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zwei Krücken bei mir in der Klinik vorbei, um sich für meine telefonische ,Erste Hilfe’ zu bedanken.“

Fast wie im Hotel … Dass der Patient hier immer im Mittelpunkt steht, erkennt man schon an der architektonischen Gestaltung des Krankenhauses. Dabei wurde viel Wert auf Ruhe und Komfort gelegt, um auch auf diese Weise den Heilungsprozess zu unterstützen: große, helle, freundliche Behandlungsräume. Ein übersichtliches Leitsystem aus Großbuchstaben in leuchtenden Farben, das die Patienten zu den verschiedenen Abteilungen führt. Hier verirrt sich garantiert niemand – auch nicht, wenn er gerade ein bisschen durcheinander ist. Im gegenüberliegenden Ärztehaus setzt sich dieses Gestaltungsprinzip konsequent fort: Ein freundliches, lichtdurchflutetes Gebäude mit Bildern von der Geschichte des Ruhrgebiets an den Wänden. Helles und klares Design auch in den Besprechungsräumen. Selbst an kleinste Details wurde gedacht: So wurden beispielsweise zwischen den kardiologischen Untersuchungsräumen Verbindungstüren eingebaut, damit die Patienten sich zwischen den einzelnen Untersuchungen nicht immer wieder an- und ausziehen müssen. Man ist hier als Patient einfach gut aufgehoben – in jeder Hinsicht. Und natürlich gibt es im Krupp-Krankenhaus auch eine Komfortstation für diejenigen Patienten, die es gerne ein bisschen ruhiger und gemütlicher haben möchten und bereit sind, dafür auch etwas mehr zu zahlen. Auf dieser Station, in der Patienten aller medizinischen Disziplinen betreut werden, gibt es ein modern eingerichtetes kleines Bistro mit Kochmöglichkeiten und Kaffeemaschine. Die Zimmer haben alle einen schönen Ausblick. Es gibt nur Einzelzimmer, keine Hektik und keinen Durchgangsverkehr; daher herrscht hier immer wohltuende Ruhe. „Wir haben sogar Hotelpersonal eingestellt, das Kuchen verteilt.“ Die 90 Euro, die diese Zimmer pro Nacht extra kosten, scheinen vielen Patienten den Aufwand wert zu sein: Jedenfalls ist die Station permanent ausgebucht. Hier liegen Patienten, die alles ganz genau wissen wollen und insgesamt

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Kardioforum 3 | 2009

schon etwas anspruchsvoller sind. Hin und wieder vielleicht auch ein bisschen zu anspruchsvoll: „Manchmal frage ich mich schon, ob man sich wirklich unbedingt über Kleinigkeiten beschweren muss, wenn einem gerade das Leben gerettet wurde“, meint Professor Budde mit nachsichtigem Lächeln. Aber man arrangiert sich auch mit Patienten, die ein bisschen schwerer zufrieden zu stellen sind – und die es schließlich überall gibt. Nicht nur auf der Komfortstation. Der Patient mit seinen Sorgen, Ängsten und Ansprüchen wird im Alfried Krupp Krankenhaus stets ernst genommen. Und ein freundlicher, mitfühlender, respektvoller Ton im Umgang mit den Patienten ist hier selbstverständlich. Dieses Krankenhaus ist der beste Beweis dafür, dass hochmoderne Medizintechnik und menschliches Miteinander sich nicht ausschließen. So etwas geht natürlich nur, wenn alle Mitarbeiter Freude an ihrer Arbeit haben und von dem, was sie tun, überzeugt sind. Denn die Mitarbeiter bestimmen letztendlich die Atmosphäre eines Krankenhauses. Und diese Freude an der Arbeit, dieses Engagement strahlt hier jeder aus – vom Arzt über die MTA bis hin zur Krankenschwester. „Wenn man im Katheterlabor steht und einen Patienten sieht, der unter Vorhofflattern leidet; und man kann dann mithilfe der Ablationstherapie von einer Minute auf die andere einen Schlusspunkt setzen und einen Tag später einen Patienten entlassen, dessen Herz wieder im Sinusrhythmus schlägt – das ist schon ein großartiges Erlebnis. Und wenn nachts ein Herzinfarktpatient in unser Labor kommt; und dieser Patient ist in extremer Not, hat Schmerzen, Todesangst und schaut einen mit entsetzten Augen an; und dann macht man das Gefäß wieder durchgängig, und er sagt: Ich fühle mich so gut, meine Schmerzen sind weg, eigentlich könnte ich jetzt gleich wieder nach Hause gehen – das macht so viel Spaß!“, schwärmt Ariane Stark, MRTA und Leiterin des Herzkatheterlabors. Diese Freude an der Arbeit strahlt sie im Umgang mit ihren Patienten natürlich auch aus, und man fühlt sich dabei an das Lieblings-Sprichwort ihres Chefs erinnert: dass Holzhacken deshalb so beliebt ist, weil man die Ergebnisse seines Tuns sofort betrachten kann.

Anmerkungen und Literatur (1) Dr. Peter Osypka, Gründer der Dr. Osypka GmbH (Rheinfelden), die im Bereich der Medizintechnik und Elektrophysiologie tätig ist und u. a. Hochfrequenz-Ablationskatheter herstellt (2) Budde Th, Breithardt G, Borggrefe M, Podczeck A, Langwasser J. Erste Erfahrungen mit der Hochfrequenzstromablation des AVLeitungssystems beim Menschen. Z Kardiol 76; 204–210 (1987)

Kardioforum 3/09  

Ausgabe Kardioforum 3/09

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