eine Ausbildung als Musikpädagogin am Konservatorium und studierte Kunstgeschichte. Sie bietet im Museum verschiedene Führungen für ein unterschiedliches Publikum an, auch für Kinder und Jugendliche. Zusammen mit einer Kollegin entwickelte sie ein Konzept für eine Kunstbegleitung mit Sehbehinderten. Unterstützt wird sie dabei von der Zürcher Sehhilfe. Im Laufe der Jahre ist sehr viel Erfahrung hinzugekommen. Ihr wichtigstes Anliegen ist und bleibt, dass alle Menschen Zugang zu Kunst haben.

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Mit huber.huber zu Tisch Die Kunstfreunde Zürich besuchten das Atelier des Künstlerduos huber.huber. Ein Bericht von Kunsthistorikerin Maria Larsson.

Gemeinsame Tafel im Atelier in der ehemaligen Bettwarenfabrik in Zürich.

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Zwischen den beiden hohen, alten Fenstern hängt ein imposantes Geweih an der Wand, wahrscheinlich ein Hirsch. Es muss einmal eine stolze Jagdtrophäe gewesen sein, die jetzt über und über mit Kerzenwachs begossen, ein neues Leben als Kandelaber gefunden hat. Natur, Kultur und Kunst vereinen sich hier – wie in so vielen Objekten in diesem Raum – zu etwas Neuem. Das Zimmer ist voller kurioser Sammlerstücke. Eine Vitrine quillt über vor Reliquien und Figurinen. Wunderschöne kleine Collagen alter Bilder hängen an den Wänden und leuchtende, monochrome Malereien hinter Glas, mit Achatscheiben bestückt, verströmen ein raffiniertes Gefühl für Farbe und Kraft. Wir sind mitten in der Welt der Zwillingsbrüder Reto und Markus Huber an der Bändlistrasse 88 angekommen. Darstellbarkeit kollektiver Identität Es ist ein regnerischer Mittwochabend in Zürich und etwa 30 Zürcher Kunstfreunde haben sich im Atelier eingefunden, um mehr über die Kunst von huber.huber zu erfahren. Das Kunsthaus Zürich hat bereits vor Jahren ein wichtiges Werk der Künstler angekauft: eine Serie von 50 Zeichnungen der US-Flagge «white flags, erased flags», welche in Zusammenhang mit der Ausstellung «Shifting Identities» interessante Fragen der Darstellbarkeit kollektiver Identität aufwarf. Nun sind wir gekommen, um mit eigenen Augen und Ohren zu erfahren, was die beiden Künstler in ihrer Arbeit umtreibt und was ihre Kunst im Innern zusammenhält. Ihre Kunst existiert nur zu zweit. Alle Arbeiten, die vor der Gründung des Kollektivs huber.huber in Eigenregie produziert wurden, haben sie zerstört. Zu Tisch Die zwei Brüder haben in ihrem früheren Leben auch beide einmal eine Kochlehre absolviert. Weil wir den Abend zusammen verbringen möchten, und der Austausch länger und tiefer ausfallen soll als ein kurzes Kommen und Gehen, werden wir an zwei grossen Tafeln speisen. Mit viel Liebe fürs Detail sind diese in der Mitte


ANDERNORTS

nach seinem Ableben verliert, gilt seit jeher als Gewicht der Seele. Ich wähle eine kleine schwarz-weisse Collage mit Bildern von Händen. Salz, genauer gesagt Himalayasalz, das dem menschlichen Körper an Mineralien am nächsten kommen soll, bildet die obere Kruste des Bildes. Klein und delikat, wird es neben den Achatbildern und den lackierten Steinen zu meinem Lieblingswerk.

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1 Objekte und Bilder aus verschiedenen Werkgruppen. 2 Meine Wahl: Die Collage «84 elements», Himalayasalzkristalle aus dem Jahr 2016. 3 Vogelsammlung im Lager von huber.huber. 4 Reto und Markus Huber mit Benjamin Kaufmann und Eusebio Alonso Mateo.

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Fotos: Maria Larsson

des Raumes für uns aufgestellt. Bei Kürbissuppe mit einem Klecks Mangosorbet, Steinpilzpasta und einer grossen Früchte- und Mousse-Kreation lassen wir dann auch den Abend bei anregenden Gesprächen ausklingen. Wie viel wiegt eine Seele? Doch bevor wir uns hinsetzen, werden wir noch in Zweiergruppen losgeschickt, um durch das mehrräumige Atelier zu schlendern und uns jeweils ein Lieblingskunstwerk auszusuchen und es mitzunehmen. Gemeinsam wird dieses dann besprochen. Ich verliere mich in einem Raum mit einer ausgestopften Schlange,

die sich in einer Krawatte windet. In Regalen stehen Vögel, ein Eichhörnchen und ein leicht madenstichiges Rehkitz. Allesamt stammen sie aus den vielen naturhistorischen Sammlungen, welche die Zwillingsbrüder durchstöbern und als Fundus für ihre künstlerischen Ideen verwenden. Viele ihrer Objekte waren einmal Teil eines didaktischen Ganzen, das darauf ausgerichtet war, die Natur für das Menschenauge aufzubereiten und zu verewigen. Auch der grüne Schmetterling mit den Totenköpfen, die mit einem Speziallaser auf die beiden Flügel gebrannt wurden, zeugt von Vergänglichkeit. 21 Gramm, das Gewicht, das ein Mensch

Schein oder Sein Gerade diese groben, unscheinbaren Steine, welche die Natur den Menschen vor die Füsse gelegt hat, erhalten im Westen kaum spezielle Würdigung. huber.huber haben sich ihrer angenommen und sie mit teurem, regenbogenschimmernden Autolack überzogen. Von weitem könnte man sie für leicht deformierte Luxusobjekte halten. Und doch sind es nur Steine. Aber sie beinhalten so vieles, was die Kunst der Brüder ausmacht: Fragen nach der Oberfläche und Tiefe der Dinge, Schein oder Sein und der Wunsch nach einer fast schon mystischen Auseinandersetzung mit der Natur und unserer Rolle in ihr. Der Abend schreitet voran, die Gespräche werden intensiver, Gelächter und klirrende Gläser, mittendrin eine Hantel, geschliffen wie ein Diamant. Den Abschluss unserer Fragerunde macht eine Bemerkung zu den aus Restholz zusammengezimmerten Vogelhäuschen, die wie die Hütten einer Favela oberhalb des Türrahmens hängen. Es gibt dazu eine interessante Geschichte aus New York… Aber diese werden Sie bei Ihrem Besuch selber herausfinden müssen.

Kunstfreund werden Die Unternehmungslust der Kunstfreunde Zürich ist legendär, ebenso wie ihre Anlässe und Spendenfreundlichkeit zugunsten der Sammlung. Neue Mitglieder sind in diesem Club der Mäzene des Kunsthaus Zürich willkommen. Informationen unter www.kunstfreunde-zuerich.ch

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ERWEITERUNG

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ERWEITERUNG

Zwischen Himmel und Erde Ein Kranballett, höhenangstfreie Poliere und schweres Gerät unter Tage – so präsentiert sich die Kunsthaus-Er weiterung Anfang 2018. Das Gebäude von David Chipperfield hat den Bestandsbau von Karl Moser erreicht.

Die Passage: Mit einer Länge von über 80 Metern, drei Metern Höhe und fast vier Metern Breite bildet sie die Nabelschnur zwischen den Häusern. Sie ermöglicht den Besuchern, zwischen Moser- und Chipperfield-Bau zu zirkulieren. Eine 70 Meter lange Bank aus Krastaler Marmor wird zwischen sichtbarem Beton und grob verputzen Wänden einen edlen Akzent setzen. Wer wie die Arbeiter vor dem Durchbruch die feuchte und stickige Luft unter Tage atmet, wird sich kaum vorstellen können, dass das Klima nach der Eröffnung so optimal sein wird, dass auch Kunstwerke von einem Teil des Museums in den anderen verschoben werden können, ohne Schaden zu nehmen.

anlage der Erweiterung. Auf der nächsten Seite ist ein Ausstellungsraum im 1. Obergeschoss zu sehen. Die Decke ist noch nicht erstellt, so dass die weissen Leitungen des energiesparenden Systems (TABS), das zum Kühlen und Beheizen dient, sichtbar sind. Dabei wird der Beton als Energiespeicher und Strahlungsfläche genutzt. Die Treppenläufe im vorderen Teil des Bildes wurden nicht vor Ort, sondern in einem Werk vorfabriziert. Mit einem Kran werden sie an ihren Einbauort gehoben und sind direkt danach belastbar. Neben dem zeitlichen gibt es auch einen finanziellen Vorteil: Während der Bauphase bedarf es an diesen Stellen keiner zusätzlichen temporären Bautreppen.

Ressourcen sparende Bauteile Erreicht wird dies durch thermoaktive Bauteile im Boden und die Raumluft-

Moserbau angehoben und tiefer gelegt Die Passage zwischen dem bestehenden Kunsthaus und dem Erweiterungsbau ist 37


ERWEITERUNG

Kunst für die Passage Sobald der Durchbruch geschafft und die Decke über der Passage bis zum Bestand 38

eingezogen ist, wird ein besonderer Gast die Situation unter Tage inspizieren: Lawrence Weiner. Gar nicht heikel wird seine für den Ort gewählte Kunst sein – eine Auftragsarbeit, die das Kunsthaus dank privater Unterstützung an den amerikanischen Konzeptkünstler vergeben konnte. Weiners Entwürfe stellen wir Ihnen in einer späteren Ausgabe des Magazins vor.

Nächste Termine Im Sommer wird ein weiterer Meilenstein erreicht: Die Fertigstellung des Rohbaus. Zu diesem Anlass erscheint eine dritte Ausgabe des Bauberichts, die gratis im Kunsthaus und online bezogen werden kann und am Bauzaun, unterhalb der Kantonsschule, aufgezogen wird. Für jene, die die Baustellenführungen am 10. März verpasst haben: Die nächste Gelegenheit bietet sich am nächsten Tag der offenen Tür – am 2. März 2019.

Fotos: © Amt für Städtebau, Juliet Haller

tiefer als das bestehende Kellergeschoss vom Bestand. Deshalb wurde das Untergeschoss des Moserbaus im Projektperimeter auf den Rohbauzustand zurückgebaut und um zwei Meter, auf zukünftig sechs Meter vertieft. Die Bodenplatte musste entfernt und die bestehende Tragstruktur auf Stelzen (sogenannte Mikropfähle) gestellt werden. Mit einem Druck von bis zu 610 bar, das entspricht 75 Tonnen, wurde der Gebäudeteil von 1910 um knapp zwei Millimeter angehoben. Nachdem die in den Fotos von Januar ersichtlichen Aushubarbeiten abgeschlossen sind, werden die bestehenden Wände und Stützen nach und nach behutsam setzungsfrei unterfangen respektive unterbetoniert.


INTERN

Personen und arbeiten zum Teil seit Jahren zusammen. Das gegenseitige Vertrauen, welches in dieser Zeit aufgebaut wurde, schätze ich sehr. Wenn jemand neu zum Team stösst, ist es immer faszinierend zu sehen, wie schnell und gut die Einarbeitung funktioniert.

V.l.n.r.: Diane Bhutia, Nelo Auer, Kristin Brüggemann, Martina Angst (Leitung), Claudia Dieterle, Ann-Christin Höhn, Gabriela Blumer Kamp. Nicht auf dem Bild: Rhea Plangg

Herzlich willkommen Erste Anlaufstelle: Das Kassenteam

Foto: © Caroline Minjolle

An der Kasse zu arbeiten, bedingt Freude am Umgang mit Menschen. Hier kommen viele Fremdsprachen zum Einsatz und Flexibilität ist gefragt. Das Kunsthaus-Magazin unterhielt sich mit der Leiterin des Kassenteams, Martina Angst. Was genau beinhaltet Ihre Arbeit? Beschreiben Sie einen typischen Arbeitstag. Als erstes fülle ich am Morgen die Münzkisten mit Wechselgeld, bestimme die Farbe der Eintritts-Buttons für den Tag und bringe die Listen mit den angemeldeten Schulklassen an die Kasse. Meine Kolleginnen leisten mit über 200 verschiedenen Eintrittsarten einen wesentlichen Beitrag für die wöchentliche Besucherstatistik, indem sie all die verschiedenen Zahlungsarten im System erfassen. Wir haben unterschiedliche Angebote: Ein Kombi-Ticket für das ganze Haus, den Eintritt für die Sonderausstellungen oder den Eintritt zur permanenten Sammlung. Diese drei Ticketarten werden aufgeteilt in regulär, reduziert und Gruppentarif. Und dann gibt es viele

Untergruppen wie Studenten, AHV, Lernende, Kunstvereine, Presse, soziale Reduktionen, die Zürich Card und Voucher von Hotels oder RailAway, um nur einige zu nennen. Die Informationen zu den diversen Veranstaltungen – Kinder-, Familien- und Erwachsenenworkshops, öffentliche und private Führungen, Sponsorenanlässe, Vernissagen, Vermietungen im Vortragssaal – müssen täglich vor Arbeitsbeginn bei meinen Kolleginnen an der Kasse sein, damit ein reibungsloses Arbeiten möglich ist. Danach bin ich im Büro und erfasse die Umsatzzahlen von Eintrittskasse, Shop und Bibliothek. Ich mache Abrechnungen, prüfe die Arbeitspläne, führe das Kassenbuch und gebe die Informationen für die Rechnungsstellung weiter an die Kunstvermittlung oder die Buchhaltung. Was ist die grösste Herausforderung in Ihrem Job? Dass alle wichtigen Informationen weitergegeben werden. Und dass das Team an der Eintrittskasse gut aufeinander abgestimmt ist. Wir sind ein kleines Team von sieben bis acht

Gibt es ein besonderes Erlebnis? Davon gibt es ganz viele. Täglich durch die Ausstellungsräume an die Kasse zu gelangen ist zum Beispiel eines davon. Im Moment führt mich mein Arbeitsweg durch die Sammlung mit den Porträts der Alten Meister. Lange Zeit waren es die Giacometti-Figuren, an denen ich täglich mehrmals vorbeikam. Dann sind es die Begegnungen mit den Besuchern, die alle so verschieden sind und doch ein gemeinsames Ziel haben, nämlich die Kunst zu besuchen. Es ist interessant, wie Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen miteinander und auch mit uns umgehen. Respektvoll, fröhlich, kommunikativ, zurückhaltend, aufeinander eingehend oder auch mal eher nicht – immer ist der kurze Austausch an der Kasse spannend und anders. Besondere Highlights sind auch die Personalführungen und der Shop mit seinem grossen Angebot zu den jeweiligen Ausstellungen. Und was ist Ihre persönliche Motivation? Ich habe einfach gerne Kunst. Und das meine ich jetzt im Generellen. Das fängt schon bei der Natur an, den vier Jahreszeiten, bei der Atmosphäre am Heimplatz. Pippilotti Rist, die bei der Ausstellungsvorbereitung ein ausgeliehenes Klebeband so auf die Kassentheke zurückstellt, dass es wie ein Kunstwerk wirkt; ein kleiner Junge, der die Sammlung mit seiner Grossmutter besucht und aussieht, wie aus dem Anker-Bild «Berner Schulbube» entsprungen. Oder beim Betreten des Personaleingangs, wo die Arbeitsanleitung «How to work better» von Fischli / Weiss hängt… Hier fängt die Kunst bereits an, bevor wir überhaupt eingestempelt haben.

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VERNISSAGE «ABRAHAM CRUZVILLEGAS»  15. Februar

Machen Happenings happy? Das Kunsthaus Zürich zimmert für fünf Wochen ein spektakuläres Programm. Moderne Kunst wird zum Erlebnis. Mit Abraham Cruzvillegas und seinem Team können die Besucher am Kunstprozess teilhaben. Durch die sich ständig verändernde Ausstellung wandern, seine Lieblingsfilme im Kino sehen und Musik hören, die auf Texten des Künstlers basiert. Sogar eine Party gibt’s mit Tanz und Mampf. Spektakel statt musealer Stille in heiligen Hallen. Jetzt sind in meinem Kalender schon die nächsten Happenings fixiert. Bei diesen könnten wir eigene Ressourcen entdecken und Ideen entwickeln. Und das für nur einen Eintritt – dreimal happy. Während die Kuratorin Mirjam Varadinis des Künstlers Themen und Arbeitsweise beschreibt, steht Abraham Cruzvillegas im Hintergrund, lächelt und umarmt Freunde. Begegnung, Nachhaltigkeit, Klimawandel und Miteinander. Seine beiden Piratenohrringe wackeln, während er gemächlich zur Wasserkiste schreitet, um dem Töchterchen der Kuratorin etwas zum Trinken zu geben. Was ist Alltag, was Notwendigkeit und was Installation? Grenzen, die hier verschwimmen und uns in Abraham Cruzvillegas’ Komplementärfarben grün und pink versinken lassen. Seine Hommage an den Hard Edge-Stil der 1960er-Jahre? Harte, scharfe Kanten zwischen den Farben – und dennoch setzt sich die Besucherin schmerzlos auf den zweifarbigen Getränkekistenstuhl. Unseren Blick verändern. Nun betrachten wir unsere Alltagsgegenstände in Abstellräumen, Dachkammern und Kellern neu. Dinge verwandeln, in Frage stellen – vielleicht braucht es in unserem Zürich ein Umdenken und vielleicht würde es uns sogar nachhaltig happy machen? Vielleicht, wenn wir Zwänge und starre Vorstellungen statt ständig Dinge zur Seite räumten und uns auf uns besinnen: Aufs Jetzt, auf das Wesentliche. Da würden wir alle zu Künstlern – zu Lebenskünstlern.



Kuratorin Mirjam Varadinis begrüsst rund 500 Gäste. Das Social Media-Team bestehend aus Simon Kopp, Nathanael Neuhaus und Marco Kamber sorgt für eine noch grössere Reichweite.

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SERVICE

Hier finden Sie eine Auswahl an Führungen, Veranstaltungen und Workshops. Das ganze Programm unter www.kunsthaus.ch AUSSTELLUNGSÜBERSICHT 20. April – 15. Juli 2018 Fashion Drive. Extreme Mode in der Kunst Grosser Ausstellungssaal Vernissage 19. April, ab 17 Uhr bis 8. Juli 2018 Magritte, Dietrich, Rousseau. Visionäre Sachlichkeit 1. OG Moserbau www.kunsthaus.ch/de/ausstellungen/ aktuell SAMMLUNG 6. Juli – 30. September 2018 Grosse Installationen I 1. OG / EG Müllerbau

FÜHRUNGEN AUSSTELLUNGEN Fashion Drive. Extreme Mode in der Kunst* Mittwochs 18 Uhr, sonntags 11 Uhr Französisch: Sa 26. Mai, 16 Uhr Englisch: Sa 9. Juni, 16 Uhr Magritte, Dietrich, Rousseau. Visionäre Sachlichkeit So 8.4. 11 Uhr und 8.7. 14 Uhr Mi 18.4. 18 Uhr Do 24.5. / 14.6. 18 Uhr Fr 8.6. / 22.6. 15 Uhr Sa 5.5. 13 Uhr * Mit elektronischem FM-Gruppenführungssystem. Speziell auch für Personen mit Hörminderungen geeignet. Billett CHF 6.– / 4.– Mitglieder. Bitte an der Kasse lösen. Teilnehmerzahl beschränkt! Geräteausgabe 10 Minuten vor Beginn.

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FÜHRUNGEN SAMMLUNG Gewinnen Sie einen Überblick über die Highlights der Sammlung oder lernen Sie einzelne Künstler oder Epochen näher kennen. Samstags 15 – 16 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Kosten: Eintritt 14.04. Auguste Rodin und Alberto Giacometti im Vergleich 21.04. Franz Gertsch 28.04. Highlights 05.05. Albert Anker 12.05. Niederländische Malerei 19.05. Ferdinand Hodler 26.05. Highlights 02.06. Claude Monet 09.06. Edvard Munch 16.06. Augusto Giacometti 23.06. Konkrete Kunst 30.06. Highlights 07.07. Pierre Bonnard 14.07. Bruce Nauman 21.07. Wassily Kandinsky 28.07. Highlights 04.08. Niederländische Malerei 11.08. Pablo Picasso 18.08. Minimal Art 25.08. Highlights Änderungen vorbehalten. Freie Gruppen und Schulklassen nur nach Voranmeldung. www.kunsthaus.ch/de/kunstvermittlung/ veranstaltungskalender

VERANSTALTUNGEN 17. April – 20. Juni 2018 Fashion Drive. Extreme Mode in der Kunst Die Ausstellung wird von zahlreichen Veranstaltungen begleitet (siehe auch S. 18): Di 17. April, 17 Uhr, Toni-Areal Let’s Talk: mit Jakob Lena Knebl und Katharina Tietze Sa 5. Mai, ab 20 Uhr Der grosse Fashion Ball

5. MAI FASHION BALL

Do 17. Mai, 17 Uhr Re:Frame Fashion. In Zusammenarbeit mit der ZHdK Mi 6. Juni, 18.30 Uhr Mode in der Literatur: mit Marlene Streerutwitz So 10. Juni, ab 13 Uhr Seiden-Symposium. Organisiert von den Festspielen Zürich Mi 13. Juni, 18.30 Uhr Kleider in der Kunst: Tour d’Horizon mit Cathérine Hug Mi 20. Juni, 18.30 Uhr Mode und Verbote im 17. und 18. Jahrhundert: mit Janine Jakob Do 26. April, 18 Uhr Wilhelm Uhde als Entdecker der «Kunst der Naiven» Vortrag von Yves Guignard im Rahmen der Ausstellung «Visionäre Sachlichkeit». Eintritt im Ausstellungsticket inklusive.


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WERKSTATT ERWACHSENE UND JUGENDLICHE AB 16 JAHREN Workshops Lust auf Muster Mi 16. Mai, 17.30–19.45 Uhr CHF 45.– / Mitglieder CHF 25.– / Jugendliche CHF 15.– Mode & Zeitgeist Eine Veranstaltung der Reihe Early Birds, mehr Informationen auf www.kulturvermittlung-zh.ch Fr 13. Juli, 9 –11 Uhr, CHF 20.– FÜR ALLE Fashion Atelier Kinder unter 7 Jahren nur in Begleitung So 29. April, 27. Mai, 24. Juni, 8. Juli, 10.30 –16 Uhr. Eintritt frei 3 – 6 JAHRE (in Begleitung) Malwerkstatt: Villa Kun(s)terbunt 6. / 20. April, 18. Mai, 1. / 15. / 29. Juni, 6. Juli, 10 –11.30 Uhr Bitte Znüni mitbringen und Arbeitskleider anziehen – es wird bunt. Anmeldung für einzelne oder mehrere Termine möglich. CHF 18.– pro Morgen AB 5 JAHREN Malatelier am Sonntag 8. /15. / 22. April, 6. /13. Mai, 3. /10. / 17. Juni, 1. /15. Juli 10.30 –12 Uhr, CHF 12.– Ganz schön gemustert Mi 25. April, Sa 26. Mai 14 –16 Uhr, CHF 15.–

GSFRÜHLIN FERIEN

Kleider machen Leute Mi 2. Mai, 14 –16 Uhr Sa 9. Juni, 10.30 –12.30 Uhr CHF 15.– Von Seide, Spitzen und Leinen Mi 16. Mai, 14 –16 Uhr, CHF 15.– 7 –12 JAHRE Ganz schön ordentlich oder ein ganz schönes Durcheinander! Do 26. April, 10.30 –14.30 Uhr Lunch mitbringen, CHF 25.–

Orient und Dschungel gleich um die Ecke Do 3. Mai, 10.30 –14.30 Uhr Lunch mitbringen, CHF 25.–

GSFRÜHLIN FERIEN

Sommerwerkstatt Anmeldung für einen oder mehrere Tage möglich. 10 –16 Uhr. Lunch mitbringen. CHF 40.– pro Tag Di 17. Juli – Fr 20. Juli Di 14. August – Fr 17. August FASHION POINT AB 13 JAHREN Vom Selfie zu Someone else Sa 5. Mai, 11–13 Uhr, CHF 15.– Welcher Style ist angesagt? Sa 2. Juni, 11–13 Uhr, CHF 15.– Schminkprofis gesucht Sa 30. Juni, 11–13 Uhr, CHF 15.– KINDER- UND JUGENDCLUB Club 3plus Kinder zwischen 3 und 6 Jahren in Begleitung Sinnesparcours für kleine Leute Wiederholung Block 3: Körper bewegen und Dinge begreifen 6. / 13. / 20. April, 14 –15.30 Uhr CHF 55.– pro Block Club 6plus Kinder zwischen 6 und 9 Jahren Farbenzauber und Formenwirbel Jeder Block hat einen anderen Schwerpunkt. Block 4: Bilder schichten, Figuren formen 13. / 20. / 27. Juni, 4. Juli, 14 –16 Uhr CHF 70.– pro Block Club 10 plus Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren Zeitmaschine Du kannst dich für einen oder mehrere Abende anmelden. 19. April, 17. Mai, 14. / 28. Juni, 12. Juli, 17 –19 Uhr CHF 18.– pro Abend

Anmeldung für alle Veranstaltungen erforderlich: 044 253 84 84 oder kunstvermittlung@kunsthaus.ch Preise inkl. Eintritt und Material Das ganze Angebot der Kunstvermittlung auch auf www.kunsthaus.ch

INFORMATIONEN Museum Heimplatz 1, 8001 Zürich Eintrittskasse 044 253 85 43 Fr – So / Di 10 –18 Uhr Mi/Do 10–20 Uhr Sechseläuten 16. April geschlossen 1. Mai 10 –18 Uhr Auffahrt 10. Mai 10 –18 Uhr Pfingsten 19. – 21. Mai 10 –18 Uhr 1. August 10 –18 Uhr Direktion und Verwaltung Tel. 044 253 84 84, Fax 044 253 84 33 info@kunsthaus.ch Grafische Sammlung Studiensaal Mo – Fr nach Voranmeldung Tel. 044 253 85 36 / 39 grafischesammlung@kunsthaus.ch Bibliothek Rämistrasse 45, 8001 Zürich Tel. 044 253 85 31, Fax 044 253 86 51 Ausleihe Tel. 044 253 85 32 Mo – Fr 13 –18 Uhr Sechseläuten 16. April geschlossen 30. April / 1. Mai geschlossen Auffahrt 9. Mai 13 – 16 Uhr, 10. Mai geschlossen Pfingsten 19. – 21. Mai geschlossen Sommerferien 23. Juli – 19. August www.kunsthaus.ch/bibliothek

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VORSCHAU

COMING SOON

IMPRESSUM Offizielles Magazin für Mitglieder des Vereins Zürcher Kunstgesellschaft Herausgeber Zürcher Kunstgesellschaft Postfach, 8024 Zürich www.kunsthaus.ch © Kunsthaus Zürich Abdruck erwünscht mit Quellenangabe Redaktion Kristin Steiner Gesamtverantwortung Björn Quellenberg Auflage Druckauflage 16’620 WEMF/SW-beglaubigt 15’588 erscheint 4-mal jährlich Bezug In der Jahresmitgliedschaft enthalten, Preis am Kunsthaus-Shop CHF 8.– Gestaltung Crafft Kommunikation AG, Zürich www.crafft.ch Inserate Fachmedien Zürichsee Werbe AG, Stäfa Telefon 044 928 56 11 Fax 044 928 56 22 kunsthaus@fachmedien.ch www.fachmedien.ch

Robert Delaunay, La Tour Eiffel et Jardin du Champ de Mars, 1922 The Joseph H. Hirshhorn Bequest, 1981, Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Smithsonian Institution

Robert Delaunay und Paris Mit dieser bisher umfangreichsten Präsentation in der Schweiz wird Robert Delaunay (1885 –1941) gewürdigt, einer der bedeutendsten Wegbereiter in der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung rückt zwei wichtige Gemälde aus der Sammlung des Kunsthaus Zürich ins Licht, nämlich «Formes circulaires. Soleil, lune», 1913 –1931, sowie das monumentale Bild «Formes circulaires» von 1930. Die Ausstellung gibt dem Publikum Gelegenheit, das breite Spektrum und den vorausweisenden Charakter von Delaunays Werk zu erleben – indem sie sich mit den zentralen Themen auseinandersetzt, die den Künstler sein Leben lang beschäftigten: Licht, Farbe und der malerische Ausdruck eines als bewusste Tätigkeit verstandenen Sehprozesses. Die Ausstellung wird auch zeigen, wie der leidenschaftliche Verfechter und Vertreter der abstrakten Kunst zu einer zentralen Figur der Pariser Avantgarde wurde. Mit ihren rund 80 Gemälden und Arbeiten auf Papier verdeutlicht die Schau Delaunays intensive Beschäftigung mit der Farbmalerei sowie sein Interesse an den physikalischen Gesetzen des Sehens und unterstreicht zugleich, wie entscheidend der Ansporn und Einfluss war, den Paris auf sein Bildvokabular und seine malerischen Experimente ausübte. Fotografien und Filme von Zeitgenossen Delaunays, die sich ebenfalls von der französischen Metropole inspirieren liessen, ergänzen die Präsentation. Mehr zu dieser Ausstellung, die ab dem 31. August im Kunsthaus Zürich zu sehen sein wird, erfahren Sie im nächsten Magazin vom 30. Juli. Alle Informationen im Überblick: www.kunsthaus.ch

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Druck Schellenberg Druck AG, Pfäffikon www.schellenbergdruck.ch

ISSN 1421-315X

PARTNER Credit Suisse – Partner Kunsthaus Zürich Swiss Re – Partner für zeitgenössische Kunst

Titelbild Giovanni Boldini Le Comte Robert de Montesquiou (1855 –1921), 1897 Öl auf Leinwand, 116 × 82,5 cm Musée d’Orsay, Paris Foto © RMN-Grand Palais (Musée d’Orsay) / Hervé Lewandowski


Gegründet 1938

BEDEUTENDE FRÜHJAHRSAUKTIONEN IN BERN EINLIEFERUNGEN FÜR UNSERE FRÜHJAHRSAUKTIONEN NEHMEN UNSERE EXPERTEN NUR NOCH WENIGE TAGE ENTGEGEN

Augusto Giacometti (1877-1947), Phaeton, 1911, Öl auf Leinwand

SCHWEIZER KUNST, INTERNATIONALE KUNST, MÖBEL UND ZIERSTÜCKE, PORZELLAN, SILBER UND ASIATICA, ARMBANDUHREN, SCHMUCK UND JUWELEN Unsere Experten stehen Ihnen kompetent und diskret zur Verfügung. Vereinbaren Sie rechtzeitig einen Termin über unser Büro in Bern.

Stuker | ALTER AARGAUERSTALDEN 30

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Welche Farbe hat Engagement? Staunend im Museum stehen – diese Momente erweitern den Blick. Deshalb pflegen wir seit Jahren enge Partnerschaften mit Kunstinstitutionen in der ganzen Schweiz und unterstützen das Kunsthaus Zürich seit 1991 als Partner.

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Kunsthaus-Magazin 2/2018  
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