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kult.ch die besten blogs aus kult.ch zum ausschneiden und aufhängen. februar 2012.

kult.ch (gegr. 1997) ist die erste gesellschafts-satirische blog-to-print-zeitung der schweiz: unzesnsurierte kommentare zum täglichen leben und dem, was sich in den medien so abspielt.

Der Zebrastreifen: Ein Nachruf. Donnerstag, 5. Januar 2012, 19:34 Von Sam Francisco. Als der Zebrastreifen 1949 in England eingeführt wurde, hatte niemand auch nur den blassesten Schimmer, welche Geister man damit aus den Tiefen des Tartaros heraufbeschwor. Lange Zeit lag er einfach so da,regte sich nicht, versprach Sicherheit, schlich sich unbemerkt in die Verkehrserziehungscurricula der ganzen Welt: Vom „Ped Xing“ in Amerika über den „Schutzweg“ in Österreich bis hinüber nach Japan zur „Shibuya Crossing“, überall steht er für ausgewogene Sicherheit.Ausser in der Schweiz. Nachdem man die Kampfhunde erfolgreich in ihre Zwinger verwiesen, den Problembär sowie den kostenaufwendigere Nostalgie-Wolf durch den Finanzausgleich quasi wegneutralisiert hatte, lauert der Tod nun hauchdünn über dem Schweizer Asphalt. Um der latenten Bedrohung durch „Agent yellow“ Herr zu werden, wechselt das Tiefbau-Amt nun vom altbewährtem Melonengelb zum grelleren - und eigens dafür entworfenen- Verkehrsgelb. Kein Witz. Damit aber noch nicht genug: um das Prädikat „der höchsten Lebensqualität“ von Österreich wieder in die Schweiz zurück zu holen, sollen nun SwarowskiPerlen in den Zebrastreifen eingearbeitet werden. Ein Umstand, der die rumänischen Banden sicher bis in den Frühling hinein davon abhalten wird, die teueren Klunker aus unseren verlassenen Schlafzimmern zu klauen. Klingt eigentlich nach Win-Win.

Aber nur „eigentlich“: der Fussgängerüberweg -wie ihn unsere nördlichen Nachbarn zuweilen nennen- wird nicht eher ruhen, bis das Gleichgewicht wieder hergestellt ist. Frei nach dem alttestamentarischen Motto: Perle um Perle. Zahn um Zahn. Vorbei die Zeiten als er einem in gutbürgerlicher Gentleman-Manier den Vortritt liess: Ehre, wem Ehre gebührte. Nur so ist zu erklären, weshalb McCartneys Käsefüsse auf den weissen Strichen über

der „Abbey Road“ geduldet wurden. Es scheint mir zwar verfehlt, hier von einem Zeichen der Zeit zu sprechen, aber irgendwie wundert man sich schon, wie viele Menschen in der letzten Zeit auf dem falschen Fuss (-gängerstreifen) erwischt wurden. Gleichzeitig beschleicht einem das dumpfe Gefühl, dass es immer die Falschen erwischt: Familienväter, Teenager und Rentner.

Das Schweizer Fernsehen: Jetzt in leicht verständlicher Form.

Mittwoch, 18. Januar 2012, 09:08 Von Dr. Reinhold Weber. Die SonntagsZeitung hat gefragt, Ruedi Matter, oberster Chef des Schweizer Radios und Fernsehens, hat geantwortet, kult.ch übersetzt diese Antworten in relevante, verständliche Aussagen. Matter auf die Frage, wie die eigene Fehlerbilanz aussehe: „Sehr gut. Das wichtigste Thema waren für uns die eidenössischen Wahlen. Wir hatten noch nie so wenige Beanstandungen, obwohl wir noch nie so viele Sendungen gemacht haben.“ Kult-Übersetzung: Beim eidg. Farbfernseh

gilt jetzt als gut, was nicht aneckt. Weshalb übrigens die Blockbuster-Serie „Die schönsten Bahnfahrten der Schweiz“ nicht mehr ausgestrahlt wird. Bei der Folge „Von Chur nach St. Moritz“ sind einfach zu viele Walliser stinkesauer geworden. Und sogar der Blatter hat geschrieben. Auf die Frage nach diesem neulich ausgestrahlten, unsäglich relevanten Geistheiler-Club: „Der Club ist nicht dem gleichen Relevanz-Anspruch ausgesetzt.“ – Kult-Übersetzung: Relevanz wird im Leutschenbach nach Lust, Laune, Tageszeit, aktueller Hosensacktemperatur und

Zusammensetzung des Mittags-Menus in der TV-Kantine definiert (Hörnli mit Gehacktem und Bio-Apfelmus). Auf die Frage nach dem geplanten neuen Dienstags-Krimi „Die Chefin“: „Es ist die Geschichte einer Polizistin, die ein Kommissariat leitet. Sie hat einen jungen Kollegen und ist alleinerziehende Mutter.“ - Kult-Übersetzung: Es erwarten uns hundertfach wiedergekäute, soft-opportunistische, gesellschaftsgendermässig vollkorrekte Klischées. Sofort auf ZDF wegzappen. Auf die Frage nach dem Schweizer „Tatort“: „Der nächste wird während der Fasnacht in Luzern gedreht.“ Kult-Übersetzung: Jetzt bleiben uns Zürchern, St. Gallern, Bündnern, Bernern oder Baslern nicht mal mehr diese bis an den Anschlag vollgedröhnten innerschweizer Konfettiwerfer erspart. Auf die Frage nach den vielen Beschwerden, die wegen der in Richtung Relevanz mattpolierten „Arena“ eingetrudelt sind: „Ich habe zurückgemailt und geschrieben, dass ich das an die Chefredaktion weiterleite.“ – Kult-Übersetzung: Momoll, dieser Mann hat Courage und hält sich vorschriftsgemäss ans SRF-Organisationhandbuch (1,207 Seiten, Dünndruck). Auf die Frage über die Entwicklungen im Online-Bereich: „Wir wollen, dass jeder Mitarbeiter bimedial arbeiten kann.“ KultÜbersetzung: Beim Schweizer Farbfernseh dürfen ausser Homo- jetzt auch Bisexuelle arbeiten. Herr Matter, kult.ch bedankt sich für das aufschlussreiche Gespräch.

Ja, herrgott nonemal, gibt es vor Ahmadinedschads Haustüre denn keine Zebrastreifen? Oder vor der Kneipe, in welcher sich die „How I met your mother“-Crew seit bald acht Seasons abmühen, eine Geschichte zu erzählen, die es noch gar nicht gibt und drum auch nichts Gescheites dabei rausschaut, ausser Robins Brüsten vielleicht, aber das ginge auch anders, oder? Der coole Onkel Charlie kam unter den Zug, immerhin. Bei 1,5 Mio. pro Folge, ein kostengünstiger Abgang. Und sonst? Hat jemand schon von totgefahrenen Promis gehört? Abstürzen, ermordet werden, an einer Überdosis sterben, ist alles drin. Aber überfahren werden? Nee. Wär ein Grund mehr, reich und berühmt zu werden. Wobei berühmt sein, ja auch seine Tücken hat. Deshalb hat es damals auch John Lennon erwischt und nicht Yoko „Crazy as a coconut“ Ono. Imagine. Was uns erspart geblieben wäre... Und weil wir grad so gesellig zusammen sind: „Imagine there‘s no Schutzweg It isn‘t hard to do No cars that run you over And no Verkehrsinsen too Imagine all the people living life in peace You may say I‘m a dreamer, but I‘m not the only one I hope some day you‘ll join us so watch out for the Linienbus“ Bild: Abbey-Road-Platte von den Beatles.

Partylöwen der Woche Montag, 23. Januar 2012, 11:56 Von Dr. Alex Flach . Es gibt da einige Dinge die man beachten muss, wenn man auf Kung Fu-Fighter macht (gilt auch für verhinderte Star Wars-Schwertkämpfer). Als erstes sind mal alle Kumpels vor der Linse zu entfernen, die eine Mütze tragen, die sie aussehen lassen wie Martina Hingis auf Skiurlaub. Dann sollte man gucken, dass einem die gezupften Augenbrauen nicht über den oberen Rand der Sonnenbrille lappen; gezupfte Augenbrauen sind weibisch. Zu guter Letzt sollte man sich nicht nur den Kumpel zur Rechten, sondern auch den zur Linken genauer anschauen; hat der geschminkte Augen, sollte er schon ein Rockstar sein. Falls er dies nicht ist, muss auch er vor der Linse entfernt werden. Ah ja; es hilft dann natürlich noch, wenn der Bauchumfang kleiner ist als jener der Brust und wenn die Arme nicht wirken wie ein Paar Stuzzicadenti. Das wirkt dann gleich furchterregender. Nichts zu danken, im Fall.

kommentar so. hier die zweite. und wieder gänzlich ohne news. und ohne auch nur einem anflug von objektivität. überhaupt ist eigentlich recht wenig passiert so in den letzten dreissig tagen. trotzdem haben wir alles kommentiert. weil, wenn keine ereignisse stattfinden, und niemand kommentiert das, dann wüssten sie womöglich ja gar nicht, dass nichts passiert ist. und das wäre im zeitalter der information fatal, das wissen sie. denn das fehlende wissen über unwichtige dinge würde sie an jedem stammtische zum aussenseiter machen, und das wollen wir ja nicht. drum ist diese zeitung ja so wichtig. weil sie voll von unwichtigem zeugs ist. und das als einziges medium der schweiz. stellen sie sich mal vor, uns gäbe es nicht, was würden sie denn gerade jetzt machen? noch ein weiteres bier bestellen? oder noch länger auf facebook rumhängen? ihrem tischnachbar erzählen, was für projekte sie grad am laufen haben? oder noch schlimmer: den „blick am abend„ durchblättern? sie sehen. wahnsinnig sinnvolle alternativen haben sie ja nicht, sonst wären sie ja nicht bis hierhin gekommen mit lesen. sondern hätten schon weiter oben aufgehört, zum beispiel dort, wo es heisst: „ überhaubt ist eigentlich recht wenig passiert so in den letzten dreissig tagen...“. haben sie aber nicht. und drum möchte ich die gelegenheit grad nutzen, ihnen ein abo der kultzeitung nahezulegen. Für 35.- schicken wir ihnen die nächsten zehn ausgaben nach hause. von hand angeschrieben und persönlich zur post gebracht. macht ja heute auch niemand mehr. ausser uns. also: mail an abo@kult.ch. damit sie auch in zukunft nichts verpassen, was nicht passiert ist. herzlich, rainer kuhn

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Impressum Herausgeber: Rainer Kuhn für kult gmbh. Gestaltung: Fredy Heritsch Kontakt: rainer.kuhn@kult.ch http://www.facebook.com/kult.ch kult.ch, kultradio.ch, kultmarke.ch sind Unternehmungen der kult gmbh.


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Februar 2012

Adoption Dienstag, 29. November 2011, 10:12 Von Esha Jeremy Ziegler. Bereits einen Tag nach meiner Geburt lag ich schon im Heim. Meine Mutter presste mal kurz und schon gab es ein Waisenkind mehr in Sri Lanka. Noch bevor mich Angelina Jolie im Handge-

Und was haben wir aus diesem Bild gelernt?

päck verstauen konnte, verschleppten mich zwei Soziopathen in ein Kaff nach Graubünden. Adoptionen quer durch die Welt sind scheisse. Man entreisst kleine Knöpfe einer Struktur, für die sie hervorragend gebastelt wurden. Asiatische Kinder spüren ihre Kultur in allen Genen, haben aber dann irgendwelche Appenzeller zum Vorbild. Sie unterdrücken und verformen sich, um „schweizerisch“ zu wirken. Und später kapieren sie, dass ihre feingliedrigen Körper im Sport niemals mit Ueli & Sepp mithalten können. Und naja - ich hatte Glück mit meinem Penis - aber wir

Seite zwei

My own little 9/11 alle kennen diesen weiteren „kulturellen“ Aspekt. Dass 90% aller Mägen der importierten Babies, europäische Nahrung nicht verdauen können und sich ja ihre Seelen diesen Heimatort ausgesucht haben, sind nur weitere Details. Kulturelle Begegnungen sind anstrebenswert, Kinder zu rauben & verschleppen, falsch. Vielleicht hilft es zu verstehen, aber wie INNERLICH zuhause wäre wohl ein hellhäutiger Junge namens „Christoph Blocher“ mit seinen dunklen Adoptiveltern, mitten in Afrika… got it?

gelogen wäre – welcher Mann ist schon bindungsfähig, mal abgesehen von jenen, die in der Ski- und Snowboardbranche tätig sind?) oder «ich habe einen sehr schweren Rucksack, den ich zuerst leeren muss» (was nicht mal gelogen wäre – da ich dort gerade von einer Wanderung aus dem Haslital zurück kam).

Partylöwen der Woche Montag, 5. Dezember 2011, 08:56 Von Dr. Alex Flach. Es soll ja immer noch Menschen geben, die behaupten, DJing sei leicht verdientest Geld und die dabei vergessen, dass ein DJ auch zuhause ganz schön ackern muss: Setzusammenstellung, Tracks downloaden, etc. Aber nicht nur

im Rahmen der Heimarbeit ist DJing hart verdientes Brot, sondern auch im Club. Zumindest für Mr. Da-Nos: Wie würden Sie sich denn fühlen, wenn sie an ihrem Arbeitsplatz stundenlang von diesen drei Herren angegafft und mit seltsamer Zeichensprache irritiert würden?

Montag, 31. Oktober 2011, 12:01 Von Dr. Midi Gottet. Ein überdurchschnittlich hässlicher Spiesser mit schlechter Haut aber dafür ohne Charisma wird mit einem Eimer voll Piercings in der Fresse nur zu einem noch hässlicheren Freak mit noch schlechterer Haut. Bitte nicht nachmachen. Und wenn doch, nicht fotografieren. Und wenn doch, nicht ins Netz stellen. Und wenn doch, ach fick doch die Wand an

in einem cafe

Dienstag, 15. November 2011, 10:43 Von Hans-Jürgen Hilbig sie trinken kaffee in einem cafe sie reden über das cafe sie reden über das cafe weil es ein cafe ist sie sagen guten tag sie sagen guten tag sie setzen sich sie sagen guten tag sie setzen sich sie sind zu zweit er mit hut sie eine frau sie wäre keine sie wenn sie keine frau wäre merken sie sich das wo sind sie geboren erste fragen novellen beginnen so und enden schrecklich enden mit begräbnis endet mit briefen enden damit das zwei im cafe sitzen sitzen wie zwei bildungswerke im cafe die bedienung zählt das letzte zählgeld sie darf immer nur das zählgeld zählen von anderen hält sie sich fern sie geht zu den zweien weil es ein cafe ist sie würde die nie fragen; was darf ich bringen wenn es kein cafe wäre aber es ist ein cafe jemand hat es gekauft es eingerichtet

jemand dachte: das sind pläne ich möchte mich satt verdienen mit dem durst der anderen das cafe sagte er sich und lächelte auch sie lächelte sie waren ganz verbohrt in ihr jeweiliges lächeln draußen bohrte man die strasse auf man fand dort verbotene dinge das war ein erlebnis aber dann versteckte man die verbotenen dinge wieder sie bestellten kaffee es war ein cafe es war dieses gemeinsame ziel sie wollten sich in diesem cafe treffen sie trafen sich er sagte sie sind schön wie immer sie bestellte kaffee sie bestellte kaffee weil es ein cafe war die bedienung zählte das land sie zählte das land; die leute und sie dachte all diese leute wohnen haben in diesem wohnen sachen sachen auf denen sie dinge legen können und sie legen diese dinge darauf sie haben auch stühle dort auf denen sitzen sie auch dänen sitzen auf denen und das findet sie lustig sie war einmal in dänemark aber es war nicht dänemark es war eine stadt am niederhein sie musste unetwegt auf etwas sehen sie wusste nicht mehr auf was und dann sagte ihr einer ich möchte sie als meine gelehrsame frau haben haben dachte die bedienung und holte den kaffee sie brachte den kaffee sie stellte den kaffee an die lippen der zwei sie kannte den geschmack sie wusste was es heißt kaffee zu bestellen während sie einander ähnlicher wurden

immer ähnlicher bis sie schließlich zu einem wurden nur noch ein stuhl benötigt wurde ein stuhl; ein tisch und ein cafe sie bezahlten und gingen los wohin sie gingen wusste keiner wussten nur sie sie gingen in ein cafe sie setzten sich weil es ein cafe war sie bestellten kaffee weil man kaffee gut in einem cafe bestellen konnte draußen verkauften sie würste; flocken von schnee; geräusche die einander fernhielten sahen sich an; schlagsahne wurde geschlagen die fenster geöffnet; er sagte: wenn wir hier sitzen kommt es mir immer vor als könnten wir nirgendwo anders sitzen sie machten pläne dann aber sagte sie es ist ja doch eine novelle es ist ja doch diese angst in allem alles zu erkennen; jetzt müssen wir uns bewachen; uns zärtlich umarmen;was gähnst du liebster; hörst du nicht den weisen geruch der sterne; wie engelsflügel so klingen sie; sie kommen vom wasser und tragen unsere namen; sie bellen wie junge schneehunde; sie fallen in die nacht und wir; wir stottern, es war uns ein vergnügen; wir zittern weil wir hände haben; weil wir mit den händen reden können; weil wir uns glauben machen; das wir es sind die bestimmen wohin wir gehen; aber schau nur; deine angst verschwindet schon und auch die berührung von der du nachts den polizisten erzählst, sie tragen deinen namen ein und verlassen dich wieder, sie können ja gar nichts anderes, sie müssen dich ja verlassen und was bleibt dir; dir bleibt ja nur die erinnerung an meine kleinen schlüpfrigen augen, die sich eingraben in deine lippen, ganz sorgfältig graben sie sich dort ein, als könnte man sie nicht einfach vergessen.

Donnerstag, 15. September 2011, 09:59 Von Dr. Henrik Petro. Habe ich eigentlich schon einmal erwähnt, dass ich ein oberflächliches Arschloch bin? «Musst Du gar nicht, Du bist ja ein Mann», höre ich jetzt einen Frauenchor rufen. Jaja, Ihr könnt eure Scheren getrost wieder einpacken, ich weiss doch selbst, dass sich Manches nicht gehört, was ich so tue! Wovon ich rede? Davon, einer Frau einen Korb zu geben. Ja genau: einen Früchtekorb, wunderbar gespickt mit handgemachter Pasta und mundgemachtem Pesto, überteuertem Balsamico aus Modena und unter den Zehennägeln hervorgekratztem Fleur de Sel. Versteckt darin eine kleine handschriftliche, parfümierte Postillon d‘Amour... Nein, natürlich nicht! Ich rede davon, anständig und fair und so taktvoll wie möglich zu verstehen zu geben, dass man am Gegenüber in beziehungstechnischer Hinsicht nicht interessiert ist. Vor allem das mit dem «taktvoll» muss ich offenbar noch üben, wie ich jüngst feststellen durfte. Ich hatte nämlich einer mir lieben Freundin (in Trennung) so nebenbei gesagt – und (das war wohl mein grösster Faux-Pas) ohne dass sie eindeutige Avancen gestartet hatte, dass sie mit mir (auch) nicht glücklich werden würde. Okay, hier hätte ich aufhören, meine Klappe halten, einen Industrie-Bostitch holen und mir meine Lippen zusammen tackern sollen. Denn nun fragte sie mich natürlich: «Warum?» Und hier mein zweiter Kapitalfehler. Ich hätte einfach lügen sollen – denn Frauen stehen nun mal auf Lügen, auch wenn sie es vehement abstreiten. Je grösser, unverfrorener und abstruser die Lüge, umso besser. Denn warum sonst würden sie sich in die grössten Idioten und Arschlöcher – also abgesehen von mir – verlieben, die denen einen derart hirnrissigen Schwachsinn vorsetzen, bei dem sogar der Baron von Münchhausen sich vor Ehrfurcht vor eine Kanonenkugel und Pinocchio in einen Bleistiftspitzer werfen würde – und den sie dann auch noch glauben? Ich hätte also lügen sollen. Dinge sagen wie «Ja weisst Du, ich bin noch nicht über meine Ex hinweg» (was nicht mal gelogen wäre – ich bin noch über KEINE meiner Exen hinweg. Am meisten leide ich noch unter der Trennung von Mutti), «ich bin total bindungsunfähig» (was nicht mal

Aber ich tat es nicht. Ich bin ein Verfechter von Ehrlichkeit. Weil das meiner Meinung nach das einzige ist, das langfristig funktioniert. Statt dessen sagte ich: «Ich steh auf einen etwas anderen Frauentyp. Und irgendwann würde ich mich so danach sehnen, dass ich anfangen würde, solchen Frauen hinterherzuglotzen.» (Also für alle, die es nicht gemerkt haben, hier schliesst sich der Bogen zum «oberflächlichen Arschloch».) Ich bin nun mal (und Gott seis gedankt) in einem Alter, in dem ich mich langsam ein wenig kennen sollte. Und wissen sollte, wie ich ticke. Und ich weiss mit Bestimmtheit, dass wenn ich das zuhause habe, was mir gefällt, ich kein Bedürfnis habe, mir ausserhalb noch etwas anderes zu suchen. Schwachstelle erkannt – Lösung gefunden. Punkt. «Ja klingt doch logisch, macht Sinn, naja, vielleicht etwas radikal, aber wenn‘s funktioniert..?» höre ich jetzt einen Männerchor brummen. Schön, danke. Hat mir in jenem Moment aber nix genutzt. Ich glaube Mohammed Atta ist am 11. September weniger Hass entgegengesprungen als mir nach dieser Aussage. Und ich musste auch Jesus persönlich ans Kreuz genagelt haben, der Reaktion nach zu urteilen. «Aha, Du findest mich hässlich!» schnaubte es aus der Facebook-Nachricht heraus und einige verschmorte Stellen an der Tastatur zeugen noch jetzt von der todbringenden Säure, die dabei ebenfalls herausspritzte. «Was? Nein, das habe ich nicht gesagt, ich...» Aber ab nun waren jegliche Argumente und Schlichtungsversuche genau so zwecklos wie die Versuche der EU, die Pleite Griechenlands und somit eine globale Finanzkrise abzuwenden. Ich konnte das nicht verstehen. Erst einen Tag zuvor musste ich selber einen Korb hinnehmen, von dieser wirklich äusserst sympathischen Beauty (auf diese Geschichte werde ich vielleicht später in einer separaten Kolumne eingehen). Na klar war ich am Boden zerstört. Männliches Ego verletzt? Aber todsicher! Selbstzweifel? Und wie!!! Aber die Welt dreht sich nun mal weiter, mit oder auch ohne Dich, Baby! So ist halt das Leben. Bislang dachte ich, dass das, was wir Männer immer wieder so locker von Frauen zu hören bekommen, eine Frau auch genau so locker wegstecken könnte. Denn schliesslich wird es ja schon stimmen, wenn die Frauen immer wieder behaupten, wir Männer seien ja ach so Sensibelchen und unser Ego verletzlicher als die innerkoreanische Waffenruhe. Oder Stephen Hawking beim Fallschirmspringen. Im Umkehrschluss müssten Frauen ja deutlich mehr aushalten. Dazu kann ich an dieser Stelle nur bemerken: Wir Männer sollten einfach nicht denken! Vor allem nicht solche Umkehrschlüsse ziehen! Weil dann geht‘s in die Hosen. Ga-ran-tiert. Aber sowas von. Trotzdem: Sorry!

personenvereinzelungs-anlagen Freitag, 18. November 2011, 15:48 Von Dr. Reinhold Weber. Liebe Zürcher Beamtende. Laut TagesAnzeiger ist die Beamtensprache um eine Nettigkeit reicher: Personenvereinzelungsanlage. Diese in der DDR entlehnte Bezeichnung für die gute alte Drehtür ist unschön. Wir schlagen stattdessen vor: Sesselfurzerklemme. Na, ist doch wahr.


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Februar 2012

Top 5 der akzeptablen Ausreden, warum man nicht wählen war

Montag, 24. Oktober 2011, 15:42 Von Dr. Henrik Petro. 1. Ach DIESES Wochenende waren Wahlen und NÄCHSTES Wochenende ist Umstellung auf Winterzeit und nicht umgekehrt?

Kein Wunder war ich heute mal pünktlich im Büro! 2. Ich finde die Personenfreizügigkeit eine super Sache. Nur leider kann ich mit meinem EU-Pass hier in der Schweiz nicht wählen – jedenfalls noch nicht, hehe! 3. Irgendsoein linksextremistischer subversiver Saboteur hat aus meinem Wahlcouvert die Liste der Partei National Orientierter Schweizer entfernt. So ist die ganze Wahl natürlich eine Farce! 4. Ich habe im Hive die Wahlurne nicht gefunden. 5. Ich hatte ein Blind Date mit Frau Weissberg. (Oder mit Bettina. Oder mit beiden zusammen.)

einen dicken freund, der einen wieder aufmuntert

Donnerstag, 13. Oktober 2011, 16:33 Von Dr. Reinhold Weber. Kann natürlich auch eine gute Freundin sein.

Presswehen in der Galerie Dienstag, 25. Oktober 2011, 15:44 Von Dr. Reinhold Weber. Die amerikanische Künstlerin Marni Kotak möchte Benetton toppen. Mit einer Live-Art-Performance. So gegen Ende Monat will die schwangere Artistin ihr Kind public zur Welt bringen. In einer Galerie, vor Vernissagepublikum, wahrscheinlich mit Cüpli, Tartarbrötli und so. Jetzt überlege ich mir, wie auch ich für 15 Minuten berühmt werden könnte. Mir fällt aber nichts ein. Offenbar bin ich dazu intellektuell ein wenig unterfordert.

Treue Dienstag, 13. Dezember 2011, 11:59 Von Esha Jeremy Ziegler. Alle Männer gehen fremd. Ok- natürlich NUR die schönen Typen, die auch fremd gehen können. Ich schätze schon, dass es Frauen leichter fällt, treu zu sein. Meine Blutwerte zeigen es, das Testosteron ist noch immer 30 Mal höher. Es ist also ein genetischer Akt, der Griff zum Penis. Und wir wissen alle, dass eine Frau zwei Jahrtausende ohne Masturbation überleben kann. So ähnlich wie Rapunzel im Turm. Männer hätten spätestens nach einer Woche diese Hexe vergewaltigt. Man sollte das Ganze lockerer sehen. Schwule Paare machen‘s vor. Treue ist NICHT- zwanghaft den gleichen Berg 40 Jahre lang zu besteigen, sondern jegliche Liebe NEBEN dem Sex. Wenn es darum geht, seine Frau zu akzeptieren, niemals hinterhältig zu sein, brav daneben trotten, während sie einmal im Monat wirklich giftig sein kann, ja dann sind Männer äusserst treu. Bezeichnet Treue eine Forderung, seine natürliche Suche nach Sex ständig zu kontrollieren, geht der Schuss nach hinten los. Nicht im ers-

ten Jahr, aber bald. Ich rechtfertige keinen Rudelbums neben einer Partnerschaft, sondern den Irrsinn einer lebenslangen sexuellen Einbahnstrasse. Ich liebe meine Freundinnen sehr, bei diesem Thema jedoch, bin ich zu 85 % immer auf der Seite der Männer. Olé www.facebook.com/kreutz.esha

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das leben ist ein scheisstümpel.

Mittwoch, 23. November 2011, 10:39 Von Dr. Rainer Kuhn ich: ich hab das gefühl, jetzt kommt spanien dran. gewissen: ich weiss. ich: wieso? gewissen: ich bin dieses gefühl. ich: ok, dann kannst du mir auch sagen, wieso? gewissen: nein ich: was nein? gewissen: kann ich nicht. ich: wieso nicht? gewissen: ich bin das gefühl. gefühle argumentieren nicht, sie sind einfach da. ich: aha. gewissen: ja. für die argumente ist der verstand zuständig. ich: ja aber der ist grad nicht da. gewissen: der ist schon da, aber der weiss halt auch nicht alles. ich: ich mein, spanien hat doch grad eben gewählt. gewissen: ja. bisschen rechts rausgekommen. ich: eher nationalistisch als sozialistisch. gewissen: ist aber jetzt ein heikler satz. nationalistisch und sozialistisch so grad nacheinander. ich: haben sich die eurobanker wahrscheinlich auch gedacht. drum kommen die spanier jetzt dran. gewissen: griechenland, italien, spanien... ich: ist ja auch egal, irgendwie.

gewissen: wird man aber in ein paar jahren vielleicht nicht so sehen. ich: was? gewissen: dass es egal war. ich: wieso? gewissen: sagte schon: kann ich dir nicht sagen. musst du den verstand fragen. ich: das habt ihr aber sauber aufgeteilt. gewissen: ist so. ich bin das segel, der verstand das ruder. ich: hä? gewissen: und du bist das boot. ich: ich bin das boot. gewissen: und das leben ist die see. ich: „die see“ ist aber ein eleganter begriff für den scheisstümpel. gewissen: ok, dann halt: und das leben ist der scheisstümpel. besser? ich: müsste man mal trockenlegen und neu auffüllen. gewissen: was? ich: den scheisstümpel. gewissen: und dann? ich: dann wird er vielleicht wieder zur see. gewissen: dafür musst du nichts trockenlegen. ich: ach komm, sieh es dir doch mal an. gewissen: tu ich ja. ich: und? gewissen: ich seh eine see. ich: und ich einen scheisstümpel. gewissen: eben. ich: ist doch so. gewissen: ist nur so, weil du es so sehen willst. man kann es aber auch anders sehen wollen. ich: die griechen und die italiener und die spanier sehen das auch so. drum sehen sie auch die haie nicht, die darin schwimmen. gewissen: vielleicht. ich: mit sicherheit. gewissen: wenn du dein ruder so setzt, nimmst du mir den wind raus und wir kommen nicht mehr vom fleck. ich: kann ich nichts dafür.

gewissen: doch, schon. schau, du musst darauf achten, dass du genug wind in den segeln hast, sonst nützt dir das ruder auch nichts mehr. ich: aha. und wie? gewissen: ich sag dir schon, woher der wind kommt, keine angst. das kann ich, das ist mein job. ich: und was ist mein job? gewissen: das leben nicht als scheisstümpel zu betrachten wär schon mal ein guter anfang. ich: sag das nochmals, wenn die spanier dann plötzlich auch einen ex-eu-komissar als präsident bekommt. gewissen: das werde ich dann erst recht. ich: super. die freiheit der menschen geht langsam an den arsch und du machst solche sprüche. gewissen: ich bin nun mal nicht für „die menschen“ zuständig. nur für dich. ich: und wenn meine freiheit an den arsch geht? gewissen: dann bin ich immer noch da. ich: wird mir dann aber nicht mehr viel nützen. gewissen: es liegt an dir, wieviel ich dir nütze. ich: du machst es dir aber ein bisschen einfach. gewissen: falsch, ich mach es DIR einfach. musst nur auf mich hören. ich: ja, ok, aber für heute hab ich genug gehört. ich muss noch was schreiben. gewssen: das find ich gut. ich: vielleicht was über die spanier. gewissen: worüber du auch immer willst. ich: über das weltpolitische hütchenspiel. gewissen: gut. ich: solange ich noch die freiheit habe, über das zu schreiben, was ich will. gewissen: und solange bis dein scheisstümpel wieder eine see ist. bild: www.kunstnet.de/werk/106490-segelbootin-seenot

«Was du hast soo einen KLEINEN?!!!» Samstag, 1. Oktober 2011, 08:59 Von Dr. Marianne Weissberg. Egal, wie kultiviert meine Gäste waren: Jedesmal, wenn sie ihn sahen, riefen sie. „Was du hast so einen Kleinen?!!“ Es ging nicht um meinen Hund, meinen Lohn, meinen Garten, meinen Wagen, meinen Haus-Freund, nein, wie fernsehgesteuerte Zombies steuerten alle direkt auf meinen herzigen Fernseh zu, der JA, SEHR KLEIN ist. Längst merkte ich, dass die Menschen sich beim Anblick eines Fernsehapparates sofort verraten: Da können sie noch so über die Proll-Programme schnöden, noch so felsenfest erklären, dass sie zuhause nie fernsehen, Fernseh für die Kinder Hirngift sei. Alle definieren sich automatisch über den Affenkasten. An diesem Ding wird das eigene und andere Dasein gemessen. Fazit: Du bist einfach ein Nichts ohne einen Fernseh, der riesig gross und sehr neu ist. Also beschloss das Nichts alias Frau Weissberg, eventuell nachzugeben und auch einen Grossen & Neuen zu haben. Gut,

der Grund war auch, dass ich beim Fernsehen zunehmend das Gefühl hatte, in einen gemütlich moosigen Karpfenteich zu schauen, aus dem die Filme nach oben zu mir gesendet wurden. Erst dachte ich, es liegt an dem Sie-haben-bei-uns-tausendProgramme-swisscom-setbox-TV, in dem ich immer bloss dieselben fünf Programme, die genügend kontrastreich (Achtung Wortspiel) waren, ansah. Also kündigte ich und habe jetzt bloss Kabelfernseh mit kleiner Senderauswahl. Dazu passte jetzt auch mein Kleiner, der sich bildmässig wieder mehr Mühe gab. Neulich schaute ich darin einen richtig interessanten Spielfilm bei Sat 1. Richy Müller ist ein fantastischer Schauspieler, was ich während ca. zehn jedesmal 15!!-minütigen-Werbepausen leider aus den Augen verlor, inklusive des roten Fadens. Einmal dachte ich: Aha, jetzt ist Harald Schmidt der Mörder, wieso nicht, der spielt ja auch auf dem Traumschiff. (Moment das schaue ich gar nicht, das weiss ich bloss aus der „Gala“ beim Go-

ifför.) Doch Harald Schmidt hatte bloss seinen Trailer hinterrücks ins Filmgeschehen geschoben und bewarb sich in Sat 1 als „Endlich wieder Daheim“. Harald, kann man noch tiefer sinken? Deine Störaktionen sind ja so platt wie die Anrufe der Callcenter, bei denen garantiert niemand Millionenlose und Finanzberatung kauft. Und die sagen immerhin noch „Einen wunderschönen guten Abend, sind Sie Frau Weissberg?“, statt einfach loszuploddern. Ist sowas nicht fast so armselig wie mein Besuch, der sich und mich an meinem Fernseh misst? Ich weiss gar nicht, ob ich da wirklich klein beigeben soll und einen Grossen kaufe. EINEN RIESENGROSSEN, so wie Richy Müllers Nase (Achtung Andeutung...). Doch wenn so ein Trip in den Fernsehladen, der fast so schlimm ist wie Weisheitszahnziehen, dann auch gleich noch für eine neue Kolumne gut ist, warum eigentlich nicht? Fotos: Der grosse Richy Müller und mein kleines Fernsehidyll


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Februar 2012

Neu: der kult-Schwitzerdütschkurs für die Dütschen – Basis-Lektion 1: Telefonieren ist keine Kampfsportart! Samstag, 17. Juli 2010, 09:01 Von Dr. Marianne Weissberg. In der Schweiz treten neu importierte, aber auch längst eingesessene Deutsche mitmenschlichmässig oft in jedes Fettnäpfchen und merken es nicht mal. Doch dafür können sie nichts, denn wir Hiesigen sind viel zu schüüch, um Paroli zu bieten. Deshalb ab heute in sehr loser Folge der CH-Knigge zum Ausschneiden und Mitnehmen. Begeben wir uns gleich in ein kleines Rollenspiel, stellen Sie sich selbst und Frau Weissberg us Zürri vor: 1. Am Telefon - Klingelingelingeling!!!! Das Telefon ist dazu da, mit jemandem im Alltag nett Kontakt aufzunehmen. Und keine KAMPFSPORTART!!, so wie es DWM-Fussballer Klose neulich bez. Fussball definierte, was Schlimmes für die nächste WM erahnen lässt. Keinesfalls schnarrt man nach einem „Tach!!“ gleich im Kasernenton los, denn Frau Weissberg muss sich nach dem Abheben des Hörers erst einmal an Sie gewöhnen. Korrekt ist also: Grüezi Frau Weissberg, wie gats hüt so? Alles in Ordnig mit dä Chind/Hund/ Chatz/dä Geranie? Wenn Frau Weissberg fragt: Muss ich mit Ihnen besser teutsch reden?, heisst die Antwort: Natürlig nöd, ich han grad de

exklusifi Schwitzertütschkurs bim Herr Huggetopler im Kult.ch kmacht, auch wenn Sie ab sofort kein Wort verstehen werden. Und wenn Sie jetzt gar fragen: Törf ich also schwizzertütsch mit Ihne rede?, wird Frau Weissberg aufhören, zu überlegen, ob Ihr Opa öppe ein Nazi war, der sich so zackig präsentierte wie hier gezeigt: www.dailymotion.com/video/xi38d_charlie-chaplin-hitler_fun Vielleicht hat Frau Weissberg auch Sie angerufen, weil sie sich beschweren möchte über etwas, das Sie gebosged haben. Zum Beispiel hat sie etwas bestellt, darauf gewartet und es ist nie eingetroffen: Sie, Herr Dütsch, also ich bin eigetlich äs bizeli verärgert, will Sie doch eigetlich zugsait händ, dass….. Jetzt will Frau Weissberg sich alles typisch schwitzerisch vom Herz reden, also etwa so wie hier: www.youtube.com/watch?v=8PuNTfnlnl Y&feature=related Und wenn Sie jetzt losbellen: Nö! Da muss ich erst mal umfassend abklären, wer hier WIRKLICH verantwortlich ist! Oder schlimmer: Und jetzt, was wollen Sie also von MIR!?“, dann schweigt sie und denkt: wusste ich es doch, ein Nazi - und Sie sind für immer bei ihr unten durch. Denn sie hat natürlich auf eine ehrliche Entschuldigung gewartet, in der Art: Also Frau Weissberg, das tuet üs aber sooo leid, dass das nöd klappt het…. (respektvolle Pause). Dann wird sie sich räuspern und leise sagen wollen: Aber das isch doch nöd

so schlimm, viellicht chönnted Sie jetzt ebbe….blablabla. Und Sie: Nomal äxgüsi, chönnted mir eus villicht druf einige, dass… blablabla. Und sie wird lauschen und denken, das mit den Nazis oder dass nicht die, sondern wir hier längst gefährdete Minderheit sind, könnte ja vielleicht doch kalter Kaffee sein. Während der längeren Verabschiedung, immens wichtig, werden nun noch mindestens zehn tankevielmal, merssivielmal, tanke fürs Telefon, also dänn adiö, än schöne Tag no, also nomal tankevielmal gesungen, dänn ufviederluege oder uffiederse und ein letztes merssi, diesmal jedoch ohne das vielmal, ausgetauscht, aber kein tschüss oder tschau, denn Frau Weissberg hat mit Ihnen (noch) keine Säuli gehütet, will heissen, sie ist mit Ihnen nicht per du, schliesslich vor dem Einlegen noch vorsichtig gezögert, denn es könnte ja noch ein: übrigens, was ich no han welle säge.... oder ein: also, dänn ufwiederseh, merssi dänn, ah ja, natürli no än schöne Tag, nachkommen. Und erst dann wird ganz sachte eingehängt. Also, bis zum nächschte Mal, wenns wieder heisst: Aen neue Fall für dä Knigge für noii Schwitzer Tütschi! Begleitend sind natürlich Herrn Huggentopplers Schwitzerdütsch-Lektionen, ebenfalls zu finden auf dieser Website sehr zu empfehlen!

Mittwoch, 9. Juni 2010, 10:17 Von David Hugentobler. Wenn Ihnen ein Freund sagt: “Ich gib där spöter no es Telefon”, dann ist das kein Zeichen extremer Grosszügigkeit, sondern ein Hinweis auf ein ausgeprägtes Mitteilungsbedürfnis. Und wenn er Ihnen dann später am Telefon zum Beispiel vom Erwerb einer neuen Ständerlampe erzählt, muss das nicht heissen, dass er kürzlich im Sex Shop war, sondern bei IKEA. Wahrscheinlich. Wenn wir gerade dabei sind: Wenn Ihnen ein Freund sagt: “mir funkä no”, dann ist das keine Aufforderung zur gemeinsamen Brandstiftung, sondern nur eine Ankündigung, dass er Ihnen später noch ein Telefon gibt.

Montag, 28. Juni 2010, 13:23 Von David Hugentobler. Wenn Ihre Schweizer Freunde immer am 'Bügeln' sind,

dann heisst das nicht, dass Schweizer Frauen ihre Männer besser im Griff haben. Ihre Freunde arbeiten einfach viel. Wenn man aber trotzdem mal Zeit hat und Sie zum Fussballabend einlädt und Ihnen voller Vorfreude versichert, dass es sicher ein lustiger Abend werde, weil der Harass voll ist, dann müssen Sie nicht gleich den Tierschutz anrufen. Freuen Sie sich lieber auf einen Abend mit Freunden und einem vollen Kasten Bier. Und noch was für Frauen: wenn man Sie am Morgen im Bus auf Ihren Rock anspricht und ihn 'huerä' schön findet, dann heisst dass nicht, dass der Rock zu kurz ist. Man findet einfach Ihren Kleidungsstil extrem gut. Und auch wenn Ihnen später ein männlicher Arbeitskollege beim gemeinsamen Mittagessen seinen Nachtisch schenkt und Ihnen schmunzelnd verrät, dass er ein 'Zältli' in der Hose hat ist das kein Zeichen, dass Sie sich heute zu freizügig präsentieren. Der Kollege wollte Ihnen nur sagen, dass er sich anstelle des Desserts ein Bonbon gönnt.

Gratis: der kult-Schwitzerdütschkurs für die Dütschen – Lektion 2: “Ich schmier dir jetzt dänn grad eis.” Dienstag, 18. Mai 2010, 10:25 Von David Hugentobler. Hier handelt es sich nicht um eine Einladung zu einem spontanen Frühstück, sondern um die Androhung einer Ohrfeige. Wenn man diesen Ausdruck an Sie richtet, dann hat das höchst wahrscheinlich nichts mit Deutschenfeindlichkeit zu tun. Vielleicht sind Sie einfach ein nationalitätenneutrales Arschloch. Aber dann wär der Satz für Sie ja nichts Neues.

Exklusiv: der kult-Schwitzerdütschkurs für die Dütschen – Lektion 3: „En Neger abseilä.“ Freitag, 4. Juni 2010, 10:29 Von David Hugentobler. Hier handelt es sich nicht um eine neue Ausschaffungs-Methode der Zürcher Kantonspolizei für straffällig gewordene Asylbewerber aus Nigeria. Und auch nicht um eine Redewendung aus dem Sprachgebrauch von Schweizer Bergführern, die am Kilimandscharo tätig sind. Es ist lediglich ein politisch unkorrekter Ausdruck für Stuhlgang. Wenn wir gerade dabei sind: Liebe Damen aus dem ‚grossen Kanton’, wenn Sie ein Typ „geil winä Morä“ findet, dann ist das kein direkter Vergleich mit Naomi Campbell oder Halle Berry. Aber fast. „Morä“ ist ein Berndeutscher Ausdruck für Sau. Sie dürfen sich also trotzdem über das Kompliment freuen. Sie Luder.

Bild: Die schüche Frau Weissberg am Telifon

Unglaublich: der kult-Schwitzerdütschkurs für die Dütschen – Lektion 4: “Ich gib där spöter no es Telefon.”

WOW: Der kult-Schwitzerdütschkurs für die Dütschen – Lektion 6: „Bügeln“

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Mega: Der kult-Schwitzerdütschkurs für die Dütschen – Lektion 7: „Finken“ Mittwoch, 7. Juli 2010, 20:21 Von David Hugentobler. Heute: ‚Finken’ Wenn Sie zum Essen eingeladen werden, zudem Sie Ihre eigenen Finken mitnehmen müssen, obwohl es Fleischvögel gibt, dann verkneifen Sie sich jegliche Anspielung auf die die Knauserigkeit Ihrer Freunde. Packen Sie lieber ihre Hausschuhe ein und freuen Sie sich auf ein paar saftige Rindsrouladen.

Endlich: Der kult-Schwitzerdütschkurs für die Dütschen – Lektion 5: „eine Stange bitte“ Mittwoch, 23. Juni 2010, 12:02 Von David Hugentobler. Wenn Sie mal per Zufall an einer Hotelbar Bar stehen, an der Carl Hirschmann gerade eine Stange bestellt, dann müssen Sie nicht wegrennen. Er wird sich wohl nur seinen Durst stillen wollen. Mit einem Glas Bier. Begegnen Sie Carl Hirschmann aber in einer Hotel-Lobby in Begleitung einer Eisenstange, ist Vorsicht geboten. Denn Eisenstangen können ‚blaui Mösä’ verursachen. Auch bei Männern. Apropos blaue Flecken, wenn Ihnen ein Freund verrät, dass er Zuhause ein Puff hat, dann freuen Sie sich nicht zu früh. Unangemeldete Besuche nach Mitternacht könnten nicht auf Sympathie stossen. Ausser, Sie helfen Ihrem Freund, die Unordnung in seiner Wohnung aufzuräumen.

Super: Schwitzerdütschkurs für die Dütschen – Lektion 8: „Hahnenwasser“ Dienstag, 27. Juli 2010, 11:02 Von David Hugentobler. Keine Panik: wenn Ihre neue Schweizer Freundin Ihnen bei ihr Zuhause ‚Hahnenwasser’ auftischt, dann kommt das nicht aus dem Hühnerstall, sondern aus der Küche. Auch wenn sie ‚Ankä’ aus dem Kühlschrank holt, müssen Sie nicht erschrecken. Statt einer unterkühlten Landsmännin, erwartet Sie ein Stück Butter.

Wenn Sie dann am Esstisch gebeten werden, sich mal zu kehren, dann hat das nichts mit Ihrer Körperhygiene zu tun. Viel mehr will man Sie auf was aufmerksam machen, das hinter Ihnen stattfindet.

Übrigens: wenn sich die Freundin kurz entschuldigt, weil sie noch schnell den ‚Güsl’ raus bringen muss, dann werfen Sie ihr nicht gleich eine Affäre mit dem türkischen Nachbarn vor. Seien Sie lieber froh, dass sie ihren Abfall noch selber runter bringt.

Apropos: wenn Sie jemand auffordert, dass Sie ihm ‚i d’Schue blase’ können, dann hat das nichts mit den tropischen Temperaturen zu tun, die zurzeit bei uns anherrschen. Sie können der Person ganz einfach nur den Buckel runterrutschen.

Wenn Ihre Freundin dann später beim Kuscheln meint, Sie seien ein ‚glattä Cheib’, dann ist das nicht auf Ihren neuen Rasierer mit Dreiklingen-System zurückzuführen. Eher darauf, dass Sie in Schweizerdeutsche Ausdrücke die lustigsten Sachen reininterpretieren.


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für befristete zeit gewissen abzugeben. gratis. Mittwoch, 9. November 2011, 12:49 Von Dr. Rainer Kuhn ich: du? gewissen: ja? ich: sag mal, hast ja bei mir nicht gerade viel zu tun. gewissen: was? ich: ich mein, mein leben ist ja mehr oder weniger geordnet... gewissen: wie bitte?? ich: ja, oder? Wenn ich das vergleiche mit anderen... gewissen: was gehen mich andere an? glaub mir, hab genug zu tun mit dir.. ich: ach komm, schau dich doch mal um. gewissen: und wo? ich: na, auf der welt halt, da geht schon einiges ab im moment oder nicht? gewissen: auf der welt geht immer einiges ab. ist ja auch die welt. ich: klar, aber jetzt mal im ernst, libyen, griechenland, italien, da ist grad eine recht imperialistische welle am laufen, nicht? gewissen: mag sein. ich: ich mein, irgendwie wird grad gegen alle staaten krieg geführt, dort wo’s rohstoffe oder andere materiellen vorkommen hat mit militärgewalt, dort wo’s das nicht hat, mit finanzgewalt. gewissen: bisschen paranoid gerade? ich: weiss nicht, aber da wird einfach mal ein land bomardiert, weil man sich erzählt, da sei ein böser diktator an der macht der weg muss, und nachdem der dann weg war, eine neue regierung installiert unter deren führung dann das land geplündert wird. gewissen: und? ich: in griechenland dasselbe. einfach mit anderen truppen. gewissen: anderen truppen? Ich: ja, die finanzartillerie. geld geben, es dann zurückfordern und, wenn das nicht passiert, neue regierung installieren, welche dann die arbeit übernimmt und die kohle beim volk holt. dasselbe jetzt in italien. gewissen: hm. ich: ist dir übrigens mal aufgefallen, dass arabische diktatoren, welche mitlitärisch beseitigt werden, immer in einem erdloch gefunden und erschossen werden? Hussein, ghadafi ... wahrscheinlich jetzt dann bald auch noch der iraner, nur um

gewissen: fr. 997.- im minus. ich: du bist ja nicht ganz dicht.

dem volk zu zeigen: euer ex-chef war ja ein ziemlicher feigling... gewissen: und jetzt? ich: und jetzt wollt ich dich mal fragen, ob ich dich nicht mal ausleihen könnte. gewissen: was??? ich: ja. das wär dann mein beitrag zur weltrettung. Ich leihe all den militär- und finanznazis mein gewissen, und wenn das viele andere auch tun, dann wäre doch plötzlich wieder alles in ordnung auf dieser welt. Weil, die haben ja offensichtlich keins, sie könnten doch mal meins haben, wenigstens vorübergehend. gewissen: so ein scheiss. ich: nein, wirklich, bin sicher, es gäbe eine menge leute, die ebenfalls ihr gewissen zur verfügung stellen würden, sicher genug, um all die politiker und wirtschftsbosse ruhig zu stellen. gewissen: mag sein. nur übersiehst du da etwas. ich: was denn? gewissen: erstens bin ich an dich gebunden. und zweitens, wenn ich das nicht wäre, dann hättest du ja keins mehr, und wer garantiert dann der welt, dass du dann nicht an die stelle jener treten würdest, die jetzt keins haben? ich: würde ich nie tun, ehrenwort. gewissen: das sagst du jetzt, weil du mich ja noch hast. aber wenn ich weg wäre, sähe deine welt auch ganz plötzlich anders aus. ich: nein, wirklich nicht. Ich schwörs dir. gewissen: es ist nun mal so, dass es auf dieser welt ein paar gewissen zu wenig hat, ich weiss. kann ich auch nichts machen. proportional verhält es sich etwa so, wie bei dem spiel „reise nach jerusalem“. da

hats auch immer einen stuhl zuwenig. ich: ist eh ein blödes spiel. fast so blöd wie polonaise. gewissen: ja, aber das ist der sinn des spiels. immer einen stuhl zuwenig. wären genug stühle da, würde dieses spiel nicht funktionieren. ich: dieses spiel will sowieso niemand spielen. genauso wie dieses spiel auf der welt grad niemand spielen will. gewissen: doch, die ohne gewissen schon. die finden das geil. ich: dann geht’s der ganzen welt scheisse, bloss weil ihr zuwenig seid? gewissen: tja, so siehts aus. ich: super. gewissen: du bist übrgens bei der post im minus. ich: wie bitte? gewissen: du schuldest der post geld. dein konto ist im minus. ich: ahja. wieviel? gewissen: fr. 997.-, spesen des letzten monates miteingerechnet. ich: ja und jetzt? gewissen: ausgleichen. ich: deswegen bist du also da? um mir zu sagen, dass ich der post noch fr. 997.schulde?? gewissen: unter anderem, ja. ich: was sind fr. 997.- gegenüber 100 milliarden? gewissen: immer noch fr. 997.-. ich: du willst mir jetzt allen ernstes sagen, dass ich mich schlecht fühlen muss, bloss weil ich bei der post im minus bin?

gewissen: mag sein, aber ich bin immer noch dein gewissen. ich: ja, leider. kann ich dich irgendwie loswerden? gewissen: theoretisch schon. ich: dann kannst du mir bitte mal theoretsich sagen, wie? gewissen: du musst den respekt verlieren. ich: welchen respekt? gewissen: den respekt gegenüber dem leben anderer. ich: ok, mach ich. gewissen: ist aber nicht so einfach. ich: ich schaff das schon. gewissen: ich weiss nicht, ob du das wirklich schaffen willst. ich: und wieso nicht? gewissen: ist jetzt ein bisschen zu kompliziert, um dir das zu erklären. aber es hat mit gott zu tun. ich: mit gott. gewissen: ja, mit gott. ich: dann sag gott doch mal, er soll noch ein paar gewissen runterschicken. damit die, die hier alles kaputt machen wollen, auch endlich eins haben und dann damit aufhören. gewissen: wenn das so einfach wäre. ich: ach komm, es ist ja gott, der sollte so was schon können, oder? gewissen: ... ich: ... gewissen: ... ich: gewissen? gewissen: ... ich: hallooo.... gewissen: ... ich: haaaalllloooooo!!!! gewissen: ... ich: scheisse, mein gewissen ist weg. gewissen: ... ich: bisschen kalt hier, grad im moment. gewissen: ... ich: ok, ok, ich zahl die Fr 997.- morgen ein. versprochen. gewissen: sehr gut. ich: ah! du bist ja noch da? gewissen: ja, wollte dich bloss ein bisschen erschrecken. Ich: aff.

Demi und Ashton: Götterhimmel revisited! chen von: Wir haben es ja schon immer gewusst, über konnte ja nicht gutgehen bis zu wie traurig! Die beiden standen ja auf dem Prüfstand: Schaffen sie es oder schaffen sie es nicht? Die starke und schöne, reife Verführerin und der übermütige, junge Bock, der sie schliesslich hinterging. Fast gleichzeitig konnte man lesen, dass Oscar Lafontaine neu mit Sahra Wagenknecht liiert ist, Altersunterschied um die dreissig Jahre. Auch da wurde gehämt: Die kann ihn dann am Rollator herumschieben, etc. Will heissen, hier hat sich ein alternder Politiker mit der Schönen aus dem linkeren Lager aufgepimpt. Wie’s ausgeht und wie die Noch-Gattin Christa gegen die zwei Turteltauben aufrüstet, darauf warten jetzt alle mit angehaltenem Atem.

Montag, 21. November 2011, 08:36 Von Dr. Marianne Weissberg. Demi Moore lässt sich von Ashton Kutcher scheiden,

weil er sie betrogen hat. Mit jüngeren Frauen, das auch noch an einem Hochzeitstag der beiden. Die Reaktionen rei-

Also, ich habe mich für Oskar und Sahra gefreut. Wo die Liebe eben hinfällt. Und war wegen Demi und Ashton traurig. Weil deren Liebe zusammenfiel. Vielleicht finden Sie das lächerlich, weil das ja öffentliche Personen sind, die wir gar nicht kennen. Doch, in der heutigen Zeit sind ja unsere Vorbilder, an denen wir uns orientieren und messen, längst nicht mehr die Leute von nebenan. Es sind die Promis, als eine Art Reinkarnation des griechischen Götterhimmels. Dort oben

gab es jede nur mögliche Rolle, in denen die antiken Menschen sich wieder erkannten: Der Tyrann Zeus, die eifersüchtige Ehefrau Hera, die Verführerin Aphrodite, der Vergewaltiger, die Kindsmörderin, der Frevler, etc. Und die Geschichten, die sich um sie rankten, wurden erst mündlich erzählt, dann aufgeschrieben, z.b. von einem gewissen Herrn Homer. Später wurden die Dramen um Liebe, Verrat und Mord als Theaterstücke aufgeführt. Und was die Figuren anrichteten, kommentierte zeitgleich ein Sprech-Chor, der ebenfalls auf der Bühne stand. Also das erinnert ja doch sehr an jetzt und heute: Die prominenten Akteure spielen uns fast schon live ihr Schicksal vor, wir alle schauen gebannt zu und Presse und Social Medies kommentieren längst in Echtzeit, was passiert. Gut oder schlecht? Das weiss ich nicht. Aber vielleicht lernt man ja auch daraus. Wie aus den griechischen Tragödien und Komödien, die das Publikum bilden wollten. Ich zum Beispiel, dass Liebe nicht nur Spiel ist, sondern das ewige, grosse Gefühl, das uns alle mitreisst. Immer und überall. Bild: Sandro Boticelli malte Liebesgöttinn Venus und ihren Geliebten Mars, wobei auffällt, dass Frau Venus doch sehr lebensecht dargestellt ist... eine Prominente aus Florenz?

Kim Jong-il besichtigt... Montag, 19. Dezember 2011, 11:04 Von Dr. David Cappellini. Angeblich ist Kim Jong-il bei einer Besichtigungstour im Zug gestorben. Überhaupt schien das Besichtigen von Dingen (zum Beispiel: Äpfel, Bild links) zu den Lieblingshobbys des nordkoreanischen Leaders zu gehören. Hier eine kleine Auswahl:

Kim Jong-il besichtigt Softdrinks

Kim Jong-il besichtigt Würste

Kim Jong-il besichtigt Hühner

Kim Jong-il besichtigt einen Baum

Kim Jong-il besichtigt Käse

Kim Jong-il besichtigt eine Statue

Kim Jong-il besichtigt Kebap

Kim Jong-il besichtigt eine Stereoanlage

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Spannend, nicht? Noch mehr Besichtigungen von Kim Jong-il gibt es hier: kimjongillookingatthings.tumblr.com/


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Mohrenköpfe gegen Asylanten Mittwoch, 30. November 2011, 07:10 Von Dr. Reinhold Weber. Aus Protest gegen das geplante Asylantenheim in Bettwil (AG) kommt einer auf folgende klebrige Idee und schaltet sie gestern als Gruppe – als Initiator wird ein Michel Graber angegeben - mit nebenstehendem Foto auf Facebook: „Jeder, der dagegen ist, dass 140 Asylanten in Bettwil einquartiert werden, sendet 1 Mohrenkopf (Farbe egal) nach Aarau.“ Und nach Bern ins Bundeshaus. Samt Adressangabe. Nach zwei, drei ablehnenden, äusserst dezidierten Kommentaren in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch – einer droht mit einer Rassismusklage – wird die fb-Seite eiligst blockiert. Da drauf waren bereits 2000 „Likes“ und der Aufruf zu einer Veran-

staltung in Bettwil am späten Nachmittag des kommenden Montags. Die blockierte Domain lautete: www.facebook.com/event. hp?eid=143637145739000 Ein paar Routine-Klicks später stossen wir auf den Namen eines Cyrill W. sowie die

eine lüge

ähnlich nett gestaltete fb-Seite „Burka? Nein! Sharia? NEIN! Minarett? Nein. – Und dazu steh ich!!!“ Schnell hinschauen, sie wird sicher ebenfalls umgehend blockiert:www.facebook.com/pages/BurkaNEIN-Sharia-NEIN-Minarett-NEIN-Unddazu-steh-ich/116904768338368 Verglichen mit der Mohrenkopf-Aktion nehmen die SVP-Plakate sich aus wie Werbung für Babywindeln. Und deshalb landet sie bei mir in der alleralleralleruntersten Schublade im rostigen Stahlschrank in der Tiefgarage. Aber vielleicht sollte ich am Montag einfach ganz locker nach Bettwil zu dieser Protestveranstaltung pilgern. Mit einer 36er-Schachtel Mohrenköpfen im Kofferraum.

Gefallene Engel die Zweite: Die noch aalglattere und taufrisch gebonerte Top5 der Laufstegmodels im Netz, die sich gerade hinlegen Donnerstag, 10. November 2011, 10:26 Von Dr. Midi Gottet. Und immer noch nicht um sich so die nächste grosse ModehausKampagne zu erschlafen. http://www.kult. ch/picture.php?picture_id=5961#anchor

Dienstag, 27. Dezember 2011, 12:42 Von Esha Jeremy Ziegler. Als kleiner Knirps war ich überzeugt, sobald ich gross bin, sind diese Blähbauch-Kinderbilder verschwunden. Schliesslich arbeiten die Erwachsenen daran. Es ist dieser „Weltplan“, der uns ständig eingehämmert wird. Alle Politiker verfolgen ihn, knüpfen an die Erfolge ihrer Vorgänger an, damit es allen bald besser geht. Natürlich muss jeder da mithelfen, stets spenden, krampfen und verzichten, fleissige Bienchen sein, dann endlich wird die Welt zum besseren Ort. Und so mästet man uns täglich mit viel Blödsinn. Nur dann nämlich, lebt das kleine Bienchen in Dauerschuld. Dass nun Tiger aussterben, Afrika verhungert und ringsum gemetzelt wird, geht alles auf IHR

wie man im Kopf eine Telefonnummer speichert, weil man die im Händy-, statt im Hirnspeicher lagert. Es kommt zur digitalen Demenz durch Hirnzellenabbau infolge Nichtnutzung. Auf der Strasse sollte ein Passant beweiseshalber schriftlich dividieren. Auf einer Tafel, ohne Taschenrechner. Konnte er nicht. Leider, denn der Depp ist angehender Mathi-Lehrer. Arme Klasse, die weiss dann jedes Jahr zunehmend noch weniger als ihre sog. Lehrpersonen. Ein sehr blödes Wort übrigens. Item, wir Frauen wissen ja auch nicht mehr, was uns ab Geburt auf dem Kopf gewachsen ist. Also eine sehr haarige Demenz. Wenn man Kinder hat, hat man Glück, denn bei denen spriesst noch in echt, was wir längst übermalt haben. Bei mir war es wohl ein wunderhübsches haselnussbraun so wie bei meinem Jüngsten, den ich deshalb besonders gerne ansehe. Dann wurde ich blond, dann rot, dann mal versehentlich grün, so dass ich tief-

verschleiert notfallmässig nachts beim Apotheker ein Entfärbemittel besorgen musste. Und jetzt habe ich den schwierigsten Entschluss meines Lebens gefasst: Mir reichts, ich werde halt grau, oder wie der Engländer so schön sagt: I am going gray. Ehrlich, so gelitten habe ich noch nie, der erste einzentrimetrige Nachwuchs ist der Schlimmste, man sieht aus wie eine wandelnde Mittellinie auf einer löchrigen Landstrasse. Doch dann, oh Wunder, ich finde es kommt allmählich richtig gut, nicht nur sehe ich endlich wieder Spuren meiner wie soll ich sagen: Mutter-Haarfarbe?, die wie in der Paläontologie ein Mammutknochen, nun nach geduldigen Grabungen ans Licht des Tages kommt, sondern ich erblicke auch plötzlich rund um mich herum Leute mit grauen Haaren, die toll aussehen. Unter anderen meine werten Kult-Kollegen.Gut, ich bin unter denen die einzige Frau, die wie sie sich grau getraut, denn die Herrschaften haben zwar ganz richtig erkannt, dass sie selbst ja nicht färben dürfen, weil das bei Männern einfach grauenvoll aussieht, aber sie sind sicher gewohnt, dass wir Frauen weiterhin tunen, was die Tube hält. Und da Männer allzuoft noch unsere Scheffs sind, müssen wir aufpassen, kürzlich wurde nämlich eine Frau gefeuert, weil sie sich weigerte zu färben. Egal, ich mache weiter und halte knallhart durch so wie damals beim Vegetarierin werden… Während das grau richtig anwächst, kann man schon mal das gezeigte Grau-Buch und das hier lesen, natürlich wieder aus Amerika: goinggraylookinggreat.com/ Bilder: Raten Sie mal, welche Kult-Personälitis zu welchen grauen Kopf/Bart/Brust-Haaren und den dazu passenden Outfits und Posen gehören?

www.facebook.com/kreutz.esha

Ein iPad

Haarige Demenz? Go gray! Freitag, 7. Oktober 2011, 12:52 Von Dr. Marianne Weissberg. Sind Sie auch eine der Frauen, die gar nicht mehr weiss, was sie für eine Haarfarbe hat? Das ist absolut normal, jedenfalls für Frauen ab zwölf. Spätestens dann geht das grosse Tönen, Meschen, Colorieren, das Highliten und Downliten los. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da gab es in der Drogierie bloss eine einzige Haarspühlung, die mir meine damalige Dental Hygienist, auch die Erste ihrer Gattung in Züri, empfahl. Solche Sachen gab es nur aus Amerika. Dem Land der unbegrenzten Blödheiten. Auch heute noch, etwa wenn Obama die Tötung eines Menschen öffentlich lobt. Vielleicht benutzt auch er die Haarstrecker seiner Gattin, sowas soll ja chemisch nicht ungefährlich sein und könnte Hirnzellen reduzieren, genau wie die Nutzung von elektronischem Zeugs. Gestern wurde darüber im Fernseh berichtet: Wie man also nicht mehr weiss,

Konto. Irgendwann, es muss während zwei freien Tagen passiert sein, hat sie wohl die Welt mutwillig zerstört. Sie kauft brav Sparlampen, während P. Diddy für neue Socken um den Globus düst. Und während sie glaubt, dass es der Wirtschaft wirklich permanent unglaublich schlecht geht, zahlen 13-Jährige bei mir Sushi mit Platinkarte. So trottet die Biene dahin, arbeitet ein Leben lang für diese eine bessere Welt, die ihr doch versprochen wurde. Sie stirbt mit 84, liest vorher noch die Zeitung und wundert sich, dass die Blähbauchbilder noch IMMER da sind? „Fuck!!“ denkt sie, „ich hätte halt nicht immer alles glauben sollen.“

Mittwoch, 19. Oktober 2011, 19:06 Von Dr. Midi Gottet

Gegen die Einsamkeit.

partylöwen der woche Montag, 19. Dezember 2011, 13:56 Von Dr. Alex Flach. Zugegeben: Wir haben uns die allwöchentliche Suche nach den Partylöwen der Woche ziemlich einfach gemacht letzterzeitlich und einfach am Montag kurz geschaut, wer denn so alles im Oxa war. Es gibt aber noch andere Locations, die ebenfalls über genügend Potential verfügen, um in dieser Reihe wohlwollend und regelmässig berücksichtigt zu werden. Der Xces Club, beispielsweise. Dort gibt es gar Dinge zu entdecken, von denen wir dachten, dass sie stilistisch längst ins Nirwana dickbäuchiger Kegelclub-Mitglieder und PattayaTouristen entschwunden seinen. Heute: Das Bauchtäschchen. Immer noch praktisch, immer noch adrett und bestenfalls immer noch mit stolzgeschwellter Brust zu tragen.

Das Handzeichen des Herrn links verstehen wir auch nach Jahren noch immer nicht so ganz. Arschloch? Loch ganz generell? „da musst du durch, Mann“? „ich weiss nicht wie das Fingerzeichen für ‚gut!‘ geht“?


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politiker.

Montag, 12. Dezember 2011, 17:19 Von Dr. Rainer Kuhn ich: du gewissen: ja? ich: der bäumle geht mir auf den sack. gewissen: der wer? ich: der bäumle. gewissen: der bäumle. ich: ja, der von der glp. gewissen: glp? ich: grünliberale partei. gewissen: aha. ich: ja. gewissen: und wieso? ich: der ist ein arschloch. gewissen: da gibts noch viele davon. ich: bestimmt, ja. gewissen: und wieso geht dir der böumle auf den sack? ich: eben. gewissen: weil er ein arschloch ist. ich: genau. gewissen: und wieso ist der bäumle ein arschloch? ich: da gewinnt seine partei ein paar prozente und schon hat er das gefühl, er müsse sich aufführen wie alle politiker. gewissen: und wie führen sich alle politiker auf? ich: wie arschlöcher. gewissen: ja gut, das ist ja nichts neues. ich: nein ist es nicht. gewissen: und jetzt? ich: jetzt sind dann bundesratswahlen, da siehts man halt wieder ein bisschen mehr als wenn keine wahlen sind. gewissen: und was willst du jetzt machen? ich: nichts. gewissen: ist aber nicht viel. ich: muss ja auch nicht immer viel sein oder? gewissen: nein, muss es nicht. ich: das ganze gelabber vor den wahlen

ist extrem nervtötend. gewissen: musst ja nicht hinhören. ich: schwierig. gewissen: wieso schwierig? ich: ich mein, ist ja überall ein thema. gewissen: und? die svp meint, dass wenn sie nicht den zweiten sitz auf kosten der schlumpf bekommen, dann seien alle anderen parteien blöd. gewissen: auch das ist nichts neues. ich: die sp meint, die schlumpf bleibt und die svp könne ja den sitz von der fdp nehmen. gewissen: meint die sp. ich: ja gewissen: und was meint die cvp? ich: die haben keine meinung. gewissen: wieder nichts neues. ich: und der bäumle von der glp meint, die svp habe den zweiten sitz grad im moment nicht verdient. gewissen: nicht verdient. ich: ja, nicht verdient. als ob der bäumle darüber richten kann, wer was verdient hat. gewissen: ist das der mit der stripperin? ich: wieso? gewissen: nur so. ich: ähm. ja. also. ... wo waren wir? gewissen: bei der stripperin. ich: nein, du warst bei der stripperin ich war woanders. gewissen: und wo warst du ich: dabei, dass mir der bäumle auf den sack geht. weil er ein arschlcoh ist. wie alle politiker. gewissen: ah ja, genau. tschuldigung. ich: so. gewissen: ja, und jetzt? ich: weiss auch nicht. gewissen: wollen wir nicht was anderes machen? ich: was anderes als was? gewissen: als sich über sachen aufregen, die erstens nicht neu sind und zweitens egal. ich: zum beispiel? gewissen: keine ahnung, hast du keine hobbies? ich: wie fischen, zum beispiel? gewissen: zum beispiel. ich: ich fische nicht. gewissen: dann halt was anderes. ich: weiss nicht. gewissen: was wärst du denn zum beispiel gern? ich: politiker. gewissen: arschloch.

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Wie fest darf man beim Online Casual Dating lügen? Freitag, 14. Oktober 2011, 10:29 | Von Dr. Marianne Weissberg. Jetzt habe ich mich aber in etwas reingeritten. Und das kam so: Kürzlich war im TV die Sex-Autorin Maggie Tapert, die ihr Buch vorstellte: „Pleasure, Bekenntnisse einer sexuellen Frau“. Sie erklärte, dass sie noch nie so viel Sex hätte wie jetzt im vollreifen Alter. Und das mit einer ganzen Schar von jungen Toyboys. Wie üblich bei solchen Enthüllungsmomenten, fiel ich fast vom Sofa: Was hat die, was ich nicht habe?? Sofort bestellte ich online das Buch und ging darauf auf Maggies Website recherchieren. Imposant, vorallem der SpezialVibrator Maggie‘s Magic, eine Kreuzung aus Parkettschleifer und Mikrophon. Also da hätte ich grösste Bedenken, dass einem grad die Klitoris weggeschürft wird. Jedenfalls kam ich nicht an jenem Abend, sondern eher das Eine zum Anderen: Will heissen der Link zu einer Casual Dating Site in mein Visier. Denn wie gesagt, was Maggie hat, will ich auch. Ganz casual. Bei so einer Klicken & und gleich FickenDating-Site kann man ein Profil erstellen und schwupps hat man scheints Sex am Morgen, am Mittag und am Abend. Aber erst gilt es, sich ordentlich zu registrieren. Schön ist dabei, dass man nicht eigene Beschreibungen fürs Profil erfinden muss, sondern einfach per Kästliklick Aussehen, Alter, etc festlegt, dann mittels präsentierten Fotos, die garantiert aus dem Edelschmuddel-Fundus von „Fotograf“ Gunther Sachs stammen, die gewünschten Vorlieben demonstrieren kann.

Ja gut, Sie ahnen es, auch weil Sie das auch so machen: Ich habe ein wenig gelogen. Also gut, ein wenig viel gelogen: Ihre Frau Weissberg ist dort nämlich nun ja jünger, die Augen sind grünbraun, die Haare fallen voluminös dreifarbig, Grösse ist wahr, aber wieso soll man denn nicht schlank anklicken, wenn man sowas ja seit Jahren erträumt? Bei den Sex-Vorlieben fiels nicht schwer: Wer steht nicht auf normal und oral , besondere Orte (schönes Hotelzimmer!), dazu noch: dirty talk, ich rede ja gerne und viel und oft recht fies, wie meine Fans wissen. Dann musste ich bloss noch: „Ein knisterndes Abenteuer, Erotischer Austausch per E-Mail, Einen ganz normalen Flirt“ anwählen. Klingt am wenigsten anstrengend. „Zeigen“, was auch vorhanden war, geht ja gar nicht, weil es peinlich wäre, wenn ich hier in der Siedlung Sex hinter dem Hydranten hätte, der direkt vor dem Hort steht. Jedenfalls stelle ich mir das unter „zeigen“ vor, oder? Fertig war der „vorwiegend

klassische Typ“, den ich gemäss der Site darstelle, was irgendwie langweilig klingt. VOLL DANEBEN, meine Mail-Box drohte noch am selben Abend zu platzen, vielleicht lags an dem lieblichen Blumen-Bild, das ich als neckisches Symbol-Profilbild reinstellte. Im Gegensatz zu Gunther Sachs fotografiere ich nicht nur Bluttes. Wegen des Grosserfolges meines Profils vermute ich nun, dass Männer eben doch ganz gerne Hausmannskost (nicht zu gross, romantisch angehaucht, normale Missionarsstellung, halt nett) vernaschen möchten. Obwohl einige sicher das schon zu Hause rumliegen haben. Wobei ich weiss ja nicht, wieviele Angebote schlimm Versaute kriegen. So ein Profil könne ich ja prinzipiell auch noch erfinden, doch ich bin ja jetzt schon überfordert und muss sehen, wie ich aus dem normalen Durcheinander doch noch das Beste reinhole. Drum jetzt eine dringende Frage, die sich direkt an mein Zielpublikum, den Mann, richtet: Wie bringe ich es einem Mann schonend bei, dass ich etwas viel gelogen habe? Dass er also was Anderes kriegt? Merkt der das überhaupt? Oder ist davon auszugehen, dass er auch gelogen hat, und dann muss man besser nichts gestehen? Bitte um speditive Beantwortung, da mir langsam die Ausreden ausgehen, wieso ich heute und morgen keine Zeit habe für ein Casual Date mit Mann Nr. 7, oder Achilles, oder Kater oder……… Fotos: ausgeliehen bei c-dating

Mein Name ist Heinz Freitag, 16. Dezember 2011, 16:12 Von Hans-Jürgen Hilbig. ich bin alkoholiker früher war ich anders dann hielt ich den mund aß trockene pflaumen da lernte ich jutta... ich lernte sie am bachsteg kennen wir lernten tomaten säen biblische jacken trugen wir wir hatten pläne wir hatten angst vor diesen plänen wir mussten trinken wir hatten angst vorm trinken durch uns drangen träume das machte uns angst wir tranken

wir hatten angst vorm trinken drum tranken wir wir tranken weil wir angst vorm trinken hatten einmal saßen wir in einem boot wir hatten angst davor wir lachten über alles wir hatten angst über alles zu lachen uns kam ein schatten entgegen der spülte uns weg ich bin heinz ich bin alkoholiker ich habe angst dass zu sagen ich habe aber auch angst es ist nicht zu sagen wir verschwanden in den reihenhäusern

manchmal pumpten wir uns geld um von reisen zu reden wir saßen jedoch in kneipen und tranken fremdländische getränke einmal lagen wir auf einem laken da sagte jutta jemand blutet schwer sie war hellseherin geworden sie ließ mich ließ mich alleine und ich trank ich trank dieses alleinsein weg ich bin heinz ich bin alkoholiker sagen sie mir bitte was kann ich für sie tun

Der gute Hans Himmelblau und der Barbier Dienstag, 15. November 2011, 14:32 Von Dr. David Cappellini. Der gute Hans Himmelblau öffnete die Tür zu einem schmucken, in dunkelrot gehaltenen Raum und vernahm sogleich das klimpernde Harfenspiel, welches den Lärm der Strasse noch unter dem Türrahmen zu übertönen vermochte. Es würde nicht viele Läden an dieser Strasse geben, in deren Inneren man den regen Verkehr und das Rauschen und Hupen und die Menschen um diese Uhrzeit so gar nicht hören würde – und dies wohl unter anderem auch aufgrund dieses kitschigen Harfenspieles aus dem Radio -, so dachte es sich der gute Hans Himmelblau und trat also ganz ein. Aus einer kleinen Hintertür trat nun der anscheinend türkische Barbier, er nannte sich Cacikci Çocuk – zumindest stand dies so in grossen Buchstaben auf der Eingangstür und dies sah für Hans Himmelblau irgendwie türkisch aus -, in den Raum und grüsste mit einem breiten Lächeln im Gesicht und einem sympathischen Kopfnicken, welches gleichzeitig ein klein wenig auch schon in Richtung des noch freien Stuhles in der Mitte des Raumes deutete. Also setzte sich der gute Hans Himmelblau und zog seinen Hut

vor Cacikci Çocuk und um sich die Haare schneiden zu lassen. Sie hatten vom Mond gesprochen, welche zu dieser Jahreszeit bereits am späten Nachmittag am Himmel stand, von den Strassenlaternen und vom Wetter. Oder wie Cacikci Çocuk zu sagen pflegte: „Hier immer kalt. Auch wenn warm draussen.“ Und erst, als der gute Hans Himmelblau sich vom gemütlichen Stuhl erheben wollte - die Haare indes viel zu kurz, doch er traute sich aus Respekt nicht, etwas zu sagen - sah er das kleine Schild über dem Spiegel, auf welchem mit dickem, schwarzen Filzschrift geschrieben stand: „Wer schon ein Mal hier war – 10% Rabatt“. Der gute Hans Himmelblau runzelte die Stirn und wies den Barbier nach kurzem Überlegen schliesslich höflich - und mit seiner sanftesten Stimme - darauf hin, dass man das Wort „mal“ in diesem Fall wohl klein schreiben würde. In Cacikci Çocuks Gesicht erhoben sich die schwarzen, dichten Brauen, derweil seine dunklen Augen gleichzeitig immer grösser wurden. Der Barbier schien einen Moment lang erstaunt ob der Aussage des fremden Kunden. Und schliesslich fragte Cacikci Çocuk mit skeptischem Unterton nach, ob sich der fremde Kunde bei seiner Aus-

sage denn auch sicher sein würde. Weiter erkundigte er sich - im gleichen Atemzug - auch, ob wenn es denn tatsächlich so sein würde, wieso denn dem so sei und ob, wenn es denn auch wirklich so sein würde, es dafür denn auch eine Regel gäbe. Der gute Hans Himmelblau war sich nun plötzlich doch nicht mehr ganz sicher. Er kannte keine genaue Regel zu seiner Behauptung, sondern hatte zuvor bloss gedacht und gemeint, das Schild würde besser - und irgendwie richtig (das Wort „richtiger“ gäbe es wohl nicht, dachte sich der gute Hans Himmelblau nun für einen kurzen Moment) - aussehen mit einem kleinen „mal“. Trotzdem wollte er sich vor Cacikci Çocuk keine Blösse geben und behauptete drum mit einem leichten, aber selbstsicher wirkenden Nicken: „Immer wen man aus ‚mal’ das Wort ‚einmal’ machen kann, schreibt man es klein. Und wenn es mehr als einmal ist, dann auch. Zum Beispiel paarmal.“ Und der gute Hans Himmelblau fügte weiter an: „Ausser du willst explizit betonen, wie viele Male es denn sein sollen. So hätte hier aber nur Rabatt, wer erst ein einziges Mal sich von dir die Haare hat schneiden lassen. Das ist die Regel.“

Als der gute Hans Himmelblau zuhause angekommen war, zündete er sich eine Zigarette an und versuchte im Internet die richtige Definition des kleinen „mal“ zu finden. Nach fast einer Stunde war sich Hans Himmelblau noch immer nicht sicher, ob seine Behauptung denn nun richtig sein würde oder nicht. Auf manchen der empfohlenen Seiten wurde mehrere Tausend Buchstaben lang irgendein Nonsens erklärt, den sich kein Mensch merken können würde. Auf anderen Seiten (die unter anderem Mittelschulvorbereitung. ch hiessen, was dem guten Hans Himmelblau besonders verwirrte, da er es selber nie in die Mittelschule geschafft hatte) musste man jene Sätze mit dem kleinen „mal“ als einzig richtiger Weg auswendig lernen. Allerdings waren dies viel zu viele und doch bei weitem nicht wirklich alle Sätze mit einem kleinen „mal“. Und so dachte sich der gute Hans Himmelblau, auch weil er keine Lust mehr auf das Internet hatte, er würde in Zukunft seine eigene Regel einfach weiter benützen. Selbst wenn er vielleicht der Einzige sein würde und die Regel zudem wohl auch nicht ganz verständlich sei für alle. Doch Hans Himmelblau verstand sie. So dachte er es sich zumindest und wusste

drum auch, so für sich selber, dass die Regel irgendwie auch richtig war. Dann erinnerte sich der gute Hans Himmelblau noch einmal an Cacikci Çocuks Worte zurück. Der Barbier reagierte auf die Regel-Ausführung Hans Himmelblaus zuvor nämlich mit einem leichten Kopfnicken, welches gleichzeitig ein klein wenig auch schon in Richtung des Ausgangs gedeutet hatte. Schliesslich hatte Cacikci Çocuk gemeint: „Manchmal ist besser, wenn unklar. Wenn besserwisserische Kunde mehr als einmal kommt, jetzt ich kann nämlich sagen, er hat keine Rabatt mehr“.


kult

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Februar 2012

Konkurs! Mittwoch, 16. November 2011, 21:25 Von Dr. Midi Gottet. Das nenn ich doch mal eine Negativformulierung für „Alles muss raus“ was wiederum soviel heisst wie „Mein Bruder hat die Buchhaltung scheisse geführt und deshalb ist für uns hier Schluss“.

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unterirdische pics, die einem frauen zum weltmännertag so zuschicken Freitag, 4. November 2011, 07:13 Von Dr. Reinhold Weber Einfach respektlos, das.

Der Typ im Vordergrund fands offensichtlich gar nicht okay, dass ich ein Bild von ihm gemacht habe. Dabei habe ich ja gar kein Bild von ihm gemacht sondern nur vom KONKURS-Geschäft in seinem Hintergrund. Na ja, jetzt wurde es halt ein Bild von ihm mit einem riesigen negativen Wort, welches wie ein Damoklesschwert über ihm schwebt. Ich denke mal, dass dieser Typ kein Kultleser ist und aus diesem Grund das hier nie sehen wird. Wenn doch, kleb ich mir schon mal einen Schnauz auf die Fresse und flieg auf den Mond.

Sawyer

Montag, 10. Oktober 2011, 17:47 Von Dr. Henrik Petro. Es ist kurz vor Mittag, als ich an der Bushaltestelle am Dorfplatz ankomme. Ein junger dunkelhaariger Mann ist damit beschäftigt, ein A4 grosses Papier an die Glasrückwand des Unterstandes zu kleben. Ich beachte ihn nicht weiter und warte auf den roten Gelenkbus, der mich zum Bahnhof fahren wird, wo ich die S-Bahn nach Zürich besteigen werde. So zumindest mein Plan. Plötzlich fängt der Mann an zu fluchen. Genervt blickt er den Klebebandabroller an. Ich schätze den Mann auf Ende Zwanzig. So wie es aussieht, ist ihm das Klebeband ausgegangen, bevor er die vierte Ecke des Blattes an der Glasscheibe befestigen konnte. «Vermisst» prangt in grossen Arial-Lettern über dem Bild einer gefleckten Katze, darunter in fast gleich grossen Buchstaben der Name «Sawyer». Okay, also keine Katze, sondern ein Kater. Unter dem Namen erkenne in weit kleinerer Schrift eine Telefonnummer, die ich aber aus der Distanz nicht entziffern kann. Was mir eigentlich auch völlig egal ist. Der Mann scheint mich erst jetzt wahr zu nehmen. «Sorry», sagt er. «Mir ist das Klebeband ausgegangen.» Als ob mich das etwas angehen würde! «Ja, scheint so», erwidere ich. «Life is a bitch.» «Was?» «Nichts.» «Ich wohne gleich da hinten», fährt er fort und zeigt auf ein Mietshaus auf der anderen Seite des Platzes. Ich habe keine Ahnung, worauf er hinaus will. «Ich habe noch eine Rolle zuhause, ich bin in zwei Minuten wieder zurück.» «Schön», sage ich. «Aber dazu brauchen Sie wohl nicht meine Erlaubnis.» «Was?» Ich hasse es, wenn jemand eine tolle Pointe kaputt macht, weil er Wachs in den Ohren hat. Oder im Gehirn. «Mir ist es eigentlich ganz egal, was Sie machen. Ich werde jedenfalls in den nächsten Bus steigen», versuche ich es nochmals mit einfacheren Worten, dabei stets lächelnd. «Oh», sagt der Mann mit erstauntem

Gesichtsausdruck und dann nochmals «Oooh!», als bei ihm der Zwanziger fällt. «Nein. Ja. Natürlich. Klar. Ich wollte nur.. ob Sie solange auf meine Sachen aufpassen könnten..?» Erst jetzt fällt mir der rote Karton auf der Sitzbank auf, mit Deckel und seitlichen Halteschlitzen, etwas grösser als ein Schuhkarton, aber kleiner als eine Umzugskiste. «Ich werde wirklich in den Bus steigen», beharre ich. «Kein Problem, bis dann bin ich ja schon wieder zurück. Danke...» Er läuft davon. Ich blicke ihm zuerst kopfschüttelnd hinterher und drehe mich dann wieder um. Der Bus wird sicher jeden Moment kommen. Satt dem Bus kommt aber zuerst ein älterer Herr angewackelt. Ich nicke ihm freundlich zu. Er schaut nur angestrengt, als trage ich die Schuld für seine abgenutzte Hüfte. Er setzt sich umständlich und seufzend neben die rote Schachtel. Ich blicke wieder nach vorne. Nach einem Augenblick höre ich den Mann mit sich selber reden. Ich drehe mich wieder nach hinten und kann aus dem Augenwinkel gerade noch sehen, wie er versucht, den Deckel der Schachtel anzuheben. Ich räuspere mich laut. Er blickt auf. «Gehört die Schachtel Ihnen?» krächzt er. «Nein, aber Ihnen auch nicht, also lassen Sie sie bitte in Ruhe», gebe ich streng zurück und wundere mich gleichzeitig über die Erkenntnis, dass ich doch tatsächlich das Eigentum eines Fremden verteidigte. Ich werfe einen Blick in die Richtung, in die der Unbekannte verschwunden ist in der Hoffnung, ihn zurück kommen zu sehen. Von ihm keine Spur. Der Bus brummt heran, hält zischend und neigt sich zur Seite. Der ältere Herr erhebt sich mit leidvollem Gesicht, wirft noch einen letzten neugierigen Blick auf die rote Schachtel und steigt in den Bus. Auch ich will es ihm gleich tun und setze schon einen Fuss aufs Trittbrett, als ich sehe, dass aus der zweiten Tür zwei johlende Teenager aussteigen und die Schachtel entdecken.

«Da hat jemand was vergessen, hähä!» «Boah – so ein Pech – für ihn, aber nicht für uns, hähä!» Ich nehme meinen Fuss zurück und bedeute dem Fahrer, dass ich nicht einstiegen werde. Als auch der zweite Bus ohne mich weiter fährt, wird mir klar, dass ich aktiv werden muss, sonst sitze ich heute Abend noch hier. Inzwischen habe ich die Schachtel auf meinen Schoss genommen. Das macht es einfacher, sie gegen die urmenschliche Neugier derjenigen zu schützen, die der Meinung sind, alles in Anspruch nehmen zu können, das nicht irgendwo angekettet oder mit einem GPS-Ortungssystem versehen ist. Dem Gewicht auf meinen Beinen nach zu urteilen ist die Box ist nicht leer, aber auch nicht übermässig befüllt. Den Deckel wage ich nicht anzuheben. Schliesslich achte ich das Eigentum und die Privatsphäre anderer. Doch nun reicht es. Ich will endlich in die Stadt. Also mache ich mich auf, den Besitzer zu suchen. Ich stecke meine Finger in die dafür vorgesehenen Halteöffnungen der Schachtel und gehe zum Haus, das mir der Mann eine halbe Stunde zuvor gezeigt hat. Dort angekommen könnte ich mich zunächst einmal Ohrfeigen. Ich habe keine Ahnung, wie der Typ heisst. Dabei hätte ich wohl nur den Vermisst-Zettel lesen sollen. Dort wäre mit Sicherheit sein Name oder sogar seine Telefonnummer zu finden. Weil ich inzwischen ziemlich genervt bin, drücke ich alle sechs Klingelknöpfe gleichzeitig. Es summt – irgendjemand lässt mich also rein. Im besten Fall der junge Mann, dem ich die Schachtel um die Ohren hauen werde. Ich drücke mich gegen die schwere alte Holztüre und betrete das dunkle Treppenhaus. Es ist natürlich klar, dass niemand zuhause ist oder sich bemerkbar machen will - ausser im obersten Stockwerk. Eine verschrumpelte alte Lady äugt argwöhnisch aus dem schmalen Spalt, den die angekettete Türe zulässt. Ich weiss nicht, wen sie erwartet, ob Spitex-Dienst, Erbschleicher-Enkel oder Priester für die letzte Ölung – ich bin es jedenfalls nicht. Denn als ich schwer atmend vor der Tür zu stehen komme, knallt sie sie zu. «Hallo? Hallo!» rufe ich. «Ich suche einen jungen Mann, der hier wohnen soll. Kennen Sie ihn? Wissen Sie, wo ich ihn finden kann?» «Verschwinden Sie! Ich rufe die Polizei!» «Ganz ruhig, ich tue Ihnen doch gar nichts! Ich suche nur diesen Mann... er vermisst eine gefleckte Katze!» Zunächst keine Reaktion, dann scheppert es plötzlich laut hinter der Tür. «Hallo? Ist alles in Ordnung?» frage ich besorgt.

«Mörder!» Ich bin baff. Meint sie damit mich – oder ihn? Ich klopfe an die Türe. «Verschwinden Sie! Die Polizei kommt gleich!» Das wird mir jetzt doch zu blöd. «Tut mir leid, falls ich sie verängstigt haben sollte», sage ich mit dem Wissen, dass meine Worte sie sowieso nicht erreichen. Ich steige die Treppen wieder hinunter und verlasse das Haus. Draussen blendet mich die Sonne kurz. Ich sehe nur die Umrisse zweier Gestalten. «Wohnen Sie hier?» fragt mich eine Männerstimme. «Nein, ich...» «Was haben Sie dann hier zu suchen?» fragt mich eine andere Männerstimme barsch. «Ich suche den Mann, dem diese Schachtel gehört. Ich will einfach nur in die Stadt...» Meine Augen haben sich inzwischen an das helle Tageslicht gewöhnt. Die Stimmen gehören zwei Polizeibeamten, die mich argwöhnisch anstarren. Ich bin kurz beunruhigt, denn ich will einfach keinen Ärger. «Und, haben Sie den Mann gefunden?» «Nein, sonst wäre ich die Schachtel endlich losgeworden», sage ich etwas selbstsicherer. «Wie sind Sie ins Haus gekommen?» «Ich habe geklingelt, man hat mir aufgemacht.» «Wo haben Sie geklingelt?» «Na, überall!» Die Polizisten blicken sich vielsagend an. «Was ist in der Schachtel?» fragt der etwas jüngere der beiden. «Keine Ahnung. Interessiert mich nicht. Geht mich auch nichts an.» «Sie tragen also eine Schachtel durch die Gegend, ohne zu wissen, was drin ist?» «Ja genau.» «Sie haben keinen Blick rein geworfen?» fragt mich der andere Polizist ungläubig. «Nein, denn ich achte das Eigentum fremder Menschen. Noch.» «Noch?» «Hach, jetzt drehen Sie mir nicht das Wort im Mund herum. Hören Sie, ich...» «Was ist das für Blut?» unterbricht mich der erste Polizist. «Was für Blut?» frage ich perplex. «Na das auf Ihren Beinen!» Ich schaue an mir herunter. Meine Hosen sind dunkelrot verfärbt. Genau dort, wo ich die Schachtel aufgesetzt hatte. Ich hebe sie hoch. Die Unterseite ist dunkel und feucht. Ein Schauer jagt durch meinen Körper. «Scheisse», sage ich und lege die Schachtel auf den Boden. «Was ist da drin?» fragt mich der ältere der beiden. Seine rechte Hand ruht nun auf dem Halfter seiner Dienstwaffe am

Gürtel. Das macht mich ziemlich nervös. «Das weiss ich doch nicht. Schauen Sie selber nach!» Der Mann nickt seinem jüngeren Kollegen zu. Dieser hebt vorsichtig den Deckel ab. «Ach je!» sagt er und ich bin plötzlich ganz sicher zu wissen, was er in der Schachtel gefunden hat. Er dreht sich zu seinem Kollegen um: «Eine tote Katze!» Ich schlucke leer. «Sawyer.» «Was?» «Das ist wohl Sawyer. So heisst die Katze. Oder besser gesagt, der Kater.» «Soso. Sie wollen nicht wissen, was in der Schachtel ist, wissen aber, wie diese tote Katze heisst?» fragt mich der ältere Polizeibeamte scharf. Seine Hand ruht noch immer auf seiner Waffe. «Ja. Es ist...» Da ereilt mich ein Geistesblitz. «Der Mann, dem diese Schachtel gehört, hat einen Vermisst-Zettel an der Bushaltestelle aufgehängt. Mit Foto und Namen der Katze, darum weiss ich es. Und da steht bestimmt auch seine Telefonnummer drauf. Wir brauchen ihn nur anzurufen!» Wen versuche ich hier eigentlich mehr zu überzeugen – die Cops oder mich selbst? Mein Herz klopft wild, als wir um die Bushaltestelle biegen. Ich befürchtete schon, der Zettel sei nicht mehr da. Dann hatte ich echt ein Problem. Doch die VermisstBotschaft mit dem Foto klebt immer noch an der Scheibe. «Sehen Sie? Da!» Der jüngere Polizist geht zum Zettel und liest ihn. «Da ist eine Nummer.» Er nimmt sein mobiles Telefon, wählt und hält es sich ans Ohr. Dabei fixiert er mich streng. Genau in diesem Moment klingelt mein Handy. Na so ein Mist! Ausgerechnet jetzt ruft mich jemand an! Welch peinlicher Zufall! «Wollen Sie nicht rangehen?» fragt mich der ältere Polizist. «Oh, äh, klar.» Ich ziehe das Telefon aus meiner Hosentasche. Auf dem Display eine mir unbekannte Nummer. Ein Formel-1-Wagen prallt mit voller Wucht in meinen Magen. Ich nehme ab. In der Nähe zählt der Kirchenturm die erste Nachmittagsstunde. «Hallo?» sage ich und höre im Hintergrund zeitverzögert denselben Turmschlag. Der jüngere Polizist steckt sein mobiles Telefon wieder weg, verschränkt seine Arme und schaut mich mit geneigtem Kopf an. Wie in Trance gehe ich zum Zettel, um mir diese erschreckende Tatsache bestätigen zu lassen. Zahl für Zahl lese ich die Telefonnummer, immer wieder. Doch es besteht kein Zweifel: das bin ich! Und wenn ich mein ganzes restliches Leben suchen würde: Ganz sicher finde ich auf der ganzen Welt keinen Menschen, der das den beiden Polizisten – aber vor allem mir - erklären könnte.


Februar 2012

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Februar 2012

Was ist guter Sex?

Freitag, 28. Oktober 2011, 08:59 Von Dr. Marianne Weissberg. Guter Sex ist wie ein Naturereignis, ein Erdbeben, das sich nicht verhindern lässt. An meine besten Orgasmen erinnere ich mich als ein Cocktail aus Hawai-Brandungswellen und süssem Himbeerfrappé. Man tritt für einen Moment ins Paradies, dann schwindet es. Doch man will immer wieder dahin zurück. Wer noch nie süchtig war nach gutem Sex mit einem ganz bestimmten Menschen, der hat nicht gelebt. Und wird schliesslich gelangweilt in der Hölle verrotten. Hier irren nämlich die Religionen: Man kommt bloss in den Himmel, wenn man sich auch wie ein Tier fühlen und verpaaren konnte. Und in diesem Himmel geht’s dann auch weiter so. Drum freue ich mich eigentlich aufs Sterben, aber vorher will ich wieder von diesem guten Sex. Guter Sex ist für mich auch nichts, was man bloss mit kinky Spielzeug erreichen kann. Toppen vielleicht, aber wenn keine Basis da ist, nützt es auch nix, sich farbiges Plastikzeugs in alle Löcher zu schieben, oder sich als Latex-Batman zu verkleiden. Okay, wenn man mal Lust hat zu lachen, dann ist das in Ordnung. Guter Sex hat überhaupt viel mit Humor zu tun. Leute, die keinen Witz haben, sind schlecht im Bett. Ich bin dafür bekannt, dass ich mich in den ungeeignetsten Momenten (Sex, Beerdigungen, Konferenzen, etc.) über etwas, das nur mir auffällt, lustig mache. Wer mir sagt: das sagt man nicht, kann sich gleich für immer selber ficken. Guter Sex ist nichts Anständiges, Einplanbares. Man macht ganz blöde Sachen, um ihn zu kriegen. Eigentlich ist es ein Wunder, dass ich die Achtziger und frühen Neunziger unbeschadet überlebte, damals, als man noch nicht so recht wusste, dass es Aids gibt, aber auch, als man es wohl wusste, aber dachte, ach, ich doch nicht. Oder es war mir wohl schlicht egal. Ich hatte zwei Jahre lang on and off-Sex mit einem Bad Guy, eigentlich wars nur ein schmerzhaft verlängerter One Night Stand, ich bekam weiche Knie, wenn ich nur an ihn dachte. Er hatte Haut wie Samt, war fies, er war nicht mal so gut im Bett, er fickte noch sonstwo herum, trotzdem… Er hat sich vor einigen Jahren aufgehängt, und ich dachte: Geschieht ihm Recht, go to hell! Wahrscheinlich wollte er jung sterben, bevor er seinen Sex Appeal verlor. Ich werde mal Blumen an sein Grab bringen

und mich bei ihm bedanken. Für diese Fatal Attraction, die man auch erlitten haben muss. Guter Sex sollte ein Menschenrecht, aber auch eine Pflicht sein. Gäbe es mehr guten Sex, gäbe es weniger fette Leute, die fressen statt zu ficken, überhaupt weniger Hypochonder. Sex auf Rezept, statt Magen-Abbinden oder sonst teures Medikamentenzeugs würde unser Gesundheitssystem schlagartig sanieren. Man könnte ja das Sihlquai als eine Behandlungszone einrichten, statt es weghaben zu wollen und auch noch ein paar Gigolos hinstellen. Hier, wo ich wohne, sehe ich die Paare, die jetzt in der Aufzuchtphase sind. Die Frauen sehen schluddrig aus, haben immer irgendetwas von Kind an sich hängen oder kleben. Die Männer genauso. Was machen die, wenn die Goofen mal schlafen, fallen sie noch übereinander her oder nur noch über die verstreuten Nuggis oder Legos? Vielleicht muss das so sein, aber ist es ein Wunder, dass ich diesen Bapis dann auf den online-CasualSex-Sites begegne? Denn Begehren, das man durch Laissez-Faire und zu wenig Distanz vernichtet hat, kommt nicht wieder, da nützen auch keine Tantra-Seminare oder Paartherapien, um sich wieder zu wollen. Letzteres schon gar nicht. Guter Sex ist irgendwie nicht voraussagbar. Guter Sex muss auch nicht perfekt sein. Ich erinnere mich an jenen Mann, der mit mir in der Pampa in einem Landgasthof essen wollte. Wir schafften es aber nicht rein und fielen schon auf dem Parkplatz übereinander her, bzw. ich landete auf der Kühlerhaube. Ich kann mich jetzt nicht an einen Superorgasmus erinnern, wahrscheinlich hatte ich gar keinen, aber lache jedes Mal, wenn ich an dieser Beiz vorbeifahre, so etwas muss man auch gemacht haben. (Hey Y. sollten wir das nicht mal wiederholen…?). Ich weiss, dass es Leute gibt, die meinen, ALL DAS GRUSIGE sei nicht nötig, das sind diejenigen, die mich zu ungeniert, zu laut, zu ordinär, zu DANEBEN finden. Die Angst vor mir haben. Dabei müssten sie bloss wissen, was ein richtig, richtig guter Fick ist. Und so wären wir wieder oben am Anfang angelangt: Guter Sex ist… www.youtube.com/watch?v=v2vtIuBUlPg&fe ature=related&oref=http%3A%2F%2Fwww. youtube.com%2Fwatch%3Fv%3DgvKKuiw kKrc&has_verified=1

neo-redigierende beim tages-anzeiger/in

Donnerstag, 10. November 2011, 12:50 Von Dr. Reinhold Weber. Beim Tages-AnzeigerIn grassiert bei den Redigierenden eine neue Virusinfektion: der gemeine Neologismus. Nach der Erfindung von „Neo-Nationalrat“ XY ist in der Ausgabe vom 7. November nun von einem „NeoCVP-Politiker“ die Rede. Vielleicht würde der Besuch eines Arztes für Beruhigung sorgen? Präventiv sozusagen? Könnte sich ja bloss um einen Tick (Trenddeutsch: Tourette) handeln und nicht um den eben entdeckten, höchst ansteckenden Affen-Virus. Wie auch immer, Kult hat hier einen Lese-Tip (-Tipp?) für all die Nachttische in der Tagi-Redaktion.

Kampagnen, die am Ziel vorbeischiessen

Seite fünfzehn

fritz love my tits

Gynäkologen in den Ferien

Freitag, 4. November 2011, 12:44 Von Dr. Henrik Petro. Du hast Mühe zu begreifen, worum es bei diesem OccupyDingsda eigentlich geht? Na das ist doch noch gar nix! Viel viel schwerer fällt es mir zu verstehen, was eigentlich die Damen von «Femen» wollen - also abgesehen davon ihre Brüste der ganzen Welt zu zeigen. Auch der Blick schaffte es nicht (es mir verständlich zu erklären meine ich; Brüste der ganzen Welt zeigen, das hingegen kann er aus dem Effeff). So schreibt er (nämlich hier www.blick.ch/news/ausland/ nackt-demo-gegen-dsk-185830 ):«Die Feministinnen von der ukrainischen Bewegung «Femen», sind auf Europa-Tournee. Mit Schildern, auf denen «Rausch der Macht» oder «F… mich im PorscheCayenne» steht, zeigen sie, was sie von Strauss-Kahn halten: nichts.» Also wenn mich jemand in einem Porsche zum Beischlaf auffordert (was in der Hitparade der beliebtesten Männerfantasien wahrscheinlich gleich hinter einem Dreier mit Eva Mendes und Gisele Bündchen kommt), dann hält es von mir - nichts? Das habe ich jetzt echt nicht verstanden. Nur eines ist mir beim Anblick des Bildes klar geworden: Wenn die Dame schon nicht mal «Porsche» richtig schreiben kann – wie wäre das erst herausgekommen, hätte DSK einen Lamborghini? Aber noch ist nicht Hopfen und Malz verloren. Dass aus diesen Mädchen doch noch etwas ganz Anständiges werden kann, bewies unser Popsternchen Jeanette Christensen, sexy Sängerin der EurobeatCombo E-rotic, die uns vor über einem Jahrzehnt Ohrwürmer wie «Fritz love my tits» bescherte, heute aber die Kirchensendung «Fenster zum Sonntag» moderiert. Von Saulus zu Paulus sozusagen (oder wie sagt man bei Frauen? Von Sauludi zu..?) Gottes Wege sind oft unergründlich. Aber Humor hat er, das muss man ihm (oder ihr) lassen... Sonst würde seine Schöpfung nicht so etwas wie das hier zulassen:

Dienstag, 6. Dezember 2011, 11:30 Von Dr. Midi Gottet. Dass Gynäkologen ihr Hobby zum Beruf gemacht haben, wissen wir ja schon lange. Aber ein paar abgefuckte Workoholics dieser Berufsgattung können nicht mal in den Ferien abschalten. Tja, zumindest benützt der Typ hier keinen Laubbläser um sauberzumachen.

Einen geraden Rücken beim tanzen Dienstag, 8. November 2011, 07:12 Von Dr. Reinhold Weber. Sonst hagelt es für „Schwanensee“ verdammt miese Kritiken.

En ZwänzgRäppler Donnerstag, 3. November 2011, 10:13 Von Dr. Midi Gottet. Die Strassendealer korrigieren ihre Preise deutlich nach unten. So können auch die vielen arbeitslosen Banker weiterhin das Gefühl haben, sie seien die Grössten.

Fotos: Ein richtig scharfes Cover - auch weil der süsse Kleine, übrigens der Nachfolger des göttlich schönen O. Martinez (siehe Bild letzte Kolumne) bei Mrs. Minogue, ein wenig dümmlich aus dem Hemd guckt; der Shake kommt von abnehmen.de, was jetzt überhaupt nicht zum Thema passt, die Wellen stellen Sie sich bitte selbst vor...

Dienstag, 15. November 2011, 07:56 Von Dr. Midi Gottet. Immer wenn David Hugentobler, Gott hab ihn seelig, mir etwas per Mail zukommen lässt, ists was Schlüpfriges. Wieso schreibt er mir nicht einfach „Ich liebe dich du durchtriebenes Schindluder du“? Aber dankä einewäg.

Frisch eingesackt und hart aufgefitzt: Die Sami-Niggi-Neuste Top5 der Samichläuse im Netz, die sich über die Jahre etwas gehen liessen

Dienstag, 6. Dezember 2011, 20:01 | Von Dr. Midi Gottet. Es ist eine fucking Schande! Der Letzte geht mir besonders auf den Sack.


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Pupillen am Rande des Nervenzusammenbruchs Freitag, 16. Dezember 2011, 08:35 Von Dr. Midi Gottet. Was immer der Junge an diesem Rave gesucht hat - er hat alles gefunden.

Einsamkeit in Extremis Donnerstag, 24. November 2011, 15:16 Von Dr. Midi Gottet. Einsamer sucht Einsame zum Einsamen. Ha! Schon gefunden. Na dann, viel Spass beim Sponge-Date.

Dini Muetter Dienstag, 20. Dezember 2011, 11:27 Von Dr. Midi Gottet. Liebe Rabensöhne. Wenn ihr eure armen, bettlägerigen Mütter nur gerademal zu Weihnachten im Pflegeheim besucht, dann möchtet ihr doch bitte darauf achten, dass eure Garderobe etwas auf diesen seltenen Event angepasst ist. Abgefuckte Kacke noch eins!

Februar 2012

Seite sechzehn

Dein Freund und Helfer meldet

Schlechter Sex ist auch ganz okay! Montag, 31. Oktober 2011, 09:31 Von Dr. Marianne Weissberg. Ich möchte mal raten, nicht so ein Gedöns um guten oder schlechten Sex zu machen: Ein bisschen schlechter Sex ist auch okay! Also gut, natürlich nicht jahrelang. Jahrelang schlechter Sex, und darunter verstehe ich solchen, bei dem man insgeheim die Poschti-Liste vorbereitet, sich ärgert, weil man jetzt den Tatort im Fernseh verpasst, weil er einfach nicht kommt, also der im Bett. Halt solchen, den man macht, weil es das Pflichtprogramm geworden ist und weil man sich nicht mehr getraut zu sagen: Hallo? Das kann es doch nicht gewesen sein, ich will jetzt etwas Anderes. Zum Beispiel etwas essen. Ich bin berühmt dafür, dass ich immer Hunger habe. Als Kind vermutete man einen Bandwurm, heute weiss ich, dass ich halt immer Hunger auf etwas Feines habe, ganz ohne Bandwurm, und wenn ich das nicht kriege, bin ich hässig und mag nicht mehr rummachen. Sie zum Beispiel haben vielleicht öfters kalte Füsse und möchten die dann nicht tapfer unbedeckt über die Bettkante lampen haben. Also müssen Sie sagen: He, ich habe kalte Füsse, wohin könnten wir die jetzt rein stecken? Und schon wird’s heiss und vorallem lustig. Wenn ich so nachdenke, hatte ich einigen schlechten Sex. Mit denen, die längst von mir gegangen sind, bin ich nicht böse. Einige treffe ich und habe ganz vergessen, dass wir mal Sex hatten. Anderen reibe ich das gerne unter die Nase, zum Beispiel als einer fragt: „Du, das war aber geil damals, ich war doch gut im Bett!“, da sagte ich: „Was? Aaah, mal überlegen, du da erinner ich mich jetzt gar nicht mehr so dran…“ Ich glaube, das mit dem war wirklich schlecht, es ist einfach nichts Lustiges, Groteskes passiert, dass mir im Gedächtnis blieb. Wie mit einem anderen, da platzte der Boiler im Bad über meinem Schlafzimmer und ergoss sich durch die Decke zmitzt im Bümseln auf uns im Bett und wie wir dann hysterisch lachend aus dem Bett gumpten. Das war theoretisch sehr gut schlechter Sex. Man kann Sex auch schlecht machen, wenn man immer verbessern möchte. Es noch heisser, spektakulärer machen will, weil man glaubt, Nachbars trieben es total wild, und man selbst mag bloss diese gemütliche Missionarsstellung. Apropos, ich persönlich bin faul im Bett, ich habe ja schon im Job genug Deadlines. Also mag ich es laid back und easy, aber Leopardinnen rennen ja auch nicht immer herum und gelten doch als äusserst sinnlich. Also nehmen Sie sich an ähnlichen Raubtieren ein Beispiel. Nur so viel Bewegung wie nötig, aber wenn, dann mit totaler Gier, überraschender Leidenschaft - und Hingabe. Jetzt komme ich noch zum Thema Liebe. Ich denke, dass der Zwang zur Liebe Begehren erstickt. Wen man Sex konstant von Liebe begleitet haben will, sich also die perfekte Beziehung mit dem Richtigen, der Richtigen herbeizwängelt, realisiert man eines Tages, dass die Liebe schwierig geworden ist

Donnerstag, 17. November 2011, 13:42 Von Dr. Henrik Petro. Vollmond ist zwar vorbei, trotzdem macht das mehr oder weniger organisierte Verbrechen der Polizei gerade ganz viel Arbeit, wie folgende Meldungen darlegen: Unbekannte haben zwischen Freitag, 11. November um 17.30 Uhr und Montag, 14. November 2011 um 6.30 Uhr, vor dem Atelier «Fiechter Kunst und Stein GmbH» an der Hauptstrasse in Kriegstetten einen Grabstein entwendet. Das Unikat ist zweiteilig, 107 cm hoch, 45 cm breit, 15 cm dick und rund 160 kg schwer. In der Mitte des Steines ist eine «Hergiswiler Glaskugel» mit eingeschlossenen Luftblasen eingearbeitet. Der Grabstein hat einen Wert von mehreren tausend Franken. Zur Ermittlung der Täterschaft sucht die Polizei Zeugen. (Ich hoffe, die Polizei findet den Täter noch, bevor er stirbt und den Grabstein verwenden kann...) Ein 22-Jähriger hat am Montagabend (14. November 2011) in Cham sein Auto zu Schrott gefahren. Der Mann fuhr auf der Untermühlestrasse in Richtung Knonauerstrase, als er kurz vor 22:15 Uhr die Herrschaft über sein Fahrzeug verlor. Er kam von der Strasse ab und rammte eine Signaltafel. Ohne sich um den Schaden zu kümmern, fuhr er nach Hause. Als ihm sein Tun bewusst wurde, meldete er sich doch noch bei der Zuger Polizei. Diese war bereits zu ihm unterwegs, denn eine aufmerksame Zeugin hatte sich die Nummer des Kontrollschildes merken können. Ein beim Lenker durchgeführter Atemalkoholtest fiel mit rund 1.25 Promille positiv aus. Der Unfallverursacher blieb unverletzt; das Auto erlitt Totalschaden. (Der Mann kann es heute noch nicht verstehen:

als er die Signaltafel auf sich zukommen sah, hat er doch ganz doll gehupt..?) Ein 31-jähriger Automobilist fuhr am Dienstagabend (15. November 2011) auf der Schochenmühlestrasse in Zug in Richtung Baar. Wie er später der Zuger Polizei erzählt, sei ihm kurz vor 19:00 Uhr ein Autofahrer hinten aufgesessen und habe ihn mit Lichthupen und nahem Auffahren bedrängt. «Dies provozierte mich so sehr, dass ich mein Auto beschleunigte», so der Mann im Polizeirapport. Den BMW derart auf Touren gebracht, verlor er noch in der ersten Kurve die Herrschaft über sein Fahrzeug. Das Auto drehte sich um die eigene Achse und landete in einem Gebüsch am Strassenrand. Verletzt wurde niemand, es blieb bei Blechschaden. (Was gleichzusetzen ist mit psychischer Kastration.) Bilder: Grabstein (Skizze), Totalschaden nach Kollision mit Signaltafel, BMW von Laster neben Strasse gefallen

und macht gleich auch den Sex mitkaputt. Vielleicht hat das etwas mit christlichen Zwängen zu schaffen: Du sollst deinen Feind lieben. Ich kenne sowas nicht, ich hasse meine FeindInnen insbrünstig, weil ich ja aus der alttestamentarischen Ecke komme. Im Bett oder woauchimmer man es treiben möchte, sollte man sich übrigens stets ein wenig hassen, damit es richtig sleazy bleibt. Freundlichkeit, ewige Liebe führt zu langweiligem Sex. Und eins ist sowieso viel wichtiger als Liebe: Hingabe, dieser Moment, in dem man sich anschaut und diese wenigen Sekunden ineinander versinkt. Man kann das auch mit jemandem haben, den oder die man gar nicht lieben muss. Hier erahnt man das Universum, und was da los sein könnte. Vielleicht hatte man davor gar nicht so guten Sex, danach auch nicht. So what, diese winzigen Momente entschädigen für all den schlechten Sex, den man hatte und noch haben wird. Also, take it easy – und machen Sie jetzt erst mal ein wenig schlechten Sex. Kommen Sie ruhig mal zu mir, ich zeige Ihnen, wie das geht - nach dem Essen dann. Fotos: man kann vorher auch gemeinsam ein schlechtes Buch lesen, siehe Cover, mit Clive Owen würde ich gerne auch sehr, sehr schlechten Sex haben, Mrs. Leopard, die sich nie verrückt macht

Frisch entfuselt und ausm Mottenschrank geprügelt: Die brandaktuelle Top5 der Augenkrebs-AhoiWeihnachts-Pullis im Netz mit eingebauter Brechreiz-Garantie

Samstag, 17. Dezember 2011, 10:35 | Von Dr. Midi Gottet. Da bekommt doch der Begriff „Winterhilfe“ gleich eine ganz neue Bedeutung.


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Februar 2012

Seite siebzehn

„Spitz wie Weissbergs Lumpi!“

Mittwoch, 26. Oktober 2011, 09:23 Von Dr. Marianne Weissberg. Das Problem mit online-Dating auf einer expliziten Casual-Dating-Site ist, dass man total erotisiert wird. Jetzt weiss ich auch, wieso die Leute alle so nervös sind, einem beim Autofahren fast in den Arsch fahren oder beim Posten verträumt die Bananen oder die Melonen befingern. Entweder haben wir zuwenig Paar-Sex zuhause, oder aber, man ist single und hat deshalb auch zu wenig Sex. Und fast am schlimmsten: Man hat zu wenig Sex und dated auf einer Klick&Fuck-Site, und es passiert immer noch nichts. Weil es eben noch nicht richtig klick & fuck macht. Kennen Sie die Filmszene aus Amarcord, der Verrückte, der auf einem Baum sitzt und schreit: Voglio una donna!! Oder kennen Sie meine Haushündin, die wenn sie läufig ist, sich von jedem Strassenköter ficken lassen würde? Das erinnert mich an frühere Zeiten, den besten Sex hatte ich immer mit Männern, die völlig daneben waren, also objektiv betrachtet. Zum

Beispiel mit meinem Handyman, der kam einmal im Jahr, um mein Haus in Ordnung zu bringen. Also das Richtige, also das aus Backsteinen, doch zum Renovations-Programm gehörte fröhliches Ficken vor und nach Malen. Kein Problem, wenn ich ihn kurz vor dem Crescendo mahnte, nachher gleich die Dübellöcher ordentlich zu verputzen. Oder jener Maler, der mal ein Rudolf-Steiner Schüler war und nun den absoluten Gegengang einwarf, nämlich in meinem Bett. Ich glaube, der hat auch noch was gemalt bei mir, nebenbei. Als ich vorhin postete - meine Ersatzbefriediung ist nämlich das Kochen. Noch nie habe ich soviele feine Essen gekocht. Und doch nicht zugenommen, denn wenn man on the prowl ist, also auf Beute aus ist, verbraucht man die Kalorien sofort – da kam ich an den Gemüsestand und sah geschrieben: Peperoni lang, spitz. Hey, ich habe das selbe Problem wie ihr, dachte ich und liess mir das Plakat von einem netten Mann abfotografieren und

Das Petro-Prinzip Montag, 28. November 2011, 13:19 Von Dr. Henrik Petro. Das «Peter-Prinzip» wurde mit Notizen von Laurence J. Peter durch Raymond Hull in seinem Buch The Peter Principle (1969, William Morrow, New York City) formuliert: «In a hierarchy every employee tends to rise to his level of incompetence.» Glücklicherweise liefert uns der Wikipedia-Eintrag auch gleich die deutsche Übersetzung dazu: «In einer Hierarchie neigt jeder Beschäftigte dazu, bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen.» Auf dem am 10. November entstandenen Foto sieht man mindestens eine Person, die diese Stufe der Inkompetenz erreicht hat. Und es ist NICHT Frau Bundesrätin Doris Leuthard. Nein, sie war relaxt und total professionell. Ich meine natürlich den netten Herrn in der Mitte, dessen Körpersprache nur eines ausdrückt: «What the F... tu ich hier und wie komm ich so schnell wie möglich wieder zurück zu Mami?» - Ja, genau, ich meine MOI.

Auf die näheren Umstände, die zu dieser Situation geführt haben, will ich jetzt nicht eingehen, aber, hey, mal ganz ehrlich, so mitten aus dem Bauchgefühl heraus: der Petro interviewt eine Bundesrätin? Wie surreal ist das denn? Da muss etwas ganz mächtig schief gegangen sein. Wie im Film «Hair“, als der Oberhippie George Berger für seinen spiessigen, jüngst militärisch eingezogenen Freund Claude Hooper Bukowski einspringt, damit der seine Holde schnackerln kann. Und dann dummerweise seiner statt nach Vietnam in den Krieg muss und dort massakriert wird (oder vielleicht auch nur an einer ganz aggressiven Form von Chlamydien stirbt – so genau weiss man das nicht). So oder so: dumm gelaufen. Was also wäre ein grösserer Beweis für das Peter-Prinzip als der Petro, der in irgendeinen Job befördert wurde, zu dem es gehört, auch mal mit der Landesregierung zu sprechen? Das ist so absurd, man müsste es doch glatt in «Petro-Prinzip» umbenennen. Besonders perfide an dieser Situation war: zwei Minuten vorher wusste ich noch gar nicht, dass ich mit der Vorsteherin des Uvek reden würde. Ich stand unbeteiligt da und überlegte mir, wie ich am besten an die lecker aussehenden Apéro-Häppchen hinten links an der Bar kommen könnte, da griff die UvekMedienbetreuerin meine ungeschützte rechte Flanke an, schubste mich zum freien Sessel neben der Bundesrätin und sagte: «Sie kommen als erster dran. Maximal drei Fragen.» Aus dieser Nummer konnte ich nicht mehr raus. Da mussten wir eben beide durch. Wie damals, beim ersten Mal. Sorry, Doris!

überlegte dabei, ob er sich wohl verführen liesse. Aber vielleicht kriegt er zu Hause ja genug. Hoffentlich. Erotik/Sex ist übrigens keine Sache der Jugend oder des Alters. Nicht einmal des Aussehens. Es ist eine Attitude, gerne englisch ausgesprochen: Man muss dafür gemacht sein, kann sie aber im besten Fall auch noch lernen, wenn man sich unterweisen lässt. Und wer Sex in sich hat, ist irgendwie immer schön. Diese Attitude kann man spüren, man sieht sich an, eine Milli-Sekunde, und denkt schon dasselbe, an ganz schweinische Sachen, die man jetzt sofort auf dem Boden tun könnte. Sex muss mir persönlich sowieso richtig Spass machen. SPASS grossgeschrieben. Männern sagt man ja nach, dass sie eine Hure im Bett möchten und die Jungfrau zum Heiraten. Umgekehrt ist es ganz genauso: Ich will einen Gescheiten zum Reden, aber im Bett will ich einen gottverdammten Hurenbock, der weiss, wie man eine Frau anfasst. Und einen, der keinen Schiss hat vor mir. Weil ich so Sachen wie diese hier schreibe, weil ich mich vielleicht über ihn lustig mache, wie auch immer. Ein Mann, der Manns genug ist, kann das nämlich verkraften. Hoffentlich, hoffentlich – ich bleibe dran… foto: Diane Lane und Olivier Martinez (dahinschmelz) in „Unfaithful“..., und Gemüsefoto vom netten Herrn, danke!

Eine Leinwand um seine Lieblingsfilme anschauen zu können Samstag, 26. November 2011, 11:57 Von Dr. Midi Gottet. Denn sonst müssen halt die Nachbarn dran glauben und mitschauen.

Wird wohl ein Traktandum bei der nächsten Quartierversammlung: „Ich habs genau gesehen, die blonde Dame hat dem Spanier auf 3c einen geblasen.“

Wieso Frauen und Männer nicht zusammen gehen! Montag, 14. November 2011, 08:00 Von Dr. Marianne Weissberg. Männer wollen keine schön dekorierte Wohnung Männer wollen ihre Ruhe haben Männer sind ganz zufrieden mit der Welt und sich selbst Männer hören zu, möchten aber nichts dazu sagen wollen müssen Männer möchten nach dem Sex sofort einschlafen dürfen Männer möchten etwas essen, etwas trinken und etwas rauchen, in Ruhe Männer haben Kleider und Schuhe, um nicht nackt herumlaufen zu müssen Männer arbeiten gerne Männer regen sich nicht auf, wenn heute etwas nicht klappt und machen es dann morgen oder später oder so Männer machen Kinder Männer verdienen Geld Frauen wollen dekorieren, am liebsten die GEMEINSAME Wohnung Frauen verbreiten Stress, damit etwas los ist, vorzugsweise an Orten, wo Männer ihre Ruhe haben wollen (vor dem Fernseh, im Restaurant und überall sonst auch) Frauen sind auch zufrieden mit sich und der Welt, aber da das ja nicht sein darf, sind sie es eben nicht Frauen reden und erwarten alle fünf Sekunden ein Feedback, was sie aber nicht hören wollen, jedenfalls nicht so Frauen wollen auch spätestens drei Sekunden nach dem Orgasmus schlafen, können aus prinzipiellen Gründen sich selbst und anderen Beteiligten das nicht erlauben Frauen machen aus Nahrungsaufnahme eine Weltreligion inklusive Inquisition der Ungläubigen (Männer) Frauen haben Kleider, um sich darin zu dick zu fühlen Frauen möchten stets lieber in etwas An-

derem arbeiten oder den Sinn im Leben suchen Frauen sind bei allen Angelegenheiten wandelnde Fukushimas Frauen HABEN Kinder Frauen lassen bezahlen Jetzt erklär mir mal jemand, wieso diese zwei Spezies aufeinander los gelassen wur-

den? Und ganz ehrlich gesagt, mir sind Männer lieber als ich mir selbst, spätestens als ich diese Gegenüberstellung nochmals aufmerksam durchlesen musste. Aber vielleicht trifft ja das mit den Frauen bloss auf mich zu, oder all das sind blöde Clichés urteilen Sie selbst!


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Februar 2012

Die Flachlegliste!

Montag, 7. November 2011, 10:32 Von Dr. Marianne Weissberg. Wie üblich erst die schlechte Nachricht: Wenn man allzu lange Schlechten gehabt hat, weil in einer Beziehung, die man sich deswegen nicht aufzugeben getraut, und weil man es einem ansieht, wenn man schlechten oder keinen Sex hat und so jene gewisse Attitude verliert, dass man womöglich gut Sex machen würde, was auf andere sehr anziehend wirkt, dann wartet und wartet man womöglich auf guten Sex, und er ist nicht mehr aufzufinden. Die gute Nachricht: Man muss aufwachen, entweder, indem man mutig die Beziehung verlässt, in der nichts läuft, weil Sexmanko ein absolut gültiger Trennungsgrund ist, oder, falls längst single, sich streng sagt: Halt, so geht es nicht weiter, ich lebe nicht ewig. ICH WILL JETZT ENDLICH SEX KRIEGEN! Aber wie? Blöderweise ist man dann durch diesen Entschluss nicht von heute auf morgen so aufgeblüht, dass alle denken: Wow, die oder der sieht aber gut aus, da mache ich mal ein Kompliment in der Art: wow, du siehst heute aber toll aus. Komplimente sind nämlich nicht zu unterschätzen, denn wenn man allzu lange schlechten Sex hatte, hat die Gegenpartei ja längst vergessen hinzuschauen, um an einem die positiven assets zu bemerken und zu loben. Zu wenig Sex macht traurig. Ist Ihnen auch schon aufgefallen, wie leeren Blickes die Leute hierzulande hin und hereilen? Ja, ja ich mache jetzt keine moralische Abhandlung, denn Sie rufen ja schon: Und wo kriegt man jetzt aber guten Sex? Sie werden lachen, Sie kriegen ihn nicht da, wo Sie glauben, also bei den perfekt aufgebretzelten, jungen Tussis, nicht bei den geschleckten, graumelierten Bisiness-

Kerlen. Sie kriegen ihn bei ganz normalen Leuten. Schauen Sie einfach mal in den Spiegel, Sie möchten guten Sex und Sie könnten guten Sex machen. Zum Beispiel mit der Nachbarin, die Rehaugen und viel Tagesfreizeit hat. Ich hatte mal eine prickelnde Affäre mit einem richtigen Herrn Schüch, der unter mir wohnte. Im Geschäft ein Bünzli, im Bett eine leidenschaftliche Granate. Ich konnte es nicht fassen, aussserdem hatte er ein SCHUHGESCHÄFT!! (Schönes Cliché, gäll ) Guten Sex kriegt man, indem man ihn sich holt. Wir machen ja Poschti-Listen, Gute-Vorsätze-Listen, etc. also wie wäre es mit einer Flachleg-Liste? Setzen Sie da alle drauf, mit denen Sie Sex haben möchten. Ist doch egal, ob die Auswahl etwas abstrus ist. ES IST IHRE SEX-KRIEGEN-LISTE! Und sie sollte mutig sein. Als ich noch Film-Journalistin war, bin ich mal nach Paris geflogen, um einen Schauspieler, den ich total sexy fand, zum zweiten Mal zu interviewen. Ehrlich gesagt, es war bloss ein Vorwand, ihn endlich ins Bett zu kriegen. Es lief nix, weil die blöde Cosmopolitän Kollegin ihn inzwischen gekrallt hatte, doch mein gedrucktes Interview („The Thinking Woman‘s Sex Symbol“) hat sicher viele Frauen angeregt. Auf meiner Flachleg-Liste stehen mittlerweile alle möglichen Männer, einfach als Challenge, die ich angehen muss. Und ich liebe es, dann ein Häkli für quasi abgefuckt macen zu dürfen, man fühlt sich dann gleich so effizient. Und liebe Männer, getraut euch auch, so Listen aufzustellen und denkt nicht immer: DIE will garantiert mit MIR nicht, Quatsch, Frauen warten nur darauf mit euch Sex zu haben. Spätestens nach dieser Kolumne.

Guten Sex kriegt man, indem man sich amüsant weiterbildet und vor Pannen und Flops nicht zurückschreckt. He, wir sind ja nicht im Krieg, sondern im Hobbybereich. Filme wie 91/2 Wochen (Kühlschrankszene) machen definitiv an. Ich bin aber nicht so für richtiges, seriöses Lernen à la: „Wir schauen jetzt mal gemeinsam unsere Muschis an“-Kurse, in denen Frauen sich gegenseitig ihre Muschis betrachten, um herauszufinden, wie schön die ist. Ich glaube, dafür sucht man sich besser einen, der das lieber und freiwilliger tut, als eine Kursteilnehmerin. Und was Männer betrifft, ich denke nicht, dass die so „Wir meditieren über unseren aparten Eiern“Workshops besuchen, Männer kennen ihre Schwänze und die übrigen Teile ganz gut, weil sie mit ihnen von Kindsbeinen an spielen. Da müssen wir Frauen uns ein gutes Beispiel nehmen. Stimmt doch, Jungs, oder irre ich mich ausnahmsweise mal? Guten oder überhaupt Sex kriegt man also, indem man sich getraut. Ich weiss, das ist schwierig, denn wenn man mal in Winterstarre war, nach einer Trennung oder so, ist es schwierig wieder aufzutauen. Vielleicht muss man sogar die Leute beneiden, die ihn angeblich nicht oder nicht mehr brauchen, die sind einfach nicht mehr so getrieben wie unsereins, die ihn wollen. Ich habe zwei Freundinnen, die finden, sowas sei für sie erledigt. Ich finde sowas wahnsinnig traurig. Da kann man grad so gut das Abonnement für die Existenz kündigen und den Schirm zumachen. Übrigens, lieber im Zweifelsfall mal schlecht gevögelt, als gar nicht. Sex ist nichts Heiliges, wenn er nicht gut war, Schwamm drüber und nochmals oder anderswo probieren. Good Luck! Fotis: Kerle, Konfekt und Kalorien, bedeutet wenig, klingt aber so schön, das zweite ist ein Szenefoto aus dem sehr schlechten Polanski-Film „Bitter Moon“ Hier ein Flachleglisten-Support, sorry Guys, ihr müsst wie üblich bezahlen: www.c-date.ch

Seit ihr noch ganz bei Trost? das der/die TopleserIn sich ausdrucken und an die Wand pinnen darf - sofern nicht irgendein Wärter oder Pfleger sämtliche spitzen Gegenstände konfisziert. Wie alle machen Fehler und die NichtZürcher oder Nicht-Werber unter uns können dies auch mal zugeben. Es gibt aber Fehler, die sind unverzeihlich.

Dienstag, 6. Dezember 2011, 08:48 Von Dr. Henrik Petro. Wer den Fehler im Titel gleich auf Anhieb, also schon vor diesem Hinweis hier gesehen hat, den habe

ich bereits auf meiner Seite. Wer gar einen zweiten Fehler entdeckt hat, darf sich als fortgeschrittener Leser betrachten und von mir per Mail ein Diplom einfordern,

Zum Beispiel, «seid» und «seit» in Facebook-Statusmeldungen falsch zu verwenden. Das weckt jedes Mal den Hulk in mir! Man mag mir an dieser Stelle vorwerfen, ich würde nun doch zu sehr einen auf Thomas Meyer machen. Das ist vielleicht nicht ganz von der Hand zu weisen. Vielleicht ist dieser fast schon zwanghafte Reflex zur Orthografieschelte die Jungfrau in mir. Anderseits erwarte ich ja nichts Kompliziertes wie die korrekte Anwendung der Kommaregeln. Selbst bei «dass/ das»-Idioten lasse ich Milde walten. Aber irgendwo hört jede Toleranz auf. Sonst könnten wir gleich der Anarchie, Häresie und Polygamie Tür und Tor öffnen. Oder was hälst Du davon? PS: Offenbar leide ich nicht alleine. Es gibt sogar eine ganze Webseite zu diesem Thema! www.seit-seid.de/

Seite achtzehn

Ice Ice Baby Freitag, 23. Dezember 2011, 09:31 Von Dr. Midi Gottet. Nennen sie mich verrückt aber irgend etwas in mir sträubt sich vehement, meine Wohlstandsfüsse in zu enge Schuhe zu zwängen um auf langen, dünnen Stahlauflagen übers Glatteis zu torkeln und in Mitten einer Horde Eisschnelllauf-Cracks das Chalb zu machen. Aber eben, ich tats trotzdem um ihnen so von meinen kühnen Erlebnissen auf der Kunsteisbahn Dolder berichten zu können. Zugepackt mit den wärmstmöglichen Sportklamotten, die sich über die Jahrzehnte in meinem Wandschrank angesammelt haben, meldete ich mich am Sonntagabend bei Frau Riesen in der Hockey-Garderobe 1 zum Dienst. Sie drückte mir zwei Schlittschuhe in die Hand und ich schnürte mir die Dinger so straff wies nur ging an meine Treter. Danach sass ich mal einfach so da und versuchte mir nicht anmerken zu lassen, dass ich ein absolutes Schlittschuh-Greenhorn war. Nach ein paar Minuten, bekam ich Wallungen. Ein Gruss der vielen Thermoschichten, die ich mir übergestreift hatte. Also nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und erhob mich. Da diese Kufen eine Überlänge haben, wird die Fortbewegung zu einer echten Herausforderung. Spätestens als ich mich, wie eine besoffene Bachstelze, durch die Garderobe nach Draussen begab, war allen Anwesenden klar, dass ich das hier wohl zum ersten und letzten Mal machen würde. Wenn nur schon das Laufen auf diesen Schlittschuhen ein massives Sicherheits-Problem für mich darstellte, wie halsbrecherisch würde es dann auf dem Eis für mich werden? Nachdem ich draussen vor dem Eisfeld etwas verloren in den Winternachthimmel starrte, gesellte sich Frau Riesen, die ich inzwischen Brigitte nannte, zu mir und führte mich aufs Glatteis. Während Brigitte vorsichtig meine Kufenschoner entfernte, klammerte ich mich ans Geländer als wäre es mein allerbester Freund. Nun war es vollbracht. Ich stand tatsächlich auf dem Eis. Erst noch, etwas übervorsichtig in der Embryo-Position, dann leicht vorgebeugt, a la Neandertaler und schlussendlich in senkrechter Haltung, ganz Homo Erectus. Ich durchlief die menschliche Evolution innert einer Minute und stand jetzt auf dem Eis, wie eine frischgeschlüpfte Giraffe. Meine ersten „Gehversuche“ waren ziemlich zaghaft aber eine gewisse Vorwärtsbewegung liess sich nicht wegdiskutieren. Ich fuhr auf dem Eis! Brigitte lobte mich dafür, obwohl ein dressierter Affe auf Schlittschuhen ähnlich schnelle Fortschritte gemacht hätte. Wie auch immer, ich machte nun eine weit bessere Falle als eben noch als Quasimodo in der

Garderobe. Brigitte gab mir ein paar Haltungstipps und schon gings noch besser. Das Ganze erinnerte mich stark an die Skating-Session vor zwei Jahren auf dem Sihlsee. Bewegungstechnisch ist das hier die selbe Sache. Bevor sich bei mir schon fast etwas Übermut breitmachen konnte, stellte mir Brigitte die Aufgabe, mich nur mit Hilfe einer schlenkernden Bewegung des rechten Beins fortzubewegen, wobei die Kufen stetig auf dem Eis bleiben sollten. Gleichzeitig zu diesem Schlenkern machte ich mit dem ganzen Körper eine Auf-und-Ab-Bewegung und gewann so an Geschwindigkeit. Wie eine Schlange drehte ich ein paar Runden auf der schönen Dolder Eisbahn. In der Mitte des Eisfeldes stand ein prächtiger Weihnachtsbaum. „Versuchs mal noch mit Links.“, rief mir Brigitte zu während sie gleichzeitig noch ein paar Fortgeschrittene trainierte. Doch Links ging nichts. Nach ein paar adrenalingeschwängerten Halb-Crashs begab ich mich wieder in den sicheren Skating-Modus. Brigitte forderte mich auf, einbeinig zu fahren. Schwierig, schwierig. Der Schlittschuh entwickelte dann ein Eigenleben, auf das ich keinen Einfluss hatte. Brigitte meinte, dass bei dieser Übung viele Profis noch immer Mühe hätten. Das konnte ich kaum glauben, denn wenn ich diesen Eisschnellläufern so zusah, wie sie an mir vorbeischossen und mit 55 km/h die Kurve kratzten, löste das in mir ein spontanes „Wow!“ aus. Während sich bei meinen Füssen allmählich ein spontanes „Au!“ bemerkbar machte. Die ganze Zeit über beschrieben meine Füsse entweder ein V oder ein A. Die Schnurbändel hatten sich etwas gelöst und meine Beine wurden vom dauernden Ausbalancieren und der konstant anhaltenden Sturzprävention ganz klapprig. Also legte ich beim Christbaum in der Mitte des Feldes einen kurzen Boxenstopp ein. Ich tat so als würde ich den übergrossen Weihnachtsschmuck am Baum bewundern. Die Trainingsgruppe legte jetzt 6, 8 und dann 12 Runden im zügigem Tempo zurück. Ich wurde gleich zu Beginn abgehängt und bekam als Trösterli von Brigitte gute Tipps, um in den Kurven übersetzen zu können. Der Trick lag darin, nicht mit dem gestreckten Bein zu überkreuzen, sondern das Bein leicht zu biegen. Ha! Danach wars ganz einfach. Aber eben, die liebe Kraft liess arg nach. Nach einer unfreiwilligen Biellmann-Pirouette mit anschliessendem Popo-Plumpser (hat Niemand gesehen, glaub ich), entschied ich mich die Schlittschuhe an den Nagel zu hängen und in meinen warmen Sorel Boots dem Kuhnagel zu frönen. Dabei sah ich den Cracks noch etwas beim Sprinten zu. Schön wars, nicht zuletzt dank meiner „Hockey-Mom“ Brigitte. Merci vielmal.


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Februar 2011

Lasst den Männern ja die Pornos!

Donnerstag, 7. April 2011, 10:32 Von Dr. Marianne Weissberg. Grad war im Tagi ein Artikel, betitelt „Abtörnender Pornokonsum“. „Es sind immer öfter junge Männer, die bei Therapeutin Esther Elisabeth Schütz Hilfe suchen und über Lustlosigkeit klagen“, hebt der Text an. Ich übersetze das mal: Immer mehr werden jüngere Männer von ihren Frauen zur Therapie zwangsgeschickt und landen dann bei einer garantiert prüden Trulla mit einem Doppelvornamen, freiwillig gehen nämlich Männer nie in Therapie. Schon gar nicht in einem Kaff wie Uster, wo Frau E.E. Schütz in einem geschlechtlich, äh geschmacklich schlecht eingerichteten Therapieraum ihre attraktiven Klienten empfängt. Ich könnte mir eher vorstellen, dass sie lüstern Sexpertin Schütz gegenübersitzen und sich wiederum vorstellen, wie sie der streng bebrillten Dame den Faltenschüp emporstreifen, sie auf den Schreibtisch (Eiche, Möbel Pfister) werfen, das Praktischhöschen wegreissen und sie pfui, ungeschützt, von hinten nehmen, und die dann vor Lust schreit. Zum ersten Mal in ihrem Leben, denn so Sexologinnen, die verzapfen, dass Männer sich Pornogucken verkneifen müssten, um mit der Freundin noch Sex zu haben, haben ja keine Ahnung von Männern und dem echten Leben. Ich erkläre jetzt mal allen, die womöglich den Artikel ausgeschnitten haben, um ihn ihrem Schatz unter die Nase zu halten mitsamt einiger Therapie-Adressen, wie Sex aus Sicht der Männer optimal funktioniert: a) Spannenden Sex kann man am besten

aus Pornos erlernen. Da sind die Frauen üppig bebust, rasiert oder nicht – alles ohne böse Ueberraschungen, weil das Ganze vor Konsum ja via Trailer oder DVD-Cover sorgfältig ausgewählt werden kann. Das Set ist gut ausgeleuchtet, spielt auch mal in Cancun oder auf dem Strich, den man live leider noch nie besuchte. Es wird geschrien, versaut geredet, die Klamotten sind meist schwarz oder wenn nicht, rot, violett und sehr spärlich. Das Echt-Alternativprogramm sieht leider so aus wie Sie und ich, mitsamt lausig bestücktem Kleiderschrank und langweiligem Schlafzimmer. Wähle - Na also. b) Pornos kann man gemütlich im Sitzen oder Liegen konsumieren. Man muss dazu nichts Weiteres beitragen, als den Hosenladen zu öffnen und sich auf die gut eingespielte Art einen runterzuholen. Also volle Konzentration auf einem selbst. Wer jetzt Männern das auch noch verbieten möchte, hat keine Ahnung von artgerechter Männerhaltung! c) Während man Pornos schaut, hat man Ruhe vor der Trulla, die dauernd nervt mit Kuschelsex, Kübelsäcke runterschleppen, Klitorisbehandlung, Konversation. Es ist also eigentlich nicht mal so das PornoProgramm, das lockt, sondern die Möglichkeit, im Hobbyraum oder im verschlossenen Badezimmer wenigstens für EINE Stunde Ruhe zu haben. Ausserdem macht man so ja nichts Dümmeres. Wer würde den Männern also ihre letzte, kleine Lustbastion noch verbieten wollen? Sie haben es schon erraten, genau Frau Esther Elisabeth Schütz: sie befielt, dass der Mann sich, falls alle Verbote nichts nützen, im Stehen vor dem Porno einen runterholen

lasst den männern ja die pornos oder bringt sie wenigstens zum lachen - oder dann halt zum grübeln Donnerstag, 7. April 2011, 14:02 Von Dr. Rainer Kuhn- ok david, ich übernehm dann mal, obwohl mich diese geschlechterbezogenen diskussionen eigentlich nicht mehr interessieren, ich bin in dem alter wo man sich einfach damit abgefunden hat, dass jungs jungs sind und girls girls, und dass männer halt einfach anders ticken als frauen, fertig, was solls. und wenn männer und frauen sich das gegenseitig einfach mal wertebefreit zugestehen und akzeptieren, dann können sie nämlich auch wieder anfangen spass zu haben miteinander. aber mir ist was anderes aufgefallen: das bezeichnende an deinem beitrag ist ja nicht, dass männer den konsum von pornos nicht eingestehen können, sondern jener teil, wo die dame mit dem velo sich erst echauffierte, dass sie angemacht wird, und dann doch irgendwie enttäuscht ist, dass sie es eben nicht wird. das ist doch mal eine eindeutige message. nämlich die, dass mann‘s heutzutage machen kann, wie man will und, es kommt nicht gut. drum: das ist zu kompliziert für uns einfache gemüter, pornos sind das nicht. nutten auch nicht. da ist alles irgendwie klar, wenn auch nicht sehr romantisch. und da liegt dann wahrscheinlich auch das geheimnis der romantik: in der unklarheit, ob man

jetzt soll oder nicht soll, oder darf oder nicht darf und wenn ja, wann genau und wie genau, und ob dann nach langem hin und her eben doch nicht, oder eben doch. vielleicht. aber nicht so, sondern anders. nämlich so. und dann kommt mir ein gespräch in den sinn, dem ich mal beiwohnte, einer der jungs erzählte fast ein bisschen stolz, dass er am vorabend im puff war und es recht geil fand, und auf den einwand eines anderen „was? gasch is puff? häsche du das nötig?“, meinte er nur „ich gang nöd is puff, will ichs nötig han, sondern will ichs mir chan leischte.“ und überhaupt zahle er da ja in wirklichkeit nicht für den sex, sondern dafür, dass die frau danach keinen stress macht. ob das der anja, der samira oder der jenny weiterhilft, bezweifle ich. aber vielleicht reisst uns der henrik aus dieser situation raus, in die marianne uns reingeritten und david und ich uns nicht wirklich wieder befreien konnten. den alex kann man zu solchen sachen ja nicht befragen, weil der ist ja ... ach, egal. und midi fehlt als professionelles murmeli schlichtwegs die zeit, sich gedanken über eine solchen scheiss zu machen, also herr petro, machen sie mal.

müssen, denn das verbinde ihn wieder mit seinem Körpergefühl. Könnte mich da bitte ein Mann aufklären, wieso und warum das so sein soll? Ich bin halt nicht so gescheit wie Dr. Schütz. Also ich persönlich habe Pornos auch immer als wesentlich spannender empfunden als das, was mir live geboten wurde. Es war quasi Vorabendserie (livesex) gegen Prime-Timeprogramm (Porno). Auch schwule Männer setzen auf Lustförderung per Porno, das bestätigte grad vorhin Busenfreund Harry, der soeben geilen Sex dank Schwulenporno hatte und ausserdem auf die edukative Wirkung von Pornos hinweist: „Da werden junge Männer ja auch erzogen, die diversen Löcher kennenzulernen.“ (Harry hat ein Studium in Erziehungswissenschaft begonnen und freut sich immer, mir und damit auch Ihnen sein Neu-Wissen zu präsentieren). Lesbische Pornos kenne ich jetzt nicht so, da kenne ich bloss die Varianten, in denen Frauen auf lesbisch machen. Wohl nicht so echt, aber ganz reizvoll. Allerdings habe ich mal einen feministischen Porno „rezensiert“, in dem zwei ganz normal aussehende Frauen (also nicht so tolle) einen Mann mit einem Federwedel streichelten und ihm dann mit respektvoller Gestik den Gummi applizierten. Was danach kam, weiss ich nicht, bin schon vorher eingeschlafen. Was ich also schlussendlich sagen will: Lasst Männern ja die Pornos! Und wenn das euch, Frauen, nicht passt, dann macht es euch halt auch selbst. Wobei da könntet ihr auch noch einiges aus Pornos lernen, wie und womit man das richtig geil macht, meint jedenfalls Ihre Frau Dr. Weissberg nochmals in aller Bescheidenheit. Bitte, wenn man die gegenteilige ArtikelMeinung auch noch studieren oder über dem gut gelungenen Foto* onanieren will: www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-undpsychologie/Abtoernender-Pornokonsum-/ story/22195220 Foto: * aus dem besagten Tagi-Artikel, Thomas Burla durfte dafür ausführlichst in einem Pornokino sitzen, da soll keiner sagen, Fotograf sei kein schöner Beruf!

Seite zwanzig

lasst den männern ja die pornos – oder bringt sie wenigstens zum lachen Donnerstag, 7. April 2011, 10:33 Von Dr. David Cappellini. Da meint die Frau Dr.Weissberg in einem ihrer letzten Artikel doch, wir Männer sollen ruhig Pornos schauen dürfen, zählt dann auch noch die Argumente dafür auf und was folgt, ist eine wilde Diskussion in den Kommentaren, in der die Pauschal-Charakterisierung der Männer wie folgt ausfällt: „Gut fressen, schnell fahren und wüst kopulieren (oder so)“. Klar, Frau Dr.Weissberg und die Kommentierenden mögen nicht ganz Unrecht haben. Allerdings sei hier doch noch angemerkt, dass auch wir Männer über ein bisschen mehr verfügen, als über den blossen Gedanken an die obigen drei Dinge. Drum jetzt mal ehrlich - und auch wenn ich dafür Spott ernten werde, weil es genau so zum Mann gehört, sich dies nicht einzugestehen, obwohl er es heimlich schon auch weiss -, auch wir Männer brauchen hin und wieder ein wenig Nähe, ein bisschen Zuneigung oder Anerkennung und manchmal finden wir sogar einen Hauch von Romantik ganz gut. Zum Beispiel wenn wir von schönen, schmucken Floss-Restaurants träumen - an breiten Flüssen, umgeben von Schilf, Wiesen und idealerweise auch Tankstellenshops. Von Floss-Restaurants aus altem Holz, mit einer grossen Whiskyauswahl, einer hübschen Kellnerin, ringsum zwitschernden Vögeln (nicht vögeln, Männer, Vögeln!), einem roten Sonnenuntergang und ja keinem Tofu-Zeugs auf der Karte. Wie Sie sehen, habe auch ich Mühe mit dem konsequenten Eingestehen. Drum kürze ich ab und komme zum nächsten, bereits letzten und wahrhaftigsten Punkt, mit konkretem Beispiel dafür: Auch wir Männer finden Humor etwas Tolles. Da können die Samiras und Jennys und Anjas noch lange jammern, ein Mann müsse sie doch bloss zum Lachen bringen – wir sehen das umgekehrt imfall fast genau so. Am liebsten haben wir Humor gepaart (nein, jetzt nicht an sich paaren denken, Männer!) mit Schlagfertigkeit. Um dies zu demonstrieren, ein kleines Beispiel: Ein guter Freund (es würde keine Rolle spielen, dass er schwarz ist, wenn nicht we-

nige Sekunden vor dem gleich folgenden Vorfall ein Polizeiauto extra angehalten hätte, um uns als vermeintliche Dealer zu entlarven – und dies in Anbetracht meiner Erfahrungen mit der Arbeitsweise der Stadtpolizei vielleicht auch ein bisschen aus eben jenem Grund geschah) und meine Wenigkeit standen vorhin - ein bisschen verlumpt, aber wir hatten halt Training - an der Strassenecke, die unsere Wohnungen voneinander trennt und quatschten, wie wir das manchmal halt so tun. Eine Frau Mitte zwanzig, zu diesem Zeitpunkt gemäss meinem Freund „optisch kein wirklicher Höhepunkt“, hellblond und ein bisschen pummelig, schob ihr Fahrrad an uns vorbei. Irgendwie sah mein guter Freund in diesem Moment halt dieses Veloschloss am Boden liegen, dachte sich wohl dann, die Frau habe es verloren, wollte es ihr zurück geben und rief ihr drum nach: „Hey du, isch das diis?“. Die Frau schien verblüfft ab der mundart’schen Sprachsicherheit meines guten Freundes und stammelte ein unsicheres „Ja, äh, Nei“, um ihr Velo dann sogleich, schnell und gwagglig, weiter vorwärts zu schieben. Mein Freund und ich mussten lachen. Wir warteten ein paar Sekunden, dann hakte er grinsend nach: „Also isches scho da gläge - aber gäll, du häsch jetzt zersch gmeint, mir seged dubios und heged dich welä amache?“. Nun drehte die Frau den Kopf. Es huschte ihr ein Lächeln über die Lippen und sie gestand: „Ja scho, ich gibs ja zue.“ Dann hob sie das linke Bein übers Velo, setzte sich auf den Sattel und begann langsam, aber stetig zu trampeln. Nur kurz blickte sie schliesslich zurück und meinte zu meinem Freund noch einmal lachend: „Aber eigentli schaad, nödemal meh agmacht wirdmer“. Nun, das ungefähr ist Schlagfertigkeit und Humor. Zumindest ein bisschen. Denn jedenfalls reichte es dafür aus, dass mein guter Freund sie danach „eigentlich doch ganz süss“ fand. Wobei der nächste Schritt dann also „gut fressen, schnell fahren und wüst kopulieren“ wäre.Aber fragen wir doch mal unsere Alten, die solltens ja wissen: Dr. Kuhn, bitte übernehmen Sie.

Lasst den Männern ja die Pornos - oder bringt sie wenigstens zum Lachen - oder dann halt zum Grübeln – denn zur Belohnung winken die auberginefarbenen Lackstiefelchen - mit denen deine Alte so lange auf dir rumtrampelt, bis du zum Flachwixer wirst Freitag, 8. April 2011, 07:26 Von Dr. Midi Gottet- Der Petro mag schreiben wie Anton und es ist ja alles richtig, ausser dass ich Private Practice und Grey‘s Antatomy abgeschossen habe, weil dort inzwischen Jede mit Jedem im Bett war, ist, erst grad war oder bald sein wird. Da lob ich mir doch einen Porno, wo dieses Verhalten nicht langweilt sondern die Handlung spannend vorantreibt. Und an alle Anjas, Andreas oder wie sie alle heissen: Wir Männer schauen keine Pornos, denn „Pornos“ ist eine gar fantasielose Bezeichnung für diese raffiniert produzierten, Ejakulat-lösenden-Kurzfilmchen, welche ich mir, zugegebenermassen, manchmal zu Gemüte führe um einem drohenden Schaft-Saft-Tsunami vorzubeugen. Mann kennt ja die Bilder der Flutkatastrophe in Japan. Wir wollen sie uns jetzt nicht mit einer weissen, zähflüssigen Flüssigkeit vorstellen. Nicht wahr? Also, dann lasst uns Männern diese Filmchen mit leichtbekleideten Starlets welche verrückte Kunststücke performen und uns tagtäglich um

durchschnittlich 15 Milliliter erleichtern. Das Faszinierende bei den Darstellerinnen in diesen erotischen Unterhaltungs-Clips ist, wie sie uns Männern vor dem, mit viel Handarbeit selbstgebastelten Höhepunkt und kurz danach erscheinen: Vorher: Wunderschöne Göttinnen der Liebe, die mit viel Talent und ihren schlangenhaften Verrenkungen das Allerletzte aus uns armen, wimmernden Sexsklaven herauszüngeln. Nachher: Orangenhautfarbene Solariumopfer mit überschminkten Pickeln am flachgewalzten SpermaEndlager welches sie Hintern nennen. Das Problem bei der Sache ist, dass das Nachher innert Stunden wieder zum Vorher wird und die ganze Scheisse unweigerlich wieder von Vorne (und Hinten) beginnt. Wie Unkraut, welches kurz nach dem Jäten wieder nachwächst. Und das wird wohl so bleiben, bis ich deswegen irgendwann mal ins Gras beissen werde. Also, wenn sie mich jetzt bitte entschuldigen würden, ich muss mir mal eben kurz einen von der Palme wedeln. Tata...!

PS: Hihihi, das war natürlich alles nur erstunken und erlogen um bei allen Zwangsmasturbatoren dort draussen einen Schulterschluss zu simulieren und ihnen so ein besseres Gefühl zu geben. So nach dem Motto: „Ey Scheisse, hat der Alte mir die ganzer Zeit beim Wixen über die Schultern geschaut oder was?“ Nein, ihr Flachwixer, hab ich nicht. Eher stech ich mir mit dem nächsten spitzen Gegenstand - zum Beispiel mein Penis - die Augen aus. PS2: Hihihi, PS2 hab ich natürlich nur geschrieben falls meine Mutter das hier lesen sollte. Aber Moment mal, dann würde sie das hier ja auch lesen...., ach leckt mich doch! (Ausser du, Mutter, ähäm...) PS3: Also Anja und Anhang. Sollten noch Fragen offen sein, kontaktiert mich und wir klären das privat in kuschligem Ambiente. PS4: Und where the fuck ist Flach??!! Mach doch mal schnell einen Partytipp und dann schreib eine Kolumne darüber weshalb wir Männer Pornos schauen dürfen müssen.

Lasst den Männern ja die Pornos - oder bringt sie wenigstens zum Lachen - oder dann halt zum Grübeln – denn zur Belohnung winken die auberginefarbenen Lackstiefelchen - mit denen deine Alte so lange auf dir rumtrampelt, bis du zum Flachwixer wirst und out Freitag, 8. April 2011, 13:22 Von Dr. Alex Flach. Dr. Flach hat sich entschieden bei dem Scheiss nicht mitzumachen und sich ihm konsequent zu

verweigern (auch auf die Gefahr hin bis in alle Ewigkeit von seinen tendenziell schweine-intoleranten Kultgenossen gemobbt zu werden). Nicht zuletzt weil er

hier die meisten Klicks generiert und sich daher eine gewisse Arroganz seinen (somit als untergeordnet empfundenen) Mitautoren gegenüber durchaus leisten kann.


www.blackandblaze.com


kult

®

Februar 2011

Pandora’s Box: Sehnsucht, Lügen und eine schöne Idiotin?

Mittwoch, 7. Dezember 2011, 13:50 Von Dr. Marianne Weissberg. Im Ernst: Ich war ja ca. vier Wochen lang auf jener Casual-Dating-Seite. Und habe daraus gelernt, dass ich mich nicht in jemanden verwandeln kann, die ich gar nicht bin: Also jünger, blonder, schöner, ungehemmter, problemloser, eben so, wie man sich alle anderen vorstellt. Und Komplexe hat, weil die es schaffen, was man selbst nie schafft: eine gute Mutter zu sein, eine Liebe zu leben, ordentlich abzuwaschen, unglaublich erfolgreich zu sein. Auf dieser DatingSeite konnte ich mich nagelneu erfinden, hinter einem vielsagenden Pseudonym verstecken und ging mir nach einer Anfangsphase, in der ich alles sehr aufregend fand, immer mehr verloren. Ich war nicht mehr Marianne Weissberg, mit all meinem „Erfahrungsschatz“, aber auch dem Alltagsscheiss am Hals, und dem Ruf, sich über alles auszulassen und zwar so, dass es schlussendlich immer sie selbst trifft, sondern die mysteriöse Unbekannte, die im allerweitesten Sinne irgendetwas mit Schreiben macht, eine die keine Kinder hat, mit denen sie Dauerkrach hat, keine, die am Wochenende einsam ist, sondern an den richtigen Orten bruncht? Eine, die immer perfekt aussieht und nie

Angst hat vor dem nächsten Morgen und überhaupt dem Leben. Erst war das Ganze aber superspannendl, ich entwarf sogar einen neuen Romanplot: Männer, die etwas mit mir machen wollten und da hätten mitspielen können, gab es genug. Es waren viele Verheiratete drunter, die ihre Frauen betrügen wollten. Einer sprach nach fünf Minuten von seiner jüngeren Tochter, und es wurde mir schlecht, weil diese Tochter keine Ahnung hat, was ihr Vater, dieser PseudoKachelmann, schon minutiös plante. Es waren solche drunter, die mailten ganze Poesiealben, das waren die, die dann das Date in letzter Minute absagten. Weil sie angeblich krank waren, eher weil sie genauso Schiss hatten wie ich oder aber noch woanders besser fündig geworden waren, im Ausstellungskatalog von C-Date. Es war wie ein grosser Fleischmarkt. Es war wie ein Abbild unserer Zeit: Promoten, Posen, Lügen, Rennen. Übel war auch, dass die Männer fürs Kriegen bezahlen mussten, die Frauen aber nicht. Ich war einfach das Online-Gratis-Angebot, das sich da mit halbschmuddligen Symbolfotos prostituierte. Und sehr schnell benahm ich mich auch so: Es ging ja bloss um Casual-Sex,

oder? Das mühsam beherrschte Gesicht von a. kann ich nicht vergessen, als ich ihm umgehend sagte: Du,das wird aber nichts! Nie hätte ich in meinem echten Leben einem recht netten Mann sowas so fies hingeknallt. Die Andere konnte das offensichtlich. Ich weiss eigentlich nicht, wem das richtig gut gefällt: Casual-Sex per Online-MenuKarte? Wahrscheinlich bin ich zu alt/modisch dafür. Besonders übel wurde es, als ich tatsächlich Menschen begegnete - ich meine, wenn man sich mehrmals mailt, kann man ja die Sehnsüchte in und zwischen den Zeilen spüren - und schliesslich ganz unerwartet jemanden traf, der etwas in mir auslöste. Und während ich darüber grübelte, wieso und wie ich mit Pandoras Box, die sich plötzlich geöffnet hatte, umgehen könnte, merkte ich, dass ich via jener mysteriösen Mrs. C-Dating auch ganz unerwartet auf eine weitere Unbekannte gestossen war. Auf mich selbst, die ich jetzt unbedingt kennenlernen möchte, indem ich in die Vergangenheit reise und meine Autobiographie schreibe. Also war das OnlineCasual-Dating doch eine gute Sache. Und drum vielen Dank an alle, die mir auf dieser Zwischenstation begegnet sind.

Seite dreiundzwanzig

Kaugummiartig das Imitsch ändern! Donnerstag, 15. Dezember 2011, 10:11 Von Dr. Marianne Weissberg. Ich dachte in den letzten Wochen auch darüber nach, mein Imitsch zu ändern. Das ist ja im Trend. Siehe Sido. Sie kennen Sido? Das war ja mal ein Gangsta-Rapper, der eine silberne Maske trug und damit ganz, na ja, ziemlich gfürchig aussah. Sido war einer, der mir nicht sehr nahestand. Will heissen, ich kannte Sido überhaupt nicht. Das änderte sich schlagartig, als er bei Popstars in der Jury sass und da die höchst untalentierten Mädchen betreute. Er hatte dazu seine Maske abgelegt, eine Lehrerbrille aufgesetzt und war soo nett. Zum Beispiel, als die Mädchen irgendwo durch die Wüste rennen mussten, um ihr späteres Bühnenausdauervermögen oder so ähnlich, zu vergrössern. Zu diesem Vermögen kam es, wie das Publikum von Casting-Schaus weiss, dann nur kurz, aber Sido blieb mir in bester Erinnerung. Er hatte offensichtlich Schwiegersohn-Potential, sooo lieb. Wenn das keine erfolgreiche Imitsch-Änderung ist! Später sah ich ihn dann in der Jury im österreichischen Fernseh sitzen. Aber weil ja die Castingsing-Schauen alle gleich sind, stellte ich das bloss fest und sah ihm nicht weiter zu. Dann bewunderte ich ihn singend (also nicht ich sondern Sido) mit Bushido, ebenfalls ein Imitsch-

Wechsler, und Peter Maffay. Letzterer hatte auch grad sein Imitsch ändern wollen, weg vom Siebenbrücken-Tabaluga-Tenor und nettem Menschen. Das ist er tatsächlich, als ich ihn mal interviewte bedankte er sich mit einem handgeschriebenen Brief für diesen Termin. Sowas war mir vorher und nachher nie mehr passiert. Deshalb nichts gegen Peter Maffay. Der ja kürzlich seine Zusammenarbeit mit Bushido und Sido wieder kündigte, weil Bushido nur so getan habe, wie wenn er alles bereue. Was gut ist, denn sonst hätte er ja keinen Schlag bei Sara Connors wüeschterer Schwester, die er jetzt dated. Dafür reicht es beiden offensichtlich noch bezüglich momentanem Imitsch. Fazit: Ich bin jetzt ein Sido-Fan, Peter Maffay soll bleiben wie er ist, Bushido auch. Und mein Imitsch, nun ja, das ändert sich jetzt so langsam vor sich hin. Oder so. So ein Imitsch ist ja ein kaugummiartiges Gebilde, wir wir soeben gelernt haben. Sind die drei nicht süss?: www.youtube.com/ watch?v=4j3AOJV1J8I Und hier sind sie nur noch zu zweit und wieder ganz böse!: www.youtube.com/watch?v=s-CcD9cr6Mg&f eature=relmfu&skipcontrinter=1

jeder rappen fehlt. Montag, 19. Dezember 2011, 16:09 Von Dr. Rainer Kuhn ich: du, ich spende im fall nichts. gewissen: ok ich: echt jetzt. nichts. gewissen: ja, ist ok. ich: nichts für blinde inder, nichts für taube somalier, nichts fürs tierheim, auch nichts für gehbehinderte linkshänder oder untervertretene bundesratsparteien. gewissen: untervertretene bundesratsparteien? ich: ja. auch nicht für die. gewissen: brauchen die denn was? ich: wenn der blocher aussteigt schon, ja. gewissen: ach so. ich: mir gehen diese spendenaufrufe langsam einfach auf den sack. immer im dezember kommen sie und dann hört man nichts mehr. die restlichen elf monate gehts dann allen wieder gut, und dann kommt der november und die merken: oh. kein geld mehr. müssen wieder mal was sammeln, ist ja weihnachten. gewissen: ist schon gut. ich: echt jetzt? gewissen: ja. ich: ich mein, wär ja jetzt deine aufgabe,

schlecht zu werden, oder? gewissen: wieso? ich: darauf zielen diese kampagnen doch ab: wenn du nichts spendest, solltest du ein schlechtes gewissen bekommen. gewissen: ich kann mir doch nicht vorschreiben lassen, wann es mir gut zu gehen hat und wann nicht, oder? bin ja schliesslich immer noch ein gewissen. ich: gute einstellung. gewissen: danke ich: nur, ist es dann nicht so, dass man dann denkt ich sei schlecht, bloss weil du‘s grad nicht bist? gewissen: wie bitte? ich: na ja, wer nichts spenden will und dabei kein schlechtes gewissen hat, der sieht ja grad mal schnell aus, als wär er ein arsch. gewissen: wer sagt das? ich: man. gewissen: und wer ist „man“? ich: na die leute. gewissen: welche leute? ich: die, die das lesen. gewissen: dann sollen sie doch was anderes lesen. ich: ich werd gern gelesen.

gewissen: aha. ok. das ist dann aber nicht meine sache, das musst du mit deiner eitelkeit klären. ich: vielleicht sollte ich einfach nichts spenden und dann nicht darüber schreiben. gewissen: wär eine variante. ich: kommt mir nur etwas spät in den sinn. gewissen: wieso? ich: habs schon geschrieben. gewissen: dann lösch es. ich: fällt mir aber grad nichts anderes ein. gewissen: das wär dann wiederum was, das du mit deiner disziplin klären müsstest. ich: keine ahnung, wo die wieder ist. gewissen: na dann geh sie mal suchen. ich: ich glaub, die ist mit der eitelkeit abgetaucht. gewissen: tja, das ist halt so, mit den beiden, wenn die eitelkeit schwindet, hats auch die disziplin schwer. ich: können wirs nicht einfach so stehen lassen? dir ists ja egal, oder? gewissen: mir ists egal, ja. ich: super. gehen wir noch kurz was trinken? jetzt, wo ich nichts spende, hab ich ja noch ein paar franken übrig. gewissen: ich weiss nicht. beim spenden-

gelder versaufen wird mir vielleicht doch noch schlecht. ich: ach komm, sind ja keine spendengelder. mehr so nichtspendengelder. gewissen: dann ist ok. ich: gut. gehen wir. gewissen: aber du zahlst. ich: wie immer. gewissen: ist doch besser, deine kohle

geht direkt an dein gewissen und muss nicht solche umwege über indien oder tierheime machen, oder? hast ja auch mehr davon so. ich: genau. also lass uns bestellen. gewissen: ok. ich nehm dann mal nen „gutmensch auf eis“. ich: passt.


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