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Portrait MICHAEL SCHMIDT

Um Herausforderungen anzunehmen, muss man umtriebig sein „Schaffe, schaffe, Häusle baue“ lautet ja die Devise der Schwaben. Die Schwaben stehen aber ganz besonders auch für Kreativität, nicht zuletzt auch, wenn sie ansprechende Hüllen um die entsprechenden Maschinen ziehen. Michael Schmidt ist so ein Ver- oder auch Enthüller; denn seine Entwürfe für die dortige Industrie gingen über das Gestalten von einem neuen Logo für Audi bis hin zu einem kompletten Reinigungsmaschinenprogramm. Schon früh interessierte er sich dafür Flugzeuge zu entwerfen. Aber die Begeisterung für Design und Architektur waren stärker, also studierte er Design. Beeinflusst haben ihn dann mehr die gebräuchlichen Gegenstände von Eams, Panton, Dieter Rams, Steve Jobs oder gar Porsche – Macharten von lebenden oder gerade verstorbenen Vorbildern waren eher zweitrangig.


Code2design heißt sein Studio in Stuttgart, das 1996 gegründet wurde. Michael Schmidts Devise lautet: „Für eine ehrliche und erfolgreiche Geschichte benötigt man Einfallsreichtum und Qualität in der Umsetzung, deshalb arbeiten wir mit Kunden, die an die Kraft des Designs glauben!“

„Hot Spot“ ist so ein lässiges, aber ergonomisches Sitzmöbel von www.drabert.de

Was gut bestätigt werden kann! Denn er und sein Team haben schon mehrere internationale Auszeichnungen gewonnen. Das ist aber kein Grund, sich wie manch anderer abzukapseln. Schmidt geht gerne auf Messen, um sich einen Überblick über allgemeine Trends zu verschaffen. Genau so wichtig sind ihm aber auch Gespräche mit Kollegen, Meinungsbildern und Kreativen aus anderen Branchen.

Wer Gespräche führt, muss auch laufen. Schmidt bevorzugt Stiefel von www.rmwilliams.com.au


Nur durchgestylte Produkte werden wahrgenommen Wie schon erwähnt, viele Preise hat code2design eingehamstert. Darunter 7x den begehrten red dot. Kein Wunder, dass etliche Firmen an seine Tür klopfen. Einerseits ist es sicherlich seine Vielseitigkeit, andererseits wohl auch seine Schnelligkeit. Brauchen andere Designer vielleicht Jahre, so bringt Schmidt im Durchschnitt nach 9 Monaten den Prototyp zum Hersteller. Übrigens, Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein fangen schon in der Entwurfsphase an. Ergo kommen gutes Design, reduzierbare, abbaubare oder wieder verwendbare Materialien in hoher Perfektion, also Dinge die zu einem langlebigen Gebrauch vorgesehen sind, ins Top-Ranking. All das ist für Michael Schmidt und sein Team eine Selbstverständlichkeit, ist er doch auch selber sehr naturverbunden. Was die Formensprache anbelangt, so sieht man bei Schmidt immer wieder sanfte Ecken und schwunghafte Ausbuchtungen. Inspirieren lässt er sich bei der Gestaltung von der Natur und von Archetypen.

Stimmt - „Scoop“ von www.falper.it sieht schon aus wie ein Schöpflöffel.

„Designlastige“ Marken fordern mehr Dass das code2design bei den Innenraumeinrichtungen etwas sanitärlastig ist, lässt sich bei den Entwürfen für die Firmen Falper (Italien) Hoesch und Keramag (Deutschland) leicht ablesen. Anderseits ist es für einen Designer recht schwer, gleichzeitig für drei Mitbewerber hintereinander zu arbeiten. Hätte er keine weiteren Einfälle, wäre es wohl bei nur einem Auftrag geblieben.


Aber Schmidt ist ein großartiger Visionär; zu gerne würde er ein Wellness-Hotel oder eine Wellness-Oase gestalten. Schließlich hat er sich die letzten 10 Jahre mit Wasser, Bad und Sanitärgegenständen, und mit unseren Wünschen und Träumen diesbezüglich auseinander gesetzt. Aber vielleicht kommt er doch wieder aufs Flugzeug zurück, sein Sessel „Hotspot“ von Drabert passt schon mal gut in die „Airforce One“.

Kunden: Audi, ACO Gruppe, BMW, Columbus Clean, Drabert, E_Plus, Falper, Haworth, Hettich, Hoesch Design, HighTech Design Produkts, i-radium, Keramag/ Sanitec Group, Nolte, Porsche, Schärf Office Furniture, Sick.

www.code2design.de

Portrait: Michael Schmidt  

Markenstrategien und Produktdesign. Artikel für Streifzug Media.

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