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Tabelle 2: Nebenwirkungen von Amiodaron (%) kardial Spitzentorsaden Bradykardie

<1% 5%

Hypothyreose

6%

Hyperthyreose

0,9–2 %

pulmonale Toxizität

1–17 %

Hepatotoxizität

15–30 %

korneale Mikroeinlagerungen

> 90 %

Neuropathie/Neuritis N. opticus

< 1–2 %

Hautverfärbung (blau-grau)

4–9 %

Photosensibilität

25–75 %

Tremor/Ataxie

3–35 %

periphere Neuropathie

0,3 %/J

• Medikamente 1. Wahl: Klasse 1c-Antiarrhythmikum (Flecainid, Propafenon) + Metoprolol • Medikamente 2. Wahl: Chinidin + Verapamil, Amiodaron 2. Bei struktureller Herzerkrankung, insbesondere Postinfarktsituation: • Keine Klasse I-Antiarrhythmika! • Einsatz von Amiodaron • Betablocker 3. Arterieller Hypertonus ohne linksventrikuläre Hypertrophie • Einsatz von Klasse 1c-Antiarrhythmika (Flecainid, Propafenon) gemeinsam mit Metoprolol möglich 4. Bei Herzinsuffizienz • wie in der Postinfarktsituation. So bleibt beim älteren Patienten häufig das Amiodaron als das Medikament der Wahl beim Konzept der Rhythmuskontrolle, insbesondere da das Problem der Langzeittoxizität relativiert werden kann. Amiodaron ist ein zwar hochwirksames,

jedoch auch mit spezifischen Nebenwirkungen behaftetes Antiarrhythmikum. Die Interaktionen mit diesem Medikament sowie seine Nebenwirkungen sind in den Tabellen 1 und 2 zusammengefasst. Auch eine medikamentöse Kardioversion ist eine Kardioversion! Somit muss bereits vor der ersten Dosis jedes Antiarrhythmikums eine ausreichende Antikoagulation (über vier Wochen) bzw. der Ausschluss intraatrialer Thromben durch transösophageale Echokardiographie erfolgen! Besteht jedoch eine schwere Beeinträchtigung, so ist die Ablation durch Pulmonalvenen-Isolation auch bei älteren Patienten erforderlich (28). „Pill in the pocket“ Es konnte gezeigt werden, dass eine einzelne Sättigungsdosis von Klasse-1Antiarrhythmika (Flecainid, Propafenon) das Vorhofflimmern in Sinusrhythmus kardiovertieren konnte. Es kann somit unter den folgenden Voraussetzungen beim paroxysmalen Vorhofflimmern das Konzept „Pill in the pocket“ angewendet

Tabelle 3: Probleme der Medikamenteneinnahme bei älteren Patienten Vorhandensein multipler Komorbiditäten Unterschiedliche Pharmakokinetik und -dynamik bei Älteren Medikamentenverteilungsraum, Metabolismus, Ausscheidung Höhere Medikamentenkonzentration im Serum, höheres Risiko von Nebenwirkungen Viele Medikamente erfordern Mehrfachdosierungen über den Tag Höhere Anforderungen an die Medikamenten-Compliance Einnahme zahlreicher Medikamente mit unklareren Wechselwirkungen Medikamente müssen in niedriger Dosierung begonnen werden, dann vorsichtige Höherdosierung (Titration) Medikamentenkosten und Budgetierung können ein Problem sein

Besonderheiten in der Behandlung von Rhythmusstörungen Altersbedingte Veränderungen der elektrophysiologischen Eigenschaften des Myokards: • als Ursache für Arrhythmien • als Ursache für Proarrhythmie

Kardioforum 3 | 2009

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Kardioforum 3/09  

Ausgabe Kardioforum 3/09

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