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PREUSSEN

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Ein nahezu identisches Exemplar, verliehen am 30. Juni 1918 an Oberst Udo von Fischer (1868௅1938), wurde in unserer 284. Auktion am 30. September 2016 unter der Kat.-Nr. 7064 angeboten. Wir halten dieses Exemplar trotz fehlender Ritzmarke oder Herstellerpunze aufgrund der firmentypischen Merkmale für eine Anfertigung der Firma Johann Wagner & Sohn in Berlin aus dem Frühjahr bzw. Frühsommer 1918. Hier ist besonders die Silberpunze "800" zu nennen, die, wie bei gekennzeichneten Wagner-Stücken auch, auf dem unteren Bogen des Sprungrings und nicht wie bei Sprungringen anderer Hersteller am Ende des Drahtes angebracht ist. Es besteht durchaus die Möglichkeit, daß die Firma Wagner diese nicht gekennzeichneten Stücke für einen weiteren Lieferanten der General-Ordenskommission gefertigt hat, dessen Identität bisher nicht aufgedeckt werden konnte. Aufgrund der kriegsbedingt zunehmenden Knappheit an Gold sowie der steigenden Herstellungs-Summen von Orden, bedingt durch die kriegsbedingte Zunahme an Ordensverleihungen, überlegte die General-Ordenskommission im Frühherbst 1916 die Möglichkeit einer Umstellung von Gold auf vergoldetes Silber als Basismaterial für die Ordensinsignien. Deshalb wurden Mitte Oktober von verschiedenen Berliner Ordensjuwelieren diesbezügliche Kostenvoranschläge u. a. auch für den Pour le mérite aus vergoldetem Silber eingeholt. Nachdem Wilhelm II. (1859-1941, reg. von 1888 bis 1918) mit Allerhöchster Entschließung vom 16. November 1916 genehmigt hatte, " . . . daß bis auf weiteres alle Orden und Ehrenzeichen, deren Herstellung bisher unter Verwendung von Gold erfolgte, aus vergoldetem Silber angefertigt werden. . . . " Gemäß einer Herstellungs-Vorgabe der General-Ordenskommission vom Oktober 1916 sollte " . . . für silberne Abzeichen 938fein Silber verwendet . . . " werden. Dieser Feingehalt wurde für die nunmehr zu fertigenden Ordensinsignien aus vergoldetem Silber übernommen, und zu ihrer Unterscheidung von den echt goldenen Insignien die Silberpunze "938" eingeführt. Somit kann davon ausgegangen werden, daß wohl schon ab Ende November 1916 mit der Herstellung von Kreuzen des Ordens pour le mérite aus vergoldetem 938er-Silber begonnen wurde, und diese mit der Feingehaltspunze "938" (oder "937") gekennzeichnet wurden. Insgesamt wurden von Wilhelm II. im Ersten Weltkrieg 699 Verleihungen des Ordens pour le mérite vorgenommen, wovon 174 auf das Jahr 1917 entfielen und 361 auf 1918. Seit März 1915 stand die 50. Infanterie-Division unter ihrem Kommandeur, Generalmajor von Engelbrechten, an der Westfront, wo sie u. a. im Stellungskampf in der Champagne, dann bei Verdun, in den Argonnen und an der Aisne zum Einsatz gelangt war. Anfang Januar 1918 nahm sie im Verbund mit der 18. Armee an deren März-Offensive teil. Ende Mai und Anfang Juni nahm die Division an der Schlacht bei Soissons und Reims teil und rückte weiter bis zur Marne vor, die sie am 30. Mai erreichte. Generalleutnant Eberhard Graf von Schmettow (1861-1935), kommandierender General des Generalkommandos 65 (Gruppe Schmettow) innerhalb der deutschen 7. Armee schlug daraufhin den inzwischen zum Generalleutnant beförderten George von Engelbrechten mit folgender Begründung zur Verleihung des Ordens pour le mérite vor: " . . . Von allen früheren Vorgesetzten wurde der Einfluß des Div.Kdrs. auf seine Truppe ganz besonders rühmend hervorgehoben. Stets siegesgewiß und voll Vertrauen auf seine Leute, auch in schwierigen Lagen, übertrug er diesen zuversichtlichen Geist auch auf seine Regimenter, die er voll Eifer für ihre Angriffsaufgaben geschult hatte. - Bei dem am 27. Mai beginnenden Angriff der 7. Armee hatte die Division den rechten Flügel des Korps Schmettow. Ihr fiel die Erstürmung des Dorfes und Waldes Ville aux Bois zu, die in frischem Angriff erfolgte. Im gleichen Drange nach vorwärts wurde der Aisne-Übergang erzwungen und in den folgenden Tagen Oise und Velse überschritten. Den anderen Divisionen voraus, ruhte die Division nicht eher, als bis sie als erste die Marne erreichte. - Auch ich habe von dem Gen.Lt. von Engelbrechten den Eindruck gewonnen, daß ihm ein Hauptverdienst an den Erfolgen der Division beizumessen ist. Mit sicherer Hand führte er die Division und wußte sie immer von neuem anzuspornen. Bei dem Vertrauensverhältnis zwischen Führer und Truppe würde die Auszeichnung ihres Kdrs. auch als Anerkennung der Leistungen der Division aufgenommen werden. . . . " Mit Datum vom 8. Juli 1918 entsprach Wilhelm II. (1859-1941, reg. von 1888 bis 1918) der Eingabe von Schmettows und verlieh von Engelbrechten den Orden pour le mérite.



Künker Auction 299 - Orders and Decorations, The Ottoman Empire - The Ottoman Collection, part 2  

On Friday, 29th of September 2017 from 2 pm on at the Steigenberger Hotel Remarque in Osnabrueck, with auction 299 there takes place Kuenker...

Künker Auction 299 - Orders and Decorations, The Ottoman Empire - The Ottoman Collection, part 2  

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