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Altersabhängige Prävalenz der Demenz 60

leicht, mittel und schwer

50

mittel und schwer

Prozent

40

leicht, mittel, schwer und subdiagnost.

Berliner Altersstudie

30

Mortalität der Dementen (n=109) nur unwesentlich höher (nicht signifikant) als die der nichtdementen Kontrollgruppe

20

10

0 70–74

75–79

80–84

85–89

90–94

95+

Alter

Abb. 4 nach (6)

domisierte 436 Patienten im Alter von 70 Jahren oder mehr. Diese Studie schloss nur Patienten ein, die unter optimaler, leitliniengerechter Medikation eine stabil eingeschränkte linksventrikuläre Funktion (Ejektionsfraktion (EF) ≤ 30 %) hatten. Ereignisse, die noch Einfluss auf die Entwicklung der Pumpfunktion haben konnten, wie ein Herzinfarkt oder eine Revaskularisationsmaßnahme, mussten viele Wochen zurückliegen. Die Altersanalyse ergab, dass bei ≥ 75 Jahre alten Patienten der ICD das Leben genauso verlängerte wie bei jüngeren Patienten (12). Allerdings ist das höhere Alter ein Risikofaktor für einen fehlenden Benefit durch den ICD. Bei einem Versuch, nachträglich eine Risikostratifizierung aus den bei Implantation vorliegenden klinischen Daten der Patienten durchzuführen, wurden neben einem Alter ≥ 70 Jahren eine schwere Herzinsuffizienz (NYHA III/IV), eine QRS-Breite von 120 ms, eine eingeschränkte Nierenfunktion und das Vorliegen von Vorhofflimmern als Variablen mit Einfluss auf eine zu erwartende Lebensverlängerung durch den ICD identifiziert (13). Lagen vier oder fünf dieser Risikofaktoren vor, so wurde keine Lebensverlängerung durch den ICD erzielt. Bevor man sich für oder gegen einen ICD entscheidet, sollte beim alten Patienten zunächst darüber nachgedacht werden, ob das Vorhofflimmern nicht nachhaltig behandelbar ist und die Herzinsuffizienztherapie wirklich optimiert ist oder im Falle eines breiten QRS-Komplexes nicht ein CRTICD das Problem lösen kann. Zu berücksichtigen ist, dass

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Kardioforum 3 | 2009

Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin > 3 mg/dl) nicht in MADIT-II eingeschlossen werden durften. Für 80 Patienten mit einer glomerulären Filtrationsrate unter 35 ml/min/1,74m2, die trotzdem randomisiert wurden, ergab sich keine Lebensverlängerung durch den ICD.

Primärprophylaxe des plötzlichen Herztodes durch den ICD bei herzinsuffizienten Patienten bei ischämischer und nichtischämischer Kardiomyopathie Die größte Herzinsuffizienz-Studie (SCD-HeFT), die 2521 vom plötzlichen Herztod gefährdete Patienten einschloss, randomisierte 630 Patienten mit einem Alter von 70 Jahren oder mehr. Bisher wurde nur eine Subgruppen-Analyse für unter 65-jährige und 65-jährige oder ältere Patienten publiziert, die keinen Einfluss des Alters ergab. Basierend auf einem Risikokalkulator für die Prognose von herzinsuffizienten Patienten nach dem Seattle Heart Failure Model (14) ergab sich, dass Patienten, bei denen eine mehr als 25%ige Mortalität für das kommende Jahr kalkuliert wurde, der ICD mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Lebensverlängerung erreichen konnte (15). In diesem Modell ist das Patientenalter einer der stärksten Prädiktoren für die Mortalität. Auch der Einfluss von CRT kann mittels des Rechners überprüft werden. Der positive Einfluss auf die Mortalität von ICD und CRT durch das Modell scheint aber etwas überschätzt zu werden (16).

Kardioforum 3/09  

Ausgabe Kardioforum 3/09

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