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trationsrate (GFR) < 15 ml/min (Nierenversagen) sollte die ICD-Implantation vor allem bei 65-jährigen und jüngeren Patienten empfohlen werden, bei Patienten mit einer GFR zwischen 15 und 29 ml/min (schwere Niereninsuffizienz) bei 75-jährigen und jüngeren Patienten, bei Patienten mit einer GFR zwischen 30 und 59 ml/min (mittelschwere Niereninsuffizienz) bei 80-jährigen und jüngeren Patienten.

Verbesserung der Herzinsuffizienz durch CRT Aus den kombinierten Daten zweier Studien (MIRACLE und MIRACLE-ICD), bei denen der CRT randomisiert für ein halbes Jahr ein- oder ausgeschaltet wurde, konnte an 1208 Patienten mit einer Herzinsuffizienz NYHA III/IV gezeigt werden, dass die Verbesserung der Herzinsuffizienz unabhängig vom Alter ist. Die Gruppe der 174 über 75-jährigen Patienten profitierte genauso stark wie die beiden

jüngeren Altersgruppen und zeigte keine erhöhte perioperative Komplikationsrate (24). Für die Studien, in denen die CRT-Therapie gegen eine alleinige optimale medikamentöse Therapie randomisiert wurde, liegen keine Subanalysen für Patienten im hohen Alter vor. In der CARE-HF bzw. COMPANION Studie war die Verbesserung des primären Endpunktes der Gesamtsterblichkeit oder ersten kardiovaskulärer Hospitalisierung bzw. Hospitalisierung für 66jährige oder ältere Patienten ähnlich wie bei den jüngeren Patienten (25, 26). Es wurde kein Einfluss des Alters auf die kardiale Mortalität und die Lebensqualität nach 18 Monaten berichtet (27, 28). Die Hospitalisierung war multivariat von Niereninsuffizienz, hoher Herzfrequenz, NYHA IV (vs. III) etc, aber nicht vom Alter abhängig (29). Somit sollte bei schwer herzinsuffizienten (NYHA III und IV) Patienten, die nicht kurzfristig durch Komorbiditäten (siehe ICD) versterben, eine CRT-Therapie erfolgen.

Zusammenfassung Das hohe Alter allein stellt keine Kontraindikation zur Implantation eines ICD dar. Erst ab einem Alter von 85 Jahren sinkt die mittlere Lebenserwartung auf die Größenordnung der Batterielebensdauer. Wichtiger dagegen sind im Alter häufig vorkommende Komorbiditäten, da sie zum einen über die zu erwartende Lebensdauer (z. B. die mittlere bis terminale Niereninsuffizienz) und zum anderen über die Lebensqualität (z. B. eine schwere Demenz) entscheiden. Auch ist zu berücksichtigen, ob der hochbetagte Patient überhaupt einen Schutz vor dem plötzlichen Herztod haben möchte. Dagegen ist die Implantation eines CRT-Schrittmachers auch im hohen Alter immer dann angezeigt, wenn hierdurch die Lebensqualität des schwer herzinsuffizienten Patienten sehr wahrscheinlich gebessert werden kann und die Lebenserwartung nicht durch eine Komorbidität stark begrenzt ist.

Antihypertensive Therapie beim älteren Hypertoniker Matthias Leschke

Korrespondenzadresse: Prof. Dr. med. Matthias Leschke Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie Klinikum Esslingen Hirschlandstraße 97 73730 Esslingen Tel.: 0711 3103-2401 Fax: 0711 3103-2405 m.leschke@klinikum-esslingen.de

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Kardioforum 3 | 2009

rüher haben wir in unserer medizinischen Ausbildung die Formel systolischer Blutdruck = 100 + Lebensalter als Therapieziel älterer Hypertoniker gelernt. Diese Formal gehört der Vergangenheit an. Auch beim älteren Patienten mit arterieller Hypertonie sollte leitlinienkonform ein Blutdruckwert von unter 140/90 mmHg angestrebt werden. Der systolische Blutdruck ist ab dem 50. Lebensjahr der stärkste Prognoseprädiktor kardiovaskulärer Erkrankungen. Die isolierte systolische Hypertonie des älteren

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Patienten ist genauso gefährlich wie die kombinierte Bluthochdruckform und muss dementsprechend konsequent behandelt werden. Die Beziehung zwischen systolischem Blutdruck und dem relativen Risiko eines tödlichen Schlaganfalls ist steiler als die Beziehung zum relativen Risiko eines koronaren Todes. Diesem Zusammenhang liegt eine enge ätiologische Beziehung zwischen systolischem Blutdruck und Schlaganfall zugrunde. Deshalb hat die Behandlung der arteriellen Hypertonie zur Reduktion des Schlag-

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Ausgabe Kardioforum 3/09

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