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S t a d t g es p r ä c h

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abenschwarz hin, blütenweiß her, die Kunst- und Kulturschaffenden wussten die Dramatik des Gegensatzpaares seit jeher zu schätzen. Bleistift-, Feder- und Kohlezeichnungen auf weißem Papier lassen ebenso wie die „schwarze Kunst“ (in diesem Fall gemeint: Druckgrafik) die Reduzierung des Abgebildeten auf das Wesentliche zu, ohne dass Tiefe und Dynamik fehlen. Ähnliches gilt für die Schwarzweiß-Fotografie. Man denke nur an den berühmten Surrealisten Man Ray, dessen Fotografien zu Ikonen wurden. Heute werden Fotos zumeist bunt „geschossen“, aber der eine oder andere Künstler nutzt die Bildsprache von SchwarzWeiß nach wie vor als künstlerisches Mittel. Sie abstrahiert unsere farbige Welt, macht Essentielles

8 | Louise 3 / 2014

oben: Georg Schramm unten: Karl Valentin

Rheinfall Schaffhausen © Barbara Klemm

Maske , Man Ray

sichtbar und fordert zur Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Bedeutungsebenen heraus. Sie, liebe Leserinnen und Leser, haben ab März in unserer Stadt Gelegenheit, sich mit dieser Kunstgattung zu beschäftigen: Das Museum im Sinclair-Haus zeigt Fotografien von Barbara Klemm, einer einstigen Pressefotografin (FAZ), die in den hohen Olymp der bedeutendsten Fotografen aufgestiegen ist. „Schwarz-Weiß ist Farbe genug“, hat sie einmal

gesagt und, sofern wir wissen, nie in Farbe fotografiert. Ihre beeindruckenden Porträts von Politikern, Wissenschaftlern, Künstlern und Menschen aus aller Welt werden noch einige wenige Tage im Berliner Martin-Gropius-Bau gezeigt – in Bad Homburg steht ein ganz anderes, spannendes Thema an. Für diese Ausstellung folgte Barbara Klemm mit ihrer Kamera den Spuren des zeichnenden Goethe (siehe AUSSTELLUNGEN Seite 30).

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