Page 1

Der Ur-Vater tto Klement vom knapp am eCK im Steyrer Wehr­ gra­ben war der Grün­dungs­ obmann der KultiWirte. Er erzählt vom weiten Weg – vom Arbeiterkind in ­Letten über den Drogen­berater zum Wirt – auf ...  Seite 2

Das Tester-ABC ach welchen Kri­ terien beurteilen professionelle ­Restaurant-Tester ein ­Lokal ? Und was davon lässt sich auch im täg­ lichen Leben umsetzen. Ein kleiner ­Ratgeber für Wirtsleute und ihre Gäste – auf ... Seite 5

Österreichische Post AG / Sponsoring Post 03Z035409S · Verlagspostamt 4020 Linz

O

N

KultiWirts-Geschichte ehn Jahre KultiWirte – ein Rückblick mit Bierdeckeln und Koch­buch, mit preis­ge­ krön­­ten Wirtsleuten und allerhand Seminaren. Und ein kleiner Ausblick in ­eine hoffnungsvolle ­Zukunft – auf ...  Seite 8

Z

KultiWirt für die Maus www.KultiWirte.at

unserbesteSeit’n  Am Anfang war die Idee eines ­oberösterreichischen Gastronomie­ betriebs, der Tradition und Zeit­ geist verbindet. Mit Gust Oberndorfer, damals ­Obmann der Gastronomie und Sparte Tourismus und Freizeitwirt­ schaft, waren wir einig, dass das Gastliche „G“, damals Symbol für die typisch oberösterreichischen ­Betriebe, nicht mehr trifft. Ein Zufallsbesuch bei Otto ­Klement im „knapp am eCK“ in Steyr, eine Führung durch den ­Betrieb, bestärkten mich, dass es in diese Richtung gehen muss. Und Otto Klement war gleich von der Idee überzeugt. Nach einem Jahr Arbeit mit weiteren zehn Betrieben, moderiert von Harald Rohrmans­ torfer, gelang noch die Wort-/BildMarke „KultiWirte“ zusammen mit der Firma Createam. Erfolg hat bzw. braucht eben auch viele Väter !  Als Mitvater bin ich glücklich und sehr stolz, wenn ich sehe, wie sich die KultiWirte entwickelt haben, zuerst unter Obmann Otto ­Klement und Geschäftsführer Paul Mayrhuber, jetzt unter Obmann Thomas Stockinger und Geschäfts­ führerin Julia Hainisch. Weiterhin viel Freude und Kraft den Wirtinnen und Wirten und den Mitarbeiterinnen und Mit­ arbeitern. Ihr macht Oberösterreich unverwechselbar ! Dr. Peter-Paul Frömmel, ­Geschäftsführer Fachgruppe ­Gastronomie und Sparte T­ourismus und Freizeitwirtschaft

Wirtshauszeitung der OÖ KultiWirte

Juni 2012 Ausgabe 32

Zehn spannende Jahre Im Herbst 2001 wird Ludwig Schwarz im Stephansdom in Wien zum Weihbischof geweiht. In Oberösterreich gibts die ersten Ideen, die Wirtshauskultur zu beleben.

S

either hat sich einiges getan – bei den KultiWirten und in der Kirche. Bei all den Ereignissen der vergangenen ­Jahre ist es nicht gerade ein

unser beste Seit’n

Gratisexemplar

­typisches Bild, dass der Bischof lachend in der Sonne auf der Bank vorm Wirtshaus sitzt. Aber vielleicht ist es ein ­Zeichen dafür, was ein gutes

Wirtshaus, eine gute Wirtin, ein guter Wirt kann – Menschen zu­ sammenbringen, ihnen gut tun. Deshalb freuen wir uns, dass ­Gerold Lehner, der Superinten­ dent der Evangelischen Kirche, genau so gern bei KultiWirten zu Gast ist. Das Bankerl am Bild steht übrigens beim

www.kultiwirte.at

Hoisn in Gmunden am Traunsee – neben Bischof Ludwig sitzen Hoisn-Wirtin Rosi Schallmeiner und Mag. Gerald Geyrhofer, ­Pfarrer der Stadtpfarre Gmunden. Mehr zu den KultiWirte-Bankerln finden Sie auf Seite 4.


d’Gäst und die Wirt’n

Ein wehrsamer Wirt Otto Klement ist als Arbeiterkind aufgewachsen in Letten bei Steyr. Im Steyrer Wehrgraben haben er und seine Frau ein ­Wirtshaus aufgebaut, das Kultur und Gastlichkeit verbindet. Ja – und Gründungsobmann der KultiWirte war er auch.

I

n Wien hat er seine Aus­ bildung als Sozialpädagoge absolviert. Sieben Jahre hat er in Deutschland gearbeitet in der offenen Jugendarbeit, dann in Steyr in der Drogenberatung. Und dann kaufen sich Otto und Josi Klement 1985 ein Häusl im Steyrer Wehrgraben – zum ­Wohnen. Allerdings ist dort ein Wirtshaus dabei. Zwei Jahre ­später ist Landesausstellung in Steyr – Arbeit, Mensch, Maschine. Vierhunderttausend Besucher müssen um Ottos Hauseck ins Museum: „Da machte ich meine

Lehrzeit, erfuhr und erlebte, was nicht mein Ziel sein konnte.“ Viele reden vom Wirtshaus­ sterben, doch der Otto und die Josi wollen nicht dran glauben. Sie f­ ahren nach England, schauen sich bei den Wirtshäusern um. Dann machen die beiden ein Wirtshaus auf, in dem die Kultur im Vordergrund steht und nicht das Essen und Trinken. In Steyr ist Otto Klement damit einer der ersten. Auch wenn er nur einen Raum hat – im Wehrgraben sind alle zu Gast – vom Josef Hader bis zum Dschunkenorchester.

„Und die Josi hat so kocht, wie man kochen soll – keine Ahnung, dass es Gulaschbasis gibt und eingfrerte Knödel.“ Das Lokal sieht bis heute ziemlich so aus wie damals – massive Tische und Bänke aus Lärche, bloß, dass sie schon zwei Hochwasser aushalten mussten. „Ich habs schon stück­ weis sehr pointiert angegangen“, sagt Otto Klement heute. Zum Beispiel, wie er als einer der ersten sein Wirtshaus zum rauchfreien Lokal erklärt hat. Oder wenn er drauf ­besteht, dass es bei ihm kein ­Ketchup und keine Pommes ­Frittes gibt. Ohne Ausnahmen. „Für wen das in der Waagschale so wichtig ist, der wird auf mich verzichten müssen“, sagt Otto. Weniger Rauch, keine Pommes –

für die meisten Gäste im knapp am eCK sind das keine Ein­ schrän­kungen. Sie wissen, dass sie sich dafür auf das verlassen können, was aus der Küche und dem ­Keller kommt. Vielleicht war grad deswegen der Otto Klement der perfekte Gründungsobmann der Kulti­ Wirte: Einer, der seine Grund­ sätze selber vorlebt und nicht Wasser predigt und Wein trinkt. Ein Wirt, der trotz seiner Ecken und Kanten mit seinen Wirts­ kollegen recht mild ist: „Natür­ lich ists wie bei einem Fußball­ spiel – es gibt die Top-Liga, es gibt ein Mittelfeld und Abstiegs­ kandidaten. Aber ich bin nicht dazu gekommen, einmal ein ­KultiWirts-Taferl aberzunehmen.“ Da hat er mit seinen Vorstands­ kollegen lieber ein paar Stunden eingeredet, wenn bei einem Wirt was nicht gepasst hat. Drei ­Funktionsperioden war Klement ­Obmann der KultiWirte, mehr ­erlauben die Satzungen nicht, und das ist gut, sagt er: „Es braucht neue Impulse.“ Die wirds bald auch im ­eigenen Lokal ge­ ben: Mit Jahresende wird Otto das „knapp am eCK“ an seinen Sohn Jürgen übergeben.

Einen von drei Söhnen – und die Enkel laben sich auch schon an der Schank – „wenn sie hoch­ gehoben werden“. Otto im O-Ton: Wirtshaus ist Kultur ... Ich seh Wirtshaus als Kulturgut, es is die DNA des Geschmacks. Wir ­definieren uns ja auch über den ­Genuss: über das Steak in den USA, die Pizza, die Nudeln in Italien. Über die Aussagen des Präsidenten redet man erst in dritter Spur. Ein Wirtshaus ist eine Kultstätte im wahrsten Sinne des Wortes, die ge­ pflegt gehört. Ein Ort, der auf Essund Trinkkultur egal, ob auf blanker, saube­rer Tischplatte oder weißem Tischtuch, basieren soll. Ein Ort, wo Tischgemeinschaften möglich sein sollten, die Verbindendes vor Trennen­ des stellen. Heute werden Kopien erstellt – kein Haubenlokal kommt anscheinend ­ohne Wirtshausab­teilung aus. Jeder noch so hohe Gastronom nennt sich in der ­Öffentlichkeit Wirt. ... und es soll gut tun Wenn der letzte Tankwart, der letzte Greißler, der letzte Wirt zugesperrt ­haben, kommen ­Heulen und Zähne­ knirschen. Ein Ort, in dem die Dreifaltigkeit – Wirt, Pfarrer, Bürgermeister – noch besteht, kann sich froh stimmen. Ein Land, das gute Wirtshäuser hat, braucht weniger Psychiater.

Wirt’shaus „knapp am eCK“ Josi, Otto  & Jürgen Klement Wehrgrabengasse 15, 4400 Steyr T 0  72  52 / 762  69 F 749  90-4 wirtshaus@knappameck.at www.knappameck.at RT So + Feiertag (ab 14 Uhr) +  Mo

2

Juni 2012


Der Postwirt aus der Formel 1 Wirt und Bäck im Teich – so wird im Jahr 1674 der Gasthof Lettner in Naarn an der Donau zum erstenmal genannt. Der Bäck arbeitet heut ein paar Häuser weiter und der Teich ist heut im Haus.

W  

ird jetzt das Gasthaus größer oder die Land­ wirtschaft ? Die Ent­ scheidung ist nicht leicht, als ­Gertraud Lettner und ihr Mann Leopold im Jahr 1979 das Haus der Eltern übernehmen. Aber dann wirds das Gasthaus – in ­sieben Monaten ist das Haus neu aufgebaut. Zusammen mit dem Saal ist jetzt für siebenhundert Menschen Platz. Hochzeiten, Geburtstage, ­Begräbnisse, Taufe, Firmung, Erst­ kommunion – das wichtigste ­Geschäft ist in Naarn am Wochen­ ende: „Wenn man mehr Leut hat, muss es passen für viele – wir san

unser beste Seit’n

in der bürgerlichen Küche da­ heim“, sagt Gertraud Lettner: „Ich bin immer so die B ­ ratenköchin gewesen – Braten und Saftln, Wild – weil wir selber ein Wild­ gatter haben.“ Bei den Zutaten haben die ­Lettners immer schon auf die Re­ gion gesetzt – „dann macht man nicht viel verkehrt“. Das Gemüse kommt vom Gemüsebauern ums Eck – vom Derntl, Fleisch vom Amstler in Perg und vom ­Pachinger in Arbing. Der Most ist vom Edtbauer in Naarn, genauso wie etliche Säfte, das Brot vom Heindl in Naarn, das Mehl vom Knoll. Und das Eis

ist selbst gemacht – mit Milch vom letzten Milchbauern in Naarn, von der Familie Hölzl, vulgo Gstöttner. Die Kinder – Karl und Martina – haben die Tourismusschulen in Bad Leonfelden besucht. Als der Karl mit der Schule fertig ist, geht er zum Caterer Do & Co – fünf Jahre ist er auf allen Kontinenten unterwegs – mit Ausnahme von Australien – bei Rennen der ­Formel 1, bei Reit- und bei Golf­ turnieren. Dann arbeitet er gut vier Jahre im Oberösterreich-­ Tourismus, in der Produktent­ wicklung, im Vertrieb für Grup­ penreisen und Vereinsausflüge. Eineinhalb Jahre hat Karl Lett­ ner jetzt den Betrieb gepachtet von seiner Mutter. Und er ist froh über seine Erfahrungen – Catering

gibts jetzt auch vom Gasthof zur Post in Naarn. Für Busreisen ist der Betrieb ohnehin gerüstet. Und wenn einer über Wein Be­ scheid weiß, schadet das auch an der Donau nichts. Auch wenns von außen nicht zu sehen ist – im Gasthof zur Post gibts im Hof einen hübschen Gastgarten mit Teich. Und ein paar Meter weiter eine Kegelbahn. Damm schauen und zu den Kelten Der Donauradweg hat ein paar Jahre direkt am Gasthof vorbei ­geführt. Jetzt ist er wieder zurück gerückt auf seine ursprüngliche Trasse – drei-, vierhundert Meter weiter. Der Hochwasserschutz­ damm entlang der Donau bei Naarn und Mitterkirchen ist fast

fertig. Übrigens wenn sie hier ein paar Kilometer die Donau abwärts ­radeln, kommen Sie zum Kelten­ dorf Mitterkirchen: Hier lässt sich erleben, wie vor gut zweitausend Jahren die Menschen bei uns ­gelebt haben. Mehr dazu unter www.keltendorf-mitterkirchen.at www.machlanddamm.at. Gasthof „Zur Post“ Familie Lettner Marktplatz 1 4331 Naarn T 0  72  62 / 582  50 F DW 5 info@gasthoflettner.at www.gasthoflettner.at RT Mi + Do, außer Feiertage

www.kultiwirte.at

3


Machts enks gmiatlich Unter dem Motto „Unser bestes Platzerl“ finden Sie jetzt bei jedem KultiWirt ein gemütliches Hausbankerl. ie rund neunzig KultiWirte bekennen sich zur ober­ österreichischen Wirthaus­ kultur. Die KultiWirte stehen nicht nur für Qualität, Regiona­ lität und Genuss, sondern auch für Gemütlichkeit. Ob zum Aus­ ruhen für Wanderer, für Liebes­ paare oder zum Genießen in der Sonne – die KultiWirte Haus­ bankerl sind für alle da. Die Hausbankerl-Fotos (von oben nach unten): Berggasthof Edelweiß am Feuerkogel bei Ebensee, Spitzerwirt in St. Georgen, Landgasthof Dieplinger in ­Pupping bei Eferding. 

D

Gratis-Abo  !

Antwortkarte Bitte frankieren  !

(( Ja, ich will die „Beste Seit’n“ der KultiWirte gratis abonnieren. Name

Adresse

Telefon

eMail

Verein der KultiWirte Hessenplatz 3 4020 Linz

Wir suchen die b ­ esten Wirte. Die KultiWirte möchten gern Ober­ öster­­reichs beste Wirt­Innen unter ihrem Dach versammeln. Wenn Sie ­einen Wirt wissen, der hier fehlt und bei dem Sie ­meinen, das wär doch auch ein ­richtiger Kulti­Wirt, dann schlagen Sie uns den doch vor – hier auf der ­Karte.

(( Das wär doch auch ein KultiWirt:

Name, Ort

... oder per eMail: info@kultiwirte.at

4

Ausschneiden, einsenden und gratis lesen !

Juni 2012


Für die Wahl zum KultiWirt des Jahres sind heuer geschulte Test­ esser unterwegs: zehn Menschen in jedem oberösterreichischen Viertel kosten sich durch die Speisekarten der KultiWirte. Die Testergebnisse sind im Herbst Grundlage für den KultiWirt des Jahres und die Viertel-Sieger.

H macht:

ier ein paar Anhaltspunkte dafür, was für uns als Kulti­Wirte-­Qualität aus­

1 | Regionalität, Saisonalität Immer mehr Menschen legen Wert, dass auch Gasthäuser regio­ nal einkaufen und nur Produkte verkochen, die saisonal verfügbar sind. Doch wie erkennen das zum Beispiel auch Restaurant-Tester ? „Bei der Regionalität fragt man beim Gastwirt nach, welche Liefe­ ranten er hat. Das ist eine An­ gelegenheit des Vertrauens. Wer auf Saisonalität Wert legt, sollte auch überlegen, ob die Produkte auf der Speisekarte jetzt bei uns verfügbar sind.“ Mit etwas Hausverstand und Neugierde können Sie wie ein ­Restauranttester nachforschen, ob Ihr Wirt des Vertrauens genauso viel Wert auf Saisonalität und ­Regionalität legt, wie Sie selbst. 2 | Ambiente, Atmosphäre Gute österreichische Gastlich­ keit erkennt man vor allem am Ambiente. Immer mehr Menschen legen auf schönen Tischschmuck Wert und auch Restauranttester beurteilen diesen Punkt.

unser beste Seit’n

„Neben der regionalen K ­ üche und Gemütlichkeit im Gasthaus ist das richtige Ambiente sehr wichtig.“ Jetzt im Frühling bietet sich als Tischschmuck dieser Birkenkranz an. Mit etwas Handarbeit und ­einigen kreativen Ideen kann man eine wirklich schöne WohlfühlAtmosphäre schaffen. Übrigens – was Restaurantkriti­ kern gefällt, gefällt genauso auch Ihren privaten Gästen zuhause. 3 | Das Auge isst mit Goethe sagte einst: Zuerst muss das Essen das Auge erfreuen und dann erst den Magen. Das gilt für jeden Hobbykoch aber auch für Gastwirte, deren Leistung ­natürlich auch von den Gästen bewertet wird. „Mein Tipp ist, auf die richtige Farbzusammenstellung zu achten. Ein schönes hellgrünes Reisrisotto, dazu das knusprig braun ange­ bratene Saiblingsfilet – und fri­ sches Dunkelgrün von Kräutern. Bitte das Teller aber k­einesfalls überladen !“ Wer sich Zeit fürs richtige ­Dekorieren von Tellern nimmt und auf Abwechslung bei den ­Farben Wert legt, wird als Koch noch höher geschätzt werden.

Am Weg zum besten Wirt 4 | Getränke – Bierkultur Richtiges Bierzapfen ist eine Wissenschaft. Doch woran er­ kennen Sie – vielleicht wenn Sie ein Restaurant testen –, ob alles richtig gemacht wurde ? „Abgesehen von einer sauberen Schankanlage und einem schlie­ renfreien Glas achte ich auf die richtige Schaumkrone. Die ent­ steht dann, wenn das Bier spätes­ tens drei Minuten nach dem ­Zapfen beim Gast ist.“ Profis zapfen auf zwei Durch­ gänge. Zuerst wird das Glas zu zwei Drittel gefüllt und dann nochmals ein­geschenkt, um die Schaumkrone extra aufzubauen.

einheitliche typisch österreichi­ sche Tracht gesehen. Das ist ­besser als schwarzer Rock und weiße Bluse. Auch wird bewertet wie sehr das Personal auf persön­

liche Wünsche des Gastes eingeht. Typisch österreichische Gast­ lichkeit bringt ganz klar bei jeder ­Restaurantbewertung ExtraPunkte.

5 | Servicequalität Österreichs Gastronomie zeich­ net sich vor allem durch hohe Servicequalität aus. Restaurant­ kritiker achten dabei vor allem auf drei Punkte: Das Wichtigste ist die Freund­ lichkeit und Professionalität des Personals, positiv wird auch eine

www.kultiwirte.at

5


Auf der Himmelsstiege In viereinhalb Monaten Bauzeit ist „mei Wiaz’haus auf da ­sunn’seitn“, der Gasthof Dinghofer in Wartberg ob der Aist, neu renoviert geworden.

D

er Rüstbaum in der Gast­ stube trägt die Jahrzahl 1672. Damals stand hier heroben überm Aisttal die „kleine Taverne zu Hagenberg“. Seit 1890 ist das Haus im Besitz der Familie Dinghofer. Und seit damals ist es ein großes Wirtshaus. Gerhard und Hermine Dinghofer haben vor sieben Jahren den ersten Um­ bau gewagt und im ersten Stock den Saal erneuert. Weil der bei den Gästen so gut a­ ngekommen ist, haben sich die Wirtsleute an die zweite Etappe gemacht. Das alte Stiegenhaus ist weggefallen, dafür gibts jetzt viel Platz und mehr Ruhe für die Gäste: Wer ins Haus kommt, läuft an der großen Bar auf. Die Gaststube ist be­ hutsam erneuert worden – die Füllungen der Bänke wurden ­wieder verwendet, die massiven Tischplatten blieben erhalten. Heut finden beim Dinghofer ­allein im Erdgeschoß vierhundert­ fünfzig Gäste Platz. Fast um die Hälfte mehr als früher und trotz­ dem werden oft die Plätze zu knapp. Selbst in der Wartberger Kirche ist der Umbau zu spüren: seither kommen am Sonntag mehr Leute zum Gottesdienst, sagt Pfarrer Rudi Himmelreich.

6

Alles kein Wunder: Stammgäste kommen zum Gasthof Dinghofer oft seit Generationen, kommen mit den Kindern, den Enkeln und das aus einem Umkreis von rund 50 Kilometern. Die Gäste kom­ men vor allem wegen der Küche – hier arbeiten drei Dinghofer-­ Generationen mit – und wegen der Wirtshausklassiker – vom Mostbratl und dem Kalbsbraten bis zur haus­ge­machten Rindsup­ pe. Dazu gibts je nach Saison Spezialitäten aus der Gegend: „Ländliche Nahversorger machen tolle ­Produkte und es schmeckt“, sagt Gerhard Dinghofer. Zum ­Beispiel Fleisch aus der Region, vom Riepl in Gallneukirchen. Erdäpfel von der Familie Reichl in Schmitzberg, Eier, Most und Apfelsaft vom Mayringer im Ort, Bauernhofeis aus St. Marien im Mühlkreis, Wild von der Jagd­ genossenschaft Wartberg, Nudeln vom Nudelhof Zehetner in Aschach oder Mühlviertler Leinöl von der Ölmühle Haslach. Bei so vielen Gästen gibts auch besonderes Bier. – Das Hauptbier beim Dinghofer kommt aus dem Tank. Das Zipfer Urtyp schmeckt dabei so süffig und bekömmlich wie früher aus dem Holzfass –

es wird nicht mit Kohlensäure oder Mischgasen angereichert. Aus dem Fass gezapft werden vier weitere Biere. Die Gegend rund um Wartberg ob der Aist ist nicht grad als Fremdenverkehrsgebiet berühmt.

Warum nicht ? Das bleibt ein ­Rätsel. Wandern Sie doch einmal durchs Aisttal. Jetzt im Sommer gibts dort genug schattige Plätze am Wasser. Oder steigen Sie über die Himmelsstiege von Arnberg hinauf nach Wartberg. Dort von der Wenzelskirche gibts an klaren Tagen einen Rundblick der vom Ötscher bis zum Salzburger Un­ tersberg reicht.

Wia z’Haus Dinghofer Gerhard Dinghofer Hauptstraße 35 4224 Wartberg ob der Aist T 0  72  36 / 23  62 F DW 14 office@dinghofer.at www.dinghofer.at RT So + Feiertag (ab 15 Uhr)  + Mi

Juni 2012


z’sammtragn

Ingrid Pernkopf Renate Wagner-Wittula Strudelküche Die 250 besten Rezepte von pikant bis süß ISBN: 978-3-85431-590-2 Format: 17,0 x 24,0 cm 264 Seiten; 24,99 Hardcover mit Schutzumschlag „Strudel gibt es auf der ganzen Welt. Doch in keinem Land der Erde werden Hülle und Fülle in einer solchen Vielfalt kombiniert wie in Österreich ! Ob himmlisch süßer, flaumiger Topfenstrudel, pfiffig-pikanter Spinatstrudel mit Schafkäse oder g’schmackiger Fleischstrudel in der kräftigen Rindsuppe – Strudelspezialitäten prägen die heimische Küche. Also begibt sich das Erfolgsduo Ingrid Pernkopf und Renate WagnerWittula wieder auf kulinarische Spurensuche und blickt dabei auch über den österreichischen Tellerrand hinau s – immerhin stammt der Strudel ursprünglich aus dem fernen Arabien ! Die Re­ zepte bestechen wie gewohnt durch Perfektion und sind durch das punktweise gekennzeichnete Vorgehen auch für nicht so geübte Der Münzbacher Festwirt er traditionsreiche Ecker­ wirt in Münzbach feierte sein 90-Jahr-Jubiläum. Gleich zum Jahresauftakt wurde gebührend gefeiert – mit der Wein­ bergmusi und einem Schmankerl­ buffet für die vielen Stammgäste. Eine Herausforderung war im ­vergangenen Jahr aber auch das große Marktfest – Münzbach ­feierte sein 900-jähriges Bestehen. Als „Festwirt“ bot man den Gästen bewährte bodenständige Gerichte:

D

Hobbyköche leicht nachzuvoll­ ziehen.“ Soweit der Verlagstext. Eines hat sich auch im neunten Koch­ buch der Grünbergwirtin nicht geändert: Sie liefert Vorschläge für viele Abwandlungen und lädt so ganz behutsam zum ­Experimentieren ein.

Maibaum-Tafel ­diebstahlsicher ie Senior-Wirtsleute vom Gasthaus Hofwimmer in Oberthan bei Wels haben heuer Goldene Hochzeit gefeiert. Zu diesem Anlass bekamen sie von den Oberthanern einen Mai­ baum geschenkt. Bis spät in die Nacht wurde gefeiert. Wie man allfälligen Maibaum­ tafel-Dieben keine Chance lässt, dazu haben sich die Oberthaner

D

Gut gebettet am Mondsee enießen ließ es sich beim Aichingerwirt am Mond­ see schon lang – bei ­Spe­zialitäten vom Hochlandrind aus der eigenen Zucht, bei Selbst­ gemachtem wie Nudeln, ­Sauerkraut, Geselchtes, Most und Mehlspeisen.

G

Landhotel Grünberg am See Ingrid  & Franz Pernkopf Traunsteinstraße 109 4810 Gmunden T 0  76  12 / 777  00 F DW 33 hotel@gruenberg.at www.gruenberg.at RT kein Ruhetag

von der beliebten Rindsroulade bis zum Ofenbratl mit Knödl und Kraut und als Nachspeise hausgemachte Mehlspeisen.  Gasthaus „Zum Eckerwirt“ Heinrich Langeder Markt 6, 4323 Münzbach T 0  72  64 / 45  01 F DW 4 office@eckerwirt.at www.eckerwirt.at RT Mo + Di

was einfallen lassen. Was genau ? Das erzählen Ihnen die Wirtsleut im Gastgarten gern selber. Gasthaus Hofwimmer Christian Hofwimmer Vogelweiderstraße 166, 4600 Wels T 0  72  42 / 466  97 F DW 15 wirt@gasthaus-hofwimmer.at www.gasthaus-hofwimmer.at RT Mi + Do

Jetzt sind auch die fünfzehn Zimmer und Suiten neu gestaltet – alle Zimmer mit Bad / Dusche, WC und Föhn, Flatscreen-TV und Radio, Safe und Balkon. Für

Gäste gibts ein Genuss-Früh­ stücksbuffet, Fahrradverleih, ­­ ­­­Rad- und Bikegaragen, Trocken­ räume, kostenloses W-LAN und ...

Den Scharflingerhof können Sie auch nutzen als Rastplatz beim Wallfahrten: Die Via nova, der Europäische Pilgerweg führt hier vorbei. Der Weg ist seinem Ziel hier schon ganz nahe – St. Wolfgang war im Mittelalter ­einer der meist besuchten Wall­ fahrtsorte in Europa. In Scharfling, dreihundert ­Meter vom Scharflingerhof ent­ fernt, hat das Bundesamt für ­Wasserwirtschaft sein Institut für Gewässerökologie, Fischerei­ biologie und Seenkunde. Hier wird geforscht – und hier gibts Kurse rund um die Fischzucht.

Auch wenns bis zum Winter noch weit ist – im Scharflingerhof hat eine Perchtengruppe, die Purt­ scheller Pass, ihren Stammsitz. Und in Scharfling startet bei ­passendem Wetter jeweils im ­Februar ein spektakuläres Horn­ schlittenrennen.

Aichingerwirt Martina  & Michael Ellmauer Eich 5, 5310 Mondsee T 0  62  32 / 21  30 F DW 5 office@aichingerwirt.at www.aichingerwirt.at RT Di + Mi (Wintersaison von Oktober bis Mai)

Mit Genuss zum Golf ie Welser Hoteliersfamilie Platzer veranstaltete ein Golfturnier im Golfclub Wels in Weißkirchen. Bei wunder­ barem Wetter kamen über vierzig Teilnehmer. Als Startgeschenk gabs Logobälle von den Hotels Alex­ andra**** und Bayrischer Hof *** – und Feines aus der Kulti­WirtsKüche. Der Reinerlös dieses ­Turniers wird für die Jugend­arbeit im Golfklub Wels verwendet.

D

Bayrischer Hof Helmut Platzer Dr.-Schauer-Straße 23, 4600 Wels T 0  72  42 / 472  14 F DW 55 office@bayrischerhof.at www.bayrischerhof.at RT Sa, So + Feiertag

Zwanzig Jahre am See er vor dreißig, vierzig Jahren im Waldviertel daheim ist und in der Gastronomie lernen will, den zieht es meist weit weg. Wolfgang Gaukel ist ein gutes Beispiel dafür. Er kommt von Zwettl nach Zell am See. Sein erstes Wirtshaus eröffnet er 1984 in Oberhofen am Irrsee. 1991 nützt er die Gelegenheit und pachtet ein Gasthaus am Mond­ see – den Scharflingerhof. Ingrid, seine frühere Nachbarin aus Oberhofen ist mittlerweile seine Frau. Für die Küche im Scharflinger­ hof ist der Mondsee wichtig: ­Saibling, Reinanke, Hecht, Aal­ rutte und Weißfische kommen von der Seefischerei Karrer, gleich ums Eck. Bei den Getränken zeigt der Wolfgang Gaukel seine Liebe zur Gegend nördlich der Donau – ­neben Zipfer kommt Zwettler Bier auf den Tisch, dann Most aus Wartberg ob der Aist und Wein von Johann und Andrea Berger aus Röschitz.

W   Gäste kochen für Gäste ! inmal in einem Wirtshaus unter fachkundiger An­ leitung Freunde und neu­ gierige Gäste zu bekochen, diesen Wunsch erfüllt Petra Windisch­ bauer im Gasthof Mayrhuber in Waizenkirchen. Den Auftakt machte Alex Kaltseis aus Tollet. Die begeisterte Hobbyköchin ­zauberte gemeinsam mit der ­Wirtin Petra ein fünfgängiges ­Menü aus der Heimat ihrer schot­ tischen Großmutter auf den Teller. Lamm, Lachs und ein echter schottischer Pudding waren ­wichtige Grundelemente. Der ­Höhepunkt war ein original „Shepherd’s Pie“, das originell im Einweckglas serviert wurde. Die vierzig Gäste waren begeistert. Fortsetzung ist garantiert !

E

unser beste Seit’n

Gasthof Mayrhuber Petra Windischbauer Marktplatz 20 4730 Waizenkirchen T/F 0  72  77 / 22  09 office@gasthofmayrhuber.at www.gasthofmayrhuber.at RT Di + Mi

Café-Restaurant Scharflingerhof Ingrid  & Wolfgang Gaukel 5310 Scharfling 2 T 0  62  32 / 38  42 scharflingerhof@zell-net.at RT Di

www.kultiwirte.at

7


Das Beste aus zehn Jahren Das klassische Wirtshaus – mit Stammtisch, mit Wirtin oder Wirt als Ansprech­ partner, mit Herzlichkeit, mit frischer, regionaler Küche – das schien in den 1990erJahren vom Aussterben bedroht.

I

n Niederösterreich hat sich 1996 eine Gruppe von Wirten gefunden, die Niederöster­ reichische Wirtshauskultur, die dagegen was tun wollte. Die Wirte haben sich Partner gesucht – bei den Landwirten, in den Medien. Sechs Jahre später beginnt in Oberösterreich der Testlauf für die KultiWirte – zehn dieser Betriebe sind bis heute dabei: Eduard Kaisers Gasthaus in Maut­­ hausen, Gasthof Engelhof und Hois’n Wirt in Gmunden, der ­Kirchenwirt in Klam, knapp am eCK in Steyr, Maurerwirt in Kirchschlag, Gasthof Neulinger in Weitersfelden, Schwarzer ­Anker und Stefan Stubm in Linz, Gasthof Stranzinger in Mettmach. 2002 geht es wirklich los – auf die erste Ausschreibung melden sich 380 Betriebe. Vierzig davon schaffen die Aufnahme: „Nur als Qualitätslabel hat das Ganze ­einen Sinn“, sagt Gründungs­ obmann Otto Klement. 2004 wird der erste KultiWirt des ­Jahres gewählt – Irmgard und Josef Neulinger vom Gasthof Erz­ herzog Franz Salvator in Weiters­ felden. KultiWirt des Jahres 2006 – Wolfgang und Christine Berg­ thaler, Gasthof Engelhof, Gmun­ den. KultiWirt des Jahres 2008 – Johannes und Bettina Süß, Gasthof Süß, Oberkappel Kulti­ Wirt des Jahres 2010 – Alexander und Claudia Neubacher, Berg­ gasthof Edelweiß, Ebensee.

Ich binWirt: Kulti hrt+ bewä mackvoll+ gesch ewertet . . . bestb shaus. t ir W n Wir lebe te.at

ultiwir

www.k

www.kultiwirte.at

2004

2006

8

200

2010

Die OÖ KultiWirte bedanken sich bei folgenden Organisationen und Unternehmen!

Impressum Herausgeber & Medieninhaber Verein der KultiWirte, 4020 Linz, Hessenplatz 3, www.KultiWirte.at Redaktion & Text Franz Xaver Wimmer, Steinbach am Ziehberg, info@KultiWirte.at Layout Atteneder Grafik Design, Steyr Verlagspostamt Linz Die Zeitung erscheint dreimal jährlich mit einer Auflage von 30.000 Stück.

8

Juni 2012

KultiWirte_unsere beste Seit'n  

Ausgabe Juni 2012, Nr. 32

Advertisement