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[ DIS ] TIME PLACEMENT F O T O G R A F I E

&

N E U E

M E D I E N

KUNSTHAUS TROISDORF


TIME[DIS]PLACEMENT


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GRUSSWORT Dr. Gabriele Uelsberg

Wir erleben in dieser Präsentation Fotografie von Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt und zugleich Fotografie als Ausdruck einer Suche nach Ort und Position. Eine Ausstellung, die 16 Künstlerinnen und Künstler vereint, die aus der Nähe kommen, von weiter her oder von ganz weit her – aus der Region, aus Deutschland, Polen, Ungarn, Österreich und den USA –, ist in der Lage, aus der Vielzahl der Blickwinkel der einzelnen Beteiligten ein Kaleidoskop zu schaffen, durch das Weltbilder vorgestellt werden. Auch neue Medien, Fotoinstallationen, Fotocollagen und Videofilme sind in dieser Ausstellung zusammengetragen und thematisieren das Phänomen, dass Menschen in unserer heutigen Gesellschaft an Orte getrieben werden, in Raum und Zeit. Dabei geht es nicht allein um Flucht und Vertreibung, sondern im metaphorischen Sinn werden die verschiedenen Migrations- und Transitströme bedacht, die die Menschen seit dem 20. Jahrhundert auf der ganzen Welt „in Bewegung“ gebracht haben – wobei die Menschen schon immer gewandert und zu neuen Orten aufgebrochen sind. Die „DIS-Platziertheit“ oder vielleicht auch „Deplatziertheit“ ist dabei ein Gefühl der Ortlosigkeit, das sicherlich nicht nur den „echten“ Fremden an einem Ort begegnet, sondern jedem zu unterschiedlichen Zeiten und an diversen Orten. Die Welt ist in einer ständigen Verwandlung, Orte werden ausgetauscht, die Mobilität des Einzelnen wird verlangt, und was wir in den fotografischen Arbeiten dieser Ausstellungssequenz erkennen können, ist, dass dennoch der Blick auf das Neue erstmals der gedankliche Rückblick auf das Vergangene ist und hier Orte, Erlebnisse und Strukturen sich in unterschiedlichen Graden übereinander lagern und miteinander verweben. Der Begriff des Titels hat in der deutschen Geschichte eine besondere Bedeutung, denn die so-genannten „displaced persons“, waren im 2. Weltkrieg Zivilpersonen, die sich kriegsbedingt außerhalb ihres Heimatstaates aufhielten und ohne Hilfe nicht zurückkehren oder sich in einem anderen Land neu ansiedeln konnten. Heute haben wir über die Flüchtlingsströme wieder eine Menge von „displaced persons“ in ganz Europa und eine große Verantwortung, mit diesen Menschen gemeinsam neue Wege zu gehen.

Die Ausstellung greift dieses Thema nicht politisch oder gesellschaftlich, sondern sehr persönlich auf und zeigt in den einzelnen künstlerischen Positionen ganz unterschiedliche, aber vor allem authentische Aspekte persönlicher Ortlosigkeit und persönlicher Suche nach Positionierung. Gerade der Fotografie gelingt es so, unterschiedliche Charaktere gut zusammenzuführen, da sich hier bei aller Unterschiedlichkeit der Betrachterstandpunkte die gemeinsame Ebene der ausgeführten künstlerischen Bilder manifest macht. Die Fotografien von unterschiedlichen Orten, durch unterschiedliche Augen entdeckt, werden wieder zu einem gemeinsamen, facettenreichen Kaleidoskop von Zeit und Raum, der in der Ausstellung selbst als simultane Realität erscheint. Eine solche Ausstellung in Angriff zu nehmen und mit allen Beteiligten zu einem guten Ende zu führen, ist mehr als Organisation. Gerade auch, da die technische Zusammenführung aller dieser verschiedenen Positionen viel Arbeit und großen Einsatz verlangt. Nicht zuletzt, da das Ziel, so viele Künstlerinnen und Künstler in einer Ausstellung zusammen-zu-bringen, großen Respekt vor dem Werk jedes Einzelnen erfordert, damit sich alle in ihrer unterschiedlichen Ausprägung wiederfinden und verwirklichen können. Dass so etwas gelingt, bedarf immer Einzelner, die sich über die Maßen einsetzen, ohne Unterlass, gegen alle Widerstände, mit unerschütterlichem Optimismus und guten Nerven. Alexandra Hinz-Wladyka und Stefan Zajonz sind die Mentoren dieses Ausstellungsprojektes und sind in der Ausstellung selbst dennoch ganz bescheiden Zwei unter Sechszehn. Wir erleben so eine Ausstellung, die über künstlerische Qualität die Orte, die in den Fotografien, Installationen und Medienobjekten wahrnehmbar werden, zu echten Orten werden lässt, die nicht DISplaced sind, sondern Placed. Dr. Gabriele Uelsberg, Schirmherrschaft Direktorin, LVR-LandesMuseum in Bonn

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TIME[DIS]PLACEMENT Alexandra Hinz-Wladyka & Stefan Zajonz

Wir leben mittlerweile in einer Zeit globaler Kreisläufe. Der Boden, auf dem wir heute leben, schwankt. Die Realität selbst ist brüchig geworden und befindet sich in ständiger Auflösung – angesichts einer zunehmenden Virtualisierung unserer Lebensrealitäten. Eine solche „Dekon-struktion“ des Weltbildes leitet zu einer fotografischen Umdeutung von Identität und Realität an, die potenziell mit Erfahrungen verbunden ist. Die wachsende Bedrohung von „Ich-Verlust“ geht wie selbstverständlich mit dem Wunsch nach einer „Ich-Erweiterung“ einher. Aber die neu entstandene Konstruktion von der gewollten „Ich-Erprobung“ bleibt trotzdem fragil. Der kreative Mensch wird zunehmend in die Rolle des Grenzgängers, des nach Heimat suchenden Migranten, zurückgeworfen, in dessen Zentrum aber das schöpferische Werk steht. Wir sind deshalb um-so stärker bemüht, sowohl unsere subjektive Betrachtung wahrheitsgemäß zu verorten als auch unsere Haltung demgegenüber kompositorisch zusammenzufügen, bis hin zu einer repräsentativen Werkganzheit, mit der wir uns selbst identifizieren. Die Kunst hat – als ein Akt der Schöpfung – ihre Fähigkeit, einerseits symbolische Ordnungen zu ruinieren, und anderseits, die Menschenseelen zu heilen, beibehalten. Alle Formen und Fragmente künstlerischer Annäherung bilden stets einen bleibenden Gegenstand für die ästhetische Wert- und Weltanschauung. Auch wir möchten in unserer Ausstellung eine diskursive Plattform der Fotografie bieten und haben in bereits erprobter Zusammenarbeit mit dem Kulturwerk des BBK-Bonn insgesamt 16 international wirkende Künstlerinnen und Künstler ausgewählt, davon elf aus Deutschland und fünf aus dem Ausland. Es sind junge, aber auch bereits renommierte Künstler, Profis und Neueinsteiger aus Deutschland, Polen, Ungarn, Österreich und den USA, die gemeinsam während der Ausstellung agieren. Sie zeigen in ihren Werken nicht nur die massive Verunsicherung unserer Zeit, sie spiegeln sich oft mannigfach selbst darin und definieren ihre Standpunkte neu. Unsere künstlerischen Positionen bleiben vor diesem Hintergrund orts-, sinn- und zeitverschoben.

Den englisch lautenden Titel haben wir in Anbetracht der internationalen Künstlerpräsenz bewusst gewählt. Gemeint ist wortwörtlich die Wahrnehmung von „De-platziertheit“ als Begleiterscheinung dieser Zeit – angesichts der Globalisierung, und als Teil eines Weltsystems, das zugleich real und digital vorhanden ist. Nachfolgend befassen sich die Künstlerinnen und Künstler mit unterschiedlichen Ausdrucksformen mit Erfahrungen der handlungsrelevanten (De-)Platzierung in Zeiteinheiten. Reale Bilder sind Impuls gebende Sendeflächen, die in die globale Einrichtung der Gesellschaft oder der Kultur hineinprojiziert sind – man kann sagen, als GegenPlatzierung. Lokalisierung, Transparenz, Umdeutung und Zeichensetzung bauen hierbei auf individuelle Beobachtung und auf optische Wirksamkeit von eigener und angenommener Identität. An dieser Stelle setzen die Künstlerinnen und Künstler Koordinaten ein, die unserer Weltsicht so profund eigen sind wie das Bedürfnis nach Orientierung. Ihre Kunstpraktiken schaffen angesichts der fortwährenden Deplatzierung einen polyvalenten Reflexionsraum, der keine Gewissheiten liefert, aber spannende Visualisierung durch das aktuelle Kunstterrain eröffnet. Gesamtkünstlerische Leitung Alexandra Hinz-Wladyka & Stefan Zajonz

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JEDES BILD STEHT FÜR SICH, ABER KEINES IST ALLEIN Prof. Dr. Rolf Sachsse

Dass ein fotografisches Bild Index für ein vergangenes Geschehen sei, ist seit Roland Barthes eine Binsenweisheit der Medientheorie. Die Wahl unterschiedlicher Narrative in der Betrachtung und Interpretation eines fotografischen Bildes geschieht zumeist spontan und kulminiert – dem gleichen Medienphilosophen nach – im Schock der Erkenntnis, exakt jenem Schock, den Charles Baudelaire einhundert Jahre vorher bei einem Stadtspaziergang suchte. Die allen späteren Erzählungen vorhergehende Erkenntnis, dass seit einer Aufnahme Zeit vergangen sei, sorgt bereits für eine erste Umsetzung von Zeit und Raum samt deren labilem Gefüge aus rationaler Rekonstruktion und emotionaler Hingabe. Die digitale Bildnerei, die noch am alten Namen festhält, hat diesen Prozess zwar beschleunigt, aber dennoch nicht abgelöst oder gar überflüssig gemacht, denn der Mensch bleibt – auch mit Paul Watzlawick – immer analog. Das Placement hat eine lange Begriffsgeschichte, auch in der Kunst. Die Flüchtlinge in Tripolis, Idomeni oder an der türkischen Küste sind genauso displaced persons wie die jüdischen Überlebenden des Holocaust in der direkten Nachkriegszeit. Das déplacement war eine beliebte Übung der Situationisten um 1960. Und seit 1964 gab es in Großbritannien die Artist Placement Group mit ihren Langzeitverträgen für Künstlerinnen und Künstler in Industrie und Verwaltung. Auch Kunstwerke sind immer wieder deplatziert, oftmals ist es gar eine Definition für ihre Wirksamkeit: Der Konzeptkünstler Rudolf Herz lud Mitte der 1990er Jahre eine Reihe von Lenin- und Stalin-Denkmälern auf einen Tieflader und fuhr damit durch Westeuropa; und die Zahl der Fotobücher über die still vor sich hin rottende AvantgardeArchitektur in den ehemals sowjetischen Ländern ist inzwischen Legion. Doch das time vor dem dis und dem placement im Titel dieser Ausstellung verweist auf einen anderen Weg, der allen hier gezeigten Positionen dank einer klugen Strategie von Auswahl und Präsentation zu eigen ist: „Die Kunst ist schwach, daher bedarf sie des Kurators“ postulierte Boris Groys schon um 1997. Diese Ausstellung hat mit Alexandra Hinz-Wladyka und Stefan Zajonz zwei starke Kurator*innen – Chapeau! Indem die Kuratel auf der Zeit als erstem Moment der fotografischen Weltsicht besteht, verweist sie den Blick, die Erinnerung und die nachfolgenden Narrative auf das Innere jeden einzelnen Bildes, ohne das große Ganze einer Gruppenausstellung aus den Augen zu ver-

lieren. Wie im Film, der mindestens theoretisch zwischen Erzähl- und Eigenzeit unterscheiden muss, führen die Protagonistinnen und Protagonisten dieser Ausstellung jede einzelne Fotografie in mindestens zwei Zeitebenen und deren Verschiebung vor, und dennoch bleiben alle Bilder einem grundsätzlichen Prinzip verhaftet. In jedem Bild finden sich andere Bilder, die wieder auf weitere Bilder verweisen, jeweils in der Zeit noch ein wenig weiter ver-rückt und am Ende doch wieder am Ursprung im Kopf einer Künstlerin oder eines Künstlers landend. Das beginnt bei den Bildern, die sich als einfache Fotografien präsentieren und doch bereits im Vorgang der Aufnahme die Fallen eines doppelten Aktes der Fotografie in sich tragen. Das geht weiter über die mehrfach praktizierte Zusammenfügung wie Differenzierung von fotografischen Abbildern mit geschriebenen Texten. Das führt über die Verwischung des eigentlichen Bildinhalts durch eine bewegte Kamera bis hin zur Lichtinszenierung mit geradezu sakraler Anmutung in einem durch und durch laizistischen Medium. Gelegentlich bleiben die Körperspuren eines gewesenen Tanzes auf der Bildoberfläche haften und beschwören dämonische oder vitale Kräfte, doch am Ende bleiben auch sie am Bild haften und damit deplatziert. Vollends verschoben werden derlei Elemente, wenn sie sich am eigenen Körper der Künstlerin oder des Künstlers manifestieren. Masken werden aufgesetzt und herabgerissen, die Montage und Demontage des Körpers wird durch Operationslinien und prothetische Erweiterungen demonstriert. Vieles am vorgeführten displacement ist eine immanente Medienkritik und verweist technisch wie gestalterisch auf jene künstlerischen Errungenschaften, die Anna Auer und Peter Weibel zu Beginn der 1980er Jahre in Wien als Erweiterte Fotografie präsentierten. War vor drei Jahrzehnten der Wahrheitsanspruch fotografischer Abbildung qua zwangsläufiger Technik schon befragt und weitgehend widerlegt worden, so ist er im Zeitalter digitaler Bildproduktion bereits ontologisch obsolet. Es wird kein Bild mehr entwickelt, fixiert, gewässert und getrocknet, sondern über einen Sensor als Zahlenreihe erfasst, gespeichert und im Kontext weiterer Zahlenreihen verteilt. Auch wenn diese Abstraktion genauso wenig erfassbar scheint wie seinerzeit das latente Bild eines belichteten Films, so ist sie doch mit einer immateriellen Note versehen, die offensichtlich zur Verdichtung in Mehrfachbelichtungen, kaleidoskopischen Spiegelungen, Bewegungsmustern und aller Art Montage verführt. Dass dem 7


einfachen Abbild eines realen Vorhandenseins nicht mehr zu trauen ist, scheint alle Künstlerinnen und Künstler dieser Ausstellung zu vereinen. Jede und jeder macht sich nun den eigenen Reim auf die Komplexität der Welt, und am Ende wirken viele der immens bewegten Bilder wie niederländische Stillleben, bei denen es auf das genaue Hinsehen mit dem Entdecken einer Fliege oder eines Tautropfens ankommt. Auch diese waren echte displacements im wohl geordneten Werk und verwiesen auf das Eindringen der Welt selbst in die perfekteste Illusion der Malerei oder Kunst. Fliegen wie Tautropfen finden sich in vielen Werken dieser Ausstellung, metaphorisch und real. Hier entsteht ein Moirée der Überlagerung, dort findet sich eine kleine Pixeltreppe, wieder woanders verwischen die Grautöne zu einer Konturlosigkeit wichtiger Bildflächen, und selbst bei vollkommen präziser Bildpräsentation verschwimmen die Konturen der auf- und abgesetzten Masken oder der Rollen, die mit ihnen eingenommen werden. Auf Fliegen und Tautropfen muss sich auch konzentrieren, wer zwischen den Künstlerinnen und Künstlern nationale Unterschiede machen möchte: Da sind allein kleine und kleinste Referenzen auf sprachliche Fragmente möglich, die sich im Hintergrund oder am Rand von Bildern finden. Doch insgesamt eint die Künstlerinnen und Künstler der Glaube an eine globale Wirkung im Erkennen, noch vor jeder Sprache und Ideologie. Am ehesten werden die Intentionen des Machens, die sich mit einer künstlerischen Haltung verbinden, durch den Blick nicht auf das einzelne Werk, sondern auf seinen Zusammenhang mit anderen Werken derselben Künstlerin, desselben Künstlers oder den Arbeiten im näheren Umfeld, sei es aus dem Atelier oder in einer Ausstellung deutlich. Fotografisches Arbeiten ist an dieser Stelle im übrigen vollkommen verschieden von dem der Malerei: Wo die Malerinnen und Maler ständig zwischen nah und fern wechseln müssen, entsteht die fotografische Arbeit zum größten Teil in Distanz zum papiernen Objekt. Zu guter Letzt kommt die Arbeit derjenigen ins Spiel, die in eine Ausstellung gehen, die sich mit dem Betrachten von Kunst beschäftigen – und das sind auch die Kolleginnen und Kollegen sowie Kritikerinnen und Kritiker. Sie entwickeln Betrachtungsmuster, die genau bei fotografischen Arbeiten wie den hier präsentierten neue Zusammenhänge zwischen Bildern oder – mindestens manchmal – in einem Bild selbst aufspüren. Die Polyvalenz allen bildnerischen Schaffens wird erst in der Anschauung offenbar, vor allem auch im Nachdenken über Bilder und Bildgruppen. Gerade die Rätsel vieler Bilder dieser Ausstellung sind Appelle an die Betrachterinnen und Betrachter, doch endlich einmal über das Sehen, das Gestalten, die Vielschichtigkeit des einzelnen Bildentwurfs zu sprechen, aber auch über den Zusammenhang von Bildern in einer Serie oder über die Qualität einer Zusammenstellung unterschiedlicher Positionen der Kunst in einem

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Raum. Ein Begriff von Kunst entsteht in der Kommunikation darüber. Dazu mag auch das stille Selbstgespräch gehören, aber Erkenntnis ist vor allem möglich, wenn über Kunst gesprochen, gestritten und gestikuliert wird: Genau dazu laden die Kuratorin und der Kurator ein! Prof. Dr. Rolf Sachsse Hochschule der Bildenden Künste Saar


MIKE BAGINY


MIKE BAGINY

Geboren 1954 in Colorado Springs, USA. Lebt in Bonn und arbeitet als Projekt-Ingenieur für die Automobilindustrie. Studierte Maschinenbau in den USA und in Stuttgart. In den 80er Jahren begann Mike Baginy, sich intensiv mit Fotografie zu beschäftigen. Er besuchte fortan Seminare und Workshops des bekannten Naturfotografen Fritz Pölking, in denen er sein fotografisches Sehen verfeinerte und die Fotografie-Herstellung perfektionierte. Seine Studienreisen führten ihn z.B. nach Israel, Polen und Italien. Mike Baginys Fotografien wurden in vielen Kalendern abgedruckt. Ausstellungen und Workshops – 2015: Naturfotografie, mit Gisela Pölking, Inzigkofen // 2014: Stapelfelder Fototage, Stapelfeld // 2013 - 2005: Naturfotografie Rügen, Bayerischer Wald, Stapelfelder Fototage, Stapelfeld.

„Meine besten Motive finde ich meistens draußen in der Natur. Es sind Landschaften und Pflanzen, in Panorama- und Makroaufnahmen festgehalten, die ich fotorealistisch oder verfremdet auf Sensor und Film dokumentiere und speichere. Dabei mischen sich oft Erinnerungen aus meiner Jugend mit dem momentan Erlebten und nehmen Gestalt in den aktuellen Fotografien an. Die Erfahrung der Vergangenheit ist oft deckungsgleich mit der Erfahrung eines ideellen und realen Ortes. Das, was früher nur ‚Raum’ war, nimmt somit heute an Wert und Bedeutung zu. Diese Eindrücke nutze ich, um meine Wahrnehmung der Jahrzehnte in mehrschichtigen Bildkompositionen auszudrücken, wie beispielsweise bei der Themenausstellung ‚time(DIS)placement’. Vieles verändert sich, so manches aber nicht, und eine solche innere Wirklichkeit bildet unseren tiefsten Lebensgrund, wo es möglich ist, Staunen und Freude gleichzeitig zu erleben.“ www.mikebaginy.weebly.com

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MEMORY CURTAINS I Fine Art Print 35 x 50 cm, 2016

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MEMORY CURTAINS II Fine Art Print 35 x 50 cm, 2016

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FRANK BAQUET


FRANK BAQUET

Geboren 1964 in Troisdorf. Freiberuflicher Fotograf, lebt und arbeitet in Troisdorf. Bereits während seines Studiums der Volks- und Betriebswirtschaftslehre von 1985 bis 1993 arbeitete er freiberuflich als Fotograf und Designer. Im Jahre 1990 entstanden seine ersten Werke im Bereich der künstlerischen Fotografie. Seit 1993 ist Frank Baquet als Dozent für Fotografie und Digitale Bildbearbeitung tätig. Er leitet das Kunsthaus Troisdorf und ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographische Edeldruckverfahren. Er ist Träger des Kunstpreises des Rhein-Sieg-Kreises 1995, des Kunstpreises für Fotografie der Stadt Brandenburg 2001 und wurde 2009 mit dem Kunstpreis Wesseling (2. Preis) ausgezeichnet. Ausstellungen (Auswahl) – 2015: Not Dark Yet, Kunsthaus Troisdorf // Retrospektive – 25 Jahre Kunst im Stadtmuseum, Stadtmuseum Siegburg // artclub Galerie, Köln // 2014: So Far, Kunsthaus Troisdorf // Radikal, Kunstverein Rhein-Sieg, Siegburg // artclub Galerie, Köln // 2013: Akt, Kunsthaus Troisdorf // Piccolo, Kunsthaus Troisdorf // artclub Galerie, Köln // 2010: Nord Art 2010, KIC // Kunst-Licht, Schöller Halle, Eitorf // 2009: Nord Art 09, KIC // Zeit für Wunder, Kunstverein Wesseling, VIII. Kunstpreis Wesseling.

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„Gibt es so etwas wie eine kubistische Fotografie, raumbetont und flächig, kompakt und transparent in einem? (...) Auch diese Bilder sind lediglich im technischen Sinne reine Fotografien. Das Licht ist nicht nur ihre ‚raison d’être’, sondern ihr eigentliches Thema. Sie überschreiten ebenfalls die Grenzen des fotografischen ‚Realismus’ und befördern produktiv ihre Tendenz, sich von der Eins-zu-einsWiedergabe zu emanzipieren zugunsten der Projektion der Eigenständigkeit der Bilder, die nicht als Dokumente behandelt werden wollen. Darin äußert sich ihr kompromissloser Wahrheitsanspruch. (Kunsthistoriker und Fotokunst-Kritiker Klaus Honnef über Frank Baquet) www.baquet.de


MIDDLE EAST #22535, C-Print/Diasec, 100 x 100 cm, 2014/15

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MIDDLE EAST #22542, C-Print/Diasec, 100 x 100 cm, 2014/15


ALEXANDRA HINZ-WLADYKA


ALEXANDRA HINZ-WLADYKA

Geboren 1963 in Danzig, Polen. Freischaffende Künstlerin in den Disziplinen Malerei und Fotografie. Diplomabschluss der staatlichen Kunstschule für die Bildenden Künste in Gdingen. Seit 1989 deutsche Staatsbürgerschaft. Mitglied im BBK Hamburg, BBK Bonn und GEDOK Hamburg. Ihre Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen und auf internationalen Kunstmessen im In- und Ausland gezeigt. Alexandra Hinz-Wladyka war Kuratorin einiger Kunstprojekte. Für ihre Buchillustrationen wurde sie 2013 durch die renommierte polnische Literaturzeitschrift „POEZJA dzisiaj“ ausgezeichnet. Sie lebt und arbeitet in Hamburg und Bonn. Ausstellungen (Auswahl) – 2014: lang genug, Kurfürstliches Gärtnerhaus, Bonn // Jubiläumsausstellung 40 Jahre BBK Bonn RheinSieg, Haus an der Redoute, Bonn // 2013: EntZEITlicht, Beitrag zum XIII.UNESCO-Welttag der Poesie, Bonn // 2011: Temporäre Raumgestaltung, Hamburg Art Week, Chilehaus, Hamburg // Labyrinth von Raum und Zeit, Städtische Galerie Wismar // Geschichte eines Baumes, Fabrik der Künste, Hamburg // 2007: Günter Grass Stiftung, Stadtwaage, Bremen // Frauenmuseum Bonn // Nord Art KiC, Schleswig Holstein.

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„Die Fotografie ist eins meiner Werkzeuge, das Unbekannte ins Licht zu bringen. Mich beschäftigt die Unendlichkeit. Dabei improvisiere ich mit dem, was mir Licht und Schatten, Raum und atmosphärische Dichte in diesem Augenblick zu bieten haben. Ich eruiere Metaphern für das Unsichtbare. Der Ausgangspunkt für die Arbeiten mit dem Titel ‚instant freezing’ liegt in verborgenen Eislandschaften. Ohne die materielle Substanz oder das motivische Ensemble zu verändern, werden hier durch die Transformation naheliegende Bedeutungen ausgeblendet und um ihre Evidenz gebracht. Ich versuche, die vorgefundene Realität zu nutzen, um meine eigene Imagination in den Sinn-Verrückungen, Zeit-Verschiebungen und De-Platzierungen zu zeigen, die aus einem Ort in einen anderen übergehen und mit neuer optischer Bedeutung, Sinnzusammenhang und Wirksamkeit aufgeladen werden.“ www.alexandra-hinz-wladyka.de


INSTANT FREEZING VI, Fine Art Print, 30 x 30 cm, 2013/16

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INSTANT FREEZING II, Fine Art Print, 30 x 30 cm, 2013/16


ISTVÁN HORKAY


ISTVÁN HORKAY

Geboren 1945 in Budapest, Ungarn. Freiberuflicher Künstler, lebt und arbeitet in Budapest. Absolvent der Akademie der Schönen Künste in Budapest 1964. Danach Postgraduiertenstudium an der Kunstakademie in Krakau, Polen, und an der Königlichen Akademie der Künste in Kopenhagen, Dänemark. Meisterschüler. István Horkay setzte seine Postabsolventen-Tätigkeit an der ASK in Budapest fort und arbeitet seit 1971 intensiv mit dem international bekannten Theaterdirektor Tadeusz Kantor, Krakau, und mit Professor Paul Nielsen, Kopenhagen, zusammen. In den drei Disziplinen Malerei, Kunstgrafik und Filmanimation erlangte István Horkay internationale Präsenz. Er ist darüber hinaus ein engagierter Künstler, dessen Plakat- und Videoarbeit weltweit hoch geschätzt werden. Ausstellungen (Auswahl) – 2014: Fotografie Festival, Brenda May Gallery, Sydney // MashRome Film Fest, Ara Pacis Museum, Rom // Teyou Culture Communication, Shanghai // 2013: Accademia d'Ungheria, Rom // Ballarat International Foto Biennale, Australia // A Virtual Memorial, Vilnius // 2012: Vision in Motion, Melbourne // Sapienza, Università di Roma, Accademia d'Ungheria, Rom // The One Thing, Manning Clark House, Canberra.

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„Die Kunst von Horkay ‚repräsentiert’ in der doppelten Wortbedeutung, denn sie ist ein Bruchstück, ein ausgeschnittenes Teil von etwas, das bereits existent ist. Gerade wegen dieses Einschnitts sind Verletzungen der Oberfläche sichtbar. Zum anderen ist sie ein Prozess der Bildbeschriftung. Diese Kontinuität basiert auf der Erfahrung, dass man durch Zeichen und Symbole eine Art Sinn-Totalität vortäuscht. Das Zeichen wird provisorisch über die Geschichte gestellt. In diesen Fotoreihen scheint seine Text-und Sinntotalität immer wieder verschieden zu sein, weil unterschiedliche Farben an verschiedenen Stellen in die Oberfläche eingehen. Es ist gleichzeitig dasselbe und nicht dasselbe. ‚Sobald die Zeichen Narben sind, dann werden die Wunden Märchen von einer nicht erleichterten Geschichte erzählen.’ (Dietmar Kamper, Zur Soziologie der Imagination, 1986. S. 148).“ (Der Philosophielehrer Béla Bacsó über István Horkay) www.horkay.com


BREAKING OF THE BREAD I - XII Fine Art Print je 40 x 40 cm, 2014

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BREAKING OF THE BREAD XII, Fine Art Print, 40 x 40 cm, 2014


ALEKSANDRA JANIK


ALEKSANDRA JANIK

Geboren 1971 in Oppeln, Polen. Studium bei Professorin Halina Pawlikowska an der Akademie der Schönen Künste, ASP, in Breslau, in der Disziplin Grafik. Diplomabschluss 1996, Promotion 2005 als Kunstgrafikerin. Von 1996 bis 1997 war Aleksandra Janik DAAD-Stipendiatin an der HBK in Braunschweig. Sie wurde 2010 habilitiert und arbeitet als Professorin für Digitaldruck und Experimentelle Techniken an der Kunstakademie in Breslau in den Disziplinen Grafik und Fotografie. Ihre Werke stellt sie weltweit erfolgreich aus. Aleksandra Janik war Kuratorin vieler Projekte und hat zahlreiche Preise und Auszeichnungen bekommen. Ausstellungen (Auswahl) – 2015: Jump into the Unknown, Collateral Event of the 56th International Art Exhibition, La Biennale di Venezia, Palazzo Loredandell’ Ambasciatore, Dorsoduro, Venedig // Weiterreichung, Kunstraum T27, Kunstverein Neukölln e.V., Berlin // 2014: In Search of New Printmaking. The Polish Case, ArtZone 461 Gallery, San Francisco, CA, USA // Polnische Grafik der Gegenwart, Alte Zeche, Wałbrzych, Polen // 2013: The Wrocław School of Printmaking, Breslau // Yanbian University Art Museum of Academy of Fine Arts, China // Homo viator, Installation, Städtische Bibliothek, Oppeln.

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„Ich interessiere mich für die Verarbeitung ursprünglicher fotografischer Abläufe und für das grafische Schriftbild. Damit verbinde ich zwei Bereiche miteinander: erstens den Raum der Fotografie, in dem eine synthetische, jedoch nicht gestaltlose Silhouette meines Selbst verortet wird, und den grafischen Raum, worin Spuren meiner Gedankengänge in Form von Notizen visualisiert werden, deren manuelle Herstellung überwiegend zum Element der Bildkomposition gehört. Obwohl beide autonom für sich selbst bestehen können, entschied ich, dass beide Strukturen miteinander kombiniert werden sollen. Diese vermitteln also dann den Anschein einer äußeren Objektivität, die zweifellos direkt auf das Innere, das Intime, hinweist.“ „Das Schaffen Aleksandra Janiks betrachtend, ist den Versuch wert, das Gebiet zu definieren, in dem ihr Werk situiert ist. Die Künstlerin jenes Gebiets definiert es als Gebiet intermedialer FotoGraphik, und schon diese Deklaration muss als interessant bezeichnet werden.“ (Der Kunstprofessor Andrzej P. Bator über Aleksandra Janik) www.ajanik.com


TRANSGRESSION II Archival Pigment Print 100 x 70 cm, 2007

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TRANSGRESSION II Archival Pigment Print 100 x 70 cm, 2007

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ALMUTH LEIB


ALMUTH LEIB

Geboren 1945 in Flensburg, aufgewachsen im Rheinland, lebt und arbeitet in Remagen. Seit 1986 intensive Beschäftigung mit Malerei und Fotografie. Von 1990 bis 1996 Atelierstudien bei Peter Valentiner in Köln. Von 1997 bis 2001 Studium der Malerei und Grafik im Institut für Bildende Kunst und Kunsttherapie in Bochum. Almuth Leib ist seit 2005 die 1. Vorsitzende des BBK Bonn, verantwortlich für die Gesamtorganisation und Kuratorin zahlreicher Projekte. Seit 2006 ist sie Co-Leiterin der alljährlichen internationalen Workshops auf dem St. Annaberg in Polen. 2010 gründete sie mit anderen die Produzenten-Galerie M.A.SH in Remagen. Ausstellungen (Auswahl) – 2015: Retrospektive, Galerie M.A.SH, Remagen // 2014: Zeit der Steine, Edith-Stein-Museum, Lubliniec, Polen // 2013: Zeit der Steine, Galerie Pracownia Akademia Nova, Breslau // 2010: Dualität, Galerie BP-Atelier, Oppeln // Städtische Galerie Torhaus Rombergpark, Dortmund.

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„Aus Segmenten der Realität wird mittels Achsen-Symmetrie und seriellen Herstellungs-Prinzips das bisher Unentdeckte in Form, Farbe, Licht und Schatten sichtbar. In den kaleidoskopischen Bildern sind die Blickwinkel flexibel; Starres gerät in Bewegung, Horizonte werden aufgelöst, und Unscheinbares wandelt sich zum Hauptdarsteller um. Bekanntes bekommt eine völlig neue Bedeutung. Grobes wird filigran, Schweres wird leicht und gerät ins Schweben. Die Strukturen lösen sich auf und gewinnen eine überraschend neue Identität, so dass Orientierung schwerfällt. Es verbindet sich in der Bildserie ‚Entrada Parador Ronda’ die Architektur aus dem 16. Jh. und der Moderne zu einem Motiv.“ leib-art@gmx.de


ENTRADA PARADOR RONDA I-III Analoge Fotografie, digitalisiert je 90 x 70 cm, 2008/16

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ENTRADA PARADOR RONDA I-III, Analoge Fotografie, digitalisiert, 90 x 70 cm, 2008/16


PAOLO LEONE


PAOLO LEONE

Geboren 1966 in Troisdorf, wo er lebt und arbeitet. Von 1990 bis 1992 Ausbildung zum Fotografen. Aufenthalte in Venezuela, wo er einige Kunstpreise für Fotografie erhielt, und auf Sizilien. Einen wesentlichen Schritt in seiner bisherigen Fotografenkarriere machte Paolo Leone 2012 durch seine Teilnahme an der Großen Kunstausstellung NRW in Düsseldorf. Er ist Mitglied des BBK Bonn. Ausstellungen (Auswahl) – 2014: Versuchung, Gast bei der Künstlergruppe ART-7, Künstlerforum Bonn // 40 Jahre BBK Bonn, Künstlerforum Bonn // 2013: und was machen wir morgen? Hohenloher Kunstverein, Galerie am Kocher, Künzelsau // Große Kunstausstellung NRW, Museum Kunst Palast, Düsseldorf // 2012: schön ist was anderes, KuBa, Kulturzentrum am Eurobahnhof, Saarbrücken // Duality, Künstlerforum Bonn // 2011: Kunstmeile Rodenkirchen, Christoph Pöggeler & Paolo Leone, KHK Köln.

„Die Arbeiten ‚Donna I – III’ sind Teil einer Fotoserie, die im Kapuzinerkloster in Burgio auf Sizilien entstanden ist. Die Fotografien wurden anschließend auf eine Weise digital bearbeitet, auf welche sie die Bilder regelrecht in unsere Zeit versetzt und ihnen ein wenig von ihrer makabren, gruseligen Realität nimmt. Die Bekleidung der mumifizierten Personen, die Pastellfarben und die zarte Abbildung tragen dazu bei, dass die Bilder unwirklich erscheinen. Für die Nachwelt immer präsent zu sein und somit nicht in Vergessenheit zu geraten, war damals wie heute der Wunsch von vielen. Kryonik ist das Wort von morgen. Sich nach dem Tode hunderte von Jahren einfrieren zu lassen, um sich in ferner Zukunft seine tödliche Krankheit heilen zu lassen, klingt in unseren Ohren nach ScienceFiction. Die Wissenschaft macht aber riesige Fortschritte, und es wird immer wieder Menschen geben, die das ‚Unglaubliche’ versuchen.“ www.paololeone.de

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DONNA I, Pigmentdruck, 30 x 30 cm, 2015

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DONNA III, Pigmentdruck, 30 x 30 cm, 2015


LEA MARIE LEPPER


LEA MARIE LEPPER

Geboren 1995 in Bonn. Tochter einer Musikerin und eines Physiotherapeuten. Sie zeigte schon früh ihr Interesse an der Kunst und wurde in ihrem Bestreben durch erfolgreiche Teilnahmen an den Jugendkunstpreis-Wettbewerben des BBK Bonn bestärkt. Nach dem Abitur 2013 besuchte sie für sechs Monate die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft und bewarb sich 2014 erfolgreich an der Kunstakademie Düsseldorf. Lea Marie Lepper studiert bei den Professoren Gereon Krebber und Udo Dziersk. Sie lebt und arbeitet abwechselnd in Bonn und Düsseldorf. Ausstellungen (Auswahl) – 2015: Jugendkunstpreis des BBK Bonn, Rhein-Sieg e.V., Künstlerforum Bonn // 2014: Jugendkunstpreis des BBK Bonn, Rhein-Sieg e.V., Kunsthaus Troisdorf // 2013: Jugendkunstpreis des BBK Bonn, Rhein-Sieg e.V., Kunstverein Pumpwerk, Siegburg.

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„Die gezeigten Selbstportraits befassen sich damit, wie sich die Schnittpunkte zwischen Identität, Realität und Außenwirkung eines Individuums durch die Beeinflussung der Medien verschieben. In der fortwährenden Konfrontation mit scheinbar perfekten Mediengestalten wird das Selbstbild des Individuums brüchig und unhaltbar, weil es niemals dem erklärten Ideal entsprechen kann. Somit ziehen wir uns Kosmetikmasken über, die unsere Wirkung nach außen verzerren, damit unser reales Erscheinungsbild sich mehr dem scheinbar gewünschten Idealbild anpasst. Das Individuum erklärt sich selbst zur Massenware und lässt sich sogar operieren, um das eigene, wahre Aussehen zu verschleiern. Die Werkgruppen befassen sich mit diesem Prozess des Verschleierns und Konservierens um jeden Preis.“ leamarie55@yahoo.de


OP I - III Photoprints 35 x 75 cm, 2015

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SCHMINCKE I - X Photoprints, Frischhaltefolie 35 x 220 cm, 2015

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CORDULA MEFFERT


CORDULA MEFFERT

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Geboren 1972 in Berlin. Studium der Germanistik und Anglistik in Tübingen und Bonn. Anschließend redaktionelle sowie freie schriftstellerische Tätigkeit. Von 2003 bis 2008 und 2010 ausgedehnte Asienreisen mit Aufenthalten in Singapur und Shanghai. Dort intensive Beschäftigung mit der Fotografie. 2011 Rückkehr nach Deutschland und fotografische Weiterbildung u.a. bei Oliver Dürrach in Köln. Cordula Meffert lebt und arbeitet seit 2014 abwechselnd in Bonn und in Heidelberg.

„Kunst bedeutet für mich Entwicklung, Bewegung, auch spielerisches Experimentieren mit Technik, Form und Farbe. Daher sehe ich meine künstlerische Arbeit in der Fotografie ebenfalls fließend, lebendig, sich verändernd – dementsprechend variiert auch meine Arbeitsweise. Bedingt durch meine mehrjährigen Auslandsaufenthalte und zahlreichen Reisen ist mir auch der Themenkomplex Fremde – Heimat – Verortung wichtig; meine Fotografien in diesem Bereich sehe ich als Essays, als ‚Denkversuche’ mit der Kamera.“

Ausstellungen (Auswahl) - 2014: 40 Jahre – BBK Bonn, Pumpwerk Siegburg // AKT – Galerie der Künstler, München // Lauter Minis, Forum für Kunst, Heidelberg // 2013: FarbeLichtForm – Kunstverein, Bad Godesberg // art'pu:l – Walzwerk, Pulheim // obacht! – Postgaragen, München // 2012: Das grüne Haus, Frauenmuseum Bonn // Bilder, Briefe, Noten LXXVII – Autoren Galerie 1, München // 2010: Gallery@Objectifs, Singapurten.

www.photoart-meffert.com


DETRACTING FROM PHRYNE Fine Art Print 30 x 40 cm, 2014

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FEELING EMBARRASSED Fine Art Print 30 x 40 cm, 2014

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BIANCA PATRICIA


BIANCA PATRICIA

Geboren 1975 in Breslau, Polen. Freischaffende Künstlerin, lebt und arbeitet in München. Von 1995 bis 1999 Studium der Fotografie und Grafik an der Hochschule Düsseldorf, u.a. bei Professor Gerhard Vormwald, mit Diplomabschluss. Von 2005 bis 2009 Studium der Medienkunst an der KHM in Köln bei Professor Jürgen Klauke, das sie ebenfalls mit Diplom abschloss. 2006 DAAD-Stipendiatin in Tokio an der Nationalen Universität für die Schöne Kunst und Musik. Ab 2009 Studium an der Akademie für Bildende Künste in München bei Professorin Karin Kneffel. Seit 2010 Mitglied der Deutschen Fotografischen Akademie. Bianca Patricia ist eine international engagierte Künstlerin und wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Ausstellungen (Auswahl) - 2015: Jahresausstellung, Akademie der Bildenden Künste München, München // Rasender Stillstand, Festival Kino der Kunst, Galerie Karin Sachs, München // Manhattan, Galerie Martina Janzen, Düsseldorfer Photoweekend, Düsseldorf // 2014: Vormwald und Schüler, Künstlerforum Bonn // H2Oh!, Videoinstallation „Mehr“ und Boden-Glas-Installation, Kunstverein Gräfelfing // Fotosommer Stuttgart, Serien „Nature Morte“ und „Julia“, Stuttgart // 2013: European Media Art Festival – Osnabrück, Video-Installation „500“, Osnabrück // 2012: Biennale Cologne, Köln.

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„Der Konzeption der Foto-Serie JULIA liegt der Glaube als identitätsstiftendes und manipulatives Instrument der Gesellschaft zugrunde. Die Bilder thematisieren diverse Prozesse der Identitätsfindung und des Identitätsverlustes. Das in unserer Gegenwart so vertraute Unvermögen, mit Emotionen umzugehen und der ständige Versuch, uns der sich rasant verändernden Wirklichkeit gegenüber mit unserem Dasein anzupassen, werden in den Bildern inszeniert: Angst, Ohnmacht, Verzweiflung, Spiel, Schönheit, Verführung, Ablehnung, Verschlossenheit und Transformation. Sie zeigen den Versuch, eine Membran zwischen der Wirklichkeit und dem Ich zu schaffen. Anpassungsstrategien und Rollenbilder sollen in der Serie JULIA hinterfragt und vorgeführt werden. Zugleich ist der Titel ein Name, der schon mit sehr viel Symbolcharakter und Assoziationen beladen ist und verkörpert hiermit die Idee der Weiblichkeit, der romantischen Liebe, der Hingabe und des Todes. Der performative Prozess in der Fotoserie kann als eine Art Verpuppung, Häutung, Tarnung, Erschaffung oder Selbstvernichtung gedeutet werden.“ www.bianca-patricia.de


JULIA Aludibond Direktprint 160 x 120 cm, 2012

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JULIA Aludibond Direktprint 160 x 120 cm, 2012

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TILL RACHOLD


TILL RACHOLD

Geboren 1968 in Bonn, lebt und arbeitet in Bonn. Er besuchte bis 1992 das Robert-Wetzlar-Berufskolleg im Fachbereich Gestaltung in Bonn. Von 1990 bis 1995 arbeitete er für das Bonner Stadtmagazin ‚Schnüss’ als Fotograf und Redakteur. Danach besuchte er bis 1997 das Köln-Kolleg und studierte anschließend in Marburg und Bonn Jura. Till Rachold ist seit 2008 freiberuflicher Fotokünstler. Ausstellungen (Auswahl) – 2016: Nachtvorstellung, Theatergemeinde Bonn // 2015: Die Siebte, Art Kap Hoorn, Bremen // BBK Bonn, Neue Mitglieder, Villa Heros, Remagen // 2013: Licht und Schatten Gestalten, Rathausgalerie, Rees // Haus Bachem, Königswinter // Lebensräume, Alter Turm, Niederkassel // 2012: Randgeschehen, Kurfürstliches Gärtnerhaus, Bonn // 2011: Kunstforum Palastweiher, Königswinter.

„Mein Arbeitsbereich ist die künstlerische Schwarz-Weiß-Fotografie, die ich analog betreibe und klassisch in der Dunkelkammer ausarbeite. Inhaltlich gilt mein Interesse der Beobachtung von Menschen in alltäglichen und besonderen Situationen in aller Welt. Ich verwende dabei die Stilmittel aus der Ursprungs- und Hochzeit der humanistischen Fotoreportage der 30er und 50er Jahre. Ein Anknüpfungspunkt an den Titel ‚time(DIS)placement’ ist zum einen durch diese Machart der Bilder gegeben, die oftmals den Eindruck suggerieren, es handele sich um Aufnahmen aus der Mitte des letzten Jahrhunderts, obgleich sie jedoch gegenwärtiges Geschehen beinhalten. Das Spannungsfeld zwischen Interior, Ambiente und meinen Protagonisten, also die genaue Anordnung der Bildelemente, die einerseits dem Zufall geschuldet ist und doch oft wie inszeniert wirkt, spielt dabei eine wesentliche Rolle.“ www.tillrachold.de

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BONN 2009 Silbergelatine-Baryt 26 x 39 cm, 2009

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BANSIN 2008 Silbergelatine-Baryt 26 x 39 cm, 2008

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EVA M. TÖPFER


EVA M. TÖPFER

Geboren in Thüringen. Nach künstlerischen Anfängen in jungen Jahren und nach Familienzeit späte Rückkehr zur Kunst. Studium der Malerei an der Alanus Hochschule in Alfter, u.a. bei Professor Uwe Battenberg, das sie mit weiterführenden Malerei-Studien, hauptsächlich bei Professor Jo Bukowski in München, ergänzt. Fotografie-Ausbildung an der IBKK in Bochum sowie Weiterbildung in Experimenteller Druckgrafik bei Andreas Vietz in Köln. Eva M. Töpfer gehört zum Vorstand des BBK Bonn und ist Co-Leiterin in der Produzenten-Galerie M.A.SH in Remagen. Sie ist Mitbegründerin des KÜFO-Remagen und war in der Anfangszeit dessen 1.Vorsitzende. Vorher war sie Dozentin in der Erwachsenenbildung. Eva M. Töpfer lebt und arbeitet in Remagen. Ausstellungen (Auswahl) – 2015: Spring - wenn du kannst, Galerie M.A.SH., Remagen // Nahe Bilder – Ferne Horizonte, Galerie des Polnischen Künstlerverbandes, Gliwice, Polen // 2014: Zeitgleich Zeitzeichen, BBK Deutschland, E-on – Avacon, Lüneburg // 25 Farben, Pasinger Fabrik, München // 20-40-80, BBK-Bonn, Haus an der Redoute, Bonn Bad-Godesberg // 2013: Alles Rund, AachenArkaden, BBK Galerie Aachen // 12. Salon des Arts, Sartrouville, Frankreich.

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„Schon seit meiner Kindheit haben mich die wechselnden Phänomene von Licht und Dunkelheit, von Beleuchtung und Schatten in der Natur, und in gebauten Räumen interessiert und fasziniert. Die Fotografie fängt dieses flüchtige Hell-Dunkel-Spiel ein, bewahrt und rettet es vorläufig vor dem Vergessen. Die hier entstandenen Arbeiten ‚day by day’ zeigen eine völlig neue, ja mystisch anmutende Räumlichkeit, in der die Zeit sich auflöst. Die Gegensätze von Schwarz und Weiß, Hell und Dunkel stoßen direkt aufeinander, oder vermischen sich zu variierenden Grautönen. Der Blick reist in einen imaginären leeren Raum. Ohne den Lebensspender Licht gäbe es keine Schatten, keine Farbe, keine Erkenntnis von Raum und Zeit.“ www.ematoepfer.de


DAY BY DAY I - V Digitalfotografie auf Leinwand 80 x 50 cm, 2015

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DAY BY DAY I - V Digitalfotografie auf Leinwand 80 x 50 cm, 2015

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DIETER WESSINGER


DIETER WESSINGER

Geboren 1965 in Lübeck. Er studierte von 2006 bis 2011 Grafik, Malerei, Interdisziplinäre Arbeit und Medien an der Freien Akademie der Bildenden Künste in Essen, u.a. bei Professorin Nicola Schrudde. Sein Studium in den Disziplinen Fotografie und Medien hat er mit Auszeichnung absolviert und wurde 2011 Meisterschüler. Zu seinem Œuvre gehören zahlreiche Videoarbeiten und VideoTon-Experimente. Dieter Wessinger lebt und arbeitet in Bad Neuenahr. Ausstellungen (Auswahl) – 2015: Art Ahr, Licht, Alte Druckerei Krupp, Sinzig // Die Große NRW, Museum Kunstpalast, Düsseldorf // 2014: Kleines Format, Villa Heros, Remagen // Kunstorte No. 11, Kunst im öffentlichen Raum, Bonn // Die Große NRW, Museum Kunstpalast, Düsseldorf // 2013: Heimat, Künstlerforum Remagen // Blickwinkel – Vorsicht Behinderung! Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz, Berlin // 2012: Video – Objekt – Licht (zusammen mit Rainer Drüke und Willi Krings), Künstlerforum Remagen.

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„In seinen Arbeiten untersucht Dieter Wessinger die Grenzbereiche zwischen Projektion und Wirklichkeit. Hierbei interessiert ihn vor allem die Frage, inwieweit der Umgang mit Konstrukten die Wahrnehmung von dem beeinflusst, was wir ‚Realität’ nennen. Absurde Handlungen werden zur ernsthaften Routine, wogegen gewohnt Vertrautes irritierend bis surreal erscheint. Modellhafte Situationen kommen zunächst banal daher, verweisen jedoch auf ernstgemeinte Sinn-Ebenen, die über das Dargestellte hinausgehen. So wird das scheinbar unbefangene Spiel mit Alltagsgegenständen bei näherem Hinsehen eine Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen.“ (Die Malerin Agnes Harff-Hilger (†) über Dieter Wessinger) www.dieterwessinger.de


EYES Video-Objekt: Edding auf Papier. W채scheklammern, Digitaler Bilderrahmen 25 x 30 cm, 2010

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EYES Video-Objekt: Edding auf Papier. W채scheklammern, Digitaler Bilderrahmen 25 x 30 cm, 2010

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MICHAEL WITTASSEK


MICHAEL WITTASSEK

Geboren 1958 in Bergisch Gladbach. Freischaffender Künstler, lebt und arbeitet in Bergisch Gladbach. Im Fokus seines Interesses steht das Medium Fotografie. In seinen oft raumbezogenen Fotoinstallationen thematisiert er die Differenz von Fotografie und NichtFotografie ebenso wie die zwischen Kunst und Nicht-Kunst. Auch in seinen Einzelbildern verweist er auf die Doppelrolle der Fotografie als Bild und Abbild. Die Materialität des Fotografischen und ihre Präsentation kommen hier als künstlerisches Konzept zum Tragen. Michael Wittassek realisierte zahlreiche Projekte, vorzugsweise in Frankreich und Deutschland, und erhielt einige Stipendien und Preise. Ausstellungen (Auswahl) - 2015: Voyage sentimental, La Corne d’Or, Randonnai, Frankreich // 2014: Die Große Kunstausstellung NRW, Museum Kunstpalast, Düsseldorf // 2013: Wahlverwandtschaften, Kunstmuseum Villa Zanders, Bergisch Gladbach // Vertikale Konfiguration, Fotoinstallation, Kunstverein Pumpwerk, Siegburg // 2011: Réflexions / Reflektionen, Fotoinstallation, POCTB, Orléans, Frankreich // Flers autrement, Fotoinstallation, 2angles, Flers, Frankreich.

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„Zeit öffnen: Die Fotografie ist für mich ein Prozess, der selbst zum Bild wird. Das traditionelle Verständnis von Fotografie als Träger von Bildern wird verworfen. Der Zeitbegriff im herkömmlichen Sinne, gelesen als ein festgehaltener Moment des ‚so-ist-es-gewesen’ (Roland Barthes), der in eine Dauer überführt und damit eingeschlossen wird, funktioniert hier nicht mehr. Die Zeit ist nun die Zeit der Handlung, der Aktion, des Arbeitens mit dem fotografischen Material. Die Präsentation der Arbeiten in Form einer mehrteiligen Installation, die sich in den Raum ausdehnt und diesen damit neu definiert, spiegelt diesen Prozess wider. Es ist die reale Zeit des Erlebens einer Gegenwärtigkeit, einer Präsenz des Werkes, so wie auch Musik nur in der zeitlichen Dauer ihrer Aufführung erlebt werden kann.“ corts.witassek@gmx.de


O.T. Fotografische Installation bestehend aus 11 SW-Fotografien ca. 350 x 300x 200 cm, 2015

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O.T. (Detail) Fotografische Installation bestehend aus 11 SW-Fotografien ca. 350 x 300x 200 cm, 2015

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STEFAN ZAJONZ


STEFAN ZAJONZ

Geboren 1958 in Lubliniec, Polen. Autodidakt, Dichter und Fotograf. Stipendiat der Otto-Benecke-Stiftung im Eichendorff-Kolleg. Studierte Kunstgeschichte und Germanistik in Bonn, mehrere Jahre Vorstandsmitglied des BBK Bonn und dessen Pressesprecher. Teilnehmer, Kurator und Organisator internationaler Kunstprojekte. Stefan Zajonz publizierte mehrere Kataloge und Gedichtbände und schrieb einige hundert Artikel über Kunst und Künstler und wurde mehrfach mit Förderpreisen ausgezeichnet. Er ist Mitarbeiter des Erzbistums Köln in der Päpstlichen Basilika Bonner-Münster und lebt in Bonn. Ausstellungen (Auswahl) – 2015: Sphären, Edith Stein Museum, Lubliniec, Polen // lang genug, Haus der Theatergemeinde Bonn // 2014: Visual Poetry, Kurfürstliches Gärtnerhaus, Bonn // Doppelpass, 8 Kunstsalon Remagen, Villa Heros, Remagen // 2013: EntZEITlicht, Beitrag zum XIII.UNESCO-Welttag der Poesie, Kunstraum Remigius, Bonn // DerDieDas Innerste, BBK-Bonn und Gäste, Künstlerforum Bonn // 2012: Sphere, Ben Oakley Gallery, London // Sfery, Galeria BP, Opole, Polen.

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„Reale Bilder sind Impuls gebende Sendeflächen. Mit meinem sechsteiligen fotografischen Projekt ‚Genius loci’ antworte ich auf die Fragen des Orts- und Raumwechsels. Es sind geborgene Orte und mechanische Sekundenbilder, Sequenzen, hinter denen sich eine geheime Seins-Situation verbirgt, anonym und individuell. Mich beschäftigt die klare, um nicht zu sagen – nüchterne Sicht, allein. Dieser kann ich intuitiv folgen und somit Orientierung finden. Wir leben heute in einer stark vernetzten Simultan-Welt und bei stets wachsendem Ich-Verlust. Die Kunst fragt nach einer anderen Distanz. Neben einem regionalen Bezug hat der Begriff eine soziale, kulturelle und emotionale Dimension und schafft unwiederholbare Szenarien als fotografischen Reflexionsraum, worin sich die Fülle des Lebens unter dem Schutzpatronat selbst definiert.“ www.stefan-zajonz.de


GENIUS LOCI ZAWOJA, Fine Art Print, 30 x 30 cm, 2009

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GENIUS LOCI BRÜSSEL, Fine Art Print, 30 x 30 cm, 2015


MAGDALENA ZEISEL


MAGDALENA ZEISEL

Geboren 1949 in Budapest, Ungarn. Lebt und arbeitet in Wien. Diplomabschluss 1969 der Höheren Lehranstalt für die Bildende und Angewandte Kunst in Budapest. Von 1970 an lebte sie zunächst einige Jahre lang in London und zog 1974 nach Wien. Magdalena Zeisel wurde 1977 österreichische Staatsbürgerin. Sie ist eine international engagierte und gefragte Fotokünstlerin. Neben Fotografie zählen zu ihrem Œuvre viele Videoarbeiten. Ausstellungen (Auswahl) – 2015: Young Austrian Photography, Paris Photo Los Angeles // Co-Kurator mit Mona Kuhn Film - Still – Life, FUGA Architekturzentrum, Budapest // versus blank 2.0, artP, Perchtoldsdorf // 2014: photo::vienna – werkschau, Mak-Österreichisches Museum für Angewandte Kunst // Dance – Light, Rózsavölgyi Salon, Budapest // 2013: Dance - Light – Places, Múosz Pressehaus, Budapest // Dance Light - Geometrie - Collage in AbaNovák Galéria, Leányfalu, Ungarn // Filling The Void in cooperation mit ImPulsTanz, Vienna International Dance Festival // 2012: Dance - Light - Places in Edition Photo, Wien.

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„Eine performative Kunstform in ein Medium zu übersetzen, das immer nur Spuren von Bewegung abbilden kann, mag paradox erscheinen. Doch gerade auf Grund dieser Ambivalenz vermögen die Fotografien von Magdalena Zeisel Tanz auf einer neuen Ebene erfahrbar zu machen. Ihre Arbeiten wollen keine choreographische Abfolge erfassen oder Tanzbewegung nachvollziehbar machen, sondern Bewegung neu (er)finden. Aus der bildenden Kunst kommend, ist Zeisels Zugang zur Fotografie ein sehr malerischer. Sie setzt Licht wie einen Pinsel ein – dabei entstehen zeichnerische Linien und malerische Sprenkel, die einen neuen Bildraum eröffnen. Tanz wird als visuelle Choreographie fassbar.“ (Die Kunsthistorikerin Sophie Haslinger über Magdalena Zeisel) www.magdalenazeisel.com


DANCE I LIGHT - 01 Fine Art Print auf Hahnem端hle, Aludibond, Edition 2+1 80 x 120 cm, 2011

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DANCE I LIGHT - 03 Fine Art Print auf Hahnem端hle, Aludibond, Edition 2+1 80 x 110 cm, 2011

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KUNSTHAUS TROISDORF

IMPRESSUM: Dieser Katalog erscheint anläßlich der Ausstellung TIME [DIS]PLACEMENT vom 20.5.- 19.6.2016 im Kunsthaus Troisdorf. Herausgeber: Kulturwerk BBK Bonn/Rhein-Sieg Kunsthaus Troisdorf Alexandra Hinz-Wladyka, Stefan Zajonz Redaktion/Lektorat: Wiebke Ollendorf Grafik-Design: Frank Baquet 500 Exemplare, 2016 Fotos & Texte: © bei den Künstlern und Autoren ISBN 978-3-9452-3502-7


MIKE BAGINY FRANK BAQUET ALEXANDRA HINZ-WLADYKA ISTVÁN HORKAY ALEKSANDRA JANIK ALMUTH LEIB PAOLO LEONE LEA MARIE LEPPER CORDULA MEFFERT BIANCA PATRICIA TILL RACHOLD EVA M. TÖPFER DIETER WESSINGER MICHAEL WITTASSEK STEFAN ZAJONZ MAGDALENA ZEISEL

ISBN 978-3-945235-04-1 14,90 E

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Time(Dis)Placement - Fotografie & Neue Medien  

Katalog zur Ausstellung im Kunsthaus Troisdorf vom 20.5. - 19.6.2016 Catalogue for the exhibition at Kunsthaus Troisdorf from 20th of may un...

Time(Dis)Placement - Fotografie & Neue Medien  

Katalog zur Ausstellung im Kunsthaus Troisdorf vom 20.5. - 19.6.2016 Catalogue for the exhibition at Kunsthaus Troisdorf from 20th of may un...

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