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MAGAZIN 1 · JANUAR 2018 CHF 8.–

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ABRAHAM CRUZVILLEGAS  Autorreconstrucción: Social Tissue 20  MAGRITTE, DIETRICH, ROUSSEAU  Visionäre Sachlichkeit 30  TAG DER OFFENEN TÜR  Tag der offenen Baustelle 1


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EDITORIAL

Foto: © Amt für Städtebau, Juliet Haller

Liebe Besucherinnen und Besucher des Kunsthauses Waren Sie schon einmal in einem Künstleratelier? Oder haben zugesehen, wie ein Kunstwerk entstand? Im Kunsthaus haben Sie die wohl einmalige Gelegenheit, teilzuhaben am Entstehungsprozess eines raumgreifenden Werks. Wir haben den mexikanischen Künstler Abraham Cruzvillegas (*1968) eingeladen, den Ausstellungssaal zum mehr als tausend Quadratmeter grossen Studio zu machen, in dem während fünf Wochen etwas ganz Neues entstehen soll, begleitet von Veranstaltungen, Film-Screenings, Workshops, Konzerten mit lokalen Bands und erweitert um einige frühere Arbeiten, sodass sich zum Schluss der Präsentation eine weiträumige Gesamtinstallation ergeben wird. Dieses neue Ausstellungsformat ist mehr als ein Experiment, es ist ein Schritt zu einem anderen Verständnis der Institution Museum – als ein Ort des lebendigen Austauschs mit der zeitgenössischen Kunst und der kontinuierlichen Koopera­tion: Die Werke von Abraham Cruzvillegas entstehen in enger Wechselwirkung seiner eigenen Lebenswirklichkeit mit gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten, Befindlichkeiten und Problemen, ohne dabei Distanz zu wahren. Es geht direkt zur Sache, und dieses grosse «Making of» ist auch ein sinnliches Spektakel, auf das wir zusammen mit Ihnen sehr gespannt sind. Nach kurzen fünf Wochen mit Abraham Cruzvillegas bauen wir um für unser nächstes Grossprojekt. «Fashion Drive» handelt von den extremen Erscheinungen der Mode in der Kunst – vom späten Mittelalter (!) bis in die Gegenwart (mehr dazu im nächsten Magazin), und ein fröhliches Fest darf nicht fehlen: Der Vorverkauf für unseren garantiert schrägen Fashion Ball läuft ab Februar. In unserer Sammlung gibt es eine sehenswerte Accrochage mit selten gezeigten Werken der Schweizer und internationalen Moderne unter dem Aspekt der Gegenständlichkeit zwischen sachlicher Wiedergabe und surrealer Verfremdung, die mit grossen Namen und einigen echten Überraschungen aufwarten kann … Kurzum, jetzt heisst es sich beeilen, damit Sie nichts verpassen – am Heim­ platz, wo jeden Tag ein neues Stück des Neuen Kunsthauses sichtbar wird! Sie und Ihre Freunde sind eingeladen auf die Baustelle, ins Innere der Erweiterung, am Tag der offenen Tür. Mit herzlichem Gruss Ihr Christoph Becker

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KULTURNEWS

60 Jahre Homo faber Am 20. Juni 1957 schreibt Max Frisch an seinen Verleger Peter Suhrkamp: «heute vormittags bin ich mit dem Roman zu Ende gekommen». Im Oktober erscheint «Homo faber. Ein Bericht». Der Roman wurde in rund 40 Sprachen übersetzt, zweimal verfilmt und etliche Male auf die Bühne gebracht. Die Ausstellung im Max Frisch-Archiv an der ETH-Bibliothek, die noch bis zum 20. April zu sehen ist, geht der Entstehung und Wirkung dieses Klassikers nach. Und am 28. Februar wird an der ETH Zürich die Romanverfilmung von Volker Schlöndorff gezeigt, in Anwesenheit des Regisseurs. www.mfa.ethz.ch

Foto: Kunsthaus Zürich

Early Birds Diese von mehreren Zürcher Kulturinstitutionen gemeinsam entwickelte Veran­ staltungsreihe der besonderen Art gewährt spezielle Einblicke und schafft thematische Verbindungen über die Spartengrenzen hinweg. Auch das Kunsthaus ist mit von der Partie. Die Veranstaltungen finden jeden zweiten Freitag statt. www.kulturvermittlung-zh.ch

Swiss Photo Award

© Ascot Elite Entertainment Group

Aufgeweckte Kunst-Geschichten Der Titel dieser Publikation leitet sich vom gleichnamigen Projekt des Zentrums für Gerontologie der Universität Zürich und seinen Praxis- und Museums­partnern (darunter auch das Kunsthaus Zürich) ab. An Demenz erkrankte Menschen konnten vor Kunstwerken ihre eigenen, spontanen Äusserungen mithilfe von Moderatoren zu Geschichten verweben. Beschrieben werden – anhand von eindrucksvollen Fotos und auf der Basis einer wissenschaftlichen Evaluation – die zündende Idee und ihr Weg in die Schweiz, die Methode, die Resultate und die Wirkungen auf alle Beteiligten. Universität Zürich, Zentrum für Gerontologie. ISBN 978-3-033-04871-3

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Der Swiss Photo Award ist einer der renommiertesten Fotopreise der Schweiz. Er zeigt seit 20 Jahren Schweizer Fotografie in ihrer ganzen Schaffensbreite. Die besten Arbeiten 2017 werden am 22. März an der «Opening and Award Night» in der Photobastei prämiert, die Ausstellung dazu läuft vom 23. März bis 15. April. www.swissphotoaward.ch

Manifesta Palermo 2018

Foto © Francesca Camilla Bruno

TonhalleLATE «Ein magischer Abend, der in neue Welten entführt und klassische wie elektronische Musik zelebriert». Im ersten Teil des Abends nutzt das Tonhalle-Orchester Zürich die gesamte Palette der Orchesterfarben. Im zweiten Teil gibt es live gespielte elektronische Musik und die Tonhalle Maag wird zum Dancefloor. 2. Februar, 22 Uhr. www.tonhalle-orchester.ch

Die nomadisierende Biennale Manifesta, welche letztes Jahr in Zürich Halt gemacht hatte, gehört zu den wichtigsten inter­ nationalen Gruppenausstellungen zeitgenössischer Kunst. Im Sommer 2018 findet sie in Palermo statt und wird von Mirjam Varadinis mitkuratiert. Die Kuratoren heissen diesmal «Creative Mediators» und kommen aus ganz unterschiedlichen Disziplinen. Man darf gespannt sein! http://m12.manifesta.org


GUT ZU WISSEN

OBJEKT DER BEGIERDE

SHOPPING

S A L E!

Schnäppchenzeit! Das Jahr hat kaum angefangen, und bereits neigt sich das Gastspiel der Französischen Malerei wieder dem Ende zu. Beeilen Sie sich also und besuchen Sie die Ausstellung in den letzten Tagen. Auch ein Abstecher in unseren Spezial-Ausstellungsshop lohnt sich bestimmt! Was bereits zur Tradition geworden ist, aber immer noch nicht alle wissen: Jeweils Anfang Jahr macht der Museums-Shop die grosse Auskehr und es werden eine Menge Artikel mit 40 % bis 80 % Rabatt angeboten! Durch das Jahr hat sich vieles angesammelt und nun machen wir wieder Platz in unseren Regalen. Kommen Sie also vorbei und stöbern Sie nach Herzenslust auf unserem Wühltisch. Aber warten Sie damit nicht zu lange, denn – wie immer gehen die besten Stücke am schnellsten weg… Oskar Kokoschka, Hades und Persephone; linke Tafel des Triptychons: Prometheus, 1950 The Samuel Courtauld Trust, The Courtauld Gallery, London © Fondation Oskar Kokoschka, Vevey / 2018 ProLitteris, Zürich

Mythos Prometheus Der Mythos des Prometheus wurde von einer Reihe antiker Autoren überliefert. Auch Oskar Kokoschka hat sich diesem Mythos angenommen, in der Form des Triptychons «Prometheus» von 1950. Auf dem hier gezeigten linken Flügel begegnen wir der schönen, nackten Demeter in eleganter Arabeske. Sie hat soeben ihre Tochter Persephone aus den Fängen des Hades befreit, welcher hier von Kokoschka als Selbstporträt ausgeführt wurde. Das Triptychon war ursprünglich eine Auftragsarbeit für die Decke im Eingangsbereich von Graf Antoine Seilerns Haus in London, heute befindet es sich in der Sammlung der Courtauld Institute of Art Gallery in London. Mit Ausnahme der Biennale 1952 war das über acht Meter breite Werk nie ausserhalb von England zu sehen. Nun wird es anlässlich der am Kunsthaus geplanten Kokoschka-Retrospektive im Winter 2018 als Highlight endlich wieder auf dem Kontinent zu bewundern sein.

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Giovanni Giacometti. La lettrice. 1912. Öl auf Leinwand. 50 x 80,5 cm. Auktion im Juni 2018.

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Leidenschaft

Unser

Engagement

Inspiration für alle

Kunsthaus Zürich und Swiss Re – eine inspirierende Partnerschaft. Spannende Perspektiven, neue Horizonte, innovative Ideen – bewegen uns bei Swiss Re. Die Zusammenarbeit mit Menschen auf der ganzen Welt begeistert uns. Auch in Kunst und Kultur. Unser Engagement öffnet Augen, bewegt Herzen, berührt Seelen. Und sucht den Dialog. So entsteht Neues, so gestalten wir Zukunft. Gemeinsam, denn: Together we’re smarter. swissre.com/sponsoring

Skulptur: © 2015 Danh Vo. Alle Rechte vorbehalten.

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AUSSTELLUNGEN

Abraham Cruzvillegas Achvárikua: errores micro­universales para canon a cuarenta y nueve voces, 2017 Schmetterlingsnetz, Metallrohr, ca. 350 × 220 cm, © Abraham Cruzvillegas

Abraham Cruzvillegas Foto © Charlie Forgham Bailey

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AUSSTELLUNGEN

Abraham Cruzvillegas The Autoconstrucción Suites, 2013 Ausstellungsansicht Walker Art Center, Minneapolis, © Abraham Cruzvillegas

Abraham Cruzvillegas Autorreconstrucción: Social Tissue 16. Februar – 25. März 2018 Kuratorin: Mirjam Varadinis

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AUSSTELLUNGEN

Abraham Cruzvillegas The Autoconstrucción Suites, 2013 Ausstellungsansicht Walker Art Center, Minneapolis, © Abraham Cruzvillegas

Nach Grossauftritten und Einzel­a usstellungen in den USA, London, Frankreich und Deutschland, sind Werke des mexikanischen Künstlers Abraham Cruzvillegas (*1968) nun zum ersten Mal in der Schweiz in einem Museum zu sehen.

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AUSSTELLUNGEN

Abraham Cruzvillegas Namazuxólotl 1 / Namazuxólotl 2, 2017 Farbe auf im Inkjetverfahren bedruckten Textil, Eisen, Holz, 178 × 274,9 cm /178 × 282,6 cm, © Abraham Cruzvillegas

Abraham Cruzvillegas Ausstellungsansicht Agustina Ferreyra Gallery, San Juan, Puerto Rico, 2016, © Abraham Cruzvillegas

Cruzvillegas untersucht in seinen Skulpturen und raumfassenden Installationen Kunst als Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse. Aufgewachsen ist er in Ajusco, einer Vulkanlandschaft südlich der mexikanischen Hauptstadt. Dort entstanden im Zuge einer Landflucht in den 1960erJahren prekäre Eigenbauten, die mit Materialien aus der Gegend ohne Bauplan und ohne Fundament gezimmert wurden. An der Entstehung war jeweils die gesamte Gemeinschaft der Familienmitglieder und Nachbarn beteiligt. Ausgehend von dieser Erfahrung, ist die skulpturale Form für Cruzvillegas ein Prozess des Wandels, der Aktion und der Solidarität. Improvisation, das Arbeiten mit vorgefundenen und weggeworfenen Materialien sowie die Zusammenarbeit mit anderen spielen eine entscheidende Rolle. Doch der Künstler betont: «In meinen Werken verarbeite ich nicht einfach meine Biographie.» Ihm geht es vielmehr um eine Auseinandersetzung mit Identität, die heute im steten Wandel ist. «Das ist der eigentliche Kern meiner Arbeit: die Transformation, der Wandel, Widerspruch und die Instabilität von Identität.» Transformation und Happenings mit lokalem Bezug In Zürich überträgt der Künstler den Gedanken des dynamischen Prozesses auf das Ausstellungsformat selber und verwandelt den Bührlesaal für fünf Wochen in ein Atelier, in dem neue Werke entstehen. Erst zum Schluss der Ausstellung fügen sich die neu entstandenen Arbeiten zu einer Gesamtinstallation zusammen. Begleitet wird dieses künstlerische Experiment von einem abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm, bei dem nicht Cruzvillegas die Hauptrolle spielt, sondern verschiedene lokale Akteure. «In jeder neuen Situation versuche ich mich dem Lokalen anzunähern», so der Künstler. «Das heisst, ich verwende nicht nur lokale Materialien, Techniken und Ressourcen, sondern lasse auch das Wissen der Leute, ihre Sprache, ihre ökonomischen Verhältnisse, politische Situation, Geschichte, Kultur und Musik miteinfliessen.» Das ist auch in Zürich so. Menschen und Gruppierungen ganz unterschiedlicher Herkunft sind bei der Ausstellung dabei und arbeiten mit: Studierende der ETH und ZHdK helfen beispielsweise, die neuen Werke zu realisieren. Die «Abendschule Import», welche Kurse mit in der Schweiz lebenden Flüchtlingen anbietet, in denen diese ihr 13


AUSSTELLUNGEN

Wissen weitergeben können, organisiert ein spezielles Programm fürs Kunsthaus. Die «Bar 3000» lädt zu wöchentlichen Konzerten mit Schweizer Bands ein, die verschiedene von Abraham Cruzvillegas geschriebene Songtexte eigens für die Ausstellung vertont haben. Und Sandra Knecht kocht ihr «Immer wieder Sonntags»-Menu für einmal im Kunsthaus. Schauen Sie also vorbei und nehmen Sie Ihre Freunde und Familie mit. Denn mittwochnachmittags gibt es immer auch ein besonderes Programm für Kinder und Jugendliche. Wer ein Ticket für die Ausstellung kauft, darf übrigens drei Mal hinein – damit man die Entwicklungen in der Ausstellung mitverfolgen und die Veranstaltungen besuchen kann. Unterstützt von Swiss Re – Partner für zeitgenössische Kunst sowie der Dr. Georg und Josi Guggenheim-Stiftung und der artEdu Stiftung.

Abraham Cruzvillegas Autoconcanción V, 2016 Mixed Media, 302,3 × 243,8 × 360,7 cm, Regen Projects, Los Angeles, © Abraham Cruzvillegas

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AUSSTELLUNGEN

Abraham Cruzvillegas Empty Lot, 2015 Ausstellungsansicht Turbine Hall, Tate Modern, London,  © Abraham Cruzvillegas

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AUSSTELLUNGEN

Abraham Cruzvillegas Autoconcanción VI, 2016 Mixed Media, 287 × 543,6 × 671,8 cm, Private Collection, Los Angeles, © Abraham Cruzvillegas

Programmüberblick Mittwochs 18 Uhr: Cinema Nights Donnerstags 19 Uhr: Konzerte Samstags 14 Uhr: Conversations Sonntags 14 Uhr: Workshops Mittwochs 14 Uhr (alternierend): Skate the Museum / Kids Club Sonntags 11 Uhr und mittwochs 18 Uhr: Öffentliche Führungen Details sowie weitergehende Informationen zu den Veranstaltungen werden ab dem 15. Februar auf der Website zur Ausstellung aufgeschaltet sein: cruzvillegas.kunsthaus.ch

Abraham Cruzvillegas The Water Trilogy Resources Room, 2017 Mixed Media, variable Masse, Ausstellungsansicht Fondation d’entreprise Hermès, Tokio, © Abraham Cruzvillegas

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Publikation Die Ausstellung wird von einer Pub­likation in zwei Teilen begleitet. Der erste Teil enthält ein ausführ­liches Gespräch mit dem Künstler sowie Kurz­beiträge und Gedichte von Aktivistinnen, Umweltschützern, Dichtern und Musikerinnen. Der zweite Teil begleitet das Entstehen der neuen Werke während der Ausstellung im Kunsthaus und enthält die vollständige Sammlung von Cruzvillegas' Songtexten.


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AUSSTELLUNGEN

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AUSSTELLUNGEN

Félix Vallotton Coucher de soleil, Villerville, 1917 Öl auf Leinwand, 55,5 × 97 cm, Kunsthaus Zürich, Vereinigung Zürcher Kunstfreunde, 1977

Visionäre Sachlichkeit Magritte, Dietrich, Rousseau 9. März – 8. Juli 2018, Kurator: Philippe Büttner Mit seiner neuen Ausstellung erinnert das Kunsthaus an eine Strömung, die für die Malerei der Klassischen Moderne neben der Abstraktion unentbehrlich war – die gegenständliche Kunst. René Magritte Les Grâces naturelles, 1964 Öl auf Leinwand, 55,5 × 46,5 cm, Kunsthaus Zürich, Geschenk Walter Haefner, 1993, © 2018 ProLitteris, Zürich

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AUSSTELLUNGEN

schen, symbolistischen Auffassung der «Nabis» beflügelt – als Landschaftsmaler seinen kühlen Blick auf die phantasmagorische Hyper-Präsenz von Naturphänomenen. Er war zugleich einer der Entdecker des grossen «Naiven» Henri Rousseau, dessen Dschungelmalerei er 1891 in einem Artikel begeistert lobte.

Adolf Dietrich Gelbrote Abendwolken über dem See, 1926 Öl auf Karton, 38,5 × 39,0 cm, Kunsthaus Zürich, Geschenk René Wehrli, 2005, © 2018 ProLitteris, Zürich

Verführerisch vergleichbar sehen sie aus, die drei ersten hier abgebildeten Gemälde aus der Kunsthaus-Sammlung: Ein Sonnenuntergang über dem Meer von Félix Vallotton von 1917, gelbrote Abendwolken über dem Bodensee von Adolf Dietrich von 1926 und in einem gewissen Sinne auch die scheinbar aus Blattmaterie emporgewachsenen Vögel Magrittes von 1964 vor mildem Abendgewölk. Was hat es mit dieser Ähnlichkeit auf sich? Das Kunsthaus zeigt diese Werke im Rahmen einer Sammlungsausstellung über Künstler, die im Zeitalter der Moderne «gegenständlich» arbeiteten – oder zumindest Verfahren der gegenständlichen Malerei anwendeten. Sie waren dabei alles andere als reaktionär, sondern verliehen der Kunst neue, bedeutende Impulse. Der Bogen wird von Arnold Böcklin und Félix Vallotton über die französischen «Naiven» Henri Rousseau und Camille Bombois zu den Schweizern Adolf Dietrich und Niklaus Stoecklin geschlagen, die für eine schweizerische Ausprägung der Neuen Sachlichkeit stehen. Dazu kommen Vertreter des Surrealismus, die für die Umsetzung ihrer mentalen Bilder 22

eine Malweise anwendeten, die fast altmeisterlich erscheint (wie bei Salvador Dalí), oder sich vordergründig zumindest so gibt (wie bei René Magritte). Neues im alten Gewand Für die Ausstellung ausgewählt wurden Arbeiten, die nicht der für die frühe Moderne essenziellen Entwicklungslinie der sichtbar gemachten «peinture» im Sinne Édouard Manets und Paul Cézannes (und dessen massgeblicher Auswirkung auf Fauvismus und Kubismus) verpflichtet sind. Sie verbergen vielmehr scheinbar altmodisch den Pinselstrich und halten beharrlich daran fest, dem Betrachter etwas vorzuspiegeln, indem sie ihm die Illusion geben, er blicke in reale oder imaginäre Räume, die er virtuell betreten kann. Wie in alten Zeiten – aber zugleich eben auch wieder nicht, denn die Maler, um die es hier geht, packten in das scheinbar alte Gewand ganz Neues. Als erstes erwähnt sei Félix Vallotton. Er setzte mit einer fast altmeisterlichen, aber neu mit psychologischen Brüchen durchsetzten makellosen Feinmalerei ein und richtete später – von der antirealisti-

Visuelle Welterschaffung Anders als Vallotton war Rousseau im Wesentlichen Autodidakt. Im Gegensatz zu Dietrich, der seine Werke später ebenfalls als Autodidakt in der bäuerlichen Umgebung im Thurgau schuf, nahm Rousseau in Paris Anteil am aktuellen Kunstgeschehen. In seinen Landschaften malte er in akkurater Konturierung Element um Element, Blatt um Blatt und staffelte aus säuberlich aufgezählten und zusammengefügten Einzelteilen eine Welt von hypnotischer Fremdheit. Statt «peinture» glänzen hier sich verselbständigende Formrhythmen und szenische Muster des Übergangs vom Bekannten zum Fremden. Rousseaus stark vom Imaginativen genährte Malweise bedient sich denn auch nicht der gleichen Quellen wie diejenige des ausgebildeten Feinmalers Vallotton. Die Bilder der beiden so unterschiedlichen Künstler bestehen nebeneinander allerdings gut, denn ihnen gemeinsam ist eine dekorative Ordnung der Fläche. Während Vallotton aber in erster Linie eine ästhetische Dichte zu vermitteln suchte, stand bei Rousseau eine visuelle Welterschaffung im Vordergrund. Das gemeinsame «Gegenständliche» ist in diesem Sinne zwar verbindend, verbirgt aber zugleich auch kräftige konzeptuelle Unterschiede. Letzteres gilt auch für Vallotton und Dietrich, auch wenn diese beiden einander etwas näher standen: Beide malten drinnen, was sie draussen gesehen und gezeichnet (oder auch fotografiert) hatten – und bearbeiteten das Gesehene im Malprozess. Das rein Imaginative spielte dabei, anders als bei Rousseau, in der Regel keine entscheidende Rolle. Adolf Dietrich und Niklaus Stoecklin sind wiederholt im Kontext der hauptsächlich in Deutschland geprägten «Neuen Sachlichkeit» beschrieben und rezipiert worden. Dies ist historisch gesehen nachvollziehbar. Doch fehlt beiden das


AUSSTELLUNGEN

Henri Rousseau Portrait de Monsieur X (Pierre Loti), 1906 Öl auf Leinwand, 61 × 50 cm, Kunsthaus Zürich, 1940

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AUSSTELLUNGEN

Element der Entfremdung, das für die Neue Sachlichkeit in Deutschland charakteristisch ist, die als Reaktion auf den Ersten Weltkrieg und aus dem damit einhergehenden Sinnverlust heraus entstand. Daher ist die Kunst der beiden Schweizer mit diesem Begriff nicht ganz zu fassen: Stoecklins Sachlichkeit reicht zuweilen ins Surreale, und Dietrichs Kunst, die mit gleichem Recht auch den «Naiven» zugeschlagen wird, ist ohnehin einzigartig. Sie präsentiert sich in Form unverwechselbarer visueller «Ausstanzungen» aus der kleinen Welt, die den schlichten Holztisch umgab, auf dem seine Bilder entstanden. Im Detail sehr anspruchsvoll, etwa durch das Einbeziehen von Fotografien und das «Collagieren» von Motiven, verzichtet sie aber weitgehend auf die Komplexität, die dadurch entsteht, wenn Kunst auf andere Kunst oder Kunstformen reagiert. Solcherart nicht durch die Schichten der Wahrnehmungsgeschichte gefiltert, erhält sie etwas märchenhaft Schlichtes und Ursprüngliches. Suche nach dem Unbewussten Auf andere Kunst reagieren hingegen sehr wohl die Werke Stoecklins und Vallottons, wie auch diejenigen Rousseaus. Und ganz sicher auch die surrealistischen Bilder Dalís und Magrittes. Allerdings hat deren «Gegenständlichkeit» andere Wurzeln. Die Surrealisten reagierten mit ihrer Suche nach dem Ausdruck unbewusster Welten auf den kulturellen Nullpunkt des Ersten Weltkriegs. Jenseits aller Konventionen und Verdrängungen sollte das unklassifizierte Menschsein aufgesucht werden, wie es sich in Träumen und unkontrollierter Gestaltung äussern mag. Einige Surrealisten wie Joan Miró setzten dabei auf die Entfaltung des Malerischen, der «peinture». Andere aber griffen für ihre innovativen traumartigen Bilder auf Elemente der gegenständlichen akademischen Maltechnik zurück und fügen sich daher perfekt in diese Ausstellung ein: Salvador Dalí leuchtete, wie eingangs erwähnt, mit altmeisterlicher Präzision in noch nie gesehene Ecken des Unbewussten, während René Magritte eine vorgeblich gegenständliche Malerei einsetzte, um über eine Tour de Force der Sinnvermeidung das friedliche Zusammenleben 24

von Form und Inhalt ad absurdum zu führen und neu zu dynamisieren. Im Übrigen ist das für die Surrealisten so wesentliche Traumartige ihrer Bilder eine Eigenschaft vieler der im Rahmen dieser Ausstellung vereinigten Werke. Es überrascht ja auch nicht wirklich, dass das «Gegenständliche» und das Traumartige so gut zusammenpassen: Was wir nachts träumen, kommt ja in der Regel auch nicht im Stil der «peinture» daher.

Publikation Zur Ausstellung erscheint eine Publikation im Verlag Scheidegger & Spiess. Diese geht u.a. der Frage nach, wie die ausgestellten Werke und die entsprechenden Kunstrichtungen Aufnahme in die Sammlung des Kunsthauses fanden.

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Camille Bombois Autoportrait, undatiert Öl auf Leinwand, 81,5 × 54 cm, Kunsthaus Zürich, Geschenk Frau Dr. Marguerite Meyer-Mahler und Frau Marian von Castelberg-Meyer, 1987, © 2018 ProLitteris, Zürich


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RESTAURIERUNG

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Eine Leinwand – drei Motive? Restaurierung des Gemäldes «Tote Stadt VI (Die kleine Stadt I)» von Egon Schiele Das Gemälde «Tote Stadt VI (Die kleine Stadt I)» von 1912, welches 1964 in die Kunsthaus-Sammlung kam, nimmt im Werk Schieles eine besondere Bedeutung ein. Zum einen wurde es direkt nach seiner Entstehung vom Museum Folkwang Hagen angekauft und ist somit das erste Bild des Künstlers, das in musealen Besitz gelangte, und zum anderen 26

erreichte Schiele mit dieser Darstellung einen Höhepunkt in seiner Serie der Krumauer Stadtansichten. Kaum ein anderer Ort inspirierte Schiele so sehr wie Krumau, Geburtsund Heimatstadt seiner Mutter, die zum wichtigsten Motiv seiner Landschaftsbilder werden sollte. Dargestellt ist der Blick vom Schlossberg auf die Gebäude

am Ring von hinten; sie werden von der kahlen Rückwand des Apothekerhauses überragt. Schiele hält sich jedoch nicht in allen Bildbereichen an die realistische Vorlage, sondern ergänzt das Motiv frei mit abstrakten Farbfeldern. So assoziiert der blaue Farbstreifen am linken Bildrand den Verlauf der Moldau und der schwarze Hintergrund ersetzt weitere Häuser.


RESTAURIERUNG 2

Sorgfältige Untersuchung Pastose Strukturen, die sich nicht in das Bildmotiv einfügen, gaben Hinweise auf eine darunterliegende Darstellung. In der Hoffnung, ein verworfenes Motiv sichtbar machen zu können, wurde eine röntgentechnologische Untersuchung des Bildes durchgeführt. Die Aufnahme brachte in einmaliger Klarheit zwei weitere, unter dem Bildmotiv liegende Darstellungen zum Vorschein. Zum einen eine verworfene Darstellung mit Herbstbäumen. Auf einem Hügel, der das untere Bilddrittel einnimmt, stehen drei Bäume, deren Geäst sich in ornamentalen Linien über die Bildfläche, bis ganz an die Bildränder reichend, ausbreiten. Wahrscheinlich zwang die besondere materielle Not im Sommer 1912 Schiele dazu, die Leinwand wiederzuverwenden und dieses Gemälde zu verwerfen. Und zum anderen das verworfene Gemälde einer anderen Krumauer Stadtansicht: Im oberen Bilddrittel hat Schiele angefangen, die Baumdarstellung mit der Wiedergabe des Krumauer Rathausplatzes zu übermalen. Man kann deutlich die Häuserzeile mit dem barocken Giebel erkennen. Unterhalb davon ist die horizontale Mauer sichtbar, die die anschliessenden Dachflächen abgrenzt. Diese Darstellung hat der Künstler nicht vollständig ausgeführt und mit dem heute sichtbaren Motiv übermalt. Die Restaurierung Als das Gemälde in die Sammlung des Kunsthauses kam, hatte es bereits eine umfangreiche Restaurierung erfahren und viel von seinem ursprünglichen Oberflächencharakter eingebüsst. Das Werk war vorder- und rückseitig massiv mit einer Wachs-Harzmasse behandelt und gefirnisst worden. Das hatte zur Folge, dass die charakteristische Bildstruktur eines Leinwandgemäldes

1 Egon Schiele Tote Stadt VI (Die kleine Stadt I), 1912 Öl auf Leinwand, 80 × 80 cm, Kunsthaus Zürich, 1964 2  Zustand vor Restaurierung Röntgenaufnahme. Rote Linien zeigen die Baumdarstellung, orange Linien zeigen eine andere Krumauer Stadtansicht Aufnahme © Art Conservation Thomas Becker

verloren gegangen ist und die Farbschicht eine Verdunkelung und Trübung erfuhr. Der Grund für diesen gravierenden früheren Eingriff war wahrscheinlich eine umfangreiche Lockerung der Malschicht mit zahlreichen Farbausbrüchen, deren Ursache in der komplexen Schichtenabfolge mit den drei übereinanderliegenden Gemälden zu suchen ist. Die Restaurierung im Kunsthaus hat sich in erster Linie darauf konzentriert, die Wachsmasse auf der Vorder- und Rückseite zu entfernen. Die Abnahme erfolgte auf der Bildseite unter dem Technoskop in langwieriger Arbeit mechanisch und mit rektifiziertem Terpentinöl und Wattestäbchen. Ein geschlossener alter Überzug unter der Wachsmasse, der bei dieser Massnahme unangetastet blieb, ermöglichte eine für die originale Farbschicht gefahrlose Durchführung. Die Wachsmasse auf dem Überspann und der Leinwandrückseite konnte mit Siedegrenzbenzin und Wattestäbchen weitgehend entfernt werden. Mit einem Mikroaspirationsgerät, das ein punktuelles und kontrolliertes Absaugen der angelösten Wachsmasse möglich macht, wurden Reste des Wachses aus den Tiefen der Leinwandstruktur gesaugt. Um festzustellen, ob Schiele selbst bereits einen Firnis aufgetragen hatte, wurden ausserdem Querschliffe von Malschichtproben erstellt.

Das Gemälde präsentiert sich nach der Restaurierung wieder in einer klaren, brillanten Farbigkeit und mit einer prägnanteren Lesbarkeit des Pinselstriches. Alles lebt Aus kunsthistorischer Sicht ist das Sichtbarlassen einiger der Strukturen der früheren Komposition durch den Künstler aufschlussreich. Dort, wo die Gebäude emporragen, heben sich im Relief der Malschichten zugleich auch noch die schwingenden Linien der übermalten Baumäste ab. Schieles bereits eindrucksvoll organisch-dynamische Gestaltung der barocken Gebäude wird durch diese Verbindung mit dem natürlichen Wuchs der Bäume noch verstärkt. Alles lebt: die Häuser und – wie in einer Erinnerungsmatrix – auch die einst vorhandene Natur. Die Restaurierung konnte durch die grosszügige Unterstützung der Minerva Kunststiftung realisiert werden. Das Werk ist aktuell in der Kunsthaus-Sammlung ausgestellt. Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie auf www.kunsthaus.ch.

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ERWEITERUNG

Tag der offenen Tür – Tag der offenen Baustelle! Kunst und Architektur für jedermann. Am 10. März von 10 bis 20 Uhr. Eintritt frei. Inzwischen ist es eine Tradition. Einmal im Jahr zeigt das Kunsthaus, wie ein Museums­b etrieb hinter den Kulissen funktioniert und lädt ein, die Sammlung aus neuen Perspektiven zu entdecken. Zeigen Sie Freunden und Bekannten Ihr Kunsthaus!

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Fotos: Kunsthaus-Erweiterung im Rohbau: © Amt für Städtebau, Juliet Haller / Villa Tobler: © Christian Breitler / Alle anderen: © Caroline Minjolle

ab Programm r a ru auf: Mitte Feb thaus.ch www.kuns


VERANSTALTUNGEN

Begehung der KunsthausErweiterung im Rohbau Vom Entwurf auf dem Reissbrett zum gebauten Raum: Erstmals werden die Räume und die Funktionen der KunsthausErweiterung physisch erfahrbar. An Führungen durch den Rohbau, der im Sommer fertig­gestellt wird, informieren Projektverantwortliche über das von David Chipperfield Architects entworfene Gebäude, das dem Heimplatz ein neues Gesicht und dem Kunsthaus bald doppelt soviel Raum geben wird. Baukulturelle Führungen in der Villa Tobler Hinter dem vom Umbau erfassten Bestand­ sbau des Architekten Karl Moser liegt die Villa Tobler. Die von Gustav Albert Wegmann als Bank und Privathaus erbaute Liegenschaft ist Sitz der Zürcher Kunstgesellschaft. Am Tag der offenen Tür steht die Beletage zur Besichtigung offen. An drei geführten Rundgängen referieren die Kunsthistorikerinnen Kerstin Bitar und Katrin Koyro über die Vermählung von Kunst, Design und Baukultur. Und bei einer Erfrischung in den an JugendstilElementen reichen Räumen trifft man sich anschliessend zum Gespräch. Am Abend stellen sich dort die Zürcher Kunstgesellschaft und die Kunstfreunde Zürich vor. Als Mitglied bringen Sie Freunde und Bekannte mit – Interessierte, die das Kunsthaus regelmässig besuchen oder anderweitig unterstützen möchten. Sie erfahren hier mehr über jüngste Erwerbungen, das zukünftige Programm und die Vorteile einer Mitgliedschaft in beiden Vereinen. Führungen für Menschen mit Sehund Hörbeeinträchtigung In der Sammlung sind rund 400 Gemälde und Skulpturen vom 13. bis zum 21. Jahrhundert zu sehen. Regelmässig finden Highlights-Führungen statt, zu deren Teilnahme es keinerlei Vorkenntnisse bedarf. Diese ca. 70-minütigen Rundgänge werden am Tag der offenen Tür von Gebärdendolmetschern begleitet. Für Sehbehinderte und ihre Begleitpersonen orga-

nisieren wir Angebote im kleinen Kreis, die schon letztes Jahr regen Zuspruch fanden. Kinder werden gerne im Mal­ atelier aktiv und präsentieren ihren Eltern eigene Kreationen. Überraschend für Jung und Alt dürfte die Ausstellung des mexikanischen Künstlers Abraham Cruzvillegas sein. Diese entwickelt sich unter Mitwirkung verschiedener Akteure laufend fort und bietet mit ihrer Mischung aus Installation, Video, Zeichnung sowie nichtmenschlichen Organismen reichlich Irritation. Selten zu sehen sind die Positionen naiver Maler in der Ausstellung «Matisse, Dietrich, Rousseau. Visionäre Sachlichkeit». Ihre Eröffnung wird gerade erst stattgefunden haben. Und falls Sie es nicht zur Vernissage am Donnerstag schaffen – Samstag ist die Gelegenheit! Restaurierung und Technische Dienste Nur am Tag der offenen Tür ist der Blick ins Restaurierungsatelier möglich – in Arbeitsräume, wo alltags die Kunstwerke, von Sicherungen und schützenden Fassungen befreit, unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt werden. Das Team der Restauratorinnen und Restauratoren erläutert seine Arbeit. Die unterschiedlichen Disziplinen – Papier- und Foto­ restaurierung, die Sicherung von Videoarbeiten, Reinigung von Gemälden oder Plastiken – findet in separaten Ateliers statt. Mit etwas Glück ist die monumen­ tale Hauptleihgabe an die kommende Kokoschka-Ausstellung (s. S. 7) zu sehen. Hinter den Kulissen führt das Team des Technischen Dienstes durch Werkstätten und Räume, in denen für Klima, Kunst und Sicherheit wichtige Vorkehrungen getroffen werden. Gehen Sie mit, um mitreden zu können und glänzen Sie, wenn später das Gespräch aufs Kunsthaus kommt, mit «Insights».

Kleinod der Baukultur: Die Villa Tobler

Angebote für Menschen mit Sehbehinderungen

Führungen im Restaurierungsatelier

Programm ab Mitte Februar online Das komplette Programm mit Anfangszeiten ist ab Mitte Februar online auf www.kunsthaus.ch. Ein Kulturengagement der Credit Suisse – Partner Kunsthaus Zürich. 31


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INTERN

nicht leicht. Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung gelingt es mir aber relativ schnell, berechtigte von unberechtigten Ansprüchen zu trennen, Aufwand und Nutzen für die Institution abzuwägen und dann zu entscheiden, was wir neu erproben oder wo wir an Bestehendem festhalten. Mein Auftrag ist dabei klar: mit begrenzten Mitteln die bestmögliche Wirkung zu erzielen und dabei glaubwürdig zu bleiben. Björn Quellenberg (Leitung), Christine Grüner, Kristin Steiner

Neugier wecken, Haltung zeigen, Meinung machen Presse und Kommunikation

Foto: Lena Huber

Im Büro der Presse und Kommunikation laufen viele Fäden zusammen. Nicht nur ist sie Anlaufstelle für Journalisten und Tourismuspartner, hier werden auch Strategien festgelegt, Ausstellungskampagnen konzipiert, Events geplant, Kunsthaus-Magazine, Jahresprogramme und -berichte produziert und vieles mehr. Das Kunsthaus-Magazin unterhielt sich mit dem Leiter, Björn Quellenberg. Was genau beinhaltet Ihre Arbeit? Beschreiben Sie einen typischen Arbeitstag. Wenn ich morgens ins Büro komme, überfliege ich in der Tagespresse die für uns relevanten Rubriken – Feuilleton und Zürich. Was für die Direktion dringlich ist oder in naher Zukunft bedeutsam werden kann, markiere und kommentiere ich. Anschliessend treffe ich Christoph Becker zu einer kurzen Lagebesprechung. Im weiteren Tagesverlauf werden Journalistenanfragen beantwortet, Texte für Medienmitteilungen redigiert, Layouts für die Ausstel-

lungswerbung beurteilt. Mit meinen Kolleginnen bespreche ich ContentStrategien für unsere Online- und Print-Kommunikation. Wenn es um die Kommunikation von Projekten geht, um Sprachregelungen oder die designkonforme Umsetzung von Besucherhinweisen stehe ich anderen Abteilungen beratend zur Seite. Mit Kooperationspartnern wie dem Amt für Hochbauten der Stadt Zürich, Art Museums of Switzerland oder dem Forum Kultur, mit dem wir die Veranstaltungsagenda kulturzüri.ch aufgebaut haben, plane, budgetiere und evaluiere ich Kommunikations- und Marketingmassnahmen. Was ist die grösste Herausforderung in Ihrem Job? Es gibt unendlich viele Ideen, die an uns herangetragen werden – von Kreativen, die mit uns arbeiten möchten und von Kolleginnen und Kollegen, die inspirierende Erfahrungen gemacht haben. «Nein» zu sagen ist angesichts der immensen Erwartungen an das Kunsthaus und an seine Kommunikation

Gibt es ein besonderes Erlebnis? Es sind viele kleine Erlebnisse, die ich als «besonders» in Erinnerung behalte – mit Christo in der Personalküche auf seinen Auftritt zu warten, von einer liebenswerten Journalistin Jahr für Jahr persönlich ein Weihnachtsgeschenk überbracht zu bekommen oder vor der Volksabstimmung über die KunsthausErweiterung einen Drohanruf entgegenzunehmen, der nicht in erster Linie der Sache galt, sondern zum Ziel hatte, den deutschstämmigen KunsthausSprecher des Landes zu verweisen. Und was ist Ihre persönliche Motivation? Gute Frage. Ich habe den Job, der meiner Lebenseinstellung entspricht. Seit meiner Jugend setze ich mich für einen respektvollen, aufgeklärten, selbstkritischen und kreativen Umgang zwischen Menschen und Institutionen ein. Dass wir als Bezieher öffentlicher Gelder Rechenschaft vor unseren Unterstützern ablegen müssen, entspricht meinem Verständnis von Demokratie. Überfluss wäre langweilig und Beliebigkeit ist nicht mein Ding. Dass ich mit meinem Eintreten für Unternehmertum, Eigenverantwortung und Ressourcenoptimierung in der staatlich geförderten Kultur immer noch ein Aussenseiter bin, amüsiert mich. Aber in unserem Verein, der sich zu über 50 % selber finanziert, finde ich Verbündete. Ich glaube es ist – neben dem Wunsch im Leben etwas Sinnvolles zu tun – diese Reibung zwischen Profit und Non-Profit, zwischen materiellen und immateriellen Werten, die mich antreibt.

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Appetithäppchen Eine eiskalte Bise weht, Novemberabend, die Kragen sind aufgestellt, die Kapuzen oben. Meist Zweiergrüppchen sammeln sich um eine Baseballkappe, von der es beruhigend Schweizerdeutsch klingt. Jeder bekommt einen Aufkleber mit Vornamen auf die Brust geklebt. Auf zur Kunsthaus-Tour von «Letsmuseeum», gut alters- und geschlechtsgemischt. Vor Rodins Höllentor wärmt und schwört uns ein Schluck Whisky zusammen. Ein kurzes Frieren in Mirós Garten, während die Kacheln der Mirówand wohlig beheizt sind. Ein bisschen ungerecht. Das Rudel jagt ins Haus zurück: «Sonst schaffen wir es nicht bis acht». Es riecht frisch nach Holz statt nach Staub, Starre oder knarzenden Lederschuhen. «Bling» singt die Blechmarke, als sie auf den Boden fällt. Das Geräusch durchschneidet die museale Stille. Kunst erzählt tonlos Geschichten. Während die Stimme von Letsmuseeum-Guide Jean-Marc Nia die Ruhe kippt, motzt eine Dame aus der Generation «Still und starr ist die Kunst» darüber. Subjektivität als Ansatz. Am Fischli / Weiss-Raum ist Jean-Marc 17-mal vorbeigelaufen. Ermuntert zum Versuch: Jeder erhält einen Minirahmen, das Rudel fotografiert damit Alltagsgegenstände. Mobiltelefone krachen auf den Boden, dezent vom «Bling» der Blechmarken begleitet. «Hilfe, mein Finger ist mit auf dem Foto», jammert eine Teilnehmerin. «Was ist die Bedeutung von einem Falter?», fragt Jean-Marc vor dem monumentalen Rütlischwur Füsslis. Beantwortet die Frage lieber selbst, bevor wir uns unters Parkett verkriechen. Alle Sinne ansprechen, mitmachen lassen, jeden einbeziehen. Sogar einen einzelnen abgepackten Keks-Heiligenschein bekommen wir geschenkt. Heiligenscheine passen wirklich nicht zu mir, deshalb verputze ich ihn im Zug. Essen ist in den Ausstellungsräumen verboten, aber diese Kunst-Häppchen haben eindeutig Hunger gemacht.

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Hier finden Sie eine Auswahl an Führungen, Veranstaltungen und Workshops. Das ganze Programm unter www.kunsthaus.ch AUSSTELLUNGSÜBERSICHT

FÜHRUNGEN

16. Februar – 25. März 2018 Abraham Cruzvillegas. Autorreconstrucción: Social Tissue Grosser Ausstellungssaal Vernissage 15. Februar, ab 18 Uhr Finissage 24. März, ab 18 Uhr

AUSSTELLUNGEN

9. März – 8. Juli 2018 Magritte, Dietrich, Rousseau. Visionäre Sachlichkeit 1. OG Moserbau Vernissage 8. März, ab 16 Uhr bis 28. Januar 2018 Gefeiert und verspottet. Französische Malerei 1820 –1880 Grosser Ausstellungssaal verlängert bis 18. Februar 2018 Reformation 1. OG Moserbau www.kunsthaus.ch/de/ ausstellungen/aktuell

ERT! VERLÄNG

Abraham Cruzvillegas. Autorreconstrucción: Social Tissue* Mittwochs 18 Uhr, sonntags 11 Uhr Magritte, Dietrich, Rousseau. Visionäre Sachlichkeit So 11. 3. / 8. 7. 14 Uhr und 8. 4. 11 Uhr Mi 18. 4. 18 Uhr Do 22. 3. / 24. 5. / 14. 6. 18 Uhr Fr 8. 6. / 22. 6. 15 Uhr Sa 5. 5. 13 Uhr Gefeiert und verspottet. Französische Malerei 1820–1880* Mittwochs und donnerstags 18 Uhr, freitags 15 Uhr, sonntags 11 Uhr Reformation Do 15. Februar, 18 Uhr * Mit elektronischem FM-Gruppen­ führungssystem. Speziell auch für Personen mit Hörminderungen geeignet. Billett CHF 6.– / 4.– Mitglieder. Bitte an der Kasse lösen. Teilnehmerzahl beschränkt! Geräteausgabe 10 Minuten vor Beginn. SAMMLUNG Samstags 15 –16 Uhr Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Kosten: Eintritt 20. 01. Neue Materialien der Kunst: Von Schokoladenpapier bis Polyurethan 27. 01. Highlights der Sammlung 03. 02. Die Metapher der Malerei als offenes Fenster 10. 02. Paarbilder – Bildpaare 17. 02. Das Ding

FÜHRUNGEN 24. 02. Highlights der Sammlung: Skulpturen 03. 03. Marc Chagall 17. 03. Wie der Lapislazuli in die Farbtube kam – Maltechnik durch die Jahrhunderte 24. 03. Highlights der Sammlung 31. 03. Osterbilder 07. 04. Malerei im Raum 14. 04. Auguste Rodin und Alberto Giacometti im Vergleich Änderungen vorbehalten. Freie Gruppen und Schulklassen nur nach Voranmeldung. www.kunsthaus.ch/de/kunstvermittlung/ veranstaltungskalender

VERANSTALTUNGEN 16. Februar – 25. März 2018 Abraham Cruzvillegas. Autorreconstrucción: Social Tissue Die Ausstellung wird von zahlreichen Happenings zu Film, Musik, Sozialem, Natur und Kunst begleitet (s. auch S. 16). Detailprogramm ab Februar auf der Ausstellungswebsite. Samstag 10. März, 10 – 20 Uhr Tag der offenen Tür Kunst für jedermann, Blicke hinter die Kulissen und Schwerpunkt Architektur. Ganzes Haus, Eintritt frei.

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SERVICE

VERANSTALTUNGEN

SAVE THE DATE

WERKSTATT Aufgeweckte Kunst-Geschichten Ein Angebot für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen oder Betreuungspersonen. Di 6. / 13. / 20. / 27. März, 14.45 – 16.45 Uhr CHF 60.– für vier Nachmittage, inkl. Imbiss für zwei Personen ERWACHSENE UND JUGENDLICHE AB 16 JAHREN Poetischer Rundgang Frühlingsträume – Frühlingsräume So 15. April, 15 –16.30 Uhr CHF 30.– / Mitglieder CHF 10.–

Workshop Das allgegenwärtige Geheimnis Mi 28. März, 17.30 – 19.45 Uhr CHF 40.– / Mitglieder CHF 25.– /  Jugendliche CHF 15.– FAMILIENWORKSHOPS Sonntags 10.30 – 12.30 Uhr Erwachsene CHF 10.– / Kinder und Jugendliche CHF 5.– / Familienpreis CHF 25.– Ganz schön nackt! 28. Januar

Kunstwerkstatt 25. Februar Rätselhafte Bildwelt 25. März

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Illustration: Anja Denz

Samstag 5. Mai, ab 20 Uhr Fashion Ball Ziehen Sie endlich an, was Sie schon immer wollten! Wir laden ein zum grossen Fest der Stilikonen und Modepäpste, der Fashion Queens und Fashion Victims. Im Kunsthaus Zürich steigt der garantiert schrägste Fashion Ball auf dem grössten Catwalk, den diese Stadt je gesehen hat, in einem glitzernden Ballsaal und in der Garten-Lounge – mit Livemusik, DJs und Bars. Und dann heisst es tanzen, tanzen, TANZEN . Was ziehe ich an? Wir empfehlen den ganz grossen Auftritt: Punkdirndlpaillettenfummelschottenrockleih-soutanebrokatschleppepetticoatstromschlagfrisurtigertangaguccipuccistrasstiara oder ganz einfach: In High Fashion. Es gibt keinen Dresscode. Wirklich nicht. Tickets ab Februar im Kunsthaus. Vorverkauf CHF 45.– / Abendkasse CHF 50.–.

Geschichtenwald: Erzählungen von einst und jetzt Für Grosseltern mit ihren Enkeln So 11. März, 14 – 16 Uhr CHF 25.– pro Grosseltern / Enkel-Paar


SERVICE

WERKSTATT 3–6 JAHRE (in Begleitung) Malwerkstatt: Villa Kun(s)terbunt Bitte Znüni mitbringen und Arbeitskleider anziehen – es wird bunt. 26. Januar, 9. Februar, 9. / 23. März, 6. / 20. April, 10 – 11.30 Uhr CHF 18.– pro Morgen Anmeldung für einzelne oder mehrere Termine möglich. AB 5 JAHREN Malatelier am Sonntag 21. Januar, 4. / 11. / 18. Februar, 4. / 11. / 18. März, 8. / 15. April 10.30 – 12 Uhr, CHF 12.–

Gestrichelt oder gepunktet? Sa 20. Januar, 10.30 – 12.30 Uhr, CHF 15.– Schneegestöber Do 15. Februar, 14–16 Uhr, CHF 15.– Helle, dunkle, farbige Winternacht RIEN! Mi 21. Februar, 14 – 16 Uhr  SPORTFE CHF 15.– 7 – 12 JAHRE Herr Matisse, was für eine Schererei! Lunch mitbringen Di 13. Februar, 10.30 – 14.30 Uhr CHF 25.– Traumbilder Lunch mitbringen RIEN!  SPORTFE Di 20. Februar, 10.30 – 14.30 Uhr, CHF 25.–

INFORMATIONEN 2. / 9. / 16. März, 14 – 15.30 Uhr Block 3: Körper bewegen und Dinge begreifen 6. / 13. / 20. April, 14 – 15.30 Uhr CHF 55.– pro Block Club 6plus Kinder zwischen 6 und 9 Jahren Farbenzauber und Formenwirbel Jeder Block hat einen anderen Schwerpunkt. Block 3: Male dich selbst! 28. März, 4. / 11. / 18. April, 14 – 16 Uhr CHF 70.– pro Block Club 10plus Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren Zeitmaschine Du kannst dich für einen oder mehrere Abende anmelden. 25. Januar, 8. Februar, 8. März, 5. / 19. April, 17. Mai, 14. / 28. Juni, 12. Juli, 17 – 19 Uhr CHF 18.– pro Abend Anmeldung für alle Veranstaltungen erforderlich: 044 253 84 84 oder kunstvermittlung@kunsthaus.ch Preise inkl. Eintritt und Material

Museum Heimplatz 1, 8001 Zürich Eintrittskasse 044 253 85 43 Fr – So / Di 10 –18 Uhr Mi / Do 10 – 20 Uhr Ostern 30. März – 2. April 10 –18 Uhr Sechseläuten 16. April geschlossen Direktion und Verwaltung Tel. 044 253 84 84, Fax 044 253 84 33 info@kunsthaus.ch Grafische Sammlung Studiensaal Mo – Fr nach Voranmeldung Tel. 044 253 85 36 / 39 Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm Tel. 044 253 84 97 (Ansage) Bibliothek Rämistrasse 45, 8001 Zürich Tel. 044 253 85 31, Fax 044 253 86 51 Ausleihe Tel. 044 253 85 32 Mo – Fr 13 – 18 Uhr Ostern 29. März 13 –16 Uhr, 30. März – 2. April geschlossen Sechseläuten 16. April geschlossen www.kunsthaus.ch/bibliothek

Das ganze Angebot der Kunstvermittlung auch auf www.kunsthaus.ch

Konstruktionen im Raum und auf Papier Sa 17. März, 10.30 – 13.30 Uhr, CHF 25.– Ein Apfel so gross wie ein Zimmer Mi 14. März, 14 – 16 Uhr, CHF 15.– KINDER- UND JUGENDCLUB Club 3plus Kinder zwischen 3 und 6 Jahren in Begleitung Sinnesparcours für kleine Leute Wiederholung Block 2: Immer der Nase und dem Gaumen nach!

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VORSCHAU

COMING SOON

IMPRESSUM Offizielles Magazin für Mitglieder des Vereins Zürcher Kunstgesellschaft

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Herausgeber Zürcher Kunstgesellschaft Postfach, 8024 Zürich www.kunsthaus.ch © Kunsthaus Zürich Abdruck erwünscht mit Quellenangabe Redaktion Kristin Steiner Gesamtverantwortung Björn Quellenberg Auflage Druckauflage 15’120 WEMF/SW-beglaubigt 15’588 erscheint 4-mal jährlich Bezug In der Jahresmitgliedschaft enthalten, Preis am Kunsthaus-Shop CHF 8.– Gestaltung Crafft Kommunikation AG, Zürich www.crafft.ch

James Gillray, The graces in a high wind, 1797 Radierung, koloriert, 26 × 35,7 cm Kunstbibliothek Sammlung Modebild, Staatlichen Museen zu Berlin – Preussischer Kulturbesitz

Fashion Drive. Extreme Mode in der Kunst 500 Jahre Modegeschichte im Spiegel der Kunst: Wie haben Künstler auf extreme Erscheinungen wie Schlitzmode, die Schamkapsel, die Krinoline oder den Smoking reagiert? Mode ist sowohl ökonomischer Faktor wie Seismograph gesellschaftlicher Befindlichkeiten, Ausdruck von Sehnsucht und Instrument für Ein- und Ausschlussmechanismen. Die Ausstellung mit Schwerpunkt im ausgehenden 18. bis Anfang 20. Jahrhundert und Ausläufern in die Renaissance und die Gegenwart interessiert sich für die Er­ scheinungsformen der Mode in jenem Kippmoment, wo sie extrem, schrill, laut, getarnt und verpönt ist. In der heutigen Zeit von Globalisierung und Homogenisierung durch «Fast Fashion» strebt die Ausstellung in einer Tour d’Horizon die kritische wie die sinnliche Betrachtung von Kleidern und deren Reflexion in der Kunst an, die problematische wie auch subversive Momente der Modegeschichte in den Techniken der Malerei, Zeichnung, Plastik, Installation, Fotografie und Film aufgreifen. Mit rund 60 Künstlern, darunter Giovanni Boldini, Leigh Bowery, Daniele Buetti, Salvador Dalí, Honoré Daumier, Sonia Delaunay, Albrecht Dürer, Max Ernst, Sylvie Fleury, Emilie Flöge & Gustav Klimt, Natalja Gontscharowa, K8 Hardy, Jakob Lena Knebl, Herlinde Koelbl, William Larkin, Manon, Malcolm McLaren & Vivienne Westwood, Mai-Thu Perret, Wolfgang Tillmans, Félix Vallotton, Elisabeth Louise Vigée Lebrun, Madeleine Vionnet und Andy Warhol. Mehr zu dieser Ausstellung, die ab dem 20. April im Kunsthaus Zürich zu sehen sein wird, erfahren Sie im nächsten Magazin vom 4. April

Alle Informationen im Überblick: www.kunsthaus.ch

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ISSN 1421-315X

PARTNER Credit Suisse – Partner Kunsthaus Zürich Swiss Re – Partner für zeitgenössische Kunst

Titelbild Abraham Cruzvillegas The Autoconstrucción Suites, 2013 Ausstellungsansicht Walker Art Center, Minneapolis © Abraham Cruzvillegas


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Welche Farbe hat Engagement? Staunend im Museum stehen – diese Momente erweitern den Blick. Deshalb pflegen wir seit Jahren enge Partnerschaften mit Kunstinstitutionen in der ganzen Schweiz und unterstützen das Kunsthaus Zürich seit 1991 als Partner.

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Kunsthaus-Magazin 1/2018  
Kunsthaus-Magazin 1/2018